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diff --git a/.gitattributes b/.gitattributes new file mode 100644 index 0000000..d7b82bc --- /dev/null +++ b/.gitattributes @@ -0,0 +1,4 @@ +*.txt text eol=lf +*.htm text eol=lf +*.html text eol=lf +*.md text eol=lf diff --git a/LICENSE.txt b/LICENSE.txt new file mode 100644 index 0000000..6312041 --- /dev/null +++ b/LICENSE.txt @@ -0,0 +1,11 @@ +This eBook, including all associated images, markup, improvements, +metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be +in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES. + +Procedures for determining public domain status are described in +the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org. + +No investigation has been made concerning possible copyrights in +jurisdictions other than the United States. 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If you are not located in the United States, you -will have to check the laws of the country where you are located before -using this eBook. - -Title: Westafrikanische Kautschuk-Expedition - -Author: Rudolf Schlechter - -Release Date: October 1, 2022 [eBook #69081] - -Language: German - -Produced by: Peter Becker, Reiner Ruf, and the Online Distributed - Proofreading Team at https://www.pgdp.net (This file was - produced from images generously made available by The - Internet Archive) - -*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK WESTAFRIKANISCHE -KAUTSCHUK-EXPEDITION *** - - - #################################################################### - - Anmerkungen zur Transkription - - Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1900 so weit - wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler - wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht - mehr gebräuchliche Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original - unverändert. - - Die Schreibweise einiger Begriffe ist nicht einheitlich; teilweise - wurden einige Ausdrücke eingedeutscht. Beides wurde in der - Bearbeitung so belassen. - - In der ersten Tabelle auf S. 253 fehlt der Wert des exportierten - Kautschuks für das Jahr 1896. Die Quelle dieser Aufstellung war nicht - zugänglich; aufgrund des schwankenden Kautschukpreises kann dieser - Wert auch nicht rechnerisch ermittelt werden. Daher wurde die Zahl, - wie in der gedruckten Fassung des Buches, ausgelassen. - - Besondere Schriftschnitte werden im vorliegenden Text mit Hilfe der - folgenden Sonderzeichen gekennzeichnet: - - kursiv: _Unterstriche_ - fett: =Gleichheitszeichen= - gesperrt: +Pluszeichen+ - - #################################################################### - - - - - Westafrikanische Kautschuk-Expedition. - - (R. Schlechter.) - - 1899/1900. - - - - - Kolonial-Wirtschaftliches Komitee. - - Westafrikanische Kautschuk-Expedition. - - (R. Schlechter.) - - 1899/1900. - - Mit 13 Tafeln und 14 Abbildungen im Text. - - [Illustration] - - Berlin 1900. - - +Verlag des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees+, - - Berlin NW., Unter den Linden 40. - - _(Preis 12 Mark.)_ - - In Kommission bei der Königlichen Hofbuchhandlung von - +E. S. Mittler & Sohn+, - - Berlin, Kochstrasse 68-71. - - - - -[Illustration] - -Vorwort. - - -Die gefährdete Lage des Kautschukmarktes, hervorgerufen durch den -Niedergang der Produktion infolge des Raubbaues der Eingeborenen und -durch den in ungeahnter Weise sich steigernden Bedarf der modernen, -insbesondere der elektrotechnischen, Fahrrad- etc. Industrien sowie die -Aussicht auf reichen Gewinn, der dem Nationalvermögen durch Einführung -einer Kautschukgroßkultur in deutschen Kolonien zufließen könnte, -veranlaßte das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee, im Frühjahr 1899 -eine +Kautschuk-Expedition nach Westafrika+ unter Führung des -Botanikers und Kautschukexperten Herrn Rudolf Schlechter zu entsenden, -mit der Aufgabe, - - die besten Kautschukvarietäten aus fremden Kolonien nach den - deutschen Schutzgebieten zu überführen und eine geregelte - Kautschuk-Großkultur in Kamerun und Togo in die Wege zu leiten. - -Das Komitee ist in der Lage, feststellen zu können, daß die -Expedition ihren Zweck erreicht und insbesondere durch Einführung -der Kautschuk-Großkultur in den Kameruner Plantagen, u. a. -der „Moliwe-Pflanzungsgesellschaft“, der „Westafrikanischen -Pflanzungsgesellschaft Bibundi“, der „Kamerun-Land- und -Plantagengesellschaft“, praktische Ergebnisse erzielt hat. - -Der Kolonialabtheilung des Auswärtigen Amtes und den Gouvernements von -Kamerun und Togo ist das Komitee zu Dank verpflichtet für ausgiebigen -Schutz und thatkräftige Unterstützung der Expedition. - -Den unter dem Präsidium Seiner Hoheit des Herzog-Regenten +Johann -Albrecht von Mecklenburg-Schwerin+ vereinten Instituten der -Wohlfahrtslotterie zu Zwecken der deutschen Schutzgebiete und der -Deutschen Kolonialgesellschaft verdankt das Komitee eine namhafte -finanzielle Beihülfe, durch welche die Ausführung des gemeinnützigen -Unternehmens und die Herausgabe des vorliegenden Werkes erst ermöglicht -wurde. - -Den Interessentengruppen der Pflanzungsgesellschaften und Industriellen -schuldet das Komitee Dank für bewährten Rat und materielle Förderung -der Expedition und zwar den Firmen: - - Accumulatoren-Fabrik Akt.-Ges., Berlin -- Allgemeine - Elektrizitäts-Gesellschaft, Kabelwerk, Nieder-Schöneweide - -- Emil Arntz, Gummiwaren-Fabrik, Höxter -- Asbest- und - Gummiwerke Alfred Calmon Akt.-Ges., Hamburg-Uhlenhorst -- - Berlin-Rixdorfer Gummiwarenfabrik Franz Schumann, Berlin-Rixdorf - -- Blödner & Vierschrodt, Gotha -- Centralverein Deutscher - Kautschukwaren-Fabriken, Berlin -- Continental Caoutschouc- - und Guttapercha-Compagnie, Hannover -- Deutsche Gummi- und - Guttaperchawaren-Fabrik Akt.-Ges. vorm. Volpi & Schlüter, Berlin - -- Felten & Guilleaume, Carlswerk, Mühlheim a. Rh. -- François - Fonrobert, Gummiwaren-Fabrik, Finsterwalde -- Gesellschaft - Süd-Kamerun, Hamburg -- Handelskammer, Breslau -- Hannoversche - Aktien-Gummiwaren-Fabrik, Hannover -- Harburger Gummi-Kamm-Co., - Dr. Heinr. Traun, Hamburg -- S. Herz, Berlin -- Kamerun Land- - und Plantagen-Gesellschaft, Hamburg -- Gebr. Körting, Hannover - -- Lange & Pöhler, Arnstadt -- Leipziger Gummiwaren-Fabrik vorm. - Julius Marx, Hein & Co., Leipzig -- Metzeler u. Co., München -- - Mitteldeutsche Gummiwaren-Fabrik Louis Peter, Frankfurt a. M. -- - Moliwe-Pflanzungs-Gesellschaft, Hamburg -- Münden-Hildesheimer - Gummiwaren-Fabriken Gebr. Wetzell, Akt.-Ges., Hildesheim -- - Geh. Kommerzienrat Dr. Oechelhäuser, Dessau -- Phil. Penin, - Gummiwaren-Fabrik, Aktien-Gesellschaft, Leipzig-Plagwitz -- - Rheinische Gummiwaren-Fabrik Franz Clouth, Köln-Nippes -- H. Rost & - Co., Hamburg -- Russian-American India Rubber Co., St. Petersburg - -- Carl Schwanitz, Gummiwaren-Fabrik, Berlin -- H. Schwieder, - Gummiwaren-Fabrik, Dresden-Neustadt -- South-West-Africa Comp. Ltd., - Berlin -- Vereinigte Berlin-Frankfurter Gummiwaren-Fabrik, Berlin -- - Vereinigte Gummiwaren-Fabriken Harburg-Wien, vorm. Menier -- J. N. - Reithoffer, Harburg a. E. -- Westafrikanische Pflanzungs-Gesellschaft - „Bibundi“, Hamburg. - -Möge das vorliegende Ergebnis der westafrikanischen -Kautschuk-Expedition +eine dauernde kraftvolle Entwickelung der -Kautschuk-Plantagen und Volkskulturen Deutsch-Westafrikas zur Folge -haben und den deutschen Kolonien, deren Kautschuk-Produktion heute -kaum den zwanzigsten Teil des deutschen Konsums beträgt, mit der Zeit -einen nennenswerten Anteil an dem lohnenden Kautschukhandel sichern zum -Nutzen unserer Kolonien und zum Nutzen unserer Volkswirtschaft+. - - +Berlin+, im Dezember 1900. - - Unter den Linden 40. - - =Kolonial-Wirtschaftliches Komitee.= - - - - -Inhaltsverzeichnis. - - - Seite - - 1. Kapitel. Vorbereitungen zur Reise, Ausreise und - Yoruba-Expedition 1 - - 2. „ Aufenthalt in Kamerun, Reise nach und auf dem Congo 29 - - 3. „ Sanga-Ngoko-Reise und Rückreise nach Kamerun 80 - - 4. „ Kamerun- und Bakossi-Expedition 135 - - 5. „ Togo-Reise und Heimreise 181 - - 6. „ Allgemeines und Untersuchungen 227 - Anhang I. Denkschrift des Herrn Prof. Dr. O. - Warburg zur Begründung der Kautschuk- - Expedition 250 - - „ II. Gutachten über die von Lagos eingesandten - Kautschukproben des chemischen - Laboratoriums für Handel und Industrie - (Dr. Robert Henriques) Berlin. 255 - - 7. „ Die botanischen Ergebnisse der Expedition 260 - - -Verzeichnis der Abbildungen. - - Messer und Beile zum Anzapfen der Kautschukpflanzen nebst Bechern - zum Auffangen des Milchsaftes 2 - - Landolphia Heudelotii D. C. 9 - - Ficus Vogelii Miq. 11 - - Fetischmasken, Schuhe, Fächer und Lanzen aus dem Yoruba-Lande 14 - - Carpodinus lanceolatus K. Sch. 52 - - Costus Lukanusianus K. Sch. 65 - - Landolphia florida Bth. 68 - - Landolphia Klainei Pierre. 83 - - Kickxia elastica Preuss. 99 - - Kickxia latifolia Stapf 125 - - Landolphia owariensis P. Beauv. 128 - - Die „Cyclop-Grotte“ bei Kriegsschiffhafen. 136 - - Kickxia-Bäume in Mundame 164 - - Kokospalmen in Gr. Batanga 174 - - Elf Monate alte Kickxia auf der Campo-Plantage 176 - - Rast der Expedition unter einem Ficus Vogelii-Kautschukbaum im - Dorfe Lolobi 196 - - R. Schlechter vor seinem Zelt in Kadyebi 203 - - Die Expedition in Kadyebi 208 - - Fetischhäuschen im Dorfe Bevi 212 - - Feigenbäume im Dorfe Bevi 216 - - Eingeborene von Wangata 230 - - Kickxia africana Bth. 238 - - Ceara-Kautschukbaum in Gr. Batanga 252 - - Pflanzungen der Victorianer-Neger auf dem Wege nach - Kriegsschiffhafen 260 - - Junge Kakaoanpflanzung am Vorwerk Wasserfall der - Kriegsschiffhafen-Plantage 280 - - Landolphia humilis K. Sch. n. sp. 288 - - Carpodinus Schlechteri K. Sch. n. sp. 305 - -[Illustration] - - - - -I. Kapitel. - -Vorbereitungen zur Reise, Ausreise und Yoruba-Expedition. - - -Im Oktober des Jahres 1898 wurde von seiten des -Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, insbesondere der Herren +Karl -Supf+ und Professor Dr. +O. Warburg+, der Plan gefaßt, eine Expedition -zur Erforschung der Kautschukverhältnisse in unseren Kolonien nach -Westafrika zu entsenden. Es sollte Aufgabe der Expedition sein, die -Kautschukpflanzen anderer Kolonien nach Kamerun zu überführen und dort, -wenn möglich, zum Anbau derselben anzuregen, ebenso die in den fremden -Kolonien gewonnenen Erfahrungen der Entwickelung der Kautschukindustrie -unseren Kolonien zur Verfügung zu stellen. Ich wurde mit der Leitung -der Expedition betraut. - -Sobald durch Eingehen der dazu nötigen Gelder die Ausführung der -Expedition gesichert war, begann ich mit meinen Vorbereitungen. Es -war unterdessen schon der Monat Dezember herangekommen, so daß ich, -da die Ausreise auf Anfang Februar 1899 festgesetzt war, keine Zeit -zu verlieren hatte. Außer Anschaffung der zum persönlichen Gebrauch -nötigen Kleidungsstücke und allgemeinen Expeditionsausrüstungen hatte -ich auch die zur Ausführung meiner Aufgabe nötigen Chemikalien und -Apparate, von denen umstehend einige abgebildet sind, zu beschaffen. - -Da die Eingeborenen beim Anzapfen der Lianen und Bäume meist durch -zu tiefes Einschneiden großen Schaden anrichten, ließ ich für die -mitgenommenen Messer und Beile Scheiden anfertigen, welche ein -zu tiefes Eindringen der Schneide in die Rinde verhüten sollten. -Diese Scheiden waren aus starkem Blech hergestellt und konnten den -betreffenden Instrumenten vor Gebrauch derselben aufgeschoben werden. - -Auskunft über die zu bereisenden Länder erhielt ich, soweit dieses -möglich war, bereitwilligst von vielen Seiten; auch war Herr Dr. -+Mertens+, der Direktor der Graphischen Anstalt in Berlin, so -freundlich, mir Auskunft über Photographieren in den Tropen zu geben, -und den von mir für die Expedition angeschafften photographischen -Apparat zu prüfen. - -Kurz vor meiner Abreise von Berlin traf noch Dr. +Preuß+, der -Leiter des botanischen Gartens von Victoria, ein mit der freudigen -Nachricht, daß es ihm gelungen sei, die echte Kickxia im Kamerun-Gebiet -nachzuweisen, und daß es sich um zwei spezifisch vollständig -verschiedene Arten handele, von denen die eine guten Kautschuk liefere, -die andere dagegen wertlos sei. Auch ihm verdanke ich viele wichtige -Angaben und Vorschläge, die mir bei Ausführung meiner Expedition von -großem Vorteile waren. Er erklärte sich auch bereit, etwaige von -mir nach Kamerun gebrachte Kautschukpflanzen im botanischen Garten -zu Victoria in Kultur zu nehmen und später an die Pflanzungen zu -verteilen, wodurch natürlich die Einführung fremder Kautschukpflanzen -in Kamerun bedeutend erleichtert werden konnte. - -[Illustration: Messer und Beile zum Anzapfen der Kautschukpflanzen -nebst Bechern zum Auffangen des Milchsaftes.] - -Am 7. Februar 1899 war ich mit den Vorbereitungen fertig und konnte -somit am 8. Februar meine Abreise von Berlin ausführen. Da der Dampfer -erst am 11. Februar abfahren sollte, hatte ich auch in Hamburg noch -Zeit genug, die Herren, an welche ich Empfehlungsschreiben hatte, -zu besuchen. Auch hier erfuhr ich noch manches, das für meine Reise -wertvoll war; so habe ich besonders den Herren +Thormählen+, +Jantzen+ -und +Rhode+ noch für das Interesse zu danken, welches sie meiner -Expedition entgegenbrachten. Der Zufall wollte es, daß damals auch -der ehemalige Gouverneur von Kamerun, Excellenz v. +Soden+, Geheimrat -Prof. Dr. +Wohltmann+ und Herr +Upmann+ sich in Hamburg aufhielten, von -denen ganz besonders die beiden erstgenannten Herren in der Lage waren, -mich tiefer in die Verhältnisse Kameruns einzuweihen, und dank ihrer -Liebenswürdigkeit sollte ich noch später viel davon profitieren. - -Endlich, am 11. Februar, lichtete der Dampfer „Adolph Woermann“, mit -dem ich zunächst bis Lagos reisen sollte, seinen Anker; am Abend -konnten wir noch einmal einen letzten Blick auf die deutsche Küste -an der Elbe-Mündung werfen, und dann ging es hinaus in