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If you are not located in the United States, you -will have to check the laws of the country where you are located before -using this eBook. - -Title: Sprachbilder nach bestimmten Sprachregeln - Ein einfaches und praktisches Hilfsbuch für den deutschen - Sprachunterricht in der Volksschule - -Author: Franz Wiedemann - -Release Date: October 1, 2022 [eBook #69082] - -Language: German - -Produced by: the Online Distributed Proofreading Team at - https://www.pgdp.net - -*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK SPRACHBILDER NACH BESTIMMTEN -SPRACHREGELN *** - - - #################################################################### - - Anmerkungen zur Transkription - - Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1874 so weit - wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler - wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht - mehr gebräuchliche Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original - unverändert. - - Umlaute in Großbuchstaben (Ä, Ö, Ü) werden als deren Umschreibungen - (Ae, Oe, Ue) wiedergegeben. - - Der Übersichtlichkeit halber wurden die Inhaltsverzeichnisse der - Teilbände an den Anfang des jeweiligen Texts verschoben. - - Besondere Schriftschnitte werden im vorliegenden Text mit Hilfe der - folgenden Sonderzeichen gekennzeichnet: - - fett: =Gleichheitszeichen= - gesperrt: +Pluszeichen+ - Antiqua: ~Tilden~ - - #################################################################### - - - - - Sprachbilder - - nach - - bestimmten Sprachregeln. - - - Ein einfaches und praktisches Hilfsbuch - - für den - - deutschen Sprachunterricht in der Volksschule. - - - Für Lehrer und Schüler - - gearbeitet von - - Franz Wiedemann, - - Oberlehrer an der vierten Bürgerschule in Dresden. - - - Erster Theil. - - Zweite Auflage. - - - Leipzig, - - Alfred Oehmigke’s Verlag - - (Moritz Geißler). - - - - -Vorwort zur zweiten Auflage. - - -Wenn ich auch meinen Sprachbildern, als sie ihre Reise in die -pädagogische Welt antraten, mit einem gewissen Vertrauen zu ihrer -praktischen und darum lebensfähigen Natur nachsah, durfte ich mich -doch =der= Hoffnung nicht hingeben, daß ich schon nach ca. einem Jahre -in der Lage sein würde, von dem =ersten= Theile eine =zweite Auflage= -folgen lassen zu müssen. Daß dies nun aber geschehen, sowie der -Umstand, daß diese meine Sprachbilder (I. und II. Theil) von dem - - =Hohen Königlichen sächsischen Ministerio des Cultus und öffentlichen - Unterrichts als zweckmäßig und praktisch anerkannt und den - Schulinspectoren im Königreich Sachsen zur Einführung in die Schulen - officiell empfohlen worden sind=, - -erfüllt mich mit ganz besonderer Freude! - -Es sei mir gestattet, hier noch einmal kurz die charakteristischen -Eigenschaften meines Werkchens niederzulegen: - -1) Es basirt auf der neuesten und jedenfalls für die Volksschule -zweckmäßigsten Methode, nach welcher der Sprachunterricht an Lesestücke -anzulehnen ist. - -2) Es belastet die Schüler nicht mit todtem Regelwerke. - -3) Es enthält auf allen Klassenstufen ein bestimmtes =Lehrziel=. - -4) Es zeichnet einen klaren, einfachen =Lehrgang= vor, der stricte auf -dem Grundsatze ruht: „Vom Einfachen zum Zusammengesetzten“. - -5) Es bietet eine reiche Auswahl von =Lehrstoff= (278 Artikel), sodaß -dem Lehrer viel Spielraum gelassen ist. - -6) Welche Lehrmethode ein Lehrer auch treibe oder triebe, unter allen -Umständen werden ihm diese Sprachbilder „=dienend=“ zur Seite stehen. - -7) Der bei weitem größte Theil der betreffenden Artikel dürfte sich -ganz gut als Material zu stilischen Aufgaben eignen. - -Mögen diese „Eigenheiten“ meines Werkchens in immer weiteren Kreisen -gefunden und anerkannt werden. Wird mir dieser Wunsch erfüllt, dann -wird es sich sicher so lange immer weitere Bahnen brechen, bis Einer -kommt, der die Aufgabe, welche sich dieses Büchlein stellt, besser -löst, als ich es vermocht habe. - - +Dresden+, Ostern 1874. - - =Franz Wiedemann.= - - - - -Ein Wort zu den Sprachbildern an die Lehrer. - - -Zu den vielen bereits vorhandenen Sprachbüchern und Sprachbüchelchen -für die Hand des Lehrers und des Schülers der Volksschule -- -wohlgemerkt, der =Volksschule= -- bringe auch ich noch eins herbei, -aber ein anderes als die gewöhnlichen; wie ich vermeine, ein -originelles und -- täusche ich mich nicht -- ein =recht praktisches=. - -Gewiß zu Nutz und Frommen der Volksschule, und darum mit vollem Rechte, -hat sich die größere Zahl der Volksschullehrer der Ansicht zugewendet, -daß man den Sprachunterricht nicht nach todtem Regelwerke, nicht -nach einer fast unabsehbaren Litanei von einander coordinirten oder -subordinirten Sprachgesetzen, sondern auf Grund eines +Lehrstückes+, -als eines fertigen Sprachgebildes, treibe. Dasselbe wird bekanntermaßen -gelesen, dann zergliedert und bei dieser Operation werden die Regeln -des Satzbaues, sowie die Bedeutung und die Stellung der Begriffs- und -Formwörter entwickelt und gefunden. - -Ganz +ohne Regeln+ kommen wir natürlich bei dem Sprachunterrichte nicht -weg, denn auf das blose +Sprachgefühl+ können wir unsere Volksschüler -ebenso wenig verweisen, als uns auf dasselbe verlassen. - -Wo aber sind nun jene Lesestücke, an denen die wichtigsten Sprachregeln -entwickelt werden sollen, herzunehmen? -- Natürlich nirgends andersher, -als aus den Lesebüchern, welche die Schüler in den Händen haben. - -Die allermeisten dieser Lesestücke, wie wir sie in den bekannten -zahlreichen Lesebüchern für Volksschulen finden, sind recht gut, viele -musterhaft und wahre Meisterstücke des Sprachbaues; keins von allen -aber wurde wol in =der Absicht= und =zu dem Zwecke= geschrieben, -bestimmte Sprachregeln und Sprachgesetze darin zu veranschaulichen. -Sie alle wurden des =Stoffes= und höchstens der =Darstellungsformen= -(Schilderung, Beschreibung, Erzählung etc.) =halber= geschaffen. - -Dieser Umstand aber wird für den Sprachlehrer zu einer +Calamität+ -und diese habe ich selbst eine Reihe von Jahren hindurch oft recht -bitter empfunden. Wie so? -- Nun ja, der Sprachlehrer will z. B. -die verschiedenen Arten der Haupt-, Für- oder Zahlwörter, oder -die Steigerung der Eigenschaftswörter, oder deren Stellung zum -Hauptworte, oder die Bedeutung und Stellung der Umstandswörter, oder -die verschiedenen Arten und Naturen der Verhältniß- und Zahlwörter, -oder die mannichfachen Ergänzungen etc. etc. zur Anschauung und zur -Besprechung bringen; wo aber findet er nun ein Lesestück, das für -den vorliegenden Fall so recht geeignet ist, das die betreffende -Wortgattung, die betreffende Regel möglichst allseitig repräsentirt? - -Als ganz nebensächlich sei hier noch bemerkt, in welche Verlegenheit -man in dieser Hinsicht gerathen kann, wenn es, beispielsweise bei einer -öffentlichen Schulprüfung, einmal heißt: „Behandeln Sie die Umstände -des Orts (oder die Verhältnißwörter, welche den dritten Fall bedingen, -oder die Zahlwörter) auf Grund eines Lesestückes.“ Obgleich sich nun -jeder nur einigermaßen gewandte Sprachlehrer auch in diesem Falle +zu -helfen wissen+ und einem Fiasco entgehen wird, ist doch immerhin dabei -Holland mehr oder weniger in Nöthen, da sich eben ein für diesen Fall -geeignetes Lesestück schwer oder gar nicht auffinden läßt. Doch das -eben nur nebenbei. - -Diesem Mangel an geeigneten Lesestücken speciell für den Unterricht in -der deutschen Sprache wollte ich nun mit dem gegenwärtigen Büchlein -abhelfen. =Alle Stoffe und Materialien darin sind in allererster Linie -eigens für den Sprachunterricht bearbeitet.= Jeder einzelne Artikel -darin ist für einen bestimmten Sprachunterrichtszweck, für eine ganz -bestimmte Sprachregel geschrieben, wie die verschiedenen Ueberschriften -des Näheren lehren. Das Ganze ist also durchaus kein Sammelwerk, -sondern besteht aus lauter Originalartikeln. Ein Blick hinein wird Dir -sagen, daß sowohl für die Wörterklassen als auch für den einfachen -Satz des Stoffes hinreichend vorhanden ist. Und wieder ein Blick -in die einzelnen Artikel wird Dich überzeugen, wie dieselben die -betreffende Regel möglichst allseitig und erschöpfend veranschaulichen. -Haben Lehrer und Schüler dieses Buch in der Hand, denke ich mir den -Sprachunterricht für beide Theile als =eine Lust=! - -Aber mit diesem Buche wollte ich auch noch einen andern Zweck -erreichen. Für das Bedürfniß der Volksschule erscheint es mir geboten, -den Schülern =recht, recht anschaulich= zu machen, wie sich ein -Satz aufbauen und erweitern läßt und wie jedes neu hinzutretende -Satzglied dem „Gedanken“ einen weiteren oder, nach Umständen, einen -engeren Spielraum anweist. Ich bin daher in der Classification -meiner Sprachstoffe für die Behandlung des einfachen Satzes vom -allereinfachsten Satze ausgegangen, habe =Schritt für Schritt= eine -neue, nähere Bestimmung hinzutreten lassen und so das Satzgebäude nach -und nach bis an die möglichsten Grenzen erweitert. Diese ganze Art und -Weise ist der Arbeit eines Maurers zu vergleichen, der eben auch einen -Stein und ein Steinchen nach dem andern an- und beisetzt, bis endlich -der Bau vollendet dasteht. - -Wenn irgend in einem Unterrichtsfache der Volksschule, müssen wir -vor allen Dingen im Sprachunterrichte dem alten Urgesetze alles -Unterrichts „=vom Einfachen zum Zusammengesetzten=“ treu bleiben, -unbekümmert um all die gelehrten und gekünstelten Unterrichtssysteme, -welche „studirte“ Sprachforscher oder pädagogische Methodenjäger -aufgestellt haben. Wir haben einmal gar =keine Zeit= und dann auch -gar =kein Publikum= dazu, um uns auf die =feineren= Beziehungen und -Deutungen in Bezug auf das reiche Material unseres Sprachschatzes -einlassen zu können. Unsern guten Volksschulkindern haben wir vor allen -Dingen einfache, aber feste und bestimmte Sprachgesetze zu geben. Das -„+Höhere+“ und das „+Tiefere+“ ist Sache derjenigen Lehranstalten, -welche über das Elementarschulwesen hinausliegen. O und wir haben -vollauf, =übervollauf= zu thun, um unsere Volksschulkinder -- und zu -ihnen rechne ich getrost auch die Schüler der sogenannten höheren -Bürger- und Privatschulen -- in diese blosen Grundelemente der Sprache -einzuführen. Wer diese Wahrheit vergißt oder bestreitet und meint, -man könne die Kinder auch als Kinder schon in die „Kunst“ der Sprache -einweihen, der kommt mir vor wie ein Maler, der einem schlichten -Landmanne das Verständniß der Schönheit der Sixtinischen Madonna -beibringen wollte. - -Das Hinausgehen über die Marksteine, die uns die Kindesnatur setzt, -wird in dem Sprachunterrichte zu einem Würgen und Quälen für Schüler -und Lehrer, was sich recht deutlich in den Stilübungen zeigt. Bei -diesen Arbeiten, will mich bedünken, wird überhaupt am allermeisten -gesündigt. Was wird da nicht selten schon von einem zehn-, zwölf-, -dreizehn-, vierzehnjährigen Knaben oder Mädchen verlangt! Aufsätze von -sechs, acht Seiten und noch länger. Und was für Themen oft! Themen, -deren Bearbeitung vielleicht dem Herrn Lehrer selbst, der doch erstens -die deutsche Sprache bereits zwanzig oder dreißig und mehr Jahre -gesprochen und geübt hat, während beispielsweise das dreizehnjährige -Kind dieselbe kaum erst +sieben+ Jahre mit Bewußtsein spricht; der -zweitens ein oder so und so viel Jahrzehnte älter und darum viel, -viel verstandesreifer ist als das Kind; der drittens an Anschauungen -und Erfahrungen dem Kinde weit, weit überlegen sein muß; der viertens -vier bis sechs Jahre eine höhere oder wol gar hohe Schule besucht; -der fünftens im Laufe der Jahre so und so viel Zeitungen, Broschüren, -Bücher und Werke gelesen und aus ihnen Stoff gesammelt hat -- =einiges -Kopfzerbrechen= gemacht hat. Die Hand aufs Herz, liebe Freunde! - -Oder sollte Euch noch kein Lehrplan, namentlich der sogenannten -höheren Bürger- oder Privatschulen, vorgekommen sein, der das -Sprachziel (Grammatik und Stil) dermaßen hinaufschraubt, als ob auf den -Schulbänken Seminaristen oder gar Studenten säßen? - -Wie viel würde für die praktische sprachliche Ausbildung unserer -Volksschüler gewonnen werden, wenn man dieselbe Kraft und Mühe, die -man an die Erreichung jener überschwänglichen Ziele setzt, auf das -=wirklich Erreichbare= verwendete! - -Das Streben, auch in sprachlicher Hinsicht für die Volksschule -Fortschritte zu erzielen, ist höchst ehrenvoll und lobenswerth, aber -nur +nicht zu viel verlangen+ und zu viel erwarten! Die Kindesnatur -hat eben ihre Grenzen und ganz dieselben Grenzsteine werden auch nach -tausend Jahren noch stehen. - -Doch zurück zu meinem Büchlein! - -Am Schlusse desselben habe ich ganz kurz angedeutet, wie man etwa zu -verfahren hat, um die vorkommenden Sätze, namentlich die scheinbar sehr -verschlungenen, sprachlich aufzulösen. Mit Absicht aber habe ich alle -weitere Unterweisung über die Behandlung der einzelnen Sprachbilder -unterlassen. Und warum? - - 1) Jedes einzelne Sprachbild sagt ja ganz klar und deutlich, welches - Sprachobject darin vertreten, zu entwickeln und zu veranschaulichen - ist. - - 2) Wer sich daher in einem solchen Artikel nicht =selbst= zurecht - fände und nicht selbst wüßte, auf welche Weise er das darin - vertretene Sprachobject zur Anschauung und zur sprachlichen - Verwerthung zu bringen habe, der möge sich getrost aus der Liste der - Sprachlehrer streichen lassen. - - 3) Um eine solche Anweisung erschöpfend zu behandeln, hätte ich, da - doch jedes einzelne Sprachbild etwas Neues bietet, zu jedem derselben - einen Commentar schreiben müssen. Das aber hätte ein dickes Buch - gegeben und wäre dann kein Buch für die Hand des Schülers mehr - gewesen. - - 4) Dergleichen Unterweisungen, wie ein Lehrstück sprachlich zu - behandeln ist, existiren schon; ich erinnere nur an die „Praktische - Anweisung zum deutschen Sprachunterricht“ von A. Berthelt. -- Wozu - sollte ich Bekanntes und Bewährtes wiederholen? - -Mit Absicht habe ich auch keine +Aufgaben+ für Schüler beigegeben, -weil ich vermeine, daß der ebenfalls kein Lehrer der deutschen Sprache -sein kann, der nicht verstünde, auf Grund der gepflogenen Besprechung -eines solchen Lesestückes seinen Schülern irgend eine darauf bezügliche -Aufgabe für ihren Privatfleiß zu ertheilen. - -Nur bezüglich der Bildung der erweiterten einfachen Sätze folgt zum -Schlusse ein kleiner Wink. - -Daß der bei weitem größte Theil der vorliegenden Sprachbilder auch -Stilstoffe sein und werden können, dürfte sich leicht erkennen lassen. - -Wie Du nun, lieber College, mein Werkchen finden wirst, weiß ich nicht. -Nur um Eins bitte ich Dich: Fälle Dein Urtheil nicht auf Grund eines -blos =flüchtigen= Einblicks. Nein, willst Du über das Büchlein zu -Gericht sitzen, so kürze die Voruntersuchung nicht zu sehr ab. Sieh Dir -es +genau an+, damit Dir ganz klar wird, =was= und =wie= ich es will. -Thust Du das, so hege ich die Hoffnung, daß Du meine Arbeit =praktisch= -erfinden und in dem Büchlein ein Unterrichtsmittel entdecken wirst, das -dem Lehrer und dem Schüler die Arbeit =bequem= und =leicht= macht. Das -aber -- und daraus ist ja kein Hehl zu machen -- ist bei allen meinen -kleinen pädagogischen Schriften meine Hauptabsicht. Wäre sie auch bei -dem gegenwärtigen Büchlein erreicht, würde ich mich freuen und Du -würdest darob nicht böse sein. - -Zu dem Ende aber will ich nun noch als =Kritiker meiner selbst= -auftreten, um Dir die Mühe zu ersparen. - - Nr. 1. „Der Stil ist in einzelnen wenigen Fällen nicht ganz fließend.“ - -=Weiß wohl=, und ich hätte diesen Umstand leicht umgehen können, wenn -mir nicht in Bezug auf die Wahl der Worte und Redetheile die Hände -gebunden gewesen wären und gebunden sein =sollten=. Bei so aus Gründen -gefesselter Hand würde es vielleicht selbst einem „Meister von der -Feder“ nicht möglich gewesen sein, einen ganz vollendeten Stil zu -schaffen. Mit drei Farben läßt sich natürlich kein +solches+ Gemälde -erzeugen, wie es mit zehn Farben möglich wird. - - Nr. 2. „Es ist in einigen allerdings nur seltenen Fällen die eiserne - Consequenz zu vermissen.“ - -=Weiß wohl=, was damit gesagt sein soll. Es kommt nämlich in einzelnen -Fällen vor, daß ich irgend ein Formwörtchen mit in Anwendung gebracht -habe, was, streng genommen, noch nicht auftreten durfte. Ich mußte -indeß zu diesem Mittel greifen, wenn der Stil nicht hart und eckig -werden sollte. Dergleichen Nothfälle aber, die nur ganz vereinzelt zu -finden sind, können ja im Unterrichte mit leichter Mühe ignorirt werden. - - Nr. 3. „Die letzten Wiederholungsnummern der Sprachbilder erscheinen - fast schwülstig.“ - -=Weiß wohl!= Sie sollen auch keineswegs Stilmuster sein, sondern nur -zeigen, wie sehr der einfache Satz ausgedehnt und erweitert werden -kann. Es sind +diese+ Sprachbilder gewissermaßen Knochen, an denen -sich die Geisteszähne der Schüler schärfen sollen. So verschlungen -auch ein solcher Satz für den ersten Augenblick erscheint, ist er -doch immerhin nur ein einfacher, und es ist nicht allzuschwer für den -Schüler, nachdem er alles Vorhergegangene begriffen, das „=Gerippe=“ -herauszuschälen und dasselbe nun selbst wieder mit dem +gegebenen+ -Fleische und Blute nach und nach zu bekleiden. - -Der =zweite Theil= dieses Werkchens, welcher, so Gott will, -nächste Ostern nachfolgen soll, wird den =zusammengezogenen=, den -=zusammengesetzten= und den =gefügten Satz= in ähnlicher Weise -behandeln, wie im ersten Theile der erweiterte einfache Satz behandelt -wurde. - -Hast Du dann, lieber College, wenn Deine Schüler vierzehn Jahre zählen, -auch diesen zweiten Theil mit ihnen durchgearbeitet, kannst Du sie -getrost aus der Volksschule entlassen. Sie haben dann jedenfalls einen -guten Grund gelegt, selbst auch für den Fall, daß der eine oder der -andere sich einen Beruf erwählte, welcher noch ein eigentliches Studium -der deutschen Sprache erheischte. - -Zum Schlusse nur noch ein Wort über die =Einführung= dieser -Sprachbilder. Es liegt im Wesen dieses Sprachbüchelchens, daß es jeder -Schüler selbst zur Hand und vor Augen habe, also selbst besitze. -Obgleich nun der Preis desselben auf das niedrigste gestellt ist, -dürfte doch der oder jener College das Bedenken erheben, daß +seine+ -Schüler nicht im Stande sein würden, es sich anzuschaffen. Dieses -Bedenken mag in vielen Fällen wohlbegründet sein. Ich meine indeß, da, -wo die Eltern gehalten sind, ihren Kindern ein Spruchbuch oder einen -Katechismus, ein Gesangbuch, eine Bibel und wol gar ein Lehrbuch der -französischen und der englischen Sprache zu beschaffen, müßte doch wol -auch die Einführung eines deutschen Sprachbuches zu erzielen sein. -Oder sollte die schöne, theure =Muttersprache= vom Elternhause dieses -kleinen Opfers nicht für werth erachtet werden? Wäre das, dann wäre es -an uns, den betreffenden Vätern und Müttern klar zu legen, welch hohen -Werth eine gute sprachliche Bildung für ihr Kind habe. - -Nun, so nimm es denn hin, lieber College, dieses kleine Werkchen, mit -dem ich -- ich wiederhole es -- Dir und Deinen Schülern wieder eine -Arbeit =leicht= und =bequem= machen wollte. Möge diese meine Arbeit, -die keine leichte war und ist, von Segen für die liebe lernende -Kinderwelt begleitet sein! - - =Franz Wiedemann.= - - - - -Inhalts-Verzeichniß. - - - ~A~. Die Wortarten. - - Hauptwörter. - - Sprachobjecte. Sprachbilder. - - Nr. Seite - - 1. Menschen. Auf der Dresdner Brücke 1 - - 2. Thiere. Beim Onkel auf dem Lande 2 - - 3. Thiere des Waldes. Im Walde 3 - - 4. Sachen. Der Jahrmarkt 4 - - 5. Stoffnamen. Der Wißbegierige 5 - - 6. Mengenamen. Eine Festung im Kriege 7 - - 7. Eigennamen. Schulexamen 8 - - 8. Gedankendinge. Zweierlei Schüler 9 - - 9. Ein- und Mehrzahl. Freund Apfelbaum 10 - - 10. Ohne Mehrzahl. Getäuschte Hoffnungen 11 - - 11. Doppelhauptwörter. Gastfreundschaft 12 - - 12. Nichthauptw. zu Hauptw. erhoben. Eine musterhafte Schülerin 13 - - 13. Wiederholung der Hauptwörter. Belohnter Gehorsam 14 - - Eigenschaftswörter. - - 14. Formen und Gestalten. Formen der Pflanzenwelt 16 - - 15. Abstracte Eigenschaftswörter. Der Frühling 17 - - 16. Zusammengesetzte Eigenschaftsw. Der Geizhals 17 - - 17. Das Eigenschaftsw. vor d. Hauptw. Der wohlthätige Bettler 18 - - 18. Steigerung des - Eigenschaftswortwortes. Ein Gewitter 20 - - 19. Eigenschaftswört. ohne - Steigerung. Ein Begräbniß 21 - - 20. Declination d. Eigensch. - ohne Art. Die beste Apotheke 22 - - 21. Wiederholung der Eigenschaftsw. Ehrlichkeit 24 - - Der Artikel. - - 22. Der bestimmte. Der Abend 25 - - 23. Der unbestimmte. Der Dachs 26 - - 24. Bestimmter u. unbestimmter. Der Liederliche 27 - - 25. Desgleichen. Ein Frühlingsmorgen 27 - - 26. Declination der Artikel. Ehre dem Tapfern 28 - - 27. Desgleichen. Die Rettung 29 - - 28. Wiederholung. Mißgunst 30 - - Das Zahlwort. - - 29. Bestimmte Zahlwörter. Der Würfel 31 - - 30. Ordnungszahlen. Ordnung 32 - - 31. Das unbestimmte Zahlwort. Christbescheerung 33 - - 32. Zahlwörter zu Hauptw. erhoben. Die Feuersbrunst 34 - - 33. Biegung des Zahlwortes. In der Strafanstalt 35 - - 34. Wiederholung des Zahlwortes. Im Kriege 36 - - Das Fürwort. - - 35. Persönliche Fürwörter. Ein Brief 36 - - 36. Besitz anzeigende Fürwörter. Schönheit bringt Gefahr 37 - - 37. Bezügliche Fürwörter. Die Natur 38 - - 38. Hinweisende Fürwörter. Aberglaube 39 - - 39. Fragende Fürwörter. Räthselfragen 40 - - 40. Unbestimmte Fürwörter. Eine schreckliche Zeit 41 - - 41. Wiederholung der Fürwörter. Ein Brief 41 - - Das Zeitwort. - - 42. Bezügliche Zeitwörter. Auf dem Lande 42 - - 43. Unbezügliche Zeitwörter. Nach der Schlacht 44 - - 44. Bezüg. u. unbezüg. gebr. Zeitw. Arbeitsstunde 44 - - 45. Unpersönliche Zeitwörter. Eine Angstnacht 46 - - 46. Abwandlung d. Zeitw. n. d. Pers. Auf dem Spielplatze 47 - - 47. Abwandlung d. Zeitw. n. d. Zeit. Ein Feriengespräch 49 - - 48. Die Aussageweise. Aus einem Tagebuche 50 - - 49. Das Mittelwort der Gegenwart. Ein Sommertag 52 - - 50. „ „ „ Vergangenheit. Unter dem Kreuze 52 - - 51. „ „ „ Zukunft. Ein Stück Kriegsarbeit 53 - - 52. Leideform. Das Brod 54 - - 53. Wiederholung d. Formen d. Zeitw. Die Berufswahl 55 - - 54. Das Hilfszeitwort. Ein Zwist 57 - - Die Umstandswörter. - - 55. Umstandswörter des Ortes. Die Verirrten 58 - - 56. „ der Zeit. Ein Brief 59 - - 57. Desgleichen. Der tolle Reiter 60 - - 58. Umstandswörter der Weise. Am Bache 61 - - 59. „ „ Stärke. Der Geizhals 62 - - 60. „ „ Aussagew. Die Landbewohner 63 - - 61. „ „ Frage. Die Staare 64 - - 62. Wiederholung d. Umstandswörter. Eine Wanderschaft 66 - - Das Verhältnißwort. - - 63. Verhältnißwörter des Ortes. Das Vaterhaus 67 - - 64. „ der Zeit. Vor Paris 69 - - 65. „ „ Weise. Die Rückkehr der Helden 69 - - 66. „ des Grundes. Joachim 70 - - 67. Wiederholung der Verhältnißw. Die Mühle 71 - - Das Bindewort. - - 68. Zusammenstellende Bindewörter. Ungleiche Brüder 72 - - 69. Entgegenstellende „ Die goldene Freiheit 74 - - 70. Begründende „ Amerika 75 - - 71. Wiederholung der „ Treue Freundschaft 77 - - Das Empfindungswort. - - 72. Empfindungswörter. Ein Spaziergang 78 - - - ~B.~ Satzlehre. - - ~A.~ Der reine einfache Satz. - - - 73. Alle Satzarten. Das Gewitter 80 - - 74. Desgleichen. Ursache und Folge 80 - - 75. Was das Subject sein kann. Das Pferd 81 - - 76. Was das Prädicat sein kann. Gott 82 - - 77. Desgleichen. Die Rose 82 - - - ~B.~ Der erweiterte einfache Satz. - - ~a~) Erweiterung des Subjects. - - 78. Beifügung vor dem Subject. Das kranke Kind 82 - - 79. „ nach „ „ Berlin 84 - - 80. Die Beifügung ein Zeitwort in Peter 84 - reiner Form. - - 81. Beifüg. vor und nach dem Subj. Weihnacht 85 - - 82. Zwei Beifüg. vor dem Subj. Zigeunerkinder 86 - - 83. Eine Doppelbeifüg. nach d. Subj. Das Grab der Mutter 87 - - 84. Zwei Doppelbeif. nach d. Subj. Dämmerung 88 - - 85. Alle Arten einfacher Beifügungen. Der Schneemann 89 - - 86. Alle möglichen Beifüg. vor und Der junge Storch 89 - nach dem Subject. - - ~b~) Erweiterung des Prädicats. - - 87. Das Präd. ein Hauptw. m. Beif. Wilhelm 91 - - 88. „ „ „ „ mit mehreren Der Affe 91 - Beifügungen. - - 89. Alle mögl. Erw. d. Subj. u. Präd. Hochmuth 92 - - Ergänzungen. - - 1) Des Zeitwortes. - - ~a~) Einfache Ergänzungen. - - 90. Im ersten Falle. Der Schmetterling 93 - - 91. Im zweiten Falle. Ohne Glauben 93 - - 92. „ dritten „ Der echte Christ 93 - - 93. „ vierten „ Jakob 94 - - 94. Rückbezügliche Zeitwörter. Vierter Der Lügner 95 - Fall. - - 95. Alle vier Fälle. Der Verschwender 95 - - 96. Ergänzung durch Hauptwörter König und Volk 96 - mit Verhältnißwörtern. - - 97. Die Ergänzung ein Zeitwort in Im Sturme 97 - reiner Form. - - 98. Einfache Ergänzung. Alle vier Die Wahrheit 97 - Fälle. - - 99. Wiederholung aller Ergänzungen Die Eisenbahn 97 - mit Verhältnißwörtern. - - 100. Hauptwiederholung. Der Geburtstag 98 - - ~b~) Doppelte Ergänzung. - - 101. Vierter und zweiter Fall. Der Thierquäler 99 - - 102. Vierter und dritter Fall. Oskar 99 - - 103. Vierter und zweiter Fall. Eine Verirrung 100 - - 104. Vierter und vierter Fall. Bestrafte Eitelkeit 100 - - 105. Dritter und vierter Fall. Großmuth 101 - - 106. Wiederholung der Doppelergänz. Der Geiz 102 - - 107. Fortsetzung. Michel 102 - - 108. Alle Beifügungen und Ergänzungen. Eine Jubelfeier 103 - Hauptwiederholung. - - 2) Des Eigenschaftswortes. - - 109. Im zweiten Fall. Judas 104 - - 110. Im dritten Fall. Strenge Zucht 105 - - 111. Im vierten Fall. Die alte Linde 106 - - 112. Durch ein Verhältnißwort. Der Knochen 106 - - 113. Wiederholung. Der Löwenbändiger 107 - - 114. Hauptwiederh. Beif. Ergänzung. Der Dieb 108 - - Der Umstand des Ortes. - - 115. Wo? Umstands- u. Verhältnißw. Eine Stätte der Armuth 109 - - 116. Wohin? „ „ „ Sturax 110 - - 117. Woher? „ „ „ Treibjagd 111 - - 118. Wiederholung. Wo? Wohin? Die Elbe 111 - Woher? - - 119. Fortsetzung. Die Luft 112 - - 120. Hauptwiederh. Subj. Prädic. Die neue Gutsherrschaft 113 - Ergänz. Ortsbest. - - Der Umstand der Zeit. - - 121. Wann? (Umstands- und - Verhältnißwörter.) Ein Brief 114 - - 122. Wie lange? Seit wann? (Umstands- Der Gemsjäger 115 - u. Verhältnißw.) - - 123. Wie oft? (Umstands- und - Verhältnißw.) Ein alter Krieger 116 - - 124. Wiederholung. Moses 117 - - 125. Hauptwiederholung. Ergänzung. Jäger und Müller 118 - Ort. Zeit. - - Der Umstand der Weise. - - 126. Alle Fälle. Mißgeschick 120 - - 127. Desgleichen. Ein Stier 121 - - 128. Hauptw. Beif. Zeit. Ort. Weise. Schulprüfung 122 - Erg. - - Der Umstand des Grundes. - - 129. Ursache oder Sachgrund. Unverstand 124 - - 130. Beweggrund. Lohn der Wißbegierde 124 - - 131. Erkenntnißgrund. Der tolle Hund 125 - - 132. Zweck und Stoff. Jahrmarktsgeschenke 125 - - 133. Wiederholung. Heuchler 126 - - 134. Wiederholung. Der Wagehals 126 - - 135. Hauptw. Beifüg. Zeit. Ort. Ein Bombardement 127 - Weise. Grund. Ergänz. - - 136. Hauptw. Beif. Ergänz. Zeit. Zu Weihnacht 129 - Ort. Weise. Grund. Stoff. - - 137. Hauptw. Beif. Erg. Zeit. Ort. Ein trauriges Ende 131 - Weise. Grund. Zahl. Stoff. - - 138. Hauptw. Beif. Ergänz. Zeit. Luxus 131 - Ort. Weise. Grund. Zahl. - Stoff. - - Die Aussageweise. - - 139. Wirklich. Möglich. Nothwendig. Der Mensch 133 - - Wortfolge. - - 140. Gerade, umgekehrte. Die Rose 134 - - 141. Desgleichen. Wiegenbau 134 - - Vom einfachsten bis zum erweitertsten einfachen Satze. - - 142. Hauptwiederholung. Verschiedene Sätze 135 - - Fragen nach den einzelnen Satztheilen. - - 143. Uebersicht. Fragen nach den Satztheilen 142 - - 144. Praktische Anwendung dies. Frag. Für die Friedenszeit 143 - - Anhang. - - 145. Bilde Sätze auf folgende Fragen. Eine Art von Aufgaben 149 - - - - -~A.~ Die Wortarten. - - -Hauptwörter. - - -1. Auf der Dresdner Brücke. - -(Menschen.) - -+Otto+ war zum ersten Male in der Residenzstadt Dresden gewesen. -Als er wieder nach Hause kam, saßen +Vater+ und +Mutter+ und seine -+Geschwister+, +Emil+, +Bertha+ und +Louise+, eben beim Abendbrode. Da -mußte denn nun der kleine +Reisende+ sogleich erzählen, was er alles -gesehen habe. - -„Ganz besondere Freude“, erzählte Otto unter Anderem, „hat +mir+ ein -Gang über die große, alte Elbbrücke gemacht. Nein, was man da doch -binnen weniger Minuten für eine Menge Menschen sieht! Hier rasselt -ein schöner, herrschaftlicher Wagen dahin, einen Kutscher und einen -Bedienten auf dem Bocke. Darin sitzt ein feiner Herr oder auch eine -vornehme Dame, zuweilen auch nur eine Kinderfrau oder eine Amme -mit den Kindern eines Grafen oder eines Barons. Dort zieht eine -Bauerfrau mit ihrer Tochter oder Magd einen Milchwagen. Hier knallt -ein Droschkenkutscher auf seinen müden Gaul; dort bläst ein Postillon -in sein Horn. Botenfrauen, Köchinnen, Dienstmänner und Dienstmädchen -schleppen schwere Körbe und Paquete auf ihren Schultern dahin. -Briefboten und Polizeidiener eilen hinüber und herüber. Greise und -Kinder, Männer und Frauen, Fremde und Einheimische, reiche Leute und -Bettler ziehen in buntem Gemisch dahin. Besonders viel Soldaten sind -mir begegnet. Ich sah Generäle, Hauptleute, Feldwebel, Tamboure, -Signalisten und Fahnenträger. Auch Schützen, Jäger, Grenadiere, -Gardisten, Ulanen und Dragoner gingen an mir vorüber. Sogar der König -mit der ältesten Prinzessin kam gefahren. Ein Vorreiter bahnte ihm den -Weg und zwei Lakaien standen hinten auf seinem Wagen. Natürlich zogen -alle Leute, vom reichsten Kaufmanne bis zum ärmsten Schusterjungen -herab, die Hüte und Mützen, als der Landesvater vorüberfuhr. - -Gewiß waren es an fünfhundert Personen, die ich auf diesem einzigen -Gange über die Brücke gesehen habe.“ - - -2. Beim Onkel auf dem Lande. - -(Thiere.) - -Robert war einen Tag auf dem Lande gewesen. Er hatte seinen Onkel -besucht, der eine große Oekonomie besaß. - -Als Robert am Abende nach Hause kam, sagte er zu seinen Geschwistern: -„Heute habe ich aber so viel verschiedene +Thiere+ gesehen, wie noch -nie.“ - -„Nun, so erzähle uns doch“, baten die Geschwister, „was Du für Thiere -gesehen hast.“ - -„Als ich an des Onkels Haus kam“, begann hierauf Robert, „bellten mich -ein schwarzer +Pudel+ und ein +Affenpinscher+ an. In dem Hausflur -kauerte eine graue Katze und verzehrte eben eine Maus, die fast so -groß war, wie eine Ratte. Ich trat in die Stube ein. Hier saß ein -Rothkehlchen auf dem Spiegelrahmen und verspeiste eine Fliege. Am -Fenster hing ein großer Käfig, in welchem ein Zeisig, ein Stieglitz -und ein Canarienvogel auf- und abhüpften. Unter dem Ofen spielte ein -Meerschweinchen mit einem jungen Hunde. - -Aber nun erst auf dem Hofe! Hier führte ein Hahn seine Hühner -spazieren. Dort lockte eine alte Henne ihre Küchlein herbei, weil sie -ein Würmchen gefunden hatte. Vor der Scheune stolzirte ein Pfau auf -und ab. Ein schwarzer Truthahn zankte sich mit einem alten Gänseriche -um ein Stückchen Brodrinde. Ein ganzes Heer Enten und Gänse watschelte -zum Thore hinaus, dem nahen Teiche zu, wahrscheinlich, um dort Frösche, -Eidechsen und kleine Fische zu fangen. Auf den Dächern zwitscherten -Schwalben und Sperlinge um das Nest eines Storches. Nicht weit davon -saßen eine Menge Tauben und spähten ängstlich in die Luft hinaus, ob -sich etwa ein Falke oder Stößer oder ein andrer Raubvogel sehen lasse. -Vor der Elster, die im Hofe umherhüpfte, schienen sie sich nicht zu -fürchten. - -Sogar im Wassertroge gab es Thiere. Hier schwammen Karpfen, Hechte, -Aale und Schleien und auf dem Grunde krochen Krebse. - -Im Pferdestalle standen zwei Schimmel, ein Fuchs und ein Rappe. Unter -ihnen herum hüpften weiße und schwarze Kaninchen. Der Esel war nicht zu -Hause, sondern in der Mühle. - -Besondere Freude machte mir der Kuhstall. Hier brummte mich ein großer -Ochse ganz mürrisch an. Gegen zwanzig Kühe fraßen eben ihr Heu. -Zwischen ihnen lagen einige Kälber. Neben der Thür meckerten zwei -Ziegenböcke und aus einem Winkel hervor grunzte ein altes Schwein mit -sieben Ferkeln. - -Alle diese Thiere sah ich an einem Tage und sie haben mir sehr viel -Vergnügen bereitet.“ - - -3. Im Walde. - -(Thiere des Waldes.) - -Welch ein fröhliches Leben ist doch im Frühlinge unter den +Thieren+ -des Waldes! Tausende von +Würmern+ und +Käfern+ kriechen unter dem -Moose hervor. Große und kleine +Ameisen+ laufen an den Baumstämmen -hinauf. Bunte Schmetterlinge flattern von einem Haideblümchen zum -andern. Die Eidechsen, Blindschleichen und Ottern erwachen und -schlüpfen auf dem Boden dahin. In dem Gebüsche ertönen die Lieder der -Nachtigall, Grasmücke, Meise und des Rothkehlchens. Auf den Gipfeln der -Fichten und Tannen schlägt der Finke, pfeifen Amsel und Drossel, girrt -die wilde Taube. Mitten hindurch ruft der Kukuk seinen Namen in die -Welt hinein. - -Hier hüpft ein Häslein schnell vorüber, weil es einen Fuchs wittert. -Dort nagt ein Reh an einer jungen Birke. Zuweilen tritt auch wol ein -Hirsch aus dem Dickicht hervor. - -Ueber dem Waldbächlein spielen die Mücken und schweben die glänzenden -Libellen. Blickt man in die klaren Wellen hinein, sieht man Schmerlen -und Forellen in lustigem Tanze. An dem feuchten Ufer kriecht hier und -da eine Schnecke und an dem Erlengebüsche blitzen goldene Laubkäfer im -Sonnenscheine. - -Was für ein Leben mag nun erst in den Wäldern der heißen Länder sein, -wo die Löwen, Tiger, Panther und Leoparden brüllen, die Elephanten auf -den Lichtungen grasen, Paviane, Schimpansen, Brüllaffen, Uistitis und -Meerkatzen auf den schlanken Palmen sich wiegen, Papageien und Kakadus -kreischen und riesige Schlangen auf Beute lauern. - - -4. Der Jahrmarkt. - -(Sachen.) - -Welch ein buntes Leben ist doch auf einem Jahrmarkte! Man hat nicht -+Augen+ genug, um all die Dinge, die hier zum Verkaufe ausgestellt -sind, zu sehen. Links und rechts auf den +Straßen+ und +Plätzen+ -stehen lange +Reihen+ von Buden und Tischen. In der einen dieser -kleinen Kaufhallen erblickt man z. B. Blechwaaren. Da gibt es Löffel, -Reibeisen, Gießkannen, Lampen, Kohlenkästen und Leuchter. In einer -andern sind Glasgegenstände ausgestellt. Da sieht man Gläser, -Flaschen, Teller, Tintenfäßchen, Leuchter, Vasen und Perlen. - -Hier steht eine Bude mit Drechslerarbeiten, als: Spazierstöcke, -Tabakspfeifen, Zwirnweifen, Ellen, Zollstäbe, Dosen, Knöpfe u. dergl. -An einem langen Tische verkauft ein Mann Streichhölzchen, Schwamm, -Räucherkerzchen, Fleckseife, Putzpulver und Wetzsteine. In einem -Hausflur hängen fertige Röcke mit Sammetkragen und blanken Knöpfen, -Westen mit Schnüren, Hosen mit Borte, Ueberzieher, Hüte und Mützen. - -Dort an der Straßenecke ruft ein Mann: „Kauft Tücher, Bänder, Spitzen, -Cravatten und Handschuhe!“ Dicht neben dem Brunnen auf dem Markte -befindet sich eine große Bude mit Galanteriewaaren. Da gibt es -Geldbörsen, Broschen, Uhrketten, Tuchnadeln, Puppen, Porzellanköpfe, -Taschenspiegel, Fingerhüte, Nadelbüchsen, Bleistifte, Schiefertafeln, -Gummibälle u. s. w. - -Und welche Menge von Gegenständen hat nun erst die Spielwaarenhandlung -dort drüben an ihr Fenster gestellt: Zappelmänner, Baukästen, -Armbrüste, Reifen, Drachen, Springseile, Trommeln, Flinten, Kanonen, -Säbel, sogar eine Festung und ein Theater sind daselbst zu sehen. - -Wie gern möchte man sich dies und jenes Spielzeug kaufen, wenn man nur -Geld dazu hätte! - - -5. Der Wißbegierige. - -(Stoffnamen.) - -Arthur war zwar noch ein kleiner, aber schon sehr lernbegieriger Knabe. -So oft er mit seinem Vater spazieren ging, mußte ihm dieser fortwährend -Fragen beantworten. Da wollte Arthur wissen, wie die Dinge, die er sah, -hießen; woraus und von wem sie gefertigt und wozu sie da wären. - -Eines Tages gingen Vater und Sohn auch spazieren. Unterwegs fragte -Arthur: „Vater, woraus sind denn die Häuser gebaut?“ - -„Die Mauern“, erwiderte der Vater, „sind aus +Stein+, +Sand+, -+Lehm+, +Kalk+ und +Mörtel+ erbaut; das Dach, die Thüren, die Dielen -und Fensterrahmen sind aus +Holz+, die Schlösser aus +Eisen+, die -Dachrinnen aus +Blech+ und die Fensterscheiben aus +Glas+ gefertigt.“ - -Bald darauf kamen sie an dem Fenster eines Geldwechslers vorüber. Hier -standen eine Menge Münzen zu Schau ausgestellt. „Woraus wird denn das -Geld gemacht?“ fragte Arthur schnell. - -„Die Pfennige, Dreier und Fünfpfenniger“, sagte der Vater, „werden aus -Kupfer, die Groschen und Thaler aus Silber, die Dukaten aus Gold und -die Kassenbillets aus Papier gefertigt.“ - -Später wollte Arthur wissen, woraus denn eigentlich die verschiedenen -Kleidungsstücke gearbeitet würden. „O“, belehrte der Vater, „da gibt es -der Stoffe eine große Zahl. Deine Mütze z. B. ist aus Tuch gefertigt, -das Tuch aber wird aus Schafwolle gearbeitet. Dein Halstuch ist aus -Seide gewebt. Deine Jacke besteht aus Leinwand, diese aber wird aus -Flachs gewonnen. Die Knöpfe auf Deiner Jacke sind aus Horn, die an der -Weste aus Perlmutter und die an den Hosen aus Zinn hergestellt. Die -Schnalle an Deinem Gürtel ist aus Stahl geformt. Deine Stiefel hat -der Schuhmacher aus Leder gefertigt; natürlich brauchte er noch Pech, -Schwärze, Wachs, Wichse und Hanf zum Schuhdraht dazu. Deine Strümpfe -wurden aus Garn gestrickt; das Garn aber besteht aus Baumwolle.“ - -Zuletzt fragte Arthur auch noch, woraus denn der Mensch bestehe und -woraus er geworden sei. „Der menschliche Körper“, erwiderte der Vater, -„besteht aus Fleisch und Blut, aus Fett und Schleim, aus Knochen, -Knorpel und Mark; geschaffen aber hat ihn der liebe Gott aus Erde, wie -Du in der Bibel lesen kannst.“ - - -6. Eine Festung im Kriege. - -(Mengenamen.) - -Mitten in einem großen +Flußgebiete+ lag eine ziemlich starke Festung. -An ihrer nördlichen Seite zog sich ein bedeutendes +Gebirge+ hin, sodaß -die +Besatzung+ von hier aus keinen Angriff zu befürchten hatte. Die -Festung war in Vertheidigungsstand gesetzt worden. Der Wald ringsum -lag gefällt, selbst das kleinste Gestrüpp hatte weichen müssen. -Das Gemäuer, auf dem früher Gras wuchs, erblickte man ausgebessert -und verstärkt. Das Gebälk der Festungsbrücke hatte man in die Luft -gesprengt. - -Da sich in der Stadt selbst viel Reichthum vorfand, konnte sich die -Einwohnerschaft reichlich mit Vorräthen versehen. Es fehlte nirgends -an Brod, Mehl, Salz und Gemüse. Sogar Wild, Geflügel und gesalzenes -Fleisch war im Ueberflusse vorhanden. Auch an gutem Wasser konnte -nicht leicht Mangel eintreten. Ebenso gut hatte sich das Heer, welches -die Besatzung der Festung bildete, versehen. Für die Mannschaft -lagen Lebensmittel und für das Vieh Heu, Hafer und Stroh in Menge -aufgespeichert. - -So glaubte man nun ruhig dem Feinde ins Auge sehen zu können. Ja, die -Soldaten konnten den feindlichen Angriff kaum erwarten, denn sie waren -von heißem Geblüt. - -Endlich rückte die Schaar der Gegner an und die Beschießung begann. Die -Nationen von fast ganz Europa richteten ihre Blicke auf diesen Kampf, -während dessen die Bevölkerung der Festungsstadt sehr viele Verluste zu -erleiden hatte. - -Nach mehrwöchentlicher Belagerung entschied sich das Schicksal der -Festung. Die feindlichen Geschosse legten ihre Wälle, Mauern und andere -Befestigungen in Trümmer. Darauf folgte ein Sturmangriff und die -Festung war verloren. Das Blut floß in Strömen. Durch das furchtbare -Getöse des Kampfes drang das Gewimmer und das Gestöhne der Verwundeten. - -Einen schrecklichen Anblick boten die Verwüstungen in der Stadt. -Die schöne, große Bibliothek und die herrliche Bildergallerie waren -verbrannt und die Heiligthümer der Kirchen durch die Geschosse -zerstört. Mit Thränen in den Augen stand das Volk an den Trümmern -seiner Habe, die zu einem großen Theile in Asche lag. - - -7. Schulexamen. - -(Eigennamen.) - -„Ei, +Emilie+“, rief +Bernhard+ seiner Schwester zu, als er aus -der Schule kam, „heute hieß es aber aufpassen. Unser Lehrer, Herr -+Schmelzer+, wollte nämlich einmal sehen, ob wir von dem, was er uns -gelehrt und erzählt habe, noch recht viel wüßten. Und so richtete er -denn an einen jeden von uns eine Frage.“ - -Franz Dunker mußte die Geschichte von dem Moses, Hans Weinlich die vom -Goliath und Emil Heinz die vom Daniel erzählen. Julius Bär mußte sagen, -wann Luther, August der Starke und Napoleon I. geboren wären. - -Heinrich Tümmler mußte angeben, wo Sachsen, Baiern, Würtemberg, Preußen -und China lägen. - -Wilhelm Borisch mußte die Einwohnerzahl von Paris, Wien, London, Berlin -und Dresden nennen. - -Alexander Miersch sollte sagen, wo man die Schlösser Wesenstein und -Scharfenstein und die Dörfer Machern, Kesselsdorf und Hochkirch zu -suchen habe. Er wußte es aber nicht. - -Julius Neubert bekam die Frage, wie hoch der Brenner, der Simplon, der -Schafberg, die Lausche und der Borsberg seien. - -Theodor Wenzel hatte anzugeben, wo der Rhein, die Donau, die Weser und -die Spree entspringen. - -Der kleine Felix Brendel erhielt die leichteste Aufgabe. Er mußte -Eigennamen von Hunden, Katzen, Pferden und Kühen angeben. Da sagte er -denn, daß die Hunde Karo, Ammi, Schnacksel, Bello, Leo, Waldmann u. -dergl. hießen; daß manche Katzen den Namen Peter, Schnurr oder Michel -führten; daß man Pferde mit Rosa, Pollux, Hektor u. dergl. bename und -einzelne Kühe Musel, Schecke, Brummkatharine, Mummel, „Stallmeister -u. s. w. gerufen würden.“ - - -8. Zweierlei Schüler. - -(Gedankendinge.) - -Emil war ein sehr braver Schüler. Er liebte die +Pünktlichkeit+ -und +Reinlichkeit+. Während des +Unterrichts+ zeigte er die größte -+Aufmerksamkeit+, um alles Gehörte im +Gedächtnisse+ zu behalten. Wurde -er gefragt, so gab er seine Antworten mit Ueberlegung und Anstand. -Seine Schularbeiten fertigte er zu jeder Zeit mit Fleiß, Sorgfalt und -der möglichsten Sauberkeit. Ueber jeden seiner Fortschritte bezeigte er -Freude. Der leiseste Tadel bereitete ihm Schmerz. - -Was aber trieb ihn zur Erfüllung seiner Pflichten? Die Liebe zu seinem -Lehrer, die Dankbarkeit gegen seine Eltern und der Gedanke, daß -Kindheit und Jugend schnell vergehen und daß man daher jede Gelegenheit -benutzen müsse, sich Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen. - -Ganz anders dagegen zeigte sich Bernhard. Er ging mit Unwillen und -Verdruß in die Schule. Auf dem Schulwege trieb er allerhand Unarten und -Dummheiten, ja sogar Rohheiten. Obgleich er sich dadurch oft Verweise, -Züchtigungen, Schimpf und Schande zuzog, zeigte er doch keine Besserung. - -Auch in der Schule selbst ließ er sich viele Fehler und Vergehungen -zu Schulden kommen. Plaudereien, Neckereien und Kaupeleien waren -seine Lieblingsbeschäftigung. In seinen Gesichtszügen lagen List, -Verschmitztheit und Tücke. Kam eine Bestrafung vor, so leuchteten aus -seinen Augen Schadenfreude, Hohn und Spott. - -Das Lesen, Schreiben und Rechnen war ihm eine Last. Ueberhaupt betrieb -er alles Lernen mit Nachlässigkeit und Flüchtigkeit. So konnte es -denn auch nicht fehlen, daß er wegen Faulheit und Liederlichkeit -heruntergesetzt und endlich der Letzte in der Klasse wurde. Aber auch -das bereitete ihm weder Kummer, noch weckte es Reue in ihm. Er blieb -für den Lehrer eine Plage und seinen Eltern ein Kind der Sorge und des -Herzeleids. - - -9. Freund Apfelbaum. - -(Ein- und Mehrzahl.) - -Im +Garten+ stand ein +Apfelbaum+. Er war der stärkste und höchste -unter allen +Bäumen+ in den +Gärten+ ringsumher. Seine +Aeste+ und -+Zweige+ breiteten sich weit aus und an jedem +Aste+ hingen große, -süße +Aepfel+. Sie waren so groß, daß sich ein Kind an einem einzigen -solchen Apfel satt essen konnte. Deshalb waren denn auch die Kinder oft -um ihn herum. Zuweilen legten sie sogar Hand an seinen Stamm, um ihn zu -rütteln, damit eine Frucht herabfallen solle. Solche starke Stämme aber -lassen sich nicht von so schwachen Händen bewegen. - -Eines Tages saß Hermine auch unter dem schattigen Dache des alten -Freundes und hatte einen großen Korb mit verschiedenem Spielzeuge vor -sich. In einem kleinen Kasten lagen bunte Papierstreifen. Aus diesen -flocht sie niedliche Körbchen. Da nun jeder Streif eine andere Farbe -hatte, gaben diese verschiedenen Farben dem Körbchen ein schönes -Aussehen. In andern Kästen befanden sich Perlen, Würfel, Buntstifte u. -dergl. - -Jetzt nahm Hermine einen Faden und reihte Perle um Perle daran. Als -zwei Fäden gefüllt waren, band sie dieselben um ihren Hals. Darauf -ergriff sie einen Buntstift und zeichnete einen Würfel mit seinen -Kanten, Flächen und Punkten. - -Nachdem sie eine Stunde gespielt hatte, zog sie Bücher aus dem Korbe -hervor und las. In dem einen Buche standen mehrere Geschichten mit -bunten Bildern, das andere enthielt blos eine Geschichte mit einem -Bilde. Indem aber Hermine las, fiel ein großer Apfel herab und gerade -auf das Buch, sodaß zwei Blätter beschädigt wurden. Das eine Blatt war -mittendurch gerissen. Hermine erschrak, lachte aber bald darauf und -sagte: „Ei, ei, alter Freund! Wie kannst du mich so erschrecken? Das -sind mir schöne Freunde, die Einen mit Aepfeln bewerfen.“ - - -10. Getäuschte Hoffnungen. - -(Ohne Mehrzahl.) - -Mitten in einem Urwalde +Amerikas+ stand eine dürftige Hütte, aus -brauner +Erde+, +Lehm+ und +Kalk+ erbaut. Das +Gebälk+ war grob -gezimmert. Da durch die kleinen Fenster wenig Licht eindrang, lag in -dem niedern Wohnzimmer ein tiefes Dunkel, das bei trübem Wetter sogar -zur Finsterniß wurde. Auf den Dielen erblickte man etwas Heu und -Stroh, auf welchem die Bewohner, welche deutsche Einwanderer waren, -ihre Nachtruhe hielten. Die Beschaffenheit der Nahrung der armen -Leute grenzte an Dürftigkeit. Wasser war ihr einziger Trunk, wenn -sie der Durst quälte. Milch und Kaffee bekamen sie nie zu Gesicht. -Im Sommer litten sie viel durch die große Wärme, die sich bis zur -fürchterlichsten Hitze steigerte. Im Winter trat die Kälte mit großer -Strenge und Ausdauer auf, führte viel Schnee und Eis herbei und fügte -ihnen viel Leid zu. - -Die guten Leute hatten Deutschland, ihre Heimat, verlassen, um in -Amerika ihr Glück zu machen. Sie hofften hier Gold und Silber zu -finden, fanden aber nicht einmal Zinn und Blei. Das Eigenthum, das sie -an baarem Gelde mitgebracht hatten, war bereits zu ihrem Unterhalte -verbraucht. So trat zuletzt Hunger und Kummer, Noth und Elend an sie -heran. - -Mit Reue dachten sie an ihre Vergangenheit und an ihr einstiges -Vaterland zurück, wo sie ein Leben in Wohlsein und ohne alle Trübsal -geführt hatten. Die Sehnsucht nach dem alten Daheim ergriff sie, aber -es fehlte ihnen am Besten, die Rückreise anzutreten. So sanken die -armen Deutschen immer tiefer ins Unglück. Nirgends fanden sie Trost und -Beistand. Sie mußten in ihrem kümmerlichen Dasein ausharren, bis sie -der Tod von allem Jammer erlöste. - - -11. Gastfreundschaft. - -(Doppelhauptwörter.) - -An einem einsamen +Waldrande+ lag eine +Köhlerhütte+. Das niedere -+Strohdach+ war vom +Sturmwinde+ zerzaust und bedurfte der -Ausbesserung. Wo aber sollte der arme +Waldarbeiter+ +Dachstroh+ -hernehmen? Sein +Tagelohn+ langte kaum zur Morgensuppe, zur -Mittagsmahlzeit und zum Abendbrode für sich und seine Kinderschaar. -Auch die dünnen Lehmwände der Köhlerwohnung zeigten Zerstörungsspuren. -Regengüsse und Hagelwetter hatten sie gepeitscht, den Kalkbewurf -abgespült und das Lehmwerk durchlöchert, sodaß zur Winterszeit die -rauhen Nordweststürme ungehindert hindurchpfeifen konnten. Ein -Hausthürverschluß war nicht mehr möglich, denn die Thürschloßfeder war -zersprungen. Die Fensterscheiben vertrat hier und da ein Streifen von -Kaffeedütenpapier oder ein Volkskalenderblatt. - -An einem Herbstabende saß die Köhlerfamilie um den schmalen Holztisch -und verzehrte ihre Abendmahlzeit. Da trat plötzlich ein vornehmer -Jägersmann, einen schmucken Filzhut mit einer Birkhuhnfeder auf dem -Kopfe, einen Hirschfänger mit Perlmuttergriff, ein Pulverhorn mit -Silberquaste an der Seite und eine Schrotflinte auf dem Rücken, ein. Er -erklärte, daß er von seinem Jagdgefolge abgekommen, auf verschiedene -Kreuzwege gerathen sei und so sammt seinem Dachshunde und Windspiele -den Hauptwaldpfad verloren habe. Schließlich bat der Waidmann um -ein Nachtquartier und sei es auch nur ein Dachkammerraum mit einem -Strohlager. - -Die braven Köhlereheleute erklärten sich zu diesem Liebesdienste gern -bereit und luden den vornehmen Stadtherrn ein, wenn er Hunger habe, mit -ihnen Kartoffelsuppe und Butterbrodschnitte nebst Quarkkäse zu essen. -Der Jägersmann dankte, da er kein Magenbedürfniß verspüre. - -Während ihm nun das Nachtlager auf der breiten Ofenbank bereitet -wurde, unterhielt er sich in scherzhafter Weise mit dem -Kinderkreise. Er gab den Knaben Buchstabenräthsel und recht lange -Hauptwörter zum Nachsprechen auf, um ihre Zungenfertigkeit und -Sprachgewandtheit auf die Probe zu stellen. So mußten sie z. B. -die Riesenhauptwörter nachsprechen: Dudelsackpfeifenmachergeselle, -Schornsteinfegerknabenwassersuppentellerrand, -Pulvermühlennachtwächterseitengewehrscheidenspitzenknopf. - -Den Kindern machte diese Zungenarbeit viel Spaß. Als das Ofenbanklager -fertig war, begaben sich der Fremde und auch die Köhlerfamilie zur -Ruhe. Wie sehr aber erschrak und erstaunte der alte Hausvater am andern -Morgen, als ihm der Nachtgast mit Sonnenaufgang fünf Kronenthaler in -die harte Arbeitshand drückte und ihm beim Abschiedsgruße sagte, daß er -dem +Kronprinzen+ Gastfreundschaft gewährt habe. - - -12. Eine musterhafte Schülerin. - -(Nichthauptwörter zu Hauptwörtern erhoben.) - -Die reiche Kaufmannstochter Mathilde war ein Muster einer Schülerin. -Das +Aufmerken+ und +Lernen+ gewährte ihr einen Genuß. Das +Lesen+ -hatte sie in drei Monaten erlernt. Auch das +Schreiben+ hatte sie -leicht begriffen, nur das kleine Err und das Eszett machten ihr -Schwierigkeiten. Im Rechnen erwarb sie sich stets die erste Censur. -Ebenso geschickt stellte sich Mathilde zum Zeichnen, Singen, -Clavierspielen, Häkeln, Stricken, Sticken und Turnen an. Sie liebte -alles Gute, Schöne und Nützliche und ihr Streben und Ringen darnach -trug die schönsten Früchte. - -Auch das Wunderbare und Erhabene der Natur beobachtete sie gern und -oft. Das Großartige und Erhebende des Sternenhimmels erfüllte sie -mit frommem Staunen. Nicht minder freute sie sich über das Niedliche -und Zierliche der kleinen Blumen. Deshalb liebte sie auch das Freie, -namentlich in seiner Morgenfrische. Das liebliche Grün und die traute -Stille des Waldes machten ihr denselben zu einem Lieblingsaufenthalte. - -So blieb ihr ganzes Denken und Fühlen auf das Edle gerichtet und -deshalb schlug das Fromme und Gottesfürchtige immer tiefere Wurzel in -ihrem Gemüthe. - -Dieses fromme Empfinden erkannte man auch aus allen ihren stilistischen -Arbeiten, in denen sie ebenfalls Vorzügliches leistete. Darin standen -kein Und und kein Aber am falschen Platze und kein Satz enthielt irgend -etwas Unrichtiges oder Ueberflüssiges. - -Kurz, Mathilde war und blieb die Beste und Ausgezeichnetste ihrer -Schule und dieses Brave und Gediegene bewahrte sie sich zu ihrem Glücke -ihr Lebelang. - - -13. Belohnter Gehorsam. - -(Wiederholung der Hauptwörter.) - -Im lieben Sachsenlande liegt dicht an der Grenze von Böhmen ein -Dörfchen mit Namen Wernsgrün. Am Ende desselben stand ein Hüttlein mit -Strohdach und winzig kleinen Fenstern. Durch die schmalen, bleichen -Scheiben konnte kaum ein Sonnenstrahl hindurchdringen. - -In dieser Hütte wohnte der alte Kilian mit seinen beiden Kindern. Die -Kinder hießen August und Ernst. August zählte sieben Lebensjahre, Ernst -dagegen hatte zehn Sommer hinter sich. Ihre Kleidung bestand in Kitteln -aus grober Leinwand. - -Eines Tages saßen beide Brüder vor der Thür und spielten mit Sand, -einigen Stäbchen Holz und drei Soldaten aus Zinn. Bald aber hatte Ernst -das Spielen satt und sagte zu seinem Bruder: „Komm, laß uns ins Grüne -gehen. Dort werden wir mehr Vergnügen finden.“ - -Der Jüngere gab seine Zustimmung. Kaum aber hatten sie am grünen Ufer -des Wiesenbaches ihren Zeitvertreib begonnen, rief sie der Vater in das -Haus zurück. Sie sollten jetzt wieder an ihre Arbeit gehen und Stroh -flechten. - -Die Knaben machten wahre Essiggesichter, denn das Haschen und -Verstecken war ihnen natürlich lieber als das Stillsitzen und Arbeiten. -Aber sie zeigten ohne Murren Gehorsam. Und ihre Folgsamkeit sollte noch -dieselbe Stunde Belohnung finden. - -Nach etwa zehn Minuten fiel draußen, in ziemlicher Nähe, ein Schuß. Vor -Schreck fuhren die Kinder zusammen. Sie und ihr Vater und ihre Mutter -eilten zur Hausthür. Und was erblickten ihre Augen? An der Stelle, wo -die Knaben vor kurzer Zeit noch -- kaum vor Ablauf von zehn Minuten -- -ohne alle Besorgniß allerlei Spiele gespielt hatten, hatte soeben ein -Jäger, dicht an einem Erlenbaume, einen tollen Hund erschossen. - -Wie freute sich nun das Geschwisterpaar ob seiner Folgsamkeit! - - - - -Eigenschaftswörter. - - -14. Formen der Pflanzenwelt. - -Welch verschiedene Formen und Farben gibt es doch in der Pflanzenwelt! -Da steht die Pappel, hoch und +schlank+; nicht weit davon ein -+tausendjähriger+ Eichbaum, +niedrig+ zwar, aber +stark+ und +knorrig+. -Seine Aeste sind vielfach gekrümmt und gebogen, seine Wurzeln dick und -runzlig. Seine Rinde ist fest, aber zerklüftet und zerrissen. Hier -steigt eine Tanne schlank in die Luft empor. Ihr Stamm ist schnurgerade -und ebenmäßig, unten stark, nach oben zu dünn und zuletzt ganz spitz. - -An ihrem Fuße wuchert eine Birke empor. Sie ist jung und kräftig, ihre -Krone dicht belaubt, ihre Schale blendend weiß, wie Silber. - -Wie unterschiedlich sind selbst die Stengel der kleinsten Pflanzen! Der -eine ist rund, der andere drei- oder vierkantig; der eine glatt, der -andere behaart oder klebrig; der eine markig, ein anderer fleischig -oder holzig. Einige sind hohl, andere voll; einige gegliedert, andere -gedreht oder geschlängelt. Der eine Stengel ist steif, unbiegsam und -spröde, ein anderer beweglich, weich und elastisch. - -Betrachten wir nun erst die verschiedenen Blattformen. Da gibt es -ovale, runde, herzförmige, schmale, breite, glattrandige, gezahnte, -gezackte, getheilte, gefiederte u. s. w. Noch weit mehr verschiedene -Formen aber zeigen uns die Blätter der Blumenkronen. Unter ihnen finden -sich röhren-, trichter-, lippen-, rachen-, keilförmige u. dergl. Und -wie überaus zart und reizend sind diese buntfarbigen Blumentheile! Wer -auf alle diese Abwechselungen in der Pflanzenwelt genau achtet, muß -eitel Lust haben an den Werken des Herrn. - - -15. Der Frühling. - -(Abstrakte Eigenschaftswörter.) - -+Fröhlich+ ist das Herz, wenn der +liebliche+ Frühling naht! Der Winter -war +kalt+ und +rauh+, jetzt wird die Luft +lau+ und +angenehm+, -zuweilen gar schon warm. Im Winter war es still und öde auf den Fluren; -die Wälder erschienen todt, die Bächlein erstarrt. Jetzt werden die -Haine lebendig, die Bächlein wieder wach und munter. Die Felder lagen -kahl, jetzt sehen wir sie grün. Die Wiesen stehen geschmückt, wie mit -einem bunten Blumenteppiche. Die eine Blume sieht roth, die andere -weiß, die dritte gelb oder blau aus. Die Vögel zeigen sich eifrig im -Gesange und emsig im Bau ihrer Nester. Wie ist der Schlag des Finken -so lustig, das Lied der Nachtigall so süß, der Morgenpsalm des Staares -so erhebend! Ein Herz, das fromm und rein, stimmt mit ein in die -Lobgesänge und preist den allmächtigen Schöpfer, der im Frühlinge recht -deutlich zeigt, wie weise und gütig er ist. - - -16. Der Geizhals. - -(Zusammengesetzte Eigenschaftswörter.) - -Andreas war ein +steinreicher+ Bauer, aber dabei +erzgeizig+. Für ihn -gab es in der +wunderreichen+ Gotteswelt kein +zaubervolleres+ Bild, -als ein +blitzblanker+ Thaler. Hielt er ein solches Geldstück in der -sonnverbrannten, hufbesetzten Hand, erschien sein Auge überglücklich, -ja glückselig. An ein Wiederausgeben eines solch werthvollen -Kopfstückes war bei ihm nicht zu denken. Es wanderte in einen alten, -aschgrauen, baumwollenen Strumpf, der im fast heckerklaren Strohe -seines baufälligen Bettes stak. War ein solcher Strumpf gefüllt, -versenkte er ihn in einen eisenbeschlagenen, diebesfest sein sollenden -Koffer, vor dem ein riesenhaftes Schloß lag. Dieser centnerschwere -Koffer stand unter seiner armseligen Lagerstatt. Ein doppelläufiges, -scharfgeladenes Gewehr bildete seine Sicherheitswache, sowohl am -sonnenhellen Tage, wie in tiefdunkler, grabesstiller Nacht. - -Kein hilfsbedürftiger Freund erhielt von dem Geizhalse auch nur die -allerkleinste Unterstützung. Keinem Wanderburschen, und war er noch so -blutarm, reichte er einen Zehrpfennig. Das bleichwangige Bettelkind, -das kleinlaut an seine dickeichene Thür klopfte, rührte nicht im -mindesten sein liebeleeres Herz. - -Er selbst führte ein wahrhaft jammervolles Leben. Sein Mittagsessen -bestand meist in graubraunem, fast steinharten Brode und dickschaligen -Kartoffeln, die er in wasserdünnen Schmalz tauchte. Ein Stück -wohlschmeckendes Fleisch war ihm zu theuer. Nie kam ein Glas wenn auch -nur dünngebrautes Bier oder gar ein Glas magenstärkender Wein auf -seinen Tisch. Thür und Thor seines alterthümlichen Gehöftes schloß er -regelmäßig mit Sonnenuntergang zu und ließ dann den alten, graubärtigen -Kettenhund los. - -Von jetzt an durfte kein Mensch mehr eingelassen werden. Aus -übergroßer Besorgniß fürchtete er, es könne sich ein langfingeriger -Fremdling einschleichen und seinem herzinniglieben Hausgotte mit den -erzgespickten Strümpfen einen unliebsamen Besuch abstatten. - -Trotz aller wohlberechneten Vorsicht aber hatte sich in einer -rabenschwarzen Nacht doch Einer eingefunden, der kaltblütig und -erbarmungslos den bedauernswerthen Geizhals von all seinen mühselig -errungenen Schätzen trennte. Dieser Unbarmherzige war der -- -unerbittliche Tod. - - -17. Der wohlthätige Bettler. - -(Das Eigenschaftswort vor dem Hauptworte.) - -An einer +belebten Straßenecke+ saß ein +alter, blinder Bettelmann+. -Er hielt seinen +durchlöcherten Hut+ in der +welken, zitternden Hand+ -und bat um eine +kleine Gabe+. Viele reiche Leute gingen an einem -einzigen lieben langen Tage vorüber und gewiß trugen die meisten -wohlgefüllte Börsen bei sich. Zeugte doch oft ihr kostbarer Anzug -von großer Wohlhabenheit. Man sah da Damen mit langen Schleppen, -seidenen Schärpen, sammtenen Mänteln, theuren Spitzen, beblumten -Hüten und feinen Handschuhen. Herren stolzirten dahin mit goldenen -Uhrketten, blitzenden Tuchnadeln, funkelnden Ringen und elfenbeinernen -Spazierstöckchen. - -Nicht alle freilich trugen zu diesem äußern auch einen innern -Schmuck, ein theilnehmendes, mitleidiges Herz. Das bewiesen sie -dem hülfsbedürftigten Alten gegenüber. Mit kalten Blicken und -gleichgültigen Mienen gingen sie an ihm vorüber. Nur einzelne zeigten -aufrichtige Theilnahme, sprachen einzelne freundliche Worte mit dem -bedauernswerthen Bettler und legten dabei eine klingende Gabe in seinen -abgeschabten Hut. - -Eines heitern Sommertages hörte der gutmüthige Alte eine weinerliche -Stimme in seiner nächsten Nähe. Die klagenden Töne kamen von einem -sechsjährigen, blassen Mädchen. „Was fehlt Dir, liebes Kind?“ fragte -der lauschende Bettler mit besorgter Stimme. - -„Ach, mich hungert so sehr“, erwiderte das dürftig gekleidete Mädchen -mit wehmüthigem Ausdrucke. „Meine gute Mutter ist krank und hat kein -Brod mehr für mich.“ - -Diese Worte rührten den weichherzigen Greis. Schnell griff er in seinen -schwarzgrauen Hut, befühlte mit der dürren Hand die verschiedenen -Geldstücke und gab der hülfsbedürftigen Kleinen einen kupfernen -Fünfpfenniger. „Hier, armes Kind“, sagte er mit bewegten Lippen, „hast -Du eine kleine Gabe. Geh und kaufe Dir bei dem neuen Bäcker hier links -in der engen Gasse etwas für Deinen hungrigen Magen.“ - -Das überglückliche Mädchen dankte mit aufrichtigem Herzen, eilte die -schmale Gasse dahin und kaufte sich ein neugebackenes Dreierbrod. Die -übrigen zwei Pfennige aber nahm es seiner kranken Mutter mit nach Hause. - - -18. Ein Gewitter. - -(Steigerung des Eigenschaftswortes.) - -Es war ein heißer Julitag. Schon der Vormittag war +schwül+. Gegen den -Mittag hin wurde es immer +schwüler+. Am +schwülsten+ aber erschien die -Luft etwa um drei Uhr. Schon den Spaziergängern wurde es heiß; noch -heißer mußte es den Arbeitern auf den Bauen, am heißesten aber den -Landleuten auf dem Erntefelde werden. Das Thermometer, das schon immer -hohe Hitzegrade gezeigt hatte, stieg höher, bis es endlich nach Tische -den höchsten Grad erreicht hatte. - -Da zeigte sich am Himmel eine schwarze Wolke, die sich aber mit jeder -Minute schwärzer färbte. Am schwärzesten erblickte man sie nach Osten -hin. Zu gleicher Zeit erhob sich auch ein ziemlich starker Wind. -Auch er wurde von Sekunde zu Sekunde stärker, bis er endlich, als er -am stärksten wüthete, die gewaltige Wolkenmasse in Bewegung setzte. -Schnell erhob sie sich. Zusehends schneller und schneller stieg sie -empor und überzog in ihrem schnellsten Fluge ein breites Thal, das nach -Süden hin immer breiter wurde und mit seinem letzten, breitesten Theile -an ein waldiges Gebirge stieß. - -Düster lagen Berg und Thal. Noch düsterer erschien der riesige -Nadelwald. Am düstersten aber sah es in den menschlichen Wohnungen -aus. Feurige Blitze zuckten durch das Dunkel hindurch. Noch feuriger -erschienen dieselben, wenn sie die dunkelsten Wolkenschichten zum -Hintergrunde hatten. Am feurigsten jedoch kam ein solcher Blitz den -Landleuten vor, wenn er in einen nahen Teich oder einen noch nähern -Baum oder wohl gar in die nächste Hütte fuhr. - -Heftig strömte jetzt auch der Regen herab. Immer heftiger schlugen die -gewaltigen Tropfen an die Fenster. Am heftigsten brauste gegen vier Uhr -die Wassermasse hernieder. Bald schossen kleine Bäche wild durch die -Felder dahin. Wilder noch stürzten die Waldgewässer die Abhänge herab; -am wildesten aber donnerte der angeschwollene Fluß das Thal entlang, -die stärksten Bäume entwurzelnd und die festesten Mauern durchbrechend, -ja sogar die kleineren Hütten mit fortreißend. - -Da endlich hatte das Unwetter ausgetobt. Blitz und Donner wurden -schwach, der Regen noch schwächer. Endlich glichen die schwächsten -Blitze nur noch einem fernen Wetterleuchten. Entsetzlich sahen die -zerrissenen Felder aus. Noch entsetzlicher aber waren die Verheerungen -in den Dörfern jenes fruchtbarsten aller Thäler des Landes. Den -entsetzlichsten Eindruck indeß machte das Jammern und Wehklagen der -ärmeren Bewohner, von denen viele den größten Theil ihrer Habe verloren -hatten. - -Gut waren die Leute weggekommen, deren Häuser weit vom Flusse lagen, -noch besser die, deren Hütten an den Berglehnen standen, und am besten -diejenigen, die auf dem Kamme des Höhenzuges wohnten. Sie hatten zwar -auch viel Schaden gehabt, die an den Berglehnen aber weit mehr und die -Thalbewohner den meisten. - - -19. Ein Begräbniß. - -(Eigenschaftswörter ohne Steigerung.) - -Die +ehernen+ Zungen der Kirchenglocken schwiegen. Der Leichenzug war -auf dem +umfriedigten+ Gottesacker, wo alle die +ewige+ Ruhe finden, -angekommen. - -Der hölzerne Sarg wurde von der umkränzten Bahre abgesetzt. Acht Träger -trugen ihn stumm einem offenen Grabe zu. Auf dem schwarzsammtenen -Leichentuche standen mit goldenen Buchstaben die Worte in einem -silbernen Kranze: „Er ist erlöst und geht in seine wahre Heimat zurück.“ - -Der Sargdeckel mit kupfernen Handhaben und zinnernen Verzierungen -wurde jetzt noch einmal abgehoben. Da lag nun der Todte, bleich und -regungslos, in der starren Hand einen frischgrünen Palmenzweig. Ein -seidenes Gewand umhüllte den todten Leib. Ein damastenes Käppchen -begrenzte die gefurchte Stirn. - -Die Angehörigen standen um den Sarg her, aber nicht in der üblichen -Trauerkleidung. Der Entschlafene hatte schriftlich die Bitte -hinterlassen, daß man um seinetwillen nicht die tiefschwarzen Gewänder -anlegen solle. - -Jetzt trat der greise Geistliche herzu, die Weinenden zu trösten. -„Unzählbar“, sagte er unter Anderem, „wie die Sterne des nächtlichen -Himmels, sind die seligen Wohnungen, die der allmächtige Himmelsvater -den erblichenen Erdenpilgern dort oben bereitet hat. Mag auch der -irdische Leib zerfallen, mag der unüberwindliche Tod den Lebensfaden -zerreißen, wir weinen nicht trostlos. Wir sind nicht blind für den -auferstandenen Heiland, nicht taub für seine ewig wahren Verheißungen, -sondern blicken glaubensvoll hinauf in das unvergängliche Reich, da es -ein Wiedersehen gibt. Auch dieser Entschlummerte wird einst wieder wach -und verklärt eingehen zur endlosen Himmelswonne.“ - -Die Sonne stand mit ihrer purpurnen Scheibe schon halb hinter den -fernen, blauen Bergen, als der Sarg in die stockfinstere Gruft -hinabgesenkt wurde. Noch ein lautloses Gebet, eine Hand voll Erde auf -den Sarg und die Begräbnißfeierlichkeit war beendet. - - -20. Die beste Apotheke. - -(Declination des Eigenschaftswortes ohne Artikel.) - -Julius, der Sohn +armer+ Eltern, war lange krank. +Feuchtes+ Stroh -diente ihm als Lager. +Alte+ Röcke und +zerfetzte+ Tücher waren seine -Decke. Keine +heilende+ Arznei und kein +stärkender+ Thee konnte -ihm gereicht werden, lebten doch seine Eltern in großer Armuth, in -schrecklichem Elende. Mit bangen Sorgen erwachten sie des Morgens, -unter schwerem Kummer gingen sie des Abends zur Ruhe. Mit beklommenem -Herzen vernahm die Mutter oft in dunkler Nacht das leise Wimmern des -ruhelosen Kranken. Er litt besonders an heftigen Kopfschmerzen, an -krampfhaftem Zucken in den Gliedern und an fieberhaftem Frösteln. - -Vier lange Wochen waren bereits dem Kranken unter unsäglichen Schmerzen -vergangen. Mit abgezehrten, todtenblassen Wangen, trüben, hohlen Augen -und mageren Gliedern lag er da als ein Bild gräßlichen Elends. - -„Barmherziger Gott!“ flehte die Mutter oft in stillem, inbrünstigen -Gebete, „schicke doch meinem Kinde einen gnädigen Retter oder, wenn es -Dein unerforschlicher Rath ist, einen endlichen Erlöser!“ - -Eines Tages klopfte ein Wanderbursch an die Thür und bat um ein Stück -Brod. Trüben Auges reichte ihm die Mutter eine kleine Gabe. - -„Was fehlt Euch?“ fragte theilnehmenden Herzens der Wanderbursch. Mit -stummer Handbewegung deutete die Mutter auf das Krankenlager. „O weh!“ -versetzte der Wanderbursch, als er den Knaben mit schon halbgebrochenem -Auge und erdfahlem Antlitze erblickte. „Wie und womit behandelt ihn -der Arzt?“ -- „Der Arzt?“ erwiderte die Mutter mit bewegter Stimme. -„Womit sollten wir armen Leute einen Arzt bezahlen können?“ -- „O“, -versetzte der Wanderbursch mit tröstlichem Tone, „Ihr habt einen sehr -billigen Arzt und eine noch billigere Apotheke in nächster Nähe. Es -ist der Brunnen dort im Hofe. Keine bessere Arznei für Euer Kind als -frisches Wasser. In ihm liegt wunderbare Heilkraft. Mein seliger Onkel -war Arzt, daher weiß ich es. Nehmt also frisches Wasser, reicht es dem -Kranken als kühlen Trank, veranstaltet kalte Abreibungen, dann schlagt -ihn in kaltfeuchte Tücher ein und wickelt ihn darauf in warme Decken. -Es wird hierauf sehr bald heftiges Schwitzen erfolgen. Nach Verlauf von -zwei solch heißen Stunden wascht Ihr den Körper mit lauem Wasser ab und -wiederholt diese Behandlung täglich vor- und nachmittags. Gewiß wird -sich der Kranke bald ruhiger Nächte, gesegneten Schlafes und überhaupt -sichtlicher Besserung erfreuen.“ - -Aufmerksamen Ohres hatte die Mutter zugehört. „O, wärest Du uns als -rettender Engel gesandt“, sagte sie zu dem Wanderburschen, „dankbaren -Herzens würden wir ewig Dein gedenken! Was Du gerathen hast, werde ich -befolgen, noch heutigen Tages. Schütze Dich Gottes gnädige Hand auf -fernerer Wanderung!“ - -Einige Monate später war Julius genesen. Mit dicken Backen und -kräftigem Fuße schritt er wieder einher. Des Wassers wunderbarer Kraft -dankte er das Glück neuer, dauernder Gesundheit. - - -21. Ehrlichkeit. - -(Wiederholung der Eigenschaftswörter.) - -Ein armer Köhlerknabe saß unter einer hohen Tanne, deren schwarzgrüne -Aeste weit umher das frische Moos beschatteten. Aus den dunklen Augen -des blassen Knaben rannen helle Thränen. - -Da kam ein alter Herr den holprigen Waldweg daher. Er trug eine grüne -Uniform und einen kurzen Hirschfänger an der Seite. Sein faltiges, -aber noch frisches Gesicht umgrenzte ein schneeweißer Backenbart. Der -jugendliche Alte war der bejahrte Oberförster. - -„Warum weinest Du?“ fragte der freundliche Alte mit liebevoller Stimme -den fremden Knaben. - -„Ach“, erwiderte dieser mit kläglichem Tone, „meine gute Mutter liegt -krank darnieder. Ihre Augen sind fast blind. Deshalb soll ich in die -nahe Stadt gehen und eine heilsame Salbe für die schwachen Augen holen. -Ich aber habe das Geld dazu sammt einem ledernen Beutel verloren.“ - -„Ist es etwa dieser?“ sagte der graubärtige Herr, indem er ein kleines -Beutelchen aus der gestickten Jagdtasche zog. - -„O nein“, sagte der ehrliche Knabe, „mein Beutel war schlecht und dünn -und lange nicht so voll wie dieser.“ - -„Dann ist es vielleicht dieser?“ erwiderte der erfreute Oberförster, -indem er ein anderes graues Beutelchen aus der tiefen Seitentasche -seines grünen Rockes zog. - -„Ja, ja, dieser ist es“, rief der überglückliche Knabe. - -Der biedere Alte war von dieser seltenen Ehrlichkeit gerührt, gab dem -armen Knaben den löcherichen Beutel zurück und sprach: „Weil Du so brav -und ehrlich bist, schenke ich Dir noch diesen blanken Thaler. Geh und -kaufe Deiner leidenden Mutter manchmal eine stärkende Erquickung dafür.“ - - - - -Der Artikel. - - -22. Der Abend. - -(Der bestimmte.) - -+Der+ Tag ging zu Ende. +Die+ Sonne sank. +Das+ Abendglöcklein läutete -zum Feierabende. Der Landmann kehrte vom Felde heim. Die Heerde zog in -ihren Stall zurück. Das Lerchenlied verstummte. Bald glänzten die Berge -und die Hütten im Abendgolde und die Gräser funkelten im herrlichsten -Thauschmucke. Die Blume schloß ihr Auge. Immer stiller und stiller ward -der weite Schöpfungsraum. Die Natur sehnte sich nach Ruhe. Nur das -Bächlein rauschte noch weiter und die Fledermaus kreiste noch pfeifend -umher. - -Auch die Hütten wurden still und stumm. Der Tag war heiß und die -Arbeit um das liebe Brod sauer gewesen. Der Fuß und die Hand hatten -das Tagewerk treu vollbracht. Das Nachtlager sollte nun die so nöthige -Erholung bieten. Als daher die Sterne am Himmel glänzten und der Mond -langsam emporstieg, lag das Dörflein bereits im tiefsten Schlafe. Die -Engel Gottes aber schwebten über Reich und Arm und hielten treue Wacht. - - -23. Der Dachs. - -(Der unbestimmte Artikel.) - -+Ein+ Jäger zog durch +einen+ Wald. +Eine+ schöne Doppelflinte hing auf -seinem Rücken und +ein+ Hirschfänger an seiner Seite. +Ein+ Dachshund -und ein Windspiel begleiteten ihn. - -Ein herrlicher Herbsttag lag auf den Gipfeln der Tannen und Fichten. -Ein sonniger Hauch wehte auf den bebuschten Hügeln. Da sprang eine -Rehkuh auf. Ein solches Thier ist für jeden Menschen eine angenehme -Erscheinung. Ein Jägerauge aber zuckt freudig auf, wenn es ein -solches Wild erblickt. Auch diesen Waidmann durchzuckte eine freudige -Aufregung. Kaum war eine Minute vergangen, knallte ein Schuß und eine -Ladung Schrot saß dem Thiere in einem Hinterlaufe. - -Jetzt aber gab es eine ergötzliche Scene. Ein Wink und beide Hunde -begannen einen wahren Wettlauf nach dem Rehe. Dabei aber war ein tiefer -Graben zu überspringen. Für den Windhund war dies ein Spaß, eine ganz -leichte Mühe. Nicht so für einen kurzbeinigen Dachshund. Dieser nahm -zwar einen gewaltigen Anlauf, aber für ihn war ein solcher Graben eine -zu weite Kluft. Er schoß einen Purzelbaum und rollte wie eine Kugel ein -großes Stück den einen Rand hinab in eine Pfütze. Ein helles Gelächter -begleitete seinen Fall. Eine Anzahl Waldarbeiter hatten ihn nämlich aus -einer kleinen Entfernung beobachtet. Unter ihnen fand sich auch bald -eine hülfreiche Hand, die mit einer Stange zur Rettung herbeieilte. - -„Siehst Du“, sagte der Jäger zum ganz durchnäßten Dachse, „so geht es -einem Voreiligen. Nimm Dir aus diesem Falle eine Lehre: Wer ein Dachs -ist, muß es einem Windspiele nicht gleichthun wollen.“ - - -24. Der Liederliche. - -(Bestimmter und unbestimmter Artikel.) - -Bernhard war +ein+ höchst unordentlicher Knabe. Dies zeigte +ein+ -einziger Blick in +die+ Kinderstube, in der er sich aufhielt. +Der+ -Bücherranzen, +der+ Stiefelknecht, +der+ Ball und +der+ Atlas lagen -gewöhnlich beisammen unter der Ofenbank. Die Botanisirtrommel, die -Mütze, die Federbüchse, die Schreibmappe und die Haarbürste erblickte -man nicht selten in einem Winkel der Stube. Das Bibelbuch, das -Tintenfaß, das Handtuch, das Wichszeug und das Vorhemdchen erhielten -oft ihren Platz in einem Schubfache einer alten Kommode. - -Der Vater und die Mutter, sowie auch das Stubenmädchen hielten dem -Knaben deshalb oft eine Strafpredigt, aber all die Mahnungen und -Warnungen fanden bei ihm ein taubes Ohr. - -Auch der Lehrer hatte die größte Noth mit ihm. Namentlich bekundeten -die Schreibebücher Bernhard’s die größte Liederlichkeit und einen hohen -Grad von Leichtsinn. Die Umschläge waren zerrissen. Durchschnittlich -das dritte Blatt enthielt einen Klecks. Die Schrift konnte man kaum -lesen. Das Löschblatt glich einem Lappen. - -Auch der Tadel und die Strafe des Lehrers besserten den Knaben nicht. -Er blieb ein liederlicher Mensch sein Lebelang. - - -25. Ein Frühlingsmorgen. - -(Desgleichen.) - -Der Tag brach an. Die Sonne stieg im Osten empor. Das ferne Gebirge -strahlte im Purpurgolde. Ein leichter Nebel stieg aus dem Thale auf. -Eine Lerche flatterte aus dem Saatfelde empor und stimmte ein jubelndes -Lied an. Die Gräser, Halme und Blumen blitzten im Perlenschmucke -des Morgenthaues. Der Wald erwachte. Die Wiese belebte sich mit -Schmetterlingen und Bienen. Das Wild lugte munter aus dem Gebüsche -hervor. Bald zeigte sich auch das neuerwachte Leben in einem nahen -Dörfchen, das eine lange Obstallee umgrenzte. - -Der Hahn krähte. Die Tauben flatterten auf die Dächer. Das -Ziegenböcklein meckerte im Stalle. Eine Menge Rauchsäulen stiegen aus -den Schornsteinen empor. Der Knecht schirrte die Pferde ein, das Feld -zu bestellen. Die Magd besorgte Futter für das Vieh. Es schien bereits -darauf zu warten, denn die Kuh brummte, der Ochse brüllte, das Schwein -grunzte, die Gans schnatterte und die Henne gackerte. - -Bald darauf begann die Arbeit auf den Feldern. Hier zog ein Ochsenpaar -einen schweren Pflug. Dort schleifte ein dicker Gaul eine Egge über ein -knolliges Beet. Hier streute ein Landmann Korn auf einen wohlgedüngten -Acker. Dort trieb ein Hirte eine wollige Heerde auf ein grasreiches -Stoppelfeld. - -So entwickelte sich von einer Viertelstunde zur andern ein immer -regeres Leben, bis endlich der helle Tag die Menschen und die Thiere in -voller Thätigkeit sah. - - -26. Ehre dem Tapferen. - -(Declination der Artikel.) - -+Der+ Kasernenhof +des+ vierten Reiterregiments war +der+ Schauplatz -+einer+ großen Festlichkeit. +Der+ Commandant +des+ Reiterregiments -übergab nämlich +dem+ Wachtmeister +der+ dritten Schwadron das -eiserne Kreuz erster Klasse. Dieser brave Mann hatte dem Feinde vor -dem Festungswalle eine Fahne entrissen. Die vielen Wundennarben des -Tapferen zeigten noch von dem harten Kampfe um den Siegespreis. Die -Stirn des Wachtmeisters war von einer feindlichen Kugel gestreift; an -der Hand sah man einen Bajonettstich; in dem rechten Arme saß zur Zeit -noch eine Kugel, die noch einen bedeutenden Schmerz verursachte. - -Der Kasernenhof des Regiments war zu dieser Festlichkeit mit dem -Laubwerke der Eiche geschmückt. An den Fenstern hingen Kränze. Ueber -dem Haupteingange prangten des Königs Namenszug und das Wappen des -Landes. Den Namenszug umflatterten eine Menge Fahnen. Vor dem Thorwege -stand eine Art Ehrenpforte, deren Säulen bunte Blumenranken umspannen. -Auf einem hohen Plumpenhäuschen, dem man ebenfalls ein festliches -Gewand angelegt hatte, prangte die Fahne des Korps und wehte dem Helden -ihre Grüße zu. - -Das Musikchor spielte vor der Uebergabe der Auszeichnung den neuesten -Sturmmarsch der Infanterie und nach der Feier einen Choral. Die Rede -des Commandanten rühmte an dem Wachtmeister den großen Muth, die -ausgezeichnete Tapferkeit und das treue Soldatenherz. - -Der weite Kreis der Kameraden gönnte dem Braven den wohlverdienten -Lohn. Eine solche Auszeichnung eines solchen Braven gab sogar einem -Offiziere Veranlassung, bei Tische einen Toast auf ein so echtes -Soldatenherz, wie der Wachtmeister besäße, auszubringen. - - -27. Die Rettung. - -(Desgleichen.) - -An dem Ufer eines Flusses spielten die Kinder eines armen Webers aus -dem nahen Städtchen D. Sie ließen zuerst den Drachen steigen, den der -ältere Knabe aus den Blättern des alten Hauskalenders gefertigt hatte. -An dem Kopfe des Drachen sah man ein Gesicht mit einem schwarzen Barte. -An dem Schwanzende flatterte ein Büschel bunter Federn. Da der Wind -dem Spiele nicht günstig war und den Drachen nicht tragen wollte, -schritten die Kinder zu einer anderen Unterhaltung. Sie suchten an -dem Ufer des Flusses Muschelschalen und bunte Steine. Mit den Steinen -wollten sie dann nach einem Stabe werfen, auf den sie einen alten Topf -gestürzt hatten. Allein bei dem Suchen der Steine und der Muscheln -glitt der kleine Paul von dem Ufer aus und fiel in den Fluß. - -Sicher hätte das Kind des armen Webers den Tod in den Wellen gefunden, -wäre nicht in dem nächsten Augenblicke ein Retter erschienen. Den Fluß -daher kam nämlich der Diener eines Barons mit dem Pudel des Herrn. -„Karo, ~apporte~!“ rief der Diener dem Pudel zu und zeigte auf die -Wellen und den mit dem Tode ringenden Knaben. - -Das Thier stürzte sich sogleich in das Wasser, schwamm dem Kinde nach, -packte es an den Kleidern und zog es glücklich dem Ufer und den übrigen -Kindern zu. Welch eine Freude unter den Geschwistern! Sie küßten dem -Diener aus Dankbarkeit die Hand und hätten am liebsten auch den Pudel -geküßt. - -Der kleine, ganz durchnäßte Knabe wurde nun sogleich der heimathlichen -Hütte zugeführt, dort entkleidet, in ein wollenes Tuch eingeschlagen -und in das Bette gebracht, in dem er sich noch im Laufe des Tages von -seinem Schrecken wieder ganz erholte. - - -28. Mißgunst. - -(Wiederholung.) - -Ein Spitz und eine Katze zankten sich um ein Stück Fleisch. Der Spitz -hielt es mit den Pfoten und die Katze mit dem Gebiß. Das Fleisch war -gebraten und roch der Katze vortrefflich. Eben so sehr stach es dem -Hunde in die Augen. Des Hundes Kraft war indeß stärker als das Gebiß -der Katze und darüber ärgerte sich die letztere. Sie wehrte sich mit -einer wahren Verzweiflung, denn sie wollte den Hund nicht Sieger sein -lassen. - -Eine Viertelstunde wol mochte der Kampf gewährt haben. Ein Pudel hatte -schon eine geraume Zeit von einer kleinen Entfernung aus dem Kampfe -zugesehen. Ein Entschluß war längst bei ihm gefaßt. Die Beute sollte -ein Frühstück für ihn werden. Das Kampfspiel aber schien ihm eine -gewisse Unterhaltung zu gewähren. - -Jetzt indeß, nach Ablauf von etwa einer halben Viertelstunde, harrte er -nur noch eines günstigen Augenblickes. - -Die Augen der Katze leuchteten immer feuriger. Der Kamm des Spitzes -schwoll immer höher. Da plötzlich sprang der schlaue Pudel dazwischen. -Ein Ruck, ein Schluck und das Fleisch war verschwunden. - -Einen Moment standen der Spitz und die Katze wie verblüfft. Bald aber -zogen beide mit einem grimmigen Blicke auf den Räuber ab. Beide sahen -jetzt ein, daß, da sie nur ein Stück Fleisch gehabt hatten, sie besser -gethan hätten, eine friedliche Theilung vorzunehmen. - - - - -Das Zahlwort. - - -29. Der Würfel. - -(Bestimmte Zahlwörter.) - -Der Würfel ist ein ganz regelmäßiger Körper. Er hat +sechs+ gleichgroße -Flächen und +zwölf+ gleichlange Kanten. Die Flächen enthalten -+vierundzwanzig+ rechte Winkel und bilden acht gleiche Ecken. Und -hätten wir hundert oder auch tausend, ja eine Million verschiedene -Würfel vor uns, wir würden an jedem ganz dieselben Verhältnisse -entdecken. - -Die Würfel, welche zum Spielen bestimmt sind, hat man auf jeder Seite -mit Punkten versehen. Wir erblicken da einen Punkt, zwei, drei, vier, -fünf und sechs Punkte. Man spielt mit zwei, drei, sechs, acht, auch -zehn Würfeln und zählt dann diejenigen Punkte zusammen, welche die -obenauf liegenden Seiten zeigen. So kann man bei zwei Würfeln zwölf, -bei drei achtzehn, bei fünf dreißig, bei zehn sogar sechzig Punkte -oder Augen gewürfelt haben. Die niedrigste Zahl würden bei zehn Würfeln -zehn Punkte sein. - -Das Spiel mit Würfeln ist nicht nur unterhaltend, sondern auch -nützlich, indem man dabei eine Uebung im schnellen Zusammenzählen hat. - - -30. Ordnung. - -(Ordnungszahlen.) - -Der Lehrer Weizner hatte in seiner Klasse eine musterhafte Ordnung. -Vom +ersten+ bis zum +letzten+ Schüler wußte jeder stets, was er zu -thun hatte. Jeder Bankoberste hatte sein besonderes Aemtchen. So -mußte z. B. der zweite Bankoberste die Schreibebücher, der dritte die -Federn, der vierte die Rechenhefte, der fünfte die Bibeln austheilen. -Der achte mußte für Reinlichkeit, der elfte für Lüftung des Zimmers -sorgen. Dem zwölften lag das Abwischen der schwarzen Tafel ob. Kam -der fünfundzwanzigste Tag des Monats, mußte der zehnte Bankoberste -alle Censurbücher gesammelt haben. Diese aber durfte er nicht anders -als wohlgeordnet übergeben. Es durfte z. B. das Censurbuch des -fünfunddreißigsten Schülers nicht vor dem des vierunddreißigsten liegen. - -Die Schreibefedern wurden auf ein Bret gesteckt. Jede trug eine Nummer -am Halter. Auch auf diesem Federbehälter mußte Ordnung herrschen. Neben -der vierzehnten Feder mußte die fünfzehnte, neben der vierzigsten die -einundvierzigste stecken, sodaß beim Austheilen kein Irrthum entstehen -konnte und z. B. der neunzehnte Schüler auch die neunzehnte Feder bekam. - -Dieselbe eiserne Ordnung herrschte auch in Bezug auf die häuslichen -Arbeiten. Jeden 15. oder 16. des Monats mußten die Aufsätze, jeden 10., -20. und 28. die Rechenbücher, jeden 12. und 24. die Geographiehefte -eingegeben werden. In der 2. Stunde jedes 3. Wochentages wurden die -gelernten Sprüche und Verse überhört. - -So wohlgeordnet ging es fort Jahr aus, Jahr ein, vom 1. bis zum 365. -Tage. „Und hätte ich es Euch schon zum tausendsten Male gesagt“, -begann eines Tages der Lehrer, „muß ich es Euch doch immer wieder in -Erinnerung bringen, daß es Euch äußerst heilsam ist, wenn Ihr Euch -schon in Eurem ersten Schuljahre an strenge Ordnung gewöhnt. Ihr -könnt es darin bis zu Eurem achten, also bis zu Eurem vierzehnten -Lebensjahre, weit bringen. Und ich bin gewiß, Ihr werdet es in Eurem -60., 70. oder 80. meiner Strenge in diesem Punkte noch Dank wissen.“ - - -31. Christbescheerung. - -(Das unbestimmte Zahlwort.) - -Es war kurz vor Weihnachten, als sich die Schüler einer Klasse -vereinigten, einer armen Familie eine kleine Festfreude zu bereiten. -+Alle+ versprachen, irgend eine Gabe dazu mitzubringen. +Mehrere+ -Knaben, und darunter der Klassenoberste, wurden beauftragt, die -Gaben in Empfang zu nehmen. Schon nach wenig Tagen ging das Sammeln -sehr lebhaft. Einige Schüler brachten Kartoffeln, viele ganze Brode -herbei. Etliche lieferten Stollen, manche Pfefferkuchen und Nüsse. -Mehrere brachten abgesetzte Kleidungsstücke, die aber größtentheils -noch sehr brauchbar waren. Einzelne schenkten Bücher und Bilder. Eine -Anzahl hatte es auf Bleistifte, Federn und Schiefer abgesehen. Fast -jeder spendete zudem einige Aepfel und Nüsse. Gab jeder auch nur -wenige, wurde doch schließlich eine Unzahl daraus. Keiner auch hatte -verabsäumt, in seine Sparbüchse zu greifen, um auch etwas klingende -Münze beizulegen. Die meisten dieser Geldstücke bestanden in Groschen -und Fünfgroschenstücken. - -Daß die Geschenke so massenhaft eingehen würden, hatte sich keiner -gedacht. Sämmtliche Schüler waren daher höchst erfreut, als sie am -heiligen Abende in ihrer Schulstube die fast unzähligen Geschenke -ausbreiten und ordnen konnten. - -Unbeschreiblich glücklich aber war die arme Familie mit ihren -zahlreichen Kindern, die alle diese Geschenke bescheert erhielt. Sie -hatte jetzt nur allein an Lebensmitteln mehr, als sie in geraumen -Wochen verzehren konnte. Wiederholt dankten die Armen warm und herzlich -und mehrmals traten ihnen die Thränen in die Augen. Die Schaar der -kleinen Wohlthäter aber feierte nun das Weihnachtsfest noch einmal so -vergnügt. - - -32. Die Feuersbrunst. - -(Zahlwörter zu Hauptwörtern erhoben.) - -Es war der +Letzte+ im Monat December, als in einem Dorfe, in welchem -schon den +Vierundzwanzigsten+ vorher ein Bauergut abbrannte, abermals -Feuer ausbrach. Der Nachtwächter war der Erste, der es bemerkte und -Lärm machte. Ein großes Haus, das dritte westlich von der Kirche, -stand in hellen Flammen. Fürchterlich klang das Geschrei der armen -Thiere, die noch in dem Stalle staken und nicht herauskonnten. Von den -Hunderten, die zur Hilfe herbeigeeilt waren, wagte Keiner die rettende -That und wenn man ihnen Tausende geboten hätte. - -Da kamen zwei Wanderburschen des Weges daher. Diese Zwei, als sie das -Gestöhne der Thiere vernahmen, entschlossen sich sofort, das Möglichste -zur Rettung zu versuchen. Schleunigst warf jeder sein Bündel ab und -gleich darauf sah man die kühnen Zwei auf allen Vieren zur Thür des -brennenden Hauses hineinkriechen. Schon nach fünf Minuten waren die -Thiere gerettet. „Wer sind diese Beiden?“ fragte man links und rechts. -Es erfuhr indeß Niemand, wie sie hießen und wo sie her waren. Von Allen -bewundert zogen die beiden Wanderburschen bald darauf ihres Weges -weiter. - - -33. In der Strafanstalt. - -(Biegung des Zahlwortes.) - -Der Hauptmann von Lothardt war Direktor einer Strafanstalt. Er aber -war durchaus kein Tyrann. +Keinem+ seiner Sträflinge machte er das -Leben absichtlich schwer. +Jedes einzelnen+ Wohl lag ihm am Herzen. -Was +Andere+ in gleicher Stellung mit unzähligen Flüchen zu erreichen -suchten, erreichte er mit +wenigen+, aber ernst mahnenden Worten. - -Jeden Sonntag nach der Frühkirche mußten sich sämmtliche Sträflinge, -die unter seiner Aufsicht standen, aufstellen und dann hatte er allen -und jedem etwas zu sagen. Den ersten, dritten und vierten erinnerte er -vielleicht, mehr auf Reinlichkeit zu halten. Zweien, dreien oder vieren -hielt er vielleicht ihr trotziges Wesen vor und dergleichen. Bei dieser -Gelegenheit theilte er sämmtlichen Züchtlingen Einiges mit, was sich im -Verlaufe einiger Tage oder der letzten Wochen in der Welt zugetragen -habe. Manchem erzählte er, was er über dessen Familie daheim erfahren, -wobei nicht selten in vieler Augen Thränen sichtbar wurden. Auch nahm -er zu gleicher Zeit Wünsche und Bitten in Empfang, worunter etliche -allerdings oft sehr sonderbarer Natur waren. - -Die jedesmaligen Bitten etlicher, heute einen Brief nach Hause -schreiben zu dürfen, gewährte er gewöhnlich, obgleich ihm das -Durchlesen sämmtlicher Briefe nicht leicht wurde. - -Auf diese Weise erwarb sich der Direktor Aller Herzen und den meisten -Sträflingen gingen beim endlichen Abschiede von demselben die Augen -über. Vieler Gemüther erfüllte aufrichtige Dankbarkeit gegen den -väterlichen Freund. Und mißbrauchten auch einige diese Güte, blieb er -sich um zweier oder dreier willen in seinem Verhalten gleich. Er sagte -oft: „Um Weniger halber sollen nicht Alle leiden.“ - - -34. Im Kriege. - -(Wiederholung des Zahlwortes.) - -Es war den 5. September 1813, des Morgens gegen sechs Uhr. Fünfhundert -Mann preußische Infanterie nebst drei Kanonen und etlichen Reitern -nahmen Stellung gegen ein Dorf. Das Dorf bestand aus mehreren großen -Gütern, einigen kleineren Gehöften und vielen zerstreut liegenden -Hütten. Der Feind darin zählte gegen achthundert Mann nebst sieben -Geschützen, die aber nur wenig Leute zur Bedienung hatten. - -Der Angriff erfolgte nicht blos von einer, sondern von mehreren Seiten. -Kaum aber waren zwanzig Kanonenschüsse gefallen, begann auch schon der -Sturm von Seiten der Preußen. Hierbei zeichneten sich einzelne Soldaten -ganz besonders aus. Das war ein Laufen! Jeder wollte der Erste im Dorfe -sein und Keiner für einen Feigling gelten. - -Bald standen sämmtliche Gebäude in Flammen. Nach fünfzehn Minuten war -der Kampf entschieden. Die meisten Feinde flohen, viele wurden gefangen -und gegen einhundertundfünfzig Mann bedeckten die Kampfplätze. - -Von den Preußen waren nur wenige gefallen, wohl aber hatte -durchschnittlich der zehnte Mann eine Verwundung erhalten. - - - - -Das Fürwort. - - -35. Ein Brief. - -(Persönliche Fürwörter.) - - Lieber Robert! - -+Du+ wünschtest, so viel +ich+ gehört habe, ein Kaninchen von meinem -Bruder zu besitzen. +Ich+ kann +Dir+ nun mittheilen, daß +er+ gern -bereit ist, +Dir+ ein solches Thierchen zu schenken. Du sollst nur -kommen und Dir eins aussuchen, dann wird er Dir es schicken. - -Wir würden uns freuen, wenn Du heute schon kämst und auch den Emil -Kappler mitbrächtest. Wir würden dann mit Euch einen Spaziergang -unternehmen und Euch in den nahen Wald führen, woselbst sehr viel -Heidelbeeren stehen, die Ihr gewiß alle gern eßt. Sie schmecken dies -Jahr ganz besonders süß. Wolltet Ihr das nicht, könnten wir auch mit -Euch zu Pastors Kindern gehen. Sie haben sehr viel Bilderbücher und -Spielzeug. Sie besitzen auch eine kleine Kegelbahn, auf der wir sehr -viel Vergnügen finden würden. - -In der Hoffnung, daß Du vielleicht heute noch mit Deinem Bruder und dem -Emil kommen wirst, und mit dem Versprechen, daß wir Euch so gut als -möglich unterhalten werden, grüßt Dich - - Dein - - Gustav Pernitz. - - -36. Schönheit bringt Gefahr. - -(Besitz anzeigende Fürwörter.) - -In einem Walde standen ein junger Tannenbaum und eine junge Fichte -dicht neben einander. Beide stritten sich um +ihre+ gegenseitigen -Vorzüge. Das Tannenbäumchen sagte: „+Mein+ Wuchs ist viel schlanker als -+deiner+. +Meine+ Aeste stehen weit regelmäßiger als die +deinigen+. -Die Farbe meiner Nadeln ist schön dunkelgrün und glänzend; die -Rückseite derselben ist sogar in Silber getaucht. Dein Kleid dagegen -macht gar kein Aufsehen, denn seine Farbe ist einfach und matt. -Ueberhaupt hat unser Geschlecht etwas Nobles, während eure ganze -Sippschaft ein gewöhnliches Aussehen bietet.“ - -Die junge Fichte vertheidigte sich zwar, aber ihre Worte waren nicht -so bitter. „Meine Gestalt und mein Gewand“, sagte sie, „sind nicht -minder schön als dein Wuchs und dein Kleid. Unsere Aeste stehen -dichter als eure und deshalb sind wir bei den kleinen Singvögeln -beliebter. Ihre Lieder ertönen hell aus unsern Gipfeln und manches -Vögelpärchen vertraut die Wiege seiner Kinder lieber unsern Zweigen -an als den eurigen. Und wäre es wirklich wahr, daß dein Aeußeres das -meinige an Reizen überträfe, so sei auf deiner Hut, daß dieser Vorzug -nicht dein Unglück werde. Die Menschen sind schlimm und ihre scharfen -Augen trachten oft nach dem Besten. Euer Geschlecht hat das schon oft -empfinden müssen.“ - -Das Fichtenbäumchen hatte wahr gesprochen. Als Weihnachten kam, trat -ein Bauer mit seinem Knechte herbei und sprach zu letzterem: „Nimm -Dein Beil und haue mir dieses Tannenbäumchen ab. Seine Gestalt gefällt -mir. Es soll meinen Kindern zum Christbaume werden und auf ihrem -Weihnachtstische stehen.“ - -So wurde das Tannenbäumchen um seines schönen Aussehens willen -frühzeitig gefällt, während die junge Fichte in ihrer einfachen -Erscheinung unangetastet blieb und großwachsen konnte. - - -37. Die Natur. - -(Bezügliche Fürwörter.) - -Der Mensch, +welcher+ die Natur aufmerksam betrachtet und die Wunder, -+die+ in +ihr+ vorgehen, beobachtet, wird viel Gewinn für sein Herz, -+das+ ja für alles Schöne gern empfänglich ist, davon haben. Nicht -blos der Sturm, der Bäume entwurzelt, sondern auch das Säuseln, das -lind durch die Blätter zieht; nicht blos die Gletscher, die mit ihren -Silberhäuptern über die Wolken emporragen, sondern auch das Sandkorn, -welches von der leichten Welle des Waldbaches dahingespült wird; -nicht blos die riesige Eiche, welche mit ihren markigen Armen einen -weiten Luftkreis umspannt, sondern auch das Gänseblümchen, welches in -schmucker Einfachheit zu unsern Füßen blüht, predigt uns die Allmacht -Gottes. - -Der zarte Staubfaden, der im Innern der kleinsten Blume sitzt; das -haarfeine Fühlhorn, das wir auf dem Kopfe der Mücke entdecken; die -strahlende Thauperle, die des Morgens am Grashalme zittert: sie alle -zeugen von der Weisheit des Schöpfers. - -Sieh den Sperling, welcher selbst im strengsten Winter auf der Straße -sein Futter findet; die Raupe, welche an der saftigen Wolfsmilch -nagt; das Käferlein, welches aus einem Blumenkelche trinkt: und -Dein Vertrauen zu dem gütigen Schöpfer, der für alle Wesen, die er -geschaffen, väterlich sorgt, wird sich wunderbar stärken. - -So gleicht die ganze Natur einem großen Buche, das auf jedem Blatte -Nahrung für Dein Herz bietet. - - -38. Aberglaube. - -(Hinweisende Fürwörter.) - -Die Bäuerin Zuckerriedel zeigte sich ungemein abergläubisch. Sie war -+dieselbe+, welche eines Tages ein armes Bettelweib mit dem Stallbesen -forttrieb, weil sie glaubte, +dasselbe+ sei eine Zauberin. Sie war -auch +diejenige+, welche sich allemal bekreuzte, so oft sie über einen -Kreuzweg ging. Alles dasjenige, was in ihrem Kuhstalle vor sich ging, -brachte sie mit dem Einflusse guter oder böser Geister in Verbindung. -Denjenigen Fremden, der über ihre Schwelle trat, beobachtete sie mit -mißtrauischen Augen und bald stand Dieser und Jener, der etwa einen -Blick nach der Stallthüre geworfen hatte, bei ihr in üblem Verdachte. - -Ganz anders war ihr Nachbar, der Bauer Menzel. Derselbe, welcher -allerdings die nöthige Schulbildung genossen hatte, erklärte frei und -öffentlich: „Alles Dasjenige, was nach Aberglauben riecht, ist eine -Lächerlichkeit.“ - -Ganz Dasselbe sagte er auch zu seiner Nachbarin. Diese aber entgegnete -ihm: „Derjenige, der mir so etwas sagen kann, sollte nur meine selige -Großmutter gehört haben. Diese, welche sonst nicht eben leichtgläubig -war, hat mir wiederholt erzählt, wie derselbe dreibeinige Hase, welcher -noch heute zuweilen unser Gut umkreist, früher nachts in der zwölften -Stunde vor der Stallthür gewesen ist und dieselbe angeniest hat.“ - -„Nun so hört, was ich jetzt sage“, erwiderte Menzel. „Ich verspreche -Demjenigen, der mir meine Ochsen, und Derjenigen, die mir meine Kühe -behext, je zehn Thaler. Und dasjenige meiner Kinder, das von irgend -Jemand beschrieen wird, soll diesem, bis dasselbe zwanzig Jahre alt -ist, jedes Jahr einen Scheffel Weizen überbringen helfen. Das sage ich -Euch und ganz Dasselbe will ich auch im ganzen Dorfe bekannt machen.“ - -Die Bauerfrau erschrack beinahe über diese Tollkühnheit. Aber obgleich -sich Niemand fand, der sich jenen Preis verdiente, wurde sie von ihrem -Aberglauben doch nicht geheilt. - - -39. Räthselfragen. - -(Fragende Fürwörter.) - -„Heute will ich einmal eine kleine schriftliche Wiederholung mit Euch -vornehmen“, sagte ein Lehrer eines Tages zu seinen Schülern. „Ich werde -indeß meine Fragen so stellen, daß sie wie eine Art Räthsel klingen. -Schreibt also folgende Fragen auf und die Antworten dahinter: - -+Wer+ hat das höchste Lebensalter erreicht? -- +Welche+ Spinne -halten viele Leute fälschlich für giftig? -- +Welcher+ Kaiser starb -auf der Insel St.-Helena? -- Welches Thier frißt zuweilen seine -Jungen? -- Welchen Menschen nennt man einen Narren? -- Welchem Volke -gehörte zuerst Paulus an? -- Was ließ Pilatus über das Kreuz Jesu -schreiben? -- Was für eine Art Bienen hat keinen Stachel? -- Was für -ein Insekt vermehrt sich am zahlreichsten? -- Wessen Beruf ist mit -viel Lebensgefahr verknüpft? -- Welcher Blume zollt man das Lob der -Bescheidenheit? -- Wem verdanken wir die Entdeckung Amerikas? -- Wen -schlug das deutsche Heer bei Sedan? -- Welche Rose trägt keine Dornen?“ - -Die Schüler beantworteten diese Fragen und fast alle hatten die -richtige Lösung gefunden. - - -40. Eine schreckliche Zeit. - -(Unbestimmte Fürwörter.) - -Noch im vorigen Jahrhunderte glaubte +man+, daß +Jeder+, der -rothe, entzündete Augen habe, mit bösen Geistern in Verbindung -stehe. Jedermann erkannte es darum auch für Recht, daß solche -Menschen beseitigt würden. Man verbrannte sie daher öffentlich auf -Scheiterhaufen. Niemand hatte Mitleid mit einem solchen unglücklichen -Opfer. Ja, ließ irgend Jemand merken, daß er Bedauern fühle, kam er in -Gefahr, für einen gehalten zu werden, der mit dem Bösen auch etwas zu -thun habe. Wurde eine oder einer von diesen armen krankäugigen Menschen -verbrannt, so veranlaßte dies sogar eine Art Volksfest. Man hörte wol -gar, wie der und jener jubelte, wenn die Flammen über dem Unschuldigen -zusammenschlugen. Schließlich wurde die Asche des Verbrannten in alle -Winde zerstreut, damit nichts mehr an ihn erinnere. - -Gewiß dankt ein Jeder und eine Jede unter uns Gott, daß die Zeiten, da -so etwas geschehen konnte, vorüber sind. - - -41. Ein Brief. - -(Wiederholung der Fürwörter.) - - Lieber Freund! - -Deinen letzten Brief habe ich drei Tage später erhalten, als Du ihn -geschrieben hast. Er ist bei meiner Tante liegen geblieben. Sie hatte -denselben aus Versehen mit in ihre Papiere verpackt. - -Dein Portrait, welches Du mir in dem Briefe beigelegt hast, gefällt -mir und meinen Geschwistern sehr. Es ist ganz Dein Ebenbild. Dieser -und jener, dem wir es zeigten, meinte freilich, es läge etwas in den -Zügen, was man bei Dir nicht fände. Unser Papa aber sagte, das sei der -Ernst, welcher sich fast auf allen Photographien ausgeprägt finde, und -es werde Niemand ein besseres Bild von Dir und insbesondere von Deinen -Gesichtszügen herstellen können. - -Wer hat Dich denn eigentlich photographirt und was kostet das Dutzend -solche Bilder? Du würdest mich sehr verbinden, wenn Du mir das in -Deinem nächsten Briefe mittheiltest. So viel ich weiß, hat, außer uns, -dies und jenes in unserer Familie die Absicht, sich auch portraitiren -zu lassen. Es wird überhaupt dem und jenem unserer Bekannten lieb sein, -zu erfahren, wer sich bei Euch in der Stadt als der beste Photograph -bewährt. - -Nimm für jenes Geschenk meinen besten Dank! Ich werde dasselbe stets -hoch in Ehren halten, es einrahmen lassen und über meinen Arbeitstisch -hängen. - -Wie schon gesagt, werden wir uns auch photographiren lassen. Sobald -diese Bilder fertig sind, sollen sie in Euer Album wandern. Es wird sie -Dir Jemand überbringen, der sich nennt - - Deinen treuen Freund - - Rudolph Melzer. - - - - -Das Zeitwort. - - -42. Auf dem Lande. - -(Bezügliche Zeitwörter.) - -Theodor +bewohnte+ mit seinen Eltern eine Villa in der Stadt. Er -+zählte+ etwa zwölf Jahre. Ihm +gefiel+ das Leben in der Stadt -außerordentlich. Das Leben auf dem Lande +kannte+ er gar nicht, denn er -hatte noch nie ein Dorf +besucht+. - -Eines Tages aber sagte sein Vater zu ihm: „Theodor, heute werden wir -eine kleine Reise unternehmen. Ziehe Deine Sonntagskleider an. Hänge -Deine Botanisirtrommel um. Nimm Dein Spazierstöckchen und stecke Dein -Notizbuch zu Dir. Wir werden heute unsern alten Onkel überraschen, der -ein großes Bauergut besitzt. Das Leben und Treiben auf diesem Gute wird -Dir gewiß Vergnügen bereiten.“ - -Nach etwa zwei Stunden sahen Vater und Sohn das betreffende Dorf -im Thale liegen. Bald war des Onkels Besitzthum vollends erreicht. -Freundlich begrüßten sie den Alten. Herzlich hieß dieser die Gäste -willkommen. - -Nachdem ein gutes Frühstück eingenommen war, verließ Theodor das -Zimmer. Er wollte dem Hofe einen Besuch abstatten. Aber welches Leben -entdeckte er hier! Welch buntes Treiben gewahrten seine Augen! Bunte -Tauben pickten ihr Frühstück von der Erde auf. Eine alte Gans führte -ihre Jungen dem nahen Teiche zu. Der Pfauhahn schlug ein Rad mit seinem -Schweife. Schwalben bauten Nester unter das Dach. Junge Schweine -durchwühlten den Düngerhaufen. Ammi, der Haushund, jagte den alten -Kater über den Hof. Der Kettenhund bewachte eifrig das Thor und wollte -seine Kette zersprengen, wenn er einen fremden Menschen gewahrte. - -Hier schirrte ein Knecht die Pferde ein und bespannte dann den Wagen. -Ein anderer führte ein schmuckes Füllen aus. Ein dritter wetzte die -Sense. Dort, auf einer Tenne, drasch man Getreide. Auf einer andern -reinigte man Korn. Auf einer dritten siebte man Weizen. - -Auch die Kuhställe boten viel Unterhaltendes. Die Großmagd fütterte die -Kühe. Die Mittelmagd streute ihnen frisches Stroh unter. Die Kleinmagd -melkte die Ziege. Ein Ziegenböcklein neckte unaufhörlich seinen -Nachbar, ein scheckiges Kälbchen. Eine Heerde Kaninchen knapperte -frische Krautblätter. Oben im Hühnerstalle saßen zwei Hühner und legten -Eier. - -Theodor durchstreifte jetzt auch den Garten. Wohin er sein Auge -richtete, entdeckte er auch hier immer neue Bilder. Und so gewährte -ihm das Landleben außerordentlich viel Freuden. Zuletzt wußte er nicht, -sollte er das Stadt- oder das Landleben mehr loben. - - -43. Nach der Schlacht. - -(Unbezügliche Zeitwörter.) - -Die Waffen +ruhen+. Die Kanonen +schweigen+. Ihre Mündungen +gähnen+ -stumm in die Nacht hinaus. Die Reiter +sitzen ab+. Kein Säbel blitzt -mehr im Sonnenglanze. Keine Flintenkugel heult und summt und zischt -mehr durch die Luft. Die Soldaten hungern und dursten. Die Müdigkeit -aber ist mächtiger als Hunger und Durst, und so liegen sie umher und -schlafen. Nur der Wachtposten steht und lugt aufmerksam nach dem -Schlachtfelde. - -Dort sitzt freilich noch Mancher und blutet. Dort liegt noch Mancher -und stöhnt und jammert. Wohl lächelt der Sieg, wohl duftet schon der -Siegeskranz, aber die Schmerzen der Wunden wüthen immer ärger und ärger -und lassen keine Freude aufkommen. Viele der Armen wachen und wimmern -die ganze Nacht, ohne daß ihnen Hilfe werden kann. Ihre Hoffnung auf -Rettung schwindet endlich. Hunderte verscheiden noch. Die Zahl der -Todten wächst mit jeder Stunde. - -Alle Aerzte sind beschäftigt, die Verwundeten zu verbinden. Ein Wagen -nach dem andern fährt vor den Lazarethen vor, die Unglücklichen -herbeizubringen. Die Sanitätssoldaten schwitzen bei ihrer anstrengenden -Arbeit. Ganze Reihen mit Tragen, auf denen Verwundete liegen, kommen -daher. Ja, das Elend nach einer Schlacht ist groß. Millionen jubeln und -Tausende bluten! - - -44. Arbeitsstunde. - -(Bezügliche und unbezüglich gebrauchte Zeitwörter.) - -Eines Morgens trat der Direktor in die Arbeitsräume seines Institutes. -Er wollte sehen, ob sich alle Schüler nützlich beschäftigten. In dem -einen Zimmer saßen Knaben, in dem andern Mädchen. Ein Blick über die -Knaben hinweg sagte ihm, daß alle thätig waren. Walther +schrieb+, -Günther +malte+, Berthold +zeichnete+, Thomas rechnete, Ewald pappte, -Rudolph schnitzte, Just heftete und Valentin las. - -Ebenso regsam ging es in der Mädchenklasse zu. Sophie nähte, Fanny -strickte, Elfriede stickte, Olga häkelte, Rosalie flechtete, Susanne -lernte auswendig, Ottilie studirte in einem Buche, Helene sang und -Jenny wiederholte eifrig. - -Von hier ging der Direktor in die Küche, denn auch hier waren Mädchen -beschäftigt. Er fand alle bei ihrer Arbeit. Lottchen kochte, Anna -röstete, Louise bratete und Doris wusch auf. - -Eine Stunde später durchschritt der Direktor die Räume noch einmal, -um sich nun genauer zu überzeugen, worauf sich denn eigentlich die -verschiedenen Thätigkeiten seiner Schüler erstreckt hätten. Da fand -er denn Folgendes: Walther +schrieb einen Brief+, Günther +malte -eine Landschaft+, Berthold +zeichnete einen Esel+, Thomas rechnete -ein großes Divisionsexempel, Ewald pappte sich eine Mappe, Rudolph -schnitzte ein Federkästchen, Just heftete ein Schreibebuch und Valentin -las ein lustiges Märchen. - -In der Mädchenklasse sah er, daß Sophie eine Schürze nähte, Fanny einen -Strumpf strickte, Elfriede ein Paar Schuhe stickte, Olga eine Börse -häkelte, Rosalie einen Klingelzug flocht, Susanne ein Gedicht lernte, -Ottilie die Pflanzenklassen studirte, Helene die Wacht am Rheine sang -und Jenny die Reformationsgeschichte wiederholte. - -Als der Direktor in die Küche gehen wollte, kam ihm seine Frau -entgegen. „Nun“, sagte er zu dieser, „was haben denn Deine kleinen -Köchinnen heute geschafft?“ - -„Lottchen“, erwiderte die Direktorin, „hat Suppe gekocht, Anna Kirschen -geröstet, Louise ein Hühnchen gebraten und Doris Schüsseln und Teller -aufgewaschen, denn das müssen die Mädchen auch lernen.“ - -Der Direktor war mit dem Fleiße der Schüler sehr zufrieden und sprach -ihnen sein Lob aus. - - -45. Eine Angstnacht. - -(Unpersönliche Zeitwörter.) - -In einem einsamen Felsenthale stand eine kleine, ärmliche Hütte. Darin -saßen an einem schwülen Sommertage die Bewohner derselben, eine arme -Bergmannsfamilie, bei ihrem Abendbrode. - -„Es +wird+ wol heute Abend noch +regnen+“, sagte der Vater. „Es -+umwölkt+ sich nach Sonnenuntergang zu.“ - -„Leicht möglich“, erwiderte die Mutter, „es hat schon lange mit Regen -gedroht.“ - -„Es wird wol gar ein Gewitter geben“, sagte einige Minuten später der -älteste Knabe. „Es blitzt schon und -- höre ich recht -- es donnert -auch bereits in der Ferne.“ - -Daraufhin ging der Vater hinaus, um nach dem Himmel zu sehen. „Es kann -ein hartes Gewitter kommen“, meinte er bei seiner Rückkehr. „Es tost -und braust gewaltig in der Ferne. Und oben in den Tannen rauscht und -heult es, als ob das wüthende Heer im Anzuge wäre.“ - -Binnen einer Viertelstunde stand das Gewitter über dem Thale und ein -furchtbarer Sturm brach los. „Hört nur“, sagte die Mutter bänglich, -„wie es draußen tobt und saust und wirthschaftet! Es gießt wie mit -Gießkannen! Hu! wie es den Hausgiebel peitscht und wie es an die -Fenster schlägt! Still! Krachte es nicht jetzt auf dem Dache?“ - -Alle lauschten. „Der Sturm wird einen Balken losgelöst haben“, sagte -der Vater. „Hört nur auch, wie es in den alten Schindeln rasselt und -hämmert und klappert! Das Dach wird morgen gut aussehen.“ - -Kaum hatte der Vater diese Worte gesprochen, zuckte ein mächtiger Blitz -durch die Nacht und gleich darauf folgte ein furchtbarer Schlag. „Jetzt -hat es sicher eingeschlagen“, rief der zehnjährige Gotthelf entsetzt. - -„Sei nur ruhig, mein Sohn“, tröstete die Mutter, „es täuscht dies auch -oft.“ - -„Horch!“ versetzte bald darauf der ältere Knabe. „Es läutet drüben auf -der Kapelle. Es muß irgendwo brennen!“ - -„Es schlägt vielleicht bloß zehn Uhr“, entgegnete der Vater. - -„Nein, nein“, sagte jener wieder, „ich höre es ganz deutlich, daß es -stürmt.“ - -Wieder gebot jetzt die Mutter, aufzuhorchen. „War mir’s doch“, sagte -sie, „als ob es draußen unter den Fenstern wimmere! Ja, ja, ganz -sicher! Es wimmert und weint und schluchzt! Horcht! Jetzt klopft es an -die Thür! Wer mag das sein?“ - -Der Vater eilte hinaus und brachte einen Bettler mit seinem jammernden -Kinde herein. Der Arme hatte sich verirrt und bat um Obdach für diese -Nacht, was ihm gern gewährt wurde. - -Es wetterte, schloßte und hagelte wohl noch eine Stunde fort. Erst -gegen Mitternacht verzog sich das Gewitter und ließ die armen Leute zur -Ruhe gehen. - - -46. Auf dem Spielplatze. - -(Abwandlung der Zeitwörter nach den Personen.) - -„Ich +spiele+ gern Soldaten“, sagte Bruno, als eine Anzahl Knaben -beriethen, womit man sich unterhalten wolle. „Aber ich weiß schon“, -wendete er sich an Karl, „Du +spielst+ lieber Jagd. Und Otto dort hat -auch keine Lust dazu. Er +spielt+ am liebsten Räuber.“ - -„Nun, wißt Ihr was“, sagte Otto, „damit Jeder freie Wahl hat, theilen -wir uns in drei Gruppen. Wir spielen Räuber und Ihr dort spielt -Soldaten.“ - -„Und die Uebrigen?“ fragte Bruno. - -„Sie spielen Jagd“, sagte Otto. - -„Was soll denn aber die kleine Marie dort spielen?“ fragte Robert. - -„Sie spielt einstweilen mit ihrer Puppe“, versetzte Arno. - -„Und das kleine Suschen?“ fragte Robert wieder. - -„Es spielt natürlich mit der Marie“, erwiderte Arno. - -„Du lachst, Otto?“ fragte plötzlich Arno. - -„Ich lache“, versetzte Otto, „weil Emil dort solch schnurrige Grimassen -macht. Sieh nur hin, er lacht selbst über sich.“ - -„Ach so“, sagte Arno, „ich glaubte, Du lachtest über mich.“ - -Das Spielen begann. Die Kinder hatten sich in drei Gruppen getheilt und -überall ging es lustig zu. Da auf einmal entstand bei der einen Partei -ein helles Gelächter. - -„Ihr lacht doch nicht etwa über uns hier?“ rief Arno hinüber. - -„Nein“, rief Otto zurück, „wir lachen wieder über den Emil, den kleinen -Kobold.“ - -„Und was lachen denn die fremden Kinder dort drüben, die gar nicht zu -unserer Gesellschaft gehören?“ fuhr Arno fort. - -„Ach, so laß sie doch“, sagte Otto. „Sie lachen, weil wir lachen, und -das kann uns durchaus nicht stören.“ - -Nachdem die Kinder eine Stunde gespielt hatten, fingen sie zum Schlusse -auch noch an zu singen. Besonders war es ein Liedchen, das sie gern -immer und immer wieder sangen. In demselben kam der Vers mit vor: - - Ich singe, du singest, er singt! - Wie herrlich ein Liedchen doch klingt! - Was immer die Tage auch bringen, - Wir singen, ihr singet, sie singen. - - -47. Ein Feriengespräch. - -(Abwandlung des Zeitwortes nach der Zeit.) - -„Was machst Du denn da?“ fragte Bernhard, als er zu Horst ins Zimmer -trat. - -„+Ich zeichne+“, erwiderte Horst. - -„Womit hast Du Dich denn gestern Nachmittag beschäftigt, Horst?“ fragte -Bernhard wieder. - -„+Ich habe+ auch +gezeichnet+“, gab Horst zur Antwort. - -„Ich glaubte, Du hättest Klavier gespielt, als ich vorbeiging“, sagte -Bernhard. - -„Nein, da hast Du Dich getäuscht, Bernhard“, erwiderte Horst. „+Ich -zeichnete+.“ - -„Sicher aber arbeitetest Du nicht mehr“, sagte Bernhard, „als es abends -neun Uhr geschlagen hatte, denn um diese Zeit, sah ich kein Licht mehr -in Deinem Zimmer.“ - -„Allerdings“, entgegnete Horst. „Als es neun Uhr schlug, erholte ich -mich im Garten. Ich hatte da meine Landschaft fertig gezeichnet.“ - -„Was wirst Du denn morgen vornehmen?“ fragte Bernhard weiter. - -„Ich werde wieder zeichnen und zwar einen Affenkampf“, antwortete Horst. - -„Und wann gedenkst Du damit fertig zu sein?“ sagte Bernhard. - -„Ich werde dieses Bild hoffentlich schon nächsten Sonntag fertig -gezeichnet haben“, meinte Horst. „Aber, sage mir, Bernhard“, fuhr er -fort, „was treibst Du denn jetzt, während der Ferien?“ - -„Ich schreibe, ich lese, ich turne, ich bade und so weiter“, erwiderte -Bernhard. - -„Womit vertriebst Du Dir denn gestern die Zeit?“ fragte Horst wieder. - -„Mit Allerhand“, sagte Bernhard. „Ich habe gemalt, an meiner Festung -gebaut und einen Luftballon gefertigt.“ - -„Und was machtest Du vorgestern“, fuhr Horst fort, „als das -fürchterliche Gewitter kam?“ - -„Was sollte ich thun?“ erwiderte Bernhard. „Ich ging in der Stube auf -und ab, ich stellte meine Soldaten auf, ich hörte auf die herrlichen -Donnerschläge und sah nach den prächtigen Blitzen. Als das Gewitter -vorüber war, lobte mich mein Vater, denn ich hatte nicht die geringste -Furcht gezeigt; ich hatte gespielt wie immer und hatte sogar meinen -kleinen Geschwistern noch Muth zugesprochen.“ - -„Wollte nicht Dein Vater verreisen?“ fragte Horst weiter. „Was wirst Du -denn dann anfangen, wenn Du allein bist?“ - -„Ich werde fleißig spazieren gehen und werde auch meinen Onkel einmal -besuchen“, sagte Bernhard. - -„Wolltest Du nicht auch Deine Tante in Berlin einmal besuchen?“ -versetzte Horst wieder. - -„Dies Jahr noch nicht“, entgegnete Bernhard. „Uebers Jahr aber werde -ich mir so viel Geld gespart haben, daß ich diese Reise unternehmen -kann.“ - - -48. Aus einem Tagebuche. - -(Die Aussageweise.) - -+Ich stand um sechs Uhr auf.+ Ich glaubte, +es regne+, es war indeß -blos der Wind, der an den Giebel blies. Wenn +es wirklich geregnet -hätte, würde ich mich+ auch geärgert haben. Mein Vater sagte nämlich -gestern Abend noch: „Kinder! Morgen früh zeitig aus den Federn! Ja -nicht verschlafen! Ihr sollt mit mir in die Heidelbeeren gehen.“ - -„Ach, wäre doch nur ein schöner Morgen!“ dachten wir in unserer -Freude. „Schiene doch die Sonne morgen früh recht klar und freundlich -hernieder!“ sagte Bruder Johannes beim Zubettgehen noch. - -Der Morgen war schön. Wir alle hofften, im Walde einige frohe Stunden -zu verleben. Wir hätten schon um sieben Uhr aufbrechen können, wäre -Eduard nicht so saumselig mit seinem Anziehen gewesen. - -„Jetzt die Botanisirtrommel auf den Rücken und vorwärts!“ befahl -endlich der Vater. - -Wie lustig hüpften wir dahin! Wie freuten wir uns auf das Frühstück mit -blauen Beeren! „Wären wir nur schon dort!“ sagte Johannes wiederholt -unterwegs. - -Endlich langten wir im Walde an. Zu unsern Füßen stand der saftige -Frühstückstisch. Man glaubte, einen mit schwarzen Perlen gestickten -grünen Teppich zu erblicken. Wir würden sofort an die süße Arbeit -gegangen sein, hätte nicht der Vater jetzt gerufen: „Halt! Erst fünf -Minuten abkühlen!“ -- Wie sehnsüchtig blickten wir alle nach den -herrlichen Beeren hin! „Daß doch die fünf Minuten schon um wären!“ -wünschten wir alle. - -Endlich begann der Schmaus. Jeder aß nach Herzenslust. Ich meinte -anfänglich, ich äße die meisten Beeren, aber Eduard war doch noch -fleißiger. Er sagte auch scherzend: „Wenn es möglich wäre, äße ich -einen ganzen Scheffel voll!“ - -Nach etwa einer Stunde mochte der Vater meinen, wir könnten nun genug -haben. „Jetzt Schicht!“ befahl er. „Alle her zu mir! Keine Beere mehr -anrühren!“ - -Wir gehorchten. Johannes aber sagte mit einem tiefen Seufzer: „Ach, -hätte ich nur noch fünf Minuten zulangen dürfen!“ Der Vater hatte dies -gehört und erwiderte: „Wollte doch Monsieur Johannes einsehen, daß -allzuviel ungesund ist!“ - - -49. Ein Sommertag. - -(Mittelwort der Gegenwart.) - -Es war ein +reizender+ Julitag. Auf den weithin sich +dehnenden+ Wiesen -lag +duftendes+ Heu. Singende Schnitter mähten mit ihren blitzenden -Sensen die wogenden Kornfelder. Hier trabten wiehernde Rosse mit -einem leeren, rasselnden Erntewagen daher. Dort fuhr ein anderer, die -goldglänzenden Garben hochaufgethürmt, langsam und mit schwankender -Bewegung der Scheune zu. Ueberall sah man eifrig arbeitende und emsig -schaffende Landleute mit glühenden Gesichtern und schweißtriefenden -Stirnen. - -An den noch grünenden Hügeln weideten blökende Heerden mit lieblich -tönenden Glocken. In dieses anheimelnde Geläute mischte sich das -jodelnde Lied und die knallende Peitsche der Hirten. Aus dem unzählige -Früchte bergenden Walde erklangen die jubelnden Stimmen der eifrig -pflückenden Heidelbeergänger. - -Um die bunt leuchtenden Blumen auf den Rainen und an dem murmelnden -Bache tanzten flatternde Falter, schwirrten schillernde Käfer, summten -Honig suchende Bienen. - -Ueber dem Allen aber schwebte am lachenden Himmel die trillernde -Lerche, den allliebenden Schöpfer preisend, dessen segnende Hand die -nährenden und erquickenden Gaben alle gespendet. - - -50. Unter dem Kreuze. - -(Mittelwort der Vergangenheit.) - -An einem +vielbegangenen+ Feldwege stand ein +gezimmertes+ Holzkreuz -mit dem +gekreuzigten+ Heilande. Das aus Kupfer getriebene, bemalte -Bild zeigte hier und da durchlöcherte Stellen. Die beschädigten Theile -rührten von den Geschossen einer unlängst hier geschlagenen Schlacht -her. - -Vor diesem entstellten und zersplitterten Krucifixe lag ein -verwundeter Krieger. Sein abgezehrtes Gesicht zeugte von entsetzlichen -Qualen. Sein umflortes Auge ließ auf einen baldigen Tod schließen. -Der zerfetzte und beschmutzte Waffenrock, die verbogene Säbelscheide, -der eingedrückte Feldkessel und der unverschlossene Tornister mit dem -geleerten Brodbeutel vollendeten das Bild des Jammers. - -Die abgemagerten Hände des gänzlich entkräfteten Kriegers falteten sich -zum Gebete. Er hob den halbgebrochenen Blick zum sonnenbeleuchteten -Kreuze empor. Seine erblaßte, vom Schmerze umzuckte Lippe lallte nur -noch abgebrochene Worte. „Meine Mutter!“ war sein letzter Ausruf. Das -erloschene Auge schloß sich und der tapfere Krieger war eine Leiche. - - -51. Ein Stück Kriegsarbeit. - -(Mittelwort der Zukunft.) - -Die +zu stürmende+ Schanze lag auf einer bedeutenden Anhöhe. Die dabei -+zu überwindenden+ Hindernisse sahen drohend aus. Das zum Angriffe -zu ordnende deutsche Heer schaute nicht ohne Besorgniß nach den zu -übersteigenden Wällen empor. Das zu verwendende Geschütz und die zu -benutzenden Sturmleitern standen bereit. Die zu verschießenden Bomben -lagen hochaufgethürmt. - -Jetzt wurden die zu besetzenden Punkte bezeichnet und die Orte der zu -grabenden Minen erwählt. Der commandirende General war der Ansicht, das -zu eröffnende Feuer müsse gleich mit allem Nachdrucke gegeben und das -zu verwendende Pulver dürfe gleich anfänglich nicht geschont werden, -damit die zu besiegende Schanzenmannschaft einen heilsamen Schrecken -bekäme. - -Der Kampf begann. Die Kugeln durchwühlten die zu erringenden Wälle. Die -zu beseitigenden Palissaden stürzten von den schweren Geschossen und -füllten die zu übersteigenden Gräben. - -Endlich erfolgte der Sturm. Der zu überwältigende Feind wehrte sich -tapfer. Die zunächst zu erobernden Vorwälle feuerten mörderisch. Aber -umsonst. Der zu vollführende Befehl der Deutschen hieß: „Siegen oder -sterben!“ Binnen einer Stunde war die zu nehmende Schanze in deutschen -Händen. - - -52. Das Brod. - -(Leideform.) - -Die Mittagsglocke +wird+ geläutet. Der Tisch +wird+ gedeckt. Wir setzen -uns daran. Das Gebet +wird+ gesprochen. Messer, Gabeln, Löffel und die -Zähne +werden+ in Bewegung gesetzt. Fleisch, Gemüse und Brod werden -gegessen. Das liebe Brod! Es wird sowohl an der Tafel des Kaisers als -am Tische des Bettlers genossen. Wohl des Tages dreimal wird Brod von -uns gegessen. Wie selten aber denken wir daran, wie es erzeugt wird, -wie viel Hände dabei in Thätigkeit gesetzt und wie viel Schweißtropfen -dabei vergossen werden. - -Zuerst muß der Acker gedüngt werden. Dann wird er gepflügt und geeggt. -Darauf wird er von der Hand des Landmannes mit Samen bestreut. -Erdklöse, die durch ein abermaliges Eggen nicht zerkleinert worden -sind, werden nicht selten jetzt noch durch eine Walze zermalmt. - -Durch geheimnißvolle Kräfte wird nun der Keim in dem Korn entwickelt. -Die Saat geht auf. Durch Sonnenschein und Regen wird sie von Tag zu Tag -größer gezogen. Die Halme werden kräftiger. Nach mehreren Wochen werden -die Aehren angesetzt. Sie blühen. Durch den Blütenstaub wird das Korn -befruchtet. Es entwickelt sich. Bald darauf werden die Halme von der -Sonne gebleicht und die Fruchtkörnchen gehärtet. - -Jetzt wird das Korn gemäht und in die Scheune gebracht. Hier werden die -Garben ausgedroschen, die Körner gesiebt, gereinigt und in die Mühle -gebracht. Dort werden sie gemahlen und somit in Mehl verwandelt. Das -Mehl wird dem Bäcker überliefert und von diesem in einen Backtrog -geschüttet. Hierauf wird es mit Wasser und Sauerteig vermengt und zu -einem Teige geknetet. Dieser Teig wird nun eine Zeit lang der Gährung -überlassen. - -Ist die Gährung erfolgt, wird der Teig zu Kugeln geformt und diese -werden in den heißen Backofen geschoben. Damit die Brode Glanz -bekommen, werden sie mit Wasser überstrichen. Sind sie gebacken, werden -sie endlich in die frische Luft gestellt, damit sie abkühlen. Jetzt -erst ist das Brod fertig. - -Daß doch kein Bissen Brod gegessen werden möchte ohne den Gedanken, -daß es vom lieben Gott gegeben wird und daß unzählige Schweißtropfen -vergossen werden müssen, ehe wir es auf unsern Tisch bekommen. - - -53. Die Berufswahl. - -(Wiederholung der Formen des Zeitwortes.) - -„Du mußt Dich nun ernstlich entschließen“, sagte ein Vater zu seinem -Sohne, „was Du einmal werden willst. Du zählst bereits vierzehn Jahre -und kannst nun wissen, welche Berufsart Dich am meisten anspricht.“ - -„Ich will die Gärtnerei erlernen“, erwiderte August, „da kann man doch -immer im Freien arbeiten, schalten und walten.“ - -Der Vater erklärte sich damit einverstanden und brachte den Knaben zu -einem Lehrherrn. Bald aber kam August wieder nach Hause und klagte, er -müsse zu viel hacken, graben, harken und sich bücken und überhaupt zu -viel arbeiten. Er wolle lieber Jäger werden, da könne er den grünen -Wald durchstreifen, das muntere Wild verfolgen, auf weichem Moose -ruhen; und wenn es auch einmal regne oder schneie oder stürme, das sei -schon zu ertragen und solle ihn nicht verdrießen. - -Der Vater ließ sich bewegen und bald studirte August in einem -Forsthause. - -Allein auch das Leben im Walde gefiel ihm nicht lange. Es war ihm -unbequem, daß er früh zeitig aufstehen, seinem Herrn die Stiefel putzen -und wichsen und die Kleider klopfen und bürsten mußte. Er beschloß -jetzt, ein Fischer zu werden. „Ein Fischer“, dachte er, „kann alle Tage -auf den klaren Wellen umhergondeln. Er braucht nur das Netz auszuwerfen -oder die Angelschnur in das Wasser zu halten, und die Fische fangen -sich von selbst.“ - -So wanderte August zu einem Fischer in die Lehre. Sehr bald indeß -verdroß ihn auch diese Beschäftigung. Daß er rudern, steuern, Netze -stricken und flicken und oft im Wasser waten müsse, hatte er sich nicht -gedacht. Jetzt bat er seinen Vater, ein Koch werden zu dürfen. „Ein -Koch kann Tag für Tag etwas Gutes essen und trinken“, meinte er. „Er -kann nie vom Hunger geplagt werden. Er steht stets vor dem Feuer und -kann nie frieren. Er braucht sich auch nicht sonderlich zu mühen und zu -plagen, denn das Essen kocht ja ganz allein.“ - -Was aber geschah? Schon nach vier Wochen kehrte August klagend und -jammernd auch aus dieser Lehre zurück. Jetzt hatte ihm wieder nicht -gefallen, daß er Kartoffeln schälen, Möhren schaben, Gurken hobeln, -Pfeffer stoßen, Kaffee mahlen, Geflügel rupfen mußte und dergleichen. - -Da aber tadelte ihn sein Vater aufs ernstlichste und sagte: „Wenn Du -so fortfährst und keine Lasten ertragen lernen willst, wirst Du es zu -nichts bringen und Du wirst schließlich zu den Taugenichtsen gezählt -werden. Darum gehe jetzt auf der Stelle wieder zu Deinem letzten -Lehrherrn, bitte ihn um Verzeihung, lerne arbeiten und gehorchen und -die kleinen Unannehmlichkeiten geduldig hinnehmen. Niemals aber vergiß, -daß jeder Beruf seine Lust und seine Last mit sich führt.“ - - -54. Ein Zwist. - -(Das Hilfszeitwort.) - -„+Ich bin+ sehr böse, daß Du in meinem Schränkchen +gewesen bist+“, -sagte Laura zu ihrem Bruder Paul, der etwas naschhaft war. „+Ich hatte+ -sechs Aepfel darin und habe nur noch drei Stück. Ich werde auch nicht -eher wieder gut werden, bis ich von Dir das Versprechen habe, daß Du -mir drei andere schenken werdest. Und das wirst Du doch thun? Wir -Schwestern sind nie in Eure Schränke gegangen. Ihr dagegen seid schon -oft in den unserigen gewesen.“ - -„Nun gut“, sagte Paul, „wenn der Onkel seine Obsternte gehalten haben -wird und ich bei ihm gewesen sein werde, sollst Du Deine drei Aepfel -wieder haben. Ich wurde durch einen plötzlichen Aepfelappetit in Deinen -Schrank verleitet. Seitdem ich aber überzeugt worden bin, daß Du das -übel genommen hast und böse auf mich bist, thut es mir leid! Also magst -Du nur einige Tage Geduld haben und guter Hoffnung sein. Der Verlust -soll Dir reichlich ersetzt werden.“ - -„Ich habe immer Vertrauen zu Dir gehabt“, erwiderte Laura, „und bin von -Dir in Bezug auf ein Versprechen noch nie getäuscht worden. Du wirst -gewiß auch diesmal ein Mann von Wort sein.“ - -Die Obsternte hatte stattgefunden. Paul war bei dem Onkel gewesen. -Laura wurde befriedigt. Sie konnte mit dem Ausgleiche sehr zufrieden -sein, denn ihr Aepfelverlust war dreifach ersetzt worden. - -„Nicht wahr“, sagte Paul lachend zu ihr, „nun bist Du nicht mehr böse -und wir sind wieder gute Leute?“ - -„Aller Grimm, den ich in mir gehabt habe“, scherzte Laura „soll für -immer getödtet sein. Du hast es ja auch nur zu gut gewußt, lieber Paul, -daß ich es gar nicht so böse gemeint haben konnte. Ich würde auch -wieder gut gewesen sein, wenn ich die Aepfel nicht ersetzt bekommen -hätte.“ - - - - -Die Umstandswörter. - - -55. Die Verirrten. - -(Umstandswörter des Ortes.) - -Lorenz und Albert waren in den Wald gegangen, um +dort+ Erdbeeren zu -suchen. Der Wald lag +seitswärts+ von ihrem Dorfe und zwar +hochoben+ -auf einem Bergrücken. Bei dem Erdbeersuchen daselbst aber hatten sich -die Knaben verirrt und wußten zuletzt nicht mehr, ob sie rechts oder -links, vorwärts oder rückwärts gehen sollten. Nirgends auch stießen sie -auf irgend einen Pfad. - -Nachdem sie etwa eine Stunde hin und her und auf und nieder geirrt -waren, fingen sie an zu rufen. Sie riefen überall hin, aber von keiner -Seite kam eine Antwort. Und wieder liefen sie bald hierhin, bald -dorthin, nach einem Ausgange suchend. - -Schon ging die Sonne unter und Dämmerung sank in den Wald herab. Da -wurde den Knaben ernstlich bange. „Westlich“, sagte Lorenz, „dürfen -wir unbedingt nicht weiter gehen. Wir müssen uns ostwärts halten. Auch -dürfen wir nicht aufs neue aufwärts, sondern müssen abwärts steigen.“ - -„Weißt Du was“, erwiderte Albert, „laß uns hier, rechts von dieser -Felswand, hinabklettern. Ich glaube, dort unten muß unser Thal liegen.“ - -Lorenz stimmte diesem Vorschlage bei und so kletterten die Knaben den -Abhang hinunter. Lorenz, als der Aeltere, stieg voran, Albert dagegen -hielt sich mehr hinten. - -Der Weg war nicht ungefährlich, denn es rollten sehr oft Steine von -oben herab, auch gab es links und rechts kleine Schluchten. - -Nach einem halbstündigen Marsche gelangten sie endlich, zu ihrer großen -Freude, hinab in ein breites Thal. Hier sahen sie ein Licht von drüben -herüberschimmern. Auf dieses Licht steuerten sie zu. Unterwegs stießen -sie indeß noch auf ein Hinderniß, auf einen ziemlich breiten Bach. -„Hilft nichts“, sagte Lorenz, „hier heißt’s: Hindurch und hinüber! Wenn -wir auch unten ein wenig naß werden.“ - -Bald war das Licht und mit ihm eine Hütte erreicht. Das Licht stand -vorn an einem kleinen Fenster. Daneben saß ein alter Waldarbeiter und -las in einem Kalender. Er schien mitten in einer schönen Erzählung zu -sein. - -Die Knaben klopften an. Augenblicklich kam der Alte heraus. Kaum hatte -er das Mißgeschick der Knaben vernommen, zündete er eine Laterne an und -brachte die Verirrten eine Stunde weit das Thal dahin in ihr Vaterdorf -zurück. - - -56. Ein Brief. - -(Umstandswörter der Zeit.) - - Liebe Susanne! - -Erst +neulich+ hast Du mir versprochen, daß Du mich +nächstens+ -besuchen wollest. +Heute+ aber sind nun schon fünf Tage vergangen und -+immer+ noch erwarte ich Deine Ankunft vergeblich. Viertelstundenlang -habe ich gestern und auch heute früh nach Dir ausgeschaut, aber wer -nicht kam, war meine liebe Susanne. - -Da Du nun stets Wort gehalten hast, fange ich bereits an, zu fürchten, -daß Du unwohl geworden sein könnest. Sei doch so gut und schreibe -mir sofort, ob Du krank bist, oder was Dich sonst gestern und -vorgestern und noch früher von Deinem Besuche abgehalten hat. Wenn Du -Dich sogleich hinsetzest -- und wäre es auch abends noch -- und mir -antwortest, kann Dein lieber Brief spätestens morgen zehn Uhr in meinen -Händen sein. - -Jetzt laß Dir nun noch in aller Eile erzählen, was sich, seit wir uns -das letzte Mal trafen, zugetragen. - -Denke Dir nur, Nachbars Lenchen, die sonst immer so gesund aussah, -liegt schon seit vorvorgestern hart darnieder. Sie klagt fortwährend -über Kopfschmerzen und fiebert unaufhörlich. Erst seit heute hat sich -etwas Schlaf eingestellt. Die Eltern haben natürlich sehr bald einen -Arzt gerufen. Dieser hat die Kranke augenblicklich untersucht und -verordnet, daß sie täglich zwei Stunden ununterbrochen schwitzen muß. -Leider aber hat er auch gleich sagen müssen, daß der Krankheitszustand -nicht blos noch tage-, sondern noch wochenlang anhalten könne. - -Das arme Lenchen! Weißt Du noch, wie wir unlängst zusammen in der Laube -saßen und spielten? Damals ahnte sie noch nicht, daß sie gegenwärtig -werde das Bett hüten müssen. Möge ihr der liebe Gott recht bald die -verlorene Gesundheit wiederschenken! - -In der Hoffnung, umgehende Antwort von Dir zu erhalten begrüßt Dich -aufs herzlichste - - Deine - Dir ewig getreue - - +Natalie+. - - -57. Der tolle Reiter. - -(Umstandswörter der Zeit.) - -Der junge Baron von Sydlow galt als ein sehr kühner Reiter. Die armen -Pferde hatten es freilich nicht zum besten bei ihm. Dasjenige, welches -er +eben+ geritten hatte, rauchte +gewöhnlich+, wie ein Backofen. -+Selten+ ritt er blosen Schritt. +Zuweilen+ fegte er dermaßen die -Straßen entlang, daß Kies und Funken stoben. Oft sah man dann vor -Staub weder Pferd noch Reiter. Manchmal schon waren Menschen in Gefahr -gekommen, von ihm überritten zu werden. Oefters auch war er schon -gestürzt, ohne indeß erheblichen Schaden zu nehmen. - -Der Baron wurde von seinen Freunden wiederholt vor diesem gar zu tollen -Reiten gewarnt. Sie sagten, es könne doch einmal schlimm ablaufen. -Darauf aber erwiderte er jedesmal: „Mir kann nichts passiren. Selbst -wenn mein Pferd einmal stürzt, komme ich allemal auf meine Beine zu -stehen.“ - -Allein der Krug geht insgemein so lange zu Wasser, bis der Henkel -bricht. - -Der Baron ritt regelmäßig jeden Morgen um neun Uhr aus und traf -niemals später als um elf Uhr wieder in seinem Schlosse ein. Eines -Morgens sprengte er auch wieder zum Thore hinaus, aber -- um nimmer -wiederzukommen. - -Von elf Uhr an erwartete man seine Heimkehr stündlich. Er aber kam -nicht. Da endlich brachte eine alte Botenfrau, die täglich auf dem -Schlosse verkehrte und den jungen Herrn schon jahrelang kannte, die -Nachricht, daß er sammt seinem Pferde in einem tiefen Steinbruche läge. -Roß und Reiter aber seien todt. - -Man eilte sogleich hin an den Ort und fand die Hiobspost vollkommen -bestätigt. Wie der Baron mit seinem Pferde in den Steinbruch gerathen -war, konnte nicht ermittelt werden. - -An der Stelle, wo das Unglück geschehen war, wurde ein Kreuz errichtet -und dieses traurige Denkmal alljährlich am Todestage des tollen Reiters -frisch bekränzt. - - -58. Am Bache. - -(Umstandswörter der Weise.) - -Eines Tages ging ein Großvater mit seinem Enkel +gemüthlich+ im Walde -spazieren. Indem sie +so langsam+ dahin gingen, kamen sie an einen -Bach. Seine Wellen plätscherten +lustig+ dahin. Die kleinen, silbernen -Schaumperlen drängten unaufhaltsam vorwärts. Ebenso eilig rollten -Hunderte von Sandkörnchen auf dem klaren Grunde dahin. - -Vor diesem Bache blieb der Großvater plötzlich stehen. „Sieh Dir dieses -Wässerchen einmal recht genau an“, sagte er hierauf bedächtig zu seinem -Enkel. „Es redet gar ernst zu Dir! Es predigt Dir nachdrücklich eine -wichtige Lehre.“ - -Der Knabe sah dem Wellenspiele eine Weile unverwandt zu und sagte dann -wie verwundert: „Was meinst Du damit, Großpapa?“ - -„Sieh, mein Kind“, erwiderte dieser feierlich, „wie diese Wellen -schnell dahinfließen, so rastlos flieht die Zeit, so eilig geht unser -Leben dahin. Ist es doch, als treibe ein Tropfen den andern. Ebenso -drängt mächtig eine Stunde die andere. Umsonst suchst Du hier ein -Tröpfchen, das noch einmal umkehre. Vergebens flehst Du eine Stunde -Deines Lebens zurück. Stracks eilt hier jeder Tropfen dem großen Oceane -zu. Gerade so eilen unsere Tage in das Meer der Ewigkeit. - -Ob wir fromm und weise leben, oder anders: unser Weg geht schnurgerade -nach dem Grabe. Tausende kommen unerwartet dort an und blicken dann -oft reuevoll auf ihre Vergangenheit zurück. Darum hüte Dich fein, mein -lieber Sohn, daß es Dir nicht auch einmal also ergehe.“ - - -59. Der Geizhals. - -(Umstandswörter der Stärke.) - -Der Bauer Murmel war +überaus+ geizig. Er aß sich +kaum+ satt. Er trank -nie ein Glas Bier, wie andere Bauern, sondern +nur+ Wasser. Ein Rock -mußte bei ihm mindestens zwanzig Jahre halten. Er arbeitete von früh -bis abends fast ununterbrochen. Dabei strengte er sich oft dermaßen an, -daß er plötzlich entkräftet zusammensank. - -Höchst selten schlief er länger als vier Stunden. Sehr oft sah man -ihn sogar noch vor Sonnenaufgang wieder auf dem Felde arbeiten. Des -Sonntags an eine kleine Erholung zu denken, davon war er weit entfernt. -Er sah es sogar nie gern, wenn ihn an diesem Tage irgend ein Freund -besuchte. In die Kirche ging er gar nie. Das kostete ihn zu viel -Zeit. Von ihm auch nur eine kleine milde Gabe zu erlangen, hielt -außerordentlich schwer. Selbst die gesetzlichen Steuern zu zahlen, -wurde ihm unsäglich sauer. - -Seine Dienstboten hatten es unerhört schlecht bei ihm. Ihre Kost war -unbeschreiblich mager und kärglich. Und dabei nun Lust und Liebe -zur Arbeit zu zeigen, war doch am Ende zu viel verlangt. Uebrigens -behandelte er sie beinahe wie Sklaven. Kein Wunder daher, daß er -wenigstens alle Vierteljahre neue Leute hatte. - -Auf diese Weise scharrte Murmel freilich schrecklich viel Geld -zusammen. Die ärmeren Leute des Ortes hielten ihn sogar für -unmenschlich reich. Was aber half ihm all sein Reichthum? Der Tod -klopfte doch eines Tages unerbittlich auch an seine Thür. Daß aber der -Geizhals nun von seinen Schätzen Abschied nehmen sollte, machte ihm die -Sterbestunde ungeheuer schwer. Er kämpfte entsetzlich. Der Tod aber -schloß ihm endlich erbarmungslos die Augen und bald darauf theilten -sich seine Erben höchlichst vergnügt in seine Güter. - - -60. Die Landbewohner. - -(Umstandswörter der Aussageweise.) - -„Es ist +durchaus+ unrecht“, sagte eines Tages Vater Wolfram zu seinen -Kindern, „daß manche Städter die gewöhnlichen Landleute mißachten. -Diese haben +freilich+ keine hohe Schule besuchen können. Sie sprechen -+kein+ regelrechtes Deutsch. Sie gehen nicht in Sammt und Seide einher. -Sie kleiden sich überhaupt keineswegs stets nach der neuesten Mode. -Sicher aber sind sie trotzdem ganz ehrbare Leute. - -Es finden sich wohl unter den Landbewohnern zuweilen rohe Naturen. -Aber sind dergleichen etwa innerhalb der Stadt vergeblich zu suchen? -Vielleicht trifft man gerade in den Städten oft mehr Ungeschliffenheit -unter dem niederen Volke, als auf dem Lande. Jedenfalls darf sich -keine Stadt rühmen, lauter anständige Bewohner zu zählen. Wir Städter -würden es sicherlich bitter empfinden, wenn die Landleute uns einmal -ihre Dienste versagen wollten. Wer Vorrath an Lebensmitteln hätte, -könnte es allenfalls einige Wochen mit ansehen. Die Anderen aber würden -wahrscheinlich sehr bald flehentlich bitten: Kommt wieder, Ihr lieben -Bauern und bringt uns Brod, wir müssen ja sonst verhungern! - -Darum, Kinder, fragt Euch, ob Ihr vielleicht auch einmal verächtlich -auf jene Leute hingeblickt habt. Und wäre es ja der Fall gewesen, so -dürfte das schlechterdings nicht wieder vorkommen. - -Möglicherweise gehe ich in nächster Zeit mit Euch einige Tage auf -das Land, dann werdet Ihr Euch gewiß selbst überzeugen, daß die -Landbewohner wirklich allermeist kreuzbrave Leute sind, die unbedingt -unsere Achtung verdienen. Wer freilich stolz auf sie herabblickt, dem -begegnen sie allerdings nicht selten mit Mißtrauen. - -Werdet Ihr sie bei ihrer schweren Arbeit auf dem Felde sehen, denkt -Ihr gewiß bei Euch: Nein, um dieses Loos sind sie wahrlich nicht zu -beneiden! Und doch, Kinder, hört man sie fast nie klagen, daß sie so -recht im Schweiße ihres Angesichts ihr Brod essen müssen.“ - - -61. Die Staare. - -(Umstandswörter der Frage.) - -„+Was+ sind denn das für Kästchen, die dort auf den Bäumen hängen?“ -fragte der kleine sechsjährige Gustav seinen Vater, mit dem er eben an -einem Garten vorüberging. - -„Das sind Staarmästen, mein Sohn“, sagte der Vater. - -„+Wozu+ sind denn diese Staarmästen da, Papa?“ - -„Damit die Staare ihre Nester hineinbauen können.“ - -„+Wovon+ bauen denn die Staare ihre Nester?“ - -„Meist aus Stroh, Heu und Moos.“ - -„Aber womit bauen sie denn? Sie haben ja keine Werkzeuge, wie Du, Papa, -wenn Du einmal etwas baust?“ - -„Sie bauen mit ihrem Schnabel und mit ihren Füßen.“ - -„Wo sind denn aber jetzt die Staare? Man sieht ja keinen?“ - -„Sie sind zur Zeit noch nicht von ihrer Reise zurück, lieber Gustav.“ - -„Wohin sind sie denn gereist?“ - -„Nach wärmeren Ländern, weil es ihnen bei uns zu kalt wurde.“ - -„Wann reisten sie denn ab?“ - -„Sie reisen stets mit Eintritt des Herbstes von uns fort, weil es ihnen -eben bei uns zu kalt wird.“ - -„Wie finden sie denn aber den Weg hin und zurück?“ - -„Den zeigt ihnen der liebe Gott, mein Sohn.“ - -„Ob sie denn nun bald wiederkommen?“ - -„Es kann nicht lange mehr dauern.“ - -„Woher weißt Du denn das?“ - -„Weil der Februar bald zu Ende geht und Anfang März kehren sie -gewöhnlich zurück.“ - -„Aber, sage mir, Papa, weshalb bauen denn die Staare ihre Nester nicht -zwischen die Aeste, wie andere Vögel?“ - -„Ganz einfach. Weil sie die geschützten Räume lieben.“ - -„Und warum hängt man denn nicht auch für die Finken und Zeisige solche -Mästen auf?“ - -„Weil diese Vögel es vorziehen, ihre Nester frei zwischen die Zweige zu -bauen.“ - -„Wieviel Eier legt denn ein Staar?“ - -„Vier bis sechs Stück und das jährlich zwei- bis dreimal.“ - -„Papa, da fällt mir eben ein, daß einmal unsere Köchin sagte, man könne -die jungen Staare essen, aber man dürfe es nicht. Weswegen denn?“ - - -„Weil die Staare sehr viel Ungeziefer vertilgen und deshalb sehr -nützlich werden.“ - -„Papa, sieh, sieh! Dort setzte sich eben ein schwarzer Vogel auf den -Baum. Nicht wahr, das ist ein Staar?“ - -„I bewahre, Gustav.“ - -„Wofür hältst Du ihn denn?“ - -„Es ist eine Amsel.“ - - -62. Eine Wanderschaft. - -(Wiederholung der Umstandswörter.) - -Hans, der noch sehr jung, aber schon ziemlich leichtsinnig war, ging -eines Tages gänzlich unerwartet auf die Wanderschaft. Wo er eigentlich -hin wollte, wußte er nicht. Ob ihn sein Wanderstab hierhin oder dorthin -führen werde, war ihm ganz gleich. Er meinte immer, es sei überall viel -zu sehen und man dürfe sich deshalb auch nirgends zu lange aufhalten. -Trotzdem aber saß er zuweilen stundenlang auf einem Berge und stierte -träumerisch in die Welt hinein. Bald sah er links, bald rechts, bald -vorwärts, bald rückwärts. - -Nur selten nahm er Arbeit an. Hatte er einmal kein Geld mehr, schrieb -er schleunigst heim an seine Mutter und flugs kamen wieder einige -Kassenscheine angewandert. „Heisa!“ jubelte er nun da gewöhnlich, -„jetzt habe ich wieder Geld! Jetzt frisch und fröhlich weiter!“ - -So durchwanderte er sorgenlos, aber eigentlich auch zwecklos Städte -und Länder und war jederzeit wohlgemuth. An den wirklichen Zweck des -Wanderns dachte er selten und nie ernstlich. „Heute hier, morgen dort -und immer lustig und gut leben“ war sein Wahlspruch. - -Fünf Jahre war er jetzt bereits auf Reisen. Sein Aeußeres hatte sich -in dieser Zeit merklich verändert. Ein starker Bart bedeckte über -und über sein Gesicht. Das blühende, zarte Roth war längst von den -Wangen gewichen. Sie hatten sich tief gebräunt. Sein Körper war hoch -aufgeschossen und hatte sich kräftig entwickelt. Seine früher dünne -Stimme klang jetzt tief, voll und männlich. - -Da beschloß Hans endlich, wieder heimzukehren. Und mit der Ausführung -dieses Entschlusses zögerte er auch keineswegs lange. Als ihn wenige -Tage darauf einmal der Regen tüchtig durchpeitschte, kehrte er -plötzlich um und nahm seinen Weg schnurstracks nach Hause. - -„Ob man mich denn daheim wiedererkennen wird, oder nicht?“ dachte er -still für sich. - -Er reiste jetzt außerordentlich schnell. Nirgends rastete er lange. -Er gönnte sich kaum Zeit, gehörig auszuschlafen. Bald war die Heimat -erreicht. Langsam schritt er jetzt sein Vaterdorf entlang. Die Leute -gingen stumm und gleichgiltig an ihm vorüber. Niemand erkannte ihn, -sogar seine Schwester nicht. Kaum aber erblickte ihn seine Mutter, die -zufällig unter der Hausthür stand, rief sie ihn sogleich bei seinem -Namen und fiel ihm gerührt und weinend um den Hals. - -Was aber hatte dem Hans die lange Wanderschaft wirklich genützt? -Nichts, wenigstens nicht viel. Er hatte nur gesehen, hatte blos gut -gegessen und getrunken, aber blutwenig gelernt. - - - - -Das Verhältnißwort. - - -63. Das Vaterhaus. - -(Verhältnißwörter des Ortes.) - - -Ach wie gern, schrieb ein siebzigjähriger Greis, denke ich noch heute -+an+ mein liebes Vaterhaus zurück! Es war eigentlich nur eine Hütte -und stand dicht +an+ einem Felsen +in+ dem schönen Lande Tyrol. +Auf+ -ihrem niederen Moosdache blühten niedliche Waldblümchen. Ach, unter -ihnen habe ich manch schönen Knabentraum geträumt! Hinter den schmalen -Fenstern standen im Sommer stets Sträußchen Alpenrosen und Edelweiß. -Neben der Hausthür kletterte wilder Epheu an der Wand empor. Ueber -der Thür war ein Muttergottesbild gemalt. Noch sehe ich, wie lieb die -fromme Maria auf uns Kinder herniederschaute! - -Vor der Hütte rann ein frischer Waldbach murmelnd dahin. Zwischen -ihm und dem Häuschen lag ein kleines Gärtchen, das uns Salat, Möhren -und Rüben in die Küche lieferte. Oberhalb des Gärtchens führte ein -schmaler Steg über das Wässerchen. Jenseits desselben beschattete -niederes Gebüsch die Silberwellen und diesseits desselben zog sich eine -blumenreiche Wiese hin. - -Wie oft habe ich an diesem Bächlein gesessen, wenn über ihm die Mücken -spielten und innerhalb seiner Tümpel die Schmerlen hin- und herhuschten. - -Unterhalb unserer kleinen Besitzung hatte mein Vater ein kleines Wehr -erbaut. Vor demselben staute natürlich das Wasser und so hatten wir -zur heißen Sommerzeit ein kühlendes Bad. Welche Lust in dem frischen -Wasser! Wie Frösche hüpften wir in die klare Tiefe, wie Fische tauchten -wir unter das Wasser, wie kleine Wassernixe tanzten wir dann wieder -längs des Ufers hin. Kein Wunder, daß wir des Tages mehr als einmal zu -dem erquickenden Plätzchen eilten. - -Aber auch außerhalb des engen Kreises unserer Häuslichkeit gab es -für uns Kinder viel Lust. Wie herrlich war es, wenn wir unsere zwei -Geisen hinter die Felsen an den stillen Schwummersee führen konnten! -Während sie nach den saftigen Kräutern gingen, legten wir uns zwischen -schattiges Gebüsch oder hinter einen Felsblock. Hatten sich die Geisen -gesättigt, streckten auch sie sich zuweilen neben uns hin. - -Läutete dann das Abendglöcklein von der Dorfkapelle, ertönte kein Laut -mehr aus den Zweigen, zogen wir heimwärts, singend und jodelnd bis vor -unsere Hütte. - -O schöne, süße, goldene Jugendzeit im geliebten Vaterhause! - - -64. Vor Paris. - -(Verhältnißwörter der Zeit.) - -+Während+ der Belagerung stand ein deutscher Soldat auf Vorposten. Er -war erst +vor+ zwei Tagen aus dem Lazarethe entlassen worden und noch -etwas schwach. +Seit+ dem frühen Morgen schon quälte ihn der Hunger. -Aber unter zwei Stunden durfte er den Brodbeutel noch nicht öffnen. -Binnen dieser Zeit mußte er seine Augen streng auf die feindlichen -Wälle gerichtet halten. - -Da trat eine arme Mutter mit drei todtenblassen Kindern an ihn heran -und flehte um einen Bissen Brod. Sie habe, erzählte sie, schon vor -dem letzten Ausfalle Paris verlassen und irre bereits seit drei Tagen -umher. Während dieser Zeit aber hätten sie und ihre Kinder noch keinen -Bissen zu essen gehabt. - -Nach kurzem Besinnen griff der brave Soldat in seinen Beutel und -reichte den Aermsten all sein Brod. „Hier, eßt“, sagte er. „Habe ich -auch bereits bei acht Stunden Hunger gelitten, ich halte es noch aus, -Ihr aber würdet binnen vierundzwanzig Stunden dem Hungertode erlegen -sein.“ - - -65. Die Rückkehr der Helden. - -(Verhältnißwörter der Weise.) - -+Unter+ dem Geläute der Glocken zogen die rückkehrenden Krieger -in die Residenz ein. +Mit+ Sang und Klang marschirten sie die -reichgeschmückten Straßen dahin. Die Reihenfolge der verschiedenen -Truppen war nach dem Befehle des Feldmarschalls bestimmt worden. - -Ohne Heuchelei wurden die Helden von allen Seiten aufs herzlichste -begrüßt. Sie sahen, wider alles Erwarten, frisch und munter aus, -obgleich viele von ihnen heute schon mehrere Stunden bei heißem -Sonnenbrande marschirt waren. Selbst dem Feldmarschall, der sammt -seinem Stabe die Spitze bildete, schien dieser wahrhaft begeisterte -Empfang gegen alle Voraussetzung zu sein. - -Mit Blumen reich geschmückt langten endlich die Soldaten in ihren -Quartieren an, wo sie unter warmen Händedrücken empfangen wurden und -sich nun meist bei einer Flasche Wein gütlich thun konnten. Da trank -denn auch mancher alte Papa heute fast wider seinen Willen und gegen -seine Gewohnheit ein Gläschen mehr mit dem glücklich heimgekehrten -Sohne. - -Freilich verlief das schöne Fest auch in mancher Familie nicht ohne -bittere Thränen. Zuweilen den einzigen Sohn, ein Kind nach aller -Herzen, hatte die feindliche Kugel durchbohrt. Er kehrte sammt vielen -Tausenden nie mehr heim! - - -66. Joachim. - -(Verhältnißwörter des Grundes.) - -Der erst zwanzigjährige Joachim stand +wegen+ eines Raubanfalls vor -Gericht. +Laut+ Aussage seines Vaters hatte er sich als Knabe sehr -naschhaft gezeigt. Der Ordnung gemäß wurde auch sein ehemaliger -Lehrer über seine Aufführung als Schüler befragt. Zufolge dieses -Schulzeugnisses hatte es Joachim im Bezug auf Ehrlichkeit nie recht -genau genommen. Um eines lumpigen Schiefers willen, den er doch für -einen Pfennig haben konnte, war er sogar einmal vermittelst eines -Nagels in seines Nachbars Schränkchen eingebrochen. - -„Vermöge seiner Geistesanlagen“, schloß des Lehrers Zeugniß, -„hätte Joachim etwas Tüchtiges lernen können. Aus purem Leichtsinn -aber blieb er hinter allen seinen Mitschülern zurück. Kraft eines -Lehrerconferenz-Beschlusses mußte er deshalb einmal vier Wochen lang -auf der Strafbank sitzen.“ - -Den Raubanfall hatte Joachim mehr aus Rache, als um des Raubes willen -ausgeführt. Laut seiner Auslassungen sollte ihn der Angefallene einmal -infolge eines Kirschendiebstahls grausam durchgeprügelt haben. Auch -habe er ihn wegen eines kleinen Schimpfwortes einmal tüchtig an den -Haaren gezaust. Daß er ihn mittels eines dicken Stockes auf den Kopf -geschlagen habe, zufolge dessen der Mann niedergestürzt sei, leugnete -Joachim. Er habe, sagte er, ihm blos mit der Hand einen Stoß versetzt -und es wäre wohl möglich, daß er infolge dieses Stoßes hingefallen sei. - -Dem Urtheile der Richter gemäß wurde Joachim für schuldig erkannt -und erhielt für seine That, kraft des Strafgesetzbuches, fünf Jahre -Zuchthaus. - - -67. Die Mühle. - -(Wiederholung aller Arten Verhältnißwörter.) - -In einem düsteren Waldgrunde stand seit langer Zeit eine Mühle. Sie -lehnte mit ihrer Rückseite an einem kleinen Hügel. Eine alte Linde -breitete ihre schattigen Aeste über sie hin. Vor der Mühle lag ein -kleines Blumengärtchen. Oberhalb derselben, mehr nach einem Felsen zu, -erblickte man zwischen Gebüsch einen Teich, aus dem sich ein Bächlein -unter dumpfem Gemurmel hervorschlängelte. Es eilte in raschem Laufe auf -die Mühle zu. Dort stürzte sich sein Wasser mit ziemlichem Geräusche -über das Mühlrad und setzte dieses, vermöge seiner Schwere, in Bewegung. - -Das Mühlrad klapperte ohne Ruh und Rast bei Tag und Nacht. Nur am -Sonntage, um der Sabbathfeier willen, stand es still. Laut einer -Verordnung hätte sonst der Müller vor Gericht Strafe zahlen müssen. - -Viele Stunden im Umkreise gab es kein Haus. Des Müllers Kinder waren -ohne alle Kameraden. Selten traten sie aus dem Thale hinaus. Die -Blumen am Bachrande waren ihre Bilder, die Fischlein im Wasser und die -Käfer auf und unter den Blumen ihre Gespielen, die Vöglein innerhalb -des Thales ihre Singlehrer. - -Im Winter kamen sie selten aus der Stube. Sie nähten dann Säcke aus -grober Leinwand für ihren Vater. So führten sie während des Sommers und -Winters ein einsames Leben. Und doch hingen sie mit ganzem Herzen an -ihrem Vaterhause und hätten um keinen Preis dasselbe mit einem andern -vertauscht. - -Als der Müller eines Tages von dem Nachbardorfe kam und sagte, er könne -jetzt die Mühle für ein gutes Geld verkaufen, stellten sich alle Kinder -um ihn her, faßten ihn an der Hand und baten unter Thränen, er solle -doch das nicht thun. Sie würden, wenn sie aus der Mühle fortmüßten und -außerhalb des stillen Thales leben sollten, unglücklich sein. - -Diesen dringenden Bitten zufolge versprach auch der Müller, die Mühle -zu behalten. „Nein“, sagte er nach kurzem Besinnen, „ich will nicht -gegen Eure Wünsche handeln, aus purer Liebe zu Euch. Wegen eines -irdischen Gewinnes soll Euer Glück nicht gestört werden.“ - - - - -Das Bindewort. - - -68. Ungleiche Brüder. - -(Zusammenstellende Bindewörter.) - -Melchior +und+ Sebastian waren Brüder. Melchior beschäftigte sich mit -Allerhand, was ihm gut lohnte. Er besserte Körbe aus, +auch+ flocht -er zuweilen neue. +Zudem+ strich er Fenster- und Thürstöcke, außerdem -auch Möbel an. Ueberdies half er im Sommer nicht selten in der Ernte. -Schließlich schämte er sich auch nicht, einmal sogar den Dreschflegel -in die Hand zu nehmen. Wo er arbeitete, war man sowohl mit seinem -Fleiße als auch mit seiner Geschicklichkeit zufrieden. Weder Wind noch -Wetter konnten ihn abhalten, einmal übernommene Dienste auszuführen. - -Melchior war aber nicht blos fleißig und geschickt, sondern auch -sparsam. Als er etwa vierzig Jahre zählte, kaufte er sich erstens ein -kleines Haus, zweitens etwas Feld, drittens eine Ziege und endlich gar -eine Kuh. Hierauf heirathete er ein sehr braves Mädchen aus seinem -Orte, mit dem er alsdann seine kleine Oekonomie bewirthschaftete, -ferner ein Gemüsegeschäft anlegte und auch noch nebenbei -Federviehhandel trieb. - -Ganz anders verhielt und zeigte sich sein Bruder Sebastian. Er dachte -weder an das Sparen, noch an das Arbeiten. Er trieb sich tagediebisch -umher, zudem liebte er das Kartenspiel und trank überdies oft über den -Durst. Auch in Bezug auf die Ehrlichkeit wollte ihm Niemand so recht -trauen. - -Kein Wunder, daß Sebastian nicht nur alle Achtung verlor, sondern auch -oft kein Brod hatte. Sowohl seine Nachbarn als auch sein Bruder warnten -ihn. Außerdem bemühte sich sogar die Ortsgemeinde, ihn zu bessern. Man -trug ihm zunächst lohnende Beschäftigung, sodann eine Hausknechtsstelle -in einem Gasthofe an, ferner einen Posten auf dem Bahnhofe; schließlich -wollte man ihm sogar Geld zu einem kleinen Kohlenhandel vorschießen. -Sebastian mochte von alledem nichts wissen und nichts hören. Natürlich -blieben die Folgen davon nicht aus. Bald versetzte er sein letztes -Hemde, führte dann allerlei Betrügereien aus, vergriff sich hierauf an -fremdem Eigenthume, trieb sich alsdann mit einer Zigeunerbande in den -Wäldern umher und wurde endlich als Räuber eingefangen. - -Er wurde verhört, alsdann verurtheilt und hierauf auf viele Jahre in -einer Strafanstalt untergebracht. Schließlich, nach langen Jahren, -klopfte er eines Tages an Melchior’s Thür als bettelnder Greis. - - -69. Die goldene Freiheit. - -(Entgegenstellende Bindewörter.) - -An einem Fenster hing ein großes, geräumiges Gebauer, in welchem ein -Rothkelchen auf und nieder hüpfte. Es sang +zwar+ fleißig, +aber+ -keineswegs so hell, wie einst draußen im grünen Walde. Es hatte das -beste Futter, +dennoch+ dachte es immer und immer an die fetten -Würmchen draußen unter dem Moose. Es bekam jeden Tag zweimal frisches -Wasser, gleichwohl konnte es die frischen, klaren Waldbächlein nicht -vergessen. Wol grüßte die liebe Sonne freundlich zum Fenster herein, -allein diese wohlthuenden Strahlen schienen das Rothkelchen nur immer -noch düsterer zu stimmen. - -Hermann bemerkte nur zu wohl die trübe Stimmung des Thierchens, doch -ihn rührte es nicht. Zwar liebte er selbst die goldene Freiheit -außerordentlich, gleichwohl konnte er sie hartherzig dem Rothkelchen -versagen. - -Als er im Herbste das Vöglein nach Hause brachte, hatte ihm sein Vater -gesagt: „Gut, Du magst es den Winter über behalten, aber zum nächsten -Frühjahre mußt Du es wieder fliegen lassen. Nun thue, was Du willst. -Entweder sperre es gar nicht erst ein, oder versprich, ihm dann die -Freiheit wieder zu schenken.“ - -Hermann hatte Letzteres zugesagt. Allein jetzt, als der Frühling da -war, dachte er nicht mehr daran. Er kannte nicht nur kein Mitleid, -sondern meinte sogar, das Thierchen könne es nirgends besser haben, als -bei ihm. „Ein Vögelchen im Käfige zu halten“, sagte er einmal, „kann -kein Unrecht sein, nur muß man es gut pflegen.“ - -Sein Vater indessen dachte anders. „Gut essen und trinken“, sagte er, -„ist viel werth, nichtsdestoweniger möchte ich dabei in einem Kerker -stecken. Fesseln und schmale Kost drücken den Verbrecher sehr, der -Verlust der Freiheit dagegen drückt ihn am empfindlichsten.“ - -Der Frühling schritt inzwischen immer tiefer in das Land, Hermann -jedoch machte keine Anstalt, seinem Gefangenen den Kerker zu öffnen. Er -fürchtete auch keineswegs den Unwillen seines Vaters, sondern glaubte, -derselbe wolle jetzt selbst, daß das Vöglein im Käfige bleiben solle. -Wie sehr aber erschrak er, als er denselben eines Tages leer fand. -Hermann weinte, das Vöglein indessen jubelte bereits längst draußen im -Walde ob der neugeschenkten goldenen Freiheit. - - -70. Amerika. - -(Begründende Bindewörter.) - -„Warum wandern denn eigentlich so viele Menschen nach Amerika aus?“ -fragte Ludwig seinen Vater. - -„Ganz einfach“, erwiderte dieser, „+weil+ Viele glauben, dort ihr Glück -zu machen. Viele täuschen sich freilich auch, +denn+ es ist nicht alles -Gold, was glänzt. Amerika bezahlt zum Beispiel die Arbeit weit besser -als Deutschland, deshalb aber wird noch lange nicht jeder Arbeiter -reich. Er muß dafür auch seinen Lebensunterhalt theuer erkaufen, und -sonach gleichen sich Einnahme und Ausgabe wieder aus. Amerika gestattet -dem Volke in mancher Hinsicht mehr Freiheit als Europa, daher aber -erlauben sich dort auch Einzelne aus dem Volke manche Gewaltthaten. -Amerika ist der Zufluchtsort von unzähligen Taugenichtsen, Betrügern -und Dieben, deswegen kommen dort verhältnißmäßig mehr Verbrecher -vor, als bei uns. Amerika besitzt unermeßliche Ländereien, demnach -ist für wenig Geld ein bedeutender Grundbesitz zu erwerben. Diese -Länderstrecken aber sind mit Urwald bedeckt und müssen mithin erst -urbar gemacht werden. Dergleichen Arbeit ist indeß äußerst mühsam und -anstrengend und darum verlieren Viele die Lust, lassen die Hände sinken -und gerathen somit in Noth und Elend. - -Es sei damit nicht gesagt, lieber Ludwig, daß in der neuen Welt -Niemand auf einen grünen Zweig kommen könne, denn eine große Zahl -Eingewanderter hat ihr Glück gefunden. Falsch aber ist es, zu denken: -Diese sind reich und glücklich geworden, folglich muß ich es auch -werden und also gehe ich hinüber.“ - -„Du würdest sonach Niemandem rathen, nach Amerika auszuwandern?“ sagte -Ludwig hierauf. - -„Das habe ich deshalb noch nicht gesagt“, erwiderte der Vater. „Wer -nach Amerika geht, muß arbeiten wollen, weil der Faule dort in -der Regel zu Grunde geht. Folglich würde ich allerdings zu einem -Arbeitsscheuen sagen: Bleibe Du hier, da Du den Schweiß des Angesichts -nicht gut vertragen kannst. Ebenso würde ich zu einem, der hier in -guten Verhältnissen lebt, sagen: Du hast, was Dein Herz wünscht, darum -bleibe im Lande und nähre Dich redlich. Einem jungen Manne aber, der -brav und strebsam ist, es aber hier zu nichts bringen kann, werde ich -stets sagen: Gut, Du wirst drüben die Hände nicht müßig in den Schooß -legen und somit vorwärts kommen, mithin gehe! - -Verstehe mich also nicht falsch, lieber Ludwig. Ich meine durchaus -nicht, weil Viele dort drüben ein trauriges Loos ziehen, daher dürfe -Niemand mehr nach Amerika auswandern. Wohl aber bin ich, wie schon -gesagt, gegen den Glauben, der da spricht: Hinz und Kunz sind da drüben -Millionäre geworden, demnach kann mir es auch nicht fehlen. - -Die neue Welt jenseits des Oceans ist eine gar eigene und deswegen muß -die Uebersiedelung dahin wohl überlegt werden.“ - - -71. Treue Freundschaft. - -(Wiederholung der Bindewörter.) - -Paul und Robert waren zwei gute Freunde. Beide jedoch besaßen eine sehr -verschiedene Bildung. Das konnte aber auch nicht anders sein, denn -jeder hatte eine andere Erziehung genossen. - -Paul gehörte reichen, Robert dagegen armen Eltern an. Paul genoß daher -viel Schulunterricht. Er sprach nicht nur französisch, sondern auch -englisch. Er lernte reiten, auch fechten und schwimmen. Er bewegte -sich überdies stets unter vornehmen Leuten und besaß ferner eine gute -Bibliothek. Zudem ging er auch mit seinen Eltern öfters auf Reisen. -Somit war ihm Alles geboten, was Bildung schafft. - -Robert dagegen besuchte nur eine einfache Dorfschule. Hier gab es -wohl einen guten Lehrer, allein nicht viel Schulzeit. Zwar strengte -sich Robert sehr an, aber seine Kenntnisse blieben doch sehr dürftig. -Gleichwohl gehörte er zu den besten Schülern des Ortes. Deswegen wurde -er auch von seinem Lehrer, sowie von seinen Mitschülern sehr geachtet. -Und deshalb verging kein Examen, an welchem er nicht entweder eine -Prämie oder sonst eine Auszeichnung erhielt. - -Paul blieb das nicht unbekannt und daher erwählte er Robert zu seinem -Freunde. Weder Robert’s Armuth, noch seine geringe Bildung waren -ihm ein Anstoß. Paul liebte ihn, weil er ein ebenso fleißiger als -gesitteter Knabe war. Und Paul hat diese Wahl nie bereut, denn Robert -hing so treu an ihm, daß er sein Leben hätte für ihn lassen können. - -Paul kam zwar später aus dem Elternhause fort, aber die Entfernung -trennt ja wahre Freundschaft nicht, da diese im Herzen wohnt. Paul -und Robert schrieben sich oft; infolge dessen konnte keine Entfremdung -eintreten. Ja, sie blieben treue Freunde bis zum Tode. - - - - -Das Empfindungswort. - - -72. Ein Spaziergang. - -Arthur und Emilie gingen an einem Waldrande spazieren. „+Ei!+“ rief -Arthur plötzlich aus, indem er sich bückte, „ein Graspferd! ein -Graspferd!“ - -„+Pfui!+“ erwiderte Emilie, „das häßliche Thier!“ - -„+Ei+, +ei!+ Emilie“, tadelte Arthur, „so darf man nicht sagen. O, -auch die Graspferde sind schön in ihrer Art. Hopp! hopp! Sieh nur, -was es für große Sätze machen kann! O weh! Jetzt hüpfte es in einen -Wassergraben! Ach, das arme Thier! Es wird ertrinken müssen! Ist es -mir doch, als riefe es mir zu Hilfe! Hilfe! -- Ha! ich muß sein Retter -werden!“ - -Arthur langte in den Graben hinab und packte das Thier an. In demselben -Augenblicke aber schrie er auch: „Au! au!“ und ließ es auf die Erde -fallen. - -„Was schreist Du denn so?“ fragte Emilie schnell. - -„Abscheulich!“ versetzte Arthur. „Das Heupferd hat mich in den Finger -gezwickt.“ - -„Hahaha!“ lachte da Emilie hell auf. „Aetsch! Nun hast Du doch etwas -von Deinem allerliebsten Thierchen!“ - -„Ssssst! Schwesterchen“, entgegnete Arthur, mit dem Finger drohend, -„nicht schadenfroh sein!“ - -Beide Geschwister gingen jetzt weiter. Bald darauf vernahmen sie hinter -sich her die Rufe: „Heda! Bst! Bst!“ Als sie sich umsahen, erblickten -sie vier bekannte Knaben, die an dem Spaziergange theilnehmen wollten. - -„Hurrah!“ rief Arthur begeistert aus, „nun wird es hübsch! Jetzt können -wir Soldaten spielen.“ - -„Und ich?“ fragte Emilie bedeutungsvoll. - -„Hm!“ erwiderte Arthur nachdenklich. „Nun ja, das hatte ich mir -freilich nicht überlegt, daß Du Dich auf das Exerciren nicht verstehst. -Also rrrr! ein anderes Spiel!“ - -Nachdem die Kinderschaar Haschekater, Blindekuh u. dergl. m. gespielt -hatte, trat sie den Heimweg an. Eben überschritten die Kinder eine -Stoppel. Da auf einmal ging’s „brrr!“ und ein Volk Rebhühner flog vor -ihnen auf. - -„Hoho! Bin ich doch erschrocken!“ versetzte einer der Knaben. Arthur -aber sagte: „Ei, hätten wir doch jetzt Flinten! Da sollte es aber -gehen: Piff, paff! puff! und kein einziges Rebhuhn dürfte davonkommen. -Heisa! wie würden sich unsere Mütter freuen, wenn wir solche Braten mit -nach Hause brächten!“ - -Arthur wollte noch weiter reden, da aber kam ein Graben und -- pardauz! -lag er darin, so lang er war. Natürlich gab das ein gewaltiges -Gelächter. - -Unter dem Gesang des Liedes: „Tra ri ra! sind die Jäger da“ etc. -kehrten endlich die Knaben fröhlich heim. - - - - -~B.~ Satzlehre. - - -73. Das Gewitter. - -(Satzarten.) - -[Sidenote: Einfacher Satz.] - -Der Blitz zuckte. - -[Sidenote: Erweiterter einfacher Satz.] - -Ein langer Donner grollte unter dem dunklen Himmel dahin. - -[Sidenote: Zusammengezogener Satz.] - -Menschen und Thiere suchten ein baldiges Unterkommen. - -[Sidenote: Zusammengesetzter Satz.] - -Die Schnitter eilten in ihre Hütten und die Heerde hüpfte nach dem -schirmenden Stalle. - -[Sidenote: Satzgefüge.] - -Ein warmer Regen, welcher längst erwünscht war, tränkte später das -durstige Erdreich. - - -74. Ursache und Folge. - -(Desgleichen.) - -[Sidenote: Einfacher Satz.] - -Der Herbst war da. Die Früchte reiften. Die Aepfel glänzten. Die -Pflaumen winkten. - -[Sidenote: Erweiterter einfacher Satz.] - -Der liebe Gott hatte die Gärten reich gesegnet. Manche Aeste konnten -ihre Last kaum tragen. Sie mußten mit starken Pfählen gestützt werden. -Und dennoch neigten sich ihre äußersten Zweige fast bis zur Erde herab. - -[Sidenote: Zusammengezogener Satz.] - -Eines Tages gingen Emil und Otto in ihren Obstgarten. Beide jubelten -und jauchzten. Sie durften und sollten sich an den Aepfeln und Birnen -gütlich thun. Vater und Mutter hatten es ihnen erlaubt. Dieser Genuß -sollte sowohl eine Belohnung als auch eine Erquickung für sie sein. - -Emil eilte sofort auf einen Pflaumenbaum los und Otto kletterte auf -einen Apfelbaum. Emil war bald gesättigt, Otto aber schien gar nicht -genug bekommen zu können. Jener befleißigte sich überhaupt stets der -Mäßigkeit, denn er ehrte das Gebot der Eltern. - -Otto, welcher eben zu viel Aepfel aß, fühlte sehr bald die üblen -Folgen. Das, was ihm ein Genuß gewesen war, bereitete ihm jetzt die -bittersten Schmerzen. Ehe noch der Tag zu Ende ging, lag er jammernd -und seufzend im Bette. Ihm wurde nun klar, das die Unmäßigkeit sich -selbst bestraft. Der Apfelbaum, sagte er wiederholt, soll mir eine -Warnungstafel bleiben, so lange ich lebe. - - - - -Der einfache Satz. - - -75. Das Pferd. - -(Welche Wörter als Subject dienen können! Alle.) - -+Das Pferd+ ist ein nützliches Hausthier. +Es+ ist sehr stark und -schön gebaut. +Die Stärke+ liegt in seinen Muskeln. Das Schöne spricht -namentlich aus der Hals- und Kopfbildung. Sein ganzes Sein ist freilich -nicht selten eine Kette schwerer Arbeit. Das Ziehen wird ihm leider oft -zu sauer gemacht. Dieses Leider fällt leider dem Fuhrmanne zur Last. Er -ladet zu viel auf. Das Bergauf wird von ihm wenig beachtet. - -Das Pferd ist nun schlimm daran. Das Wollen fehlt ihm nicht. Das Können -indeß hat seine Grenze. - -Da knallt die Peitsche. Flüche fallen auf das arme Thier nieder. -Es geht zuweilen wahrhaft grausam dabei zu. Man möchte dazwischen -springen. So zuzuschlagen ist sündlich. Wann wird man endlich auch die -Pferde menschlich behandeln? Dieses Wann wird aber wol noch lange eine -Frage bleiben. - - -76. Gott. - -(Aus welchen Wörterklassen das Prädikat gebildet werden kann.) - -Gott ist +Schöpfer+. Er ist +allmächtig+. Sein Wort hat Alles -+hervorgebracht+. Alles ist +sein+. - -Gott ist Erhalter. Sein Reich ist freilich groß. Seine Hand doch -sättigt alles Leben. Dieser Trost ist unser. - -Gott ist auch Regierer. Sein Regiment ist gnädig. Er schützt. Er -leitet. Dieser Glaube ist mein. - -Und Gott ist unser Vater. Er ist allgütig. Seine Liebe umfaßt uns. Mein -Herz sei darum sein. - - -77. Die Rose. - -(Desgleichen.) - -Die Rose ist eine +Blume+. Sie ist die +Blumenkönigin+. Ihre Krone ist -ein Wunderbau. Der Juni ist ihre Blütezeit. Die Blätter sind zart. Ihre -Formen sind lieblich. Sie leuchtet weithin. Sie duftet. Sie entzückt. - -Dornen sind ihre Schutzwaffe. Jede Spitze ist ein Dolch. Die Dornen -sind wachsam. Sie sind auch tückisch. Sie stechen. Sie verwunden. - -Die Rose reizt. Sie ist verführerisch. Ein Kindlein naht. Es ist -hocherfreut. Es pflückt. Ein Tröpfchen Blut ist der Preis. - - - - -Der erweiterte einfache Satz. - - -~A.~ Erweiterung des Subjectes. - - -78. Das kranke Kind. - -(Beifügung vor dem Subjecte.) - -Die +kleine+ Emma war krank. Der +heftige+ Pulsschlag bekundete Fieber. -Die +vollen+ Wangen glühten. Das große Auge lag geschlossen. Die -feuchten Hände zitterten. - -Zwei Aerzte behandelten das Kind. Mehrere Arzneiflaschen standen auf -dem Tische. Auch etliche Pulverschächtelchen waren zu sehen. - -Die treusorgende Mutter wich nicht von dem Bette. Ihr weinendes Auge -ruhte unverwandt auf der Kranken. Ihre pflegende Hand war jederzeit zur -Hilfe bereit. - -Die verordneten Wärmegrade in der Stube wurden streng erhalten. Die -verhangenen Fenster schufen Dunkelheit. Das gedämpfte Licht aber hatte -etwas Unheimliches. Der vorgeschriebene Thee stand fortwährend über -einem Spiritusflämmchen. Die zu verbrauchende Arznei dagegen schwamm in -einem Glase mit Brunnenwasser. - -So waren alle Vorsichtsmaßregeln getroffen. Keine Veränderung an dem -Kinde blieb unbeachtet. Die zu hoffende Genesung ließ indeß lange auf -sich warten. - -„Unser Kind ist noch sehr krank“, klagte die Mutter oft den Aerzten. -„Sein Bewußtsein scheint oft zu schwinden. Seine Hände sind bald warm, -bald kalt. Meine Emma wird doch am Ende noch sterben! Ach, mein Herz -würde es kaum ertragen! Unser Lebensglück sänke mit ihr ins Grab. -Dieses Kind hat uns nie betrübt. Ein solcher Edelstein könnte uns nie -wieder ersetzt werden!“ - -Die theilnehmenden Aerzte trösteten sie. „Der liebe Gott wird Ihnen -schon das Kind erhalten“, sagten sie. „Die allmächtige Gotteshand hat -ja schon oft Wunder gethan. Sein Arm ist nicht zu kurz, daß er nicht -helfen könnte.“ - -Und der treue Himmelsvater half. Das tückische Fieber wich endlich. Die -arme Emma konnte das Bett wieder verlassen. Stärkende Nahrung gab ihr -bald wieder Kräfte. Kleine Spaziergänge erzeugten wieder Heiterkeit. -Die frische Luft hauchte wieder Rosen auf die Wangen. - -Herzinniger Dank stieg von den Mutterlippen zum Himmel empor. - - -79. Berlin. - -(Eine Beifügung nach dem Subjecte.) - -Die Stadt +Berlin+ ist zu einer Weltstadt geworden. In ihr hat nun der -Kaiser +von Deutschland+ seinen Sitz. - -Der Umfang der Stadt wächst fast zusehends. Die Regelmäßigkeit der -Straßen ist eine Zierde von ihr. Die Prachtbauten der Regierung -erwecken Bewunderung. Die Stätten der Wissenschaft werden sorglich -gepflegt. Werke der Kunst sind in Berlin reich vertreten. Die -Sammlungen der Kunstschätze erfahren von Jahr zu Jahr Bereicherungen. - -Die Helden des Volkes prangen als Prachtdenkmäler an den Straßen. Die -Fürsten des Reichs glänzen in Erzguß. Unter ihnen nimmt Friedrich der -Große den Vorrang ein. Plätze ohne Denkmäler sind überhaupt selten in -Berlin. - -Der Handel der Stadt ist im Flor. Die Großartigkeit der -Fabrikwerkstätten erregt Staunen. Das Streben nach Vergnügen hat -Lustörter in Menge hervorgerufen. Natürlich wird dadurch auch die Lust -zu schwelgen gefördert. Auch soll das Verbrechen des Taschendiebstahls -in Berlin häufig vorkommen. - -Die Lage der Stadt ist freilich keine sonderlich schöne. Die Umgebungen -derselben sind Sandebenen. Und eine Stadt ohne Naturreize verliert viel -an Anziehungskraft. - - -80. Peter. - -(Die Beifügung ein Zeitwort in reiner Form.) - -Der Trieb +zu spielen+ war bei dem zwölfjährigen Peter ziemlich stark -und verdrängte die Lust zu arbeiten. Kein Wunder daher, daß er in der -Schule keine Fortschritte machte. Während des Unterrichts beschäftigte -er sich oft mit den Händen unter der Tafel. - -Für diese Sucht zu tändeln und den Hang zu faulenzen erhielt er zwar -oft Strafe, aber sie weckte keineswegs in ihm das Bestreben zu lernen. - -Leider gesellte sich zu diesen Fehlern bei dem Peter auch noch die -Unart zu necken und zu schimpfen und die Neigung zu lügen. - -Eines Tages ließ der Lehrer den Knaben zu sich kommen und sagte zu ihm: -„Peter, mein Beruf zu erziehen und meine Pflicht zu bilden werden mir -an Dir sehr schwer. Dein Streben zu wachsen im Geiste ist gleich Null. -Glaube mir, daß Du Deine jetzige Art Dich zu verhalten und zu gebaren -einst noch bitter bereuen wirst.“ - -Peter aber, anstatt den Vorsatz zu hören und zu gehorchen zu fassen, -überließ sich auch fernerhin in der Schule dem Drange zu träumen, -zu brüten und zu tändeln. Und so wurde nach und nach aus ihm ein -liederlicher Mensch, den endlich seine Leidenschaft zu faulenzen und -Karte zu spielen an den Bettelstab brachte. - - -81. Weihnacht. - -(Eine Beifügung vor, eine nach dem Subjecte.) - -Das +schönste+ Fest +der Kinderwelt+ war da. Die heilige Nacht der -Geburt Christi breitete ihre Flügel über die Stadt. Sämmtliche Glocken -des Domes hallten über die Dächer dahin. - -Die feierliche Harmonie des Geläutes klang wie ein Gruß aus Himmelshöhe. - -Auf den Straßen wogte noch lange der bunte Strom des Volkes. Die -betreßten Diener der Paläste eilten mit Packeten dahin. Die breiten -Rücken der Dienstmänner waren vielfach mit Körben belastet. Die -zerlumpten Kinder der Armuth boten ihre Pflaumenmänner feil. Bepackte -Bewohner des Landes zogen zu den Thoren hinaus. Dort huschte wol auch -bereits ein vermummter Knecht Ruprecht in ein Haus hinein. Aus den -Bäckerläden stieg der bezaubernde Duft der Weihnachtsstollen. - -Die zierlichen Rouleaux der Salonfenster sind heute nicht -heruntergelassen. Bald strahlt hinter ihnen der helle Lichtglanz des -Christbaums. Bis auf die Straße herab schallt der jauchzende Jubel der -Kinder. Ihre Hoffnung auf die Christbescherung ist glänzend erfüllt. -Eine reiche Menge von Geschenken liegt vor ihnen ausgebreitet. Die -lockenden Titel der Geschichtenbücher lachen in die Augen. Das liebe -Klappern der Nüsse schlägt an die Ohren. Das tiefe Roth der Aepfel -reizt die Gaumen. - -Aber nicht blos in den Palästen entzückt die holde Pracht der -Christfestkerzen. Auch das niedere Stübchen der Souterrainbewohner dort -erleuchtet ein Weihnachtslicht. Die freundlichen Gaben des Christkindes -liegen hier freilich nur spärlich zuertheilt. Der zu spendende Dank der -Kinder bleibt indeß auch für das Wenige nicht aus. - -So ist jedes Haus in der Stadt heute ein Freudentempel. Das selige -Jauchzen aus den Familienkreisen steigt preisend zum Himmel hinauf. - - -82. Die Zigeunerkinder. - -(Zwei Beifügungen vor dem Subject.) - -Eines Tages ging +mein lieber+ Vater mit mir in einen Wald, erzählte -Felix. In dem Walde lagerten mehrere erwachsene Zigeuner. Ihre sechs -Kinder hüpften um sie her. Drei mächtige Buchen wölbten ihre Aeste über -den Fremdlingen zu einem Dache. - -„Diese bunte Gruppe kann einem Maler Stoff zu einem Bilde geben,“ -sagte der Vater. „Jener dicke Junge dort ist ein Prachtbursche. Seine -dunklen Augen funkeln wie Sterne. Sein blendendweißes Gebiß gleicht -einer Perlenschnur. Und nun sein sonnverbranntes Gesicht! Diese braune -Gesichtsfarbe vollendet seine Schönheit. - -Aber auch jenes kleine Mädchen dort gefällt mir. Sein pechschwarzes -Haar sieht reizend aus. Solche volle Zöpfe sind unter unsern Kindern -etwas Seltenes. Und wieder diese strahlenden Augen! Sind diese -rollenden Augen nicht eine Pracht? - -Und wie kräftig sind alle diese Kinder gebaut! Dein schwächliches -Brüderchen daheim würde sich unter dem Zigeunervölkchen sonderbar -ausnehmen. Selbst unsere sechsjährige Emma würde noch bedeutend -abstechen. - -Unsere deutschen Kinder führen freilich auch kein solches Naturleben, -wie diese hier. Diese ihre gekünstelte Lebensweise thut ihrer -Körperentwickelung manchen Eintrag. Trotzdem aber geht ihr aufrichtiger -Wunsch gewiß nicht dahin, ein Zigeunerkind zu sein.“ - - -83. Das Grab der Mutter. - -(Eine Doppelbeifügung nach dem Subject.) - -In einem Winkel +eines weitläufigen Kirchhofs+ lag ein Grab. Der Sand -+des leichtgewölbten Hügels+ war noch ziemlich frisch. Der Leichenstein -am oberen Ende schien nur gestern erst gesetzt zu sein. - -Dieses Grab im einsamen Winkel barg eine Mutter. Die Liebe ihres treuen -Herzens hatte ihrem Leben frühzeitig ein Ziel gesetzt. Die Pflege eines -kranken Kindes erschöpfte ihre Kräfte. Die Nächte ohne erquickenden -Schlaf griffen ihre Nerven an. Endlich befiel auch sie das Fieber des -leidenden Kindes. Die Kunst der geschicktesten Aerzte vermochten sie -nicht zu retten. Die Schwäche ihres angegriffenen Körpers war zu weit -vorgeschritten. Sie starb. - -Die Genesung des kranken Kindes schritt kurz darauf vorwärts. Nach -Wochen entsetzlicher Leiden konnte es endlich zum ersten Male -ausgehen. Das Grab der geliebten Mutter war dabei sein Ziel. Die -Dankbarkeit seines echtkindlichen Herzens trieb es dazu. - -Eine Stunde lang saß das Kind mit den blassen Wangen am Hügel. -Thränen unsäglichen Schmerzes rannen über dieselben herab. Seufzer -über den unersetzlichen Verlust entstiegen der Kindesbrust. Ein Gebet -herzinnigen Dankes für die Liebe der Entschlafenen bewegte die Lippen. - -Die Strahlen der warmen Frühlingssonne grüßten freundlich den -Hügel. Die Goldworte eines tröstenden Bibelspruches blitzten hell -vom Leichensteine herüber. An ihnen richtete sich das Gemüth des -wehklagenden Kindes sichtlich auf. Ein Lichtstrahl aus himmlischer -Höhe schien damit in sein Gemüth zu dringen. Die Thränen um die theure -Dahingeschiedene rannen spärlicher. Auf dem blassen Antlitze des Kindes -lagerte sich der Friede der stillen Gottergebung. Jenes Wort der -heiligen Schrift aber hieß: „Ich will euch wiedersehen und euer Herz -soll sich freuen.“ - - -84. Dämmerung. - -(Zwei Doppelbeifügungen nach dem Subject.) - -Ein Tag +des schönen Frühlings im letztverflossenen Jahre+ ging zu -Ende. Das Gewölk +über den majestätischen Berggipfeln jenseits des -sanftbewegten Sees+ erglänzte im Purpurgolde. Das Lied der gefiederten -Sänger des frischgrünen Waldes verstummte. Dagegen erhoben nun die -Quaker im dichten Schilfe der nahen Lache ihre Stimme. - -Die Heerden der reichen Güter der umliegenden Ortschaften verließen die -Weideplätze. Das Geläute der dumpfen Glocken hüpfender Rinder hallte -melancholisch daher. Die Bebauer der fruchtbaren Felder am diesseitigen -Seeufer zogen ebenfalls heimwärts. - -Das Glöcklein der hölzernen Kapelle eines nachbarlichen Dorfes mahnte -zum Abendgebete. Die Häupter der biederen Bebauer jener gottgesegneten -Fluren entblößten sich. Das Gebet des lieben Heilandes Jesu Christi -entstieg stumm ihren Herzen. - -Immer dichter zogen sich die Schatten der lieblichen Thäler längs -der murmelnden Bäche zusammen. Die Sterne am nördlichen Saume des -tiefblauen Himmels blickten bereits hernieder. Ein Bild des seligen -Friedens aus höheren Welten bot ringsum die Natur. - - -85. Der Schneemann. - -(Alle Arten einfacher Beifügungen.) - -Der alte Winterkönig war eingezogen. Ein blitzendes Schneegewand deckte -die Erde. Lange Eiszapfen zierten die Dächer. Gefrorene Fensterscheiben -glänzten an den Hütten. - -Da eilten mehrere Knaben in den Garten. Ihre Hände begannen sogleich zu -arbeiten. Der Zweck der Arbeit war ein Schneemann. - -Der Knabe Richard leitete den Bau. Robert’s Hände leisteten am meisten. -Der Sohn des Arztes konnte nur zusehen. - -Bald stand ein Schneemann ohne Tadel da. Der Drang zu schaffen war -gestillt. - - -86. Der junge Storch. - -(Alle möglichen Beifügungen vor und nach dem Subject.) - -Ein +fleißiger+ Schüler +der ersten Klasse einer gewöhnlichen -Dorfschule der sächsischen Kreisdirection Dresden+ schrieb in einem -Aufsatze unter Anderem Folgendes: - -Unser junger Storch auf dem bemoosten Dache der alten Scheune lugte -neugierig in die Welt hinaus. Dieser anerkannte Liebling aller -erwachsenen Glieder unserer großen Familie war etwa drei Monate alt. -Ein neckischer Einfall des ältesten Knechtes meines guten Vaters gab -ihm den Namen Davidel. Dieser sonderbare Name des jungen Storches -unseres kleinen Gutes wurde bald im Dorfe bekannt. Sogar einige große -Knaben aus dem nahen Nachbardorfe des freundlichen Gebirgsthales hatten -ihn erfahren. - -Das drollige Benehmen des schmucken Kindes unseres bejahrten -Storchpaares wurde oft belacht. Am meisten freuten sich über ihn die -beiden bausbäckigen Mädchen des neuen Pfarrers unserer zahlreichen -Gemeinde. Auch die drei erwachsenen Söhne des reichen Barons auf der -reizenden Villa am romantischen Dorfende sahen zuweilen stundenlang -seinem Gebaren zu. - -Die fürsorgenden Eltern unseres lieben Freundes mit den dünnen -Klapperbeinen brachten ihm des Tages mehr als einmal einen Frosch. Ein -solcher fetter Braten aus dem sumpfigen Grunde des fernen Erlenwaldes -war ihm stets sehr willkommen. Der endliche Tod eines solchen Quakers -während der tiefen Stille warmer Sommernächte war übrigens ein kurzer. -Das verzweifelte Zappeln der grünen Beine des armen Schluckers dauerte -kaum eine Minute. - -Unsere stille Freude an dem munteren Firstenbewohner der niederen -Scheune nahm indeß plötzlich ein Ende. Sein erster Ausflug auf die -umliegenden Wiesen unserer umfangreichen Flur brachte ihm den Tod. Die -sechs scharfen Krallen eines gierigen Raubvogels aus dem zwei gute -Stunden entfernten Felsengebirge umklammerten ihn. Ein wuchtiger Stoß -des mörderischen Schnabels jenes mächtigen Ungeheuers durchbohrte ihm -die Hirnschale. - - -B. Erweiterung des Prädikates. - - -87. Wilhelm. - -(Das Prädikat ein Hauptwort mit Beifügung.) - - (Aus einem Briefe.) - -Wilhelm hat einen +hellen+ Kopf. Sein Wesen hat +viel+ Einnehmendes. Er -war stets ein Muster der Schule. Er ist deshalb auch der Liebling des -Lehrers. Bald wird er der Oberste der Klasse werden. Diese Beförderung -ist dann sein Lohn. Sie ist auch meine Freude. Wilhelm ist ja mein -Freund. - -Wilhelm wird einmal Lehrer der Rechnenkunst. Er hat auffallende Lust -dazu. Gewiß wird er ein Rechnenlehrer ohne Tadel. Vielleicht wird er -gar einmal der Rechnenmeister Adam Riese der Zweite. - - -88. Der Affe. - -(Das Prädikat ein Hauptwort mit mehreren Beifügungen.) - -Der Affe ist das +drolligste+ Thier +unserer zoologischen Gärten+. Sein -neckisches Wesen wird oft +der Gegenstand allgemeinen Gelächters+. Die -Affenkäfige sind daher auch die stärksten Anziehungspunkte der lieben -Kinderwelt. - -Die Kletterbewegungen der Affen sind oft wahre Kunststücke der höheren -Turnerei. Ihre Schwänze haben dabei den nützlichen Dienst einer fünften -Hand. - -Der Affe hat fast stets einen ausgezeichneten Appetit nach süßem -Naschwerke. Seine Freßweise hat den entschiedenen Charakter -heißhungriger Gier. - -Er ist kein friedliebender Freund seiner mitgefangenen Kameraden. -Schnell wird er oft ein leibhaftiges Bild des heftigsten Jähzorns. -Seine Zähne sind dabei die gefährlichen Dolche seiner heimtückischen -Rachsucht. - -Wohl aber ist der Affe ein großer Freund der schönen Tugend der -Reinlichkeit. Diese Reinlichkeitsliebe ist eine der rühmlichsten -Eigenschaften des gesammten Affengeschlechts. - -Der Nachahmungstrieb ist eine allbekannte Eigenschaft der Vierhänder. -Er wurde freilich schon oft die traurige Ursache der lebenslänglichen -Gefangenschaft des südländischen Thieres. - - -89. Hochmuth. - -(Möglichste Erweiterung des Subjects und Prädikats, insofern beide blos -Hauptwörter sind.) - -+Jener alte+ Nachtwächter +des kleinen Dorfes Muschelthal an dem -bewaldeten Fuße des steilen Kuffenberges+ ist der einzige Bruder des -reichen Fabrikherrn Hartkopf in dem freundlichen Städtchen Clervaux an -der Aube. - -Der greise Wächter in den finsteren Nächten hat kaum die einfache -Nothdurft des täglichen Lebens in seiner ärmlichen Hütte am einsamen -Dorfende. Der verwöhnte Gaumen des vornehmen Bruders dagegen hat stets -eine glänzende Auswahl der leckersten Speisen aus den entlegensten -Fruchtgärten der südlichen Länder. - -All seine geschäftlichen Unternehmungen im großen Bereiche der -vielzweigigen Eisenfabrikation waren von den günstigsten Umständen -begleitete Griffe in das launenhafte Rad des menschlichen Glückes. - -Dieser beneidenswerthe Schwelger an reichbesetzter Tafel ist indeß -die erbärmliche Kreatur des grenzenlosesten Hochmuths. Dadurch aber -wird der glückliche Besitzer aller äußern Annehmlichkeiten des -irdischen Lebens zum schnöden Verleugner der heiligsten Pflichten des -menschlichen Herzens. Der stolze Inhaber jener großartigen Fabrik im -fernen Frankreich hat nicht die geringste Spur von brüderlicher Liebe -zu dem armen Nachtwächter. Dieser schwächliche Greis wird sicher noch -ein bemitleidenswerther Bewohner des heimatlichen Armenhauses. Der -gewaltige Reichthum des hartherzigen Bruders ist nicht einmal ein -schwacher Halm der Hoffnung auf einstigen Schutz vor einem traurigen -Ende. Des armen Alten letzter Freund wird der von allem Uebel erlösende -Friedensbote aus den seligen Räumen des ewigen Himmels sein. - - - - -Ergänzungen. - - -1. Des Zeitwortes. - - -~A.~ Einfache. - - -90. Der Schmetterling. - -Im ersten Falle. - -Das Schmetterlingsei ward +eine Raupe+. Die Raupe wurde eine Puppe. -Die Puppe wird ein Schmetterling. Diese Verwandlung bleibt ein -Naturräthsel. Sie bleibt ein Wunder. Des Wunders Schöpfer heißt Gott. - - -91. Ohne Glauben. - -Im zweiten Falle. - -Der Ungläubige entsagt +der Kindschaft mit Gott+. Er vergißt die -Wohlthaten des Himmelsvaters. Er spottet der göttlichen Gnade. Seine -Hand entsagt der Hilfe von oben. Er gedenkt nicht des Endes. Sein Herz -entbehrt alles Trostes. Der Ungläubige bedarf unserer zurechtweisenden -Hand. - - -92. Der echte Christ. - -Im dritten Falle. - -Der echte Christ glaubt +dem Evangelio+. Das Gesetz des Herrn befiehlt -+ihm+. Er gehorcht dem Gesetze. Sein ganzes Leben gehört dem Höchsten. -Sein Herz vertraut dem allgütigen Himmelsvater. Es folgt ihm. Es dankt -ihm. Dem Allgütigen gebührt ja alle Ehre. - -Der falsche Christ zürnt dem Gläubigen. Er mißtraut ihm. Er flucht ihm -wol gar. Er schadet seiner Ehre. - -Der fromme Christ verzeiht einem solchen Uebermüthigen. Er vergibt -seinem Feinde. Er lebt seinem göttlichen Vorbilde nach. - - -93. Jakob. - -Im vierten Falle. - -Jakob besaß +viel Schlauheit+. Er überlistete +den Esau+. Dadurch -erhielt er +das Recht der Erstgeburt+. Er betrog seinen blinden Vater. -Dadurch erschlich er den väterlichen Segen. - -Gott aber strafte den Sünder. Den Esau erfaßte die Wuth. Er ballte die -Fäuste. Seine Lippen schäumten Zorn. Er haßte den Bruder. Er wollte die -erlittene Schmach rächen. Seine Hand wollte den Betrüger erwürgen. - -Rebekka vernahm den Racheschwur. Entsetzen ergriff ihr Mutterherz. Sie -erkannte die Gefahr. Sie fürchtete den Erzürnten. Sie rief den Jakob. -Schnell war ein Rettungsplan geschmiedet. Ihr Liebling mußte die Flucht -ergreifen. - -Auch Rebekka belog nun den blinden Alten. Sie scheute diese Sünde -nicht. Die Lüge sollte Jakob’s Sicherheit bewirken. - -Jakob trat die schwere Reise an. Er hatte großen Kummer zu tragen. Er -mußte die zärtlich liebende Mutter verlassen. Er mußte alle häuslichen -Bequemlichkeiten entbehren. Er mußte die theure Heimat meiden. Eine -schwere Schuld belastete sein Herz. Ihn drückte das böse Gewissen. Die -Reue quälte sein Gemüth. Vielleicht feuchteten Thränen seine Augen. - -So verfolgte die Strafe den Sünder. So zeigte der Herr seinen gerechten -Arm. - - -94. Der Lügner. - -(Rückbezügliche Zeitwörter. Vierter Fall.) - -Moritz entehrte +sich+, indem er der Lüge Freund war. Hatte er +sich+ -einmal beschmutzt, bemühte er sich, die Schuld auf Andere zu schieben. -Er beklagte sich wol gar, daß ihn ein gewisser Knabe mit Koth beworfen -habe. - -Diese Lügenhaftigkeit verschlimmerte sich von Tag zu Tag. Einmal -beschäftigte sich Moritz im Schlafzimmer. Dort befanden sich -Streichhölzchen. Mit diesen spielte er. Die Hölzchen aber entzündeten -sich. Das Feuer griff schnell um sich. Vergebens strengte er sich an, -es zu löschen. Es ließ sich nicht mehr dämpfen. Schon bewegte es sich -an einem Vorhange empor. - -Moritz entsetzt sich. Er will sich entfernen. Er möchte sich am -liebsten verstecken. Da tritt sein Vater herein. Dieser besinnt sich -nicht lange. Er faßt sich schnell und reißt den Vorhang herunter. Dabei -verbrennt er sich zwar, aber der Schmerz läßt sich ertragen. Die Flamme -züngelt noch einmal empor. Bald aber hat sie sich doch unterdrücken -lassen. - -Moritz erdreistet sich aufs neue zu lügen. Darüber betrübt sich der -Vater. Er läßt sich jedoch nicht täuschen. Er überzeugt sich, daß -Moritz das Unheil angerichtet habe. Dieser sieht sich bald überführt. -Die Strafe blieb natürlich nicht aus. Moritz schämte sich. Zum Glück -änderte er sich bald. Er legte die Lügen ab. Er besserte sich. - - -95. Der Verschwender. - -(Alle vier Fälle. Einfache Ergänzung.) - -Valentin war +der Sohn eines reichen Edelmannes+. Sein Vater hatte -mehrere Güter. Er hieß ein Millionär. Alle diese Schätze wurden -Valentin’s Eigenthum. Der reiche Erbe aber wurde ein Verschwender. - -Sein Charakter entbehrte +aller Grundsätze+. Er vergaß die Mahnungen -seines seligen Vaters. Er achtete nicht der Mahnungen der Vernunft. Er -spottete jeder Arbeit. - -Valentin huldigte +allen Untugenden+. All sein Denken galt den -sinnlichen Genüssen. Er fröhnte allen erdenklichen Leidenschaften. Aber -die Strafe folgte dem Laster. Valentin schadete seiner Gesundheit. - -Er verlor +alle Achtung+. Sein Vermögen ging den Krebsgang. Seine -guten Freunde verließen ihn. Die Gläubiger dagegen suchten ihn auf. -Schließlich verhaftete ihn das Gericht. Den einstigen Millionär -beherbergte ein Gefängniß. Valentin erhielt eine lange Freiheitsstrafe. - -Endlich hatte er sie verbüßt. Aber er war nun ein Bettler. Jetzt erst -gedachte er der wohlgemeinten Rathschläge seines Vaters. Sein Gemüth -erlag der Reue. Er starb den Tod eines Untergegangenen. - - -96. König und Volk. - -(Die Ergänzung durch Hauptwörter mit Verhältnißwörtern.) - -Ein König lebt +seiner Stellung gemäß+. Er glänzt infolge seiner Würde. -Kraft seiner Macht regiert er. Vermöge seines Heeres schützt er. -Zufolge seiner Gewalt kann er strafen. Er straft laut der Gesetze. - -Das Volk steht +unter dem Gesetze+. Der brave Unterthan lebt nach -den gegebenen Verordnungen. Er schweigt zu den Reden der Aufrührer. -Seine Gedanken stimmen für den Frieden. Er denkt an die Schrecken -einer Revolution. Sie drängt zu schrecklichen Greueln. Sie führt durch -Menschenblut. - - -97. Im Sturme. - -(Die Ergänzung ein Zeitwort in reiner Form.) - -Der alte Donnergott beliebt +zu grollen+. Der Himmel beginnt +zu -dunkeln+. Der Sturm fängt an zu toben. Das Schiff sucht zu entkommen. -Es strebt einzulaufen. Das Fahrzeug hebt an zu kämpfen. Es scheint zu -bersten. Es droht zu sinken. Der Kapitän aber hofft dennoch zu siegen. - -Er befiehlt zu kappen. Er verordnet zu kreuzen. Das Matrosenvolk indeß -fürchtet zu stranden. Es wünscht zu ankern. - -Da mahnt der Kapitän zu gehorchen. Endlich beginnt er zu fluchen. Er -droht zu züchtigen. Er gedenkt sogar zu schießen. - -Der Kapitän verfügt aufs neue zu kreuzen. Die Matrosen beschließen zu -gehorchen. Es gelingt endlich anzulegen. Das Schiff ist gerettet. - - -98. Die Wahrheit. - -(Einfache Ergänzung. Alle vier Fälle.) - -Die Wahrheit siegt kraft ihrer Macht. -- Sie stammt aus dem Himmel. -- -Christus zeugte von ihr. -- Er starb sogar für sie. -- Was hatte er zu -dulden! - - -99. Die Eisenbahn. - -(Wiederholung aller Ergänzungen mit Verhältnißwörtern.) - -Ein Eisenbahnzug wird vermöge der Dampfkraft bewegt. Die Wagen rollen -auf eisernen Geleisen dahin. Man staunt über die Fahrgeschwindigkeit. -Die Mitfahrenden wähnen zu fliegen. - -Die Eisenbahnen wirken auf alle Handelsverhältnisse wohlthätig ein. -Sie halten auf strenge Pünktlichkeit. Die Fahrten hängen nicht von der -Witterung ab. - -Ihr Nutzen wird von dem Publikum auch verstanden. Die Eisenbahnen -streben daher nach immer größerer Ausdehnung. - -Eine Eisenbahnfahrt leidet zwar auch an Schattenseiten. Die Zeitungen -berichten sehr oft von Eisenbahnunfällen. Zuweilen rennt ein Zug an -den andern. Wagen kommen aus den Geleisen. Infolge dieser Ereignisse -verunglücken namentlich viele Bahnbeamte. Manche verunglücken freilich -auch zufolge ihrer Unvorsichtigkeit. Viele denken gar nicht mehr an die -Gefahr. Sie bauen leider zu sehr auf ihre Sicherheit. Einzelne wagen in -dieser Hinsicht wol gar zu freveln. - -Trotz alledem aber steht der Segen der Eisenbahnen weit über ihren -Nachtheilen. - - - - -Hauptwiederholung. - - -100. Der Geburtstag. - -(Erweitertes Subject. Prädikat und einfache Ergänzung.) - -Das einzige Söhnchen eines reichen Kaufmanns in dem schöngelegenen -Dorfe S. feierte seinen achten Geburtstag. - -Der freundliche Vater des lieben Knaben hatte alle artigen Gespielen -der nächsten Nachbarschaft eingeladen. - -Sein biederes Vaterherz war dem frohen Treiben einer lustigen -Kinderschaar hold. - -Auch der lieben Mutter des munteren Willi gefiel ein solch heiteres -Kränzchen aus dem glücklichen Reiche lebensfroher Kinder. - -Der hellerleuchtete Salon des wohlhabenden Kaufmanns nahm das fröhliche -Völkchen der zahlreichen Festgeladenen auf. - -Der bunte Kranz der lebendigen Schaar entwickelte ein jubelndes Leben. - -Die umsichtigen Eltern des blondlockigen Geburtstagskindes hatten für -allerhand Unterhaltungen aus dem großen Bereiche der kindlichen Spiele -gesorgt. - -Sogar der alte Onkel des gefeierten Willi hatte eine allerliebste -Auswahl verschiedener Belustigungsgegenstände mitgebracht. - -Die heitere Kinderschaar des traulichen Kreises folgte der freundlichen -Einladung zum Spiele. - - - - -Doppelte Ergänzung. - - -101. Der Thierquäler. - -(Im vierten und zweiten und vierten und dritten Falle.) - -Ein Herr beschuldigte +einen Fuhrmann der Thierquälerei+. Der -Fuhrmann zieh ihn dafür der Lüge. Der Herr aber überführte ihn der -Schandthat. Er versicherte sich seiner Person. Schließlich übergab er -den Thierquäler der Polizei. Die Polizei aber überlieferte den rohen -Menschen dem Gerichte. - -Der Fuhrmann suchte den Richter seiner Unschuld zu versichern. Jener -Herr belehrte indeß den Mann des Gesetzes eines Besseren. Der Richter -verwies den Angeklagten seiner Lüge. Er überhob ihn schließlich aller -weiteren Selbstvertheidigung. - -Das Strafurtheil beraubte den Fuhrmann seiner Freiheit. Es überwies -ihn dem Gefängnisse. Das Fluchen des Verurtheilten entband ihn der -Verbüßung der Strafe nicht. Nur die Milde des Richters entließ ihn -schließlich der Haft. - - -102. Oskar. - -(Rückbezügliche Zeitwörter. Im dritten und vierten Falle.) - -Der begabte Oskar ließ +sich+ an einem Schauladen +von einem schönen -Bilde+ fesseln. Er erbaute +sich+ förmlich +an der herrlichen -Zeichnung+. Er nahte sich der Kunstschöpfung wiederholt mit stiller -Bewunderung. - -Bald darauf besprach er sich mit seinem Vater. Der Vater entschloß -sich zum Leihen des Bildes. Oskar verpflichtet sich dafür zum Copiren -desselben. Er fürchtet sich nicht vor der Schwierigkeit. - -Tagtäglich widmet er sich nun der Künstlerarbeit. Zwei Wochen quält er -sich mit dem Anlegen der Figuren. Drei Wochen plagt er sich mit der -Schattirung. Endlich ist die Copie fertig. Welch ein Genie spricht sich -in ihr aus! Sie läßt sich kaum von dem Originale unterscheiden. - -Der Vater betrachtet sie. Er giebt sich lange dem Staunen hin. Endlich -spricht er zu Oskar: „Mein Sohn! Du neigst Dich ganz zur Kunst hin. Du -sollst Dich ihr auch ergeben dürfen.“ - - -103. Eine Verirrung. - -(Rückbeziehung. Vierter und zweiter Fall.) - -Der Korporal Schimmel befleißigte +sich der größten Pünktlichkeit+. -Er entledigte +sich aller dienstlichen Aufträge+ aufs sorgfältigste. -Er entäußerte sich oft sogar seiner freien Zeit. Seine soldatische -Ausbildung entzog sich jedem Tadel. Während seiner ganzen Dienstzeit -durfte er sich keiner Pflichtverletzung anklagen. - -Später wurde er Offizier. Leider schämte er sich nun seiner niederen -Abkunft. Er erinnerte sich nicht gern mehr seiner armen Eltern. Er -enthielt sich sogar des Besuchs derselben. - -Erst nach vielen Jahren besann er sich eines Besseren. Er entschlug -sich der stolzen Gedanken. Die dankbare Kindesliebe bemächtigte sich -wieder seines Herzens. - - -104. Bestrafte Eitelkeit. - -(Doppelte Ergänzung. Vierter und vierter Fall.) - -Otto’s Sparbüchse hatte sich wieder +um einige Thaler+ bereichert. Da -erklärte sich der eitle Knabe +für den Ankauf einer Taschenuhr+. Bald -auch setzte er sich in den Besitz einer solchen Zeitmesserin. Fast -alle Augenblicke sah er sich die Uhr an. Bald aber wunderte er sich -über ihren Gang. Sie kehrte sich wenig an die rechte Zeit. Sie ließ -sich zuweilen sogar an das Gehen erinnern. - -Da entschloß sich Otto zur Selbsthilfe. Er wagte sich an das innere -Werk. Endlich machte er sich gar an die Räder. - -Die Uhr aber rächte sich für diese Kühnheit. Sie bewegte sich nicht -mehr von der Stelle. Otto ärgerte sich über diese Tücke. Die Uhr -kümmerte sich indeß nicht um seinen Groll. Sie blieb stehen. Sie war -schlecht. - -Otto mußte sich als einen Betrogenen betrachten. Er sah sich jetzt um -sein schönes Geld gebracht. - -Er ließ sich die Eitelkeit blenden. Lange noch grämte er sich über -seine Thorheit. - - -105. Großmuth. - -(Ergänzung. Dritter und vierter Fall.) - -Ein schwer verwundeter Zuave entsendete +einem deutschen Freiwilligen+ -noch +einen Schuß+. Der Freiwillige hätte dem braunen Gesellen eine -Kugel erwidern können. Sie würde diesem sicher das Herz durchbohrt -haben. Aber der Deutsche verzieh dem tückischen Feinde die That. Er -entriß ihm blos das Gewehr. Zudem schnallte er ihm den Säbel ab. Darauf -aber verkündete er dem Zuaven die Gefangenschaft. - -Der Schmerz der Wunde hatte dem Afrikaner die Wangen gebleicht. Ein -brennender Durst erschwerte ihm das Sprechen. Der Freiwillige reichte -ihm die Feldflasche. Auch ein Stück Brod gab er dem Hungrigen. Wie -mundete dem Erschöpften der Schluck Wein! Wie schmeckte ihm der Bissen -Brod! - -Der Freiwillige indeß zeigte dem Gefangenen noch mehr Großmuth. Er -verband ihm seine Wunde. Er trug ihm sein Gepäck. Er bot ihm sogar -seinen Arm an. - -Solcher Edelsinn rührt dem Wüstensohne das Herz. Er drückt dem -Deutschen die Hand. Er will ihm sogar die Hand küssen. Der Freiwillige -indeß entzieht ihm dieselbe. - -Der Freiwillige übergab den Gefangenen dem nächsten Feldgendarm. Darauf -aber bot er den feindlichen Reihen aufs neue die Stirn. Aufs neue -zeigte er dem Feinde seinen Heldenmuth. - - -106. Der Geiz. - -(Wiederholung der Doppelergänzungen.) - -Der Geiz beraubt den Menschen vieler Freuden. Er verdüstert ihm das -ganze Leben. Er taucht das Herz in eisige Kälte. Er fesselt seine Beute -an den todten Geldkasten. Der Geizige erbarmt sich nicht einmal seines -Viehes. - - -107. Michel. - -(Fortsetzung.) - -Der alte Diener Michel bewies seinem Herrn große Treue. Dafür schenkte -ihm dieser auch volles Vertrauen. Er nannte ihn seine rechte Hand. -Er bezeichnete ihn als seinen Vertrauten. Er würdigte ihn sogar der -Mitwissenschaft seiner Vermögensverhältnisse. - -Ueber diese Auszeichnung ärgerten sich die anderen Diener. Sie ergingen -sich in neidischen Bemerkungen. Sie erlaubten sich wol gar Schimpfreden. - -Der alte Michel aber enthielt sich aller Gegenbeleidigungen. Er -befleißigte sich der großmüthigsten Geduld. Er suchte die Mißgünstigen -nicht einmal eines Besseren zu belehren. - -Endlich zeigte Jemand dem Herrn das ungebührliche Verhalten jener -Diener an. Der Herr dankte diesem für diese Mittheilung. Gleich darauf -besprach er sich mit dem Alten. Michel bewahrte sich dabei vor jeder -Anklage. - -Ueber diese Biederkeit freute sich der Herr abermals. Jene Diener aber -erhielten von ihm harte Strafe. Er entließ sie ihrer Stellung. - - -108. Eine Jubelfeier. - -(Wiederholung. Subjecte, Prädikate, Ergänzungen erweitert.) - -Der allgütige Vater aller Menschenkinder ließ den ehrwürdigen Pfarrer -des großen Fabrikdorfes W. an der gebirgigen Grenze des böhmischen -Landes den schönen Tag seines fünfzigjährigen Amtsantrittes erleben. - -Die sämmtlichen Einwohner des belebten Ortes zollten dem greisen Hirten -ihrer Seelen die aufrichtigste Theilnahme ihrer biederen Herzen. - -Selbst die verschiedenen Kreise der wohlgesitteten Schuljugend -bezeugten dem freundlichen Inspector ihrer geliebten Bildungsstätte den -ungeheucheltsten Antheil an seinem seltenen Glücke. - -Die wohlhabenden Bewohner des umfangreichen Kirchspiels hatten es sich -bedeutende Opfer an baarem Gelde kosten lassen. - -Die heutige Feier eines so bedeutungsvollen Festes sollte auf die -gesammte Einwohnerschaft einen bleibenden Eindruck machen. Das -gutgeschulte Musikchor des bevölkerten Ortes brachte dem frohbewegten -Jubelgreise eine erhebende Morgenmusik nach Compositionen alter Meister. - -Auch die weithallenden Glocken des fahnengeschmückten Thurmes sendeten -dem gottbegnadigten Priester der ehrsamen Gemeinde die jubelnden Grüße -ihrer ehernen Zungen. - -Mehrere große Ehrenpforten mit sinnigen Inschriften gaben den -verschiedenen Aufgängen zu dem mit frischen Blumenkränzen gesäumten -Gotteshause ein festliches Gepräge. - -Eine ziemliche Zahl angesehener Glieder der dankbaren Kirchfahrt -überreichte dem hochgeachteten Verkünder des göttlichen Wortes eine -wunderschöne Prachtbibel mit schwerem Goldbeschlage. - -Die bemittelten Jünglinge des kleinen Nebendorfes N. schenkten ihrem -alten Beichtvater eine silberne Dose von dem berühmtesten Goldarbeiter -der fernen Residenz. - -Und so wurden dem überraschten Jubelgreise noch verschiedene Geschenke -der kostbarsten Art von seinen theilnehmenden Kirchkindern überbracht. - -Der gefeierte Alte freute sich der herrlichen Festgaben seiner -geliebten Gemeinde. - -Noch mehr aber freute sich der Freudenthränen weinende Seelenhirt über -die ungekünstelte Theilnahme der braven Herzen seiner von ihm treu -gehüteten Heerde. - -Ein allgemeines Volksvergnügen zu Ehren des seltenen Tages gab dem -schönen Feste aufrichtiger Dankbarkeit einen heiteren Abschluß. - - -2. Ergänzung der Eigenschaftswörter. - - -109. Judas. - -(Im zweiten Falle.) - -Judas war schon längst +des Geizes+ verdächtig. Er war nie +der Armen+ -eingedenk. Sein Herz zeigte sich +alles Mitleids+ quitt. - -Nie war er sich der Liebe seines Herrn bewußt. Wohl aber schien er -der Heuchelei fähig zu sein. Diese Eigenschaften machten ihn der Huld -seines Herrn unwürdig. - -Judas ging seines Heils verlustig. Er machte sich des heillosesten -Verrathes schuldig. Und so wurde er einer schweren Sünde theilhaftig. - -Er war der Pläne der schändlichen Pharisäer kundig. Einer Belohnung -ihrerseits durfte er gewiß sein. So beging er den schändlichen Verrath. - -Aber jede böse That ist ihrer Strafe gewiß. Judas wurde sich seines -Verbrechens bewußt. Die Reue folgte. Sein Gemüth war alles Haltes -ledig. Sein Herz war aller Hoffnung auf Vergebung bar. Er wurde endlich -der quälenden Gewissensbisse müde. Sein Ende war Selbstmord. Immerhin -aber ist dieser gefallene Jünger des Mitleids bedürftig. - - -110. Strenge Zucht. - -(Dritter Fall.) - -Strenge Zucht ist +manchem Kinde+ lästig. Schon ein leiser Tadel -ist ihm ärgerlich. Ernste Zurechtweisungen werden ihm widerlich. Am -unangenehmsten ist ihm die Ruthe. Diese aber ist manchen Kindern gerade -sehr nützlich. Jede Strafe ist überhaupt dem Empfänger heilsam. - -Das Kind ist dem Vater lieb. Des Kindes Seelenwohl ist ihm nicht -gleichgiltig. Seine Erziehung ist ihm wichtig. Er selbst ist dem -Strafen abhold. Das Züchtigen wird ihm schwer. Bleibt aber das Kind -dem Guten nicht treu; wird ihm der Gehorsam zu schwer; ist ihm die -Wahrheitsliebe nicht eigen; ist ihm der Fleiß zu unbequem; dann straft -er. Dadurch soll dem Kinde das Vergehen bewußt werden. Es soll ihm leid -sein. Es soll den Untugenden in Zukunft feind bleiben. - - -111. Die alte Linde. - -(Im vierten Fall.) - -Hinter meinem Vaterhause stand eine Linde. Sie mochte wohl +hundert -Jahre+ alt sein. Sie stand auf einem Hügel. Derselbe war etwa +zehn -Meter+ erhaben. Der Stamm der Linde war zwei Meter dick. Sie war im -Ganzen etwa fünfzig Meter hoch. Der Umfang ihrer Aeste war dreißig -Meter breit. - -Später wurde diese Linde gefällt. Ihr Holz war an die dreißig Thaler -werth. Der Kessel, in dem sie gestanden hatte, war drei Meter tief. -Zudem war das Loch wenigstens fünf Meter breit. - -Der Lindenstamm sollte nun zerschnitten werden. Aber die Säge langte -nicht zu. Ihr Bügel stand zwanzig Centimeter zu niedrig. Das Sägenblatt -war sechzig Centimeter zu kurz. Man mußte deshalb den Stamm wenden. - -Es wurde eine andere Linde gepflanzt. Diese war freilich etwa -neunundneunzig Jahre jünger. - - -112. Der Knochen. - -(Ergänzung der Eigenschaftswörter durch ein Verhältnißwort.) - -Im Hofe, erzählte ein Vater, lag ein fetter Knochen. Links von ihm -kauerte eine Katze. Rechts davon saß Ammi. Beide waren +auf den -Knochen+ förmlich versessen. Der Magen einer Katze ist überhaupt -stets gierig +auf Fraß+. Ihre Augen sind lüstern nach jedem Stückchen -Fleische. Sie ist daher fortwährend zum Naschen bereit. - -Nicht weniger war Ammi auf den Knochen erpicht. Auch Hundemagen sind ja -auf Fleisch zuweilen sehr begierig. - -Lange saßen die beiden Gegner einander gegenüber. Die Katze schien -auf einen kühnen Sprung vorbereitet zu sein. Ebenso schien auch Ammi -auf einen Gewaltstreich gefaßt. War er doch auch zum Apportiren wohl -abgerichtet. - -Man mußte auf den Ausgang gespannt sein. Da plötzlich krümmt die Katze -den Rücken. Somit sind ihre Füße zum Sprunge eingerichtet. Ihr Auge -sprüht förmlich Funken. Sie ist wie von einem bösen Geiste besessen. -Ein gewaltiger Satz -- und der Knochen ist in ihrer Gewalt. Im Nu -sitzt sie damit auf dem Baume. Sie ist stolz auf ihre Beute. - -Ammi scheint einen Augenblick vom Schreck ergriffen zu sein. Bald aber -kommt er wieder zur Besinnung. Er ist ergrimmt über die Frechheit der -Katze. Er ist entrüstet über die eigene Dummheit. Aber Alles zu spät. -Ihm bleibt blos das Nachsehen. - - -113. Der Löwenbändiger. - -(Wiederholung der Ergänzungen der Eigenschaftswörter.) - -Die Straßenecken sind von neugierigem Publikum umstanden. Ein breiter -Anschlagbogen ist mit großer Schrift bedruckt. - -Ein Löwenbändiger will heute Abend eine Vorstellung geben. Solchen -grassen Schauspielen ist das Volk sehr zugethan. Die Sucht nach -Schauerlichem war stets der großen Menge eigen. Freilich ist dieser Zug -des Menschen nicht recht würdig. - -Die angezeigte Stunde schlug. Das Volk versammelte sich. - -Der Löwenkäfig war drei Meter hoch. Zudem war er sechs Meter lang und -vier Meter tief. Das Eisengitter schien mehrere Zentner schwer zu sein. - -So war der Käfig für einen Löwen sehr bequem. Das majestätische Thier -aber schien über die gaffende Menge etwas erregt zu sein. Ihr Tumult -war ihm ärgerlich. Er schien des Beschauens förmlich müde zu werden. - -Endlich erschien der Löwenbändiger. Er mußte wohl aller Furcht ledig -sein. Gewiß war er sich seiner Uebermacht über das Thier bewußt. Er -trug ein Lamm unter dem Arme. - -Das Publikum war über sein Erscheinen erfreut. Es war ja auf die -Vorstellung äußerst gespannt. - -Der Löwe wurde ob des Lämmchens etwas unruhig. Seine Augen wurden nach -dem Braten lüstern. Aber er blieb des Gehorsams eingedenk. Er war ja -auf Selbstbeherrschung abgerichtet. Und er war ihrer auch vollkommen -mächtig. - -Das Lämmchen wird ob des Unholds keineswegs ängstlich. Es ist an den -Anblick gewöhnt. Es scheint sich seiner Unantastbarkeit bewußt zu sein. - -Der Löwe gehorcht aufs Wort. Er ist zu allen Sprüngen willig. Er ist zu -jeder Unterwürfigkeit bereit. Nicht einer einzigen Widersetzlichkeit -macht er sich schuldig. Der Stock würde ihm sonst auch gewiß sein. -So ist er schließlich einer Belohnung sicher. Und ein Stück rohes -Pferdefleisch ist seinem Magen sehr erwünscht. - -Die Vorstellung lief ohne Unfall ab. Der kühne Löwenbändiger schien dem -Händeklatschen der erstaunten Menge nicht feind zu sein. Ihr Beifall -war ihm angenehm. Dankend trat er ab. - - - - -Hauptwiederholung. - - -114. Der Dieb. - -(Erw. Subj. u. Präd. Ergänz. d. Zeit- u. Eigenschaftsw.) - -Der älteste Sohn des braven Zutreibers des verschiedenen Schlachtviehes -in der belebten Stadt R. war des schlauen Diebstahls einer goldenen -Taschenuhr verdächtig. - -Deshalb wurde dieser längstbekannte Freund des leichtsinnigen -Umhertreibens des freien Verkehrs mit seinen liederlichen Genossen -verlustig. - -Die düstere Zelle des einsamen Gefängnißthurmes inmitten der alten -Stadtmauer schien freilich dem großen Verehrer eines ungebundenen -Lebens nicht angenehm zu sein. - -Der kluge Vorsitzende des städtischen Gerichts war auf ein freches -Ableugnen der gesetzwidrigen That von seiten des durchtriebenen -Burschen vorbereitet. - -Das gesammte Personal des löblichen Schöppengerichts war indeß von der -nichtswürdigen Veruntreuung fremden Eigenthums durch jenen schlauen -Jünger der gefährlichen Taschendiebe überzeugt. - -Das kecke Ableugnen des schmählichen Vergehens mußte daher dem -verstockten Uebertreter des siebenten Gebotes nur nachtheilig sein. - -Die gesammte Bewohnerschaft der mittelgroßen Stadt war auf das endliche -Strafurtheil der gewissenhaften Richter gespannt. - -Die schließliche Bestrafung mit zehn langen Monaten schwerer Arbeit -auf dem strengen Zuchthause der nahen Festung N. war für jenes räudige -Mitglied der menschlichen Gesellschaft nicht zu hart. - - - - -Der Umstand des Ortes. - - -115. Eine Stätte der Armuth. - -(Wo? Umstands- und Verhältnißwörter.) - -Das enge Stübchen der alten Mutter Beate bot ein trauriges Bild. +In -einem düsteren Winkel+ erblickte man ein Häufchen halbvermodertes -Stroh. +Auf demselben+ lagen einige zerlumpte Kleidungsstücke. Hier -schlief die arme Alte. Oberhalb ihres Kopfes hatte ihre Katze ihr -Nachtlager aufgeschlagen. - -Neben dieser elenden Ruhestatt der bejahrten Beate stand ein morsches -Tischchen. An diesem saß sie gewöhnlich. Dabei huschelte die Katze -hinter ihrem Rücken. Der Tisch war zugleich der Aufbewahrungsort für -die ärmlichen Nahrungsmittel. Hier lag ein Laib Brod. Vorn war derselbe -mit Schimmel bedeckt, hinten hatten ihn die Mäuse benagt. Dort stand -ein Rest gekochter Kartoffeln. Mitten auf dem Tische erblickte man -eine thönerne Kaffeekanne. Vor ihr stand eine halbzerbrochene Tasse. -Zwischen beiden sah man ein Häuflein grobes Salz. - -Dicht bei der Thür knisterte ein kleiner Blechofen. Eine Hand -voll dürrer Aeste lag zu seinen Füßen. An der einen Wand hing ein -verblichenes Christusbild. Unter ihm war ein handgroßer Spiegel -befestigt. Rechts davon erblickte man das Bildniß des Landesvaters. -Links davon sah man ein aus einem Kalender geschnittenes -Schlachtenbild. Die Wände selbst befanden sich in einem sehr kläglichen -Zustande. Oben drang das Regenwetter herein. Unten war das Gebälk vom -Moder zerfressen. Ueber dem einzigen Fensterchen zeigte sich sogar ein -fast einen Centimeter breiter Riß. - -So fand das Auge nirgends eine kleine Befriedigung. Ueberall trat ihm -das Bild der Armuth entgegen. - - -116. Sturax. - -(Wohin? Umstands- und Verhältnißwörter.) - -Der alte Schäfer Thomas hatte einen vortrefflichen Jagdhund. Er hieß -Sturax. Sturax war ein überaus kluges Thier. Er kannte die besten -Weideplätze ganz genau. Bald trieb er deshalb die Schafe +links+ dahin. -Bald führte er sie +rechts+. Jetzt mußten sie +vorwärts+ gehen. Nach -einer Weile drängte er sie seitswärts. Er selbst rannte dabei stets hin -und her. In diesem Augenblicke eilte er +dorthin+, im nächsten jagte er -wieder hierhin. - -Im späteren Herbste durfte sich die Heerde überallhin zerstreuen. -Einige Schafe begaben sich dann nach dem nahen Waldrande. Andere -grasten an einem Bache fort. Eine Anzahl kletterte auf die Hügel. -Einzelne zogen sich unter Gebüsch zurück. - -An solchen Tagen legte sich Sturax meist zu den Füßen des alten Thomas. -Ohne Auftrag lief er dann nirgends hin. Seine Augen aber flogen dabei -hinüber und herüber. Sie verfolgten die einzelnen Schafe bergauf und -thalab. - -Endlich sank dann die Sonne hinter die fernen Gebirgshäupter. -Dämmerung lagerte sich über die Flur. Da gab Thomas das Zeichen zur -Heimkehr. Sogleich trieb Sturax die zerstreute Heerde zu dem Hirten -zurück. Langsam schritt dieser nun voraus. Geduldig folgte die Heerde -durch Dick und Dünn. Hierbei übte Sturax wieder das Wächteramt nach -allen Seiten hin. - -So gelangte die Schaar endlich vor den Schafstall. Aber auch hier trat -der treue Hund noch nicht ab. Er begleitete sein Volk noch in den Stall -hinein. - - -117. Treibjagd. - -(Woher? Umstandswörter und Verhältnißwörter.) - -Die Jäger standen in einem weiten Kreise postirt. Der Schnee fiel in -dichten Massen +hernieder+. Das störte sie nicht. - -Bald erscholl das Lärmen der Treiber daher. Einige kamen +von den -Anhöhen herab+. Andere kletterten von den nahen Felsen herunter. Von -links schrillten Pfeifen. Von rechts nahten die Fuchsklappern. Wieder -wo andersher ertönte Peitschengeknall. - -Das gescheuchte Wild stürzte von allen Seiten herbei. Aus dem Walde -kamen eine Menge Hasen. Rehe fegten über die kahlen Stoppelfelder -daher. Ein feister Hirsch jagte von seitwärts auf die Jäger zu. - -Mochten aber die armen Thiere von daher oder dorther kommen, das Blei -aus dem Rohre der Jäger brachte ihnen den Tod. - - - - -Wiederholung der Ortsbestimmung. - - -118. Die Elbe. - -(Wo? Wohin? Woher?) - -Die Elbe entspringt auf dem Riesengebirge. Sie fließt zunächst durch -den östlichen Theil Böhmens. Bei dem Städtchen Melnik wird sie -schiffbar. Auf ihrem Rücken schaukeln hier schon bedeutende Kähne. -Unweit Schandau tritt sie nach Sachsen ein. Sachsen empfängt also den -herrlichen Strom aus Böhmen. - -In der Nähe des Städtchens Strehla verläßt er den sächsischen Staat -wieder. Von hier an lenkt er seinen Lauf westlich. Sein Sinn steht nach -Magdeburg. Dort bildet die Elbe eine sehr belebte Handelsstraße. Von -Magdeburg weg steuert sie weiter nach Norden. Endlich windet sie sich -aus der nördlichen Ebene heraus. Dicht bei Hamburg nimmt sie noch eine -bedeutende Breite an. Mehrere Meilen von dieser Stadt ergießt sie sich -dann in die Nordsee. - -Die Elbe nimmt auf ihrem langen Laufe viel Nebenflüsse auf. Eine große -Zahl kommt von Westen daher. Andere strömen ihr von Osten her zu. -Ihre Ufer sind fast überall sehr fruchtbar. Die reizendsten derselben -liegen zwischen Bodenbach und Schandau. Die Elbwellen tragen eine -Menge Kaufmannsgüter nach Süden. Aus der Tiefe dieses Flusses holt der -Fischer manche Delicatesse für unsern Tisch. An seinem Gestade liegt -manche schöne Stadt. Ueber seinen Spiegel führt manche schöne Brücke. -In seine Fluten taucht zur Sommerzeit manch liebes Menschenkind. - - -119. Die Luft. - -(Fortsetzung.) - -Luft gibt es überall. Sie befindet sich sogar im Wasser. Sie dringt in -den kleinsten Raum. Sie kommt aus dem winzigsten Pflanzenzellchen. - -Die Luft lenkt ihre Strömungen nach allen Himmelsgegenden. Sie bläst -aus allen Winkeln der Windrose. Luft ist selbst noch im sogenannten -luftleeren Raume enthalten. - -Sie erhält allenthalben das Leben. Selbst in das todte Steinreich -trägt sie Schöpfungskraft. Sie fächelt säuselnd durch die Haine. Sie -rauscht als Wind durch die Gipfel. Sie wüthet als Sturm in den Wäldern. -Sie braust als Orkan vom Meere herüber. - -Des Windes Sausen hörest Du. Du weißt indeß nicht, von wannen er kommt -und wohin er fährt. - - - - -Hauptwiederholung. - - -120. Die neue Gutsherrschaft. - -(Subject, Prädicat, Ergänzungen. Ortsbestimmungen.) - -Eine mit zwei muthigen Apfelschimmeln bespannte Karosse aus der -berühmten Wagenbaufabrik der königlichen Residenz brachte dem -dichtbevölkerten Dorfe W. bei der fabrikreichen Stadt Ch. die neue -Gutsherrschaft den mit Ehrenpforten geschmückten Dorfweg daher. - -Die zahlreiche Jugend des großen Schulbezirks widmete dem jungen Paare -aus einem altadligen Geschlechte am fahnengeschmückten Eingange des -frohbewegten Ortes einen mehrstimmigen Gesang nach einer reizenden -Composition des alten Cantors. - -Der ehrwürdige Pfarrer des wohlhabenden Kirchspiels sprach unter -einer riesigen Linde inmitten des weitgedehnten Dorfes der mit Jubel -begrüßten Gutsherrschaft die herzlichsten Glückwünsche der gesammten -Gemeinde aus. - -Der beliebte Seelsorger nannte von seinem altarähnlichen Tritte herab -den jungen Herrn einen bekannten Freund christlicher Sitte. - -An dem dichtbekränzten Thore des umfangreichen Rittergutes überreichte -der bejahrte Schulze des betreffenden Ortes dem nunmehrigen Schutzherrn -der zahlreichen Bewohnerschaft ein kostbares Jagdgewehr neuester -Einrichtung. - -Der liebenswürdigen Gemahlin des jungen Herrn dagegen schenkte die -schmucke Tochter des reichsten Bauers des festgestimmten Ortes auf dem -weiten Hofe des alterthümlichen Rittersitzes ein mächtiges Butterfaß -mit silbernen Reifen. - -An der beflaggten Thür des sogenannten Herrenhauses übergab wiederum -die männliche Dienerschaft des gnädigen Herrn dem neuvermählten Paare -einen geschnitzten Holzteller mit einem hausbackenen Brode. - -Der männlichschöne Graf freute sich im tiefsten Grunde seines -gefühlvollen Herzens der vielen Beweise vertrauensvoller Gesinnung von -seiten der biederen Ortsbewohner. - -Diese sinnige Feier ihres heutigen Einzugs in ihren neuen Wohnsitz -blieb dem ehrenwerthen Paare eine freundliche Erinnerung auf den bunten -Blättern ihrer beiderseitigen Lebensgeschichte. - - - - -Der Umstand der Zeit. - - -121. Ein Brief. - -(Wann? Umstands- und Verhältnißwörter.) - - Lieber Theodor! - -+Vorgestern+ ist unsere Reise nach Amerika zur Gewißheit geworden. -+Ueber ein Kleines+ wirst Du mich also nicht mehr sehen. Mein Vater -verkauft +bereits+ unsere Möbeln. Unser Haus ist unlängst in die Hände -meines Onkels übergegangen. Derselbe wird nächstens auch meines Vaters -Geschäft übernehmen. Sie sind heute um den Kaufpreis einig geworden. - -Auch ich habe soeben ein Verkaufsgeschäft abgeschlossen. Nachbars Otto -erhält nämlich heute noch meine Kaninchen. In einer Stunde werden sie -abgeholt. Für mein Eichhörnchen wird sich hoffentlich auch bald ein -Liebhaber finden. Ich habe schon mein Absehen auf Jemand gerichtet. -Es muß indeß nicht Alles sogleich verkauft sein. Es hat noch bis zum -ersten Juni Zeit damit. - -Während der letzten Tage ist eine merkwürdige Veränderung mit mir -vorgegangen. Ich hatte sonst diese Thiere unendlich lieb. Jetzt kann -ich sie gleichgiltig hingeben. Vor vier Wochen bot mir ein Engländer -zwei Thaler für das Eichhörnchen. Neulich wollte er sogar drei Thaler -dafür geben. Ich hätte es ihm damals um keinen Preis abgelassen. Und -nun habe ich zehn Groschen dafür erhalten. - -So herrscht gegenwärtig in meinem Hause ein eigenthümliches Leben. Vor -acht Tagen noch befand sich Alles darin in schönster Ordnung. Jetzt -geht es bunt durcheinander. Hoffentlich wird nach kurzer Zeit alles -Entbehrliche verkauft sein. In den letzten Tagen unseres Hierseins -werden wir freilich ein ziemlich ungemüthliches Leben führen müssen. -Ich tröste mich indeß während dieser Zeit mit den Worten meines Vaters. -Er sagte kürzlich: Einst wird’s besser! - -Zu nächstem Sonntage werde ich Dich noch einmal besuchen. Später würde -mir ein Besuch nicht gut mehr möglich sein. Ich werde jedenfalls -vormittags gegen neun Uhr bei Dir eintreffen. Vielleicht brauche ich -erst abends heimzukehren. - -Sitzen wir dann zusammen in der Laube, wird Dir noch Mancherlei von -seiner bevorstehenden Reise erzählen - - Dein Bruno. - - -122. Der Gemsjäger. - -(Wie lange? Seit wann? Umstands- und Verhältnißwörter.) - -Ein Gebirgsreisender begleitete einen alten Gemsjäger +bei drei -Stunden+. Dabei erzählte der Alte +fortwährend+ von seinem Jagdleben. - -„Ich bin“, sagte er unter Anderem, „seit acht Tagen von heim fort. Von -früh bis abends durchstöbere ich das Gebirge. Dabei gibt es natürlich -unaufhörlich zu steigen. Ueberdies ist man jederzeit jeder Witterung -ausgesetzt. Auch hat man fast immer mit Gefahren zu kämpfen. Namentlich -muß man auf den hohen Felsenpfaden stets auf der Hut sein. Ich habe -einmal über zwei Stunden über einem Abgrunde gehangen. Ein andermal bin -ich beinahe drei Tage ohne einen Trunk Wasser gewesen. - -Die Gemsjagd ist überhaupt nicht Jedermanns Ding. Der Gemsjäger muß -oft tagelang hinter einem Verstecke aushalten. Er muß stundenlang -regungslos liegen können. Dabei muß natürlich ununterbrochen -ausgeschaut werden. Er muß ja jederzeit einer Gemse gewärtig sein. Und -das gibt unausgesetzt Aufregung. - -Trotz alledem aber wird die Gemsjagd ewig ihre Reize behalten. Ich -selbst bin schon gegen vierzig Jahre Gemsjäger. Und ich werde es -bleiben bis an mein Ende.“ - - -123. Ein alter Krieger. - -(Wie oft? Umstands- und Verhältnißwörter.) - -Der alte Nachtwächter Schmiedel war ein vielerfahrener Mann. Er war -+dreimal+ mit ins Feld gezogen. Er hatte +gegen zehnmal+ im Feuer -gestanden. +Jederzeit+ mußte er zu den Tapfersten gezählt werden. -Merkwürdigerweise war er jedesmal ohne Verwundung davongekommen. - -Er erzählte übrigens selten von seinen Heldenthaten. Nur dann und wann -vermochte ihn ein guter Freund zur Mittheilung seiner Erlebnisse zu -bewegen. Zuweilen gedachte er dabei mit Seufzen der blutigen Jahre. -Manchmal pries er wieder jene große Zeit. - -Schmiedel hatte also dem Vaterlande oft große Dienste geleistet. Er -hatte demselben mitunter große Opfer gebracht. Und jetzt? Jetzt mußte -er täglich in nächtlicher Stille das Dorf bewachen. Jetzt mußte er -Nacht für Nacht die einsame Runde machen. Nicht über zwölfmal das -ganze Jahr hindurch hatte er eine Nacht frei. Und welches war sein -Gehalt? Er erhielt allmonatlich vier Thaler. Das macht jährlich -achtundvierzig Thaler. - -So ist gewöhnlich Undank der Welt Lohn. Die einstigen Thaten der -heldenmüthigen Krieger werden nicht selten später vergessen. - - -124. Moses. - -(Wiederholung aller Zeitbestimmungen.) - -Der kleine Moses war lange das Angstkind seiner Eltern. Seine Mutter -hielt ihn geraume Zeit versteckt. Sein kindliches Weinen erfüllte sie -gewiß sehr oft mit Zittern. Es konnte ja jeden Augenblick von den -ägyptischen Kindesmördern gehört werden. Um sein Leben wäre es dann -geschehen gewesen. - -Seit Wochen schon mochte die geängstigte Mutter über einen Rettungsplan -nachdenken. Nächtelang mochte sie darüber sinnen. Täglich mochte sie -den lieben Gott um einen glücklichen Gedanken bitten. - -Der Knabe entwickelte sich bereits merklich. Seine Stimme wurde von Tag -zu Tag heller. Noch immer aber fand die arme Mutter keinen Rettungsweg. -Und so steigerte sich fast stündlich ihre Sorge um sein Leben. -Durchstreiften doch Pharao’s Knechte wiederholt die israelitischen -Hütten. - -Da endlich kam der Geängsteten ein glücklicher Gedanke. Er sollte auch -sogleich ausgeführt werden. Sie holte alsbald Weidenruthen herbei. -Schon nach wenig Stunden war ein Körbchen geflochten. Darauf klebte sie -es mit Pech aus. Jetzt füllte sie es zur Hälfte mit Stroh. Und so stand -die seltsame Wiege bald fix und fertig da. - -In dieses Körbchen legte nun die Mutter ihren Liebling. In aller -Frühe des nächsten Tages erblickte man es zwischen dem hohen Grase -des Nils. Gerade an dieser Stelle kam ja selten ein Aegypter vorbei. -Nur die menschenfreundliche Königstochter nahm gewöhnlich ihren -Spaziergang in diese Gegend. Ueberdies mußte auch die Schwester des -Knaben unausgesetzt Wache halten. Sie mußte fortwährend nach dem -Kleinen sehen. Auch sollte sie zuweilen der Mutter über sein Befinden -berichten. Ueberdies sah die Mutter gewiß selbst manchmal nach ihm. - -Hier nun wurde das Kind wenige Stunden darauf von der Königstochter -entdeckt. Diese besann sich ob ihres Thuns keinen Augenblick. Das -Kind wurde sofort einer Amme zur Erziehung übergeben. Die Amme war -bekanntlich des Kindes eigene Mutter. - -Zehnmal hätte diese der edlen Prinzessin vor Freuden die Hand küssen -mögen. Unzählige Male mag die glückliche Mutter dem lieben Gott für die -Rettung ihres Kindes gedankt haben. - -Nach einer Reihe von Jahren nahm die Prinzessin den nun zum Jünglinge -erwachsenen Findling als ihren Sohn an. Von jetzt an führte er den -Namen Moses. - -Moses bewahrte seinem Volke stets ein theilnehmendes Herz. Er besuchte -es fast täglich bei seiner Sklavenarbeit. Leider wurde er eines Tages -aus Liebe zu seinen Brüdern zum Todtschläger. Er hätte sein Gewissen -vor der That fragen sollen. Es räth jederzeit das Rechte. - -Moses mochte wol von Jugend an etwas jähzornig sein. In der Wüste -dachte er später gewiß zuweilen an seine That zurück. Sicher hat er sie -hundertmal bereut. - - - - -Hauptwiederholung. - - -125. Jäger und Müller. - -(Subject, Prädicat, Ortsbestimmung. Ergänzungen.) - -Der braune Hund des herrschaftlichen Jägers hatte den ersten Dienstag -nach dem heiligen Osterfeste auf dem grünen Gemeindeanger des kleinen -Dorfes K. dem reichen Müller der neugebauten Mühle eine fette Henne aus -dem theuern Geschlechte der Perserhühner erbissen. - -Die nächste Mittwoch darauf erschlug der rachsüchtige Müller dem -unschuldigen Jäger unweit des alten Gottesackers hinter dem niedrigen -Kirchlein eine junge Gans mit schwarzen Flügeln. - -Zudem nannte der jähzornige Mühlenbesitzer den braven Herrn jenes -Hundes denselben Tag noch in dem vielbesuchten Gasthause zum braunen -Stier einen elenden Pfuscher des edlen Waidwerkes. - -Wenige Tage darauf überreichte ein uniformirter Diener des nächsten -Gerichtsamtes dem schnöden Beschimpfer eines achtbaren Mannes vor dem -eisernen Thore seines geräumigen Gehöftes eine versiegelte Vorladung -zum baldigen Erscheinen vor Gericht. - -Der beleidigte Forstmann hatte nämlich drei Tage nach jener -Verunglimpfung geeigneten Ortes den ernannten Wächtern des schützenden -Gesetzes die entehrende Auslassung des hitzköpfigen Müllers angezeigt. - -Drei ehrsame Gäste jenes bekannten Gasthauses versicherten zur -betreffenden Stunde im öffentlichen Gerichtslokale die anwesenden -Richter der reinen Wahrheit der schriftlichen Aussage des beleidigten -Jägers. - -Eine Stunde später verkündete der beleibte Vorsitzende des Gerichts -dem ergrimmten Angeklagten in einem besonderen Zimmer des kolossalen -Gerichtshauses die gesetzliche Verurtheilung zur mündlichen Abbitte der -ausgesprochenen Beleidigung. - -Von dieser Zeit an erklärte sich der bestrafte Müller allerorts als -einen unversöhnlichen Feind des Jägers. - -Dieser indeß ließ jenem niemals irgendwo etwas von Erbitterung merken. - - - - -Der Umstand der Weise. - - -126. Mißgeschick. - -(Umstandswörter, Hauptwörter mit und ohne Verhältnißwörter.) - -Konrad war +unter vielen Entbehrungen+ herangewachsen. Er hatte -sein Brod +mit Thränen+ essen müssen. Trotzdem sah man ihn immer -+zufriedenen Sinnes+. - -Seine Eltern waren +höchst+ brave Leute. Im Schweiße ihres Angesichts -aßen sie ihr Brod. Sie arbeiteten fleißig. Sie sparten auch nach -Kräften. Vergeblich doch strebten sie nach Verbesserung ihrer -bedrängten Lage. Sie vermochten bei allem Entsagen keinen Vorsprung -zu gewinnen. Und warum das? Weil die Lebensmittel unerhört im Preise -stiegen. Ebenso gingen die Preise aller anderen Lebensbedürfnisse -in die Höhe. Fast kein Quartal ging ohne Steigerung des Miethzinses -vorüber. - -Konrad stand seinem Vater in der Arbeit treulich zur Seite. Er wollte -sein täglich Brod nicht umsonst essen. Und so war es auch recht. Gerade -so sollten alle ärmeren Kinder thun. - -Konrad’s Vater war ein außerordentlich kräftiger Mann. Noch nie hatte -er sich krank gefühlt. Er lebte deshalb in Hoffnung auf ein hohes -Alter. Der liebe Gott indeß wollte es anders. - -Mit neugestärkten Kräften ging der rüstige Mann eines Morgens in den -Wald. Wie ein Riese schritt er unter den Tannen dahin. Frohen Muthes -setzte er bald darauf einem mächtigen Baume die Axt an die Wurzel. -Lustig hallten die kräftigen Axtschläge den Wald entlang. - -Mehrere Stunden mochte der Brave bereits angestrengt gearbeitet -haben. Da überkam ihn urplötzlich ein eigenthümlicher Schwindel. Er -legte schleunigst die Axt aus der Hand. Einige Minuten suchte er sich -nach Kräften noch zu halten. Darauf aber schwand ihm allmälig die -Besinnung. Er stürzte unter einem tiefen Seufzer zu Boden. Nach einer -Viertelstunde lag er als Leiche da. - -Aufs tiefste erschüttert trugen ihn die andern Waldarbeiter heim. -Konrad vermochte das Unglück augenblicklich kaum zu fassen. Stieren -Blickes blieb er eine geraume Zeit vor der Leiche stehen. Dann aber -warf er sich mit einem Aufschrei der Verzweiflung über sie hin. Unter -heißen Thränen küßte er die kalten Lippen. Nur mit Mühe vermochte man -ihn von dem geliebten Todten zu entfernen. - -Verhältnißmäßig gefaßter zeigte sich Konrad am Begräbnißtage. Ohne -lautes Wehklagen folgte er dem Sarge. In stiller Ergebung blickte er -in das offene Grab hinab. Festen Glaubens schaute er dann zum Himmel -empor. Nach frommer Weise betete er schließlich für den Geschiedenen -ein stilles Vaterunser. - -So war jetzt Konrad unerwartet vaterlos geworden. Wie ein Blitz aus -heiterem Himmel hatte ihn das Geschick ereilt. Aber er verlor nicht -kleinmüthig die Hoffnung. Mit Gott auf eigenen Füßen! Also lautete von -jetzt an sein Wahlspruch. Und Gott der Herr führte ihn wohl. - - -127. Ein Stier. - -(Desgleichen.) - -Ein unlängst gefangener Stier tobte gewaltig innerhalb seiner vier -Pfähle. Funkelnden Auges maß er den engen Raum seines Gefängnisses. -Unter wildem Grunzen rannte er darin umher. Plötzlich stand er einige -Minuten still. Gleich darauf stürzte er mit wüthendem Gebrüll über -seinen Freßtrog her. Derselbe wurde ohne Gnade zertrümmert. Jetzt -wühlte das Unthier mit seinen Hörnern wie verzweifelt den Boden auf. -Dabei warf es die Erde hoch empor. Sogar Steine flogen sausend durch -die Luft. Noch aber war damit seine Wuth nicht im mindesten gekühlt. -Gesenkten Kopfes rannte es hierauf wieder gegen die eiserne Umzäunung. -Unter Gekrach prallte die dicke Stirn an die festen Stäbe. Die Bestie -schien allen Ernstes die Gitter durchbrechen zu wollen. Die Versuche -liefen allerdings nicht ohne einige Verwundungen für dasselbe ab. - -Auf das furchtbare Gebrüll hin eilten die Wärter des Thiergartens -schleunigst herbei. Sie wollten anfänglich den Unhold in Güte -besänftigen. Aber sie bemühten sich umsonst. So leichten Spieles -sollten sie nicht zum Ziele gelangen. - -Endlich schritten die kräftigen Männer mit Knütteln ein. Ohne Schonung -schlugen sie auf das Thier los. Wie Hagelwetter fielen die Hiebe auf -dasselbe nieder. - -Nur auf diese Weise brachte man den Rasenden zur Besinnung. Dumpf -grollend zog er sich schließlich in seinen Stall zurück. - - - - -Hauptwiederholung. - - -128. Schulprüfung. - -(Subject, Prädicat, Zeit, Ort, Art und Weise, Ergänzungen.) - -Morgens acht Uhr widmete der hochbejahrte Director des städtischen -Waisenhauses von seinem schwarzen Pulte aus mit aller Innigkeit seines -weichen Herzens den anwesenden Geistlichen der protestantischen Kirche -eine ehrfurchtsvolle Begrüßung. - -Der älteste unter den anwesenden Seelsorgern erwiderte gleich darauf -von seinem Platze aus in schlichter Rede dem braven Oberhaupte dieser -bewährten Wohlthätigkeitsanstalt einen herzlichen Gegengruß. - -Nach der erbaulichen Religionsstunde rechnete der dreizehnjährige -Oberste der munteren Knabenschaar an der großen Wandtafel seinen -aufmerksamen Mitschülern nach den einfachsten Regeln der Rechnenkunst -ein schwieriges Exempel aus der zusammengesetzten Zinsrechnung vor. - -Hierauf trug der jüngste Schüler der obersten Klasse den fremden -Anwesenden vom niederen Trittbrete des schmalen Katheders herab in -gelungenster Weise das lange Gedicht vom braven Manne vor. - -Während dieses ganz vorzüglichen Vortrags warf der später eingetretene -Bürgermeister der betreffenden Stadt von seinem entfernten Sitze -aus dem wohlgeübten Declamator mit sichtlicher Freude wohlwollende -Beifallsblicke zu. - -Später entwickelten mehrere Knaben der ersten Abtheilung unter -der geschickten Leitung eines gewandten Lehrers an der prachtvoll -colorirten Wandkarte des neuen deutschen Reiches der strengen -Prüfungscommission ihre bedeutenden Kenntnisse in der vaterländischen -Geographie. - -Gegen zehn Uhr zeigte ein dritter Lehrer des wohlgeleiteten -Waisenhauses in einer kleinen Nebenstube unter einigen erläuternden -Bemerkungen den erwachsenen Zeugen der öffentlichen Prüfung die von den -verschiedenen Zöglingen der Anstalt gefertigten Papparbeiten. - -Indessen folgten sämmtliche Zöglinge geräuschlos ihrem geschickten -Turnlehrer als militärisch geordnete Reihen auf den geräumigen -Turnplatz hinter dem wohlgepflegten Blumengarten des verdienstvollen -Directors. - -Hier zeigte binnen einer Stunde ein jeder den zahlreichen Zuschauern -nach Kräften seine besondere Geschicklichkeit in der nützlichen Kunst -des Turnens. - -Schließlich machte der helle Klang der lieben Mittagsglocke vom nahen -Thurme herab der munteren Arbeit plötzlich ein Ende. - -Mit Schluß der gegenwärtigen Turnprüfung sprach der würdige Oberpfarrer -der schöngelegenen Stadt gleich auf dem freien Platze neben den -verschiedenen Turngeräthen ohne allen Rückhalt den fleißigen Schülern -der wackeren Anstalt seine volle Zufriedenheit mit ihren heutigen -Leistungen aus. - - - - -Der Umstand des Grundes. - - -129. Unverstand. - -(Ursache oder Sachgrund. Durch Verhältnißwörter.) - -Auf dem Tische stand eine brennende Petroleumlampe. Das Oel darin war -+durch die Flamme+ warm geworden. Der Cylinder glühte +vor Hitze+. -Da kam von ungefähr der zehnjährige Karl an den Tisch. Aus purem -Unverstande blies er in die Flamme hinein. Durch den Luftdruck aber -schlug dieselbe in den Ballon. Vermöge der plötzlichen Glut zersprang -dieser. - -Karl prallte vor Schreck zurück. Infolge des Knalles sprang sein -Vater herbei. Glücklicherweise löschte er das Feuer sogleich durch -Ueberschütten mit Asche. - -Der unvorsichtige Knabe hätte von Rechtswegen tüchtige Strafe verdient. -Auf sein inständiges Bitten aber erließ sie ihm der Vater. Wegen des -gehabten Schreckens wurde Karl indeß noch denselben Tag ernstlich krank. - - -130. Lohn der Wißbegier. - -(Beweggrund.) - -Der junge Bauer Ehrenreich kaufte sich +aus Wißbegierde+ ein Buch nach -dem andern. +Um der Bereicherung seiner Kenntnisse willen+ las er oft -bis in die Nacht hinein. Wegen eines neuen Werkes konnte er bei dem -schlechtesten Wetter den Weg in die ferne Stadt unternehmen. Seines -Lerndranges halber legte er sich auch naturhistorische Sammlungen an. -Später unternahm er sogar seiner Ausbildung halber größere Reisen. - -Um seiner Kenntnisse willen ehrte man ihn daher auch in seinem Dorfe -allgemein. Man zog aus Achtung die Mütze vor ihm ab. Seiner reichen -Erfahrungen wegen betraute man ihn später mit verschiedenen Aemtern. -Seines klaren Urtheils halber wählte man ihn endlich sogar zum Schulzen -des Ortes. Kraft ihrer inneren Ueberzeugung hielten die Ortsbewohner -ihn allein für geeignet dazu. - -Und Ehrenreich füllte um der Wohlfahrt seines Vaterdorfes willen seine -Stellung würdig aus. Nie handelte er aus Eigennutz. Nie stiftete er -Gutes blos der Ehre halber. - - -131. Der tolle Hund. - -(Erkenntnißgrund.) - -Ein Jäger sah einen Hund am Raine kauern. In dem +Gebaren des Thieres+ -lag etwas Verdächtiges. Dem +Aussehen nach+ mußte er krank sein. - -Der Jäger trat ihm näher. An dem geifernden Maule des Thieres erkannte -er jetzt dessen Tollwuth. Besonders deutlich sprach diese schreckliche -Krankheit aus den triefenden Augen. Der Gleichgiltigkeit des Thieres -wegen schloß der Jäger allerdings auf sein baldiges Ende. Aus seinem -jämmerlichen Winseln ließ sich die Größe seiner Schmerzen ermessen. An -seinen kläglichen Blicken hätte man fast das Verlangen nach Erlösung -erkennen mögen. - -Zufolge dieser Erscheinung hielt der Jäger das Thier für nicht mehr -gefährlich. Einige Sekunden darauf machte er durch eine Kugel den -Leiden desselben ein Ende. Den jetzt sichtbar werdenden Zähnen nach -mußte das Thier noch jung sein. Laut der Inschrift des Halsbandes -gehörte es dem Arzte des nächsten Dorfes. - - -132. Jahrmarktsgeschenke. - -(Zweck und Stoff.) - -Eine Mutter brachte +für ihre Kinder+ allerhand Geschenke vom -Jahrmarkte mit. Paul bekam eine Windmühle zum Spielen. Ewald erhielt -ein Kästchen für seine Schiefer. Leopold schenkte die Mutter ein -Sprungseil zum Turnen. Elise übergab sie ein Körbchen zu ihren -Stickereien. - -Mit dem Ankaufe dieser Geschenke hatte die Mutter für die armen -Blinden ein gutes Werk gethan. Alle diese Sächelchen nämlich waren im -Blindeninstitute gefertigt. - -Die Windmühle war aus Pappe zusammengeleimt. Das Kästchen hatte einer -jener blinden Knaben aus Draht geflochten. Das Sprungseil war aus Hanf -geflochten. Das Körbchen mußte aus Lindenholz geschnitzt sein. - -Die vier Geschwister dankten der guten Mutter aufs herzlichste für die -hübschen Sächelchen. - - -133. Heuchler. - -(Wiederholung. Ursache. Beweggrund. Erkenntnißgrund. Zweck. Stoff.) - -Heuchler erkennt man an ihren Mienen. Sie spielen die Frommen aus -schlauem Eigennutze. Sie leben blos für den Schein. Durch dieses Wesen -aber verlieren sie alle Achtung. Man flieht sie um ihrer Falschheit -willen. - -Ein Heuchler ist ja nur aus Lug zusammengesetzt. All sein Handeln ist -auf Täuschung berechnet. Er lebt für trügliches Blendwerk. - - -134. Der Wagehals. - -(Desgleichen.) - -Richard ging zu seinem Vergnügen an einem mit Eis bedeckten Teiche -hin. Der geringen Kälte halber war das Eis noch nicht stark. Richard -vermochte sich vor dem Verlangen nach einem Wagestückchen nicht zu -halten. Aus reinem Uebermuthe betrat er die schwache Eisdecke. Infolge -der Last des Knaben brach leider diese sofort zusammen. - -Auf das Geschrei des Verunglückten eilte ein fremder Mann herbei. -Seiner Kleidung nach schien er ein Fleischer zu sein. Er hatte aus den -verzweifelten Tönen sogleich die lebensgefährliche Lage des Knaben -erkannt. Und er schreckte nicht aus Furcht vor dem Rettungswerke zurück. - -Aus Mitleid mit dem Armen springt er ohne Zögern in den Teich. Schon -in der nächsten Minute ist Richard durch den edlen Muth des Fremden -gerettet. Vor Schreck ist der Knabe leichenblaß geworden. Seine Glieder -zittern vor Frost. Dieses bedenklichen Zustandes wegen führt ihn sein -Retter schleunigst nach Hause. - -Die Mutter erkennt an den triefenden Kleidern des Knaben sofort den -traurigen Vorfall. Sie läßt aus Vorsicht den Arzt rufen. Dieser aber -schließt aus dem Pulsschlage des Kindes auf keine bedenklichen Folgen. -Nach seinem Urtheile ist das Bette die beste Medicin für den noch -Zitternden. Es soll vor allen Dingen zu dessen Erwärmung dienen. - -Richard’s Vater wollte den fremden Mann für seine edle That belohnen. -Dieser aber wünschte um seines Liebesdienstes willen durchaus nicht -belohnt zu sein. Aus reiner Uneigennützigkeit nannte er nicht einmal -seinen Namen. Sein ganzes Wesen bestand aus echtem Christensinn. - - - - -Hauptwiederholung. - - -135. Ein Bombardement. - -[Subject. Prädicat. Zeit. Ort. Weise. Grund (Zweck). Ergänzungen.] - -Der tapfere Commandant von zwölf gezogenen Batterien sendete auf -erhaltenen Befehl des berühmten Feldmarschalls M. bereits seit -vierundzwanzig langen Stunden ohne die geringste Unterbrechung von -einer bewaldeten Anhöhe aus der starkbefestigten Stadt R. seine -wohlgezielten Vollgeschosse. - -Ebenso lange überschüttete die hartbedrängte Besatzung der belagerten -Feste zum Schutze des gefährdeten Bollwerks mit seltenem Muthe von -ihren wohlgeschützten Wällen herab die eisernen Linien des überlegenen -Feindes mit verheerenden Sprengkugeln. - -Viele der in Todesgefahr schwebenden Einwohner entflohen aus Furcht -vor einem blutigen Sturme ängstlich klopfenden Herzens durch einen -verdeckten Gang der hinteren Stadtmauer der weiten Stätte furchtbaren -Grauens. - -Die beherzteren Charaktere dagegen boten zur Unterstützung ihrer -kämpfenden Brüder selbst während der heftigsten Kanonade in den am -meisten bedrohten Stadttheilen mit wahrer Todesverachtung allen -Gefahren männlichen Trutz. - -Mit aller Inbrunst ihrer zitternden Herzen flehte in einer -unterirdischen Kapelle des bereits stark beschädigten Domes eine große -Anzahl frommer Frauen der inneren Stadt wiederholt den allmächtigen -Herrn des Himmels um seinen gnädigen Beistand zur endlichen -Zurückwerfung des mächtigen Feindes. - -Einige Hundert der wackeren Vertheidiger der geängstigten Stadt waren -bereits bis gegen Mittag auf den äußersten Forts für die Rettung -der Stadt in treuer Erfüllung ihrer heiligen Soldatenpflicht den -feindlichen Kugeln zum Opfer gefallen. - -Inmitten der schreckenreichen Nacht entzündeten im innern Theile der -Stadt zum Entsetzen der armen Einwohner die sprühenden Brandgeschosse -des ungestümen Belagerungsheeres unbarmherzig den ziemlich erschöpften -Gegnern eins der stärksten Pulvermagazine. - -Die furchtbare Explosion richtete infolge des ungeheuren Luftdrucks in -der kurzen Zeit von wenig Minuten an jener Stelle unter entsetzlichem -Gekrache den vielen Umwohnenden sehr bedeutenden Schaden an. - -Zur Beendung des mörderischen Kampfes befahl der feindliche General -den nächsten Morgen gegen fünf Uhr von seinem hochgelegenen -Beobachtungspunkte aus mittelst weithin schallender Trompetensignale -seinen wohlgeübten Fußtruppen zu stürmen. - -Schon nach einer Viertelstunde verzweifelter Gegenwehr ließ der -bejahrte Festungscommandant tieferschütterten Herzens von dem hohen -Thurme des alten Rathhauses herab dem Feinde zum Zeichen der Ergebung -die weiße Fahne entgegenwehen. - - -136. Zu Weihnachten. - -[Desgleichen. -- Subject, Prädicat, Zeit, Ort, Weise, Grund (Zweck), -Ergänzung, Stoff.] - -Die wohlerzogenen Kinder eines reichen Kaufmanns der großen Residenz -schenkten einander zur gegenseitigen Ueberraschung auf wahrhaft -herzliche Weise zum jedesmaligen heiligen Weihnachtsabende im Angesicht -des festlich geschmückten Christbaums allerhand selbstgefertigte -Sächelchen aus verschiedenen Stoffen. - -Wieder einmal stieg die heilige Weihnachtszeit im feierlichen Gewande -aus Myriaden Diamanten zur allgemeinen Freude der christlichen -Kinderwelt vom Himmel hernieder. - -Auch dieses Jahr wollten jene freundlichen Kinder aus aufrichtiger -Liebe zu einander in ihrem trauten Kreise in aller Stille jener -löblichen Gewohnheit ihr altes Recht werden lassen. - -Die zehnjährige Gertrud stickte während der letzten acht Tage vor -dem Feste in der nahen Behausung ihrer getreuen Schulfreundin ihrem -munteren Bruder Günther für seine beliebten Ferienausflüge eine kleine -Reisetasche aus bunter Wolle zum Umhängen. - -Der lebhafte Günther dagegen schnitzte dieser seiner Schwester zur -Aufbewahrung ihrer niedlichen Schmucksächelchen in seinen Freistunden -in der engen Familienwohnung des alten Markthelfers seines Vaters -mit außerordentlicher Sorgfalt ein länglich viereckiges Kästchen aus -bräunlichem Buchenholze. - -Die ältere Schwester Martha häkelte nach dem jedesmaligen Abendbrode in -des guten Papas geräumiger Schreibstube unter dem halblauten Gesange -sinniger Lieder dem gutmüthigen Bruder Hans aus kluger Rücksicht -auf seine große Liebe zu der schönen Tugend der Sparsamkeit eine -mittelgroße Geldbörse von glänzenden Perlen. - -Der sanfte Hans wieder flocht der geliebten Schwester Martha innerhalb -dreier Tage in dem schmalen Comptoirstübchen des väterlichen Geschäftes -fast ohne jegliches Werkzeug zur Bequemlichkeit bei ihren vielen -Nadelarbeiten einen allerliebsten Wandkober aus feinem Silberdrahte. - -Der neckische Julius endlich baute gelegentlich in der etwas düsteren -Garderobenstube seiner geliebten Mutter mit sichtlichem Vergnügen -seinem kleinen Bruder Leo zur zeitweiligen Unterhaltung eine mächtig -große Windmühle aus dauerhafter Pappe. - -Auch die brave Mutter der liebenswürdigen Kinder blieb zur Erhöhung -der Festfreude für ihre Lieblinge während dieser letzten Zeit vor -Weihnachten in ihren vier Pfählen bei allen sonstigen häuslichen -Besorgungen nicht unthätig. - -Die gute Mutter arbeitete mit geschickten Händen ununterbrochen hinter -verschlossenen Thüren allen ihren Kindern für die kalten Wintertage -warme Anzüge aus gleichfarbigem Tuche. - -Auf diese Weise bereitete der heilige Abend alle Jahre in diesem -herzlichen Familienzirkel zu aller Herzerquickung sämmtlichen -Familiengliedern große Freude. - - -137. Ein trauriges Ende. - -(Desgleichen.) - -[Sidenote: Subject.] - -Der Tod tritt oft schnell heran. - -[Sidenote: Beifügung.] - -Der kleine Hermann war ein lieber Knabe. Schon der Ausdruck seines -Gesichts zeugte davon. - -[Sidenote: Ergänzung.] - -Sein Lächeln bekundete Gutmüthigkeit. Sein Wesen war Jedermann -angenehm. -- Eines Tages spielte er mit seiner Schwester Verstecken. - -[Sidenote: Zeit.] - -Es war um die Dämmerstunde. Sie hatten das Spiel bereits mehrmals -gespielt. Ihr Vater sah ihnen schon seit geraumer Zeit zu. - -[Sidenote: Ort.] - -Er stand am Fenster. Hermann versteckte sich jetzt hinter eine Mauer. -Hier sollte ihn die Schwester nicht finden. - -[Sidenote: Weise.] - -Er kauerte in lauschender Stellung. So hoffte er mit Zuversicht -unentdeckt zu bleiben. - -[Sidenote: Ort.] - -Plötzlich aber rollte ein Ziegel vom Dache herab. Der Ziegel fiel dem -Knaben gerade auf den Kopf. - -[Sidenote: Ursache.] - -Er war durch einen Windstoß losgelöst worden. - -[Sidenote: Erkenntniß.] - -Der Vater erkannte an dem jähen Aufschrei seines Kindes etwas -Entsetzliches. - -[Sidenote: Beweggrund.] - -Von banger Ahnung getrieben eilte er herbei. - -[Sidenote: Zweck.] - -Er wollte zu Hilfe kommen. - -[Sidenote: Zahl.] - -Hier aber hätten zehn Aerzte nicht mehr helfen können. - -[Sidenote: Stoff.] - -Der fallende Ziegel war aus gebranntem Lehm. Er hatte den armen Knaben -erschlagen. - - -138. Luxus. - -[Desgleichen. -- Subject, Prädicat, Zeit, Ort, Weise, Grund (Zweck), -Ergänzungen, Zahl, Stoff.] - -Ein steinreicher Graf aus einem alten Geschlechte des östreichischen -Adels ließ vor einigen Jahren aus lauter Eitelkeit seiner stolzen -Gemahlin in der unmittelbaren Nähe einer lebhaften Seestadt der -deutschen Nordküste mit ungeheueren Opfern mehrere prachtvolle -Wohnsitze aus kostbarer Steinmasse errichten. - -Der berühmte Baumeister des verschwenderischen Herrn mußte in Zeit -von zehn Monaten auf einer sonnigen Hügelkette unweit des ziemlich -großen Hafens nach dem geschmackvollsten Muster französischer Bauweise -der jungen Gräfin zum zeitweiligen Aufenthalte während der heißen -Sommertage zwei reizende Villen aus weißem Marmor erbauen. - -Der gepriesenste Ofenfabrikant der nunmehrigen Kaiserstadt Berlin -fertigte kurz nach Beginn des bewundernswerthen Baues in seinen -eigens dazu eingerichteten Brennöfen mit aller Sorgfalt den schmucken -Wohnzimmern der vorerwähnten Frau sechs wundervolle Kamine aus weißem -Porzellan zur Benutzung für die kühlen Abende. - -Der sehr geschickte Hoftischler des französischen Kaisers hatte unter -anderem während der letzten Monate der kurzen Bauzeit in seiner -umfangreichen Werkstatt an einer der volkreichsten Straßen mit allem -Aufgebot seines Geschmacksinnes der hohen Frau zur hinlänglichen -Bequemlichkeit ein Dutzend große Armsessel aus dem feinsten -Mahagoniholze zu verfertigen. - -Der erste Tapezier der nahen Seestadt mußte gleich nach Vollendung der -reizenden Sommersitze der den Luxus liebenden Dame zur Bewunderung des -gräflichen Reichthums vor allen Fenstern der zahllosen Zimmer auf die -ausgesuchteste Weise je vier faltenreiche Gardinen von der schwersten -Seide anbringen. - -Zudem mußte derselbe gesuchte Verschönerungskünstler der gräflichen -Eigenthümerin dieser seltenen Prachtvillen sofort fünfzig Stück -auserlesene Teppiche aus den besten orientalischen Stoffen aus einer -türkischen Fabrik unter sicherer Begleitung eines zuverlässigen Mannes -zum Belegen der Fußböden kommen lassen. - -Die namhafteste Glasfabrik der erfinderischen Stadt London arbeitete -zu gleicher Zeit in ihren vorzüglichen Glasschleifereien ohne -Rücksicht auf den Kostenpunkt der eitlen Herrin zehn überaus -kunstvolle Kronleuchter aus dem reinsten Krystallglase zur Zierde der -hauptsächlichsten Salons. - -Ein alter Gärtner des ruhmsüchtigen Grafen versah während des Monates -Mai von seiner großen Zierpflanzenplantage aus die beiden an die Villen -stoßenden Gärten zur Erholung der empfindsamen Frau in den heißen -Sommertagen mit fürsorglicher Umsicht mit vier dichten Lauben aus -saftigem Osterluzzei. - -Außerdem schufen eine Menge andere Menschenhände in verhältnißmäßig -kurzer Zeit in den weiten Räumen der prächtigen Lustschlösser unter -steter Vorschrift des eigensinnigen Grafen zur Vervollständigung der -kostbaren Einrichtung der hohen Gebieterin noch eine ganze Menge -Luxusgegenstände aus dem theuersten Material. - - - - -Die Aussageweise. - - -139. Der Mensch. - -(Wirklich. Möglich. Nothwendig.) - -Der Mensch +ist+ ein Kind Gottes. Er +lebt+ und +stirbt+ nach Gottes -Willen. Er +kann+ König oder Bettler sein, ganz gleich. Das +darf+ -Niemand vergessen. Mancher mag freilich nichts davon wissen. Viele -+möchten+ am liebsten nicht daran denken. - -Jeder Mensch +will+ gern glücklich sein. Jeder +soll+ es auch werden. -Jeder +darf+ darnach streben. Was aber +kann+ er dazu beitragen? - -Er +muß+ beten und arbeiten. Auch die kleinste Sünde +muß+ ihm ein -Abscheu sein. Das +möge+ Jeder bedenken. - - - - -Wortfolge. - - -140. Die Rose. - -~A.~ Gerade Wortfolge. - - Die Rose ist eine herrliche Blume. - Schon ihr Bau ist bewundernswerth. - Ihre Farben sind reizend. - Ihr Duft strömt zauberhaft. - Eine Rosenknospe fesselt unser Auge wunderbar. - Die frischerblühte Rose ist ein Bild höchster Anmuth. - Sie ist der Gärten schönster Schmuck. - Sie wird darum auch die Königin der Blumen genannt. - Mancher Dichter hat sie schon besungen. - - -Die Rose. - -~B~. Umgekehrte Wortfolge. - - Eine herrliche Blume ist die Rose. - Bewundernswerth ist schon ihr Bau. - Reizend sind ihre Farben. - Zauberhaft strömt ihr Duft. - Wunderbar fesselt unser Auge eine Rosenknospe. - Ein Bild höchster Anmuth ist die frischerblühte Rose. - Der Gärten schönster Schmuck ist sie. - Der Blumen Königin wird sie darum auch genannt. - Sie hat schon mancher Dichter besungen. - - -141. Wiegenbau. - -(Gerade Wortfolge.) - -Ein kleiner Sänger des Waldes baute in den ersten Maitagen in dem -dichten Gezweige eines niederen Fichtenbäumchens mit bewundernswerther -Sorgfalt seinen zukünftigen Kindern zum Schutze eine niedliche Wiege -aus zartem Moose. - - (Versetzung der einzelnen Satztheile.) - - Es baute ein kleiner Sänger des Waldes in den ersten etc. - - In den ersten Maitagen baute ein kleiner Sänger etc. - - In dem dichten Gezweige eines niederen Fichtenbäumchens baute ein - etc. - - Mit bewundernswerther Sorgfalt baute ein kleiner Sänger etc. - - Seinen zukünftigen Kindern zum Schutze baute ein kleiner etc. - - Zum Schutze für seine zukünftigen Kinder baute ein etc. - - Eine niedliche Wiege aus zartem Moose baute in den etc. - - Aus zartem Moose baute ein kleiner Sänger des Waldes etc. - - -142. Vom einfachsten bis zum erweitertsten einfachen Satze. - -I. - - Subj.: Gott Der Geist Der Wasserfall - Präd.: ist ein Geist. ist unsterblich. braust. - - -II. ~A.~ - - Subj.: Das Bild Die Kälte Der Dorn - =Beif.=: des Vaters Sibiriens der Rose - Präd.: ist ein Heiligthum. ist groß. verwundet. - - -~B.~ - - Beif.: Der fromme Plötzliche Das arme - Subj.: Elias Abkühlung Kind - Präd.: war ein Prophet. ist schädlich. bettelt. - - -~C.~ - - Beif.: Sein Unser Mein - Subj.: Vater Heer Blut - Präd.: war ein Graf. ist tapfer. wallt. - - -~D.~ - - Subj.: Die Noth Die Scheere Der Storch - Beif.: unter den Menschen in Kindeshand auf dem Dache - Präd.: ist ein Besserungsmittel. ist gefährlich. klappert. - - -III. 1. ~A.~ - - Subj.: Gott Ein Engländer Der Wolf - Präd.: (Zeitw.) regiert bestieg raubt - =Ergänz. 4. Fall:= die Welt. den Montblanc. Lämmer. - - -~B.~ - - Subj.: Der Mitleidige Gott Der Magen - Präd.: hilft verzeiht dient - =Erg. 3. Fall:= dem Armen. dem Sünder. den Gliedern. - - -~C.~ - - Subj.: Der Müde Die Nacht Der Feind - Präd.: wünscht beginnt hoffte - Ergänz.: zu ruhen. zu dämmern. zu siegen. - - -~D.~ - - Subj.: Der Fromme Der Christ Das Gebet - Präd.: weiht dankt gibt - Erg. 3. Fll.: dem Herrn Jesu dem Schwachen - Erg. 4. Fll.: sein Leben. die Erlösung. Kraft. - - -2. - - Subj.: Die Strenge ist Die Eltern sind Der Stolze ist - Ergänz.: dem Kinde der Liebe auf seine Schönheit - Präd.: (Eigsch.) heilsam. werth. stolz. - - -IV. ~A.~ - - Subj.: Kain Das Schiff Viele - Präd.: fand nahm finden - Ort: nirgends an dem Strande in Californien - Erg. 4. Fll.: Ruhe. Steinkohlen auf. Gold. - - -~B.~ - - Subj.: Der Hund Paul Der Reiter - Präd.: folgt half sah - Erg. 3. Fll.: seinem Herrn dem Blinden seinem Pferde - Ort: in alle Welt. über den Graben. in das Maul. - - -~C.~ - - Subj.: Die Weisen Der Hauptmann Der Jagdhund - Präd.: brachten schickte brachte - Erg. 3. Fll.: dem Heilande seinen Kindern dem Förster - Erg. 4. Fll.: Geschenke Anzüge einen Hasen - Ort: aus dem Morgenlande. von Paris. über die Stoppel - daher. - - -V. ~A.~ - - Subj.: Der Gerechte Gustav Adolf Der Wächter - Präd.: findet sprach ertappte - Zeit: einst vor der Schlacht während der - Nacht - Ort: drüben unter freiem in einem Keller - Himmel - Erg. 4. Fll.: seinen Lohn. ein Gebet. einen Dieb. - - -~B.~ - - Subj.: Die alten Deutschen Die Schweizer Bello - Präd.: opferten huldigten wehrte - Zeit: tagelang immer stets - Ort: in ihren Hainen in ihren Bergen an der Thür - Erg. 3. Fll.: den Götzen. der Freiheit. den Bettlern. - - -~C.~ - - Subj.: Der Lehrer Die Weichsel Der Fuchs - Präd.: erzählt überschwemmt stiehlt - Zeit: mitunter fast alljährlich zuweilen - Ort: in der Schule in Polen im Hofe - Erg. 3. Fll.: den Schülern den Landbewohnern der Bauerfrau - Erg. 4. Fll.: eine Geschichte. die Fluren. eine Gans. - - -VI. ~A.~ - - Subj.: Huß Luther Kain - Präd.: erlitt schlug erschlug - Zeit: 1415 1517 einst - Ort: zu Konstanz an die Schloßkirche am Opferfeuer - =Weise=: geduldig freimüthig wuthentbrannt - Erg. 4. Fll.: den Feuertod. 95 Sätze an. den Abel. - - -~B.~ - - Subj.: Johannes der Christus Petrus - Täufer - Präd.: predigte verzieh verleugnete - Zeit: vor Christo dermalen in jener Nacht - Ort: in der Wüste am Kreuze in der Vorhalle - Weise: mit Nachdruck von Herzen auf schmähliche Weise - Erg. 3. Fll.: dem Volke. seinen Feinden. seinen Herrn. - - -~C.~ - - Subj.: Der Richter Der fromme Greis Noah - Präd.: verkündigte widmete brachte - Zeit: am Montage jeden Abend nach der Sündflut - Ort: im Gerichtssaale in seinem Kämmerlein unter freiem - Himmel - Weise: mit bewegter andächtigen mit dankbaren - Stimme Herzens Gefühlen - Erg. 3. Fll.: einem Mörder dem lieben Herrgott dem Herrn - Erg. 4. Fll.: das Todesurtheil. ein Gebet. ein Opfer. - - -VII. ~A.~ - - Subj.: Elise Sebastian Ein Knecht - Präd.: häkelte zertrümmerte erschlug - Zeit: am Sonntage heute früh gestern - Ort: in der Laube vor dem Spiegel auf der Wiese - =Beweggr.=: aus Langerweile aus Muthwillen aus Bosheit - Weise: gemächlich schnell kalten Herzens - Erg. 4. Fll.: eine Börse. eine Gipsfigur. eine junge Katze. - - -~B.~ - - Subj.: Julius Der Großvater Viele Leute - Präd.: erhält trägt trinken - Zeit: zuweilen im Winter in der Früh - Ort: in der Schule auf der Straße in ihrer Behausung - =Ursache=: wegen Faulheit der Kälte halber auf ärztlichen - Rath - Weise: vor allen Kindern mit Wohlbehagen ohne Widerstreben - Erg. 4. Fll.: Strafe. einen Pelz. bittre - Wässer. - - -~C.~ - - Subj.: Ein Hauptmann Der Klassenoberste Rosalie - Präd.: überreichte sang kaufte - Zeit: am Donnerstage am Examentage vorigen Freitag - Ort: im Kasernenhofe in der Aula auf dem Jahrmarkte - Erg. 3. Fll.: seinem dem Schulinspector ihrer Großmutter - Feldwebel - =Zweck=: zur Auszeichnung zur Ergötzung zum Geburtstage - Weise: unter mit viel Gefühl schleunigst noch - Trompetenschall - Erg. 4. Fll.: einen Orden. eine Arie. eine Kaffeetasse. - - -VIII. ~A.~ - - Subj.: Ein junger Häuptlinge Heinrich - Bildhauer der Wilden - Präd.: arbeitete geben zerbrach - Zeit: in seinen zuweilen gestern Abend - Mußestunden - Ort: auf seinem in ihren Zelten in der Kinderstube - Zimmer - Erg. 3. Fll.: seinem alten fremden Gästen seinem Bruder - Lehrer - =Beweggr.=: aus Dankbarkeit aus Hochachtung aus Neid - Weise: in aller Stille mit sichtlichem ungesehen - Stolze - Erg. 4. Fll.: Schiller’s Büste ein Gastmahl ein Spielzeug - =Stoff=: aus Alabaster. von dem Fleische aus Glas. - erschlagener - Feinde. - - -~B.~ - - Subj.: Gerhard Die Mutter Ein Regiment - Präd.: baute nähte schenkte - Zeit: vergangenen in zwei Tagen während des - Herbst letzten Krieges - Ort: im Holzstalle auf der mitten im - Nähmaschine Lager - Erg. 3. Fll.: seinem kleinen ihrer ältesten seinem Commandanten - Bruder Tochter - =Zweck=: für den Winter zum Balle zum Andenken - Weise: mit wenig ohne besondere unter militärischer - Werkzeugen Anstrengung Ceremonie - Erg. 4. Fll.: einen Schlitten ein Kleid ein Paar Sporen - Stoff: aus Eichenholz. aus blauer von purem - Seide. Golde. - - -~C.~ - - Sub.: Ein Koch Der Kürschner Ein Drechsler - Präd.: bereitete verfertigte arbeitete - Zeit: neulich vergangene am Donnerstage - Woche - Ort: in einem in seiner Wohnung an seinem - Gasthause Werktische - Erg. 3. Fall: einem Fremden dem Großvater dem Invaliden - Ursache: aus Unkenntniß der Kälte um seines lahmen - halber Beines willen - Weise: eiligst nach dem Maße unentgeltlich - Erg. 4. Fall: ein Glas Grog ein Paar Hausschuhe eine Krücke - Stoff: aus Nordhäuser. aus Schafpelz. aus Buchsbaumholz. - - -IX. - - Subj.: Die Tochter Bertha Die Gemeinde - des Hauptmanns zu X. - Präd.: kaufte mußte überreichte - Zeit: vor drei Tagen binnen acht Tagen am Sonntage - Ort: in einem Gewölbe in Papas Stube in seinem - Studirzimmer - Erg. 3. Fll.: ihrem Onkel der kleinen ihrem Seelsorger - Schwester - Bew., Urs., - Zweck: aus Anhänglichkeit wegen Faulheit zum Jubiläum - Weise: ohne Handel mit aller Sorgfalt feierlich - Zahl: zwei drei ein Dutzend - Erg. 4. Fll.: Armleuchter Nachthäubchen Speiselöffel - Stoff: aus blankem aus Wolle aus gediegenem - Neusilber. stricken. Silber. - - -143. Fragen nach den einzelnen Satztheilen. - - Wer? } Nach dem Subjecte. - Was? } - - Was für ein? } Nach der Beifügung. - Wessen? } - - Was? } - Wen? } Nach der Ergänzung. - Wem? } - - Wann? } - Wie lange? } Nach der Zeit. - Wie oft? } - Seit wann? } - - Wo? } - Wohin? } Nach dem Orte. - Woher? } - - Wie? Nach der Art und Weise. - - Weshalb? Nach der Ursache. - - Warum? Nach dem Beweggrunde. - - Woran? Nach dem Erkenntnißgrunde. - - Wozu? Nach dem Zwecke. - - Wie viel? Nach der Zahl. - - Woraus? Nach dem Stoffe. - - - - -Ein möglichst erweiterter einfacher Satz. - - -144. Für die Friedenszeit. - -Der junge Haustischler eines reichen Grafen im fernen Ungarlande hat -während der regnerischen Tage des letzten Herbstes in seiner düsteren -Werkstatt in den hinteren Räumen des gräflichen Schlosses zu P. mit -äußerster Anstrengung all seines Geschmacksinnes dem alten Generale des -siebenten Regimentes der östreichischen Husaren zu dessen häuslicher -Bequemlichkeit während der langen Friedenszeit zwei prachtvolle Sophas -aus dem feinsten Cedernholze gefertigt. - - - - -Fragen nach den einzelnen Satztheilen. - -(Praktische Ausführung.) - - -1) Wie heißt der einfache Satz? - - Der Tischler fertigte. - -2) Wer fertigte? - - +Der Tischler+ fertigte. - -3) Welche Thätigkeit vollzog der Tischler? - - Er +fertigte+. - -4) Was fertigte er? - - Er fertigte +Sophas+. - - -1) Was für ein Tischler fertigte Sophas? - - Der +junge+ Tischler etc. - -2) Wessen junger Tischler fertigte Sophas? - - Der junge Tischler eines +Grafen+ etc. - -3) Was für eines Grafen? - - Der junge Tischler eines +reichen+ Grafen. - -4) Was für eines reichen Grafen? - - Eines reichen Grafen +aus dem Ungarlande+. - -5) Aus was für einem Ungarlande? - - Aus dem +fernen+ Ungarlande. - - -6) Was fertigte der junge Tischler eines etc.? - - Der junge Tischler eines reichen Grafen aus dem fernen Ungarland - fertigte +Sophas+. - -7) Was für Sophas fertigte der junge etc.? - - Der junge etc. fertigte +prachtvolle+ Sophas. - -8) Wie viel prachtvolle Sophas fertigte der junge etc.? - - Der junge etc. fertigte +zwei+ prachtvolle Sophas. - - -9) Woraus fertigte der junge etc. zwei prachtvolle Sophas? - - Der junge etc. fertigte zwei etc. aus +Cedernholz+. - -10) Aus was für Cedernholz fertigte etc.? - - Der junge etc. fertigte etc. aus dem +feinsten+ Cedernholze. - - -11) Wem fertigte der junge etc. zwei etc. aus dem feinsten Cedernholze? - - Der junge etc. fertigte +dem Generale+ zwei etc. aus dem feinsten - Cedernholze. - -12) Was für einem Generale fertigte der etc.? - - Der junge Tischler etc. fertigte dem +alten+ Generale etc. - -13) Wessen altem Generale fertigte etc.? - - Der junge Tischler etc. dem alten Generale des +Regiments+ etc. - -14) Was für eines Regiments? - - Des +siebenten+ Regiments. - -15) Wessen siebenten Regiments? - - Des siebenten Regiments der +Husaren+. - -16) Was für Husaren? - - Der +östreichischen+ Husaren. - - -17) Wozu fertigte der junge etc. dem alten etc. zwei etc. aus dem -feinsten Cedernholze? - - Der junge etc. fertigte etc. dem etc. zwei etc. zur +Bequemlichkeit+. - -18) Zu was für einer Bequemlichkeit fertigte etc.? - - Der junge etc. zur +häuslichen+ Bequemlichkeit. - -19) Zu wessen häuslicher etc. fertigte etc.? - - Der junge etc. zu +dessen+ häuslicher Bequemlichkeit. - -20) Zu was für einer häuslichen etc. fertigte etc.? - - Der junge etc. zu dessen häuslicher Bequemlichkeit während +der - Friedenszeit+. - -21) Während was für einer Friedenszeit? - - Während der +langen+ Friedenszeit. - - -22) Wie fertigte der junge Tischler dem etc.? - - Der junge etc. fertigte etc. +mit Anstrengung+ zwei prachtvolle etc. - -23) Mit was für Anstrengung fertigte etc.? - - Der junge etc. mit +äußerster+ Anstrengung zwei etc. - -24) Mit wessen äußerster Anstrengung fertigte etc.? - - Der junge etc. mit äußerster Anstrengung +des Geschmacksinnes+ zwei - etc. - -25) Mit wessen Geschmacksinnes? - - +Seines+ Geschmacksinnes. - -26) Mit wie viel seines Geschmacksinnes? - - Mit äußerster Anstrengung +all+ seines Geschmacksinnes. - - -27) Wo fertigte der junge Tischler etc. dem etc.? - - Der junge etc. +in der Werkstatt+ etc. dem etc. - -28) In was für einer Werkstatt fertigte etc.? - - Der junge etc. in der +düsteren+ Werkstatt etc. - -29) In wessen düsterer Werkstatt fertigte etc.? - - Der junge etc. in +seiner+ düsteren Werkstatt etc. - -30) In was für einer düsteren Werkstatt fertigte etc.? - - Der etc. in seiner düsteren Werkstatt +der Räume+ etc. - -31) In wessen Räumen? - - In den Räumen +des Schlosses+ etc. - -32) In was für einem Schlosse? - - In dem +gräflichen+ Schlosse. - -33) In was für Räumen des gräflichen Schlosses? - - In den +hinteren+ Räumen des gräflichen Schlosses. - -34) Wann fertigte der junge etc. in etc. dem etc. zu etc. mit etc. zwei -etc. aus Cedernholz? - - Der junge etc. während +der Tage+ etc. - -35) Während welcher Tage? - - Der junge etc. während der Tage +des Herbstes+ etc. - -36) Was für eines Herbstes? - - Der junge etc. während der Tage des +letzten+ Herbstes etc. - -37) Während welcher Tage des letzten Herbstes? - - Der junge etc. während der +regnerischen+ Tage des letzten Herbstes - etc. - - - - -Zusammenfassung der vollständigen Satztheile. - - -1) Wer fertigte während -- aus dem feinsten Cedernholze? - - +Der junge Tischler eines reichen Grafen im fernen Ungarlande+ - fertigte etc. - -2) Was fertigte der -- Ungarlande? - - Den junge etc. fertigte +prachtvolle Sophas+. - -3) Wie viel Sophas fertigte -- Ungarlande? - - Der junge etc. fertigte +zwei+ Sophas. - -4) Woraus fertigte -- Sophas? - - Der junge etc. fertigte etc. +aus dem feinsten Cedernholze+. - -5) Wem fertigte -- Cedernholze? - - Der junge etc. fertigte etc. +dem alten General des siebenten - Regiments der östreich. Husaren+ etc. - -6) Wozu fertigte -- Cedernholze? - - Der junge etc. +zu dessen häuslicher Bequemlichkeit während der - langen Friedenszeit+ etc. - -7) Wie fertigte -- Cedernholze? - - Der junge etc. +mit äußerster Anstrengung all seines Geschmacksinnes+ - etc. - -8) Wo fertigte -- Cedernholze? - - Der junge etc. +in seiner düsteren Werkstatt in den hinteren Räumen - des gräflichen Schlosses+ etc. - -9) Wann fertigte -- Cedernholze? - - Der junge etc. +während der regnerischen Tage des letzten Herbstes+ - etc. - - - - -Anhang. - - -Eine Art von Aufgaben. - -(Bilde Sätze auf folgende Fragen.) - -1) Wer? (Was?) Was ist er (sie, es)? - - Der Bleistift ist ein Schreibwerkzeug. - -2) Wer? Wie ist er? - - Der Bleistift ist spitzig. - -3) Wer? Was thut er? - - Der Bleistift schreibt. - - -4) =Was für ein?= Wer? Was ist (wie ist, was thut) er? - - Der bunte Rock ist ein Kleidungsstück. - -5) Wer? =Wessen?= Wie ist (was ist, was thut) er? - - Der Rock des Kindes ist warm. - -6) =Was für ein?= Wer? Wessen? Was thut (was ist, wie ist) er? - - Der bunte Rock des Kindes wärmt. - -7) Was für ein? Wer? Wessen? Was thut er? =Was= (wen)? - - Der geschickte Drechsler der Residenz arbeitet ein Schachspiel. - -8) Was für ein? Wer? Wessen? Was thut er? =Wem?= Was? - - Der geschickte Drechsler der Residenz arbeitet dem Grafen ein - Schachspiel. - -9) Was für ein? Wer? Wessen? Was that er? =Wann?= (wie oft, - - Der geschickte Drechsler der Residenz arbeitete voriges Jahr - - wie lange, seit wann)? Wem? Was? - - dem Grafen ein Schachspiel. - -10) Was für ein? Wer? Wessen? Was that er? Wann? - - Der geschickte Drechsler der Residenz arbeitete voriges Jahr - - =Wo?= Wem? Was? - - in seiner Werkstatt dem Grafen ein Schachspiel. - -11) Was für ein? Wer? Wessen? Was that er? Wann? - - Der geschickte Drechsler der Residenz trug gestern - - Wem? Was? =Wohin= (woher)? - - dem Grafen ein Schachspiel in seine Wohnung. - -12) Was für ein? Wer? Wessen? Was that er? Wann? - - Der geschickte Drechsler der Residenz arbeitete voriges Jahr - - Wo? Wem? =Wie?= Was? - - in seiner Werkstatt dem Grafen mit großer Sorgfalt ein Schachspiel. - -13) Was für ein? Wer? Wessen? Was that er? Wann? - - Der geschickte Drechsler der Residenz arbeitete voriges Jahr - - Wo? Wem? =Weshalb?= Wie? - - in seiner Werkstatt dem Grafen auf Bestellung mit großer Sorgfalt - - Was? - - ein Schachspiel. - -14) Was für ein? Wer? Wessen? Was that er? Wann? - - Der geschickte Drechsler der Residenz arbeitete voriges Jahr - - Wo? Wem? =Warum?= Wie? - - in seiner Werkstatt dem Grafen aus Dankbarkeit mit großer Sorgfalt - - Was? - - ein Schachspiel. - -15) Was für ein? Wer? Wessen? Was that er? Wann? - - Der geschickte Drechsler der Residenz arbeitete voriges Jahr - - Wo? Wem? =Wozu?= Wie? - - in seiner Werkstatt dem Grafen zur Unterhaltung mit großer Sorgfalt - - Was? - - ein Schachspiel. - -16) Was für ein? Wer? Wessen? Was that er? Wann? - - Der geschickte Drechsler der Residenz arbeitete voriges Jahr - - Wo? Wem? Wozu? Wie? - - in seiner Werkstatt dem Grafen zur Unterhaltung mit großer Sorgfalt - - =Wie viel?= Was? - - zwei Schachspiele. - -17) Was für ein? Wer? Wessen? Was that er? Wann? - - Der geschickte Drechsler der Residenz arbeitete voriges Jahr - - Wo? Wem? Wozu? Wie? - - in seiner Werkstatt dem Grafen zur Unterhaltung mit großer Sorgfalt - - Wieviel? Was? =Woraus?= - - zwei Schachspiele aus Nußbaumholz. - - =NB.= Zu den Ergänzungen, Zeit-, Ortsbestimmungen etc. etc. können - natürlich wieder einfache oder doppelte Beifügungen gesetzt werden. - - Es lassen sich durch Weglassung eines Satztheiles oder mehrerer - Satztheile noch verschiedene Variationen in Bezug auf diese Art - Aufgaben gewinnen. Z. B. - - Wer? Was that er? Was? Woraus? - (Der Knabe bildete Figuren aus Wachs.) - - Wer? Wie war er? Wo? - (Der Knabe war lustig im Garten.) - - Wer? Was thut er? Wen? Wie oft? - (Der Knabe begießt die Blumenstöcke alle zwei Tage.) - - Wer? Was that er? Wann? Wem? Was? - Der Diener überbrachte vorhin dem Herrn einen Brief. - -Den schwächeren Schülern +gebe+ man die einfachen Sätze zu dem Zwecke, -sie nach den vorgeschriebenen Fragen zu erweitern. Z. B.: Der Jäger -schoß. Der Bote übergab. Der Knabe schnitzte. Der Feind entriß u. -dgl. m. - - -Druck von Metzger & Wittig in Leipzig. - - - - - Sprachbilder - - nach - - bestimmten Sprachregeln. - - Ein einfaches und praktisches Hilfsbuch - - für den - - deutschen Sprachunterricht in der Volksschule. - - Für Lehrer und Schüler - - gearbeitet von - - Franz Wiedemann, - - Oberlehrer an der Neustädter Bürgerschule in Dresden. - - Zweiter Theil. - - [Illustration] - - Leipzig. - - Alfred Oehmigke’s Verlag. - - (Moritz Geißler.) - - - - -Inhalts-Verzeichniß. - - - ~C.~ Der zusammengezogene Satz. - - I. Einfache Zusammenziehungen. - - Seite. - - Zwei Subjecte 1. Die Wilderer 1 - - Mehrere Subjecte 2. Drei Verdienstvolle 2 - - Zwei Aussagen 3. Die zahme Gans 3 - - Mehrere Aussagen 4. Martin 4 - - Zwei Beifügungen 5. Ein guter König 4 - - Mehrere Beifügungen 6. Der Bergmann 5 - - Zwei u. mehrere Ergänzungen 7. Die Sonne 6 - - Desgl. 8. Der Blinde 7 - - Zwei Ortsbestimmungen. Verhältnißwörter 9. Eine Landplage 8 - - Desgl. Umstandswörter 10. Der Christbaum 9 - - Zwei Zeitbestimmungen 11. Der Kranke 9 - - Desgl. 12. Die Glocken 11 - - Zwei Best. der Art u. Weise 13. Elise 12 - - Desgl. 14. Das Kanonenfieber 12 - - Zwei Beweggründe 15. Gott und wir 14 - - Zwei Zwecke 16. Die Kuh 14 - - Zwei Stoffe 17. Der kleine Künstler 14 - - +Wiederholung.+ - - Alle Arten Zusammenziehungen 18. Ludwig und Günther 15 - - Forts. 19. Die Luft 16 - - Forts. 20. Einfache Kost 17 - - Forts. 21. Zwei Brüder 18 - - - II. Mehrfache Zusammenziehungen. - - Subjective, Ergänzungen, Beifügungen - etc. 22. Zwei berühmte Sänger 18 - - Forts. 23. Der Winter 19 - - Forts. 24. Stolz und Eitelkeit 20 - - - III. Arten der Zusammenziehung. - - Zusammenstellend 25. Ein Kampf 21 - - Desgl. 26. Die Erzväter 22 - - Entgegenstellend 27. Das Meer 23 - - Desgl. 28. Geld 24 - - Begründend 29. Der Maikäfer 24 - - Desgl. 30. Die Bibel 25 - - =Hauptwiederholung.= - - Alle Arten der Zusammenziehung 31. Die Katze 25 - - - ~D.~ Zusammengesetzte Sätze. - - - I. Ohne Bindewörter. - - Zusammenstellend 32. Der Morgen 26 - - Desgl. 33. Auf dem Meere 27 - - Entgegenstellend 34. Der junge Graf 27 - - Desgl. 35. Eine Feuersbrunst 28 - - Begründend 36. Frühling 28 - - Desgl. 37. Die Sündfluth 29 - - +Wiederholung.+ - - Zusammenstellend, entgegenst., - begründend 38. Eine Dampfwagenfahrt 29 - - - II. Mit Bindewörtern. - - Zusammenstellend 39. Ein Doppelfest 30 - - Desgl. 40. Abend 31 - - Entgegenstellend 41. Maß halten 32 - - Desgl. 42. Das Feuer 32 - - Begründend 43. Die Schule 33 - - Desgl. 44. Die Kartoffel 34 - - +Wiederholung.+ - - Zusammenstellend, entgegenst., - begründend 45. Die Jagd 35 - - Desgl. 46. Der Brudermord 35 - - Mit und ohne Bindewörter 47. Entstehung des Brodes 36 - - Desgl. 48. Das Haus 36 - - Mit und ohne Bindew., Zusammenstellend, - entgegenst., begründend 49. Eine Luftschifffahrt 37 - - =Hauptwiederholung.= - - Zusammengezogene u. zusammengesetzte - Sätze 50. Der letzte Klos 38 - - - ~E.~ Satzgefüge. - - - I. Subjectivsätze. - - 1. Vollständige Subjectivsätze. - - Der Subjectivsatz voran 51. Natur 40 - - Desgl. 52. Gottvertrauen 41 - - Der Subjectivsatz zuletzt 53. Der Hund 41 - - Der Subjectivsatz voran u. zuletzt 54. Die Erde 42 - - 2. Abgekürzte Subjectivsätze 55. Selbsterkenntniß 43 - - +Wiederholung.+ - - Vollst. u. abgekürzte Subjectivs. 56. Die Todten 43 - - =Hauptwiederholung.= - - Zusammengesetzte Sätze u. Satzgefüge 57. Im Winter 44 - - - II. Prädikatsätze. - - Prädikatsätze 58. Gott und der Mensch 45 - - =Hauptwiederholung.= - - Subjectiv- u. Prädikatsätze 59. Ein trauriger Pfad 45 - - - III. Beifügesätze. - - 1. Vollständige Beifügesätze. - - Der Beifügesatz zuletzt 60. Ein Schulkreuz 46 - - Der Beifüges. in der Mitte 61. Ein muthiger Knabe 47 - - Der Beifügesatz umschreibt - ein Eigenschaftswort 62. Flora 48 - - Desgl. ein Mittelwort 63. Eine Bergpartie 49 - - Desgl. ein Besitz anzeig. Fürw. 64. Verschiedene Besitzungen 50 - - Desgl. eine Ortsbestimmung 65. Ein Todtenbette 51 - - Desgl. eine Zeitbestimmung 66. Deutschland 52 - - Desgl. eine Art u. Weise 67. Der Lebensmüde 53 - - Desgl. einen Grund oder Zweck 68. Vaterlandsliebe 54 - - Desgl. ein Hauptw. im 2. Falle 69. Gleiche Rechte, gleiche - Pflichten 55 - - Desgl. ein Zeitw. in reiner Form 70. Das kindliche Spiel 56 - - Desgl. ein Doppelhauptw. 71. Räthsel 56 - - Desgl. eine Zahlbestimmung 72. Die Bienen 57 - - Desgl. eine Apposition 73. Biblische Beinamen 57 - - +Wiederholung.+ - - Alle Arten Beifügungen 74. Der sterbende Löwe 58 - - Desgl. 75. Das Wasser 59 - - 2. Abgekürzte Beifügesätze 76. Bete und arbeite 60 - - +Wiederholung.+ - - Vollständ. u. abgekürzte Beifüges. 77. Napoleon I. 61 - - =Hauptwiederholung.= - - Subjectiv-, Prädikat- und Beifügesätze 78. Die Sklaven 62 - - - IV. Ergänzungssätze. - - 1. Vollständige Ergänzungssätze. - - Im 4. Falle 79. Saat u. Ernte 63 - - Desgl. 80. Die kranke Freundin 64 - - Im 3. Falle 81. Lebensregeln 65 - - Desgl. 82. Mütterliche Lehren 65 - - Im 2. Falle 83. Kindespflicht 66 - - Der Ergänzungss. umschreibt ein - Hauptw. mit Verhältnißwort 84. Ein edler Fürst 67 - - Desgl. ein Zeitw. in abhängiger - Form 85. Der alte Räuberhauptmann 67 - - Der Ergänzungss. in unbestimmter - Redeweise 86. An der Indianergrenze 68 - - 2. Abgekürzte Ergänzungssätze 87. Der Tollkühne 69 - - +Wiederholung.+ - - Verschiedene Arten der Ergänzungssätze 88. Der feuerspeiende Berg 69 - - =Hauptwiederholung.= - - Subjectiv-, Prädikat-, Beifügungs- - u. Ergänzungssätze 89. Das Reisen 71 - - - V. Anführungssätze. - - 1. Wörtlich. - - Der Hauptsatz voran 90. Die Bibel der Natur 72 - - Desgl. zuletzt 91. Beim Brande 73 - - Desgl. in der Mitte 92. Zwiespalt 74 - - +Wiederholung.+ - - Alle drei Fälle abwechselnd 93. Die Weidenraupe 74 - - 2. Nicht wörtlich. - - Der Hauptsatz voran 94. Das Wetter 75 - - Desgl. zuletzt 95. Am Krankenbette 76 - - Desgl. in der Mitte 96. Der Fund 76 - - +Wiederholung.+ - - Alle drei Fälle 97. Ochs und Esel 77 - - Wörtlich u. nicht wörtlich 98. Das Gespenst 78 - - =Hauptwiederholung.= - - Subjectiv-, Prädikat-, Beifüge-, - Ergänzungs- u. Anführungssätze 99. Ehre das Alter 79 - - - VI. Umstandssätze. - - 1. Umstandssätze des Ortes 100. Unschuldig Verfolgte 80 - - Desgl. 101. Reichthum 81 - - 2. Umstandssätze der Zeit. - - ~a.~ Gleichzeitigkeit. - - 102. Peter der Große 83 - - Desgl. 103. Aus dem Tagebuche eines - Kriegers 82 - - ~b.~ Ungleichzeitigkeit. - - 104. Gewissenhaftigkeit 84 - - +Wiederholung.+ - - Gleich- und Ungleichzeitigkeit 105. Das Wüstenungeheuer 84 - - Umstandssätze des Ortes und der - Zeit 106. Die Missionäre 85 - - 3. Umstandssätze der Art u. Weise. - - ~a.~ Unverkürzt. - - ~aa.~ Ohne Vergleichung. - - 107. Roderich 86 - - ~bb.~ Mit Vergleichung. - - 108. Ein Sprichwort 87 - - ~b.~ Abgekürzt. - - 109. Auf der Wolfsjagd 88 - - +Wiederholung.+ - - Unverkürzt u. abgekürzt 110. Die Rettung 89 - - Umstandssätze des Ortes, der Zeit - u. der Art und Weise 111. Eine Lebensgeschichte 90 - - 4. Umstandssätze des Grundes. - - ~a.~ Wirkliche Gründe. - - ~aa.~ Stoff. Ursache. Erkenntnißgrund. - - 112. Die Fledermaus 91 - - ~bb.~ Beweggrund. Zweck. Ziel. - - 113. Mutterliebe 92 - - +Wiederholung.+ - - Alle Arten Umstandssätze des - Grundes 114. Der Mensch 93 - - Umstandssätze des Ortes, d. Zeit, - der Art u. Weise u. des wirklichen - Grundes 115. Der Apfelbaum 94 - - ~b.~ Mögliche Gründe. - - ~aa.~ Bedingungssätze. - - 116. Der sterbende Vater 95 - - ~bb.~ Einräumungssätze. - - 117. Die Zunge 96 - - +Wiederholung.+ - - Bedingungs- und Einräumungssätze 118. Bildung 96 - - Umstandssätze des Ortes, der - Zeit, der Art u. Weise, des - wirklichen u. möglichen Grundes 119. Die Raubritter 97 - - 5. Einschaltsätze. - - 120. Ein Dieb 99 - - =Hauptwiederholung.= - - Subjectiv-, Präd.-, Ergänz.-, Umstands-, - Anführungs- und Einschaltsätze 121. Der Mäusethurm 99 - - - ~F.~ Mehrfach gegliederte Sätze etc. - - Alle Arten Sätze 122. Gellert 102 - - Desgl. 123. Geistesgegenwart 103 - - Zwei vollständige Satzgefüge verbunden 124. Schlaf u. Tod 105 - - Es beziehen sich mehrere Nebensätze - auf einen Hauptsatz 125. Die Zukunft 105 - - Desgl. 126. Hier und dort 106 - - Desgl. 127. Das Turnen 107 - - Der Nebensatz enthält wieder einen - Nebensatz 128. Die Thierschutzvereine 107 - - Desgl. 129. Ein Apfelkern 108 - - Desgl. 130. Eine Wohlthäterin 109 - - Der Anführungssatz ist ein Satzgefüge 131. Grille und Ameise 110 - - Zusammengezogene, zusammengesetzte - Sätze u. Satzgefüge verbunden 132. Eine Geburtstagsscene 111 - - Die Periode 133. An Dich 112 - -[Illustration] - - - - -~C.~ Der zusammengezogene Satz. - - -~I.