die See. Wie -wünschte ich damals, daß es mir vergönnt sein möge, meine Aufgaben zu -erfüllen und mit reichem Erfolge nach Abschluß der Expedition in das -Vaterland zurückkehren zu können. - -Am ersten Abend war die Stimmung an Bord natürlich zum Teil sehr -gedrückt, so manch einer der Mitreisenden verließ seine Lieben zu Haus -zum ersten Male auf längere Zeit, und ein jeder wußte, daß manchem -nicht das Glück blühen würde, seine Heimat wiederzusehen. - -Je weiter wir uns vom Vaterlande entfernten, desto mehr verschwanden -die trüben Gedanken, um den Hoffnungen auf Erfolg Platz zu machen. Die -Passagiere lernten sich näher kennen, und schon nach wenigen Tagen -herrschte die fröhlichste Stimmung an Bord. - -Am 13. Februar fuhren wir in den Kanal ein. Ein plötzliches tiefes -Fallen des Barometers schien Sturm anzuzeigen, so daß der Kapitän es -für geraten hielt, vorsichtig zu manövrieren; doch auch diese Gefahr -war bald vorüber. - -Dank der Liebenswürdigkeit unseres Kapitäns +Jensen+ vergingen die Tage -schnell, und alles war froh und guter Dinge. Zudem erhielten wir gutes -Essen, was um so mehr in Betracht kam, als durch die Seeluft unser -Appetit bedeutend gereizt wurde. - -Als wir uns am 19. Februar der Insel Madeira näherten, waren die -kalten Winde, welche uns ziemlich weit nach Süden begleitet hatten, -bereits verschwunden, und das angenehmste Frühlingswetter brachte uns -in freudige Stimmung. Fast alle benutzten daher den Aufenthalt vor -Funchal zu einer Exkursion, denn gerade hier ist Madeira am schönsten. -Mit einigen Mitreisenden unternahm ich eine kleine Fahrt mit der -Zahnradbahn auf die Berge im Rücken der Stadt. Nachdem wir von einer -Kirche daselbst eine der schönsten Aussichten genossen hatten, welche -die Erde wohl bietet, und uns durch ein Gläschen Madeiraweines gestärkt -hatten, ging es im rasenden Tempo auf Holzschlitten, wie sie hier bei -derartigen Touren üblich sind, den Berg hinunter. Man konnte dabei -nicht umhin, die Geschicklichkeit der beiden Lenker zu bewundern, -welche selbst bei plötzlichen Biegungen der steil abfallenden Straßen -den dahinsausenden Schlitten sicher führten. Nach kurzem Spaziergange -durch den Stadtgarten, der durch wundervolle Exemplare von Palmen sich -auszeichnet, kehrten wir nach dem Dampfer zurück. Noch vor Mitternacht -wurde der Anker wieder gelichtet, und weiter ging es unserm Ziele -entgegen. - -Als wir am nächsten Morgen erwachten, lagen wir im Hafen von Las -Palmas. Da wir nur wenige Stunden hier blieben, war es keinem der -Passagiere gestattet, das Schiff zu verlassen, denn noch vor Mittag -fuhren wir auch wirklich wieder ab. Mit jedem Tage wurde es nun -merklich wärmer, so daß alle Passagiere sich schon vor Ankunft des -Dampfers in Monrovia ihrer Tropen- und Sommerkleidung bedienten. -Monrovia, die Hauptstadt der Negerrepublik Liberia, konnten wir leider -vom Dampfer aus kaum erkennen, denn die Stadt selbst ist von der See -kaum zu erblicken, da sie zum großen Teile durch einen dicht mit Urwald -bedeckten Hügel verborgen wird. Die Vegetation ist sehr üppig, eine -Folge der riesigen Niederschläge, durch welche sich Liberia und das -benachbarte Sierra Leone-Gebiet auszeichnen und wie sie ähnlich oder -sogar noch stärker nur noch in einem Teile unseres Schutzgebietes von -Kamerun sich wiederholen. Als wir am 27. Februar Monrovia verließen, -sah es an Bord unseres Dampfers bedeutend lebendiger aus als zuvor, -wir hatten nämlich eine größere Anzahl Cruneger und Weyboys an Bord -bekommen, welche nun, wie es hier an der Küste allgemein üblich ist, -die Scheuerarbeiten und das Aus- und Einladen der Fracht zu besorgen -hatten. - -Viele der westafrikanischen Küstenplätze zeichnen sich durch eine sehr -hohe, unregelmäßige und daher häufig sehr gefährliche Brandung aus, -und hier besonders bewähren sich die Cruneger und Weyboys in erster -Linie. Es ist kaum zu glauben, mit welcher Geschicklichkeit sie die -Boote, welche zum Löschen der Ladung verwendet werden, durch die -Brandung hindurchschaffen. Natürlich lassen sich hier überhaupt nur -die eigens zu dem Zwecke von dem Dampfer mitgeführten scharfkieligen -Brandungsboote verwenden. Überschlägt sich solch ein Boot einmal an -einem hohen Brecher, so lassen sich die Neger, welche übrigens alle -wie die Fische schwimmen können, so weit durch die hereinbrechenden -Wellen an Land tragen, bis sie festen Boden unter sich fühlen, einen -geeigneten Moment benutzend, ehe die Wellen zurücklaufen, retten sie -sich dann fast stets. - -Am 28. Februar erreichten wir Cape Palmas, das durch den Tod unseres -ehemaligen deutschen Konsuls in Westafrika, des wohlbekannten -Erforschers des Sudan-Gebietes, Dr. +Gustav Nachtigal+, eine traurige -Berühmtheit erlangt hat. Der Ort ist nicht so bedeutend wie Monrovia, -steht jenem aber nicht weit nach. Der Handel liegt fast ausschließlich -in deutschen Händen, wie überhaupt die Republik Liberia vornehmlich -ihre Güter aus Deutschland bezieht. - -Von nun an erreichten wir täglich einen neuen Hafen, vor denen wir -jedoch uns meist zu kurze Zeit aufhielten, um das Land besuchen zu -können. So konnten wir am 2. März das englische Fort Cape-Coast-Castle, -von dem aus vor wenigen Jahren die Expedition gegen die Ashantis nach -Kumassi abgegangen war, leider nur vom Schiffe aus bewundern. Auf der -Weiterfahrt blieben wir nun immer mehr oder minder in Sicht der Küste. -Die Orte Salt-Pond, Appun und Winnebah konnten wir deutlich vom Dampfer -aus erkennen. Unterdessen verließen uns immer mehr Passagiere. Als wir -am 2. März am Nachmittage in Accra ankamen, hatten wir bereits dem -fünften Herrn Lebewohl zu sagen. Auch er sollte weiter ins Innere der -englischen Gold-Coast-Kolonie hinein, um mit den Eingeborenen Handel -zu treiben. In Ada, einer kleineren Handelsniederlassung in der Nähe -der Volta-Mündung, trafen wir mit Tagesanbruch am 3. März ein, aber -nur um Passagiere abzusetzen, es ging daher sofort nach Quitta weiter, -wo wir um 10½ Uhr eintrafen. Zu allgemeinem Bedauern verließ uns -hier Herr +Oloff+, ein Bremer Kaufmann, der hier in Westafrika seine -Handelsniederlassungen inspizieren wollte. Noch um 2 Uhr desselben -Tages langten wir vor Lome, der Hauptstadt unseres Schutzgebietes Togo, -an; da wir für diesen Ort eine größere Menge Ladung hatten, so hätte -manch einer gern einmal wieder auf deutschem Boden gelustwandelt, -doch war die Brandung eine derartige, daß nur diejenigen Herren an -Land gingen, welche dazu gezwungen waren. Wiederholt wurden einige -unserer Brandungsboote umgeworfen. Da auch am nächsten Tage die -Brandungsverhältnisse nicht günstiger zum Löschen der Ladung waren, -so kam es, daß wir erst gegen 5 Uhr wieder die Anker lichten konnten. -Unser Kurs lief nicht allzufern von der Küste, so daß wir auch noch vom -Schiffe aus Klein-Popo und Bagida gut sehen konnten. Ich war natürlich -in froher Stimmung, denn am nächsten Morgen sollten wir ja in Lagos -eintreffen. - -Früh war ich schon am Morgen des 5. März an Deck. Wir waren eben -auf der Rhede von Lagos angekommen. Zusammen mit uns lagen noch 5 -andere Dampfer hier, von denen zwei, der „Ogun“ und der „Teck“, die -sogenannten Barrendampfer der Woermann-Linie waren. Diese Dampfer -übernehmen auf der See, außerhalb der Barre, welche vor dem Ausflusse -der Lagos-Lagune liegt, die Ladung der großen Passagier- und -Frachtdampfer und bringen dieselbe dann bei Hochwasser über die Barre -hinweg nach Lagos hinein. Daß diese Fahrten nicht immer glücklich -ablaufen, beweisen die gestrandeten Dampfer, welche auf der Barre vor -Lagos liegen. - -Erst gegen Abend bot sich mir Gelegenheit dar, mit dem „Ogun“ nach -Lagos hineinzufahren. Die Fahrt über die Barre verlief glücklich, bald -langten wir an der Signalstation an und fuhren nun den Lagunenarm -hinauf, worauf wir in kurzer Zeit die Stadt Lagos erblicken konnten. -Gegen 7 Uhr landete ich zusammen mit Herrn +Fritsch+, dem Vertreter der -Firma +Geyser & Co.+, welcher auch auf dem „Ogun“ angekommen war und -mir in freundlichster Weise Aufnahme in seinem Hause angeboten hatte. -Da hier für Europäer kein Hotel existierte, machte ich gern von seiner -Liebenswürdigkeit Gebrauch und erhielt ein vorzügliches Unterkommen. -Gerade ihm habe ich es auch zum großen Teile zu verdanken, daß ich -schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit ins Innere aufbrechen konnte. - -Am nächsten Tage machte ich mich zunächst auf den Weg zum -stellvertretenden deutschen Konsul Herrn +Meier+, der zugleich -Vertreter der Firma +Witt & Busch+ war, an welche ich ein -Empfehlungsschreiben erhalten hatte. Am Nachmittage hatte mein -liebenswürdiger Wirt mir angeboten, mir den Botanischen Garten zu -zeigen. Derselbe liegt auf der Nordseite der Lagos-Lagune hinter -der „Iddo-Insel“ bei Ebute-Meta. In dem Garten war nichts von -besonderem Interesse zu sehen. Einige Ficus elastica und eine Anzahl -abgestorbener Manihot Glaziovii-Stämme waren außer sehr kleinen -Kickxiasämlingen die einzigen vorhandenen Kautschukpflanzen. Da kein -Europäer dem Garten vorstand, war es nicht zu verwundern, daß derselbe -einen recht verwahrlosten Eindruck machte. Nicht einmal Näheres -konnte ich erfahren, wo die Kickxia-Sämlinge herstammten. Dass es -Kautschukpflanzen waren, davon hatte keiner der anwesenden Neger auch -nur die geringste Ahnung. - -Die nächsten Tage meines Aufenthaltes gebrauchte ich nun dazu, -Erkundigungen über das Hinterland einzuziehen. Herr +Fritsch+ war -selbst einmal bis Ife im Yoruba-Lande gewesen und konnte mir daher -viel über Land und Leute berichten. Bereitwilligst stellte er mir -auch seine Reisenotizen zur Verfügung. Sehr schwierig schien anfangs -die Trägerfrage zu sein. Die Lagos-Leute wollten nicht gern fort oder -wenigstens nicht in Begleitung eines Europäers. Doch auch hier kam -bald Rat. Dr. +Randle+, ein eingeborener Arzt, welcher in England -studiert hatte und hier auch bei den Europäern einen sehr guten Ruf -als Arzt besitzt, erbot sich, mir einen geeigneten „Headman“ zu -schicken. Diese „Headmen“ sind Eingeborene, welche eine Anzahl von -Leuten um sich sammeln, die dann unter ihrer Leitung Arbeiten irgend -welcher Art verrichten. Es scheint selten vorzukommen, daß sich einer -dieser Eingeborenen gegen seinen Headman auflehnt, solange der letztere -einigermaßen versteht, sich Respekt zu erhalten. Seinem Versprechen -gemäß schickte Dr. +Randle+ mir auch sehr bald einen Mann, der -behauptete, genügend Leute beschaffen zu können. Derselbe beanspruchte -für sich zwar ein sehr hohes Gehalt, doch wurden wir nach längeren -Unterhandlungen schließlich darin einig, daß er pro Tag 3 sh.; die -Träger je 1 sh. erhalten sollten, dagegen Essen sich selbst besorgen -mußten. Ich packte nun meine Sachen zu Trägerlasten um, um zu sehen, -wie vieler Träger ich bedurfte. Am 12. März erschien der „Headman“ -mit den gewünschten Leuten, so stand also meinem Aufbruche ins Innere -nichts mehr im Wege. - -Am Morgen des 13. März fehlten natürlich wieder einige Träger; ich -hatte dies aber schon vorausgesehen und deshalb die Leute bereits vor 6 -Uhr antreten lassen. Als nach geraumer Zeit die fehlenden Leute endlich -erschienen, wurde das Gepäck auf die „Daddy“, die Barkasse der Firma -+Geyser & Co.+, verladen, welche Herr +Fritsch+ mit der ihm eigenen -Liebenswürdigkeit mir zu dem Zwecke zur Verfügung gestellt hatte. Um -8 Uhr war alles bereit zur Abfahrt. Herr +Fritsch+ begleitete mich -bis zum Landungsplatze bei Ikorodu. Die Fahrt über die Lagune ging -glücklich von statten, es war zwar sehr heiß auf dem spiegelglatten -Wasser, doch lief das kleine Fahrzeug vorzüglich, so daß wir um 11 -Uhr schon vor dem Landungsplatze von Ikorodu eintrafen. Da wir in -ziemlicher Entfernung von dem Strande liegen bleiben mußten, und die -Ladung in kleinen Canoes hinüberzuschaffen war, wurde es doch 12 Uhr, -ehe alles Gepäck an Land war. Sogleich ließ ich die Lasten verteilen -und jedem Träger die Verantwortlichkeit für die von ihm getragenen -Gegenstände ans Herz legen. Wie ich es schon bei früheren Expeditionen -zur Genüge kennen gelernt hatte, glaubte natürlich ein jeder, daß seine -Last für ihn zu schwer sei, und es kam Klage an Klage; stillschweigend -hörte ich dies anfänglich an, dann warnte ich die Leute, und als -dann noch einige murrten, ließ ich für diese die schwersten Lasten -heraussuchen. Das half, keiner beschwerte sich jetzt mehr. Um 12½ -Uhr gab ich den Befehl zum Aufbruch, und nach einem letzten Gruß zur -„Daddy“ hinüber ging es hinein in die Wildnis. - -Der Ort, an dem wir gelandet waren, ist ungefähr 1½ Stunden von der -Ortschaft Ikorodu entfernt und wird als Marktplatz verwendet. Bei -dieser Gelegenheit sollen dann daselbst häufig über 100000 Eingeborene -zusammenkommen. Der in gutem Zustande gehaltene Weg von dem Marktplatze -nach der Ortschaft Ikorodu führte durch Urwaldgebiet, welches durch -kleinere, von den Eingeborenen unter Kultur gesetzte Lichtungen -unterbrochen wurde. Ölpalmen sah man allenthalben. Dieselben werden -von den Eingeborenen sehr geschont, da sie den hauptsächlichsten -Handelsartikel liefern. Noch bevor wir Ikorodu erreichten, sah ich -vereinzelte Exemplare von Landolphia Heudelotii, welche aber noch zu -schwach waren, um Kautschuk liefern zu können. Ikorodu ist ein recht -stattliches Dorf, das einige hundert Häuser besitzt; kurz vor dem Dorfe -liegt das Haus des englischen Residenten für das Djibu-Land, welcher -zufällig auf Reisen war, als ich das Dorf passierte. In Ikorodu gab ich -meinen Leuten eine Viertelstunde Zeit, um sich Essen zu kaufen, denn -bis dahin hatten sie noch keine Gelegenheit dazu gehabt. Um unseren -Lagerplatz entwickelte sich nun bald ein reges Leben, alte Weiber -brachten alle möglichen Eßwaren herbei, am meisten begehrt war ein -dicker Bohnenbrei, welcher mit einer Miesmuschelschale abgemessen und -pro Portion für 5 Kauris