~ Einfache Zusammenziehungen. - - -1. Der Wilderer. - -(Zwei Subjecte.) - -Der Mond und die Sterne standen bereits am Himmel. Ihr Glanz und -ihr Geflimmer warfen einen matten Silberschein auf die stille Flur. -Ringsumher lagerten tiefe Ruhe und ernster Friede. Nur einzelne Frösche -und Unken erhoben in dem schilfdurchwachsenen Teiche noch ihre Stimmen. - -Da traten ein Vater und sein erwachsener Sohn aus einem Gebirgswalde -hervor. Aus ihren Zügen sprachen Rohheit und finsteres Wesen. Ihre -leisen Schritte und ihre ganze Haltung bekundeten große Vorsicht. - -Auf des Sohnes Schultern lagen ein Reh und zwei Hasen. Ueber den Rücken -des Alten hingen eine kurze Büchse und ein großes Netz. Ihr Aeußeres -und ihr scheues Verhalten ließen sie sofort als Wilddiebe erkennen. - -Stumm schlichen Vater und Sohn über die Felder dahin. Kein Wort, kein -Laut kam über ihre Lippen. - -Bald hatten beide ein kleines Gebüsch erreicht. Hier aber traten ihnen -plötzlich der Flurschütz und sein Hund entgegen. Schreck und Verwirrung -bemächtigten sich der Diebe. Das kräftige Halt und die angelegte -Doppelbüchse des Flurschützen kamen ihnen doch zu unerwartet. Weder -Vertheidigung noch Flucht konnte sie retten. Blut und Leben hätten -dabei auf dem Spiele gestanden. - -Nach wenig Minuten schritten der alte und der junge Wilddieb als -Gefangene voran. Der Flurschütz und sein Hund folgten. Traurig blickten -Mond und Sterne auf das düstere Bild hernieder. - -Wuth und Aerger lagerten auf den Zügen der beiden Verbrecher. Ihr Weg -führte in die Frohnveste. Nach etwa einer Stunde sperrten sie Schloß -und Riegel von dem freien Leben ab. - -Wochen und Monate zogen an ihren Kerkermauern vorüber. Endlich -erfolgten das letzte Verhör und der Richterspruch. Feld- und -Wilddieberei werden vom Gesetze hart geahndet. Vater und Sohn -wanderten auf das Zuchthaus. Hier quälten sie nun freilich Reue und -Gewissensbisse. Doch die Erkenntniß kam zu spät. Ehre und Freiheit -waren verspielt. - -Was aber hatte jene Beiden nach und nach auf die verbrecherische -Laufbahn geführt? Arbeitsscheu und Leichtsinn waren die einzige Ursache. - - -2. Drei Verdienstvolle. - -(Mehrere Subjecte.) - -Kuh, Ziege und Schaf sind außerordentlich nützliche Hausthiere. -Nicht nur ihr Tod, sondern auch ihr Leben gewähren uns mancherlei -Vortheile. Milch, Butter und Käse würzen ja fast täglich unser Mahl. -Sowohl die Kuh und die Ziege als auch das Schaf erzeugen durch ihren -Dünger Fruchtbarkeit der Aecker. Wird den Kindern nicht oft auch ein -Ziegenböcklein oder ein Lamm zum Vergnügen gehalten? - -Noch mehr Vortheil und Gewinn erwachsen aus ihrem Tode. Nicht blos Rind -und Schöps, sondern auch das Ziegengeschlecht geben uns ein nahrhaftes -Fleisch. Rinder-, Schöpsen- und Ziegenbraten essen wol alle Leute -gern. Aber nicht blos ihr Fleisch, sondern auch ihr Fell, zudem ihre -Haare und ihre Hörner sind sehr nützliche Artikel. Stiefeln, Schuhe -und Pantoffeln, außerdem Taschen, Gürtel und Riemen, sogar Zäume und -Sättel wachsen auf dem Rücken des Rindes. Weder Arme noch Reiche können -deshalb dasselbe entbehren. - -Aus dem Felle der Ziege erstehen haltbare Schürzen, feste Handschuhe, -sogar dauerhafte Beinkleider. Haus-, Schaf- und Reisepelze, sowie auch -Müffe, Pelzstiefel und Reisedecken kommen vom Felle des Schafes. Und -wie viel Kleidungsstücke, Stickereien und andere Schmuckgegenstände -werden nicht erst aus seiner Wolle gefertigt! - -Den außerordentlichen Nutzen dieser Thiere erkannten schon die ältesten -Nationen und Völkerstämme. Schon Abraham, Isaak und Jakob besaßen große -Heerden. Rinder und Schafe bildeten ihre größten Reichthümer. - - -3. Die zahme Gans. - -(Zwei Aussagen.) - -Die Gans ist ein Haus- und Wasservogel. Ihr Rumpf ist oval und ziemlich -stark. Ihre Füße haben Nägel und Schwimmhäute. Ihr Hals ist lang -und sehr beweglich. Der Schnabel hat eine breite Gestalt und eine -abgerundete Spitze. Das Gefieder ist dicht und oft buntfarbig. - -Die Stimme der Gans ist weder klangvoll noch melodisch. Sie schnattert -und gackert blos. Ihr Gang ist breitspurig und wacklig. Sie schwimmt -zwar vortrefflich, fliegt aber schwerfällig. Ihre Eier sind allerdings -groß, aber als Speise nicht eben gesucht. Ihr Fleisch dagegen ist sehr -wohlschmeckend und darum beliebt. - -Die Gans ist namentlich wegen ihrer Federn sehr nützlich und deshalb -sehr verbreitet. Sie wird daher in manchen Gegenden ganz besonders -gehegt und gepflegt. - - -4. Martin. - -(Mehrere Aussagen.) - -Martin war seinen Eltern ein unfolgsames Kind, in der Schule ein fauler -Schüler und überhaupt ein ungezogener Knabe. Er war nicht blos zänkisch -und schadenfroh, sondern auch lügenhaft und tückisch. Sein ganzes -Benehmen war roh, wild und flegelhaft. Er hörte auf keine Mahnung, -achtete keinen Tadel, ließ sich durch keine Strafe bessern. - -Seine Bücher hatten nicht nur Schmuzflecken und Blattohren, sondern -auch keine Schalen mehr. Seine Kleider waren selten ganz, reinlich und -in guter Ordnung. Natürlich wurden seine Schulcensuren immer geringer, -kläglicher und entehrender. - -So war Martin seinen Eltern ein Angst-, Sorgen- und Schmerzenskind. -Ebenso hatte der Lehrer mit ihm nichts als Verdruß und Aerger. - -Und was war die traurige Folge von all diesen Jugendsünden? Martin -wurde später ein Faulenzer, ein Betrüger, ein Dieb und zuletzt ein -Bewohner des Zuchthauses. - - -5. Ein guter König. - -(Zwei Beifügungen.) - -Ein weiser und gerechter König ist für ein Land ein großes Glück. Er -sorgt für das Wohl der Städte und Dörfer. Er fördert die Stätten der -Wissenschaft und Kunst. - -Seine ebenso wohlwollenden als strengen Gesetze gewähren allen -Unterthanen Schutz. Er unterstützt den Fleiß der Handwerker und -Bodenbebauer. Er weiß den Segen einer guten Schulbildung und einer -frommen häuslichen Erziehung zu würdigen. Er spendet jedem wirklichen -Verdienste wohlverdiente und ermunternde Anerkennung. - -So strömt Segen von seinem erhabenen, gottbegnadeten Throne über das -ganze Land. Allenthalben erblüht geistiges und leibliches Glück. - -Das Volk weiß dann aber auch ein solch fürsorgliches und väterliches -Regiment zu schätzen. Mit vertrauensvollen und dankbaren Herzen blicken -Alle zu dem Throne auf. Jeder Gutgesinnte zeigt nicht blos freudigen, -sondern selbst aufopfernden Gehorsam. Für einen solchen Fürsten zieht -das Volk willig in den gefahrvollen, blutigen Kampf. An der Gruft eines -solchen Landesvaters steht es mit Herzen voll Weh und Schmerz. - - -6. Der Bergmann. - -(Mehrere Beifügungen.) - -Der Bergmann hat einen nicht blos mühsamen, sondern auch gesundheits-, -ja lebensgefährlichen Beruf. In dem tiefen, dunklen, unheimlichen -Schachte ist seine Werkstätte. Die unterirdische ununterbrochene Nacht -ist sein Werkeltag. Das kleine, dürftige Flämmchen seiner Grubenlaterne -ist seine Sonne. - -Die Gefahr zu ersticken, zu verbrennen oder verschüttet zu werden -schwebt fortwährend über seinem Haupte. Kann doch jeden Augenblick ein -sogenanntes böses Wetter aus dieser oder jener Wand hervorbrechen. Kann -doch jeden Tag das an sich zwar feste, aber weitgespannte Steingewölbe -über dem armen ruhig arbeitenden Manne zusammenbrechen. Nicht selten -droht ihm auch Unheil durch des Wassers tückische, verheerende Macht. - -Leider sind dergleichen schreckbare, grauenhafte, herzerschütternde -Unglücksfälle gar nicht selten. Die Bergwerke wurden schon für Tausende -von braven, biedern, redlich sich nährenden Menschen zum frühen, -jammervollen Grabe. - -All diesen Gefahren aber geht der Bergmann tagtäglich mit muthigem, -gottvertrauendem Herzen entgegen. Er zeigt überhaupt viel frommen, -gottesfürchtigen Sinn. - -Vor jedem größeren Bergwerke erblickt man ein kleines, einfaches -Bethaus. Hier stärkt er sich durch eine zwar kurze, aber erhebende -Andacht zu dem schweren und gefahrvollen Gange in die Tiefe. - -Trotz der Arbeit voller Aengste und Bedrohnisse erhält der Bergmann -aber doch nur einen bescheidenen, fast kärglichen Lohn. In Bergmanns -Hütte herrscht daher nicht selten bittere, drückende Noth. Schwarzes, -trockenes Brod bildet häufig seine Mahlzeit nach einer langen, -erzfundreichen Schicht. Sein zufriedenes, genügsames Gemüth hilft ihm -indeß auch dieses schwere, freudenleere Loos ertragen. - - -7. Die Sonne. - -(Zwei und mehrere Ergänzungen.) - -Die Sonne führt verschiedene Titel und Namen. Der Dichter nennt -sie die Mutter der Erde, die Königin des Tages, auch wol den Quell -alles Lichtes. Der Sternkundige bezeichnet sie einfach als Fix- oder -Standstern. - -Unendlich groß sind ihre Segnungen. Sie regiert Tag und Nacht. Sie -spendet der Erde Licht und Wärme. Ihr milder Strahl erquickt sowohl die -Menschen als auch die Thiere und die Pflanzen. - -Sie ruft den Frühling und den Sommer. Sie läßt den Herbst und den -Winter einziehen. Sie zaubert das zarte Keimblättchen aus der Erde, die -üppige Knospe aus dem Zweige, die purpurne Blüthe aus dem Kelche, die -goldene Frucht an des Baumes Krone. - -Sie zeugt die Raupe in dem winzigen Ei und den Schmetterling in der -geheimnißvollen Puppe. Ihre segnende Bahn streut Leben, Glück und -Freude aus. Sie scheint Gerechten und Ungerechten. - -Und wie verherrlicht sie ihren Auf- und Niedergang! Welche Genüsse -bereitet sie da dem Auge und dem gefühlvollen Herzen! Wen sollte nicht -ein schöner Sonnenaufgang sowohl mit Bewunderung und Entzücken, als -auch mit Dankgefühlen und stiller Andacht erfüllen? In wem erzeugte -nicht ein schöner Sonnenuntergang nicht allein frohes Staunen, sondern -auch ernste Betrachtungen? - -Die Größe und Majestät der Sonne erkannten daher auch schon die -ältesten Völker. Einige ließen ihr sogar Anbetung und göttliche -Verehrung zu Theil werden. - - -8. Der Blinde. - -(Desgleichen.) - -Ein Blinder hat ein unsäglich schweres Loos, ein unendlich hartes -Geschick zu ertragen. Sein Leben ist reich an Gefahren und -Entbehrungen. Ihn kann weder der farbige Blumenteppich des Frühlings, -noch das blitzende Diamantkleid des Winters, weder das majestätische -Sternenzelt, noch das liebe Bild eines schönen Menschenantlitzes -erfreuen. - -Er kann nie des Entzückens über eine reizende Landschaft, nie des -Jubels über das herrliche Farbenspiel eines Regenbogens, nie auch -der ergreifenden Gemüthsbewegung bei dem Anblicke wildzuckender -Blitze theilhaftig werden. Auf jedem seiner Wege muß er stets seiner -Unsicherheit und Hülflosigkeit eingedenk sein. Er muß jeden Laut, jedes -kleine Geräusch beachten. Nur selten kann er des Stockes oder einer -leitenden Hand entbehren. - -Ein solcher Unglücklicher verdient daher unser Mitleid, unsere -herzlichste Theilnahme, unsere Unterstützung. Man muß natürlich an -jedem Unglücklichen, ganz besonders aber an dem Tauben, Stummen und -Blinden Barmherzigkeit üben. Ein diese Pflicht Vergessender ist weder -unserer Achtung und Liebe, noch des Christennamens und der Gnade Gottes -würdig. - - -9. Eine Landplage. - -(Mehrere Ortsbestimmungen. Verhältnißwort.) - -Sowohl in Ungarn als auch in Serbien und Bosnien hausten ehedem sehr -gefährliche Räuberbanden. Ihre Schlupfwinkel befanden sich in den -dortigen Gebirgen und Wäldern. Ihre Lager schlugen sie in Höhlen und -Felsenkesseln auf. - -Weder in den Städten, noch in den Dörfern war man vor diesem rohen -Gesindel sicher. Einzelne der kühnen Gesellen wagten sich sogar am -hellen Tage auf die Marktplätze, auf öffentliche Vergnügungsorte und in -die Gotteshäuser. Kein Reisender konnte auf Wegen und Straßen für sein -Leben unbesorgt sein. Immer mußte er ängstlich vor, neben, um und wol -auch hinter sich blicken. Konnte ja doch jeden Augenblick ein solcher -Wegelagerer aus einem Dickicht, hinter einer Felsenecke oder aus irgend -einer Vertiefung hervorgesprungen kommen. Konnte ja doch auf jedem -Schritte das tödtliche Rohr für ihn schon an einem Baumstamme, auf -einem Erdhügel oder auf einer Felsenkante angelegt sein. - -So war aller Verkehr diesseits und jenseits der Donau höchst unsicher -gemacht. Nur mit Hülfe des Militärs vermochte man endlich dem Unwesen -zu steuern. - -Ganze Compagnien mußten in Bergen und Thälern umherstreifen. Nach -Süd und Nord, nach Ost und West gingen einzelne Abtheilungen. Diese -bewaffneten Männer spähten unter jeden Haufen dürrer Blätter, hinter -jeden Steinblock, in jede Felsenspalte, nach jedem kleinen Thalkessel. - -Viele von den Räubern wurden in ihren Verstecken oder auch im freien -Walde gefangen. Man führte sie zunächst auf die Militärwachen oder -auch sofort in die Gefängnisse. Viele der Raubgesellen fanden ihren -Tod auf der Stelle oder später am Galgen. Andere wurden lebenslänglich -in die Zuchthäuser oder in andere Strafanstalten geschickt. Einzelne -Räuberhäuptlinge büßten ihr verbrecherisches Leben bis an dessen -Ende theils in unterirdischen Gefängnissen, theils in stockfinstern -Festungszellen. - -Die Bewohner der dortigen Gegend aber athmeten nun wieder freier unter -ihren Dächern und auf ihren Wanderungen. - - -10. Der Christbaum. - -(Desgl. Umstandswort.) - -Clemens schrieb kurz nach dem Weihnachtsfeste an seine kleinen Vettern -in Reichenbach und Chemnitz. An den einen berichtete er Folgendes über -den Christbaum: - -Der Christbaum stand mitten in der Stube auf dem Tische. Er war oben -und unten auf das prächtigste geschmückt. - -Hier und da blitzten lange Perlenschnuren. Links und rechts flatterten -goldene Fähnchen an den Zweigen. Silberpapierne Vögelchen schwebten -vermittelst dünner Gummifädchen rückwärts und vorwärts. Eine Menge -allerliebster Engel schienen innen und außen auf- und nieder zu steigen. - -Inmitten der blitzenden Krone hing ein großer Ruprecht. Er trug hinten -und vorn einen Sack. Mit der Rechten bewegte er eine lange Ruthe hin -und her. Mit der Linken zeigte er bald aufwärts, bald abwärts. - -Hier und dort erblickte man auch vergoldete Schäfchen. Wol an dreißig -brennende Kerzen sendeten ihre Strahlen nach den großen Pfeilerspiegeln -hinüber und herüber. Und so war das ganze Zimmer bis in alle Ecken und -Winkel festlich erleuchtet. - - -11. Der Kranke. - -(Zwei Zeitbestimmungen.) - -„Wie geht es Deinem kranken Bruder?“ So fragte Paul den ihm begegnenden -Moritz. - - +Moritz.+ Seit vorgestern und gestern war das Fieber im steten - Steigen begriffen. Früh und abends phantasirte er sehr lebhaft. Seit - zwei oder gar seit drei Tagen hat der arme Junge keinen einzigen - Bissen Nahrung zu sich genommen. - - +Paul.+ O weh! Da kann ich ihn wol weder heute noch morgen besuchen? - - +Moritz.+ Vor Sonntag oder Montag wird das der Arzt kaum erlauben. - Selbst ich darf unter drei, vier Tagen nicht zu ihm. - - +Paul.+ Wie oft kommt denn der Arzt zu ihm? - - +Moritz.+ Der Arzt besucht ihn vor- und nachmittags, zuweilen auch - noch einmal abends acht Uhr. - - +Paul.+ Welche Heilmittel wendet denn der Arzt an? - - +Moritz.+ Früh und abends wird er in feuchte Tücher eingeschlagen. - Darauf schwitzt er eine Stunde, auch zwei Stunden. Nun reibt ihn mein - Vater fünf bis zehn Minuten mit einem wollenen Tuche trocken. Nach - dem Schweiße kommt er 20-30 Sekunden in ein kühles Bad. Der hierauf - eintretende Schlaf währt zuweilen eine halbe, auch eine ganze Stunde. - - +Paul.+ Gewiß ist Deine gute Mutter recht besorgt um den Kranken? - - +Moritz.+ Sie sitzt Tag und Nacht an seinem Bette. Sie hat sich schon - seit Tagen und Wochen keinen ordentlichen Schlaf vergönnt. Morgen - und übermorgen aber wird mein Vater eine Krankenpflegerin für sie - eintreten lassen. - - +Paul.+ Vor vier, sechs Wochen wird da wol Dein Bruder nicht in die - Schule kommen? - - +Moritz.+ Vielleicht gar vor drei oder vier Monaten nicht. Er ist zu - sehr entkräftet. - - +Paul.+ Möge ihn der liebe Gott recht bald und dann für immer gesund - werden lassen! - - -12. Die Glocken. - -(Desgleichen.) - -Hoch auf dem Thurme hängen die Glocken. Ihre ehernen Zungen tönen früh -und spät in die weite Welt hinein. - -Des Morgens und des Abends mahnen sie zum Gebet. Wie ernstfreundlich -klingt doch des Kirchglöckleins Stimme während des Sonnenauf- und -Sonnenunterganges! - -An Sonn- und Festtagen rufen sie zum Gotteshause. Wie feierlich ertönt -sowohl zur lieben Weihnachts- als auch zur lieben Osterzeit der -harmonische Glockengruß! - -Tiefernst stimmt uns das Kirchengeläute beim Scheiden des Jahres, -an Buß- und Bettagen. Fast wehmüthig zittert es zur Zeit eines -Begräbnisses oder gar zur Stunde eines Hochgerichts an unser Ohr. - -Geradezu schauerlich aber hallt der Nothruf der Glocke während einer -Feuersbrunst oder eines Volksaufstandes durch die Straßen. - -Ihr Ruf ertönt aber nicht blos an den Tagen ernster Feier, zur Stunde -trauriger Familiengeschicke, in den Minuten drohender Gefahr und -während der Augenblicke blutiger Sühne, sondern auch zur Zeit froher -Feste und freudiger Familienereignisse. - -So verkündet z. B. auf dem Lande die Kirchenglocke minuten-, ja -viertelstundenlang die Taufe eines Kindes. Dort stimmen die Glocken am -Tage der Geburt des Landesvaters, bei Einweihungen kirchlicher Gebäude, -bei feierlichen Einzügen und zu besonders festlichen Trauungen ihren -freudigen Lobgesang an. - -So sind die Kirchenglocken Sommer und Winter, Tag und Nacht -theilnehmende Wächter ob des bewegten Menschenlebens. Diesen Dienst -aber versehen sie nicht blos erst zehn oder fünfzig, sondern schon seit -Hunderten von Jahren. - -Früher oder später werden sie auch Dir Dein Grablied singen. - - -13. Elise. - -(Zwei Bestimmungen der Art und Weise.) - -Elise hatte sich auf einem Spaziergange in den Wald plötzlich und auf -ganz unerklärliche Weise eine Erkältung zugezogen. Sie wurde nicht blos -leichthin, sondern sogar gefährlich krank. Kopf und Brust bereiteten -ihr theils abwechselnd, theils gleichzeitig viel Weh. - -Mehrere Nächte verbrachte sie schlaflos und äußerst aufgeregt. Unter -diesen Umständen waren die Eltern bald mehr, bald weniger um sie -besorgt. - -Sie ertrug indeß alle Schmerzen still und geduldig. Bereitwillig und -ohne eine Miene zu verziehen nahm sie die von dem Arzte verschriebene -bittere Arzenei. Ergeben und zugleich vertrauensvoll unterwarf sie sich -allen Kurversuchen. Sogar das schmerzhafte Saugen mehrerer Blutegel -erduldete sie standhaft und ohne jeglichen Seufzer. - -Diesem rühmlichen Verhalten folgte aber auch endlich die Genesung -schnell und sicher. Nach vier Wochen war Elise gründlich und darum -nachhaltig kurirt. Frisch, munter und fröhlich hüpfte sie nun wieder -mit ihren Gespielen im Garten umher. - -Ihre Eltern aber dankten dem lieben Gott ebenso aufrichtig als herzlich -für die ihrer Tochter neugeschenkte Gesundheit. - - -14. Das Kanonenfieber. - -(Desgleichen.) - -Nicht ohne Schreck und eine gewisse Verzagtheit las Melchior den -Ruf zu den Waffen. Unter Thränen und Seufzen nahm er Abschied von -den Seinigen. Mit trübseligen Gedanken und niedergeschlagnen Augen -marschirte er inmitten seines Regimentes zum Thore hinaus. - -Seine Kameraden sangen aus voller Kehle und muthiger Brust ihre -frischen Soldatenlieder. Melchior schritt stumm und bänglich dahin. - -In guter Stimmung und noch bei frischen Kräften überschritt endlich das -Regiment die feindliche Grenze. Ebenso kühn als schnell warf sich ihm -der Feind entgegen. Zwar in größter Eile, aber dennoch vorsichtig nahm -das Regiment Stellung. - -Unter Horn- und Trommelsignalen begann der Kampf. Summend und zischend -durchkreuzten die tödtlichen Geschosse die Luft. Theils stumm, theils -mit einem jähen Aufschrei brachen die von den Kugeln Getroffenen -zusammen. - -Melchior erbebte bei den ersten Schüssen ganz entsetzlich, fast wie -ein furchtsames Kind. Von Todesangst und einer gewissen Betäubung -ergriffen stand er in Reihe und Glied. Zitternd und darum ohne -jegliches Ziel feuerte er seine Schüsse ab. Fast wider Willen und ohne -Selbstbewußtsein ging er mit vorwärts. - -Zehn Minuten lang war jetzt mit außerordentlicher Erbitterung, aber -noch ohne Erfolg gekämpft worden. Da kam plötzlich und in fast -wunderbarer Weise ein ganz anderer Geist über Melchior. Er stellte -sich kalt und mannhaft dem Feinde gegenüber. Er zielte mit Ruhe und -Sicherheit. Schnell und unerschrocken benutzte er jede Gelegenheit -zu seiner Deckung. Mit Ungeduld und sichtlicher Kampfbegeisterung -erwartete er das Signal zum Vorwärtsgehen. Beim schließlichen -Sturmangriffe eilte er sonder Furcht und Todesangst allen Anderen voran. - -Sein Regiment errang endlich unter fast übermenschlichen Anstrengungen -und großen Opfern den Sieg. - -Und Melchior? - -Ihm überreichte sein Commandant vier Wochen nach der Schlacht mit -militärischer Feierlichkeit und herzlicher Ansprache eine ehrenvolle -Auszeichnung. - - -15. Gott und wir. - -(Zwei Beweggründe.) - -Der liebe Gott schenkt uns Alles aus Liebe und Güte. Er verschiebt -die Strafe des Sünders aus Geduld und Langmuth. Er vergibt uns unsere -Schuld aus lauter Gnade und Barmherzigkeit. - -Aus Liebe und Dankbarkeit müssen wir ihm deshalb gehorchen lernen. -Unsere Besserung darf nicht aus Angst oder Furcht geschehen. Wir müssen -uns aus vollster Ueberzeugung und mit aufrichtigem Vertrauen ihm stets -als Kinder gegenüber stellen. - - -16. Die Kuh. - -(Zwei Zwecke.) - -Die Kuh wird zur Zucht und auch zum Zuge verwendet. Sie gewährt deshalb -für Stadt und Land großen Nutzen. - -Um ihrer Milch und ihres Düngers willen hält man sie oft in großen -Heerden. Ihre Milch wird nicht blos als Getränk, sondern auch zu Butter -und Käse verbraucht. Ihr Fleisch dient zu Braten und zu verschiedenen -andern Speisen. Ihre Haut trägt sie für Schuhmacher, Sattler und Riemer -zu Markte. Ihre Hörner sind für Drechsler und Knopfmacher bestimmt. - -Wegen dieses allgemeinen Nutzens wird auch die Kuh in manchen Gegenden -zum Heirathsgute oder zu einem andern Geschenke erhoben. - - -17. Der kleine Künstler. - -(Zwei Stoffe.) - -Julius war ein außerordentlich geschickter Knabe. Er verstand aus den -unbedeutendsten Dingen und Stoffen allerhand Spielereien zu fertigen. -Aus abgesetzten Korken und weggeworfenen Lederstückchen schnitzte er -allerliebste Landschaften. - -Aus Baumrinde, Moos und Flechten baute er kleine Einsiedeleien. -Aus buntem Papier und den Abfällen in der Glaserwerkstatt wußte -er niedliche Glasschränkchen herzustellen. Aus Pappstreifen und -bunten Leinwandabschnittchen formte er allerhand Schächtelchen. -Aus Cigarrenkastenbretchen und den Deckeln zerbrochener Schachteln -entstanden unter seinen Händen bewegliche Windmühlen. Thiere schuf er -gewöhnlich aus Mehl und Wasser. Menschen wurden von ihm aus Wachs oder -Pech gebildet. - -Mit diesen Sächelchen aus festen Stoffen oder ursprünglich -weichem Material erfreute er dann seine Geschwister besonders zur -Weihnachtszeit. - - -Wiederholung. - -(Alle Arten Zusammenziehungen.) - -18. Ludwig und Günther. - -Ludwig und Günther nannten sich gute Freunde. Beide aber waren faule, -ungezogene und rohe Buben. Ueber ihre Lippen ging selten ein sanftes -oder ein gutes Wort. Häufig stießen sie nicht blos Schimpfworte und -gemeine Reden, sondern sogar Flüche und Verwünschungen aus. - -Während ihrer freien Zeit trieben sie sich in Wäldern und Gebüschen -umher. Dabei war im Frühlinge und Herbste ihr Hauptabsehen auf das -Wegfangen von Singvögeln gerichtet. Diese Schändlichkeit führten sie -durch Aufstellen von Leimruthen, Netzen, Sprenkeln und andern Schlingen -aus. Mit den armen Gefangenen aber gingen sie nicht selten äußerst roh -und herzlos um. Oft marterten sie die unglücklichen Thierchen aus purer -Laune und Schadenfreude auf das entsetzlichste. Schließlich wurden -dieselben in ein enges Leinwandsäckchen oder gar in einen Strumpf -gesteckt. - -So wanderten die Aermsten zum Verkaufe oder zum Verschenken aus ihrem -Paradiese hinaus. Die Freiheit und den grünen Wald sah keiner der -Unglücklichen wieder. Lebenslänglicher Kerker oder ein elender Tod ward -ihr Loos. - -Zum Glück und zur Freude aller Gutgesinnten legte man endlich den -bösen Knaben ihr gottloses Treiben. Sie wurden eingezogen, verhört, -verurtheilt und auf zwei Jahre in eine Strafanstalt abgeführt. - -Zu ihrem eigenen Heile kehrten sie aus dieser Anstalt nach überstandner -Buße als gebesserte, gute und brauchbare Menschen zurück. - - -19. Die Luft. - -(Fortsetzung.) - -Die Luft besteht aus Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und -Kohlensäure. Stickstoff und Sauerstoff sind in großer Menge in ihr -vorhanden. - -Viele Merkmale und Eigenschaften hat sie mit andern Körpern gemein. Sie -ist undurchdringlich, durchsichtig, schwer und elastisch. Sie nimmt -verschiedene Grade der Kälte und der Wärme an. Deshalb berührt sie uns -zuweilen heiß, warm, lau, kalt, sogar eisig kalt. - -Die Luft durchdringt die winzigsten Zellen der Thierkörper und der -Pflanzen. Sie findet sich ebensowohl in der Tiefe des Meeres als im -Innern des größten Felsenberges. Für alles Leben und Gedeihen ist sie -die erste Bedingung. - -Ihre Bewegungen und Strömungen sind stets wechselnder Natur. Als lindes -Säuseln weht sie durch Hain und Flur. Als scharfer Zug pfeift sie durch -Fenster und Thüren. Aehrenfelder, einzelne Baumgipfel und ganze Wälder -bewegt der Wind. - -Er setzt die Windmühle und die Segelschiffe in Bewegung. Er trägt den -leichten Drachen und die schwere Wolke. Pfeifend und heulend saust er -als Sturm daher. Als Orkan richtet er in Obstgärten, in Wäldern, auf -dem Meere, in Dörfern und Städten oft gewaltige Verheerungen an. - -Die Luft vermittelt jeden Schall, jeden Laut, jeden Ton, jeden Knall. -Ihre Wellen tragen das Murmeln der Bäche, das Summen der Käfer, -das Lied der Nachtigall an unser Ohr. Auf ihren Schwingen rollt der -knirschende Donner und der dumpfe Knall der schweren Geschütze dahin. -Sie vermittelt unsern Herzen das Flehen des Armen, das Seufzen des -Leidenden, den Hülferuf des Verunglückten, den Trost theilnehmender -Freunde. - -So belebt sie nutzbringend und segenspendend das unendliche All. - - -20. Einfache Kost. - -(Fortsetzung.) - -Wasser, Salz und Brod macht die Wangen roth. Das ist ein altes und -ein wahres Sprichwort. Wo blieben sonst die markigen Gestalten, die -kräftigen Arme und die blühenden Gesichter der armen Gebirgsbewohner? - -Die Tafeln der Grafen, Herzöge, Könige und Kaiser möchten brechen unter -der Last der feinsten Leckerbissen. Sind diese Herren aber deshalb etwa -die gesündesten und kräftigsten Menschen? Starb nicht schon mancher -Fürst in der Blüthe seiner Jahre, im kräftigsten Mannesalter? - -Möge der Arme darum nicht neidisch weder nach den Kapaunen, Austern und -Torten, noch nach den Weinhumpen und Methgläsern der Reichen blicken. -Bei zufriedenem Sinn und Hunger ist auch die einfache Kartoffel -eine leckere Speise. Gaumenkitzel und Zungenweide sind ja oft nur -eingebildete Dinge. - -Dein Mahl aus einfachem Gemüse und Schwarzbrod erscheint vielleicht -sogar manchem Reichen als genußreich. Möglicherweise haben ihm die -allzu fetten Speisen den Magen geschwächt oder gar schon verdorben. - -Einfache, aber kräftige Kost ist unter allen Umständen der Gesundheit -am dienlichsten. - - -21. Zwei Brüder. - -(Fortsetzung.) - -Hans und Otto waren Brüder. Heiterkeit und Frohsinn, sowie -Verträglichkeit bildeten die Hauptmerkmale ihres Charakters. Fleiß, wie -auch Ordnungsliebe zeigte jeder. Nicht nur der Vater, sondern auch die -Mutter waren stolz auf diese Kinder. - -Hans galt für einen guten Turner und Schwimmer. Otto leistete viel im -Zeichnen und Malen. Ersterer sah frisch und blühend aus. Letzterer war -etwas blaß und hager. Beide lernten und arbeiteten um die Wette. - -Diese treuen, strebsamen Brüder waren bei Jedermann beliebt. Der Fleiß -des Hans und des Otto wurden andern Kindern zum Vorbilde aufgestellt. -Otto’s Zeichnungen und Bilder bewunderte man. Von dem Muthe und der -Gewandtheit des Hans erzählte man sich überall. - -Große und kleine Kinder gingen mit Respekt an diesen Knaben vorüber. -Beide jedoch blieben bescheiden und demüthig. So brav und gut sollten -alle Knaben und Mädchen sein. - - -II. Mehrfache Zusammenziehungen. - - -22. Zwei berühmte Sänger. - -(Subjecte, Ergänzungen, Beifügungen etc.) - -Nachtigall und Grasmücke sind liebliche Wald- und Singvögel. Sie lieben -das niedere, schattige Gebüsch an Flüssen und Teichen. - -Ihr einfaches, schlichtes Kleid kann sich weder mit dem bunten Gefieder -des Gimpels, noch mit dem vielfarbigen Gewande des Finken messen. Ihr -wundervoller, herrlicher Gesang aber macht sie zu Lieblingen bei Jung -und Alt. - -Weich und harmonisch ertönen ihre Weisen aus dem düstern -Strauchwerke und aus den niedern Baumgipfeln hervor. Ihre melodie- -und gefühlsreichen Lieder ergreifen jedes unverdorbene und sinnige -Menschenherz mit unwiderstehlicher Macht und seltsamem Zauber. Ihnen -lauscht zur Früh- und Abenddämmerung der Wanderer auf staubiger Straße -oder auf holperigem Waldpfade. Ihren flötenden, oft schwermüthigen -Accorden leiht selbst der müde Waldarbeiter und der die Waldmusik -längst gewohnte Waidmann noch sein Ohr. - -Und doch haben gerade Nachtigall und Grasmücke unter den Menschen -die unbarmherzigsten, gefährlichsten Feinde. Aus purer Gewinnsucht -und schnödem Eigennutze stellt man ihnen an allen Orten und Enden -nach. Selbst die zu ihrer Sicherheit und ihrem Schutze hier und da -erlassenen strengen, oft außerordentlich strengen Gesetze vermögen -diese Zierden des Waldes, diese Lieblinge aller Naturfreunde nicht ganz -vor Nachstellung und Gefangennahme zu schützen. - - -23. Der Winter. - -(Fortsetzung.) - -Horst und Alfred erwarteten mit sehnsüchtigen Blicken und förmlicher -Ungeduld den ersten Schnee. Stundenlang, ja halbe Tage lang -schauten sie zu den hohen, breiten Fenstern hinaus nach dem grauen, -wolkenbedeckten Himmel. - -Längst schon hatten sie ihre Schlitten und Schlittenpeitschen aus ihren -Schlupfwinkeln hervorgeholt und in Bereitschaft gestellt. Nicht blos -bereits seit Tagen, sondern sogar seit Wochen schwärmten sie in ihren -Gesprächen und Träumen von Schneeballschlachten, Schneemännern und -Rutschpartien. - -Da endlich wirbelten die ersten feinen, zarten Schneeflöckchen in -anmuthigem Tanze und in dichtem Gedränge auf Dach und Baum, auf Hof und -Garten herab. Horst und Alfred schrieen laut und freudig auf über das -längst ersehnte und längst erhoffte Naturereigniß. - -Nach zwei Tagen und drei Nächten lag der Schnee in den Gärten und -Feldern nicht blos zoll-, sondern sogar ellenhoch. Nun wurden von den -beiden Knaben und ihren Freunden und Gespielen Schlittenbahnen angelegt -und große, dickmauerige Schneeschanzen errichtet. Diese ziemlich fest -und äußerst geschickt angelegten Bollwerke suchte man dann unter Vivat- -und Hurrahgeschrei zu erstürmen. Dabei flogen die großen und kleinen -Bomben hinüber und herüber. Viele von ihnen zerplatzten zur Freude und -zum Jubel der kleinen Schaar auf dem Rücken, an den Köpfen und wol gar -an den Nasen der Gegner. - -Zur Abwechselung wurde nach beendigter Schlacht oder nach längerer -Schlittenfahrtbelustigung ein hoher, breitschultriger Schneemann -erbaut. Wohlausgesuchte und geeignet geformte Steinkohle bildete seine -Augen und seine Nase. Zähne und Lippen verlieh man ihm mittels rother -Tuchläppchen und kleiner Eiszapfen. - -Die Schöpfung eines solch riesigen Schneemannes weckte unter den -kleinen Knaben außerordentlich fleißige und emsige Hände und viel -Freude und Jubel. - -So trieben sie es alle Tage und wurden des langen und zugleich harten -Winters nicht müde. Bei aller dieser Freude und bei all diesem -Vergnügen vernachlässigten sie aber nie ihre Schularbeiten und ihre -sonstigen häuslichen Beschäftigungen. - - -24. Stolz und Eitelkeit. - -(Fortsetzung.) - -Stolz und Eitelkeit verderben bei Kindern und Erwachsenen nicht -blos den Charakter, sondern beflecken auch das Herz. Stolze und -Eitle blicken mit Geringschätzung und Nichtachtung auf Arme und -Gebrechliche, überhaupt auf Niedrigstehende herab. Ihr Gemüth -verschließt sich aus lauter Dünkel und Hochmuth der Theilnahme, dem -Mitleide, der Barmherzigkeit. Dabei werden sie in engeren und weiteren -Gesellschaftskreisen unangenehm und darum lästig. - -Welcher Verständige und Vernünftige möchte wol gern mit solchen -eingebildeten Narren und hochfahrenden Thoren näheren und wol gar -freundschaftlichen Umgang haben? - -Der Hochmüthige lebt sich unbestritten und unleugbar auch selbst -zur Last und Qual. Wie erregt und ärgert ihn jeder fremde Vorzug -des Standes, der Bildung, der körperlichen Schönheit, der Kleidung, -jedes fremde Lob, jede fremde Ehre oft auf Tage und Wochen hinaus! -Wie mitunter peinlich ängstlich ist er früh und spät auf die Pflege -seiner Haut, seiner Zähne, seiner Haare, vielleicht sogar seiner Nägel -bedacht! Wie späht die Eitelkeit auf den Straßen und in Gesellschaften, -sowie in Modezeitungen und andern derartigen Blättern nach der neuesten -Form der Kopfbedeckung, dem neuesten Schnitte der Kleider, wol gar nach -der neuesten Farbe der Handschuhe! An allen Orten und in allen Kreisen -will sie gesehen und bewundert sein. - -Welch ein unruhiges, trauriges Leben! Laßt uns lieber zu unserer Ehre -und zu unserem Ruhme unsern schönsten Schmuck in Einfachheit und -Bescheidenheit suchen und finden. - - -III. Arten der Zusammenziehung. - - -25. Ein Kampf. - -(Zusammenstellend.) - -Ein Staar und ein Sperling stritten sich um den Besitz eines -Nistkastens. Derselbe bot allerdings nicht blos alle mögliche -Bequemlichkeit, sondern auch viel Raum. Zudem hing er hoch und -sicher. Sowohl während der Früh- als der Mittags- und der langen -Nachmittagsstunden konnte ihn die Sonne bescheinen. Somit erschien -er den beiden Vögeln zum Brüten und zur Kinderzucht außerordentlich -geeignet. Beide setzten daher auch für die Eroberung desselben Blut und -Leben ein. - -Der Kampf wurde mit Wuth und Erbitterung geführt. - -Bald schlugen, hackten und bissen sich die hitzigen Gegner auf den -Aesten und Zweigen, bald auf dem Dache des Nistkastens, bald auf dem -Rasen des Gartens umher. Graue und schwarze Federn wirbelten zahlreich -nach links und rechts. Wuth und Schmerzgeschrei zeterte durch die Luft. -Eine Menge anderer Vögel eilte theils aus Neugier, theils vor Schreck -herbei. - -Wol drei bis fünf Minuten dauerte die entsetzliche Fehde. Erschöpft -und blutend ergriff endlich der Staar die Flucht. Der allerdings auch -verwundete und schrecklich zerzauste Spatz aber zog triumphirend und -fast wie hohnlachend in das eroberte Luftschloß ein. - -Wollt ihr ihn etwa ob seiner Heldenthat schmähen oder verurtheilen? - - -26. Die Erzväter. - -(Desgleichen.) - -Abraham, Isaak und Jakob waren Erzväter. Sie alle führten nicht blos -zum Scheine, sondern in Wahrheit ein frommes, gottesfürchtiges Leben. -Weder Glück noch Unglück vermochte ihre Gottestreue wankend zu machen. -Sie standen nicht allein in ihrer Familie, sondern auch in ihrer -weiteren Umgebung als wahre Muster im Gehorsam, in der Demuth und im -Gottvertrauen da. Die Israeliten zollen ihnen darum noch heute große -Achtung und Verehrung. - -Alle drei Männer standen aber auch unter besonderem Schutze und in -besonderer Gnade Jehovah’s. Er segnete sie mit leiblichen und geistigen -Gütern. Mit Muth und Kraft wußten sie daher stets Leid und Trübsal zu -ertragen. Mußte doch Isaak noch in seinen alten Tagen und besonders -während seiner Blindheit bittern Undank und schmachvolle Täuschung -erfahren. Welch tiefes Herzeleid und welch unendliches Weh mußte Vater -Jakob infolge des Neides und der Rachsucht seiner eigenen Kinder -empfinden! Immer indeß führte ihr Herr und Gott jene Männer durch -Kummer, Noth und Thränen zu neuer Freude, neuem Glücke. - -Die Lebensgeschichten dieser Gottesmänner sind im lieben, heiligen -Bibelbuche ebenso getreulich als auch ausführlich niedergeschrieben. -Sie zu lesen und zu erwägen ist für Kopf und Herz heilsam. - - -27. Das Meer. - -(Entgegenstellend.) - -Der Anblick des Meeres kann zu Zeiten mit erhebender Bewunderung, aber -auch mit erschütterndem Entsetzen erfüllen. - -Es beplätschert den Strand mit freundlichem Wellenspiel, tobt aber auch -in wilder Brandung. Seine Straßen sind zwar breit, indeß nicht selten -gefahrvoll. Meeressturm, gleichwohl auch Meeresstille können äußerst -unheilbringend werden. - -Das Reisen auf dem Oceane ist allerdings reich an Genüssen, hingegen -auch stets gewagt. Die riesigsten Segelschiffe, doch auch die -mächtigsten Dampfer können verunglücken. - -Trotzdem geht der Matrose nie mit Zagen, sondern stets mit Freuden -aufs neue in See. Der wettergebräunte Seemann vermag in Stunden -schwerer Noth lange zu fluchen, allein endlich auch zu beten. Er -traut allerdings seiner Kraft, dessenungeachtet zuletzt aber auch der -schützenden Hand Gottes. - -Das Meerwasser ist zwar hell und klar, dennoch für den Menschen -ungenießbar. Viele seiner Bewohner sind uns bekannt, indeß noch lange -nicht alle. Es birgt unendlich viel erklärliche Naturerscheinungen, -aber auch noch viel Geheimnisse. - - -28. Geld. - -(Desgleichen.) - -Viel Geld macht zwar reich, aber nicht immer glücklich. Es ist wohl ein -Tröster in der Noth, indeß in vielen Fällen kein Helfer. - -Der Besitz viel blinkenden Erzes verschafft nicht selten dem -Menschen Ehre, dessenungeachtet aber keinen sittlichen Werth. Das -Geld erschließt die Thür zu vielen Genüssen, jedoch auch das Thor zu -mancherlei Sünden und Lastern. Es erfreut nicht blos, sondern verführt -auch. In das eine Herz pflanzt der Mammon den Sinn des Mitleids und der -Wohlthätigkeit, in das andere dagegen die Wurzel des Stolzes und des -Dünkels. - -So ist er unser Freund, gleichwohl auch unser Feind. Wir können durch -ihn in vieler Hinsicht frei, aber auch Sklaven werden. Wir wollen daher -unser Geld zwar zusammenhalten, allein niemals das Herz daran hängen. - - -29. Der Maikäfer. - -(Begründung.) - -Die Maikäfer sind sehr gefräßig, darum schädlich. Sie erscheinen fast -alle zu gleicher Zeit, deshalb in großer Menge. Sie suchen im Frühlinge -das junge Blätterwerk und deswegen die Gipfel der Eichen und Kastanien -auf. - -Sie zeugen viel Eier, demnach eine zahlreiche Nachkommenschaft. Ihre -Larven ruhen tief in der Erde, folglich wohlgeborgen. - -Ihre wohlgenährten, mithin fetten Leiber dienen vielen Vögeln zur -Nahrung. Sie sind auch für manche Menschen eine Delicatesse und also -nicht ganz ohne Nutzen. - - -30. Die Bibel. - -(Desgleichen.) - -Die Bibel ist ein vor Jahrtausenden geschriebenes und daher uraltes -Buch. Sie ist durch von Gott erleuchtete Männer verfaßt, darum heilig -und ehrwürdig. - -Sie enthält unsere ganze Christenreligion, mithin einen unendlichen -Schatz von Lehren und Wahrheit. Sie soll unser Licht und unsere -Leuchte, somit ein Führer durch das Leben sein. Sie gibt uns die -Zusicherung der göttlichen Liebe und Fürsorge und demnach Kraft und -Muth in gefahrvollen Stunden und Tagen. Ihre frommen Sprüche erfüllen -das Herz mit Vertrauen und Zuversicht auf die ewige Huld und Gnade, -daher auch mit Trost und Ergebung im Unglück. - -Viele Kapitel darin besingen die Wunderwerke, folglich auch die Macht -und Weisheit des Schöpfers. Die Bibel sollte vor allen andern Büchern -in jeder Christenfamilie heimisch sein und deswegen überhaupt den -allgemeinsten Eingang gefunden haben. Jeder Getaufte, mithin auch der -ärmste der Armen müßte dieses heilige Gotteswort besitzen. - -Der wirkliche Jünger Jesu mag sie zu keiner Zeit, also auch nicht in -den Tagen der Freude entbehren. Werde der heiligen Schrift ihre Würde -und Weihe und somit der Menschheit ein unwägbarer Schatz erhalten! - - -Hauptwiederholung. - -Alle Arten der Zusammenziehungen. - -31. Die Katze. - -Die Katze ist ein nützliches und oft sehr nothwendiges Hausthier. Ihr -Geruch und ihr Gesicht sind scharf. Sie ist im Springen und Klettern -sehr gewandt. - -Ihr Charakter zeigt von Schlauheit, aber auch von Falschheit. Sie -schmeichelt oft, doch kratzt sie auch leicht. Man muß ihr deshalb nicht -trauen, sondern mißtrauen. - -Die Katze fängt nicht blos Mäuse, sondern auch Ratten. Sie jagt nicht -nur im Hause, sondern auch auf dem Felde. Nicht allein Mäuse und -Ratten, sondern auch die Vögel fliehen vor ihr. - -Die Katze ist schnell, demnach letzteren sehr gefährlich. Ihr Gang ist -völlig geräuschlos, mithin für ihre Raubzüge von großem Vortheile. Ihr -Gebiß ist scharf, darum eine tödtliche Waffe. - -Die Katze ist ein getreuer Wächter gegen viele kleine Diebe, deshalb -ein weitverbreitetes Hausthier. - - - - -~D.~ Zusammengesetzte Sätze. - - -I. Ohne Bindewörter. - - -32. Der Morgen. - -(Zusammenstellend.) - -Der Osthimmel röthete sich, der Morgen begann zu dämmern. Die Hähne -krähten, die Tauben hoben an zu girren. Die Kühe rasselten mit ihren -Ketten, die jungen Rosse wieherten im Stalle. Die Staare ließen ihren -Frühpsalm ertönen, die Lerchen stiegen trillernd in die Luft. - -Die Frühglocke ertönte, ihr frommes Morgenlied hallte treulich das Thal -entlang. Die Gehöfte belebten sich, auf dem schmalen Dorfwege zeigten -sich bereits einzelne Landbewohner. - -Jetzt war die Sonne über die fernen Berge emporgestiegen, die ganze -Natur lag verklärt im Morgenglanze. Die Blumen erschlossen ihre lieben -Augen, die Thauperlen blitzten tausendfältig an den Halmen. Die Heerden -zogen unter lieblichem Glockengeläute auf die fetten Triften, die -Ackersleute führten ihre munteren Gespanne zum Pfluge. - -So zeigte sich überall neugestärkte Kraft, so entwickelte sich -allenthalben Frische und Lebenslust. - - -33. Auf dem Meere. - -(Desgleichen.) - -Der Himmel verdunkelte sich, es ward unheimlich still. Die Seeadler -kreischten, die Sturmvögel umschwirrten bereits das Schiff. - -Immer dunkler ward der Himmel, näher zog das schwarze Gewölk. Man hört -ein fernes Brausen, es erhebt sich der Sturm. Blitze zucken, Donner -grollen, die Wellen thürmen sich hoch auf. - -Das Schiff wird hin und her geworfen, das Steuerruder droht zu brechen. -Der Kapitän commandirt unaufhörlich, die Matrosen fliegen eilend hin -und her. Man zieht die Segel ein, die Luken werden geschlossen. - -Der Sturm tobt immer wilder, die Wellen gehen immer höher. Plötzlich -gibt es einen gewaltigen Stoß, die Masten krachen, die Wände bersten, -das Wasser strömt unaufhaltsam ein, das Schiff sinkt. Binnen einer -Viertelstunde ist nur die Hauptmastspitze noch von ihm zu sehen, die -ganze Bemannung hat ihr Grab in den Wellen gefunden. - - -34. Der junge Graf. - -(Entgegenstellend.) - -Ein Haushofmeister gebot seinem vornehmen Schüler zu schweigen, der -junge Graf plauderte fort. Der Ungehorsame sollte Latein treiben, er -tändelte mit Briefmarken. - -Der Lehrer wiederholte bald darauf seinen Befehl sehr ernst, Junker -Armin spielte gleichgiltig weiter. Ersterer drohte jetzt mit -Bestrafung, der junge Graf lächelte. - -Der Hauslehrer besaß viel Geduld, jetzt ging sie zu Ende. Er hatte den -jungen Grafen lange genug mit Güte behandelt, heute sollte derselbe -seinen ganzen Ernst empfinden lernen. - -Der Ungehorsame fürchtete nichts Schlimmes, er täuschte sich. Bald -darauf rief ein Diener zur Mittagsmahlzeit, der junge Graf erhielt -keine Einladung. Nach Tische fuhr die gesammte gräfliche Familie -spazieren, Armin mußte zu Hause bleiben. Armin hatte jeden Abend -zwanzig französische Wörter zu lernen, heute mußte er deren noch einmal -so viel seinem Gedächtnisse einprägen. - - -35. Eine Feuersbrunst. - -(Desgleichen.) - -Die Nacht eines schönen Octobertages war freundlich ins Thal gezogen, -sie sollte einen traurigen Ausgang nehmen. - -Gegen zwölf Uhr schlugen die Flammen aus dem dürren Strohdache einer -alten Mühle, Niemand darin bemerkte es. Schon sprühten einzelne Funken -durch die kleinen Fenster, die Mühlbewohner schliefen noch fest. - -Die Feuerglocke ertönte, ihr Ruf kam leider viel zu spät. Man setzte -die Dorfspritze in Bewegung, die Gluth war nicht mehr zu bezwingen. - -Das Leben der Inwohner wurde endlich noch gerettet, ihre Habe ging -verloren. Der Abend hatte sie als glückliche Menschen begrüßt, der -Morgen sah sie als Bettler. - - -36. Frühling. - -(Begründend.) - -Der Frühling nahte, die Menschenherzen athmeten fröhlich auf. Die -Sonne schien wärmer, der Schnee schmolz. Der Frost entwich aus dem -Erdreiche, frische Pflanzenkeime trieben hervor. Die Luft wehte mild -über die Fluren, die Zugvögel kamen herbei. Einzelne Blumen erschlossen -bereits ihre Honigkelche, die Oede der Wiesen verschwand. Die Bäume -bedeckten sich mit Blüthen, die Bienen verließen ihre Zellen. - -Warmer Regen strömte nieder, die Saaten sproßten empor. Alles Leben -erwachte aus dem Winterschlafe, überall zeigte sich verjüngte Kraft. - - -37. Die Sündfluth. - -(Desgleichen.) - -Die 120 Gnadenjahre waren um, das göttliche Strafgericht begann. -Der Regen strömte unaufhörlich hernieder, die Gewässer traten über -ihre Ufer. Die Fluthen wälzten sich die Thäler entlang, die Menschen -flüchteten auf die Berge. - -Die tobenden Wogen stiegen von Tag zu Tag höher, alle Sünder fanden -ihren Tod. Noah’s Familie allein blieb übrig, sie war dem Herrn treu -gewesen. - - -Wiederholung. - -(Zusammenstellend, entgegenstellend, begründend.) - -38. Eine Dampfwagenfahrt. - -Die Bahnhofsglocke läutete, die Passagiere stiegen in die Wagen. Die -Locomotive pfiff, der Zug setzte sich in Bewegung. - -Anfangs bewegte er sich ganz langsam, nach wenig Sekunden rollte er -schon bedeutend schnell, bald sauste er mit voller Kraft dahin. Die -Telegraphenstangen huschten blitzschnell vorüber, die Fruchtäcker -drängten sich gleich schmalen Bändern an einander, die Waldbäume -schienen zu tanzen. - -Der Zug durchschnitt herrliche Landschaften, sie konnten nur flüchtig -genossen werden. Er jagte ja mit Windeseile dahin, das Auge konnte -keinen Ruhepunkt gewinnen. - -Inmitten der Fahrt erscholl plötzlich ein Nothsignal, die Fahrgäste -erschraken. - -Die Schaffner bremsten augenblicklich, Alles drängte an die -Wagenfenster, Einzelne schrieen laut auf, Andere wollten durchaus -hinausspringen. - -Ein Unglück erfolgte nicht, der Zug blieb ruhig stehen. In der Maschine -war blos eine kleine Röhre gesprungen, ein solcher Vorfall bringt -selten Gefahr. Der Schaden ward ausgebessert, das Abfahrtssignal -schrillte aufs neue, bald ratterte der Zug wieder die Schienen entlang. -Die Fahrt ging glücklich weiter, die Aufregung unter den Fahrgästen -währte noch lange. - - -II. Mit Bindewörtern. - - -39. Ein Doppelfest. - -(Zusammenstellend.) - -In dem Garten des Kaufmanns Löbel herrschte eines Tages ein lustiges -Treiben, und dieses Treiben gab für den Beobachter ein liebliches Bild. -Der Kaufmann hatte nämlich zwei Söhne, und beide Knaben feierten heute -einen Festtag. Bruno beging sein Wiegenfest, und Hugo feierte seinen -Namenstag. - -Zu diesem Feste nun hatten sie nicht blos ihre liebsten Schulkameraden -eingeladen, sondern die Eltern hatten auch noch die Kinder der -Nachbarschaft herbeigezogen. Es standen den muntern Gästen nicht -allein allerhand Spiele zur Verfügung. sondern es war auch für einen -wohlgedeckten Tisch gesorgt. - -Bald vertheilte man sich zu den verschiedenen Unterhaltungen, und -die Lust nahm ihren Anfang. Die großen Knaben griffen zunächst zu -den Armbrüsten, und die jüngeren Gäste eilten zuerst nach den großen -Gummibällen. - -Hier warf man Reifen, und dort schob eine kleine Gesellschaft Kegel. -Eine Anzahl Mädchen spielten Blindekuh, auch das Topfschlagen wurde -nicht vergessen. Der kleine Heinrich jagte einen großen Reifen im -Garten umher, und der dicke Otto ließ einen bunten Kreisel tanzen. -Julchen fuhr einen schönen Puppenwagen, und Marie beschäftigte sich mit -allerhand Blumen. - -Mitten über dem Garten schwebte ein riesiger Drache, außerdem ließ der -Kaufmann auch noch kleine Luftballons steigen. - -Bei all dieser Lust entstand weder Streit unter den zahlreichen Gästen, -noch bemerkte man ein ausgelassenes Verhalten. - -Die Kühle des spätern Nachmittags machte endlich dem fröhlichen Treiben -ein Ende, zudem nöthigte auch die sinkende Sonne die fremden Gäste zum -Nachhausegehen. - -So verstrich das heitere Fest in ungetrübter Freude, und allen -Theilnehmern blieb es noch lange in freundlicher Erinnerung. - - -40. Abend. - -(Desgleichen.) - -Die Sonne ging unter, und Dämmerung senkte sich auf die Erde nieder. -Am Westhimmel strahlte ein leichtes Purpurgewölk, und aus den Fenstern -der Berghütte blitzte der Wiederschein des herrlichen Abendgoldes. Der -Lerchengesang verstummte, ebenso verhallten die Lieder des Waldes. - -Die Heerden zogen still nach ihren Ställen, und die Feldarbeiter -schritten ermüdet nach ihren Hütten. Traulich tönte die Abendglocke vom -Kirchlein herüber, und manches fromme Herz ward durch diesen Ruf zum -Gebet gestimmt. - -Immer länger dehnten sich die Baumschatten auf dem Rasen dahin, und -immer dichter wob die Dämmerung ihren düstern Schleier. Ueber den -Blumen flatterten bereits die fahlen Nachtschmetterlinge, und in den -Gehöften begannen die Fledermäuse ihren geisterhaften Kreisflug. Immer -stiller ward es rings umher, und immer tiefere Ruhe senkte sich auf die -müde Erde. - - -41. Maß halten. - -(Entgegenstellend.) - -Die Schädlichkeit jedweder Unmäßigkeit in leiblichen Genüssen ist -bekannt, dessenungeachtet fallen der letzteren noch viele Menschen zum -Opfer. - -Wir sollen uns des Lebens freuen, aber unsere Freude muß in gewissen -Grenzen bleiben. Wir dürfen uns an dem köstlichen Weine erlaben, doch -darf es dabei nicht zu einem Rausche kommen. Wir dürfen unserem Gaumen -durch wohlschmeckende Speisen gütlich thun, gleichwohl darf der Magen -nie damit überfüllt werden. - -Der Mensch muß die gehörige Zeit schlafen, das Zuviel ist indeß auch -hier ungesund. Ein naturgemäßer Schlaf stärkt die Glieder, eine zu -lange Ruhe hingegen erschlafft das Nervenleben. Auch der Tanz ist -eine erlaubte Freude, nur darf diese kreisende Bewegung nicht bis zur -Erschöpfung fortgesetzt werden. - -Darum genieße Jeder die Freuden dieses Lebens, allein er halte in allen -Dingen Maß. - - -42. Das Feuer. - -(Desgleichen.) - -Das Feuer ist eine höchst wohlthätige Gabe des Himmels, aber es hat -auch schon unsägliches Unheil angerichtet. Es erhellt in finsteren -Nächten unser Stübchen, allein ein einziger Funke von ihm kann unsere -ganze Habe vernichten. - -Das Feuer macht viele Nahrungsmittel erst genießbar, gleichwohl kann -ein einziger allzuheißer Bissen uns zum Essen unfähig machen. Es -verleiht unserem Zimmer während der kalten Wintertage eine wohlthuende -Wärme, doch haben die glühenden Ofenwände auch schon manchem -Unvorsichtigen schmerzhafte Wunden beigebracht. - -Das weithin strahlende Licht der Leuchtthürme bewahrte schon manches -Schiff vor entsetzlichem Unglücke, indeß die Macht der Flammen sehr -vielen Seefahrzeugen einen jammervollen Untergang bereitete. - -Die lustig lodernde Pechfackel verherrlicht das Friedensfest, der -brennende Pechkranz hingegen ist ein Schrecken des Krieges. Tausende -von Lichtern verleihen bei festlichen Gelegenheiten einer Stadt den -höchsten Glanz, gleichwohl kann ein einziges Flämmchen davon sie in -einen Schutthaufen verwandeln. Der Anblick eines feuerspeienden Berges -gewährt ein überwältigendes Schauspiel, die Verheerungen der glühenden -Lava jedoch sind entsetzlich anzusehen. - -So wollen wir denn für die Wohlthat des Feuers dankbar sein, aber seine -Gefahren sollen von uns nie unbeachtet bleiben. - - -43. Die Schule. - -(Begründend.) - -Die Schulzeit vergeht schnell, deshalb mußt Du sie gewissenhaft -benutzen. - -Sei in jeder Stunde streng aufmerksam, denn das Leben erfordert -mancherlei Kenntnisse. Uebe Dich sorgfältig in allerlei Fertigkeiten, -weil Du dadurch Dein Fortkommen in der Welt finden kannst. -Oberflächlich Gelerntes vergißt sich bald wieder, deswegen präge Dir -jede Lection recht gründlich ein. - -Die Schule sucht den ganzen Menschen zu bilden, mithin muß sich ihr -auch jeder Schüler mit all seinen Kräften widmen. Beherzige deshalb vor -allen Dingen die heiligen Lehren der Religion, denn daraus gehet das -Leben. Ein rechtschaffener Charakter ist ein sicherer Wanderstab, daher -eigne Dir schon in der Schule sittliche Grundsätze an. Ein frommes Herz -ist der größte Schatz auf Erden, deshalb nimm die Heilswahrheiten aus -dem Munde Deines Lehrers gläubig in Dich auf. Die Schule will eben -nicht blos Dein irdisches Glück begründen, demnach sorgt sie auch für -Deine Seele. - -Da Du nun Solches weißt, so richte Dein Verhalten danach ein. - - -44. Die Kartoffel. - -(Desgleichen.) - -Die Kartoffel ist das Brod der Armen, deshalb ist Franz Drake durch -Einführung derselben zu einem Volkswohlthäter geworden. - -In Deutschland tauchte sie zum ersten Male unter Karl’s V. Regierung -auf, mithin fällt ihre Einbürgerung in die Mitte des 16. Jahrhunderts. -Der Werth dieser Frucht wurde geraume Zeit nicht recht gewürdigt, -daher verzögerte sich die allgemeine Verbreitung derselben. Manchen -Regierungen dauerte dies allerdings zu lange, deswegen suchten sie den -Kartoffelanbau durch Zwangsmaßregeln zu fördern. - -Die Kartoffel hat in der Regel die Gestalt eines Apfels, daher nennt -man sie in einigen Gegenden Erdäpfel. Weil ihr Mehl viel Nahrungsstoff -enthält, mischt man es oft mit Getreidemehl zu Brod. - -Die Kartoffel enthält auch Klebstoff, mithin kann sie zur -Gummibereitung verwendet werden. Sie birgt ferner eine gewisse -Süßigkeit, und somit findet sie sogar Eingang in Zuckerfabriken. In der -Viehwirthschaft spielt sie eine ganz bedeutende Rolle, denn sie ist ein -vorzügliches Mästmittel. - -Der Kartoffelbau ist übrigens leicht, da diese Frucht fast in jedem -Boden gedeiht. - - -Wiederholung. - -(Zusammenstellend, entgegenstellend, begründend.) - -45. Die Jagd. - -Das Jagdhorn erscholl, und die Jäger brachen auf. Die Hühnerhunde -bellten, auch die kleinen Dachse erhoben ihre Stimme. - -Blitzender Reif lag auf den Fluren, zudem drohten die Wolken mit -Schnee. Wol blies ein eisiger Wind von Westen nach Osten, aber der -Waidmann fürchtet sich vor Kälte nicht. - -Die Jäger gingen jetzt auseinander, jeder indeß behielt Linie. Die -Hunde drängten vor, allein man hielt sie noch zurück. Bald fielen -einzelne Schüsse, aber es fiel kein Hase. Die Ladungen hatten gefehlt, -weil man aus zu großer Ferne geschossen hatte. Später traf jeder Schuß, -denn die Jäger waren jetzt ihrer Beute näher. - -Das Revier war endlich abgejagt, deshalb blies man zum Rückzuge. Das -Jagdglück hatte sich günstig gezeigt, darum genoß man nun unter großer -Heiterkeit das Mittagsbrod. - - -46. Der Brudermord. - -(Desgleichen.) - -Kain bestellte eines Tages seinen Acker, und Abel hütete seine Schafe. -Beide waren Brüder, aber ihre Gemüthsart war sehr verschieden. - -Kain’s Brust erfüllte die Mißgunst, weshalb er wol auch stets mit Neid -auf seinen Bruder blicken mochte. Den Abel beseelte Frömmigkeit, auch -trug sein ganzes Wesen das Gepräge der Sanftmuth. - -Beide Brüder zündeten eines Tages Feuer an, denn jeder gedachte dem -lieben Gott ein Opfer zu bringen. Kain opferte Früchte des Feldes, Abel -dagegen verbrannte ein Schaf. - -Die Opferfeuer züngelten gleichmäßig empor, die Rauchsäulen indeß -nahmen eine verschiedene Richtung an. Der Rauch von Abel’s Opfer -stieg in geraden Linien zum Himmel hinauf, der von Kain’s Opferaltare -hingegen wälzte sich in dichten Wolken auf der Erde hin. - -Das sah Kain, und sein Herz ergrimmte. Sein Bruder dünkte ihm ein -besonderer Liebling Jehovah’s zu sein, somit aber war er ihm ein Dorn -im Auge. - -Der entsetzliche Neid trieb ihn nicht nur zum Hasse, sondern seine -lieblose Seele wurde auch sofort mit Zorneswuth erfüllt. - -Kain dachte in diesem Augenblick weder an den allwissenden Gott, noch -kümmerten ihn die Eltern daheim. Die Mörderkeule zuckte nieder, und -sein Bruder Abel stürzte todt zu Boden. - - -47. Entstehung des Brodes. - -(Mit und ohne Bindewörter.) - -Das Feld wird bestellt, der Landmann streut Samen aus, der Himmel gibt -Regen und Sonnenschein, die Saaten gehen auf, sie grünen und wachsen, -der Sommer bringt sie zur Reife, der Schnitter mäht sie ab, die Scheune -nimmt die vollen Garben auf, der Dreschflegel stäubt die Aehren, der -Mühlstein zermalmt die Körner, der Bäcker knetet den Teig, der Backofen -vollendet das Gebäck und der Mensch genießt das Brod. - - -48. Ein Haus. - -(Desgleichen.) - -Das Haus hat zu kleine Fenster, sein Dach ist nur von Stroh, der Garten -darum hat keine Obstbäume, auch ist das Futter darin nicht gut, die -ganze Lage ist zu winterlich und die Umgebung zu einförmig, darum kaufe -ich das Grundstück nicht. - - -49. Eine Luftschifffahrt. - -(Mit und ohne Bindewort. Zusammenstellend, entgegenstellend und -begründend.) - -Der Luftballon hatte seine Füllung erhalten, sein Leib war mächtig -geschwollen, fast wie ungeduldig drängte er nach der Abreise. - -Wir stiegen drei Mann hoch in die von Weidenruthen geflochtene Gondel, -und ich nahm sofort auf einem kleinen Sessel Platz. Wir freuten -uns auf die seltene Fahrt, aber dennoch klopften unsere Herzen vor -Bänglichkeit. Das Luftmeer ist an Gefahren dem Weltmeere gleich, denn -auch jenes hat keine Balken. - -Ein Signal erscholl, die Stricke wurden gelöst, der Ballon erhob -sich. Die versammelte Menge wünschte uns glückliche Fahrt, Hunderte -von Tüchern winkten uns den Abschiedsgruß, Tausende von Augen folgten -unserem Fluge. - -Unser Luftschiffskapitän warf eine Anzahl Gedichte auf die Zuschauer -hinunter, auch schoß er ein Pistol in die Luft hinaus ab. Die Menge -tief unten jauchzte dabei laut auf, mich durchrieselte ein bängliches -Frösteln. - -Unser Luftfahrzeug schlug anfänglich die Richtung nach Osten ein, bald -indeß wurde es von dem Winde nach Süden getrieben. Pfeilschnell stieg -es empor, dennoch erfolgte sein Flug gänzlich geräuschlos. - -Die Wolken näherten sich merklich, die Landschaft unter uns trat immer -mehr zurück. Unsere Blicke gewannen ein immer größeres Aussichtsfeld, -dagegen schmolzen die Gegenstände auf der Erde zu immer kleineren -Gestalten zusammen. Die Menschen erschienen nur noch in der Größe -von schwarzen Ameisen, die Flüsse schlängelten sich wie schmale -Silberschnuren dahin, die Wälder glichen großen Tinteklecksen, und die -Berge amen uns wie winzige Hügel vor. Die Luft wurde jetzt nicht nur -mit jeder Sekunde dünner, sondern die Temperatur sank auch merklich -herab, und somit hatten unsere Lungen tüchtig zu arbeiten. - -Wir mochten etwa eine Stunde unterwegs sein, da beschloß unser Kapitän -den Rückzug. Er stieg an einer Strickleiter empor, und gleich darauf -entstand ein kleines Geräusch. Er hatte ein Ventil geöffnet, ein Theil -der eingeschlossenen Luft entwich, das Schiff begann zu sinken. - -Ich hatte das Landen oft als ziemlich gefahrvoll schildern hören, -deshalb wurde mir jetzt wieder nicht wohl zu Muthe. Zu unsern Gunsten -war vollkommene Windstille eingetreten, kein Lüftchen regte sich. -Der Ballon sank immer tiefer und schwebte jetzt etwa noch thurmhoch -über einer ebenen Flur. Der Anker sank hinab, das Ventil öffnete sich -noch einmal kräftig, die Luft strömte zischend aus, und der gespannte -Riesenleib legte sich allmälig in Falten. Plötzlich gab es eine Art -Stoß, und gleichzeitig erscholl aus dem Munde des Kapitäns ein Hurrah! - -Der Ballon stand still, weil der Anker Boden gefaßt hatte. Bald standen -wir wieder auf festem Grunde, und ich war außerordentlich befriedigt, -denn eine solche Luftreise bietet ein unbeschreiblich wunderbares -Schauspiel. - - -Hauptwiederholung. - -(Zusammengezogene und zusammengesetzte Sätze.) - -50. Der letzte Klos. - -Hans und Görge waren eines Tages die Letzten am Tische. Hans hatte -seinen Sitz auf des Vaters Stuhl eingenommen, der kleine Görge dagegen -kniete auf einer breiten Lehnbank. - -In der Schüssel befand sich noch ein einziger Klos und etwas Brühe. -Beides waren die letzten Ueberreste vom Mittagsbrode, denn das -Mittagsmahl war vorüber, und die Tischgäste hatten sich eben entfernt. - -Hans und Görge stierten nicht blos sehnsüchtig, sondern auch habgierig -den dicken und zugleich fetten Klos an. Jeder wollte ihn haben, keiner -gönnte ihn dem andern, denn in beider Herzen wohnten Neid und Mißgunst. -Ihre Augen funkelten, ihre Lippen glitschten im Vorgeschmacke des -Leckerbissens. Einer beobachtete heimlich die Miene des andern, keiner -aber wagte irgend eine Bewegung. - -Der Appetit und die Ungeduld schienen sich indeß bei beiden Brüdern von -Minute zu Minute zu steigern, zudem konnte ja auch jeden Augenblick die -Mutter kommen und den Speiserest forttragen. - -Da endlich streckte Hans beide Hände aus und faßte die Schüssel am -Rande. Im Nu aber packte sie Görge an der entgegengesetzten Seite, -denn er wollte sich den fetten Bissen durchaus nicht so mir nichts dir -nichts entreißen lassen, am allerwenigsten sollte ihn Hans ohne alle -Hindernisse verschlucken dürfen. - -Nun aber entspann sich ein ebenso heftiger als lächerlicher Kampf. -Hans zog hin, Görge her, und zwar erfolgte dieses Hinundher zusehends -schneller und mit merklich sich steigernder Erbitterung und Wuth. Der -arme Klos hatte es am übelsten dabei, denn er wurde unbarmherzig in der -Schüssel herumgekollert und hätte vor Angst bersten mögen. - -Der brüderliche oder vielmehr unbrüderliche Kampf war jetzt aufs -Höchste gestiegen, die Brühe spritzte nach allen Seiten hin, und der -gute Klos rannte wie verzweifelt an den Schüsselwänden empor. Da aber -trat schnell und unerwartet ein tückisches Ereigniß ein, und Kampf -und Sieg waren entschieden. Plötzlich brach nämlich die Schüssel -mitten entzwei, die schöne Brühe ergoß sich auf das Tischtuch, und -der befreite Klos kugelte vom Tische herab auf den Dielen dahin. In -demselben Augenblicke aber sprang Ami unter dem Ofen hervor, fing den -Klos auf, that einen kräftigen Schluck, und weg war er. - - - - -~E.~ Satzgefüge. - - -I. Subjectivsätze. - - -1. Vollständige Subjectivsätze. - - -51. Natur. - -(Der Subjectivsatz steht voran.) - -Wer keine Freude an der herrlichen Gottesnatur hat, ist ein gefühlloser -Mensch. Wen ein Sonnenaufgang nicht entzücken kann, verdient nicht -der Sonne Segen. Wessen Herz nicht beim Anblick des Sternenhimmels -die Größe des Schöpfers empfindet, muß keinen Funken Glauben in -sich tragen. Wem der wunderbare Blumenbau nicht die Weisheit Gottes -verkündet, der wird auch durch die Bibel diese Eigenschaft nicht zu -erkennen vermögen. - -Wem der Sinn für Natur abgeht, dem entgehen überhaupt unzählige -Freuden. Was die Vöglein singen, ist ihm leerer Schall. Wovon die -murmelnden Bächlein erzählen, kümmert ihn nicht. Wie zauberisch sich -ein Schmetterling aus der Raupe entwickelt, dünkt ihm nicht der -Beachtung werth. Daß der herbstlich gefärbte Laubwald ein reizendes -Bild ist, bleibt seinen Augen verborgen. Worin die Reize einer schönen -Winterlandschaft bestehen, ist seinen blöden Augen ein Räthsel. Worüber -Tausende inmitten des schönen Gottestempels entzückt aufjauchzen, dünkt -ihm vielleicht gar lächerlich. - -Wer darum sein Leben mit edlen Freuden würzen will, mache die Natur zu -seiner Freundin. - - -52. Gottvertrauen. - -(Desgleichen.) - -Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut. Ob dies Wort von Allen verstanden -wird, ist wol zu bezweifeln. Daß aber vielen Menschen jene Ergebung in -den Willen des Höchsten mangelt, ist dagegen gewiß. - -Wozu dieser Mangel oft führt, zeigt uns die Erfahrung. - -Dem Gottvertrauen innewohnt, der hat eine mächtige Stütze im Leben. - -Was den Gottvertrauenden hinieden auch betrifft, bringt ihn niemals -außer Fassung. Womit ihn der Herr erfreut, veranlaßt ihn zum Danke. -Was das Schicksal ihm auferlegt, wird von ihm geduldig hingenommen. -Warum Gott gerade ihm Leiden sendet, wird in ihm nie ein Gegenstand -kleinmüthiger Frage. Was sein Himmelsvater thut, dünkt ihm wohlgethan. - -Der so zum Herrn steht, ist ein echtes Kind Gottes. Den solcher Glaube -beseelt, ist ein wahrer Christ. Wessen Herz von solcher Zuversicht -durchdrungen ist, der steuert sicher auf dem bewegten Strome des Lebens. - - -53. Der Hund. - -(Der Subjectivsatz zuletzt.) - -Es ist längst erwiesen, daß schlechte Verpflegung den Hund schließlich -toll macht. Es ist hinlänglich bekannt, daß ein toller Hund unsägliches -Unheil anrichten kann. Es ist oft genug geschildert worden, wie -gräßlich das Ende eines in Tollwuth verfallenen Menschen ist. Trotzdem -ist es aber die große Frage, ob alle Hundebesitzer ihre Pflichten gegen -ihre Thiere gewissenhaft erfüllen. - -Der pflegt seinen Hund nicht, der ihm zu geringe Kost reicht. Der -bekümmert sich wenig um die Gesundheit des treuen Thieres, den sein -Bedürfniß zu saufen nicht rührt. Der liebt den lieben Hausfreund kaum, -dem dessen Winseln vor Kälte kein Erbarmen einflößt. - -Gib darum Deinem Hunde, was ihm gehört. Reiche ihm, was ihn wirklich -nährt. Wende von ihm ab, was ihm schädlich ist. Muthe ihm nicht zu, was -über seine Kräfte geht. Vergiß nie, wie ihn die Natur gebaut hat. - -Der ist ein Thierquäler, der das Alles nicht beachtet. Derjenige sollte -darum auch keinen Hund halten, der seine Bedürfnisse nicht kennt. - - -54. Die Erde. - -(Der Subjectivsatz vorn und zuletzt.) - -Daß die Erde große Schätze birgt, steht in jeder Naturgeschichte. Es -ist aber sehr fraglich, ob alle schon entdeckt sind. - -Wen Diamanten umstrahlen, der dankt sie der Erde. Wem sein Mittagsbrod -auf goldenen Gefäßen gereicht wird, der gedenke des Fundortes dieses -edlen Metalles. Es wäre möglich, daß ihn dieser Gedanke vor Stolz -bewahrte. - -Was nur irgend aus Metall gefertigt ist, hat seinen Ursprung im Schooße -der Erde. Einleuchten muß es daher, daß auch die Stecknadel ein -Geschenk der Mutter Erde ist. - -Wovon wir unsere Wohnungen bauen, liefert sie uns ebenfalls. Womit wir -uns kleiden, wächst zu einem großen Theile aus ihrem Schooße empor. Was -uns nährt, entsteigt ihrem geheimnißvollen Grunde. Unleugbar ist es -daher, daß sie die Erhalterin alles Lebens ist. - -Es ist längst kein Geheimniß mehr, wie der Erdball entstanden. Wol aber -bleibt es eine offene Frage, wie lange er fortbestehen wird. Wo sein -Ziel gesetzt ist, weiß nur sein Schöpfer. Es steht indeß zu hoffen, daß -die Erde während +unseres+ Lebens nicht untergehen wird. - - -2. Abgekürzte Subjectivsätze. - -55. Selbsterkenntniß. - -Es ist eine große Weisheit, sich selbst zu kennen. Wenigen aber nur -fällt es ein, sich selbst zu beobachten. Nur Einzelnen ist es bequem, -über sich selbst nachzudenken. Es ziemt indeß besonders dem Christen, -sich stets zu prüfen. Seine eigenen Fehler zu gestehen, schändet -niemals. Sich schuldig zu bekennen, ehrt oft gar. - -Es ist ja doch menschlich, sich einmal vergessen zu haben. Ebenso -menschlich ist es, sich zu irren. - -Sehr leicht ist es dagegen, Andere zu richten. Manchen scheint es ein -wahres Vergnügen zu sein, fremde Mängel zu enthüllen. Gar Viele finden -eine Freude darin, Anderer Fehler aufzudecken. Ein Splitterrichter zu -sein, ist indeß kein Lob. - -Es bleibt stets gefährlich, sich über Andere zu erheben. Sich selbst zu -bekämpfen, ist der allerschwerste Krieg. Sich selbst zu besiegen, ist -der allerschönste Sieg. - - -Wiederholung. - -(Vollständige und abgekürzte Subjectivsätze.) - -56. Die Todten. - -Daß man die Todten ehrt, ist eine löbliche Sitte. Ihr letztes Ruhebette -zu schmücken, ist nichts Tadelnswerthes. Ihr Begräbniß feierlich zu -gestalten, ist den Angehörigen ein Bedürfniß. - -Wer aber hierbei die rechte Grenze überschreitet, dessen Verfahren -verdient Mißbilligung. Es ziemt auch hierbei Maß zu halten. - -Wirkliche Kleinode mit ins Grab zu geben, ist eine Verschwendung. Was -der Sarg umschließt, ist ja für immer verloren. Der ruht deshalb nicht -sanfter in der Erde, an dessen Fingern Diamanten funkeln. Was an dem -Geschiedenen auf dem Paradebette blitzt, das erlischt im Grabesdunkel. - -Todte zu ehren, ist löblich. Mit Todten Luxus zu treiben, ist -verwerflich. Es wäre rühmlicher, „die Salbe“ zu verkaufen und den Armen -zu geben. - - -Hauptwiederholungen. - -(Zusammengesetzte Sätze und Satzgefüge.) - -57. Im Winter. - -Bruno setzte sich an das Fenster, Heinrich dagegen nahm am Tische -Platz. Was sie zeither gespielt hatten, war ihnen langweilig geworden. -Es ist ja bekannt, daß selbst das schönste Spiel endlich ermüdet. - -Bruno ergötzte sich jetzt an dem wirbelnden Schneefalle, denn der -alte Winterkönig schüttelte die silbernen Flocken mit vollen Händen -herab. Heinrich baute aus Kartenblättern Häuser und Brücken, sogar eine -Festung versuchte er zu errichten. - -Ob sie heute noch Erlaubniß zum Schlittenfahren erhalten würden, -war beiden Brüdern zweifelhaft. Sich draußen im frischen Schnee -herumtummeln zu dürfen, wäre ihnen freilich sehr erwünscht gewesen. Wer -je einmal diese Winterlust genossen hat, wird ihnen diesen Wunsch nicht -verdenken. - -Endlich trat der Vater ein, und sein heiteres Gesicht ließ die Knaben -Hoffnung schöpfen. Was sie hofften, ging in Erfüllung. - -Wen das Schlittenfahren reizte, der konnte gehen. Wem eine -Schneebataille erwünscht schien, der hatte die Erlaubniß dazu. Wie sich -überhaupt die beiden Brüder draußen vergnügen wollten, blieb ihnen -überlassen. - -So viel Freiheit hatten sie nicht erwartet, denn sie kannten die -gewöhnliche Strenge des Vaters. Das aber ist die größte Freude, die uns -unerwartet kommt. - -Bruno und Heinrich eilten hinaus. Wo der Schnee am tiefsten lag, wußten -sie schon. Wozu die Schneewehen für die Kinder da sind, war ihnen -ebenfalls gar wohl bekannt. Daß sie auf der Pfarrwiese zahlreiche -Gesellschaft treffen würden, ließ sich vermuthen. - -Wol an zwei Stunden tummelten sich beide Brüder nach Herzenslust in -der freien Winterflur umher, und bei dieser Belustigung gab es keine -Langeweile. - - -II. Prädikatsätze. - - -58. Gott und der Mensch. - -Gott ist, der er war. Gott ist auch, der er sein wird. Er bleibt, der -er stets gewesen. - -Der Mensch dagegen bleibt nicht, der er war. Wol aber wird er einst, -was er war. - -Auch ich werde wieder, was ich einst gewesen. Der Leib verwandelt sich -in Erde. Somit wird so manches Menschen höchster Stolz im Grabe, was er -im Leben gleichgiltig mit Füßen trat. Eine große Thorheit ist es, daß -man dies zu oft vergißt. - -Die Gräber sind es, woran des Lebens ernsteste Gedanken geschrieben -stehen. Die größte Weisheit ist, daß man diese Schrift zu lesen -versteht. Sie ist übrigens derartig, daß sie Jeder lesen +kann+. -Demuth sei es daher, wonach wir stets trachten wollen. - - -Hauptwiederholung. - -(Subjectiv- und Prädikatsätze.) - -59. Ein trauriger Pfad. - -Gefährlich ist es, des Lasters Bahn zu gehen. Was anfänglich genußreich -erschien, wird gar zu oft die Ursache bitterer Schmerzen. Worüber der -Sinnenmensch früher jubelte, erscheint ihm später nicht selten als -Gegenstand der Reue. - -Der Lasterhafte wird endlich, was der Sklave an der Kette ist. Er ist -somit, was er um Alles in der Welt nicht sein will. Sein Bestes zu -bedenken, kommt ihm nicht in den Sinn. Das Ende seiner Lebensweise zu -erwägen, vermeidet er absichtlich. - -Sich selbst zu beherrschen, mangelt ihm die Kraft. Wozu ihn sein -Gelüste treibt, wird seine nächste Aufgabe. Wohin der Rausch führen -könne, kümmert ihn nicht. - -Aber der anfangs blumenreiche Lasterpfad bleibt nicht, wie er war. Was -anfänglich Rosen waren, sind zuletzt nur noch Dornen. Was den Körper zu -oft erquickt, richtet ihn zu Grunde. Was den Geist rauschartig aufregt, -stumpft ihn ab. - -Der Schwelger wird als Jüngling, was der Greis in späteren Tagen ist. -Der Fluch der Sünde ist es, worin er seinen Untergang findet. - - -III. Beifügesätze. - - -1. Vollständige Beifügesätze. - - -60. Ein Schulkreuz. - -(Der Beifügesatz zuletzt.) - -Theodor gehörte zu den Schülern, die dem Lehrer Noth machen. Er zeigte -ein Betragen, das keineswegs löblich war. In seinem ganzen Wesen lag -ein Stumpfsinn, der ihn für jeden Tadel gleichgiltig machte. Aus -seinem Auge aber sprach dabei eine gewisse Tücke, die ihn als einen -gefährlichen Nachbar erscheinen ließ. - -Seine Arbeiten waren oft von einer Beschaffenheit, die den Lehrer -in Aufregung versetzte. Oft brachte er Exempel, die er nicht selbst -gerechnet hatte. Zuweilen lieferte er einen Aufsatz ab, der durchaus -nicht aus seiner Feder geflossen war. Nicht selten legte er Zeichnungen -als die seinigen vor, die fremde Hände ausgeführt hatten. - -Er war demnach ein Schüler, der log. Er war ein Mensch, der betrog. - -Natürlich erhielt Theodor Strafen, die sehr empfindlich waren. Er bekam -Censuren, die fast nicht schlechter sein konnten. - -Der Lehrer wies ihm endlich einen Platz an, der ihm zur großen Schande -gereichen mußte. Theodor’s Hände mußten zuletzt sogar Bekanntschaft mit -dem Dinge machen, das man gewöhnlich nur zum Linienziehen verwendet. -Trotzdem aber blieb er ein Schüler, der für die Schule ein Kreuz war. - - -61. Ein muthiger Knabe. - -(Der Beifügesatz in der Mitte.) - -Ein Knabe, der im Walde Beeren suchte, fühlte Hunger. Er setzte sich -deshalb unter einer Eiche, die mit ihren riesigen Aesten viel Schatten -bot, nieder. Ein Stück trockenes Brod, das er aus der Tasche zog, -diente ihm als Mahl. Die Beeren, die er bereits gepflückt hatte, rührte -er indeß nicht an. - -Bald war die höchst einfache Mahlzeit, die ihm jedoch vortrefflich -gemundet, beendet. Da fühlte er plötzlich an dem einen Fuße, den er an -einen Stein gestemmt hielt, einen stechenden Schmerz. Fast zu gleicher -Zeit huschte eine Otter, die er sofort für die Kreuzotter erkannte, -unter den Stein. - -Der Knabe, der sich sofort von der Natter gebissen hielt, erschrak über -die Maßen. Ihm war die Gefahr, die aus einem solchen Bisse entsteht, -aus der Naturgeschichte bekannt. Ihm war aber auch das Mittel, das hier -allein retten konnte, nicht verborgen. - -Er führte den Fuß, der bereits zu schwellen begann, an den Mund. -Hierauf nahm er die verwundete Stelle, die nur unbedeutend blutete, -zwischen die Lippen. Nun fing er mit aller Kraft, die seine Lungen -gestatteten, zu saugen an. Das Blut, das er auf diese Weise in -ziemlichen Massen aussog, spuckte er natürlich aus. - -Dieses Aussaugen der Wunde, das er mit allem Eifer betrieb, setzte er -wol eine halbe Stunde fort. Darauf hielt er den Fuß, der nicht weiter -angeschwollen zu sein schien, in den nahen Waldbach. - -Jetzt erst ging der Knabe, der sich indeß ziemlich ermattet fühlte, -nach Hause. Die Eltern, welche über das Geschehene in große Aufregung -versetzt wurden, riefen sofort einen Arzt herbei. Der betreffende -Arzt, der in seiner Kunst wohl erfahren war, erklärte alle Gefahr für -beseitigt. - -Der Knabe, dessen Geistesgegenwart man allgemein bewunderte, hatte sich -selbst von den schrecklichen Folgen eines Otternbisses gerettet. - - -62. Flora. - -(Die Beifügesätze umschreiben ein Eigenschaftswort.) - -Flora, welche sehr strebsam war, liebte besonders die Musik. Ihr Ohr, -das für die Harmonien sehr viel Empfänglichkeit besaß, lauschte jedem -Tone. Kein Genuß ging ihr über das Anhören eines Concertes, das sich -einer guten Ausführung erfreute. - -Flora besaß einen musikalischen Nachahmungstrieb, der oft Staunen -erregte. Melodien, die zum Gemüthe sprachen, spielte sie sofort auf dem -Piano nach. Arien, die einen gediegenen Charakter offenbarten, sang sie -mit Leichtigkeit nach dem Gehör. - -Dieses Talent Flora’s bemerkte ihr Onkel, der ein reicher Mann war. Er -ließ ihr sofort musikalischen Unterricht ertheilen, wie er besser wol -kaum gefunden werden konnte. Durch seine Verwendung genoß sie überhaupt -eine musikalische Ausbildung, die nach jeder Richtung hin ausgezeichnet -genannt werden mußte. - -Flora machte in kurzer Zeit Fortschritte, die abermals der Bewunderung -werth waren. Schon nach zwei Jahren trat sie in dem Theater, welches -das größte der Stadt war, als Sängerin auf. Ihr Gesang, dessen Reinheit -nichts zu wünschen übrig ließ, fand außerordentlichen Beifall. - -Flora, die bei aller Auszeichnung ihre Bescheidenheit bewahrte, ward -eine berühmte Sängerin. So hatte jener Onkel, der bei allem Reichthum -ein gutes Herz besaß, ihr Glück begründet. - - -63. Eine Bergpartie. - -(Der Beifügesatz umschreibt ein Mittelwort.) - -Der Fuß des Berges, den wir besteigen wollten, war erreicht. Unser -Führer, der im Reisen wohlerfahren zu sein schien, rieth zu einer -kurzen Rast. - -Diesem Rathe, der uns sehr wohlgemeint dünkte, folgten wir gern. -Schnell warfen wir die Reisebündel, die uns nicht wenig drückten, ab. -Ein jeder suchte sich sofort ein Ruheplätzchen, das Schatten gewährte. -Bald machte ein Trunk, der uns schier erquickte, die Runde. Auch ein -Imbiß, der uns Stärke verleihen sollte, wurde genommen. - -Nach einer halben Stunde, die wir traulich verplaudert hatten, setzten -wir unsere Reise fort. Langsam stiegen wir den Abhang, welcher indeß -bald sehr steil wurde, hinan. Namentlich wurde der Marsch durch das -Steingeröll, welches den Pfad bedeckte, ungemein erschwert. Die -Alpenstöcke, die wohl mit Eisen beschlagen waren, fanden bei jedem -Schritte Verwendung. - -Nach einem einstündigen Marsche erreichten wir eine Matte, welche -viel Reize bot. Dicht vor einem Felsen stand eine Sennhütte, welche -zahlreiche Geisen umlagerten. Freundlich grüßte ihr Geläute, das sanft -in die Luft hallte, uns entgegen. Der Anblick der Alpenwiese, die üppig -grünte, war für das Auge ein Genuß. In vollen Zügen schlürften wir den -Alpenkräuterduft, der uns wahrhaft stärkte. - -Mit einem Marschliede, das aufs neue erheiterte, schritten wir über -die liebliche Bergeinsamkeit hinweg. Der Punkt, den wir erreichen -wollten, lag noch etwa 2000 Fuß hoch. Von jetzt an gab es mitunter -Weghindernisse, die nur höchst mühsam zu überwinden waren. Wir -gelangten außerdem wiederholt auf Felsenvorsprünge, welche Schwindel -verursachten. Unter des Führers Zusprache, die uns ermuthigte, strebten -wir indeß vorwärts. - -Ohne Kampf, der allerdings ermüdet, kein Sieg. Nach einer Stunde, -die uns noch fürchterlich anstrengte, standen wir endlich auf dem -Gipfel des Berges. Hier aber lohnte auch der Umblick, der uns förmlich -bezauberte, reichlich unsere Mühe. - - -64. Verschiedene Besitzungen. - -(Der Beifügesatz umschreibt ein Besitz anzeigendes Fürwort.) - -Das Haus, das mir gehört, steht an einem Bache. Der Freund, welchen ich -mein nenne, besitzt auch ein Grundstück. Das Grundstück, das ihm zu -eigen gehört, liegt nahe am Walde. - -Die beiden Besitzungen, die unser Eigenthum sind, haben beide ihre -Vorzüge. Die Lagen, deren sie sich erfreuen, bieten mancherlei Reize. -Ziemlich öde ist dagegen die Lage der Villa, die Du angekauft hast. Ein -Gleiches gilt von dem Rittergute, das Dein Bruder inne hat. Die Asyle, -die Ihr Euch da zu eigen gemacht habt, könnten mir nicht gefallen. - -Der Geschmack, den ich in dieser Beziehung besitze, weicht eben von dem -Eurigen ab. Die Wünsche, die ich in dieser Hinsicht hege, erstrecken -sich auf eine romantische Umgebung. Die Ansprüche dagegen, die Ihr -macht, beziehen sich mehr auf eine schöne Einrichtung im Innern der -Gebäude. - - -65. Ein Todtenbette. - -(Der Beifügesatz umschreibt eine Ortsbestimmung.) - -Das Schloß, das inmitten eines wundervollen Parkes lag, war heute eine -Stätte unendlichen Schmerzes. Der große Saal, durch den sonst heitere -Musik rauschte, hatte müssen in eine stille Todtenhalle verwandelt -werden. Das kostbare Fußgetäfel, über welches oft die geflügelten Füße -fröhlicher Ballgäste glitten, trug heute einen Sarg. Dieser Sarg, um -den herum unzählige Kerzen brannten, barg einen Jüngling. - -Der Todte, auf dem Aller Augen mit tiefer Wehmuth ruhten, war der -einzige Sohn des reichen Schloßbesitzers. Theilnehmende Verwandte -hatten kostbaren Blumenschmuck gesendet, der vor dem Sarge in sinniger -Ordnung aufgestellt war. Riesige Fächerpalmen, die man oberhalb des -Hauptes angebracht hatte, bildeten eine Art Himmelbette. - -An dem Betstuhle, der dicht neben dem Sarge stand, kniete ein betender -Priester. Das Crucifix, das zu Füßen des Paradebettes lehnte, war -umflort. - -Des Jünglings Vater, der an einer nahen Marmorsäule lehnte, sah in -stummem Schmerze vor sich nieder. Die Mutter, welche dicht hinter ihm -stand, barg ihr thränenzerflossenes Antlitz in ihr weißes Taschentuch. -Sogar des Todten Lieblingshund, der nicht von der Seite des Sarges -wich, schien seinen Herrn zu betrauern. - -Dieser Todesfall, der bei Alt und Jung die größte Theilnahme -hervorrief, zeigte so recht die Ohnmacht des Reichthums. Dieser -Schicksalsschlag, der ja doch von oben kam, machte all das irdische -Glück der Schloßfamilie zu nichte. Er führte sie aber auch zur Demuth -vor dem, der jenseits der Sterne wohnt. - - -66. Deutschland. - -(Der Beifügesatz umschreibt eine Zeitbestimmung.) - -Der deutsch-französische Krieg, der nach verhältnißmäßig kurzer Zeit -beendet war, ist für die deutschen Länder von großem Segen gewesen. Das -Blut, das damals floß, ist nicht umsonst geflossen. Die verschiedenen -deutschen Staaten, die es vorher gab, haben sich zu einem großen Ganzen -vereinigt. Die vielen deutschen Heerkörper, die sonst unter ebenso -vielen obersten Befelshabern standen, stehen nun unter einem einzigen -Kriegsherrn. - -Die mancherlei deutschen Stämme, die sich vor kurzem noch mehr oder -weniger von einander absonderten, reichen sich jetzt die Bruderhand. -Aus den einzelnen Gebieten, welche vordem zerstückelt umherlagen, ist -ein einziges großes Reich erstanden. Das Deutschthum, das zeither -von gewissen Nationen über die Achsel angesehen wurde, hat sich eine -außerordentliche Geltung erobert. Selbst der gewöhnliche Mann, der -sonst auf seine Angehörigkeit wenig Gewicht legte, fühlt sich jetzt als -Deutscher. - -Aber die Sonne, die nach jenem glücklichen Kriege über unser Vaterland -aufgegangen ist, hat auch sonst noch große Veränderungen bewirkt. Die -Milliarden, die noch heute als Kriegsentschädigung nach Deutschland -einwandern, haben in der Verkehrswelt einen großen Umschwung -hervorgebracht. Der Unternehmungsgeist, der allerdings den Deutschen -stets innewohnte, hat gegenwärtig einen ungeheuren Anlauf angenommen. - -Dadurch sind freilich die Arbeitskräfte, welche bisher in ziemlich -genügender Zahl vorhanden waren, rar geworden. Infolge dessen haben -sich die Arbeitslöhne, die vor dem Kriege mäßige waren, fast um das -Doppelte gesteigert. In gleichem Maße sind die Lebensmittelpreise, wie -wir sie im Jahre 1870 kannten, in die Höhe gegangen. - -Doch das, was einst war, müssen wir vergessen lernen. Halten wir -trotzdem unser liebes Deutschland, wie es jetzt ist, hoch und hehr. - - -67. Der Lebensmüde. - -(Der Beifügesatz umschreibt eine Art und Weise.) - -Ein Greis, welcher unter vielen Lebensstürmen ergraut war, wollte sich -in die Einsamkeit zurückziehen. Zu diesem Zwecke ließ er sich am Ende -seines Vaterdorfes, dessen Häuser ziemlich zerstreut in einem Thale -lagen, eine Hütte bauen. Diese Hütte, die er sich ganz nach seiner -Weise einrichten ließ, sollte sein letztes Asyl im Leben sein. - -Die Wände, die kaum die Dicke eines Mauerziegels hielten, wurden aus -Lehm errichtet. Die Fenster, die beinahe wie Kerkerfenster aussahen, -waren durchaus nicht auf viel Stubenhelle berechnet. Das Dach, welches -man in einfachster Weise mit Stroh gedeckt hatte, reichte an der -Hinterseite fast bis auf die Erde. Auch die innere Einrichtung der -Wohnstube, in der man vergeblich nach dem kleinsten Luxus suchte, trug -das Gepräge der größten Einfachheit. - -Endlich zog der lebensmüde Greis, der längst auf die Vollendung der -Hütte gewartet hatte, ein. Er, der lange genug im Schweiße seines -Angesichts sein Brod gegessen hatte, pflegte hier nun der Ruhe. Um -die Welt, der er unverdrossenen Sinnes seine Kräfte gewidmet hatte, -kümmerte er sich wenig mehr. - -Seine Welt war jetzt ein kleines Gärtchen, das er ohne alle Anstrengung -mit Blumen bepflanzte. Sein treuester Freund war der alte Mops, der ihm -beständig auf Schritt und Tritt folgte. - -So floß sein Lebensabend, der bei aller Entbehrung doch noch manche -stille Freude bot, ruhig dahin. Der stille Rückblick auf die -Vergangenheit, die wie ein sturmbewegter See heute vor ihn lag, kürzte -ihm die Zeit. - -Endlich nahte seine Sterbestunde, der er schon längst ergebenen Sinnes -entgegengesehen hatte. Sein Ende, das unter einem gläubigen Gebete -erfolgte, war ein sanftes Entschlummern. Die Hütte aber, aus der man -den Entschlafenen ohne Sang und Klang zur Ruhe trug, hieß von Stund an -das Friedenshäuschen. - - -68. Vaterlandsliebe. - -(Der Beifügesatz umschreibt einen Grund oder Zweck.) - -Ein Bauer, der durch eine Erbschaft sehr reich geworden war, hatte -einen einzigen Sohn. Diesen Sohn, für dessen Zukunft sich nun eine -glänzende Aussicht eröffnete, liebte er mit rührender Herzlichkeit. -Sein Gotthold, der wegen seiner guten Aufführung auch im ganzen Dorfe -geliebt wurde, war sein größter Stolz. Uebrigens gehörte Gotthold, -seines schlanken Wuchses halber, zu den schönsten Burschen der Umgegend. - -Da brach ein Krieg herein, der zur Rettung des Vaterlandes geführt -werden mußte. Der König, welcher kraft seiner Macht das Kriegsheer -verstärken konnte, ließ sofort Rekruten ausheben. Einzelne junge -Männer, die aus Furcht vor den Kriegsgefahren entflohen, wurden -gewaltsam zurückgebracht. Viele Jünglinge indeß, die um des Vaterlandes -willen gern ihr Leben einsetzen wollten, stellten sich freiwillig. Auch -Gotthold, der überhaupt für den Soldatenstand schwärmte, eilte aus -freiem Entschlusse zu den Waffen. - -Wenige Wochen darauf wurde er dem Regimente, das zum Schutze der -Hauptstadt bestimmt war, einverleibt. Sein schon betagter Vater, der -vor Besorgniß um den einzigen Sohn keine Nacht ruhig schlafen konnte, -holte täglich Nachricht über den Stand der Dinge ein. - -Da endlich langte gerade an dem Sonntage, der der Erinnerung an die -Heimgegangenen geweiht ist, die Kunde von einem blutigen Kampfe um den -Besitz der Hauptstadt an. Glücklicherweise ließ die Botschaft von der -gänzlichen Niederlage des Feindes, die durch den Telegraphen vermittelt -wurde, nicht lange auf sich warten. - -Leider hatte Gotthold diesen Sieg, der für die Rettung des Landes den -Ausschlag gab, mit seinem Leben bezahlen müssen. Sein Vater, der zwar -für den Augenblick von diesem Schicksalsschlage wie zerschmettert -schien, brach indeß keineswegs in ein verzweifeltes Wehklagen aus. Er -ertrug den Schmerz über den herben Verlust, den er um des Vaterlandes -willen erlitten, mit stiller Ergebung. Von seinem Sohne aber, der -durch seinen Tod den Sieg erkaufen half, sprach er sein Lebelang mit -sichtlichem Stolze. - - -69. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten. - -(Der Beifügesatz umschreibt ein Hauptwort im zweiten Falle.) - -Das Gesetz, wonach in Deutschland jetzt jeder gesunde junge Mann -zum Militärdienste verpflichtet ist, ist gewiß ein gerechtes. Die -frühere Einrichtung, welcher zufolge sich die Söhne der Reichen vom -Militär freikaufen konnten, hatte große Schattenseiten. Warum sollte -blos der Arme die Pflicht, den Fürstenthron zu schützen, zu erfüllen -haben? Warum sollten blos die Söhne unbemittelter Eltern den schweren -Eid, nach welchem der Soldat das Vaterland mit Blut und Leben zu -vertheidigen hat, auf sich nehmen? - -Die Zusicherung, daß Jedermann vom Staate gleichen Schutz genießt, -legt auch Allen gleiche Pflichten gegen den Staat auf. Wollen wir also -die weise Verfügung, kraft deren jetzt der Millionär neben dem ärmsten -Nachtwächterssohne unter der deutschen Fahne steht, freudig begrüßen. -Möge jeder junge Soldat den Schwur, vermöge dessen er unverbrüchliche -Treue gelobt, in Ehren halten! - - -70. Das kindliche Spiel. - -(Der Beifügesatz umschreibt ein Zeitwort in reiner Form.) - -Der Trieb, demzufolge das Kind gern spielt, ist ein sehr natürlicher. -Es darf darüber natürlich die Pflicht, die es für die Schule arbeiten -heißt, nicht vergessen. - -Sehr verschieden ist die Art, in der manche Kinder ein Spiel treiben. -Kleinen Kindern muß oft die Weise, nach welcher ein Spiel zu handhaben -ist, erst gelehrt werden. Sie zeigen in der Regel anfänglich das -Bestreben, daß sie die Spielgegenstände am liebsten zerstören möchten. - -Bei geselligen Spielen tritt leider oft die Sucht, daß der Einzelne -über die Andern gern herrschen möchte, recht deutlich hervor. Man muß -aber diesen Hang, demzufolge ein Einzelner allen Andern befehlen will, -unbedingt tadeln. Jedem Mitspielenden muß das Recht, wonach er sich für -ein gewisses Spiel entscheiden kann, freistehen. - -Ebenso darf auch bei sogenannten Glücksspielen der Wunsch der Kinder, -daß sie gewinnen möchten, nie zur Leidenschaft werden. Die Möglichkeit, -daß man im Glücksspiele auch verlieren kann, muß jedem Spieler vorweg -einleuchten. - - -71. Räthsel. - -(Der Beifügesatz umschreibt ein Doppelhauptwort.) - -Alfred und Heino gaben sich gegenseitig Räthsel auf. Alfred brachte -folgende zum Vorschein: - - Wie heißt das Stroh, womit das Dach man deckt, - Wie nennst du das, drauf man im Bett sich streckt, - Wie heißt das Dach, das man aus Stroh gewinnt, - Und wie der Mann, deß Glieder Stroh nur sind? - Nenn’ mir das Bier, das gleich vom Faß man trinkt, - Und wieder das, das aus der Flasche blinkt. - Wie heißt das Faß, dem frisch das Bier entfließt, - Und wie das Glas, aus dem man Bier genießt? - Wie heißen Maler, die die Stube schmücken, - Und die, die uns durch Landschaftsbilder oft entzücken? - Wie nennst die Stube Du, da still ein Maler schafft, - Und die, drin uns der Schlaf gibt neue Kraft? - - -72. Die Bienen. - -(Der Beifügesatz umschreibt eine Zahlbestimmung.) - -Die Bienen eines Stockes, deren Zahl oft 15000 beträgt, bilden eine -Art Königreich. Die Honigbienen, die ziemlich stark vertreten sind, -erscheinen als die eigentlichen Arbeiter. Die Drohnen, deren Zahl -geringer ist, machen den Hofstaat aus. - -Neben den Honigzellen bauen die Bienen auch Brutzellen, die man -ebenfalls nach Tausenden zählen kann. Die Eier, welche eine gleich -große Menge bilden, legt einzig und allein die Königin. - -An einem günstigen Tage kann von den Bienen eines reich bevölkerten -Bienenstockes eine Honigmenge, die das Gewicht von zehn Pfund -erreichte, eingeheimst werden. - - -73. Biblische Beinamen. - -(Der Beifügesatz umschreibt eine Apposition.) - -Die Sitte, in irgend einer Weise sich auszeichnenden Menschen einen -besonderen Beinamen zu geben, ist uralt. Den ersten erhielt Adam, den -man den Stammvater des Menschengeschlechts nannte. Einer gleichen Ehre -hatte sich Abraham, der als der Erzvater bezeichnet wurde, zu erfreuen. - -Zu diesen bevorzugten biblischen Personen gehört auch der König Salomo, -dem man bekanntlich den Ehrentitel „der Weise“ beilegte. Unbestritten -aber führt Christus, der als der Sohn Gottes bezeichnet wird, den -erhabensten Beinamen. - -Die biblischen Beinamen sind indeß nicht immer solcher Natur, daß die -betreffende Person dadurch geehrt wird. Wir denken dabei an Herodes, -welcher der Grausame benannt worden ist. Auch an Judas, der den Namen -„Verräther“ führt, müssen wir uns hierbei erinnern. Ebenso ist Thomas, -den man als den Ungläubigen bezeichnet hat, hierher zu rechnen. Nicht -minder gehört Antiochus, den man zu den Tyrannen zählt, in diese Klasse. - - -Wiederholung. - -(Alle Arten Beifügungen.) - -74. Der sterbende Löwe. - -Ein Löwe, der ein hohes Alter auf seinem Rücken trug, lag vor seiner -Höhle. Die Mähne, die einst in üppiger Fülle seinen Leib schmückte, -hing nur noch in dünnen Büscheln über die Schultern. Das Auge, das -sonst feurig durch die Wüste spähte, stierte matt vor sich hin. Aus -den früher so mächtigen Tatzen, die sich jetzt auf dem heißen Sande -hinstreckten, war alle Kraft gewichen. - -Das Mahl, das sich der Löwe gestern herbeigeholt hatte, war von ihm -unberührt geblieben. Der gute Appetit, dessen er sich stets erfreute, -schien gänzlich verschwunden. Auch an ihm behauptete das Naturgesetz, -demzufolge selbst der Stärkste dem Tode verfällt, seine Rechte. - -Der Wunsch, daß man den Beherrscher der Wüste gern noch einmal sehen -möchte, führte eine Menge Thiere herzu. Darunter befanden sich freilich -auch solche, welche die Schadenfreude herbeitrieb. Man sah sogar -einige, die nun ihren Haß an dem hinfällig Gewordenen auslassen wollten. - -Der Fuchs, der zu den ärgsten Feinden des Löwen gehörte, kränkte ihn -mit allerlei beißenden Reden. Der Wolf, dem der Wüstenkönig einmal -ein feistes Lamm abgejagt hatte, schimpfte den Sterbenden einen -schändlichen Räuber. Ein Büffel, der seit Jahren in Furcht vor dem -Löwen lebte, stieß ihn mit seinen Hörnern. Sogar ein träger Esel, der -aus bloser Laune den König der Thiere nie leiden konnte, versetzte ihm -noch einen Schlag mit seinen Hufen. - -Da trat endlich ein Roß, dem der Löwe nur unlängst noch sein Junges -zerrissen hatte, herzu. Es richtete sein Auge, dessen Ausdruck von -Mitleid zeugte, schweigend auf den Sterbenden. Dieses edle Thier -konnte die gemeine Gesinnung, derzufolge man sich an einem unschädlich -gewordenen Feinde rächt, nur verabscheuen. Es hielt eine solche -Handlungsweise, die nur aus Niederträchtigkeit hervorgehen kann, für -die größte Schande. - -Der Löwe, dem dieser Edelmuth nicht entging, warf dem Pferde einen -dankbar gerührten Blick zu. Bald darauf aber machte der Tod, mit dem er -schon geraume Zeit kämpfte, seinem Leben ein Ende. - - -75. Das Wasser. - -(Desgleichen.) - -Das Wasser, welches ein tropfbar-flüssiger Körper ist, bedeckt zu -zwei Drittheilen die Erdoberfläche. Seine Farbe, die durch die darin -aufgelösten Stoffe bedingt wird, tritt verschieden auf. - -Fast himmelblau leuchten uns die Spiegel derjenigen Seen, welche sich -zwischen den Alpen ausbreiten, entgegen. Im schillernden Dunkelgrün -wälzt die Woge, die der Sturm auf dem Weltmeere vor sich her treibt, -dem Ufer zu. Fast farblos dagegen erscheint der Strahl, der sich aus -dem Röhrbrunnen ergießt. - -Außerordentlich mannichfaltig sind die Formen, in denen uns das Wasser -begegnet. Als Dunstbläschen, in welche es durch Wärme verwandelt -worden ist, steigt es in die Luft. In Tropfen fällt es aus den Wolken, -die langsam über unsern Häuptern dahinziehen, herab. Im Frühlinge -überzieht es zuweilen die Flur mit Reif, der uns dann als eine Art -Feenschleier erscheint. Auch in Gestalt von Graupeln, die in den höhern -Luftschichten gebildet werden, bekommen wir es nicht selten zu sehen. - -Grausig klingt bei mächtigem Gewitter das Herniederdonnern der -Schloßen, die durch ihren Niederschlag oft große Verheerungen -anrichten. Alle Eisdecken, welche im Winter die Gewässer tragen, sind -Gebilde aus Wasser. Und wem wäre nicht die Entstehung des Schnees, der -das Schlummergewand der Erde bildet, bekannt? - -Unendlich groß ist der Segen, den das Wasser gewährt. Es erhält alles -Leben, das die weite Erde trägt. Selbst das kleinste Pflänzchen, das -auf dem dürrsten Sandboden gedeiht, kann ohne Wasser nicht fortbestehen. - -Das Wasser trägt auf seinem Rücken Lasten, deren Gewicht Staunen -erregen muß. Es setzt gewaltige Räder, durch welche wieder große -Maschinen in Thätigkeit gebracht werden, in Bewegung. Durch die -Eigenschaft, vermöge deren es sich durch Hitze in Dämpfe verwandelt, -wird es für die riesigsten Fahrzeuge zum treibenden Elemente. - -Freilich kann auch das Wasser, wenn es zur Flut wird, unsagliches -Unheil anrichten. Wer zählt die unglücklichen Opfer, die schon das -sturmdurchtobte Meer verschlungen? - - -2. Abgekürzte Beifügesätze. - -76. Bete und arbeite. - -Wendler, ein schlesischer Leineweber, hatte vom Leben sehr verkehrte -Ansichten. Die Pflicht, sein Daheim zu erhalten, legte er lediglich in -Gottes Hand. Die Annahme, Gott erhöre jedes Gebet, verleitete ihn zum -Müßiggange. Der Gedanke, einen Tag verfaulenzt zu haben, störte ihn -nicht. - -Dagegen befriedigte ihn das Bewußtsein, heute wieder ein recht -fleißiger Beter gewesen zu sein. Die Hoffnung aber, durch Gebet Alles -erreichen zu können, ist eine Thorheit. - -Gott, unser wahres Wohl im Auge habend, fordert auch den Gebrauch -unserer eigenen Kraft. Er, obgleich von unendlicher Güte, gibt nichts -im Schlafe. - -Wendler, einst gar nicht unbemittelt, versank mit der Zeit in Armuth. -Der Arbeit, dieser Würze des Lebens, hatte er sich gänzlich entwöhnt. -Und so wurde er, alle Mahnungen unbeachtet lassend, auch noch ein -vollendeter Taugenichts. Endlich mußte Wendler, unter dem Namen -Betbruder bekannt, sein Brod sogar vor den Thüren suchen. - -Dein Bedürfniß, täglich mit Deinem Gott reden zu müssen, verdränge -daher nie den Trieb zur Arbeit. Bei dem Triebe, durch rührige -Thätigkeit Dein Auskommen zu sichern, vergiß aber auch nie das Gebet. - - -Wiederholung. - -3. Vollständige und abgekürzte Beifügesätze. - -77. Napoleon I. - -Napoleon, der Große genannt, war seiner Zeit der Gefürchtete von ganz -Europa. Sein Eroberungsgelüste, welches keine Grenzen kannte, erfüllte -manchen andern Herrscher mit Zittern. Seine Siege, für ihn selbst -freilich oft recht opferschwer, wurden in den deutschen Staaten mit -Entsetzen vernommen. - -Ein Fürst nach dem andern mußte sich unter sein Scepter, das einer -blutigen Geißel glich, beugen. Ein Land nach dem andern fiel seinem -Kriegsglücke, das allerdings durch sein großes Feldherrntalent bedingt -wurde, zum Opfer. - -Somit schien er sein Ziel, Weltherrscher zu werden, wirklich erreichen -zu sollen. Der König aller Könige aber, der allmächtige Weltenlenker, -gebot endlich den stolzen Wellen. Der Stern, der zeither über dem -Haupte des großen Kaisers glänzte, verdüsterte sich. - -In der deutschen Nation, durch die Noth geeinigt, zog sich ein schweres -Gewitter über ihm zusammen. Seine Macht, die jetzt in höchster Blüthe -stand, wurde gebrochen. Auf Leipzigs Ebenen, den ewig denkwürdigen, -erlitt er eine seiner furchtbarsten Niederlagen. Eine kleine Insel, -welche mitten im Meere liegt, wurde dem Ueberwundenen von seinen -Siegern zum Asyl angewiesen. Auf St. Helena beschloß endlich Napoleon, -der gefangene Kaiser, sein sturmbewegtes Leben. - - -Hauptwiederholung. - -4. Subjectiv-, Prädikat- und Beifügesätze. - -78. Die Sklaven. - -Daß es noch immer Sklaven gibt, ist eine beklagenswerthe Thatsache. -Auch der Neger ist, was wir sind. Er gehört zu den Menschen, den -Ebenbildern Gottes. - -Furchtbar schrecklich ist das Loos, das den armen Sklaven beschieden -ist. Was des Menschen höchstes Glück ausmacht, ist ihnen für das ganze -Leben genommen. Die Freiheit, die goldene, kennen sie nicht. Unter -einer Arbeitslast, die oft ihre Kräfte übersteigt, müssen sie ihre Tage -verbringen. Die Pflicht, derzufolge sie sich dem Willen ihres Herrn -bedingungslos zu unterwerfen haben, wird ihnen meist mit der Knute -gelehrt. - -Die allerscheußlichsten Scenen, die ein Menschenauge nur sehen kann, -bietet ein Sklavenmarkt. Da stehen die armen Schwarzen, mit teuflischer -List eingefangen, gleich Opferthieren. Was in ihrem Innern vorgeht, -prägt sich in ihren Mienen aus. Ihren Ohren kann nicht entgehen, wie um -sie gefeilscht wird. - -Ihre allergrößte Besorgniß ist, daß sie von ihren Angehörigen getrennt -werden könnten. Auch das Herz, das der Allvater in die Negermutter -gelegt, umfängt ja ihr Kind mit zärtlicher Liebe. Auch das Negerkind, -obgleich in der Wildniß aufgewachsen, erkennt seine Eltern als die -besten Freunde. - -Dank sei denjenigen Staaten, welche innerhalb ihrer Grenzen das Unwesen -der Sklaverei abgeschafft haben. Ob dies noch in diesem Jahrhunderte -allenthalben geschehen wird, ist sehr die Frage. O laßt doch die armen -Sklaven wieder werden, was sie einst waren! Erhebt sie wieder zu freien -Menschen, die gleiche Rechte mit uns allen haben. - - -IV. Ergänzungssätze. - - -1. Vollständige Ergänzungssätze. - - -79. Saat und Ernte. - -(Im 4. Falle.) - -Was der Mensch säet, das wird er ernten. Möchte ein Jeder beachten, daß -in diesem Satze ein sehr ernster Fingerzeig für das Leben liegt. - -Jeder vernünftige Mensch muß darum stets reiflich erwägen, was er -thut. Er muß jederzeit bedenken, wie sich die Folgen seiner Handlungen -gestalten können. Er muß mit Ruhe überlegen, wohin seine Schritte -möglicherweise führen. - -Der ist kein Weiser, den das Alles nicht kümmert. Diejenigen sind darum -auch nicht zu bedauern, die jenen Fingerzeig nicht beachten. - -Der Müßiggänger muß wissen, wohin die Faulheit endlich bringt. Der -Verschwender muß einsehen, daß durch unsinnige Ausgaben auch der größte -Reichthum vernichtet werden kann. Dem Schwelger muß die Erfahrung -gelehrt haben, daß durch ein wüstes Leben die leibliche Gesundheit -untergraben wird. Der Spieler darf sich nie verhehlen, daß die -Spielwuth die Brücke zu vielen andern Lastern ist. - -Von den toll in den Tag Hineinlebenden weiß man nie, wo die Fahrt zu -Ende geht. Wie Mancher hat es schon am Ende seiner Tage bitter bereut, -bösen Samen auf seine Lebensbahn gestreut zu haben. - -Bedenke darum in frühester Jugend schon, was Dir einmal frommen kann. -Träume Dir nie, Du seist vor all jenen Thorheiten sicher. Was Dich in -Versuchungsstunden schützen kann, findest Du in der Religion. - -Vergiß nie, was Du in diesem Artikel gelesen hast. - - -80. Die kranke Freundin. - -(Desgleichen.) - -Johanna erfuhr eines Tages, daß ihre Freundin krank sei. Sie vernahm -auch, worin die Krankheit bestand. Daß der Zustand der Freundin -keineswegs ungefährlich erscheine, hatte ihr deren Arzt gesagt. - -Da überlegte denn nun Johanna, womit sie der Kranken eine Freude -bereiten könne. Das freilich konnte sie der am Magen Leidenden nicht -anbieten, was diese in gesunden Tagen gern aß. - -Endlich fiel ihr ein, daß die Freundin die Feldblumen sehr liebe. -Johanna wußte, wo die schönsten zu suchen seien. Sie fand daher sehr -bald, was sie suchte. Das gute Mädchen verstand es ausgezeichnet, aus -diesen einfachen Kindern der Flur einen reizenden Strauß zu binden. - -Die Kranke errieth sogleich, woher die sinnige Gabe komme. Die Freude -über dieselbe bewirkte, daß sich jene auf einige Zeit wohler fühlte. - -Einige Tage später erfuhr Johanna, daß ihre Freundin auf dem Wege -der Genesung sei. Wieder einige Tage darauf schrieb diese ihr sogar -eigenhändig, daß sie nächsten Sonntag wieder ausgehen werde. Zugleich -versprach sie, daß ihr erster Besuch Johanna gelten solle. - - -81. Lebensregeln. - -(Im 3. Falle.) - -Wer sich Dir anvertraut, dem leihe Dein Ohr. Wen Du dagegen nicht -kennst, dem vertraue kein Geheimniß. Wer einer Gabe bedürftig ist, dem -verschließe Deine Hand nicht. Der Dir dafür nicht dankt, dem gib noch -einmal. - -Wer Dich haßt, dem reiche kein Messer. Dem aber weiche nicht aus, der -Dir die Hand zur Versöhnung bieten will. Danke dem, der Dich grüßt. Der -Dich indeß nicht grüßt, dem zürne nicht. - -Wer seine Ehre lieb hat, dem muß auch der böse Schein verhaßt sein. Wer -aber von der Welt falsch beurtheilt wird, dem muß sein unbeflecktes -Gewissen zum Troste dienen. - - -82. Mütterliche Lehren. - -(Desgleichen.) - -Mutter Regine mußte heute dem die Hand zum Abschiede reichen, der -bisher ihr Liebling gewesen war. Wer ihre Liebe zu ihrem ältesten Sohn -kannte, dem sind ihre heißen Thränen gewiß erklärlich vorgekommen. Wer -auf die Wanderschaft geht, dem kann ja Mancherlei zustoßen. - -Regine befahl in dieser Trennungsstunde den noch unerfahrenen Sohn -dem, der jedes Menschen Geschick mit Weisheit lenkt. Darauf legte -sie dem Scheidenden noch Folgendes ans Herz: „Wandere allezeit mit -dem im Herzen, der auch im finstern Thale unser Stab ist. Wer das -Gottvertrauen nicht fahren läßt, dem ist des Himmels Beistand immer -nahe. - -Traue dagegen nicht Jedem, der sich Dir als Freund anbietet. Der Weise -mißtraut dem am meisten, der ihm am meisten schmeichelt. Gib jederzeit -Ehre, dem Ehre gebührt. Wer Dich vor einer Thorheit warnt, dem küsse -die Hand. Vergib dem, der Dich einmal beleidigen sollte. - -Der Dich zum Zorne reizt, dem gehe aus dem Wege. Wem Du in irgend einer -Weise helfen kannst, dem versage Deine Dienste nie. Wer Dir selbst -dient, dem bleibe den Dank nicht schuldig. - -Entfliehe denen, die verbotene Wege gehen wollen. Wer sich unter die -Wölfe begibt, dem ist bald das Heulen gelehrt. Wem das Diebeshandwerk -gefällt, dem kann ein Strick zum Halsband werden. Wer dagegen immer auf -Gottes Wegen wandelt, dem wird es allezeit wohlgehen.“ - - -83. Kindespflicht. - -(Im 2. Falle.) - -Der alte Vater Erasmus bedurfte, daß ihn eine liebende Hand pflegte. -Zudem war er es auch würdig, daß ihm von seinen Kindern dieser -Liebesdienst erwiesen werde. Niemand vermochte ihn zu beschuldigen, daß -er gegen dieselben je eine Pflicht versäumt habe. - -Trotz alledem aber wurde sein ältester Sohn dessen überführt, daß er -den guten Alten ungebührlich behandelt habe. Der Undankbare versicherte -dessenungeachtet ganz trotzig, daß er unschuldig sei. - -Eines Tages ließ ihn der Geistliche des Ortes zu sich kommen und -ermahnte ihn mit folgenden Worten: „Erinnere Dich dessen, der einst als -der beste Sohn auf der Erde wandelte. Sei doch eingedenk alles dessen, -was Dein Vater an Dir gethan hat. Werde Dir überhaupt bewußt, wie -treulich Dich Deine Eltern einst gepflegt haben. Vergiß es nie, was sie -für unzählige Opfer um Deinetwillen brachten. - -Befleißige Dich daher, daß Du Deinem Vater all seine Liebe vergeltest. -Freue Dich, daß Du ihn überhaupt noch besitzest. Zudem bedenke, daß -auch Du einmal älter wirst.“ - -Diese Rede ging dem Sohne zu Herzen. Er klagte sich jetzt selbst an, -daß er der Pflichten gegen seinen Vater vergessen habe. Er zieh sich -selbst, daß er bisher ein höchst undankbares Kind gewesen sei. Und von -dieser Stunde an blieb er eingedenk dessen, was das vierte Gebot von -jedem Kinde fordert. - - -84. Ein edler Fürst. - -(Der Ergänzungssatz umschreibt ein Hauptwort mit Verhältnißwort.) - -Ein edler Fürst lebt nur dafür, daß es seinem Volke wohlgehe. Er -trachtet zunächst darnach, daß die Landesgesetze immer vollkommener -werden. Er hält aber auch darauf, daß man sie allenthalben erfülle. Er -forscht, worin ein Nothstand seine Ursache haben könne. Darauf trachtet -er, daß die Quelle des Uebels verstopft werde. - -Ein edler Fürst kümmert sich, daß ein Jeder vor dem Gesetze gleiche -Rechte habe. Er erkundigt sich angelegentlich, wie der Stand der -Volksbildung sei. Er freut sich, wenn die Schulen immer größere -Fortschritte erzielen. Er verwendet sich auch dafür, daß die Kunst zu -immer größerer Blüthe gelange. - -Ein edler Fürst sorgt getreulich für die, welche im Dienste des -Vaterlandes zu Schaden gekommen sind. Er übt Gnade an denjenigen, die -in Verblendung am Gesetze sündigten. - -Er glaubt, daß über ihn noch ein Höherer waltet. Diesen König aller -Könige aber bittet er, daß er ihm Weisheit schenke. - - -85. Der alte Räuberhauptmann. - -(Der Ergänzungssatz umschreibt eine Zeitwort in abhängiger Form.) - -Ein alter Räuberhauptmann fürchtete, daß er sein Leben noch auf dem -Schaffote enden werde. Er wünschte daher, daß er bald sterben möge. Er -verlangte sogar, daß man ihm Gift beibringe. - -Seine Leute verneinten indeß, daß sie ihm in diesem Falle gehorchen -müßten. Der alte Sünder hoffte nun von Tag zu Tag, daß er erkranken -möchte. - -Eines Abends glaubte er auch wirklich, daß sein Körper fiebere. Er -bildete sich sogar ein, daß er bereits phantasire. Er wähnte, daß er -merklich ermatte. Aber er begehrte nicht, daß man ihm etwas Stärkendes -zu trinken gebe. Er vermied sogar mit allem Ernste, daß er in einen -Schlaf verfalle. Die Krankheit war indeß nicht zum Tode. Seine Natur -nöthigte ihn, daß er genesen mußte. Der Himmel zwang ihn, daß er noch -am Leben bleibe. - - -86. An der Indianergrenze. - -(Der Ergänzungssatz in unbestimmter Redeweise.) - -Ein Farmer erfuhr, daß ein Haufen räuberischer Indianer im Anzuge sei. -Sein Nachbar versicherte, daß er schon einige in der Nähe gesehen habe. -Ein Kuhhirte wollte sogar wissen, daß die Räuber gegen fünfzig Mann -stark wären. Ein zufällig dazukommender Reisender behauptete wieder, -daß es die Indianer auf eine ganz andere Gegend abgesehen hätten. - -Man einigte sich indeß, daß man in jedem Falle Vertheidigungsmaßregeln -ergreifen müsse. Es wurde daher beschlossen, daß sich jeder Anwohner -bewaffne. Zu gleicher Zeit aber wurde auch befohlen, daß keiner -unnöthiger Weise von der Waffe Gebrauch machen solle. Ebenso wurde -angeordnet, daß Niemand vorläufig seine Behausung verlassen dürfe. -Namentlich empfahl der Fremde, daß ein Angriff erst abgewartet werde. - -Zum Glück konnte bald darauf ein Abgesandter berichten, daß der -Indianerschwarm jedenfalls vorüberziehe. Er wollte sich überzeugt -haben, daß die Horde auf das nächste kleine Städtchen zusteuere. Man -glaubte indeß, daß man trotzdem immer noch auf der Hut sein müsse. - -Erst den nächsten Morgen nahm man an, daß nun alle Gefahren vorüber -seien. Der Farmer gebot, daß Jeder seine Waffe wieder aus der Hand -lege. Damit solle indeß nicht gesagt sein, daß die Räuberhorde nicht -später wiederkehren könne. - - -2. Abgekürzte Ergänzungssätze. - - -87. Der Tollkühne. - -Joseph bildete sich ein, ein vorzüglicher Schwimmer zu sein. Er -wünschte deshalb, einmal seine Bravour zeigen zu können. - -Eines Tages kündete er seinen Kameraden an, über den nahen, breiten -Strom schwimmen zu wollen. Sie riethen ihm indeß, davon abzusehen. Sie -beschlossen sogar, seinem Wagestücke gar nicht zuzusehen. - -Joseph aber blieb dabei, seine Kraftprobe auszuführen. Er versicherte, -keine Furcht zu kennen. Er bat deshalb die Kameraden, ihn zu begleiten. - -Diese kamen endlich überein, ihm zum Flusse zu folgen. Der Tollkühne -berechnete nicht, dem reißenden Strome nicht gewachsen zu sein. Das -Schicksal verurtheilte ihn, seine Verwegenheit mit dem Leben zu büßen. - - -Wiederholung. - -(Verschiedene Arten der Ergänzungssätze.) - -88. Der feuerspeiende Berg. - -Des Försters zehnjähriger Wilibald wußte recht gut, daß das Pulver -ein gefährliches Ding ist. Sein Vater hatte ihm wiederholt gesagt, -was für großes Unglück schon durch unvorsichtigen Umgang mit diesem -Schießmaterial herbeigeführt worden sei. - -Wilibald aber folgte dem nicht, der ihn schon oft gewarnt hatte. Er -blieb dessen nicht eingedenk, was ihm sein Vater sagte. - -Einmal nahm er sich vor, einen Sandhaufen in einen feuerspeienden -Berg zu verwandeln. Er vermeinte, daß dies mit Schießpulver leicht -ausführbar sei. - -Wilibald war dessen gewiß, daß sein Vater heute erst spät heimkehren -werde. Er hoffte deshalb, sein Werk ganz ungestört vollbringen zu -können. - -Das Unglück wollte, daß der Förster gerade an diesem Tage sein -Pulverhorn hatte an der Wand hängen lassen. Wer die Sorgsamkeit des -Försters kannte, mußte diese Unvorsichtigkeit fast unerklärlich finden. -Man konnte aber auch wieder dem eine solche einmalige Vergeßlichkeit -verzeihen, dem es im Kopfe oft vor Amtssorgen schwirrte. - -Wilibald erinnerte sich, das Pulverhorn gesehen zu haben. Er fand daher -sehr bald, was er suchte. - -Den Sandhaufen hatte er bereits mit einer röhrenartigen Oeffnung -versehen. Dahinein schüttete er, was sich im Pulverhorne vorfand. Schon -freute er sich darauf, wie der Berg Feuer speien werde. Er erwartete, -daß die Feuergarbe einen Meter hoch steigen würde. - -Der kleine Vesuv bedurfte jetzt nur noch, daß ein Stück brennender -Schwamm darauf gelegt werde. Bald hatte Wilibald beschafft, was eben -noch fehlte. Ungeduldig sah er dem entgegen, was nun eintreten sollte. -Er harrte indeß vergebens, daß das Schauspiel seinen Anfang nehme. - -Endlich hielt er es für angezeigt, einmal nachzusehen. Er glaubte sich -versichern zu müssen, daß der Schwamm verlöscht sei. - -Wer aber unvorsichtig ist, dem kann gar Schlimmes begegnen. Wilibald -bemühte sich, sich genau von der Ursache des Nichtentzündens zu -überzeugen. In diesem Augenblicke aber erfolgte, was erfolgen sollte. - -Das Schicksal fügte es leider, daß ihm die Pulverflamme gerade in die -Augen schlug. Er verlor auf der Stelle sein Augenlicht. - -Wem nicht zu rathen ist, dem ist freilich auch nicht zu helfen. - - -Hauptwiederholung. - -(Subjectiv-, Prädikat-, Beifüge- und Ergänzungssätze.) - -89. Das Reisen. - -Wem Gott will eine Gunst erweisen, der wird von ihm in die weite Welt -geschickt. - -Das Reisen gewährt zunächst eins der größten Vergnügen, die für Geld -zu haben sind. Es verleiht Vielen eine Bildung, die selbst das Studium -der gelehrtesten Bücher nicht geben kann. So Mancher ist durch vieles -Reisen erst geworden, was er werden sollte. - -In der weiten Welt lernt der Mensch erst kennen, was für Wunder der -Herr geschaffen hat. In der Fremde überzeugen ihn tausend Dinge, daß -auch der Mensch in seinen Thaten groß sein kann. - -Wer reist, muß freilich seine Augen hübsch offen behalten. Wer Gewinn -vom Reisen haben will, muß auch die Ohren fein spitzen. Er muß sich -befleißigen, mit Verstand zu reisen. Ein Wandern, dem kein bestimmter -Plan zu Grunde liegt, hat wenig Zweck. - -Auch die Kunst, mit rechtem Nutzen zu reisen, will freilich erst -erlernt sein. Die ersten Ausflüge in die Welt kosten deshalb, was -man Lehrgeld zu nennen pflegt. Man muß lernen, sich den gegebenen -Verhältnissen zu fügen. Man muß auszurechnen verstehen, wie man überall -am billigsten wegkommen kann. Man darf aber auch wieder gewisse Opfer, -ohne welche zu besondern Sehenswürdigkeiten kein Zutritt gewährt wird, -nicht scheuen. - -Außerordentlich mannichfaltig sind die Verkehrsmittel, welche das -Reisen ungemein erleichtern. Wer will, der kann jetzt binnen wenig -Tagen in weit entlegene Länder versetzt werden. Es bedarf nur, daß er -den Dampfwagen besteigt. - -Das Verlangen, die weite Welt zu sehen, verallgemeint sich von Jahr zu -Jahr. Wahrhaft erfreulich ist es, auf den Bahnhöfen täglich die große -Menge Reisender zu sehen. - -Trotzdem aber gibt es noch Leute genug, die lieber in behaglicher Ruhe -auf ihrer Ofenbank sitzen bleiben. Sie ziehen den Glanz der blitzenden -Thaler im Geldkasten, ihrem Abgotte, dem Anblicke der reizendsten -Alpenlandschaft vor. Manche wieder sind geradezu zu faul dazu, ihren -Gesichtskreis durch Aufsuchen von noch nie Gesehenem zu erweitern. Sie -wollen lieber bleiben, wie sie sind. Wir aber sagen, daß dies eine -Schande für sie ist. - -Reise also, wer reisen kann. Das Reisen ist eine Lust, die kaum durch -eine andere zu ersetzen ist. - - -V. Anführungssätze. - - -1. Wörtlich. - - -90. Die Bibel der Natur. - -(Der Hauptsatz voran.) - -Gleich der heiligen Schrift ruft uns auch die Natur zu: „Merke auf -meine Rede!“ Der zuckende Blitz verkündet uns: „Alles Leben stehet in -Gottes Hand!“ Die Lilie des Feldes tröstet: „Gott sorgt auch für dich!“ - -Das welkende Blatt legt uns die Worte an’s Herz: „Alles Irdische -vergeht!“ Ernst murmelt uns das Bächlein entgegen: „Mein unaufhaltsames -Dahinrollen ist ein Bild von Deiner Lebenstage Lauf.“ - -Das Würmchen im Staube spricht: „Groß sind die Werke des Herrn!“ Die -Lerche in blauer Höhe jubelt: „Preise mit mir die Güte des Schöpfers!“ -Der der Puppe sich entwindende Falter versichert uns: „Auch Du wirst -auferstehen!“ Der majestätische Sternenhimmel predigt uns: „Hier sind -noch viele Wohnungen!“ - - -91. Beim Brande. - -(Der Haupts. zuletzt.) - -„Feuer!“ erscholl es mitten in der Nacht. „Eilt zu retten!“ mahnte die -Feuerglocke. - -„Wo brennt es?“ rief ich zum Fenster hinaus. - -„Das Pfarrhaus muß in hellen Flammen stehen“, antwortete mir eine -Stimme. - -„Es kann auch die Schule sein!“ sagte eine andere. - -„Keins von beiden“, versichert der zufällig vorübereilende Nachtwächter. - -„Ich muß zu Hilfe eilen“, sagte ich zu den Meinigen. - -„Das Erbgericht brennt!“ rief mir beim Austritt aus meinem Hause ein -Vorübergehender zu. - -„Dieser hat Recht!“ dachte ich beim Anblicke der auflodernden Flammen -für mich. - -Ich eilte dem Brande zu. Die Feuerwehr war bereits in voller -Thätigkeit. Aber welch ein Lärm! - -„Zuerst das Vieh retten!“ schrie der Eine. - -„Drei Mann aufs Dach des Nachbarhauses!“ befahl ein Anderer. - -„Eine Leiter hierher!“ kreischte eine heisere Stimme. - -„Richtet den Spritzenstrahl mehr nach der Giebelmauer!“ commandirte der -Feuerlöschdirector. - -„Mehr Wasser herbeischaffen!“ riefen die Spritzenleute. - -Das Hauptgebäude des Erbgerichts brannte nieder. - -„Die Verhütung größeren Unglücks ist hauptsächlich der Windstille zu -verdanken“, hörte man allgemein aussprechen. - - -92. Zwiespalt. - -(Der Hauptsatz in der Mitte.) - -„Womit“, fragte Kunz seine Kameraden auf dem Spielplatze, „werden wir -uns denn heute die Zeit vertreiben?“ - -„Laßt uns“, sagte Hilmar, „Ball werfen.“ - -„Ball“, fiel Lambert schnell ein, „spiele ich nicht mit!“ - -„Nun, so wollen wir“, versetzte Hilmar wieder, „den Drachen steigen -lassen.“ - -„Zum Drachensteigenlassen“, bemerkte Ewald, „habe ich wieder keine -Lust.“ - -„Vielleicht“, schlug Hilmar aufs neue vor, „holen wir dann heute einmal -alle unsere Reifen herbei?“ - -„Das Reifenspiel“, fiel Feodor spöttisch ein, „ist ja hauptsächlich -eine Beschäftigung für Mädchen!“ - -„So laßt uns“, nahm hier Kunz wieder das Wort, „Soldaten spielen!“ - -„Das“, entgegnete Lambert, „wäre mein allerletzter Zeitvertreib!“ - -„Auf diese Weise“, sagte jetzt Günther, „kommen wir freilich heute zu -keinem Zeitvertreibe. Lieber“, fügte er noch hinzu, „mag da jeder für -sich spielen!“ - -Und so wurde es auch zuletzt. - - -Wiederholung. - -(Alle drei Fälle abwechselnd.) - -93. Die Weidenraupe. - -„Wo kommst Du her?“ fragte Alban den ihm begegnenden Alexander. - -„Ich komme“, gab dieser zum Bescheid, „von der Raupenjagd.“ - -„Und wie steht es mit der Ausbeute?“ fragte Alban weiter. - -Darauf erwiderte der Gefragte mit einem gewissen Stolze: „Einen sehr -interessanten Fund habe ich gemacht!“ - -„Wie so?“ versetzte Alban neugierig. - -„Ich habe“, sagte Alexander hocherfreut, „eine Weidenraupe gefunden.“ - -„O Du Glücklicher!“ rief Alban fast etwas neidisch. Gleich darauf aber -fügte er hinzu: „Wo wirst Du denn diese Raupe sich verpuppen lassen?“ - -„Die Weidenraupe“, belehrte jener, „muß man in ein Glas mit Sägespänen -aus Weidenholz setzen!“ - -„Wozu das?“ fragte Alban. - -Darauf erwiderte Alexander: „Weil diese Raupe meist vom Weidenholze -lebt! Zu dem“, setzte er noch hinzu, „verpuppt sie sich auch stets in -Holzspänen.“ - -„Wie lange liegt sie denn als Puppe?“ fragte Alban wieder. - -Mit etwas verwunderter Miene erwiderte Alexander: „Weißt Du denn das -nicht selbst aus der Naturgeschichte?“ - -„Das habe ich wirklich wieder vergessen“, war die Antwort. - -„Sie braucht“, fuhr Alexander fort, „volle drei Jahre zu ihrer -Entwickelung zum Falter.“ - -„Entsetzlich lange“, staunte Alban. „Den Schmetterling aber“, bat er, -„laß mich dann ja gleich sehen!“ - -„Das soll geschehen“, versicherte Alexander. - - -2. Nicht wörtlich. - - -94. Das Wetter. - -(Der Hauptsatz zuletzt.) - -Eines Tages trafen sich vier Bauern auf dem Felde. Mit dem Wetter könne -man dies Frühjahr doch eigentlich gar nicht zufrieden sein, äußerte -Melchior. - -Das sei auch seine Ansicht, sagte Samuel. -- Er müsse für seine -sandigen Fluren etwas mehr Regen wünschen, setzte Wenzel hinzu. -- Ihm -wären einige Tage Sonnenschein jetzt lieb, meinte Weinrich. - -Die Wärme lasse diesmal außerordentlich lange auf sich warten, bemerkte -Melchior wieder. -- Für seine Saaten aber komme das kühle Wetter gerade -recht gelegen, hielt Samuel entgegen. - -Ihm sei ein Gedanke beigekommen, bemerkte jetzt Wenzel. - -Wenzel möge reden, meinten alle. - -Der liebe Gott werde es wol nie allen recht machen können, lautete -Wenzel’s Gedanke. - - -95. Am Krankenbette. - -(Der Hauptsatz voran.) - -Zwei Aerzte wurden an das Krankenbette eines Kindes gerufen. - -Der jüngere Arzt meinte, die argen Kopfschmerzen des Kindes könnten -von schlechter Verdauung herrühren. Dem hielt die Mutter des Kindes -entgegen, von einem Magenübel ihrer Marie habe sie noch nie auch nur -die leiseste Spur entdeckt. - -Der ältere Arzt war der Ansicht, es läge hier eine Erkältung zu Grunde. -Dazu bemerkte der Vater, das Kind sei seit länger als acht Tagen nicht -aus der Stube gekommen. - -Beide Aerzte einigten endlich ihre Ansichten dahin, der Kopfschmerz -habe seine Ursache in einem bedeutenden Blutandrange nach dem Gehirn. -Der junge Arzt schlug nun vor, die Patientin solle in naßkalte -Tücher eingepackt werden. Der ältere dagegen äußerte, hier sei ein -niederschlagendes Pülverchen ganz am Platze. - -Um des lieben Friedens willen beschlossen endlich die zwei Herren, man -wolle von beiden Mitteln Gebrauch machen. - - -96. Der Fund. - -(Der Hauptsatz in der Mitte.) - -Ein armer Dienstmann fand auf der Straße einen Brillantring. Endlich, -murmelte er für sich, habe er doch einmal Glück gehabt. Der Ring, -meinte er, sei wenigstens seine zwanzig Thaler werth. Der Verkauf -desselben, dachte er weiter, könne keine großen Schwierigkeiten bieten. -Er brauche ja nur damit, überlegte er kurz, zum nächsten Goldarbeiter -zu gehen. - -Da aber mischte sich sein Gewissen darein. Ein unehrlicher Finder, -hielt es ihm vor, sei einem Diebe gleich zu achten. Einen Dieb -aber, setzte es hinzu, nenne die Bibel ein schändlich Ding. Unrecht -Gut, warnte es weiter, habe noch niemals Segen gebracht. Und der -Allwissende, mahnte es noch, wisse dergleichen Schlechtigkeiten ans -Licht zu bringen. - -Dieser innern Warnung, äußerte der Dienstmann nach einiger Erwägung -ganz laut, wolle er aber auch folgen. Somit ging er auf die Polizei und -meldete den Fund an. - - -Wiederholung. - -(Alle drei Fälle.) - -97. Ochs und Esel. - -Ein Ochse und ein Esel stritten sich um den Ruhm der größten Klugheit. - -Der Ochse meinte, er sei unter allen Umständen der Klügste. Ihm sei -die Weisheit gleich angeboren, behauptete der Esel. Schon seine breite -Stirn, brummte der Ochs, müsse doch seine Gelehrsamkeit beweisen. Der -Esel behauptete dagegen, er würde jedenfalls seiner Zeit das Pulver -auch erfunden haben. Gerade diese Eingebildetheit müsse er für einen -Beweis großer Dummheit erklären, höhnte der Hornträger. - -Diesen unangenehmen Streit, meinten endlich beide, werde der Löwe am -besten entscheiden. - -Sie gingen zu ihm. - -Der Löwe eröffnete ihnen nach kurzer Ueberlegung, sie gehörten beide zu -den Narren. Keiner habe in der Dummheit etwas vor dem andern voraus, -versicherte er. Das hätten sie, fügte er hinzu, gerade durch ihren -Streit bewiesen. - -Ochs und Esel wurden auch wirklich jetzt der Meinung, der Löwe habe -Recht. - - -98. Das Gespenst. - -(Wörtlich und nicht wörtlich.) - -„Hörst Du das Poltern?“ sagte der abergläubische Johann um die -Mitternachtsstunde zu seinem Bruder Gottlieb. - -„Freilich“, erwiderte dieser, „höre ich es.“ - -Ob dies nicht gar ein Gespenst sein könne, meinte Johann. - -Ihm wolle es, flüsterte Gottlieb, auch ganz so scheinen. - -Gleich darauf rief Johann dem neben ihm schlafenden Großknechte zu: „Es -sind Gespenster im Hause!“ - -Im Erwachen äußerte Töffel, er habe das bereits auch verspürt. - -„Leuchte nur einmal mit einer Laterne auf den Oberboden“, gebot -Gottlieb dem Großknechte. - -Da muthe man ihm freilich viel zu, entgegnete dieser. - -Johann aber tröstete ihn mit den Worten: „Vor Deinen Fäusten werden -schon die Gespenster Respekt haben.“ - -Töffel stand auf und ging. Bald kehrte er zurück. Fast wie aus einem -Munde fragten beide Brüder, was es denn gewesen sei? - -Wie man doch aber auch, murmelte der Großknecht verdrossen, gleich eine -Mücke für einen Elephanten ansehen könne. - -„Aber“, fiel Gottlieb schnell ein, „so gib uns doch nur Bescheid!“ - -„Das ganze Gespenst war unsere alte Hausmietze“, berichtete jetzt -Töffel. - -„Wie so denn?“ fragte Johann. - -„Sie stak mit dem Kopfe in einem Topfe und konnte nicht wieder heraus“, -war die Antwort. - - -Hauptwiederholung. - -(Subjectiv-, Prädikat-, Beifügungs-, Ergänzungs- und Anführungssätze.) - -99. Ehre das Alter. - -Der alte Römhild, ein achtzigjähriger Greis, saß eines Tages vor der -Thür seiner Hütte. Wer ihn kannte, hielt ihn hoch in Ehren. - -Ueber seinem Haupte, das die Silberkrone des Alters schmückte, war -mancher Sturm hinweggezogen. Er war sich aber bewußt, daß ihn keiner -vom Wege der Glaubenstreue abgebracht habe. Er durfte sich sagen, stets -rechtschaffen gehandelt zu haben. - -Daß er ein höchst ehrwürdiger Greis sei, war in der ganzen Umgegend -bekannt. „Vor Vater Römhild,“ hörte man oft sagen, „sollte Jeder die -Mütze abnehmen.“ - -Nicht so dachten zwei gottlose Knaben, deren Vater Frohnvogt im Orte -war. Sie spotteten, daß der alte Römhild gar so gebückt dort saß. Sie -wollten sich todtlachen, daß die zitternden Hände des Greises kaum das -thönerne Tabackspfeifchen zu halten vermochten. - -Was die beiden Buben thaten, schmerzte den Alten tief. Sein Grundsatz -aber, demzufolge er auch alles Unrecht geduldig ertragen wollte, ließ -in seinem Herzen keinen Groll aufkommen. - -Ganz freundlich sprach er zu den Knaben: „Tretet doch einmal zu mir -heran!“ - -Sie würden sich hüten, äußerte höhnisch der eine. Und der andere -meinte, sie hätten nichts mit ihm zu schaffen. - -Darauf nahm Vater Römhild, dem es um die Besserung der beiden Knaben -zu thun war, zwei ganz neue Groschenstücke aus der Tasche. „Diese -blitzenden Groschen sollt Ihr Euch bei mir holen“, sagte er. - -Dieses Angebot reizte die Knaben, den Schritt zu wagen. Sie traten also -hinzu. - -Vater Römhild faßte, ohne seine freundlichen Züge zu verändern, jeden -Knaben bei der Hand. „Ihr habt meiner gespottet“, begann er darauf. -„Damit“, setzte er hinzu, „habt Ihr mir sehr weh gethan.“ - -Bei diesen Worten, die seiner Brust mit einem tiefen Seufzer -entstiegen, zitterte eine Thräne von seinen grauen Wimpern. Darauf fuhr -er fort: „Werdet Ihr nicht selbst auch einmal alt werden?“ Und weiter -fragte er: „Würde Euch denn in Euren alten Tagen der Spott der Jugend -gefallen?“ - -In ähnlicher Weise redete der Alte, der dabei einen wahrhaft -väterlichen Ton annahm, noch längere Zeit zu den Herzen der beiden -Knaben. - -Beide sahen jetzt ein, daß sie sich an dem Alten versündigt hatten. -Beide gelobten auch endlich, daß sie sich ein solches Vergehen nie -wieder wollten zu Schulden kommen lassen. - -Daß ihnen dieses Versprechen wirklich aus dem Herzen kam, sah der Alte -an ihren Mienen. Ob sie der Zusage für immer eingedenk sein würden, -konnte Vater Römhild freilich nicht wissen. Zur Ehre gereicht ihnen -aber noch, daß sie die neuen Groschen durchaus nicht nehmen wollten. - -Hoffentlich blieben sie solcher Gesinnung, wie sie jetzt waren. - - -VI. Umstandssätze. - - -1. Umstandsnebensätze des Ortes. - - -100. Unschuldig Verfolgte. - -Wo man die Sperlinge vertilgt, da züchtet man schädliche Insekten. Wo -man die Maulwürfe erwürgt, da hegt man ein dem Graswuchse nachtheiliges -Gewürm. Wo man den Eulen nachstellt, liebäugelt man mit den Feldmäusen. - -Dort steht es nicht gut mit der Oekonomie, wo jene drei Unschuldigen -verfolgt werden. Ein solcher Unverstand kommt eben daher, woher aller -Unverstand kommt. Und er führt dahin, wohin alle Unwissenheit führt. Er -führt zu Nachtheilen. - -Der Landbebauer möge daher sein Ohr dahin halten, wo die Ordnung der -Natur gelehrt wird. Er möge da hineingucken, wo von den wirklichen -Feinden der Landwirthschaft geschrieben steht. Gewiß wird er dann jene -drei unschuldig Verfolgten dahin zählen, wohin sie gehören. - - -101. Reichthum. - -(Desgleichen.) - -Wo der Reichthum thront, da wohnt nicht immer auch das Glück. Das wahre -Glück ist weit öfter dort zu finden, wo die Armuth um den Tisch sitzt. - -Wo der Hausherr stolz zu Rosse dahinfegt, hinkt sehr oft die Sorge -hinterdrein. Wo die Hausfrau dreimal täglich das Gewand wechseln kann, -kann leicht auch dreimal die gute Laune wechseln. - -Da, wo die Tafel die fetten Bissen kaum zu tragen vermag, stellen sich -in der Regel viel ungeladene Gäste ein. Und dort hat man den Grünspan -am meisten zu fürchten, wo sich viel Silber anhäuft. - -Dahin, wohin der Reichthum zuweilen führt, möchte mancher Arme wol um -keinen Preis gelangen. Wohin der Ueberfluß an Mammon den Weg erschwert, -dahin deutet auch Christus in einer Unterredung mit seinen Jüngern. - -Woher sich daher Mancher in dieser Beziehung ein beneidenswerthes Loos -träumt, daher kann gerade sein Verderben kommen. Trachte doch ein Jeder -zunächst dahin, woher ein zufriedener Sinn das Gemüth durchdringt. - - -2. Umstandsnebensätze der Zeit. - - -~a.~ Gleichzeitigkeit. - -102. Peter der Große. - -Eines Tages fuhr Peter der Große, als er zu Mittag gespeist, in seiner -Schaluppe nach Sesterbank. Während seine Matrosen die Ruder schlugen, -mußten sie zur Ergötzlichkeit des Kaisers ihre Lieder anstimmen. Dieses -Concert unterhielten sie stets so lange, bis er winkte. - -Indem die Schiffsleute noch sangen, erhob sich von Westen her etwas -Wind. Kaum aber waren zehn Minuten vergangen, entwickelte sich aus -diesem Winde ein arger Sturm. - -Indeß sich des Kaisers Fahrzeug seinem Ziele nähert, bemerkt er in der -Ferne einen mit den Wogen kämpfenden Kahn. Sowie Peter die große Gefahr -für das kleine Fahrzeug erkennt, schickt er sofort seine Matrosen -zur Rettung aus. Noch aber haben diese kaum die Schaluppe verlassen, -entdeckt er mitten in der Flut eine Frau mit ihrem Kinde. - -Schon drohen die Wogen die Unglückliche zu begraben, als Peter selbst -zu ihrer Rettung in die schäumende Flut stürzt. Sobald es Menschenleben -zu retten gilt, denkt er nicht an seine Kaiserwürde. - -Indem ihn eine Welle hoch emporhebt, erfaßt er die Unglückliche. Mit -starker Hand hält er sie fest, bis der Schiffsjunge die Schaluppe -herbeigeführt hat. - -Während seine ausgesendeten Matrosen jenen Kahn in Sicherheit bringen -helfen, führt er die beiden Geretteten dem Ufer zu. Für diese aber war -nun gesorgt, solange sie lebten. - - -103. Aus dem Tagebuche eines Kriegers. - -(Desgleichen.) - -Als die Sonne zu sinken begann, rückten wir in N. ein. Sobald die -nöthigen Befehle für die nächste Nacht verlesen waren, ging das -Bataillon auseinander. - -Kaum war ich zwei Minuten weit gegangen, stand ich vor meinem Quartier. -Ich klopfte so lange an, bis sich mir die Thür des einfachen Dorfhauses -öffnete. - -Während ich mein Gepäck ablegte, brummten meine Wirthsleute einige -unwillige Worte. Ihr Widerwille steigerte sich noch, als ich endlich zu -essen begehrte. - -Indeß endlich die Wirthin einige karge Lebensmittel herbeibrachte, -trat ihr vierjähriges Töchterchen zu mir. Seitdem wir die französische -Grenze überschritten hatten, war mir noch kein so hübsches Kind -vorgekommen. - -Ich nahm das Kind auf meinen Schooß und liebkoste es in der -väterlichsten Weise. Sowie die Wirthin dies sah, veränderten sich auf -einmal ihre zeither so mürrischen Gesichtszüge. Währenddem ich nun -vollends dem lieben Kinde die Stirn küßte, verklärte sich ihr Gesicht -in ein glückliches Lächeln. - -Wie staunte ich indeß, als sie plötzlich das dürftige Abendbrod wieder -entfernte. Indem ich aber noch über dieses seltsame Gebaren nachdachte, -trat sie auch schon mit einem großen Teller höchst appetitlicher -Speisen an den Tisch. - -Schon wollte ich zulangen, als die Wirthin mir Einhalt gebot. Noch -aber hatte ich meine Gabel kaum wieder hingelegt, brachte der Wirth -eine Flasche köstlichen Wein herbei. Jetzt erst sollte ich mir es -wohlschmecken lassen. - -Die beiden Wirthsleute blieben meine freundlichen Nachbarn, solange ich -aß. Als ich sie den nächsten Morgen verließ, erhielt ich von ihnen noch -einen halben Schinken auf den weiten Marsch. - -Seit ich dieses einfache Dorfhaus verließ, habe ich nie wieder ein so -gutes Quartier gefunden. - - -~b.~ Ungleichzeitigkeit. - - -104. Gewissenhaftigkeit. - -Bevor ein guter Schüler die Feder zu irgend einer schriftlichen Arbeit -ansetzt, sammelt er in seinem Kopfe erst den Stoff dazu. Nachdem dies -geschehen ist, ordnet er denselben. Ehe er aber dann die fertige Arbeit -dem Lehrer übergiebt, sieht er sie noch einmal gewissenhaft durch. - -So oft ein Schüler dies thut, so oft wird er mit seinem Schaffen auch -Ehre einlegen. - -So gewissenhaft sollte der Mensch überhaupt in allen seinen -Unternehmungen sein. Er muß stets ein bestimmtes Ziel ins Auge fassen, -bevor er handelt. Er muß auch stets die möglichen Folgen seiner Thaten -erwägen, ehe er die Hand an irgend ein Werk legt. - -Gar Viele sehen ihre Thorheiten erst dann ein, nachdem sie vollbracht -sind. Halte daher weisen Rath, so oft Du etwas Neues unternehmen willst. - - -Wiederholung. - -(Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit.) - -105. Das Wüstenungeheuer. - -Bevor wir die mühsame Wanderung durch die Wüste ganz beendet hatten, -sollten wir noch deren schrecklichstes Ungeheuer kennen lernen. Als die -Sonne ihre Strahlen gegen Mittag sengendheiß herabschoß, bemerkten wir -an unsern Kameelen eine gewisse Unruhe. Kaum hatten wir wieder eine -Meile hinter uns, fühlten wir selbst eine eigenthümliche Schwere in der -Luft. - -Während wir noch darüber sprachen, schien sich in der Ferne der -Himmel zu verdunkeln. Noch waren wieder nicht zehn Minuten vergangen, -vernahmen wir auch ein fernes Brausen. Wenn aber dieses Zeichen -auftritt, dann kann sich der Wüstenreisende auf Schlimmes gefaßt machen. - -In der Regel schickt der Samum erst einzelne leichte Sandwolken vor -sich her, ehe er selbst in seiner ganzen Macht losbricht. Sowie die -erste dieser Staubwellen auf uns zugewälzt kam, warfen sich sämmtliche -Kameele im Nu platt auf die Erde nieder. Sobald dies geschehen, -streckten auch wir uns lang neben ihnen hin. Indem wir uns aber auf -diese Weise in Sicherheit zu bringen suchten, tobte auch schon das -Ungeheuer in seiner wilden Macht daher. - -Die ganze Welt schien verwüstet werden zu sollen, indeß der furchtbare -Sturm über uns dahinwüthete. Die Gluthitze drohte uns zu ersticken, -während der feine Sand unsere zarten Hautstellen wie mit Nadeln ritzte. - -Solange der entsetzliche Samum wüthete, sahen wir uns in schauerliche -Nacht gehüllt. Erst nachdem wir etwa zwei Stunden diese fürchterlichen -Qualen erduldet, lichtete sich das grausige Dunkel allmälig. - -Wie dankten wir Gott, da der erste Sonnenstrahl wieder durch die immer -schwächer werdenden Sandwirbel drang. Noch immer rieselt mir es kalt -durch die Adern, so oft ich jener Schreckensstunde gedenke. - - -Umstandssätze des Ortes und der Zeit. - -106. Die Missionäre. - -Die Heidenboten haben einen sehr schweren Beruf. Wohin sie gesendet -werden, dahin ist in der Regel noch kein Wort vom Christenthume -gedrungen. Wo sie ihre Arbeit beginnen sollen, da kniet das Volk noch -vor todten Götzen. - -Häufig erfahren sie das schnödeste Mißtrauen, sobald sie sich nur unter -einem solchen wilden Stamme blicken lassen. Dieses Mißtrauen verwandelt -sich nicht selten in Haß, wenn sie dann die ersten Bekehrungsversuche -wagen. Sowie der Wilde seine angestammte Religion durch ihn gefährdet -sieht, betrachtet er den Heidenboten gewöhnlich als einen ärgsten -Feind. Gerade da aber, wo dieser den härtesten Widerstand findet, ist -auch sein Werk am verdienstvollsten. - -Es kostet oft große Anstrengung, ehe nur ein Einziger für den -christlichen Glauben gewonnen wird. Noch viel größere Opfer aber -erfordert es, bevor sich ein ganzer Stamm unter das Kreuz des Erlösers -beugt. - -Woher aber der Missionär die Neigung zu seinem so gefahrvollen Berufe -erhält, daher erhält er auch die Kraft dazu. Indem er nur die geringste -Frucht seiner Saat aufgehen sieht, wächst sein Muth. Die glücklichen -Erfolge mehren sich indeß auch in der Regel auffällig, nachdem einmal -erst eine Seele gerettet ist. - -Möge das Licht des Christenthums überall aufgehen, wo jetzt noch -Finsterniß herrscht. Möge es so lange Missionäre geben, solange es noch -Heiden gibt. So oft uns Gelegenheit geboten ist, so oft wollen wir aber -auch unsern Theil zu dem heiligen Werke der Heidenbekehrung beitragen. - - -3. Umstandsnebensätze der Art und Weise. - - -~a~) Unverkürzt. - - -~aa~) Ohne Vergleichung. - - -107. Roderich. - -Indem der kleine Roderich mit seinen Eltern oft Concerte besuchte, -entwickelte sich in ihm der Sinn für Musik. Ohne daß er es eigentlich -wollte, prägten sich seinem Gedächtnisse einzelne schöne Melodien ein. -Diese sang er dann wol auch, indem er vielleicht gerade ein Kartenhaus -baute, vor sich hin. - -Bald bat er seine Eltern so dringend um Musikunterricht, daß sie ihm -nicht widerstehen konnten. Er machte glänzende Fortschritte, ohne -daß er sich etwa besonders angestrengt hätte. Schon nach einem Jahre -spielte er ziemlich schwere Klavierstücke so, daß man staunen mußte. -So trug er z. B. eine ziemlich schwere Sonate von Mozart vor, ohne -daß ihm auch nur ein falscher Ton entschlüpfte. Dabei bearbeitete er -an gewissen Stellen das Instrument dermaßen, daß die Saiten hätten -springen mögen. - -Indem er Klavier spielte, bildete sich sein Gehör auch für den Gesang. -Seine kleinen Lieder ertönten so rein, daß man seine Freude daran haben -mußte. - -So reifte Roderich zu einem Künstler heran, ohne daß er es eigentlich -wußte. Indem er aber auch als Künstler ein harmloser Charakter blieb, -lohnte er am besten die von seinen Eltern ihm gebrachten Opfer. - - -~bb~) Mit Vergleichung. - - -108. Ein Sprichwort. - -Wie es in den Wald hineinschallt, schallt es wieder heraus. Dieses alte -Sprichwort ist so verständlich, daß sein Sinn schon von einem Kinde -erfaßt werden kann. Es ist aber auch so beherzigenswerth, daß man es -auf die Zifferblätter der Uhren schreiben sollte. - -Je gewissenhafter ein Mensch seinen Verkehr mit andern nach dieser -Erfahrung regelt, desto weniger wird er über fremde Unbill zu klagen -haben. Wie wir Andern begegnen, so pflegen diese uns entgegen zu -kommen. Je freundlicher wir sind, desto mehr schützen wir uns vor -Beleidigungen. Je theilnehmender wir uns erweisen, desto sicherer -können wir auf fremdes Mitleid rechnen. - -Muß sich ja doch der Christ vor allen Dingen zu seinen Mitmenschen -stellen, wie sich ein Bruder zum Bruder stellt. Erscheint er doch -überhaupt nie so edel, als wenn er im Sinne seines himmlischen -Vorbildes handelt. - -Manche Menschen treten freilich so rücksichtslos gegen andere auf, wie -wenn sich die ganze Welt vor ihnen beugen müßte. Dadurch aber machen -sie sich dermaßen verhaßt, daß sie endlich selbst verachtet werden. -Ihr Schicksal verhält sich dann zu ihrem Gebaren, wie sich Ursache und -Folgen verhalten. - -Behandle also Deinen Nächsten, gleichwie Du von ihm behandelt zu sein -wünschest. - - -~b~) Abgekürzt. - - -109. Auf der Wolfsjagd. - -Mit allem Jagdgeräthe wohl ausgestattet, verließen wir unsere -Behausungen. Einige Diener, reichlich mit Lebensmitteln versehen, -folgten. Eine Wolfsjagd kann sich ja, wie alle Jagden auf wilde Thiere, -sehr in die Länge ziehen. - -Uns über den Jagdplan besprechend, erreichten wir den Wald. Berathen -ist freilich leichter, als handeln. - -Einander gegenseitig Glück wünschend, gingen wir an der Waldesgrenze -bis auf gewisse Entfernungen auseinander. Wir schritten langsam -vorwärts, ohne uns jedoch aus dem Auge zu verlieren. Jeder freute sich -auf den ersten Schuß, wie auf irgend ein frohes Ereigniß. - -Die Flinte zur Seite, schritt ich fürbaß. Mich an einer Felsenwand -hindrückend, gelangte ich vor den Eingang einer kleinen Höhle. Alsobald -meine Schritte hemmend, spähte ich nach dem dunklen Hintergrunde -derselben. Hier leuchteten mir, wie grünfeurige Flammen, zwei Augen -unheimlich entgegen. Diese sprühenden Punkte sogleich als Wolfsaugen -erkennend, lege ich mein Gewehr an. Nicht ohne vorher die beiden -Feuersterne gehörig aufs Korn zu nehmen, drücke ich endlich ab. - -Ein kurzes Geheul ausstoßend, stürzt der Wolf dem Eingange der -Höhle zu. Hier aber bricht er, noch einen tiefen Seufzer ausstoßend, -zusammen. Ich aber schleppte meine Beute, nicht ohne einen gewissen -Stolz, an den Rand des Waldes zurück. - - -Wiederholung. - -(Unverkürzte und abgekürzte Nebensätze der Art und Weise.) - -110. Die Rettung. - -Den hellen Tag in düstere Nacht verwandelnd, zog ein Gewitter über -ein Thal hinweg. Die Blitze folgten so schnell auf einander, daß man -dazwischen kaum bis zehn zählen konnte. Der Donner rollte so mächtig -durch den Himmel hin, daß die nahen Berge zu erzittern schienen. Zudem -strömte der Regen vom Himmel herab, wie zur Zeit der Sündflut. - -Von allen Seiten Zufluß erhaltend, trat der sonst so unbedeutende -Thalbach über seine Ufer. In wenig Minuten gestaltete er sich, das -ganze Thalbecken überflutend, zum reißenden Strome. Er nahm ebenso -zu an Tiefe, als er in der Breite wuchs. Seine schmuziggelben Wogen -brausten dahin, daß es Jedermann mit Entsetzen erfüllte. - -Mitten in dem Thale stand eine alte Mühle, von den Wogen jetzt auf das -entsetzlichste bedroht. Die armen Bewohner derselben schrieen, auf dem -Dache sitzend, mit herzzerreißender Stimme um Hilfe. Niemand freilich -konnte sie ihnen bringen, ohne selbst das Leben auf das Spiel zu -setzen. Die eigene Gefahr war zu groß, als daß sich sogleich rettende -Hände gefunden hätten. - -Je höher indeß das Wasser stieg, desto entsetzlicher ertönte der -Hilferuf der Unglücklichen. Ihr Angstgeschrei erscholl so verzweifelt, -daß es hätte Steine erweichen können. - -Je größer aber die Noth, desto näher oft die Hilfe. Plötzlich brachten -zwei wackere Männer, vor Anstrengung keuchend, einen kleinen Nachen -herbei. Ohne daß sie weiter viel redeten, ließen sie denselben ins -Wasser. Indem jeder ein Ruder zur Hand nahm, stiegen sie in das -dürftige Fahrzeug ein. - -Der Mensch erscheint nie so groß, als wenn er sein eigenes Leben für -die Rettung eines anderen einsetzt. - -Mit kräftigen Armen den Nachen lenkend, erreichten die beiden Männer -glücklich die Mühle. Nicht ohne daß es große Vorsicht gegolten hätte, -wurde die Müllerfamilie in den Nachen gebracht. - -Schon die nächste Minute darauf versank das ganze Gebäude, sich noch -einige Male im Kreise drehend, in den Fluten. Die edlen Männer aber -gelangten, dem lieben Gott für seinen Beistand innig dankend, mit der -armen Familie glücklich ans Land. - - -Hauptwiederholung. - -(Umstandssätze des Ortes, der Zeit und der Weise.) - -111. Eine Lebensgeschichte. - -Wehmüthig auf einem Stäbchen seines Gebauers sitzend, erzählte ein -Rothkehlchen einem Kanarienvogel seine Lebensgeschichte: - -Wo die jungen Kiefern mit Birkenbüschen im bunten Wechsel standen, da -war mein liebster Aufenthalt. Hier lebte ich, mein treues Weibchen -meist zur Seite, in ungestörtem Glücke. - -Sobald der erste Morgenstrahl durch die Zweige drang, stimmte ich -mein Lied an. Ein Tag nach dem andern floß dahin, ohne daß uns irgend -ein Leid bewegte. Je höher die Sonne stieg, desto lustiger wurde mein -Gesang. - -Sowie der Frühling einzog, bauten wir uns ein Nest. Wohin wir es -bauten, dahin konnte sich kaum ein Raubthier finden. - -An einem schönen Herbsttage nun fliege ich, einigen Hunger verspürend, -an einem Waldbache hin. Indem ich mich auf ein Tannenbäumchen -niederlasse, bemerke ich am Stamme desselben rothe Beeren. Während -ich mir dieselben noch betrachte, erblicke ich sogar dicht dabei einen -fetten Mehlwurm. - -Ueber meine Entdeckung höchst erfreut, fliege ich hinab. Zu meiner noch -größeren Freude bemerke ich da, wo die Beeren hingen, ein bequemes -Hölzchen. Nichts Schlimmes ahnend, setze ich mich darauf. Kaum aber -berühre ich dasselbe, werde ich an den Füßen von einer Schlinge -festgehalten. - -Ich ringe natürlich mit allen Kräften, gleich einem Löwen im Netze, -nach meiner Freiheit. Die Schlinge aber zieht sich dadurch so zusammen, -daß sie mir die Beine zu durchschneiden droht. - -Währenddem ich nun um Hilfe rufe, kommt ein Bube herbeigesprungen. Er -rieb sich vor Freude die Hände, als er mich erblickte. Woher er kam, -daher sah ich sonst selten einen Menschen kommen. - -Dieser Bube steckte mich, ohne daß er nur das geringste Mitleid -empfunden hätte, in ein Leinwandsäckchen. Wo er mich hinbrachte, da -waren hartherzige Menschen. Sie kauften mich so gleichgiltig, wie wenn -sie eine Schuhbürste gekauft hätten. - -Nachdem ich jetzt in einen Käfig gesperrt war, übersah ich erst mein -trauriges Loos! - -Seitdem ich ein armer Gefangner bin, ist mein ganzes Lebensglück -vernichtet. Woher ich gekommen, dahin darf ich nie zurückkehren. Die -Freiheit aber ist ein zu edles Gut, als daß man sie ganz vergessen -könnte. Vielleicht erlöst mich mein Schöpfer, von meinem Elende -gerührt, bald durch den Tod aus dieser Qual. - - -4. Umstandssätze des Grundes. - - -~a~) Wirkliche Gründe. - - -~aa~) Stoff, Ursache, Erkenntnißgrund. - - -112. Die Fledermaus. - -Die Fledermaus erkennt man daran als Säugethier, daß sie lebendige -Junge erzeugt. Da sie aber fliegen kann, rechnet sie mancher -Unwissende zu den Vögeln. Indem ihre Füße mit den Flügeln verbunden -sind, kann sie nicht gut sitzen. Auf das Laufen muß sie fast ganz -verzichten, weil sie eigentlich gar keine Gehwerkzeuge besitzt. - -Da sie sich meist von nächtlich schwärmenden Insekten nährt, beginnt -sie zur Dämmerzeit ihre Jagd. Woraus ihre Nahrung besteht, daraus -besteht auch das Mahl der Nachtschwalbe. - -Die Fledermaus gewinnt dadurch etwas Unheimliches, daß sie fast stets -in einem Kreise umherfliegt. Besonders häufig zeigt sie sich in den -Gehöften, weil sie dort jedenfalls reiche Beute findet. Wenn sie -gefangen wird, stößt sie kläglich pfiepende Töne aus. - -Mancher Landmann will danach das Wetter bestimmen, ob sie hoch fliegt -oder nicht. - -Da sie im Winter keine Nahrung finden würde, verschläft sie denselben. -Zu diesem Zwecke sucht sie oft die Gemäuer der Thürme auf, weil sie -hier Schutz vor den Winterstürmen findet. - - -~bb~) Beweggrund, Zweck, Ziel. - - -113. Mutterliebe. - -Um ihr Kindlein groß zu ziehen, bringt eine Mutter unzählige Opfer. -Damit es körperlich gedeihe, reicht sie ihm wohlgewählte Nahrung. Ihr -Auge wacht mit ängstlicher Sorgfalt, daß ihm kein Unfall zustoße. Um es -vor Gefahren zu behüten, warnt sie es bei jeder Gelegenheit. - -Wie treubesorgt ist nun erst eine Mutter um ein krankes Kind, damit -es bald wieder genese. Sie entsagt nächtelang dem Schlafe, um keine -Veränderung in dem Zustande ihres Lieblings unbeobachtet vorübergehen -zu lassen. - -Eine treue Mutter ist aber auch darauf bedacht, daß ihr Kind geistig -gedeihe. Sie hütet es vor schlechtem Umgange, weil dieser sein Herz -verderben könnte. Sie bewahrt es vor widerwärtigen Eindrücken, da -diese ein zartes Gemüth leicht abstumpfen. Sie leuchtet ihm in jeder -Hinsicht stets mit einem guten Beispiele voran, indem ein gutes Vorbild -auf des Kindes Veredlung jedenfalls am segensreichsten wirkt. Sie -ermahnt ihr Kind tagtäglich zu allem Guten, weil sie ihm ein reines -Herz erhalten will. Sie straft aber auch ihr Kind zur rechten Zeit, -weil sie es eben lieb hat. - - -Wiederholung. - -(Alle Arten Umstandssätze des Grundes.) - -114. Der Mensch. - -Woraus die Erde besteht, daraus besteht auch der thierische Körper. Und -woraus sich der thierische Körper aufgebaut hat, daraus hat sich auch -unser Leib entwickelt. - -Die Wahrheit dieser Behauptung erkennt man deutlich daran, daß sich -jeder Leichnam schließlich wieder in Erde verwandelt. Da nun überhaupt -der Mensch in körperlicher Hinsicht ganz dem Thierwesen entspricht, so -gehört er auch dem Körper nach zu den Thieren. Natürlich nimmt er unter -diesen die höchste Stellung ein, weil sein Körper der vollkommenste ist. - -Um aber den Menschen zu seinem Ebenbilde zu erheben, verlieh ihm der -Schöpfer einen Geist. Er stattete ihn, damit er einst als Himmelsbürger -in die andere Welt eingehen könne, mit einer unsterblichen Seele aus. - -So wurde der Mensch dadurch auch zum Herrn der Welt, daß er eben in -seinem Körper einen Geist birgt. Unser Leib wird deshalb wol auch ein -Tempel Gottes genannt, weil jener göttliche Funke in ihm wohnt. - -Beide Bestandtheile des Menschen stehen in Wechselwirkung zu einander, -da sie eng mit einander verbunden sind. Wenn der Leib kränkelt, leidet -der Geist mit. Wenn der Geist leidet, verkümmert nicht selten der -Leib. Halte darum Deinen Leib in Ehren, weil Deine geistige Gesundheit -davon abhängt. Veredle Deinen Geist, denn dadurch begründest Du -Dein Glück. In jeder dieser Hinsichten hat uns Christus ein Vorbild -gelassen, daß wir sollen nachfolgen seinen Fußtapfen. - - -Hauptwiederholung. - -(Umstandssätze des Ortes, der Zeit, der Weise und des wirklichen -Grundes.) - -115. Der Apfelbaum. - -Wo der Garten ziemlich zu Ende ging, stand ein Apfelbaum. Er hing so -voll Früchte, daß sich seine Zweige weit herabbogen. Dieses reichen -Segens hatte er sich deshalb zu erfreuen, weil er auf einem fetten -Boden stand. Seine Aepfel glänzten, wie wenn sie in Gold getaucht wären. - -Kaum waren sie völlig gereift, erhielt der Apfelbaum viel Besuch. -Bevor der Kutscher in den Stall ging, holte er sich von ihm einige -Aepfel. Sobald die Köchin früh aufstand, war ihr erster Gang zu diesem -Apfelbaume. Sogar das Kindermädchen holte sich, während die Herrschaft -speiste, einige der goldenen Aepfel. - -Weil sich nun so viel Gäste einfanden, wurde der Apfelbaum stolz auf -sich. Je mehr man an seinen Zweigen schüttelte, desto mehr wuchs sein -Hochmuth. Mit aufgeblasenem Wesen richtete er jeden neuen Tag seine -Blicke dahin, woher seine vielen Freunde kommen mußten. Dabei sah er -auf andere Bäume um sich her so verachtend herab, als wären diese -nichtsnutziges Gesindel. - -Da sich indeß so viel Gäste fanden, schmolz sein Reichthum zusehends -zusammen. Kaum waren zwei Wochen ins Land gegangen, hatte er nur noch -drei Aepfel auf seinen Zweigen. Um dieser habhaft zu werden, warf ein -Knabe mit einem Steine danach. - -Da der Apfelbaum nun keine Früchte mehr hatte, kam ihm kein Mensch -mehr zu nahe. Er stand da, wie ein von aller Welt Verlassener. Ohne -daß er es natürlich gestand, schämte er sich jetzt seines ehemaligen -Hochmuthes. - -Wahre Freunde erkennt man daran, daß sie uns ohne Eigennutz lieben. - - -~b~) Mögliche Gründe. - - -~aa~) Bedingungssätze. - - -116. Der sterbende Vater. - -Als Vater Aminth sein Ende nahen fühlte, ließ er seinen Sohn noch -einmal an sein Bett kommen. Unter Anderem legte er ihm Folgendes ans -Herz: Wenn es Dir nur irgend möglich ist, so sei dem Bedrängten ein -Helfer. Hast Du viel, so gib reichlich. Wofern Du nicht mit einer That -einstehen kannst, gib wenigstens einen guten Rath. Wäre auch dieser -nicht möglich, so zeige Deine Theilnahme in einem tröstenden Worte. - -Hast Du irgend ein Werk vor, so fange es mit Gott an. Wo der Herr nicht -das Haus behütet, wachen ja doch die Wächter umsonst. Wenn Du stets -deine Hauptstütze in dem Herrn suchst, wirst Du wohlfahren. Wolltest -Du Dich aber zu sehr auf Menschenhilfe verlassen, würdest Du Dich oft -getäuscht sehen. - -Suche Dir vor allen Dingen selbst zu helfen, so wird Dir in vielen -Dingen geholfen sein. Schicke Dich in alle Verhältnisse, dafern Deine -Rechtschaffenheit nicht darunter leidet. - -Falls Du gehorchen mußt, thue es mit Lust. Beuge sogar einmal Deinen -Nacken, wenn es die Klugheit gebietet. Hast Du selbst zu gebieten, thue -es mit Freundlichkeit. Müßtest Du auch einmal darben, bewahre Dir die -Zufriedenheit. Fiele Dir Reichthum zu, so verfalle nicht in Hochmuth. - -Würdest Du einmal verkannt, laß den Muth nicht sinken. Stießest Du -je auf persönliche Feinde, gib nie dem Zorne Raum. Willst Du Dich an -Deinen Beleidigern rächen, so vergib ihnen. - - -~bb~) Einräumungssätze. - - -117. Die Zunge. - -Trotzdem die Zunge ein kleines Glied ist, kann sie doch großen Schaden -anrichten. Obgleich dies eine allbekannte Sache ist, wird sie doch -nicht immer beachtet. Ein einziges Wort kann ja sogar einen Weltkrieg -heraufbeschwören, wiewohl ein Wort doch eigentlich nur ein flüchtiges -Luftwellengebild ist. - -Wie verletzend wirkte nicht schon oft ein einziger Ausspruch, -wenngleich er ohne allen Vorbedacht hingeworfen wurde. Gar nicht selten -zerriß ein einziges winziges Wörtchen, ungeachtet es durchaus nicht -böse gemeint war, die heiligsten Bande der Liebe auf immer. Und wurde -nicht zuweilen durch einen einzigen ausgesprochenen Verdacht, obwohl -man ihn vielleicht gar im Scherze zum Vorschein brachte, Jemand gar arg -an seiner Ehre gekränkt? - -Auch ein Scherzwort, wie unschuldig es an sich immer scheinen mag, -kann zum zündenden Funken für ein großes Feuer werden. Hat doch unter -besonderen Umständen selbst das Schweigen, obschon die Zunge hierbei -eben gar nichts thut, viel Unheil gestiftet. - -Halte darum Deine Zunge stets im Zaume, wenn Du Dich auch in den -vertrautesten Kreisen bewegtest. Wäge stets Deine Worte ab, ob Du auch -keine Ursache dazu zu haben vermeinst. Das einmal gesprochene Wort läßt -sich nie wieder vernichten, trotzdem es eben nur ein Erzeugniß einer -Luftbewegung ist. - - -Wiederholung. - -(Bedingungs- und Einräumungssätze.) - -118. Bildung. - -Obwohl Du in der Schule viel lernen kannst, bleibt Dir doch nach der -Schulzeit noch viel zu lernen übrig. Wenn ein Schüler auch noch so -fleißig wäre, kann er doch in der Schule immer erst den Grund zu seiner -weitern Ausbildung legen. Hast Du aber in der Schule einen guten Grund -gelegt, wird Dir das spätere Lernen sicher leicht werden. - -Bildung ist ein großer Schatz, obschon er sich nicht in Zahlen -bezeichnen läßt. Hast Du also Gelegenheit zur Fortbildung, benutze -sie. Dem kenntnißreichen Manne steht die Welt offen, wenngleich seine -Tasche keinen Kreuzer beherbergte. Hätte Mancher in seiner Jugend mehr -gelernt, er brauchte jetzt nicht Steine zu klopfen. - -Wie sehr auch heutzutage das Geld die Welt regiert, die Bildung wird -doch endlich den Sieg davontragen. Falls Du also auch gleich nach -Deiner Confirmation nach Brod arbeiten müßtest, ein nützliches Buch -wirst Du nebenbei doch lesen können. Und müßtest Du Dir auch einige -Vergnügungen darob versagen, suche Dir vor allen Dingen bildende -Schriften zu erwerben. - -Falls Du in Deinem Berufe auch nicht viel zu schreiben hättest, laß -die Feder nicht liegen. Wenn Du nur ernstlich willst, etwas Zeit zur -Fortbildung läßt sich schon gewinnen. - -Obgleich man sich für Geld große Genüsse verschaffen kann, Bildung -bleibt doch der Schlüssel zu den edelsten. - - -Wiederholung. - -(Umstandssätze des Ortes, der Zeit, der Art und Weise, des wirklichen -und möglichen Grundes.) - -119. Die Raubritter. - -Als das Ritterthum in voller Blüthe stand, gab es leider auch -Raubritter. Wo ihre Burgen emporragten, dort war besonders für die -Kaufleute ein gefährliches Reisen. - -Ohne daß es sich der Reisende oft versah, wurde er von einer Schaar -solcher Wegelagerer überfallen. Sie kamen, um ihn seiner Schätze zu -berauben. Zuweilen verlegten sie ihm auch blos den Weg, damit sich der -Reisende zu Opfern für seine Freiheit verstehen solle. Falls der so -Gehemmte sich zu keiner Zahlung verstehen wollte, wurde er nicht selten -als Gefangener abgeführt. - -Wo diese Raubritter ihre Burgen erbauten, führten gewöhnlich wichtige -Verkehrswege vorüber. Damit kein Mensch ungesehen diese Straßen ziehe, -stellten sie Wachen aus. Kaum graute der Morgen, standen diese schon -auf ihren Posten. - -Mit diesen Verhältnissen vertraut, reiste darum auch selten ein -Handelsmann mit seiner Waare allein. Damit man nöthigenfalls Widerstand -leisten könne, verband man sich zu Karavanen. Obgleich aber diese -Gesellschaften oft ziemlich stark waren, entgingen sie doch selten -ihrem Schicksale. - -Sobald es zu irgend einem Kampfe kam, trugen die wohlbewaffneten -Reisigen in der Regel den Sieg davon. Je mehr diese dann dabei Verluste -erlitten hatten, desto größeren Tribut mußten die Besiegten zollen. - -Da nun ein Raubritter neidisch auf das Glück des andern sah, entstanden -nicht selten unter diesen selbst blutige Fehden. Ehe es sich der eine -versah, umzingelten mißgünstige Nachbarn seine Burg. So kurze Zeit eine -solche Fehde auch dauerte, so blutig war sie doch oft. Nicht selten -schleifte man den Rittersitz des Besiegten, weil dieser sonst doch -wieder hätte zu Macht gelangen können. - -Wiewohl es auch heute noch Straßenräuber gibt, ist doch die -Gefährlichkeit des jetzigen Reisens mit der jener Tage gar nicht zu -vergleichen. Niemand wird, ohne ein gewisses Grauen zu empfinden, an -jene Zeit zurückdenken. - -Während damals die überlegene Gewalt regierte, regiert jetzt das Recht. -Die Zeit wollen wir ja nicht die goldene nennen, während welcher das -Faustrecht galt. - - -5. Einschaltsätze. - -120. Ein Dieb. - -Vergangenen Montag -- es konnte wol nachmittags gegen drei Uhr sein --- entstand auf der Straße ein gewaltiger Menschenauflauf. Zwei -Polizeidiener ergriffen einen Menschen, welcher -- man sollte es kaum -glauben -- am hellen Tage einen Herrenrock von einem Schaufenster -gestohlen hatte. - -Dieser freche Dieb -- er schien übrigens der Polizei als solcher -bekannt zu sein -- wehrte sich dermaßen, daß man ihn binden mußte. -Jetzt aber -- welch eine Frechheit! -- stellte er sich, als ob er nicht -laufen könne. Und so mußte er -- den Polizeiern blieb nichts Anderes -übrig -- auf einen Schubkarren geladen werden. - -Im ersten Verhöre soll er sich -- wie sich nicht anders erwarten ließ --- auch äußerst widerspenstig benommen haben. Hoffentlich wird ihn aber -die Strafe für seine Vergehungen -- und diese wird wahrscheinlich eine -ziemlich strenge sein -- mürbe machen. - - -Hauptwiederholung. - -(Subject-, Präd.-, Beif.-, Ergänz.-, Umstands-, Anführ.- und -Einschaltsätze.) - -121. Der Mäusethurm. - -Gegen Ende des zehnten Jahrhunderts lebte ein berüchtigter -Kirchenfürst, mit Namen Hatto. Nachdem er mehrere Jahre Abt zu Fulda -gewesen war, wurde er zum Erzbischof von Mainz erhoben. Diese Stadt -liegt bekanntlich da, wo sich der Main in den Rhein ergießt. - -Wer jenem hohen Herrn untergeben sein mußte, konnte nicht ohne Furcht -zu ihm aufblicken. Hatto war -- man sollte dies von einem Bischofe -kaum glauben -- vom Geize besessen. Nehmen erschien ihm jederzeit -angenehmer als das Geben. Daran, daß sein Herr und Heiland in Armuth -dahinwandelte, wollte er sich wahrscheinlich ganz absichtlich nicht -erinnern. - -Da ihn nun die Habsucht gefangen genommen hatte, kannte sein Herz -natürlich kein Mitleid. Ohne daß es ihn rührte, konnte er an den -Hilfsbedürftigsten vorübergehen. Die Geschichte berichtet sogar, daß er -sich ganz unmenschliche Grausamkeit habe zu Schulden kommen lassen: - -Als er schon lange Jahre Bischof zu Mainz war, entstand einmal eine -furchtbare Hungersnoth. Die Rheingegend war es, wo das Uebel am ärgsten -auftrat. Hunderte von Familien hatten nicht, womit sie auch nur eine -Mahlzeit ihren Hunger stillen konnten. Von den entsetzlichsten Qualen -langsam aufgerieben, erlagen eine große Anzahl Menschen endlich dem -Tode. - -Daß die Noth groß war, konnte dem Erzbischof nicht unbekannt bleiben. -Wessen Herz freilich der schändlichste Eigennutz beherrscht, der mag -fremdes Elend nicht sehen. So blieb Hatto angesichts alles Jammers, der -er war. - -Nachdem die Hungersnoth den höchsten Grad erreicht hatte, versammelten -sich eines Tages mehrere Hundert Halbverhungerter vor der Burg des -Erzbischofs. Obgleich man seine Härte kannte, wollte man doch einen -Bittversuch wagen. Der Trieb, das Leben zu erhalten, läßt ja kein -Mittel unbenutzt. - -„Hab’ Erbarmen!“ flehte eine Anzahl solcher Unglücklichen zu den -Burgfenstern hinauf. Und Andere riefen mit herzzerreißender Stimme: -„Nur ein einziges Stück Brod laß uns werden.“ - -Obwohl nun Hatto’s Speicher überreich gefüllt waren, hatte er doch kein -Ohr für das Hungergeschrei. Er äußerte sogar, das Volk da unten sei nur -liederliches Gesindel. - -Da nun aber die armen Menschen ihr Flehen fortsetzten, gerieth er -endlich in Zorn. In diesem Zorne befahl er seinen Knechten, daß sie das -lästige Bettelvolk in eine große Scheune sperren sollten. Die Knechte, -weil es ihr Herr befohlen, führten die Schändlichkeit augenblicklich -aus. - -Was aber that Hatto, der Wütherich, nun? -- Er ließ -- fast sträubt -sich die Feder vor diesem Berichte -- die betreffende Scheune an allen -vier Ecken anzünden. Ohne daß es ihn nur im geringsten rührte, sah er -der auflodernden Flamme zu. Während des entsetzlichen Geschreies der -Verbrennenden rief er sogar seiner Umgebung, teuflisch spottend, zu: -„Hört Ihr das Piepen der Brodmäuse?“ - -Hören wir nun, was die Sage über das Lebensende dieses Grausamen -berichtet: Kurz nach dieser fluchwürdigen That zogen in die Burg, die -Hatto bewohnte, eine unerhörte Menge Mäuse ein. Wo man nur hinsah, -wimmelte es von diesen Thieren. - -Wie entsetzlich dies dem Erzbischof sein mußte, läßt sich leicht -denken. Je mehr er aber das Ungeziefer verfolgen ließ, desto -zahlreicher wurde es. - -Um sich diesen Feinden zu entziehen, siedelte er in die Stadt Bingen -über. Aber auch hier wurde es wieder, wie es gewesen war. Die Mäuse, -die sich einmal gegen ihn verschworen zu haben schienen, folgten ihm -auch hierher. Von ihnen aufs neue gequält, sann er abermals auf Rettung. - -Endlich hatte er einen Plan, wie er sich vor der Höllenschaar -unzweifelhaft sichern könnte, entworfen. Da, wo sich der Ruppertsberg -im Rheine spiegelt, ließ er sich einen kleinen Thurm mitten in dem -Strome erbauen. „Dort muß ich doch endlich vor den Bestien Ruhe haben“, -dachte er bei sich. - -Als der Thurm vollendet war, segelte Hatto auf einem Nachen hinüber. -Daß freilich die Mäuse auch schwimmen können, hatte er nicht bedacht. - -Ihr Rächeramt zu vollenden, ruderten sie in zahlloser Menge dem Thurme -zu. Bald war derselbe, der an sich nicht viel Räumlichkeiten bot, von -ihnen überschwemmt. - -In diesem Thurme aber wurde Hatto -- so berichtet eben die Sage -- von -den Mäusen endlich aufgefressen. Der Thurm, in dem dies geschehen sein -soll, steht übrigens heute noch. Man nennt ihn, eingedenk der Sage, den -Mäusethurm. - - - - -~F.~ Mehrfach gegliederte Sätze etc. - - -122. Gellert. - -(Alle Arten Sätze.) - -Gellert war ein Dichter. Er wurde am 4. Juli 1715 in dem damals -ziemlich kleinen sächsischen Städtchen Hainichen geboren. Sein frommer -und darum hochgeachteter Vater war Pfarrer daselbst. Sowohl der Vater -als auch die Mutter erzogen ihren Knaben sehr streng. - -Gellert versuchte sich bereits in früher Jugend in der Dichtkunst und -über manches seiner kleinen Lieder konnte sich sein Vater schon freuen. -Das erste größere Gedicht, welches er seinem Vater zu dessen Geburtstag -überreichte, erregte sogar einiges Aufsehen. - -Gellert studirte. Nach dem Wunsche seines frommen Vaters sollte er -sich zu einem tüchtigen Prediger ausbilden. Gellert aber zeigte -weder besondere Lust zu dem geistlichen Stande, noch schien er sich -für denselben besonders geeignet zu halten. Der junge Mann hatte -jedenfalls ein richtiges Urtheil über sich, denn schon in seiner ersten -Begräbnißrede blieb er stecken. - -Nachdem ihm seine Schriften einen besonderen Ruf erworben, trat er als -Lehrer in einer höheren Schule auf. Seine Vorträge gefielen. Wegen -seines lauteren Charakters genoß er unter der studirenden Jugend bald -die größte Achtung. - -Seine Oden, geistlichen Lieder und Fabeln erlangten die allgemeinste -Anerkennung. Seine frommen Lieder werden noch heute in den Kirchen -gesungen und an seinen lehrreichen Fabeln ergötzt sich noch heute die -Kinderwelt. - -Was Gellert geschrieben, ist in sechs starken Bänden der Nachwelt -aufbewahrt. - - -123. Geistesgegenwart. - -(Desgleichen.) - -In einem großen, schönen Garten, welcher dicht an einer Straße, die -nicht eben sehr belebt war, lag, befanden sich eines Tages drei -Geschwister. Sie hatten sich hier eingefunden, um sich zu erholen und -sich zu gleicher Zeit angenehm zu beschäftigen. - -Paul, der Zwölfjährige, beschnitt mit seinem scharfen Taschenmesser -ein wildes Obstbäumchen, damit seine Krone eine bessere Form erhalten -sollte. Wo der Weg nach einem kleinen Hügel führte, kauerte Bertha, die -zehn Jahre zählte, vor ihrem Blumenbeete, Nelken und Tausendschönchen -pflanzend. Wilhelm, erst im siebenten Lebensjahre stehend und in der -Familie gewöhnlich der Wilde genannt, zimmerte vor einer duftenden -Jasminlaube aus den braunen Bretchen eines Cigarrenkastens, die ihm der -Vater geschenkt hatte, ein Segelschiff. - -Alle drei Kinder waren fröhlich und wohlgemuth, denn jedes trieb seine -Lieblingsbeschäftigung. Paul pfiff, Bertha sang und Wilhelm trällerte -bei der Arbeit, sodaß es eine Lust war, ihnen zuzuhören. Wer hätte zu -ahnen vermocht, daß ihre Freude plötzlich in erschrecklicher Weise -gestört werden sollte! - -Plötzlich nämlich -- es mochte nachmittags gegen ein Uhr sein -- -erschien ein fremder Hund, ohne einen Laut von sich zu geben, im -Garten. Sein dickes Fell war zerzaust, seine Augen waren geröthet, die -Zunge hing ihm weit zum Maule heraus und die Ruthe trug er zwischen die -Hinterbeine geklemmt. - -Paul, welcher den Hund zuerst erblickte, erschrak, denn das Aussehen -des Thieres, das ihm noch dazu ganz unbekannt war, kam ihm sogleich -verdächtig vor. Bertha, die nur erst kürzlich in der Schule von der -Wuthkrankheit der Hunde gehört hatte, schrie aus Leibeskräften: -„Hilfe! Hilfe! Ein toller Hund!“ Und der kleine Wilhelm, um der Gefahr -zu entgehen, wollte eben in eine Laube flüchten. Noch aber hatte er -dieselbe nicht erreicht, als der Hund auf ihn losfuhr, wie wenn er -ihn beißen wolle. Der Kleine schrie und zitterte vor Angst am ganzen -Körper, sodaß er keinen Schritt von der Stelle wagte. Seine Lage war -entsetzlich! - -In diesem verhängnißvollen Augenblicke jedoch sprang Paul herbei, -packte das gefährliche Thier mit beiden Händen am Halse, drückte ihm -die Kehle zusammen und hob es empor. - -Während nun der beherzte Knabe den Hund über der Erde hielt, konnte -sich Wilhelm in die Laube retten und die Thüre derselben hinter sich -verschließen. - -Auf das Geschrei der Kinder, das jetzt aus drei Kehlen zugleich -erfolgte und ganz entsetzlich klang, eilte der Vater, vor Schreck -fast bleich, herbei. Er erkannte sofort, daß der Hund, der in den -Händen des Knaben wie verzweifelt hin- und herschnellte, toll war. Die -schreckliche Gefahr, in der seine Kinder schwebten, ermessend, und -ohne einen Augenblick Zeit zu verlieren, ergriff er eine in der Nähe -liegende Hacke und führte damit einen wohlgezielten Schlag auf die Nase -des wüthenden Thieres. - -Mit einem grellen Aufschrei fiel es zu Boden, woselbst es -augenblicklich von dem Vater den Todesstreich erhielt. - -Um seines Muthes und seiner Geistesgegenwart willen, die einzig und -allein ein furchtbares Unglück verhindert hatten, erhielt Paul, -ehe noch der Tag zu Ende ging, von seinem Vater eine prachtvolle -Bilderbibel. Die ganze Familie aber, in welcher überhaupt ein frommer -Sinn herrschte, dankte in ihrem Abendgebete, dem der Vater heute eine -besondere Feierlichkeit verlieh, dem lieben Herrgott, daß er in jenen -verhängnißvollen Augenblicken ihr gnädiger Beschützer gewesen. - - -124. Schlaf und Tod. - -(Zwei vollständige Satzgefüge verbunden.) - -Der Schlaf, welcher unserm Körper Erholung gewährt, hat viel -Aehnlichkeit mit dem Tode, und der Tod, der einst unser aller Loos ist, -hat Vieles mit dem Schlafe gemein. - -Sobald uns der Schlaf befällt, hören verschiedene Thätigkeiten des -Körpers auf, ebenso vermindern sich allmälig verschiedene Bewegungen -der Muskeln, wenn der Tod an den Menschen herantritt. Das völlige -Entschlummern wird dadurch herbeigeführt, daß die Sinnesnerven -endlich ihre Dienste einstellen, und der Tod tritt ein, indem die -Athmungsorgane schließlich zum Stillstand gelangen. - -Das Einschlafen erfolgt so allmälig, daß der eigentliche Augenblick -des Entschlafenseins gar nicht genau beobachtet werden kann, ebenso -erlöscht auch zuweilen ein Lebenslicht in so unmerklicher Weise, daß -die am Sterbelager Stehenden den Eintritt des Todes gar nicht gewahren. -Der Schlafende weiß nicht mehr, was um ihn her vorgeht, auch dem Todten -ist bekanntermaßen verschlossen, wie das Leben um ihn her waltet. - -Wer schläft, erwacht nach einer bestimmten Zeit wieder, und wer im -Grabe ruht, den wird einst ebenfalls die Stimme des Herrn erwecken. - - -125. Die Zukunft. - -(Es beziehen sich mehrere Nebensätze auf einen Hauptsatz.) - -Wüßte der Mensch, was morgen sein wird, und läge ihm die Zukunft -überhaupt klar vor Augen, so würde das durchaus kein Glück für ihn -sein. Obgleich er sich manchen Kummer ersparen und auf manches traurige -Geschick vorbereiten könnte, obschon er sich manche Freude mehr zu -verschaffen und manche schon im voraus zu genießen vermöchte, müßte ihn -dieser Zukunftsblick doch in steter Aufregung erhalten. - -Was er von den künftigen Tagen zu erhoffen und was er von ihnen zu -fürchten hätte, beschäftigte ihn sicher Tag und Nacht. Die Zeit, da er -gesunden, oder in der ihm eine besondere Ehre zu Theil werden, oder -zu welcher er Reichthum erlangt haben soll, würde er unter quälender -Ungeduld herbeisehnen. Wiederum ginge er der Stunde, die ihn aufs -Krankenlager werfen, oder dem Tage, der ihm Zurücksetzung bringen, oder -dem Zeitpunkte, zu welchem der Bettelstab sein Loos sein soll, gewiß -mit Zittern und Zagen entgegen. - -Wer aber möchte nun vollends im voraus wissen wollen, wann er einmal -sterben, wie einmal sein Ende sein und wo man sein Grab graben wird? - -Wir sind daher unserm Gott Dank schuldig, daß er uns über unser -künftiges Geschick im Unklaren läßt, daß er uns das künftige Ungemach -verbirgt und daß uns vor allen Dingen die Stunde unseres Abscheidens -ein Geheimniß bleibt. - - -126. Hier und dort. - -(Desgleichen.) - -Wer die verschiedenen Schicksale der Menschen beobachtet, den -Lebensgang einzelner verfolgt, ihren sittlichen Werth mit ihrem äußeren -Loose in Vergleich zieht, der wird manche Frage aufzuwerfen haben. - -Er sieht da oft, wie der Fromme im Elend schmachtet und wie das Laster -im Ueberflusse schwelgt, wie man den Verdienstvollen zu Boden sinken -läßt und den Unwürdigen erhebt, wie man einen Ehrenmann über die -Schultern ansieht, vor dem Ehrlosen aber einen tiefen Bückling macht. - -Ein solcher Beobachter fragt dann still für sich: „Wo bleibt hier die -Gerechtigkeit? Womit haben jene Braven ihr bitteres Geschick verdient? -Warum folgt die Strafe der Sünde nicht auf dem Fuße?“ - -Nur dort oben, wo hoch die Sterne stehen, woher alles Licht uns -zuströmt, wohin die Erdenpilger einst alle eingehen müssen, sucht er -des Räthsels Lösung. Der Glaube an den Allvater, der Gerechtigkeit -lieb hat, der Jedem nach seinem Thun vergelten will, dessen Gedanken -freilich hoch und dessen Wege wunderbar sind, hilft ihm über das Dunkel -dieses Lebens hinweg. - -Hat doch auch Christus, um jenen Zweifelfragen zu begegnen, den -unschuldig Leidenden zu trösten und überhaupt den Blick in das Jenseits -einigermaßen zu lichten, das „Hier und dort“ in dem Gleichnisse vom -armen Lazarus vortrefflich beleuchtet. - - -127. Das Turnen. - -(Desgleichen.) - -Wer seinem jugendlichen Körper eine heilsame Bewegung verschaffen, -seine Muskelkraft gleichmäßig ausbilden und seinem ganzen Menschen eine -sichere Haltung verschaffen will, der muß turnen. Was das Turnen nützt, -wie es stärkt und belebt und wie es sogar den Geist frischer macht, -wissen gar viele Menschen noch gar nicht. - -Ohne Furcht zu verspüren, auf seine Gewandtheit bauend und seiner -Körperkraft vertrauend, geht der echte Turner leiblichen Gefahren -entgegen. Denke hierbei an die Turnerfeuerwehr, die eben aus Turnern -besteht, die sich gewöhnlich freiwillig zu dem schweren Dienste des -Rettungswerkes stellt und die bei einem Brande nicht selten die größten -Wagnisse unternimmt. Wo die Gefahr am größten, wo das Rettungswerk am -schwierigsten, wo es vor allen Dingen Menschenleben zu sichern gibt, da -ist der Turnerfeuerwehrmann zur Hand. - -Weil nun das Turnen eine so gute Schule für den Körper ist, weil es -den Geist freier macht und weil es somit den ganzen Menschen bildet, so -werde auch Du ein Turner. - - -128. Die Thierschutzvereine. - -(Der Nebensatz enthält wieder einen Nebensatz.) - -Man muß sich leider gar oft überzeugen, daß viele Leute noch gar nicht -einsehen, wie höchst segensreich die Thierschutzvereine wirken. Diese -Erscheinung aber, die eine recht betrübende ist, hat ihren Grund meist -darin, daß viele Menschen, namentlich viele Pferdebesitzer, dem Thiere -nicht die Stellung in der Welt zugestehen, die ihm gebührt. - -Manche vermeinen wol auch, das Thier, als ein vernunftloses Wesen, -empfinde den Schmerz, der ihm durch Mißhandlungen zugefügt wird, nicht -in dem Grade wie ein Mensch. - -Möchten dergleichen Anschauungen, die doch ganz irrige sind, weil -sie eben auf falscher Beurtheilung der Natur des Thieres beruhen, -bald gänzlich verschwinden. Möchte es den Thierschutzvereinen, -die, trotz mancherlei Hindernissen, ihr edles Werk mit allem Eifer -treiben, gelingen, das Mitgefühl mit der Thierwelt, ohne welches der -Thierquälerei Thür und Thor geöffnet sind, in jedes Menschen Brust zu -pflanzen. - -Man muß es mit Freuden wahrnehmen, daß da, wo das Auge solcher Vereine, -das ja oft ein tausendfaches ist, wacht, Mißhandlungen von Thieren, wie -sie sonst fast täglich zu erleben waren, zu den größten Seltenheiten -gehören. - -Dank aber auch den Behörden, welche, die gute Sache erkennend, jene -wohlthätigen Vereine, wo sie immer ihren Sitz haben, nachdrücklich -unterstützen, indem die Thierquäler, und zwar ohne Ansehen der Person, -vor Gericht gestellt und gebührend bestraft werden. - - -129. Ein Apfelkern. - -(Desgleichen.) - -Man glaubt gar nicht, was in einem einzigen Samenkerne, den wir -vielleicht mit Füßen treten, für Wunder enthalten sind. - -Du weißt z. B., daß ein Apfel, der die gehörige Reife erlangt hat, -sechs bis acht braune Kerne enthält. Du erinnerst Dich, wie einfach ein -solcher Kern, der noch dazu ziemlich klein ist, aussieht. - -Nun aber bedenke, daß in ihm eigentlich schon der zukünftige Apfelbaum, -dessen breitarmige Aeste später einen geraumen Theil des Gartens -beschatten, enthalten ist. Es bedarf von Deiner Seite weiter nichts, -als daß Du ihn in die Erde, die natürlich kein unfruchtbarer Boden sein -darf, legst. - -Was er zu seiner Entwickelung, die dann geheimnißvoll vor sich geht, -nöthig hat, verleiht ihm die gütige Natur. Nach nicht allzulanger Zeit -bemerkst Du, wie sein zarter Keim, hellgrün von Färbung, die Erdrinde, -die sogar etwas fest sein kann, durchbohrt. Bald siehst Du dann, daß -sich aus der grünen Spitze ein Blättchen, das schon ziemlich die Form -der künftigen Baumblätter zeigt, entwickelt. - -Die weitere Ausbildung zum Stämmchen, die nun vor sich geht, ist es -werth, von Dir beobachtet zu werden. Wer dergleichen Vorgänge in -der Natur, die eben ein großes Wunderreich ist, mit Aufmerksamkeit -verfolgt, dem muß ein Licht über die Größe des Schöpfers, dessen Kraft -alles Geschaffene durchdringt, aufgehen. - - -130. Eine Wohlthäterin. - -(Desgleichen.) - -Barbara Uttmann, die unvergeßliche Wohlthäterin des sächsischen -Erzgebirges, wurde 1514 -- also noch vor der Reformation -- geboren. -Sie verheirathete sich mit einem Bergherrn, welcher den Namen Uttmann -führte und in der Nähe von Annaberg, der Berg- und Gebirgsstadt, -mehrere Grubenwerke besaß. - -Das Klöppeln erlernte Barbara -- wie man gewöhnlich annimmt -- von -einer Brabanterin, welche um ihres protestantischen Glaubens willen -aus ihrem Vaterlande, in dem der Katholicismus die Oberhand hatte, -vertrieben worden war. Um diese Kunst, die zu jener Zeit gut lohnte, -weiter zu verbreiten, lehrte sie Barbara Uttmann, ohne aber irgendwie -Bezahlung dafür zu nehmen, zunächst den Mädchen und Frauen Annabergs. - -Kaum waren zehn Jahre vergangen, hatte der Klöppelsack -- so nennt man -das Werkzeug, an dem geklöppelt wird -- im ganzen Erzgebirge, wo damals -viel Armuth herrschte, Eingang gefunden. Somit legte die brave Frau -den Grund zu einem Erwerbszweige, der unzähligen Armen Brod gab und -noch heute über 40000 Menschen, die zwischen der bairischen Grenze und -Geising wohnen, beschäftigt. - -Barbara Uttmann verdient deshalb auch, daß man ihr, um ihr Andenken -in Ehren zu halten, auf dem Friedhofe zu Annaberg, welcher die -Hospitalkirche umgibt, ein Denkmal gesetzt hat. Es ist aus weißem -Marmor gearbeitet und stellt Barbara dar, wie sie vor ihrem -Klöppelsacke, der ungemein kunstreich ausgeführt ist, sitzt und -arbeitet. - -Dieser schöne Grabstein, welcher von allen Fremden, die nach Annaberg -kommen, aufgesucht wird, enthält die Inschrift: „Ein thätiger Geist, -eine sinnige Hand, sie ziehen den Segen ins Vaterland.“ - - -131. Grille und Ameise. - -(Der Anführungssatz ist ein Satzgefüge.) - -Eine Grille, welche den Sommer in Trägheit verlebt hatte, sprach zur -nahenden Winterzeit zu ihrer Nachbarin, einer Ameise: „Borge mir ein -wenig zu essen, damit ich nicht Hunger leiden muß.“ - -Ohne etwa augenblicklich vom Mitleid ergriffen zu werden, fragte die -Ameise: „Hast du dir denn keine Speise für den Winter, den du doch -kommen sahst, gesammelt?“ - -„Ich würde das gewiß gethan haben“, erwiderte die Grille, indem sie -einen etwas schnippischen Ton annahm, „wenn ich nur Zeit dazu gehabt -hätte.“ - -„Womit hast du denn die Sommertage, die doch sehr lang und für alle zur -Arbeit bestimmt sind, verbracht?“ fragte, nicht ohne Verwunderung, die -Ameise. - -Der Grille Antwort, die etwas zögernd erfolgte, war: „Du weißt doch, -daß ich den Sommer über emsig gespielt und gesungen habe!“ - -Darauf sagte die Ameise, ohne indeß einen bitteren Ton anzunehmen: „Du -hast gewußt, was nach dem Sommer folgt. Wer während des Sommers, der -Zukunft uneingedenk, singt, mag im Winter tanzen.“ - - -132. Eine Geburtstagsscene. - -(Zusammengezogene, zusammengesetzte Sätze und Satzgefüge verbunden.) - -Der dreizehnjährige Otto schenkte gestern mit freudestrahlendem -Gesichte seinem lieben Vater zum fünfzigsten Geburtstage ein Paar -goldene Knöpfchen von der neuesten Form und ein Rosenstöckchen mit -acht lachenden Knospen; das kleine Lischen überbrachte dem guten -Papa lächelnd eine große Torte aus Chocolade, sowie sechs reizende -Liqueurgläschen aus geschliffenem Glase, und der zehnjährige Sigismund -überreichte ihm fast mit gerührtem Herzen ein prachtvoll gebundenes -Gebetbuch mit herrlichen Stahlstichen und sprach mit bewegter Stimme -ein langes, ergreifendes Gedicht dazu. - -Der Vater, welcher sichtlich gerührt war, dankte den Kindern, indem -er jedem einen Kuß auf die Stirn drückte, aufs herzlichste, daß sie -ihn heute in so sinniger Weise überrascht hätten; zu gleicher Zeit -reichte er aber auch der Mutter, welche, ebenfalls Glück wünschend, -hinter den Kindern stand, dankbar die Hand, weil er sie sich als die -Veranstalterin der schönen Feier dachte, und zu dem Ende ordnete er -noch an, daß heute, um auch den Kindern ein besonderes Vergnügen zu -bereiten, ein Ausflug in die etwas entlegene Waldschenke, die in einem -reizenden Buchenhaine lag und deshalb einen herrlichen Aufenthalt -gewährte, unternommen werden solle. - -Otto, ein großer Freund des Waldes, jubelte, als er dies hörte, hochauf -vor Freude; Sigismund, der da meinte, es ginge noch dieselbe Stunde -fort, eilte sogleich nach seiner Botanisirtrommel, die ihm, sobald -er ins Freie ging, nie fehlen durfte, und Lischen hüpfte, um ihrer -Freude Ausdruck zu geben, auf einem Beine in der Stube umher, sodaß -die Mutter schließlich noch sagte, sie solle doch ihre Kräfte für die -bevorstehende Partie sparen. - - -133. An Dich. - -(Die Periode.) - -Wenn Du die Sprachbilder, welche eigens für Dich, um Dich in Deiner -Muttersprache zu unterrichten, geschrieben sind, mit rechter -Aufmerksamkeit durchgearbeitet hast; wenn Dir die Regeln, welche darin -veranschaulicht werden, recht zum Bewußtsein gekommen sind; wenn Du -namentlich im Auflösen der einzelnen Sätze eine gehörige Fertigkeit, -die allerdings nur durch Uebung erreicht wird, erlangtest; und wenn -Du schließlich, ohne zu ermüden, im Nachbilden des Gegebenen recht -fleißig warst: so wird und muß Dir jetzt Deine Muttersprache, dieses -theure Eigenthum, wie ein herrlicher Baum vorkommen, an dem kein -Blättchen umsonst gewachsen ist; so muß es Dir jetzt möglich sein, -die bewundernswerthen Geisteserzeugnisse unserer Dichter, wie sie -immer heißen mögen, genügend zu verstehen und infolge dessen muß -Deine Achtung vor diesen großen Männern, die mit der Feder in der Hand -Unsterbliches geschaffen haben, immer höher steigen. - -Wer sich schon als Kind befleißigt, jedes Wort rein zu sprechen; wer -es durch unermüdlichen Fleiß in der Schule dahin bringt, daß er seine -Gedanken in wohlgeordneter Weise mündlich auszudrücken vermag; wer mit -der Feder, diesem weltbewegenden Instrumente, in befriedigender Weise -umgehen lernt: der legt für sein Fortkommen im Weltverkehre, der solche -Kenntnisse und Fertigkeiten wohl zu schätzen weiß, einen guten Grund; -dem können sich dadurch sogar Gelegenheiten bieten, vortheilhafte -Lebensstellungen einzunehmen; dem wird man wenigstens immer mir einer -gewissen Achtung, die ja viel Werth hat, begegnen. - -Befähigten Dich Deine erlangten Sprachkenntnisse indeß später auch -nicht gerade zu einem Volksredner, die allerdings eine Rolle in der -Welt spielen; reichten Deine Errungenschaften auf dem Sprachgebiete -nicht hin, um als Schriftsteller, deren Loos freilich nicht immer -ein beneidenswerthes ist, aufzutreten; vermöchtest Du später Dein -sprachliches Wissen und Können, das Du mit vieler Mühe Dir angeeignet, -nur in einem ganz bescheidenen Berufskreise zu verwenden: immerhin -wirst Du nie bereuen, Dich von dem inneren Baue Deiner Muttersprache -gehörig unterrichtet zu haben, wirst vielmehr dankbar der Zeit -gedenken, da Du ihr inneres Wesen verstehen lerntest, und wirst Dich -gemüßigt finden, der Jugend, die Dich seiner Zeit umgibt, das Studium -der deutschen Sprache aufs dringlichste zu empfehlen. - -[Illustration] - - -Druck von +Otto Huschke+ in Nordhausen. - -*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK SPRACHBILDER NACH BESTIMMTEN -SPRACHREGELN *** - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the -United States without permission and without paying copyright -royalties. 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INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the -trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone -providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in -accordance with this agreement, and any volunteers associated with the -production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm -electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, -including legal fees, that arise directly or indirectly from any of -the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this -or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or -additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any -Defect you cause. - -Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm - -Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of -electronic works in formats readable by the widest variety of -computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. 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Information about the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation - -The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non-profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by -U.S. federal laws and your state's laws. - -The Foundation's business office is located at 809 North 1500 West, -Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up -to date contact information can be found at the Foundation's website -and official page at www.gutenberg.org/contact - -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without -widespread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine-readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. - -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. Compliance requirements are not uniform and it takes a -considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up -with these requirements. We do not solicit donations in locations -where we have not received written confirmation of compliance. To SEND -DONATIONS or determine the status of compliance for any particular -state visit www.gutenberg.org/donate - -While we cannot and do not solicit contributions from states where we -have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition -against accepting unsolicited donations from donors in such states who -approach us with offers to donate. - -International donations are gratefully accepted, but we cannot make -any statements concerning tax treatment of donations received from -outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. - -Please check the Project Gutenberg web pages for current donation -methods and addresses. Donations are accepted in a number of other -ways including checks, online payments and credit card donations. To -donate, please visit: www.gutenberg.org/donate - -Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works - -Professor Michael S. Hart was the originator of the Project -Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be -freely shared with anyone. For forty years, he produced and -distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of -volunteer support. - -Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed -editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in -the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not -necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper -edition. - -Most people start at our website which has the main PG search -facility: www.gutenberg.org - -This website includes information about Project Gutenberg-tm, -including how to make donations to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to -subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. diff --git a/old/69082-0.zip b/old/69082-0.zip Binary files differdeleted file mode 100644 index b66acf8..0000000 --- a/old/69082-0.zip +++ /dev/null diff --git a/old/69082-h.zip b/old/69082-h.zip Binary files differdeleted file mode 100644 index 8b0c4f3..0000000 --- a/old/69082-h.zip +++ /dev/null diff --git a/old/69082-h/69082-h.htm b/old/69082-h/69082-h.htm deleted file mode 100644 index ff42df6..0000000 --- a/old/69082-h/69082-h.htm +++ /dev/null @@ -1,17866 +0,0 @@ -<!DOCTYPE html> -<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" xml:lang="de" lang="de"> -<head> - <meta charset="UTF-8" /> - <title> - Sprachbilder nach bestimmten Sprachregeln, by Franz Wiedemann—A Project Gutenberg eBook - </title> - <link rel="icon" href="images/cover.jpg" type="image/x-cover" /> - <style> /* <![CDATA[ */ - -body { - margin-left: 10%; 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You may copy it, give it away or re-use it under the terms -of the Project Gutenberg License included with this eBook or online -at <a href="https://www.gutenberg.org">www.gutenberg.org</a>. 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Typographische -Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute -nicht mehr gebräuchliche Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original -unverändert.</p> - -<p class="p0">Umlaute in Großbuchstaben (Ä, Ö, Ü) werden als deren -Umschreibungen (Ae, Oe, Ue) wiedergegeben.</p> - -<p class="p0">Der Übersichtlichkeit halber wurden die -Inhaltsverzeichnisse der Teilbände an den Anfang des jeweiligen -Texts verschoben. <span class="x-ebookmaker-drop">Jeder Teilband -behält in der vorliegenden Bearbeitung seine ursprüngliche -Seitennummerierung.</span></p> - -<p class="p0 nohtml">Abhängig von der im jeweiligen Lesegerät -installierten Schriftart können die im Original <em -class="gesperrt">gesperrt</em> gedruckten Passagen gesperrt, in -serifenloser Schrift, oder aber sowohl serifenlos als auch gesperrt -erscheinen. Das Umschlagbild wurde vom Bearbeiter geschaffen. Ein -Urheberrecht wird nicht geltend gemacht. Das Bild darf von jedermann -unbeschränkt genutzt werden.</p> - -</div> - -<h1><span class="s4">Sprachbilder</span><br /> - -<span class="s7">nach</span><br /> - -<span class="s5">bestimmten Sprachregeln.</span></h1> - -<div class="figcenter illowe6" id="titel1_deko1"> - <img class="w100" src="images/titel1_deko1.jpg" alt="Dekoration" /> -</div> - -<p class="s3 center"><b>Ein einfaches und praktisches Hilfsbuch</b></p> - -<p class="s5 center">für den</p> - -<p class="s3 center">deutschen Sprachunterricht in der Volksschule.</p> - -<p class="s3 center"><b>Für Lehrer und Schüler</b></p> - -<p class="s5 center">gearbeitet von</p> - -<p class="s3a center">Franz Wiedemann,</p> - -<p class="s5 center">Oberlehrer an der vierten Bürgerschule in Dresden.</p> - -<div class="figcenter illowe8" id="titel1_deko2"> - <img class="w100" src="images/titel1_deko2.jpg" alt="Dekoration" /> -</div> - -<p class="s3 center"><b>Erster Theil.</b></p> - -<p class="s4 center"><b>Zweite Auflage.</b></p> - -<div class="figcenter illowe10" id="titel1_deko3"> - <img class="w100" src="images/titel1_deko3.jpg" alt="Dekoration" /> -</div> - -<p class="s4 center"><b>Leipzig,</b></p> - -<p class="s4 center">Alfred Oehmigke’s Verlag</p> - -<p class="s5 center">(Moritz Geißler).</p> - -<div class="chapter"> - -<h2 class="nobreak" id="Vorwort_zur_zweiten_Auflage">Vorwort zur zweiten Auflage.</h2> - -</div> - - -<p>Wenn ich auch meinen Sprachbildern, als sie ihre Reise in die -pädagogische Welt antraten, mit einem gewissen Vertrauen zu ihrer -praktischen und darum lebensfähigen Natur nachsah, durfte ich mich doch -<b>der</b> Hoffnung nicht hingeben, daß ich schon nach ca. einem Jahre -in der Lage sein würde, von dem <b>ersten</b> Theile eine <b>zweite -Auflage</b> folgen lassen zu müssen. Daß dies nun aber geschehen, sowie -der Umstand, daß diese meine Sprachbilder (I. und II. Theil) von dem</p> - -<div class="blockquot"> - -<p class="p0"><b>Hohen Königlichen sächsischen Ministerio des Cultus und -öffentlichen Unterrichts als zweckmäßig und praktisch anerkannt und -den Schulinspectoren im Königreich Sachsen zur Einführung in die -Schulen officiell empfohlen worden sind</b>,</p> -</div> - -<p class="p0">erfüllt mich mit ganz besonderer Freude!</p> - -<p>Es sei mir gestattet, hier noch einmal kurz die charakteristischen -Eigenschaften meines Werkchens niederzulegen:</p> - -<p>1) Es basirt auf der neuesten und jedenfalls für die Volksschule -zweckmäßigsten Methode, nach welcher der Sprachunterricht an Lesestücke -anzulehnen ist.</p> - -<p>2) Es belastet die Schüler nicht mit todtem Regelwerke.</p> - -<p>3) Es enthält auf allen Klassenstufen ein bestimmtes <b>Lehrziel</b>.</p> - -<p>4) Es zeichnet einen klaren, einfachen <b>Lehrgang</b> vor, der stricte -auf dem Grundsatze ruht: „Vom Einfachen zum Zusammengesetzten“.</p> - -<p>5) Es bietet eine reiche Auswahl von <b>Lehrstoff</b> (278 Artikel), -sodaß dem Lehrer viel Spielraum gelassen ist.</p> - -<p>6) Welche Lehrmethode ein Lehrer auch treibe oder triebe, unter allen -Umständen werden ihm diese Sprachbilder „<b>dienend</b>“ zur Seite -stehen.</p> - -<p>7) Der bei weitem größte Theil der betreffenden Artikel dürfte sich -ganz gut als Material zu stilischen Aufgaben eignen.</p> - -<p>Mögen diese „Eigenheiten“ meines Werkchens in immer weiteren Kreisen -gefunden und anerkannt werden. Wird mir dieser Wunsch erfüllt, dann -wird es sich sicher so lange immer weitere Bahnen brechen, bis Einer -kommt, der die Aufgabe, welche sich dieses Büchlein stellt, besser -löst, als ich es vermocht habe.</p> - -<p><em class="gesperrt">Dresden</em>, Ostern 1874.</p> - -<p class="s4 right mright2"><b>Franz Wiedemann.</b></p> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_i">[S. i]</span></p> - -<h2 class="nobreak" id="Ein_Wort_zu_den_Sprachbildern_an_die_Lehrer">Ein Wort -zu den Sprachbildern an die Lehrer.</h2> - -</div> - -<p>Zu den vielen bereits vorhandenen Sprachbüchern und Sprachbüchelchen -für die Hand des Lehrers und des Schülers der Volksschule — -wohlgemerkt, der <b>Volksschule</b> — bringe auch ich noch eins -herbei, aber ein anderes als die gewöhnlichen; wie ich vermeine, -ein originelles und — täusche ich mich nicht — ein <b>recht -praktisches</b>.</p> - -<p>Gewiß zu Nutz und Frommen der Volksschule, und darum mit vollem -Rechte, hat sich die größere Zahl der Volksschullehrer der Ansicht -zugewendet, daß man den Sprachunterricht nicht nach todtem Regelwerke, -nicht nach einer fast unabsehbaren Litanei von einander coordinirten -oder subordinirten Sprachgesetzen, sondern auf Grund eines -<em class="gesperrt">Lehrstückes</em>, als eines fertigen Sprachgebildes, treibe. Dasselbe -wird bekanntermaßen gelesen, dann zergliedert und bei dieser Operation -werden die Regeln des Satzbaues, sowie die Bedeutung und die Stellung -der Begriffs- und Formwörter entwickelt und gefunden.</p> - -<p>Ganz <em class="gesperrt">ohne Regeln</em> kommen wir natürlich bei dem Sprachunterrichte -nicht weg, denn auf das blose <em class="gesperrt">Sprachgefühl</em> können wir unsere -Volksschüler ebenso wenig verweisen, als uns auf dasselbe verlassen.</p> - -<p>Wo aber sind nun jene Lesestücke, an denen die wichtigsten Sprachregeln -entwickelt werden sollen, herzunehmen? — Natürlich nirgends andersher, -als aus den Lesebüchern, welche die Schüler in den Händen haben.</p> - -<p>Die allermeisten dieser Lesestücke, wie wir sie in den bekannten -zahlreichen Lesebüchern für Volksschulen finden, sind recht gut, -viele musterhaft und wahre Meisterstücke des Sprachbaues; keins<span class="pagenum" id="Seite_ii">[S. ii]</span> von -allen aber wurde wol in <b>der Absicht</b> und <b>zu dem Zwecke</b> -geschrieben, bestimmte Sprachregeln und Sprachgesetze darin zu -veranschaulichen. Sie alle wurden des <b>Stoffes</b> und höchstens der -<b>Darstellungsformen</b> (Schilderung, Beschreibung, Erzählung etc.) -<b>halber</b> geschaffen.</p> - -<p>Dieser Umstand aber wird für den Sprachlehrer zu einer <em class="gesperrt">Calamität</em> -und diese habe ich selbst eine Reihe von Jahren hindurch oft recht -bitter empfunden. Wie so? — Nun ja, der Sprachlehrer will z. B. -die verschiedenen Arten der Haupt-, Für- oder Zahlwörter, oder -die Steigerung der Eigenschaftswörter, oder deren Stellung zum -Hauptworte, oder die Bedeutung und Stellung der Umstandswörter, oder -die verschiedenen Arten und Naturen der Verhältniß- und Zahlwörter, -oder die mannichfachen Ergänzungen etc. etc. zur Anschauung und zur -Besprechung bringen; wo aber findet er nun ein Lesestück, das für -den vorliegenden Fall so recht geeignet ist, das die betreffende -Wortgattung, die betreffende Regel möglichst allseitig repräsentirt?</p> - -<p>Als ganz nebensächlich sei hier noch bemerkt, in welche Verlegenheit -man in dieser Hinsicht gerathen kann, wenn es, beispielsweise bei einer -öffentlichen Schulprüfung, einmal heißt: „Behandeln Sie die Umstände -des Orts (oder die Verhältnißwörter, welche den dritten Fall bedingen, -oder die Zahlwörter) auf Grund eines Lesestückes.“ Obgleich sich nun -jeder nur einigermaßen gewandte Sprachlehrer auch in diesem Falle <em class="gesperrt">zu -helfen wissen</em> und einem Fiasco entgehen wird, ist doch immerhin -dabei Holland mehr oder weniger in Nöthen, da sich eben ein für diesen -Fall geeignetes Lesestück schwer oder gar nicht auffinden läßt. Doch -das eben nur nebenbei.</p> - -<p>Diesem Mangel an geeigneten Lesestücken speciell für den Unterricht in -der deutschen Sprache wollte ich nun mit dem gegenwärtigen Büchlein -abhelfen. <b>Alle Stoffe und Materialien darin sind in allererster -Linie eigens für den Sprachunterricht bearbeitet.</b><span class="pagenum" id="Seite_iii">[S. iii]</span> Jeder einzelne -Artikel darin ist für einen bestimmten Sprachunterrichtszweck, für -eine ganz bestimmte Sprachregel geschrieben, wie die verschiedenen -Ueberschriften des Näheren lehren. Das Ganze ist also durchaus kein -Sammelwerk, sondern besteht aus lauter Originalartikeln. Ein Blick -hinein wird Dir sagen, daß sowohl für die Wörterklassen als auch -für den einfachen Satz des Stoffes hinreichend vorhanden ist. Und -wieder ein Blick in die einzelnen Artikel wird Dich überzeugen, wie -dieselben die betreffende Regel möglichst allseitig und erschöpfend -veranschaulichen. Haben Lehrer und Schüler dieses Buch in der Hand, -denke ich mir den Sprachunterricht für beide Theile als <b>eine -Lust</b>!</p> - -<p>Aber mit diesem Buche wollte ich auch noch einen andern Zweck -erreichen. Für das Bedürfniß der Volksschule erscheint es mir geboten, -den Schülern <b>recht, recht anschaulich</b> zu machen, wie sich ein -Satz aufbauen und erweitern läßt und wie jedes neu hinzutretende -Satzglied dem „Gedanken“ einen weiteren oder, nach Umständen, einen -engeren Spielraum anweist. Ich bin daher in der Classification -meiner Sprachstoffe für die Behandlung des einfachen Satzes vom -allereinfachsten Satze ausgegangen, habe <b>Schritt für Schritt</b> -eine neue, nähere Bestimmung hinzutreten lassen und so das Satzgebäude -nach und nach bis an die möglichsten Grenzen erweitert. Diese ganze Art -und Weise ist der Arbeit eines Maurers zu vergleichen, der eben auch -einen Stein und ein Steinchen nach dem andern an- und beisetzt, bis -endlich der Bau vollendet dasteht.</p> - -<p>Wenn irgend in einem Unterrichtsfache der Volksschule, müssen wir vor -allen Dingen im Sprachunterrichte dem alten Urgesetze alles Unterrichts -„<b>vom Einfachen zum Zusammengesetzten</b>“ treu bleiben, unbekümmert -um all die gelehrten und gekünstelten Unterrichtssysteme, welche -„studirte“ Sprachforscher oder pädagogische Methodenjäger aufgestellt -haben. Wir haben einmal gar <b>keine Zeit</b> und dann auch gar <b>kein -Publikum</b> dazu, um uns auf die <b>feineren</b><span class="pagenum" id="Seite_iv">[S. iv]</span> Beziehungen und -Deutungen in Bezug auf das reiche Material unseres Sprachschatzes -einlassen zu können. Unsern guten Volksschulkindern haben wir vor allen -Dingen einfache, aber feste und bestimmte Sprachgesetze zu geben. -Das „<em class="gesperrt">Höhere</em>“ und das „<em class="gesperrt">Tiefere</em>“ ist Sache derjenigen -Lehranstalten, welche über das Elementarschulwesen hinausliegen. -O und wir haben vollauf, <b>übervollauf</b> zu thun, um unsere -Volksschulkinder — und zu ihnen rechne ich getrost auch die Schüler -der sogenannten höheren Bürger- und Privatschulen — in diese blosen -Grundelemente der Sprache einzuführen. Wer diese Wahrheit vergißt oder -bestreitet und meint, man könne die Kinder auch als Kinder schon in -die „Kunst“ der Sprache einweihen, der kommt mir vor wie ein Maler, -der einem schlichten Landmanne das Verständniß der Schönheit der -Sixtinischen Madonna beibringen wollte.</p> - -<p>Das Hinausgehen über die Marksteine, die uns die Kindesnatur setzt, -wird in dem Sprachunterrichte zu einem Würgen und Quälen für Schüler -und Lehrer, was sich recht deutlich in den Stilübungen zeigt. Bei -diesen Arbeiten, will mich bedünken, wird überhaupt am allermeisten -gesündigt. Was wird da nicht selten schon von einem zehn-, zwölf-, -dreizehn-, vierzehnjährigen Knaben oder Mädchen verlangt! Aufsätze von -sechs, acht Seiten und noch länger. Und was für Themen oft! Themen, -deren Bearbeitung vielleicht dem Herrn Lehrer selbst, der doch erstens -die deutsche Sprache bereits zwanzig oder dreißig und mehr Jahre -gesprochen und geübt hat, während beispielsweise das dreizehnjährige -Kind dieselbe kaum erst <em class="gesperrt">sieben</em> Jahre mit Bewußtsein spricht; -der zweitens ein oder so und so viel Jahrzehnte älter und darum viel, -viel verstandesreifer ist als das Kind; der drittens an Anschauungen -und Erfahrungen dem Kinde weit, weit überlegen sein muß; der viertens -vier bis sechs Jahre eine höhere oder wol gar hohe Schule besucht; -der fünftens im Laufe der Jahre so und so viel Zeitungen, Broschüren, -Bücher und Werke gelesen und aus<span class="pagenum" id="Seite_v">[S. v]</span> ihnen Stoff gesammelt hat — -<b>einiges Kopfzerbrechen</b> gemacht hat. Die Hand aufs Herz, liebe -Freunde!</p> - -<p>Oder sollte Euch noch kein Lehrplan, namentlich der sogenannten -höheren Bürger- oder Privatschulen, vorgekommen sein, der das -Sprachziel (Grammatik und Stil) dermaßen hinaufschraubt, als ob auf den -Schulbänken Seminaristen oder gar Studenten säßen?</p> - -<p>Wie viel würde für die praktische sprachliche Ausbildung unserer -Volksschüler gewonnen werden, wenn man dieselbe Kraft und Mühe, die -man an die Erreichung jener überschwänglichen Ziele setzt, auf das -<b>wirklich Erreichbare</b> verwendete!</p> - -<p>Das Streben, auch in sprachlicher Hinsicht für die Volksschule -Fortschritte zu erzielen, ist höchst ehrenvoll und lobenswerth, -aber nur <em class="gesperrt">nicht zu viel verlangen</em> und zu viel erwarten! Die -Kindesnatur hat eben ihre Grenzen und ganz dieselben Grenzsteine werden -auch nach tausend Jahren noch stehen.</p> - -<p>Doch zurück zu meinem Büchlein!</p> - -<p>Am Schlusse desselben habe ich ganz kurz angedeutet, wie man etwa zu -verfahren hat, um die vorkommenden Sätze, namentlich die scheinbar sehr -verschlungenen, sprachlich aufzulösen. Mit Absicht aber habe ich alle -weitere Unterweisung über die Behandlung der einzelnen Sprachbilder -unterlassen. Und warum?</p> - -<div class="erklaerung"> - -<p class="p0">1) Jedes einzelne Sprachbild sagt ja ganz klar und deutlich, welches -Sprachobject darin vertreten, zu entwickeln und zu veranschaulichen -ist.</p> - -<p class="p0">2) Wer sich daher in einem solchen Artikel nicht <b>selbst</b> -zurecht fände und nicht selbst wüßte, auf welche Weise er das -darin vertretene Sprachobject zur Anschauung und zur sprachlichen -Verwerthung zu bringen habe, der möge sich getrost aus der Liste der -Sprachlehrer streichen lassen.</p> - -<p class="p0">3) Um eine solche Anweisung erschöpfend zu behandeln, hätte ich, da -doch jedes einzelne Sprachbild etwas Neues bietet, zu jedem derselben -einen Commentar schreiben müssen. Das aber hätte<span class="pagenum" id="Seite_vi">[S. vi]</span> ein dickes Buch -gegeben und wäre dann kein Buch für die Hand des Schülers mehr -gewesen.</p> - -<p class="p0">4) Dergleichen Unterweisungen, wie ein Lehrstück sprachlich zu -behandeln ist, existiren schon; ich erinnere nur an die „Praktische -Anweisung zum deutschen Sprachunterricht“ von A. Berthelt. — Wozu -sollte ich Bekanntes und Bewährtes wiederholen?</p> - -</div> - -<p>Mit Absicht habe ich auch keine <em class="gesperrt">Aufgaben</em> für Schüler beigegeben, -weil ich vermeine, daß der ebenfalls kein Lehrer der deutschen Sprache -sein kann, der nicht verstünde, auf Grund der gepflogenen Besprechung -eines solchen Lesestückes seinen Schülern irgend eine darauf bezügliche -Aufgabe für ihren Privatfleiß zu ertheilen.</p> - -<p>Nur bezüglich der Bildung der erweiterten einfachen Sätze folgt zum -Schlusse ein kleiner Wink.</p> - -<p>Daß der bei weitem größte Theil der vorliegenden Sprachbilder auch -Stilstoffe sein und werden können, dürfte sich leicht erkennen lassen.</p> - -<p>Wie Du nun, lieber College, mein Werkchen finden wirst, weiß ich nicht. -Nur um Eins bitte ich Dich: Fälle Dein Urtheil nicht auf Grund eines -blos <b>flüchtigen</b> Einblicks. Nein, willst Du über das Büchlein -zu Gericht sitzen, so kürze die Voruntersuchung nicht zu sehr ab. -Sieh Dir es <em class="gesperrt">genau an</em>, damit Dir ganz klar wird, <b>was</b> und -<b>wie</b> ich es will. Thust Du das, so hege ich die Hoffnung, daß -Du meine Arbeit <b>praktisch</b> erfinden und in dem Büchlein ein -Unterrichtsmittel entdecken wirst, das dem Lehrer und dem Schüler -die Arbeit <b>bequem</b> und <b>leicht</b> macht. Das aber — und -daraus ist ja kein Hehl zu machen — ist bei allen meinen kleinen -pädagogischen Schriften meine Hauptabsicht. Wäre sie auch bei dem -gegenwärtigen Büchlein erreicht, würde ich mich freuen und Du würdest -darob nicht böse sein.</p> - -<p>Zu dem Ende aber will ich nun noch als <b>Kritiker meiner selbst</b> -auftreten, um Dir die Mühe zu ersparen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_vii">[S. vii]</span></p> - -<div class="erklaerung"> - -<p>Nr. 1. „Der Stil ist in einzelnen wenigen Fällen nicht ganz fließend.“</p> - -</div> - -<p><b>Weiß wohl</b>, und ich hätte diesen Umstand leicht umgehen können, -wenn mir nicht in Bezug auf die Wahl der Worte und Redetheile die Hände -gebunden gewesen wären und gebunden sein <b>sollten</b>. Bei so aus -Gründen gefesselter Hand würde es vielleicht selbst einem „Meister von -der Feder“ nicht möglich gewesen sein, einen ganz vollendeten Stil -zu schaffen. Mit drei Farben läßt sich natürlich kein <em class="gesperrt">solches</em> -Gemälde erzeugen, wie es mit zehn Farben möglich wird.</p> - -<div class="erklaerung"> - -<p>Nr. 2. „Es ist in einigen allerdings nur seltenen Fällen die eiserne -Consequenz zu vermissen.“</p> - -</div> - -<p><b>Weiß wohl</b>, was damit gesagt sein soll. Es kommt nämlich in -einzelnen Fällen vor, daß ich irgend ein Formwörtchen mit in Anwendung -gebracht habe, was, streng genommen, noch nicht auftreten durfte. -Ich mußte indeß zu diesem Mittel greifen, wenn der Stil nicht hart -und eckig werden sollte. Dergleichen Nothfälle aber, die nur ganz -vereinzelt zu finden sind, können ja im Unterrichte mit leichter Mühe -ignorirt werden.</p> - -<div class="erklaerung"> - -<p>Nr. 3. „Die letzten Wiederholungsnummern der Sprachbilder erscheinen -fast schwülstig.“</p> - -</div> - -<p><b>Weiß wohl!</b> Sie sollen auch keineswegs Stilmuster sein, sondern -nur zeigen, wie sehr der einfache Satz ausgedehnt und erweitert werden -kann. Es sind <em class="gesperrt">diese</em> Sprachbilder gewissermaßen Knochen, an denen -sich die Geisteszähne der Schüler schärfen sollen. So verschlungen -auch ein solcher Satz für den ersten Augenblick erscheint, ist -er doch immerhin nur ein einfacher, und es ist nicht allzuschwer -für den Schüler, nachdem er alles Vorhergegangene begriffen, das -„<b>Gerippe</b>“ herauszuschälen und dasselbe nun selbst wieder mit dem -<em class="gesperrt">gegebenen</em> Fleische und Blute nach und nach zu bekleiden.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_viii">[S. viii]</span></p> - -<p>Der <b>zweite Theil</b> dieses Werkchens, welcher, so Gott will, -nächste Ostern nachfolgen soll, wird den <b>zusammengezogenen</b>, den -<b>zusammengesetzten</b> und den <b>gefügten Satz</b> in ähnlicher -Weise behandeln, wie im ersten Theile der erweiterte einfache Satz -behandelt wurde.</p> - -<p>Hast Du dann, lieber College, wenn Deine Schüler vierzehn Jahre zählen, -auch diesen zweiten Theil mit ihnen durchgearbeitet, kannst Du sie -getrost aus der Volksschule entlassen. Sie haben dann jedenfalls einen -guten Grund gelegt, selbst auch für den Fall, daß der eine oder der -andere sich einen Beruf erwählte, welcher noch ein eigentliches Studium -der deutschen Sprache erheischte.</p> - -<p>Zum Schlusse nur noch ein Wort über die <b>Einführung</b> dieser -Sprachbilder. Es liegt im Wesen dieses Sprachbüchelchens, daß es -jeder Schüler selbst zur Hand und vor Augen habe, also selbst -besitze. Obgleich nun der Preis desselben auf das niedrigste gestellt -ist, dürfte doch der oder jener College das Bedenken erheben, daß -<em class="gesperrt">seine</em> Schüler nicht im Stande sein würden, es sich anzuschaffen. -Dieses Bedenken mag in vielen Fällen wohlbegründet sein. Ich meine -indeß, da, wo die Eltern gehalten sind, ihren Kindern ein Spruchbuch -oder einen Katechismus, ein Gesangbuch, eine Bibel und wol gar ein -Lehrbuch der französischen und der englischen Sprache zu beschaffen, -müßte doch wol auch die Einführung eines deutschen Sprachbuches zu -erzielen sein. Oder sollte die schöne, theure <b>Muttersprache</b> vom -Elternhause dieses kleinen Opfers nicht für werth erachtet werden? Wäre -das, dann wäre es an uns, den betreffenden Vätern und Müttern klar zu -legen, welch hohen Werth eine gute sprachliche Bildung für ihr Kind -habe.</p> - -<p>Nun, so nimm es denn hin, lieber College, dieses kleine Werkchen, mit -dem ich — ich wiederhole es — Dir und Deinen Schülern wieder eine -Arbeit <b>leicht</b> und <b>bequem</b> machen wollte. Möge diese meine -Arbeit, die keine leichte war und ist, von Segen für die liebe lernende -Kinderwelt begleitet sein!</p> - -<p class="s4 right mright2"><b>Franz Wiedemann.</b></p> - -<div class="chapter"> - -<h2 class="nobreak" id="Inhalts-Verzeichniss_Teil_1">Inhalts-Verzeichniß.</h2> - -</div> - -<table class="inhalt"> - <tr> - <td class="s3" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#A_Die_Wortarten"><span class="antiqua">A</span>. Die Wortarten.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Wortarten_Hauptwoerter">Hauptwörter.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop1"> -   - </td> - <td class="padtop1"> - <div class="center">Sprachobjecte.</div> - </td> - <td class="padtop1"> - <div class="center">Sprachbilder.</div> - </td> - <td class="padtop1"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s5"> - <div class="center">Nr.</div> - </td> - <td class="s5"> -   - </td> - <td class="s5"> -   - </td> - <td class="s5"> - <div class="center">Seite</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">  <a href="#Wortarten_Haupwoerter_1">1.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Menschen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Auf der Dresdner Brücke</div> - </td> - <td> - <div class="center">  1</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">  <a href="#Wortarten_Haupwoerter_2">2.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Thiere.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Beim Onkel auf dem Lande</div> - </td> - <td> - <div class="center">  2</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">  <a href="#Wortarten_Haupwoerter_3">3.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Thiere des Waldes.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Im Walde</div> - </td> - <td> - <div class="center">  3</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">  <a href="#Wortarten_Haupwoerter_4">4.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Sachen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Jahrmarkt</div> - </td> - <td> - <div class="center">  4</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">  <a href="#Wortarten_Haupwoerter_5">5.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Stoffnamen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Wißbegierige</div> - </td> - <td> - <div class="center">  5</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">  <a href="#Wortarten_Haupwoerter_6">6.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Mengenamen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Festung im Kriege</div> - </td> - <td> - <div class="center">  7</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">  <a href="#Wortarten_Haupwoerter_7">7.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Eigennamen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Schulexamen</div> - </td> - <td> - <div class="center">  8</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">  <a href="#Wortarten_Haupwoerter_8">8.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Gedankendinge.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Zweierlei Schüler</div> - </td> - <td> - <div class="center">  9</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">  <a href="#Wortarten_Haupwoerter_9">9.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein- und Mehrzahl.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Freund Apfelbaum</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 10</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Haupwoerter_10">10.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ohne Mehrzahl.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Getäuschte Hoffnungen</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 11</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Haupwoerter_11">11.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Doppelhauptwörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Gastfreundschaft</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 12</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Haupwoerter_12">12.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Nichthauptw. zu Hauptw. erhoben.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine musterhafte Schülerin</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 13</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Haupwoerter_13">13.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung der Hauptwörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Belohnter Gehorsam</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 14</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Eigenschaftswoerter">Eigenschaftswörter.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Eigenschaftswoerter_14">14.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Formen und Gestalten.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Formen der Pflanzenwelt</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 16</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Eigenschaftswoerter_15">15.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Abstracte Eigenschaftswörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Frühling</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 17</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Eigenschaftswoerter_16">16.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Zusammengesetzte Eigenschaftsw.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Geizhals</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 17</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Eigenschaftswoerter_17">17.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Eigenschaftsw. vor d. Hauptw.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der wohlthätige Bettler</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 18</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Eigenschaftswoerter_18">18.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Steigerung des Eigenschaftswortwortes.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Gewitter</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 20</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Eigenschaftswoerter_19">19.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Eigenschaftswört. ohne Steigerung.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Begräbniß</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 21</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Eigenschaftswoerter_20">20.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Declination d. Eigensch. ohne Art.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die beste Apotheke</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 22</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Eigenschaftswoerter_21">21.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung der Eigenschaftsw.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ehrlichkeit</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 24</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Wortarten_Der_Artikel">Der Artikel.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Artikel_22">22.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der bestimmte.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Abend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 25</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Artikel_23">23.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der unbestimmte.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Dachs</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 26</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Artikel_24">24.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Bestimmter u. unbestimmter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Liederliche</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 27</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Artikel_25">25.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Desgleichen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Frühlingsmorgen</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 27</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Artikel_26">26.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Declination der Artikel.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ehre dem Tapfern</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 28</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Artikel_27">27.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Desgleichen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Rettung</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 29</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Artikel_28">28.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Mißgunst</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 30</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Wortarten_Das_Zahlwort">Das Zahlwort.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zahlwort_29">29.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Bestimmte Zahlwörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Würfel</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 31</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zahlwort_30">30.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ordnungszahlen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ordnung</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 32</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zahlwort_31">31.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das unbestimmte Zahlwort.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Christbescheerung</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 33</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zahlwort_32">32.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Zahlwörter zu Hauptw. erhoben.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Feuersbrunst</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 34</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zahlwort_33">33.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Biegung des Zahlwortes.</div> - </td> - <td> - <div class="left">In der Strafanstalt</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 35</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zahlwort_34">34.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung des Zahlwortes.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Im Kriege</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 36</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Wortarten_Das_Fuerwort">Das Fürwort.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Fuerwort_35">35.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Persönliche Fürwörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Brief</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 36</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Fuerwort_36">36.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Besitz anzeigende Fürwörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Schönheit bringt Gefahr</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 37</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Fuerwort_37">37.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Bezügliche Fürwörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Natur</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 38</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Fuerwort_38">38.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Hinweisende Fürwörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Aberglaube</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 39</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Fuerwort_39">39.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Fragende Fürwörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Räthselfragen</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 40</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Fuerwort_40">40.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Unbestimmte Fürwörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine schreckliche Zeit</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 41</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Fuerwort_41">41.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung der Fürwörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Brief</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 41</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Wortarten_Das_Zeitwort">Das Zeitwort.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zeitwort_42">42.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Bezügliche Zeitwörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Auf dem Lande</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 42</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zeitwort_43">43.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Unbezügliche Zeitwörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Nach der Schlacht</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 44</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zeitwort_44">44.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Bezüg. u. unbezüg. gebr. Zeitw.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Arbeitsstunde</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 44</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zeitwort_45">45.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Unpersönliche Zeitwörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Angstnacht</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 46</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zeitwort_46">46.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Abwandlung d. Zeitw. n. d. Pers.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Auf dem Spielplatze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 47</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zeitwort_47">47.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Abwandlung d. Zeitw. n. d. Zeit.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Feriengespräch</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 49</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zeitwort_48">48.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Aussageweise.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Aus einem Tagebuche</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 50</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zeitwort_49">49.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Mittelwort der Gegenwart.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Sommertag</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 52</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zeitwort_50">50.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left"> „  <span class="mleft2">„</span><span class="mleft2">  „</span>  Vergangenheit.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Unter dem Kreuze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 52</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zeitwort_51">51.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left"> „  <span class="mleft2">„</span><span class="mleft2">  „</span>  Zukunft.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Stück Kriegsarbeit</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 53</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zeitwort_52">52.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Leideform.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Brod</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 54</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zeitwort_53">53.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung d. Formen d. Zeitw.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Berufswahl</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 55</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Zeitwort_54">54.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Hilfszeitwort.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Zwist</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 57</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Wortarten_Die_Umstandswoerter">Die Umstandswörter.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Umstandswoerter_55">55.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Umstandswörter des Ortes.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Verirrten</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 58</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Umstandswoerter_56">56.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left"><span class="mleft3">„</span><span class="mleft3"> der</span> Zeit.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Brief</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 59</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Umstandswoerter_57">57.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Desgleichen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der tolle Reiter</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 60</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Umstandswoerter_58">58.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Umstandswörter der Weise.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Am Bache</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 61</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Umstandswoerter_59">59.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left"><span class="mleft3">„</span><span class="mleft3">  „</span>  Stärke.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Geizhals</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 62</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Umstandswoerter_60">60.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left"><span class="mleft3">„</span><span class="mleft3">  „</span>  Aussagew.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Landbewohner</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 63</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Umstandswoerter_61">61.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left"><span class="mleft3">„</span><span class="mleft3">  „</span>  Frage.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Staare</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 64</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Umstandswoerter_62">62.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung d. Umstandswörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Wanderschaft</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 66</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Wortarten_Das_Verhaeltnisswort">Das Verhältnißwort.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Verhaeltnisswort_63">63.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Verhältnißwörter des Ortes.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Vaterhaus</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 67</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Verhaeltnisswort_64">64.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left"><span class="mleft3">„</span><span class="mleft3"> der</span> Zeit.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Vor Paris</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 69</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Verhaeltnisswort_65">65.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left"><span class="mleft3">„</span><span class="mleft3"> „</span>  Weise.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Rückkehr der Helden</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 69</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Verhaeltnisswort_66">66.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left"><span class="mleft3">„</span><span class="mleft3"> des</span>  Grundes.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Joachim</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 70</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Verhaeltnisswort_67">67.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung der Verhältnißw.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Mühle</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 71</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Wortarten_Das_Bindewort">Das Bindewort.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Bindewort_68">68.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Zusammenstellende Bindewörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ungleiche Brüder</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 72</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Bindewort_69">69.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Entgegenstellende <span class="mleft2"> „</span></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die goldene Freiheit</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 74</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Bindewort_70">70.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Begründende <span class="mleft4"> „</span></div> - </td> - <td> - <div class="left">Amerika</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 75</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Bindewort_71">71.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung der <span class="mleft2"> „</span></div> - </td> - <td> - <div class="left">Treue Freundschaft</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 77</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Wortarten_Das_Empfindungswort">Das Empfindungswort.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Wortarten_Empfindungswort_72">72.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Empfindungswörter.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Spaziergang</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 78</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s3 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#B_Satzlehre"><span class="antiqua">B.</span> Satzlehre.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_73">73.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Alle Satzarten.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Gewitter</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 80</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_74">74.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Desgleichen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ursache und Folge</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 80</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Der_einfache_Satz"><span class="antiqua">A.</span> Der reine einfache Satz.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_75">75.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Was das Subject sein kann.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Pferd</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 81</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_76">76.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Was das Prädicat sein kann.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Gott</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 82</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_77">77.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Desgleichen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Rose</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 82</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Der_erweiterte_einfache_Satz"><span class="antiqua">A.</span> Der erweiterte einfache Satz.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_A"><span class="antiqua">a</span>) Erweiterung des Subjects.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_A_78">78.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Beifügung vor dem Subject.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Das kranke Kind</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 82</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_A_79">79.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">„</span><span class="mleft1">  nach</span>  „<span class="mleft2">„</span></div> - </td> - <td> - <div class="left">Berlin</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 84</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_A_80">80.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Beifügung ein Zeitwort in reiner Form.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Peter</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 84</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_A_81">81.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Beifüg. vor und nach dem Subj.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Weihnacht</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 85</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_A_82">82.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Zwei Beifüg. vor dem Subj.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Zigeunerkinder</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 86</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_A_83">83.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Doppelbeifüg. nach d. Subj.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Grab der Mutter</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 87</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_A_84">84.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Zwei Doppelbeif. nach d. Subj.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Dämmerung</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 88</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_A_85">85.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Alle Arten einfacher Beifügungen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Schneemann</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 89</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_A_86">86.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Alle möglichen Beifüg. vor und nach dem Subject.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der junge Storch</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 89</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_B"><span class="antiqua">b)</span> Erweiterung des Prädicats.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_B_87">87.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Präd. ein Hauptw. m. Beif.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Wilhelm</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 91</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_B_88">88.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">  „   „    „ <span class="mleft1">  „</span><span class="mleft1">  - mit</span> mehreren Beifügungen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Affe</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 91</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Einfacher_Satz_B_89">89.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Alle mögl. Erw. d. Subj. u. Präd.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Hochmuth</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 92</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen">Ergänzungen.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_1">1) Des Zeitwortes.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache"><span class="antiqua">a</span>) Einfache Ergänzungen.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_90">90.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Im ersten Falle.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Schmetterling</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 93</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_91">91.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Im zweiten Falle.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ohne Glauben</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 93</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_92">92.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left"> „ dritten  „</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der echte Christ</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 93</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_93">93.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left"> „ vierten „</div> - </td> - <td> - <div class="left">Jakob</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 94</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_94">94.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Rückbezügliche Zeitwörter. Vierter Fall.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Lügner</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 95</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_95">95.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Alle vier Fälle.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Verschwender</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 95</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_96">96.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ergänzung durch Hauptwörter mit Verhältnißwörtern.</div> - </td> - <td> - <div class="left">König und Volk</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 96</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_97">97.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Ergänzung ein Zeitwort in reiner Form..</div> - </td> - <td> - <div class="left">Im Sturme</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 97</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_98">98.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Einfache Ergänzung. Alle vier Fälle.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Wahrheit</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 97</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"> <a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_99">99.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung aller Ergänzungen mit Verhältnißwörtern.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Eisenbahn</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 97</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_100">100.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Hauptwiederholung.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Geburtstag</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 98</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte"><span class="antiqua">b</span>) Doppelte Ergänzung.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_101">101.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Vierter und zweiter Fall.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Thierquäler</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 99</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_102">102.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Vierter und dritter Fall.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Oskar</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 99</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_103">103.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Vierter und zweiter Fall.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Verirrung</div> - </td> - <td> - <div class="center">100</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_104">104.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Vierter und vierter Fall.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Bestrafte Eitelkeit</div> - </td> - <td> - <div class="center">100</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_105">105.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Dritter und vierter Fall.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Großmuth</div> - </td> - <td> - <div class="center">101</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_106">106.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung der Doppelergänz.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Geiz</div> - </td> - <td> - <div class="center">102</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_107">107.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Fortsetzung.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Michel</div> - </td> - <td> - <div class="center">102</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_108">108.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Alle Beifügungen und Ergänzungen. Hauptwiederholung.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Jubelfeier</div> - </td> - <td> - <div class="center">103</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2">2) Des Eigenschaftswortes.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_109">109.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Im zweiten Fall.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Judas</div> - </td> - <td> - <div class="center">104</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_110">110.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Im dritten Fall.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Strenge Zucht</div> - </td> - <td> - <div class="center">105</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_111">111.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Im vierten Fall.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die alte Linde</div> - </td> - <td> - <div class="center">106</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_112">112.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Durch ein Verhältnißwort.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Knochen</div> - </td> - <td> - <div class="center">106</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_113">113.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Löwenbändiger</div> - </td> - <td> - <div class="center">107</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_2_114">114.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Hauptwiederh. Beif. Ergänzung.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Dieb</div> - </td> - <td> - <div class="center">108</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Der_Umstand_des_Ortes">Der Umstand des Ortes.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Ort_115">115.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wo? Umstands- u. Verhältnißw.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Stätte der Armuth</div> - </td> - <td> - <div class="center">109</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Ort_116">116.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wohin? „<span class="mleft2"> „</span><span class="mleft2">  „</span></div> - </td> - <td> - <div class="left">Sturax</div> - </td> - <td> - <div class="center">110</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Ort_117">117.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Woher? „<span class="mleft2"> „</span><span class="mleft2">  „</span></div> - </td> - <td> - <div class="left">Treibjagd</div> - </td> - <td> - <div class="center">111</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Ort_118">118.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung. Wo? Wohin? Woher?</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Elbe</div> - </td> - <td> - <div class="center">111</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Ort_119">119.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Fortsetzung.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Luft</div> - </td> - <td> - <div class="center">112</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Ort_120">120.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Hauptwiederh. Subj. Prädic. Ergänz. Ortsbest.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die neue Gutsherrschaft</div> - </td> - <td> - <div class="center">113</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Der_Umstand_der_Zeit">Der Umstand der Zeit.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Zeit_121">121.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wann? (Umstands- und Verhältnißwörter.)</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Brief</div> - </td> - <td> - <div class="center">114</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Zeit_122">122.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wie lange? Seit wann? (Umstands- u. Verhältnißw.)</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Gemsjäger</div> - </td> - <td> - <div class="center">115</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Zeit_123">123.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wie oft? (Umstands- und Verhältnißw.)</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein alter Krieger</div> - </td> - <td> - <div class="center">116</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Zeit_124">124.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Moses</div> - </td> - <td> - <div class="center">117</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Zeit_125">125.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Hauptwiederholung. Ergänzung. Ort. Zeit.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Jäger und Müller</div> - </td> - <td> - <div class="center">118</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Der_Umstand_der_Weise">Der Umstand der Weise.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Weise_126">126.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Alle Fälle.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Mißgeschick</div> - </td> - <td> - <div class="center">120</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Weise_127">127.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Desgleichen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Stier</div> - </td> - <td> - <div class="center">121</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Weise_128">128.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Hauptw. Beif. Zeit. Ort. Weise. Erg.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Schulprüfung</div> - </td> - <td> - <div class="center">122</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Der_Umstand_des_Grundes">Der Umstand des Grundes.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_129">129.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ursache oder Sachgrund.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Unverstand</div> - </td> - <td> - <div class="center">124</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_130">130.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Beweggrund.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Lohn der Wißbegierde</div> - </td> - <td> - <div class="center">124</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_131">131.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Erkenntnißgrund.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der tolle Hund</div> - </td> - <td> - <div class="center">125</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_132">132.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Zweck und Stoff.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Jahrmarktsgeschenke</div> - </td> - <td> - <div class="center">125</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_133">133.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Heuchler</div> - </td> - <td> - <div class="center">126</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_134">134.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiederholung.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Wagehals</div> - </td> - <td> - <div class="center">126</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_135">135.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Hauptw. Beifüg. Zeit. Ort. Weise. Grund. Ergänz.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Bombardement</div> - </td> - <td> - <div class="center">127</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_136">136.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Hauptw. Beif. Ergänz. Zeit. Ort. Weise. Grund. Stoff.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Zu Weihnacht</div> - </td> - <td> - <div class="center">129</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_137">137.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Hauptw. Beif. Erg. Zeit. Ort. Weise. Grund. Zahl. Stoff.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein trauriges Ende</div> - </td> - <td> - <div class="center">131</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_138">138.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Hauptw. Beif. Ergänz. Zeit. Ort. Weise. Grund. Zahl. Stoff.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Luxus</div> - </td> - <td> - <div class="center">131</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Die_Aussageweise">Die Aussageweise.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Aussageweise_139">139.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Wirklich. Möglich. Nothwendig.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Mensch</div> - </td> - <td> - <div class="center">133</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Wortfolge">Wortfolge.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Wortfolge_140">140.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Gerade, umgekehrte.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Rose</div> - </td> - <td> - <div class="center">134</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Wortfolge_141">141.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Desgleichen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Wiegenbau</div> - </td> - <td> - <div class="center">134</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Wortfolge_142">Vom einfachsten bis zum erweitertsten einfachen Satze.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Wortfolge_142">142.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Hauptwiederholung.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Verschiedene Sätze</div> - </td> - <td> - <div class="center">135</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Wortfolge_143">Fragen nach den einzelnen Satztheilen.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Satzlehre_Ergaenzungen_Wortfolge_143">143.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Uebersicht.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Fragen nach den Satztheilen</div> - </td> - <td> - <div class="center">142</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Ein_moeglichst_erweiterter_einfacher_Satz">144.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Praktische Anwendung dies. Frag.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Für die Friedenszeit</div> - </td> - <td> - <div class="center">143</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#Anhang">Anhang.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center"><a href="#Anhang">145.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Bilde Sätze auf folgende Fragen.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Art von Aufgaben</div> - </td> - <td> - <div class="center">149</div> - </td> - </tr> -</table> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_1">[S. 1]</span></p> - -<h2 class="nobreak" id="A_Die_Wortarten"><b><span class="antiqua">A.</span> Die -Wortarten.</b></h2> - -</div> - -<h3 id="Wortarten_Hauptwoerter">Hauptwörter.</h3> - -<h4 id="Wortarten_Haupwoerter_1"><b>1. Auf der Dresdner Brücke.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Menschen.)</p> - -<p><em class="gesperrt">Otto</em> war zum ersten Male in der Residenzstadt Dresden gewesen. -Als er wieder nach Hause kam, saßen <em class="gesperrt">Vater</em> und <em class="gesperrt">Mutter</em> und -seine <em class="gesperrt">Geschwister</em>, <em class="gesperrt">Emil</em>, <em class="gesperrt">Bertha</em> und <em class="gesperrt">Louise</em>, -eben beim Abendbrode. Da mußte denn nun der kleine <em class="gesperrt">Reisende</em> -sogleich erzählen, was er alles gesehen habe.</p> - -<p>„Ganz besondere Freude“, erzählte Otto unter Anderem, „hat <em class="gesperrt">mir</em> -ein Gang über die große, alte Elbbrücke gemacht. Nein, was man da -doch binnen weniger Minuten für eine Menge Menschen sieht! Hier -rasselt ein schöner, herrschaftlicher Wagen dahin, einen Kutscher -und einen Bedienten auf dem Bocke. Darin sitzt ein feiner Herr oder -auch eine vornehme Dame, zuweilen auch nur eine Kinderfrau oder eine -Amme mit den Kindern eines Grafen oder eines Barons. Dort zieht eine -Bauerfrau mit ihrer Tochter oder Magd einen Milchwagen. Hier knallt -ein Droschkenkutscher auf seinen müden Gaul; dort bläst ein Postillon -in sein Horn. Botenfrauen, Köchinnen, Dienstmänner und Dienstmädchen -schleppen schwere Körbe und Paquete auf ihren Schultern dahin. -Briefboten und Polizeidiener eilen hinüber und herüber. Greise<span class="pagenum" id="Seite_2">[S. 2]</span> und -Kinder, Männer und Frauen, Fremde und Einheimische, reiche Leute und -Bettler ziehen in buntem Gemisch dahin. Besonders viel Soldaten sind -mir begegnet. Ich sah Generäle, Hauptleute, Feldwebel, Tamboure, -Signalisten und Fahnenträger. Auch Schützen, Jäger, Grenadiere, -Gardisten, Ulanen und Dragoner gingen an mir vorüber. Sogar der König -mit der ältesten Prinzessin kam gefahren. Ein Vorreiter bahnte ihm den -Weg und zwei Lakaien standen hinten auf seinem Wagen. Natürlich zogen -alle Leute, vom reichsten Kaufmanne bis zum ärmsten Schusterjungen -herab, die Hüte und Mützen, als der Landesvater vorüberfuhr.</p> - -<p>Gewiß waren es an fünfhundert Personen, die ich auf diesem einzigen -Gange über die Brücke gesehen habe.“</p> - -<h4 id="Wortarten_Haupwoerter_2"><b>2. Beim Onkel auf dem Lande.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Thiere.)</p> - -<p>Robert war einen Tag auf dem Lande gewesen. Er hatte seinen Onkel -besucht, der eine große Oekonomie besaß.</p> - -<p>Als Robert am Abende nach Hause kam, sagte er zu seinen Geschwistern: -„Heute habe ich aber so viel verschiedene <em class="gesperrt">Thiere</em> gesehen, wie -noch nie.“</p> - -<p>„Nun, so erzähle uns doch“, baten die Geschwister, „was Du für Thiere -gesehen hast.“</p> - -<p>„Als ich an des Onkels Haus kam“, begann hierauf Robert, „bellten mich -ein schwarzer <em class="gesperrt">Pudel</em> und ein <em class="gesperrt">Affenpinscher</em> an. In dem -Hausflur kauerte eine graue Katze und verzehrte eben eine Maus, die -fast so groß war, wie eine Ratte. Ich trat in die Stube ein. Hier saß -ein Rothkehlchen auf dem Spiegelrahmen und verspeiste eine Fliege. Am -Fenster hing ein großer Käfig, in welchem ein Zeisig, ein Stieglitz -und ein Canarienvogel auf- und abhüpften. Unter dem Ofen spielte ein -Meerschweinchen mit einem jungen Hunde.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_3">[S. 3]</span></p> - -<p>Aber nun erst auf dem Hofe! Hier führte ein Hahn seine Hühner -spazieren. Dort lockte eine alte Henne ihre Küchlein herbei, weil sie -ein Würmchen gefunden hatte. Vor der Scheune stolzirte ein Pfau auf -und ab. Ein schwarzer Truthahn zankte sich mit einem alten Gänseriche -um ein Stückchen Brodrinde. Ein ganzes Heer Enten und Gänse watschelte -zum Thore hinaus, dem nahen Teiche zu, wahrscheinlich, um dort Frösche, -Eidechsen und kleine Fische zu fangen. Auf den Dächern zwitscherten -Schwalben und Sperlinge um das Nest eines Storches. Nicht weit davon -saßen eine Menge Tauben und spähten ängstlich in die Luft hinaus, ob -sich etwa ein Falke oder Stößer oder ein andrer Raubvogel sehen lasse. -Vor der Elster, die im Hofe umherhüpfte, schienen sie sich nicht zu -fürchten.</p> - -<p>Sogar im Wassertroge gab es Thiere. Hier schwammen Karpfen, Hechte, -Aale und Schleien und auf dem Grunde krochen Krebse.</p> - -<p>Im Pferdestalle standen zwei Schimmel, ein Fuchs und ein Rappe. Unter -ihnen herum hüpften weiße und schwarze Kaninchen. Der Esel war nicht zu -Hause, sondern in der Mühle.</p> - -<p>Besondere Freude machte mir der Kuhstall. Hier brummte mich ein großer -Ochse ganz mürrisch an. Gegen zwanzig Kühe fraßen eben ihr Heu. -Zwischen ihnen lagen einige Kälber. Neben der Thür meckerten zwei -Ziegenböcke und aus einem Winkel hervor grunzte ein altes Schwein mit -sieben Ferkeln.</p> - -<p>Alle diese Thiere sah ich an einem Tage und sie haben mir sehr viel -Vergnügen bereitet.“</p> - -<h4 id="Wortarten_Haupwoerter_3"><b>3. Im Walde.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Thiere des Waldes.)</p> - -<p>Welch ein fröhliches Leben ist doch im Frühlinge unter den -<em class="gesperrt">Thieren</em> des Waldes! Tausende von <em class="gesperrt">Würmern</em> und -<em class="gesperrt">Käfern</em> kriechen unter dem Moose hervor. Große und kleine<span class="pagenum" id="Seite_4">[S. 4]</span> -<em class="gesperrt">Ameisen</em> laufen an den Baumstämmen hinauf. Bunte Schmetterlinge -flattern von einem Haideblümchen zum andern. Die Eidechsen, -Blindschleichen und Ottern erwachen und schlüpfen auf dem Boden dahin. -In dem Gebüsche ertönen die Lieder der Nachtigall, Grasmücke, Meise -und des Rothkehlchens. Auf den Gipfeln der Fichten und Tannen schlägt -der Finke, pfeifen Amsel und Drossel, girrt die wilde Taube. Mitten -hindurch ruft der Kukuk seinen Namen in die Welt hinein.</p> - -<p>Hier hüpft ein Häslein schnell vorüber, weil es einen Fuchs wittert. -Dort nagt ein Reh an einer jungen Birke. Zuweilen tritt auch wol ein -Hirsch aus dem Dickicht hervor.</p> - -<p>Ueber dem Waldbächlein spielen die Mücken und schweben die glänzenden -Libellen. Blickt man in die klaren Wellen hinein, sieht man Schmerlen -und Forellen in lustigem Tanze. An dem feuchten Ufer kriecht hier und -da eine Schnecke und an dem Erlengebüsche blitzen goldene Laubkäfer im -Sonnenscheine.</p> - -<p>Was für ein Leben mag nun erst in den Wäldern der heißen Länder sein, -wo die Löwen, Tiger, Panther und Leoparden brüllen, die Elephanten auf -den Lichtungen grasen, Paviane, Schimpansen, Brüllaffen, Uistitis und -Meerkatzen auf den schlanken Palmen sich wiegen, Papageien und Kakadus -kreischen und riesige Schlangen auf Beute lauern.</p> - -<h4 id="Wortarten_Haupwoerter_4"><b>4. Der Jahrmarkt.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Sachen.)</p> - -<p>Welch ein buntes Leben ist doch auf einem Jahrmarkte! Man hat -nicht <em class="gesperrt">Augen</em> genug, um all die Dinge, die hier zum Verkaufe -ausgestellt sind, zu sehen. Links und rechts auf den <em class="gesperrt">Straßen</em> und -<em class="gesperrt">Plätzen</em> stehen lange <em class="gesperrt">Reihen</em> von Buden und Tischen. In der -einen dieser kleinen Kaufhallen erblickt man z. B. Blechwaaren. Da gibt -es Löffel, Reibeisen, Gießkannen, Lampen, Kohlenkästen und Leuchter. In -einer andern<span class="pagenum" id="Seite_5">[S. 5]</span> sind Glasgegenstände ausgestellt. Da sieht man Gläser, -Flaschen, Teller, Tintenfäßchen, Leuchter, Vasen und Perlen.</p> - -<p>Hier steht eine Bude mit Drechslerarbeiten, als: Spazierstöcke, -Tabakspfeifen, Zwirnweifen, Ellen, Zollstäbe, Dosen, Knöpfe u. dergl. -An einem langen Tische verkauft ein Mann Streichhölzchen, Schwamm, -Räucherkerzchen, Fleckseife, Putzpulver und Wetzsteine. In einem -Hausflur hängen fertige Röcke mit Sammetkragen und blanken Knöpfen, -Westen mit Schnüren, Hosen mit Borte, Ueberzieher, Hüte und Mützen.</p> - -<p>Dort an der Straßenecke ruft ein Mann: „Kauft Tücher, Bänder, Spitzen, -Cravatten und Handschuhe!“ Dicht neben dem Brunnen auf dem Markte -befindet sich eine große Bude mit Galanteriewaaren. Da gibt es -Geldbörsen, Broschen, Uhrketten, Tuchnadeln, Puppen, Porzellanköpfe, -Taschenspiegel, Fingerhüte, Nadelbüchsen, Bleistifte, Schiefertafeln, -Gummibälle u. s. w.</p> - -<p>Und welche Menge von Gegenständen hat nun erst die Spielwaarenhandlung -dort drüben an ihr Fenster gestellt: Zappelmänner, Baukästen, -Armbrüste, Reifen, Drachen, Springseile, Trommeln, Flinten, Kanonen, -Säbel, sogar eine Festung und ein Theater sind daselbst zu sehen.</p> - -<p>Wie gern möchte man sich dies und jenes Spielzeug kaufen, wenn man nur -Geld dazu hätte!</p> - -<h4 id="Wortarten_Haupwoerter_5"><b>5. Der Wißbegierige.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Stoffnamen.)</p> - -<p>Arthur war zwar noch ein kleiner, aber schon sehr lernbegieriger Knabe. -So oft er mit seinem Vater spazieren ging, mußte ihm dieser fortwährend -Fragen beantworten. Da wollte Arthur wissen, wie die Dinge, die er sah, -hießen; woraus und von wem sie gefertigt und wozu sie da wären.</p> - -<p>Eines Tages gingen Vater und Sohn auch spazieren.<span class="pagenum" id="Seite_6">[S. 6]</span> Unterwegs fragte -Arthur: „Vater, woraus sind denn die Häuser gebaut?“</p> - -<p>„Die Mauern“, erwiderte der Vater, „sind aus <em class="gesperrt">Stein</em>, <em class="gesperrt">Sand</em>, -<em class="gesperrt">Lehm</em>, <em class="gesperrt">Kalk</em> und <em class="gesperrt">Mörtel</em> erbaut; das Dach, die -Thüren, die Dielen und Fensterrahmen sind aus <em class="gesperrt">Holz</em>, die -Schlösser aus <em class="gesperrt">Eisen</em>, die Dachrinnen aus <em class="gesperrt">Blech</em> und die -Fensterscheiben aus <em class="gesperrt">Glas</em> gefertigt.“</p> - -<p>Bald darauf kamen sie an dem Fenster eines Geldwechslers vorüber. Hier -standen eine Menge Münzen zu Schau ausgestellt. „Woraus wird denn das -Geld gemacht?“ fragte Arthur schnell.</p> - -<p>„Die Pfennige, Dreier und Fünfpfenniger“, sagte der Vater, „werden aus -Kupfer, die Groschen und Thaler aus Silber, die Dukaten aus Gold und -die Kassenbillets aus Papier gefertigt.“</p> - -<p>Später wollte Arthur wissen, woraus denn eigentlich die verschiedenen -Kleidungsstücke gearbeitet würden. „O“, belehrte der Vater, „da gibt es -der Stoffe eine große Zahl. Deine Mütze z. B. ist aus Tuch gefertigt, -das Tuch aber wird aus Schafwolle gearbeitet. Dein Halstuch ist aus -Seide gewebt. Deine Jacke besteht aus Leinwand, diese aber wird aus -Flachs gewonnen. Die Knöpfe auf Deiner Jacke sind aus Horn, die an der -Weste aus Perlmutter und die an den Hosen aus Zinn hergestellt. Die -Schnalle an Deinem Gürtel ist aus Stahl geformt. Deine Stiefel hat -der Schuhmacher aus Leder gefertigt; natürlich brauchte er noch Pech, -Schwärze, Wachs, Wichse und Hanf zum Schuhdraht dazu. Deine Strümpfe -wurden aus Garn gestrickt; das Garn aber besteht aus Baumwolle.“</p> - -<p>Zuletzt fragte Arthur auch noch, woraus denn der Mensch bestehe und -woraus er geworden sei. „Der menschliche Körper“, erwiderte der Vater, -„besteht aus Fleisch und Blut, aus Fett und Schleim, aus Knochen, -Knorpel und Mark; geschaffen aber hat ihn der liebe Gott aus Erde, wie -Du in der Bibel lesen kannst.“</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_7">[S. 7]</span></p> - -<h4 id="Wortarten_Haupwoerter_6"><b>6. Eine Festung im Kriege.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Mengenamen.)</p> - -<p>Mitten in einem großen <em class="gesperrt">Flußgebiete</em> lag eine ziemlich starke -Festung. An ihrer nördlichen Seite zog sich ein bedeutendes -<em class="gesperrt">Gebirge</em> hin, sodaß die <em class="gesperrt">Besatzung</em> von hier aus keinen -Angriff zu befürchten hatte. Die Festung war in Vertheidigungsstand -gesetzt worden. Der Wald ringsum lag gefällt, selbst das kleinste -Gestrüpp hatte weichen müssen. Das Gemäuer, auf dem früher Gras wuchs, -erblickte man ausgebessert und verstärkt. Das Gebälk der Festungsbrücke -hatte man in die Luft gesprengt.</p> - -<p>Da sich in der Stadt selbst viel Reichthum vorfand, konnte sich die -Einwohnerschaft reichlich mit Vorräthen versehen. Es fehlte nirgends -an Brod, Mehl, Salz und Gemüse. Sogar Wild, Geflügel und gesalzenes -Fleisch war im Ueberflusse vorhanden. Auch an gutem Wasser konnte -nicht leicht Mangel eintreten. Ebenso gut hatte sich das Heer, welches -die Besatzung der Festung bildete, versehen. Für die Mannschaft -lagen Lebensmittel und für das Vieh Heu, Hafer und Stroh in Menge -aufgespeichert.</p> - -<p>So glaubte man nun ruhig dem Feinde ins Auge sehen zu können. Ja, die -Soldaten konnten den feindlichen Angriff kaum erwarten, denn sie waren -von heißem Geblüt.</p> - -<p>Endlich rückte die Schaar der Gegner an und die Beschießung begann. Die -Nationen von fast ganz Europa richteten ihre Blicke auf diesen Kampf, -während dessen die Bevölkerung der Festungsstadt sehr viele Verluste zu -erleiden hatte.</p> - -<p>Nach mehrwöchentlicher Belagerung entschied sich das Schicksal der -Festung. Die feindlichen Geschosse legten ihre Wälle, Mauern und andere -Befestigungen in Trümmer. Darauf folgte ein Sturmangriff und die -Festung war verloren. Das Blut floß in Strömen. Durch das furchtbare -Getöse des Kampfes drang das Gewimmer und das Gestöhne der Verwundeten.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_8">[S. 8]</span></p> - -<p>Einen schrecklichen Anblick boten die Verwüstungen in der Stadt. -Die schöne, große Bibliothek und die herrliche Bildergallerie waren -verbrannt und die Heiligthümer der Kirchen durch die Geschosse -zerstört. Mit Thränen in den Augen stand das Volk an den Trümmern -seiner Habe, die zu einem großen Theile in Asche lag.</p> - -<h4 id="Wortarten_Haupwoerter_7"><b>7. Schulexamen.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Eigennamen.)</p> - -<p>„Ei, <em class="gesperrt">Emilie</em>“, rief <em class="gesperrt">Bernhard</em> seiner Schwester zu, als er -aus der Schule kam, „heute hieß es aber aufpassen. Unser Lehrer, Herr -<em class="gesperrt">Schmelzer</em>, wollte nämlich einmal sehen, ob wir von dem, was er -uns gelehrt und erzählt habe, noch recht viel wüßten. Und so richtete -er denn an einen jeden von uns eine Frage.“</p> - -<p>Franz Dunker mußte die Geschichte von dem Moses, Hans Weinlich die vom -Goliath und Emil Heinz die vom Daniel erzählen. Julius Bär mußte sagen, -wann Luther, August der Starke und Napoleon I. geboren wären.</p> - -<p>Heinrich Tümmler mußte angeben, wo Sachsen, Baiern, Würtemberg, Preußen -und China lägen.</p> - -<p>Wilhelm Borisch mußte die Einwohnerzahl von Paris, Wien, London, Berlin -und Dresden nennen.</p> - -<p>Alexander Miersch sollte sagen, wo man die Schlösser Wesenstein und -Scharfenstein und die Dörfer Machern, Kesselsdorf und Hochkirch zu -suchen habe. Er wußte es aber nicht.</p> - -<p>Julius Neubert bekam die Frage, wie hoch der Brenner, der Simplon, der -Schafberg, die Lausche und der Borsberg seien.</p> - -<p>Theodor Wenzel hatte anzugeben, wo der Rhein, die Donau, die Weser und -die Spree entspringen.</p> - -<p>Der kleine Felix Brendel erhielt die leichteste Aufgabe. Er<span class="pagenum" id="Seite_9">[S. 9]</span> mußte -Eigennamen von Hunden, Katzen, Pferden und Kühen angeben. Da sagte er -denn, daß die Hunde Karo, Ammi, Schnacksel, Bello, Leo, Waldmann u. -dergl. hießen; daß manche Katzen den Namen Peter, Schnurr oder Michel -führten; daß man Pferde mit Rosa, Pollux, Hektor u. dergl. bename und -einzelne Kühe Musel, Schecke, Brummkatharine, Mummel, „Stallmeister -u. s. w. gerufen würden.“</p> - -<h4 id="Wortarten_Haupwoerter_8"><b>8. Zweierlei Schüler.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Gedankendinge.)</p> - -<p>Emil war ein sehr braver Schüler. Er liebte die <em class="gesperrt">Pünktlichkeit</em> -und <em class="gesperrt">Reinlichkeit</em>. Während des <em class="gesperrt">Unterrichts</em> zeigte er die -größte <em class="gesperrt">Aufmerksamkeit</em>, um alles Gehörte im <em class="gesperrt">Gedächtnisse</em> -zu behalten. Wurde er gefragt, so gab er seine Antworten mit -Ueberlegung und Anstand. Seine Schularbeiten fertigte er zu jeder Zeit -mit Fleiß, Sorgfalt und der möglichsten Sauberkeit. Ueber jeden seiner -Fortschritte bezeigte er Freude. Der leiseste Tadel bereitete ihm -Schmerz.</p> - -<p>Was aber trieb ihn zur Erfüllung seiner Pflichten? Die Liebe zu seinem -Lehrer, die Dankbarkeit gegen seine Eltern und der Gedanke, daß -Kindheit und Jugend schnell vergehen und daß man daher jede Gelegenheit -benutzen müsse, sich Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen.</p> - -<p>Ganz anders dagegen zeigte sich Bernhard. Er ging mit Unwillen und -Verdruß in die Schule. Auf dem Schulwege trieb er allerhand Unarten und -Dummheiten, ja sogar Rohheiten. Obgleich er sich dadurch oft Verweise, -Züchtigungen, Schimpf und Schande zuzog, zeigte er doch keine Besserung.</p> - -<p>Auch in der Schule selbst ließ er sich viele Fehler und Vergehungen -zu Schulden kommen. Plaudereien, Neckereien und Kaupeleien waren -seine Lieblingsbeschäftigung. In seinen Gesichtszügen lagen List, -Verschmitztheit und Tücke. Kam eine<span class="pagenum" id="Seite_10">[S. 10]</span> Bestrafung vor, so leuchteten aus -seinen Augen Schadenfreude, Hohn und Spott.</p> - -<p>Das Lesen, Schreiben und Rechnen war ihm eine Last. Ueberhaupt betrieb -er alles Lernen mit Nachlässigkeit und Flüchtigkeit. So konnte es -denn auch nicht fehlen, daß er wegen Faulheit und Liederlichkeit -heruntergesetzt und endlich der Letzte in der Klasse wurde. Aber auch -das bereitete ihm weder Kummer, noch weckte es Reue in ihm. Er blieb -für den Lehrer eine Plage und seinen Eltern ein Kind der Sorge und des -Herzeleids.</p> - -<h4 id="Wortarten_Haupwoerter_9"><b>9. Freund Apfelbaum.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Ein- und Mehrzahl.)</p> - -<p>Im <em class="gesperrt">Garten</em> stand ein <em class="gesperrt">Apfelbaum</em>. Er war der stärkste und -höchste unter allen <em class="gesperrt">Bäumen</em> in den <em class="gesperrt">Gärten</em> ringsumher. -Seine <em class="gesperrt">Aeste</em> und <em class="gesperrt">Zweige</em> breiteten sich weit aus und an -jedem <em class="gesperrt">Aste</em> hingen große, süße <em class="gesperrt">Aepfel</em>. Sie waren so groß, -daß sich ein Kind an einem einzigen solchen Apfel satt essen konnte. -Deshalb waren denn auch die Kinder oft um ihn herum. Zuweilen legten -sie sogar Hand an seinen Stamm, um ihn zu rütteln, damit eine Frucht -herabfallen solle. Solche starke Stämme aber lassen sich nicht von so -schwachen Händen bewegen.</p> - -<p>Eines Tages saß Hermine auch unter dem schattigen Dache des alten -Freundes und hatte einen großen Korb mit verschiedenem Spielzeuge vor -sich. In einem kleinen Kasten lagen bunte Papierstreifen. Aus diesen -flocht sie niedliche Körbchen. Da nun jeder Streif eine andere Farbe -hatte, gaben diese verschiedenen Farben dem Körbchen ein schönes -Aussehen. In andern Kästen befanden sich Perlen, Würfel, Buntstifte u. -dergl.</p> - -<p>Jetzt nahm Hermine einen Faden und reihte Perle um Perle daran. Als -zwei Fäden gefüllt waren, band sie dieselben um<span class="pagenum" id="Seite_11">[S. 11]</span> ihren Hals. Darauf -ergriff sie einen Buntstift und zeichnete einen Würfel mit seinen -Kanten, Flächen und Punkten.</p> - -<p>Nachdem sie eine Stunde gespielt hatte, zog sie Bücher aus dem Korbe -hervor und las. In dem einen Buche standen mehrere Geschichten mit -bunten Bildern, das andere enthielt blos eine Geschichte mit einem -Bilde. Indem aber Hermine las, fiel ein großer Apfel herab und gerade -auf das Buch, sodaß zwei Blätter beschädigt wurden. Das eine Blatt war -mittendurch gerissen. Hermine erschrak, lachte aber bald darauf und -sagte: „Ei, ei, alter Freund! Wie kannst du mich so erschrecken? Das -sind mir schöne Freunde, die Einen mit Aepfeln bewerfen.“</p> - -<h4 id="Wortarten_Haupwoerter_10"><b>10. Getäuschte Hoffnungen.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Ohne Mehrzahl.)</p> - -<p>Mitten in einem Urwalde <em class="gesperrt">Amerikas</em> stand eine dürftige Hütte, -aus brauner <em class="gesperrt">Erde</em>, <em class="gesperrt">Lehm</em> und <em class="gesperrt">Kalk</em> erbaut. Das -<em class="gesperrt">Gebälk</em> war grob gezimmert. Da durch die kleinen Fenster wenig -Licht eindrang, lag in dem niedern Wohnzimmer ein tiefes Dunkel, das -bei trübem Wetter sogar zur Finsterniß wurde. Auf den Dielen erblickte -man etwas Heu und Stroh, auf welchem die Bewohner, welche deutsche -Einwanderer waren, ihre Nachtruhe hielten. Die Beschaffenheit der -Nahrung der armen Leute grenzte an Dürftigkeit. Wasser war ihr einziger -Trunk, wenn sie der Durst quälte. Milch und Kaffee bekamen sie nie zu -Gesicht. Im Sommer litten sie viel durch die große Wärme, die sich bis -zur fürchterlichsten Hitze steigerte. Im Winter trat die Kälte mit -großer Strenge und Ausdauer auf, führte viel Schnee und Eis herbei und -fügte ihnen viel Leid zu.</p> - -<p>Die guten Leute hatten Deutschland, ihre Heimat, verlassen, um in -Amerika ihr Glück zu machen. Sie hofften hier Gold und Silber zu -finden, fanden aber nicht einmal Zinn<span class="pagenum" id="Seite_12">[S. 12]</span> und Blei. Das Eigenthum, das sie -an baarem Gelde mitgebracht hatten, war bereits zu ihrem Unterhalte -verbraucht. So trat zuletzt Hunger und Kummer, Noth und Elend an sie -heran.</p> - -<p>Mit Reue dachten sie an ihre Vergangenheit und an ihr einstiges -Vaterland zurück, wo sie ein Leben in Wohlsein und ohne alle Trübsal -geführt hatten. Die Sehnsucht nach dem alten Daheim ergriff sie, aber -es fehlte ihnen am Besten, die Rückreise anzutreten. So sanken die -armen Deutschen immer tiefer ins Unglück. Nirgends fanden sie Trost und -Beistand. Sie mußten in ihrem kümmerlichen Dasein ausharren, bis sie -der Tod von allem Jammer erlöste.</p> - -<h4 id="Wortarten_Haupwoerter_11"><b>11. Gastfreundschaft.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Doppelhauptwörter.)</p> - -<p>An einem einsamen <em class="gesperrt">Waldrande</em> lag eine <em class="gesperrt">Köhlerhütte</em>. Das -niedere <em class="gesperrt">Strohdach</em> war vom <em class="gesperrt">Sturmwinde</em> zerzaust und -bedurfte der Ausbesserung. Wo aber sollte der arme <em class="gesperrt">Waldarbeiter</em> -<em class="gesperrt">Dachstroh</em> hernehmen? Sein <em class="gesperrt">Tagelohn</em> langte kaum zur -Morgensuppe, zur Mittagsmahlzeit und zum Abendbrode für sich und seine -Kinderschaar. Auch die dünnen Lehmwände der Köhlerwohnung zeigten -Zerstörungsspuren. Regengüsse und Hagelwetter hatten sie gepeitscht, -den Kalkbewurf abgespült und das Lehmwerk durchlöchert, sodaß zur -Winterszeit die rauhen Nordweststürme ungehindert hindurchpfeifen -konnten. Ein Hausthürverschluß war nicht mehr möglich, denn die -Thürschloßfeder war zersprungen. Die Fensterscheiben vertrat hier und -da ein Streifen von Kaffeedütenpapier oder ein Volkskalenderblatt.</p> - -<p>An einem Herbstabende saß die Köhlerfamilie um den schmalen Holztisch -und verzehrte ihre Abendmahlzeit. Da trat plötzlich ein vornehmer -Jägersmann, einen schmucken Filzhut mit einer Birkhuhnfeder auf dem -Kopfe, einen Hirschfänger mit<span class="pagenum" id="Seite_13">[S. 13]</span> Perlmuttergriff, ein Pulverhorn mit -Silberquaste an der Seite und eine Schrotflinte auf dem Rücken, ein. Er -erklärte, daß er von seinem Jagdgefolge abgekommen, auf verschiedene -Kreuzwege gerathen sei und so sammt seinem Dachshunde und Windspiele -den Hauptwaldpfad verloren habe. Schließlich bat der Waidmann um -ein Nachtquartier und sei es auch nur ein Dachkammerraum mit einem -Strohlager.</p> - -<p>Die braven Köhlereheleute erklärten sich zu diesem Liebesdienste gern -bereit und luden den vornehmen Stadtherrn ein, wenn er Hunger habe, mit -ihnen Kartoffelsuppe und Butterbrodschnitte nebst Quarkkäse zu essen. -Der Jägersmann dankte, da er kein Magenbedürfniß verspüre.</p> - -<p>Während ihm nun das Nachtlager auf der breiten Ofenbank bereitet -wurde, unterhielt er sich in scherzhafter Weise mit dem -Kinderkreise. Er gab den Knaben Buchstabenräthsel und recht lange -Hauptwörter zum Nachsprechen auf, um ihre Zungenfertigkeit und -Sprachgewandtheit auf die Probe zu stellen. So mußten sie z. B. -die Riesenhauptwörter nachsprechen: Dudelsackpfeifenmachergeselle, -Schornsteinfegerknabenwassersuppentellerrand, -Pulvermühlennachtwächterseitengewehrscheidenspitzenknopf.</p> - -<p>Den Kindern machte diese Zungenarbeit viel Spaß. Als das Ofenbanklager -fertig war, begaben sich der Fremde und auch die Köhlerfamilie zur -Ruhe. Wie sehr aber erschrak und erstaunte der alte Hausvater am andern -Morgen, als ihm der Nachtgast mit Sonnenaufgang fünf Kronenthaler in -die harte Arbeitshand drückte und ihm beim Abschiedsgruße sagte, daß er -dem <em class="gesperrt">Kronprinzen</em> Gastfreundschaft gewährt habe.</p> - -<h4 id="Wortarten_Haupwoerter_12"><b>12. Eine musterhafte Schülerin.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Nichthauptwörter zu Hauptwörtern erhoben.)</p> - -<p>Die reiche Kaufmannstochter Mathilde war ein Muster einer Schülerin. -Das <em class="gesperrt">Aufmerken</em> und <em class="gesperrt">Lernen</em> gewährte ihr<span class="pagenum" id="Seite_14">[S. 14]</span> einen Genuß. -Das <em class="gesperrt">Lesen</em> hatte sie in drei Monaten erlernt. Auch das -<em class="gesperrt">Schreiben</em> hatte sie leicht begriffen, nur das kleine Err und das -Eszett machten ihr Schwierigkeiten. Im Rechnen erwarb sie sich stets -die erste Censur. Ebenso geschickt stellte sich Mathilde zum Zeichnen, -Singen, Clavierspielen, Häkeln, Stricken, Sticken und Turnen an. Sie -liebte alles Gute, Schöne und Nützliche und ihr Streben und Ringen -darnach trug die schönsten Früchte.</p> - -<p>Auch das Wunderbare und Erhabene der Natur beobachtete sie gern und -oft. Das Großartige und Erhebende des Sternenhimmels erfüllte sie -mit frommem Staunen. Nicht minder freute sie sich über das Niedliche -und Zierliche der kleinen Blumen. Deshalb liebte sie auch das Freie, -namentlich in seiner Morgenfrische. Das liebliche Grün und die traute -Stille des Waldes machten ihr denselben zu einem Lieblingsaufenthalte.</p> - -<p>So blieb ihr ganzes Denken und Fühlen auf das Edle gerichtet und -deshalb schlug das Fromme und Gottesfürchtige immer tiefere Wurzel in -ihrem Gemüthe.</p> - -<p>Dieses fromme Empfinden erkannte man auch aus allen ihren stilistischen -Arbeiten, in denen sie ebenfalls Vorzügliches leistete. Darin standen -kein Und und kein Aber am falschen Platze und kein Satz enthielt irgend -etwas Unrichtiges oder Ueberflüssiges.</p> - -<p>Kurz, Mathilde war und blieb die Beste und Ausgezeichnetste ihrer -Schule und dieses Brave und Gediegene bewahrte sie sich zu ihrem Glücke -ihr Lebelang.</p> - -<h4 id="Wortarten_Haupwoerter_13"><b>13. Belohnter Gehorsam.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung der Hauptwörter.)</p> - -<p>Im lieben Sachsenlande liegt dicht an der Grenze von Böhmen ein -Dörfchen mit Namen Wernsgrün. Am Ende desselben stand ein Hüttlein mit -Strohdach und winzig kleinen<span class="pagenum" id="Seite_15">[S. 15]</span> Fenstern. Durch die schmalen, bleichen -Scheiben konnte kaum ein Sonnenstrahl hindurchdringen.</p> - -<p>In dieser Hütte wohnte der alte Kilian mit seinen beiden Kindern. Die -Kinder hießen August und Ernst. August zählte sieben Lebensjahre, Ernst -dagegen hatte zehn Sommer hinter sich. Ihre Kleidung bestand in Kitteln -aus grober Leinwand.</p> - -<p>Eines Tages saßen beide Brüder vor der Thür und spielten mit Sand, -einigen Stäbchen Holz und drei Soldaten aus Zinn. Bald aber hatte Ernst -das Spielen satt und sagte zu seinem Bruder: „Komm, laß uns ins Grüne -gehen. Dort werden wir mehr Vergnügen finden.“</p> - -<p>Der Jüngere gab seine Zustimmung. Kaum aber hatten sie am grünen Ufer -des Wiesenbaches ihren Zeitvertreib begonnen, rief sie der Vater in das -Haus zurück. Sie sollten jetzt wieder an ihre Arbeit gehen und Stroh -flechten.</p> - -<p>Die Knaben machten wahre Essiggesichter, denn das Haschen und -Verstecken war ihnen natürlich lieber als das Stillsitzen und Arbeiten. -Aber sie zeigten ohne Murren Gehorsam. Und ihre Folgsamkeit sollte noch -dieselbe Stunde Belohnung finden.</p> - -<p>Nach etwa zehn Minuten fiel draußen, in ziemlicher Nähe, ein Schuß. Vor -Schreck fuhren die Kinder zusammen. Sie und ihr Vater und ihre Mutter -eilten zur Hausthür. Und was erblickten ihre Augen? An der Stelle, wo -die Knaben vor kurzer Zeit noch — kaum vor Ablauf von zehn Minuten — -ohne alle Besorgniß allerlei Spiele gespielt hatten, hatte soeben ein -Jäger, dicht an einem Erlenbaume, einen tollen Hund erschossen.