verkauft wurde. Wenn man dabei bedenkt, daß -der Preis der Kauris ein sehr niedriger war, d. h. 4000 Stück für 1 -Shilling galten, so ist es erklärlich, wie billig die Eingeborenen hier -leben. Eine der Hauptnahrungen der Eingeborenen ist eine aus Maniot und -aus Yams hergestellte Masse, welche fast glasig aussieht. Dieselbe wird -in Marantaceenblätter eingewickelt und in dieser Weise auf den Märkten -feilgeboten. Um 2½ Uhr waren wir trotz der drückenden Hitze wieder auf -dem Marsche. Da der Weg sehr breit ausgeschlagen war, kam uns nicht -einmal der Urwaldschatten zu gute. Das Terrain war ziemlich eben. Gegen -5½ Uhr erreichten wir einige Schutzhütten, welche von Marktweibern -längs des Weges hier sowohl wie im Yoruba- und Ekba-Lande häufig -aufgestellt werden. Ich ließ hier das Lager aufschlagen. Da meine -Leute noch nicht mit dem Aufstellen des Zeltes vertraut waren, dauerte -es ziemlich lange, ehe alles fertig war, obgleich ich alle hatte -antreten lassen. Das Essen war unterdessen auch schon hergestellt, und -befriedigt konnte ich mich etwas ausruhen. Bis in die Nacht hinein -saßen die Leute noch am Feuer umher, ersichtlich ihre Meinungen über -den neuen Weißen austauschend, von dem sie nicht verstehen konnten, -weshalb er sich offenbar zwecklos ins Innere ihres Landes begeben wolle. - -[Illustration: +Landolphia Heudelotii+ DC. - -A Zweig, B Blüte, C Längsschnitt durch dieselbe, D Längsschnitt durch -den Fruchtknoten, E Griffelkopf, F Anthere von vorn, G dieselbe von der -Seite.] - -Um 4½ Uhr ließ ich am nächsten Morgen schon die Leute antreten. Das -Zusammenpacken der Lasten und Abbrechen des Zeltes ging bei den noch -ungeschulten Leuten nur langsam vor sich, so daß erst um 5½ alles -zum Aufbruch fertig war. Ich setzte nun meinem Headman auseinander, -weshalb ich gekommen sei, und versprach demjenigen, welcher mir den -ersten Ire-Baum (Kickxia elastica) zeigen würde, eine Belohnung. -Das Terrain war dicht bewaldet. Schon nach kurzem Marsche sahen wir -verschiedene abgestorbene Kickxiastämme, welche an der von Schnitten -nach allen Richtungen verletzten Rinde unschwer zu erkennen waren, -von lebenden Bäumen war jedoch noch nichts zu sehen. Die Eingeborenen -versicherten mir, daß früher viel Kickxia hier vorhanden gewesen sei, -daß aber die Fantis in kurzer Zeit das Land in einer solchen Weise -ausgeräubert hätten, daß man selten lebende Bäume zu Gesicht bekomme. - -Gegen 8 Uhr erreichten wir einen kleinen Weiler, welcher kaum ein -Dutzend Hütten zählte. Die Eingeborenen nannten ihn Ihraye. Da hier -auffallend viele Kolabäume im Walde standen, gab ich den Leuten Zeit, -sich bei den unter Schutzhütten sitzenden Weibern Nahrungsmittel zu -kaufen, welche hier vorzugsweise aus Bananen bestanden. Die Kolanüsse -waren den Leuten offenbar zu teuer; sie wurden für ungefähr 5 Pf. -angeboten. Es wäre mir interessant gewesen, zu erfahren, ob die -Kolastämme hier wirklich wild wuchsen oder ob sie angepflanzt waren, -doch verweigerten die Leute jede Auskunft darüber. Da ich den Baum -auch sonst am Wege noch beobachtete, möchte ich das Erstere vermuthen, -hier bei Ihraye war er aber in solchen Mengen vorhanden, daß man fast -annehmen mußte, es handle sich um eine Kultur. - -Auf dem Weitermarsche nach Ishagamo war der Weg insofern -beschwerlicher, als das Terrain hügelig war, zudem brannte die -Sonne sehr stark. Kurz vor dem Dorfe erreichten wir das Ende des -breit geschlagenen Weges. Auf einem von Eingeborenen einigermaßen -gut gehaltenen Urwaldwege ging es weiter, bis wir Ishagamo um 5 -Uhr erreichten. Hier war eine kleine Truppe von Polizeisoldaten -einquartiert. Ein englischer Missionar erschien kurz nach meinem -Eintreffen auf dem Lagerplatze; als er sah, daß ich mein Zelt -aufschlagen ließ, machte er mich auf ein Logierhaus aufmerksam, das von -der Regierung für Durchreisende hier erbaut ist. Es war dies eine mir -sehr willkommene Nachricht, da ich mich nach den ungewohnten langen -Märschen nicht recht wohl fühlte. Ich siedelte natürlich nun in das -geräumige, reingehaltene Gebäude über. Auf den Plätzen des Dorfes -bemerkte ich hier eine großblättrige Ficusart, welche nach einigen -Versuchen sich zu meiner großen Freude als gummiliefernd entpuppte. -Wie alle Ficusarten heißt sie hier im Lande Abbá. Ich ließ von meinen -Leuten Latex des Baumes sammeln, welche äußerst reichlich floß. Da -sich die Pflanze sehr leicht vermehren läßt und schöne große Blätter -besitzt, würde sie sich in trockneren Gegenden an sonnigen Straßen -als Schattenbaum sehr empfehlen. Der gewonnene Kautschuk war von -geringerer Qualität und würde wohl auf 3 Mk. pro Kilo taxiert werden -können, doch ist bei der reichlichen Saftproduktion der Pflanze ein -rentables Ausbeuten des Kautschuks selbst bei dem niedrigen Preise sehr -wahrscheinlich. Ich glaube, daß ein solcher Ficusstamm jährlich gegen -10 Pfund Kautschuk liefern würde. - -[Illustration: +Ficus Vogelii Miq.+?. - -A Zweig, B Feige, C Längsschnitt durch dieselbe, D männliche Blüte, E -weibliche Blüte, F Fruchtknoten mit Griffel.] - -Den Abend in Ishagamo verbrachte ich in angenehmer Unterhaltung in -Gesellschaft des liebenswürdigen englischen Missionars. - -Gegen 6 Uhr am folgenden Morgen war unsere Karawane wieder auf dem -Marsche. Der Weg führte kurz hinter dem Dorfe über einen kleinen, -fast ausgetrockneten Bach. Da wir nun auf schattigen, meist breit -ausgetretenen Waldwegen marschierten, empfanden wir die Hitze nicht -mehr so wie an den beiden vorhergehenden Tagen. Allenthalben sah man -im Walde die abgestorbenen Ire-Stämme und am Wege hin und wieder auch -einige Kolabäumchen. Als wir um 7½ Uhr in Iperu anlangten, ließ ich -Rast zum Frühstück machen. Hier war der ganze Ort von furchtbarem Lärm -erfüllt, da ein alter Mann gestorben war. Unglücklicherweise war der -einzige schattige Lagerplatz im Dorfe in der Nähe der Behausung des -Toten, wir hatten daher das Geheul aus nächster Nähe anzuhören. Die -Weiber schienen sich im Geheule abzulösen, eine Kolonne kam nach der -andern im Gänsemarsch vorüber gezogen, fortwährend wurde geschossen. -Das ganze Dorf schien an der Trauerfeierlichkeit beteiligt zu sein. Um -unseren Lagerplatz sammelte sich bald wieder eine Menge Neugieriger, -war ich den Leuten doch eine äußerst interessante Persönlichkeit, denn -erstens hatten sie fast noch nie erlebt, daß ein Weißer, der ja doch -sicher viel Geld haben mußte, den ganzen Weg mit seinen Leuten zusammen -marschiert, statt sich in einer Hängematte tragen zu lassen, daß dieser -Weiße aber noch Pflanzen sammelte und trocknete, offenbar um „Fetisch“ -daraus zu machen, war noch nicht vorher vorgekommen. Es ist natürlich -erklärlich, daß ich bei diesen Leuten, welche so gänzlich an ihrem -Fetischglauben hängen, mit einer geheimen Furcht beobachtet wurde. - -Das Fetischtum steht gerade in diesen Ländern, südlich vom Niger, -noch in höchster Blüte. Fast an jedem Wege, der nach einer Farmstätte -führt, auf Feldern, in jedem Hause, an vielen Bäumen sind Fetische -anzutreffen, sei es einfach in Form eines verzauberten Blattbüschels, -oder als Erdklumpen mit Kauris geschmückt, oder als rohe Lehmfiguren, -die Nachbildungen menschlicher Körper darstellen. Nicht selten stößt -man außerhalb der Dörfer auf Gefäße an den Wegen, welche Palmenöl, -Kauris oder andere Kostbarkeiten enthalten; dies sind Opfer, welche -den Fetischen dargebracht werden, nie wird ein Neger wagen, etwas davon -zu stehlen. Selbst die sogenannten „getauften und civilisierten“ Neger -besitzen doch noch immer eine derartige Scheu vor dem Fetisch, daß sie -sich wohl hüten, durch Zerstören der Fetischabzeichen oder Opfergaben -den Zorn desselben zu erregen. Sicheres über die Arten der Verehrung -des Fetisch sowie über den Charakter derselben zu erfahren, ist äußerst -schwierig, das Volk wird durch die allmächtigen und gefürchteten -Fetischpriester durch Grausamkeiten derartig eingeschüchtert, daß es -selten jemand wagt, sein Wissen dem Weißen zu verraten. - -Während wir in Iperu waren, wurden Unmengen von Palmenwein -hereingebracht. Die meisten Calebassen wanderten in das Haus des Toten; -denn keine Festlichkeit darf ohne Genießen von Palmenwein vor sich -gehen. Dabei betrinkt sich die ganze Gesellschaft derartig, daß es -nicht selten zu grauenhaften Ausschreitungen kommt. Der Wein wird hier -ausnahmslos von der Ölpalme gewonnen. - -Iperu verließen wir gegen 2 Uhr am Nachmittage. Während des Marsches -durch den dichten Wald trafen wir Tausende von Menschen, welche, -aus dem Innern kommend, nach dem Ikorodu-Markt wanderten, um -Landeserzeugnisse zu verkaufen und dafür mit europäischen Waren nach -Hause zurückzukehren. Die Karawanen, welche dicht hintereinander -folgten, bildeten einen langen Zug, der kaum zu Ende war, als wir unser -Abendquartier erreichten. Hier konnte man sehen, wie dicht bevölkert -diese Gebiete sind. Hinter Iperu hatten wir das Djibu-Land verlassen -und befanden uns nun im Yoruba-Lande. Das erste Dorf, welches wir am -Nachmittage um 4 Uhr erreichten, wurde von meinen Leuten Odi genannt. -Die Bauart der Hütten unterschied sich hier keineswegs von der im -Djibu-Lande üblichen. Hier wie dort waren die Dächer der in mehrere -Räume geteilten, langen, viereckigen Häuser mit Gras gedeckt. Einige -Häuser waren sogar weißlich angetüncht. Die Straßen, wenn man überhaupt -von solchen reden kann, schlängeln sich zwischen den Häusern dahin. -Da der Boden hier in Odi sehr thonig war, waren sie bei der hügeligen -Umgebung vom Regen ganz tief ausgewaschen. Dicht hinter Odi hatten -wir über ein hügeliges, hauptsächlich mit Busch bewachsenes Terrain -zu marschieren. Da die Sonne stark brannte, ermüdeten die Träger mit -ihren zum Teil recht schweren Lasten zusehends, so daß wir nur langsam -vorwärts kommen konnten. Kurz nach 5 Uhr erreichten wir endlich Ishara, -ein Dorf, welches ich als Nachtquartier in Aussicht genommen hatte. - -Ishara ist kleiner und viel unbedeutender als Ishagamo. Es ist mit -seinen für Yoruba-Verhältnisse recht weit voneinander stehenden Häusern -auf einem Hügel erbaut. Die Wege waren auch hier wieder vom Regen tief -ausgewaschen, ja an einigen Stellen so tief, daß man zwischen den -Häusern vermuten konnte, man befände sich in einem Festungsgraben. -Auf der Spitze des Ishara-Hügels befindet sich eine Außenstation der -englischen Mission in Ishagamo, welcher ein farbiger Lehrer vorsteht. -In der Nähe des Schulhauses ließ ich das Lager aufschlagen. Da der -Boden von kleinen Steinen durchsetzt war, war es keine Kleinigkeit, die -Zeltpflöcke zu befestigen. Für meine Leute erwirkte ich von dem Lehrer -die Erlaubnis, während der Nacht im Schulhause zu schlafen. - -[Illustration: Fetischmasken, Schuhe, Fächer und Lanzen aus dem -Yoruba-Lande.] - -Da sich gegen Morgen am 16. März ein ziemlich heftiger Sturm erhob, -wachte ich schon früh auf. Das Zusammenpacken der Lasten sowie -Abbrechen des Zeltes ging jetzt schon recht schnell bei den nun etwas -geübten Leuten. Noch vor 5½ Uhr ließ ich aufbrechen. Der heutige -Vormittagsmarsch brachte mir insofern eine große Genugthuung, als -wir die ersten lebenden Kickxiastämme fanden, wenngleich dieselben -auch angeschnitten waren. Da ich von unten Blüten entdecken konnte, -schickte ich einen meiner Leute auf den Baum hinauf. Aber o weh! Kaum -war derselbe über die erste Hälfte des Stammes hinaus emporgeklettert, -da wurde er derartig von einer großen roten Ameisenart überfallen, daß -er schleunigst zurückkehrte, natürlich war nun erst nach Angebot eines -Geschenkes ein anderer bereit, einige Zweige für mich herunterzuholen. -Ich versuchte die Bäumchen anzuzapfen, erhielt aber nur sehr wenig -Milch, immerhin aber genug, um mich zu überzeugen, daß sie einen -vorzüglichen Kautschuk lieferten. Der Boden des Waldes, in dem ich -hier die Kickxia antraf, bestand aus verwittertem Glimmerschiefer. Auf -dem Weitermarsche erreichten wir gegen 7½ Uhr ein kleines Dorf, Ascha. -Dasselbe zeichnete sich durch Schmutz und drückende Hitze aus. Da nach -Angaben der dortigen Einwohner die nächste Ortschaft sehr weit entfernt -sein sollte, ließ ich, obgleich ungern, hier Halt machen. Während meine -Leute sich ausruhten, machte ich eine kleine Exkursion, um so doch -wenigstens im Walde im Schatten zu sein, den ich um so mehr wünschte, -als sich große Mengen von Fliegen an unserem Lagerplatze einstellten. -Nachdem wir gefrühstückt hatten, nahmen wir den Marsch wieder auf. Auch -meine Träger waren froh, diesem von Fliegen und anderem Ungeziefer -wimmelnden Schmutzhaufen den Rücken kehren zu können. Der Wald wurde -nun immer interessanter und schöner. Während des Nachmittages entdeckte -ich die ersten fruchttragenden Kickxien. Teils durch Belohnung, teils -durch Drohung gelang es mir, einige meiner Leute zu bewegen, trotz -der Ameisen Früchte herunterzuholen. Sehr gern hätte ich hier für -einige Zeit ein Lager aufgeschlagen, doch war dieses unmöglich, da -kein Wasser in der Nähe vorhanden war. Gegen 6 Uhr abends erreichten -wir endlich eine Wasserstelle in der Nähe des kleinen Dorfes Omi. Fast -wäre es dabei noch zu argen Zwistigkeiten zwischen meinen Trägern und -den Omi-Leuten gekommen, da diese ihnen nicht gestatten wollten, von -ihrem Wasser zu schöpfen. Wir schlugen unser Lager unter einer riesigen -Alstonia auf, einem Baume, welcher auch häufig als kautschukliefernd -aufgeführt wird. Durch verschiedene Experimente, welche ich noch am -Abend vornahm, konnte ich mich davon überzeugen, daß die aus der Latex -des Baumes gewonnene Masse kein Kautschuk und auch nicht als solcher zu -verwenden sei. - -Schon während des Tages hatten sich einige Träger gemeldet, welche über -kranke Füße klagten, während andere behaupteten, ihre Lasten seien zu -schwer. Am Abend ließ ich dieselben wieder vortreten. Ich überzeugte -mich dann, daß zwei derselben wirklich durchgelaufene Füße