</p> - -<p>Wie freute sich nun das Geschwisterpaar ob seiner Folgsamkeit!</p> - -<div class="section"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_16">[S. 16]</span></p> - -<h3 class="padtop1" id="Eigenschaftswoerter">Eigenschaftswörter.</h3> - -</div> - -<h4 id="Wortarten_Eigenschaftswoerter_14"><b>14. Formen der Pflanzenwelt.</b></h4> - -<p class="mtop2">Welch verschiedene Formen und Farben gibt es doch in der Pflanzenwelt! -Da steht die Pappel, hoch und <em class="gesperrt">schlank</em>; nicht weit davon ein -<em class="gesperrt">tausendjähriger</em> Eichbaum, <em class="gesperrt">niedrig</em> zwar, aber <em class="gesperrt">stark</em> -und <em class="gesperrt">knorrig</em>. Seine Aeste sind vielfach gekrümmt und gebogen, -seine Wurzeln dick und runzlig. Seine Rinde ist fest, aber zerklüftet -und zerrissen. Hier steigt eine Tanne schlank in die Luft empor. Ihr -Stamm ist schnurgerade und ebenmäßig, unten stark, nach oben zu dünn -und zuletzt ganz spitz.</p> - -<p>An ihrem Fuße wuchert eine Birke empor. Sie ist jung und kräftig, ihre -Krone dicht belaubt, ihre Schale blendend weiß, wie Silber.</p> - -<p>Wie unterschiedlich sind selbst die Stengel der kleinsten Pflanzen! Der -eine ist rund, der andere drei- oder vierkantig; der eine glatt, der -andere behaart oder klebrig; der eine markig, ein anderer fleischig -oder holzig. Einige sind hohl, andere voll; einige gegliedert, andere -gedreht oder geschlängelt. Der eine Stengel ist steif, unbiegsam und -spröde, ein anderer beweglich, weich und elastisch.</p> - -<p>Betrachten wir nun erst die verschiedenen Blattformen. Da gibt es -ovale, runde, herzförmige, schmale, breite, glattrandige, gezahnte, -gezackte, getheilte, gefiederte u. s. w. Noch weit mehr verschiedene -Formen aber zeigen uns die Blätter der Blumenkronen. Unter ihnen finden -sich röhren-, trichter-, lippen-, rachen-, keilförmige u. dergl. Und -wie überaus zart und reizend sind diese buntfarbigen Blumentheile! Wer -auf alle diese Abwechselungen in der Pflanzenwelt genau achtet, muß -eitel Lust haben an den Werken des Herrn.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_17">[S. 17]</span></p> - -<h4 id="Wortarten_Eigenschaftswoerter_15"><b>15. Der Frühling.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Abstrakte Eigenschaftswörter.)</p> - -<p><em class="gesperrt">Fröhlich</em> ist das Herz, wenn der <em class="gesperrt">liebliche</em> Frühling -naht! Der Winter war <em class="gesperrt">kalt</em> und <em class="gesperrt">rauh</em>, jetzt wird die Luft -<em class="gesperrt">lau</em> und <em class="gesperrt">angenehm</em>, zuweilen gar schon warm. Im Winter -war es still und öde auf den Fluren; die Wälder erschienen todt, die -Bächlein erstarrt. Jetzt werden die Haine lebendig, die Bächlein wieder -wach und munter. Die Felder lagen kahl, jetzt sehen wir sie grün. Die -Wiesen stehen geschmückt, wie mit einem bunten Blumenteppiche. Die eine -Blume sieht roth, die andere weiß, die dritte gelb oder blau aus. Die -Vögel zeigen sich eifrig im Gesange und emsig im Bau ihrer Nester. Wie -ist der Schlag des Finken so lustig, das Lied der Nachtigall so süß, -der Morgenpsalm des Staares so erhebend! Ein Herz, das fromm und rein, -stimmt mit ein in die Lobgesänge und preist den allmächtigen Schöpfer, -der im Frühlinge recht deutlich zeigt, wie weise und gütig er ist.</p> - -<h4 id="Wortarten_Eigenschaftswoerter_16"><b>16. Der Geizhals.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zusammengesetzte Eigenschaftswörter.)</p> - -<p>Andreas war ein <em class="gesperrt">steinreicher</em> Bauer, aber dabei <em class="gesperrt">erzgeizig</em>. -Für ihn gab es in der <em class="gesperrt">wunderreichen</em> Gotteswelt kein -<em class="gesperrt">zaubervolleres</em> Bild, als ein <em class="gesperrt">blitzblanker</em> Thaler. Hielt -er ein solches Geldstück in der sonnverbrannten, hufbesetzten Hand, -erschien sein Auge überglücklich, ja glückselig. An ein Wiederausgeben -eines solch werthvollen Kopfstückes war bei ihm nicht zu denken. Es -wanderte in einen alten, aschgrauen, baumwollenen Strumpf, der im -fast heckerklaren Strohe seines baufälligen Bettes stak. War ein -solcher Strumpf gefüllt, versenkte er ihn in einen eisenbeschlagenen, -diebesfest sein sollenden Koffer, vor dem ein riesenhaftes Schloß -lag. Dieser centnerschwere Koffer stand unter seiner armseligen -Lagerstatt. Ein<span class="pagenum" id="Seite_18">[S. 18]</span> doppelläufiges, scharfgeladenes Gewehr bildete seine -Sicherheitswache, sowohl am sonnenhellen Tage, wie in tiefdunkler, -grabesstiller Nacht.</p> - -<p>Kein hilfsbedürftiger Freund erhielt von dem Geizhalse auch nur die -allerkleinste Unterstützung. Keinem Wanderburschen, und war er noch so -blutarm, reichte er einen Zehrpfennig. Das bleichwangige Bettelkind, -das kleinlaut an seine dickeichene Thür klopfte, rührte nicht im -mindesten sein liebeleeres Herz.</p> - -<p>Er selbst führte ein wahrhaft jammervolles Leben. Sein Mittagsessen -bestand meist in graubraunem, fast steinharten Brode und dickschaligen -Kartoffeln, die er in wasserdünnen Schmalz tauchte. Ein Stück -wohlschmeckendes Fleisch war ihm zu theuer. Nie kam ein Glas wenn auch -nur dünngebrautes Bier oder gar ein Glas magenstärkender Wein auf -seinen Tisch. Thür und Thor seines alterthümlichen Gehöftes schloß er -regelmäßig mit Sonnenuntergang zu und ließ dann den alten, graubärtigen -Kettenhund los.</p> - -<p>Von jetzt an durfte kein Mensch mehr eingelassen werden. Aus -übergroßer Besorgniß fürchtete er, es könne sich ein langfingeriger -Fremdling einschleichen und seinem herzinniglieben Hausgotte mit den -erzgespickten Strümpfen einen unliebsamen Besuch abstatten.</p> - -<p>Trotz aller wohlberechneten Vorsicht aber hatte sich in einer -rabenschwarzen Nacht doch Einer eingefunden, der kaltblütig und -erbarmungslos den bedauernswerthen Geizhals von all seinen mühselig -errungenen Schätzen trennte. Dieser Unbarmherzige war der — -unerbittliche Tod.</p> - -<h4 id="Wortarten_Eigenschaftswoerter_17"><b>17. Der wohlthätige Bettler.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Das Eigenschaftswort vor dem Hauptworte.)</p> - -<p>An einer <em class="gesperrt">belebten Straßenecke</em> saß ein <em class="gesperrt">alter, blinder -Bettelmann</em>. Er hielt seinen <em class="gesperrt">durchlöcherten Hut</em> in<span class="pagenum" id="Seite_19">[S. 19]</span> der -<em class="gesperrt">welken, zitternden Hand</em> und bat um eine <em class="gesperrt">kleine Gabe</em>. -Viele reiche Leute gingen an einem einzigen lieben langen Tage vorüber -und gewiß trugen die meisten wohlgefüllte Börsen bei sich. Zeugte doch -oft ihr kostbarer Anzug von großer Wohlhabenheit. Man sah da Damen -mit langen Schleppen, seidenen Schärpen, sammtenen Mänteln, theuren -Spitzen, beblumten Hüten und feinen Handschuhen. Herren stolzirten -dahin mit goldenen Uhrketten, blitzenden Tuchnadeln, funkelnden Ringen -und elfenbeinernen Spazierstöckchen.</p> - -<p>Nicht alle freilich trugen zu diesem äußern auch einen innern -Schmuck, ein theilnehmendes, mitleidiges Herz. Das bewiesen sie -dem hülfsbedürftigten Alten gegenüber. Mit kalten Blicken und -gleichgültigen Mienen gingen sie an ihm vorüber. Nur einzelne zeigten -aufrichtige Theilnahme, sprachen einzelne freundliche Worte mit dem -bedauernswerthen Bettler und legten dabei eine klingende Gabe in seinen -abgeschabten Hut.</p> - -<p>Eines heitern Sommertages hörte der gutmüthige Alte eine weinerliche -Stimme in seiner nächsten Nähe. Die klagenden Töne kamen von einem -sechsjährigen, blassen Mädchen. „Was fehlt Dir, liebes Kind?“ fragte -der lauschende Bettler mit besorgter Stimme.</p> - -<p>„Ach, mich hungert so sehr“, erwiderte das dürftig gekleidete Mädchen -mit wehmüthigem Ausdrucke. „Meine gute Mutter ist krank und hat kein -Brod mehr für mich.“</p> - -<p>Diese Worte rührten den weichherzigen Greis. Schnell griff er in seinen -schwarzgrauen Hut, befühlte mit der dürren Hand die verschiedenen -Geldstücke und gab der hülfsbedürftigen Kleinen einen kupfernen -Fünfpfenniger. „Hier, armes Kind“, sagte er mit bewegten Lippen, „hast -Du eine kleine Gabe. Geh und kaufe Dir bei dem neuen Bäcker hier links -in der engen Gasse etwas für Deinen hungrigen Magen.“</p> - -<p>Das überglückliche Mädchen dankte mit aufrichtigem Herzen,<span class="pagenum" id="Seite_20">[S. 20]</span> eilte die -schmale Gasse dahin und kaufte sich ein neugebackenes Dreierbrod. Die -übrigen zwei Pfennige aber nahm es seiner kranken Mutter mit nach Hause.</p> - -<h4 id="Wortarten_Eigenschaftswoerter_18"><b>18. Ein Gewitter.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Steigerung des Eigenschaftswortes.)</p> - -<p>Es war ein heißer Julitag. Schon der Vormittag war <em class="gesperrt">schwül</em>. Gegen -den Mittag hin wurde es immer <em class="gesperrt">schwüler</em>. Am <em class="gesperrt">schwülsten</em> -aber erschien die Luft etwa um drei Uhr. Schon den Spaziergängern wurde -es heiß; noch heißer mußte es den Arbeitern auf den Bauen, am heißesten -aber den Landleuten auf dem Erntefelde werden. Das Thermometer, das -schon immer hohe Hitzegrade gezeigt hatte, stieg höher, bis es endlich -nach Tische den höchsten Grad erreicht hatte.</p> - -<p>Da zeigte sich am Himmel eine schwarze Wolke, die sich aber mit jeder -Minute schwärzer färbte. Am schwärzesten erblickte man sie nach Osten -hin. Zu gleicher Zeit erhob sich auch ein ziemlich starker Wind. -Auch er wurde von Sekunde zu Sekunde stärker, bis er endlich, als er -am stärksten wüthete, die gewaltige Wolkenmasse in Bewegung setzte. -Schnell erhob sie sich. Zusehends schneller und schneller stieg sie -empor und überzog in ihrem schnellsten Fluge ein breites Thal, das nach -Süden hin immer breiter wurde und mit seinem letzten, breitesten Theile -an ein waldiges Gebirge stieß.</p> - -<p>Düster lagen Berg und Thal. Noch düsterer erschien der riesige -Nadelwald. Am düstersten aber sah es in den menschlichen Wohnungen -aus. Feurige Blitze zuckten durch das Dunkel hindurch. Noch feuriger -erschienen dieselben, wenn sie die dunkelsten Wolkenschichten zum -Hintergrunde hatten. Am feurigsten jedoch kam ein solcher Blitz den -Landleuten vor, wenn er in einen nahen Teich oder einen noch nähern -Baum oder wohl gar in die nächste Hütte fuhr.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_21">[S. 21]</span></p> - -<p>Heftig strömte jetzt auch der Regen herab. Immer heftiger schlugen die -gewaltigen Tropfen an die Fenster. Am heftigsten brauste gegen vier Uhr -die Wassermasse hernieder. Bald schossen kleine Bäche wild durch die -Felder dahin. Wilder noch stürzten die Waldgewässer die Abhänge herab; -am wildesten aber donnerte der angeschwollene Fluß das Thal entlang, -die stärksten Bäume entwurzelnd und die festesten Mauern durchbrechend, -ja sogar die kleineren Hütten mit fortreißend.</p> - -<p>Da endlich hatte das Unwetter ausgetobt. Blitz und Donner wurden -schwach, der Regen noch schwächer. Endlich glichen die schwächsten -Blitze nur noch einem fernen Wetterleuchten. Entsetzlich sahen die -zerrissenen Felder aus. Noch entsetzlicher aber waren die Verheerungen -in den Dörfern jenes fruchtbarsten aller Thäler des Landes. Den -entsetzlichsten Eindruck indeß machte das Jammern und Wehklagen der -ärmeren Bewohner, von denen viele den größten Theil ihrer Habe verloren -hatten.</p> - -<p>Gut waren die Leute weggekommen, deren Häuser weit vom Flusse lagen, -noch besser die, deren Hütten an den Berglehnen standen, und am besten -diejenigen, die auf dem Kamme des Höhenzuges wohnten. Sie hatten zwar -auch viel Schaden gehabt, die an den Berglehnen aber weit mehr und die -Thalbewohner den meisten.</p> - -<h4 id="Wortarten_Eigenschaftswoerter_19"><b>19. Ein Begräbniß.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Eigenschaftswörter ohne Steigerung.)</p> - -<p>Die <em class="gesperrt">ehernen</em> Zungen der Kirchenglocken schwiegen. Der Leichenzug -war auf dem <em class="gesperrt">umfriedigten</em> Gottesacker, wo alle die <em class="gesperrt">ewige</em> -Ruhe finden, angekommen.</p> - -<p>Der hölzerne Sarg wurde von der umkränzten Bahre abgesetzt. Acht Träger -trugen ihn stumm einem offenen Grabe zu. Auf dem schwarzsammtenen -Leichentuche standen mit goldenen<span class="pagenum" id="Seite_22">[S. 22]</span> Buchstaben die Worte in einem -silbernen Kranze: „Er ist erlöst und geht in seine wahre Heimat zurück.“</p> - -<p>Der Sargdeckel mit kupfernen Handhaben und zinnernen Verzierungen -wurde jetzt noch einmal abgehoben. Da lag nun der Todte, bleich und -regungslos, in der starren Hand einen frischgrünen Palmenzweig. Ein -seidenes Gewand umhüllte den todten Leib. Ein damastenes Käppchen -begrenzte die gefurchte Stirn.</p> - -<p>Die Angehörigen standen um den Sarg her, aber nicht in der üblichen -Trauerkleidung. Der Entschlafene hatte schriftlich die Bitte -hinterlassen, daß man um seinetwillen nicht die tiefschwarzen Gewänder -anlegen solle.</p> - -<p>Jetzt trat der greise Geistliche herzu, die Weinenden zu trösten. -„Unzählbar“, sagte er unter Anderem, „wie die Sterne des nächtlichen -Himmels, sind die seligen Wohnungen, die der allmächtige Himmelsvater -den erblichenen Erdenpilgern dort oben bereitet hat. Mag auch der -irdische Leib zerfallen, mag der unüberwindliche Tod den Lebensfaden -zerreißen, wir weinen nicht trostlos. Wir sind nicht blind für den -auferstandenen Heiland, nicht taub für seine ewig wahren Verheißungen, -sondern blicken glaubensvoll hinauf in das unvergängliche Reich, da es -ein Wiedersehen gibt. Auch dieser Entschlummerte wird einst wieder wach -und verklärt eingehen zur endlosen Himmelswonne.“</p> - -<p>Die Sonne stand mit ihrer purpurnen Scheibe schon halb hinter den -fernen, blauen Bergen, als der Sarg in die stockfinstere Gruft -hinabgesenkt wurde. Noch ein lautloses Gebet, eine Hand voll Erde auf -den Sarg und die Begräbnißfeierlichkeit war beendet.</p> - -<h4 id="Wortarten_Eigenschaftswoerter_20"><b>20. Die beste Apotheke.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Declination des Eigenschaftswortes ohne Artikel.)</p> - -<p>Julius, der Sohn <em class="gesperrt">armer</em> Eltern, war lange krank. <em class="gesperrt">Feuchtes</em> -Stroh diente ihm als Lager. <em class="gesperrt">Alte</em> Röcke und <em class="gesperrt">zerfetzte</em><span class="pagenum" id="Seite_23">[S. 23]</span> -Tücher waren seine Decke. Keine <em class="gesperrt">heilende</em> Arznei und kein -<em class="gesperrt">stärkender</em> Thee konnte ihm gereicht werden, lebten doch seine -Eltern in großer Armuth, in schrecklichem Elende. Mit bangen Sorgen -erwachten sie des Morgens, unter schwerem Kummer gingen sie des Abends -zur Ruhe. Mit beklommenem Herzen vernahm die Mutter oft in dunkler -Nacht das leise Wimmern des ruhelosen Kranken. Er litt besonders an -heftigen Kopfschmerzen, an krampfhaftem Zucken in den Gliedern und an -fieberhaftem Frösteln.</p> - -<p>Vier lange Wochen waren bereits dem Kranken unter unsäglichen Schmerzen -vergangen. Mit abgezehrten, todtenblassen Wangen, trüben, hohlen Augen -und mageren Gliedern lag er da als ein Bild gräßlichen Elends.</p> - -<p>„Barmherziger Gott!“ flehte die Mutter oft in stillem, inbrünstigen -Gebete, „schicke doch meinem Kinde einen gnädigen Retter oder, wenn es -Dein unerforschlicher Rath ist, einen endlichen Erlöser!“</p> - -<p>Eines Tages klopfte ein Wanderbursch an die Thür und bat um ein Stück -Brod. Trüben Auges reichte ihm die Mutter eine kleine Gabe.</p> - -<p>„Was fehlt Euch?“ fragte theilnehmenden Herzens der Wanderbursch. Mit -stummer Handbewegung deutete die Mutter auf das Krankenlager. „O weh!“ -versetzte der Wanderbursch, als er den Knaben mit schon halbgebrochenem -Auge und erdfahlem Antlitze erblickte. „Wie und womit behandelt ihn -der Arzt?“ — „Der Arzt?“ erwiderte die Mutter mit bewegter Stimme. -„Womit sollten wir armen Leute einen Arzt bezahlen können?“ — „O“, -versetzte der Wanderbursch mit tröstlichem Tone, „Ihr habt einen sehr -billigen Arzt und eine noch billigere Apotheke in nächster Nähe. Es -ist der Brunnen dort im Hofe. Keine bessere Arznei für Euer Kind als -frisches Wasser. In ihm liegt wunderbare Heilkraft. Mein seliger Onkel -war Arzt,<span class="pagenum" id="Seite_24">[S. 24]</span> daher weiß ich es. Nehmt also frisches Wasser, reicht es dem -Kranken als kühlen Trank, veranstaltet kalte Abreibungen, dann schlagt -ihn in kaltfeuchte Tücher ein und wickelt ihn darauf in warme Decken. -Es wird hierauf sehr bald heftiges Schwitzen erfolgen. Nach Verlauf von -zwei solch heißen Stunden wascht Ihr den Körper mit lauem Wasser ab und -wiederholt diese Behandlung täglich vor- und nachmittags. Gewiß wird -sich der Kranke bald ruhiger Nächte, gesegneten Schlafes und überhaupt -sichtlicher Besserung erfreuen.“</p> - -<p>Aufmerksamen Ohres hatte die Mutter zugehört. „O, wärest Du uns als -rettender Engel gesandt“, sagte sie zu dem Wanderburschen, „dankbaren -Herzens würden wir ewig Dein gedenken! Was Du gerathen hast, werde ich -befolgen, noch heutigen Tages. Schütze Dich Gottes gnädige Hand auf -fernerer Wanderung!“</p> - -<p>Einige Monate später war Julius genesen. Mit dicken Backen und -kräftigem Fuße schritt er wieder einher. Des Wassers wunderbarer Kraft -dankte er das Glück neuer, dauernder Gesundheit.</p> - -<h4 id="Wortarten_Eigenschaftswoerter_21"><b>21. Ehrlichkeit.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung der Eigenschaftswörter.)</p> - -<p>Ein armer Köhlerknabe saß unter einer hohen Tanne, deren schwarzgrüne -Aeste weit umher das frische Moos beschatteten. Aus den dunklen Augen -des blassen Knaben rannen helle Thränen.</p> - -<p>Da kam ein alter Herr den holprigen Waldweg daher. Er trug eine grüne -Uniform und einen kurzen Hirschfänger an der Seite. Sein faltiges, -aber noch frisches Gesicht umgrenzte ein schneeweißer Backenbart. Der -jugendliche Alte war der bejahrte Oberförster.</p> - -<p>„Warum weinest Du?“ fragte der freundliche Alte mit liebevoller Stimme -den fremden Knaben.</p> - -<p>„Ach“, erwiderte dieser mit kläglichem Tone, „meine gute Mutter liegt -krank darnieder. Ihre Augen sind fast blind. Deshalb<span class="pagenum" id="Seite_25">[S. 25]</span> soll ich in die -nahe Stadt gehen und eine heilsame Salbe für die schwachen Augen holen. -Ich aber habe das Geld dazu sammt einem ledernen Beutel verloren.“</p> - -<p>„Ist es etwa dieser?“ sagte der graubärtige Herr, indem er ein kleines -Beutelchen aus der gestickten Jagdtasche zog.</p> - -<p>„O nein“, sagte der ehrliche Knabe, „mein Beutel war schlecht und dünn -und lange nicht so voll wie dieser.“</p> - -<p>„Dann ist es vielleicht dieser?“ erwiderte der erfreute Oberförster, -indem er ein anderes graues Beutelchen aus der tiefen Seitentasche -seines grünen Rockes zog.</p> - -<p>„Ja, ja, dieser ist es“, rief der überglückliche Knabe.</p> - -<p>Der biedere Alte war von dieser seltenen Ehrlichkeit gerührt, gab dem -armen Knaben den löcherichen Beutel zurück und sprach: „Weil Du so brav -und ehrlich bist, schenke ich Dir noch diesen blanken Thaler. Geh und -kaufe Deiner leidenden Mutter manchmal eine stärkende Erquickung dafür.“</p> - -<div class="section"> - -<h3 class="padtop1" id="Wortarten_Der_Artikel">Der Artikel.</h3> - -</div> - -<h4 id="Wortarten_Artikel_22"><b>22. Der Abend.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Der bestimmte.)</p> - -<p><em class="gesperrt">Der</em> Tag ging zu Ende. <em class="gesperrt">Die</em> Sonne sank. <em class="gesperrt">Das</em> -Abendglöcklein läutete zum Feierabende. Der Landmann kehrte vom Felde -heim. Die Heerde zog in ihren Stall zurück. Das Lerchenlied verstummte. -Bald glänzten die Berge und die Hütten im Abendgolde und die Gräser -funkelten im herrlichsten Thauschmucke. Die Blume schloß ihr Auge. -Immer stiller und stiller ward der weite Schöpfungsraum. Die Natur -sehnte sich nach Ruhe. Nur das Bächlein rauschte noch weiter und die -Fledermaus kreiste noch pfeifend umher.</p> - -<p>Auch die Hütten wurden still und stumm. Der Tag war heiß und die -Arbeit um das liebe Brod sauer gewesen. Der<span class="pagenum" id="Seite_26">[S. 26]</span> Fuß und die Hand hatten -das Tagewerk treu vollbracht. Das Nachtlager sollte nun die so nöthige -Erholung bieten. Als daher die Sterne am Himmel glänzten und der Mond -langsam emporstieg, lag das Dörflein bereits im tiefsten Schlafe. Die -Engel Gottes aber schwebten über Reich und Arm und hielten treue Wacht.</p> - -<h4 id="Wortarten_Artikel_23"><b>23. Der Dachs.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Der unbestimmte Artikel.)</p> - -<p><em class="gesperrt">Ein</em> Jäger zog durch <em class="gesperrt">einen</em> Wald. <em class="gesperrt">Eine</em> schöne -Doppelflinte hing auf seinem Rücken und <em class="gesperrt">ein</em> Hirschfänger an -seiner Seite. <em class="gesperrt">Ein</em> Dachshund und ein Windspiel begleiteten ihn.</p> - -<p>Ein herrlicher Herbsttag lag auf den Gipfeln der Tannen und Fichten. -Ein sonniger Hauch wehte auf den bebuschten Hügeln. Da sprang eine -Rehkuh auf. Ein solches Thier ist für jeden Menschen eine angenehme -Erscheinung. Ein Jägerauge aber zuckt freudig auf, wenn es ein -solches Wild erblickt. Auch diesen Waidmann durchzuckte eine freudige -Aufregung. Kaum war eine Minute vergangen, knallte ein Schuß und eine -Ladung Schrot saß dem Thiere in einem Hinterlaufe.</p> - -<p>Jetzt aber gab es eine ergötzliche Scene. Ein Wink und beide Hunde -begannen einen wahren Wettlauf nach dem Rehe. Dabei aber war ein tiefer -Graben zu überspringen. Für den Windhund war dies ein Spaß, eine ganz -leichte Mühe. Nicht so für einen kurzbeinigen Dachshund. Dieser nahm -zwar einen gewaltigen Anlauf, aber für ihn war ein solcher Graben eine -zu weite Kluft. Er schoß einen Purzelbaum und rollte wie eine Kugel ein -großes Stück den einen Rand hinab in eine Pfütze. Ein helles Gelächter -begleitete seinen Fall. Eine Anzahl Waldarbeiter hatten ihn nämlich aus -einer kleinen Entfernung beobachtet. Unter ihnen fand sich auch bald -eine hülfreiche Hand, die mit einer Stange zur Rettung herbeieilte.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_27">[S. 27]</span></p> - -<p>„Siehst Du“, sagte der Jäger zum ganz durchnäßten Dachse, „so geht es -einem Voreiligen. Nimm Dir aus diesem Falle eine Lehre: Wer ein Dachs -ist, muß es einem Windspiele nicht gleichthun wollen.“</p> - -<h4 id="Wortarten_Artikel_24"><b>24. Der Liederliche.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Bestimmter und unbestimmter Artikel.)</p> - -<p>Bernhard war <em class="gesperrt">ein</em> höchst unordentlicher Knabe. Dies zeigte -<em class="gesperrt">ein</em> einziger Blick in <em class="gesperrt">die</em> Kinderstube, in der er -sich aufhielt. <em class="gesperrt">Der</em> Bücherranzen, <em class="gesperrt">der</em> Stiefelknecht, -<em class="gesperrt">der</em> Ball und <em class="gesperrt">der</em> Atlas lagen gewöhnlich beisammen unter -der Ofenbank. Die Botanisirtrommel, die Mütze, die Federbüchse, die -Schreibmappe und die Haarbürste erblickte man nicht selten in einem -Winkel der Stube. Das Bibelbuch, das Tintenfaß, das Handtuch, das -Wichszeug und das Vorhemdchen erhielten oft ihren Platz in einem -Schubfache einer alten Kommode.</p> - -<p>Der Vater und die Mutter, sowie auch das Stubenmädchen hielten dem -Knaben deshalb oft eine Strafpredigt, aber all die Mahnungen und -Warnungen fanden bei ihm ein taubes Ohr.</p> - -<p>Auch der Lehrer hatte die größte Noth mit ihm. Namentlich bekundeten -die Schreibebücher Bernhard’s die größte Liederlichkeit und einen hohen -Grad von Leichtsinn. Die Umschläge waren zerrissen. Durchschnittlich -das dritte Blatt enthielt einen Klecks. Die Schrift konnte man kaum -lesen. Das Löschblatt glich einem Lappen.</p> - -<p>Auch der Tadel und die Strafe des Lehrers besserten den Knaben nicht. -Er blieb ein liederlicher Mensch sein Lebelang.</p> - -<h4 id="Wortarten_Artikel_25"><b>25. Ein Frühlingsmorgen.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Der Tag brach an. Die Sonne stieg im Osten empor. Das ferne Gebirge -strahlte im Purpurgolde. Ein leichter Nebel<span class="pagenum" id="Seite_28">[S. 28]</span> stieg aus dem Thale auf. -Eine Lerche flatterte aus dem Saatfelde empor und stimmte ein jubelndes -Lied an. Die Gräser, Halme und Blumen blitzten im Perlenschmucke -des Morgenthaues. Der Wald erwachte. Die Wiese belebte sich mit -Schmetterlingen und Bienen. Das Wild lugte munter aus dem Gebüsche -hervor. Bald zeigte sich auch das neuerwachte Leben in einem nahen -Dörfchen, das eine lange Obstallee umgrenzte.</p> - -<p>Der Hahn krähte. Die Tauben flatterten auf die Dächer. Das -Ziegenböcklein meckerte im Stalle. Eine Menge Rauchsäulen stiegen aus -den Schornsteinen empor. Der Knecht schirrte die Pferde ein, das Feld -zu bestellen. Die Magd besorgte Futter für das Vieh. Es schien bereits -darauf zu warten, denn die Kuh brummte, der Ochse brüllte, das Schwein -grunzte, die Gans schnatterte und die Henne gackerte.</p> - -<p>Bald darauf begann die Arbeit auf den Feldern. Hier zog ein Ochsenpaar -einen schweren Pflug. Dort schleifte ein dicker Gaul eine Egge über ein -knolliges Beet. Hier streute ein Landmann Korn auf einen wohlgedüngten -Acker. Dort trieb ein Hirte eine wollige Heerde auf ein grasreiches -Stoppelfeld.</p> - -<p>So entwickelte sich von einer Viertelstunde zur andern ein immer -regeres Leben, bis endlich der helle Tag die Menschen und die Thiere in -voller Thätigkeit sah.</p> - -<h4 id="Wortarten_Artikel_26"><b>26. Ehre dem Tapferen.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Declination der Artikel.)</p> - -<p><em class="gesperrt">Der</em> Kasernenhof <em class="gesperrt">des</em> vierten Reiterregiments war -<em class="gesperrt">der</em> Schauplatz <em class="gesperrt">einer</em> großen Festlichkeit. <em class="gesperrt">Der</em> -Commandant <em class="gesperrt">des</em> Reiterregiments übergab nämlich <em class="gesperrt">dem</em> -Wachtmeister <em class="gesperrt">der</em> dritten Schwadron das eiserne Kreuz erster -Klasse. Dieser brave Mann hatte dem Feinde vor dem Festungswalle eine -Fahne entrissen. Die vielen Wundennarben des Tapferen zeigten noch von -dem harten Kampfe um den Siegespreis. Die Stirn des Wachtmeisters<span class="pagenum" id="Seite_29">[S. 29]</span> -war von einer feindlichen Kugel gestreift; an der Hand sah man einen -Bajonettstich; in dem rechten Arme saß zur Zeit noch eine Kugel, die -noch einen bedeutenden Schmerz verursachte.</p> - -<p>Der Kasernenhof des Regiments war zu dieser Festlichkeit mit dem -Laubwerke der Eiche geschmückt. An den Fenstern hingen Kränze. Ueber -dem Haupteingange prangten des Königs Namenszug und das Wappen des -Landes. Den Namenszug umflatterten eine Menge Fahnen. Vor dem Thorwege -stand eine Art Ehrenpforte, deren Säulen bunte Blumenranken umspannen. -Auf einem hohen Plumpenhäuschen, dem man ebenfalls ein festliches -Gewand angelegt hatte, prangte die Fahne des Korps und wehte dem Helden -ihre Grüße zu.</p> - -<p>Das Musikchor spielte vor der Uebergabe der Auszeichnung den neuesten -Sturmmarsch der Infanterie und nach der Feier einen Choral. Die Rede -des Commandanten rühmte an dem Wachtmeister den großen Muth, die -ausgezeichnete Tapferkeit und das treue Soldatenherz.</p> - -<p>Der weite Kreis der Kameraden gönnte dem Braven den wohlverdienten -Lohn. Eine solche Auszeichnung eines solchen Braven gab sogar einem -Offiziere Veranlassung, bei Tische einen Toast auf ein so echtes -Soldatenherz, wie der Wachtmeister besäße, auszubringen.</p> - -<h4 id="Wortarten_Artikel_27"><b>27. Die Rettung.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>An dem Ufer eines Flusses spielten die Kinder eines armen Webers aus -dem nahen Städtchen D. Sie ließen zuerst den Drachen steigen, den der -ältere Knabe aus den Blättern des alten Hauskalenders gefertigt hatte. -An dem Kopfe des Drachen sah man ein Gesicht mit einem schwarzen Barte. -An dem Schwanzende flatterte ein Büschel bunter Federn. Da der Wind -dem Spiele nicht günstig war und den Drachen nicht tragen<span class="pagenum" id="Seite_30">[S. 30]</span> wollte, -schritten die Kinder zu einer anderen Unterhaltung. Sie suchten an -dem Ufer des Flusses Muschelschalen und bunte Steine. Mit den Steinen -wollten sie dann nach einem Stabe werfen, auf den sie einen alten Topf -gestürzt hatten. Allein bei dem Suchen der Steine und der Muscheln -glitt der kleine Paul von dem Ufer aus und fiel in den Fluß.</p> - -<p>Sicher hätte das Kind des armen Webers den Tod in den Wellen gefunden, -wäre nicht in dem nächsten Augenblicke ein Retter erschienen. Den Fluß -daher kam nämlich der Diener eines Barons mit dem Pudel des Herrn. -„Karo, <span class="antiqua">apporte</span>!“ rief der Diener dem Pudel zu und zeigte auf die -Wellen und den mit dem Tode ringenden Knaben.</p> - -<p>Das Thier stürzte sich sogleich in das Wasser, schwamm dem Kinde nach, -packte es an den Kleidern und zog es glücklich dem Ufer und den übrigen -Kindern zu. Welch eine Freude unter den Geschwistern! Sie küßten dem -Diener aus Dankbarkeit die Hand und hätten am liebsten auch den Pudel -geküßt.</p> - -<p>Der kleine, ganz durchnäßte Knabe wurde nun sogleich der heimathlichen -Hütte zugeführt, dort entkleidet, in ein wollenes Tuch eingeschlagen -und in das Bette gebracht, in dem er sich noch im Laufe des Tages von -seinem Schrecken wieder ganz erholte.</p> - -<h4 id="Wortarten_Artikel_28"><b>28. Mißgunst.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung.)</p> - -<p>Ein Spitz und eine Katze zankten sich um ein Stück Fleisch. Der Spitz -hielt es mit den Pfoten und die Katze mit dem Gebiß. Das Fleisch war -gebraten und roch der Katze vortrefflich. Eben so sehr stach es dem -Hunde in die Augen. Des Hundes Kraft war indeß stärker als das Gebiß -der Katze und darüber ärgerte sich die letztere. Sie wehrte sich mit -einer wahren Verzweiflung, denn sie wollte den Hund nicht Sieger sein -lassen.</p> - -<p>Eine Viertelstunde wol mochte der Kampf gewährt haben.<span class="pagenum" id="Seite_31">[S. 31]</span> Ein Pudel hatte -schon eine geraume Zeit von einer kleinen Entfernung aus dem Kampfe -zugesehen. Ein Entschluß war längst bei ihm gefaßt. Die Beute sollte -ein Frühstück für ihn werden. Das Kampfspiel aber schien ihm eine -gewisse Unterhaltung zu gewähren.</p> - -<p>Jetzt indeß, nach Ablauf von etwa einer halben Viertelstunde, harrte er -nur noch eines günstigen Augenblickes.</p> - -<p>Die Augen der Katze leuchteten immer feuriger. Der Kamm des Spitzes -schwoll immer höher. Da plötzlich sprang der schlaue Pudel dazwischen. -Ein Ruck, ein Schluck und das Fleisch war verschwunden.</p> - -<p>Einen Moment standen der Spitz und die Katze wie verblüfft. Bald aber -zogen beide mit einem grimmigen Blicke auf den Räuber ab. Beide sahen -jetzt ein, daß, da sie nur ein Stück Fleisch gehabt hatten, sie besser -gethan hätten, eine friedliche Theilung vorzunehmen.</p> - -<div class="section"> - -<h3 class="padtop1" id="Wortarten_Das_Zahlwort">Das Zahlwort.</h3> - -</div> - -<h4 id="Wortarten_Zahlwort_29"><b>29. Der Würfel.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Bestimmte Zahlwörter.)</p> - -<p>Der Würfel ist ein ganz regelmäßiger Körper. Er hat <em class="gesperrt">sechs</em> -gleichgroße Flächen und <em class="gesperrt">zwölf</em> gleichlange Kanten. Die Flächen -enthalten <em class="gesperrt">vierundzwanzig</em> rechte Winkel und bilden acht gleiche -Ecken. Und hätten wir hundert oder auch tausend, ja eine Million -verschiedene Würfel vor uns, wir würden an jedem ganz dieselben -Verhältnisse entdecken.</p> - -<p>Die Würfel, welche zum Spielen bestimmt sind, hat man auf jeder Seite -mit Punkten versehen. Wir erblicken da einen Punkt, zwei, drei, vier, -fünf und sechs Punkte. Man spielt mit zwei, drei, sechs, acht, auch -zehn Würfeln und zählt dann diejenigen Punkte zusammen, welche die -obenauf liegenden Seiten zeigen. So kann man bei zwei Würfeln zwölf, -bei drei<span class="pagenum" id="Seite_32">[S. 32]</span> achtzehn, bei fünf dreißig, bei zehn sogar sechzig Punkte -oder Augen gewürfelt haben. Die niedrigste Zahl würden bei zehn Würfeln -zehn Punkte sein.</p> - -<p>Das Spiel mit Würfeln ist nicht nur unterhaltend, sondern auch -nützlich, indem man dabei eine Uebung im schnellen Zusammenzählen hat.</p> - -<h4 id="Wortarten_Zahlwort_30"><b>30. Ordnung.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Ordnungszahlen.)</p> - -<p>Der Lehrer Weizner hatte in seiner Klasse eine musterhafte Ordnung. Vom -<em class="gesperrt">ersten</em> bis zum <em class="gesperrt">letzten</em> Schüler wußte jeder stets, was er -zu thun hatte. Jeder Bankoberste hatte sein besonderes Aemtchen. So -mußte z. B. der zweite Bankoberste die Schreibebücher, der dritte die -Federn, der vierte die Rechenhefte, der fünfte die Bibeln austheilen. -Der achte mußte für Reinlichkeit, der elfte für Lüftung des Zimmers -sorgen. Dem zwölften lag das Abwischen der schwarzen Tafel ob. Kam -der fünfundzwanzigste Tag des Monats, mußte der zehnte Bankoberste -alle Censurbücher gesammelt haben. Diese aber durfte er nicht anders -als wohlgeordnet übergeben. Es durfte z. B. das Censurbuch des -fünfunddreißigsten Schülers nicht vor dem des vierunddreißigsten liegen.</p> - -<p>Die Schreibefedern wurden auf ein Bret gesteckt. Jede trug eine Nummer -am Halter. Auch auf diesem Federbehälter mußte Ordnung herrschen. Neben -der vierzehnten Feder mußte die fünfzehnte, neben der vierzigsten die -einundvierzigste stecken, sodaß beim Austheilen kein Irrthum entstehen -konnte und z. B. der neunzehnte Schüler auch die neunzehnte Feder bekam.</p> - -<p>Dieselbe eiserne Ordnung herrschte auch in Bezug auf die häuslichen -Arbeiten. Jeden 15. oder 16. des Monats mußten die Aufsätze, jeden 10., -20. und 28. die Rechenbücher, jeden 12. und 24. die Geographiehefte -eingegeben werden. In der 2.<span class="pagenum" id="Seite_33">[S. 33]</span> Stunde jedes 3. Wochentages wurden die -gelernten Sprüche und Verse überhört.</p> - -<p>So wohlgeordnet ging es fort Jahr aus, Jahr ein, vom 1. bis zum 365. -Tage. „Und hätte ich es Euch schon zum tausendsten Male gesagt“, -begann eines Tages der Lehrer, „muß ich es Euch doch immer wieder in -Erinnerung bringen, daß es Euch äußerst heilsam ist, wenn Ihr Euch -schon in Eurem ersten Schuljahre an strenge Ordnung gewöhnt. Ihr -könnt es darin bis zu Eurem achten, also bis zu Eurem vierzehnten -Lebensjahre, weit bringen. Und ich bin gewiß, Ihr werdet es in Eurem -60., 70. oder 80. meiner Strenge in diesem Punkte noch Dank wissen.“</p> - -<h4 id="Wortarten_Zahlwort_31"><b>31. Christbescheerung.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Das unbestimmte Zahlwort.)</p> - -<p>Es war kurz vor Weihnachten, als sich die Schüler einer Klasse -vereinigten, einer armen Familie eine kleine Festfreude zu bereiten. -<em class="gesperrt">Alle</em> versprachen, irgend eine Gabe dazu mitzubringen. -<em class="gesperrt">Mehrere</em> Knaben, und darunter der Klassenoberste, wurden -beauftragt, die Gaben in Empfang zu nehmen. Schon nach wenig Tagen ging -das Sammeln sehr lebhaft. Einige Schüler brachten Kartoffeln, viele -ganze Brode herbei. Etliche lieferten Stollen, manche Pfefferkuchen -und Nüsse. Mehrere brachten abgesetzte Kleidungsstücke, die aber -größtentheils noch sehr brauchbar waren. Einzelne schenkten Bücher -und Bilder. Eine Anzahl hatte es auf Bleistifte, Federn und Schiefer -abgesehen. Fast jeder spendete zudem einige Aepfel und Nüsse. Gab jeder -auch nur wenige, wurde doch schließlich eine Unzahl daraus. Keiner -auch hatte verabsäumt, in seine Sparbüchse zu greifen, um auch etwas -klingende Münze beizulegen. Die meisten dieser Geldstücke bestanden in -Groschen und Fünfgroschenstücken.</p> - -<p>Daß die Geschenke so massenhaft eingehen würden, hatte<span class="pagenum" id="Seite_34">[S. 34]</span> sich keiner -gedacht. Sämmtliche Schüler waren daher höchst erfreut, als sie am -heiligen Abende in ihrer Schulstube die fast unzähligen Geschenke -ausbreiten und ordnen konnten.</p> - -<p>Unbeschreiblich glücklich aber war die arme Familie mit ihren -zahlreichen Kindern, die alle diese Geschenke bescheert erhielt. Sie -hatte jetzt nur allein an Lebensmitteln mehr, als sie in geraumen -Wochen verzehren konnte. Wiederholt dankten die Armen warm und herzlich -und mehrmals traten ihnen die Thränen in die Augen. Die Schaar der -kleinen Wohlthäter aber feierte nun das Weihnachtsfest noch einmal so -vergnügt.</p> - -<h4 id="Wortarten_Zahlwort_32"><b>32. Die Feuersbrunst.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zahlwörter zu Hauptwörtern erhoben.)</p> - -<p>Es war der <em class="gesperrt">Letzte</em> im Monat December, als in einem Dorfe, in -welchem schon den <em class="gesperrt">Vierundzwanzigsten</em> vorher ein Bauergut -abbrannte, abermals Feuer ausbrach. Der Nachtwächter war der Erste, -der es bemerkte und Lärm machte. Ein großes Haus, das dritte westlich -von der Kirche, stand in hellen Flammen. Fürchterlich klang das -Geschrei der armen Thiere, die noch in dem Stalle staken und nicht -herauskonnten. Von den Hunderten, die zur Hilfe herbeigeeilt waren, -wagte Keiner die rettende That und wenn man ihnen Tausende geboten -hätte.</p> - -<p>Da kamen zwei Wanderburschen des Weges daher. Diese Zwei, als sie das -Gestöhne der Thiere vernahmen, entschlossen sich sofort, das Möglichste -zur Rettung zu versuchen. Schleunigst warf jeder sein Bündel ab und -gleich darauf sah man die kühnen Zwei auf allen Vieren zur Thür des -brennenden Hauses hineinkriechen. Schon nach fünf Minuten waren die -Thiere gerettet. „Wer sind diese Beiden?“ fragte man links und rechts. -Es erfuhr indeß Niemand, wie sie hießen und wo sie her waren. Von Allen -bewundert zogen die beiden Wanderburschen bald darauf ihres Weges -weiter.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_35">[S. 35]</span></p> - -<h4 id="Wortarten_Zahlwort_33"><b>33. In der Strafanstalt.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Biegung des Zahlwortes.)</p> - -<p>Der Hauptmann von Lothardt war Direktor einer Strafanstalt. Er aber -war durchaus kein Tyrann. <em class="gesperrt">Keinem</em> seiner Sträflinge machte er -das Leben absichtlich schwer. <em class="gesperrt">Jedes einzelnen</em> Wohl lag ihm am -Herzen. Was <em class="gesperrt">Andere</em> in gleicher Stellung mit unzähligen Flüchen -zu erreichen suchten, erreichte er mit <em class="gesperrt">wenigen</em>, aber ernst -mahnenden Worten.</p> - -<p>Jeden Sonntag nach der Frühkirche mußten sich sämmtliche Sträflinge, -die unter seiner Aufsicht standen, aufstellen und dann hatte er allen -und jedem etwas zu sagen. Den ersten, dritten und vierten erinnerte er -vielleicht, mehr auf Reinlichkeit zu halten. Zweien, dreien oder vieren -hielt er vielleicht ihr trotziges Wesen vor und dergleichen. Bei dieser -Gelegenheit theilte er sämmtlichen Züchtlingen Einiges mit, was sich im -Verlaufe einiger Tage oder der letzten Wochen in der Welt zugetragen -habe. Manchem erzählte er, was er über dessen Familie daheim erfahren, -wobei nicht selten in vieler Augen Thränen sichtbar wurden. Auch nahm -er zu gleicher Zeit Wünsche und Bitten in Empfang, worunter etliche -allerdings oft sehr sonderbarer Natur waren.</p> - -<p>Die jedesmaligen Bitten etlicher, heute einen Brief nach Hause -schreiben zu dürfen, gewährte er gewöhnlich, obgleich ihm das -Durchlesen sämmtlicher Briefe nicht leicht wurde.</p> - -<p>Auf diese Weise erwarb sich der Direktor Aller Herzen und den meisten -Sträflingen gingen beim endlichen Abschiede von demselben die Augen -über. Vieler Gemüther erfüllte aufrichtige Dankbarkeit gegen den -väterlichen Freund. Und mißbrauchten auch einige diese Güte, blieb er -sich um zweier oder dreier willen in seinem Verhalten gleich. Er sagte -oft: „Um Weniger halber sollen nicht Alle leiden.“</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_36">[S. 36]</span></p> - -<h4 id="Wortarten_Zahlwort_34"><b>34. Im Kriege.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung des Zahlwortes.)</p> - -<p>Es war den 5. September 1813, des Morgens gegen sechs Uhr. Fünfhundert -Mann preußische Infanterie nebst drei Kanonen und etlichen Reitern -nahmen Stellung gegen ein Dorf. Das Dorf bestand aus mehreren großen -Gütern, einigen kleineren Gehöften und vielen zerstreut liegenden -Hütten. Der Feind darin zählte gegen achthundert Mann nebst sieben -Geschützen, die aber nur wenig Leute zur Bedienung hatten.</p> - -<p>Der Angriff erfolgte nicht blos von einer, sondern von mehreren Seiten. -Kaum aber waren zwanzig Kanonenschüsse gefallen, begann auch schon der -Sturm von Seiten der Preußen. Hierbei zeichneten sich einzelne Soldaten -ganz besonders aus. Das war ein Laufen! Jeder wollte der Erste im Dorfe -sein und Keiner für einen Feigling gelten.</p> - -<p>Bald standen sämmtliche Gebäude in Flammen. Nach fünfzehn Minuten war -der Kampf entschieden. Die meisten Feinde flohen, viele wurden gefangen -und gegen einhundertundfünfzig Mann bedeckten die Kampfplätze.</p> - -<p>Von den Preußen waren nur wenige gefallen, wohl aber hatte -durchschnittlich der zehnte Mann eine Verwundung erhalten.</p> - -<div class="section"> - -<h3 class="padtop1" id="Wortarten_Das_Fuerwort">Das Fürwort.</h3> - -</div> - -<h4 id="Wortarten_Fuerwort_35"><b>35. Ein Brief.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Persönliche Fürwörter.)</p> - -<p class="center">Lieber Robert!</p> - -<p><em class="gesperrt">Du</em> wünschtest, so viel <em class="gesperrt">ich</em> gehört habe, ein Kaninchen von -meinem Bruder zu besitzen. <em class="gesperrt">Ich</em> kann <em class="gesperrt">Dir</em> nun mittheilen, -daß <em class="gesperrt">er</em> gern bereit ist, <em class="gesperrt">Dir</em> ein solches Thierchen zu -schenken. Du sollst nur kommen und Dir eins aussuchen, dann wird er Dir -es schicken.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_37">[S. 37]</span></p> - -<p>Wir würden uns freuen, wenn Du heute schon kämst und auch den Emil -Kappler mitbrächtest. Wir würden dann mit Euch einen Spaziergang -unternehmen und Euch in den nahen Wald führen, woselbst sehr viel -Heidelbeeren stehen, die Ihr gewiß alle gern eßt. Sie schmecken dies -Jahr ganz besonders süß. Wolltet Ihr das nicht, könnten wir auch mit -Euch zu Pastors Kindern gehen. Sie haben sehr viel Bilderbücher und -Spielzeug. Sie besitzen auch eine kleine Kegelbahn, auf der wir sehr -viel Vergnügen finden würden.</p> - -<p>In der Hoffnung, daß Du vielleicht heute noch mit Deinem Bruder und dem -Emil kommen wirst, und mit dem Versprechen, daß wir Euch so gut als -möglich unterhalten werden, grüßt Dich</p> - -<p class="right mright2"><span class="mright6">Dein</span><br /> -Gustav Pernitz.</p> - -<h4 id="Wortarten_Fuerwort_36"><b>36. Schönheit bringt Gefahr.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Besitz anzeigende Fürwörter.)</p> - -<p>In einem Walde standen ein junger Tannenbaum und eine junge -Fichte dicht neben einander. Beide stritten sich um <em class="gesperrt">ihre</em> -gegenseitigen Vorzüge. Das Tannenbäumchen sagte: „<em class="gesperrt">Mein</em> Wuchs -ist viel schlanker als <em class="gesperrt">deiner</em>. <em class="gesperrt">Meine</em> Aeste stehen weit -regelmäßiger als die <em class="gesperrt">deinigen</em>. Die Farbe meiner Nadeln ist schön -dunkelgrün und glänzend; die Rückseite derselben ist sogar in Silber -getaucht. Dein Kleid dagegen macht gar kein Aufsehen, denn seine Farbe -ist einfach und matt. Ueberhaupt hat unser Geschlecht etwas Nobles, -während eure ganze Sippschaft ein gewöhnliches Aussehen bietet.“</p> - -<p>Die junge Fichte vertheidigte sich zwar, aber ihre Worte waren nicht -so bitter. „Meine Gestalt und mein Gewand“, sagte sie, „sind nicht -minder schön als dein Wuchs und dein Kleid. Unsere Aeste stehen -dichter als eure und deshalb sind wir bei den kleinen Singvögeln -beliebter. Ihre Lieder ertönen hell aus unsern Gipfeln und manches -Vögelpärchen vertraut die Wiege<span class="pagenum" id="Seite_38">[S. 38]</span> seiner Kinder lieber unsern Zweigen -an als den eurigen. Und wäre es wirklich wahr, daß dein Aeußeres das -meinige an Reizen überträfe, so sei auf deiner Hut, daß dieser Vorzug -nicht dein Unglück werde. Die Menschen sind schlimm und ihre scharfen -Augen trachten oft nach dem Besten. Euer Geschlecht hat das schon oft -empfinden müssen.“</p> - -<p>Das Fichtenbäumchen hatte wahr gesprochen. Als Weihnachten kam, trat -ein Bauer mit seinem Knechte herbei und sprach zu letzterem: „Nimm -Dein Beil und haue mir dieses Tannenbäumchen ab. Seine Gestalt gefällt -mir. Es soll meinen Kindern zum Christbaume werden und auf ihrem -Weihnachtstische stehen.“</p> - -<p>So wurde das Tannenbäumchen um seines schönen Aussehens willen -frühzeitig gefällt, während die junge Fichte in ihrer einfachen -Erscheinung unangetastet blieb und großwachsen konnte.</p> - -<h4 id="Wortarten_Fuerwort_37"><b>37. Die Natur.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Bezügliche Fürwörter.)</p> - -<p>Der Mensch, <em class="gesperrt">welcher</em> die Natur aufmerksam betrachtet und die -Wunder, <em class="gesperrt">die</em> in <em class="gesperrt">ihr</em> vorgehen, beobachtet, wird viel -Gewinn für sein Herz, <em class="gesperrt">das</em> ja für alles Schöne gern empfänglich -ist, davon haben. Nicht blos der Sturm, der Bäume entwurzelt, sondern -auch das Säuseln, das lind durch die Blätter zieht; nicht blos die -Gletscher, die mit ihren Silberhäuptern über die Wolken emporragen, -sondern auch das Sandkorn, welches von der leichten Welle des -Waldbaches dahingespült wird; nicht blos die riesige Eiche, welche mit -ihren markigen Armen einen weiten Luftkreis umspannt, sondern auch das -Gänseblümchen, welches in schmucker Einfachheit zu unsern Füßen blüht, -predigt uns die Allmacht Gottes.</p> - -<p>Der zarte Staubfaden, der im Innern der kleinsten Blume sitzt; das -haarfeine Fühlhorn, das wir auf dem Kopfe der<span class="pagenum" id="Seite_39">[S. 39]</span> Mücke entdecken; die -strahlende Thauperle, die des Morgens am Grashalme zittert: sie alle -zeugen von der Weisheit des Schöpfers.</p> - -<p>Sieh den Sperling, welcher selbst im strengsten Winter auf der Straße -sein Futter findet; die Raupe, welche an der saftigen Wolfsmilch -nagt; das Käferlein, welches aus einem Blumenkelche trinkt: und -Dein Vertrauen zu dem gütigen Schöpfer, der für alle Wesen, die er -geschaffen, väterlich sorgt, wird sich wunderbar stärken.</p> - -<p>So gleicht die ganze Natur einem großen Buche, das auf jedem Blatte -Nahrung für Dein Herz bietet.</p> - -<h4 id="Wortarten_Fuerwort_38"><b>38. Aberglaube.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Hinweisende Fürwörter.)</p> - -<p>Die Bäuerin Zuckerriedel zeigte sich ungemein abergläubisch. Sie war -<em class="gesperrt">dieselbe</em>, welche eines Tages ein armes Bettelweib mit dem -Stallbesen forttrieb, weil sie glaubte, <em class="gesperrt">dasselbe</em> sei eine -Zauberin. Sie war auch <em class="gesperrt">diejenige</em>, welche sich allemal bekreuzte, -so oft sie über einen Kreuzweg ging. Alles dasjenige, was in ihrem -Kuhstalle vor sich ging, brachte sie mit dem Einflusse guter oder böser -Geister in Verbindung. Denjenigen Fremden, der über ihre Schwelle trat, -beobachtete sie mit mißtrauischen Augen und bald stand Dieser und -Jener, der etwa einen Blick nach der Stallthüre geworfen hatte, bei ihr -in üblem Verdachte.</p> - -<p>Ganz anders war ihr Nachbar, der Bauer Menzel. Derselbe, welcher -allerdings die nöthige Schulbildung genossen hatte, erklärte frei und -öffentlich: „Alles Dasjenige, was nach Aberglauben riecht, ist eine -Lächerlichkeit.“</p> - -<p>Ganz Dasselbe sagte er auch zu seiner Nachbarin. Diese aber entgegnete -ihm: „Derjenige, der mir so etwas sagen kann, sollte nur meine selige -Großmutter gehört haben. Diese, welche<span class="pagenum" id="Seite_40">[S. 40]</span> sonst nicht eben leichtgläubig -war, hat mir wiederholt erzählt, wie derselbe dreibeinige Hase, welcher -noch heute zuweilen unser Gut umkreist, früher nachts in der zwölften -Stunde vor der Stallthür gewesen ist und dieselbe angeniest hat.“</p> - -<p>„Nun so hört, was ich jetzt sage“, erwiderte Menzel. „Ich verspreche -Demjenigen, der mir meine Ochsen, und Derjenigen, die mir meine Kühe -behext, je zehn Thaler. Und dasjenige meiner Kinder, das von irgend -Jemand beschrieen wird, soll diesem, bis dasselbe zwanzig Jahre alt -ist, jedes Jahr einen Scheffel Weizen überbringen helfen. Das sage ich -Euch und ganz Dasselbe will ich auch im ganzen Dorfe bekannt machen.“</p> - -<p>Die Bauerfrau erschrack beinahe über diese Tollkühnheit. Aber obgleich -sich Niemand fand, der sich jenen Preis verdiente, wurde sie von ihrem -Aberglauben doch nicht geheilt.</p> - -<h4 id="Wortarten_Fuerwort_39"><b>39. Räthselfragen.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Fragende Fürwörter.)</p> - -<p>„Heute will ich einmal eine kleine schriftliche Wiederholung mit Euch -vornehmen“, sagte ein Lehrer eines Tages zu seinen Schülern. „Ich werde -indeß meine Fragen so stellen, daß sie wie eine Art Räthsel klingen. -Schreibt also folgende Fragen auf und die Antworten dahinter:</p> - -<p><em class="gesperrt">Wer</em> hat das höchste Lebensalter erreicht? — <em class="gesperrt">Welche</em> -Spinne halten viele Leute fälschlich für giftig? — <em class="gesperrt">Welcher</em> -Kaiser starb auf der Insel St.-Helena? — Welches Thier frißt zuweilen -seine Jungen? — Welchen Menschen nennt man einen Narren? — Welchem -Volke gehörte zuerst Paulus an? — Was ließ Pilatus über das Kreuz -Jesu schreiben? — Was für eine Art Bienen hat keinen Stachel? — Was -für ein Insekt vermehrt sich am zahlreichsten? — Wessen Beruf ist mit -viel Lebensgefahr verknüpft? — Welcher Blume zollt man das Lob der -Bescheidenheit? — Wem verdanken wir die Entdeckung<span class="pagenum" id="Seite_41">[S. 41]</span> Amerikas? — Wen -schlug das deutsche Heer bei Sedan? — Welche Rose trägt keine Dornen?“</p> - -<p>Die Schüler beantworteten diese Fragen und fast alle hatten die -richtige Lösung gefunden.</p> - -<h4 id="Wortarten_Fuerwort_40"><b>40. Eine schreckliche Zeit.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Unbestimmte Fürwörter.)</p> - -<p>Noch im vorigen Jahrhunderte glaubte <em class="gesperrt">man</em>, daß <em class="gesperrt">Jeder</em>, -der rothe, entzündete Augen habe, mit bösen Geistern in Verbindung -stehe. Jedermann erkannte es darum auch für Recht, daß solche -Menschen beseitigt würden. Man verbrannte sie daher öffentlich auf -Scheiterhaufen. Niemand hatte Mitleid mit einem solchen unglücklichen -Opfer. Ja, ließ irgend Jemand merken, daß er Bedauern fühle, kam er in -Gefahr, für einen gehalten zu werden, der mit dem Bösen auch etwas zu -thun habe. Wurde eine oder einer von diesen armen krankäugigen Menschen -verbrannt, so veranlaßte dies sogar eine Art Volksfest. Man hörte wol -gar, wie der und jener jubelte, wenn die Flammen über dem Unschuldigen -zusammenschlugen. Schließlich wurde die Asche des Verbrannten in alle -Winde zerstreut, damit nichts mehr an ihn erinnere.</p> - -<p>Gewiß dankt ein Jeder und eine Jede unter uns Gott, daß die Zeiten, da -so etwas geschehen konnte, vorüber sind.</p> - -<h4 id="Wortarten_Fuerwort_41"><b>41. Ein Brief.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung der Fürwörter.)</p> - -<p class="center">Lieber Freund!</p> - -<p>Deinen letzten Brief habe ich drei Tage später erhalten, als Du ihn -geschrieben hast. Er ist bei meiner Tante liegen geblieben. Sie hatte -denselben aus Versehen mit in ihre Papiere verpackt.</p> - -<p>Dein Portrait, welches Du mir in dem Briefe beigelegt hast, gefällt -mir und meinen Geschwistern sehr. Es ist ganz<span class="pagenum" id="Seite_42">[S. 42]</span> Dein Ebenbild. Dieser -und jener, dem wir es zeigten, meinte freilich, es läge etwas in den -Zügen, was man bei Dir nicht fände. Unser Papa aber sagte, das sei der -Ernst, welcher sich fast auf allen Photographien ausgeprägt finde, und -es werde Niemand ein besseres Bild von Dir und insbesondere von Deinen -Gesichtszügen herstellen können.</p> - -<p>Wer hat Dich denn eigentlich photographirt und was kostet das Dutzend -solche Bilder? Du würdest mich sehr verbinden, wenn Du mir das in -Deinem nächsten Briefe mittheiltest. So viel ich weiß, hat, außer uns, -dies und jenes in unserer Familie die Absicht, sich auch portraitiren -zu lassen. Es wird überhaupt dem und jenem unserer Bekannten lieb sein, -zu erfahren, wer sich bei Euch in der Stadt als der beste Photograph -bewährt.</p> - -<p>Nimm für jenes Geschenk meinen besten Dank! Ich werde dasselbe stets -hoch in Ehren halten, es einrahmen lassen und über meinen Arbeitstisch -hängen.</p> - -<p>Wie schon gesagt, werden wir uns auch photographiren lassen. Sobald -diese Bilder fertig sind, sollen sie in Euer Album wandern. Es wird sie -Dir Jemand überbringen, der sich nennt</p> - -<p class="right mright2"><span class="mright6">Deinen treuen Freund</span><br /> -Rudolph Melzer.</p> - -<div class="section"> - -<h3 class="padtop1" id="Wortarten_Das_Zeitwort">Das Zeitwort.</h3> - -</div> - -<h4 id="Wortarten_Zeitwort_42"><b>42. Auf dem Lande.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Bezügliche Zeitwörter.)</p> - -<p>Theodor <em class="gesperrt">bewohnte</em> mit seinen Eltern eine Villa in der Stadt. Er -<em class="gesperrt">zählte</em> etwa zwölf Jahre. Ihm <em class="gesperrt">gefiel</em> das Leben in der -Stadt außerordentlich. Das Leben auf dem Lande <em class="gesperrt">kannte</em> er gar -nicht, denn er hatte noch nie ein Dorf <em class="gesperrt">besucht</em>.</p> - -<p>Eines Tages aber sagte sein Vater zu ihm: „Theodor, heute werden wir -eine kleine Reise unternehmen. Ziehe Deine Sonntagskleider an. Hänge -Deine Botanisirtrommel um. Nimm<span class="pagenum" id="Seite_43">[S. 43]</span> Dein Spazierstöckchen und stecke Dein -Notizbuch zu Dir. Wir werden heute unsern alten Onkel überraschen, der -ein großes Bauergut besitzt. Das Leben und Treiben auf diesem Gute wird -Dir gewiß Vergnügen bereiten.“</p> - -<p>Nach etwa zwei Stunden sahen Vater und Sohn das betreffende Dorf -im Thale liegen. Bald war des Onkels Besitzthum vollends erreicht. -Freundlich begrüßten sie den Alten. Herzlich hieß dieser die Gäste -willkommen.</p> - -<p>Nachdem ein gutes Frühstück eingenommen war, verließ Theodor das -Zimmer. Er wollte dem Hofe einen Besuch abstatten. Aber welches Leben -entdeckte er hier! Welch buntes Treiben gewahrten seine Augen! Bunte -Tauben pickten ihr Frühstück von der Erde auf. Eine alte Gans führte -ihre Jungen dem nahen Teiche zu. Der Pfauhahn schlug ein Rad mit seinem -Schweife. Schwalben bauten Nester unter das Dach. Junge Schweine -durchwühlten den Düngerhaufen. Ammi, der Haushund, jagte den alten -Kater über den Hof. Der Kettenhund bewachte eifrig das Thor und wollte -seine Kette zersprengen, wenn er einen fremden Menschen gewahrte.</p> - -<p>Hier schirrte ein Knecht die Pferde ein und bespannte dann den Wagen. -Ein anderer führte ein schmuckes Füllen aus. Ein dritter wetzte die -Sense. Dort, auf einer Tenne, drasch man Getreide. Auf einer andern -reinigte man Korn. Auf einer dritten siebte man Weizen.</p> - -<p>Auch die Kuhställe boten viel Unterhaltendes. Die Großmagd fütterte die -Kühe. Die Mittelmagd streute ihnen frisches Stroh unter. Die Kleinmagd -melkte die Ziege. Ein Ziegenböcklein neckte unaufhörlich seinen -Nachbar, ein scheckiges Kälbchen. Eine Heerde Kaninchen knapperte -frische Krautblätter. Oben im Hühnerstalle saßen zwei Hühner und legten -Eier.</p> - -<p>Theodor durchstreifte jetzt auch den Garten. Wohin er sein Auge -richtete, entdeckte er auch hier immer neue Bilder. Und<span class="pagenum" id="Seite_44">[S. 44]</span> so gewährte -ihm das Landleben außerordentlich viel Freuden. Zuletzt wußte er nicht, -sollte er das Stadt- oder das Landleben mehr loben.</p> - -<h4 id="Wortarten_Zeitwort_43"><b>43. Nach der Schlacht.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Unbezügliche Zeitwörter.)</p> - -<p>Die Waffen <em class="gesperrt">ruhen</em>. Die Kanonen <em class="gesperrt">schweigen</em>. Ihre Mündungen -<em class="gesperrt">gähnen</em> stumm in die Nacht hinaus. Die Reiter <em class="gesperrt">sitzen ab</em>. -Kein Säbel blitzt mehr im Sonnenglanze. Keine Flintenkugel heult und -summt und zischt mehr durch die Luft. Die Soldaten hungern und dursten. -Die Müdigkeit aber ist mächtiger als Hunger und Durst, und so liegen -sie umher und schlafen. Nur der Wachtposten steht und lugt aufmerksam -nach dem Schlachtfelde.</p> - -<p>Dort sitzt freilich noch Mancher und blutet. Dort liegt noch Mancher -und stöhnt und jammert. Wohl lächelt der Sieg, wohl duftet schon der -Siegeskranz, aber die Schmerzen der Wunden wüthen immer ärger und ärger -und lassen keine Freude aufkommen. Viele der Armen wachen und wimmern -die ganze Nacht, ohne daß ihnen Hilfe werden kann. Ihre Hoffnung auf -Rettung schwindet endlich. Hunderte verscheiden noch. Die Zahl der -Todten wächst mit jeder Stunde.</p> - -<p>Alle Aerzte sind beschäftigt, die Verwundeten zu verbinden. Ein Wagen -nach dem andern fährt vor den Lazarethen vor, die Unglücklichen -herbeizubringen. Die Sanitätssoldaten schwitzen bei ihrer anstrengenden -Arbeit. Ganze Reihen mit Tragen, auf denen Verwundete liegen, kommen -daher. Ja, das Elend nach einer Schlacht ist groß. Millionen jubeln und -Tausende bluten!</p> - -<h4 id="Wortarten_Zeitwort_44"><b>44. Arbeitsstunde.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Bezügliche und unbezüglich gebrauchte Zeitwörter.)</p> - -<p>Eines Morgens trat der Direktor in die Arbeitsräume seines Institutes. -Er wollte sehen, ob sich alle Schüler nützlich<span class="pagenum" id="Seite_45">[S. 45]</span> beschäftigten. In dem -einen Zimmer saßen Knaben, in dem andern Mädchen. Ein Blick über die -Knaben hinweg sagte ihm, daß alle thätig waren. Walther <em class="gesperrt">schrieb</em>, -Günther <em class="gesperrt">malte</em>, Berthold <em class="gesperrt">zeichnete</em>, Thomas rechnete, Ewald -pappte, Rudolph schnitzte, Just heftete und Valentin las.</p> - -<p>Ebenso regsam ging es in der Mädchenklasse zu. Sophie nähte, Fanny -strickte, Elfriede stickte, Olga häkelte, Rosalie flechtete, Susanne -lernte auswendig, Ottilie studirte in einem Buche, Helene sang und -Jenny wiederholte eifrig.</p> - -<p>Von hier ging der Direktor in die Küche, denn auch hier waren Mädchen -beschäftigt. Er fand alle bei ihrer Arbeit. Lottchen kochte, Anna -röstete, Louise bratete und Doris wusch auf.</p> - -<p>Eine Stunde später durchschritt der Direktor die Räume noch einmal, -um sich nun genauer zu überzeugen, worauf sich denn eigentlich die -verschiedenen Thätigkeiten seiner Schüler erstreckt hätten. Da fand er -denn Folgendes: Walther <em class="gesperrt">schrieb einen Brief</em>, Günther <em class="gesperrt">malte -eine Landschaft</em>, Berthold <em class="gesperrt">zeichnete einen Esel</em>, Thomas -rechnete ein großes Divisionsexempel, Ewald pappte sich eine Mappe, -Rudolph schnitzte ein Federkästchen, Just heftete ein Schreibebuch und -Valentin las ein lustiges Märchen.</p> - -<p>In der Mädchenklasse sah er, daß Sophie eine Schürze nähte, Fanny einen -Strumpf strickte, Elfriede ein Paar Schuhe stickte, Olga eine Börse -häkelte, Rosalie einen Klingelzug flocht, Susanne ein Gedicht lernte, -Ottilie die Pflanzenklassen studirte, Helene die Wacht am Rheine sang -und Jenny die Reformationsgeschichte wiederholte.</p> - -<p>Als der Direktor in die Küche gehen wollte, kam ihm seine Frau -entgegen. „Nun“, sagte er zu dieser, „was haben denn Deine kleinen -Köchinnen heute geschafft?“</p> - -<p>„Lottchen“, erwiderte die Direktorin, „hat Suppe gekocht, Anna Kirschen -geröstet, Louise ein Hühnchen gebraten und Doris<span class="pagenum" id="Seite_46">[S. 46]</span> Schüsseln und Teller -aufgewaschen, denn das müssen die Mädchen auch lernen.“</p> - -<p>Der Direktor war mit dem Fleiße der Schüler sehr zufrieden und sprach -ihnen sein Lob aus.</p> - -<h4 id="Wortarten_Zeitwort_45"><b>45. Eine Angstnacht.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Unpersönliche Zeitwörter.)</p> - -<p>In einem einsamen Felsenthale stand eine kleine, ärmliche Hütte. Darin -saßen an einem schwülen Sommertage die Bewohner derselben, eine arme -Bergmannsfamilie, bei ihrem Abendbrode.</p> - -<p>„Es <em class="gesperrt">wird</em> wol heute Abend noch <em class="gesperrt">regnen</em>“, sagte der Vater. -„Es <em class="gesperrt">umwölkt</em> sich nach Sonnenuntergang zu.“</p> - -<p>„Leicht möglich“, erwiderte die Mutter, „es hat schon lange mit Regen -gedroht.“</p> - -<p>„Es wird wol gar ein Gewitter geben“, sagte einige Minuten später der -älteste Knabe. „Es blitzt schon und — höre ich recht — es donnert -auch bereits in der Ferne.“</p> - -<p>Daraufhin ging der Vater hinaus, um nach dem Himmel zu sehen. „Es kann -ein hartes Gewitter kommen“, meinte er bei seiner Rückkehr. „Es tost -und braust gewaltig in der Ferne. Und oben in den Tannen rauscht und -heult es, als ob das wüthende Heer im Anzuge wäre.“</p> - -<p>Binnen einer Viertelstunde stand das Gewitter über dem Thale und ein -furchtbarer Sturm brach los. „Hört nur“, sagte die Mutter bänglich, -„wie es draußen tobt und saust und wirthschaftet! Es gießt wie mit -Gießkannen! Hu! wie es den Hausgiebel peitscht und wie es an die -Fenster schlägt! Still! Krachte es nicht jetzt auf dem Dache?“</p> - -<p>Alle lauschten. „Der Sturm wird einen Balken losgelöst haben“, sagte -der Vater. „Hört nur auch, wie es in den alten<span class="pagenum" id="Seite_47">[S. 47]</span> Schindeln rasselt und -hämmert und klappert! Das Dach wird morgen gut aussehen.“</p> - -<p>Kaum hatte der Vater diese Worte gesprochen, zuckte ein mächtiger Blitz -durch die Nacht und gleich darauf folgte ein furchtbarer Schlag. „Jetzt -hat es sicher eingeschlagen“, rief der zehnjährige Gotthelf entsetzt.</p> - -<p>„Sei nur ruhig, mein Sohn“, tröstete die Mutter, „es täuscht dies auch -oft.“</p> - -<p>„Horch!“ versetzte bald darauf der ältere Knabe. „Es läutet drüben auf -der Kapelle. Es muß irgendwo brennen!“</p> - -<p>„Es schlägt vielleicht bloß zehn Uhr“, entgegnete der Vater.</p> - -<p>„Nein, nein“, sagte jener wieder, „ich höre es ganz deutlich, daß es -stürmt.“</p> - -<p>Wieder gebot jetzt die Mutter, aufzuhorchen. „War mir’s doch“, sagte -sie, „als ob es draußen unter den Fenstern wimmere! Ja, ja, ganz -sicher! Es wimmert und weint und schluchzt! Horcht! Jetzt klopft es an -die Thür! Wer mag das sein?“</p> - -<p>Der Vater eilte hinaus und brachte einen Bettler mit seinem jammernden -Kinde herein. Der Arme hatte sich verirrt und bat um Obdach für diese -Nacht, was ihm gern gewährt wurde.</p> - -<p>Es wetterte, schloßte und hagelte wohl noch eine Stunde fort. Erst -gegen Mitternacht verzog sich das Gewitter und ließ die armen Leute zur -Ruhe gehen.</p> - -<h4 id="Wortarten_Zeitwort_46"><b>46. Auf dem Spielplatze.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Abwandlung der Zeitwörter nach den Personen.)</p> - -<p>„Ich <em class="gesperrt">spiele</em> gern Soldaten“, sagte Bruno, als eine Anzahl Knaben -beriethen, womit man sich unterhalten wolle. „Aber ich weiß schon“, -wendete er sich an Karl, „Du <em class="gesperrt">spielst</em> lieber Jagd. Und Otto dort -hat auch keine Lust dazu. Er <em class="gesperrt">spielt</em> am liebsten Räuber.“</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_48">[S. 48]</span></p> - -<p>„Nun, wißt Ihr was“, sagte Otto, „damit Jeder freie Wahl hat, theilen -wir uns in drei Gruppen. Wir spielen Räuber und Ihr dort spielt -Soldaten.“</p> - -<p>„Und die Uebrigen?“ fragte Bruno.</p> - -<p>„Sie spielen Jagd“, sagte Otto.</p> - -<p>„Was soll denn aber die kleine Marie dort spielen?“ fragte Robert.</p> - -<p>„Sie spielt einstweilen mit ihrer Puppe“, versetzte Arno.</p> - -<p>„Und das kleine Suschen?“ fragte Robert wieder.</p> - -<p>„Es spielt natürlich mit der Marie“, erwiderte Arno.</p> - -<p>„Du lachst, Otto?“ fragte plötzlich Arno.</p> - -<p>„Ich lache“, versetzte Otto, „weil Emil dort solch schnurrige Grimassen -macht. Sieh nur hin, er lacht selbst über sich.“</p> - -<p>„Ach so“, sagte Arno, „ich glaubte, Du lachtest über mich.“</p> - -<p>Das Spielen begann. Die Kinder hatten sich in drei Gruppen getheilt und -überall ging es lustig zu. Da auf einmal entstand bei der einen Partei -ein helles Gelächter.</p> - -<p>„Ihr lacht doch nicht etwa über uns hier?“ rief Arno hinüber.</p> - -<p>„Nein“, rief Otto zurück, „wir lachen wieder über den Emil, den kleinen -Kobold.“</p> - -<p>„Und was lachen denn die fremden Kinder dort drüben, die gar nicht zu -unserer Gesellschaft gehören?“ fuhr Arno fort.</p> - -<p>„Ach, so laß sie doch“, sagte Otto. „Sie lachen, weil wir lachen, und -das kann uns durchaus nicht stören.“</p> - -<p>Nachdem die Kinder eine Stunde gespielt hatten, fingen sie zum Schlusse -auch noch an zu singen. Besonders war es ein Liedchen, das sie gern -immer und immer wieder sangen. In demselben kam der Vers mit vor:</p> - -<div class="poetry-container"> -<div class="poetry"> - <div class="stanza"> - <div class="verse indent0">Ich singe, du singest, er singt!</div> - <div class="verse indent0">Wie herrlich ein Liedchen doch klingt!</div> - <div class="verse indent0">Was immer die Tage auch bringen,</div> - <div class="verse indent0">Wir singen, ihr singet, sie singen.</div> - </div> -</div> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_49">[S. 49]</span></p> - -<h4 id="Wortarten_Zeitwort_47"><b>47. Ein Feriengespräch.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Abwandlung des Zeitwortes nach der Zeit.)</p> - -<p>„Was machst Du denn da?“ fragte Bernhard, als er zu Horst ins Zimmer -trat.</p> - -<p>„<em class="gesperrt">Ich zeichne</em>“, erwiderte Horst.</p> - -<p>„Womit hast Du Dich denn gestern Nachmittag beschäftigt, Horst?“ fragte -Bernhard wieder.</p> - -<p>„<em class="gesperrt">Ich habe</em> auch <em class="gesperrt">gezeichnet</em>“, gab Horst zur Antwort.</p> - -<p>„Ich glaubte, Du hättest Klavier gespielt, als ich vorbeiging“, sagte -Bernhard.</p> - -<p>„Nein, da hast Du Dich getäuscht, Bernhard“, erwiderte Horst. „<em class="gesperrt">Ich -zeichnete</em>.“</p> - -<p>„Sicher aber arbeitetest Du nicht mehr“, sagte Bernhard, „als es abends -neun Uhr geschlagen hatte, denn um diese Zeit, sah ich kein Licht mehr -in Deinem Zimmer.“</p> - -<p>„Allerdings“, entgegnete Horst. „Als es neun Uhr schlug, erholte ich -mich im Garten. Ich hatte da meine Landschaft fertig gezeichnet.“</p> - -<p>„Was wirst Du denn morgen vornehmen?“ fragte Bernhard weiter.</p> - -<p>„Ich werde wieder zeichnen und zwar einen Affenkampf“, antwortete Horst.</p> - -<p>„Und wann gedenkst Du damit fertig zu sein?“ sagte Bernhard.</p> - -<p>„Ich werde dieses Bild hoffentlich schon nächsten Sonntag fertig -gezeichnet haben“, meinte Horst. „Aber, sage mir, Bernhard“, fuhr er -fort, „was treibst Du denn jetzt, während der Ferien?“</p> - -<p>„Ich schreibe, ich lese, ich turne, ich bade und so weiter“, erwiderte -Bernhard.</p> - -<p>„Womit vertriebst Du Dir denn gestern die Zeit?“ fragte Horst wieder.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_50">[S. 50]</span></p> - -<p>„Mit Allerhand“, sagte Bernhard. „Ich habe gemalt, an meiner Festung -gebaut und einen Luftballon gefertigt.“</p> - -<p>„Und was machtest Du vorgestern“, fuhr Horst fort, „als das -fürchterliche Gewitter kam?“</p> - -<p>„Was sollte ich thun?“ erwiderte Bernhard. „Ich ging in der Stube auf -und ab, ich stellte meine Soldaten auf, ich hörte auf die herrlichen -Donnerschläge und sah nach den prächtigen Blitzen. Als das Gewitter -vorüber war, lobte mich mein Vater, denn ich hatte nicht die geringste -Furcht gezeigt; ich hatte gespielt wie immer und hatte sogar meinen -kleinen Geschwistern noch Muth zugesprochen.“</p> - -<p>„Wollte nicht Dein Vater verreisen?“ fragte Horst weiter. „Was wirst Du -denn dann anfangen, wenn Du allein bist?“</p> - -<p>„Ich werde fleißig spazieren gehen und werde auch meinen Onkel einmal -besuchen“, sagte Bernhard.</p> - -<p>„Wolltest Du nicht auch Deine Tante in Berlin einmal besuchen?“ -versetzte Horst wieder.</p> - -<p>„Dies Jahr noch nicht“, entgegnete Bernhard. „Uebers Jahr aber werde -ich mir so viel Geld gespart haben, daß ich diese Reise unternehmen -kann.“</p> - -<h4 id="Wortarten_Zeitwort_48"><b>48. Aus einem Tagebuche.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Die Aussageweise.)</p> - -<p><em class="gesperrt">Ich stand um sechs Uhr auf.</em> Ich glaubte, <em class="gesperrt">es regne</em>, es -war indeß blos der Wind, der an den Giebel blies. Wenn <em class="gesperrt">es wirklich -geregnet hätte, würde ich mich</em> auch geärgert haben. Mein Vater -sagte nämlich gestern Abend noch: „Kinder! Morgen früh zeitig aus den -Federn! Ja nicht verschlafen! Ihr sollt mit mir in die Heidelbeeren -gehen.“</p> - -<p>„Ach, wäre doch nur ein schöner Morgen!“ dachten wir in unserer -Freude. „Schiene doch die Sonne morgen früh recht<span class="pagenum" id="Seite_51">[S. 51]</span> klar und freundlich -hernieder!“ sagte Bruder Johannes beim Zubettgehen noch.</p> - -<p>Der Morgen war schön. Wir alle hofften, im Walde einige frohe Stunden -zu verleben. Wir hätten schon um sieben Uhr aufbrechen können, wäre -Eduard nicht so saumselig mit seinem Anziehen gewesen.</p> - -<p>„Jetzt die Botanisirtrommel auf den Rücken und vorwärts!“ befahl -endlich der Vater.</p> - -<p>Wie lustig hüpften wir dahin! Wie freuten wir uns auf das Frühstück mit -blauen Beeren! „Wären wir nur schon dort!“ sagte Johannes wiederholt -unterwegs.</p> - -<p>Endlich langten wir im Walde an. Zu unsern Füßen stand der saftige -Frühstückstisch. Man glaubte, einen mit schwarzen Perlen gestickten -grünen Teppich zu erblicken. Wir würden sofort an die süße Arbeit -gegangen sein, hätte nicht der Vater jetzt gerufen: „Halt! Erst fünf -Minuten abkühlen!“ — Wie sehnsüchtig blickten wir alle nach den -herrlichen Beeren hin! „Daß doch die fünf Minuten schon um wären!“ -wünschten wir alle.</p> - -<p>Endlich begann der Schmaus. Jeder aß nach Herzenslust. Ich meinte -anfänglich, ich äße die meisten Beeren, aber Eduard war doch noch -fleißiger. Er sagte auch scherzend: „Wenn es möglich wäre, äße ich -einen ganzen Scheffel voll!“</p> - -<p>Nach etwa einer Stunde mochte der Vater meinen, wir könnten nun genug -haben. „Jetzt Schicht!“ befahl er. „Alle her zu mir! Keine Beere mehr -anrühren!“</p> - -<p>Wir gehorchten. Johannes aber sagte mit einem tiefen Seufzer: „Ach, -hätte ich nur noch fünf Minuten zulangen dürfen!“ Der Vater hatte dies -gehört und erwiderte: „Wollte doch Monsieur Johannes einsehen, daß -allzuviel ungesund ist!“</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_52">[S. 52]</span></p> - -<h4 id="Wortarten_Zeitwort_49"><b>49. Ein Sommertag.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Mittelwort der Gegenwart.)</p> - -<p>Es war ein <em class="gesperrt">reizender</em> Julitag. Auf den weithin sich -<em class="gesperrt">dehnenden</em> Wiesen lag <em class="gesperrt">duftendes</em> Heu. Singende Schnitter -mähten mit ihren blitzenden Sensen die wogenden Kornfelder. Hier -trabten wiehernde Rosse mit einem leeren, rasselnden Erntewagen daher. -Dort fuhr ein anderer, die goldglänzenden Garben hochaufgethürmt, -langsam und mit schwankender Bewegung der Scheune zu. Ueberall sah -man eifrig arbeitende und emsig schaffende Landleute mit glühenden -Gesichtern und schweißtriefenden Stirnen.</p> - -<p>An den noch grünenden Hügeln weideten blökende Heerden mit lieblich -tönenden Glocken. In dieses anheimelnde Geläute mischte sich das -jodelnde Lied und die knallende Peitsche der Hirten. Aus dem unzählige -Früchte bergenden Walde erklangen die jubelnden Stimmen der eifrig -pflückenden Heidelbeergänger.</p> - -<p>Um die bunt leuchtenden Blumen auf den Rainen und an dem murmelnden -Bache tanzten flatternde Falter, schwirrten schillernde Käfer, summten -Honig suchende Bienen.</p> - -<p>Ueber dem Allen aber schwebte am lachenden Himmel die trillernde -Lerche, den allliebenden Schöpfer preisend, dessen segnende Hand die -nährenden und erquickenden Gaben alle gespendet.</p> - -<h4 id="Wortarten_Zeitwort_50"><b>50. Unter dem Kreuze.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Mittelwort der Vergangenheit.)</p> - -<p>An einem <em class="gesperrt">vielbegangenen</em> Feldwege stand ein <em class="gesperrt">gezimmertes</em> -Holzkreuz mit dem <em class="gesperrt">gekreuzigten</em> Heilande. Das aus Kupfer -getriebene, bemalte Bild zeigte hier und da durchlöcherte Stellen. Die -beschädigten Theile rührten von den Geschossen einer unlängst hier -geschlagenen Schlacht her.</p> - -<p>Vor diesem entstellten und zersplitterten Krucifixe lag ein<span class="pagenum" id="Seite_53">[S. 53]</span> -verwundeter Krieger. Sein abgezehrtes Gesicht zeugte von entsetzlichen -Qualen. Sein umflortes Auge ließ auf einen baldigen Tod schließen. -Der zerfetzte und beschmutzte Waffenrock, die verbogene Säbelscheide, -der eingedrückte Feldkessel und der unverschlossene Tornister mit dem -geleerten Brodbeutel vollendeten das Bild des Jammers.</p> - -<p>Die abgemagerten Hände des gänzlich entkräfteten Kriegers falteten sich -zum Gebete. Er hob den halbgebrochenen Blick zum sonnenbeleuchteten -Kreuze empor. Seine erblaßte, vom Schmerze umzuckte Lippe lallte nur -noch abgebrochene Worte. „Meine Mutter!“ war sein letzter Ausruf. Das -erloschene Auge schloß sich und der tapfere Krieger war eine Leiche.</p> - -<h4 id="Wortarten_Zeitwort_51"><b>51. Ein Stück Kriegsarbeit.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Mittelwort der Zukunft.)</p> - -<p>Die <em class="gesperrt">zu stürmende</em> Schanze lag auf einer bedeutenden Anhöhe. Die -dabei <em class="gesperrt">zu überwindenden</em> Hindernisse sahen drohend aus. Das zum -Angriffe zu ordnende deutsche Heer schaute nicht ohne Besorgniß nach -den zu übersteigenden Wällen empor. Das zu verwendende Geschütz und -die zu benutzenden Sturmleitern standen bereit. Die zu verschießenden -Bomben lagen hochaufgethürmt.</p> - -<p>Jetzt wurden die zu besetzenden Punkte bezeichnet und die Orte der zu -grabenden Minen erwählt. Der commandirende General war der Ansicht, das -zu eröffnende Feuer müsse gleich mit allem Nachdrucke gegeben und das -zu verwendende Pulver dürfe gleich anfänglich nicht geschont werden, -damit die zu besiegende Schanzenmannschaft einen heilsamen Schrecken -bekäme.</p> - -<p>Der Kampf begann. Die Kugeln durchwühlten die zu erringenden Wälle. Die -zu beseitigenden Palissaden stürzten von den schweren Geschossen und -füllten die zu übersteigenden Gräben.</p> - -<p>Endlich erfolgte der Sturm. Der zu überwältigende Feind<span class="pagenum" id="Seite_54">[S. 54]</span> wehrte sich -tapfer. Die zunächst zu erobernden Vorwälle feuerten mörderisch. Aber -umsonst. Der zu vollführende Befehl der Deutschen hieß: „Siegen oder -sterben!“ Binnen einer Stunde war die zu nehmende Schanze in deutschen -Händen.</p> - -<h4 id="Wortarten_Zeitwort_52"><b>52. Das Brod.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Leideform.)</p> - -<p>Die Mittagsglocke <em class="gesperrt">wird</em> geläutet. Der Tisch <em class="gesperrt">wird</em> gedeckt. -Wir setzen uns daran. Das Gebet <em class="gesperrt">wird</em> gesprochen. Messer, Gabeln, -Löffel und die Zähne <em class="gesperrt">werden</em> in Bewegung gesetzt. Fleisch, Gemüse -und Brod werden gegessen. Das liebe Brod! Es wird sowohl an der Tafel -des Kaisers als am Tische des Bettlers genossen. Wohl des Tages dreimal -wird Brod von uns gegessen. Wie selten aber denken wir daran, wie es -erzeugt wird, wie viel Hände dabei in Thätigkeit gesetzt und wie viel -Schweißtropfen dabei vergossen werden.</p> - -<p>Zuerst muß der Acker gedüngt werden. Dann wird er gepflügt und geeggt. -Darauf wird er von der Hand des Landmannes mit Samen bestreut. -Erdklöse, die durch ein abermaliges Eggen nicht zerkleinert worden -sind, werden nicht selten jetzt noch durch eine Walze zermalmt.</p> - -<p>Durch geheimnißvolle Kräfte wird nun der Keim in dem Korn entwickelt. -Die Saat geht auf. Durch Sonnenschein und Regen wird sie von Tag zu Tag -größer gezogen. Die Halme werden kräftiger. Nach mehreren Wochen werden -die Aehren angesetzt. Sie blühen. Durch den Blütenstaub wird das Korn -befruchtet. Es entwickelt sich. Bald darauf werden die Halme von der -Sonne gebleicht und die Fruchtkörnchen gehärtet.</p> - -<p>Jetzt wird das Korn gemäht und in die Scheune gebracht. Hier werden die -Garben ausgedroschen, die Körner gesiebt, gereinigt und in die Mühle -gebracht. Dort werden sie gemahlen und somit in Mehl verwandelt. Das -Mehl wird dem Bäcker<span class="pagenum" id="Seite_55">[S. 55]</span> überliefert und von diesem in einen Backtrog -geschüttet. Hierauf wird es mit Wasser und Sauerteig vermengt und zu -einem Teige geknetet. Dieser Teig wird nun eine Zeit lang der Gährung -überlassen.</p> - -<p>Ist die Gährung erfolgt, wird der Teig zu Kugeln geformt und diese -werden in den heißen Backofen geschoben. Damit die Brode Glanz -bekommen, werden sie mit Wasser überstrichen. Sind sie gebacken, werden -sie endlich in die frische Luft gestellt, damit sie abkühlen. Jetzt -erst ist das Brod fertig.</p> - -<p>Daß doch kein Bissen Brod gegessen werden möchte ohne den Gedanken, -daß es vom lieben Gott gegeben wird und daß unzählige Schweißtropfen -vergossen werden müssen, ehe wir es auf unsern Tisch bekommen.</p> - -<h4 id="Wortarten_Zeitwort_53"><b>53. Die Berufswahl.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung der Formen des Zeitwortes.)</p> - -<p>„Du mußt Dich nun ernstlich entschließen“, sagte ein Vater zu seinem -Sohne, „was Du einmal werden willst. Du zählst bereits vierzehn Jahre -und kannst nun wissen, welche Berufsart Dich am meisten anspricht.“</p> - -<p>„Ich will die Gärtnerei erlernen“, erwiderte August, „da kann man doch -immer im Freien arbeiten, schalten und walten.“</p> - -<p>Der Vater erklärte sich damit einverstanden und brachte den Knaben zu -einem Lehrherrn. Bald aber kam August wieder nach Hause und klagte, er -müsse zu viel hacken, graben, harken und sich bücken und überhaupt zu -viel arbeiten. Er wolle lieber Jäger werden, da könne er den grünen -Wald durchstreifen, das muntere Wild verfolgen, auf weichem Moose -ruhen; und wenn es auch einmal regne oder schneie oder stürme, das sei -schon zu ertragen und solle ihn nicht verdrießen.</p> - -<p>Der Vater ließ sich bewegen und bald studirte August in einem -Forsthause.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_56">[S. 56]</span></p> - -<p>Allein auch das Leben im Walde gefiel ihm nicht lange. Es war ihm -unbequem, daß er früh zeitig aufstehen, seinem Herrn die Stiefel putzen -und wichsen und die Kleider klopfen und bürsten mußte. Er beschloß -jetzt, ein Fischer zu werden. „Ein Fischer“, dachte er, „kann alle Tage -auf den klaren Wellen umhergondeln. Er braucht nur das Netz auszuwerfen -oder die Angelschnur in das Wasser zu halten, und die Fische fangen -sich von selbst.“</p> - -<p>So wanderte August zu einem Fischer in die Lehre. Sehr bald indeß -verdroß ihn auch diese Beschäftigung. Daß er rudern, steuern, Netze -stricken und flicken und oft im Wasser waten müsse, hatte er sich nicht -gedacht. Jetzt bat er seinen Vater, ein Koch werden zu dürfen. „Ein -Koch kann Tag für Tag etwas Gutes essen und trinken“, meinte er. „Er -kann nie vom Hunger geplagt werden. Er steht stets vor dem Feuer und -kann nie frieren. Er braucht sich auch nicht sonderlich zu mühen und zu -plagen, denn das Essen kocht ja ganz allein.“</p> - -<p>Was aber geschah? Schon nach vier Wochen kehrte August klagend und -jammernd auch aus dieser Lehre zurück. Jetzt hatte ihm wieder nicht -gefallen, daß er Kartoffeln schälen, Möhren schaben, Gurken hobeln, -Pfeffer stoßen, Kaffee mahlen, Geflügel rupfen mußte und dergleichen.</p> - -<p>Da aber tadelte ihn sein Vater aufs ernstlichste und sagte: „Wenn Du -so fortfährst und keine Lasten ertragen lernen willst, wirst Du es zu -nichts bringen und Du wirst schließlich zu den Taugenichtsen gezählt -werden. Darum gehe jetzt auf der Stelle wieder zu Deinem letzten -Lehrherrn, bitte ihn um Verzeihung, lerne arbeiten und gehorchen und -die kleinen Unannehmlichkeiten geduldig hinnehmen. Niemals aber vergiß, -daß jeder Beruf seine Lust und seine Last mit sich führt.“</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_57">[S. 57]</span></p> - -<h4 id="Wortarten_Zeitwort_54"><b>54. Ein Zwist.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Das Hilfszeitwort.)</p> - -<p>„<em class="gesperrt">Ich bin</em> sehr böse, daß Du in meinem Schränkchen <em class="gesperrt">gewesen -bist</em>“, sagte Laura zu ihrem Bruder Paul, der etwas naschhaft war. -„<em class="gesperrt">Ich hatte</em> sechs Aepfel darin und habe nur noch drei Stück. -Ich werde auch nicht eher wieder gut werden, bis ich von Dir das -Versprechen habe, daß Du mir drei andere schenken werdest. Und das -wirst Du doch thun? Wir Schwestern sind nie in Eure Schränke gegangen. -Ihr dagegen seid schon oft in den unserigen gewesen.“</p> - -<p>„Nun gut“, sagte Paul, „wenn der Onkel seine Obsternte gehalten haben -wird und ich bei ihm gewesen sein werde, sollst Du Deine drei Aepfel -wieder haben. Ich wurde durch einen plötzlichen Aepfelappetit in Deinen -Schrank verleitet. Seitdem ich aber überzeugt worden bin, daß Du das -übel genommen hast und böse auf mich bist, thut es mir leid! Also magst -Du nur einige Tage Geduld haben und guter Hoffnung sein. Der Verlust -soll Dir reichlich ersetzt werden.“</p> - -<p>„Ich habe immer Vertrauen zu Dir gehabt“, erwiderte Laura, „und bin von -Dir in Bezug auf ein Versprechen noch nie getäuscht worden. Du wirst -gewiß auch diesmal ein Mann von Wort sein.“</p> - -<p>Die Obsternte hatte stattgefunden. Paul war bei dem Onkel gewesen. -Laura wurde befriedigt. Sie konnte mit dem Ausgleiche sehr zufrieden -sein, denn ihr Aepfelverlust war dreifach ersetzt worden.</p> - -<p>„Nicht wahr“, sagte Paul lachend zu ihr, „nun bist Du nicht mehr böse -und wir sind wieder gute Leute?“</p> - -<p>„Aller Grimm, den ich in mir gehabt habe“, scherzte Laura „soll für -immer getödtet sein. Du hast es ja auch nur zu gut gewußt, lieber Paul, -daß ich es gar nicht so böse gemeint haben konnte. Ich würde auch -wieder gut gewesen sein, wenn ich die Aepfel nicht ersetzt bekommen -hätte.“</p> - -<div class="section"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_58">[S. 58]</span></p> - -<h3 class="padtop1" id="Wortarten_Die_Umstandswoerter">Die Umstandswörter.</h3> - -</div> - -<h4 id="Wortarten_Umstandswoerter_55"><b>55. Die Verirrten.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Umstandswörter des Ortes.)</p> - -<p>Lorenz und Albert waren in den Wald gegangen, um <em class="gesperrt">dort</em> Erdbeeren -zu suchen. Der Wald lag <em class="gesperrt">seitswärts</em> von ihrem Dorfe und zwar -<em class="gesperrt">hochoben</em> auf einem Bergrücken. Bei dem Erdbeersuchen daselbst -aber hatten sich die Knaben verirrt und wußten zuletzt nicht mehr, ob -sie rechts oder links, vorwärts oder rückwärts gehen sollten. Nirgends -auch stießen sie auf irgend einen Pfad.</p> - -<p>Nachdem sie etwa eine Stunde hin und her und auf und nieder geirrt -waren, fingen sie an zu rufen. Sie riefen überall hin, aber von keiner -Seite kam eine Antwort. Und wieder liefen sie bald hierhin, bald -dorthin, nach einem Ausgange suchend.</p> - -<p>Schon ging die Sonne unter und Dämmerung sank in den Wald herab. Da -wurde den Knaben ernstlich bange. „Westlich“, sagte Lorenz, „dürfen -wir unbedingt nicht weiter gehen. Wir müssen uns ostwärts halten. Auch -dürfen wir nicht aufs neue aufwärts, sondern müssen abwärts steigen.“</p> - -<p>„Weißt Du was“, erwiderte Albert, „laß uns hier, rechts von dieser -Felswand, hinabklettern. Ich glaube, dort unten muß unser Thal liegen.“</p> - -<p>Lorenz stimmte diesem Vorschlage bei und so kletterten die Knaben den -Abhang hinunter. Lorenz, als der Aeltere, stieg voran, Albert dagegen -hielt sich mehr hinten.</p> - -<p>Der Weg war nicht ungefährlich, denn es rollten sehr oft Steine von -oben herab, auch gab es links und rechts kleine Schluchten.</p> - -<p>Nach einem halbstündigen Marsche gelangten sie endlich, zu ihrer großen -Freude, hinab in ein breites Thal. Hier sahen sie ein Licht von drüben -herüberschimmern. Auf dieses Licht steuerten<span class="pagenum" id="Seite_59">[S. 59]</span> sie zu. Unterwegs stießen -sie indeß noch auf ein Hinderniß, auf einen ziemlich breiten Bach. -„Hilft nichts“, sagte Lorenz, „hier heißt’s: Hindurch und hinüber! Wenn -wir auch unten ein wenig naß werden.“</p> - -<p>Bald war das Licht und mit ihm eine Hütte erreicht. Das Licht stand -vorn an einem kleinen Fenster. Daneben saß ein alter Waldarbeiter und -las in einem Kalender. Er schien mitten in einer schönen Erzählung zu -sein.</p> - -<p>Die Knaben klopften an. Augenblicklich kam der Alte heraus. Kaum hatte -er das Mißgeschick der Knaben vernommen, zündete er eine Laterne an und -brachte die Verirrten eine Stunde weit das Thal dahin in ihr Vaterdorf -zurück.</p> - -<h4 id="Wortarten_Umstandswoerter_56"><b>56. Ein Brief.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Umstandswörter der Zeit.)</p> - -<p class="center">Liebe Susanne!</p> - -<p>Erst <em class="gesperrt">neulich</em> hast Du mir versprochen, daß Du mich -<em class="gesperrt">nächstens</em> besuchen wollest. <em class="gesperrt">Heute</em> aber sind nun schon -fünf Tage vergangen und <em class="gesperrt">immer</em> noch erwarte ich Deine Ankunft -vergeblich. Viertelstundenlang habe ich gestern und auch heute früh -nach Dir ausgeschaut, aber wer nicht kam, war meine liebe Susanne.</p> - -<p>Da Du nun stets Wort gehalten hast, fange ich bereits an, zu fürchten, -daß Du unwohl geworden sein könnest. Sei doch so gut und schreibe -mir sofort, ob Du krank bist, oder was Dich sonst gestern und -vorgestern und noch früher von Deinem Besuche abgehalten hat. Wenn Du -Dich sogleich hinsetzest — und wäre es auch abends noch — und mir -antwortest, kann Dein lieber Brief spätestens morgen zehn Uhr in meinen -Händen sein.</p> - -<p>Jetzt laß Dir nun noch in aller Eile erzählen, was sich, seit wir uns -das letzte Mal trafen, zugetragen.</p> - -<p>Denke Dir nur, Nachbars Lenchen, die sonst immer so gesund<span class="pagenum" id="Seite_60">[S. 60]</span> aussah, -liegt schon seit vorvorgestern hart darnieder. Sie klagt fortwährend -über Kopfschmerzen und fiebert unaufhörlich. Erst seit heute hat sich -etwas Schlaf eingestellt. Die Eltern haben natürlich sehr bald einen -Arzt gerufen. Dieser hat die Kranke augenblicklich untersucht und -verordnet, daß sie täglich zwei Stunden ununterbrochen schwitzen muß. -Leider aber hat er auch gleich sagen müssen, daß der Krankheitszustand -nicht blos noch tage-, sondern noch wochenlang anhalten könne.</p> - -<p>Das arme Lenchen! Weißt Du noch, wie wir unlängst zusammen in der Laube -saßen und spielten? Damals ahnte sie noch nicht, daß sie gegenwärtig -werde das Bett hüten müssen. Möge ihr der liebe Gott recht bald die -verlorene Gesundheit wiederschenken!</p> - -<p>In der Hoffnung, umgehende Antwort von Dir zu erhalten begrüßt Dich -aufs herzlichste</p> - -<p class="right mright2"><span class="mright6">Deine</span><br /> -<span class="mright4">Dir ewig getreue</span><br /> -<em class="gesperrt">Natalie</em>.</p> - -<h4 id="Wortarten_Umstandswoerter_57"><b>57. Der tolle Reiter.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Umstandswörter der Zeit.)</p> - -<p>Der junge Baron von Sydlow galt als ein sehr kühner Reiter. Die armen -Pferde hatten es freilich nicht zum besten bei ihm. Dasjenige, welches -er <em class="gesperrt">eben</em> geritten hatte, rauchte <em class="gesperrt">gewöhnlich</em>, wie ein -Backofen. <em class="gesperrt">Selten</em> ritt er blosen Schritt. <em class="gesperrt">Zuweilen</em> fegte -er dermaßen die Straßen entlang, daß Kies und Funken stoben. Oft sah -man dann vor Staub weder Pferd noch Reiter. Manchmal schon waren -Menschen in Gefahr gekommen, von ihm überritten zu werden. Oefters auch -war er schon gestürzt, ohne indeß erheblichen Schaden zu nehmen.</p> - -<p>Der Baron wurde von seinen Freunden wiederholt vor diesem gar zu tollen -Reiten gewarnt. Sie sagten, es könne doch einmal schlimm ablaufen. -Darauf aber erwiderte er jedesmal:<span class="pagenum" id="Seite_61">[S. 61]</span> „Mir kann nichts passiren. Selbst -wenn mein Pferd einmal stürzt, komme ich allemal auf meine Beine zu -stehen.“</p> - -<p>Allein der Krug geht insgemein so lange zu Wasser, bis der Henkel -bricht.</p> - -<p>Der Baron ritt regelmäßig jeden Morgen um neun Uhr aus und traf -niemals später als um elf Uhr wieder in seinem Schlosse ein. Eines -Morgens sprengte er auch wieder zum Thore hinaus, aber — um nimmer -wiederzukommen.</p> - -<p>Von elf Uhr an erwartete man seine Heimkehr stündlich. Er aber kam -nicht. Da endlich brachte eine alte Botenfrau, die täglich auf dem -Schlosse verkehrte und den jungen Herrn schon jahrelang kannte, die -Nachricht, daß er sammt seinem Pferde in einem tiefen Steinbruche läge. -Roß und Reiter aber seien todt.</p> - -<p>Man eilte sogleich hin an den Ort und fand die Hiobspost vollkommen -bestätigt. Wie der Baron mit seinem Pferde in den Steinbruch gerathen -war, konnte nicht ermittelt werden.</p> - -<p>An der Stelle, wo das Unglück geschehen war, wurde ein Kreuz errichtet -und dieses traurige Denkmal alljährlich am Todestage des tollen Reiters -frisch bekränzt.</p> - -<h4 id="Wortarten_Umstandswoerter_58"><b>58. Am Bache.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Umstandswörter der Weise.)</p> - -<p>Eines Tages ging ein Großvater mit seinem Enkel <em class="gesperrt">gemüthlich</em> im -Walde spazieren. Indem sie <em class="gesperrt">so langsam</em> dahin gingen, kamen sie an -einen Bach. Seine Wellen plätscherten <em class="gesperrt">lustig</em> dahin. Die kleinen, -silbernen Schaumperlen drängten unaufhaltsam vorwärts. Ebenso eilig -rollten Hunderte von Sandkörnchen auf dem klaren Grunde dahin.</p> - -<p>Vor diesem Bache blieb der Großvater plötzlich stehen. „Sieh Dir dieses -Wässerchen einmal recht genau an“, sagte er hierauf bedächtig zu seinem -Enkel. „Es redet gar ernst zu Dir! Es predigt Dir nachdrücklich eine -wichtige Lehre.“</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_62">[S. 62]</span></p> - -<p>Der Knabe sah dem Wellenspiele eine Weile unverwandt zu und sagte dann -wie verwundert: „Was meinst Du damit, Großpapa?“</p> - -<p>„Sieh, mein Kind“, erwiderte dieser feierlich, „wie diese Wellen -schnell dahinfließen, so rastlos flieht die Zeit, so eilig geht unser -Leben dahin. Ist es doch, als treibe ein Tropfen den andern. Ebenso -drängt mächtig eine Stunde die andere. Umsonst suchst Du hier ein -Tröpfchen, das noch einmal umkehre. Vergebens flehst Du eine Stunde -Deines Lebens zurück. Stracks eilt hier jeder Tropfen dem großen Oceane -zu. Gerade so eilen unsere Tage in das Meer der Ewigkeit.</p> - -<p>Ob wir fromm und weise leben, oder anders: unser Weg geht schnurgerade -nach dem Grabe. Tausende kommen unerwartet dort an und blicken dann -oft reuevoll auf ihre Vergangenheit zurück. Darum hüte Dich fein, mein -lieber Sohn, daß es Dir nicht auch einmal also ergehe.“</p> - -<h4 id="Wortarten_Umstandswoerter_59"><b>59. Der Geizhals.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Umstandswörter der Stärke.)</p> - -<p>Der Bauer Murmel war <em class="gesperrt">überaus</em> geizig. Er aß sich <em class="gesperrt">kaum</em> -satt. Er trank nie ein Glas Bier, wie andere Bauern, sondern <em class="gesperrt">nur</em> -Wasser. Ein Rock mußte bei ihm mindestens zwanzig Jahre halten. Er -arbeitete von früh bis abends fast ununterbrochen. Dabei strengte er -sich oft dermaßen an, daß er plötzlich entkräftet zusammensank.</p> - -<p>Höchst selten schlief er länger als vier Stunden. Sehr oft sah man -ihn sogar noch vor Sonnenaufgang wieder auf dem Felde arbeiten. Des -Sonntags an eine kleine Erholung zu denken, davon war er weit entfernt. -Er sah es sogar nie gern, wenn ihn an diesem Tage irgend ein Freund -besuchte. In die Kirche ging er gar nie. Das kostete ihn zu viel -Zeit. Von ihm auch nur eine kleine milde Gabe zu erlangen, hielt -außerordentlich<span class="pagenum" id="Seite_63">[S. 63]</span> schwer. Selbst die gesetzlichen Steuern zu zahlen, -wurde ihm unsäglich sauer.</p> - -<p>Seine Dienstboten hatten es unerhört schlecht bei ihm. Ihre Kost war -unbeschreiblich mager und kärglich. Und dabei nun Lust und Liebe -zur Arbeit zu zeigen, war doch am Ende zu viel verlangt. Uebrigens -behandelte er sie beinahe wie Sklaven. Kein Wunder daher, daß er -wenigstens alle Vierteljahre neue Leute hatte.</p> - -<p>Auf diese Weise scharrte Murmel freilich schrecklich viel Geld -zusammen. Die ärmeren Leute des Ortes hielten ihn sogar für -unmenschlich reich. Was aber half ihm all sein Reichthum? Der Tod -klopfte doch eines Tages unerbittlich auch an seine Thür. Daß aber der -Geizhals nun von seinen Schätzen Abschied nehmen sollte, machte ihm die -Sterbestunde ungeheuer schwer. Er kämpfte entsetzlich. Der Tod aber -schloß ihm endlich erbarmungslos die Augen und bald darauf theilten -sich seine Erben höchlichst vergnügt in seine Güter.</p> - -<h4 id="Wortarten_Umstandswoerter_60"><b>60. Die Landbewohner.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Umstandswörter der Aussageweise.)</p> - -<p>„Es ist <em class="gesperrt">durchaus</em> unrecht“, sagte eines Tages Vater Wolfram -zu seinen Kindern, „daß manche Städter die gewöhnlichen Landleute -mißachten. Diese haben <em class="gesperrt">freilich</em> keine hohe Schule besuchen -können. Sie sprechen <em class="gesperrt">kein</em> regelrechtes Deutsch. Sie gehen nicht -in Sammt und Seide einher. Sie kleiden sich überhaupt keineswegs stets -nach der neuesten Mode. Sicher aber sind sie trotzdem ganz ehrbare -Leute.</p> - -<p>Es finden sich wohl unter den Landbewohnern zuweilen rohe Naturen. -Aber sind dergleichen etwa innerhalb der Stadt vergeblich zu suchen? -Vielleicht trifft man gerade in den Städten oft mehr Ungeschliffenheit -unter dem niederen Volke, als auf dem Lande. Jedenfalls darf sich -keine Stadt rühmen, lauter<span class="pagenum" id="Seite_64">[S. 64]</span> anständige Bewohner zu zählen. Wir Städter -würden es sicherlich bitter empfinden, wenn die Landleute uns einmal -ihre Dienste versagen wollten. Wer Vorrath an Lebensmitteln hätte, -könnte es allenfalls einige Wochen mit ansehen. Die Anderen aber würden -wahrscheinlich sehr bald flehentlich bitten: Kommt wieder, Ihr lieben -Bauern und bringt uns Brod, wir müssen ja sonst verhungern!</p> - -<p>Darum, Kinder, fragt Euch, ob Ihr vielleicht auch einmal verächtlich -auf jene Leute hingeblickt habt. Und wäre es ja der Fall gewesen, so -dürfte das schlechterdings nicht wieder vorkommen.</p> - -<p>Möglicherweise gehe ich in nächster Zeit mit Euch einige Tage auf -das Land, dann werdet Ihr Euch gewiß selbst überzeugen, daß die -Landbewohner wirklich allermeist kreuzbrave Leute sind, die unbedingt -unsere Achtung verdienen. Wer freilich stolz auf sie herabblickt, dem -begegnen sie allerdings nicht selten mit Mißtrauen.</p> - -<p>Werdet Ihr sie bei ihrer schweren Arbeit auf dem Felde sehen, denkt -Ihr gewiß bei Euch: Nein, um dieses Loos sind sie wahrlich nicht zu -beneiden! Und doch, Kinder, hört man sie fast nie klagen, daß sie so -recht im Schweiße ihres Angesichts ihr Brod essen müssen.“</p> - -<h4 id="Wortarten_Umstandswoerter_61"><b>61. Die Staare.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Umstandswörter der Frage.)</p> - -<p>„<em class="gesperrt">Was</em> sind denn das für Kästchen, die dort auf den Bäumen -hängen?“ fragte der kleine sechsjährige Gustav seinen Vater, mit dem er -eben an einem Garten vorüberging.</p> - -<p>„Das sind Staarmästen, mein Sohn“, sagte der Vater.</p> - -<p>„<em class="gesperrt">Wozu</em> sind denn diese Staarmästen da, Papa?“</p> - -<p>„Damit die Staare ihre Nester hineinbauen können.“</p> - -<p>„<em class="gesperrt">Wovon</em> bauen denn die Staare ihre Nester?“</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_65">[S. 65]</span></p> - - -<p>„Meist aus Stroh, Heu und Moos.“</p> - -<p>„Aber womit bauen sie denn? Sie haben ja keine Werkzeuge, wie Du, Papa, -wenn Du einmal etwas baust?“</p> - -<p>„Sie bauen mit ihrem Schnabel und mit ihren Füßen.“</p> - -<p>„Wo sind denn aber jetzt die Staare? Man sieht ja keinen?“</p> - -<p>„Sie sind zur Zeit noch nicht von ihrer Reise zurück, lieber Gustav.“</p> - -<p>„Wohin sind sie denn gereist?“</p> - -<p>„Nach wärmeren Ländern, weil es ihnen bei uns zu kalt wurde.“</p> - -<p>„Wann reisten sie denn ab?“</p> - -<p>„Sie reisen stets mit Eintritt des Herbstes von uns fort, weil es ihnen -eben bei uns zu kalt wird.“</p> - -<p>„Wie finden sie denn aber den Weg hin und zurück?“</p> - -<p>„Den zeigt ihnen der liebe Gott, mein Sohn.“</p> - -<p>„Ob sie denn nun bald wiederkommen?“</p> - -<p>„Es kann nicht lange mehr dauern.“</p> - -<p>„Woher weißt Du denn das?“</p> - -<p>„Weil der Februar bald zu Ende geht und Anfang März kehren sie -gewöhnlich zurück.“</p> - -<p>„Aber, sage mir, Papa, weshalb bauen denn die Staare ihre Nester nicht -zwischen die Aeste, wie andere Vögel?“</p> - -<p>„Ganz einfach. Weil sie die geschützten Räume lieben.“</p> - -<p>„Und warum hängt man denn nicht auch für die Finken und Zeisige solche -Mästen auf?“</p> - -<p>„Weil diese Vögel es vorziehen, ihre Nester frei zwischen die Zweige zu -bauen.“</p> - -<p>„Wieviel Eier legt denn ein Staar?“</p> - -<p>„Vier bis sechs Stück und das jährlich zwei- bis dreimal.“</p> - -<p>„Papa, da fällt mir eben ein, daß einmal unsere Köchin sagte, man könne -die jungen Staare essen, aber man dürfe es nicht. Weswegen denn?“</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_66">[S. 66]</span></p> - -<p>„Weil die Staare sehr viel Ungeziefer vertilgen und deshalb sehr -nützlich werden.“</p> - -<p>„Papa, sieh, sieh! Dort setzte sich eben ein schwarzer Vogel auf den -Baum. Nicht wahr, das ist ein Staar?“</p> - -<p>„I bewahre, Gustav.“</p> - -<p>„Wofür hältst Du ihn denn?“</p> - -<p>„Es ist eine Amsel.“</p> - -<h4 id="Wortarten_Umstandswoerter_62"><b>62. Eine Wanderschaft.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung der Umstandswörter.)</p> - -<p>Hans, der noch sehr jung, aber schon ziemlich leichtsinnig war, ging -eines Tages gänzlich unerwartet auf die Wanderschaft. Wo er eigentlich -hin wollte, wußte er nicht. Ob ihn sein Wanderstab hierhin oder dorthin -führen werde, war ihm ganz gleich. Er meinte immer, es sei überall viel -zu sehen und man dürfe sich deshalb auch nirgends zu lange aufhalten. -Trotzdem aber saß er zuweilen stundenlang auf einem Berge und stierte -träumerisch in die Welt hinein. Bald sah er links, bald rechts, bald -vorwärts, bald rückwärts.</p> - -<p>Nur selten nahm er Arbeit an. Hatte er einmal kein Geld mehr, schrieb -er schleunigst heim an seine Mutter und flugs kamen wieder einige -Kassenscheine angewandert. „Heisa!“ jubelte er nun da gewöhnlich, -„jetzt habe ich wieder Geld! Jetzt frisch und fröhlich weiter!“</p> - -<p>So durchwanderte er sorgenlos, aber eigentlich auch zwecklos Städte -und Länder und war jederzeit wohlgemuth. An den wirklichen Zweck des -Wanderns dachte er selten und nie ernstlich. „Heute hier, morgen dort -und immer lustig und gut leben“ war sein Wahlspruch.</p> - -<p>Fünf Jahre war er jetzt bereits auf Reisen. Sein Aeußeres hatte sich -in dieser Zeit merklich verändert. Ein starker Bart bedeckte über -und über sein Gesicht. Das blühende, zarte Roth<span class="pagenum" id="Seite_67">[S. 67]</span> war längst von den -Wangen gewichen. Sie hatten sich tief gebräunt. Sein Körper war hoch -aufgeschossen und hatte sich kräftig entwickelt. Seine früher dünne -Stimme klang jetzt tief, voll und männlich.</p> - -<p>Da beschloß Hans endlich, wieder heimzukehren. Und mit der Ausführung -dieses Entschlusses zögerte er auch keineswegs lange. Als ihn wenige -Tage darauf einmal der Regen tüchtig durchpeitschte, kehrte er -plötzlich um und nahm seinen Weg schnurstracks nach Hause.</p> - -<p>„Ob man mich denn daheim wiedererkennen wird, oder nicht?“ dachte er -still für sich.</p> - -<p>Er reiste jetzt außerordentlich schnell. Nirgends rastete er lange. -Er gönnte sich kaum Zeit, gehörig auszuschlafen. Bald war die Heimat -erreicht. Langsam schritt er jetzt sein Vaterdorf entlang. Die Leute -gingen stumm und gleichgiltig an ihm vorüber. Niemand erkannte ihn, -sogar seine Schwester nicht. Kaum aber erblickte ihn seine Mutter, die -zufällig unter der Hausthür stand, rief sie ihn sogleich bei seinem -Namen und fiel ihm gerührt und weinend um den Hals.</p> - -<p>Was aber hatte dem Hans die lange Wanderschaft wirklich genützt? -Nichts, wenigstens nicht viel. Er hatte nur gesehen, hatte blos gut -gegessen und getrunken, aber blutwenig gelernt.</p> - -<div class="section"> - -<h3 class="padtop1" id="Wortarten_Das_Verhaeltnisswort">Das Verhältnißwort.</h3> - -</div> - -<h4 id="Wortarten_Verhaeltnisswort_63"><b>63. Das Vaterhaus.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Verhältnißwörter des Ortes.)</p> - -<p>Ach wie gern, schrieb ein siebzigjähriger Greis, denke ich noch heute -<em class="gesperrt">an</em> mein liebes Vaterhaus zurück! Es war eigentlich nur eine -Hütte und stand dicht <em class="gesperrt">an</em> einem Felsen <em class="gesperrt">in</em> dem schönen -Lande Tyrol. <em class="gesperrt">Auf</em> ihrem niederen Moosdache blühten niedliche -Waldblümchen. Ach, unter ihnen habe ich manch schönen Knabentraum<span class="pagenum" id="Seite_68">[S. 68]</span> -geträumt! Hinter den schmalen Fenstern standen im Sommer stets -Sträußchen Alpenrosen und Edelweiß. Neben der Hausthür kletterte wilder -Epheu an der Wand empor. Ueber der Thür war ein Muttergottesbild -gemalt. Noch sehe ich, wie lieb die fromme Maria auf uns Kinder -herniederschaute!</p> - -<p>Vor der Hütte rann ein frischer Waldbach murmelnd dahin. Zwischen -ihm und dem Häuschen lag ein kleines Gärtchen, das uns Salat, Möhren -und Rüben in die Küche lieferte. Oberhalb des Gärtchens führte ein -schmaler Steg über das Wässerchen. Jenseits desselben beschattete -niederes Gebüsch die Silberwellen und diesseits desselben zog sich eine -blumenreiche Wiese hin.</p> - -<p>Wie oft habe ich an diesem Bächlein gesessen, wenn über ihm die Mücken -spielten und innerhalb seiner Tümpel die Schmerlen hin- und herhuschten.</p> - -<p>Unterhalb unserer kleinen Besitzung hatte mein Vater ein kleines Wehr -erbaut. Vor demselben staute natürlich das Wasser und so hatten wir -zur heißen Sommerzeit ein kühlendes Bad. Welche Lust in dem frischen -Wasser! Wie Frösche hüpften wir in die klare Tiefe, wie Fische tauchten -wir unter das Wasser, wie kleine Wassernixe tanzten wir dann wieder -längs des Ufers hin. Kein Wunder, daß wir des Tages mehr als einmal zu -dem erquickenden Plätzchen eilten.</p> - -<p>Aber auch außerhalb des engen Kreises unserer Häuslichkeit gab es -für uns Kinder viel Lust. Wie herrlich war es, wenn wir unsere zwei -Geisen hinter die Felsen an den stillen Schwummersee führen konnten! -Während sie nach den saftigen Kräutern gingen, legten wir uns zwischen -schattiges Gebüsch oder hinter einen Felsblock. Hatten sich die Geisen -gesättigt, streckten auch sie sich zuweilen neben uns hin.</p> - -<p>Läutete dann das Abendglöcklein von der Dorfkapelle, ertönte kein Laut -mehr aus den Zweigen, zogen wir heimwärts, singend und jodelnd bis vor -unsere Hütte.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_69">[S. 69]</span></p> - -<p>O schöne, süße, goldene Jugendzeit im geliebten Vaterhause!</p> - -<h4 id="Wortarten_Verhaeltnisswort_64"><b>64. Vor Paris.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Verhältnißwörter der Zeit.)</p> - -<p><em class="gesperrt">Während</em> der Belagerung stand ein deutscher Soldat auf Vorposten. -Er war erst <em class="gesperrt">vor</em> zwei Tagen aus dem Lazarethe entlassen worden -und noch etwas schwach. <em class="gesperrt">Seit</em> dem frühen Morgen schon quälte -ihn der Hunger. Aber unter zwei Stunden durfte er den Brodbeutel noch -nicht öffnen. Binnen dieser Zeit mußte er seine Augen streng auf die -feindlichen Wälle gerichtet halten.</p> - -<p>Da trat eine arme Mutter mit drei todtenblassen Kindern an ihn heran -und flehte um einen Bissen Brod. Sie habe, erzählte sie, schon vor -dem letzten Ausfalle Paris verlassen und irre bereits seit drei Tagen -umher. Während dieser Zeit aber hätten sie und ihre Kinder noch keinen -Bissen zu essen gehabt.</p> - -<p>Nach kurzem Besinnen griff der brave Soldat in seinen Beutel und -reichte den Aermsten all sein Brod. „Hier, eßt“, sagte er. „Habe ich -auch bereits bei acht Stunden Hunger gelitten, ich halte es noch aus, -Ihr aber würdet binnen vierundzwanzig Stunden dem Hungertode erlegen -sein.“</p> - -<h4 id="Wortarten_Verhaeltnisswort_65"><b>65. Die Rückkehr der Helden.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Verhältnißwörter der Weise.)</p> - -<p><em class="gesperrt">Unter</em> dem Geläute der Glocken zogen die rückkehrenden Krieger -in die Residenz ein. <em class="gesperrt">Mit</em> Sang und Klang marschirten sie die -reichgeschmückten Straßen dahin. Die Reihenfolge der verschiedenen -Truppen war nach dem Befehle des Feldmarschalls bestimmt worden.</p> - -<p>Ohne Heuchelei wurden die Helden von allen Seiten aufs herzlichste -begrüßt. Sie sahen, wider alles Erwarten, frisch und<span class="pagenum" id="Seite_70">[S. 70]</span> munter aus, -obgleich viele von ihnen heute schon mehrere Stunden bei heißem -Sonnenbrande marschirt waren. Selbst dem Feldmarschall, der sammt -seinem Stabe die Spitze bildete, schien dieser wahrhaft begeisterte -Empfang gegen alle Voraussetzung zu sein.</p> - -<p>Mit Blumen reich geschmückt langten endlich die Soldaten in ihren -Quartieren an, wo sie unter warmen Händedrücken empfangen wurden und -sich nun meist bei einer Flasche Wein gütlich thun konnten. Da trank -denn auch mancher alte Papa heute fast wider seinen Willen und gegen -seine Gewohnheit ein Gläschen mehr mit dem glücklich heimgekehrten -Sohne.</p> - -<p>Freilich verlief das schöne Fest auch in mancher Familie nicht ohne -bittere Thränen. Zuweilen den einzigen Sohn, ein Kind nach aller -Herzen, hatte die feindliche Kugel durchbohrt. Er kehrte sammt vielen -Tausenden nie mehr heim!</p> - -<h4 id="Wortarten_Verhaeltnisswort_66"><b>66. Joachim.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Verhältnißwörter des Grundes.)</p> - -<p>Der erst zwanzigjährige Joachim stand <em class="gesperrt">wegen</em> eines Raubanfalls -vor Gericht. <em class="gesperrt">Laut</em> Aussage seines Vaters hatte er sich als Knabe -sehr naschhaft gezeigt. Der Ordnung gemäß wurde auch sein ehemaliger -Lehrer über seine Aufführung als Schüler befragt. Zufolge dieses -Schulzeugnisses hatte es Joachim im Bezug auf Ehrlichkeit nie recht -genau genommen. Um eines lumpigen Schiefers willen, den er doch für -einen Pfennig haben konnte, war er sogar einmal vermittelst eines -Nagels in seines Nachbars Schränkchen eingebrochen.</p> - -<p>„Vermöge seiner Geistesanlagen“, schloß des Lehrers Zeugniß, -„hätte Joachim etwas Tüchtiges lernen können. Aus purem Leichtsinn -aber blieb er hinter allen seinen Mitschülern zurück. Kraft eines -Lehrerconferenz-Beschlusses mußte er deshalb einmal vier Wochen lang -auf der Strafbank sitzen.“</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_71">[S. 71]</span></p> - -<p>Den Raubanfall hatte Joachim mehr aus Rache, als um des Raubes willen -ausgeführt. Laut seiner Auslassungen sollte ihn der Angefallene einmal -infolge eines Kirschendiebstahls grausam durchgeprügelt haben. Auch -habe er ihn wegen eines kleinen Schimpfwortes einmal tüchtig an den -Haaren gezaust. Daß er ihn mittels eines dicken Stockes auf den Kopf -geschlagen habe, zufolge dessen der Mann niedergestürzt sei, leugnete -Joachim. Er habe, sagte er, ihm blos mit der Hand einen Stoß versetzt -und es wäre wohl möglich, daß er infolge dieses Stoßes hingefallen sei.</p> - -<p>Dem Urtheile der Richter gemäß wurde Joachim für schuldig erkannt -und erhielt für seine That, kraft des Strafgesetzbuches, fünf Jahre -Zuchthaus.</p> - -<h4 id="Wortarten_Verhaeltnisswort_67"><b>67. Die Mühle.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung aller Arten Verhältnißwörter.)</p> - -<p>In einem düsteren Waldgrunde stand seit langer Zeit eine Mühle. Sie -lehnte mit ihrer Rückseite an einem kleinen Hügel. Eine alte Linde -breitete ihre schattigen Aeste über sie hin. Vor der Mühle lag ein -kleines Blumengärtchen. Oberhalb derselben, mehr nach einem Felsen zu, -erblickte man zwischen Gebüsch einen Teich, aus dem sich ein Bächlein -unter dumpfem Gemurmel hervorschlängelte. Es eilte in raschem Laufe auf -die Mühle zu. Dort stürzte sich sein Wasser mit ziemlichem Geräusche -über das Mühlrad und setzte dieses, vermöge seiner Schwere, in Bewegung.</p> - -<p>Das Mühlrad klapperte ohne Ruh und Rast bei Tag und Nacht. Nur am -Sonntage, um der Sabbathfeier willen, stand es still. Laut einer -Verordnung hätte sonst der Müller vor Gericht Strafe zahlen müssen.</p> - -<p>Viele Stunden im Umkreise gab es kein Haus. Des Müllers Kinder waren -ohne alle Kameraden. Selten traten sie aus<span class="pagenum" id="Seite_72">[S. 72]</span> dem Thale hinaus. Die -Blumen am Bachrande waren ihre Bilder, die Fischlein im Wasser und die -Käfer auf und unter den Blumen ihre Gespielen, die Vöglein innerhalb -des Thales ihre Singlehrer.</p> - -<p>Im Winter kamen sie selten aus der Stube. Sie nähten dann Säcke aus -grober Leinwand für ihren Vater. So führten sie während des Sommers und -Winters ein einsames Leben. Und doch hingen sie mit ganzem Herzen an -ihrem Vaterhause und hätten um keinen Preis dasselbe mit einem andern -vertauscht.</p> - -<p>Als der Müller eines Tages von dem Nachbardorfe kam und sagte, er könne -jetzt die Mühle für ein gutes Geld verkaufen, stellten sich alle Kinder -um ihn her, faßten ihn an der Hand und baten unter Thränen, er solle -doch das nicht thun. Sie würden, wenn sie aus der Mühle fortmüßten und -außerhalb des stillen Thales leben sollten, unglücklich sein.</p> - -<p>Diesen dringenden Bitten zufolge versprach auch der Müller, die Mühle -zu behalten. „Nein“, sagte er nach kurzem Besinnen, „ich will nicht -gegen Eure Wünsche handeln, aus purer Liebe zu Euch. Wegen eines -irdischen Gewinnes soll Euer Glück nicht gestört werden.“</p> - -<div class="section"> - -<h3 class="padtop1" id="Wortarten_Das_Bindewort">Das Bindewort.</h3> - -</div> - -<h4 id="Wortarten_Bindewort_68"><b>68. Ungleiche Brüder.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zusammenstellende Bindewörter.)</p> - -<p>Melchior <em class="gesperrt">und</em> Sebastian waren Brüder. Melchior beschäftigte -sich mit Allerhand, was ihm gut lohnte. Er besserte Körbe aus, -<em class="gesperrt">auch</em> flocht er zuweilen neue. <em class="gesperrt">Zudem</em> strich er Fenster- -und Thürstöcke, außerdem auch Möbel an. Ueberdies half er im Sommer -nicht selten in der Ernte. Schließlich schämte er sich auch nicht, -einmal sogar den Dreschflegel in die Hand zu nehmen.<span class="pagenum" id="Seite_73">[S. 73]</span> Wo er arbeitete, -war man sowohl mit seinem Fleiße als auch mit seiner Geschicklichkeit -zufrieden. Weder Wind noch Wetter konnten ihn abhalten, einmal -übernommene Dienste auszuführen.</p> - -<p>Melchior war aber nicht blos fleißig und geschickt, sondern auch -sparsam. Als er etwa vierzig Jahre zählte, kaufte er sich erstens ein -kleines Haus, zweitens etwas Feld, drittens eine Ziege und endlich gar -eine Kuh. Hierauf heirathete er ein sehr braves Mädchen aus seinem -Orte, mit dem er alsdann seine kleine Oekonomie bewirthschaftete, -ferner ein Gemüsegeschäft anlegte und auch noch nebenbei -Federviehhandel trieb.</p> - -<p>Ganz anders verhielt und zeigte sich sein Bruder Sebastian. Er dachte -weder an das Sparen, noch an das Arbeiten. Er trieb sich tagediebisch -umher, zudem liebte er das Kartenspiel und trank überdies oft über den -Durst. Auch in Bezug auf die Ehrlichkeit wollte ihm Niemand so recht -trauen.</p> - -<p>Kein Wunder, daß Sebastian nicht nur alle Achtung verlor, sondern auch -oft kein Brod hatte. Sowohl seine Nachbarn als auch sein Bruder warnten -ihn. Außerdem bemühte sich sogar die Ortsgemeinde, ihn zu bessern. Man -trug ihm zunächst lohnende Beschäftigung, sodann eine Hausknechtsstelle -in einem Gasthofe an, ferner einen Posten auf dem Bahnhofe; schließlich -wollte man ihm sogar Geld zu einem kleinen Kohlenhandel vorschießen. -Sebastian mochte von alledem nichts wissen und nichts hören. Natürlich -blieben die Folgen davon nicht aus. Bald versetzte er sein letztes -Hemde, führte dann allerlei Betrügereien aus, vergriff sich hierauf an -fremdem Eigenthume, trieb sich alsdann mit einer Zigeunerbande in den -Wäldern umher und wurde endlich als Räuber eingefangen.</p> - -<p>Er wurde verhört, alsdann verurtheilt und hierauf auf viele Jahre in -einer Strafanstalt untergebracht. Schließlich,<span class="pagenum" id="Seite_74">[S. 74]</span> nach langen Jahren, -klopfte er eines Tages an Melchior’s Thür als bettelnder Greis.</p> - -<h4 id="Wortarten_Bindewort_69"><b>69. Die goldene Freiheit.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Entgegenstellende Bindewörter.)</p> - -<p>An einem Fenster hing ein großes, geräumiges Gebauer, in welchem -ein Rothkelchen auf und nieder hüpfte. Es sang <em class="gesperrt">zwar</em> fleißig, -<em class="gesperrt">aber</em> keineswegs so hell, wie einst draußen im grünen Walde. Es -hatte das beste Futter, <em class="gesperrt">dennoch</em> dachte es immer und immer an die -fetten Würmchen draußen unter dem Moose. Es bekam jeden Tag zweimal -frisches Wasser, gleichwohl konnte es die frischen, klaren Waldbächlein -nicht vergessen. Wol grüßte die liebe Sonne freundlich zum Fenster -herein, allein diese wohlthuenden Strahlen schienen das Rothkelchen nur -immer noch düsterer zu stimmen.</p> - -<p>Hermann bemerkte nur zu wohl die trübe Stimmung des Thierchens, doch -ihn rührte es nicht. Zwar liebte er selbst die goldene Freiheit -außerordentlich, gleichwohl konnte er sie hartherzig dem Rothkelchen -versagen.</p> - -<p>Als er im Herbste das Vöglein nach Hause brachte, hatte ihm sein Vater -gesagt: „Gut, Du magst es den Winter über behalten, aber zum nächsten -Frühjahre mußt Du es wieder fliegen lassen. Nun thue, was Du willst. -Entweder sperre es gar nicht erst ein, oder versprich, ihm dann die -Freiheit wieder zu schenken.“</p> - -<p>Hermann hatte Letzteres zugesagt. Allein jetzt, als der Frühling da -war, dachte er nicht mehr daran. Er kannte nicht nur kein Mitleid, -sondern meinte sogar, das Thierchen könne es nirgends besser haben, als -bei ihm. „Ein Vögelchen im Käfige zu halten“, sagte er einmal, „kann -kein Unrecht sein, nur muß man es gut pflegen.“</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_75">[S. 75]</span></p> - -<p>Sein Vater indessen dachte anders. „Gut essen und trinken“, sagte er, -„ist viel werth, nichtsdestoweniger möchte ich dabei in einem Kerker -stecken. Fesseln und schmale Kost drücken den Verbrecher sehr, der -Verlust der Freiheit dagegen drückt ihn am empfindlichsten.“</p> - -<p>Der Frühling schritt inzwischen immer tiefer in das Land, Hermann -jedoch machte keine Anstalt, seinem Gefangenen den Kerker zu öffnen. Er -fürchtete auch keineswegs den Unwillen seines Vaters, sondern glaubte, -derselbe wolle jetzt selbst, daß das Vöglein im Käfige bleiben solle. -Wie sehr aber erschrak er, als er denselben eines Tages leer fand. -Hermann weinte, das Vöglein indessen jubelte bereits längst draußen im -Walde ob der neugeschenkten goldenen Freiheit.</p> - -<h4 id="Wortarten_Bindewort_70"><b>70. Amerika.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Begründende Bindewörter.)</p> - -<p>„Warum wandern denn eigentlich so viele Menschen nach Amerika aus?“ -fragte Ludwig seinen Vater.</p> - -<p>„Ganz einfach“, erwiderte dieser, „<em class="gesperrt">weil</em> Viele glauben, dort -ihr Glück zu machen. Viele täuschen sich freilich auch, <em class="gesperrt">denn</em> -es ist nicht alles Gold, was glänzt. Amerika bezahlt zum Beispiel -die Arbeit weit besser als Deutschland, deshalb aber wird noch lange -nicht jeder Arbeiter reich. Er muß dafür auch seinen Lebensunterhalt -theuer erkaufen, und sonach gleichen sich Einnahme und Ausgabe -wieder aus. Amerika gestattet dem Volke in mancher Hinsicht mehr -Freiheit als Europa, daher aber erlauben sich dort auch Einzelne -aus dem Volke manche Gewaltthaten. Amerika ist der Zufluchtsort von -unzähligen Taugenichtsen, Betrügern und Dieben, deswegen kommen dort -verhältnißmäßig mehr Verbrecher vor, als bei uns. Amerika besitzt -unermeßliche Ländereien, demnach ist für wenig Geld ein<span class="pagenum" id="Seite_76">[S. 76]</span> bedeutender -Grundbesitz zu erwerben. Diese Länderstrecken aber sind mit Urwald -bedeckt und müssen mithin erst urbar gemacht werden. Dergleichen Arbeit -ist indeß äußerst mühsam und anstrengend und darum verlieren Viele die -Lust, lassen die Hände sinken und gerathen somit in Noth und Elend.</p> - -<p>Es sei damit nicht gesagt, lieber Ludwig, daß in der neuen Welt -Niemand auf einen grünen Zweig kommen könne, denn eine große Zahl -Eingewanderter hat ihr Glück gefunden. Falsch aber ist es, zu denken: -Diese sind reich und glücklich geworden, folglich muß ich es auch -werden und also gehe ich hinüber.“</p> - -<p>„Du würdest sonach Niemandem rathen, nach Amerika auszuwandern?“ sagte -Ludwig hierauf.</p> - -<p>„Das habe ich deshalb noch nicht gesagt“, erwiderte der Vater. „Wer -nach Amerika geht, muß arbeiten wollen, weil der Faule dort in -der Regel zu Grunde geht. Folglich würde ich allerdings zu einem -Arbeitsscheuen sagen: Bleibe Du hier, da Du den Schweiß des Angesichts -nicht gut vertragen kannst. Ebenso würde ich zu einem, der hier in -guten Verhältnissen lebt, sagen: Du hast, was Dein Herz wünscht, darum -bleibe im Lande und nähre Dich redlich. Einem jungen Manne aber, der -brav und strebsam ist, es aber hier zu nichts bringen kann, werde ich -stets sagen: Gut, Du wirst drüben die Hände nicht müßig in den Schooß -legen und somit vorwärts kommen, mithin gehe!</p> - -<p>Verstehe mich also nicht falsch, lieber Ludwig. Ich meine durchaus -nicht, weil Viele dort drüben ein trauriges Loos ziehen, daher dürfe -Niemand mehr nach Amerika auswandern. Wohl aber bin ich, wie schon -gesagt, gegen den Glauben, der da spricht: Hinz und Kunz sind da drüben -Millionäre geworden, demnach kann mir es auch nicht fehlen.</p> - -<p>Die neue Welt jenseits des Oceans ist eine gar eigene<span class="pagenum" id="Seite_77">[S. 77]</span> und deswegen muß -die Uebersiedelung dahin wohl überlegt werden.“</p> - -<h4 id="Wortarten_Bindewort_71"><b>71. Treue Freundschaft.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung der Bindewörter.)</p> - -<p>Paul und Robert waren zwei gute Freunde. Beide jedoch besaßen eine sehr -verschiedene Bildung. Das konnte aber auch nicht anders sein, denn -jeder hatte eine andere Erziehung genossen.</p> - -<p>Paul gehörte reichen, Robert dagegen armen Eltern an. Paul genoß daher -viel Schulunterricht. Er sprach nicht nur französisch, sondern auch -englisch. Er lernte reiten, auch fechten und schwimmen. Er bewegte -sich überdies stets unter vornehmen Leuten und besaß ferner eine gute -Bibliothek. Zudem ging er auch mit seinen Eltern öfters auf Reisen. -Somit war ihm Alles geboten, was Bildung schafft.</p> - -<p>Robert dagegen besuchte nur eine einfache Dorfschule. Hier gab es -wohl einen guten Lehrer, allein nicht viel Schulzeit. Zwar strengte -sich Robert sehr an, aber seine Kenntnisse blieben doch sehr dürftig. -Gleichwohl gehörte er zu den besten Schülern des Ortes. Deswegen wurde -er auch von seinem Lehrer, sowie von seinen Mitschülern sehr geachtet. -Und deshalb verging kein Examen, an welchem er nicht entweder eine -Prämie oder sonst eine Auszeichnung erhielt.</p> - -<p>Paul blieb das nicht unbekannt und daher erwählte er Robert zu seinem -Freunde. Weder Robert’s Armuth, noch seine geringe Bildung waren -ihm ein Anstoß. Paul liebte ihn, weil er ein ebenso fleißiger als -gesitteter Knabe war. Und Paul hat diese Wahl nie bereut, denn Robert -hing so treu an ihm, daß er sein Leben hätte für ihn lassen können.</p> - -<p>Paul kam zwar später aus dem Elternhause fort, aber die Entfernung -trennt ja wahre Freundschaft nicht, da diese im<span class="pagenum" id="Seite_78">[S. 78]</span> Herzen wohnt. Paul -und Robert schrieben sich oft; infolge dessen konnte keine Entfremdung -eintreten. Ja, sie blieben treue Freunde bis zum Tode.</p> - -<div class="section"> - -<h3 class="padtop1" id="Wortarten_Das_Empfindungswort">Das Empfindungswort.</h3> - -</div> - -<h4 id="Wortarten_Empfindungswort_72"><b>72. Ein Spaziergang.</b></h4> - -<p class="mtop2">Arthur und Emilie gingen an einem Waldrande spazieren. „<em class="gesperrt">Ei!</em>“ -rief Arthur plötzlich aus, indem er sich bückte, „ein Graspferd! ein -Graspferd!“</p> - -<p>„<em class="gesperrt">Pfui!</em>“ erwiderte Emilie, „das häßliche Thier!“</p> - -<p>„<em class="gesperrt">Ei</em>, <em class="gesperrt">ei!</em> Emilie“, tadelte Arthur, „so darf man nicht -sagen. O, auch die Graspferde sind schön in ihrer Art. Hopp! hopp! -Sieh nur, was es für große Sätze machen kann! O weh! Jetzt hüpfte es -in einen Wassergraben! Ach, das arme Thier! Es wird ertrinken müssen! -Ist es mir doch, als riefe es mir zu Hilfe! Hilfe! — Ha! ich muß sein -Retter werden!“</p> - -<p>Arthur langte in den Graben hinab und packte das Thier an. In demselben -Augenblicke aber schrie er auch: „Au! au!“ und ließ es auf die Erde -fallen.</p> - -<p>„Was schreist Du denn so?“ fragte Emilie schnell.</p> - -<p>„Abscheulich!“ versetzte Arthur. „Das Heupferd hat mich in den Finger -gezwickt.“</p> - -<p>„Hahaha!“ lachte da Emilie hell auf. „Aetsch! Nun hast Du doch etwas -von Deinem allerliebsten Thierchen!“</p> - -<p>„Ssssst! Schwesterchen“, entgegnete Arthur, mit dem Finger drohend, -„nicht schadenfroh sein!“</p> - -<p>Beide Geschwister gingen jetzt weiter. Bald darauf vernahmen sie hinter -sich her die Rufe: „Heda! Bst! Bst!“ Als sie sich umsahen, erblickten -sie vier bekannte Knaben, die an dem Spaziergange theilnehmen wollten.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_79">[S. 79]</span></p> - -<p>„Hurrah!“ rief Arthur begeistert aus, „nun wird es hübsch! Jetzt können -wir Soldaten spielen.“</p> - -<p>„Und ich?“ fragte Emilie bedeutungsvoll.</p> - -<p>„Hm!“ erwiderte Arthur nachdenklich. „Nun ja, das hatte ich mir -freilich nicht überlegt, daß Du Dich auf das Exerciren nicht verstehst. -Also rrrr! ein anderes Spiel!“</p> - -<p>Nachdem die Kinderschaar Haschekater, Blindekuh u. dergl. m. gespielt -hatte, trat sie den Heimweg an. Eben überschritten die Kinder eine -Stoppel. Da auf einmal ging’s „brrr!“ und ein Volk Rebhühner flog vor -ihnen auf.</p> - -<p>„Hoho! Bin ich doch erschrocken!“ versetzte einer der Knaben. Arthur -aber sagte: „Ei, hätten wir doch jetzt Flinten! Da sollte es aber -gehen: Piff, paff! puff! und kein einziges Rebhuhn dürfte davonkommen. -Heisa! wie würden sich unsere Mütter freuen, wenn wir solche Braten mit -nach Hause brächten!“</p> - -<p>Arthur wollte noch weiter reden, da aber kam ein Graben und — pardauz! -lag er darin, so lang er war. Natürlich gab das ein gewaltiges -Gelächter.</p> - -<p>Unter dem Gesang des Liedes: „Tra ri ra! sind die Jäger da“ etc. -kehrten endlich die Knaben fröhlich heim.</p> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_80">[S. 80]</span></p> - -<h2 class="nobreak" id="B_Satzlehre"><b><span class="antiqua">B.</span> -Satzlehre.</b></h2> - -</div> - -<h3 class="s4" id="Satzlehre_73" title="Das Gewitter."><b>73. Das Gewitter.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Satzarten.)</p> - -<div class="csstab satzlehre"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright1_5">Einfacher Satz.</div> - <div class="csscell">Der Blitz zuckte.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright1_5">Erweiterter einfacher Satz.</div> - <div class="csscell">Ein langer Donner grollte unter dem dunklen Himmel dahin.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright1_5">Zusammengezogener Satz.</div> - <div class="csscell">Menschen und Thiere suchten ein baldiges Unterkommen.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright1_5">Zusammengesetzter Satz.</div> - <div class="csscell">Die Schnitter eilten in ihre Hütten und die Heerde hüpfte - nach dem schirmenden Stalle.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright1_5">Satzgefüge.</div> - <div class="csscell">Ein warmer Regen, welcher längst erwünscht war, tränkte - später das durstige Erdreich.</div> - </div> -</div> - -<h3 class="s4" id="Satzlehre_74" title="Ursache und Folge"><b>74. Ursache und Folge.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<div class="csstab satzlehre"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright1_5">Einfacher Satz.</div> - <div class="csscell">Der Herbst war da. Die Früchte reiften. Die Aepfel - glänzten. Die Pflaumen winkten.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright1_5">Erweiterter einfacher Satz.</div> - <div class="csscell">Der liebe Gott hatte die Gärten reich gesegnet. Manche - Aeste konnten ihre Last kaum tragen. Sie mußten mit starken Pfählen gestützt - werden. Und dennoch neigten sich ihre äußersten Zweige fast bis zur Erde - herab.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright1_5">Zusammengezogener Satz.</div> - <div class="csscell">Eines Tages gingen Emil und Otto in ihren Obstgarten. - Beide jubelten und jauchzten. Sie durften und sollten sich an den Aepfeln und - Birnen gütlich thun. Vater und Mutter hatten es ihnen erlaubt. Dieser Genuß - sollte sowohl eine Belohnung als auch eine Erquickung für sie sein.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright1_5"> <span class="pagenum" id="Seite_81"><span class="s4">[S. 81]</span></span></div> - <div class="csscell">Emil eilte sofort auf einen Pflaumenbaum los und Otto - kletterte auf einen Apfelbaum. Emil war bald gesättigt, Otto aber schien gar - nicht genug bekommen zu können. Jener befleißigte sich überhaupt stets der - Mäßigkeit, denn er ehrte das Gebot der Eltern.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright1_5"> </div> - <div class="csscell">Otto, welcher eben zu viel Aepfel aß, fühlte sehr bald - die üblen Folgen. Das, was ihm ein Genuß gewesen war, bereitete ihm jetzt die - bittersten Schmerzen. Ehe noch der Tag zu Ende ging, lag er jammernd und - seufzend im Bette. Ihm wurde nun klar, das die Unmäßigkeit sich selbst - bestraft. Der Apfelbaum, sagte er wiederholt, soll mir eine Warnungstafel - bleiben, so lange ich lebe.</div> - </div> -</div> - -<div class="section"> - -<h3 class="padtop1" id="Satzlehre_Der_einfache_Satz">Der einfache Satz.</h3> - -</div> - -<h4 id="Satzlehre_Einfacher_Satz_75"><b>75. Das Pferd.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Welche Wörter als Subject dienen können! Alle.)</p> - -<p><em class="gesperrt">Das Pferd</em> ist ein nützliches Hausthier. <em class="gesperrt">Es</em> ist sehr stark -und schön gebaut. <em class="gesperrt">Die Stärke</em> liegt in seinen Muskeln. Das Schöne -spricht namentlich aus der Hals- und Kopfbildung. Sein ganzes Sein ist -freilich nicht selten eine Kette schwerer Arbeit. Das Ziehen wird ihm -leider oft zu sauer gemacht. Dieses Leider fällt leider dem Fuhrmanne -zur Last. Er ladet zu viel auf. Das Bergauf wird von ihm wenig beachtet.</p> - -<p>Das Pferd ist nun schlimm daran. Das Wollen fehlt ihm nicht. Das Können -indeß hat seine Grenze.</p> - -<p>Da knallt die Peitsche. Flüche fallen auf das arme Thier nieder. -Es geht zuweilen wahrhaft grausam dabei zu. Man möchte dazwischen -springen. So zuzuschlagen ist sündlich. Wann wird man endlich auch die -Pferde menschlich behandeln? Dieses Wann wird aber wol noch lange eine -Frage bleiben.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_82">[S. 82]</span></p> - -<h4 id="Satzlehre_Einfacher_Satz_76"><b>76. Gott.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Aus welchen Wörterklassen das Prädikat gebildet werden kann.)</p> - -<p>Gott ist <em class="gesperrt">Schöpfer</em>. Er ist <em class="gesperrt">allmächtig</em>. Sein Wort hat Alles -<em class="gesperrt">hervorgebracht</em>. Alles ist <em class="gesperrt">sein</em>.</p> - -<p>Gott ist Erhalter. Sein Reich ist freilich groß. Seine Hand doch -sättigt alles Leben. Dieser Trost ist unser.</p> - -<p>Gott ist auch Regierer. Sein Regiment ist gnädig. Er schützt. Er -leitet. Dieser Glaube ist mein.</p> - -<p>Und Gott ist unser Vater. Er ist allgütig. Seine Liebe umfaßt uns. Mein -Herz sei darum sein.</p> - -<h4 id="Satzlehre_Einfacher_Satz_77"><b>77. Die Rose.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Die Rose ist eine <em class="gesperrt">Blume</em>. Sie ist die <em class="gesperrt">Blumenkönigin</em>. Ihre -Krone ist ein Wunderbau. Der Juni ist ihre Blütezeit. Die Blätter sind -zart. Ihre Formen sind lieblich. Sie leuchtet weithin. Sie duftet. Sie -entzückt.</p> - -<p>Dornen sind ihre Schutzwaffe. Jede Spitze ist ein Dolch. Die Dornen -sind wachsam. Sie sind auch tückisch. Sie stechen. Sie verwunden.</p> - -<p>Die Rose reizt. Sie ist verführerisch. Ein Kindlein naht. Es ist -hocherfreut. Es pflückt. Ein Tröpfchen Blut ist der Preis.</p> - -<div class="section"> - -<h3 class="padtop1" id="Satzlehre_Der_erweiterte_einfache_Satz">Der erweiterte -einfache Satz.</h3> - -</div> - -<h4 id="Satzlehre_Einfacher_Satz_A"><b><span class="antiqua">A.</span> Erweiterung des Subjectes.</b></h4> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Einfacher_Satz_A_78"><b>78. Das kranke Kind.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Beifügung vor dem Subjecte.)</p> - -<p>Die <em class="gesperrt">kleine</em> Emma war krank. Der <em class="gesperrt">heftige</em> Pulsschlag -bekundete Fieber. Die <em class="gesperrt">vollen</em> Wangen glühten. Das große Auge lag -geschlossen. Die feuchten Hände zitterten.</p> - -<p>Zwei Aerzte behandelten das Kind. Mehrere Arzneiflaschen<span class="pagenum" id="Seite_83">[S. 83]</span> standen auf -dem Tische. Auch etliche Pulverschächtelchen waren zu sehen.</p> - -<p>Die treusorgende Mutter wich nicht von dem Bette. Ihr weinendes Auge -ruhte unverwandt auf der Kranken. Ihre pflegende Hand war jederzeit zur -Hilfe bereit.</p> - -<p>Die verordneten Wärmegrade in der Stube wurden streng erhalten. Die -verhangenen Fenster schufen Dunkelheit. Das gedämpfte Licht aber hatte -etwas Unheimliches. Der vorgeschriebene Thee stand fortwährend über -einem Spiritusflämmchen. Die zu verbrauchende Arznei dagegen schwamm in -einem Glase mit Brunnenwasser.</p> - -<p>So waren alle Vorsichtsmaßregeln getroffen. Keine Veränderung an dem -Kinde blieb unbeachtet. Die zu hoffende Genesung ließ indeß lange auf -sich warten.</p> - -<p>„Unser Kind ist noch sehr krank“, klagte die Mutter oft den Aerzten. -„Sein Bewußtsein scheint oft zu schwinden. Seine Hände sind bald warm, -bald kalt. Meine Emma wird doch am Ende noch sterben! Ach, mein Herz -würde es kaum ertragen! Unser Lebensglück sänke mit ihr ins Grab. -Dieses Kind hat uns nie betrübt. Ein solcher Edelstein könnte uns nie -wieder ersetzt werden!“</p> - -<p>Die theilnehmenden Aerzte trösteten sie. „Der liebe Gott wird Ihnen -schon das Kind erhalten“, sagten sie. „Die allmächtige Gotteshand hat -ja schon oft Wunder gethan. Sein Arm ist nicht zu kurz, daß er nicht -helfen könnte.“</p> - -<p>Und der treue Himmelsvater half. Das tückische Fieber wich endlich. Die -arme Emma konnte das Bett wieder verlassen. Stärkende Nahrung gab ihr -bald wieder Kräfte. Kleine Spaziergänge erzeugten wieder Heiterkeit. -Die frische Luft hauchte wieder Rosen auf die Wangen.</p> - -<p>Herzinniger Dank stieg von den Mutterlippen zum Himmel empor.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_84">[S. 84]</span></p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Einfacher_Satz_A_79"><b>79. Berlin.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Eine Beifügung nach dem Subjecte.)</p> - -<p>Die Stadt <em class="gesperrt">Berlin</em> ist zu einer Weltstadt geworden. In ihr hat nun -der Kaiser <em class="gesperrt">von Deutschland</em> seinen Sitz.</p> - -<p>Der Umfang der Stadt wächst fast zusehends. Die Regelmäßigkeit der -Straßen ist eine Zierde von ihr. Die Prachtbauten der Regierung -erwecken Bewunderung. Die Stätten der Wissenschaft werden sorglich -gepflegt. Werke der Kunst sind in Berlin reich vertreten. Die -Sammlungen der Kunstschätze erfahren von Jahr zu Jahr Bereicherungen.</p> - -<p>Die Helden des Volkes prangen als Prachtdenkmäler an den Straßen. Die -Fürsten des Reichs glänzen in Erzguß. Unter ihnen nimmt Friedrich der -Große den Vorrang ein. Plätze ohne Denkmäler sind überhaupt selten in -Berlin.</p> - -<p>Der Handel der Stadt ist im Flor. Die Großartigkeit der -Fabrikwerkstätten erregt Staunen. Das Streben nach Vergnügen hat -Lustörter in Menge hervorgerufen. Natürlich wird dadurch auch die Lust -zu schwelgen gefördert. Auch soll das Verbrechen des Taschendiebstahls -in Berlin häufig vorkommen.</p> - -<p>Die Lage der Stadt ist freilich keine sonderlich schöne. Die Umgebungen -derselben sind Sandebenen. Und eine Stadt ohne Naturreize verliert viel -an Anziehungskraft.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Einfacher_Satz_A_80"><b>80. Peter.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Die Beifügung ein Zeitwort in reiner Form.)</p> - -<p>Der Trieb <em class="gesperrt">zu spielen</em> war bei dem zwölfjährigen Peter ziemlich -stark und verdrängte die Lust zu arbeiten. Kein Wunder daher, daß -er in der Schule keine Fortschritte machte. Während des Unterrichts -beschäftigte er sich oft mit den Händen unter der Tafel.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_85">[S. 85]</span></p> - -<p>Für diese Sucht zu tändeln und den Hang zu faulenzen erhielt er zwar -oft Strafe, aber sie weckte keineswegs in ihm das Bestreben zu lernen.</p> - -<p>Leider gesellte sich zu diesen Fehlern bei dem Peter auch noch die -Unart zu necken und zu schimpfen und die Neigung zu lügen.</p> - -<p>Eines Tages ließ der Lehrer den Knaben zu sich kommen und sagte zu ihm: -„Peter, mein Beruf zu erziehen und meine Pflicht zu bilden werden mir -an Dir sehr schwer. Dein Streben zu wachsen im Geiste ist gleich Null. -Glaube mir, daß Du Deine jetzige Art Dich zu verhalten und zu gebaren -einst noch bitter bereuen wirst.“</p> - -<p>Peter aber, anstatt den Vorsatz zu hören und zu gehorchen zu fassen, -überließ sich auch fernerhin in der Schule dem Drange zu träumen, -zu brüten und zu tändeln. Und so wurde nach und nach aus ihm ein -liederlicher Mensch, den endlich seine Leidenschaft zu faulenzen und -Karte zu spielen an den Bettelstab brachte.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Einfacher_Satz_A_81"><b>81. Weihnacht.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Eine Beifügung vor, eine nach dem Subjecte.)</p> - -<p>Das <em class="gesperrt">schönste</em> Fest <em class="gesperrt">der Kinderwelt</em> war da. Die heilige -Nacht der Geburt Christi breitete ihre Flügel über die Stadt. -Sämmtliche Glocken des Domes hallten über die Dächer dahin.</p> - -<p>Die feierliche Harmonie des Geläutes klang wie ein Gruß aus Himmelshöhe.</p> - -<p>Auf den Straßen wogte noch lange der bunte Strom des Volkes. Die -betreßten Diener der Paläste eilten mit Packeten dahin. Die breiten -Rücken der Dienstmänner waren vielfach mit Körben belastet. Die -zerlumpten Kinder der Armuth boten ihre Pflaumenmänner feil. Bepackte -Bewohner des Landes zogen zu<span class="pagenum" id="Seite_86">[S. 86]</span> den Thoren hinaus. Dort huschte wol auch -bereits ein vermummter Knecht Ruprecht in ein Haus hinein. Aus den -Bäckerläden stieg der bezaubernde Duft der Weihnachtsstollen.</p> - -<p>Die zierlichen Rouleaux der Salonfenster sind heute nicht -heruntergelassen. Bald strahlt hinter ihnen der helle Lichtglanz des -Christbaums. Bis auf die Straße herab schallt der jauchzende Jubel der -Kinder. Ihre Hoffnung auf die Christbescherung ist glänzend erfüllt. -Eine reiche Menge von Geschenken liegt vor ihnen ausgebreitet. Die -lockenden Titel der Geschichtenbücher lachen in die Augen. Das liebe -Klappern der Nüsse schlägt an die Ohren. Das tiefe Roth der Aepfel -reizt die Gaumen.</p> - -<p>Aber nicht blos in den Palästen entzückt die holde Pracht der -Christfestkerzen. Auch das niedere Stübchen der Souterrainbewohner dort -erleuchtet ein Weihnachtslicht. Die freundlichen Gaben des Christkindes -liegen hier freilich nur spärlich zuertheilt. Der zu spendende Dank der -Kinder bleibt indeß auch für das Wenige nicht aus.</p> - -<p>So ist jedes Haus in der Stadt heute ein Freudentempel. Das selige -Jauchzen aus den Familienkreisen steigt preisend zum Himmel hinauf.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Einfacher_Satz_A_82"><b>82. Die Zigeunerkinder.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Zwei Beifügungen vor dem Subject.)</p> - -<p>Eines Tages ging <em class="gesperrt">mein lieber</em> Vater mit mir in einen Wald, -erzählte Felix. In dem Walde lagerten mehrere erwachsene Zigeuner. Ihre -sechs Kinder hüpften um sie her. Drei mächtige Buchen wölbten ihre -Aeste über den Fremdlingen zu einem Dache.