hatten, -während die anderen sich nur das Leben etwas leichter hatten machen -wollen. Um sogleich ein Exempel zu statuieren, ließ ich den letzteren -die schwersten Lasten für die nächsten Tage anweisen, die Kranken -erhielten dagegen die leichtesten. Seit dieser Zeit kam es selten -vor, daß sich jemand über seine Last beschwerte, es sei denn, daß er -wirklich krank war. - -Am 17. März ließ ich die Leute um 5½ Uhr antreten. Da ich hoffte, noch -heute Ibadan, die bedeutendste Stadt des Yoruba-Landes, zu erreichen, -hatten wir lange Märsche zu machen. Am Vormittage sahen wir viele -Kickxiastämme, von denen jedoch der größte Teil durch übermäßiges -Anzapfen getötet war. Ich zählte nicht weniger als 238 in dieser Weise -zu Grunde gerichtete Bäume. Wenn man nun sieht, was die Eingeborenen -in diesen Gebieten noch an Wald niederbrennen, um ihre Farmen -anzulegen, so wird die Zahl der dem Verderben geweihten Kickxiastämme -noch bedeutend vergrößert. Es war auch gerade an jenem Tage, daß -mir besonders in die Augen fiel, wieviel Wald die Eingeborenen -niedergeschlagen und abgebrannt hatten, um einige Bananen und Maniok zu -pflanzen. - -In Fawi, einem kleinen Dorfe, welches wir gegen 10 Uhr erreichten, -ließ ich eine kurze Rast machen. Bald darauf traten wir aus dem Walde -heraus. Über hügeliges Terrain, zwischen niedrigem Gebüsch, unter -brennender Hitze marschierten wir nun auf einem recht schlechten Wege -weiter, bis wir kurz vor Odi eine schöne breite Straße erreichten, -welche nach Djib-Ode, der Hauptstadt des Djib-Landes, führen soll. -Als wir kurz darauf in Odi, einem Marktflecken südlich von Ibadan, -eintrafen, ließ ich wieder eine kurze Rast machen, da sich hier auf dem -sehr regen Markte für meine Leute Gelegenheit bot, Nahrungsmittel zu -kaufen. - -Man konnte hier ein äußerst interessantes, reges Leben bewundern. -Sudan-Sklaven, aus weit entfernten Gegenden, feilschten und handelten -mit den Haussa-Leuten um die Wette. Sogar die Fullah fehlten nicht, von -denen sich besonders die Frauen durch schönen Körperbau und regelmäßige -Gesichtszüge auszeichneten. Es war ein so reger Verkehr hier, wie -ich ihn bis dahin noch nie in Afrika unter den Eingeborenen gesehen -hatte. Auffallend war, daß alles einen äußerst geregelten Gang zu -gehen schien, wirklich ernsten Streit beobachtete ich nicht, trotz des -furchtbaren Lärmes, der über den Marktplatz wogte. Meine Leute hatten -sich bald mit dem nötigen Proviant versehen, so daß wir gegen 3 Uhr -nach Ibadan zu weiter marschieren konnten. - -Das Land, welches sich vor uns ausbreitete, bestand aus Hügeln, die mit -kurzer Gras- oder Strauchvegetation bedeckt waren. Längs der Thäler -und der Wasserläufe hatten sich kleine Galleriewälder gebildet, -die sich durch äußerst üppige Vegetation auszeichneten. Die Straße -nach Ibadan war in vorzüglichem Zustande. Sie wimmelte geradezu von -Menschen, welche teils von Ibadan kamen, teils dorthin gingen. Da wir -nun nicht mehr durch den Wald geschützt waren, machte sich bald eine -äußerst angenehme Brise bemerkbar. Selbst die ermüdeten Träger bekamen -neuen Mut, und frischer als zuvor ging es auf unser nächstes Ziel los. -Als wir eben über einen Hügelrücken marschierten, machte mich mein -Headman auf einen merkwürdigen Anblick aufmerksam. Direkt vor uns, -sich über mehrere Hügel erstreckend, war ein immenser grauer Fleck zu -sehen. Anfangs glaubte ich thatsächlich, es hier mit vegetationslosen -Felsenhügeln zu thun zu haben; mein Headman aber belehrte mich eines -Besseren: es war die Stadt Ibadan. - -Bevor wir die Thore der Stadt erreichten, hatten wir noch ein kleines -Flüßchen zu überschreiten, in welchem sich meine Leute schleunigst -zum Bade gestürzt hatten, um möglich rein in die große Stadt -einzuziehen. Ich ließ die Karawane hier sich noch einmal sammeln, um -dann geschlossen zur Stadt zu marschieren. Gegen 4½ Uhr erreichten wir -das erste Thor. Es war viereckig gebaut, ähnlich wie die Häuser der -Yoruba, aber bedeutend höher. Die Mauer, welche um die Stadt führt, ist -niedriger und stellenweise wie in allen Städten des Landes vollständig -verfallen. Einen Schutz für etwaige feindliche Angriffe würde sie -also nicht gewähren. Unter den Thoren sitzen die Zöllner, welche von -jedem kommenden Neger ein kleines Kopfgeld erhalten, sofern er nicht -zur Stadt gehört oder in Begleitung eines Weißen ist. Aus letzterem -Grunde hatte sich vor der Stadt meiner Karawane eine Anzahl von Leuten -angeschlossen, welche sich so das Kopfgeld zu ersparen hofften. Kaum -waren wir innerhalb der Stadt, als einer meiner Leute zusammenbrach. -Wohl oder übel mußte ich halten lassen und seine Last auf die übrigen -verteilen. Den Mann ließ ich zurück und befahl ihm, sobald als möglich -nach meinem Lager auf der anderen Seite der Stadt nachzukommen. - -Die Häuser standen, mit Ausnahme der an felsigen Orten gebauten, -dicht zusammen. Es schien mir kaum glaublich, als ich sah, eine wie -große Menschenmenge hier zusammengepfercht wohnt. Außerdem dieses -interessante rege Leben, die Webereien und Färbereien, man mochte fast -glauben zu träumen. Wir gebrauchten nicht weniger als ¾ Stunde, bis -wir das andere Thor erreichten. Über zwei große Marktplätze zogen wir, -auf denen sich ein mir ganz fremdes Bild von Verkehr und Regsamkeit -entrollte. Es wurden da die verschiedensten Gegenstände feilgeboten. -Von gedörrten Hunden und Eidechsen bis zum Zwirnfaden, alles war -zu finden. Selbst europäische Stoffe und andere Artikel desselben -Ursprunges waren reichlich vertreten. Lebensmittel spielten natürlich -eine große Rolle, ebenso Töpferwaren. Auch schön geschnitzte, aus -Kürbissen angefertigte Schalen waren zu einem äußerst billigen Preise -zu erstehen. Die Haussa boten schöne Lederarbeiten dar, besonders -Geldtäschchen, Sandalen, Schuhe, Fächer aus Rinderfell hergestellt, -Scheiden für Schwerter und Messer, ja sogar Sättel. Perlen wurden -von Fullah- und Yoruba-Weibern verkauft, die eben von der Küste -zurückgekehrt waren. Dazu der Lärm der handelnden Eingeborenen und -der uns begleitenden schwarzen Jugend der Stadt, es war zum Betäuben. -Die Marktplätze waren mit Abá- (Ficus-) Bäumen bepflanzt, unter -deren Schatten es stets angenehm kühl ist. Diese Ficusbäume werden -ganz allgemein in diesen Gegenden auf freien Plätzen in den Dörfern -angepflanzt. Häufig sind sie die einzigen Bäume, welche in den Dörfern -vorhanden sind. Unter ihrem Schatten versammeln sich die Männer zum -Plaudern, wenn sie nicht sonst durch Schlafen oder Arbeiten verhindert -sind. Unter ihnen werden die Ratsversammlungen abgehalten und wird vom -Häuptling Recht gesprochen. - -Direkt außerhalb der Stadt trafen wir in dem hier von der englischen -Regierung hingestellten Haussa-Posten ein und erreichten gleich darauf -das Wohnhaus des englischen Residenten vom Yoruba-Lande. Ich wurde -hier von den anwesenden vier Europäern sehr herzlich aufgenommen. Mein -Lager schlug ich dicht neben der Wohnung der beiden hier stationierten -englischen Offiziere auf, um mich so behaglich einzurichten, als es -eben die Umstände erlaubten. Meine erschöpften Leute konnten eine Rast -von zwei Tagen sehr wohl gebrauchen; da außerdem in den Wäldern östlich -der Stadt Kickxia vorhanden sein sollte, glaubte ich am besten von hier -Leute zum Sammeln von Früchten ausschicken zu können. - -Am nächsten Morgen ließ ich die Träger antreten und schickte die -Hälfte derselben fort zum Einsammeln von Kickxiafrüchten und -Milch. -Ich versprach den betreffenden Leuten eine Belohnung für jede 25 -Früchte, denn das hatte ich eingesehen, daß ich ohne Belohnung -keine Kickxiafrucht erhalten würde, schon da die Eingeborenen eine -furchtbare Angst vor den sich auf den Kickxien aufhaltenden Ameisen -haben. Daß diese Furcht nicht unbegründet war, konnte ich an der Brust -eines meiner Träger sehen, welcher in der That von diesen Tieren arg -bearbeitet war. - -Die Abwesenheit meiner Leute benutzte ich dazu, mich über die Wege -nach Abeokuta im Ekba-Lande und über die Kautschukverhältnisse des -Protektorates zu orientieren. Von dem vorsichtigen und offenbar -sehr national gesinnten englischen Residenten war nicht sehr viel -in Erfahrung zu bringen. Derselbe war zwar äußerst liebenswürdig -und zuvorkommend, schien es aber doch nicht gern zu sehen, daß ich -als Deutscher mich im Yoruba-Lande aufhalte. Der englische Doktor -und die beiden Offiziere waren zu wenig über die Verhältnisse im -Lande unterrichtet, um etwas Näheres angeben zu können, es blieben -mir also nur noch die Eingeborenen übrig. Ich schickte meine Leute -daher täglich in die Stadt, um Erkundigungen einzuziehen. Der Weg -nach Abeokuta war sehr bald in Erfahrung gebracht. Betreffs des -Kautschuks und der Kickxia hörte ich, daß letztere in den östlich -von Ise gelegenen Wäldern in bedeutend größeren und dickeren Stämmen -vorhanden sein solle; im westlichen Teile des Yoruba-Landes wie im -Djibu-Lande seien alle größeren Stämme bereits vernichtet worden, ja, -in einigen früher an Kickxien sehr reichen Gegenden seien sie ganz -verschwunden. Der englische Resident erklärte mir, daß er auf Grund -des von den Eingeborenen rücksichtslos betriebenen Raubbaus sich -bewogen gefühlt habe, eine Verordnung zu erlassen, wonach Kickxien in -seinem Bezirke vier Jahre hindurch nicht angetastet werden sollten. -Da im ganzen Yoruba-Laude höchstens zwölf Europäer waren und somit -eine Kontrolle ausgeschlossen war, so ist es natürlich, daß sich kein -Eingeborener um diese Verordnung kümmerte. Selbst an dem Hauptwege -hatten wir auf der Reise von Ishagamo bis Ibadan frisch angeschnittene -Kickxien gesehen, das Verbot wurde also offenkundig übergangen. In -den Wäldern des Yoruba-Landes sind auch einige Landolphien zu finden, -welche guten Kautschuk liefern. Die Milch derselben wird entweder mit -Kickxiamilch vermischt, oder allein nach Zusatz von Citronensaft durch -Kochen koaguliert. Im ersteren Falle geht sie im Handel natürlich mit -unter dem Namen „Silkrubber“ und wird in großen Kuchen auf den Markt -gebracht. Allein koaguliert wird sie in kleinen Bällchen geknetet als -„Lagos-Bälle“ auf dem europäischen Markt verkauft. Häufig wird von den -Eingeborenen der Silkrubber durch Zusatz von Ficusmilch gefälscht, -wobei besonders eine in den dortigen Wäldern häufige Art aus der -Verwandtschaft der Ficus salicifolia in Betracht kommt; doch soll auch -die Milch der von mir in Ishagamo gefundenen Ficusart zu demselben -Zwecke verwendet werden. Die verbreitetste Art des Koagulierens der -Kautschukmilch ist die des Kochens. Da Citronen allenthalben im Lande -zu haben sind, bedienen sich die Eingeborenen der Säure derselben, um -die Koagulation zu beschleunigen. Seltener wird auch Kautschukmilch -durch Reiben auf der Handfläche koaguliert, eine Methode, welche nur -bei Landolphia angewendet wird. - -Da die ausgeschickten Leute, welche Kickxiafrüchte sammeln sollten, -erst am 19. März wiederkamen, mußte ich meine beabsichtigte Weiterreise -auf den 20. März verschieben. Ich hatte doch auf diese Weise eine -nicht unbedeutende Menge von Kickxiasamen zusammengebracht, obgleich -gegen die Verordnung des englischen Residenten. Die erste Aufgabe der -Expedition war also somit erfüllt, und ich konnte meinen Rückmarsch -zur Küste antreten. Da mir wenig daran gelegen sein konnte, dieselben -Gegenden noch einmal zu durchziehen, hatte ich die etwas längere Route -über Abeokuta durch das Ekba-Land gewählt. - -Am Vormittage des 20. März ließ ich die Träger durchmustern und alle -nicht gesunden Leute durch neue ersetzen. In der so volkreichen Stadt -war dieses nicht so schwer, besonders da ich nach Lagos zurück wollte. -Am Nachmittag brach die Karawane auf. Der Marsch durch die Stadt -dauerte jetzt noch länger als der am 17. März. Nach Schätzungen soll -dieselbe ungefähr 300000 Einwohner haben, wäre demnach wohl die größte -Stadt des afrikanischen Kontinentes. Über Hügel und Thal marschierten -wir zwischen den eng aneinander gebauten Häuserreihen hin, gefolgt von -neugierigen Weibern und lärmenden nackten Kindern. - -Bevor wir noch das westliche Thor der Stadt erreicht hatten, brach -einer der Träger zusammen. Derselbe schien ebenso wie sein Bruder, den -ich am Morgen entlassen hatte, schwindsüchtig zu sein. Da ich mich -nicht dadurch aufhalten lassen wollte, entließ ich den Mann sofort und -ließ seine Last auf die übrigen verteilen, denn ohne Aufenthalt war -kein neuer Träger zu beschaffen. Der Tag war furchtbar heiß und schwül, -kein Lüftchen regte sich, so daß es mich denn auch nicht überraschte, -als ich in der Ferne schwarze Regenwolken aufsteigen sah. Meine Leute -wollten gern noch innerhalb der Stadt Rast machen, ich jedoch war -nicht damit einverstanden, da ich wußte, welche Schwierigkeiten es am -nächsten Tage machen würde, die Leute zum Aufbruch zusammenzubringen. -Trotz des Murrens mußten die Träger weiter. Etwa 1½ Stunden, nachdem -wir aus der Stadt herausgetreten waren, erhob sich ein furchtbarer -Tornado. Nun hieß es sobald als möglich Schutz zu suchen. Im -Laufschritt vorwärts. Der Wind peitschte furchtbar die Blätter der -Ölpalmen. Es war ein Sturm, wie ich ihn nicht vorher erlebt hatte. -Nach etwa ½ Stunde Laufschritt wurde es ganz finster, obgleich es -noch nicht 6 Uhr abends war. Zu unserer Freude erreichten wir das -Farmdorf Otimbale, als eben der Regen begann. Die Lasten konnten also -noch trocken untergebracht werden. In strömendem Regen wurde das Zelt -aufgestellt, welches zu meiner großen Freude selbst bei diesem Sturm -fest standhielt. Nachdem die übliche Rinne um das Zelt gelegt war, -gelang es auch den Boden vollständig trocken zu legen, so daß ich noch -vollständig trocken mich schlafen legen konnte. Die Träger quartierten -sich in den Häusern der Eingeborenen ein. - -Meinen Leuten schien der Abschied von Ibadan nicht besonders leicht -geworden zu sein, denn am nächsten Tage schien niemand rechte Lust -zum Packen und Marschieren zu haben. Erst um 6 Uhr waren wir auf dem -Wege. Zunächst hatten wir noch grasige Hügel mit Gebüsch und einigen -Borassuspalmen zu durchziehen. Um 7¼ ließ ich eine kurze Rast in dem -Farmdorfe Okovin machen. Kurz vorher hatten wir den fast trockenen -Odoona-Bach zu überschreiten. - -Gegen 8 Uhr langten wir in der Ortschaft Bodeibo an. Auch hier war -das System der Kopfgeld-Erhebung, wie ich es von Ibadan geschildert, -eingeführt. Bald darauf erreichten wir den Waldgürtel, der hier an der -Nordgrenze einige Zungen in die Grasländer hineinschiebt. Der Wald -war hier üppiger als ich ihn vorher im Yoruba-Lande gesehen, Kickxien -schienen jedoch wenige vorhanden zu sein. Nach Aussage der Eingeborenen -sollen sie aber früher auch hier sehr zahlreich gewesen sein. Überall -hörte man dieselbe Klage der Eingeborenen, die Fantis hätten ihnen -alle „Rubbersticks“ ausgeschlagen und getötet. Um 9 Uhr erreichten -wir einen kleinen Farmweiler, Okradjo genannt. Hier war ein Lager der -„Eisenbahn-Surveyer“ aufgeschlagen, welche die Route der von Abeokuta -nach Ibadan in Aussicht genommenen Eisenbahn ausstecken sollten. Die -Europäer waren nicht anwesend, als ich mit meiner Karawane eintraf. -Während der Frühstücksrast, welche ich den Leuten hier gab, wurden wir -derartig von kleinen Fliegen gepeinigt, daß ich es sehr bald vorzog, -eine kleine Exkursion in den Wald zu unternehmen. Hier fand ich außer -einigen Orchideen (zwei Angraecum-Arten) auch einige Apocynaceen, -deren Milchsaft ich untersuchte. Landolphien waren hier reichlicher -vorhanden, aber keine blühend, so daß ich die Arten nicht feststellen -konnte. - -Unter meinen Trägern brach hier ein kleiner Aufstand aus, der mich -zwang, den Rädelsführer zu strafen. Da die Leute aber bald einsahen, -daß sie doch den Kürzeren gezogen hatten, beruhigten sie sich -wieder und gaben sich sogar am Nachmittage Mühe, möglichst flott zu -marschieren. - -Der Nachmittagsmarsch führte uns durch dichten Wald, in dem sich hin -und wieder Spuren von Kickxia fanden. Es war ein sehr heißer Tag ohne -jeden Wind, so daß den Trägern ihre Lasten nicht gerade leicht wurden; -die kleine Aufmunterung, welche sie vorher erhalten, kam mir daher -sehr zu statten. Um 3½ Uhr stießen wir plötzlich auf das Hauptlager -der Eisenbahn-Ingenieure. Hier ließ ich eine kurze Rast machen. Mr. -+Berger+, der Chef-Ingenieur, war so freundlich, mir einen Träger zur -Verfügung zu stellen, da ich durchaus einen Mann mehr gebrauchte, an -Stelle dessen, der in Ibadan zusammengebrochen war, und mir einen -Empfehlungsbrief für den Eisenbahn-Doktor, in dessen Lager ich zu -übernachten gedachte, mitzugeben. Bis Ilugu hatten wir einen sehr -angenehmen Marsch durch ein sehr schönes, schattiges Waldgebiet, in -dem ich viel Landolphia sah. Längs des Weges beobachtete ich hier -einige Häuflein etwa armlang geschnittener Landolphiazweige, die die -Eingeborenen geschnitten, um dann in ihren Häusern die darin noch -enthaltene Milch zu sammeln und zu Kautschuk zu verarbeiten. Dass -diese Milch nicht vorher koaguliert, ist dadurch zu erklären, daß die -beim Anschneiden heraustretende Milch sofort an der Luft koaguliert -und somit die ganze Schnittfläche luftdicht verschlossen wird. Dicht -hinter Ilugu erreichten wir das Lager des Eisenbahn-Doktors, der mich -sehr höflich aufnahm. Noch bis in die Nacht hinein saßen wir daselbst -gemütlich zusammen, uns über Lagos und die von mir zuletzt bereisten -Gegenden unterhaltend. - -Da ich keine Zeit zu verlieren hatte, um noch zur rechten Zeit zur -Abfahrt des Dampfers nach Kamerun in Lagos einzutreffen, hieß es nun, -den Marsch möglichst zu beschleunigen. Ich brach daher am 22. März -schon vor 5½ Uhr auf. Auf einem ziemlich schlechten Waldwege, auf dem -die Träger häufig über Wurzeln stolperten, ließ ich nun in schnellem -Tempo marschieren. Der Headman, welcher nach meiner Marschordnung -stets hinter dem letzten Träger ging, feuerte die Leute immer wieder -an. So kam es, daß wir schon um 8 Uhr in Abuleode eintrafen. Der -Aufenthalt hier wurde uns wieder durch die Scharen der kleinen Fliegen, -welche in die Augen, Ohren und Nase hineinflogen und sich an jedem -nicht bedeckten Körperteile festsetzten, um den Schweiß aufzusaugen, -vollständig verleidet. Da sonst nichts Interessantes hier zu finden -war, beschäftigte ich mich mit Fangen von Schmetterlingen. Zu diesem -Zwecke ließ ich durch meine Leute an einer sonnigen Stelle im Wege -wiederholt Wasser ausgießen, bis der Boden dort vollständig durchnäßt -war. Es dauerte gar nicht lange, bis sich die ersten Papilio dort -niedersetzten, um die Feuchtigkeit aufzusaugen. Nach kurzer Zeit wurde -die betreffende Stelle von Dutzenden umschwärmt. Die saugenden Tiere -konnte ich dann einfach mit der Hand aufnehmen und durch Zerdrücken -des Brustkastens töten. Etwa lädierte Exemplare legte ich mit -ausgebreiteten Flügeln wieder zurück, damit sie durch die leuchtende -blaue Färbung der Flügel nun immer wieder neue Tiere anzogen. Es gelang -mir so, in einer Stunde nicht weniger als 63 guter Exemplare habhaft -zu werden, ohne einmal den Käscher zu gebrauchen. Große Feinde aller -Insektensammlungen in den Tropen sind die Ameisen, welche sofort über -dieselben herfallen, sollte man es einmal wagen, frisch gefangene -Sachen über Nacht frei stehen zu lassen, ohne sie durch Naphthalin oder -Kampfer zu schützen. - -Um 2½ Uhr ließ ich wieder aufbrechen. Teils über offenes Terrain, teils -durch dichte Wälder führte uns nun unser Weg. Die Hitze war kaum mehr -zu ertragen, dazu kamen die uns stets umschwärmenden Fliegen. Gegen -4½ Uhr erreichten wir ein Dorf, für welches mir die Eingeborenen den -Namen Adawó angaben. Als ich weiterziehen wollte, kamen die Leute und -behaupteten, es sei vor uns auf einer sehr langen Strecke kein Dorf -mehr vorhanden. Da ich in der Nacht Regen befürchtete und daher meine -Leute gern in Hütten schlafen lassen wollte, blieb mir nichts anderes -übrig, als hier über Nacht zu bleiben. Ich ließ mein Lager unter großen -Ficusbäumen aufschlagen. Da es noch sehr früh war und die Leute sonst -nichts zu thun hatten, schickte ich die ganze Gesellschaft aus und ließ -Milch der Ficusart sammeln, um damit zu experimentieren. Diese Milch -verhielt sich nun insofern sehr merkwürdig, als sie weder durch Kochen -noch durch Säurezusatz zur Koagulation zu bringen war. Ich ließ einen -Topf unter beständigem Feuer etwa eine halbe Stunde scharf kochen, und -selbst dadurch erzielte ich keine Koagulation. Eine andere Ficusart, -welche große lederige Blätter besitzt, ergab auch nur ein klebriges -Produkt, das kaum verwendbar sein würde, höchstens zur Erzielung von -Wasserdichtigkeit bei Stoffen. Die Kosten des Einsammelns würden jedoch -wohl kaum durch den Wert des erhaltenen Produktes gedeckt werden, wenn -sich nicht etwa neue Verwendbarkeiten für dasselbe finden ließen. -Es sind mir zwar schon hohe Preise genannt worden, welche für ein -derartiges Produkt bezahlt worden sein sollen, doch bin ich der festen -Überzeugung, daß diese nicht als Marktpreise gelten können. Es würde -nämlich viel billiger sein, guten Kautschuk zu kaufen und denselben mit -der gewünschten Quantität Harz zu vermischen. Die Nacht in Adawó war -sehr unangenehm, erstens fing es an zu regnen, zweitens aber gab es -Moskitos in Mengen. Ich erwähne dieses besonders, da es im Yoruba-Lande -auffallend ist, daß die Moskitos in der Periode des beginnenden Regens -so äußerst selten sind. Es ist daher das Reisen in diesen Gegenden -bedeutend angenehmer als z. B. im Congostaate, in dem einem nur allzu -häufig die Nächte durch diese höchst unangenehme Zugabe verleidet -werden. - -Am 23. März waren wir bereits um 4½ Uhr auf dem Wege. Es war herrlich, -bei dem eben hereinbrechenden Morgenlichte durch den Urwald zu -marschieren. Gegen 6 Uhr trafen wir mit zwei Haussa-Soldaten und vier -Trägern zusammen, welche aus dem nördlich gelegenen Shaka kamen und -mich um Erlaubnis baten, sich meiner Karawane anschließen zu dürfen. -Ich sollte es nicht bereuen, daß wir bereits so früh aufgebrochen -waren, denn bald traten wir gänzlich aus dem Urwald heraus und hatten -nun auf teilweise sehr sandigem Boden über ein heißes Steppengebiet -zu ziehen. Die Leute lechzten nach Wasser, das nicht zu bekommen war. -Gegen 9 Uhr langten wir in Ayetoro an, einem Dorfe, das einige hundert -Häuser zählen dürfte. Ich selbst war furchtbar durstig geworden auf dem -Marsche durch die staubige Steppe, sehr gelegen kam mir daher ein Trunk -Palmenwein, den mir der Häuptling des Dorfes als Geschenk schickte. Ich -gab den Trägern hier Zeit zum Essen und Trinken und machte unterdessen -einen Spaziergang durch das Dorf. Merkwürdige Fetische waren hier zu -beobachten, zum Teil nur aus einem Pflanzenbüschel bestehend, der an -einem langen Stab befestigt war. Einem derselben schien eine ganz -besondere Macht beigemessen zu werden, denn der Platz um den Stab herum -war sehr schön gesäubert, im Kreise herum standen Schalen mit Palmenöl -und -Kernen, Kauris, Eßwaren aller Art und vielem anderen. Ich sah hier -übrigens viele Haussa-Leute, welche nach Abeokuta gehen wollten. Einer -derselben war der Abgesandte eines Haussa-Häuptlings im Innern, er trug -ein wundervolles Schwert in einer prachtvoll gearbeiteten Lederscheide -an einem dicken, runden, kirschroten, aus Seide hergestellten Gurte, -welcher um die eine Schulter hing. Dieses Schwert war, wie er mir -erklärte, ihm von seinem Herrn als Zeichen seiner Vollmacht mitgegeben -worden. - -Abeokuta selbst sollte nach Angaben der Eingeborenen noch „sehr weit“ -sein. Ich ließ daher um 1 Uhr wieder aufbrechen. Weiter ging es über -Steppengebiet; bei der immensen Hitze nicht gerade ein sehr angenehmer -Spaziergang, dazu kam noch, daß die Eingeborenen jetzt bei Beginn der -Regen einen Teil der Steppe abgebrannt hatten, um für ihr Vieh frisches -Gras zu erhalten. Ja, wir hatten selbst einmal zehn Minuten lang am -Rande einer brennenden Fläche, die sich am Wege dahinzog, entlang zu -gehen. Die ganze Karawane setzte sich sehr bald in Laufschritt, um der -furchtbaren Hitze möglichst bald zu entgehen. - -Die Eingeborenen, welche außerhalb der Waldzone wohnen, betreiben etwas -Viehzucht, weiter nach Norden zu soll sogar viel Vieh vorhanden sein. -Die Tsetsefliege scheint hier also nicht so weit ins Innere zu gehen -wie dieses leider in unserer Togo-Kolonie der Fall zu sein scheint. -Ackerbau wird in beschränktem Maße getrieben. Hauptsächlich wird dann -Manihok angepflanzt, stellenweise auch Bataten. Yams sah ich selten, -ebenso Baumwolle. - -Gegen 3½ Uhr sahen wir in der Ferne die riesigen Felsen, auf welchen -Abeokuta zum Teil erbaut ist. Je mehr wir uns der Stadt näherten, desto -reicher war das Land kultiviert und desto besser wurden die Wege. -Plötzlich waren wir am Thore angelangt. Dasselbe war ähnlich wie die -Thore von Ibadan erbaut; auch hier saß die Thorwache und nahm Kopfgeld -von den passierenden Fremden. Als meine Träger kamen und nicht zahlten, -schienen die Leute sie anhalten zu wollen, als sie aber den Weißen -dahinter sahen, standen sie davon ab. Ein Kopfgeld schienen sie jedoch -auch zu erwarten. Ich ließ daher durch meinen Headman sagen, daß ich -nichts bezahlen werde, da ich auch in den anderen Städten nicht bezahlt -habe. Daraufhin schienen sie sich zu beruhigen. - -Anfangs führte unser Weg noch zwischen Feldern hin, dann zeigten sich -die ersten Häuser, die zerstreut auf und zwischen mächtigen Felsen -standen, bis wir schließlich das Panorama dieser riesigen Felsenstadt -ganz vor uns hatten. - -Abeokuta ist eine der merkwürdigsten Städte, welche ich je gesehen. -Ein großer Teil der Häuser steht derartig zwischen und auf den Felsen, -daß man sich unwillkürlich die Frage vorlegt: „Warum baut nur der so -träge Eingeborene sein Haus hierher, wo er es doch nur nach mühevollem -Klettern erreichen kann?