</p> - -<p>„Diese bunte Gruppe kann einem Maler Stoff zu einem Bilde geben,“ -sagte der Vater. „Jener dicke Junge dort ist ein Prachtbursche. Seine -dunklen Augen funkeln wie Sterne. Sein blendendweißes Gebiß gleicht -einer Perlenschnur. Und nun sein<span class="pagenum" id="Seite_87">[S. 87]</span> sonnverbranntes Gesicht! Diese braune -Gesichtsfarbe vollendet seine Schönheit.</p> - -<p>Aber auch jenes kleine Mädchen dort gefällt mir. Sein pechschwarzes -Haar sieht reizend aus. Solche volle Zöpfe sind unter unsern Kindern -etwas Seltenes. Und wieder diese strahlenden Augen! Sind diese -rollenden Augen nicht eine Pracht?</p> - -<p>Und wie kräftig sind alle diese Kinder gebaut! Dein schwächliches -Brüderchen daheim würde sich unter dem Zigeunervölkchen sonderbar -ausnehmen. Selbst unsere sechsjährige Emma würde noch bedeutend -abstechen.</p> - -<p>Unsere deutschen Kinder führen freilich auch kein solches Naturleben, -wie diese hier. Diese ihre gekünstelte Lebensweise thut ihrer -Körperentwickelung manchen Eintrag. Trotzdem aber geht ihr aufrichtiger -Wunsch gewiß nicht dahin, ein Zigeunerkind zu sein.“</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Einfacher_Satz_A_83"><b>83. Das Grab der Mutter.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Eine Doppelbeifügung nach dem Subject.)</p> - -<p>In einem Winkel <em class="gesperrt">eines weitläufigen Kirchhofs</em> lag ein Grab. Der -Sand <em class="gesperrt">des leichtgewölbten Hügels</em> war noch ziemlich frisch. Der -Leichenstein am oberen Ende schien nur gestern erst gesetzt zu sein.</p> - -<p>Dieses Grab im einsamen Winkel barg eine Mutter. Die Liebe ihres treuen -Herzens hatte ihrem Leben frühzeitig ein Ziel gesetzt. Die Pflege eines -kranken Kindes erschöpfte ihre Kräfte. Die Nächte ohne erquickenden -Schlaf griffen ihre Nerven an. Endlich befiel auch sie das Fieber des -leidenden Kindes. Die Kunst der geschicktesten Aerzte vermochten sie -nicht zu retten. Die Schwäche ihres angegriffenen Körpers war zu weit -vorgeschritten. Sie starb.</p> - -<p>Die Genesung des kranken Kindes schritt kurz darauf vorwärts. Nach -Wochen entsetzlicher Leiden konnte es endlich zum<span class="pagenum" id="Seite_88">[S. 88]</span> ersten Male -ausgehen. Das Grab der geliebten Mutter war dabei sein Ziel. Die -Dankbarkeit seines echtkindlichen Herzens trieb es dazu.</p> - -<p>Eine Stunde lang saß das Kind mit den blassen Wangen am Hügel. -Thränen unsäglichen Schmerzes rannen über dieselben herab. Seufzer -über den unersetzlichen Verlust entstiegen der Kindesbrust. Ein Gebet -herzinnigen Dankes für die Liebe der Entschlafenen bewegte die Lippen.</p> - -<p>Die Strahlen der warmen Frühlingssonne grüßten freundlich den -Hügel. Die Goldworte eines tröstenden Bibelspruches blitzten hell -vom Leichensteine herüber. An ihnen richtete sich das Gemüth des -wehklagenden Kindes sichtlich auf. Ein Lichtstrahl aus himmlischer -Höhe schien damit in sein Gemüth zu dringen. Die Thränen um die theure -Dahingeschiedene rannen spärlicher. Auf dem blassen Antlitze des Kindes -lagerte sich der Friede der stillen Gottergebung. Jenes Wort der -heiligen Schrift aber hieß: „Ich will euch wiedersehen und euer Herz -soll sich freuen.“</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Einfacher_Satz_A_84"><b>84. Dämmerung.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Zwei Doppelbeifügungen nach dem Subject.)</p> - -<p>Ein Tag <em class="gesperrt">des schönen Frühlings im letztverflossenen Jahre</em> ging -zu Ende. Das Gewölk <em class="gesperrt">über den majestätischen Berggipfeln jenseits -des sanftbewegten Sees</em> erglänzte im Purpurgolde. Das Lied der -gefiederten Sänger des frischgrünen Waldes verstummte. Dagegen erhoben -nun die Quaker im dichten Schilfe der nahen Lache ihre Stimme.</p> - -<p>Die Heerden der reichen Güter der umliegenden Ortschaften verließen die -Weideplätze. Das Geläute der dumpfen Glocken hüpfender Rinder hallte -melancholisch daher. Die Bebauer der fruchtbaren Felder am diesseitigen -Seeufer zogen ebenfalls heimwärts.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_89">[S. 89]</span></p> - -<p>Das Glöcklein der hölzernen Kapelle eines nachbarlichen Dorfes mahnte -zum Abendgebete. Die Häupter der biederen Bebauer jener gottgesegneten -Fluren entblößten sich. Das Gebet des lieben Heilandes Jesu Christi -entstieg stumm ihren Herzen.</p> - -<p>Immer dichter zogen sich die Schatten der lieblichen Thäler längs -der murmelnden Bäche zusammen. Die Sterne am nördlichen Saume des -tiefblauen Himmels blickten bereits hernieder. Ein Bild des seligen -Friedens aus höheren Welten bot ringsum die Natur.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Einfacher_Satz_A_85"><b>85. Der Schneemann.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Alle Arten einfacher Beifügungen.)</p> - -<p>Der alte Winterkönig war eingezogen. Ein blitzendes Schneegewand deckte -die Erde. Lange Eiszapfen zierten die Dächer. Gefrorene Fensterscheiben -glänzten an den Hütten.</p> - -<p>Da eilten mehrere Knaben in den Garten. Ihre Hände begannen sogleich zu -arbeiten. Der Zweck der Arbeit war ein Schneemann.</p> - -<p>Der Knabe Richard leitete den Bau. Robert’s Hände leisteten am meisten. -Der Sohn des Arztes konnte nur zusehen.</p> - -<p>Bald stand ein Schneemann ohne Tadel da. Der Drang zu schaffen war -gestillt.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Einfacher_Satz_A_86"><b>86. Der junge Storch.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Alle möglichen Beifügungen vor und nach dem Subject.)</p> - -<p>Ein <em class="gesperrt">fleißiger</em> Schüler <em class="gesperrt">der ersten Klasse einer gewöhnlichen -Dorfschule der sächsischen Kreisdirection Dresden</em> schrieb in einem -Aufsatze unter Anderem Folgendes:</p> - -<p>Unser junger Storch auf dem bemoosten Dache der alten Scheune lugte -neugierig in die Welt hinaus. Dieser anerkannte Liebling aller -erwachsenen Glieder unserer großen Familie war<span class="pagenum" id="Seite_90">[S. 90]</span> etwa drei Monate alt. -Ein neckischer Einfall des ältesten Knechtes meines guten Vaters gab -ihm den Namen Davidel. Dieser sonderbare Name des jungen Storches -unseres kleinen Gutes wurde bald im Dorfe bekannt. Sogar einige große -Knaben aus dem nahen Nachbardorfe des freundlichen Gebirgsthales hatten -ihn erfahren.</p> - -<p>Das drollige Benehmen des schmucken Kindes unseres bejahrten -Storchpaares wurde oft belacht. Am meisten freuten sich über ihn die -beiden bausbäckigen Mädchen des neuen Pfarrers unserer zahlreichen -Gemeinde. Auch die drei erwachsenen Söhne des reichen Barons auf der -reizenden Villa am romantischen Dorfende sahen zuweilen stundenlang -seinem Gebaren zu.</p> - -<p>Die fürsorgenden Eltern unseres lieben Freundes mit den dünnen -Klapperbeinen brachten ihm des Tages mehr als einmal einen Frosch. Ein -solcher fetter Braten aus dem sumpfigen Grunde des fernen Erlenwaldes -war ihm stets sehr willkommen. Der endliche Tod eines solchen Quakers -während der tiefen Stille warmer Sommernächte war übrigens ein kurzer. -Das verzweifelte Zappeln der grünen Beine des armen Schluckers dauerte -kaum eine Minute.</p> - -<p>Unsere stille Freude an dem munteren Firstenbewohner der niederen -Scheune nahm indeß plötzlich ein Ende. Sein erster Ausflug auf die -umliegenden Wiesen unserer umfangreichen Flur brachte ihm den Tod. Die -sechs scharfen Krallen eines gierigen Raubvogels aus dem zwei gute -Stunden entfernten Felsengebirge umklammerten ihn. Ein wuchtiger Stoß -des mörderischen Schnabels jenes mächtigen Ungeheuers durchbohrte ihm -die Hirnschale.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_91">[S. 91]</span></p> - -<h4 id="Satzlehre_Einfacher_Satz_B"><b><span class="antiqua">B.</span> Erweiterung -des Prädikates.</b></h4> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Einfacher_Satz_B_87"><b>87. Wilhelm.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Das Prädikat ein Hauptwort mit Beifügung.)</p> - -<p class="center">(Aus einem Briefe.)</p> - -<p>Wilhelm hat einen <em class="gesperrt">hellen</em> Kopf. Sein Wesen hat <em class="gesperrt">viel</em> -Einnehmendes. Er war stets ein Muster der Schule. Er ist deshalb auch -der Liebling des Lehrers. Bald wird er der Oberste der Klasse werden. -Diese Beförderung ist dann sein Lohn. Sie ist auch meine Freude. -Wilhelm ist ja mein Freund.</p> - -<p>Wilhelm wird einmal Lehrer der Rechnenkunst. Er hat auffallende Lust -dazu. Gewiß wird er ein Rechnenlehrer ohne Tadel. Vielleicht wird er -gar einmal der Rechnenmeister Adam Riese der Zweite.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Einfacher_Satz_B_88"><b>88. Der Affe.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Das Prädikat ein Hauptwort mit mehreren Beifügungen.)</p> - -<p>Der Affe ist das <em class="gesperrt">drolligste</em> Thier <em class="gesperrt">unserer zoologischen -Gärten</em>. Sein neckisches Wesen wird oft <em class="gesperrt">der Gegenstand -allgemeinen Gelächters</em>. Die Affenkäfige sind daher auch die -stärksten Anziehungspunkte der lieben Kinderwelt.</p> - -<p>Die Kletterbewegungen der Affen sind oft wahre Kunststücke der höheren -Turnerei. Ihre Schwänze haben dabei den nützlichen Dienst einer fünften -Hand.</p> - -<p>Der Affe hat fast stets einen ausgezeichneten Appetit nach süßem -Naschwerke. Seine Freßweise hat den entschiedenen Charakter -heißhungriger Gier.</p> - -<p>Er ist kein friedliebender Freund seiner mitgefangenen Kameraden. -Schnell wird er oft ein leibhaftiges Bild des heftigsten Jähzorns. -Seine Zähne sind dabei die gefährlichen Dolche seiner heimtückischen -Rachsucht.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_92">[S. 92]</span></p> - -<p>Wohl aber ist der Affe ein großer Freund der schönen Tugend der -Reinlichkeit. Diese Reinlichkeitsliebe ist eine der rühmlichsten -Eigenschaften des gesammten Affengeschlechts.</p> - -<p>Der Nachahmungstrieb ist eine allbekannte Eigenschaft der Vierhänder. -Er wurde freilich schon oft die traurige Ursache der lebenslänglichen -Gefangenschaft des südländischen Thieres.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Einfacher_Satz_B_89"><b>89. Hochmuth.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Möglichste Erweiterung des Subjects und Prädikats, -insofern beide blos Hauptwörter sind.)</p> - -<p><em class="gesperrt">Jener alte</em> Nachtwächter <em class="gesperrt">des kleinen Dorfes Muschelthal an dem -bewaldeten Fuße des steilen Kuffenberges</em> ist der einzige Bruder des -reichen Fabrikherrn Hartkopf in dem freundlichen Städtchen Clervaux an -der Aube.</p> - -<p>Der greise Wächter in den finsteren Nächten hat kaum die einfache -Nothdurft des täglichen Lebens in seiner ärmlichen Hütte am einsamen -Dorfende. Der verwöhnte Gaumen des vornehmen Bruders dagegen hat stets -eine glänzende Auswahl der leckersten Speisen aus den entlegensten -Fruchtgärten der südlichen Länder.</p> - -<p>All seine geschäftlichen Unternehmungen im großen Bereiche der -vielzweigigen Eisenfabrikation waren von den günstigsten Umständen -begleitete Griffe in das launenhafte Rad des menschlichen Glückes.</p> - -<p>Dieser beneidenswerthe Schwelger an reichbesetzter Tafel ist indeß -die erbärmliche Kreatur des grenzenlosesten Hochmuths. Dadurch aber -wird der glückliche Besitzer aller äußern Annehmlichkeiten des -irdischen Lebens zum schnöden Verleugner der heiligsten Pflichten des -menschlichen Herzens. Der stolze Inhaber jener großartigen Fabrik im -fernen Frankreich hat nicht die geringste Spur von brüderlicher Liebe -zu dem armen Nachtwächter. Dieser schwächliche Greis wird sicher noch -ein bemitleidenswerther<span class="pagenum" id="Seite_93">[S. 93]</span> Bewohner des heimatlichen Armenhauses. Der -gewaltige Reichthum des hartherzigen Bruders ist nicht einmal ein -schwacher Halm der Hoffnung auf einstigen Schutz vor einem traurigen -Ende. Des armen Alten letzter Freund wird der von allem Uebel erlösende -Friedensbote aus den seligen Räumen des ewigen Himmels sein.</p> - -<div class="chapter"> - -<h3 class="padtop1" id="Satzlehre_Ergaenzungen">Ergänzungen.</h3> - -</div> - -<h4 id="Satzlehre_Ergaenzungen_1"><b>1. Des Zeitwortes.</b></h4> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache"><span class="antiqua">A.</span> -Einfache.</h5> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_90"><b>90. Der Schmetterling.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">Im ersten Falle.</p> - -<p>Das Schmetterlingsei ward <em class="gesperrt">eine Raupe</em>. Die Raupe wurde eine -Puppe. Die Puppe wird ein Schmetterling. Diese Verwandlung bleibt ein -Naturräthsel. Sie bleibt ein Wunder. Des Wunders Schöpfer heißt Gott.</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_91"><b>91. Ohne Glauben.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">Im zweiten Falle.</p> - -<p>Der Ungläubige entsagt <em class="gesperrt">der Kindschaft mit Gott</em>. Er vergißt die -Wohlthaten des Himmelsvaters. Er spottet der göttlichen Gnade. Seine -Hand entsagt der Hilfe von oben. Er gedenkt nicht des Endes. Sein Herz -entbehrt alles Trostes. Der Ungläubige bedarf unserer zurechtweisenden -Hand.</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_92"><b>92. Der echte Christ.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">Im dritten Falle.</p> - -<p>Der echte Christ glaubt <em class="gesperrt">dem Evangelio</em>. Das Gesetz des Herrn -befiehlt <em class="gesperrt">ihm</em>. Er gehorcht dem Gesetze. Sein ganzes<span class="pagenum" id="Seite_94">[S. 94]</span> Leben gehört -dem Höchsten. Sein Herz vertraut dem allgütigen Himmelsvater. Es folgt -ihm. Es dankt ihm. Dem Allgütigen gebührt ja alle Ehre.</p> - -<p>Der falsche Christ zürnt dem Gläubigen. Er mißtraut ihm. Er flucht ihm -wol gar. Er schadet seiner Ehre.</p> - -<p>Der fromme Christ verzeiht einem solchen Uebermüthigen. Er vergibt -seinem Feinde. Er lebt seinem göttlichen Vorbilde nach.</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_93"><b>93. Jakob.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">Im vierten Falle.</p> - -<p>Jakob besaß <em class="gesperrt">viel Schlauheit</em>. Er überlistete <em class="gesperrt">den Esau</em>. -Dadurch erhielt er <em class="gesperrt">das Recht der Erstgeburt</em>. Er betrog seinen -blinden Vater. Dadurch erschlich er den väterlichen Segen.</p> - -<p>Gott aber strafte den Sünder. Den Esau erfaßte die Wuth. Er ballte die -Fäuste. Seine Lippen schäumten Zorn. Er haßte den Bruder. Er wollte die -erlittene Schmach rächen. Seine Hand wollte den Betrüger erwürgen.</p> - -<p>Rebekka vernahm den Racheschwur. Entsetzen ergriff ihr Mutterherz. Sie -erkannte die Gefahr. Sie fürchtete den Erzürnten. Sie rief den Jakob. -Schnell war ein Rettungsplan geschmiedet. Ihr Liebling mußte die Flucht -ergreifen.</p> - -<p>Auch Rebekka belog nun den blinden Alten. Sie scheute diese Sünde -nicht. Die Lüge sollte Jakob’s Sicherheit bewirken.</p> - -<p>Jakob trat die schwere Reise an. Er hatte großen Kummer zu tragen. Er -mußte die zärtlich liebende Mutter verlassen. Er mußte alle häuslichen -Bequemlichkeiten entbehren. Er mußte die theure Heimat meiden. Eine -schwere Schuld belastete sein Herz. Ihn drückte das böse Gewissen. Die -Reue quälte sein Gemüth. Vielleicht feuchteten Thränen seine Augen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_95">[S. 95]</span></p> - -<p>So verfolgte die Strafe den Sünder. So zeigte der Herr seinen gerechten -Arm.</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_94"><b>94. Der Lügner.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Rückbezügliche Zeitwörter. Vierter Fall.)</p> - -<p>Moritz entehrte <em class="gesperrt">sich</em>, indem er der Lüge Freund war. Hatte er -<em class="gesperrt">sich</em> einmal beschmutzt, bemühte er sich, die Schuld auf Andere -zu schieben. Er beklagte sich wol gar, daß ihn ein gewisser Knabe mit -Koth beworfen habe.</p> - -<p>Diese Lügenhaftigkeit verschlimmerte sich von Tag zu Tag. Einmal -beschäftigte sich Moritz im Schlafzimmer. Dort befanden sich -Streichhölzchen. Mit diesen spielte er. Die Hölzchen aber entzündeten -sich. Das Feuer griff schnell um sich. Vergebens strengte er sich an, -es zu löschen. Es ließ sich nicht mehr dämpfen. Schon bewegte es sich -an einem Vorhange empor.</p> - -<p>Moritz entsetzt sich. Er will sich entfernen. Er möchte sich am -liebsten verstecken. Da tritt sein Vater herein. Dieser besinnt sich -nicht lange. Er faßt sich schnell und reißt den Vorhang herunter. Dabei -verbrennt er sich zwar, aber der Schmerz läßt sich ertragen. Die Flamme -züngelt noch einmal empor. Bald aber hat sie sich doch unterdrücken -lassen.</p> - -<p>Moritz erdreistet sich aufs neue zu lügen. Darüber betrübt sich der -Vater. Er läßt sich jedoch nicht täuschen. Er überzeugt sich, daß -Moritz das Unheil angerichtet habe. Dieser sieht sich bald überführt. -Die Strafe blieb natürlich nicht aus. Moritz schämte sich. Zum Glück -änderte er sich bald. Er legte die Lügen ab. Er besserte sich.</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_95"><b>95. Der Verschwender.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Alle vier Fälle. Einfache Ergänzung.)</p> - -<p>Valentin war <em class="gesperrt">der Sohn eines reichen Edelmannes</em>. Sein Vater -hatte mehrere Güter. Er hieß ein Millionär. Alle<span class="pagenum" id="Seite_96">[S. 96]</span> diese Schätze wurden -Valentin’s Eigenthum. Der reiche Erbe aber wurde ein Verschwender.</p> - -<p>Sein Charakter entbehrte <em class="gesperrt">aller Grundsätze</em>. Er vergaß die -Mahnungen seines seligen Vaters. Er achtete nicht der Mahnungen der -Vernunft. Er spottete jeder Arbeit.</p> - -<p>Valentin huldigte <em class="gesperrt">allen Untugenden</em>. All sein Denken galt den -sinnlichen Genüssen. Er fröhnte allen erdenklichen Leidenschaften. Aber -die Strafe folgte dem Laster. Valentin schadete seiner Gesundheit.</p> - -<p>Er verlor <em class="gesperrt">alle Achtung</em>. Sein Vermögen ging den Krebsgang. -Seine guten Freunde verließen ihn. Die Gläubiger dagegen suchten ihn -auf. Schließlich verhaftete ihn das Gericht. Den einstigen Millionär -beherbergte ein Gefängniß. Valentin erhielt eine lange Freiheitsstrafe.</p> - -<p>Endlich hatte er sie verbüßt. Aber er war nun ein Bettler. Jetzt erst -gedachte er der wohlgemeinten Rathschläge seines Vaters. Sein Gemüth -erlag der Reue. Er starb den Tod eines Untergegangenen.</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_96"><b>96. König und Volk.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Die Ergänzung durch Hauptwörter mit Verhältnißwörtern.)</p> - -<p>Ein König lebt <em class="gesperrt">seiner Stellung gemäß</em>. Er glänzt infolge seiner -Würde. Kraft seiner Macht regiert er. Vermöge seines Heeres schützt er. -Zufolge seiner Gewalt kann er strafen. Er straft laut der Gesetze.</p> - -<p>Das Volk steht <em class="gesperrt">unter dem Gesetze</em>. Der brave Unterthan lebt nach -den gegebenen Verordnungen. Er schweigt zu den Reden der Aufrührer. -Seine Gedanken stimmen für den Frieden. Er denkt an die Schrecken -einer Revolution. Sie drängt zu schrecklichen Greueln. Sie führt durch -Menschenblut.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_97">[S. 97]</span></p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_97"><b>97. Im Sturme.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Die Ergänzung ein Zeitwort in reiner Form.)</p> - -<p>Der alte Donnergott beliebt <em class="gesperrt">zu grollen</em>. Der Himmel beginnt -<em class="gesperrt">zu dunkeln</em>. Der Sturm fängt an zu toben. Das Schiff sucht zu -entkommen. Es strebt einzulaufen. Das Fahrzeug hebt an zu kämpfen. Es -scheint zu bersten. Es droht zu sinken. Der Kapitän aber hofft dennoch -zu siegen.</p> - -<p>Er befiehlt zu kappen. Er verordnet zu kreuzen. Das Matrosenvolk indeß -fürchtet zu stranden. Es wünscht zu ankern.</p> - -<p>Da mahnt der Kapitän zu gehorchen. Endlich beginnt er zu fluchen. Er -droht zu züchtigen. Er gedenkt sogar zu schießen.</p> - -<p>Der Kapitän verfügt aufs neue zu kreuzen. Die Matrosen beschließen zu -gehorchen. Es gelingt endlich anzulegen. Das Schiff ist gerettet.</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_98"><b>98. Die Wahrheit.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Einfache Ergänzung. Alle vier Fälle.)</p> - -<p>Die Wahrheit siegt kraft ihrer Macht. — Sie stammt aus dem Himmel. — -Christus zeugte von ihr. — Er starb sogar für sie. — Was hatte er zu -dulden!</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_99"><b>99. Die Eisenbahn.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung aller Ergänzungen mit Verhältnißwörtern.)</p> - -<p>Ein Eisenbahnzug wird vermöge der Dampfkraft bewegt. Die Wagen rollen -auf eisernen Geleisen dahin. Man staunt über die Fahrgeschwindigkeit. -Die Mitfahrenden wähnen zu fliegen.</p> - -<p>Die Eisenbahnen wirken auf alle Handelsverhältnisse wohlthätig ein. -Sie halten auf strenge Pünktlichkeit. Die Fahrten hängen nicht von der -Witterung ab.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_98">[S. 98]</span></p> - -<p>Ihr Nutzen wird von dem Publikum auch verstanden. Die Eisenbahnen -streben daher nach immer größerer Ausdehnung.</p> - -<p>Eine Eisenbahnfahrt leidet zwar auch an Schattenseiten. Die Zeitungen -berichten sehr oft von Eisenbahnunfällen. Zuweilen rennt ein Zug an -den andern. Wagen kommen aus den Geleisen. Infolge dieser Ereignisse -verunglücken namentlich viele Bahnbeamte. Manche verunglücken freilich -auch zufolge ihrer Unvorsichtigkeit. Viele denken gar nicht mehr an die -Gefahr. Sie bauen leider zu sehr auf ihre Sicherheit. Einzelne wagen in -dieser Hinsicht wol gar zu freveln.</p> - -<p>Trotz alledem aber steht der Segen der Eisenbahnen weit über ihren -Nachtheilen.</p> - -<p class="s4 center mtop1_5" id="Satzlehre_Ergaenzungen_1_Einfache_100">Hauptwiederholung.</p> - -<h6 class="s4" title="Hauptwiederholung. -100. Der Geburtstag."><b>100. Der Geburtstag.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Erweitertes Subject. Prädikat und einfache Ergänzung.)</p> - -<p>Das einzige Söhnchen eines reichen Kaufmanns in dem schöngelegenen -Dorfe S. feierte seinen achten Geburtstag.</p> - -<p>Der freundliche Vater des lieben Knaben hatte alle artigen Gespielen -der nächsten Nachbarschaft eingeladen.</p> - -<p>Sein biederes Vaterherz war dem frohen Treiben einer lustigen -Kinderschaar hold.</p> - -<p>Auch der lieben Mutter des munteren Willi gefiel ein solch heiteres -Kränzchen aus dem glücklichen Reiche lebensfroher Kinder.</p> - -<p>Der hellerleuchtete Salon des wohlhabenden Kaufmanns nahm das fröhliche -Völkchen der zahlreichen Festgeladenen auf.</p> - -<p>Der bunte Kranz der lebendigen Schaar entwickelte ein jubelndes Leben.</p> - -<p>Die umsichtigen Eltern des blondlockigen Geburtstagskindes hatten für -allerhand Unterhaltungen aus dem großen Bereiche der kindlichen Spiele -gesorgt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_99">[S. 99]</span></p> - -<p>Sogar der alte Onkel des gefeierten Willi hatte eine allerliebste -Auswahl verschiedener Belustigungsgegenstände mitgebracht.</p> - -<p>Die heitere Kinderschaar des traulichen Kreises folgte der freundlichen -Einladung zum Spiele.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte"><span class="antiqua">B.</span> -Doppelte Ergänzung.</h5> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_101"><b>101. Der Thierquäler.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Im vierten und zweiten und vierten und dritten Falle.)</p> - -<p>Ein Herr beschuldigte <em class="gesperrt">einen Fuhrmann der Thierquälerei</em>. Der -Fuhrmann zieh ihn dafür der Lüge. Der Herr aber überführte ihn der -Schandthat. Er versicherte sich seiner Person. Schließlich übergab er -den Thierquäler der Polizei. Die Polizei aber überlieferte den rohen -Menschen dem Gerichte.</p> - -<p>Der Fuhrmann suchte den Richter seiner Unschuld zu versichern. Jener -Herr belehrte indeß den Mann des Gesetzes eines Besseren. Der Richter -verwies den Angeklagten seiner Lüge. Er überhob ihn schließlich aller -weiteren Selbstvertheidigung.</p> - -<p>Das Strafurtheil beraubte den Fuhrmann seiner Freiheit. Es überwies -ihn dem Gefängnisse. Das Fluchen des Verurtheilten entband ihn der -Verbüßung der Strafe nicht. Nur die Milde des Richters entließ ihn -schließlich der Haft.</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_102"><b>102. Oskar.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Rückbezügliche Zeitwörter. Im dritten und vierten Falle.)</p> - -<p>Der begabte Oskar ließ <em class="gesperrt">sich</em> an einem Schauladen <em class="gesperrt">von einem -schönen Bilde</em> fesseln. Er erbaute <em class="gesperrt">sich</em> förmlich <em class="gesperrt">an der -herrlichen Zeichnung</em>. Er nahte sich der Kunstschöpfung wiederholt -mit stiller Bewunderung.</p> - -<p>Bald darauf besprach er sich mit seinem Vater. Der Vater entschloß -sich zum Leihen des Bildes. Oskar verpflichtet sich<span class="pagenum" id="Seite_100">[S. 100]</span> dafür zum Copiren -desselben. Er fürchtet sich nicht vor der Schwierigkeit.</p> - -<p>Tagtäglich widmet er sich nun der Künstlerarbeit. Zwei Wochen quält er -sich mit dem Anlegen der Figuren. Drei Wochen plagt er sich mit der -Schattirung. Endlich ist die Copie fertig. Welch ein Genie spricht sich -in ihr aus! Sie läßt sich kaum von dem Originale unterscheiden.</p> - -<p>Der Vater betrachtet sie. Er giebt sich lange dem Staunen hin. Endlich -spricht er zu Oskar: „Mein Sohn! Du neigst Dich ganz zur Kunst hin. Du -sollst Dich ihr auch ergeben dürfen.“</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_103"><b>103. Eine Verirrung.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Rückbeziehung. Vierter und zweiter Fall.)</p> - -<p>Der Korporal Schimmel befleißigte <em class="gesperrt">sich der größten -Pünktlichkeit</em>. Er entledigte <em class="gesperrt">sich aller dienstlichen -Aufträge</em> aufs sorgfältigste. Er entäußerte sich oft sogar -seiner freien Zeit. Seine soldatische Ausbildung entzog sich jedem -Tadel. Während seiner ganzen Dienstzeit durfte er sich keiner -Pflichtverletzung anklagen.</p> - -<p>Später wurde er Offizier. Leider schämte er sich nun seiner niederen -Abkunft. Er erinnerte sich nicht gern mehr seiner armen Eltern. Er -enthielt sich sogar des Besuchs derselben.</p> - -<p>Erst nach vielen Jahren besann er sich eines Besseren. Er entschlug -sich der stolzen Gedanken. Die dankbare Kindesliebe bemächtigte sich -wieder seines Herzens.</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_104"><b>104. Bestrafte Eitelkeit.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Doppelte Ergänzung. Vierter und vierter Fall.)</p> - -<p>Otto’s Sparbüchse hatte sich wieder <em class="gesperrt">um einige Thaler</em> -bereichert. Da erklärte sich der eitle Knabe <em class="gesperrt">für den Ankauf einer -Taschenuhr</em>. Bald auch setzte er sich in den Besitz einer<span class="pagenum" id="Seite_101">[S. 101]</span> solchen -Zeitmesserin. Fast alle Augenblicke sah er sich die Uhr an. Bald aber -wunderte er sich über ihren Gang. Sie kehrte sich wenig an die rechte -Zeit. Sie ließ sich zuweilen sogar an das Gehen erinnern.</p> - -<p>Da entschloß sich Otto zur Selbsthilfe. Er wagte sich an das innere -Werk. Endlich machte er sich gar an die Räder.</p> - -<p>Die Uhr aber rächte sich für diese Kühnheit. Sie bewegte sich nicht -mehr von der Stelle. Otto ärgerte sich über diese Tücke. Die Uhr -kümmerte sich indeß nicht um seinen Groll. Sie blieb stehen. Sie war -schlecht.</p> - -<p>Otto mußte sich als einen Betrogenen betrachten. Er sah sich jetzt um -sein schönes Geld gebracht.</p> - -<p>Er ließ sich die Eitelkeit blenden. Lange noch grämte er sich über -seine Thorheit.</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_105"><b>105. Großmuth.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Ergänzung. Dritter und vierter Fall.)</p> - -<p>Ein schwer verwundeter Zuave entsendete <em class="gesperrt">einem deutschen -Freiwilligen</em> noch <em class="gesperrt">einen Schuß</em>. Der Freiwillige hätte dem -braunen Gesellen eine Kugel erwidern können. Sie würde diesem sicher -das Herz durchbohrt haben. Aber der Deutsche verzieh dem tückischen -Feinde die That. Er entriß ihm blos das Gewehr. Zudem schnallte er ihm -den Säbel ab. Darauf aber verkündete er dem Zuaven die Gefangenschaft.</p> - -<p>Der Schmerz der Wunde hatte dem Afrikaner die Wangen gebleicht. Ein -brennender Durst erschwerte ihm das Sprechen. Der Freiwillige reichte -ihm die Feldflasche. Auch ein Stück Brod gab er dem Hungrigen. Wie -mundete dem Erschöpften der Schluck Wein! Wie schmeckte ihm der Bissen -Brod!</p> - -<p>Der Freiwillige indeß zeigte dem Gefangenen noch mehr Großmuth. Er -verband ihm seine Wunde. Er trug ihm sein Gepäck. Er bot ihm sogar -seinen Arm an.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_102">[S. 102]</span></p> - -<p>Solcher Edelsinn rührt dem Wüstensohne das Herz. Er drückt dem -Deutschen die Hand. Er will ihm sogar die Hand küssen. Der Freiwillige -indeß entzieht ihm dieselbe.</p> - -<p>Der Freiwillige übergab den Gefangenen dem nächsten Feldgendarm. Darauf -aber bot er den feindlichen Reihen aufs neue die Stirn. Aufs neue -zeigte er dem Feinde seinen Heldenmuth.</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_106"><b>106. Der Geiz.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung der Doppelergänzungen.)</p> - -<p>Der Geiz beraubt den Menschen vieler Freuden. Er verdüstert ihm das -ganze Leben. Er taucht das Herz in eisige Kälte. Er fesselt seine Beute -an den todten Geldkasten. Der Geizige erbarmt sich nicht einmal seines -Viehes.</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_107"><b>107. Michel.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Fortsetzung.)</p> - -<p>Der alte Diener Michel bewies seinem Herrn große Treue. Dafür schenkte -ihm dieser auch volles Vertrauen. Er nannte ihn seine rechte Hand. -Er bezeichnete ihn als seinen Vertrauten. Er würdigte ihn sogar der -Mitwissenschaft seiner Vermögensverhältnisse.</p> - -<p>Ueber diese Auszeichnung ärgerten sich die anderen Diener. Sie ergingen -sich in neidischen Bemerkungen. Sie erlaubten sich wol gar Schimpfreden.</p> - -<p>Der alte Michel aber enthielt sich aller Gegenbeleidigungen. Er -befleißigte sich der großmüthigsten Geduld. Er suchte die Mißgünstigen -nicht einmal eines Besseren zu belehren.</p> - -<p>Endlich zeigte Jemand dem Herrn das ungebührliche Verhalten jener -Diener an. Der Herr dankte diesem für diese Mittheilung. Gleich darauf -besprach er sich mit dem Alten. Michel bewahrte sich dabei vor jeder -Anklage.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_103">[S. 103]</span></p> - -<p>Ueber diese Biederkeit freute sich der Herr abermals. Jene Diener aber -erhielten von ihm harte Strafe. Er entließ sie ihrer Stellung.</p> - -<h6 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_Doppelte_108"><b>108. Eine Jubelfeier.</b></h6> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung. Subjecte, Prädikate, Ergänzungen erweitert.)</p> - -<p>Der allgütige Vater aller Menschenkinder ließ den ehrwürdigen Pfarrer -des großen Fabrikdorfes W. an der gebirgigen Grenze des böhmischen -Landes den schönen Tag seines fünfzigjährigen Amtsantrittes erleben.</p> - -<p>Die sämmtlichen Einwohner des belebten Ortes zollten dem greisen Hirten -ihrer Seelen die aufrichtigste Theilnahme ihrer biederen Herzen.</p> - -<p>Selbst die verschiedenen Kreise der wohlgesitteten Schuljugend -bezeugten dem freundlichen Inspector ihrer geliebten Bildungsstätte den -ungeheucheltsten Antheil an seinem seltenen Glücke.</p> - -<p>Die wohlhabenden Bewohner des umfangreichen Kirchspiels hatten es sich -bedeutende Opfer an baarem Gelde kosten lassen.</p> - -<p>Die heutige Feier eines so bedeutungsvollen Festes sollte auf die -gesammte Einwohnerschaft einen bleibenden Eindruck machen. Das -gutgeschulte Musikchor des bevölkerten Ortes brachte dem frohbewegten -Jubelgreise eine erhebende Morgenmusik nach Compositionen alter Meister.</p> - -<p>Auch die weithallenden Glocken des fahnengeschmückten Thurmes sendeten -dem gottbegnadigten Priester der ehrsamen Gemeinde die jubelnden Grüße -ihrer ehernen Zungen.</p> - -<p>Mehrere große Ehrenpforten mit sinnigen Inschriften gaben den -verschiedenen Aufgängen zu dem mit frischen Blumenkränzen gesäumten -Gotteshause ein festliches Gepräge.</p> - -<p>Eine ziemliche Zahl angesehener Glieder der dankbaren Kirchfahrt -überreichte dem hochgeachteten Verkünder des göttlichen Wortes eine -wunderschöne Prachtbibel mit schwerem Goldbeschlage.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_104">[S. 104]</span></p> - -<p>Die bemittelten Jünglinge des kleinen Nebendorfes N. schenkten ihrem -alten Beichtvater eine silberne Dose von dem berühmtesten Goldarbeiter -der fernen Residenz.</p> - -<p>Und so wurden dem überraschten Jubelgreise noch verschiedene Geschenke -der kostbarsten Art von seinen theilnehmenden Kirchkindern überbracht.</p> - -<p>Der gefeierte Alte freute sich der herrlichen Festgaben seiner -geliebten Gemeinde.</p> - -<p>Noch mehr aber freute sich der Freudenthränen weinende Seelenhirt über -die ungekünstelte Theilnahme der braven Herzen seiner von ihm treu -gehüteten Heerde.</p> - -<p>Ein allgemeines Volksvergnügen zu Ehren des seltenen Tages gab dem -schönen Feste aufrichtiger Dankbarkeit einen heiteren Abschluß.</p> - -<div class="section"> - -<h4 id="Satzlehre_Ergaenzungen_2"><b>2. Ergänzung der Eigenschaftswörter.</b></h4> - -</div> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_109"><b>109. Judas.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Im zweiten Falle.)</p> - -<p>Judas war schon längst <em class="gesperrt">des Geizes</em> verdächtig. Er war nie <em class="gesperrt">der -Armen</em> eingedenk. Sein Herz zeigte sich <em class="gesperrt">alles Mitleids</em> quitt.</p> - -<p>Nie war er sich der Liebe seines Herrn bewußt. Wohl aber schien er -der Heuchelei fähig zu sein. Diese Eigenschaften machten ihn der Huld -seines Herrn unwürdig.</p> - -<p>Judas ging seines Heils verlustig. Er machte sich des heillosesten -Verrathes schuldig. Und so wurde er einer schweren Sünde theilhaftig.</p> - -<p>Er war der Pläne der schändlichen Pharisäer kundig. Einer<span class="pagenum" id="Seite_105">[S. 105]</span> Belohnung -ihrerseits durfte er gewiß sein. So beging er den schändlichen Verrath.</p> - -<p>Aber jede böse That ist ihrer Strafe gewiß. Judas wurde sich seines -Verbrechens bewußt. Die Reue folgte. Sein Gemüth war alles Haltes -ledig. Sein Herz war aller Hoffnung auf Vergebung bar. Er wurde endlich -der quälenden Gewissensbisse müde. Sein Ende war Selbstmord. Immerhin -aber ist dieser gefallene Jünger des Mitleids bedürftig.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_110"><b>110. Strenge Zucht.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Dritter Fall.)</p> - -<p>Strenge Zucht ist <em class="gesperrt">manchem Kinde</em> lästig. Schon ein leiser Tadel -ist ihm ärgerlich. Ernste Zurechtweisungen werden ihm widerlich. Am -unangenehmsten ist ihm die Ruthe. Diese aber ist manchen Kindern gerade -sehr nützlich. Jede Strafe ist überhaupt dem Empfänger heilsam.</p> - -<p>Das Kind ist dem Vater lieb. Des Kindes Seelenwohl ist ihm nicht -gleichgiltig. Seine Erziehung ist ihm wichtig. Er selbst ist dem -Strafen abhold. Das Züchtigen wird ihm schwer. Bleibt aber das Kind -dem Guten nicht treu; wird ihm der Gehorsam zu schwer; ist ihm die -Wahrheitsliebe nicht eigen; ist ihm der Fleiß zu unbequem; dann straft -er. Dadurch soll dem Kinde das Vergehen bewußt werden. Es soll ihm leid -sein. Es soll den Untugenden in Zukunft feind bleiben.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_111"><b>111. Die alte Linde.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Im vierten Fall.)</p> - -<p>Hinter meinem Vaterhause stand eine Linde. Sie mochte wohl <em class="gesperrt">hundert -Jahre</em> alt sein. Sie stand auf einem Hügel. Derselbe war etwa -<em class="gesperrt">zehn Meter</em> erhaben. Der Stamm der Linde war zwei Meter dick. -Sie war im Ganzen etwa<span class="pagenum" id="Seite_106">[S. 106]</span> fünfzig Meter hoch. Der Umfang ihrer Aeste war -dreißig Meter breit.</p> - -<p>Später wurde diese Linde gefällt. Ihr Holz war an die dreißig Thaler -werth. Der Kessel, in dem sie gestanden hatte, war drei Meter tief. -Zudem war das Loch wenigstens fünf Meter breit.</p> - -<p>Der Lindenstamm sollte nun zerschnitten werden. Aber die Säge langte -nicht zu. Ihr Bügel stand zwanzig Centimeter zu niedrig. Das Sägenblatt -war sechzig Centimeter zu kurz. Man mußte deshalb den Stamm wenden.</p> - -<p>Es wurde eine andere Linde gepflanzt. Diese war freilich etwa -neunundneunzig Jahre jünger.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_112"><b>112. Der Knochen.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Ergänzung der Eigenschaftswörter durch ein Verhältnißwort.)</p> - -<p>Im Hofe, erzählte ein Vater, lag ein fetter Knochen. Links von ihm -kauerte eine Katze. Rechts davon saß Ammi. Beide waren <em class="gesperrt">auf den -Knochen</em> förmlich versessen. Der Magen einer Katze ist überhaupt -stets gierig <em class="gesperrt">auf Fraß</em>. Ihre Augen sind lüstern nach jedem -Stückchen Fleische. Sie ist daher fortwährend zum Naschen bereit.</p> - -<p>Nicht weniger war Ammi auf den Knochen erpicht. Auch Hundemagen sind ja -auf Fleisch zuweilen sehr begierig.</p> - -<p>Lange saßen die beiden Gegner einander gegenüber. Die Katze schien -auf einen kühnen Sprung vorbereitet zu sein. Ebenso schien auch Ammi -auf einen Gewaltstreich gefaßt. War er doch auch zum Apportiren wohl -abgerichtet.</p> - -<p>Man mußte auf den Ausgang gespannt sein. Da plötzlich krümmt die Katze -den Rücken. Somit sind ihre Füße zum Sprunge eingerichtet. Ihr Auge -sprüht förmlich Funken. Sie ist wie von einem bösen Geiste besessen. -Ein gewaltiger Satz — und der<span class="pagenum" id="Seite_107">[S. 107]</span> Knochen ist in ihrer Gewalt. Im Nu -sitzt sie damit auf dem Baume. Sie ist stolz auf ihre Beute.</p> - -<p>Ammi scheint einen Augenblick vom Schreck ergriffen zu sein. Bald aber -kommt er wieder zur Besinnung. Er ist ergrimmt über die Frechheit der -Katze. Er ist entrüstet über die eigene Dummheit. Aber Alles zu spät. -Ihm bleibt blos das Nachsehen.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_113"><b>113. Der Löwenbändiger.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung der Ergänzungen der Eigenschaftswörter.)</p> - -<p>Die Straßenecken sind von neugierigem Publikum umstanden. Ein breiter -Anschlagbogen ist mit großer Schrift bedruckt.</p> - -<p>Ein Löwenbändiger will heute Abend eine Vorstellung geben. Solchen -grassen Schauspielen ist das Volk sehr zugethan. Die Sucht nach -Schauerlichem war stets der großen Menge eigen. Freilich ist dieser Zug -des Menschen nicht recht würdig.</p> - -<p>Die angezeigte Stunde schlug. Das Volk versammelte sich.</p> - -<p>Der Löwenkäfig war drei Meter hoch. Zudem war er sechs Meter lang und -vier Meter tief. Das Eisengitter schien mehrere Zentner schwer zu sein.</p> - -<p>So war der Käfig für einen Löwen sehr bequem. Das majestätische Thier -aber schien über die gaffende Menge etwas erregt zu sein. Ihr Tumult -war ihm ärgerlich. Er schien des Beschauens förmlich müde zu werden.</p> - -<p>Endlich erschien der Löwenbändiger. Er mußte wohl aller Furcht ledig -sein. Gewiß war er sich seiner Uebermacht über das Thier bewußt. Er -trug ein Lamm unter dem Arme.</p> - -<p>Das Publikum war über sein Erscheinen erfreut. Es war ja auf die -Vorstellung äußerst gespannt.</p> - -<p>Der Löwe wurde ob des Lämmchens etwas unruhig. Seine Augen wurden nach -dem Braten lüstern. Aber er blieb des Gehorsams<span class="pagenum" id="Seite_108">[S. 108]</span> eingedenk. Er war ja -auf Selbstbeherrschung abgerichtet. Und er war ihrer auch vollkommen -mächtig.</p> - -<p>Das Lämmchen wird ob des Unholds keineswegs ängstlich. Es ist an den -Anblick gewöhnt. Es scheint sich seiner Unantastbarkeit bewußt zu sein.</p> - -<p>Der Löwe gehorcht aufs Wort. Er ist zu allen Sprüngen willig. Er ist zu -jeder Unterwürfigkeit bereit. Nicht einer einzigen Widersetzlichkeit -macht er sich schuldig. Der Stock würde ihm sonst auch gewiß sein. -So ist er schließlich einer Belohnung sicher. Und ein Stück rohes -Pferdefleisch ist seinem Magen sehr erwünscht.</p> - -<p>Die Vorstellung lief ohne Unfall ab. Der kühne Löwenbändiger schien dem -Händeklatschen der erstaunten Menge nicht feind zu sein. Ihr Beifall -war ihm angenehm. Dankend trat er ab.</p> - -<p class="s4 center mtop1_5" id="Satzlehre_Ergaenzungen_2_114">Hauptwiederholung.</p> - -<h5 class="s4"><b>114. Der Dieb.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Erw. Subj. u. Präd. Ergänz. d. Zeit- u. Eigenschaftsw.)</p> - -<p>Der älteste Sohn des braven Zutreibers des verschiedenen Schlachtviehes -in der belebten Stadt R. war des schlauen Diebstahls einer goldenen -Taschenuhr verdächtig.</p> - -<p>Deshalb wurde dieser längstbekannte Freund des leichtsinnigen -Umhertreibens des freien Verkehrs mit seinen liederlichen Genossen -verlustig.</p> - -<p>Die düstere Zelle des einsamen Gefängnißthurmes inmitten der alten -Stadtmauer schien freilich dem großen Verehrer eines ungebundenen -Lebens nicht angenehm zu sein.</p> - -<p>Der kluge Vorsitzende des städtischen Gerichts war auf ein freches -Ableugnen der gesetzwidrigen That von seiten des durchtriebenen -Burschen vorbereitet.</p> - -<p>Das gesammte Personal des löblichen Schöppengerichts war<span class="pagenum" id="Seite_109">[S. 109]</span> indeß von der -nichtswürdigen Veruntreuung fremden Eigenthums durch jenen schlauen -Jünger der gefährlichen Taschendiebe überzeugt.</p> - -<p>Das kecke Ableugnen des schmählichen Vergehens mußte daher dem -verstockten Uebertreter des siebenten Gebotes nur nachtheilig sein.</p> - -<p>Die gesammte Bewohnerschaft der mittelgroßen Stadt war auf das endliche -Strafurtheil der gewissenhaften Richter gespannt.</p> - -<p>Die schließliche Bestrafung mit zehn langen Monaten schwerer Arbeit -auf dem strengen Zuchthause der nahen Festung N. war für jenes räudige -Mitglied der menschlichen Gesellschaft nicht zu hart.</p> - -<div class="section"> - -<h4 id="Der_Umstand_des_Ortes">Der Umstand des Ortes.</h4> - -</div> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Ort_115"><b>115. Eine Stätte der Armuth.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Wo? Umstands- und Verhältnißwörter.)</p> - -<p>Das enge Stübchen der alten Mutter Beate bot ein trauriges Bild. <em class="gesperrt">In -einem düsteren Winkel</em> erblickte man ein Häufchen halbvermodertes -Stroh. <em class="gesperrt">Auf demselben</em> lagen einige zerlumpte Kleidungsstücke. -Hier schlief die arme Alte. Oberhalb ihres Kopfes hatte ihre Katze ihr -Nachtlager aufgeschlagen.</p> - -<p>Neben dieser elenden Ruhestatt der bejahrten Beate stand ein morsches -Tischchen. An diesem saß sie gewöhnlich. Dabei huschelte die Katze -hinter ihrem Rücken. Der Tisch war zugleich der Aufbewahrungsort für -die ärmlichen Nahrungsmittel. Hier lag ein Laib Brod. Vorn war derselbe -mit Schimmel bedeckt, hinten hatten ihn die Mäuse benagt. Dort stand -ein Rest gekochter Kartoffeln. Mitten auf dem Tische erblickte man -eine thönerne Kaffeekanne. Vor ihr stand eine halbzerbrochene Tasse. -Zwischen beiden sah man ein Häuflein grobes Salz.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_110">[S. 110]</span></p> - -<p>Dicht bei der Thür knisterte ein kleiner Blechofen. Eine Hand -voll dürrer Aeste lag zu seinen Füßen. An der einen Wand hing ein -verblichenes Christusbild. Unter ihm war ein handgroßer Spiegel -befestigt. Rechts davon erblickte man das Bildniß des Landesvaters. -Links davon sah man ein aus einem Kalender geschnittenes -Schlachtenbild. Die Wände selbst befanden sich in einem sehr kläglichen -Zustande. Oben drang das Regenwetter herein. Unten war das Gebälk vom -Moder zerfressen. Ueber dem einzigen Fensterchen zeigte sich sogar ein -fast einen Centimeter breiter Riß.</p> - -<p>So fand das Auge nirgends eine kleine Befriedigung. Ueberall trat ihm -das Bild der Armuth entgegen.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Ort_116"><b>116. Sturax.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Wohin? Umstands- und Verhältnißwörter.)</p> - -<p>Der alte Schäfer Thomas hatte einen vortrefflichen Jagdhund. Er -hieß Sturax. Sturax war ein überaus kluges Thier. Er kannte die -besten Weideplätze ganz genau. Bald trieb er deshalb die Schafe -<em class="gesperrt">links</em> dahin. Bald führte er sie <em class="gesperrt">rechts</em>. Jetzt mußten sie -<em class="gesperrt">vorwärts</em> gehen. Nach einer Weile drängte er sie seitswärts. Er -selbst rannte dabei stets hin und her. In diesem Augenblicke eilte er -<em class="gesperrt">dorthin</em>, im nächsten jagte er wieder hierhin.</p> - -<p>Im späteren Herbste durfte sich die Heerde überallhin zerstreuen. -Einige Schafe begaben sich dann nach dem nahen Waldrande. Andere -grasten an einem Bache fort. Eine Anzahl kletterte auf die Hügel. -Einzelne zogen sich unter Gebüsch zurück.</p> - -<p>An solchen Tagen legte sich Sturax meist zu den Füßen des alten Thomas. -Ohne Auftrag lief er dann nirgends hin. Seine Augen aber flogen dabei -hinüber und herüber. Sie verfolgten die einzelnen Schafe bergauf und -thalab.</p> - -<p>Endlich sank dann die Sonne hinter die fernen Gebirgshäupter.<span class="pagenum" id="Seite_111">[S. 111]</span> -Dämmerung lagerte sich über die Flur. Da gab Thomas das Zeichen zur -Heimkehr. Sogleich trieb Sturax die zerstreute Heerde zu dem Hirten -zurück. Langsam schritt dieser nun voraus. Geduldig folgte die Heerde -durch Dick und Dünn. Hierbei übte Sturax wieder das Wächteramt nach -allen Seiten hin.</p> - -<p>So gelangte die Schaar endlich vor den Schafstall. Aber auch hier trat -der treue Hund noch nicht ab. Er begleitete sein Volk noch in den Stall -hinein.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Ort_117"><b>117. Treibjagd.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Woher? Umstandswörter und Verhältnißwörter.)</p> - -<p>Die Jäger standen in einem weiten Kreise postirt. Der Schnee fiel in -dichten Massen <em class="gesperrt">hernieder</em>. Das störte sie nicht.</p> - -<p>Bald erscholl das Lärmen der Treiber daher. Einige kamen <em class="gesperrt">von den -Anhöhen herab</em>. Andere kletterten von den nahen Felsen herunter. Von -links schrillten Pfeifen. Von rechts nahten die Fuchsklappern. Wieder -wo andersher ertönte Peitschengeknall.</p> - -<p>Das gescheuchte Wild stürzte von allen Seiten herbei. Aus dem Walde -kamen eine Menge Hasen. Rehe fegten über die kahlen Stoppelfelder -daher. Ein feister Hirsch jagte von seitwärts auf die Jäger zu.</p> - -<p>Mochten aber die armen Thiere von daher oder dorther kommen, das Blei -aus dem Rohre der Jäger brachte ihnen den Tod.</p> - -<p class="s4 center mtop1_5">Wiederholung der Ortsbestimmung.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Ort_118"><b>118. Die Elbe.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Wo? Wohin? Woher?)</p> - -<p>Die Elbe entspringt auf dem Riesengebirge. Sie fließt zunächst durch -den östlichen Theil Böhmens. Bei dem Städtchen<span class="pagenum" id="Seite_112">[S. 112]</span> Melnik wird sie -schiffbar. Auf ihrem Rücken schaukeln hier schon bedeutende Kähne. -Unweit Schandau tritt sie nach Sachsen ein. Sachsen empfängt also den -herrlichen Strom aus Böhmen.</p> - -<p>In der Nähe des Städtchens Strehla verläßt er den sächsischen Staat -wieder. Von hier an lenkt er seinen Lauf westlich. Sein Sinn steht nach -Magdeburg. Dort bildet die Elbe eine sehr belebte Handelsstraße. Von -Magdeburg weg steuert sie weiter nach Norden. Endlich windet sie sich -aus der nördlichen Ebene heraus. Dicht bei Hamburg nimmt sie noch eine -bedeutende Breite an. Mehrere Meilen von dieser Stadt ergießt sie sich -dann in die Nordsee.</p> - -<p>Die Elbe nimmt auf ihrem langen Laufe viel Nebenflüsse auf. Eine große -Zahl kommt von Westen daher. Andere strömen ihr von Osten her zu. -Ihre Ufer sind fast überall sehr fruchtbar. Die reizendsten derselben -liegen zwischen Bodenbach und Schandau. Die Elbwellen tragen eine -Menge Kaufmannsgüter nach Süden. Aus der Tiefe dieses Flusses holt der -Fischer manche Delicatesse für unsern Tisch. An seinem Gestade liegt -manche schöne Stadt. Ueber seinen Spiegel führt manche schöne Brücke. -In seine Fluten taucht zur Sommerzeit manch liebes Menschenkind.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Ort_119"><b>119. Die Luft.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Fortsetzung.)</p> - -<p>Luft gibt es überall. Sie befindet sich sogar im Wasser. Sie dringt in -den kleinsten Raum. Sie kommt aus dem winzigsten Pflanzenzellchen.</p> - -<p>Die Luft lenkt ihre Strömungen nach allen Himmelsgegenden. Sie bläst -aus allen Winkeln der Windrose. Luft ist selbst noch im sogenannten -luftleeren Raume enthalten.</p> - -<p>Sie erhält allenthalben das Leben. Selbst in das todte<span class="pagenum" id="Seite_113">[S. 113]</span> Steinreich -trägt sie Schöpfungskraft. Sie fächelt säuselnd durch die Haine. Sie -rauscht als Wind durch die Gipfel. Sie wüthet als Sturm in den Wäldern. -Sie braust als Orkan vom Meere herüber.</p> - -<p>Des Windes Sausen hörest Du. Du weißt indeß nicht, von wannen er kommt -und wohin er fährt.</p> - -<p class="s4 center mtop1_5" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Ort_120">Hauptwiederholung.</p> - -<h5 class="s4"><b>120. Die neue Gutsherrschaft.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Subject, Prädicat, Ergänzungen. Ortsbestimmungen.)</p> - -<p>Eine mit zwei muthigen Apfelschimmeln bespannte Karosse aus der -berühmten Wagenbaufabrik der königlichen Residenz brachte dem -dichtbevölkerten Dorfe W. bei der fabrikreichen Stadt Ch. die neue -Gutsherrschaft den mit Ehrenpforten geschmückten Dorfweg daher.</p> - -<p>Die zahlreiche Jugend des großen Schulbezirks widmete dem jungen Paare -aus einem altadligen Geschlechte am fahnengeschmückten Eingange des -frohbewegten Ortes einen mehrstimmigen Gesang nach einer reizenden -Composition des alten Cantors.</p> - -<p>Der ehrwürdige Pfarrer des wohlhabenden Kirchspiels sprach unter -einer riesigen Linde inmitten des weitgedehnten Dorfes der mit Jubel -begrüßten Gutsherrschaft die herzlichsten Glückwünsche der gesammten -Gemeinde aus.</p> - -<p>Der beliebte Seelsorger nannte von seinem altarähnlichen Tritte herab -den jungen Herrn einen bekannten Freund christlicher Sitte.</p> - -<p>An dem dichtbekränzten Thore des umfangreichen Rittergutes überreichte -der bejahrte Schulze des betreffenden Ortes dem nunmehrigen Schutzherrn -der zahlreichen Bewohnerschaft ein kostbares Jagdgewehr neuester -Einrichtung.</p> - -<p>Der liebenswürdigen Gemahlin des jungen Herrn dagegen<span class="pagenum" id="Seite_114">[S. 114]</span> schenkte die -schmucke Tochter des reichsten Bauers des festgestimmten Ortes auf dem -weiten Hofe des alterthümlichen Rittersitzes ein mächtiges Butterfaß -mit silbernen Reifen.</p> - -<p>An der beflaggten Thür des sogenannten Herrenhauses übergab wiederum -die männliche Dienerschaft des gnädigen Herrn dem neuvermählten Paare -einen geschnitzten Holzteller mit einem hausbackenen Brode.</p> - -<p>Der männlichschöne Graf freute sich im tiefsten Grunde seines -gefühlvollen Herzens der vielen Beweise vertrauensvoller Gesinnung von -seiten der biederen Ortsbewohner.</p> - -<p>Diese sinnige Feier ihres heutigen Einzugs in ihren neuen Wohnsitz -blieb dem ehrenwerthen Paare eine freundliche Erinnerung auf den bunten -Blättern ihrer beiderseitigen Lebensgeschichte.</p> - -<div class="section"> - -<h4 id="Der_Umstand_der_Zeit">Der Umstand der Zeit.</h4> - -</div> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Zeit_121"><b>121. Ein Brief.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Wann? Umstands- und Verhältnißwörter.)</p> - -<p class="center">Lieber Theodor!</p> - -<p><em class="gesperrt">Vorgestern</em> ist unsere Reise nach Amerika zur Gewißheit geworden. -<em class="gesperrt">Ueber ein Kleines</em> wirst Du mich also nicht mehr sehen. Mein -Vater verkauft <em class="gesperrt">bereits</em> unsere Möbeln. Unser Haus ist unlängst -in die Hände meines Onkels übergegangen. Derselbe wird nächstens auch -meines Vaters Geschäft übernehmen. Sie sind heute um den Kaufpreis -einig geworden.</p> - -<p>Auch ich habe soeben ein Verkaufsgeschäft abgeschlossen. Nachbars Otto -erhält nämlich heute noch meine Kaninchen. In einer Stunde werden sie -abgeholt. Für mein Eichhörnchen wird sich hoffentlich auch bald ein -Liebhaber finden. Ich habe schon mein Absehen auf Jemand gerichtet. -Es muß indeß nicht Alles<span class="pagenum" id="Seite_115">[S. 115]</span> sogleich verkauft sein. Es hat noch bis zum -ersten Juni Zeit damit.</p> - -<p>Während der letzten Tage ist eine merkwürdige Veränderung mit mir -vorgegangen. Ich hatte sonst diese Thiere unendlich lieb. Jetzt kann -ich sie gleichgiltig hingeben. Vor vier Wochen bot mir ein Engländer -zwei Thaler für das Eichhörnchen. Neulich wollte er sogar drei Thaler -dafür geben. Ich hätte es ihm damals um keinen Preis abgelassen. Und -nun habe ich zehn Groschen dafür erhalten.</p> - -<p>So herrscht gegenwärtig in meinem Hause ein eigenthümliches Leben. Vor -acht Tagen noch befand sich Alles darin in schönster Ordnung. Jetzt -geht es bunt durcheinander. Hoffentlich wird nach kurzer Zeit alles -Entbehrliche verkauft sein. In den letzten Tagen unseres Hierseins -werden wir freilich ein ziemlich ungemüthliches Leben führen müssen. -Ich tröste mich indeß während dieser Zeit mit den Worten meines Vaters. -Er sagte kürzlich: Einst wird’s besser!</p> - -<p>Zu nächstem Sonntage werde ich Dich noch einmal besuchen. Später würde -mir ein Besuch nicht gut mehr möglich sein. Ich werde jedenfalls -vormittags gegen neun Uhr bei Dir eintreffen. Vielleicht brauche ich -erst abends heimzukehren.</p> - -<p>Sitzen wir dann zusammen in der Laube, wird Dir noch Mancherlei von -seiner bevorstehenden Reise erzählen</p> - -<p class="right mright2">Dein Bruno.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Zeit_122"><b>122. Der Gemsjäger.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Wie lange? Seit wann? Umstands- und Verhältnißwörter.)</p> - -<p>Ein Gebirgsreisender begleitete einen alten Gemsjäger <em class="gesperrt">bei drei -Stunden</em>. Dabei erzählte der Alte <em class="gesperrt">fortwährend</em> von seinem -Jagdleben.</p> - -<p>„Ich bin“, sagte er unter Anderem, „seit acht Tagen von heim fort. Von -früh bis abends durchstöbere ich das Gebirge. Dabei<span class="pagenum" id="Seite_116">[S. 116]</span> gibt es natürlich -unaufhörlich zu steigen. Ueberdies ist man jederzeit jeder Witterung -ausgesetzt. Auch hat man fast immer mit Gefahren zu kämpfen. Namentlich -muß man auf den hohen Felsenpfaden stets auf der Hut sein. Ich habe -einmal über zwei Stunden über einem Abgrunde gehangen. Ein andermal bin -ich beinahe drei Tage ohne einen Trunk Wasser gewesen.</p> - -<p>Die Gemsjagd ist überhaupt nicht Jedermanns Ding. Der Gemsjäger muß -oft tagelang hinter einem Verstecke aushalten. Er muß stundenlang -regungslos liegen können. Dabei muß natürlich ununterbrochen -ausgeschaut werden. Er muß ja jederzeit einer Gemse gewärtig sein. Und -das gibt unausgesetzt Aufregung.</p> - -<p>Trotz alledem aber wird die Gemsjagd ewig ihre Reize behalten. Ich -selbst bin schon gegen vierzig Jahre Gemsjäger. Und ich werde es -bleiben bis an mein Ende.“</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Zeit_123"><b>123. Ein alter Krieger.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Wie oft? Umstands- und Verhältnißwörter.)</p> - -<p>Der alte Nachtwächter Schmiedel war ein vielerfahrener Mann. Er war -<em class="gesperrt">dreimal</em> mit ins Feld gezogen. Er hatte <em class="gesperrt">gegen zehnmal</em> im -Feuer gestanden. <em class="gesperrt">Jederzeit</em> mußte er zu den Tapfersten gezählt -werden. Merkwürdigerweise war er jedesmal ohne Verwundung davongekommen.</p> - -<p>Er erzählte übrigens selten von seinen Heldenthaten. Nur dann und wann -vermochte ihn ein guter Freund zur Mittheilung seiner Erlebnisse zu -bewegen. Zuweilen gedachte er dabei mit Seufzen der blutigen Jahre. -Manchmal pries er wieder jene große Zeit.</p> - -<p>Schmiedel hatte also dem Vaterlande oft große Dienste geleistet. Er -hatte demselben mitunter große Opfer gebracht. Und jetzt? Jetzt mußte -er täglich in nächtlicher Stille das Dorf bewachen. Jetzt mußte er -Nacht für Nacht die einsame Runde<span class="pagenum" id="Seite_117">[S. 117]</span> machen. Nicht über zwölfmal das -ganze Jahr hindurch hatte er eine Nacht frei. Und welches war sein -Gehalt? Er erhielt allmonatlich vier Thaler. Das macht jährlich -achtundvierzig Thaler.</p> - -<p>So ist gewöhnlich Undank der Welt Lohn. Die einstigen Thaten der -heldenmüthigen Krieger werden nicht selten später vergessen.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Zeit_124"><b>124. Moses.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung aller Zeitbestimmungen.)</p> - -<p>Der kleine Moses war lange das Angstkind seiner Eltern. Seine Mutter -hielt ihn geraume Zeit versteckt. Sein kindliches Weinen erfüllte sie -gewiß sehr oft mit Zittern. Es konnte ja jeden Augenblick von den -ägyptischen Kindesmördern gehört werden. Um sein Leben wäre es dann -geschehen gewesen.</p> - -<p>Seit Wochen schon mochte die geängstigte Mutter über einen Rettungsplan -nachdenken. Nächtelang mochte sie darüber sinnen. Täglich mochte sie -den lieben Gott um einen glücklichen Gedanken bitten.</p> - -<p>Der Knabe entwickelte sich bereits merklich. Seine Stimme wurde von Tag -zu Tag heller. Noch immer aber fand die arme Mutter keinen Rettungsweg. -Und so steigerte sich fast stündlich ihre Sorge um sein Leben. -Durchstreiften doch Pharao’s Knechte wiederholt die israelitischen -Hütten.</p> - -<p>Da endlich kam der Geängsteten ein glücklicher Gedanke. Er sollte auch -sogleich ausgeführt werden. Sie holte alsbald Weidenruthen herbei. -Schon nach wenig Stunden war ein Körbchen geflochten. Darauf klebte sie -es mit Pech aus. Jetzt füllte sie es zur Hälfte mit Stroh. Und so stand -die seltsame Wiege bald fix und fertig da.</p> - -<p>In dieses Körbchen legte nun die Mutter ihren Liebling. In aller -Frühe des nächsten Tages erblickte man es zwischen dem hohen Grase -des Nils. Gerade an dieser Stelle kam ja<span class="pagenum" id="Seite_118">[S. 118]</span> selten ein Aegypter vorbei. -Nur die menschenfreundliche Königstochter nahm gewöhnlich ihren -Spaziergang in diese Gegend. Ueberdies mußte auch die Schwester des -Knaben unausgesetzt Wache halten. Sie mußte fortwährend nach dem -Kleinen sehen. Auch sollte sie zuweilen der Mutter über sein Befinden -berichten. Ueberdies sah die Mutter gewiß selbst manchmal nach ihm.</p> - -<p>Hier nun wurde das Kind wenige Stunden darauf von der Königstochter -entdeckt. Diese besann sich ob ihres Thuns keinen Augenblick. Das -Kind wurde sofort einer Amme zur Erziehung übergeben. Die Amme war -bekanntlich des Kindes eigene Mutter.</p> - -<p>Zehnmal hätte diese der edlen Prinzessin vor Freuden die Hand küssen -mögen. Unzählige Male mag die glückliche Mutter dem lieben Gott für die -Rettung ihres Kindes gedankt haben.</p> - -<p>Nach einer Reihe von Jahren nahm die Prinzessin den nun zum Jünglinge -erwachsenen Findling als ihren Sohn an. Von jetzt an führte er den -Namen Moses.</p> - -<p>Moses bewahrte seinem Volke stets ein theilnehmendes Herz. Er besuchte -es fast täglich bei seiner Sklavenarbeit. Leider wurde er eines Tages -aus Liebe zu seinen Brüdern zum Todtschläger. Er hätte sein Gewissen -vor der That fragen sollen. Es räth jederzeit das Rechte.</p> - -<p>Moses mochte wol von Jugend an etwas jähzornig sein. In der Wüste -dachte er später gewiß zuweilen an seine That zurück. Sicher hat er sie -hundertmal bereut.</p> - -<p class="s4 center mtop1_5" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Zeit_125">Hauptwiederholung.</p> - -<h5 class="s4"><b>125. Jäger und Müller.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Subject, Prädicat, Ortsbestimmung. Ergänzungen.)</p> - -<p>Der braune Hund des herrschaftlichen Jägers hatte den ersten Dienstag -nach dem heiligen Osterfeste auf dem grünen<span class="pagenum" id="Seite_119">[S. 119]</span> Gemeindeanger des kleinen -Dorfes K. dem reichen Müller der neugebauten Mühle eine fette Henne aus -dem theuern Geschlechte der Perserhühner erbissen.</p> - -<p>Die nächste Mittwoch darauf erschlug der rachsüchtige Müller dem -unschuldigen Jäger unweit des alten Gottesackers hinter dem niedrigen -Kirchlein eine junge Gans mit schwarzen Flügeln.</p> - -<p>Zudem nannte der jähzornige Mühlenbesitzer den braven Herrn jenes -Hundes denselben Tag noch in dem vielbesuchten Gasthause zum braunen -Stier einen elenden Pfuscher des edlen Waidwerkes.</p> - -<p>Wenige Tage darauf überreichte ein uniformirter Diener des nächsten -Gerichtsamtes dem schnöden Beschimpfer eines achtbaren Mannes vor dem -eisernen Thore seines geräumigen Gehöftes eine versiegelte Vorladung -zum baldigen Erscheinen vor Gericht.</p> - -<p>Der beleidigte Forstmann hatte nämlich drei Tage nach jener -Verunglimpfung geeigneten Ortes den ernannten Wächtern des schützenden -Gesetzes die entehrende Auslassung des hitzköpfigen Müllers angezeigt.</p> - -<p>Drei ehrsame Gäste jenes bekannten Gasthauses versicherten zur -betreffenden Stunde im öffentlichen Gerichtslokale die anwesenden -Richter der reinen Wahrheit der schriftlichen Aussage des beleidigten -Jägers.</p> - -<p>Eine Stunde später verkündete der beleibte Vorsitzende des Gerichts -dem ergrimmten Angeklagten in einem besonderen Zimmer des kolossalen -Gerichtshauses die gesetzliche Verurtheilung zur mündlichen Abbitte der -ausgesprochenen Beleidigung.</p> - -<p>Von dieser Zeit an erklärte sich der bestrafte Müller allerorts als -einen unversöhnlichen Feind des Jägers.</p> - -<p>Dieser indeß ließ jenem niemals irgendwo etwas von Erbitterung merken.</p> - -<div class="section"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_120">[S. 120]</span></p> - -<h4 id="Der_Umstand_der_Weise">Der Umstand der Weise.</h4> - -</div> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Weise_126"><b>126. Mißgeschick.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Umstandswörter, Hauptwörter mit und ohne Verhältnißwörter.)</p> - -<p>Konrad war <em class="gesperrt">unter vielen Entbehrungen</em> herangewachsen. Er hatte -sein Brod <em class="gesperrt">mit Thränen</em> essen müssen. Trotzdem sah man ihn immer -<em class="gesperrt">zufriedenen Sinnes</em>.</p> - -<p>Seine Eltern waren <em class="gesperrt">höchst</em> brave Leute. Im Schweiße ihres -Angesichts aßen sie ihr Brod. Sie arbeiteten fleißig. Sie sparten auch -nach Kräften. Vergeblich doch strebten sie nach Verbesserung ihrer -bedrängten Lage. Sie vermochten bei allem Entsagen keinen Vorsprung -zu gewinnen. Und warum das? Weil die Lebensmittel unerhört im Preise -stiegen. Ebenso gingen die Preise aller anderen Lebensbedürfnisse -in die Höhe. Fast kein Quartal ging ohne Steigerung des Miethzinses -vorüber.</p> - -<p>Konrad stand seinem Vater in der Arbeit treulich zur Seite. Er wollte -sein täglich Brod nicht umsonst essen. Und so war es auch recht. Gerade -so sollten alle ärmeren Kinder thun.</p> - -<p>Konrad’s Vater war ein außerordentlich kräftiger Mann. Noch nie hatte -er sich krank gefühlt. Er lebte deshalb in Hoffnung auf ein hohes -Alter. Der liebe Gott indeß wollte es anders.</p> - -<p>Mit neugestärkten Kräften ging der rüstige Mann eines Morgens in den -Wald. Wie ein Riese schritt er unter den Tannen dahin. Frohen Muthes -setzte er bald darauf einem mächtigen Baume die Axt an die Wurzel. -Lustig hallten die kräftigen Axtschläge den Wald entlang.</p> - -<p>Mehrere Stunden mochte der Brave bereits angestrengt gearbeitet -haben. Da überkam ihn urplötzlich ein eigenthümlicher Schwindel. Er -legte schleunigst die Axt aus der Hand. Einige Minuten suchte er sich -nach Kräften noch zu halten. Darauf<span class="pagenum" id="Seite_121">[S. 121]</span> aber schwand ihm allmälig die -Besinnung. Er stürzte unter einem tiefen Seufzer zu Boden. Nach einer -Viertelstunde lag er als Leiche da.</p> - -<p>Aufs tiefste erschüttert trugen ihn die andern Waldarbeiter heim. -Konrad vermochte das Unglück augenblicklich kaum zu fassen. Stieren -Blickes blieb er eine geraume Zeit vor der Leiche stehen. Dann aber -warf er sich mit einem Aufschrei der Verzweiflung über sie hin. Unter -heißen Thränen küßte er die kalten Lippen. Nur mit Mühe vermochte man -ihn von dem geliebten Todten zu entfernen.</p> - -<p>Verhältnißmäßig gefaßter zeigte sich Konrad am Begräbnißtage. Ohne -lautes Wehklagen folgte er dem Sarge. In stiller Ergebung blickte er -in das offene Grab hinab. Festen Glaubens schaute er dann zum Himmel -empor. Nach frommer Weise betete er schließlich für den Geschiedenen -ein stilles Vaterunser.</p> - -<p>So war jetzt Konrad unerwartet vaterlos geworden. Wie ein Blitz aus -heiterem Himmel hatte ihn das Geschick ereilt. Aber er verlor nicht -kleinmüthig die Hoffnung. Mit Gott auf eigenen Füßen! Also lautete von -jetzt an sein Wahlspruch. Und Gott der Herr führte ihn wohl.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Weise_127"><b>127. Ein Stier.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Ein unlängst gefangener Stier tobte gewaltig innerhalb seiner vier -Pfähle. Funkelnden Auges maß er den engen Raum seines Gefängnisses. -Unter wildem Grunzen rannte er darin umher. Plötzlich stand er einige -Minuten still. Gleich darauf stürzte er mit wüthendem Gebrüll über -seinen Freßtrog her. Derselbe wurde ohne Gnade zertrümmert. Jetzt -wühlte das Unthier mit seinen Hörnern wie verzweifelt den Boden auf. -Dabei warf es die Erde hoch empor. Sogar Steine flogen sausend durch -die Luft. Noch aber war damit seine Wuth nicht im mindesten gekühlt.<span class="pagenum" id="Seite_122">[S. 122]</span> -Gesenkten Kopfes rannte es hierauf wieder gegen die eiserne Umzäunung. -Unter Gekrach prallte die dicke Stirn an die festen Stäbe. Die Bestie -schien allen Ernstes die Gitter durchbrechen zu wollen. Die Versuche -liefen allerdings nicht ohne einige Verwundungen für dasselbe ab.</p> - -<p>Auf das furchtbare Gebrüll hin eilten die Wärter des Thiergartens -schleunigst herbei. Sie wollten anfänglich den Unhold in Güte -besänftigen. Aber sie bemühten sich umsonst. So leichten Spieles -sollten sie nicht zum Ziele gelangen.</p> - -<p>Endlich schritten die kräftigen Männer mit Knütteln ein. Ohne Schonung -schlugen sie auf das Thier los. Wie Hagelwetter fielen die Hiebe auf -dasselbe nieder.</p> - -<p>Nur auf diese Weise brachte man den Rasenden zur Besinnung. Dumpf -grollend zog er sich schließlich in seinen Stall zurück.</p> - -<p class="s4 center mtop1_5" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Weise_128">Hauptwiederholung.</p> - -<h5 class="s4"><b>128. Schulprüfung.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Subject, Prädicat, Zeit, Ort, Art und Weise, Ergänzungen.)</p> - -<p>Morgens acht Uhr widmete der hochbejahrte Director des städtischen -Waisenhauses von seinem schwarzen Pulte aus mit aller Innigkeit seines -weichen Herzens den anwesenden Geistlichen der protestantischen Kirche -eine ehrfurchtsvolle Begrüßung.</p> - -<p>Der älteste unter den anwesenden Seelsorgern erwiderte gleich darauf -von seinem Platze aus in schlichter Rede dem braven Oberhaupte dieser -bewährten Wohlthätigkeitsanstalt einen herzlichen Gegengruß.</p> - -<p>Nach der erbaulichen Religionsstunde rechnete der dreizehnjährige -Oberste der munteren Knabenschaar an der großen Wandtafel seinen -aufmerksamen Mitschülern nach den einfachsten Regeln der Rechnenkunst -ein schwieriges Exempel aus der zusammengesetzten Zinsrechnung vor.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_123">[S. 123]</span></p> - -<p>Hierauf trug der jüngste Schüler der obersten Klasse den fremden -Anwesenden vom niederen Trittbrete des schmalen Katheders herab in -gelungenster Weise das lange Gedicht vom braven Manne vor.</p> - -<p>Während dieses ganz vorzüglichen Vortrags warf der später eingetretene -Bürgermeister der betreffenden Stadt von seinem entfernten Sitze -aus dem wohlgeübten Declamator mit sichtlicher Freude wohlwollende -Beifallsblicke zu.</p> - -<p>Später entwickelten mehrere Knaben der ersten Abtheilung unter -der geschickten Leitung eines gewandten Lehrers an der prachtvoll -colorirten Wandkarte des neuen deutschen Reiches der strengen -Prüfungscommission ihre bedeutenden Kenntnisse in der vaterländischen -Geographie.</p> - -<p>Gegen zehn Uhr zeigte ein dritter Lehrer des wohlgeleiteten -Waisenhauses in einer kleinen Nebenstube unter einigen erläuternden -Bemerkungen den erwachsenen Zeugen der öffentlichen Prüfung die von den -verschiedenen Zöglingen der Anstalt gefertigten Papparbeiten.</p> - -<p>Indessen folgten sämmtliche Zöglinge geräuschlos ihrem geschickten -Turnlehrer als militärisch geordnete Reihen auf den geräumigen -Turnplatz hinter dem wohlgepflegten Blumengarten des verdienstvollen -Directors.</p> - -<p>Hier zeigte binnen einer Stunde ein jeder den zahlreichen Zuschauern -nach Kräften seine besondere Geschicklichkeit in der nützlichen Kunst -des Turnens.</p> - -<p>Schließlich machte der helle Klang der lieben Mittagsglocke vom nahen -Thurme herab der munteren Arbeit plötzlich ein Ende.</p> - -<p>Mit Schluß der gegenwärtigen Turnprüfung sprach der würdige Oberpfarrer -der schöngelegenen Stadt gleich auf dem freien Platze neben den -verschiedenen Turngeräthen ohne allen Rückhalt den fleißigen Schülern -der wackeren Anstalt seine volle Zufriedenheit mit ihren heutigen -Leistungen aus.</p> - -<div class="section"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_124">[S. 124]</span></p> - -<h4 id="Der_Umstand_des_Grundes">Der Umstand des Grundes.</h4> - -</div> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_129"><b>129. Unverstand.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Ursache oder Sachgrund. Durch Verhältnißwörter.)</p> - -<p>Auf dem Tische stand eine brennende Petroleumlampe. Das Oel darin war -<em class="gesperrt">durch die Flamme</em> warm geworden. Der Cylinder glühte <em class="gesperrt">vor -Hitze</em>. Da kam von ungefähr der zehnjährige Karl an den Tisch. Aus -purem Unverstande blies er in die Flamme hinein. Durch den Luftdruck -aber schlug dieselbe in den Ballon. Vermöge der plötzlichen Glut -zersprang dieser.</p> - -<p>Karl prallte vor Schreck zurück. Infolge des Knalles sprang sein -Vater herbei. Glücklicherweise löschte er das Feuer sogleich durch -Ueberschütten mit Asche.</p> - -<p>Der unvorsichtige Knabe hätte von Rechtswegen tüchtige Strafe verdient. -Auf sein inständiges Bitten aber erließ sie ihm der Vater. Wegen des -gehabten Schreckens wurde Karl indeß noch denselben Tag ernstlich krank.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_130"><b>130. Lohn der Wißbegier.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Beweggrund.)</p> - -<p>Der junge Bauer Ehrenreich kaufte sich <em class="gesperrt">aus Wißbegierde</em> ein Buch -nach dem andern. <em class="gesperrt">Um der Bereicherung seiner Kenntnisse willen</em> -las er oft bis in die Nacht hinein. Wegen eines neuen Werkes konnte er -bei dem schlechtesten Wetter den Weg in die ferne Stadt unternehmen. -Seines Lerndranges halber legte er sich auch naturhistorische -Sammlungen an. Später unternahm er sogar seiner Ausbildung halber -größere Reisen.</p> - -<p>Um seiner Kenntnisse willen ehrte man ihn daher auch in seinem Dorfe -allgemein. Man zog aus Achtung die Mütze vor ihm ab. Seiner reichen -Erfahrungen wegen betraute man ihn<span class="pagenum" id="Seite_125">[S. 125]</span> später mit verschiedenen Aemtern. -Seines klaren Urtheils halber wählte man ihn endlich sogar zum Schulzen -des Ortes. Kraft ihrer inneren Ueberzeugung hielten die Ortsbewohner -ihn allein für geeignet dazu.</p> - -<p>Und Ehrenreich füllte um der Wohlfahrt seines Vaterdorfes willen seine -Stellung würdig aus. Nie handelte er aus Eigennutz. Nie stiftete er -Gutes blos der Ehre halber.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_131"><b>131. Der tolle Hund.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Erkenntnißgrund.)</p> - -<p>Ein Jäger sah einen Hund am Raine kauern. In dem <em class="gesperrt">Gebaren des -Thieres</em> lag etwas Verdächtiges. Dem <em class="gesperrt">Aussehen nach</em> mußte er -krank sein.</p> - -<p>Der Jäger trat ihm näher. An dem geifernden Maule des Thieres erkannte -er jetzt dessen Tollwuth. Besonders deutlich sprach diese schreckliche -Krankheit aus den triefenden Augen. Der Gleichgiltigkeit des Thieres -wegen schloß der Jäger allerdings auf sein baldiges Ende. Aus seinem -jämmerlichen Winseln ließ sich die Größe seiner Schmerzen ermessen. An -seinen kläglichen Blicken hätte man fast das Verlangen nach Erlösung -erkennen mögen.</p> - -<p>Zufolge dieser Erscheinung hielt der Jäger das Thier für nicht mehr -gefährlich. Einige Sekunden darauf machte er durch eine Kugel den -Leiden desselben ein Ende. Den jetzt sichtbar werdenden Zähnen nach -mußte das Thier noch jung sein. Laut der Inschrift des Halsbandes -gehörte es dem Arzte des nächsten Dorfes.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_132"><b>132. Jahrmarktsgeschenke.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Zweck und Stoff.)</p> - -<p>Eine Mutter brachte <em class="gesperrt">für ihre Kinder</em> allerhand Geschenke -vom Jahrmarkte mit. Paul bekam eine Windmühle zum Spielen.<span class="pagenum" id="Seite_126">[S. 126]</span> Ewald -erhielt ein Kästchen für seine Schiefer. Leopold schenkte die Mutter -ein Sprungseil zum Turnen. Elise übergab sie ein Körbchen zu ihren -Stickereien.</p> - -<p>Mit dem Ankaufe dieser Geschenke hatte die Mutter für die armen -Blinden ein gutes Werk gethan. Alle diese Sächelchen nämlich waren im -Blindeninstitute gefertigt.</p> - -<p>Die Windmühle war aus Pappe zusammengeleimt. Das Kästchen hatte einer -jener blinden Knaben aus Draht geflochten. Das Sprungseil war aus Hanf -geflochten. Das Körbchen mußte aus Lindenholz geschnitzt sein.</p> - -<p>Die vier Geschwister dankten der guten Mutter aufs herzlichste für die -hübschen Sächelchen.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_133"><b>133. Heuchler.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Wiederholung. Ursache. Beweggrund. Erkenntnißgrund. Zweck. Stoff.)</p> - -<p>Heuchler erkennt man an ihren Mienen. Sie spielen die Frommen aus -schlauem Eigennutze. Sie leben blos für den Schein. Durch dieses Wesen -aber verlieren sie alle Achtung. Man flieht sie um ihrer Falschheit -willen.</p> - -<p>Ein Heuchler ist ja nur aus Lug zusammengesetzt. All sein Handeln ist -auf Täuschung berechnet. Er lebt für trügliches Blendwerk.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_134"><b>134. Der Wagehals.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Richard ging zu seinem Vergnügen an einem mit Eis bedeckten Teiche -hin. Der geringen Kälte halber war das Eis noch nicht stark. Richard -vermochte sich vor dem Verlangen nach einem Wagestückchen nicht zu -halten. Aus reinem Uebermuthe<span class="pagenum" id="Seite_127">[S. 127]</span> betrat er die schwache Eisdecke. Infolge -der Last des Knaben brach leider diese sofort zusammen.</p> - -<p>Auf das Geschrei des Verunglückten eilte ein fremder Mann herbei. -Seiner Kleidung nach schien er ein Fleischer zu sein. Er hatte aus den -verzweifelten Tönen sogleich die lebensgefährliche Lage des Knaben -erkannt. Und er schreckte nicht aus Furcht vor dem Rettungswerke zurück.</p> - -<p>Aus Mitleid mit dem Armen springt er ohne Zögern in den Teich. Schon -in der nächsten Minute ist Richard durch den edlen Muth des Fremden -gerettet. Vor Schreck ist der Knabe leichenblaß geworden. Seine Glieder -zittern vor Frost. Dieses bedenklichen Zustandes wegen führt ihn sein -Retter schleunigst nach Hause.</p> - -<p>Die Mutter erkennt an den triefenden Kleidern des Knaben sofort den -traurigen Vorfall. Sie läßt aus Vorsicht den Arzt rufen. Dieser aber -schließt aus dem Pulsschlage des Kindes auf keine bedenklichen Folgen. -Nach seinem Urtheile ist das Bette die beste Medicin für den noch -Zitternden. Es soll vor allen Dingen zu dessen Erwärmung dienen.</p> - -<p>Richard’s Vater wollte den fremden Mann für seine edle That belohnen. -Dieser aber wünschte um seines Liebesdienstes willen durchaus nicht -belohnt zu sein. Aus reiner Uneigennützigkeit nannte er nicht einmal -seinen Namen. Sein ganzes Wesen bestand aus echtem Christensinn.</p> - -<p class="s4 center mtop1_5" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_135">Hauptwiederholung.</p> - -<h5 class="s4"><b>135. Ein Bombardement.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">[Subject. Prädicat. Zeit. Ort. Weise. Grund (Zweck). Ergänzungen.]</p> - -<p>Der tapfere Commandant von zwölf gezogenen Batterien sendete auf -erhaltenen Befehl des berühmten Feldmarschalls M.<span class="pagenum" id="Seite_128">[S. 128]</span> bereits seit -vierundzwanzig langen Stunden ohne die geringste Unterbrechung von -einer bewaldeten Anhöhe aus der starkbefestigten Stadt R. seine -wohlgezielten Vollgeschosse.</p> - -<p>Ebenso lange überschüttete die hartbedrängte Besatzung der belagerten -Feste zum Schutze des gefährdeten Bollwerks mit seltenem Muthe von -ihren wohlgeschützten Wällen herab die eisernen Linien des überlegenen -Feindes mit verheerenden Sprengkugeln.</p> - -<p>Viele der in Todesgefahr schwebenden Einwohner entflohen aus Furcht -vor einem blutigen Sturme ängstlich klopfenden Herzens durch einen -verdeckten Gang der hinteren Stadtmauer der weiten Stätte furchtbaren -Grauens.</p> - -<p>Die beherzteren Charaktere dagegen boten zur Unterstützung ihrer -kämpfenden Brüder selbst während der heftigsten Kanonade in den am -meisten bedrohten Stadttheilen mit wahrer Todesverachtung allen -Gefahren männlichen Trutz.</p> - -<p>Mit aller Inbrunst ihrer zitternden Herzen flehte in einer -unterirdischen Kapelle des bereits stark beschädigten Domes eine große -Anzahl frommer Frauen der inneren Stadt wiederholt den allmächtigen -Herrn des Himmels um seinen gnädigen Beistand zur endlichen -Zurückwerfung des mächtigen Feindes.</p> - -<p>Einige Hundert der wackeren Vertheidiger der geängstigten Stadt waren -bereits bis gegen Mittag auf den äußersten Forts für die Rettung -der Stadt in treuer Erfüllung ihrer heiligen Soldatenpflicht den -feindlichen Kugeln zum Opfer gefallen.</p> - -<p>Inmitten der schreckenreichen Nacht entzündeten im innern Theile der -Stadt zum Entsetzen der armen Einwohner die sprühenden Brandgeschosse -des ungestümen Belagerungsheeres unbarmherzig den ziemlich erschöpften -Gegnern eins der stärksten Pulvermagazine.</p> - -<p>Die furchtbare Explosion richtete infolge des ungeheuren Luftdrucks in -der kurzen Zeit von wenig Minuten an jener<span class="pagenum" id="Seite_129">[S. 129]</span> Stelle unter entsetzlichem -Gekrache den vielen Umwohnenden sehr bedeutenden Schaden an.</p> - -<p>Zur Beendung des mörderischen Kampfes befahl der feindliche General -den nächsten Morgen gegen fünf Uhr von seinem hochgelegenen -Beobachtungspunkte aus mittelst weithin schallender Trompetensignale -seinen wohlgeübten Fußtruppen zu stürmen.</p> - -<p>Schon nach einer Viertelstunde verzweifelter Gegenwehr ließ der -bejahrte Festungscommandant tieferschütterten Herzens von dem hohen -Thurme des alten Rathhauses herab dem Feinde zum Zeichen der Ergebung -die weiße Fahne entgegenwehen.</p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_136"><b>136. Zu Weihnachten.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">[Desgleichen. — Subject, Prädicat, Zeit, Ort, Weise, Grund (Zweck), -Ergänzung, Stoff.]</p> - -<p>Die wohlerzogenen Kinder eines reichen Kaufmanns der großen Residenz -schenkten einander zur gegenseitigen Ueberraschung auf wahrhaft -herzliche Weise zum jedesmaligen heiligen Weihnachtsabende im Angesicht -des festlich geschmückten Christbaums allerhand selbstgefertigte -Sächelchen aus verschiedenen Stoffen.</p> - -<p>Wieder einmal stieg die heilige Weihnachtszeit im feierlichen Gewande -aus Myriaden Diamanten zur allgemeinen Freude der christlichen -Kinderwelt vom Himmel hernieder.</p> - -<p>Auch dieses Jahr wollten jene freundlichen Kinder aus aufrichtiger -Liebe zu einander in ihrem trauten Kreise in aller Stille jener -löblichen Gewohnheit ihr altes Recht werden lassen.</p> - -<p>Die zehnjährige Gertrud stickte während der letzten acht Tage vor -dem Feste in der nahen Behausung ihrer getreuen Schulfreundin ihrem -munteren Bruder Günther für seine beliebten Ferienausflüge eine kleine -Reisetasche aus bunter Wolle zum Umhängen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_130">[S. 130]</span></p> - -<p>Der lebhafte Günther dagegen schnitzte dieser seiner Schwester zur -Aufbewahrung ihrer niedlichen Schmucksächelchen in seinen Freistunden -in der engen Familienwohnung des alten Markthelfers seines Vaters -mit außerordentlicher Sorgfalt ein länglich viereckiges Kästchen aus -bräunlichem Buchenholze.</p> - -<p>Die ältere Schwester Martha häkelte nach dem jedesmaligen Abendbrode in -des guten Papas geräumiger Schreibstube unter dem halblauten Gesange -sinniger Lieder dem gutmüthigen Bruder Hans aus kluger Rücksicht -auf seine große Liebe zu der schönen Tugend der Sparsamkeit eine -mittelgroße Geldbörse von glänzenden Perlen.</p> - -<p>Der sanfte Hans wieder flocht der geliebten Schwester Martha innerhalb -dreier Tage in dem schmalen Comptoirstübchen des väterlichen Geschäftes -fast ohne jegliches Werkzeug zur Bequemlichkeit bei ihren vielen -Nadelarbeiten einen allerliebsten Wandkober aus feinem Silberdrahte.</p> - -<p>Der neckische Julius endlich baute gelegentlich in der etwas düsteren -Garderobenstube seiner geliebten Mutter mit sichtlichem Vergnügen -seinem kleinen Bruder Leo zur zeitweiligen Unterhaltung eine mächtig -große Windmühle aus dauerhafter Pappe.</p> - -<p>Auch die brave Mutter der liebenswürdigen Kinder blieb zur Erhöhung -der Festfreude für ihre Lieblinge während dieser letzten Zeit vor -Weihnachten in ihren vier Pfählen bei allen sonstigen häuslichen -Besorgungen nicht unthätig.</p> - -<p>Die gute Mutter arbeitete mit geschickten Händen ununterbrochen hinter -verschlossenen Thüren allen ihren Kindern für die kalten Wintertage -warme Anzüge aus gleichfarbigem Tuche.</p> - -<p>Auf diese Weise bereitete der heilige Abend alle Jahre in diesem -herzlichen Familienzirkel zu aller Herzerquickung sämmtlichen -Familiengliedern große Freude.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_131">[S. 131]</span></p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_137"><b>137. Ein trauriges Ende.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<div class="csstab satzlehre"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright0_5">Subject.</div> - <div class="csscell">Der Tod tritt oft schnell heran.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright0_5">Beifügung.</div> - <div class="csscell">Der kleine Hermann war ein lieber Knabe. Schon der - Ausdruck seines Gesichts zeugte davon.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright0_5">Ergänzung.</div> - <div class="csscell">Sein Lächeln bekundete Gutmüthigkeit. Sein Wesen war - Jedermann angenehm. — Eines Tages spielte er mit seiner Schwester Verstecken.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright0_5">Zeit.</div> - <div class="csscell">Es war um die Dämmerstunde. Sie hatten das Spiel bereits - mehrmals gespielt. Ihr Vater sah ihnen schon seit geraumer Zeit zu.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright0_5">Ort.</div> - <div class="csscell">Er stand am Fenster. Hermann versteckte sich jetzt hinter - eine Mauer. Hier sollte ihn die Schwester nicht finden.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright0_5">Weise.</div> - <div class="csscell">Er kauerte in lauschender Stellung. So hoffte er mit - Zuversicht unentdeckt zu bleiben.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright0_5">Ort.</div> - <div class="csscell">Plötzlich aber rollte ein Ziegel vom Dache herab. Der - Ziegel fiel dem Knaben gerade auf den Kopf.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright0_5">Ursache.</div> - <div class="csscell">Er war durch einen Windstoß losgelöst worden.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright0_5">Erkenntniß.</div> - <div class="csscell">Der Vater erkannte an dem jähen Aufschrei seines Kindes - etwas Entsetzliches.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright0_5">Beweggrund.</div> - <div class="csscell">Von banger Ahnung getrieben eilte er herbei.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright0_5">Zweck.</div> - <div class="csscell">Er wollte zu Hilfe kommen.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright0_5">Zahl.</div> - <div class="csscell">Hier aber hätten zehn Aerzte nicht mehr helfen können.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell w10em s5 padright0_5">Stoff.</div> - <div class="csscell">Der fallende Ziegel war aus gebranntem Lehm. Er hatte den - armen Knaben erschlagen.</div> - </div> -</div> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Grund_138"><b>138. Luxus.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">[Desgleichen. — Subject, Prädicat, Zeit, Ort, Weise, Grund (Zweck), -Ergänzungen, Zahl, Stoff.]</p> - -<p>Ein steinreicher Graf aus einem alten Geschlechte des östreichischen -Adels ließ vor einigen Jahren aus lauter Eitelkeit seiner<span class="pagenum" id="Seite_132">[S. 132]</span> stolzen -Gemahlin in der unmittelbaren Nähe einer lebhaften Seestadt der -deutschen Nordküste mit ungeheueren Opfern mehrere prachtvolle -Wohnsitze aus kostbarer Steinmasse errichten.</p> - -<p>Der berühmte Baumeister des verschwenderischen Herrn mußte in Zeit -von zehn Monaten auf einer sonnigen Hügelkette unweit des ziemlich -großen Hafens nach dem geschmackvollsten Muster französischer Bauweise -der jungen Gräfin zum zeitweiligen Aufenthalte während der heißen -Sommertage zwei reizende Villen aus weißem Marmor erbauen.</p> - -<p>Der gepriesenste Ofenfabrikant der nunmehrigen Kaiserstadt Berlin -fertigte kurz nach Beginn des bewundernswerthen Baues in seinen -eigens dazu eingerichteten Brennöfen mit aller Sorgfalt den schmucken -Wohnzimmern der vorerwähnten Frau sechs wundervolle Kamine aus weißem -Porzellan zur Benutzung für die kühlen Abende.</p> - -<p>Der sehr geschickte Hoftischler des französischen Kaisers hatte unter -anderem während der letzten Monate der kurzen Bauzeit in seiner -umfangreichen Werkstatt an einer der volkreichsten Straßen mit allem -Aufgebot seines Geschmacksinnes der hohen Frau zur hinlänglichen -Bequemlichkeit ein Dutzend große Armsessel aus dem feinsten -Mahagoniholze zu verfertigen.</p> - -<p>Der erste Tapezier der nahen Seestadt mußte gleich nach Vollendung der -reizenden Sommersitze der den Luxus liebenden Dame zur Bewunderung des -gräflichen Reichthums vor allen Fenstern der zahllosen Zimmer auf die -ausgesuchteste Weise je vier faltenreiche Gardinen von der schwersten -Seide anbringen.</p> - -<p>Zudem mußte derselbe gesuchte Verschönerungskünstler der gräflichen -Eigenthümerin dieser seltenen Prachtvillen sofort fünfzig Stück -auserlesene Teppiche aus den besten orientalischen Stoffen aus einer -türkischen Fabrik unter sicherer Begleitung eines zuverlässigen Mannes -zum Belegen der Fußböden kommen lassen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_133">[S. 133]</span></p> - -<p>Die namhafteste Glasfabrik der erfinderischen Stadt London arbeitete -zu gleicher Zeit in ihren vorzüglichen Glasschleifereien ohne -Rücksicht auf den Kostenpunkt der eitlen Herrin zehn überaus -kunstvolle Kronleuchter aus dem reinsten Krystallglase zur Zierde der -hauptsächlichsten Salons.</p> - -<p>Ein alter Gärtner des ruhmsüchtigen Grafen versah während des Monates -Mai von seiner großen Zierpflanzenplantage aus die beiden an die Villen -stoßenden Gärten zur Erholung der empfindsamen Frau in den heißen -Sommertagen mit fürsorglicher Umsicht mit vier dichten Lauben aus -saftigem Osterluzzei.</p> - -<p>Außerdem schufen eine Menge andere Menschenhände in verhältnißmäßig -kurzer Zeit in den weiten Räumen der prächtigen Lustschlösser unter -steter Vorschrift des eigensinnigen Grafen zur Vervollständigung der -kostbaren Einrichtung der hohen Gebieterin noch eine ganze Menge -Luxusgegenstände aus dem theuersten Material.</p> - -<div class="section"> - -<h4 id="Die_Aussageweise">Die Aussageweise.</h4> - -</div> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Aussageweise_139"><b>139. Der Mensch.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Wirklich. Möglich. Nothwendig.)</p> - -<p>Der Mensch <em class="gesperrt">ist</em> ein Kind Gottes. Er <em class="gesperrt">lebt</em> und <em class="gesperrt">stirbt</em> -nach Gottes Willen. Er <em class="gesperrt">kann</em> König oder Bettler sein, ganz -gleich. Das <em class="gesperrt">darf</em> Niemand vergessen. Mancher mag freilich nichts -davon wissen. Viele <em class="gesperrt">möchten</em> am liebsten nicht daran denken.</p> - -<p>Jeder Mensch <em class="gesperrt">will</em> gern glücklich sein. Jeder <em class="gesperrt">soll</em> es auch -werden. Jeder <em class="gesperrt">darf</em> darnach streben. Was aber <em class="gesperrt">kann</em> er dazu -beitragen?</p> - -<p>Er <em class="gesperrt">muß</em> beten und arbeiten. Auch die kleinste Sünde <em class="gesperrt">muß</em> -ihm ein Abscheu sein. Das <em class="gesperrt">möge</em> Jeder bedenken.</p> - -<div class="section"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_134">[S. 134]</span></p> - -<h4 id="Wortfolge">Wortfolge.</h4> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Wortfolge_140"><b>140. Die Rose.</b></h5> - -</div> - -<div class="csstab rose"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5 center"><span class="antiqua">A.</span> Gerade - Wortfolge.</div> - <div class="csscell s5 center"><span class="antiqua">B.</span> Umgekehrte - Wortfolge.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell left padright0_5">Die Rose ist eine herrliche Blume.</div> - <div class="csscell left">Eine herrliche Blume ist die Rose.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell left padright0_5">Schon ihr Bau ist bewundernswerth.</div> - <div class="csscell left">Bewundernswerth ist schon ihr Bau.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell left padright0_5">Ihre Farben sind reizend.</div> - <div class="csscell left">Reizend sind ihre Farben.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell left padright0_5">Ihr Duft strömt zauberhaft.</div> - <div class="csscell left">Zauberhaft strömt ihr Duft.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell left padright0_5">Eine Rosenknospe fesselt unser Auge wunderbar.</div> - <div class="csscell left">Wunderbar fesselt unser Auge eine Rosenknospe.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell left padright0_5">Die frischerblühte Rose ist ein Bild höchster Anmuth.</div> - <div class="csscell left">Ein Bild höchster Anmuth ist die frischerblühte Rose.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell left padright0_5">Sie ist der Gärten schönster Schmuck.</div> - <div class="csscell left">Der Gärten schönster Schmuck ist sie.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell left padright0_5">Sie wird darum auch die Königin der Blumen genannt.</div> - <div class="csscell left">Der Blumen Königin wird sie darum auch genannt.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell left padright0_5">Mancher Dichter hat sie schon besungen.</div> - <div class="csscell left">Sie hat schon mancher Dichter besungen.</div> - </div> -</div> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Wortfolge_141"><b>141. Wiegenbau.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Gerade Wortfolge.)</p> - -<p>Ein kleiner Sänger des Waldes baute in den ersten Maitagen in dem -dichten Gezweige eines niederen Fichtenbäumchens mit bewundernswerther -Sorgfalt seinen zukünftigen Kindern zum Schutze eine niedliche Wiege -aus zartem Moose.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p class="s5 center">(Versetzung der einzelnen Satztheile.)</p> - -</div> - -<div class="blockquot"> - -<p>Es baute ein kleiner Sänger des Waldes in den ersten etc.</p> - -<p>In den ersten Maitagen baute ein kleiner Sänger etc.</p> - -<p>In dem dichten Gezweige eines niederen Fichtenbäumchens baute ein -etc.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_135">[S. 135]</span></p> - -<p>Mit bewundernswerther Sorgfalt baute ein kleiner Sänger etc.</p> - -<p>Seinen zukünftigen Kindern zum Schutze baute ein kleiner etc.</p> - -<p>Zum Schutze für seine zukünftigen Kinder baute ein etc.</p> - -<p>Eine niedliche Wiege aus zartem Moose baute in den etc.</p> - -<p>Aus zartem Moose baute ein kleiner Sänger des Waldes etc.</p> -</div> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Wortfolge_142"><b>142. Vom einfachsten -bis zum erweitertsten einfachen Satze.</b></h5> - -<table> - <tr> - <td colspan="4"> - <div class="center">I.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Gott</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Geist</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Wasserfall</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">ist ein Geist.</div> - </td> - <td> - <div class="center">ist unsterblich.</div> - </td> - <td> - <div class="center">braust.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center">II. <span class="antiqua">A.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Das Bild</div> - </td> - <td> - <div class="center">Die Kälte</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Dorn</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><b>Beif.</b>:</div> - </td> - <td> - <div class="center">des Vaters</div> - </td> - <td> - <div class="center">Sibiriens</div> - </td> - <td> - <div class="center">der Rose</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">ist ein Heiligthum.</div> - </td> - <td> - <div class="center">ist groß.</div> - </td> - <td> - <div class="center">verwundet.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><span class="antiqua">B.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Beif.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der fromme</div> - </td> - <td> - <div class="center">Plötzliche</div> - </td> - <td> - <div class="center">Das arme</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Elias</div> - </td> - <td> - <div class="center">Abkühlung</div> - </td> - <td> - <div class="center">Kind</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">war ein Prophet.</div> - </td> - <td> - <div class="center">ist schädlich.</div> - </td> - <td> - <div class="center">bettelt.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><span class="antiqua">C.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Beif.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Sein</div> - </td> - <td> - <div class="center">Unser</div> - </td> - <td> - <div class="center">Mein</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Vater</div> - </td> - <td> - <div class="center">Heer</div> - </td> - <td> - <div class="center">Blut</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">war ein Graf.</div> - </td> - <td> - <div class="center">ist tapfer.</div> - </td> - <td> - <div class="center">wallt.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><span class="antiqua">D.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Die Noth</div> - </td> - <td> - <div class="center">Die Scheere</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Storch</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Beif.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">unter den Menschen</div> - </td> - <td> - <div class="center">in Kindeshand</div> - </td> - <td> - <div class="center">auf dem Dache</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">ist ein Besserungsmittel.</div> - </td> - <td> - <div class="center">ist gefährlich.</div> - </td> - <td> - <div class="center">klappert.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> -<span class="pagenum" id="Seite_136">[S. 136]</span> - <div class="center">III. 1. <span class="antiqua">A.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Gott</div> - </td> - <td> - <div class="center">Ein Engländer</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Wolf</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.: <span class="s5">(Zeitw.)</span></div> - </td> - <td> - <div class="center">regiert</div> - </td> - <td> - <div class="center">bestieg</div> - </td> - <td> - <div class="center">raubt</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><b>Ergänz.</b> 4. Fall:</div> - </td> - <td> - <div class="center">die Welt.</div> - </td> - <td> - <div class="center">den Montblanc.</div> - </td> - <td> - <div class="center">Lämmer.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><span class="antiqua">B.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Mitleidige</div> - </td> - <td> - <div class="center">Gott</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Magen</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">hilft</div> - </td> - <td> - <div class="center">verzeiht</div> - </td> - <td> - <div class="center">dient</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><b>Erg.</b> 3. Fall:</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem Armen.</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem Sünder.</div> - </td> - <td> - <div class="center">den Gliedern.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><span class="antiqua">C.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Müde</div> - </td> - <td> - <div class="center">Die Nacht</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Feind</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">wünscht</div> - </td> - <td> - <div class="center">beginnt</div> - </td> - <td> - <div class="center">hoffte</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ergänz.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">zu ruhen.</div> - </td> - <td> - <div class="center">zu dämmern.</div> - </td> - <td> - <div class="center">zu siegen.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><span class="antiqua">D.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Fromme</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Christ</div> - </td> - <td> - <div class="center">Das Gebet</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">weiht</div> - </td> - <td> - <div class="center">dankt</div> - </td> - <td> - <div class="center">gibt</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 3. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem Herrn</div> - </td> - <td> - <div class="center">Jesu</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem Schwachen</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">sein Leben.</div> - </td> - <td> - <div class="center">die Erlösung.</div> - </td> - <td> - <div class="center">Kraft.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center">2.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Die Strenge ist</div> - </td> - <td> - <div class="center">Die Eltern sind</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Stolze ist</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ergänz.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem Kinde</div> - </td> - <td> - <div class="center">der Liebe</div> - </td> - <td> - <div class="center">auf seine Schönheit</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.: <span class="s5">(Eigsch.)</span></div> - </td> - <td> - <div class="center">heilsam.</div> - </td> - <td> - <div class="center">werth.</div> - </td> - <td> - <div class="center">stolz.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center">IV. <span class="antiqua">A.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Kain</div> - </td> - <td> - <div class="center">Das Schiff</div> - </td> - <td> - <div class="center">Viele</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">fand</div> - </td> - <td> - <div class="center">nahm</div> - </td> - <td> - <div class="center">finden</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><b>Ort</b>:</div> - </td> - <td> - <div class="center">nirgends</div> - </td> - <td> - <div class="center">an dem Strande</div> - </td> - <td> - <div class="center">in Californien</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Ruhe.</div> - </td> - <td> - <div class="center">Steinkohlen auf.</div> - </td> - <td> - <div class="center">Gold.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> -<span class="pagenum" id="Seite_137">[S. 137]</span> - <div class="center"><span class="antiqua">B.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Hund</div> - </td> - <td> - <div class="center">Paul</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Reiter</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">folgt</div> - </td> - <td> - <div class="center">half</div> - </td> - <td> - <div class="center">sah</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 3. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">seinem Herrn</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem Blinden</div> - </td> - <td> - <div class="center">seinem Pferde</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">in alle Welt.</div> - </td> - <td> - <div class="center">über den Graben.</div> - </td> - <td> - <div class="center">in das Maul.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><span class="antiqua">C.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Die Weisen</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Hauptmann</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Jagdhund</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">brachten</div> - </td> - <td> - <div class="center">schickte</div> - </td> - <td> - <div class="center">brachte</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 3. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem Heilande</div> - </td> - <td> - <div class="center">seinen Kindern</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem Förster</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Geschenke</div> - </td> - <td> - <div class="center">Anzüge</div> - </td> - <td> - <div class="center">einen Hasen</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">aus dem Morgenlande.</div> - </td> - <td> - <div class="center">von Paris.</div> - </td> - <td> - <div class="center">über die Stoppel daher.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center">V. <span class="antiqua">A.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Gerechte</div> - </td> - <td> - <div class="center">Gustav Adolf</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Wächter</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">findet</div> - </td> - <td> - <div class="center">sprach</div> - </td> - <td> - <div class="center">ertappte</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><b>Zeit</b>:</div> - </td> - <td> - <div class="center">einst</div> - </td> - <td> - <div class="center">vor der Schlacht</div> - </td> - <td> - <div class="center">während der Nacht</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">drüben</div> - </td> - <td> - <div class="center">unter freiem Himmel</div> - </td> - <td> - <div class="center">in einem Keller</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">seinen Lohn.</div> - </td> - <td> - <div class="center">ein Gebet.</div> - </td> - <td> - <div class="center">einen Dieb.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><span class="antiqua">B.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Die alten Deutschen</div> - </td> - <td> - <div class="center">Die Schweizer</div> - </td> - <td> - <div class="center">Bello</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">opferten</div> - </td> - <td> - <div class="center">huldigten</div> - </td> - <td> - <div class="center">wehrte</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zeit:</div> - </td> - <td> - <div class="center">tagelang</div> - </td> - <td> - <div class="center">immer</div> - </td> - <td> - <div class="center">stets</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">in ihren Hainen</div> - </td> - <td> - <div class="center">in ihren Bergen</div> - </td> - <td> - <div class="center">an der Thür</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 3. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">den Götzen.</div> - </td> - <td> - <div class="center">der Freiheit.</div> - </td> - <td> - <div class="center">den Bettlern.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> -<span class="pagenum" id="Seite_138">[S. 138]</span> - <div class="center"><span class="antiqua">C.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Lehrer</div> - </td> - <td> - <div class="center">Die Weichsel</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Fuchs</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">erzählt</div> - </td> - <td> - <div class="center">überschwemmt</div> - </td> - <td> - <div class="center">stiehlt</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zeit:</div> - </td> - <td> - <div class="center">mitunter</div> - </td> - <td> - <div class="center">fast alljährlich</div> - </td> - <td> - <div class="center">zuweilen</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">in der Schule</div> - </td> - <td> - <div class="center">in Polen</div> - </td> - <td> - <div class="center">im Hofe</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 3. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">den Schülern</div> - </td> - <td> - <div class="center">den Landbewohnern</div> - </td> - <td> - <div class="center">der Bauerfrau</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">eine Geschichte.</div> - </td> - <td> - <div class="center">die Fluren.</div> - </td> - <td> - <div class="center">eine Gans.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center">VI. <span class="antiqua">A.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Huß</div> - </td> - <td> - <div class="center">Luther</div> - </td> - <td> - <div class="center">Kain</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">erlitt</div> - </td> - <td> - <div class="center">schlug</div> - </td> - <td> - <div class="center">erschlug</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zeit:</div> - </td> - <td> - <div class="center">1415</div> - </td> - <td> - <div class="center">1517</div> - </td> - <td> - <div class="center">einst</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">zu Konstanz</div> - </td> - <td> - <div class="center">an die Schloßkirche</div> - </td> - <td> - <div class="center">am Opferfeuer</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><b>Weise</b>:</div> - </td> - <td> - <div class="center">geduldig</div> - </td> - <td> - <div class="center">freimüthig</div> - </td> - <td> - <div class="center">wuthentbrannt</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">den Feuertod.</div> - </td> - <td> - <div class="center">95 Sätze an.</div> - </td> - <td> - <div class="center">den Abel.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><span class="antiqua">B.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Johannes der Täufer</div> - </td> - <td> - <div class="center">Christus</div> - </td> - <td> - <div class="center">Petrus</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">predigte</div> - </td> - <td> - <div class="center">verzieh</div> - </td> - <td> - <div class="center">verleugnete</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zeit:</div> - </td> - <td> - <div class="center">vor Christo</div> - </td> - <td> - <div class="center">dermalen</div> - </td> - <td> - <div class="center">in jener Nacht</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">in der Wüste</div> - </td> - <td> - <div class="center">am Kreuze</div> - </td> - <td> - <div class="center">in der Vorhalle</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Weise:</div> - </td> - <td> - <div class="center">mit Nachdruck</div> - </td> - <td> - <div class="center">von Herzen</div> - </td> - <td> - <div class="center">auf schmähliche Weise</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 3. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem Volke.</div> - </td> - <td> - <div class="center">seinen Feinden.</div> - </td> - <td> - <div class="center">seinen Herrn.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><span class="antiqua">C.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Richter</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der fromme Greis</div> - </td> - <td> - <div class="center">Noah</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">verkündigte</div> - </td> - <td> - <div class="center">widmete</div> - </td> - <td> - <div class="center">brachte</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zeit:</div> - </td> - <td> - <div class="center">am Montage</div> - </td> - <td> - <div class="center">jeden Abend</div> - </td> - <td> - <div class="center">nach der Sündflut</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">im Gerichtssaale</div> - </td> - <td> - <div class="center">in seinem Kämmerlein</div> - </td> - <td> - <div class="center">unter freiem Himmel</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Weise:</div> - </td> - <td> - <div class="center">mit bewegter Stimme</div> - </td> - <td> - <div class="center">andächtigen Herzens</div> - </td> - <td> - <div class="center">mit dankbaren Gefühlen</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 3. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">einem Mörder</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem lieben Herrgott</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem Herrn</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">das Todesurtheil.</div> - </td> - <td> - <div class="center">ein Gebet.</div> - </td> - <td> - <div class="center">ein Opfer.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> -<span class="pagenum" id="Seite_139">[S. 139]</span> - <div class="center">VII. <span class="antiqua">A.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Elise</div> - </td> - <td> - <div class="center">Sebastian</div> - </td> - <td> - <div class="center">Ein Knecht</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">häkelte</div> - </td> - <td> - <div class="center">zertrümmerte</div> - </td> - <td> - <div class="center">erschlug</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zeit:</div> - </td> - <td> - <div class="center">am Sonntage</div> - </td> - <td> - <div class="center">heute früh</div> - </td> - <td> - <div class="center">gestern</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">in der Laube</div> - </td> - <td> - <div class="center">vor dem Spiegel</div> - </td> - <td> - <div class="center">auf der Wiese</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><b>Beweggr.</b>:</div> - </td> - <td> - <div class="center">aus Langerweile</div> - </td> - <td> - <div class="center">aus Muthwillen</div> - </td> - <td> - <div class="center">aus Bosheit</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Weise:</div> - </td> - <td> - <div class="center">gemächlich</div> - </td> - <td> - <div class="center">schnell</div> - </td> - <td> - <div class="center">kalten Herzens</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">eine Börse.</div> - </td> - <td> - <div class="center">eine Gipsfigur.</div> - </td> - <td> - <div class="center">eine junge Katze.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><span class="antiqua">B.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Julius</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Großvater</div> - </td> - <td> - <div class="center">Viele Leute</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">erhält</div> - </td> - <td> - <div class="center">trägt</div> - </td> - <td> - <div class="center">trinken</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zeit:</div> - </td> - <td> - <div class="center">zuweilen</div> - </td> - <td> - <div class="center">im Winter</div> - </td> - <td> - <div class="center">in der Früh</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">in der Schule</div> - </td> - <td> - <div class="center">auf der Straße</div> - </td> - <td> - <div class="center">in ihrer Behausung</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><b>Ursache</b>:</div> - </td> - <td> - <div class="center">wegen Faulheit</div> - </td> - <td> - <div class="center">der Kälte halber</div> - </td> - <td> - <div class="center">auf ärztlichen Rath</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Weise:</div> - </td> - <td> - <div class="center">vor allen Kindern</div> - </td> - <td> - <div class="center">mit Wohlbehagen</div> - </td> - <td> - <div class="center">ohne Widerstreben</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Strafe.</div> - </td> - <td> - <div class="center">einen Pelz.</div> - </td> - <td> - <div class="center">bittre Wässer.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><span class="antiqua">C.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Ein Hauptmann</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Klassenoberste</div> - </td> - <td> - <div class="center">Rosalie</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">überreichte</div> - </td> - <td> - <div class="center">sang</div> - </td> - <td> - <div class="center">kaufte</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zeit:</div> - </td> - <td> - <div class="center">am Donnerstage</div> - </td> - <td> - <div class="center">am Examentage</div> - </td> - <td> - <div class="center">vorigen Freitag</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">im Kasernenhofe</div> - </td> - <td> - <div class="center">in der Aula</div> - </td> - <td> - <div class="center">auf dem Jahrmarkte</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 3. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">seinem Feldwebel</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem Schulinspector</div> - </td> - <td> - <div class="center">ihrer Großmutter</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><b>Zweck</b>:</div> - </td> - <td> - <div class="center">zur Auszeichnung</div> - </td> - <td> - <div class="center">zur Ergötzung</div> - </td> - <td> - <div class="center">zum Geburtstage</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Weise:</div> - </td> - <td> - <div class="center">unter Trompetenschall</div> - </td> - <td> - <div class="center">mit viel Gefühl</div> - </td> - <td> - <div class="center">schleunigst noch</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">einen Orden.</div> - </td> - <td> - <div class="center">eine Arie.</div> - </td> - <td> - <div class="center">eine Kaffeetasse.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> -<span class="pagenum" id="Seite_140">[S. 140]</span> - <div class="center">VIII. <span class="antiqua">A.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Ein junger Bildhauer</div> - </td> - <td> - <div class="center">Häuptlinge der Wilden</div> - </td> - <td> - <div class="center">Heinrich</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">arbeitete</div> - </td> - <td> - <div class="center">geben</div> - </td> - <td> - <div class="center">zerbrach</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zeit:</div> - </td> - <td> - <div class="center">in seinen Mußestunden</div> - </td> - <td> - <div class="center">zuweilen</div> - </td> - <td> - <div class="center">gestern Abend</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">auf seinem Zimmer</div> - </td> - <td> - <div class="center">in ihren Zelten</div> - </td> - <td> - <div class="center">in der Kinderstube</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 3. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">seinem alten Lehrer</div> - </td> - <td> - <div class="center">fremden Gästen</div> - </td> - <td> - <div class="center">seinem Bruder</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><b>Beweggr.</b>:</div> - </td> - <td> - <div class="center">aus Dankbarkeit</div> - </td> - <td> - <div class="center">aus Hochachtung</div> - </td> - <td> - <div class="center">aus Neid</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Weise:</div> - </td> - <td> - <div class="center">in aller Stille</div> - </td> - <td> - <div class="center">mit sichtlichem Stolze</div> - </td> - <td> - <div class="center">ungesehen</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Schiller’s Büste</div> - </td> - <td> - <div class="center">ein Gastmahl</div> - </td> - <td> - <div class="center">ein Spielzeug</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left"><b>Stoff</b>:</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">aus Alabaster.</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">von dem Fleische<br /> - erschlagener Feinde.</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">aus Glas.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><span class="antiqua">B.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Gerhard</div> - </td> - <td> - <div class="center">Die Mutter</div> - </td> - <td> - <div class="center">Ein Regiment</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">baute</div> - </td> - <td> - <div class="center">nähte</div> - </td> - <td> - <div class="center">schenkte</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Zeit:</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">vergangenen Herbst</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">in zwei Tagen</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">während des<br /> - letzten Krieges</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">im Holzstalle</div> - </td> - <td> - <div class="center">auf der Nähmaschine</div> - </td> - <td> - <div class="center">mitten im Lager</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 3. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">seinem kleinen Bruder</div> - </td> - <td> - <div class="center">ihrer ältesten Tochter</div> - </td> - <td> - <div class="center">seinem Commandanten</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><b>Zweck</b>:</div> - </td> - <td> - <div class="center">für den Winter</div> - </td> - <td> - <div class="center">zum Balle</div> - </td> - <td> - <div class="center">zum Andenken</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Weise:</div> - </td> - <td> - <div class="center">mit wenig Werkzeugen</div> - </td> - <td> - <div class="center">ohne besondere Anstrengung</div> - </td> - <td> - <div class="center">unter militärischer Ceremonie</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">einen Schlitten</div> - </td> - <td> - <div class="center">ein Kleid</div> - </td> - <td> - <div class="center">ein Paar Sporen</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Stoff:</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">aus Eichenholz.</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">aus blauer Seide.</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">von purem Golde.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> -<span class="pagenum" id="Seite_141">[S. 141]</span> - <div class="center"><span class="antiqua">C.</span></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Sub.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Ein Koch</div> - </td> - <td> - <div class="center">Der Kürschner</div> - </td> - <td> - <div class="center">Ein Drechsler</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">bereitete</div> - </td> - <td> - <div class="center">verfertigte</div> - </td> - <td> - <div class="center">arbeitete</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Zeit:</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">neulich</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">vergangene Woche</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">am Donnerstage</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">in einem Gasthause</div> - </td> - <td> - <div class="center">in seiner Wohnung</div> - </td> - <td> - <div class="center">an seinem Werktische</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 3. Fall:</div> - </td> - <td> - <div class="center">einem Fremden</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem Großvater</div> - </td> - <td> - <div class="center">dem Invaliden</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left"><b>Ursache</b>:</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">aus Unkenntniß</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">der Kälte halber</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">um seines lahmen<br /> - Beines willen</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Weise:</div> - </td> - <td> - <div class="center">eiligst</div> - </td> - <td> - <div class="center">nach dem Maße</div> - </td> - <td> - <div class="center">unentgeltlich</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fall:</div> - </td> - <td> - <div class="center">ein Glas Grog</div> - </td> - <td> - <div class="center">ein Paar Hausschuhe</div> - </td> - <td> - <div class="center">eine Krücke</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Stoff:</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">aus Nordhäuser.</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">aus Schafpelz.</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">aus Buchsbaumholz.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center">IX.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Subj.:</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">Die Tochter<br /> - des Hauptmanns</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">Bertha</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">Die Gemeinde zu X.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Präd.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">kaufte</div> - </td> - <td> - <div class="center">mußte</div> - </td> - <td> - <div class="center">überreichte</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Zeit:</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">vor drei Tagen</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">binnen acht Tagen</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">am Sonntage</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ort:</div> - </td> - <td> - <div class="center">in einem Gewölbe</div> - </td> - <td> - <div class="center">in Papas Stube</div> - </td> - <td> - <div class="center">in seinem Studirzimmer</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 3. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">ihrem Onkel</div> - </td> - <td> - <div class="center">der kleinen Schwester</div> - </td> - <td> - <div class="center">ihrem Seelsorger</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Bew., Urs.<br /> - Zweck:</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="center">aus Anhänglichkeit</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="center">wegen Faulheit</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="center">zum Jubiläum</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Weise:</div> - </td> - <td> - <div class="center">ohne Handel</div> - </td> - <td> - <div class="center">mit aller Sorgfalt</div> - </td> - <td> - <div class="center">feierlich</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left"><b>Zahl</b>:</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">zwei</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">drei</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">ein Dutzend</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Erg. 4. Fll.:</div> - </td> - <td> - <div class="center">Armleuchter</div> - </td> - <td> - <div class="center">Nachthäubchen</div> - </td> - <td> - <div class="center">Speiselöffel</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Stoff:</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">aus blankem<br /> - Neusilber.</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">aus Wolle —<br /> - stricken.</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">aus gediegenem<br /> - Silber.</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_142">[S. 142]</span></p> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Wortfolge_143"><b>143. Fragen nach -den einzelnen Satztheilen.</b></h5> - -<div class="csstab padleft1_5 padtop1"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell vam padright0_5">Wer?<br /> - Was?</div> - <div class="csscell vam padright0_5"><img class="illoh2_2" src="images/klammer.jpg" alt="" /></div> - <div class="csscell vam padtop0_5">Nach dem Subjecte.</div> - </div> -</div> - -<div class="csstab padleft1_5 padtop1"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell vam padright0_5">Was für ein?<br /> - Wessen?</div> - <div class="csscell vam padright0_5"><img class="illoh2_2" src="images/klammer.jpg" alt="" /></div> - <div class="csscell vam padtop0_5">Nach der Beifügung.</div> - </div> -</div> - -<div class="csstab padleft1_5 padtop1"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell vam padright0_5">Was?<br /> - Wen?<br /> - Wem?</div> - <div class="csscell vam padright0_5"><img class="illoh3_3" src="images/klammer.jpg" alt="" /></div> - <div class="csscell vam padtop1">Nach der Ergänzung.</div> - </div> -</div> - -<div class="csstab padleft1_5 padtop1"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell vam padright0_5">Wann?<br /> - Wie lange?<br /> - Wie oft?<br /> - Seit wann?</div> - <div class="csscell vam padright0_5"><img class="illoh4_4" src="images/klammer.jpg" alt="" /></div> - <div class="csscell vam padtop1_75">Nach der Zeit.</div> - </div> -</div> - -<div class="csstab padleft1_5 padtop1"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell vam padright0_5">Wo?<br /> - Wohin?<br /> - Woher?</div> - <div class="csscell vam padright0_5"><img class="illoh3_3" src="images/klammer.jpg" alt="" /></div> - <div class="csscell vam padtop1">Nach dem Orte.</div> - </div> -</div> - -<p>Wie? Nach der Art und Weise.</p> - -<p>Weshalb? Nach der Ursache.</p> - -<p>Warum? Nach dem Beweggrunde.</p> - -<p>Woran? Nach dem Erkenntnißgrunde.</p> - -<p>Wozu? Nach dem Zwecke.</p> - -<p>Wie viel? Nach der Zahl.</p> - -<p>Woraus? Nach dem Stoffe.</p> - -<div class="section"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_143">[S. 143]</span></p> - -<p class="s4 center mtop1_5" id="Ein_moeglichst_erweiterter_einfacher_Satz">Ein -möglichst erweiterter einfacher Satz.</p> - -</div> - -<h5 class="s4" id="Satzlehre_Ergaenzungen_Wortfolge_144"><b>144. Für die -Friedenszeit.</b></h5> - -<p>Der junge Haustischler eines reichen Grafen im fernen Ungarlande hat -während der regnerischen Tage des letzten Herbstes in seiner düsteren -Werkstatt in den hinteren Räumen des gräflichen Schlosses zu P. mit -äußerster Anstrengung all seines Geschmacksinnes dem alten Generale des -siebenten Regimentes der östreichischen Husaren zu dessen häuslicher -Bequemlichkeit während der langen Friedenszeit zwei prachtvolle Sophas -aus dem feinsten Cedernholze gefertigt.</p> - -<div class="section"> - -<p class="s4 center padtop1_5" id="Fragen_nach_den_einzelnen_Satztheilen">Fragen -nach den einzelnen Satztheilen.</p> - -</div> - -<p class="s5 center mbot2">(Praktische Ausführung.)</p> - -<div class="csstab"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 1) </div> - <div class="csscell padtop1">Wie heißt der einfache Satz? </div> - <div class="csscell padtop1">Der Tischler fertigte.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 2) </div> - <div class="csscell padtop1">Wer fertigte? </div> - <div class="csscell padtop1"><em class="gesperrt">Der Tischler</em> fertigte.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 3) </div> - <div class="csscell padtop1">Welche Thätigkeit vollzog der Tischler? </div> - <div class="csscell padtop1">Er <em class="gesperrt">fertigte</em>.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 4) </div> - <div class="csscell padtop1">Was fertigte er? </div> - <div class="csscell padtop1">Er fertigte <em class="gesperrt">Sophas</em>.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 1) </div> - <div class="csscell padtop1">Was für ein Tischler fertigte Sophas? </div> - <div class="csscell padtop1">Der <em class="gesperrt">junge</em> Tischler etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 2) </div> - <div class="csscell padtop1">Wessen junger Tischler fertigte Sophas? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge Tischler eines <em class="gesperrt">Grafen</em> etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 3) </div> - <div class="csscell padtop1">Was für eines Grafen? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge Tischler eines <em class="gesperrt">reichen</em> Grafen.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"><span class="pagenum" id="Seite_144">[S. 144]</span> 4) </div> - <div class="csscell padtop1">Was für eines reichen Grafen? </div> - <div class="csscell padtop1">Eines reichen Grafen <em class="gesperrt">aus dem Ungarlande</em>.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 5) </div> - <div class="csscell padtop1">Aus was für einem Ungarlande? </div> - <div class="csscell padtop1">Aus dem <em class="gesperrt">fernen</em> Ungarlande.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 6) </div> - <div class="csscell padtop1">Was fertigte der junge Tischler eines etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge Tischler eines reichen Grafen aus dem fernen Ungarland - fertigte <em class="gesperrt">Sophas</em>.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 7) </div> - <div class="csscell padtop1">Was für Sophas fertigte der junge etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. fertigte <em class="gesperrt">prachtvolle</em> Sophas.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 8) </div> - <div class="csscell padtop1">Wie viel prachtvolle Sophas fertigte der junge etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. fertigte <em class="gesperrt">zwei</em> prachtvolle Sophas.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 9) </div> - <div class="csscell padtop1">Woraus fertigte der junge etc. zwei prachtvolle Sophas? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. fertigte zwei etc. aus <em class="gesperrt">Cedernholz</em>.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">10) </div> - <div class="csscell padtop1">Aus was für Cedernholz fertigte etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. fertigte etc. aus dem <em class="gesperrt">feinsten</em> Cedernholze.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">11) </div> - <div class="csscell padtop1">Wem fertigte der junge etc. zwei etc. aus dem feinsten Cedernholze? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. fertigte <em class="gesperrt">dem Generale</em> zwei etc. aus dem - feinsten Cedernholze.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">12) </div> - <div class="csscell padtop1">Was für einem Generale fertigte der etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge Tischler etc. fertigte dem <em class="gesperrt">alten</em> Generale etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"><span class="pagenum" id="Seite_145">[S. 145]</span>13) </div> - <div class="csscell padtop1">Wessen altem Generale fertigte etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge Tischler etc. dem alten Generale des <em class="gesperrt">Regiments</em> etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">14) </div> - <div class="csscell padtop1">Was für eines Regiments? </div> - <div class="csscell padtop1">Des <em class="gesperrt">siebenten</em> Regiments.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">15) </div> - <div class="csscell padtop1">Wessen siebenten Regiments? </div> - <div class="csscell padtop1">Des siebenten Regiments der <em class="gesperrt">Husaren</em>.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">16) </div> - <div class="csscell padtop1">Was für Husaren? </div> - <div class="csscell padtop1">Der <em class="gesperrt">östreichischen</em> Husaren.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">17) </div> - <div class="csscell padtop1">Wozu fertigte der junge etc. dem alten etc. zwei etc. aus dem - feinsten Cedernholze? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. fertigte etc. dem etc. zwei etc. zur - <em class="gesperrt">Bequemlichkeit</em>.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">18) </div> - <div class="csscell padtop1">Zu was für einer Bequemlichkeit fertigte etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. zur <em class="gesperrt">häuslichen</em> Bequemlichkeit.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">19) </div> - <div class="csscell padtop1">Zu wessen häuslicher etc. fertigte etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. zu <em class="gesperrt">dessen</em> häuslicher Bequemlichkeit.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">20) </div> - <div class="csscell padtop1">Zu was für einer häuslichen etc. fertigte etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. zu dessen häuslicher Bequemlichkeit während <em class="gesperrt">der - Friedenszeit</em>.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">21) </div> - <div class="csscell padtop1">Während was für einer Friedenszeit? </div> - <div class="csscell padtop1">Während der <em class="gesperrt">langen</em> Friedenszeit.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">22) </div> - <div class="csscell padtop1">Wie fertigte der junge Tischler dem etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. fertigte etc. <em class="gesperrt">mit - Anstrengung</em> zwei prachtvolle etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"><span class="pagenum" id="Seite_146">[S. 146]</span>23) </div> - <div class="csscell padtop1">Mit was für Anstrengung fertigte etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. mit <em class="gesperrt">äußerster</em> Anstrengung zwei etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">24) </div> - <div class="csscell padtop1">Mit wessen äußerster Anstrengung fertigte etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. mit äußerster Anstrengung <em class="gesperrt">des Geschmacksinnes</em> - zwei etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">25) </div> - <div class="csscell padtop1">Mit wessen Geschmacksinnes? </div> - <div class="csscell padtop1"><em class="gesperrt">Seines</em> Geschmacksinnes.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">26) </div> - <div class="csscell padtop1">Mit wie viel seines Geschmacksinnes? </div> - <div class="csscell padtop1">Mit äußerster Anstrengung <em class="gesperrt">all</em> seines Geschmacksinnes.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">27) </div> - <div class="csscell padtop1">Wo fertigte der junge Tischler etc. dem etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. <em class="gesperrt">in der Werkstatt</em> etc. dem etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">28) </div> - <div class="csscell padtop1">In was für einer Werkstatt fertigte etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. in der <em class="gesperrt">düsteren</em> Werkstatt etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">29) </div> - <div class="csscell padtop1">In wessen düsterer Werkstatt fertigte etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. in <em class="gesperrt">seiner</em> düsteren Werkstatt etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">30) </div> - <div class="csscell padtop1">In was für einer düsteren Werkstatt fertigte etc.? </div> - <div class="csscell padtop1">Der etc. in seiner düsteren Werkstatt <em class="gesperrt">der Räume</em> etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">31) </div> - <div class="csscell padtop1">In wessen Räumen? </div> - <div class="csscell padtop1">In den Räumen <em class="gesperrt">des Schlosses</em> etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">32) </div> - <div class="csscell padtop1">In was für einem Schlosse? </div> - <div class="csscell padtop1">In dem <em class="gesperrt">gräflichen</em> Schlosse.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">33) </div> - <div class="csscell padtop1">In was für Räumen des gräflichen Schlosses? </div> - <div class="csscell padtop1">In den <em class="gesperrt">hinteren</em> Räumen des gräflichen Schlosses.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - <div class="csscell padtop1"> </div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"><span class="pagenum" id="Seite_147">[S. 147]</span>34) </div> - <div class="csscell padtop1">Wann fertigte der junge etc. in etc. dem etc. zu etc. mit etc. zwei - etc. aus Cedernholz? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. während <em class="gesperrt">der Tage</em> etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">35) </div> - <div class="csscell padtop1">Während welcher Tage? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. während der Tage <em class="gesperrt">des Herbstes</em> etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">36) </div> - <div class="csscell padtop1">Was für eines Herbstes? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. während der Tage des <em class="gesperrt">letzten</em> Herbstes etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">37) </div> - <div class="csscell padtop1">Während welcher Tage des letzten Herbstes? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. während der <em class="gesperrt">regnerischen</em> Tage des letzten - Herbstes etc.</div> - </div> -</div> - -<div class="section"> - -<p class="s4 center mtop1_5" id="Zusammenfassung_der_vollstaendigen_Satztheile"><b>Zusammenfassung -der vollständigen Satztheile.</b></p> - -</div> - -<div class="csstab"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 1) </div> - <div class="csscell padtop1">Wer fertigte während — aus dem feinsten Cedernholze? </div> - <div class="csscell padtop1"><em class="gesperrt">Der junge Tischler eines reichen Grafen im fernen Ungarlande</em> - fertigte etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 2) </div> - <div class="csscell padtop1">Was fertigte der — Ungarlande? </div> - <div class="csscell padtop1">Den junge etc. fertigte <em class="gesperrt">prachtvolle Sophas</em>.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 3) </div> - <div class="csscell padtop1">Wie viel Sophas fertigte — Ungarlande? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. fertigte <em class="gesperrt">zwei</em> Sophas.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 4) </div> - <div class="csscell padtop1">Woraus fertigte — Sophas? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. fertigte etc. <em class="gesperrt">aus dem feinsten Cedernholze</em>.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> <span class="pagenum" id="Seite_148">[S. 148]</span>5) </div> - <div class="csscell padtop1">Wem fertigte — Cedernholze? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. fertigte etc. <em class="gesperrt">dem alten General des siebenten - Regiments der östreich. Husaren</em> etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 6) </div> - <div class="csscell padtop1">Wozu fertigte — Cedernholze? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. <em class="gesperrt">zu dessen häuslicher Bequemlichkeit während der - langen Friedenszeit</em> etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 7) </div> - <div class="csscell padtop1">Wie fertigte — Cedernholze? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. <em class="gesperrt">mit äußerster Anstrengung all seines - Geschmacksinnes</em> etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 8) </div> - <div class="csscell padtop1">Wo fertigte — Cedernholze? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. <em class="gesperrt">in seiner düsteren Werkstatt in den hinteren Räumen - des gräflichen Schlosses</em> etc.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 9) </div> - <div class="csscell padtop1">Wann fertigte — Cedernholze? </div> - <div class="csscell padtop1">Der junge etc. <em class="gesperrt">während der regnerischen Tage des letzten - Herbstes</em> etc.</div> - </div> -</div> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_149">[S. 149]</span></p> - -<h3 class="padtop1" id="Anhang"><b>Anhang.</b></h3> - -</div> - -<p class="s4 center"><b>Eine Art von Aufgaben.</b></p> - -<p class="s5 center mbot2">(Bilde Sätze auf folgende Fragen.)</p> - -<div class="csstab"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell"> 1) </div> - <div class="csscell center">Wer? (Was?) </div> - <div class="csscell center">Was ist er (sie, es)?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der Bleistift </div> - <div class="csscell s5 center">ist ein Schreibwerkzeug.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 2) </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wie ist er?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der Bleistift </div> - <div class="csscell s5 center">ist spitzig.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 3) </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was thut er?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der Bleistift </div> - <div class="csscell s5 center">schreibt.</div> - </div> -</div> - -<div class="csstab padtop1"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 4) </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Was für ein?</b> </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was ist (wie ist, was thut) er?</div> - <div class="csscell s5 padtop1"> </div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der bunte </div> - <div class="csscell s5 center">Rock </div> - <div class="csscell s5 center">ist ein Kleidungsstück.</div> - <div class="csscell s5"> </div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 5) </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Wessen?</b> </div> - <div class="csscell center padtop1">Wie ist (was ist, was thut) er?</div> - <div class="csscell s5 padtop1"> </div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der Rock </div> - <div class="csscell s5 center">des Kindes </div> - <div class="csscell s5 center">ist warm.</div> - <div class="csscell s5"> </div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 6) </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Was für ein?</b> </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Wessen?</b> </div> - <div class="csscell center padtop1">Was thut (was ist, wie ist) er?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der bunte </div> - <div class="csscell s5 center">Rock </div> - <div class="csscell s5 center">des Kindes </div> - <div class="csscell s5 center">wärmt.</div> - </div> -</div> - -<div class="csstab"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 7) </div> - <div class="csscell center padtop1">Was für ein? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Wessen?</b> </div> - <div class="csscell center padtop1">Was thut er? </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Was</b> (wen)?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der geschickte </div> - <div class="csscell s5 center">Drechsler </div> - <div class="csscell s5 center">der Residenz </div> - <div class="csscell s5 center">arbeitet </div> - <div class="csscell s5 center">ein Schachspiel.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"> 8) </div> - <div class="csscell center padtop1">Was für ein? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wessen? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was thut er? </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Wem</b>? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der geschickte </div> - <div class="csscell s5 center">Drechsler </div> - <div class="csscell s5 center">der Residenz </div> - <div class="csscell s5 center">arbeitet </div> - <div class="csscell s5 center">dem Grafen </div> - <div class="csscell s5 center">ein Schachspiel.</div> - </div> -</div> - -<div class="csstab"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1 vat"> 9) </div> - <div class="csscell center padtop1">Was für ein? </div> - <div class="csscell center padtop1 vat">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1 vat">Wessen? </div> - <div class="csscell center padtop1 vat">Was that er? </div> - <div class="csscell center padtop1 vat"><b>Wann</b> (wie oft,<br /> - wie lange, seit wann)? </div> - <div class="csscell center padtop1 vat">Wem? </div> - <div class="csscell center padtop1 vat">Was?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der geschickte </div> - <div class="csscell s5 center">Drechsler </div> - <div class="csscell s5 center">der Residenz </div> - <div class="csscell s5 center">arbeitete </div> - <div class="csscell s5 center">voriges Jahr </div> - <div class="csscell s5 center">dem Grafen </div> - <div class="csscell s5 center">ein Schachspiel.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"><span class="pagenum" id="Seite_150">[S. 150]</span> - 10) </div> - <div class="csscell center padtop1">Was für ein? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wessen? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was that er? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wann? </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Wo?</b> </div> - <div class="csscell center padtop1">Wem? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der geschickte </div> - <div class="csscell s5 center">Drechsler </div> - <div class="csscell s5 center">der Residenz </div> - <div class="csscell s5 center">arbeitete </div> - <div class="csscell s5 center">voriges Jahr </div> - <div class="csscell s5 center">in seiner Werkstatt </div> - <div class="csscell s5 center">dem Grafen </div> - <div class="csscell s5 center">ein Schachspiel.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">11) </div> - <div class="csscell center padtop1">Was für ein? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wessen? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was that er? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wann? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wem? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was? </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Wohin</b> (woher)?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der geschickte </div> - <div class="csscell s5 center">Drechsler </div> - <div class="csscell s5 center">der Residenz </div> - <div class="csscell s5 center">trug </div> - <div class="csscell s5 center">gestern </div> - <div class="csscell s5 center">dem Grafen </div> - <div class="csscell s5 center">ein Schachspiel </div> - <div class="csscell s5 center">in seine Wohnung.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">12) </div> - <div class="csscell center padtop1">Was für ein? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wessen? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was that er? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wann? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wo? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wem? </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Wie?</b> </div> - <div class="csscell center padtop1">Was?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der geschickte </div> - <div class="csscell s5 center">Drechsler </div> - <div class="csscell s5 center">der Residenz </div> - <div class="csscell s5 center">arbeitete </div> - <div class="csscell s5 center">voriges Jahr </div> - <div class="csscell s5 center">in seiner Werkstatt </div> - <div class="csscell s5 center">dem Grafen </div> - <div class="csscell s5 center">mit großer Sorgfalt </div> - <div class="csscell s5 center">ein Schachspiel.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">13) </div> - <div class="csscell center padtop1">Was für ein? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wessen? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was that er? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wann? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wo? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wem? </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Weshalb?</b> </div> - <div class="csscell center padtop1">Wie? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der geschickte </div> - <div class="csscell s5 center">Drechsler </div> - <div class="csscell s5 center">der Residenz </div> - <div class="csscell s5 center">arbeitete </div> - <div class="csscell s5 center">voriges Jahr </div> - <div class="csscell s5 center">in seiner Werkstatt </div> - <div class="csscell s5 center">dem Grafen </div> - <div class="csscell s5 center">auf Bestellung </div> - <div class="csscell s5 center">mit großer Sorgfalt </div> - <div class="csscell s5 center">ein Schachspiel.</div> - </div> -</div> - -<div class="csstab"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">14) </div> - <div class="csscell center padtop1">Was für ein? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wessen? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was that er? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wann? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wo? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wem? </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Warum?</b> </div> - <div class="csscell center padtop1">Wie? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der geschickte </div> - <div class="csscell s5 center">Drechsler </div> - <div class="csscell s5 center">der Residenz </div> - <div class="csscell s5 center">arbeitete </div> - <div class="csscell s5 center">voriges Jahr </div> - <div class="csscell s5 center">in seiner Werkstatt </div> - <div class="csscell s5 center">dem Grafen </div> - <div class="csscell s5 center">aus Dankbarkeit </div> - <div class="csscell s5 center">mit großer Sorgfalt </div> - <div class="csscell s5 center">ein Schachspiel.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">15) </div> - <div class="csscell center padtop1">Was für ein? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wessen? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was that er? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wann? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wo? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wem? </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Wozu?</b> </div> - <div class="csscell center padtop1">Wie? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der geschickte </div> - <div class="csscell s5 center">Drechsler </div> - <div class="csscell s5 center">der Residenz </div> - <div class="csscell s5 center">arbeitete </div> - <div class="csscell s5 center">voriges Jahr </div> - <div class="csscell s5 center">in seiner Werkstatt </div> - <div class="csscell s5 center">dem Grafen </div> - <div class="csscell s5 center">zur Unterhaltung </div> - <div class="csscell s5 center">mit großer Sorgfalt </div> - <div class="csscell s5 center">ein Schachspiel.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1">16) </div> - <div class="csscell center padtop1">Was für ein? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wessen? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was that er? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wann? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wo? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wem? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wozu? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wie? </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Wie viel?</b> </div> - <div class="csscell center padtop1">Was?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der geschickte </div> - <div class="csscell s5 center">Drechsler </div> - <div class="csscell s5 center">der Residenz </div> - <div class="csscell s5 center">arbeitete </div> - <div class="csscell s5 center">voriges Jahr </div> - <div class="csscell s5 center">in seiner Werkstatt </div> - <div class="csscell s5 center">dem Grafen </div> - <div class="csscell s5 center">zur Unterhaltung </div> - <div class="csscell s5 center">mit großer Sorgfalt </div> - <div class="csscell s5 center">zwei </div> - <div class="csscell s5 center">Schachspiele.</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell padtop1"><span class="pagenum" id="Seite_151">[S. 151]</span> - 17) </div> - <div class="csscell center padtop1">Was für ein? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wessen? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was that er? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wann? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wo? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wem? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wozu? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wie? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wie viel? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was? </div> - <div class="csscell center padtop1"><b>Woraus?</b></div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5"> </div> - <div class="csscell s5 center">Der geschickte </div> - <div class="csscell s5 center">Drechsler </div> - <div class="csscell s5 center">der Residenz </div> - <div class="csscell s5 center">arbeitete </div> - <div class="csscell s5 center">voriges Jahr </div> - <div class="csscell s5 center">in seiner Werkstatt </div> - <div class="csscell s5 center">dem Grafen </div> - <div class="csscell s5 center">zur Unterhaltung </div> - <div class="csscell s5 center">mit großer Sorgfalt </div> - <div class="csscell s5 center">zwei </div> - <div class="csscell s5 center">Schachspiele </div> - <div class="csscell s5 center">aus Nußbaumholz.</div> - </div> -</div> - - -<div class="blockquot"> - -<p><b>NB.</b> Zu den Ergänzungen, Zeit-, Ortsbestimmungen etc. etc. -können natürlich wieder einfache oder doppelte Beifügungen gesetzt -werden.</p> - -<p>Es lassen sich durch Weglassung eines Satztheiles oder mehrerer -Satztheile noch verschiedene Variationen in Bezug auf diese Art -Aufgaben gewinnen. Z. B.</p> - - -<div class="csstab"> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was that er? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was? </div> - <div class="csscell center padtop1">Woraus?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5 center">(Der Knabe </div> - <div class="csscell s5 center">bildete </div> - <div class="csscell s5 center">Figuren </div> - <div class="csscell s5 center">aus Wachs.)</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wie war er? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wo?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5 center">(Der Knabe </div> - <div class="csscell s5 center">war lustig </div> - <div class="csscell s5 center">im Garten.)</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was thut er? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wen? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wie oft?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5 center">(Der Knabe </div> - <div class="csscell s5 center">begießt </div> - <div class="csscell s5 center">die Blumenstöcke </div> - <div class="csscell s5 center">alle zwei Tage.)</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell center padtop1">Wer? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was that er? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wann? </div> - <div class="csscell center padtop1">Wem? </div> - <div class="csscell center padtop1">Was?</div> - </div> - <div class="cssrow"> - <div class="csscell s5 center">(Der Diener </div> - <div class="csscell s5 center">überbrachte </div> - <div class="csscell s5 center">vorhin </div> - <div class="csscell s5 center">dem Herrn </div> - <div class="csscell s5 center">einen Brief.)</div> - </div> -</div> - -<p class="mtop1">Den schwächeren Schülern <em class="gesperrt">gebe</em> man die einfachen Sätze zu dem -Zwecke, sie nach den vorgeschriebenen Fragen zu erweitern. Z. B.: Der -Jäger schoß. Der Bote übergab. Der Knabe schnitzte. Der Feind entriß -u. dgl. m.</p> - -</div> - -<p class="s5a center padtop3">Druck von Metzger & Wittig in Leipzig.</p> - -<hr class="full x-eboomaker-drop" /> - -<p class="s1 center mtop3 break-before"><span class="s4">Sprachbilder</span><br /> - -<span class="s7">nach</span><br /> - -<span class="s5">bestimmten Sprachregeln.</span></p> - -<div class="figcenter illowe5" id="titel2_deko1"> - <img class="w100" src="images/titel2_deko1.jpg" alt="Titelseite, 2. Teil; Dekoration" /> -</div> - -<p class="s3 center"><b>Ein einfaches und praktisches Hilfsbuch</b></p> - -<p class="s5 center">für den</p> - -<p class="s3 center">deutschen Sprachunterricht in der Volksschule.</p> - -<p class="s3 center"><b>Für Lehrer und Schüler</b></p> - -<p class="s5 center">gearbeitet von</p> - -<p class="s3a center">Franz Wiedemann,</p> - -<p class="s5 center">Oberlehrer an der Neustädter Bürgerschule in Dresden.</p> - -<p class="s3 center mtop2"><b>Zweiter Theil.</b></p> - -<div class="figcenter illowe8" id="titel2_deko2"> - <img class="w100 padtop1" src="images/titel2_deko2.jpg" alt="Titeleseite, 2. Teil; Dekoration" /> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Leipzig.</b></p> - -<p class="s4 center">Alfred Oehmigke’s Verlag.</p> - -<p class="s5 center">(Moritz Geißler.)</p> - -<div class="chapter"> - -<h2 class="nobreak" id="Inhalts-Verzeichniss_Teil_2">Inhalts-Verzeichniß.</h2> - -</div> - -<table class="inhalt"> - <tr> - <td class="s3" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#C_Der_zusammengezogene_Satz"><span class="antiqua">C.</span> Der - zusammengezogene Satz.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I">I. Einfache Zusammenziehungen.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s5 padtop1" colspan="3"> -   - </td> - <td class="s5 padtop1"> - <div class="center">Seite.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zwei Subjecte</div> - </td> - <td> - <div class="center">  <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_1">1.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Wilderer</div> - </td> - <td> - <div class="center">  1</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Mehrere Subjecte</div> - </td> - <td> - <div class="center">  <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_2">2.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Drei Verdienstvolle</div> - </td> - <td> - <div class="center">  2</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zwei Aussagen</div> - </td> - <td> - <div class="center">  <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_3">3.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die zahme Gans</div> - </td> - <td> - <div class="center">  3</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Mehrere Aussagen</div> - </td> - <td> - <div class="center">  <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_4">4.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Martin</div> - </td> - <td> - <div class="center">  4</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zwei Beifügungen</div> - </td> - <td> - <div class="center">  <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_5">5.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein guter König</div> - </td> - <td> - <div class="center">  4</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Mehrere Beifügungen</div> - </td> - <td> - <div class="center">  <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_6">6.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Bergmann</div> - </td> - <td> - <div class="center">  5</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zwei u. mehrere Ergänzungen</div> - </td> - <td> - <div class="center">  <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_7">7.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Sonne</div> - </td> - <td> - <div class="center">  6</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center">  <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_8">8.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Blinde</div> - </td> - <td> - <div class="center">  7</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zwei Ortsbestimmungen. Verhältnißwörter</div> - </td> - <td> - <div class="center">  <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_9">9.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Landplage</div> - </td> - <td> - <div class="center">  8</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Desgl. Umstandswörter</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_10">10.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Christbaum</div> - </td> - <td> - <div class="center">  9</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zwei Zeitbestimmungen</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_11">11.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Kranke</div> - </td> - <td> - <div class="center">  9</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_12">12.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Glocken</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 11</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zwei Best. der Art u. Weise</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_13">13.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Elise</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 12</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_14">14.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Kanonenfieber</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 12</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zwei Beweggründe</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_15">15.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Gott und wir</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 14</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zwei Zwecke</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_16">16.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Kuh</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 14</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zwei Stoffe</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_17">17.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der kleine Künstler</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 14</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_Wdh"><em class="gesperrt mleft1">Wiederholung.</em></a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Alle Arten Zusammenziehungen</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_18">18.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ludwig und Günther</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 15</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft3">Forts.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_19">19.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Luft</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 16</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft3">Forts.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_20">20.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Einfache Kost</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 17</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft3">Forts.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_I_21">21.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Zwei Brüder</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 18</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Der_zusammengezogene_Satz_II">II. Mehrfache Zusammenziehungen.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subjective, Ergänzungen, Beifügungen etc.</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_II_22">22.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Zwei berühmte Sänger</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 18</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft3">Forts.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_II_23">23.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Winter</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 19</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft3">Forts.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_II_24">24.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Stolz und Eitelkeit</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 20</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#Der_zusammengezogene_Satz_III">III. Arten der Zusammenziehung.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zusammenstellend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_III_25">25.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Kampf</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 21</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_III_26">26.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Erzväter</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 22</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Entgegenstellend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_III_27">27.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Meer</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 23</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_III_28">28.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Geld</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 24</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Begründend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_III_29">29.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Maikäfer</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 24</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_III_30">30.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Bibel</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 25</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#Der_zusammengezogene_Satz_III_Hwdh">Hauptwiederholung.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Alle Arten der Zusammenziehung</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Der_zusammengezogene_Satz_III_31">31.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Katze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 25</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s3 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze"><span class="antiqua">D</span>. Zusammengesetzte - Sätze.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_I">I. Ohne Bindewörter.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zusammenstellend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Zusammengesetzte_Saetze_I_32">32.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Morgen</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 26</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Zusammengesetzte_Saetze_I_33">33.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Auf dem Meere</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 27</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Entgegenstellend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Zusammengesetzte_Saetze_I_34">34.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der junge Graf</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 27</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Zusammengesetzte_Saetze_I_35">35.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Feuersbrunst</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 28</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Begründend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Zusammengesetzte_Saetze_I_36">36.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Frühling</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 28</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Zusammengesetzte_Saetze_I_37">37.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Sündfluth</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 29</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#Zusammengesetzte_Saetze_I_38_Wdh"><em class="gesperrt mleft1">Wiederholung.</em></a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zusammenstellend, entgegenst., begründend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#Zusammengesetzte_Saetze_I_38">38.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Dampfwagenfahrt</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 29</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II">II. Mit Bindewörtern.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zusammenstellend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_39">39.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Doppelfest</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 30</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_40">40.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Abend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 31</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Entgegenstellend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_41">41.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Maß halten</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 32</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_42">42.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Feuer</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 32</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Begründend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_43">43.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Schule</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 33</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_44">44.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Kartoffel</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 34</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_45_Wdh"><em class="gesperrt mleft1"> - Wiederholung.</em></a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zusammenstellend, entgegenst., begründend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_45">45.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Jagd</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 35</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_46">46.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Brudermord</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 35</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Mit und ohne Bindewörter</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_47">47</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Entstehung des Brodes</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 36</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_48">48.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Haus</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 36</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Mit und ohne Bindew., Zusammenstellend, entgegenst., - begründend</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_49">49.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Luftschifffahrt</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 37</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_50_Hwdh">Hauptwiederholung.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zusammengezogene u. zusammengesetzte Sätze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#D_Zusammengesetzte_Saetze_II_50">50.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der letzte Klos</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 38</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s3" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#E_Satzgefuege"><span class="antiqua">E.</span> Satzgefüge.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_I">I. Subjectivsätze.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left mleft1"><a href="#E_Satzgefuege_I_1">1. Vollständige Subjectivsätze.</a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Der Subjectivsatz voran</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_I_1_51">51.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Natur</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 40</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_I_1_52">52.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Gottvertrauen</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 41</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Der Subjectivsatz zuletzt</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_I_1_53">53.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Hund</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 41</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Der Subjectivsatz voran u. zuletzt</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_I_1_54">54.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Erde</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 42</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">2. Abgekürzte Subjectivsätze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_I_2">55.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Selbsterkenntniß</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 43</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_I_2_56_Wdh"><em class="gesperrt mleft1"> - Wiederholung.</em></a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Vollst. u. abgekürzte Subjectivs.</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_I_2_56">56.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Todten</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 43</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#E_Satzgefuege_I_2_57_Hwdh">Hauptwiederholung.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zusammengesetzte Sätze u. Satzgefüge</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_I_2_57">57.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Im Winter</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 44</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_II">II. Prädikatsätze.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Prädikatsätze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_II_58">58.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Gott und der Mensch</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 45</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#E_Satzgefuege_II_59_Hwdh">Hauptwiederholung.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subjectiv- u. Prädikatsätze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_II_59">59.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein trauriger Pfad</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 45</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_III">III. Beifügesätze.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left mleft1"><a href="#E_Satzgefuege_III_1">1. Vollständige Beifügesätze.</a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Der Beifügesatz zuletzt</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_60">60.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Schulkreuz</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 46</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Der Beifüges. in der Mitte</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_61">61.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein muthiger Knabe</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 47</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Der Beifügesatz umschreibt ein Eigenschaftswort</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_62">62.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Flora</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 48</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Desgl. ein Mittelwort</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_63">63.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Bergpartie</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 49</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Desgl. ein Besitz anzeig. Fürw.</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_64">64.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Verschiedene Besitzungen</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 50</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Desgl. eine Ortsbestimmung</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_65">65.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Todtenbette</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 51</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Desgl. eine Zeitbestimmung</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_66">66.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Deutschland</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 52</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Desgl. eine Art u. Weise</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_67">67.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Lebensmüde</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 53</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Desgl. einen Grund oder Zweck</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_68">68.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Vaterlandsliebe</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 54</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Desgl. ein Hauptw. im 2. Falle</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_69">69.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Gleiche Rechte, gleiche Pflichten</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 55</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Desgl. ein Zeitw. in reiner Form</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_70">70.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das kindliche Spiel</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 56</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Desgl. ein Doppelhauptw.</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_71">71.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Räthsel</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 56</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Desgl. eine Zahlbestimmung</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_72">72.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Bienen</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 57</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft1">Desgl. eine Apposition</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_73">73.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Biblische Beinamen</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 57</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_III_1_74_Wdh"><em class="gesperrt mleft1"> - Wiederholung.</em></a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Alle Arten Beifügungen</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_74">74.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der sterbende Löwe</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 58</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_1_75">75.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Wasser</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 59</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">2. Abgekürzte Beifügesätze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_2_76">76.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Bete und arbeite</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 60</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_III_3_77_Wdh"><em class="gesperrt mleft1"> - Wiederholung.</em></a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Vollständ. u. abgekürzte Beifüges.</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_3_77">77.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Napoleon I.</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 61</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#E_Satzgefuege_III_4_78Hwdh">Hauptwiederholung.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subjectiv-, Prädikat- und Beifügesätze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_III_4_78">78.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Sklaven</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 62</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_IV">IV. Ergänzungssätze.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left mleft1"><a href="#E_Satzgefuege_IV_1">1. Vollständige Ergänzungssätze.</a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Im 4. Falle</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_IV_1_79">79.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Saat u. Ernte</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 63</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_IV_1_80">80.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die kranke Freundin</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 64</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Im 3. Falle</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_IV_1_81">81.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Lebensregeln</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 65</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_IV_1_82">82.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Mütterliche Lehren</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 65</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Im 2. Falle</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_IV_1_83">83.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Kindespflicht</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 66</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Der Ergänzungss. umschreibt ein Hauptw. mit Verhältnißwort</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_IV_1_84">84.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein edler Fürst</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 67</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Desgl. ein Zeitw. in abhängiger Form</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_IV_1_85">85.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der alte Räuberhauptmann</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 67</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Der Ergänzungss. in unbestimmter Redeweise</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_IV_1_86">86.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">An der Indianergrenze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 68</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">2. Abgekürzte Ergänzungssätze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_IV_2_87">87.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Tollkühne</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 69</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_IV_3_88_Wdh"><em class="gesperrt mleft1"> - Wiederholung.</em></a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Verschiedene Arten der Ergänzungssätze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_IV_3_88">88.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der feuerspeiende Berg</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 69</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#E_Satzgefuege_IV_3_89_Hwdh">Hauptwiederholung.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subjectiv-, Prädikat-, Beifügungs- u. Ergänzungssätze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_IV_3_89">89.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Reisen</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 71</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_V">V. Anführungssätze.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left mleft1"><a href="#E_Satzgefuege_V_1">1. Wörtlich.</a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Der Hauptsatz voran</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_V_1_90">90.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Bibel der Natur</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 72</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft1">Desgl. zuletzt</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_V_1_91">91.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Beim Brande</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 73</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft1">Desgl. in der Mitte</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_V_1_92">92.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Zwiespalt</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 74</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_V_1_93_Wdh"><em class="gesperrt mleft1"> - Wiederholung.</em></a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Alle drei Fälle abwechselnd</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_V_1_93">93.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Weidenraupe</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 74</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left mleft1"><a href="#E_Satzgefuege_V_2">2. Nicht wörtlich.</a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Der Hauptsatz voran</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_V_2_94">94.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Wetter</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 75</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft1">Desgl. zuletzt</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_V_2_95">95.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Am Krankenbette</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 76</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft1">Desgl. in der Mitte</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_V_2_96">96.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Fund</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 76</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_V_2_97_Wdh"><em class="gesperrt mleft1"> - Wiederholung.</em></a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Alle drei Fälle</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_V_2_97">97.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ochs und Esel</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 77</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Wörtlich u. nicht wörtlich</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_V_2_98">98.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Gespenst</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 78</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#E_Satzgefuege_V_2_99_Hwdh">Hauptwiederholung.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subjectiv-, Prädikat-, Beifüge-, Ergänzungs- - u. Anführungssätze</div> - </td> - <td> - <div class="center"> <a href="#E_Satzgefuege_V_2_99">99.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ehre das Alter</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 79</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s4 padtop1" colspan="4"> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI">VI. Umstandssätze.</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_1">1. Umstandssätze des Ortes</a></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_1_100">100.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Unschuldig Verfolgte</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 80</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_1_101">101.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Reichthum</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 81</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_2">2. Umstandssätze der Zeit.</a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_2_a"><span class="antiqua">a.</span> Gleichzeitigkeit.</a></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_2_102">102.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Peter der Große</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 83</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_2_103">103.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Aus dem Tagebuche eines Kriegers</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 82</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_2_b"><span class="antiqua">b.</span> Ungleichzeitigkeit.</a></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_2_104">104.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Gewissenhaftigkeit</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 84</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_2_105_Wdh"><em class="gesperrt mleft1"> - Wiederholung.</em></a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Gleich- und Ungleichzeitigkeit</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_2_105">105.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Wüstenungeheuer</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 84</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Umstandssätze des Ortes und der Zeit</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_2_106">106.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Missionäre</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 85</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_3">3. Umstandssätze der Art u. Weise.</a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_3_a"><span class="antiqua">a.</span> Unverkürzt.</a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_3_aa"><span class="antiqua mleft1">aa.</span> Ohne Vergleichung.</a></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_3_107">107.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Roderich</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 86</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_3_bb"><span class="antiqua mleft1">bb.</span> Mit Vergleichung.</a></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_3_108">108.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Sprichwort</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 87</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_3_109_b"><span class="antiqua">b.</span> Abgekürzt.</a></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_3_109">109.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Auf der Wolfsjagd</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 88</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_3_110_Wdh"><em class="gesperrt mleft1"> - Wiederholung.</em></a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Unverkürzt u. abgekürzt</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_3_110">110.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Rettung</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 89</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Umstandssätze des Ortes, der Zeit u. der Art und Weise</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_3_111">111.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Lebensgeschichte</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 90</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4">4. Umstandssätze des Grundes.</a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_a"><span class="antiqua">a.</span> Wirkliche Gründe.</a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_aa"><span class="antiqua mleft1">aa.</span> Stoff. Ursache. - Erkenntnißgrund.</a></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_112">112.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Fledermaus</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 91</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_bb"><span class="antiqua mleft1">bb.</span> Beweggrund. Zweck. - Ziel.</a></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_113">113.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Mutterliebe</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 92</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_114_Wdh"><em class="gesperrt mleft1"> - Wiederholung.</em></a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Alle Arten Umstandssätze des Grundes</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_114">114.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Mensch</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 93</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Umstandssätze des Ortes, d. Zeit, der Art u. Weise u. des - wirklichen Grundes</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_115">115.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Apfelbaum</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 94</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_b"><span class="antiqua">b.</span> Mögliche Gründe.</a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_b_aa"><span class="antiqua mleft1">aa.</span> Bedingungssätze.</a></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_116">116.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der sterbende Vater</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 95</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_b_bb"><span class="antiqua mleft1">bb.</span> Einräumungssätze.</a></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_117">117.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Zunge</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 96</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5"> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_118_Wdh"><em class="gesperrt mleft1"> - Wiederholung.</em></a></div> - </td> - <td class="padtop0_5" colspan="3"> -   - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Bedingungs- und Einräumungssätze</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_118">118.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Bildung</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 96</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Umstandssätze des Ortes, der Zeit, der Art u. Weise, des - wirklichen u. möglichen Grundes</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_4_119">119.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Raubritter</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 97</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><a href="#E_Satzgefuege_VI_5">5. Einschaltsätze.</a></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_5_120">120.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Dieb</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 99</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padtop0_5" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#E_Satzgefuege_VI_5_121_Hwdh">Hauptwiederholung.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Subjectiv-, Präd.-, Ergänz.-, Umstands-, - Anführungs- und Einschaltsätze</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#E_Satzgefuege_VI_5_121">121.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Der Mäusethurm</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 99</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="s3" colspan="4"> - <div class="center"><b><a href="#F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc"><span class="antiqua">F.</span> Mehrfach gegliederte Sätze etc.</a></b></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Alle Arten Sätze</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_122">122.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Gellert</div> - </td> - <td> - <div class="center">102</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_123">123.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Geistesgegenwart</div> - </td> - <td> - <div class="center">103</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zwei vollständige Satzgefüge verbunden</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_124">124.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Schlaf u. Tod</div> - </td> - <td> - <div class="center">105</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Es beziehen sich mehrere Nebensätze - auf einen Hauptsatz</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_125">125.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Zukunft</div> - </td> - <td> - <div class="center">105</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_126">126.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Hier und dort</div> - </td> - <td> - <div class="center">106</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_127">127.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Das Turnen</div> - </td> - <td> - <div class="center">107</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Der Nebensatz enthält wieder einen Nebensatz</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_128">128.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Die Thierschutzvereine</div> - </td> - <td> - <div class="center">107</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_129">129.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Ein Apfelkern</div> - </td> - <td> - <div class="center">108</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="mleft2">Desgl.</span></div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_130">130.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Wohlthäterin</div> - </td> - <td> - <div class="center">109</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Der Anführungssatz ist ein Satzgefüge</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_131">131.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Grille und Ameise</div> - </td> - <td> - <div class="center">110</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Zusammengezogene, zusammengesetzte Sätze u. Satzgefüge - verbunden</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_132">132.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">Eine Geburtstagsscene</div> - </td> - <td> - <div class="center">111</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Die Periode</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a href="#F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_133">133.</a></div> - </td> - <td> - <div class="left">An Dich</div> - </td> - <td> - <div class="center">112</div> - </td> - </tr> -</table> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_1b">[S. 1]</span></p> - -<h2 class="nobreak" id="C_Der_zusammengezogene_Satz"><b><span class="antiqua">C.</span> -Der zusammengezogene Satz.</b></h2> - -</div> - -<h3 id="Der_zusammengezogene_Satz_I"><b>I. Einfache -Zusammenziehungen.</b></h3> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_1"><b>1. Der Wilderer.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zwei Subjecte.)</p> - -<p>Der Mond und die Sterne standen bereits am Himmel. Ihr Glanz und -ihr Geflimmer warfen einen matten Silberschein auf die stille Flur. -Ringsumher lagerten tiefe Ruhe und ernster Friede. Nur einzelne Frösche -und Unken erhoben in dem schilfdurchwachsenen Teiche noch ihre Stimmen.</p> - -<p>Da traten ein Vater und sein erwachsener Sohn aus einem Gebirgswalde -hervor. Aus ihren Zügen sprachen Rohheit und finsteres Wesen. Ihre -leisen Schritte und ihre ganze Haltung bekundeten große Vorsicht.</p> - -<p>Auf des Sohnes Schultern lagen ein Reh und zwei Hasen. Ueber den Rücken -des Alten hingen eine kurze Büchse und ein großes Netz. Ihr Aeußeres -und ihr scheues Verhalten ließen sie sofort als Wilddiebe erkennen.</p> - -<p>Stumm schlichen Vater und Sohn über die Felder dahin. Kein Wort, kein -Laut kam über ihre Lippen.</p> - -<p>Bald hatten beide ein kleines Gebüsch erreicht. Hier aber traten ihnen -plötzlich der Flurschütz und sein Hund entgegen. Schreck und Verwirrung -bemächtigten sich der Diebe. Das kräftige Halt und die angelegte -Doppelbüchse des Flurschützen kamen ihnen doch zu unerwartet. Weder -Vertheidigung noch<span class="pagenum" id="Seite_2a">[S. 2]</span> Flucht konnte sie retten. Blut und Leben hätten -dabei auf dem Spiele gestanden.</p> - -<p>Nach wenig Minuten schritten der alte und der junge Wilddieb als -Gefangene voran. Der Flurschütz und sein Hund folgten. Traurig blickten -Mond und Sterne auf das düstere Bild hernieder.</p> - -<p>Wuth und Aerger lagerten auf den Zügen der beiden Verbrecher. Ihr Weg -führte in die Frohnveste. Nach etwa einer Stunde sperrten sie Schloß -und Riegel von dem freien Leben ab.</p> - -<p>Wochen und Monate zogen an ihren Kerkermauern vorüber. Endlich -erfolgten das letzte Verhör und der Richterspruch. Feld- und -Wilddieberei werden vom Gesetze hart geahndet. Vater und Sohn -wanderten auf das Zuchthaus. Hier quälten sie nun freilich Reue und -Gewissensbisse. Doch die Erkenntniß kam zu spät. Ehre und Freiheit -waren verspielt.</p> - -<p>Was aber hatte jene Beiden nach und nach auf die verbrecherische -Laufbahn geführt? Arbeitsscheu und Leichtsinn waren die einzige Ursache.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_2"><b>2. Drei Verdienstvolle.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Mehrere Subjecte.)</p> - -<p>Kuh, Ziege und Schaf sind außerordentlich nützliche Hausthiere. -Nicht nur ihr Tod, sondern auch ihr Leben gewähren uns mancherlei -Vortheile. Milch, Butter und Käse würzen ja fast täglich unser Mahl. -Sowohl die Kuh und die Ziege als auch das Schaf erzeugen durch ihren -Dünger Fruchtbarkeit der Aecker. Wird den Kindern nicht oft auch ein -Ziegenböcklein oder ein Lamm zum Vergnügen gehalten?</p> - -<p>Noch mehr Vortheil und Gewinn erwachsen aus ihrem Tode. Nicht blos Rind -und Schöps, sondern auch das Ziegengeschlecht geben uns ein nahrhaftes -Fleisch. Rinder-, Schöpsen- und Ziegenbraten<span class="pagenum" id="Seite_3a">[S. 3]</span> essen wol alle Leute -gern. Aber nicht blos ihr Fleisch, sondern auch ihr Fell, zudem ihre -Haare und ihre Hörner sind sehr nützliche Artikel. Stiefeln, Schuhe -und Pantoffeln, außerdem Taschen, Gürtel und Riemen, sogar Zäume und -Sättel wachsen auf dem Rücken des Rindes. Weder Arme noch Reiche können -deshalb dasselbe entbehren.</p> - -<p>Aus dem Felle der Ziege erstehen haltbare Schürzen, feste Handschuhe, -sogar dauerhafte Beinkleider. Haus-, Schaf- und Reisepelze, sowie auch -Müffe, Pelzstiefel und Reisedecken kommen vom Felle des Schafes. Und -wie viel Kleidungsstücke, Stickereien und andere Schmuckgegenstände -werden nicht erst aus seiner Wolle gefertigt!</p> - -<p>Den außerordentlichen Nutzen dieser Thiere erkannten schon die ältesten -Nationen und Völkerstämme. Schon Abraham, Isaak und Jakob besaßen große -Heerden. Rinder und Schafe bildeten ihre größten Reichthümer.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_3"><b>3. Die zahme Gans.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zwei Aussagen.)</p> - -<p>Die Gans ist ein Haus- und Wasservogel. Ihr Rumpf ist oval und ziemlich -stark. Ihre Füße haben Nägel und Schwimmhäute. Ihr Hals ist lang -und sehr beweglich. Der Schnabel hat eine breite Gestalt und eine -abgerundete Spitze. Das Gefieder ist dicht und oft buntfarbig.</p> - -<p>Die Stimme der Gans ist weder klangvoll noch melodisch. Sie schnattert -und gackert blos. Ihr Gang ist breitspurig und wacklig. Sie schwimmt -zwar vortrefflich, fliegt aber schwerfällig. Ihre Eier sind allerdings -groß, aber als Speise nicht eben gesucht. Ihr Fleisch dagegen ist sehr -wohlschmeckend und darum beliebt.</p> - -<p>Die Gans ist namentlich wegen ihrer Federn sehr nützlich und deshalb -sehr verbreitet. Sie wird daher in manchen Gegenden ganz besonders -gehegt und gepflegt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_4a">[S. 4]</span></p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_4"><b>4. Martin.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Mehrere Aussagen.)</p> - -<p>Martin war seinen Eltern ein unfolgsames Kind, in der Schule ein fauler -Schüler und überhaupt ein ungezogener Knabe. Er war nicht blos zänkisch -und schadenfroh, sondern auch lügenhaft und tückisch. Sein ganzes -Benehmen war roh, wild und flegelhaft. Er hörte auf keine Mahnung, -achtete keinen Tadel, ließ sich durch keine Strafe bessern.</p> - -<p>Seine Bücher hatten nicht nur Schmuzflecken und Blattohren, sondern -auch keine Schalen mehr. Seine Kleider waren selten ganz, reinlich und -in guter Ordnung. Natürlich wurden seine Schulcensuren immer geringer, -kläglicher und entehrender.</p> - -<p>So war Martin seinen Eltern ein Angst-, Sorgen- und Schmerzenskind. -Ebenso hatte der Lehrer mit ihm nichts als Verdruß und Aerger.</p> - -<p>Und was war die traurige Folge von all diesen Jugendsünden? Martin -wurde später ein Faulenzer, ein Betrüger, ein Dieb und zuletzt ein -Bewohner des Zuchthauses.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_5"><b>5. Ein guter König.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zwei Beifügungen.)</p> - -<p>Ein weiser und gerechter König ist für ein Land ein großes Glück. Er -sorgt für das Wohl der Städte und Dörfer. Er fördert die Stätten der -Wissenschaft und Kunst.</p> - -<p>Seine ebenso wohlwollenden als strengen Gesetze gewähren allen -Unterthanen Schutz. Er unterstützt den Fleiß der Handwerker und -Bodenbebauer. Er weiß den Segen einer guten Schulbildung und einer -frommen häuslichen Erziehung zu würdigen. Er spendet jedem wirklichen -Verdienste wohlverdiente und ermunternde Anerkennung.</p> - -<p>So strömt Segen von seinem erhabenen, gottbegnadeten<span class="pagenum" id="Seite_5a">[S. 5]</span> Throne über das -ganze Land. Allenthalben erblüht geistiges und leibliches Glück.</p> - -<p>Das Volk weiß dann aber auch ein solch fürsorgliches und väterliches -Regiment zu schätzen. Mit vertrauensvollen und dankbaren Herzen blicken -Alle zu dem Throne auf. Jeder Gutgesinnte zeigt nicht blos freudigen, -sondern selbst aufopfernden Gehorsam. Für einen solchen Fürsten zieht -das Volk willig in den gefahrvollen, blutigen Kampf. An der Gruft eines -solchen Landesvaters steht es mit Herzen voll Weh und Schmerz.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_6"><b>6. Der Bergmann.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Mehrere Beifügungen.)</p> - -<p>Der Bergmann hat einen nicht blos mühsamen, sondern auch gesundheits-, -ja lebensgefährlichen Beruf. In dem tiefen, dunklen, unheimlichen -Schachte ist seine Werkstätte. Die unterirdische ununterbrochene Nacht -ist sein Werkeltag. Das kleine, dürftige Flämmchen seiner Grubenlaterne -ist seine Sonne.</p> - -<p>Die Gefahr zu ersticken, zu verbrennen oder verschüttet zu werden -schwebt fortwährend über seinem Haupte. Kann doch jeden Augenblick ein -sogenanntes böses Wetter aus dieser oder jener Wand hervorbrechen. Kann -doch jeden Tag das an sich zwar feste, aber weitgespannte Steingewölbe -über dem armen ruhig arbeitenden Manne zusammenbrechen. Nicht selten -droht ihm auch Unheil durch des Wassers tückische, verheerende Macht.</p> - -<p>Leider sind dergleichen schreckbare, grauenhafte, herzerschütternde -Unglücksfälle gar nicht selten. Die Bergwerke wurden schon für Tausende -von braven, biedern, redlich sich nährenden Menschen zum frühen, -jammervollen Grabe.</p> - -<p>All diesen Gefahren aber geht der Bergmann tagtäglich mit muthigem, -gottvertrauendem Herzen entgegen. Er zeigt überhaupt viel frommen, -gottesfürchtigen Sinn.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_6a">[S. 6]</span></p> - -<p>Vor jedem größeren Bergwerke erblickt man ein kleines, einfaches -Bethaus. Hier stärkt er sich durch eine zwar kurze, aber erhebende -Andacht zu dem schweren und gefahrvollen Gange in die Tiefe.</p> - -<p>Trotz der Arbeit voller Aengste und Bedrohnisse erhält der Bergmann -aber doch nur einen bescheidenen, fast kärglichen Lohn. In Bergmanns -Hütte herrscht daher nicht selten bittere, drückende Noth. Schwarzes, -trockenes Brod bildet häufig seine Mahlzeit nach einer langen, -erzfundreichen Schicht. Sein zufriedenes, genügsames Gemüth hilft ihm -indeß auch dieses schwere, freudenleere Loos ertragen.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_7"><b>7. Die Sonne.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zwei und mehrere Ergänzungen.)</p> - -<p>Die Sonne führt verschiedene Titel und Namen. Der Dichter nennt -sie die Mutter der Erde, die Königin des Tages, auch wol den Quell -alles Lichtes. Der Sternkundige bezeichnet sie einfach als Fix- oder -Standstern.</p> - -<p>Unendlich groß sind ihre Segnungen. Sie regiert Tag und Nacht. Sie -spendet der Erde Licht und Wärme. Ihr milder Strahl erquickt sowohl die -Menschen als auch die Thiere und die Pflanzen.</p> - -<p>Sie ruft den Frühling und den Sommer. Sie läßt den Herbst und den -Winter einziehen. Sie zaubert das zarte Keimblättchen aus der Erde, die -üppige Knospe aus dem Zweige, die purpurne Blüthe aus dem Kelche, die -goldene Frucht an des Baumes Krone.</p> - -<p>Sie zeugt die Raupe in dem winzigen Ei und den Schmetterling in der -geheimnißvollen Puppe. Ihre segnende Bahn streut Leben, Glück und -Freude aus. Sie scheint Gerechten und Ungerechten.</p> - -<p>Und wie verherrlicht sie ihren Auf- und Niedergang!<span class="pagenum" id="Seite_7a">[S. 7]</span> Welche Genüsse -bereitet sie da dem Auge und dem gefühlvollen Herzen! Wen sollte nicht -ein schöner Sonnenaufgang sowohl mit Bewunderung und Entzücken, als -auch mit Dankgefühlen und stiller Andacht erfüllen? In wem erzeugte -nicht ein schöner Sonnenuntergang nicht allein frohes Staunen, sondern -auch ernste Betrachtungen?</p> - -<p>Die Größe und Majestät der Sonne erkannten daher auch schon die -ältesten Völker. Einige ließen ihr sogar Anbetung und göttliche -Verehrung zu Theil werden.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_8"><b>8. Der Blinde.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Ein Blinder hat ein unsäglich schweres Loos, ein unendlich hartes -Geschick zu ertragen. Sein Leben ist reich an Gefahren und -Entbehrungen. Ihn kann weder der farbige Blumenteppich des Frühlings, -noch das blitzende Diamantkleid des Winters, weder das majestätische -Sternenzelt, noch das liebe Bild eines schönen Menschenantlitzes -erfreuen.</p> - -<p>Er kann nie des Entzückens über eine reizende Landschaft, nie des -Jubels über das herrliche Farbenspiel eines Regenbogens, nie auch -der ergreifenden Gemüthsbewegung bei dem Anblicke wildzuckender -Blitze theilhaftig werden. Auf jedem seiner Wege muß er stets seiner -Unsicherheit und Hülflosigkeit eingedenk sein. Er muß jeden Laut, jedes -kleine Geräusch beachten. Nur selten kann er des Stockes oder einer -leitenden Hand entbehren.</p> - -<p>Ein solcher Unglücklicher verdient daher unser Mitleid, unsere -herzlichste Theilnahme, unsere Unterstützung. Man muß natürlich an -jedem Unglücklichen, ganz besonders aber an dem Tauben, Stummen und -Blinden Barmherzigkeit üben. Ein diese Pflicht Vergessender ist weder -unserer Achtung und Liebe, noch des Christennamens und der Gnade Gottes -würdig.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_8a">[S. 8]</span></p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_9"><b>9. Eine Landplage.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Mehrere Ortsbestimmungen. Verhältnißwort.)</p> - -<p>Sowohl in Ungarn als auch in Serbien und Bosnien hausten ehedem sehr -gefährliche Räuberbanden. Ihre Schlupfwinkel befanden sich in den -dortigen Gebirgen und Wäldern. Ihre Lager schlugen sie in Höhlen und -Felsenkesseln auf.</p> - -<p>Weder in den Städten, noch in den Dörfern war man vor diesem rohen -Gesindel sicher. Einzelne der kühnen Gesellen wagten sich sogar am -hellen Tage auf die Marktplätze, auf öffentliche Vergnügungsorte und in -die Gotteshäuser. Kein Reisender konnte auf Wegen und Straßen für sein -Leben unbesorgt sein. Immer mußte er ängstlich vor, neben, um und wol -auch hinter sich blicken. Konnte ja doch jeden Augenblick ein solcher -Wegelagerer aus einem Dickicht, hinter einer Felsenecke oder aus irgend -einer Vertiefung hervorgesprungen kommen. Konnte ja doch auf jedem -Schritte das tödtliche Rohr für ihn schon an einem Baumstamme, auf -einem Erdhügel oder auf einer Felsenkante angelegt sein.</p> - -<p>So war aller Verkehr diesseits und jenseits der Donau höchst unsicher -gemacht. Nur mit Hülfe des Militärs vermochte man endlich dem Unwesen -zu steuern.</p> - -<p>Ganze Compagnien mußten in Bergen und Thälern umherstreifen. Nach -Süd und Nord, nach Ost und West gingen einzelne Abtheilungen. Diese -bewaffneten Männer spähten unter jeden Haufen dürrer Blätter, hinter -jeden Steinblock, in jede Felsenspalte, nach jedem kleinen Thalkessel.</p> - -<p>Viele von den Räubern wurden in ihren Verstecken oder auch im freien -Walde gefangen. Man führte sie zunächst auf die Militärwachen oder -auch sofort in die Gefängnisse. Viele der Raubgesellen fanden ihren -Tod auf der Stelle oder später am Galgen. Andere wurden lebenslänglich -in die Zuchthäuser oder in andere Strafanstalten geschickt. Einzelne -Räuberhäuptlinge<span class="pagenum" id="Seite_9a">[S. 9]</span> büßten ihr verbrecherisches Leben bis an dessen -Ende theils in unterirdischen Gefängnissen, theils in stockfinstern -Festungszellen.</p> - -<p>Die Bewohner der dortigen Gegend aber athmeten nun wieder freier unter -ihren Dächern und auf ihren Wanderungen.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_10"><b>10. Der Christbaum.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgl. Umstandswort.)</p> - -<p>Clemens schrieb kurz nach dem Weihnachtsfeste an seine kleinen Vettern -in Reichenbach und Chemnitz. An den einen berichtete er Folgendes über -den Christbaum:</p> - -<p>Der Christbaum stand mitten in der Stube auf dem Tische. Er war oben -und unten auf das prächtigste geschmückt.</p> - -<p>Hier und da blitzten lange Perlenschnuren. Links und rechts flatterten -goldene Fähnchen an den Zweigen. Silberpapierne Vögelchen schwebten -vermittelst dünner Gummifädchen rückwärts und vorwärts. Eine Menge -allerliebster Engel schienen innen und außen auf- und nieder zu steigen.</p> - -<p>Inmitten der blitzenden Krone hing ein großer Ruprecht. Er trug hinten -und vorn einen Sack. Mit der Rechten bewegte er eine lange Ruthe hin -und her. Mit der Linken zeigte er bald aufwärts, bald abwärts.</p> - -<p>Hier und dort erblickte man auch vergoldete Schäfchen. Wol an dreißig -brennende Kerzen sendeten ihre Strahlen nach den großen Pfeilerspiegeln -hinüber und herüber. Und so war das ganze Zimmer bis in alle Ecken und -Winkel festlich erleuchtet.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_11"><b>11. Der Kranke.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zwei Zeitbestimmungen.)</p> - -<p>„Wie geht es Deinem kranken Bruder?“ So fragte Paul den ihm begegnenden -Moritz.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_10a">[S. 10]</span></p> - -<p class="hang1_5"><em class="gesperrt">Moritz.</em> Seit vorgestern und gestern war das Fieber im steten -Steigen begriffen. Früh und abends phantasirte er sehr lebhaft. Seit -zwei oder gar seit drei Tagen hat der arme Junge keinen einzigen -Bissen Nahrung zu sich genommen.</p> - -<p class="hang1_5"><em class="gesperrt">Paul.</em> O weh! Da kann ich ihn wol weder heute noch morgen -besuchen?</p> - -<p class="hang1_5"><em class="gesperrt">Moritz.</em> Vor Sonntag oder Montag wird das der Arzt kaum -erlauben. Selbst ich darf unter drei, vier Tagen nicht zu ihm.</p> - -<p class="hang1_5"><em class="gesperrt">Paul.</em> Wie oft kommt denn der Arzt zu ihm?</p> - -<p class="hang1_5"><em class="gesperrt">Moritz.</em> Der Arzt besucht ihn vor- und nachmittags, zuweilen -auch noch einmal abends acht Uhr.</p> - -<p class="hang1_5"><em class="gesperrt">Paul.</em> Welche Heilmittel wendet denn der Arzt an?</p> - -<p class="hang1_5"><em class="gesperrt">Moritz.</em> Früh und abends wird er in feuchte Tücher -eingeschlagen. Darauf schwitzt er eine Stunde, auch zwei Stunden. Nun -reibt ihn mein Vater fünf bis zehn Minuten mit einem wollenen Tuche -trocken. Nach dem Schweiße kommt er 20–30 Sekunden in ein kühles Bad. -Der hierauf eintretende Schlaf währt zuweilen eine halbe, auch eine -ganze Stunde.</p> - -<p class="hang1_5"><em class="gesperrt">Paul.</em> Gewiß ist Deine gute Mutter recht besorgt um den Kranken?</p> - -<p class="hang1_5"><em class="gesperrt">Moritz.</em> Sie sitzt Tag und Nacht an seinem Bette. Sie hat sich -schon seit Tagen und Wochen keinen ordentlichen Schlaf vergönnt. -Morgen und übermorgen aber wird mein Vater eine Krankenpflegerin für -sie eintreten lassen.</p> - -<p class="hang1_5"><em class="gesperrt">Paul.</em> Vor vier, sechs Wochen wird da wol Dein Bruder nicht in -die Schule kommen?</p> - -<p class="hang1_5"><em class="gesperrt">Moritz.</em> Vielleicht gar vor drei oder vier Monaten nicht. Er -ist zu sehr entkräftet.</p> - -<p class="hang1_5"><em class="gesperrt">Paul.</em> Möge ihn der liebe Gott recht bald und dann für immer -gesund werden lassen!</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_11a">[S. 11]</span></p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_12"><b>12. Die Glocken.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Hoch auf dem Thurme hängen die Glocken. Ihre ehernen Zungen tönen früh -und spät in die weite Welt hinein.</p> - -<p>Des Morgens und des Abends mahnen sie zum Gebet. Wie ernstfreundlich -klingt doch des Kirchglöckleins Stimme während des Sonnenauf- und -Sonnenunterganges!</p> - -<p>An Sonn- und Festtagen rufen sie zum Gotteshause. Wie feierlich ertönt -sowohl zur lieben Weihnachts- als auch zur lieben Osterzeit der -harmonische Glockengruß!</p> - -<p>Tiefernst stimmt uns das Kirchengeläute beim Scheiden des Jahres, -an Buß- und Bettagen. Fast wehmüthig zittert es zur Zeit eines -Begräbnisses oder gar zur Stunde eines Hochgerichts an unser Ohr.</p> - -<p>Geradezu schauerlich aber hallt der Nothruf der Glocke während einer -Feuersbrunst oder eines Volksaufstandes durch die Straßen.</p> - -<p>Ihr Ruf ertönt aber nicht blos an den Tagen ernster Feier, zur Stunde -trauriger Familiengeschicke, in den Minuten drohender Gefahr und -während der Augenblicke blutiger Sühne, sondern auch zur Zeit froher -Feste und freudiger Familienereignisse.</p> - -<p>So verkündet z. B. auf dem Lande die Kirchenglocke minuten-, ja -viertelstundenlang die Taufe eines Kindes. Dort stimmen die Glocken am -Tage der Geburt des Landesvaters, bei Einweihungen kirchlicher Gebäude, -bei feierlichen Einzügen und zu besonders festlichen Trauungen ihren -freudigen Lobgesang an.</p> - -<p>So sind die Kirchenglocken Sommer und Winter, Tag und Nacht -theilnehmende Wächter ob des bewegten Menschenlebens. Diesen Dienst -aber versehen sie nicht blos erst zehn oder fünfzig, sondern schon seit -Hunderten von Jahren.</p> - -<p>Früher oder später werden sie auch Dir Dein Grablied singen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_12a">[S. 12]</span></p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_13"><b>13. Elise.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zwei Bestimmungen der Art und Weise.)</p> - -<p>Elise hatte sich auf einem Spaziergange in den Wald plötzlich und auf -ganz unerklärliche Weise eine Erkältung zugezogen. Sie wurde nicht blos -leichthin, sondern sogar gefährlich krank. Kopf und Brust bereiteten -ihr theils abwechselnd, theils gleichzeitig viel Weh.</p> - -<p>Mehrere Nächte verbrachte sie schlaflos und äußerst aufgeregt. Unter -diesen Umständen waren die Eltern bald mehr, bald weniger um sie -besorgt.</p> - -<p>Sie ertrug indeß alle Schmerzen still und geduldig. Bereitwillig und -ohne eine Miene zu verziehen nahm sie die von dem Arzte verschriebene -bittere Arzenei. Ergeben und zugleich vertrauensvoll unterwarf sie sich -allen Kurversuchen. Sogar das schmerzhafte Saugen mehrerer Blutegel -erduldete sie standhaft und ohne jeglichen Seufzer.</p> - -<p>Diesem rühmlichen Verhalten folgte aber auch endlich die Genesung -schnell und sicher. Nach vier Wochen war Elise gründlich und darum -nachhaltig kurirt. Frisch, munter und fröhlich hüpfte sie nun wieder -mit ihren Gespielen im Garten umher.</p> - -<p>Ihre Eltern aber dankten dem lieben Gott ebenso aufrichtig als herzlich -für die ihrer Tochter neugeschenkte Gesundheit.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_14"><b>14. Das Kanonenfieber.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Nicht ohne Schreck und eine gewisse Verzagtheit las Melchior den -Ruf zu den Waffen. Unter Thränen und Seufzen nahm er Abschied von -den Seinigen. Mit trübseligen Gedanken und niedergeschlagnen Augen -marschirte er inmitten seines Regimentes zum Thore hinaus.</p> - -<p>Seine Kameraden sangen aus voller Kehle und muthiger<span class="pagenum" id="Seite_13a">[S. 13]</span> Brust ihre -frischen Soldatenlieder. Melchior schritt stumm und bänglich dahin.</p> - -<p>In guter Stimmung und noch bei frischen Kräften überschritt endlich das -Regiment die feindliche Grenze. Ebenso kühn als schnell warf sich ihm -der Feind entgegen. Zwar in größter Eile, aber dennoch vorsichtig nahm -das Regiment Stellung.</p> - -<p>Unter Horn- und Trommelsignalen begann der Kampf. Summend und zischend -durchkreuzten die tödtlichen Geschosse die Luft. Theils stumm, theils -mit einem jähen Aufschrei brachen die von den Kugeln Getroffenen -zusammen.</p> - -<p>Melchior erbebte bei den ersten Schüssen ganz entsetzlich, fast wie -ein furchtsames Kind. Von Todesangst und einer gewissen Betäubung -ergriffen stand er in Reihe und Glied. Zitternd und darum ohne -jegliches Ziel feuerte er seine Schüsse ab. Fast wider Willen und ohne -Selbstbewußtsein ging er mit vorwärts.</p> - -<p>Zehn Minuten lang war jetzt mit außerordentlicher Erbitterung, aber -noch ohne Erfolg gekämpft worden. Da kam plötzlich und in fast -wunderbarer Weise ein ganz anderer Geist über Melchior. Er stellte -sich kalt und mannhaft dem Feinde gegenüber. Er zielte mit Ruhe und -Sicherheit. Schnell und unerschrocken benutzte er jede Gelegenheit -zu seiner Deckung. Mit Ungeduld und sichtlicher Kampfbegeisterung -erwartete er das Signal zum Vorwärtsgehen. Beim schließlichen -Sturmangriffe eilte er sonder Furcht und Todesangst allen Anderen voran.</p> - -<p>Sein Regiment errang endlich unter fast übermenschlichen Anstrengungen -und großen Opfern den Sieg.</p> - -<p>Und Melchior?</p> - -<p>Ihm überreichte sein Commandant vier Wochen nach der Schlacht mit -militärischer Feierlichkeit und herzlicher Ansprache eine ehrenvolle -Auszeichnung.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_14a">[S. 14]</span></p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_15"><b>15. Gott und wir.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zwei Beweggründe.)</p> - -<p>Der liebe Gott schenkt uns Alles aus Liebe und Güte. Er verschiebt -die Strafe des Sünders aus Geduld und Langmuth. Er vergibt uns unsere -Schuld aus lauter Gnade und Barmherzigkeit.</p> - -<p>Aus Liebe und Dankbarkeit müssen wir ihm deshalb gehorchen lernen. -Unsere Besserung darf nicht aus Angst oder Furcht geschehen. Wir müssen -uns aus vollster Ueberzeugung und mit aufrichtigem Vertrauen ihm stets -als Kinder gegenüber stellen.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_16"><b>16. Die Kuh.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zwei Zwecke.)</p> - -<p>Die Kuh wird zur Zucht und auch zum Zuge verwendet. Sie gewährt deshalb -für Stadt und Land großen Nutzen.</p> - -<p>Um ihrer Milch und ihres Düngers willen hält man sie oft in großen -Heerden. Ihre Milch wird nicht blos als Getränk, sondern auch zu Butter -und Käse verbraucht. Ihr Fleisch dient zu Braten und zu verschiedenen -andern Speisen. Ihre Haut trägt sie für Schuhmacher, Sattler und Riemer -zu Markte. Ihre Hörner sind für Drechsler und Knopfmacher bestimmt.</p> - -<p>Wegen dieses allgemeinen Nutzens wird auch die Kuh in manchen Gegenden -zum Heirathsgute oder zu einem andern Geschenke erhoben.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_17"><b>17. Der kleine Künstler.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zwei Stoffe.)</p> - -<p>Julius war ein außerordentlich geschickter Knabe. Er verstand aus den -unbedeutendsten Dingen und Stoffen allerhand Spielereien zu fertigen. -Aus abgesetzten Korken und weggeworfenen Lederstückchen schnitzte er -allerliebste Landschaften.</p> - -<p>Aus Baumrinde, Moos und Flechten baute er kleine Einsiedeleien. -Aus buntem Papier und den Abfällen in der Glaserwerkstatt<span class="pagenum" id="Seite_15a">[S. 15]</span> wußte -er niedliche Glasschränkchen herzustellen. Aus Pappstreifen und -bunten Leinwandabschnittchen formte er allerhand Schächtelchen. -Aus Cigarrenkastenbretchen und den Deckeln zerbrochener Schachteln -entstanden unter seinen Händen bewegliche Windmühlen. Thiere schuf er -gewöhnlich aus Mehl und Wasser. Menschen wurden von ihm aus Wachs oder -Pech gebildet.</p> - -<p>Mit diesen Sächelchen aus festen Stoffen oder ursprünglich -weichem Material erfreute er dann seine Geschwister besonders zur -Weihnachtszeit.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="Der_zusammengezogene_Satz_I_Wdh"><b>Wiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Alle Arten Zusammenziehungen.)</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_18"><b>18. Ludwig und Günther.</b></h4> - -<p>Ludwig und Günther nannten sich gute Freunde. Beide aber waren faule, -ungezogene und rohe Buben. Ueber ihre Lippen ging selten ein sanftes -oder ein gutes Wort. Häufig stießen sie nicht blos Schimpfworte und -gemeine Reden, sondern sogar Flüche und Verwünschungen aus.</p> - -<p>Während ihrer freien Zeit trieben sie sich in Wäldern und Gebüschen -umher. Dabei war im Frühlinge und Herbste ihr Hauptabsehen auf das -Wegfangen von Singvögeln gerichtet. Diese Schändlichkeit führten sie -durch Aufstellen von Leimruthen, Netzen, Sprenkeln und andern Schlingen -aus. Mit den armen Gefangenen aber gingen sie nicht selten äußerst roh -und herzlos um. Oft marterten sie die unglücklichen Thierchen aus purer -Laune und Schadenfreude auf das entsetzlichste. Schließlich wurden -dieselben in ein enges Leinwandsäckchen oder gar in einen Strumpf -gesteckt.</p> - -<p>So wanderten die Aermsten zum Verkaufe oder zum Verschenken aus ihrem -Paradiese hinaus. Die Freiheit und den grünen Wald sah keiner der -Unglücklichen wieder. Lebenslänglicher Kerker oder ein elender Tod ward -ihr Loos.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_16a">[S. 16]</span></p> - -<p>Zum Glück und zur Freude aller Gutgesinnten legte man endlich den -bösen Knaben ihr gottloses Treiben. Sie wurden eingezogen, verhört, -verurtheilt und auf zwei Jahre in eine Strafanstalt abgeführt.</p> - -<p>Zu ihrem eigenen Heile kehrten sie aus dieser Anstalt nach überstandner -Buße als gebesserte, gute und brauchbare Menschen zurück.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_19"><b>19. Die Luft.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Fortsetzung.)</p> - -<p>Die Luft besteht aus Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und -Kohlensäure. Stickstoff und Sauerstoff sind in großer Menge in ihr -vorhanden.</p> - -<p>Viele Merkmale und Eigenschaften hat sie mit andern Körpern gemein. Sie -ist undurchdringlich, durchsichtig, schwer und elastisch. Sie nimmt -verschiedene Grade der Kälte und der Wärme an. Deshalb berührt sie uns -zuweilen heiß, warm, lau, kalt, sogar eisig kalt.</p> - -<p>Die Luft durchdringt die winzigsten Zellen der Thierkörper und der -Pflanzen. Sie findet sich ebensowohl in der Tiefe des Meeres als im -Innern des größten Felsenberges. Für alles Leben und Gedeihen ist sie -die erste Bedingung.</p> - -<p>Ihre Bewegungen und Strömungen sind stets wechselnder Natur. Als lindes -Säuseln weht sie durch Hain und Flur. Als scharfer Zug pfeift sie durch -Fenster und Thüren. Aehrenfelder, einzelne Baumgipfel und ganze Wälder -bewegt der Wind.</p> - -<p>Er setzt die Windmühle und die Segelschiffe in Bewegung. Er trägt den -leichten Drachen und die schwere Wolke. Pfeifend und heulend saust er -als Sturm daher. Als Orkan richtet er in Obstgärten, in Wäldern, auf -dem Meere, in Dörfern und Städten oft gewaltige Verheerungen an.</p> - -<p>Die Luft vermittelt jeden Schall, jeden Laut, jeden Ton, jeden Knall. -Ihre Wellen tragen das Murmeln der Bäche, das<span class="pagenum" id="Seite_17a">[S. 17]</span> Summen der Käfer, -das Lied der Nachtigall an unser Ohr. Auf ihren Schwingen rollt der -knirschende Donner und der dumpfe Knall der schweren Geschütze dahin. -Sie vermittelt unsern Herzen das Flehen des Armen, das Seufzen des -Leidenden, den Hülferuf des Verunglückten, den Trost theilnehmender -Freunde.</p> - -<p>So belebt sie nutzbringend und segenspendend das unendliche All.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_20"><b>20. Einfache Kost.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Fortsetzung.)</p> - -<p>Wasser, Salz und Brod macht die Wangen roth. Das ist ein altes und -ein wahres Sprichwort. Wo blieben sonst die markigen Gestalten, die -kräftigen Arme und die blühenden Gesichter der armen Gebirgsbewohner?</p> - -<p>Die Tafeln der Grafen, Herzöge, Könige und Kaiser möchten brechen unter -der Last der feinsten Leckerbissen. Sind diese Herren aber deshalb etwa -die gesündesten und kräftigsten Menschen? Starb nicht schon mancher -Fürst in der Blüthe seiner Jahre, im kräftigsten Mannesalter?</p> - -<p>Möge der Arme darum nicht neidisch weder nach den Kapaunen, Austern und -Torten, noch nach den Weinhumpen und Methgläsern der Reichen blicken. -Bei zufriedenem Sinn und Hunger ist auch die einfache Kartoffel -eine leckere Speise. Gaumenkitzel und Zungenweide sind ja oft nur -eingebildete Dinge.</p> - -<p>Dein Mahl aus einfachem Gemüse und Schwarzbrod erscheint vielleicht -sogar manchem Reichen als genußreich. Möglicherweise haben ihm die -allzu fetten Speisen den Magen geschwächt oder gar schon verdorben.</p> - -<p>Einfache, aber kräftige Kost ist unter allen Umständen der Gesundheit -am dienlichsten.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_18a">[S. 18]</span></p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_I_21"><b>21. Zwei Brüder.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Fortsetzung.)</p> - -<p>Hans und Otto waren Brüder. Heiterkeit und Frohsinn, sowie -Verträglichkeit bildeten die Hauptmerkmale ihres Charakters. Fleiß, wie -auch Ordnungsliebe zeigte jeder. Nicht nur der Vater, sondern auch die -Mutter waren stolz auf diese Kinder.</p> - -<p>Hans galt für einen guten Turner und Schwimmer. Otto leistete viel im -Zeichnen und Malen. Ersterer sah frisch und blühend aus. Letzterer war -etwas blaß und hager. Beide lernten und arbeiteten um die Wette.</p> - -<p>Diese treuen, strebsamen Brüder waren bei Jedermann beliebt. Der Fleiß -des Hans und des Otto wurden andern Kindern zum Vorbilde aufgestellt. -Otto’s Zeichnungen und Bilder bewunderte man. Von dem Muthe und der -Gewandtheit des Hans erzählte man sich überall.</p> - -<p>Große und kleine Kinder gingen mit Respekt an diesen Knaben vorüber. -Beide jedoch blieben bescheiden und demüthig. So brav und gut sollten -alle Knaben und Mädchen sein.</p> - -<div class="section"> - -<h3 id="Der_zusammengezogene_Satz_II"><b>II. Mehrfache -Zusammenziehungen.</b></h3> - -</div> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_II_22"><b>22. Zwei berühmte Sänger.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Subjecte, Ergänzungen, Beifügungen etc.)</p> - -<p>Nachtigall und Grasmücke sind liebliche Wald- und Singvögel. Sie lieben -das niedere, schattige Gebüsch an Flüssen und Teichen.</p> - -<p>Ihr einfaches, schlichtes Kleid kann sich weder mit dem bunten Gefieder -des Gimpels, noch mit dem vielfarbigen Gewande des Finken messen. Ihr -wundervoller, herrlicher Gesang aber macht sie zu Lieblingen bei Jung -und Alt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_19a">[S. 19]</span></p> - -<p>Weich und harmonisch ertönen ihre Weisen aus dem düstern -Strauchwerke und aus den niedern Baumgipfeln hervor. Ihre melodie- -und gefühlsreichen Lieder ergreifen jedes unverdorbene und sinnige -Menschenherz mit unwiderstehlicher Macht und seltsamem Zauber. Ihnen -lauscht zur Früh- und Abenddämmerung der Wanderer auf staubiger Straße -oder auf holperigem Waldpfade. Ihren flötenden, oft schwermüthigen -Accorden leiht selbst der müde Waldarbeiter und der die Waldmusik -längst gewohnte Waidmann noch sein Ohr.</p> - -<p>Und doch haben gerade Nachtigall und Grasmücke unter den Menschen -die unbarmherzigsten, gefährlichsten Feinde. Aus purer Gewinnsucht -und schnödem Eigennutze stellt man ihnen an allen Orten und Enden -nach. Selbst die zu ihrer Sicherheit und ihrem Schutze hier und da -erlassenen strengen, oft außerordentlich strengen Gesetze vermögen -diese Zierden des Waldes, diese Lieblinge aller Naturfreunde nicht ganz -vor Nachstellung und Gefangennahme zu schützen.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_II_23"><b>23. Der Winter.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Fortsetzung.)</p> - -<p>Horst und Alfred erwarteten mit sehnsüchtigen Blicken und förmlicher -Ungeduld den ersten Schnee. Stundenlang, ja halbe Tage lang -schauten sie zu den hohen, breiten Fenstern hinaus nach dem grauen, -wolkenbedeckten Himmel.</p> - -<p>Längst schon hatten sie ihre Schlitten und Schlittenpeitschen aus ihren -Schlupfwinkeln hervorgeholt und in Bereitschaft gestellt. Nicht blos -bereits seit Tagen, sondern sogar seit Wochen schwärmten sie in ihren -Gesprächen und Träumen von Schneeballschlachten, Schneemännern und -Rutschpartien.</p> - -<p>Da endlich wirbelten die ersten feinen, zarten Schneeflöckchen in -anmuthigem Tanze und in dichtem Gedränge auf Dach und Baum, auf Hof und -Garten herab. Horst und Alfred schrieen<span class="pagenum" id="Seite_20a">[S. 20]</span> laut und freudig auf über das -längst ersehnte und längst erhoffte Naturereigniß.</p> - -<p>Nach zwei Tagen und drei Nächten lag der Schnee in den Gärten und -Feldern nicht blos zoll-, sondern sogar ellenhoch. Nun wurden von den -beiden Knaben und ihren Freunden und Gespielen Schlittenbahnen angelegt -und große, dickmauerige Schneeschanzen errichtet. Diese ziemlich fest -und äußerst geschickt angelegten Bollwerke suchte man dann unter Vivat- -und Hurrahgeschrei zu erstürmen. Dabei flogen die großen und kleinen -Bomben hinüber und herüber. Viele von ihnen zerplatzten zur Freude und -zum Jubel der kleinen Schaar auf dem Rücken, an den Köpfen und wol gar -an den Nasen der Gegner.</p> - -<p>Zur Abwechselung wurde nach beendigter Schlacht oder nach längerer -Schlittenfahrtbelustigung ein hoher, breitschultriger Schneemann -erbaut. Wohlausgesuchte und geeignet geformte Steinkohle bildete seine -Augen und seine Nase. Zähne und Lippen verlieh man ihm mittels rother -Tuchläppchen und kleiner Eiszapfen.</p> - -<p>Die Schöpfung eines solch riesigen Schneemannes weckte unter den -kleinen Knaben außerordentlich fleißige und emsige Hände und viel -Freude und Jubel.</p> - -<p>So trieben sie es alle Tage und wurden des langen und zugleich harten -Winters nicht müde. Bei aller dieser Freude und bei all diesem -Vergnügen vernachlässigten sie aber nie ihre Schularbeiten und ihre -sonstigen häuslichen Beschäftigungen.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_II_24"><b>24. Stolz und Eitelkeit.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Fortsetzung.)</p> - -<p>Stolz und Eitelkeit verderben bei Kindern und Erwachsenen nicht -blos den Charakter, sondern beflecken auch das Herz. Stolze und -Eitle blicken mit Geringschätzung und Nichtachtung auf Arme und -Gebrechliche, überhaupt auf Niedrigstehende herab. Ihr<span class="pagenum" id="Seite_21a">[S. 21]</span> Gemüth -verschließt sich aus lauter Dünkel und Hochmuth der Theilnahme, dem -Mitleide, der Barmherzigkeit. Dabei werden sie in engeren und weiteren -Gesellschaftskreisen unangenehm und darum lästig.</p> - -<p>Welcher Verständige und Vernünftige möchte wol gern mit solchen -eingebildeten Narren und hochfahrenden Thoren näheren und wol gar -freundschaftlichen Umgang haben?</p> - -<p>Der Hochmüthige lebt sich unbestritten und unleugbar auch selbst -zur Last und Qual. Wie erregt und ärgert ihn jeder fremde Vorzug -des Standes, der Bildung, der körperlichen Schönheit, der Kleidung, -jedes fremde Lob, jede fremde Ehre oft auf Tage und Wochen hinaus! -Wie mitunter peinlich ängstlich ist er früh und spät auf die Pflege -seiner Haut, seiner Zähne, seiner Haare, vielleicht sogar seiner Nägel -bedacht! Wie späht die Eitelkeit auf den Straßen und in Gesellschaften, -sowie in Modezeitungen und andern derartigen Blättern nach der neuesten -Form der Kopfbedeckung, dem neuesten Schnitte der Kleider, wol gar nach -der neuesten Farbe der Handschuhe! An allen Orten und in allen Kreisen -will sie gesehen und bewundert sein.</p> - -<p>Welch ein unruhiges, trauriges Leben! Laßt uns lieber zu unserer Ehre -und zu unserem Ruhme unsern schönsten Schmuck in Einfachheit und -Bescheidenheit suchen und finden.</p> - -<div class="section"> - -<h3 id="Der_zusammengezogene_Satz_III"><b>III. Arten der -Zusammenziehung.</b></h3> - -</div> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_III_25"><b>25. Ein Kampf.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zusammenstellend.)</p> - -<p>Ein Staar und ein Sperling stritten sich um den Besitz eines -Nistkastens. Derselbe bot allerdings nicht blos alle mögliche -Bequemlichkeit, sondern auch viel Raum. Zudem hing er hoch und -sicher. Sowohl während der Früh- als der Mittags- und der langen -Nachmittagsstunden konnte ihn die Sonne bescheinen.<span class="pagenum" id="Seite_22a">[S. 22]</span> Somit erschien -er den beiden Vögeln zum Brüten und zur Kinderzucht außerordentlich -geeignet. Beide setzten daher auch für die Eroberung desselben Blut und -Leben ein.</p> - -<p>Der Kampf wurde mit Wuth und Erbitterung geführt.</p> - -<p>Bald schlugen, hackten und bissen sich die hitzigen Gegner auf den -Aesten und Zweigen, bald auf dem Dache des Nistkastens, bald auf dem -Rasen des Gartens umher. Graue und schwarze Federn wirbelten zahlreich -nach links und rechts. Wuth und Schmerzgeschrei zeterte durch die Luft. -Eine Menge anderer Vögel eilte theils aus Neugier, theils vor Schreck -herbei.</p> - -<p>Wol drei bis fünf Minuten dauerte die entsetzliche Fehde. Erschöpft -und blutend ergriff endlich der Staar die Flucht. Der allerdings auch -verwundete und schrecklich zerzauste Spatz aber zog triumphirend und -fast wie hohnlachend in das eroberte Luftschloß ein.</p> - -<p>Wollt ihr ihn etwa ob seiner Heldenthat schmähen oder verurtheilen?</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_III_26"><b>26. Die Erzväter.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Abraham, Isaak und Jakob waren Erzväter. Sie alle führten nicht blos -zum Scheine, sondern in Wahrheit ein frommes, gottesfürchtiges Leben. -Weder Glück noch Unglück vermochte ihre Gottestreue wankend zu machen. -Sie standen nicht allein in ihrer Familie, sondern auch in ihrer -weiteren Umgebung als wahre Muster im Gehorsam, in der Demuth und im -Gottvertrauen da. Die Israeliten zollen ihnen darum noch heute große -Achtung und Verehrung.</p> - -<p>Alle drei Männer standen aber auch unter besonderem Schutze und in -besonderer Gnade Jehovah’s. Er segnete sie mit leiblichen und geistigen -Gütern. Mit Muth und Kraft wußten sie daher stets Leid und Trübsal zu -ertragen. Mußte doch<span class="pagenum" id="Seite_23a">[S. 23]</span> Isaak noch in seinen alten Tagen und besonders -während seiner Blindheit bittern Undank und schmachvolle Täuschung -erfahren. Welch tiefes Herzeleid und welch unendliches Weh mußte Vater -Jakob infolge des Neides und der Rachsucht seiner eigenen Kinder -empfinden! Immer indeß führte ihr Herr und Gott jene Männer durch -Kummer, Noth und Thränen zu neuer Freude, neuem Glücke.</p> - -<p>Die Lebensgeschichten dieser Gottesmänner sind im lieben, heiligen -Bibelbuche ebenso getreulich als auch ausführlich niedergeschrieben. -Sie zu lesen und zu erwägen ist für Kopf und Herz heilsam.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_III_27"><b>27. Das Meer.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Entgegenstellend.)</p> - -<p>Der Anblick des Meeres kann zu Zeiten mit erhebender Bewunderung, aber -auch mit erschütterndem Entsetzen erfüllen.</p> - -<p>Es beplätschert den Strand mit freundlichem Wellenspiel, tobt aber auch -in wilder Brandung. Seine Straßen sind zwar breit, indeß nicht selten -gefahrvoll. Meeressturm, gleichwohl auch Meeresstille können äußerst -unheilbringend werden.</p> - -<p>Das Reisen auf dem Oceane ist allerdings reich an Genüssen, hingegen -auch stets gewagt. Die riesigsten Segelschiffe, doch auch die -mächtigsten Dampfer können verunglücken.</p> - -<p>Trotzdem geht der Matrose nie mit Zagen, sondern stets mit Freuden -aufs neue in See. Der wettergebräunte Seemann vermag in Stunden -schwerer Noth lange zu fluchen, allein endlich auch zu beten. Er -traut allerdings seiner Kraft, dessenungeachtet zuletzt aber auch der -schützenden Hand Gottes.</p> - -<p>Das Meerwasser ist zwar hell und klar, dennoch für den Menschen -ungenießbar. Viele seiner Bewohner sind uns bekannt, indeß noch lange -nicht alle. Es birgt unendlich viel erklärliche Naturerscheinungen, -aber auch noch viel Geheimnisse.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_24a">[S. 24]</span></p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_III_28"><b>28. Geld.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Viel Geld macht zwar reich, aber nicht immer glücklich. Es ist wohl ein -Tröster in der Noth, indeß in vielen Fällen kein Helfer.</p> - -<p>Der Besitz viel blinkenden Erzes verschafft nicht selten dem -Menschen Ehre, dessenungeachtet aber keinen sittlichen Werth. Das -Geld erschließt die Thür zu vielen Genüssen, jedoch auch das Thor zu -mancherlei Sünden und Lastern. Es erfreut nicht blos, sondern verführt -auch. In das eine Herz pflanzt der Mammon den Sinn des Mitleids und der -Wohlthätigkeit, in das andere dagegen die Wurzel des Stolzes und des -Dünkels.</p> - -<p>So ist er unser Freund, gleichwohl auch unser Feind. Wir können durch -ihn in vieler Hinsicht frei, aber auch Sklaven werden. Wir wollen daher -unser Geld zwar zusammenhalten, allein niemals das Herz daran hängen.</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_III_29"><b>29. Der Maikäfer.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Begründung.)</p> - -<p>Die Maikäfer sind sehr gefräßig, darum schädlich. Sie erscheinen fast -alle zu gleicher Zeit, deshalb in großer Menge. Sie suchen im Frühlinge -das junge Blätterwerk und deswegen die Gipfel der Eichen und Kastanien -auf.</p> - -<p>Sie zeugen viel Eier, demnach eine zahlreiche Nachkommenschaft. Ihre -Larven ruhen tief in der Erde, folglich wohlgeborgen.</p> - -<p>Ihre wohlgenährten, mithin fetten Leiber dienen vielen Vögeln zur -Nahrung. Sie sind auch für manche Menschen eine Delicatesse und also -nicht ganz ohne Nutzen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_25a">[S. 25]</span></p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_III_30"><b>30. Die Bibel.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Die Bibel ist ein vor Jahrtausenden geschriebenes und daher uraltes -Buch. Sie ist durch von Gott erleuchtete Männer verfaßt, darum heilig -und ehrwürdig.</p> - -<p>Sie enthält unsere ganze Christenreligion, mithin einen unendlichen -Schatz von Lehren und Wahrheit. Sie soll unser Licht und unsere -Leuchte, somit ein Führer durch das Leben sein. Sie gibt uns die -Zusicherung der göttlichen Liebe und Fürsorge und demnach Kraft und -Muth in gefahrvollen Stunden und Tagen. Ihre frommen Sprüche erfüllen -das Herz mit Vertrauen und Zuversicht auf die ewige Huld und Gnade, -daher auch mit Trost und Ergebung im Unglück.</p> - -<p>Viele Kapitel darin besingen die Wunderwerke, folglich auch die Macht -und Weisheit des Schöpfers. Die Bibel sollte vor allen andern Büchern -in jeder Christenfamilie heimisch sein und deswegen überhaupt den -allgemeinsten Eingang gefunden haben. Jeder Getaufte, mithin auch der -ärmste der Armen müßte dieses heilige Gotteswort besitzen.</p> - -<p>Der wirkliche Jünger Jesu mag sie zu keiner Zeit, also auch nicht in -den Tagen der Freude entbehren. Werde der heiligen Schrift ihre Würde -und Weihe und somit der Menschheit ein unwägbarer Schatz erhalten!</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="Der_zusammengezogene_Satz_III_Hwdh"><b>Hauptwiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Alle Arten der Zusammenziehungen.)</p> - -<h4 id="Der_zusammengezogene_Satz_III_31"><b>31. Die Katze.</b></h4> - -<p>Die Katze ist ein nützliches und oft sehr nothwendiges Hausthier. Ihr -Geruch und ihr Gesicht sind scharf. Sie ist im Springen und Klettern -sehr gewandt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_26a">[S. 26]</span></p> - -<p>Ihr Charakter zeigt von Schlauheit, aber auch von Falschheit. Sie -schmeichelt oft, doch kratzt sie auch leicht. Man muß ihr deshalb nicht -trauen, sondern mißtrauen.</p> - -<p>Die Katze fängt nicht blos Mäuse, sondern auch Ratten. Sie jagt nicht -nur im Hause, sondern auch auf dem Felde. Nicht allein Mäuse und -Ratten, sondern auch die Vögel fliehen vor ihr.</p> - -<p>Die Katze ist schnell, demnach letzteren sehr gefährlich. Ihr Gang ist -völlig geräuschlos, mithin für ihre Raubzüge von großem Vortheile. Ihr -Gebiß ist scharf, darum eine tödtliche Waffe.</p> - -<p>Die Katze ist ein getreuer Wächter gegen viele kleine Diebe, deshalb -ein weitverbreitetes Hausthier.</p> - -<div class="chapter"> - -<h2 class="nobreak" id="D_Zusammengesetzte_Saetze"><b><span class="antiqua">D.</span> -Zusammengesetzte Sätze.</b></h2> - -</div> - -<h3 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_I"><b>I. Ohne Bindewörter.</b></h3> - -<h4 id="Zusammengesetzte_Saetze_I_32"><b>32. Der Morgen.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zusammenstellend.)</p> - -<p>Der Osthimmel röthete sich, der Morgen begann zu dämmern. Die Hähne -krähten, die Tauben hoben an zu girren. Die Kühe rasselten mit ihren -Ketten, die jungen Rosse wieherten im Stalle. Die Staare ließen ihren -Frühpsalm ertönen, die Lerchen stiegen trillernd in die Luft.</p> - -<p>Die Frühglocke ertönte, ihr frommes Morgenlied hallte treulich das Thal -entlang. Die Gehöfte belebten sich, auf dem schmalen Dorfwege zeigten -sich bereits einzelne Landbewohner.</p> - -<p>Jetzt war die Sonne über die fernen Berge emporgestiegen, die ganze -Natur lag verklärt im Morgenglanze. Die<span class="pagenum" id="Seite_27a">[S. 27]</span> Blumen erschlossen ihre lieben -Augen, die Thauperlen blitzten tausendfältig an den Halmen. Die Heerden -zogen unter lieblichem Glockengeläute auf die fetten Triften, die -Ackersleute führten ihre munteren Gespanne zum Pfluge.</p> - -<p>So zeigte sich überall neugestärkte Kraft, so entwickelte sich -allenthalben Frische und Lebenslust.</p> - -<h4 id="Zusammengesetzte_Saetze_I_33"><b>33. Auf dem Meere.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Der Himmel verdunkelte sich, es ward unheimlich still. Die Seeadler -kreischten, die Sturmvögel umschwirrten bereits das Schiff.</p> - -<p>Immer dunkler ward der Himmel, näher zog das schwarze Gewölk. Man hört -ein fernes Brausen, es erhebt sich der Sturm. Blitze zucken, Donner -grollen, die Wellen thürmen sich hoch auf.</p> - -<p>Das Schiff wird hin und her geworfen, das Steuerruder droht zu brechen. -Der Kapitän commandirt unaufhörlich, die Matrosen fliegen eilend hin -und her. Man zieht die Segel ein, die Luken werden geschlossen.</p> - -<p>Der Sturm tobt immer wilder, die Wellen gehen immer höher. Plötzlich -gibt es einen gewaltigen Stoß, die Masten krachen, die Wände bersten, -das Wasser strömt unaufhaltsam ein, das Schiff sinkt. Binnen einer -Viertelstunde ist nur die Hauptmastspitze noch von ihm zu sehen, die -ganze Bemannung hat ihr Grab in den Wellen gefunden.</p> - -<h4 id="Zusammengesetzte_Saetze_I_34"><b>34. Der junge Graf.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Entgegenstellend.)</p> - -<p>Ein Haushofmeister gebot seinem vornehmen Schüler zu schweigen, der -junge Graf plauderte fort. Der Ungehorsame sollte Latein treiben, er -tändelte mit Briefmarken.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_28a">[S. 28]</span></p> - -<p>Der Lehrer wiederholte bald darauf seinen Befehl sehr ernst, Junker -Armin spielte gleichgiltig weiter. Ersterer drohte jetzt mit -Bestrafung, der junge Graf lächelte.</p> - -<p>Der Hauslehrer besaß viel Geduld, jetzt ging sie zu Ende. Er hatte den -jungen Grafen lange genug mit Güte behandelt, heute sollte derselbe -seinen ganzen Ernst empfinden lernen.</p> - -<p>Der Ungehorsame fürchtete nichts Schlimmes, er täuschte sich. Bald -darauf rief ein Diener zur Mittagsmahlzeit, der junge Graf erhielt -keine Einladung. Nach Tische fuhr die gesammte gräfliche Familie -spazieren, Armin mußte zu Hause bleiben. Armin hatte jeden Abend -zwanzig französische Wörter zu lernen, heute mußte er deren noch einmal -so viel seinem Gedächtnisse einprägen.</p> - -<h4 id="Zusammengesetzte_Saetze_I_35"><b>35. Eine Feuersbrunst.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Die Nacht eines schönen Octobertages war freundlich ins Thal gezogen, -sie sollte einen traurigen Ausgang nehmen.</p> - -<p>Gegen zwölf Uhr schlugen die Flammen aus dem dürren Strohdache einer -alten Mühle, Niemand darin bemerkte es. Schon sprühten einzelne Funken -durch die kleinen Fenster, die Mühlbewohner schliefen noch fest.</p> - -<p>Die Feuerglocke ertönte, ihr Ruf kam leider viel zu spät. Man setzte -die Dorfspritze in Bewegung, die Gluth war nicht mehr zu bezwingen.</p> - -<p>Das Leben der Inwohner wurde endlich noch gerettet, ihre Habe ging -verloren. Der Abend hatte sie als glückliche Menschen begrüßt, der -Morgen sah sie als Bettler.</p> - -<h4 id="Zusammengesetzte_Saetze_I_36"><b>36. Frühling.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Begründend.)</p> - -<p>Der Frühling nahte, die Menschenherzen athmeten fröhlich auf. Die -Sonne schien wärmer, der Schnee schmolz. Der Frost<span class="pagenum" id="Seite_29a">[S. 29]</span> entwich aus dem -Erdreiche, frische Pflanzenkeime trieben hervor. Die Luft wehte mild -über die Fluren, die Zugvögel kamen herbei. Einzelne Blumen erschlossen -bereits ihre Honigkelche, die Oede der Wiesen verschwand. Die Bäume -bedeckten sich mit Blüthen, die Bienen verließen ihre Zellen.</p> - -<p>Warmer Regen strömte nieder, die Saaten sproßten empor. Alles Leben -erwachte aus dem Winterschlafe, überall zeigte sich verjüngte Kraft.</p> - -<h4 id="Zusammengesetzte_Saetze_I_37"><b>37. Die Sündfluth.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Die 120 Gnadenjahre waren um, das göttliche Strafgericht begann. -Der Regen strömte unaufhörlich hernieder, die Gewässer traten über -ihre Ufer. Die Fluthen wälzten sich die Thäler entlang, die Menschen -flüchteten auf die Berge.</p> - -<p>Die tobenden Wogen stiegen von Tag zu Tag höher, alle Sünder fanden -ihren Tod. Noah’s Familie allein blieb übrig, sie war dem Herrn treu -gewesen.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="Zusammengesetzte_Saetze_I_38_Wdh"><b>Wiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Zusammenstellend, entgegenstellend, begründend.)</p> - -<h4 id="Zusammengesetzte_Saetze_I_38"><b>38. Eine Dampfwagenfahrt.</b></h4> - -<p>Die Bahnhofsglocke läutete, die Passagiere stiegen in die Wagen. Die -Locomotive pfiff, der Zug setzte sich in Bewegung.</p> - -<p>Anfangs bewegte er sich ganz langsam, nach wenig Sekunden rollte er -schon bedeutend schnell, bald sauste er mit voller Kraft dahin. Die -Telegraphenstangen huschten blitzschnell vorüber, die Fruchtäcker -drängten sich gleich schmalen Bändern an einander, die Waldbäume -schienen zu tanzen.</p> - -<p>Der Zug durchschnitt herrliche Landschaften, sie konnten nur flüchtig -genossen werden. Er jagte ja mit Windeseile dahin, das Auge konnte -keinen Ruhepunkt gewinnen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_30a">[S. 30]</span></p> - -<p>Inmitten der Fahrt erscholl plötzlich ein Nothsignal, die Fahrgäste -erschraken.</p> - -<p>Die Schaffner bremsten augenblicklich, Alles drängte an die -Wagenfenster, Einzelne schrieen laut auf, Andere wollten durchaus -hinausspringen.</p> - -<p>Ein Unglück erfolgte nicht, der Zug blieb ruhig stehen. In der Maschine -war blos eine kleine Röhre gesprungen, ein solcher Vorfall bringt -selten Gefahr. Der Schaden ward ausgebessert, das Abfahrtssignal -schrillte aufs neue, bald ratterte der Zug wieder die Schienen entlang. -Die Fahrt ging glücklich weiter, die Aufregung unter den Fahrgästen -währte noch lange.</p> - -<div class="section"> - -<h3 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II"><b>II. Mit Bindewörtern.</b></h3> - -</div> - -<h4 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_39"><b>39. Ein Doppelfest.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Zusammenstellend.)</p> - -<p>In dem Garten des Kaufmanns Löbel herrschte eines Tages ein lustiges -Treiben, und dieses Treiben gab für den Beobachter ein liebliches Bild. -Der Kaufmann hatte nämlich zwei Söhne, und beide Knaben feierten heute -einen Festtag. Bruno beging sein Wiegenfest, und Hugo feierte seinen -Namenstag.</p> - -<p>Zu diesem Feste nun hatten sie nicht blos ihre liebsten Schulkameraden -eingeladen, sondern die Eltern hatten auch noch die Kinder der -Nachbarschaft herbeigezogen. Es standen den muntern Gästen nicht -allein allerhand Spiele zur Verfügung. sondern es war auch für einen -wohlgedeckten Tisch gesorgt.</p> - -<p>Bald vertheilte man sich zu den verschiedenen Unterhaltungen, und -die Lust nahm ihren Anfang. Die großen Knaben griffen zunächst zu -den Armbrüsten, und die jüngeren Gäste eilten zuerst nach den großen -Gummibällen.</p> - -<p>Hier warf man Reifen, und dort schob eine kleine Gesellschaft<span class="pagenum" id="Seite_31a">[S. 31]</span> Kegel. -Eine Anzahl Mädchen spielten Blindekuh, auch das Topfschlagen wurde -nicht vergessen. Der kleine Heinrich jagte einen großen Reifen im -Garten umher, und der dicke Otto ließ einen bunten Kreisel tanzen. -Julchen fuhr einen schönen Puppenwagen, und Marie beschäftigte sich mit -allerhand Blumen.</p> - -<p>Mitten über dem Garten schwebte ein riesiger Drache, außerdem ließ der -Kaufmann auch noch kleine Luftballons steigen.</p> - -<p>Bei all dieser Lust entstand weder Streit unter den zahlreichen Gästen, -noch bemerkte man ein ausgelassenes Verhalten.</p> - -<p>Die Kühle des spätern Nachmittags machte endlich dem fröhlichen Treiben -ein Ende, zudem nöthigte auch die sinkende Sonne die fremden Gäste zum -Nachhausegehen.</p> - -<p>So verstrich das heitere Fest in ungetrübter Freude, und allen -Theilnehmern blieb es noch lange in freundlicher Erinnerung.</p> - -<h4 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_40"><b>40. Abend.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Die Sonne ging unter, und Dämmerung senkte sich auf die Erde nieder. -Am Westhimmel strahlte ein leichtes Purpurgewölk, und aus den Fenstern -der Berghütte blitzte der Wiederschein des herrlichen Abendgoldes. Der -Lerchengesang verstummte, ebenso verhallten die Lieder des Waldes.</p> - -<p>Die Heerden zogen still nach ihren Ställen, und die Feldarbeiter -schritten ermüdet nach ihren Hütten. Traulich tönte die Abendglocke vom -Kirchlein herüber, und manches fromme Herz ward durch diesen Ruf zum -Gebet gestimmt.</p> - -<p>Immer länger dehnten sich die Baumschatten auf dem Rasen dahin, und -immer dichter wob die Dämmerung ihren düstern Schleier. Ueber den -Blumen flatterten bereits die fahlen Nachtschmetterlinge, und in den -Gehöften begannen die Fledermäuse ihren geisterhaften Kreisflug. Immer -stiller ward es rings umher, und immer tiefere Ruhe senkte sich auf die -müde Erde.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_32a">[S. 32]</span></p> - -<h4 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_41"><b>41. Maß halten.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Entgegenstellend.)</p> - -<p>Die Schädlichkeit jedweder Unmäßigkeit in leiblichen Genüssen ist -bekannt, dessenungeachtet fallen der letzteren noch viele Menschen zum -Opfer.</p> - -<p>Wir sollen uns des Lebens freuen, aber unsere Freude muß in gewissen -Grenzen bleiben. Wir dürfen uns an dem köstlichen Weine erlaben, doch -darf es dabei nicht zu einem Rausche kommen. Wir dürfen unserem Gaumen -durch wohlschmeckende Speisen gütlich thun, gleichwohl darf der Magen -nie damit überfüllt werden.</p> - -<p>Der Mensch muß die gehörige Zeit schlafen, das Zuviel ist indeß auch -hier ungesund. Ein naturgemäßer Schlaf stärkt die Glieder, eine zu -lange Ruhe hingegen erschlafft das Nervenleben. Auch der Tanz ist -eine erlaubte Freude, nur darf diese kreisende Bewegung nicht bis zur -Erschöpfung fortgesetzt werden.</p> - -<p>Darum genieße Jeder die Freuden dieses Lebens, allein er halte in allen -Dingen Maß.</p> - -<h4 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_42"><b>42. Das Feuer.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Das Feuer ist eine höchst wohlthätige Gabe des Himmels, aber es hat -auch schon unsägliches Unheil angerichtet. Es erhellt in finsteren -Nächten unser Stübchen, allein ein einziger Funke von ihm kann unsere -ganze Habe vernichten.</p> - -<p>Das Feuer macht viele Nahrungsmittel erst genießbar, gleichwohl kann -ein einziger allzuheißer Bissen uns zum Essen unfähig machen. Es -verleiht unserem Zimmer während der kalten Wintertage eine wohlthuende -Wärme, doch haben die glühenden Ofenwände auch schon manchem -Unvorsichtigen schmerzhafte Wunden beigebracht.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_33a">[S. 33]</span></p> - -<p>Das weithin strahlende Licht der Leuchtthürme bewahrte schon manches -Schiff vor entsetzlichem Unglücke, indeß die Macht der Flammen sehr -vielen Seefahrzeugen einen jammervollen Untergang bereitete.</p> - -<p>Die lustig lodernde Pechfackel verherrlicht das Friedensfest, der -brennende Pechkranz hingegen ist ein Schrecken des Krieges. Tausende -von Lichtern verleihen bei festlichen Gelegenheiten einer Stadt den -höchsten Glanz, gleichwohl kann ein einziges Flämmchen davon sie in -einen Schutthaufen verwandeln. Der Anblick eines feuerspeienden Berges -gewährt ein überwältigendes Schauspiel, die Verheerungen der glühenden -Lava jedoch sind entsetzlich anzusehen.</p> - -<p>So wollen wir denn für die Wohlthat des Feuers dankbar sein, aber seine -Gefahren sollen von uns nie unbeachtet bleiben.</p> - -<h4 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_43"><b>43. Die Schule.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Begründend.)</p> - -<p>Die Schulzeit vergeht schnell, deshalb mußt Du sie gewissenhaft -benutzen.</p> - -<p>Sei in jeder Stunde streng aufmerksam, denn das Leben erfordert -mancherlei Kenntnisse. Uebe Dich sorgfältig in allerlei Fertigkeiten, -weil Du dadurch Dein Fortkommen in der Welt finden kannst. -Oberflächlich Gelerntes vergißt sich bald wieder, deswegen präge Dir -jede Lection recht gründlich ein.</p> - -<p>Die Schule sucht den ganzen Menschen zu bilden, mithin muß sich ihr -auch jeder Schüler mit all seinen Kräften widmen. Beherzige deshalb vor -allen Dingen die heiligen Lehren der Religion, denn daraus gehet das -Leben. Ein rechtschaffener Charakter ist ein sicherer Wanderstab, daher -eigne Dir schon in der Schule sittliche Grundsätze an. Ein frommes Herz -ist der größte Schatz auf Erden, deshalb nimm die Heilswahrheiten<span class="pagenum" id="Seite_34a">[S. 34]</span> aus -dem Munde Deines Lehrers gläubig in Dich auf. Die Schule will eben -nicht blos Dein irdisches Glück begründen, demnach sorgt sie auch für -Deine Seele.</p> - -<p>Da Du nun Solches weißt, so richte Dein Verhalten danach ein.</p> - -<h4 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_44"><b>44. Die Kartoffel.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Die Kartoffel ist das Brod der Armen, deshalb ist Franz Drake durch -Einführung derselben zu einem Volkswohlthäter geworden.</p> - -<p>In Deutschland tauchte sie zum ersten Male unter Karl’s V. Regierung -auf, mithin fällt ihre Einbürgerung in die Mitte des 16. Jahrhunderts. -Der Werth dieser Frucht wurde geraume Zeit nicht recht gewürdigt, -daher verzögerte sich die allgemeine Verbreitung derselben. Manchen -Regierungen dauerte dies allerdings zu lange, deswegen suchten sie den -Kartoffelanbau durch Zwangsmaßregeln zu fördern.</p> - -<p>Die Kartoffel hat in der Regel die Gestalt eines Apfels, daher nennt -man sie in einigen Gegenden Erdäpfel. Weil ihr Mehl viel Nahrungsstoff -enthält, mischt man es oft mit Getreidemehl zu Brod.</p> - -<p>Die Kartoffel enthält auch Klebstoff, mithin kann sie zur -Gummibereitung verwendet werden. Sie birgt ferner eine gewisse -Süßigkeit, und somit findet sie sogar Eingang in Zuckerfabriken. In der -Viehwirthschaft spielt sie eine ganz bedeutende Rolle, denn sie ist ein -vorzügliches Mästmittel.</p> - -<p>Der Kartoffelbau ist übrigens leicht, da diese Frucht fast in jedem -Boden gedeiht.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_35a">[S. 35]</span></p> - -<p class="s4 center mtop2" id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_45_Wdh"><b>Wiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Zusammenstellend, entgegenstellend, begründend.)</p> - -<h4 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_45"><b>45. Die Jagd.</b></h4> - -<p>Das Jagdhorn erscholl, und die Jäger brachen auf. Die Hühnerhunde -bellten, auch die kleinen Dachse erhoben ihre Stimme.</p> - -<p>Blitzender Reif lag auf den Fluren, zudem drohten die Wolken mit -Schnee. Wol blies ein eisiger Wind von Westen nach Osten, aber der -Waidmann fürchtet sich vor Kälte nicht.</p> - -<p>Die Jäger gingen jetzt auseinander, jeder indeß behielt Linie. Die -Hunde drängten vor, allein man hielt sie noch zurück. Bald fielen -einzelne Schüsse, aber es fiel kein Hase. Die Ladungen hatten gefehlt, -weil man aus zu großer Ferne geschossen hatte. Später traf jeder Schuß, -denn die Jäger waren jetzt ihrer Beute näher.</p> - -<p>Das Revier war endlich abgejagt, deshalb blies man zum Rückzuge. Das -Jagdglück hatte sich günstig gezeigt, darum genoß man nun unter großer -Heiterkeit das Mittagsbrod.</p> - -<h4 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_46"><b>46. Der Brudermord.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Kain bestellte eines Tages seinen Acker, und Abel hütete seine Schafe. -Beide waren Brüder, aber ihre Gemüthsart war sehr verschieden.</p> - -<p>Kain’s Brust erfüllte die Mißgunst, weshalb er wol auch stets mit Neid -auf seinen Bruder blicken mochte. Den Abel beseelte Frömmigkeit, auch -trug sein ganzes Wesen das Gepräge der Sanftmuth.</p> - -<p>Beide Brüder zündeten eines Tages Feuer an, denn jeder gedachte dem -lieben Gott ein Opfer zu bringen. Kain opferte Früchte des Feldes, Abel -dagegen verbrannte ein Schaf.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_36a">[S. 36]</span></p> - -<p>Die Opferfeuer züngelten gleichmäßig empor, die Rauchsäulen indeß -nahmen eine verschiedene Richtung an. Der Rauch von Abel’s Opfer -stieg in geraden Linien zum Himmel hinauf, der von Kain’s Opferaltare -hingegen wälzte sich in dichten Wolken auf der Erde hin.</p> - -<p>Das sah Kain, und sein Herz ergrimmte. Sein Bruder dünkte ihm ein -besonderer Liebling Jehovah’s zu sein, somit aber war er ihm ein Dorn -im Auge.</p> - -<p>Der entsetzliche Neid trieb ihn nicht nur zum Hasse, sondern seine -lieblose Seele wurde auch sofort mit Zorneswuth erfüllt.</p> - -<p>Kain dachte in diesem Augenblick weder an den allwissenden Gott, noch -kümmerten ihn die Eltern daheim. Die Mörderkeule zuckte nieder, und -sein Bruder Abel stürzte todt zu Boden.</p> - -<h4 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_47"><b>47. Entstehung des Brodes.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Mit und ohne Bindewörter.)</p> - -<p>Das Feld wird bestellt, der Landmann streut Samen aus, der Himmel gibt -Regen und Sonnenschein, die Saaten gehen auf, sie grünen und wachsen, -der Sommer bringt sie zur Reife, der Schnitter mäht sie ab, die Scheune -nimmt die vollen Garben auf, der Dreschflegel stäubt die Aehren, der -Mühlstein zermalmt die Körner, der Bäcker knetet den Teig, der Backofen -vollendet das Gebäck und der Mensch genießt das Brod.</p> - -<h4 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_48"><b>48. Ein Haus.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Das Haus hat zu kleine Fenster, sein Dach ist nur von Stroh, der Garten -darum hat keine Obstbäume, auch ist das Futter darin nicht gut, die -ganze Lage ist zu winterlich und die Umgebung zu einförmig, darum kaufe -ich das Grundstück nicht.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_37a">[S. 37]</span></p> - -<h4 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_49"><b>49. Eine Luftschifffahrt.</b></h4> - -<p class="s5 center mbot2">(Mit und ohne Bindewort. Zusammenstellend, -entgegenstellend und begründend.)</p> - -<p>Der Luftballon hatte seine Füllung erhalten, sein Leib war mächtig -geschwollen, fast wie ungeduldig drängte er nach der Abreise.</p> - -<p>Wir stiegen drei Mann hoch in die von Weidenruthen geflochtene Gondel, -und ich nahm sofort auf einem kleinen Sessel Platz. Wir freuten -uns auf die seltene Fahrt, aber dennoch klopften unsere Herzen vor -Bänglichkeit. Das Luftmeer ist an Gefahren dem Weltmeere gleich, denn -auch jenes hat keine Balken.</p> - -<p>Ein Signal erscholl, die Stricke wurden gelöst, der Ballon erhob -sich. Die versammelte Menge wünschte uns glückliche Fahrt, Hunderte -von Tüchern winkten uns den Abschiedsgruß, Tausende von Augen folgten -unserem Fluge.</p> - -<p>Unser Luftschiffskapitän warf eine Anzahl Gedichte auf die Zuschauer -hinunter, auch schoß er ein Pistol in die Luft hinaus ab. Die Menge -tief unten jauchzte dabei laut auf, mich durchrieselte ein bängliches -Frösteln.</p> - -<p>Unser Luftfahrzeug schlug anfänglich die Richtung nach Osten ein, bald -indeß wurde es von dem Winde nach Süden getrieben. Pfeilschnell stieg -es empor, dennoch erfolgte sein Flug gänzlich geräuschlos.</p> - -<p>Die Wolken näherten sich merklich, die Landschaft unter uns trat immer -mehr zurück. Unsere Blicke gewannen ein immer größeres Aussichtsfeld, -dagegen schmolzen die Gegenstände auf der Erde zu immer kleineren -Gestalten zusammen. Die Menschen erschienen nur noch in der Größe -von schwarzen Ameisen, die Flüsse schlängelten sich wie schmale -Silberschnuren dahin, die Wälder glichen großen Tinteklecksen, und die -Berge<span class="pagenum" id="Seite_38a">[S. 38]</span> amen uns wie winzige Hügel vor. Die Luft wurde jetzt nicht nur -mit jeder Sekunde dünner, sondern die Temperatur sank auch merklich -herab, und somit hatten unsere Lungen tüchtig zu arbeiten.</p> - -<p>Wir mochten etwa eine Stunde unterwegs sein, da beschloß unser Kapitän -den Rückzug. Er stieg an einer Strickleiter empor, und gleich darauf -entstand ein kleines Geräusch. Er hatte ein Ventil geöffnet, ein Theil -der eingeschlossenen Luft entwich, das Schiff begann zu sinken.</p> - -<p>Ich hatte das Landen oft als ziemlich gefahrvoll schildern hören, -deshalb wurde mir jetzt wieder nicht wohl zu Muthe. Zu unsern Gunsten -war vollkommene Windstille eingetreten, kein Lüftchen regte sich. -Der Ballon sank immer tiefer und schwebte jetzt etwa noch thurmhoch -über einer ebenen Flur. Der Anker sank hinab, das Ventil öffnete sich -noch einmal kräftig, die Luft strömte zischend aus, und der gespannte -Riesenleib legte sich allmälig in Falten. Plötzlich gab es eine Art -Stoß, und gleichzeitig erscholl aus dem Munde des Kapitäns ein Hurrah!</p> - -<p>Der Ballon stand still, weil der Anker Boden gefaßt hatte. Bald standen -wir wieder auf festem Grunde, und ich war außerordentlich befriedigt, -denn eine solche Luftreise bietet ein unbeschreiblich wunderbares -Schauspiel.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_50_Hwdh"><b>Hauptwiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Zusammengezogene und zusammengesetzte Sätze.)</p> - -<h4 id="D_Zusammengesetzte_Saetze_II_50"><b>50. Der letzte Klos.</b></h4> - -<p>Hans und Görge waren eines Tages die Letzten am Tische. Hans hatte -seinen Sitz auf des Vaters Stuhl eingenommen, der kleine Görge dagegen -kniete auf einer breiten Lehnbank.</p> - -<p>In der Schüssel befand sich noch ein einziger Klos und etwas Brühe. -Beides waren die letzten Ueberreste vom Mittagsbrode,<span class="pagenum" id="Seite_39a">[S. 39]</span> denn das -Mittagsmahl war vorüber, und die Tischgäste hatten sich eben entfernt.</p> - -<p>Hans und Görge stierten nicht blos sehnsüchtig, sondern auch habgierig -den dicken und zugleich fetten Klos an. Jeder wollte ihn haben, keiner -gönnte ihn dem andern, denn in beider Herzen wohnten Neid und Mißgunst. -Ihre Augen funkelten, ihre Lippen glitschten im Vorgeschmacke des -Leckerbissens. Einer beobachtete heimlich die Miene des andern, keiner -aber wagte irgend eine Bewegung.</p> - -<p>Der Appetit und die Ungeduld schienen sich indeß bei beiden Brüdern von -Minute zu Minute zu steigern, zudem konnte ja auch jeden Augenblick die -Mutter kommen und den Speiserest forttragen.</p> - -<p>Da endlich streckte Hans beide Hände aus und faßte die Schüssel am -Rande. Im Nu aber packte sie Görge an der entgegengesetzten Seite, -denn er wollte sich den fetten Bissen durchaus nicht so mir nichts dir -nichts entreißen lassen, am allerwenigsten sollte ihn Hans ohne alle -Hindernisse verschlucken dürfen.</p> - -<p>Nun aber entspann sich ein ebenso heftiger als lächerlicher Kampf. -Hans zog hin, Görge her, und zwar erfolgte dieses Hinundher zusehends -schneller und mit merklich sich steigernder Erbitterung und Wuth. Der -arme Klos hatte es am übelsten dabei, denn er wurde unbarmherzig in der -Schüssel herumgekollert und hätte vor Angst bersten mögen.</p> - -<p>Der brüderliche oder vielmehr unbrüderliche Kampf war jetzt aufs -Höchste gestiegen, die Brühe spritzte nach allen Seiten hin, und der -gute Klos rannte wie verzweifelt an den Schüsselwänden empor. Da aber -trat schnell und unerwartet ein tückisches Ereigniß ein, und Kampf -und Sieg waren entschieden. Plötzlich brach nämlich die Schüssel -mitten entzwei, die schöne Brühe ergoß sich auf das Tischtuch, und -der befreite Klos kugelte vom Tische herab auf den Dielen dahin. In -demselben Augenblicke<span class="pagenum" id="Seite_40a">[S. 40]</span> aber sprang Ami unter dem Ofen hervor, fing den -Klos auf, that einen kräftigen Schluck, und weg war er.</p> - -<div class="chapter"> - -<h2 class="nobreak" id="E_Satzgefuege"><b><span class="antiqua">E.</span> -Satzgefüge.</b></h2> - -</div> - -<h3 id="E_Satzgefuege_I"><b>I. Subjectivsätze.</b></h3> - -<h4 id="E_Satzgefuege_I_1">1. Vollständige Subjectivsätze.</h4> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_I_1_51"><b>51. Natur.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Subjectivsatz steht voran.)</p> - -<p>Wer keine Freude an der herrlichen Gottesnatur hat, ist ein gefühlloser -Mensch. Wen ein Sonnenaufgang nicht entzücken kann, verdient nicht -der Sonne Segen. Wessen Herz nicht beim Anblick des Sternenhimmels -die Größe des Schöpfers empfindet, muß keinen Funken Glauben in -sich tragen. Wem der wunderbare Blumenbau nicht die Weisheit Gottes -verkündet, der wird auch durch die Bibel diese Eigenschaft nicht zu -erkennen vermögen.</p> - -<p>Wem der Sinn für Natur abgeht, dem entgehen überhaupt unzählige -Freuden. Was die Vöglein singen, ist ihm leerer Schall. Wovon die -murmelnden Bächlein erzählen, kümmert ihn nicht. Wie zauberisch sich -ein Schmetterling aus der Raupe entwickelt, dünkt ihm nicht der -Beachtung werth. Daß der herbstlich gefärbte Laubwald ein reizendes -Bild ist, bleibt seinen Augen verborgen. Worin die Reize einer schönen -Winterlandschaft bestehen, ist seinen blöden Augen ein Räthsel. Worüber -Tausende inmitten des schönen Gottestempels entzückt aufjauchzen, dünkt -ihm vielleicht gar lächerlich.</p> - -<p>Wer darum sein Leben mit edlen Freuden würzen will, mache die Natur zu -seiner Freundin.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_41a">[S. 41]</span></p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_I_1_52"><b>52. Gottvertrauen.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut. Ob dies Wort von Allen verstanden -wird, ist wol zu bezweifeln. Daß aber vielen Menschen jene Ergebung in -den Willen des Höchsten mangelt, ist dagegen gewiß.</p> - -<p>Wozu dieser Mangel oft führt, zeigt uns die Erfahrung.</p> - -<p>Dem Gottvertrauen innewohnt, der hat eine mächtige Stütze im Leben.</p> - -<p>Was den Gottvertrauenden hinieden auch betrifft, bringt ihn niemals -außer Fassung. Womit ihn der Herr erfreut, veranlaßt ihn zum Danke. -Was das Schicksal ihm auferlegt, wird von ihm geduldig hingenommen. -Warum Gott gerade ihm Leiden sendet, wird in ihm nie ein Gegenstand -kleinmüthiger Frage. Was sein Himmelsvater thut, dünkt ihm wohlgethan.</p> - -<p>Der so zum Herrn steht, ist ein echtes Kind Gottes. Den solcher Glaube -beseelt, ist ein wahrer Christ. Wessen Herz von solcher Zuversicht -durchdrungen ist, der steuert sicher auf dem bewegten Strome des Lebens.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_I_1_53"><b>53. Der Hund.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Subjectivsatz zuletzt.)</p> - -<p>Es ist längst erwiesen, daß schlechte Verpflegung den Hund schließlich -toll macht. Es ist hinlänglich bekannt, daß ein toller Hund unsägliches -Unheil anrichten kann. Es ist oft genug geschildert worden, wie -gräßlich das Ende eines in Tollwuth verfallenen Menschen ist. Trotzdem -ist es aber die große Frage, ob alle Hundebesitzer ihre Pflichten gegen -ihre Thiere gewissenhaft erfüllen.</p> - -<p>Der pflegt seinen Hund nicht, der ihm zu geringe Kost reicht. Der -bekümmert sich wenig um die Gesundheit des treuen<span class="pagenum" id="Seite_42a">[S. 42]</span> Thieres, den sein -Bedürfniß zu saufen nicht rührt. Der liebt den lieben Hausfreund kaum, -dem dessen Winseln vor Kälte kein Erbarmen einflößt.</p> - -<p>Gib darum Deinem Hunde, was ihm gehört. Reiche ihm, was ihn wirklich -nährt. Wende von ihm ab, was ihm schädlich ist. Muthe ihm nicht zu, was -über seine Kräfte geht. Vergiß nie, wie ihn die Natur gebaut hat.</p> - -<p>Der ist ein Thierquäler, der das Alles nicht beachtet. Derjenige sollte -darum auch keinen Hund halten, der seine Bedürfnisse nicht kennt.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_I_1_54"><b>54. Die Erde.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Subjectivsatz vorn und zuletzt.)</p> - -<p>Daß die Erde große Schätze birgt, steht in jeder Naturgeschichte. Es -ist aber sehr fraglich, ob alle schon entdeckt sind.</p> - -<p>Wen Diamanten umstrahlen, der dankt sie der Erde. Wem sein Mittagsbrod -auf goldenen Gefäßen gereicht wird, der gedenke des Fundortes dieses -edlen Metalles. Es wäre möglich, daß ihn dieser Gedanke vor Stolz -bewahrte.</p> - -<p>Was nur irgend aus Metall gefertigt ist, hat seinen Ursprung im Schooße -der Erde. Einleuchten muß es daher, daß auch die Stecknadel ein -Geschenk der Mutter Erde ist.