“ Das Wasser und das Holz müssen von unten -weither geholt werden, so daß die Frauen und Mädchen die beschwerlichen -Kletterpartien mindestens jeden Tag einmal zu machen haben. Unser -Weg führte oft über mächtige, schräge Felsen hin, die dann plötzlich -jäh in die Tiefe abfielen. Ein Ausgleiten hätte genügt, um den Tod -des dann Abstürzenden herbeizuführen. Für die Eingeborenen mit ihren -nackten Füßen sind diese Wege natürlich weniger gefahrvoll als für -den beschuhten Europäer. Die Stadt soll auch gegen 200000 Einwohner -besitzen. Wie mir meine Träger mitteilten, sollen die Einwohner jetzt -jedoch häufig auswandern, da der Weiße mit seiner Eisenbahn, die jetzt -bereits über Abeokuta hinausgeführt ist, ihnen nun zu nahe ist. - -Nach dreiviertelstündigem Marsche erreichten wir das westliche -Stadtthor, das in der Nähe des Ogun-Flusses liegt. Da ich noch an -demselben Tage den Endpunkt der damals im Bau begriffenen Eisenbahn -erreichen wollte, um mir die Erlaubnis zu erwirken, mit meiner Karawane -bis Ebute-Meta die Güterzüge benutzen zu dürfen, überschritten wir -trotz der eintretenden Dämmerung den Ogun und marschierten dann auf -das Lager des hier befindlichen Chef-Ingenieurs zu. Dasselbe war -damals acht englische Meilen südlich von Abeokuta gelegen. Unterwegs -brach mein Headman zusammen, ebenso waren die Träger so ermüdet, daß -die meisten für heute marschunfähig waren. Ich gab daher dem Headman -Befehl, sich einige Zeit auszuruhen und dann mir zu folgen. Ich -marschierte allein im Mondscheine weiter. Um 11 Uhr langte ich im Lager -des Chef-Ingenieurs, Mr. +Horse+, an. Hier war glücklicherweise -noch niemand schlafen gegangen. Ich wurde sehr freundlich empfangen und -erhielt sofort die Erlaubnis zur Benutzung der Bahn. Um 3 Uhr nachts -langte schließlich auch meine Karawane an. - -Um 4½ Uhr am Morgen des folgenden Tages ließ ich alles zum Aufbruch -nach dem Terminus der Eisenbahnlinie rüsten. Längs des frisch -aufgeworfenen Eisenbahndammes hatten wir 4½ Meilen zu marschieren. -Endlich dort angekommen, sahen wir weder von einem Zuge noch von einer -Lokomotive ein Anzeichen. Die arbeitenden Eingeborenen konnten mir -auch keine Auskunft geben. Da kein Europäer in der Nähe war, machte -ich mich daran, die Häuser derselben aufzusuchen, fand aber alle leer, -erst um 9 Uhr traf ich einen Europäer, mit dem ich nun nach seiner -Behausung fuhr. Meinen Leuten gab ich den Befehl, dorthin nachzukommen. -Um 10½ Uhr endlich kam ein Zug. Mit diesem konnten wir um 11½ Uhr -eine kurze Strecke weiterfahren, mußten dann aber aussteigen, da der -Zug erst am nächsten Tage nach Ebute-Meta fahren sollte. Gegen 1 Uhr -traf ganz unerwartet zu unserem Glück eine Lokomotive ein, welche -noch am selbigen Tage nach Ebute-Meta zurück sollte. Da nur ein Wagen -zur Beförderung meiner Karawane angehängt worden war, hatte ich die -Genugthuung, daß wir sehr schnell fuhren. Es war allerdings fast -unerträglich heiß, denn zu der Sonnenhitze gesellte sich noch die der -Lokomotive, und was das Schlimmste für uns war, es flogen uns beständig -die Funken, welche mit dem Rauch ausgestoßen wurden, ins Gesicht und -auf die Kleider. Für die zum Teil recht dürftig bekleideten Träger -war dieses natürlich doppelt unangenehm. Gegen 7 Uhr langten wir am -Abend in Ebute-Meta an. Sogleich schickte ich Leute aus, welche einige -große Canoes besorgen sollten, damit wir sofort über die Lagos-Lagune -nach der Stadt hinüber könnten. Nach langem Handeln ließen sich -endlich einige Eingeborene bewegen, uns in Canoes nach Ebute-Ero -überzusetzen. Es war eine prachtvolle Fahrt in hellem Mondschein über -die Lagos-Lagune. Meine Leute sangen lustige Lieder, als sie Ebute-Ero -wieder vor sich sahen, und erzählten den Canoeleuten alle möglichen -Geschichten, welche während der Expedition passiert sein sollten. - -In Ebute-Ero begrüßte ich zunächst die Herren in der +Gayser+schen -Zweigfaktorei: dann ging es nach Lagos hinüber. Ich hatte hier eine -Hängematte erhalten und ließ mich nun nach der Hauptfaktorei in Lagos -tragen. Um 9 Uhr traf ich dort ein. Herr +Fritsch+ nahm mich -wieder freundlichst auf. - -Am folgenden Tage löhnte ich die Träger ab und begann nun mit den -Vorbereitungen zur Weiterreise nach Kamerun. Vor allen Dingen hatte ich -die Kickxiasamen richtig auszutrocknen und die gesammelten Pflanzen -einzupacken, ebenso waren die Trägerlasten wieder derartig in Kisten -zu verpacken, daß sie auf dem Dampfer nach Kamerun weitertransportiert -werden konnten. Es war ursprünglich meine Absicht gewesen, einige -Lagos-Leute, welche bereits als Gummisammler in den Wäldern des -Yoruba-Landes Kickxia ausgebeutet hatten, für die spätere Congo- -und Sanga-Reise zu engagieren. Das, was ich während meiner Reise -im Hinterlande von Lagos gesehen, hatte mich aber immer mehr von -diesem Plane abgebracht, denn hätte ich solche Lagos-Leute in die -Sanga-Ngoko-Region hineingebracht, so würde ich damit auch dort den -Raubbau eingeführt haben, wie er hier im Yoruba-Lande verbreitet ist, -und die Kickxiabestände, welche ich späterhin dort feststellen konnte, -würden in Kürze demselben Schicksal verfallen sein, wie die im Djibu- -und Yoruba-Lande einst so reichlich vorhandenen. - -Während der wenigen Tage, welche ich noch in Lagos verbringen mußte, -bis der Dampfer eintraf, hatten wir wiederholt starke Gewitterregen. -Bei einem derselben wurden leider meine ganzen Pflanzensammlungen -gehörig durchnäßt, so daß ich große Mühe hatte, dieselben wieder zu -trocknen. Diese Regen erscheinen hier an der westafrikanischen Küste -häufig so plötzlich, daß man nicht immer die nötigen Vorsichtsmaßregeln -dagegen treffen kann. - -Ein für mich in Lagos äußerst interessanter Tag war der Markttag. Ich -ging zusammen mit dem bereits oben genannten Dr. +Randle+ an einem -solchen Tage einmal dorthin, wo die Frauen die im Lande angewendeten -Medizinen verkauften. Dieselben bestanden vorzugsweise aus Pflanzen. -Da meines Wissens eine Liste solcher Pflanzen aus dieser Region nie -veröffentlicht worden ist, dürfte eine solche, wie ich sie hier -zusammengestellt habe, von einigem Interesse sein. Dr. +Randle+ -war so freundlich, die Namen der Eingeborenen für die betreffenden -Arten hinzuzufügen. - - Botanischer Name Yoruba-Name - Sanseviera guineensis Pason-Koko - Xanthosoma esculentum Ogiri-sako - Dicliptera spec. Kusu-mope - Cleome spec. Ay-tare - Cassia occidentalis Rere - Paullinia alata Kakasenla - Alternanthera sessilis Ebede - Trema spec. Afere - Waltheria indica Ewe Epo - Striga spec. Osa - Boerhaavia spec. Etipasa Evinla - Biophytum sensitivum Patomo - Aerua lanata Ewe Owo - Ocimum spec. Efiri - Portulacca oleracea Papa sohum - Hoslundia africana Efiri Fufun - Crotalaria spec. Ewe Orubu Epa - Abrus praecatorius Misin Misin - Momordica Balsamina Ejrin. - -Der Dampfer „Aline Woermann“, mit dem ich nun nach Kamerun weiterfahren -wollte, traf unerwarteterweise äußerst pünktlich am 1. April vor Lagos -ein. Ich hatte kaum noch Zeit genug, meine Sachen vollständig fertig zu -machen. Zu meinem Glücke waren die Barrenverhältnisse zu ungünstig, um -den Barrendampfern noch an demselben Tage die Durchfahrt zu gestatten. -Dadurch gewann ich noch genügend Zeit. Am nächsten Tage, dem 1. -Osterfeiertage, fuhr ich nun in Begleitung der Herren +Fritsch+ -und +Schurmann+ auf dem Barrendampfer „Teck“ hinaus und stieg -dann auf die „Aline Woermann“ über. Bis zum Abend blieben wir noch vor -Lagos, da die aus Europa kommende Ladung nun erst auf die Barrendampfer -übertragen werden mußte. Endlich um 7 Uhr ertönte das Signal zur -Abfahrt. - - - - -II. Kapitel. - -Aufenthalt in Kamerun, Reise nach und auf dem Congo. - - -Während der kurzen Fahrt von Lagos nach der Kamerun-Küste hatten wir -vorzügliches Wetter. Die See war spiegelglatt, kein Lüftchen regte -sich. Am Morgen des 4. April tauchte plötzlich der Kamerunberg vor -unseren Augen auf, als sich die Nebel, welche umherhingen, etwas -lüfteten. Seine Spitze war leider nicht zu sehen. Doch dessenungeachtet -war ein jeder der Passagiere entzückt von dem Anblick, welcher sich uns -bot, als wir uns der Küste bei Bibundi näherten. Die tropische Fülle -und Üppigkeit der Vegetation überstieg alle Erwartungen. Der dichte -Urwald, welcher das Land bedeckte, soweit wir im stande waren, es zu -sehen, machte mit seinen riesigen Bäumen, die von Epiphyten aller Art -bedeckt waren, einen gewaltigen Eindruck auf einen jeden der Beschauer. - -Gegen 7 Uhr am Morgen warfen wir Anker vor Bibundi. Natürlich konnte -niemand der Passagiere seinen Wunsch bezwingen, dieses tropische -Paradies zu sehen. Alle gingen mit der nächsten Gelegenheit an Land. -Mit verschiedenen anderen Herren ging ich nun nach der Kakaoplantage -der Bibundi-Gesellschaft. Herr +Rackow+, der damalige Leiter, -empfing uns bereits am Strande. Da es in meiner Absicht lag, mit Herrn -+Rackow+ betreffs Kickxiakulturen zu sprechen, so benutzte ich -diese dazu günstige Gelegenheit, fand allerdings bis jetzt nicht viel -Gehör für Einführung einer neuen Kultur, um so weniger, als wir auch -auf dem Schiffe einen Pflanzer aus Sumatra mitgebracht hatten, der -hier in Bibundi eine Tabakplantage anlegen sollte. So konnte ich denn -diesen meinen ersten Besuch in Bibundi nur zur allgemeinen Orientierung -verwenden. Ich besprach daher mit Herrn +Rackow+ meinen Plan, daß -ich in einiger Zeit von Victoria nach Bibundi zurückkehren wollte, -um dann einige Tage dort zu verweilen. Auch Herrn Oberleutnant +v. -Carnap+ traf ich hier in Bibundi. Derselbe war mit einer größeren -Truppe von Arbeitern, welche er im Rio-del-Rey-Gebiete angeworben -hatte, vor kurzem dort eingetroffen, und wollte nun die Gelegenheit -wahrnehmen, um mit unserem Dampfer die Leute nach Kriegsschiffhafen zu -bringen. Da das Anbordbringen der Leute ziemlich langsam vor sich gehen -konnte, denn wir hatten in beträchtlicher Entfernung von der Küste -Anker geworfen, so konnten wir erst um 5 Uhr wieder in See gehen. Längs -der wundervollen Küste fuhren wir nun an der Ambas-Bai mit Victoria -und den beiden Inseln Mundule und Ambas vorbei, um die Affen-Halbinsel -herum in die prachtvolle Bucht von Kriegsschiffhafen hinein. Noch -in der Dunkelheit wurden die neuangeworbenen Arbeiter, 214 an der -Zahl, gelandet. Mit Tagesanbruch am 5. April wurden die Anker wieder -gelichtet. Um 5½ Uhr waren wir vor Victoria. - -Es war ein prachtvoller Morgen; der im Hintergrunde aufsteigende -Kamerunberg war bis zur Spitze des Engelberges mit Nebel bedeckt. -Darunter die dunklen, dicht bewaldeten Hügel, im Gegensatz zu den -weißgetünchten Häusern von Victoria: ein Bild, wie man es an der ganzen -westafrikanischen Küste nicht wieder sehen kann. - -Zusammen mit Herrn Oberleutnant +v. Carnap+ fuhr ich an Land. -Da ich die Absicht hatte, mich einige Zeit in dem Victoria-Bezirke -aufzuhalten, quartierte ich mich in dem Hotel der Ambas-Bay Trading -Comp. ein. Dank des Entgegenkommens, welches ich von Seiten des -damaligen Bezirksamtmannes, Herrn Assessor +Horn+, fand, und -vor allen Dingen des regen Interesses, welches Herr Oberleutnant -+v. Carnap+ meinen Unternehmungen entgegenbrachte, waren die -Gepäckstücke und sonstigen Expeditionsgüter bald in einem Schuppen der -Ambas-Bay Trading Comp. untergebracht. - -Nach dem Essen machte ich mich sogleich auf den Weg zum botanischen -Garten und besprach dort mit dem anwesenden Gärtner die Möglichkeit, -meine Kickxiasamen zum Teil dort aussäen zu lassen. Es wurden sogleich -auch Beete hergerichtet, so daß schon am 7. April die Samen ausgesät -werden konnten. Auch die Ficusstecklinge, welche ich aus Lagos -mitgebracht hatte, konnten zu derselben Zeit in den Boden eingesteckt -werden. - -Während der nächsten Tage machte ich mit Herrn Oberleutnant +v. -Carnap+ zusammen verschiedene kleine Exkursionen und Ausflüge, um -mich über die Verhältnisse und die Vegetation etwas zu orientieren. - -Am 9. April fuhr ich zusammen mit den Herren Assessor +Horn+ und -Oberleutnant +v. Carnap+ nach Kriegsschiffhafen zu Herrn +Frederici+, -mit dem ich auch die Möglichkeit einer Kickxiaanlage daselbst -besprechen wollte. Die Fahrt dorthin unternahmen wir in einem -Regierungsboote. Gegen 10½ Uhr langten wir bei Herrn +Frederici+ an, -der uns äußerst liebenswürdig aufnahm. Schon auf dem Wege von dem -Landungsplatze bis zum Wohnhause des Herrn +Frederici+ konnte man -sehen, daß hier eine peinliche Ordnung allenthalben herrschte. Die -Gebäude waren solide und praktisch aufgeführt, kurzum man sah, daß Herr -+Frederici+ nicht umsonst als Muster eines Plantagenleiters in Kamerun -gilt. - -Als ich im Laufe der Unterhaltung Herrn +Frederici+ fragte, wie er -sich zur Frage des Anbaues von Kautschukbäumen stelle, äußerte er -sich, entschieden dagegen zu sein. Als ich ihm nun die Vorteile einer -solchen Anlage im Falle des Gedeihens der Kickxia vor Augen führte, -gelang es mir zu meiner nicht geringen Freude, ihn vollständig -umzustimmen, so daß er sich sofort bereit erklärte, eine solche -Pflanzung anzulegen. Da ich schon allenthalben von der Tüchtigkeit -dieses äußerst praktischen Mannes gehört hatte, lag mir viel daran, vor -allen Dingen ihn für meine Sache zu gewinnen; es war natürlich nun eine -große Genugthuung für mich, daß es mir gelang. Am Nachmittage machten -wir einen längeren Spaziergang, um die Plantage zu besichtigen. Bei -dieser Gelegenheit stellten wir auch gleich einen Platz fest, welcher -zur Anlage der Saatbeete für die Kickxia reserviert werden sollte, -ebenso die Lokalitäten, auf denen dann später die Kickxia in der von -mir vorgeschlagenen Weise ausgepflanzt werden sollten. Zur Anlage -dieser Kickxiaanpflanzungen wählten wir die Hügel, welche sonst für -Kakaokulturen weniger geeignet sind. - -Es war eine Freude, zu sehen, wie alle Bestände in wundervoller -Ordnung gehalten wurden, besonders die von Herrn +Frederici+ -in neuerer Zeit angelegten. Beständig waren neue Pflanzen an Stelle -etwaiger kranker oder abgestorbener Bäume eingesetzt worden, so daß -nur wenige Lücken in den Beständen vorhanden waren. Da, wo von Herrn -+Fredericis+ Vorgänger die einzelnen Stämme zu dicht gepflanzt -waren, wurde allmählich mehr Luft geschafft. Schöne breite Wege, die -in vorzüglichem Zustande waren, durchschnitten die Plantage nach allen -Seiten. Die Wasserläufe waren durch schöne massive Brücken passierbar -gemacht. Besonders gut gefiel mir das von Herrn +Frederici+ -erst unlängst angelegte Vorwerk „Wasserfall“. Hier hatte Herr F. -die Erfahrungen, welche er im Laufe der Jahre gesammelt hatte, alle -verwerten können. Hier sah man die regelmäßigsten Bestände. Dieselben -bestanden zwar meist nur aus jüngeren Pflanzen, versprachen aber, sich -prachtvoll zu entwickeln. Die Anlagen zum Gären und Dörren des Kakaos -waren entschieden die praktischsten, welche ich gesehen. Die letzteren -waren ganz ähnlich den Dörrhäusern, welche Dr. +Preuß+ in seinen -Berichten an das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee aus Südamerika -abgebildet und beschrieben hat. - -Am Abend kehrte Herr Assessor +Horn+ nach Victoria allein zurück, -Herr Oberleutnant +v. Carnap+ und ich blieben über Nacht bei -Herrn +Frederici+, um am nächsten Morgen erst auf dem Landwege -nach Victoria zurückzugehen. Unser Weg von Kriegsschiffhafen nach -Victoria führte durch das Vorwerk Wasserfall über eine Hügelkette. -Sobald wir die Grenze der Kriegsschiffhafen-Plantage überschritten -hatten, wurde er schmaler und war mehr vernachlässigt, stellenweise -war er vollständig mit Unkraut bewachsen. Der prachtvolle Urwald zu -beiden Seiten wurde hin und wieder von Anpflanzungen der Victoria-Neger -unterbrochen. Die Kakaobestände derselben waren häufig zu dicht -bewachsen, sonst wurden hauptsächlich Bananen und Planten, letztere -eine nicht süße, große Bananenart, gepflanzt. Stellenweise sah man -etwas Maniok (Kassada) und Xantosoma esculentum (Koko). - -Am Morgen des 11. April brach ich mit zwei Trägern (Majumba-Leuten) und -einem Jungen nach Buea auf, um mich dem Herrn Gouverneur +v. Puttkamer+ -vorzustellen. Der schöne, weit gehaltene Weg führte über den Limbe-Bach -hinüber durch einige Vorwerke der „Victoria“-Plantagengesellschaft. -Die Kakaobestände daselbst standen zum großen Teile nicht schlecht, -doch war der Boden stellenweise so steinig, daß man sich unwillkürlich -fragen mußte, ob denn die Bäumchen hier für längere Zeit sich würden -halten können. Hinter dem Limbe-Vorwerk stieg der Weg allmählich -nach Bomana zu an. Er war an den steileren Stellen besonders dicht -mit Basalt- und Lavageröll bedeckt. Da die Sonne unterdessen schon -etwas höher gestiegen war, konnten die Träger mit den schweren -Koffern nicht mehr so schnell vorwärts. Ich ging daher mit dem -Jungen voraus. Oberhalb Bomana traten in dem Urwalde stellenweise -schon offenere Partien auf, welche mit Elefantengras bewachsen -waren. Dieses letztere ist eine riesige Pennisetumart, welche nicht -selten eine Höhe von 3 m erreicht. Gegen 11½ Uhr erreichte ich -den Rand des oberen Plateaus, auf dem Buea gelegen ist. Dasselbe -liegt 800 bis 900 m über dem Meeresspiegel. Dichter Urwald war hier -nicht mehr vorhanden. Ehe ich die Station Buea, den Sitz des Herrn -Gouverneurs +v. Puttkamer+, erreichte, hatte ich noch durch einen -Teil der „Günther-Soppo-Pflanzung“ zu marschieren. Die Kaffeebäumchen -daselbst sahen meist nicht sehr vielversprechend aus, viele waren -eingegangen, andere schienen zu kränkeln. Offenbar behagte ihnen die -kalte, nebelige Luft dieses Plateaus nicht mehr. Kakao gedeiht so hoch -oben am Kamerunberge auch nicht mehr. Gegen 12½ Uhr traf ich auf der -Station Buea ein. Ich meldete mich hier bei dem Stationschef, Herrn -+Leuschner+, welcher mit seiner Gemahlin mich sehr liebenswürdig -aufnahm und mir in dem Logierhaus, welches für Durchreisende und -neue Ankömmlinge sowie für Rekonvaleszenten, welche etwa aus der -mörderischen Küstenzone heraufkommen sollten, gebaut ist, ein Zimmer -anwiesen. Die Station liegt direkt am Fuße des Gipfelkegels des -Kamerun-Gebirges. Zur Zeit meiner damaligen Ankunft bestand sie aus -etwa 15 Häusern. Das Klima ist hier für Europäer gesund, besonders da -Fieber hier nicht mehr vorzukommen scheint, doch werden infolge der -häufigen Nebel die Europäer leicht von Rheumatismus befallen. Da die -Eingeborenen der Umgebung jetzt vollständig beruhigt sind, wird hier -nur eine kleine Polizeisoldatentruppe gehalten, welche hauptsächlich -Ordonnanzdienste zu verrichten hat. - -Am Nachmittage empfing mich der Gouverneur Herr +v. Puttkamer+. -Er brachte meiner Expedition, wie überhaupt allen Dingen, welche -die Entwickelung des Schutzgebietes fördern könnten, ein sehr reges -Interesse entgegen und versprach, meine Pläne in jeder Weise zu -unterstützen. Daß dies nicht leere Versprechungen waren, hatte ich -in Zukunft genug Gelegenheit, wahrzunehmen. Ich kann daher dem Herrn -Gouverneur +v. Puttkamer+ nicht genug Dank wissen für die Art, in -welcher er die Interessen meiner Expedition gefördert hat. - -Bei seiner letzten Rückkehr aus Europa hatte Herr Gouverneur +v. -Puttkamer+ eine Anzahl Algäuer Kühe nach Kamerun hinüberführen und -nach Buea auf die Station bringen lassen. Dieselben haben sich hier -sehr gut entwickelt und geben reichlich Milch. Leider aber scheint -das Futter des Kamerun-Gebirges nicht genügend kräftig zu sein, so -daß ein nicht geringer Teil desselben für die Tiere noch immer aus -Europa importiert werden muß. Man hatte auch bereits Versuche gemacht, -Kreuzungen zwischen dem Algäuer Vieh und eingeborenen Kamerun-Kühen -zu erziehen, so daß es nicht ausgeschlossen ist, daß dadurch die -einheimischen Rinder bedeutend verbessert werden. - -In Buea hielt ich mich bis zum 13. April auf. Ich verbrachte die Zeit -daselbst, so gut es ging, mit Sammeln von Pflanzen, Exkursionen, -und vor allen Dingen Besuchen nach der Günther-Soppo-Plantage. Herr -+Günther+ hatte nämlich eine kleine Landolphiapflanzung angelegt, -welche wohl die erste in unserem Schutzgebiete sein dürfte. Die -Pflänzchen schienen sich an den Bäumchen, an deren Fuße sie angepflanzt -waren, recht wohl zu befinden, einige waren bereits gegen 2 m hoch. -Doch trotz dieses guten Gedeihens scheint mir eine solche Anlage, -wenn sie in dieser Weise noch einer gewissen Pflege bedarf, nicht -rentabel genug zu sein. Vor dem 15. Jahre dürften die Lianen wohl kaum -anzapfbar sein, und da dieselben nur sehr wenig Latex abgeben, würden -die Unkosten wohl in keinem annehmbaren Verhältnisse zu dem Gewinne -stehen. Während eines Streifzuges auf dem Boden der Soppo-Plantage -fand ich eine Ficusart, aus der Verwandtschaft der P. Preussii Warb., -deren Milch nach der Koagulation ein ganz ähnliches Produkt ergab, -als die der Ficusart aus dem Yoruba-Lande. Natürlich kann ich über -diese Art daher nur dasselbe sagen, wie von der Yoruba-Art. Man -muß mit solchen Dingen natürlich sehr vorsichtig sein, da sich für -ein so minderwerthiges Material erst allmählich ein Absatz auf dem -Kautschukmarkte erzielen läßt. Ändern würde sich diese Sachlage -natürlich dadurch, daß sich eine neue Verwendung für solche Produkte -finden ließe. Der Kakao auf der Soppo-Plantage stand da, wo er nicht -in zu hoher Lage ausgepflanzt war, nicht schlecht; dennoch machte die -ganze Plantage einen etwas verwahrlosten Eindruck, obgleich die Wege -recht gut gehalten waren. Herr +Günther+ schrieb dieses dem Mangel -an Arbeiter- und Aufseherpersonal zu, das lange nicht ausreiche, um die -unter Kultur gesetzten Ländereien in Ordnung zu halten. - -Am Nachmittage des 13. April verabschiedete ich mich bei dem so äußerst -zuvorkommenden und liebenswürdigen Herrn +v. Puttkamer+ und trat nun -meinen Rückmarsch nach Victoria an. Um 2 Uhr verließ ich Buea; auf -einem direkteren, aber steileren Wege stieg ich ab, so schnell es in -dem Lavageröll ging. Um 6¼ Uhr traf ich in Victoria ein. Hier bezog ich -wieder mein altes Quartier in dem Ambas-Bay-Hotel bei Herrn +Lange+. -Von der Ficusart, welche ich bei Soppo gefunden hatte, brachte ich auch -Stecklinge für den botanischen Garten in Victoria mit. - -Während einiger Tage blieb ich nun in Victoria, um zunächst einige -Versuche mit der Milch der Ficus elastica zu machen. Im botanischen -Garten waren einige ältere Stämme, welche zum Anzapfen durchaus -geeignet schienen. Das Resultat dieser Untersuchungen deckte sich genau -mit den Ergebnissen der Experimente, welche ich kurze Zeit später in -Bibundi anstellte, es konnte kaum zufriedenstellend genannt werden. -Der Kautschuk war entschieden von inferiorer Qualität, obgleich etwas -besser als der der Ficusarten aus dem Yoruba-Lande und von Buea. - -Zusammen mit Herrn Oberleutnant +v. Carnap+ besuchte ich damals auch -die Moliwepflanzung, welche unter der tüchtigen Leitung des Herrn -+Stammler+ eben zu entstehen begann. Die zu jener Zeit zur ersten -Anlage ausgesuchte Lokalität befand sich etwa ¾ Stunde von Victoria -entfernt. Dort angekommen, überzeugte ich mich sofort, daß es unter den -damals waltenden Umständen für Herrn +Stammler+ vollständig unmöglich -war, sofort Kickxiasaat zu übernehmen. Da er sich aber entschlossen -hatte, Kickxia anzupflanzen, so machte ich ihm einen Vorschlag, -auf den er nur zu gern einging. Ich wollte dem botanischen Garten -in Victoria die für die Moliwepflanzung bestimmten Kickxiasamen zur -Aussaat übergeben. Herr +Stammler+ mußte sich verpflichten, dieselben -bis zum 1. August 1899 spätestens abzuholen, sonst verfielen die -Pflänzchen dem botanischen Garten als Eigentum. In dieser Weise wurde -denn auch alles arrangiert. Herr Assessor +Horn+, der gewissermaßen -Herrn Dr. +Preuß+ während seiner Abwesenheit vertrat, gab seine -Einwilligung dazu. Somit wurden der Moliwepflanzung auch einige tausend -Kickxiapflänzchen gesichert. - -Da ich, wie ich schon oben angegeben, die Absicht hatte, noch einmal -Bibundi zu besuchen, um Kickxiasamen dorthin zu bringen, so benutzte -ich, mit Genehmigung des Herrn Gouverneurs +v. Puttkamer+, eine -Gelegenheit, dorthin zu gelangen, welche sich am 17. April bot. Der -Regierungsdampfer „Nachtigal“ sollte Herrn Hauptmann +v. Besser+ -nach Bibundi bringen, wo er die Grenze zwischen der Sanje- und -der Bibundi-Plantage festlegen wollte. Ich begleitete daher Herrn -Hauptmann +v. Besser+ nach Bibundi. Als wir gegen 10½ Uhr dort -eintrafen, war leider Herr +Rackow+ eben im Begriff, nach Victoria -abzureisen. Ich konnte also nur das Nötigste mit ihm besprechen. Von -Frau +Rackow+ wurden wir in der freundlichsten Weise aufgenommen. -Diese Dame, welche hier in der Halbcivilisation unermüdlich ihrem -Haushalte vorstand, ist ein Segen für die sich in Bibundi aufhaltenden -Europäer gewesen. Wo es nur immer in Krankheitsfällen etwas zu helfen -gab, hat sie stets für die betreffenden Herren in der edelmütigsten -Weise gesorgt. Auch uns wußte sie hier das Leben recht angenehm zu -machen; wenn nur jemand einen Wunsch äußerte, wurde er sogleich -erfüllt, wenn dies irgend möglich war. - -Wie ich mit Herrn +Rackow+ verabredet hatte, ließ ich unter -meiner Aufsicht für die Kickxiasamen hier Saatbeete anlegen und zwar -in derselben Weise, wie ich es bereits auf Kriegsschiffhafen und im -botanischen Garten zu Victoria vorgeschlagen hatte. - -Die vier Tage meines Aufenthaltes in Bibundi suchte ich nun soweit -als möglich auszunutzen. Am Nachmittage des 17. April machte ich mit -Herrn Hauptmann +v. Besser+ einen Besuch auf der Sanje-Plantage. -Herr +Becker+, der Leiter derselben, war eben dabei, eine größere -Fläche für Kakaokulturen zu reinigen. Die Lage der Plantage in einer -großen, mäßig feuchten und äußerst fruchtbaren Ebene, auf der zur -Anlage der Anpflanzungen eigentlich nur wenig Wald wegzuschlagen sein -wird, stellt bei guter Betriebsleitung für das Unternehmen eine große -Zukunft in Aussicht. Auf dem Gebiete der Sanje-Gesellschaft sind noch -einige alte Kakaogärten eines ehemaligen Elefantenjägers vorhanden, -welche von der Gesellschaft übernommen worden waren. Diese Gärten waren -recht gut in Pflege gehalten und mit großem Geschick angelegt, so daß -Herr +Becker+ sehr recht that, indem er diese Anlagen sogleich -fortsetzen ließ. - -Auch hier in Bibundi waren bei dem Wohnhause des Herrn +Rackow+ -einige Ficus elastica-Stämme von genügender Stärke vorhanden, so -daß ich Versuche damit anstellen konnte. Ich ließ zu dem Zwecke -Milch derselben einsammeln, kam aber bei meinen Experimenten zu -demselben Schlusse wie in Victoria. Der Kautschuk war entschieden ein -minderwertiges Produkt, jedoch nicht gänzlich unbrauchbar. - -Am 20. April begleitete ich Herrn Hauptmann +v. Besser+ auf einer -seiner Vermessungstouren, um die Flora des Gebirgswaldes hier kennen zu -lernen. Wir drangen längs der östlichen Grenzlinie des Bibundi-Gebietes -ziemlich tief in den Urwald ein. Das Ergebnis dieser Exkursion war -für mich nicht anders als ich erwartete. Es fanden sich einige -Landolphien, die wirklich Kautschuk lieferten, aber nicht zahlreich -genug vorhanden zu sein schienen, um einen Abbau seitens der Europäer -zu rechtfertigen. Von Kickxia war nichts zu entdecken, ebenso wenig von -kautschukliefernden Ficusarten. - -Da ein längerer Aufenthalt in Bibundi für mich nur Zeitverlust bedeutet -hätte, weil ich doch jetzt nach der Aussaat der Kickxien in Abwesenheit -des Herrn +Rackow+ nichts ausrichten konnte, beschloß ich, am Morgen -des 21. April mit einem Boote nach Victoria zurückzukehren. Einer -der Herren von Bibundi, Herr +Mazat+, welcher nach Kamerun wollte, -begleitete mich. Erst um 9 Uhr kamen wir von Bibundi fort, da sich -natürlich im letzten Augenblicke immer wieder etwas Neues fand, was -die Herren Bootsjungen noch zu besorgen hatten. Es herrschte eine -grauenhafte Windstille, so daß wir uns im Boote vor der Hitze kaum -retten konnten. Natürlich kamen wir auch nur sehr langsam vorwärts, -da wir nicht das Segel gebrauchen konnten. Wir fuhren um das Kap -Debundja herum nach Isongo, wo wir bei dem Leiter dieses Vorwerkes -der Bibundi-Pflanzung, Herrn +Kundler+, unser Mittagsmahl einnahmen. -Es war gegen 2½ Uhr, als wir eintrafen. Die Kakaopflanzung stand hier -recht gut und war schön rein gehalten. Bei den hier besonders starken -Regenfällen scheint sich dieser Ort für Kakao vorzüglich zu eignen, -ebensowohl für Vanille, welche in neuerer Zeit dorthin eingeführt -werden soll. Landschaftlich bietet Isongo ein reizendes Bild dar. -Gegen 4 Uhr brachen wir wieder von Isongo auf, um noch bis Mokindange -fahren zu können. Eine Brise, welche sich plötzlich erhob, war für -uns günstig. So kam es, daß wir gegen unsere Erwartungen bereits um -6½ Uhr vor Mokindange waren. Es war eine gefährliche Fahrt hinein in -die mit zerstreuten Felsen reich bedeckte Bucht, da aber Herr +Mazat+ -sowohl wie unsere Bootsleute häufig vorher hier gewesen waren, kamen -wir endlich wohlbehalten bei Herrn +Böklin+, welcher der hiesigen -Plantage vorsteht, an. Mokindange ist ebenso wie Isongo noch ein -Vorwerk der Bibundi-Plantage. Die Plantage konnte ich leider nicht -mehr besichtigen, da wir am nächsten Morgen bereits um 6 Uhr wieder -abfuhren. Der Wind war wieder ungünstig für uns, so daß unsere Leute -die ganze Strecke rudern mußten. Wir fuhren bei dem Dorfe Bota vorbei, -zwischen den merkwürdigen „Piraten“-Inseln und dem Festlande hindurch -nach Victoria zu. Unterwegs liefen wir noch einmal an der Küste bei -Herrn +Weilers+ Besitz an, wo Herr +Mazat+ noch einiges Geschäftliche -zu arrangieren hatte. Gegen 9 Uhr langten wir endlich bei strömendem -Regen in Victoria an. - -Da sich der Monat nun seinem Ende zuneigte, benutzte ich die nächsten -Tage meines Aufenthalts in Victoria dazu, die für meine