</p> - -<p>Wovon wir unsere Wohnungen bauen, liefert sie uns ebenfalls. Womit wir -uns kleiden, wächst zu einem großen Theile aus ihrem Schooße empor. Was -uns nährt, entsteigt ihrem geheimnißvollen Grunde. Unleugbar ist es -daher, daß sie die Erhalterin alles Lebens ist.</p> - -<p>Es ist längst kein Geheimniß mehr, wie der Erdball entstanden. Wol aber -bleibt es eine offene Frage, wie lange er fortbestehen wird. Wo sein -Ziel gesetzt ist, weiß nur sein Schöpfer. Es steht indeß zu hoffen, daß -die Erde während <em class="gesperrt">unseres</em> Lebens nicht untergehen wird.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_43a">[S. 43]</span></p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_I_2">2. Abgekürzte Subjectivsätze.</h4> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_I_2_55"><b>55. Selbsterkenntniß.</b></h5> - -<p>Es ist eine große Weisheit, sich selbst zu kennen. Wenigen aber nur -fällt es ein, sich selbst zu beobachten. Nur Einzelnen ist es bequem, -über sich selbst nachzudenken. Es ziemt indeß besonders dem Christen, -sich stets zu prüfen. Seine eigenen Fehler zu gestehen, schändet -niemals. Sich schuldig zu bekennen, ehrt oft gar.</p> - -<p>Es ist ja doch menschlich, sich einmal vergessen zu haben. Ebenso -menschlich ist es, sich zu irren.</p> - -<p>Sehr leicht ist es dagegen, Andere zu richten. Manchen scheint es ein -wahres Vergnügen zu sein, fremde Mängel zu enthüllen. Gar Viele finden -eine Freude darin, Anderer Fehler aufzudecken. Ein Splitterrichter zu -sein, ist indeß kein Lob.</p> - -<p>Es bleibt stets gefährlich, sich über Andere zu erheben. Sich selbst zu -bekämpfen, ist der allerschwerste Krieg. Sich selbst zu besiegen, ist -der allerschönste Sieg.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_I_2_56_Wdh"><b>Wiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Vollständige und abgekürzte Subjectivsätze.)</p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_I_2_56"><b>56. Die Todten.</b></h4> - -<p>Daß man die Todten ehrt, ist eine löbliche Sitte. Ihr letztes Ruhebette -zu schmücken, ist nichts Tadelnswerthes. Ihr Begräbniß feierlich zu -gestalten, ist den Angehörigen ein Bedürfniß.</p> - -<p>Wer aber hierbei die rechte Grenze überschreitet, dessen Verfahren -verdient Mißbilligung. Es ziemt auch hierbei Maß zu halten.</p> - -<p>Wirkliche Kleinode mit ins Grab zu geben, ist eine Verschwendung. Was -der Sarg umschließt, ist ja für immer verloren. Der ruht deshalb nicht -sanfter in der Erde, an dessen<span class="pagenum" id="Seite_44a">[S. 44]</span> Fingern Diamanten funkeln. Was an dem -Geschiedenen auf dem Paradebette blitzt, das erlischt im Grabesdunkel.</p> - -<p>Todte zu ehren, ist löblich. Mit Todten Luxus zu treiben, ist -verwerflich. Es wäre rühmlicher, „die Salbe“ zu verkaufen und den Armen -zu geben.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_I_2_57_Hwdh"><b>Hauptwiederholungen.</b></p> - -<p class="s5 center">(Zusammengesetzte Sätze und Satzgefüge.)</p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_I_2_57"><b>57. Im Winter.</b></h4> - -<p>Bruno setzte sich an das Fenster, Heinrich dagegen nahm am Tische -Platz. Was sie zeither gespielt hatten, war ihnen langweilig geworden. -Es ist ja bekannt, daß selbst das schönste Spiel endlich ermüdet.</p> - -<p>Bruno ergötzte sich jetzt an dem wirbelnden Schneefalle, denn der -alte Winterkönig schüttelte die silbernen Flocken mit vollen Händen -herab. Heinrich baute aus Kartenblättern Häuser und Brücken, sogar eine -Festung versuchte er zu errichten.</p> - -<p>Ob sie heute noch Erlaubniß zum Schlittenfahren erhalten würden, -war beiden Brüdern zweifelhaft. Sich draußen im frischen Schnee -herumtummeln zu dürfen, wäre ihnen freilich sehr erwünscht gewesen. Wer -je einmal diese Winterlust genossen hat, wird ihnen diesen Wunsch nicht -verdenken.</p> - -<p>Endlich trat der Vater ein, und sein heiteres Gesicht ließ die Knaben -Hoffnung schöpfen. Was sie hofften, ging in Erfüllung.</p> - -<p>Wen das Schlittenfahren reizte, der konnte gehen. Wem eine -Schneebataille erwünscht schien, der hatte die Erlaubniß dazu. Wie sich -überhaupt die beiden Brüder draußen vergnügen wollten, blieb ihnen -überlassen.</p> - -<p>So viel Freiheit hatten sie nicht erwartet, denn sie kannten die -gewöhnliche Strenge des Vaters. Das aber ist die größte Freude, die uns -unerwartet kommt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_45a">[S. 45]</span></p> - -<p>Bruno und Heinrich eilten hinaus. Wo der Schnee am tiefsten lag, wußten -sie schon. Wozu die Schneewehen für die Kinder da sind, war ihnen -ebenfalls gar wohl bekannt. Daß sie auf der Pfarrwiese zahlreiche -Gesellschaft treffen würden, ließ sich vermuthen.</p> - -<p>Wol an zwei Stunden tummelten sich beide Brüder nach Herzenslust in -der freien Winterflur umher, und bei dieser Belustigung gab es keine -Langeweile.</p> - -<div class="section"> - -<h3 id="E_Satzgefuege_II"><b>II. Prädikatsätze.</b></h3> - -</div> - -<h4 id="E_Satzgefuege_II_58"><b>58. Gott und der Mensch.</b></h4> - -<p>Gott ist, der er war. Gott ist auch, der er sein wird. Er bleibt, der -er stets gewesen.</p> - -<p>Der Mensch dagegen bleibt nicht, der er war. Wol aber wird er einst, -was er war.</p> - -<p>Auch ich werde wieder, was ich einst gewesen. Der Leib verwandelt sich -in Erde. Somit wird so manches Menschen höchster Stolz im Grabe, was er -im Leben gleichgiltig mit Füßen trat. Eine große Thorheit ist es, daß -man dies zu oft vergißt.</p> - -<p>Die Gräber sind es, woran des Lebens ernsteste Gedanken geschrieben -stehen. Die größte Weisheit ist, daß man diese Schrift zu lesen -versteht. Sie ist übrigens derartig, daß sie Jeder lesen <em class="gesperrt">kann</em>. -Demuth sei es daher, wonach wir stets trachten wollen.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_II_59_Hwdh"><b>Hauptwiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Subjectiv- und Prädikatsätze.)</p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_II_59"><b>59. Ein trauriger Pfad.</b></h4> - -<p>Gefährlich ist es, des Lasters Bahn zu gehen. Was anfänglich genußreich -erschien, wird gar zu oft die Ursache bitterer<span class="pagenum" id="Seite_46a">[S. 46]</span> Schmerzen. Worüber der -Sinnenmensch früher jubelte, erscheint ihm später nicht selten als -Gegenstand der Reue.</p> - -<p>Der Lasterhafte wird endlich, was der Sklave an der Kette ist. Er ist -somit, was er um Alles in der Welt nicht sein will. Sein Bestes zu -bedenken, kommt ihm nicht in den Sinn. Das Ende seiner Lebensweise zu -erwägen, vermeidet er absichtlich.</p> - -<p>Sich selbst zu beherrschen, mangelt ihm die Kraft. Wozu ihn sein -Gelüste treibt, wird seine nächste Aufgabe. Wohin der Rausch führen -könne, kümmert ihn nicht.</p> - -<p>Aber der anfangs blumenreiche Lasterpfad bleibt nicht, wie er war. Was -anfänglich Rosen waren, sind zuletzt nur noch Dornen. Was den Körper zu -oft erquickt, richtet ihn zu Grunde. Was den Geist rauschartig aufregt, -stumpft ihn ab.</p> - -<p>Der Schwelger wird als Jüngling, was der Greis in späteren Tagen ist. -Der Fluch der Sünde ist es, worin er seinen Untergang findet.</p> - -<div class="section"> - -<h3 id="E_Satzgefuege_III"><b>III. Beifügesätze.</b></h3> - -</div> - -<h4 id="E_Satzgefuege_III_1">1. Vollständige Beifügesätze.</h4> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_60"><b>60. Ein Schulkreuz.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Beifügesatz zuletzt.)</p> - -<p>Theodor gehörte zu den Schülern, die dem Lehrer Noth machen. Er zeigte -ein Betragen, das keineswegs löblich war. In seinem ganzen Wesen lag -ein Stumpfsinn, der ihn für jeden Tadel gleichgiltig machte. Aus -seinem Auge aber sprach dabei eine gewisse Tücke, die ihn als einen -gefährlichen Nachbar erscheinen ließ.</p> - -<p>Seine Arbeiten waren oft von einer Beschaffenheit, die den Lehrer -in Aufregung versetzte. Oft brachte er Exempel, die er nicht selbst -gerechnet hatte. Zuweilen lieferte er einen<span class="pagenum" id="Seite_47a">[S. 47]</span> Aufsatz ab, der durchaus -nicht aus seiner Feder geflossen war. Nicht selten legte er Zeichnungen -als die seinigen vor, die fremde Hände ausgeführt hatten.</p> - -<p>Er war demnach ein Schüler, der log. Er war ein Mensch, der betrog.</p> - -<p>Natürlich erhielt Theodor Strafen, die sehr empfindlich waren. Er bekam -Censuren, die fast nicht schlechter sein konnten.</p> - -<p>Der Lehrer wies ihm endlich einen Platz an, der ihm zur großen Schande -gereichen mußte. Theodor’s Hände mußten zuletzt sogar Bekanntschaft mit -dem Dinge machen, das man gewöhnlich nur zum Linienziehen verwendet. -Trotzdem aber blieb er ein Schüler, der für die Schule ein Kreuz war.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_61"><b>61. Ein muthiger Knabe.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Beifügesatz in der Mitte.)</p> - -<p>Ein Knabe, der im Walde Beeren suchte, fühlte Hunger. Er setzte sich -deshalb unter einer Eiche, die mit ihren riesigen Aesten viel Schatten -bot, nieder. Ein Stück trockenes Brod, das er aus der Tasche zog, -diente ihm als Mahl. Die Beeren, die er bereits gepflückt hatte, rührte -er indeß nicht an.</p> - -<p>Bald war die höchst einfache Mahlzeit, die ihm jedoch vortrefflich -gemundet, beendet. Da fühlte er plötzlich an dem einen Fuße, den er an -einen Stein gestemmt hielt, einen stechenden Schmerz. Fast zu gleicher -Zeit huschte eine Otter, die er sofort für die Kreuzotter erkannte, -unter den Stein.</p> - -<p>Der Knabe, der sich sofort von der Natter gebissen hielt, erschrak über -die Maßen. Ihm war die Gefahr, die aus einem solchen Bisse entsteht, -aus der Naturgeschichte bekannt. Ihm war aber auch das Mittel, das hier -allein retten konnte, nicht verborgen.</p> - -<p>Er führte den Fuß, der bereits zu schwellen begann, an den Mund. -Hierauf nahm er die verwundete Stelle, die nur unbedeutend<span class="pagenum" id="Seite_48a">[S. 48]</span> blutete, -zwischen die Lippen. Nun fing er mit aller Kraft, die seine Lungen -gestatteten, zu saugen an. Das Blut, das er auf diese Weise in -ziemlichen Massen aussog, spuckte er natürlich aus.</p> - -<p>Dieses Aussaugen der Wunde, das er mit allem Eifer betrieb, setzte er -wol eine halbe Stunde fort. Darauf hielt er den Fuß, der nicht weiter -angeschwollen zu sein schien, in den nahen Waldbach.</p> - -<p>Jetzt erst ging der Knabe, der sich indeß ziemlich ermattet fühlte, -nach Hause. Die Eltern, welche über das Geschehene in große Aufregung -versetzt wurden, riefen sofort einen Arzt herbei. Der betreffende -Arzt, der in seiner Kunst wohl erfahren war, erklärte alle Gefahr für -beseitigt.</p> - -<p>Der Knabe, dessen Geistesgegenwart man allgemein bewunderte, hatte sich -selbst von den schrecklichen Folgen eines Otternbisses gerettet.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_62"><b>62. Flora.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Die Beifügesätze umschreiben ein Eigenschaftswort.)</p> - -<p>Flora, welche sehr strebsam war, liebte besonders die Musik. Ihr Ohr, -das für die Harmonien sehr viel Empfänglichkeit besaß, lauschte jedem -Tone. Kein Genuß ging ihr über das Anhören eines Concertes, das sich -einer guten Ausführung erfreute.</p> - -<p>Flora besaß einen musikalischen Nachahmungstrieb, der oft Staunen -erregte. Melodien, die zum Gemüthe sprachen, spielte sie sofort auf dem -Piano nach. Arien, die einen gediegenen Charakter offenbarten, sang sie -mit Leichtigkeit nach dem Gehör.</p> - -<p>Dieses Talent Flora’s bemerkte ihr Onkel, der ein reicher Mann war. Er -ließ ihr sofort musikalischen Unterricht ertheilen, wie er besser wol -kaum gefunden werden konnte. Durch seine Verwendung genoß sie überhaupt -eine musikalische Ausbildung, die nach jeder Richtung hin ausgezeichnet -genannt werden mußte.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_49a">[S. 49]</span></p> - -<p>Flora machte in kurzer Zeit Fortschritte, die abermals der Bewunderung -werth waren. Schon nach zwei Jahren trat sie in dem Theater, welches -das größte der Stadt war, als Sängerin auf. Ihr Gesang, dessen Reinheit -nichts zu wünschen übrig ließ, fand außerordentlichen Beifall.</p> - -<p>Flora, die bei aller Auszeichnung ihre Bescheidenheit bewahrte, ward -eine berühmte Sängerin. So hatte jener Onkel, der bei allem Reichthum -ein gutes Herz besaß, ihr Glück begründet.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_63"><b>63. Eine Bergpartie.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Beifügesatz umschreibt ein Mittelwort.)</p> - -<p>Der Fuß des Berges, den wir besteigen wollten, war erreicht. Unser -Führer, der im Reisen wohlerfahren zu sein schien, rieth zu einer -kurzen Rast.</p> - -<p>Diesem Rathe, der uns sehr wohlgemeint dünkte, folgten wir gern. -Schnell warfen wir die Reisebündel, die uns nicht wenig drückten, ab. -Ein jeder suchte sich sofort ein Ruheplätzchen, das Schatten gewährte. -Bald machte ein Trunk, der uns schier erquickte, die Runde. Auch ein -Imbiß, der uns Stärke verleihen sollte, wurde genommen.</p> - -<p>Nach einer halben Stunde, die wir traulich verplaudert hatten, setzten -wir unsere Reise fort. Langsam stiegen wir den Abhang, welcher indeß -bald sehr steil wurde, hinan. Namentlich wurde der Marsch durch das -Steingeröll, welches den Pfad bedeckte, ungemein erschwert. Die -Alpenstöcke, die wohl mit Eisen beschlagen waren, fanden bei jedem -Schritte Verwendung.</p> - -<p>Nach einem einstündigen Marsche erreichten wir eine Matte, welche -viel Reize bot. Dicht vor einem Felsen stand eine Sennhütte, welche -zahlreiche Geisen umlagerten. Freundlich grüßte ihr Geläute, das sanft -in die Luft hallte, uns entgegen. Der Anblick der Alpenwiese, die üppig -grünte, war für das Auge<span class="pagenum" id="Seite_50a">[S. 50]</span> ein Genuß. In vollen Zügen schlürften wir den -Alpenkräuterduft, der uns wahrhaft stärkte.</p> - -<p>Mit einem Marschliede, das aufs neue erheiterte, schritten wir über -die liebliche Bergeinsamkeit hinweg. Der Punkt, den wir erreichen -wollten, lag noch etwa 2000 Fuß hoch. Von jetzt an gab es mitunter -Weghindernisse, die nur höchst mühsam zu überwinden waren. Wir -gelangten außerdem wiederholt auf Felsenvorsprünge, welche Schwindel -verursachten. Unter des Führers Zusprache, die uns ermuthigte, strebten -wir indeß vorwärts.</p> - -<p>Ohne Kampf, der allerdings ermüdet, kein Sieg. Nach einer Stunde, -die uns noch fürchterlich anstrengte, standen wir endlich auf dem -Gipfel des Berges. Hier aber lohnte auch der Umblick, der uns förmlich -bezauberte, reichlich unsere Mühe.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_64"><b>64. Verschiedene Besitzungen.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Beifügesatz umschreibt ein Besitz anzeigendes Fürwort.)</p> - -<p>Das Haus, das mir gehört, steht an einem Bache. Der Freund, welchen ich -mein nenne, besitzt auch ein Grundstück. Das Grundstück, das ihm zu -eigen gehört, liegt nahe am Walde.</p> - -<p>Die beiden Besitzungen, die unser Eigenthum sind, haben beide ihre -Vorzüge. Die Lagen, deren sie sich erfreuen, bieten mancherlei Reize. -Ziemlich öde ist dagegen die Lage der Villa, die Du angekauft hast. Ein -Gleiches gilt von dem Rittergute, das Dein Bruder inne hat. Die Asyle, -die Ihr Euch da zu eigen gemacht habt, könnten mir nicht gefallen.</p> - -<p>Der Geschmack, den ich in dieser Beziehung besitze, weicht eben von dem -Eurigen ab. Die Wünsche, die ich in dieser Hinsicht hege, erstrecken -sich auf eine romantische Umgebung. Die Ansprüche dagegen, die Ihr -macht, beziehen sich mehr auf eine schöne Einrichtung im Innern der -Gebäude.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_51a">[S. 51]</span></p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_65"><b>65. Ein Todtenbette.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Beifügesatz umschreibt eine Ortsbestimmung.)</p> - -<p>Das Schloß, das inmitten eines wundervollen Parkes lag, war heute eine -Stätte unendlichen Schmerzes. Der große Saal, durch den sonst heitere -Musik rauschte, hatte müssen in eine stille Todtenhalle verwandelt -werden. Das kostbare Fußgetäfel, über welches oft die geflügelten Füße -fröhlicher Ballgäste glitten, trug heute einen Sarg. Dieser Sarg, um -den herum unzählige Kerzen brannten, barg einen Jüngling.</p> - -<p>Der Todte, auf dem Aller Augen mit tiefer Wehmuth ruhten, war der -einzige Sohn des reichen Schloßbesitzers. Theilnehmende Verwandte -hatten kostbaren Blumenschmuck gesendet, der vor dem Sarge in sinniger -Ordnung aufgestellt war. Riesige Fächerpalmen, die man oberhalb des -Hauptes angebracht hatte, bildeten eine Art Himmelbette.</p> - -<p>An dem Betstuhle, der dicht neben dem Sarge stand, kniete ein betender -Priester. Das Crucifix, das zu Füßen des Paradebettes lehnte, war -umflort.</p> - -<p>Des Jünglings Vater, der an einer nahen Marmorsäule lehnte, sah in -stummem Schmerze vor sich nieder. Die Mutter, welche dicht hinter ihm -stand, barg ihr thränenzerflossenes Antlitz in ihr weißes Taschentuch. -Sogar des Todten Lieblingshund, der nicht von der Seite des Sarges -wich, schien seinen Herrn zu betrauern.</p> - -<p>Dieser Todesfall, der bei Alt und Jung die größte Theilnahme -hervorrief, zeigte so recht die Ohnmacht des Reichthums. Dieser -Schicksalsschlag, der ja doch von oben kam, machte all das irdische -Glück der Schloßfamilie zu nichte. Er führte sie aber auch zur Demuth -vor dem, der jenseits der Sterne wohnt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_52a">[S. 52]</span></p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_66"><b>66. Deutschland.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Beifügesatz umschreibt eine Zeitbestimmung.)</p> - -<p>Der deutsch-französische Krieg, der nach verhältnißmäßig kurzer Zeit -beendet war, ist für die deutschen Länder von großem Segen gewesen. Das -Blut, das damals floß, ist nicht umsonst geflossen. Die verschiedenen -deutschen Staaten, die es vorher gab, haben sich zu einem großen Ganzen -vereinigt. Die vielen deutschen Heerkörper, die sonst unter ebenso -vielen obersten Befelshabern standen, stehen nun unter einem einzigen -Kriegsherrn.</p> - -<p>Die mancherlei deutschen Stämme, die sich vor kurzem noch mehr oder -weniger von einander absonderten, reichen sich jetzt die Bruderhand. -Aus den einzelnen Gebieten, welche vordem zerstückelt umherlagen, ist -ein einziges großes Reich erstanden. Das Deutschthum, das zeither -von gewissen Nationen über die Achsel angesehen wurde, hat sich eine -außerordentliche Geltung erobert. Selbst der gewöhnliche Mann, der -sonst auf seine Angehörigkeit wenig Gewicht legte, fühlt sich jetzt als -Deutscher.</p> - -<p>Aber die Sonne, die nach jenem glücklichen Kriege über unser Vaterland -aufgegangen ist, hat auch sonst noch große Veränderungen bewirkt. Die -Milliarden, die noch heute als Kriegsentschädigung nach Deutschland -einwandern, haben in der Verkehrswelt einen großen Umschwung -hervorgebracht. Der Unternehmungsgeist, der allerdings den Deutschen -stets innewohnte, hat gegenwärtig einen ungeheuren Anlauf angenommen.</p> - -<p>Dadurch sind freilich die Arbeitskräfte, welche bisher in ziemlich -genügender Zahl vorhanden waren, rar geworden. Infolge dessen haben -sich die Arbeitslöhne, die vor dem Kriege mäßige waren, fast um das -Doppelte gesteigert. In gleichem Maße sind die Lebensmittelpreise, wie -wir sie im Jahre 1870 kannten, in die Höhe gegangen.</p> - -<p>Doch das, was einst war, müssen wir vergessen lernen.<span class="pagenum" id="Seite_53a">[S. 53]</span> Halten wir -trotzdem unser liebes Deutschland, wie es jetzt ist, hoch und hehr.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_67"><b>67. Der Lebensmüde.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Beifügesatz umschreibt eine Art und Weise.)</p> - -<p>Ein Greis, welcher unter vielen Lebensstürmen ergraut war, wollte sich -in die Einsamkeit zurückziehen. Zu diesem Zwecke ließ er sich am Ende -seines Vaterdorfes, dessen Häuser ziemlich zerstreut in einem Thale -lagen, eine Hütte bauen. Diese Hütte, die er sich ganz nach seiner -Weise einrichten ließ, sollte sein letztes Asyl im Leben sein.</p> - -<p>Die Wände, die kaum die Dicke eines Mauerziegels hielten, wurden aus -Lehm errichtet. Die Fenster, die beinahe wie Kerkerfenster aussahen, -waren durchaus nicht auf viel Stubenhelle berechnet. Das Dach, welches -man in einfachster Weise mit Stroh gedeckt hatte, reichte an der -Hinterseite fast bis auf die Erde. Auch die innere Einrichtung der -Wohnstube, in der man vergeblich nach dem kleinsten Luxus suchte, trug -das Gepräge der größten Einfachheit.</p> - -<p>Endlich zog der lebensmüde Greis, der längst auf die Vollendung der -Hütte gewartet hatte, ein. Er, der lange genug im Schweiße seines -Angesichts sein Brod gegessen hatte, pflegte hier nun der Ruhe. Um -die Welt, der er unverdrossenen Sinnes seine Kräfte gewidmet hatte, -kümmerte er sich wenig mehr.</p> - -<p>Seine Welt war jetzt ein kleines Gärtchen, das er ohne alle Anstrengung -mit Blumen bepflanzte. Sein treuester Freund war der alte Mops, der ihm -beständig auf Schritt und Tritt folgte.</p> - -<p>So floß sein Lebensabend, der bei aller Entbehrung doch noch manche -stille Freude bot, ruhig dahin. Der stille Rückblick auf die -Vergangenheit, die wie ein sturmbewegter See heute vor ihn lag, kürzte -ihm die Zeit.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_54a">[S. 54]</span></p> - -<p>Endlich nahte seine Sterbestunde, der er schon längst ergebenen Sinnes -entgegengesehen hatte. Sein Ende, das unter einem gläubigen Gebete -erfolgte, war ein sanftes Entschlummern. Die Hütte aber, aus der man -den Entschlafenen ohne Sang und Klang zur Ruhe trug, hieß von Stund an -das Friedenshäuschen.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_68"><b>68. Vaterlandsliebe.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Beifügesatz umschreibt einen Grund oder Zweck.)</p> - -<p>Ein Bauer, der durch eine Erbschaft sehr reich geworden war, hatte -einen einzigen Sohn. Diesen Sohn, für dessen Zukunft sich nun eine -glänzende Aussicht eröffnete, liebte er mit rührender Herzlichkeit. -Sein Gotthold, der wegen seiner guten Aufführung auch im ganzen Dorfe -geliebt wurde, war sein größter Stolz. Uebrigens gehörte Gotthold, -seines schlanken Wuchses halber, zu den schönsten Burschen der Umgegend.</p> - -<p>Da brach ein Krieg herein, der zur Rettung des Vaterlandes geführt -werden mußte. Der König, welcher kraft seiner Macht das Kriegsheer -verstärken konnte, ließ sofort Rekruten ausheben. Einzelne junge -Männer, die aus Furcht vor den Kriegsgefahren entflohen, wurden -gewaltsam zurückgebracht. Viele Jünglinge indeß, die um des Vaterlandes -willen gern ihr Leben einsetzen wollten, stellten sich freiwillig. Auch -Gotthold, der überhaupt für den Soldatenstand schwärmte, eilte aus -freiem Entschlusse zu den Waffen.</p> - -<p>Wenige Wochen darauf wurde er dem Regimente, das zum Schutze der -Hauptstadt bestimmt war, einverleibt. Sein schon betagter Vater, der -vor Besorgniß um den einzigen Sohn keine Nacht ruhig schlafen konnte, -holte täglich Nachricht über den Stand der Dinge ein.</p> - -<p>Da endlich langte gerade an dem Sonntage, der der Erinnerung an die -Heimgegangenen geweiht ist, die Kunde von einem<span class="pagenum" id="Seite_55a">[S. 55]</span> blutigen Kampfe um den -Besitz der Hauptstadt an. Glücklicherweise ließ die Botschaft von der -gänzlichen Niederlage des Feindes, die durch den Telegraphen vermittelt -wurde, nicht lange auf sich warten.</p> - -<p>Leider hatte Gotthold diesen Sieg, der für die Rettung des Landes den -Ausschlag gab, mit seinem Leben bezahlen müssen. Sein Vater, der zwar -für den Augenblick von diesem Schicksalsschlage wie zerschmettert -schien, brach indeß keineswegs in ein verzweifeltes Wehklagen aus. Er -ertrug den Schmerz über den herben Verlust, den er um des Vaterlandes -willen erlitten, mit stiller Ergebung. Von seinem Sohne aber, der -durch seinen Tod den Sieg erkaufen half, sprach er sein Lebelang mit -sichtlichem Stolze.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_69"><b>69. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Beifügesatz umschreibt ein Hauptwort im zweiten Falle.)</p> - -<p>Das Gesetz, wonach in Deutschland jetzt jeder gesunde junge Mann -zum Militärdienste verpflichtet ist, ist gewiß ein gerechtes. Die -frühere Einrichtung, welcher zufolge sich die Söhne der Reichen vom -Militär freikaufen konnten, hatte große Schattenseiten. Warum sollte -blos der Arme die Pflicht, den Fürstenthron zu schützen, zu erfüllen -haben? Warum sollten blos die Söhne unbemittelter Eltern den schweren -Eid, nach welchem der Soldat das Vaterland mit Blut und Leben zu -vertheidigen hat, auf sich nehmen?</p> - -<p>Die Zusicherung, daß Jedermann vom Staate gleichen Schutz genießt, -legt auch Allen gleiche Pflichten gegen den Staat auf. Wollen wir also -die weise Verfügung, kraft deren jetzt der Millionär neben dem ärmsten -Nachtwächterssohne unter der deutschen Fahne steht, freudig begrüßen. -Möge jeder junge Soldat den Schwur, vermöge dessen er unverbrüchliche -Treue gelobt, in Ehren halten!</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_56a">[S. 56]</span></p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_70"><b>70. Das kindliche Spiel.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Beifügesatz umschreibt ein Zeitwort in reiner Form.)</p> - -<p>Der Trieb, demzufolge das Kind gern spielt, ist ein sehr natürlicher. -Es darf darüber natürlich die Pflicht, die es für die Schule arbeiten -heißt, nicht vergessen.</p> - -<p>Sehr verschieden ist die Art, in der manche Kinder ein Spiel treiben. -Kleinen Kindern muß oft die Weise, nach welcher ein Spiel zu handhaben -ist, erst gelehrt werden. Sie zeigen in der Regel anfänglich das -Bestreben, daß sie die Spielgegenstände am liebsten zerstören möchten.</p> - -<p>Bei geselligen Spielen tritt leider oft die Sucht, daß der Einzelne -über die Andern gern herrschen möchte, recht deutlich hervor. Man muß -aber diesen Hang, demzufolge ein Einzelner allen Andern befehlen will, -unbedingt tadeln. Jedem Mitspielenden muß das Recht, wonach er sich für -ein gewisses Spiel entscheiden kann, freistehen.</p> - -<p>Ebenso darf auch bei sogenannten Glücksspielen der Wunsch der Kinder, -daß sie gewinnen möchten, nie zur Leidenschaft werden. Die Möglichkeit, -daß man im Glücksspiele auch verlieren kann, muß jedem Spieler vorweg -einleuchten.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_71"><b>71. Räthsel.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Beifügesatz umschreibt ein Doppelhauptwort.)</p> - -<p>Alfred und Heino gaben sich gegenseitig Räthsel auf. Alfred brachte -folgende zum Vorschein:</p> - -<div class="poetry-container"> -<div class="poetry"> - <div class="stanza"> - <div class="verse indent2">Wie heißt das Stroh, womit das Dach man deckt,</div> - <div class="verse indent2">Wie nennst du das, drauf man im Bett sich streckt,</div> - <div class="verse indent2">Wie heißt das Dach, das man aus Stroh gewinnt,</div> - <div class="verse indent2">Und wie der Mann, deß Glieder Stroh nur sind?</div> - <div class="verse indent2">Nenn’ mir das Bier, das gleich vom Faß man trinkt,</div> - <div class="verse indent2">Und wieder das, das aus der Flasche blinkt.</div><span class="pagenum" id="Seite_57a">[S. 57]</span> - <div class="verse indent2">Wie heißt das Faß, dem frisch das Bier entfließt,</div> - <div class="verse indent2">Und wie das Glas, aus dem man Bier genießt?</div> - <div class="verse indent2">Wie heißen Maler, die die Stube schmücken,</div> - <div class="verse indent2">Und die, die uns durch Landschaftsbilder oft entzücken?</div> - <div class="verse indent2">Wie nennst die Stube Du, da still ein Maler schafft,</div> - <div class="verse indent2">Und die, drin uns der Schlaf gibt neue Kraft?</div> - </div> -</div> -</div> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_72"><b>72. Die Bienen.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Beifügesatz umschreibt eine Zahlbestimmung.)</p> - -<p>Die Bienen eines Stockes, deren Zahl oft 15000 beträgt, bilden eine -Art Königreich. Die Honigbienen, die ziemlich stark vertreten sind, -erscheinen als die eigentlichen Arbeiter. Die Drohnen, deren Zahl -geringer ist, machen den Hofstaat aus.</p> - -<p>Neben den Honigzellen bauen die Bienen auch Brutzellen, die man -ebenfalls nach Tausenden zählen kann. Die Eier, welche eine gleich -große Menge bilden, legt einzig und allein die Königin.</p> - -<p>An einem günstigen Tage kann von den Bienen eines reich bevölkerten -Bienenstockes eine Honigmenge, die das Gewicht von zehn Pfund -erreichte, eingeheimst werden.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_73"><b>73. Biblische Beinamen.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Beifügesatz umschreibt eine Apposition.)</p> - -<p>Die Sitte, in irgend einer Weise sich auszeichnenden Menschen einen -besonderen Beinamen zu geben, ist uralt. Den ersten erhielt Adam, den -man den Stammvater des Menschengeschlechts nannte. Einer gleichen Ehre -hatte sich Abraham, der als der Erzvater bezeichnet wurde, zu erfreuen.</p> - -<p>Zu diesen bevorzugten biblischen Personen gehört auch der König Salomo, -dem man bekanntlich den Ehrentitel „der Weise“ beilegte. Unbestritten -aber führt Christus, der als der Sohn Gottes bezeichnet wird, den -erhabensten Beinamen.</p> - -<p>Die biblischen Beinamen sind indeß nicht immer solcher<span class="pagenum" id="Seite_58a">[S. 58]</span> Natur, daß die -betreffende Person dadurch geehrt wird. Wir denken dabei an Herodes, -welcher der Grausame benannt worden ist. Auch an Judas, der den Namen -„Verräther“ führt, müssen wir uns hierbei erinnern. Ebenso ist Thomas, -den man als den Ungläubigen bezeichnet hat, hierher zu rechnen. Nicht -minder gehört Antiochus, den man zu den Tyrannen zählt, in diese Klasse.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_III_1_74_Wdh"><b>Wiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Alle Arten Beifügungen.)</p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_III_1_74"><b>74. Der sterbende Löwe.</b></h4> - -<p>Ein Löwe, der ein hohes Alter auf seinem Rücken trug, lag vor seiner -Höhle. Die Mähne, die einst in üppiger Fülle seinen Leib schmückte, -hing nur noch in dünnen Büscheln über die Schultern. Das Auge, das -sonst feurig durch die Wüste spähte, stierte matt vor sich hin. Aus -den früher so mächtigen Tatzen, die sich jetzt auf dem heißen Sande -hinstreckten, war alle Kraft gewichen.</p> - -<p>Das Mahl, das sich der Löwe gestern herbeigeholt hatte, war von ihm -unberührt geblieben. Der gute Appetit, dessen er sich stets erfreute, -schien gänzlich verschwunden. Auch an ihm behauptete das Naturgesetz, -demzufolge selbst der Stärkste dem Tode verfällt, seine Rechte.</p> - -<p>Der Wunsch, daß man den Beherrscher der Wüste gern noch einmal sehen -möchte, führte eine Menge Thiere herzu. Darunter befanden sich freilich -auch solche, welche die Schadenfreude herbeitrieb. Man sah sogar -einige, die nun ihren Haß an dem hinfällig Gewordenen auslassen wollten.</p> - -<p>Der Fuchs, der zu den ärgsten Feinden des Löwen gehörte, kränkte ihn -mit allerlei beißenden Reden. Der Wolf, dem der Wüstenkönig einmal -ein feistes Lamm abgejagt hatte, schimpfte den Sterbenden einen -schändlichen Räuber. Ein Büffel, der seit<span class="pagenum" id="Seite_59a">[S. 59]</span> Jahren in Furcht vor dem -Löwen lebte, stieß ihn mit seinen Hörnern. Sogar ein träger Esel, der -aus bloser Laune den König der Thiere nie leiden konnte, versetzte ihm -noch einen Schlag mit seinen Hufen.</p> - -<p>Da trat endlich ein Roß, dem der Löwe nur unlängst noch sein Junges -zerrissen hatte, herzu. Es richtete sein Auge, dessen Ausdruck von -Mitleid zeugte, schweigend auf den Sterbenden. Dieses edle Thier -konnte die gemeine Gesinnung, derzufolge man sich an einem unschädlich -gewordenen Feinde rächt, nur verabscheuen. Es hielt eine solche -Handlungsweise, die nur aus Niederträchtigkeit hervorgehen kann, für -die größte Schande.</p> - -<p>Der Löwe, dem dieser Edelmuth nicht entging, warf dem Pferde einen -dankbar gerührten Blick zu. Bald darauf aber machte der Tod, mit dem er -schon geraume Zeit kämpfte, seinem Leben ein Ende.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_1_75"><b>75. Das Wasser.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Das Wasser, welches ein tropfbar-flüssiger Körper ist, bedeckt zu -zwei Drittheilen die Erdoberfläche. Seine Farbe, die durch die darin -aufgelösten Stoffe bedingt wird, tritt verschieden auf.</p> - -<p>Fast himmelblau leuchten uns die Spiegel derjenigen Seen, welche sich -zwischen den Alpen ausbreiten, entgegen. Im schillernden Dunkelgrün -wälzt die Woge, die der Sturm auf dem Weltmeere vor sich her treibt, -dem Ufer zu. Fast farblos dagegen erscheint der Strahl, der sich aus -dem Röhrbrunnen ergießt.</p> - -<p>Außerordentlich mannichfaltig sind die Formen, in denen uns das Wasser -begegnet. Als Dunstbläschen, in welche es durch Wärme verwandelt -worden ist, steigt es in die Luft. In Tropfen fällt es aus den Wolken, -die langsam über unsern Häuptern dahinziehen, herab. Im Frühlinge -überzieht es zuweilen die<span class="pagenum" id="Seite_60a">[S. 60]</span> Flur mit Reif, der uns dann als eine Art -Feenschleier erscheint. Auch in Gestalt von Graupeln, die in den höhern -Luftschichten gebildet werden, bekommen wir es nicht selten zu sehen.</p> - -<p>Grausig klingt bei mächtigem Gewitter das Herniederdonnern der -Schloßen, die durch ihren Niederschlag oft große Verheerungen -anrichten. Alle Eisdecken, welche im Winter die Gewässer tragen, sind -Gebilde aus Wasser. Und wem wäre nicht die Entstehung des Schnees, der -das Schlummergewand der Erde bildet, bekannt?</p> - -<p>Unendlich groß ist der Segen, den das Wasser gewährt. Es erhält alles -Leben, das die weite Erde trägt. Selbst das kleinste Pflänzchen, das -auf dem dürrsten Sandboden gedeiht, kann ohne Wasser nicht fortbestehen.</p> - -<p>Das Wasser trägt auf seinem Rücken Lasten, deren Gewicht Staunen -erregen muß. Es setzt gewaltige Räder, durch welche wieder große -Maschinen in Thätigkeit gebracht werden, in Bewegung. Durch die -Eigenschaft, vermöge deren es sich durch Hitze in Dämpfe verwandelt, -wird es für die riesigsten Fahrzeuge zum treibenden Elemente.</p> - -<p>Freilich kann auch das Wasser, wenn es zur Flut wird, unsagliches -Unheil anrichten. Wer zählt die unglücklichen Opfer, die schon das -sturmdurchtobte Meer verschlungen?</p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_III_2">2. Abgekürzte Beifügesätze.</h4> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_2_76"><b>76. Bete und arbeite.</b></h5> - -<p class="mtop2">Wendler, ein schlesischer Leineweber, hatte vom Leben sehr verkehrte -Ansichten. Die Pflicht, sein Daheim zu erhalten, legte er lediglich in -Gottes Hand. Die Annahme, Gott erhöre jedes Gebet, verleitete ihn zum -Müßiggange. Der Gedanke, einen Tag verfaulenzt zu haben, störte ihn -nicht.</p> - -<p>Dagegen befriedigte ihn das Bewußtsein, heute wieder ein recht -fleißiger Beter gewesen zu sein. Die Hoffnung aber, durch Gebet Alles -erreichen zu können, ist eine Thorheit.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_61a">[S. 61]</span></p> - -<p>Gott, unser wahres Wohl im Auge habend, fordert auch den Gebrauch -unserer eigenen Kraft. Er, obgleich von unendlicher Güte, gibt nichts -im Schlafe.</p> - -<p>Wendler, einst gar nicht unbemittelt, versank mit der Zeit in Armuth. -Der Arbeit, dieser Würze des Lebens, hatte er sich gänzlich entwöhnt. -Und so wurde er, alle Mahnungen unbeachtet lassend, auch noch ein -vollendeter Taugenichts. Endlich mußte Wendler, unter dem Namen -Betbruder bekannt, sein Brod sogar vor den Thüren suchen.</p> - -<p>Dein Bedürfniß, täglich mit Deinem Gott reden zu müssen, verdränge -daher nie den Trieb zur Arbeit. Bei dem Triebe, durch rührige -Thätigkeit Dein Auskommen zu sichern, vergiß aber auch nie das Gebet.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_III_3_77_Wdh"><b>Wiederholung.</b></p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_III_3">3. Vollständige und abgekürzte Beifügesätze.</h4> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_3_77"><b>77. Napoleon I.</b></h5> - -<p class="mtop2">Napoleon, der Große genannt, war seiner Zeit der Gefürchtete von ganz -Europa. Sein Eroberungsgelüste, welches keine Grenzen kannte, erfüllte -manchen andern Herrscher mit Zittern. Seine Siege, für ihn selbst -freilich oft recht opferschwer, wurden in den deutschen Staaten mit -Entsetzen vernommen.</p> - -<p>Ein Fürst nach dem andern mußte sich unter sein Scepter, das einer -blutigen Geißel glich, beugen. Ein Land nach dem andern fiel seinem -Kriegsglücke, das allerdings durch sein großes Feldherrntalent bedingt -wurde, zum Opfer.</p> - -<p>Somit schien er sein Ziel, Weltherrscher zu werden, wirklich erreichen -zu sollen. Der König aller Könige aber, der allmächtige Weltenlenker, -gebot endlich den stolzen Wellen. Der Stern, der zeither über dem -Haupte des großen Kaisers glänzte, verdüsterte sich.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_62a">[S. 62]</span></p> - -<p>In der deutschen Nation, durch die Noth geeinigt, zog sich ein schweres -Gewitter über ihm zusammen. Seine Macht, die jetzt in höchster Blüthe -stand, wurde gebrochen. Auf Leipzigs Ebenen, den ewig denkwürdigen, -erlitt er eine seiner furchtbarsten Niederlagen. Eine kleine Insel, -welche mitten im Meere liegt, wurde dem Ueberwundenen von seinen -Siegern zum Asyl angewiesen. Auf St. Helena beschloß endlich Napoleon, -der gefangene Kaiser, sein sturmbewegtes Leben.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_III_4_78Hwdh"><b>Hauptwiederholung.</b></p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_III_4">4. Subjectiv-, Prädikat- und Beifügesätze.</h4> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_III_4_78"><b>78. Die Sklaven.</b></h5> - -<p class="mtop2">Daß es noch immer Sklaven gibt, ist eine beklagenswerthe Thatsache. -Auch der Neger ist, was wir sind. Er gehört zu den Menschen, den -Ebenbildern Gottes.</p> - -<p>Furchtbar schrecklich ist das Loos, das den armen Sklaven beschieden -ist. Was des Menschen höchstes Glück ausmacht, ist ihnen für das ganze -Leben genommen. Die Freiheit, die goldene, kennen sie nicht. Unter -einer Arbeitslast, die oft ihre Kräfte übersteigt, müssen sie ihre Tage -verbringen. Die Pflicht, derzufolge sie sich dem Willen ihres Herrn -bedingungslos zu unterwerfen haben, wird ihnen meist mit der Knute -gelehrt.</p> - -<p>Die allerscheußlichsten Scenen, die ein Menschenauge nur sehen kann, -bietet ein Sklavenmarkt. Da stehen die armen Schwarzen, mit teuflischer -List eingefangen, gleich Opferthieren. Was in ihrem Innern vorgeht, -prägt sich in ihren Mienen aus. Ihren Ohren kann nicht entgehen, wie um -sie gefeilscht wird.</p> - -<p>Ihre allergrößte Besorgniß ist, daß sie von ihren Angehörigen getrennt -werden könnten. Auch das Herz, das der Allvater in die Negermutter -gelegt, umfängt ja ihr Kind mit zärtlicher Liebe. Auch das Negerkind, -obgleich in der Wildniß aufgewachsen, erkennt seine Eltern als die -besten Freunde.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_63a">[S. 63]</span></p> - -<p>Dank sei denjenigen Staaten, welche innerhalb ihrer Grenzen das Unwesen -der Sklaverei abgeschafft haben. Ob dies noch in diesem Jahrhunderte -allenthalben geschehen wird, ist sehr die Frage. O laßt doch die armen -Sklaven wieder werden, was sie einst waren! Erhebt sie wieder zu freien -Menschen, die gleiche Rechte mit uns allen haben.</p> - -<div class="section"> - -<h3 id="E_Satzgefuege_IV"><b>IV. Ergänzungssätze.</b></h3> - -</div> - -<h4 id="E_Satzgefuege_IV_1">1. Vollständige Ergänzungssätze.</h4> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_IV_1_79"><b>79. Saat und Ernte.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Im 4. Falle.)</p> - -<p>Was der Mensch säet, das wird er ernten. Möchte ein Jeder beachten, daß -in diesem Satze ein sehr ernster Fingerzeig für das Leben liegt.</p> - -<p>Jeder vernünftige Mensch muß darum stets reiflich erwägen, was er -thut. Er muß jederzeit bedenken, wie sich die Folgen seiner Handlungen -gestalten können. Er muß mit Ruhe überlegen, wohin seine Schritte -möglicherweise führen.</p> - -<p>Der ist kein Weiser, den das Alles nicht kümmert. Diejenigen sind darum -auch nicht zu bedauern, die jenen Fingerzeig nicht beachten.</p> - -<p>Der Müßiggänger muß wissen, wohin die Faulheit endlich bringt. Der -Verschwender muß einsehen, daß durch unsinnige Ausgaben auch der größte -Reichthum vernichtet werden kann. Dem Schwelger muß die Erfahrung -gelehrt haben, daß durch ein wüstes Leben die leibliche Gesundheit -untergraben wird. Der Spieler darf sich nie verhehlen, daß die -Spielwuth die Brücke zu vielen andern Lastern ist.</p> - -<p>Von den toll in den Tag Hineinlebenden weiß man nie, wo die Fahrt zu -Ende geht. Wie Mancher hat es schon am Ende<span class="pagenum" id="Seite_64a">[S. 64]</span> seiner Tage bitter bereut, -bösen Samen auf seine Lebensbahn gestreut zu haben.</p> - -<p>Bedenke darum in frühester Jugend schon, was Dir einmal frommen kann. -Träume Dir nie, Du seist vor all jenen Thorheiten sicher. Was Dich in -Versuchungsstunden schützen kann, findest Du in der Religion.</p> - -<p>Vergiß nie, was Du in diesem Artikel gelesen hast.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_IV_1_80"><b>80. Die kranke Freundin.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Johanna erfuhr eines Tages, daß ihre Freundin krank sei. Sie vernahm -auch, worin die Krankheit bestand. Daß der Zustand der Freundin -keineswegs ungefährlich erscheine, hatte ihr deren Arzt gesagt.</p> - -<p>Da überlegte denn nun Johanna, womit sie der Kranken eine Freude -bereiten könne. Das freilich konnte sie der am Magen Leidenden nicht -anbieten, was diese in gesunden Tagen gern aß.</p> - -<p>Endlich fiel ihr ein, daß die Freundin die Feldblumen sehr liebe. -Johanna wußte, wo die schönsten zu suchen seien. Sie fand daher sehr -bald, was sie suchte. Das gute Mädchen verstand es ausgezeichnet, aus -diesen einfachen Kindern der Flur einen reizenden Strauß zu binden.</p> - -<p>Die Kranke errieth sogleich, woher die sinnige Gabe komme. Die Freude -über dieselbe bewirkte, daß sich jene auf einige Zeit wohler fühlte.</p> - -<p>Einige Tage später erfuhr Johanna, daß ihre Freundin auf dem Wege -der Genesung sei. Wieder einige Tage darauf schrieb diese ihr sogar -eigenhändig, daß sie nächsten Sonntag wieder ausgehen werde. Zugleich -versprach sie, daß ihr erster Besuch Johanna gelten solle.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_65a">[S. 65]</span></p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_IV_1_81"><b>81. Lebensregeln.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Im 3. Falle.)</p> - -<p>Wer sich Dir anvertraut, dem leihe Dein Ohr. Wen Du dagegen nicht -kennst, dem vertraue kein Geheimniß. Wer einer Gabe bedürftig ist, dem -verschließe Deine Hand nicht. Der Dir dafür nicht dankt, dem gib noch -einmal.</p> - -<p>Wer Dich haßt, dem reiche kein Messer. Dem aber weiche nicht aus, der -Dir die Hand zur Versöhnung bieten will. Danke dem, der Dich grüßt. Der -Dich indeß nicht grüßt, dem zürne nicht.</p> - -<p>Wer seine Ehre lieb hat, dem muß auch der böse Schein verhaßt sein. Wer -aber von der Welt falsch beurtheilt wird, dem muß sein unbeflecktes -Gewissen zum Troste dienen.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_IV_1_82"><b>82. Mütterliche Lehren.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Mutter Regine mußte heute dem die Hand zum Abschiede reichen, der -bisher ihr Liebling gewesen war. Wer ihre Liebe zu ihrem ältesten Sohn -kannte, dem sind ihre heißen Thränen gewiß erklärlich vorgekommen. Wer -auf die Wanderschaft geht, dem kann ja Mancherlei zustoßen.</p> - -<p>Regine befahl in dieser Trennungsstunde den noch unerfahrenen Sohn -dem, der jedes Menschen Geschick mit Weisheit lenkt. Darauf legte -sie dem Scheidenden noch Folgendes ans Herz: „Wandere allezeit mit -dem im Herzen, der auch im finstern Thale unser Stab ist. Wer das -Gottvertrauen nicht fahren läßt, dem ist des Himmels Beistand immer -nahe.</p> - -<p>Traue dagegen nicht Jedem, der sich Dir als Freund anbietet. Der Weise -mißtraut dem am meisten, der ihm am meisten schmeichelt. Gib jederzeit -Ehre, dem Ehre gebührt. Wer Dich vor einer Thorheit warnt, dem küsse -die Hand. Vergib dem, der Dich einmal beleidigen sollte.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_66a">[S. 66]</span></p> - -<p>Der Dich zum Zorne reizt, dem gehe aus dem Wege. Wem Du in irgend einer -Weise helfen kannst, dem versage Deine Dienste nie. Wer Dir selbst -dient, dem bleibe den Dank nicht schuldig.</p> - -<p>Entfliehe denen, die verbotene Wege gehen wollen. Wer sich unter die -Wölfe begibt, dem ist bald das Heulen gelehrt. Wem das Diebeshandwerk -gefällt, dem kann ein Strick zum Halsband werden. Wer dagegen immer auf -Gottes Wegen wandelt, dem wird es allezeit wohlgehen.“</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_IV_1_83"><b>83. Kindespflicht.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Im 2. Falle.)</p> - -<p>Der alte Vater Erasmus bedurfte, daß ihn eine liebende Hand pflegte. -Zudem war er es auch würdig, daß ihm von seinen Kindern dieser -Liebesdienst erwiesen werde. Niemand vermochte ihn zu beschuldigen, daß -er gegen dieselben je eine Pflicht versäumt habe.</p> - -<p>Trotz alledem aber wurde sein ältester Sohn dessen überführt, daß er -den guten Alten ungebührlich behandelt habe. Der Undankbare versicherte -dessenungeachtet ganz trotzig, daß er unschuldig sei.</p> - -<p>Eines Tages ließ ihn der Geistliche des Ortes zu sich kommen und -ermahnte ihn mit folgenden Worten: „Erinnere Dich dessen, der einst als -der beste Sohn auf der Erde wandelte. Sei doch eingedenk alles dessen, -was Dein Vater an Dir gethan hat. Werde Dir überhaupt bewußt, wie -treulich Dich Deine Eltern einst gepflegt haben. Vergiß es nie, was sie -für unzählige Opfer um Deinetwillen brachten.</p> - -<p>Befleißige Dich daher, daß Du Deinem Vater all seine Liebe vergeltest. -Freue Dich, daß Du ihn überhaupt noch besitzest. Zudem bedenke, daß -auch Du einmal älter wirst.“</p> - -<p>Diese Rede ging dem Sohne zu Herzen. Er klagte sich jetzt<span class="pagenum" id="Seite_67a">[S. 67]</span> selbst an, -daß er der Pflichten gegen seinen Vater vergessen habe. Er zieh sich -selbst, daß er bisher ein höchst undankbares Kind gewesen sei. Und von -dieser Stunde an blieb er eingedenk dessen, was das vierte Gebot von -jedem Kinde fordert.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_IV_1_84"><b>84. Ein edler Fürst.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Ergänzungssatz umschreibt ein Hauptwort mit Verhältnißwort.)</p> - -<p>Ein edler Fürst lebt nur dafür, daß es seinem Volke wohlgehe. Er -trachtet zunächst darnach, daß die Landesgesetze immer vollkommener -werden. Er hält aber auch darauf, daß man sie allenthalben erfülle. Er -forscht, worin ein Nothstand seine Ursache haben könne. Darauf trachtet -er, daß die Quelle des Uebels verstopft werde.</p> - -<p>Ein edler Fürst kümmert sich, daß ein Jeder vor dem Gesetze gleiche -Rechte habe. Er erkundigt sich angelegentlich, wie der Stand der -Volksbildung sei. Er freut sich, wenn die Schulen immer größere -Fortschritte erzielen. Er verwendet sich auch dafür, daß die Kunst zu -immer größerer Blüthe gelange.</p> - -<p>Ein edler Fürst sorgt getreulich für die, welche im Dienste des -Vaterlandes zu Schaden gekommen sind. Er übt Gnade an denjenigen, die -in Verblendung am Gesetze sündigten.</p> - -<p>Er glaubt, daß über ihn noch ein Höherer waltet. Diesen König aller -Könige aber bittet er, daß er ihm Weisheit schenke.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_IV_1_85"><b>85. Der alte Räuberhauptmann.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Ergänzungssatz umschreibt eine Zeitwort in abhängiger Form.)</p> - -<p>Ein alter Räuberhauptmann fürchtete, daß er sein Leben noch auf dem -Schaffote enden werde. Er wünschte daher, daß er bald sterben möge. Er -verlangte sogar, daß man ihm Gift beibringe.</p> - -<p>Seine Leute verneinten indeß, daß sie ihm in diesem Falle gehorchen -müßten. Der alte Sünder hoffte nun von Tag zu Tag, daß er erkranken -möchte.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_68a">[S. 68]</span></p> - -<p>Eines Abends glaubte er auch wirklich, daß sein Körper fiebere. Er -bildete sich sogar ein, daß er bereits phantasire. Er wähnte, daß er -merklich ermatte. Aber er begehrte nicht, daß man ihm etwas Stärkendes -zu trinken gebe. Er vermied sogar mit allem Ernste, daß er in einen -Schlaf verfalle. Die Krankheit war indeß nicht zum Tode. Seine Natur -nöthigte ihn, daß er genesen mußte. Der Himmel zwang ihn, daß er noch -am Leben bleibe.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_IV_1_86"><b>86. An der Indianergrenze.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Ergänzungssatz in unbestimmter Redeweise.)</p> - -<p>Ein Farmer erfuhr, daß ein Haufen räuberischer Indianer im Anzuge sei. -Sein Nachbar versicherte, daß er schon einige in der Nähe gesehen habe. -Ein Kuhhirte wollte sogar wissen, daß die Räuber gegen fünfzig Mann -stark wären. Ein zufällig dazukommender Reisender behauptete wieder, -daß es die Indianer auf eine ganz andere Gegend abgesehen hätten.</p> - -<p>Man einigte sich indeß, daß man in jedem Falle Vertheidigungsmaßregeln -ergreifen müsse. Es wurde daher beschlossen, daß sich jeder Anwohner -bewaffne. Zu gleicher Zeit aber wurde auch befohlen, daß keiner -unnöthiger Weise von der Waffe Gebrauch machen solle. Ebenso wurde -angeordnet, daß Niemand vorläufig seine Behausung verlassen dürfe. -Namentlich empfahl der Fremde, daß ein Angriff erst abgewartet werde.</p> - -<p>Zum Glück konnte bald darauf ein Abgesandter berichten, daß der -Indianerschwarm jedenfalls vorüberziehe. Er wollte sich überzeugt -haben, daß die Horde auf das nächste kleine Städtchen zusteuere. Man -glaubte indeß, daß man trotzdem immer noch auf der Hut sein müsse.</p> - -<p>Erst den nächsten Morgen nahm man an, daß nun alle Gefahren vorüber -seien. Der Farmer gebot, daß Jeder seine Waffe wieder aus der Hand -lege. Damit solle indeß nicht gesagt sein, daß die Räuberhorde nicht -später wiederkehren könne.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_69a">[S. 69]</span></p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_IV_2">1. Abgekürzte Ergänzungssätze.</h4> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_IV_2_87"><b>87. Der Tollkühne.</b></h5> - -<p class="mtop2">Joseph bildete sich ein, ein vorzüglicher Schwimmer zu sein. Er -wünschte deshalb, einmal seine Bravour zeigen zu können.</p> - -<p>Eines Tages kündete er seinen Kameraden an, über den nahen, breiten -Strom schwimmen zu wollen. Sie riethen ihm indeß, davon abzusehen. Sie -beschlossen sogar, seinem Wagestücke gar nicht zuzusehen.</p> - -<p>Joseph aber blieb dabei, seine Kraftprobe auszuführen. Er versicherte, -keine Furcht zu kennen. Er bat deshalb die Kameraden, ihn zu begleiten.</p> - -<p>Diese kamen endlich überein, ihm zum Flusse zu folgen. Der Tollkühne -berechnete nicht, dem reißenden Strome nicht gewachsen zu sein. Das -Schicksal verurtheilte ihn, seine Verwegenheit mit dem Leben zu büßen.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_IV_3_88_Wdh"><b>Wiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Verschiedene Arten der Ergänzungssätze.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_IV_3_88"><b>88. Der feuerspeiende Berg.</b></h5> - -<p class="mtop2">Des Försters zehnjähriger Wilibald wußte recht gut, daß das Pulver -ein gefährliches Ding ist. Sein Vater hatte ihm wiederholt gesagt, -was für großes Unglück schon durch unvorsichtigen Umgang mit diesem -Schießmaterial herbeigeführt worden sei.</p> - -<p>Wilibald aber folgte dem nicht, der ihn schon oft gewarnt hatte. Er -blieb dessen nicht eingedenk, was ihm sein Vater sagte.</p> - -<p>Einmal nahm er sich vor, einen Sandhaufen in einen feuerspeienden -Berg zu verwandeln. Er vermeinte, daß dies mit Schießpulver leicht -ausführbar sei.</p> - -<p>Wilibald war dessen gewiß, daß sein Vater heute erst spät heimkehren -werde. Er hoffte deshalb, sein Werk ganz ungestört vollbringen zu -können.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_70a">[S. 70]</span></p> - -<p>Das Unglück wollte, daß der Förster gerade an diesem Tage sein -Pulverhorn hatte an der Wand hängen lassen. Wer die Sorgsamkeit des -Försters kannte, mußte diese Unvorsichtigkeit fast unerklärlich finden. -Man konnte aber auch wieder dem eine solche einmalige Vergeßlichkeit -verzeihen, dem es im Kopfe oft vor Amtssorgen schwirrte.</p> - -<p>Wilibald erinnerte sich, das Pulverhorn gesehen zu haben. Er fand daher -sehr bald, was er suchte.</p> - -<p>Den Sandhaufen hatte er bereits mit einer röhrenartigen Oeffnung -versehen. Dahinein schüttete er, was sich im Pulverhorne vorfand. Schon -freute er sich darauf, wie der Berg Feuer speien werde. Er erwartete, -daß die Feuergarbe einen Meter hoch steigen würde.</p> - -<p>Der kleine Vesuv bedurfte jetzt nur noch, daß ein Stück brennender -Schwamm darauf gelegt werde. Bald hatte Wilibald beschafft, was eben -noch fehlte. Ungeduldig sah er dem entgegen, was nun eintreten sollte. -Er harrte indeß vergebens, daß das Schauspiel seinen Anfang nehme.</p> - -<p>Endlich hielt er es für angezeigt, einmal nachzusehen. Er glaubte sich -versichern zu müssen, daß der Schwamm verlöscht sei.</p> - -<p>Wer aber unvorsichtig ist, dem kann gar Schlimmes begegnen. Wilibald -bemühte sich, sich genau von der Ursache des Nichtentzündens zu -überzeugen. In diesem Augenblicke aber erfolgte, was erfolgen sollte.</p> - -<p>Das Schicksal fügte es leider, daß ihm die Pulverflamme gerade in die -Augen schlug. Er verlor auf der Stelle sein Augenlicht.</p> - -<p>Wem nicht zu rathen ist, dem ist freilich auch nicht zu helfen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_71a">[S. 71]</span></p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_IV_3_89_Hwdh"><b>Hauptwiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Subjectiv-, Prädikat-, Beifüge- und Ergänzungssätze.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_IV_3_89"><b>89. Das Reisen.</b></h5> - -<p class="mtop2">Wem Gott will eine Gunst erweisen, der wird von ihm in die weite Welt -geschickt.</p> - -<p>Das Reisen gewährt zunächst eins der größten Vergnügen, die für Geld -zu haben sind. Es verleiht Vielen eine Bildung, die selbst das Studium -der gelehrtesten Bücher nicht geben kann. So Mancher ist durch vieles -Reisen erst geworden, was er werden sollte.</p> - -<p>In der weiten Welt lernt der Mensch erst kennen, was für Wunder der -Herr geschaffen hat. In der Fremde überzeugen ihn tausend Dinge, daß -auch der Mensch in seinen Thaten groß sein kann.</p> - -<p>Wer reist, muß freilich seine Augen hübsch offen behalten. Wer Gewinn -vom Reisen haben will, muß auch die Ohren fein spitzen. Er muß sich -befleißigen, mit Verstand zu reisen. Ein Wandern, dem kein bestimmter -Plan zu Grunde liegt, hat wenig Zweck.</p> - -<p>Auch die Kunst, mit rechtem Nutzen zu reisen, will freilich erst -erlernt sein. Die ersten Ausflüge in die Welt kosten deshalb, was -man Lehrgeld zu nennen pflegt. Man muß lernen, sich den gegebenen -Verhältnissen zu fügen. Man muß auszurechnen verstehen, wie man überall -am billigsten wegkommen kann. Man darf aber auch wieder gewisse Opfer, -ohne welche zu besondern Sehenswürdigkeiten kein Zutritt gewährt wird, -nicht scheuen.</p> - -<p>Außerordentlich mannichfaltig sind die Verkehrsmittel, welche das -Reisen ungemein erleichtern. Wer will, der kann jetzt binnen wenig -Tagen in weit entlegene Länder versetzt werden. Es bedarf nur, daß er -den Dampfwagen besteigt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_72a">[S. 72]</span></p> - -<p>Das Verlangen, die weite Welt zu sehen, verallgemeint sich von Jahr zu -Jahr. Wahrhaft erfreulich ist es, auf den Bahnhöfen täglich die große -Menge Reisender zu sehen.</p> - -<p>Trotzdem aber gibt es noch Leute genug, die lieber in behaglicher Ruhe -auf ihrer Ofenbank sitzen bleiben. Sie ziehen den Glanz der blitzenden -Thaler im Geldkasten, ihrem Abgotte, dem Anblicke der reizendsten -Alpenlandschaft vor. Manche wieder sind geradezu zu faul dazu, ihren -Gesichtskreis durch Aufsuchen von noch nie Gesehenem zu erweitern. Sie -wollen lieber bleiben, wie sie sind. Wir aber sagen, daß dies eine -Schande für sie ist.</p> - -<p>Reise also, wer reisen kann. Das Reisen ist eine Lust, die kaum durch -eine andere zu ersetzen ist.</p> - -<div class="section"> - -<h3 id="E_Satzgefuege_V"><b>V. Anführungssätze.</b></h3> - -</div> - -<h4 id="E_Satzgefuege_V_1">1. Wörtlich.</h4> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_V_1_90"><b>90. Die Bibel der Natur.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Hauptsatz voran.)</p> - -<p>Gleich der heiligen Schrift ruft uns auch die Natur zu: „Merke auf -meine Rede!“ Der zuckende Blitz verkündet uns: „Alles Leben stehet in -Gottes Hand!“ Die Lilie des Feldes tröstet: „Gott sorgt auch für dich!“</p> - -<p>Das welkende Blatt legt uns die Worte an’s Herz: „Alles Irdische -vergeht!“ Ernst murmelt uns das Bächlein entgegen: „Mein unaufhaltsames -Dahinrollen ist ein Bild von Deiner Lebenstage Lauf.“</p> - -<p>Das Würmchen im Staube spricht: „Groß sind die Werke des Herrn!“ Die -Lerche in blauer Höhe jubelt: „Preise mit mir die Güte des Schöpfers!“ -Der der Puppe sich entwindende Falter versichert uns: „Auch Du wirst -auferstehen!“ Der majestätische<span class="pagenum" id="Seite_73a">[S. 73]</span> Sternenhimmel predigt uns: „Hier sind -noch viele Wohnungen!“</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_V_1_91"><b>91. Beim Brande.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Haupts. zuletzt.)</p> - -<p>„Feuer!“ erscholl es mitten in der Nacht. „Eilt zu retten!“ mahnte die -Feuerglocke.</p> - -<p>„Wo brennt es?“ rief ich zum Fenster hinaus.</p> - -<p>„Das Pfarrhaus muß in hellen Flammen stehen“, antwortete mir eine -Stimme.</p> - -<p>„Es kann auch die Schule sein!“ sagte eine andere.</p> - -<p>„Keins von beiden“, versichert der zufällig vorübereilende Nachtwächter.</p> - -<p>„Ich muß zu Hilfe eilen“, sagte ich zu den Meinigen.</p> - -<p>„Das Erbgericht brennt!“ rief mir beim Austritt aus meinem Hause ein -Vorübergehender zu.</p> - -<p>„Dieser hat Recht!“ dachte ich beim Anblicke der auflodernden Flammen -für mich.</p> - -<p>Ich eilte dem Brande zu. Die Feuerwehr war bereits in voller -Thätigkeit. Aber welch ein Lärm!</p> - -<p>„Zuerst das Vieh retten!“ schrie der Eine.</p> - -<p>„Drei Mann aufs Dach des Nachbarhauses!“ befahl ein Anderer.</p> - -<p>„Eine Leiter hierher!“ kreischte eine heisere Stimme.</p> - -<p>„Richtet den Spritzenstrahl mehr nach der Giebelmauer!“ commandirte der -Feuerlöschdirector.</p> - -<p>„Mehr Wasser herbeischaffen!“ riefen die Spritzenleute.</p> - -<p>Das Hauptgebäude des Erbgerichts brannte nieder.</p> - -<p>„Die Verhütung größeren Unglücks ist hauptsächlich der Windstille zu -verdanken“, hörte man allgemein aussprechen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_74a">[S. 74]</span></p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_V_1_92"><b>92. Zwiespalt.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Hauptsatz in der Mitte.)</p> - -<p>„Womit“, fragte Kunz seine Kameraden auf dem Spielplatze, „werden wir -uns denn heute die Zeit vertreiben?“</p> - -<p>„Laßt uns“, sagte Hilmar, „Ball werfen.“</p> - -<p>„Ball“, fiel Lambert schnell ein, „spiele ich nicht mit!“</p> - -<p>„Nun, so wollen wir“, versetzte Hilmar wieder, „den Drachen steigen -lassen.“</p> - -<p>„Zum Drachensteigenlassen“, bemerkte Ewald, „habe ich wieder keine -Lust.“</p> - -<p>„Vielleicht“, schlug Hilmar aufs neue vor, „holen wir dann heute einmal -alle unsere Reifen herbei?“</p> - -<p>„Das Reifenspiel“, fiel Feodor spöttisch ein, „ist ja hauptsächlich -eine Beschäftigung für Mädchen!“</p> - -<p>„So laßt uns“, nahm hier Kunz wieder das Wort, „Soldaten spielen!“</p> - -<p>„Das“, entgegnete Lambert, „wäre mein allerletzter Zeitvertreib!“</p> - -<p>„Auf diese Weise“, sagte jetzt Günther, „kommen wir freilich heute zu -keinem Zeitvertreibe. Lieber“, fügte er noch hinzu, „mag da jeder für -sich spielen!“</p> - -<p>Und so wurde es auch zuletzt.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_V_1_93_Wdh"><b>Wiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Alle drei Fälle abwechselnd.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_V_1_93"><b>93. Die Weidenraupe.</b></h5> - -<p class="mtop2">„Wo kommst Du her?“ fragte Alban den ihm begegnenden Alexander.</p> - -<p>„Ich komme“, gab dieser zum Bescheid, „von der Raupenjagd.“</p> - -<p>„Und wie steht es mit der Ausbeute?“ fragte Alban weiter.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_75a">[S. 75]</span></p> - -<p>Darauf erwiderte der Gefragte mit einem gewissen Stolze: „Einen sehr -interessanten Fund habe ich gemacht!“</p> - -<p>„Wie so?“ versetzte Alban neugierig.</p> - -<p>„Ich habe“, sagte Alexander hocherfreut, „eine Weidenraupe gefunden.“</p> - -<p>„O Du Glücklicher!“ rief Alban fast etwas neidisch. Gleich darauf aber -fügte er hinzu: „Wo wirst Du denn diese Raupe sich verpuppen lassen?“</p> - -<p>„Die Weidenraupe“, belehrte jener, „muß man in ein Glas mit Sägespänen -aus Weidenholz setzen!“</p> - -<p>„Wozu das?“ fragte Alban.</p> - -<p>Darauf erwiderte Alexander: „Weil diese Raupe meist vom Weidenholze -lebt! Zu dem“, setzte er noch hinzu, „verpuppt sie sich auch stets in -Holzspänen.“</p> - -<p>„Wie lange liegt sie denn als Puppe?“ fragte Alban wieder.</p> - -<p>Mit etwas verwunderter Miene erwiderte Alexander: „Weißt Du denn das -nicht selbst aus der Naturgeschichte?“</p> - -<p>„Das habe ich wirklich wieder vergessen“, war die Antwort.</p> - -<p>„Sie braucht“, fuhr Alexander fort, „volle drei Jahre zu ihrer -Entwickelung zum Falter.“</p> - -<p>„Entsetzlich lange“, staunte Alban. „Den Schmetterling aber“, bat er, -„laß mich dann ja gleich sehen!“</p> - -<p>„Das soll geschehen“, versicherte Alexander.</p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_V_2">2. Nicht wörtlich.</h4> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_V_2_94"><b>94. Das Wetter.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Hauptsatz zuletzt.)</p> - -<p>Eines Tages trafen sich vier Bauern auf dem Felde. Mit dem Wetter könne -man dies Frühjahr doch eigentlich gar nicht zufrieden sein, äußerte -Melchior.</p> - -<p>Das sei auch seine Ansicht, sagte Samuel. — Er müsse für seine -sandigen Fluren etwas mehr Regen wünschen, setzte<span class="pagenum" id="Seite_76a">[S. 76]</span> Wenzel hinzu. — Ihm -wären einige Tage Sonnenschein jetzt lieb, meinte Weinrich.</p> - -<p>Die Wärme lasse diesmal außerordentlich lange auf sich warten, bemerkte -Melchior wieder. — Für seine Saaten aber komme das kühle Wetter gerade -recht gelegen, hielt Samuel entgegen.</p> - -<p>Ihm sei ein Gedanke beigekommen, bemerkte jetzt Wenzel.</p> - -<p>Wenzel möge reden, meinten alle.</p> - -<p>Der liebe Gott werde es wol nie allen recht machen können, lautete -Wenzel’s Gedanke.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_V_2_95"><b>95. Am Krankenbette.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Hauptsatz voran.)</p> - -<p>Zwei Aerzte wurden an das Krankenbette eines Kindes gerufen.</p> - -<p>Der jüngere Arzt meinte, die argen Kopfschmerzen des Kindes könnten -von schlechter Verdauung herrühren. Dem hielt die Mutter des Kindes -entgegen, von einem Magenübel ihrer Marie habe sie noch nie auch nur -die leiseste Spur entdeckt.</p> - -<p>Der ältere Arzt war der Ansicht, es läge hier eine Erkältung zu Grunde. -Dazu bemerkte der Vater, das Kind sei seit länger als acht Tagen nicht -aus der Stube gekommen.</p> - -<p>Beide Aerzte einigten endlich ihre Ansichten dahin, der Kopfschmerz -habe seine Ursache in einem bedeutenden Blutandrange nach dem Gehirn. -Der junge Arzt schlug nun vor, die Patientin solle in naßkalte -Tücher eingepackt werden. Der ältere dagegen äußerte, hier sei ein -niederschlagendes Pülverchen ganz am Platze.</p> - -<p>Um des lieben Friedens willen beschlossen endlich die zwei Herren, man -wolle von beiden Mitteln Gebrauch machen.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_V_2_96"><b>96. Der Fund.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Hauptsatz in der Mitte.)</p> - -<p>Ein armer Dienstmann fand auf der Straße einen Brillantring. Endlich, -murmelte er für sich, habe er doch einmal Glück gehabt.<span class="pagenum" id="Seite_77a">[S. 77]</span> Der Ring, -meinte er, sei wenigstens seine zwanzig Thaler werth. Der Verkauf -desselben, dachte er weiter, könne keine großen Schwierigkeiten bieten. -Er brauche ja nur damit, überlegte er kurz, zum nächsten Goldarbeiter -zu gehen.</p> - -<p>Da aber mischte sich sein Gewissen darein. Ein unehrlicher Finder, -hielt es ihm vor, sei einem Diebe gleich zu achten. Einen Dieb -aber, setzte es hinzu, nenne die Bibel ein schändlich Ding. Unrecht -Gut, warnte es weiter, habe noch niemals Segen gebracht. Und der -Allwissende, mahnte es noch, wisse dergleichen Schlechtigkeiten ans -Licht zu bringen.</p> - -<p>Dieser innern Warnung, äußerte der Dienstmann nach einiger Erwägung -ganz laut, wolle er aber auch folgen. Somit ging er auf die Polizei und -meldete den Fund an.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_V_2_97_Wdh"><b>Wiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Alle drei Fälle.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_V_2_97"><b>97. Ochs und Esel.</b></h5> - -<p class="mtop2">Ein Ochse und ein Esel stritten sich um den Ruhm der größten Klugheit.</p> - -<p>Der Ochse meinte, er sei unter allen Umständen der Klügste. Ihm sei -die Weisheit gleich angeboren, behauptete der Esel. Schon seine breite -Stirn, brummte der Ochs, müsse doch seine Gelehrsamkeit beweisen. Der -Esel behauptete dagegen, er würde jedenfalls seiner Zeit das Pulver -auch erfunden haben. Gerade diese Eingebildetheit müsse er für einen -Beweis großer Dummheit erklären, höhnte der Hornträger.</p> - -<p>Diesen unangenehmen Streit, meinten endlich beide, werde der Löwe am -besten entscheiden.</p> - -<p>Sie gingen zu ihm.</p> - -<p>Der Löwe eröffnete ihnen nach kurzer Ueberlegung, sie gehörten beide zu -den Narren. Keiner habe in der Dummheit<span class="pagenum" id="Seite_78a">[S. 78]</span> etwas vor dem andern voraus, -versicherte er. Das hätten sie, fügte er hinzu, gerade durch ihren -Streit bewiesen.</p> - -<p>Ochs und Esel wurden auch wirklich jetzt der Meinung, der Löwe habe -Recht.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_V_2_98"><b>98. Das Gespenst.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Wörtlich und nicht wörtlich.)</p> - -<p>„Hörst Du das Poltern?“ sagte der abergläubische Johann um die -Mitternachtsstunde zu seinem Bruder Gottlieb.</p> - -<p>„Freilich“, erwiderte dieser, „höre ich es.“</p> - -<p>Ob dies nicht gar ein Gespenst sein könne, meinte Johann.</p> - -<p>Ihm wolle es, flüsterte Gottlieb, auch ganz so scheinen.</p> - -<p>Gleich darauf rief Johann dem neben ihm schlafenden Großknechte zu: „Es -sind Gespenster im Hause!“</p> - -<p>Im Erwachen äußerte Töffel, er habe das bereits auch verspürt.</p> - -<p>„Leuchte nur einmal mit einer Laterne auf den Oberboden“, gebot -Gottlieb dem Großknechte.</p> - -<p>Da muthe man ihm freilich viel zu, entgegnete dieser.</p> - -<p>Johann aber tröstete ihn mit den Worten: „Vor Deinen Fäusten werden -schon die Gespenster Respekt haben.“</p> - -<p>Töffel stand auf und ging. Bald kehrte er zurück. Fast wie aus einem -Munde fragten beide Brüder, was es denn gewesen sei?</p> - -<p>Wie man doch aber auch, murmelte der Großknecht verdrossen, gleich eine -Mücke für einen Elephanten ansehen könne.</p> - -<p>„Aber“, fiel Gottlieb schnell ein, „so gib uns doch nur Bescheid!“</p> - -<p>„Das ganze Gespenst war unsere alte Hausmietze“, berichtete jetzt -Töffel.</p> - -<p>„Wie so denn?“ fragte Johann.</p> - -<p>„Sie stak mit dem Kopfe in einem Topfe und konnte nicht wieder heraus“, -war die Antwort.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_79a">[S. 79]</span></p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_V_2_99_Hwdh"><b>Hauptwiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Subjectiv-, Prädikat-, Beifügungs-, Ergänzungs- und Anführungssätze.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_V_2_99"><b>99. Ehre das Alter.</b></h5> - -<p class="mtop2">Der alte Römhild, ein achtzigjähriger Greis, saß eines Tages vor der -Thür seiner Hütte. Wer ihn kannte, hielt ihn hoch in Ehren.</p> - -<p>Ueber seinem Haupte, das die Silberkrone des Alters schmückte, war -mancher Sturm hinweggezogen. Er war sich aber bewußt, daß ihn keiner -vom Wege der Glaubenstreue abgebracht habe. Er durfte sich sagen, stets -rechtschaffen gehandelt zu haben.</p> - -<p>Daß er ein höchst ehrwürdiger Greis sei, war in der ganzen Umgegend -bekannt. „Vor Vater Römhild,“ hörte man oft sagen, „sollte Jeder die -Mütze abnehmen.“</p> - -<p>Nicht so dachten zwei gottlose Knaben, deren Vater Frohnvogt im Orte -war. Sie spotteten, daß der alte Römhild gar so gebückt dort saß. Sie -wollten sich todtlachen, daß die zitternden Hände des Greises kaum das -thönerne Tabackspfeifchen zu halten vermochten.</p> - -<p>Was die beiden Buben thaten, schmerzte den Alten tief. Sein Grundsatz -aber, demzufolge er auch alles Unrecht geduldig ertragen wollte, ließ -in seinem Herzen keinen Groll aufkommen.</p> - -<p>Ganz freundlich sprach er zu den Knaben: „Tretet doch einmal zu mir -heran!“</p> - -<p>Sie würden sich hüten, äußerte höhnisch der eine. Und der andere -meinte, sie hätten nichts mit ihm zu schaffen.</p> - -<p>Darauf nahm Vater Römhild, dem es um die Besserung der beiden Knaben -zu thun war, zwei ganz neue Groschenstücke aus der Tasche. „Diese -blitzenden Groschen sollt Ihr Euch bei mir holen“, sagte er.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_80a">[S. 80]</span></p> - -<p>Dieses Angebot reizte die Knaben, den Schritt zu wagen. Sie traten also -hinzu.</p> - -<p>Vater Römhild faßte, ohne seine freundlichen Züge zu verändern, jeden -Knaben bei der Hand. „Ihr habt meiner gespottet“, begann er darauf. -„Damit“, setzte er hinzu, „habt Ihr mir sehr weh gethan.“</p> - -<p>Bei diesen Worten, die seiner Brust mit einem tiefen Seufzer -entstiegen, zitterte eine Thräne von seinen grauen Wimpern. Darauf fuhr -er fort: „Werdet Ihr nicht selbst auch einmal alt werden?“ Und weiter -fragte er: „Würde Euch denn in Euren alten Tagen der Spott der Jugend -gefallen?“</p> - -<p>In ähnlicher Weise redete der Alte, der dabei einen wahrhaft -väterlichen Ton annahm, noch längere Zeit zu den Herzen der beiden -Knaben.</p> - -<p>Beide sahen jetzt ein, daß sie sich an dem Alten versündigt hatten. -Beide gelobten auch endlich, daß sie sich ein solches Vergehen nie -wieder wollten zu Schulden kommen lassen.</p> - -<p>Daß ihnen dieses Versprechen wirklich aus dem Herzen kam, sah der Alte -an ihren Mienen. Ob sie der Zusage für immer eingedenk sein würden, -konnte Vater Römhild freilich nicht wissen. Zur Ehre gereicht ihnen -aber noch, daß sie die neuen Groschen durchaus nicht nehmen wollten.</p> - -<p>Hoffentlich blieben sie solcher Gesinnung, wie sie jetzt waren.</p> - -<div class="section"> - -<h3 id="E_Satzgefuege_VI"><b>VI. Umstandssätze.</b></h3> - -</div> - -<h4 id="E_Satzgefuege_VI_1">1. Umstandsnebensätze des Ortes.</h4> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_1_100"><b>100. Unschuldig Verfolgte.</b></h5> - -<p class="mtop2">Wo man die Sperlinge vertilgt, da züchtet man schädliche Insekten. Wo -man die Maulwürfe erwürgt, da hegt man ein dem Graswuchse nachtheiliges -Gewürm. Wo man den Eulen nachstellt, liebäugelt man mit den Feldmäusen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_81a">[S. 81]</span></p> - -<p>Dort steht es nicht gut mit der Oekonomie, wo jene drei Unschuldigen -verfolgt werden. Ein solcher Unverstand kommt eben daher, woher aller -Unverstand kommt. Und er führt dahin, wohin alle Unwissenheit führt. Er -führt zu Nachtheilen.</p> - -<p>Der Landbebauer möge daher sein Ohr dahin halten, wo die Ordnung der -Natur gelehrt wird. Er möge da hineingucken, wo von den wirklichen -Feinden der Landwirthschaft geschrieben steht. Gewiß wird er dann jene -drei unschuldig Verfolgten dahin zählen, wohin sie gehören.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_1_101"><b>101. Reichthum.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Wo der Reichthum thront, da wohnt nicht immer auch das Glück. Das wahre -Glück ist weit öfter dort zu finden, wo die Armuth um den Tisch sitzt.</p> - -<p>Wo der Hausherr stolz zu Rosse dahinfegt, hinkt sehr oft die Sorge -hinterdrein. Wo die Hausfrau dreimal täglich das Gewand wechseln kann, -kann leicht auch dreimal die gute Laune wechseln.</p> - -<p>Da, wo die Tafel die fetten Bissen kaum zu tragen vermag, stellen sich -in der Regel viel ungeladene Gäste ein. Und dort hat man den Grünspan -am meisten zu fürchten, wo sich viel Silber anhäuft.</p> - -<p>Dahin, wohin der Reichthum zuweilen führt, möchte mancher Arme wol um -keinen Preis gelangen. Wohin der Ueberfluß an Mammon den Weg erschwert, -dahin deutet auch Christus in einer Unterredung mit seinen Jüngern.</p> - -<p>Woher sich daher Mancher in dieser Beziehung ein beneidenswerthes Loos -träumt, daher kann gerade sein Verderben kommen. Trachte doch ein Jeder -zunächst dahin, woher ein zufriedener Sinn das Gemüth durchdringt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_82a">[S. 82]</span></p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_VI_2">2. Umstandsnebensätze der Zeit.</h4> - -<p class="center" id="E_Satzgefuege_VI_2_a"><span class="antiqua">a.</span> Gleichzeitigkeit.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_2_102"><b>102. Peter der Große.</b></h5> - -<p class="mtop2">Eines Tages fuhr Peter der Große, als er zu Mittag gespeist, in seiner -Schaluppe nach Sesterbank. Während seine Matrosen die Ruder schlugen, -mußten sie zur Ergötzlichkeit des Kaisers ihre Lieder anstimmen. Dieses -Concert unterhielten sie stets so lange, bis er winkte.</p> - -<p>Indem die Schiffsleute noch sangen, erhob sich von Westen her etwas -Wind. Kaum aber waren zehn Minuten vergangen, entwickelte sich aus -diesem Winde ein arger Sturm.</p> - -<p>Indeß sich des Kaisers Fahrzeug seinem Ziele nähert, bemerkt er in der -Ferne einen mit den Wogen kämpfenden Kahn. Sowie Peter die große Gefahr -für das kleine Fahrzeug erkennt, schickt er sofort seine Matrosen -zur Rettung aus. Noch aber haben diese kaum die Schaluppe verlassen, -entdeckt er mitten in der Flut eine Frau mit ihrem Kinde.</p> - -<p>Schon drohen die Wogen die Unglückliche zu begraben, als Peter selbst -zu ihrer Rettung in die schäumende Flut stürzt. Sobald es Menschenleben -zu retten gilt, denkt er nicht an seine Kaiserwürde.</p> - -<p>Indem ihn eine Welle hoch emporhebt, erfaßt er die Unglückliche. Mit -starker Hand hält er sie fest, bis der Schiffsjunge die Schaluppe -herbeigeführt hat.</p> - -<p>Während seine ausgesendeten Matrosen jenen Kahn in Sicherheit bringen -helfen, führt er die beiden Geretteten dem Ufer zu. Für diese aber war -nun gesorgt, solange sie lebten.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_2_103"><b>103. Aus dem Tagebuche eines Kriegers.</b></h5> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Als die Sonne zu sinken begann, rückten wir in N. ein. Sobald die -nöthigen Befehle für die nächste Nacht verlesen waren, ging das -Bataillon auseinander.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_83a">[S. 83]</span></p> - -<p>Kaum war ich zwei Minuten weit gegangen, stand ich vor meinem Quartier. -Ich klopfte so lange an, bis sich mir die Thür des einfachen Dorfhauses -öffnete.</p> - -<p>Während ich mein Gepäck ablegte, brummten meine Wirthsleute einige -unwillige Worte. Ihr Widerwille steigerte sich noch, als ich endlich zu -essen begehrte.</p> - -<p>Indeß endlich die Wirthin einige karge Lebensmittel herbeibrachte, -trat ihr vierjähriges Töchterchen zu mir. Seitdem wir die französische -Grenze überschritten hatten, war mir noch kein so hübsches Kind -vorgekommen.</p> - -<p>Ich nahm das Kind auf meinen Schooß und liebkoste es in der -väterlichsten Weise. Sowie die Wirthin dies sah, veränderten sich auf -einmal ihre zeither so mürrischen Gesichtszüge. Währenddem ich nun -vollends dem lieben Kinde die Stirn küßte, verklärte sich ihr Gesicht -in ein glückliches Lächeln.</p> - -<p>Wie staunte ich indeß, als sie plötzlich das dürftige Abendbrod wieder -entfernte. Indem ich aber noch über dieses seltsame Gebaren nachdachte, -trat sie auch schon mit einem großen Teller höchst appetitlicher -Speisen an den Tisch.</p> - -<p>Schon wollte ich zulangen, als die Wirthin mir Einhalt gebot. Noch -aber hatte ich meine Gabel kaum wieder hingelegt, brachte der Wirth -eine Flasche köstlichen Wein herbei. Jetzt erst sollte ich mir es -wohlschmecken lassen.</p> - -<p>Die beiden Wirthsleute blieben meine freundlichen Nachbarn, solange ich -aß. Als ich sie den nächsten Morgen verließ, erhielt ich von ihnen noch -einen halben Schinken auf den weiten Marsch.</p> - -<p>Seit ich dieses einfache Dorfhaus verließ, habe ich nie wieder ein so -gutes Quartier gefunden.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_84a">[S. 84]</span></p> - -<p class="center mtop2" id="E_Satzgefuege_VI_2_b"><span class="antiqua">b.</span> Ungleichzeitigkeit.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_2_104"><b>104. Gewissenhaftigkeit.</b></h5> - -<p class="mtop2">Bevor ein guter Schüler die Feder zu irgend einer schriftlichen Arbeit -ansetzt, sammelt er in seinem Kopfe erst den Stoff dazu. Nachdem dies -geschehen ist, ordnet er denselben. Ehe er aber dann die fertige Arbeit -dem Lehrer übergiebt, sieht er sie noch einmal gewissenhaft durch.</p> - -<p>So oft ein Schüler dies thut, so oft wird er mit seinem Schaffen auch -Ehre einlegen.</p> - -<p>So gewissenhaft sollte der Mensch überhaupt in allen seinen -Unternehmungen sein. Er muß stets ein bestimmtes Ziel ins Auge fassen, -bevor er handelt. Er muß auch stets die möglichen Folgen seiner Thaten -erwägen, ehe er die Hand an irgend ein Werk legt.</p> - -<p>Gar Viele sehen ihre Thorheiten erst dann ein, nachdem sie vollbracht -sind. Halte daher weisen Rath, so oft Du etwas Neues unternehmen willst.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_VI_2_105_Wdh"><b>Wiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_2_105"><b>105. Das Wüstenungeheuer.</b></h5> - -<p class="mtop2">Bevor wir die mühsame Wanderung durch die Wüste ganz beendet hatten, -sollten wir noch deren schrecklichstes Ungeheuer kennen lernen. Als die -Sonne ihre Strahlen gegen Mittag sengendheiß herabschoß, bemerkten wir -an unsern Kameelen eine gewisse Unruhe. Kaum hatten wir wieder eine -Meile hinter uns, fühlten wir selbst eine eigenthümliche Schwere in der -Luft.</p> - -<p>Während wir noch darüber sprachen, schien sich in der Ferne der -Himmel zu verdunkeln. Noch waren wieder nicht zehn Minuten vergangen, -vernahmen wir auch ein fernes Brausen. Wenn<span class="pagenum" id="Seite_85a">[S. 85]</span> aber dieses Zeichen -auftritt, dann kann sich der Wüstenreisende auf Schlimmes gefaßt machen.</p> - -<p>In der Regel schickt der Samum erst einzelne leichte Sandwolken vor -sich her, ehe er selbst in seiner ganzen Macht losbricht. Sowie die -erste dieser Staubwellen auf uns zugewälzt kam, warfen sich sämmtliche -Kameele im Nu platt auf die Erde nieder. Sobald dies geschehen, -streckten auch wir uns lang neben ihnen hin. Indem wir uns aber auf -diese Weise in Sicherheit zu bringen suchten, tobte auch schon das -Ungeheuer in seiner wilden Macht daher.</p> - -<p>Die ganze Welt schien verwüstet werden zu sollen, indeß der furchtbare -Sturm über uns dahinwüthete. Die Gluthitze drohte uns zu ersticken, -während der feine Sand unsere zarten Hautstellen wie mit Nadeln ritzte.</p> - -<p>Solange der entsetzliche Samum wüthete, sahen wir uns in schauerliche -Nacht gehüllt. Erst nachdem wir etwa zwei Stunden diese fürchterlichen -Qualen erduldet, lichtete sich das grausige Dunkel allmälig.</p> - -<p>Wie dankten wir Gott, da der erste Sonnenstrahl wieder durch die immer -schwächer werdenden Sandwirbel drang. Noch immer rieselt mir es kalt -durch die Adern, so oft ich jener Schreckensstunde gedenke.</p> - -<p class="s5 center mtop2">(Umstandssätze des Ortes und der Zeit.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_2_106"><b>106. Die Missionäre.</b></h5> - -<p class="mtop2">Die Heidenboten haben einen sehr schweren Beruf. Wohin sie gesendet -werden, dahin ist in der Regel noch kein Wort vom Christenthume -gedrungen. Wo sie ihre Arbeit beginnen sollen, da kniet das Volk noch -vor todten Götzen.</p> - -<p>Häufig erfahren sie das schnödeste Mißtrauen, sobald sie sich nur unter -einem solchen wilden Stamme blicken lassen. Dieses Mißtrauen verwandelt -sich nicht selten in Haß, wenn sie dann<span class="pagenum" id="Seite_86a">[S. 86]</span> die ersten Bekehrungsversuche -wagen. Sowie der Wilde seine angestammte Religion durch ihn gefährdet -sieht, betrachtet er den Heidenboten gewöhnlich als einen ärgsten -Feind. Gerade da aber, wo dieser den härtesten Widerstand findet, ist -auch sein Werk am verdienstvollsten.</p> - -<p>Es kostet oft große Anstrengung, ehe nur ein Einziger für den -christlichen Glauben gewonnen wird. Noch viel größere Opfer aber -erfordert es, bevor sich ein ganzer Stamm unter das Kreuz des Erlösers -beugt.</p> - -<p>Woher aber der Missionär die Neigung zu seinem so gefahrvollen Berufe -erhält, daher erhält er auch die Kraft dazu. Indem er nur die geringste -Frucht seiner Saat aufgehen sieht, wächst sein Muth. Die glücklichen -Erfolge mehren sich indeß auch in der Regel auffällig, nachdem einmal -erst eine Seele gerettet ist.</p> - -<p>Möge das Licht des Christenthums überall aufgehen, wo jetzt noch -Finsterniß herrscht. Möge es so lange Missionäre geben, solange es noch -Heiden gibt. So oft uns Gelegenheit geboten ist, so oft wollen wir aber -auch unsern Theil zu dem heiligen Werke der Heidenbekehrung beitragen.</p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_VI_3">3. Umstandsnebensätze der Art und Weise.</h4> - -<p class="center" id="E_Satzgefuege_VI_3_a"><span class="antiqua">a</span>) Unverkürzt.</p> - -<p class="s5 center" id="E_Satzgefuege_VI_3_aa"><span class="antiqua">aa</span>) Ohne Vergleichung.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_3_107"><b>107. Roderich.</b></h5> - -<p class="mtop2">Indem der kleine Roderich mit seinen Eltern oft Concerte besuchte, -entwickelte sich in ihm der Sinn für Musik. Ohne daß er es eigentlich -wollte, prägten sich seinem Gedächtnisse einzelne schöne Melodien ein. -Diese sang er dann wol auch, indem er vielleicht gerade ein Kartenhaus -baute, vor sich hin.</p> - -<p>Bald bat er seine Eltern so dringend um Musikunterricht,<span class="pagenum" id="Seite_87a">[S. 87]</span> daß sie ihm -nicht widerstehen konnten. Er machte glänzende Fortschritte, ohne -daß er sich etwa besonders angestrengt hätte. Schon nach einem Jahre -spielte er ziemlich schwere Klavierstücke so, daß man staunen mußte. -So trug er z. B. eine ziemlich schwere Sonate von Mozart vor, ohne -daß ihm auch nur ein falscher Ton entschlüpfte. Dabei bearbeitete er -an gewissen Stellen das Instrument dermaßen, daß die Saiten hätten -springen mögen.</p> - -<p>Indem er Klavier spielte, bildete sich sein Gehör auch für den Gesang. -Seine kleinen Lieder ertönten so rein, daß man seine Freude daran haben -mußte.</p> - -<p>So reifte Roderich zu einem Künstler heran, ohne daß er es eigentlich -wußte. Indem er aber auch als Künstler ein harmloser Charakter blieb, -lohnte er am besten die von seinen Eltern ihm gebrachten Opfer.</p> - -<p class="s5 center mtop2" id="E_Satzgefuege_VI_3_bb"><span class="antiqua">bb</span>) Mit Vergleichung.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_3_108"><b>108. Ein Sprichwort.</b></h5> - -<p class="mtop2">Wie es in den Wald hineinschallt, schallt es wieder heraus. Dieses alte -Sprichwort ist so verständlich, daß sein Sinn schon von einem Kinde -erfaßt werden kann. Es ist aber auch so beherzigenswerth, daß man es -auf die Zifferblätter der Uhren schreiben sollte.</p> - -<p>Je gewissenhafter ein Mensch seinen Verkehr mit andern nach dieser -Erfahrung regelt, desto weniger wird er über fremde Unbill zu klagen -haben. Wie wir Andern begegnen, so pflegen diese uns entgegen zu -kommen. Je freundlicher wir sind, desto mehr schützen wir uns vor -Beleidigungen. Je theilnehmender wir uns erweisen, desto sicherer -können wir auf fremdes Mitleid rechnen.</p> - -<p>Muß sich ja doch der Christ vor allen Dingen zu seinen Mitmenschen -stellen, wie sich ein Bruder zum Bruder stellt.<span class="pagenum" id="Seite_88a">[S. 88]</span> Erscheint er doch -überhaupt nie so edel, als wenn er im Sinne seines himmlischen -Vorbildes handelt.</p> - -<p>Manche Menschen treten freilich so rücksichtslos gegen andere auf, wie -wenn sich die ganze Welt vor ihnen beugen müßte. Dadurch aber machen -sie sich dermaßen verhaßt, daß sie endlich selbst verachtet werden. -Ihr Schicksal verhält sich dann zu ihrem Gebaren, wie sich Ursache und -Folgen verhalten.</p> - -<p>Behandle also Deinen Nächsten, gleichwie Du von ihm behandelt zu sein -wünschest.</p> - -<p class="center mtop2" id="E_Satzgefuege_VI_3_109_b"><span class="antiqua">b</span>) Abgekürzt.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_3_109"><b>109. Auf der Wolfsjagd.</b></h5> - -<p class="mtop2">Mit allem Jagdgeräthe wohl ausgestattet, verließen wir unsere -Behausungen. Einige Diener, reichlich mit Lebensmitteln versehen, -folgten. Eine Wolfsjagd kann sich ja, wie alle Jagden auf wilde Thiere, -sehr in die Länge ziehen.</p> - -<p>Uns über den Jagdplan besprechend, erreichten wir den Wald. Berathen -ist freilich leichter, als handeln.</p> - -<p>Einander gegenseitig Glück wünschend, gingen wir an der Waldesgrenze -bis auf gewisse Entfernungen auseinander. Wir schritten langsam -vorwärts, ohne uns jedoch aus dem Auge zu verlieren. Jeder freute sich -auf den ersten Schuß, wie auf irgend ein frohes Ereigniß.</p> - -<p>Die Flinte zur Seite, schritt ich fürbaß. Mich an einer Felsenwand -hindrückend, gelangte ich vor den Eingang einer kleinen Höhle. Alsobald -meine Schritte hemmend, spähte ich nach dem dunklen Hintergrunde -derselben. Hier leuchteten mir, wie grünfeurige Flammen, zwei Augen -unheimlich entgegen. Diese sprühenden Punkte sogleich als Wolfsaugen -erkennend, lege ich mein Gewehr an. Nicht ohne vorher die beiden -Feuersterne gehörig aufs Korn zu nehmen, drücke ich endlich ab.</p> - -<p>Ein kurzes Geheul ausstoßend, stürzt der Wolf dem Eingange<span class="pagenum" id="Seite_89a">[S. 89]</span> der -Höhle zu. Hier aber bricht er, noch einen tiefen Seufzer ausstoßend, -zusammen. Ich aber schleppte meine Beute, nicht ohne einen gewissen -Stolz, an den Rand des Waldes zurück.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_VI_3_110_Wdh"><b>Wiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Unverkürzte und abgekürzte Nebensätze der Art und Weise.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_3_110"><b>110. Die Rettung.</b></h5> - -<p class="mtop2">Den hellen Tag in düstere Nacht verwandelnd, zog ein Gewitter über -ein Thal hinweg. Die Blitze folgten so schnell auf einander, daß man -dazwischen kaum bis zehn zählen konnte. Der Donner rollte so mächtig -durch den Himmel hin, daß die nahen Berge zu erzittern schienen. Zudem -strömte der Regen vom Himmel herab, wie zur Zeit der Sündflut.</p> - -<p>Von allen Seiten Zufluß erhaltend, trat der sonst so unbedeutende -Thalbach über seine Ufer. In wenig Minuten gestaltete er sich, das -ganze Thalbecken überflutend, zum reißenden Strome. Er nahm ebenso -zu an Tiefe, als er in der Breite wuchs. Seine schmuziggelben Wogen -brausten dahin, daß es Jedermann mit Entsetzen erfüllte.</p> - -<p>Mitten in dem Thale stand eine alte Mühle, von den Wogen jetzt auf das -entsetzlichste bedroht. Die armen Bewohner derselben schrieen, auf dem -Dache sitzend, mit herzzerreißender Stimme um Hilfe. Niemand freilich -konnte sie ihnen bringen, ohne selbst das Leben auf das Spiel zu -setzen. Die eigene Gefahr war zu groß, als daß sich sogleich rettende -Hände gefunden hätten.</p> - -<p>Je höher indeß das Wasser stieg, desto entsetzlicher ertönte der -Hilferuf der Unglücklichen. Ihr Angstgeschrei erscholl so verzweifelt, -daß es hätte Steine erweichen können.</p> - -<p>Je größer aber die Noth, desto näher oft die Hilfe. Plötzlich brachten -zwei wackere Männer, vor Anstrengung keuchend,<span class="pagenum" id="Seite_90a">[S. 90]</span> einen kleinen Nachen -herbei. Ohne daß sie weiter viel redeten, ließen sie denselben ins -Wasser. Indem jeder ein Ruder zur Hand nahm, stiegen sie in das -dürftige Fahrzeug ein.</p> - -<p>Der Mensch erscheint nie so groß, als wenn er sein eigenes Leben für -die Rettung eines anderen einsetzt.</p> - -<p>Mit kräftigen Armen den Nachen lenkend, erreichten die beiden Männer -glücklich die Mühle. Nicht ohne daß es große Vorsicht gegolten hätte, -wurde die Müllerfamilie in den Nachen gebracht.</p> - -<p>Schon die nächste Minute darauf versank das ganze Gebäude, sich noch -einige Male im Kreise drehend, in den Fluten. Die edlen Männer aber -gelangten, dem lieben Gott für seinen Beistand innig dankend, mit der -armen Familie glücklich ans Land.</p> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Hauptwiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Umstandssätze des Ortes, der Zeit und der Weise.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_3_111"><b>111. Eine Lebensgeschichte.</b></h5> - -<p class="mtop2">Wehmüthig auf einem Stäbchen seines Gebauers sitzend, erzählte ein -Rothkehlchen einem Kanarienvogel seine Lebensgeschichte:</p> - -<p>Wo die jungen Kiefern mit Birkenbüschen im bunten Wechsel standen, da -war mein liebster Aufenthalt. Hier lebte ich, mein treues Weibchen -meist zur Seite, in ungestörtem Glücke.</p> - -<p>Sobald der erste Morgenstrahl durch die Zweige drang, stimmte ich -mein Lied an. Ein Tag nach dem andern floß dahin, ohne daß uns irgend -ein Leid bewegte. Je höher die Sonne stieg, desto lustiger wurde mein -Gesang.</p> - -<p>Sowie der Frühling einzog, bauten wir uns ein Nest. Wohin wir es -bauten, dahin konnte sich kaum ein Raubthier finden.</p> - -<p>An einem schönen Herbsttage nun fliege ich, einigen Hunger verspürend, -an einem Waldbache hin. Indem ich mich auf ein Tannenbäumchen -niederlasse, bemerke ich am Stamme desselben<span class="pagenum" id="Seite_91a">[S. 91]</span> rothe Beeren. Während -ich mir dieselben noch betrachte, erblicke ich sogar dicht dabei einen -fetten Mehlwurm.</p> - -<p>Ueber meine Entdeckung höchst erfreut, fliege ich hinab. Zu meiner noch -größeren Freude bemerke ich da, wo die Beeren hingen, ein bequemes -Hölzchen. Nichts Schlimmes ahnend, setze ich mich darauf. Kaum aber -berühre ich dasselbe, werde ich an den Füßen von einer Schlinge -festgehalten.</p> - -<p>Ich ringe natürlich mit allen Kräften, gleich einem Löwen im Netze, -nach meiner Freiheit. Die Schlinge aber zieht sich dadurch so zusammen, -daß sie mir die Beine zu durchschneiden droht.</p> - -<p>Währenddem ich nun um Hilfe rufe, kommt ein Bube herbeigesprungen. Er -rieb sich vor Freude die Hände, als er mich erblickte. Woher er kam, -daher sah ich sonst selten einen Menschen kommen.</p> - -<p>Dieser Bube steckte mich, ohne daß er nur das geringste Mitleid -empfunden hätte, in ein Leinwandsäckchen. Wo er mich hinbrachte, da -waren hartherzige Menschen. Sie kauften mich so gleichgiltig, wie wenn -sie eine Schuhbürste gekauft hätten.</p> - -<p>Nachdem ich jetzt in einen Käfig gesperrt war, übersah ich erst mein -trauriges Loos!</p> - -<p>Seitdem ich ein armer Gefangner bin, ist mein ganzes Lebensglück -vernichtet. Woher ich gekommen, dahin darf ich nie zurückkehren. Die -Freiheit aber ist ein zu edles Gut, als daß man sie ganz vergessen -könnte. Vielleicht erlöst mich mein Schöpfer, von meinem Elende -gerührt, bald durch den Tod aus dieser Qual.</p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_VI_4">4. Umstandssätze des Grundes.</h4> - -<p class="center" id="E_Satzgefuege_VI_4_a"><span class="antiqua">a</span>) Wirkliche Gründe.</p> - -<p class="s5 center" id="E_Satzgefuege_VI_4_aa"><span class="antiqua">aa</span>) Stoff, Ursache, Erkenntnißgrund.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_4_112"><b>112. Die Fledermaus.</b></h5> - -<p class="mtop2">Die Fledermaus erkennt man daran als Säugethier, daß sie lebendige -Junge erzeugt. Da sie aber fliegen kann, rechnet<span class="pagenum" id="Seite_92a">[S. 92]</span> sie mancher -Unwissende zu den Vögeln. Indem ihre Füße mit den Flügeln verbunden -sind, kann sie nicht gut sitzen. Auf das Laufen muß sie fast ganz -verzichten, weil sie eigentlich gar keine Gehwerkzeuge besitzt.</p> - -<p>Da sie sich meist von nächtlich schwärmenden Insekten nährt, beginnt -sie zur Dämmerzeit ihre Jagd. Woraus ihre Nahrung besteht, daraus -besteht auch das Mahl der Nachtschwalbe.</p> - -<p>Die Fledermaus gewinnt dadurch etwas Unheimliches, daß sie fast stets -in einem Kreise umherfliegt. Besonders häufig zeigt sie sich in den -Gehöften, weil sie dort jedenfalls reiche Beute findet. Wenn sie -gefangen wird, stößt sie kläglich pfiepende Töne aus.</p> - -<p>Mancher Landmann will danach das Wetter bestimmen, ob sie hoch fliegt -oder nicht.</p> - -<p>Da sie im Winter keine Nahrung finden würde, verschläft sie denselben. -Zu diesem Zwecke sucht sie oft die Gemäuer der Thürme auf, weil sie -hier Schutz vor den Winterstürmen findet.</p> - -<p class="s5 center mtop2" id="E_Satzgefuege_VI_4_bb"><span class="antiqua">bb</span>) Beweggrund, Zweck, Ziel.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_4_113"><b>113. Mutterliebe.</b></h5> - -<p class="mtop2">Um ihr Kindlein groß zu ziehen, bringt eine Mutter unzählige Opfer. -Damit es körperlich gedeihe, reicht sie ihm wohlgewählte Nahrung. Ihr -Auge wacht mit ängstlicher Sorgfalt, daß ihm kein Unfall zustoße. Um es -vor Gefahren zu behüten, warnt sie es bei jeder Gelegenheit.</p> - -<p>Wie treubesorgt ist nun erst eine Mutter um ein krankes Kind, damit -es bald wieder genese. Sie entsagt nächtelang dem Schlafe, um keine -Veränderung in dem Zustande ihres Lieblings unbeobachtet vorübergehen -zu lassen.</p> - -<p>Eine treue Mutter ist aber auch darauf bedacht, daß ihr Kind geistig -gedeihe. Sie hütet es vor schlechtem Umgange, weil dieser sein Herz -verderben könnte. Sie bewahrt es vor<span class="pagenum" id="Seite_93a">[S. 93]</span> widerwärtigen Eindrücken, da -diese ein zartes Gemüth leicht abstumpfen. Sie leuchtet ihm in jeder -Hinsicht stets mit einem guten Beispiele voran, indem ein gutes Vorbild -auf des Kindes Veredlung jedenfalls am segensreichsten wirkt. Sie -ermahnt ihr Kind tagtäglich zu allem Guten, weil sie ihm ein reines -Herz erhalten will. Sie straft aber auch ihr Kind zur rechten Zeit, -weil sie es eben lieb hat.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_VI_4_114_Wdh"><b>Wiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Alle Arten Umstandssätze des Grundes.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_4_114"><b>114. Der Mensch.</b></h5> - -<p class="mtop2">Woraus die Erde besteht, daraus besteht auch der thierische Körper. Und -woraus sich der thierische Körper aufgebaut hat, daraus hat sich auch -unser Leib entwickelt.</p> - -<p>Die Wahrheit dieser Behauptung erkennt man deutlich daran, daß sich -jeder Leichnam schließlich wieder in Erde verwandelt. Da nun überhaupt -der Mensch in körperlicher Hinsicht ganz dem Thierwesen entspricht, so -gehört er auch dem Körper nach zu den Thieren. Natürlich nimmt er unter -diesen die höchste Stellung ein, weil sein Körper der vollkommenste ist.</p> - -<p>Um aber den Menschen zu seinem Ebenbilde zu erheben, verlieh ihm der -Schöpfer einen Geist. Er stattete ihn, damit er einst als Himmelsbürger -in die andere Welt eingehen könne, mit einer unsterblichen Seele aus.</p> - -<p>So wurde der Mensch dadurch auch zum Herrn der Welt, daß er eben in -seinem Körper einen Geist birgt. Unser Leib wird deshalb wol auch ein -Tempel Gottes genannt, weil jener göttliche Funke in ihm wohnt.</p> - -<p>Beide Bestandtheile des Menschen stehen in Wechselwirkung zu einander, -da sie eng mit einander verbunden sind. Wenn der Leib kränkelt, leidet -der Geist mit. Wenn der Geist leidet,<span class="pagenum" id="Seite_94a">[S. 94]</span> verkümmert nicht selten der -Leib. Halte darum Deinen Leib in Ehren, weil Deine geistige Gesundheit -davon abhängt. Veredle Deinen Geist, denn dadurch begründest Du -Dein Glück. In jeder dieser Hinsichten hat uns Christus ein Vorbild -gelassen, daß wir sollen nachfolgen seinen Fußtapfen.</p> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Hauptwiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Umstandssätze des Ortes, der Zeit, der Weise und des wirklichen Grundes.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_4_115"><b>115. Der Apfelbaum.</b></h5> - -<p class="mtop2">Wo der Garten ziemlich zu Ende ging, stand ein Apfelbaum. Er hing so -voll Früchte, daß sich seine Zweige weit herabbogen. Dieses reichen -Segens hatte er sich deshalb zu erfreuen, weil er auf einem fetten -Boden stand. Seine Aepfel glänzten, wie wenn sie in Gold getaucht wären.</p> - -<p>Kaum waren sie völlig gereift, erhielt der Apfelbaum viel Besuch. -Bevor der Kutscher in den Stall ging, holte er sich von ihm einige -Aepfel. Sobald die Köchin früh aufstand, war ihr erster Gang zu diesem -Apfelbaume. Sogar das Kindermädchen holte sich, während die Herrschaft -speiste, einige der goldenen Aepfel.</p> - -<p>Weil sich nun so viel Gäste einfanden, wurde der Apfelbaum stolz auf -sich. Je mehr man an seinen Zweigen schüttelte, desto mehr wuchs sein -Hochmuth. Mit aufgeblasenem Wesen richtete er jeden neuen Tag seine -Blicke dahin, woher seine vielen Freunde kommen mußten. Dabei sah er -auf andere Bäume um sich her so verachtend herab, als wären diese -nichtsnutziges Gesindel.</p> - -<p>Da sich indeß so viel Gäste fanden, schmolz sein Reichthum zusehends -zusammen. Kaum waren zwei Wochen ins Land gegangen, hatte er nur noch -drei Aepfel auf seinen Zweigen. Um dieser habhaft zu werden, warf ein -Knabe mit einem Steine danach.</p> - -<p>Da der Apfelbaum nun keine Früchte mehr hatte, kam ihm<span class="pagenum" id="Seite_95a">[S. 95]</span> kein Mensch -mehr zu nahe. Er stand da, wie ein von aller Welt Verlassener. Ohne -daß er es natürlich gestand, schämte er sich jetzt seines ehemaligen -Hochmuthes.</p> - -<p>Wahre Freunde erkennt man daran, daß sie uns ohne Eigennutz lieben.</p> - -<p class="center mtop2" id="E_Satzgefuege_VI_4_b"><span class="antiqua">b</span>) Mögliche Gründe.</p> - -<p class="s5 center" id="E_Satzgefuege_VI_4_b_aa"><span class="antiqua">aa</span>) Bedingungssätze.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_4_116"><b>116. Der sterbende Vater.</b></h5> - -<p class="mtop2">Als Vater Aminth sein Ende nahen fühlte, ließ er seinen Sohn noch -einmal an sein Bett kommen. Unter Anderem legte er ihm Folgendes ans -Herz: Wenn es Dir nur irgend möglich ist, so sei dem Bedrängten ein -Helfer. Hast Du viel, so gib reichlich. Wofern Du nicht mit einer That -einstehen kannst, gib wenigstens einen guten Rath. Wäre auch dieser -nicht möglich, so zeige Deine Theilnahme in einem tröstenden Worte.</p> - -<p>Hast Du irgend ein Werk vor, so fange es mit Gott an. Wo der Herr nicht -das Haus behütet, wachen ja doch die Wächter umsonst. Wenn Du stets -deine Hauptstütze in dem Herrn suchst, wirst Du wohlfahren. Wolltest -Du Dich aber zu sehr auf Menschenhilfe verlassen, würdest Du Dich oft -getäuscht sehen.</p> - -<p>Suche Dir vor allen Dingen selbst zu helfen, so wird Dir in vielen -Dingen geholfen sein. Schicke Dich in alle Verhältnisse, dafern Deine -Rechtschaffenheit nicht darunter leidet.</p> - -<p>Falls Du gehorchen mußt, thue es mit Lust. Beuge sogar einmal Deinen -Nacken, wenn es die Klugheit gebietet. Hast Du selbst zu gebieten, thue -es mit Freundlichkeit. Müßtest Du auch einmal darben, bewahre Dir die -Zufriedenheit. Fiele Dir Reichthum zu, so verfalle nicht in Hochmuth.</p> - -<p>Würdest Du einmal verkannt, laß den Muth nicht sinken. Stießest Du -je auf persönliche Feinde, gib nie dem Zorne Raum. Willst Du Dich an -Deinen Beleidigern rächen, so vergib ihnen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_96a">[S. 96]</span></p> - -<p class="s5 center mtop2" id="E_Satzgefuege_VI_4_b_bb"><span class="antiqua">bb</span>) Einräumungssätze.</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_4_117"><b>117. Die Zunge.</b></h5> - -<p class="mtop2">Trotzdem die Zunge ein kleines Glied ist, kann sie doch großen Schaden -anrichten. Obgleich dies eine allbekannte Sache ist, wird sie doch -nicht immer beachtet. Ein einziges Wort kann ja sogar einen Weltkrieg -heraufbeschwören, wiewohl ein Wort doch eigentlich nur ein flüchtiges -Luftwellengebild ist.</p> - -<p>Wie verletzend wirkte nicht schon oft ein einziger Ausspruch, -wenngleich er ohne allen Vorbedacht hingeworfen wurde. Gar nicht selten -zerriß ein einziges winziges Wörtchen, ungeachtet es durchaus nicht -böse gemeint war, die heiligsten Bande der Liebe auf immer. Und wurde -nicht zuweilen durch einen einzigen ausgesprochenen Verdacht, obwohl -man ihn vielleicht gar im Scherze zum Vorschein brachte, Jemand gar arg -an seiner Ehre gekränkt?</p> - -<p>Auch ein Scherzwort, wie unschuldig es an sich immer scheinen mag, -kann zum zündenden Funken für ein großes Feuer werden. Hat doch unter -besonderen Umständen selbst das Schweigen, obschon die Zunge hierbei -eben gar nichts thut, viel Unheil gestiftet.</p> - -<p>Halte darum Deine Zunge stets im Zaume, wenn Du Dich auch in den -vertrautesten Kreisen bewegtest. Wäge stets Deine Worte ab, ob Du auch -keine Ursache dazu zu haben vermeinst. Das einmal gesprochene Wort läßt -sich nie wieder vernichten, trotzdem es eben nur ein Erzeugniß einer -Luftbewegung ist.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_VI_4_118_Wdh"><b>Wiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Bedingungs- und Einräumungssätze.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_4_118"><b>118. Bildung.</b></h5> - -<p class="mtop2">Obwohl Du in der Schule viel lernen kannst, bleibt Dir doch nach der -Schulzeit noch viel zu lernen übrig. Wenn ein<span class="pagenum" id="Seite_97a">[S. 97]</span> Schüler auch noch so -fleißig wäre, kann er doch in der Schule immer erst den Grund zu seiner -weitern Ausbildung legen. Hast Du aber in der Schule einen guten Grund -gelegt, wird Dir das spätere Lernen sicher leicht werden.</p> - -<p>Bildung ist ein großer Schatz, obschon er sich nicht in Zahlen -bezeichnen läßt. Hast Du also Gelegenheit zur Fortbildung, benutze -sie. Dem kenntnißreichen Manne steht die Welt offen, wenngleich seine -Tasche keinen Kreuzer beherbergte. Hätte Mancher in seiner Jugend mehr -gelernt, er brauchte jetzt nicht Steine zu klopfen.</p> - -<p>Wie sehr auch heutzutage das Geld die Welt regiert, die Bildung wird -doch endlich den Sieg davontragen. Falls Du also auch gleich nach -Deiner Confirmation nach Brod arbeiten müßtest, ein nützliches Buch -wirst Du nebenbei doch lesen können. Und müßtest Du Dir auch einige -Vergnügungen darob versagen, suche Dir vor allen Dingen bildende -Schriften zu erwerben.</p> - -<p>Falls Du in Deinem Berufe auch nicht viel zu schreiben hättest, laß -die Feder nicht liegen. Wenn Du nur ernstlich willst, etwas Zeit zur -Fortbildung läßt sich schon gewinnen.</p> - -<p>Obgleich man sich für Geld große Genüsse verschaffen kann, Bildung -bleibt doch der Schlüssel zu den edelsten.</p> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Wiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Umstandssätze des Ortes, der Zeit, der Art und Weise, des wirklichen -und möglichen Grundes.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_4_119"><b>119. Die Raubritter.</b></h5> - -<p class="mtop2">Als das Ritterthum in voller Blüthe stand, gab es leider auch -Raubritter. Wo ihre Burgen emporragten, dort war besonders für die -Kaufleute ein gefährliches Reisen.</p> - -<p>Ohne daß es sich der Reisende oft versah, wurde er von einer Schaar -solcher Wegelagerer überfallen. Sie kamen, um<span class="pagenum" id="Seite_98a">[S. 98]</span> ihn seiner Schätze zu -berauben. Zuweilen verlegten sie ihm auch blos den Weg, damit sich der -Reisende zu Opfern für seine Freiheit verstehen solle. Falls der so -Gehemmte sich zu keiner Zahlung verstehen wollte, wurde er nicht selten -als Gefangener abgeführt.</p> - -<p>Wo diese Raubritter ihre Burgen erbauten, führten gewöhnlich wichtige -Verkehrswege vorüber. Damit kein Mensch ungesehen diese Straßen ziehe, -stellten sie Wachen aus. Kaum graute der Morgen, standen diese schon -auf ihren Posten.</p> - -<p>Mit diesen Verhältnissen vertraut, reiste darum auch selten ein -Handelsmann mit seiner Waare allein. Damit man nöthigenfalls Widerstand -leisten könne, verband man sich zu Karavanen. Obgleich aber diese -Gesellschaften oft ziemlich stark waren, entgingen sie doch selten -ihrem Schicksale.</p> - -<p>Sobald es zu irgend einem Kampfe kam, trugen die wohlbewaffneten -Reisigen in der Regel den Sieg davon. Je mehr diese dann dabei Verluste -erlitten hatten, desto größeren Tribut mußten die Besiegten zollen.</p> - -<p>Da nun ein Raubritter neidisch auf das Glück des andern sah, entstanden -nicht selten unter diesen selbst blutige Fehden. Ehe es sich der eine -versah, umzingelten mißgünstige Nachbarn seine Burg. So kurze Zeit eine -solche Fehde auch dauerte, so blutig war sie doch oft. Nicht selten -schleifte man den Rittersitz des Besiegten, weil dieser sonst doch -wieder hätte zu Macht gelangen können.</p> - -<p>Wiewohl es auch heute noch Straßenräuber gibt, ist doch die -Gefährlichkeit des jetzigen Reisens mit der jener Tage gar nicht zu -vergleichen. Niemand wird, ohne ein gewisses Grauen zu empfinden, an -jene Zeit zurückdenken.</p> - -<p>Während damals die überlegene Gewalt regierte, regiert jetzt das Recht. -Die Zeit wollen wir ja nicht die goldene nennen, während welcher das -Faustrecht galt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_99a">[S. 99]</span></p> - -<h4 id="E_Satzgefuege_VI_5">5. Einschaltsätze.</h4> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_5_120"><b>120. Ein Dieb.</b></h5> - -<p class="mtop2">Vergangenen Montag — es konnte wol nachmittags gegen drei Uhr sein -— entstand auf der Straße ein gewaltiger Menschenauflauf. Zwei -Polizeidiener ergriffen einen Menschen, welcher — man sollte es kaum -glauben — am hellen Tage einen Herrenrock von einem Schaufenster -gestohlen hatte.</p> - -<p>Dieser freche Dieb — er schien übrigens der Polizei als solcher -bekannt zu sein — wehrte sich dermaßen, daß man ihn binden mußte. -Jetzt aber — welch eine Frechheit! — stellte er sich, als ob er nicht -laufen könne. Und so mußte er — den Polizeiern blieb nichts Anderes -übrig — auf einen Schubkarren geladen werden.</p> - -<p>Im ersten Verhöre soll er sich — wie sich nicht anders erwarten ließ -— auch äußerst widerspenstig benommen haben. Hoffentlich wird ihn aber -die Strafe für seine Vergehungen — und diese wird wahrscheinlich eine -ziemlich strenge sein — mürbe machen.</p> - -<p class="s4 center mtop2" id="E_Satzgefuege_VI_5_121_Hwdh"><b>Hauptwiederholung.</b></p> - -<p class="s5 center">(Subject-, Präd.-, Beif.-, Ergänz.-, Umstands-, Anführ.- und -Einschaltsätze.)</p> - -<h5 class="s4" id="E_Satzgefuege_VI_5_121"><b>121. Der Mäusethurm.</b></h5> - -<p class="mtop2">Gegen Ende des zehnten Jahrhunderts lebte ein berüchtigter -Kirchenfürst, mit Namen Hatto. Nachdem er mehrere Jahre Abt zu Fulda -gewesen war, wurde er zum Erzbischof von Mainz erhoben. Diese Stadt -liegt bekanntlich da, wo sich der Main in den Rhein ergießt.</p> - -<p>Wer jenem hohen Herrn untergeben sein mußte, konnte nicht ohne Furcht -zu ihm aufblicken. Hatto war — man sollte dies von einem Bischofe -kaum glauben — vom Geize besessen. Nehmen erschien ihm jederzeit -angenehmer als das Geben.<span class="pagenum" id="Seite_100a">[S. 100]</span> Daran, daß sein Herr und Heiland in Armuth -dahinwandelte, wollte er sich wahrscheinlich ganz absichtlich nicht -erinnern.</p> - -<p>Da ihn nun die Habsucht gefangen genommen hatte, kannte sein Herz -natürlich kein Mitleid. Ohne daß es ihn rührte, konnte er an den -Hilfsbedürftigsten vorübergehen. Die Geschichte berichtet sogar, daß er -sich ganz unmenschliche Grausamkeit habe zu Schulden kommen lassen:</p> - -<p>Als er schon lange Jahre Bischof zu Mainz war, entstand einmal eine -furchtbare Hungersnoth. Die Rheingegend war es, wo das Uebel am ärgsten -auftrat. Hunderte von Familien hatten nicht, womit sie auch nur eine -Mahlzeit ihren Hunger stillen konnten. Von den entsetzlichsten Qualen -langsam aufgerieben, erlagen eine große Anzahl Menschen endlich dem -Tode.</p> - -<p>Daß die Noth groß war, konnte dem Erzbischof nicht unbekannt bleiben. -Wessen Herz freilich der schändlichste Eigennutz beherrscht, der mag -fremdes Elend nicht sehen. So blieb Hatto angesichts alles Jammers, der -er war.</p> - -<p>Nachdem die Hungersnoth den höchsten Grad erreicht hatte, versammelten -sich eines Tages mehrere Hundert Halbverhungerter vor der Burg des -Erzbischofs. Obgleich man seine Härte kannte, wollte man doch einen -Bittversuch wagen. Der Trieb, das Leben zu erhalten, läßt ja kein -Mittel unbenutzt.</p> - -<p>„Hab’ Erbarmen!“ flehte eine Anzahl solcher Unglücklichen zu den -Burgfenstern hinauf. Und Andere riefen mit herzzerreißender Stimme: -„Nur ein einziges Stück Brod laß uns werden.“</p> - -<p>Obwohl nun Hatto’s Speicher überreich gefüllt waren, hatte er doch kein -Ohr für das Hungergeschrei. Er äußerte sogar, das Volk da unten sei nur -liederliches Gesindel.</p> - -<p>Da nun aber die armen Menschen ihr Flehen fortsetzten, gerieth er -endlich in Zorn. In diesem Zorne befahl er seinen Knechten, daß sie das -lästige Bettelvolk in eine große Scheune<span class="pagenum" id="Seite_101a">[S. 101]</span> sperren sollten. Die Knechte, -weil es ihr Herr befohlen, führten die Schändlichkeit augenblicklich -aus.</p> - -<p>Was aber that Hatto, der Wütherich, nun? — Er ließ — fast sträubt -sich die Feder vor diesem Berichte — die betreffende Scheune an allen -vier Ecken anzünden. Ohne daß es ihn nur im geringsten rührte, sah er -der auflodernden Flamme zu. Während des entsetzlichen Geschreies der -Verbrennenden rief er sogar seiner Umgebung, teuflisch spottend, zu: -„Hört Ihr das Piepen der Brodmäuse?“</p> - -<p>Hören wir nun, was die Sage über das Lebensende dieses Grausamen -berichtet: Kurz nach dieser fluchwürdigen That zogen in die Burg, die -Hatto bewohnte, eine unerhörte Menge Mäuse ein. Wo man nur hinsah, -wimmelte es von diesen Thieren.</p> - -<p>Wie entsetzlich dies dem Erzbischof sein mußte, läßt sich leicht -denken. Je mehr er aber das Ungeziefer verfolgen ließ, desto -zahlreicher wurde es.</p> - -<p>Um sich diesen Feinden zu entziehen, siedelte er in die Stadt Bingen -über. Aber auch hier wurde es wieder, wie es gewesen war. Die Mäuse, -die sich einmal gegen ihn verschworen zu haben schienen, folgten ihm -auch hierher. Von ihnen aufs neue gequält, sann er abermals auf Rettung.</p> - -<p>Endlich hatte er einen Plan, wie er sich vor der Höllenschaar -unzweifelhaft sichern könnte, entworfen. Da, wo sich der Ruppertsberg -im Rheine spiegelt, ließ er sich einen kleinen Thurm mitten in dem -Strome erbauen. „Dort muß ich doch endlich vor den Bestien Ruhe haben“, -dachte er bei sich.</p> - -<p>Als der Thurm vollendet war, segelte Hatto auf einem Nachen hinüber. -Daß freilich die Mäuse auch schwimmen können, hatte er nicht bedacht.</p> - -<p>Ihr Rächeramt zu vollenden, ruderten sie in zahlloser Menge dem Thurme -zu. Bald war derselbe, der an sich nicht viel Räumlichkeiten bot, von -ihnen überschwemmt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_102a">[S. 102]</span></p> - -<p>In diesem Thurme aber wurde Hatto — so berichtet eben die Sage — von -den Mäusen endlich aufgefressen. Der Thurm, in dem dies geschehen sein -soll, steht übrigens heute noch. Man nennt ihn, eingedenk der Sage, den -Mäusethurm.</p> - -<div class="chapter"> - -<h2 class="nobreak" id="F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc"><b><span class="antiqua">F.</span> -Mehrfach gegliederte Sätze etc.</b></h2> - -</div> - -<h3 class="s4" id="F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_122"><b>122. Gellert.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Alle Arten Sätze.)</p> - -<p>Gellert war ein Dichter. Er wurde am 4. Juli 1715 in dem damals -ziemlich kleinen sächsischen Städtchen Hainichen geboren. Sein frommer -und darum hochgeachteter Vater war Pfarrer daselbst. Sowohl der Vater -als auch die Mutter erzogen ihren Knaben sehr streng.</p> - -<p>Gellert versuchte sich bereits in früher Jugend in der Dichtkunst und -über manches seiner kleinen Lieder konnte sich sein Vater schon freuen. -Das erste größere Gedicht, welches er seinem Vater zu dessen Geburtstag -überreichte, erregte sogar einiges Aufsehen.</p> - -<p>Gellert studirte. Nach dem Wunsche seines frommen Vaters sollte er -sich zu einem tüchtigen Prediger ausbilden. Gellert aber zeigte -weder besondere Lust zu dem geistlichen Stande, noch schien er sich -für denselben besonders geeignet zu halten. Der junge Mann hatte -jedenfalls ein richtiges Urtheil über sich, denn schon in seiner ersten -Begräbnißrede blieb er stecken.</p> - -<p>Nachdem ihm seine Schriften einen besonderen Ruf erworben, trat er als -Lehrer in einer höheren Schule auf. Seine Vorträge gefielen. Wegen -seines lauteren Charakters genoß er unter der studirenden Jugend bald -die größte Achtung.</p> - -<p>Seine Oden, geistlichen Lieder und Fabeln erlangten die allgemeinste -Anerkennung. Seine frommen Lieder werden noch<span class="pagenum" id="Seite_103a">[S. 103]</span> heute in den Kirchen -gesungen und an seinen lehrreichen Fabeln ergötzt sich noch heute die -Kinderwelt.</p> - -<p>Was Gellert geschrieben, ist in sechs starken Bänden der Nachwelt -aufbewahrt.</p> - -<h3 class="s4" id="F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_123"><b>123. Geistesgegenwart.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>In einem großen, schönen Garten, welcher dicht an einer Straße, die -nicht eben sehr belebt war, lag, befanden sich eines Tages drei -Geschwister. Sie hatten sich hier eingefunden, um sich zu erholen und -sich zu gleicher Zeit angenehm zu beschäftigen.</p> - -<p>Paul, der Zwölfjährige, beschnitt mit seinem scharfen Taschenmesser -ein wildes Obstbäumchen, damit seine Krone eine bessere Form erhalten -sollte. Wo der Weg nach einem kleinen Hügel führte, kauerte Bertha, die -zehn Jahre zählte, vor ihrem Blumenbeete, Nelken und Tausendschönchen -pflanzend. Wilhelm, erst im siebenten Lebensjahre stehend und in der -Familie gewöhnlich der Wilde genannt, zimmerte vor einer duftenden -Jasminlaube aus den braunen Bretchen eines Cigarrenkastens, die ihm der -Vater geschenkt hatte, ein Segelschiff.</p> - -<p>Alle drei Kinder waren fröhlich und wohlgemuth, denn jedes trieb seine -Lieblingsbeschäftigung. Paul pfiff, Bertha sang und Wilhelm trällerte -bei der Arbeit, sodaß es eine Lust war, ihnen zuzuhören. Wer hätte zu -ahnen vermocht, daß ihre Freude plötzlich in erschrecklicher Weise -gestört werden sollte!</p> - -<p>Plötzlich nämlich — es mochte nachmittags gegen ein Uhr sein — -erschien ein fremder Hund, ohne einen Laut von sich zu geben, im -Garten. Sein dickes Fell war zerzaust, seine Augen waren geröthet, die -Zunge hing ihm weit zum Maule heraus und die Ruthe trug er zwischen die -Hinterbeine geklemmt.</p> - -<p>Paul, welcher den Hund zuerst erblickte, erschrak, denn das Aussehen -des Thieres, das ihm noch dazu ganz unbekannt war,<span class="pagenum" id="Seite_104a">[S. 104]</span> kam ihm sogleich -verdächtig vor. Bertha, die nur erst kürzlich in der Schule von der -Wuthkrankheit der Hunde gehört hatte, schrie aus Leibeskräften: -„Hilfe! Hilfe! Ein toller Hund!“ Und der kleine Wilhelm, um der Gefahr -zu entgehen, wollte eben in eine Laube flüchten. Noch aber hatte er -dieselbe nicht erreicht, als der Hund auf ihn losfuhr, wie wenn er -ihn beißen wolle. Der Kleine schrie und zitterte vor Angst am ganzen -Körper, sodaß er keinen Schritt von der Stelle wagte. Seine Lage war -entsetzlich!</p> - -<p>In diesem verhängnißvollen Augenblicke jedoch sprang Paul herbei, -packte das gefährliche Thier mit beiden Händen am Halse, drückte ihm -die Kehle zusammen und hob es empor.</p> - -<p>Während nun der beherzte Knabe den Hund über der Erde hielt, konnte -sich Wilhelm in die Laube retten und die Thüre derselben hinter sich -verschließen.</p> - -<p>Auf das Geschrei der Kinder, das jetzt aus drei Kehlen zugleich -erfolgte und ganz entsetzlich klang, eilte der Vater, vor Schreck -fast bleich, herbei. Er erkannte sofort, daß der Hund, der in den -Händen des Knaben wie verzweifelt hin- und herschnellte, toll war. Die -schreckliche Gefahr, in der seine Kinder schwebten, ermessend, und -ohne einen Augenblick Zeit zu verlieren, ergriff er eine in der Nähe -liegende Hacke und führte damit einen wohlgezielten Schlag auf die Nase -des wüthenden Thieres.</p> - -<p>Mit einem grellen Aufschrei fiel es zu Boden, woselbst es -augenblicklich von dem Vater den Todesstreich erhielt.</p> - -<p>Um seines Muthes und seiner Geistesgegenwart willen, die einzig und -allein ein furchtbares Unglück verhindert hatten, erhielt Paul, -ehe noch der Tag zu Ende ging, von seinem Vater eine prachtvolle -Bilderbibel. Die ganze Familie aber, in welcher überhaupt ein frommer -Sinn herrschte, dankte in ihrem Abendgebete, dem der Vater heute eine -besondere Feierlichkeit verlieh,<span class="pagenum" id="Seite_105a">[S. 105]</span> dem lieben Herrgott, daß er in jenen -verhängnißvollen Augenblicken ihr gnädiger Beschützer gewesen.</p> - -<h3 class="s4" id="F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_124"><b>124. Schlaf und Tod.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Zwei vollständige Satzgefüge verbunden.)</p> - -<p>Der Schlaf, welcher unserm Körper Erholung gewährt, hat viel -Aehnlichkeit mit dem Tode, und der Tod, der einst unser aller Loos ist, -hat Vieles mit dem Schlafe gemein.</p> - -<p>Sobald uns der Schlaf befällt, hören verschiedene Thätigkeiten des -Körpers auf, ebenso vermindern sich allmälig verschiedene Bewegungen -der Muskeln, wenn der Tod an den Menschen herantritt. Das völlige -Entschlummern wird dadurch herbeigeführt, daß die Sinnesnerven -endlich ihre Dienste einstellen, und der Tod tritt ein, indem die -Athmungsorgane schließlich zum Stillstand gelangen.</p> - -<p>Das Einschlafen erfolgt so allmälig, daß der eigentliche Augenblick -des Entschlafenseins gar nicht genau beobachtet werden kann, ebenso -erlöscht auch zuweilen ein Lebenslicht in so unmerklicher Weise, daß -die am Sterbelager Stehenden den Eintritt des Todes gar nicht gewahren. -Der Schlafende weiß nicht mehr, was um ihn her vorgeht, auch dem Todten -ist bekanntermaßen verschlossen, wie das Leben um ihn her waltet.</p> - -<p>Wer schläft, erwacht nach einer bestimmten Zeit wieder, und wer im -Grabe ruht, den wird einst ebenfalls die Stimme des Herrn erwecken.</p> - -<h3 class="s4" id="F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_125"><b>125. Die Zukunft.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Es beziehen sich mehrere Nebensätze auf einen Hauptsatz.)</p> - -<p>Wüßte der Mensch, was morgen sein wird, und läge ihm die Zukunft -überhaupt klar vor Augen, so würde das durchaus kein Glück für ihn -sein. Obgleich er sich manchen Kummer ersparen und auf manches traurige -Geschick vorbereiten könnte,<span class="pagenum" id="Seite_106a">[S. 106]</span> obschon er sich manche Freude mehr zu -verschaffen und manche schon im voraus zu genießen vermöchte, müßte ihn -dieser Zukunftsblick doch in steter Aufregung erhalten.</p> - -<p>Was er von den künftigen Tagen zu erhoffen und was er von ihnen zu -fürchten hätte, beschäftigte ihn sicher Tag und Nacht. Die Zeit, da er -gesunden, oder in der ihm eine besondere Ehre zu Theil werden, oder -zu welcher er Reichthum erlangt haben soll, würde er unter quälender -Ungeduld herbeisehnen. Wiederum ginge er der Stunde, die ihn aufs -Krankenlager werfen, oder dem Tage, der ihm Zurücksetzung bringen, oder -dem Zeitpunkte, zu welchem der Bettelstab sein Loos sein soll, gewiß -mit Zittern und Zagen entgegen.</p> - -<p>Wer aber möchte nun vollends im voraus wissen wollen, wann er einmal -sterben, wie einmal sein Ende sein und wo man sein Grab graben wird?</p> - -<p>Wir sind daher unserm Gott Dank schuldig, daß er uns über unser -künftiges Geschick im Unklaren läßt, daß er uns das künftige Ungemach -verbirgt und daß uns vor allen Dingen die Stunde unseres Abscheidens -ein Geheimniß bleibt.</p> - -<h3 class="s4" id="F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_126"><b>126. Hier und dort.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Wer die verschiedenen Schicksale der Menschen beobachtet, den -Lebensgang einzelner verfolgt, ihren sittlichen Werth mit ihrem äußeren -Loose in Vergleich zieht, der wird manche Frage aufzuwerfen haben.</p> - -<p>Er sieht da oft, wie der Fromme im Elend schmachtet und wie das Laster -im Ueberflusse schwelgt, wie man den Verdienstvollen zu Boden sinken -läßt und den Unwürdigen erhebt, wie man einen Ehrenmann über die -Schultern ansieht, vor dem Ehrlosen aber einen tiefen Bückling macht.</p> - -<p>Ein solcher Beobachter fragt dann still für sich: „Wo bleibt<span class="pagenum" id="Seite_107a">[S. 107]</span> hier die -Gerechtigkeit? Womit haben jene Braven ihr bitteres Geschick verdient? -Warum folgt die Strafe der Sünde nicht auf dem Fuße?“</p> - -<p>Nur dort oben, wo hoch die Sterne stehen, woher alles Licht uns -zuströmt, wohin die Erdenpilger einst alle eingehen müssen, sucht er -des Räthsels Lösung. Der Glaube an den Allvater, der Gerechtigkeit -lieb hat, der Jedem nach seinem Thun vergelten will, dessen Gedanken -freilich hoch und dessen Wege wunderbar sind, hilft ihm über das Dunkel -dieses Lebens hinweg.</p> - -<p>Hat doch auch Christus, um jenen Zweifelfragen zu begegnen, den -unschuldig Leidenden zu trösten und überhaupt den Blick in das Jenseits -einigermaßen zu lichten, das „Hier und dort“ in dem Gleichnisse vom -armen Lazarus vortrefflich beleuchtet.</p> - -<h3 class="s4" id="F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_127"><b>127. Das Turnen.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Wer seinem jugendlichen Körper eine heilsame Bewegung verschaffen, -seine Muskelkraft gleichmäßig ausbilden und seinem ganzen Menschen eine -sichere Haltung verschaffen will, der muß turnen. Was das Turnen nützt, -wie es stärkt und belebt und wie es sogar den Geist frischer macht, -wissen gar viele Menschen noch gar nicht.</p> - -<p>Ohne Furcht zu verspüren, auf seine Gewandtheit bauend und seiner -Körperkraft vertrauend, geht der echte Turner leiblichen Gefahren -entgegen. Denke hierbei an die Turnerfeuerwehr, die eben aus Turnern -besteht, die sich gewöhnlich freiwillig zu dem schweren Dienste des -Rettungswerkes stellt und die bei einem Brande nicht selten die größten -Wagnisse unternimmt. Wo die Gefahr am größten, wo das Rettungswerk am -schwierigsten, wo es vor allen Dingen Menschenleben zu sichern gibt, da -ist der Turnerfeuerwehrmann zur Hand.</p> - -<p>Weil nun das Turnen eine so gute Schule für den Körper<span class="pagenum" id="Seite_108a">[S. 108]</span> ist, weil es -den Geist freier macht und weil es somit den ganzen Menschen bildet, so -werde auch Du ein Turner.</p> - -<h3 class="s4" id="F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_128"><b>128. Die Thierschutzvereine.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Nebensatz enthält wieder einen Nebensatz.)</p> - -<p>Man muß sich leider gar oft überzeugen, daß viele Leute noch gar nicht -einsehen, wie höchst segensreich die Thierschutzvereine wirken. Diese -Erscheinung aber, die eine recht betrübende ist, hat ihren Grund meist -darin, daß viele Menschen, namentlich viele Pferdebesitzer, dem Thiere -nicht die Stellung in der Welt zugestehen, die ihm gebührt.</p> - -<p>Manche vermeinen wol auch, das Thier, als ein vernunftloses Wesen, -empfinde den Schmerz, der ihm durch Mißhandlungen zugefügt wird, nicht -in dem Grade wie ein Mensch.</p> - -<p>Möchten dergleichen Anschauungen, die doch ganz irrige sind, weil -sie eben auf falscher Beurtheilung der Natur des Thieres beruhen, -bald gänzlich verschwinden. Möchte es den Thierschutzvereinen, -die, trotz mancherlei Hindernissen, ihr edles Werk mit allem Eifer -treiben, gelingen, das Mitgefühl mit der Thierwelt, ohne welches der -Thierquälerei Thür und Thor geöffnet sind, in jedes Menschen Brust zu -pflanzen.</p> - -<p>Man muß es mit Freuden wahrnehmen, daß da, wo das Auge solcher Vereine, -das ja oft ein tausendfaches ist, wacht, Mißhandlungen von Thieren, wie -sie sonst fast täglich zu erleben waren, zu den größten Seltenheiten -gehören.</p> - -<p>Dank aber auch den Behörden, welche, die gute Sache erkennend, jene -wohlthätigen Vereine, wo sie immer ihren Sitz haben, nachdrücklich -unterstützen, indem die Thierquäler, und zwar ohne Ansehen der Person, -vor Gericht gestellt und gebührend bestraft werden.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_109a">[S. 109]</span></p> - -<h3 class="s4" id="F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_129"><b>129. Ein Apfelkern.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Man glaubt gar nicht, was in einem einzigen Samenkerne, den wir -vielleicht mit Füßen treten, für Wunder enthalten sind.</p> - -<p>Du weißt z. B., daß ein Apfel, der die gehörige Reife erlangt hat, -sechs bis acht braune Kerne enthält. Du erinnerst Dich, wie einfach ein -solcher Kern, der noch dazu ziemlich klein ist, aussieht.</p> - -<p>Nun aber bedenke, daß in ihm eigentlich schon der zukünftige Apfelbaum, -dessen breitarmige Aeste später einen geraumen Theil des Gartens -beschatten, enthalten ist. Es bedarf von Deiner Seite weiter nichts, -als daß Du ihn in die Erde, die natürlich kein unfruchtbarer Boden sein -darf, legst.</p> - -<p>Was er zu seiner Entwickelung, die dann geheimnißvoll vor sich geht, -nöthig hat, verleiht ihm die gütige Natur. Nach nicht allzulanger Zeit -bemerkst Du, wie sein zarter Keim, hellgrün von Färbung, die Erdrinde, -die sogar etwas fest sein kann, durchbohrt. Bald siehst Du dann, daß -sich aus der grünen Spitze ein Blättchen, das schon ziemlich die Form -der künftigen Baumblätter zeigt, entwickelt.</p> - -<p>Die weitere Ausbildung zum Stämmchen, die nun vor sich geht, ist es -werth, von Dir beobachtet zu werden. Wer dergleichen Vorgänge in -der Natur, die eben ein großes Wunderreich ist, mit Aufmerksamkeit -verfolgt, dem muß ein Licht über die Größe des Schöpfers, dessen Kraft -alles Geschaffene durchdringt, aufgehen.</p> - -<h3 class="s4" id="F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_130"><b>130. Eine Wohlthäterin.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Desgleichen.)</p> - -<p>Barbara Uttmann, die unvergeßliche Wohlthäterin des sächsischen -Erzgebirges, wurde 1514 — also noch vor der Reformation — geboren. -Sie verheirathete sich mit einem Bergherrn,<span class="pagenum" id="Seite_110a">[S. 110]</span> welcher den Namen Uttmann -führte und in der Nähe von Annaberg, der Berg- und Gebirgsstadt, -mehrere Grubenwerke besaß.</p> - -<p>Das Klöppeln erlernte Barbara — wie man gewöhnlich annimmt — von -einer Brabanterin, welche um ihres protestantischen Glaubens willen -aus ihrem Vaterlande, in dem der Katholicismus die Oberhand hatte, -vertrieben worden war. Um diese Kunst, die zu jener Zeit gut lohnte, -weiter zu verbreiten, lehrte sie Barbara Uttmann, ohne aber irgendwie -Bezahlung dafür zu nehmen, zunächst den Mädchen und Frauen Annabergs.</p> - -<p>Kaum waren zehn Jahre vergangen, hatte der Klöppelsack — so nennt man -das Werkzeug, an dem geklöppelt wird — im ganzen Erzgebirge, wo damals -viel Armuth herrschte, Eingang gefunden. Somit legte die brave Frau -den Grund zu einem Erwerbszweige, der unzähligen Armen Brod gab und -noch heute über 40000 Menschen, die zwischen der bairischen Grenze und -Geising wohnen, beschäftigt.</p> - -<p>Barbara Uttmann verdient deshalb auch, daß man ihr, um ihr Andenken -in Ehren zu halten, auf dem Friedhofe zu Annaberg, welcher die -Hospitalkirche umgibt, ein Denkmal gesetzt hat. Es ist aus weißem -Marmor gearbeitet und stellt Barbara dar, wie sie vor ihrem -Klöppelsacke, der ungemein kunstreich ausgeführt ist, sitzt und -arbeitet.</p> - -<p>Dieser schöne Grabstein, welcher von allen Fremden, die nach Annaberg -kommen, aufgesucht wird, enthält die Inschrift: „Ein thätiger Geist, -eine sinnige Hand, sie ziehen den Segen ins Vaterland.“</p> - -<h3 class="s4" id="F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_131"><b>131. Grille und Ameise.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Der Anführungssatz ist ein Satzgefüge.)</p> - -<p>Eine Grille, welche den Sommer in Trägheit verlebt hatte, sprach zur -nahenden Winterzeit zu ihrer Nachbarin, einer Ameise: „Borge mir ein -wenig zu essen, damit ich nicht Hunger leiden muß.“</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_111a">[S. 111]</span></p> - -<p>Ohne etwa augenblicklich vom Mitleid ergriffen zu werden, fragte die -Ameise: „Hast du dir denn keine Speise für den Winter, den du doch -kommen sahst, gesammelt?“</p> - -<p>„Ich würde das gewiß gethan haben“, erwiderte die Grille, indem sie -einen etwas schnippischen Ton annahm, „wenn ich nur Zeit dazu gehabt -hätte.“</p> - -<p>„Womit hast du denn die Sommertage, die doch sehr lang und für alle zur -Arbeit bestimmt sind, verbracht?“ fragte, nicht ohne Verwunderung, die -Ameise.</p> - -<p>Der Grille Antwort, die etwas zögernd erfolgte, war: „Du weißt doch, -daß ich den Sommer über emsig gespielt und gesungen habe!“</p> - -<p>Darauf sagte die Ameise, ohne indeß einen bitteren Ton anzunehmen: „Du -hast gewußt, was nach dem Sommer folgt. Wer während des Sommers, der -Zukunft uneingedenk, singt, mag im Winter tanzen.“</p> - -<h3 class="s4" id="F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_132"><b>132. Eine Geburtstagsscene.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Zusammengezogene, zusammengesetzte Sätze und Satzgefüge verbunden.)</p> - -<p>Der dreizehnjährige Otto schenkte gestern mit freudestrahlendem -Gesichte seinem lieben Vater zum fünfzigsten Geburtstage ein Paar -goldene Knöpfchen von der neuesten Form und ein Rosenstöckchen mit -acht lachenden Knospen; das kleine Lischen überbrachte dem guten -Papa lächelnd eine große Torte aus Chocolade, sowie sechs reizende -Liqueurgläschen aus geschliffenem Glase, und der zehnjährige Sigismund -überreichte ihm fast mit gerührtem Herzen ein prachtvoll gebundenes -Gebetbuch mit herrlichen Stahlstichen und sprach mit bewegter Stimme -ein langes, ergreifendes Gedicht dazu.</p> - -<p>Der Vater, welcher sichtlich gerührt war, dankte den Kindern, indem -er jedem einen Kuß auf die Stirn drückte, aufs herzlichste, daß sie -ihn heute in so sinniger Weise überrascht<span class="pagenum" id="Seite_112a">[S. 112]</span> hätten; zu gleicher Zeit -reichte er aber auch der Mutter, welche, ebenfalls Glück wünschend, -hinter den Kindern stand, dankbar die Hand, weil er sie sich als die -Veranstalterin der schönen Feier dachte, und zu dem Ende ordnete er -noch an, daß heute, um auch den Kindern ein besonderes Vergnügen zu -bereiten, ein Ausflug in die etwas entlegene Waldschenke, die in einem -reizenden Buchenhaine lag und deshalb einen herrlichen Aufenthalt -gewährte, unternommen werden solle.</p> - -<p>Otto, ein großer Freund des Waldes, jubelte, als er dies hörte, hochauf -vor Freude; Sigismund, der da meinte, es ginge noch dieselbe Stunde -fort, eilte sogleich nach seiner Botanisirtrommel, die ihm, sobald -er ins Freie ging, nie fehlen durfte, und Lischen hüpfte, um ihrer -Freude Ausdruck zu geben, auf einem Beine in der Stube umher, sodaß -die Mutter schließlich noch sagte, sie solle doch ihre Kräfte für die -bevorstehende Partie sparen.</p> - -<h3 class="s4" id="F_Mehrfach_gegliederte_Saetze_etc_133"><b>133. An Dich.</b></h3> - -<p class="s5 center mbot2">(Die Periode.)</p> - -<p>Wenn Du die Sprachbilder, welche eigens für Dich, um Dich in Deiner -Muttersprache zu unterrichten, geschrieben sind, mit rechter -Aufmerksamkeit durchgearbeitet hast; wenn Dir die Regeln, welche darin -veranschaulicht werden, recht zum Bewußtsein gekommen sind; wenn Du -namentlich im Auflösen der einzelnen Sätze eine gehörige Fertigkeit, -die allerdings nur durch Uebung erreicht wird, erlangtest; und wenn -Du schließlich, ohne zu ermüden, im Nachbilden des Gegebenen recht -fleißig warst: so wird und muß Dir jetzt Deine Muttersprache, dieses -theure Eigenthum, wie ein herrlicher Baum vorkommen, an dem kein -Blättchen umsonst gewachsen ist; so muß es Dir jetzt möglich sein, -die bewundernswerthen Geisteserzeugnisse unserer Dichter, wie sie -immer heißen mögen, genügend zu verstehen und infolge<span class="pagenum" id="Seite_113a">[S. 113]</span> dessen muß -Deine Achtung vor diesen großen Männern, die mit der Feder in der Hand -Unsterbliches geschaffen haben, immer höher steigen.</p> - -<p>Wer sich schon als Kind befleißigt, jedes Wort rein zu sprechen; wer -es durch unermüdlichen Fleiß in der Schule dahin bringt, daß er seine -Gedanken in wohlgeordneter Weise mündlich auszudrücken vermag; wer mit -der Feder, diesem weltbewegenden Instrumente, in befriedigender Weise -umgehen lernt: der legt für sein Fortkommen im Weltverkehre, der solche -Kenntnisse und Fertigkeiten wohl zu schätzen weiß, einen guten Grund; -dem können sich dadurch sogar Gelegenheiten bieten, vortheilhafte -Lebensstellungen einzunehmen; dem wird man wenigstens immer mir einer -gewissen Achtung, die ja viel Werth hat, begegnen.</p> - -<p>Befähigten Dich Deine erlangten Sprachkenntnisse indeß später auch -nicht gerade zu einem Volksredner, die allerdings eine Rolle in der -Welt spielen; reichten Deine Errungenschaften auf dem Sprachgebiete -nicht hin, um als Schriftsteller, deren Loos freilich nicht immer -ein beneidenswerthes ist, aufzutreten; vermöchtest Du später Dein -sprachliches Wissen und Können, das Du mit vieler Mühe Dir angeeignet, -nur in einem ganz bescheidenen Berufskreise zu verwenden: immerhin -wirst Du nie bereuen, Dich von dem inneren Baue Deiner Muttersprache -gehörig unterrichtet zu haben, wirst vielmehr dankbar der Zeit -gedenken, da Du ihr inneres Wesen verstehen lerntest, und wirst Dich -gemüßigt finden, der Jugend, die Dich seiner Zeit umgibt, das Studium -der deutschen Sprache aufs dringlichste zu empfehlen.</p> - -<div class="figcenter illowe8" id="illu-292"> - <img class="w100" src="images/illu-292.jpg" alt="Dekoration, Ende." /> -</div> - -<p class="s5a center padtop3">Druck von <em class="gesperrt">Otto Huschke</em> -in Nordhausen.</p> - -<div lang='en' xml:lang='en'> -<div style='display:block; margin-top:4em'>*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK <span lang='de' xml:lang='de'>SPRACHBILDER NACH BESTIMMTEN SPRACHREGELN</span> ***</div> -<div style='text-align:left'> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Updated editions will replace the previous one—the old editions will -be renamed. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg™ electronic works -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg™ -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all -the terms of this agreement, you must cease using and return or -destroy all copies of Project Gutenberg™ electronic works in your -possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a -Project Gutenberg™ electronic work and you do not agree to be bound -by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the person -or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -1.B. “Project Gutenberg” is a registered trademark. 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Information about the Mission of Project Gutenberg™ -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Project Gutenberg™ is synonymous with the free distribution of -electronic works in formats readable by the widest variety of -computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It -exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations -from people in all walks of life. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg™’s -goals and ensuring that the Project Gutenberg™ collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg™ and future -generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see -Sections 3 and 4 and the Foundation information page at www.gutenberg.org. -</div> - -<div style='display:block; font-size:1.1em; margin:1em 0; font-weight:bold'> -Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non-profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation’s EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. 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Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without widespread -public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine-readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. Compliance requirements are not uniform and it takes a -considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up -with these requirements. 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