Congo-Reise -nötigen Lasten zusammenzustellen. Außerdem setzte ich meine Experimente -mit der Milch der Ficus elastica fort. - -Einer Verabredung gemäß schickte Herr +Frederici+ am 26. April -vom Kriegsschiffhafen aus ein Boot, um mich dorthin abzuholen, damit -wir die Kickxien aussäen könnten. Noch an demselben Tage wurden die -Saatbeete fertiggestellt und am nächsten Tage die Samen gleich in -Abständen von 1 dm einzeln eingesteckt. Zum Schutz gegen die Sonne -mußte natürlich ein leichtes Dach von Wedeln der Ölpalme hergestellt -werden, was einfach dadurch erzielt wurde, daß man diese Wedel auf dazu -angebrachten Stellagen darüber legte. - -Ich besichtigte nun während meines Aufenthalts die Plantage genauer -als es mir vorher die Zeit erlaubt hatte. Auch das Vorwerk N’Bamba -besuchte ich. Überall fand ich dieselbe Ordnung, überall die Anlagen -praktisch und doch ohne großen Kostenaufwand aufgeführt. Wir unterzogen -nun auch die für Kickxiabestände ausersehenen Hügelrücken einer -Besichtigung. Ich fand hier dieselbe Urwaldvegetation wie in den -Wäldern des Yoruba-Landes, wo ich Kickxia angetroffen hatte. Der Boden -war zwar entschieden fruchtbarer und von anderer Beschaffenheit, doch -scheint dieser Umstand, wie meine späteren Reisen in das Bakossi-Gebiet -bewiesen, von nicht so hoher Bedeutung zu sein. - -Als ich am 22. Mai nach Victoria zurückkehren wollte, wollte es der -Zufall, daß gerade der Dampfer „Adolph Woermann“ auf seiner Rückreise -nach Victoria Kriegsschiffhafen anlief. Herr Kapitän +Jensen+ war -so freundlich, mich nach Victoria mitzunehmen. Dieser Umstand war mir -besonders angenehm, da ich erfuhr, daß Herr +Küderling+ aus Campo, -welcher als einziger bisher für Kickxiaplantagen im Schutzgebiete -eingetreten war, sich an Bord befände. Ich hatte sonach Gelegenheit, -mich eingehender mit ihm über die Kickxiakultur zu unterhalten, und gab -ihm das Versprechen, nach meiner Rückkehr aus der Sanga-Ngoko-Region, -auch seine Plantage am Campo-Flusse zu besuchen. - -In Victoria sah ich zu meiner großen Freude, daß die Kickxiasamen -bereits anfingen aufzugehen. Kaum 5 pCt. der Samen schienen -auszubleiben. - -Da der „Woermann-Dampfer“, welcher nach dem Congo fahren sollte, -nun jeden Tag in Kamerun erwartet wurde, fuhr ich am 7. Mai mit -der „Nachtigal“ nach Kamerun hinüber, um daselbst auf den Dampfer -zu warten. Herr Gouverneur +v. Puttkamer+, welcher erst seit -kurzem vom Congo zurückgekehrt war, war so liebenswürdig gewesen, mir -Empfehlungen an die dortigen Behörden und andere Persönlichkeiten, -welche mir von Nutzen sein konnten, mitzugeben. Ebenso hatte er mir -viele Ratschläge erteilt, deren Nutzen ich sehr bald erkennen sollte. - -In Kamerun nahm mich Herr +Großberger+ für die Zeit meines -Aufenthaltes daselbst in seiner Faktorei auf. Als bald die Nachricht -von Europa kam, daß der für den Congo bestimmte Dampfer in der Elbe -Schaden erlitten habe und daher durch einen anderen ersetzt werden -solle, beschloß ich, mit dem auch schon erwarteten englischen Dampfer -„Roquelle“ zu fahren. Auch dieser hatte Verspätung und lief erst am 9. -Mai im Kamerun-Flusse ein. Da mir der Kapitän versicherte, daß er nicht -vor dem 12. Mai wieder abfahren könne, benutzte ich die Gelegenheit, -mich in Kamerun näher umzusehen. - -Kamerun, die Hauptstadt des gleichnamigen Schutzgebietes, liegt an -dem durch Zusammenfluß des Mungo und des Wuri gebildeten breiten -Kamerun-Flusse. Die Stadt der Europäer zieht sich längs der Ufer des -Flusses hin; die Gouvernementsgebäude bedecken einen Teil eines hinter -und über der Europäerstadt gelegenen Hügelrückens, der unter dem Namen -Yoss-Platte bekannt ist. Dieser Hügelrücken fällt nach dem Wuri zu -allmählich ab. Auf ihm haben sich auch die Eingeborenen festgesetzt, -welche hier die großen Dörfer Belltown, Deidotown etc. angelegt haben. -Der Gesundheitszustand der Europäer scheint gerade hier ein bedeutend -schlechterer zu sein, als in den meisten anderen Niederlassungen -unseres Schutzgebietes. Gerade in den letzten Jahren sind daselbst -viele der dortigen Ansiedler dem mörderischen Klima erlegen. Der -Handel mit den Eingeborenen im Hinterlande wird auch jetzt noch meist -durch Zwischenhändler aus dem Dualla-Stamme vermittelt. Da ein nicht -unbedeutender Handel auf den Flußläufen aus dem Hinterlande herunter -kommt, so ist es nicht zu verwundern, daß sich gerade hier so viele -Kaufleute Faktoreien erworben haben. Ein solches Zusammentreffen vieler -europäischer Kaufleute, von denen wohl die eine Hälfte Deutsche, die -andere englische Unterthanen sind, hatte natürlich zur Folge, daß die -einzelnen Firmen höhere Preise für die Produkte, welche aus dem Innern -kamen, zu zahlen hatten, als dies bei geringerer Konkurrenz der Fall -gewesen wäre. Da diese Verhältnisse immer schlimmer wurden und die -Kaufleute endlich einen immer geringeren Verdienst von ihren Waren -erzielen konnten, so ist es nicht zu verwundern, daß die Entwickelung -des Handels in Kamerun in den letzten Jahren nicht mit den anderen -Niederlassungen in unserem Schutzgebiete Schritt halten konnte. - -Noch am Abend des 11. Mai siedelte ich mit meinem ganzen Gepäck zur -„Roquelle“ über. Da die für die Fahrt nach dem Congo bestimmten Dampfer -noch mehr Frachtdampfer, im eigentlichen Sinne des Wortes, sind als -die, welche den allmonatlichen Postverkehr nach Kamerun von Hamburg -vermitteln, so war es natürlich mit dem Komfort an Bord der „Roquelle“ -nicht weit her. Dessenungeachtet muß ich sagen, daß ich mich dennoch -bald hier heimisch fühlte, trotz der Petroleumlämpchen, durch welche -die Kabinen des Abends erleuchtet wurden. Der Kapitän und die Offiziere -thaten hier entschieden ihr Möglichstes, um den Passagieren die Reise -angenehm zu machen. - -Gegen 8 Uhr morgens verließ die „Roquelle“ am 12. Mai Kamerun. Es war -ein prachtvoller Tag. Auf dem sonst meist sehr heißen Kamerun-Fluß -wehte eine angenehm kühlende Brise. Als sich dieselbe gegen Mittag -legte, wurde es sogleich bedeutend heißer. Ich empfand die Hitze -nicht besonders, fuhren wir doch ziemlich nahe an der Küste entlang, -so daß man die Niederlassungen der Europäer, wie Longji, Plantation -und Kribi deutlich erkennen konnte und mein Interesse so stets rege -gehalten wurde. Die bei Malimba ziemlich niedrige Küste wird nach dem -Süden unseres Schutzgebietes hier allmählich hügeliger. Das ganze -Land, soweit das Auge es erblicken kann, ist mit dichtem Urwalde -bedeckt. Um 4½ Uhr kam Groß-Batanga, unser nächster Bestimmungsplatz, -in Sicht. Um 5 Uhr ließen wir die Anker fallen. Da ich geschäftlich -hier in der +Woermann+schen Faktorei zu thun hatte, benutzte ich die -erste Gelegenheit, welche sich mir bot, an Land zu gehen. Unser Schiff -lag in bedeutender Entfernung vom Lande, so daß wir erst um 6 Uhr -daselbst eintrafen, als eben die Dunkelheit anbrach. Da wir nur wenig -Cargo für Groß-Batanga an Bord hatten, konnte ich mich nicht lange hier -aufhalten, sondern mußte sogleich nach Erledigung meiner Geschäfte -wieder an Bord zurück. Noch an demselben Abend fuhren wir weiter. Als -ich am Morgen des nächsten Tages an Deck erschien, kam eben Batta in -Sicht. Gegen 9 Uhr warfen wir daselbst Anker. Auch hier hielten wir -uns nicht lange auf. Die Vertreter der wenigen Firmen, welche hier -eine Faktorei besitzen, schickten zum Teil große Canoes zum Dampfer, -um das Ausladen der Fracht zu beschleunigen. So konnten wir denn -bereits um 11 Uhr die Anker lichten. Die Küste ist hier der Südküste -Kameruns sehr ähnlich. Die Stämme der Eingeborenen im Innern sollen -den Europäern sehr feindlich gesinnt sein, so daß bisher nur wenige -Europäer ins Innere vordringen konnten. Der Kautschuk, welcher aus dem -Innern an die Küste kommt, wird durch Zwischenhändler heruntergebracht. -Die Letzteren sind hier vorzugsweise Gabunesen. Unser Kurs lief nun -weiter von der Küste ab, wir steuerten direkt auf die Insel Corisko zu. -Nachdem wir dieselbe am Nachmittage um 4 Uhr passiert hatten, kamen wir -bald in Sicht der beiden Elobi-Inseln. Da das Fahrwasser nach Aussage -unseres Kapitäns hier nicht besonders günstig ist und wir während der -Nacht hier in spanischen Gebieten keine Fracht landen durften, zog der -Kapitän es vor, über Nacht das Schiff vor Anker zu legen, um am frühen -Morgen auf die Elobi-Inseln zuzusteuern. - -Die Inseln Corisko sowie Groß- und Klein-Elobi stehen unter spanischem -Schutze. Die Küste von Batta bis zum Muni-Flusse, welcher sich in die -Corisko-Bai ergießt, wird den Spaniern jetzt von den Franzosen streitig -gemacht. Die letzteren haben aller Orten daselbst jetzt bereits die -Polizeigewalt in Händen. Wenn dieses Gebiet dereinst im Innern mehr -zugänglich sein wird, dann wird hier ein enormer Handelsaufschwung -stattfinden, wenn nicht diese ganzen Küstengebiete auch noch von den -Franzosen in Konzessionen zerteilt werden, wie es jetzt bereits im -größeren Teile des Congo français der Fall ist. Das Land ist sehr reich -an Gummi. Es soll auch Kickxia etwa zwei Tagereisen entfernt von der -Küste vorkommen. Bis jetzt liegen allerdings dafür noch nicht genügend -Beweise vor. - -Nachdem wir am folgenden Tage (14. Mai) mit dem Löschen unserer Ladung -für Elobi fertig waren, stachen wir um 12 Uhr mittags wieder in See. -Da sich kein Lüftchen regte, wurde die Hitze bald fast unerträglich. -Gegen Abend war in der Ferne Gabun zu sehen; der Dunkelheit wegen -fuhren wir nicht in die Bucht hinein, sondern warfen wieder Anker -auf der offenen See. Bei Tagesanbruch fuhren wir nun am 15. Mai nach -Gabun hinein und legten uns dicht bei der Stadt vor Anker. Da ich schon -häufig Lobenswertes über den botanischen Garten dieses Ortes gehört -hatte, machte ich mich sofort auf den Weg dorthin. Leider war der -Kurator, Mons. +Chalot+, abwesend, auch sonst nur farbige Arbeiter -anzutreffen, so daß ich mich so gut es eben ging, allein zurechtfinden -mußte. Die in dem Garten vorhandenen Kautschukpflanzen interessierten -mich natürlich am meisten. Es waren hier vorhanden Manihot Glaziovii, -Ficus elastica, Hevea spec., einige Landolphien und gegen 20 Exemplare -der falschen Kickxia (africana Bth.). Die letzteren erklärten natürlich -auch die früheren Behauptungen des Mons. +Chalot+, welche dahin -gingen, daß Kickxia keinen Kautschuk gebe. Ich lernte im Laufe des -Tages hier noch einige Herren kennen, von denen mir fast ein jeder von -einem neuen Kautschukbaume erzählen konnte, den er in der Nähe der -Stadt entdeckt haben wollte. Guttapercha gab es nach Aussagen dieser -Herren in Unmengen, doch wollte niemand sein Geheimnis verraten. -Natürlich sind dies alles Illusionen von Leuten, welche diese Produkte -und die Zubereitung derselben nicht kennen. Wurde mir doch hier eine -ganz gewöhnliche Ficusart, die vollständig wertlos ist, als äußerst -kostbarer Guttaperchabaum gezeigt mit der Bitte, doch keinen Gebrauch -von diesem Geheimnis zu machen. Der Kautschuk, welcher von hier aus -verschifft wird, kommt bereits aus ziemlicher Entfernung aus dem Innern -oder durch den Como-Fluß, welcher in die Gabun-Bucht mündet, hinunter. -Palmenkerne und Öl sowie Mahagoniholz sind die Hauptexportartikel des -Ortes. Erstere werden in nicht zu großer Entfernung von der Küste -gewonnen, wie es ja bei so billigen Produkten kaum anders möglich -ist, da die Transportkosten zu hoch sein würden. Das Mahagoniholz -ist nur da abbaufähig, wo es in nächster Nähe des Meeres oder der -Flüsse geschlagen werden kann; es wäre vollständig unmöglich, die -riesigen Blöcke über große Entfernungen zu transportieren, während -kleingeschnittene Stämme wertlos sind. Da das Mahagoniholz vorzüglich -schwimmt, werden die Stämme zu Flößen verkettet und in dieser Weise -die Flüsse hinuntergeschwemmt und später durch Barkassen zu den -Frachtdampfern hinübergeführt. - -Im botanischen Garten sah ich außer einigen allgemeiner verbreiteten -Nutzpflanzen auch eine recht gut gedeihende Strophanthuskultur. -Es waren verschiedene Arten vorhanden, die alle zur Zeit meiner -Anwesenheit reichlich blühten und Früchte brachten. Ebenso waren -einige mir damals noch unbekannte Coffea-Arten sehr reich mit Früchten -besetzt. Da ich keinen Europäer im Garten finden konnte, war es damals -nicht möglich, Samen dieser Coffea-Arten für den botanischen Garten in -Kamerun zu bekommen. Ich mußte es daher auf spätere Zeiten verschieben. - -Unserm deutschen Konsul Herrn +Gebauer+ konnte ich damals leider -nur einen kurzen Besuch abstatten, da ich schon um 3 Uhr zum Dampfer -zurück mußte. - -Trotz der Eile, welche unser Kapitän anfangs hatte, konnten wir doch -nicht Gabun vor 5 Uhr am Nachmittage verlassen. Noch bis in die -Nacht hinein sahen wir auf der Weiterfahrt das herrliche Licht des -Leuchtturmes von Gabun. Mit Tagesanbruch erreichten wir wieder einen -neuen Landungsplatz, Cape-Lopez, eine kleine Niederlassung in der Nähe -der Ogowe-Mündung, des Hauptstromes, welcher in dieser Gegend aus dem -Innern kommt. Unter Jagdliebhabern ist Cape-Lopez berühmt wegen seiner -Büffel- und Elefantenherden, welche zuweilen bis in die Nähe der Häuser -herankommen sollen. Mich als Botaniker interessierte die dortige Flora -bedeutend mehr. Ich zog es daher vor, ohne Gewehr umherzustreifen und -in den interessanten, kurzgrasigen Sümpfen und Sumpfwäldern hinter -der Niederlassung nach Seltenheiten zu fahnden. Es mag sicher noch -viele Novitäten hier zu entdecken geben. Ich konnte mich leider nur zu -kurze Zeit aufhalten, um viel zu sammeln, außerdem war die Jahreszeit -ungünstig. Wenn ein Botaniker sich einige Wochen hier aufhalten -könnte, so würde er sicher eine reiche Ausbeute zu erwarten haben. -Ebenso dürfte ein Ichthyologe mit einem mehrwöchentlichen Aufenthalte -zufrieden sein, denn das Meer wimmelt hier von den verschiedensten -Fischen. - -Während der nächsten beiden Tage legten wir an zwei Küstenplätzen -an, wo wir uns auch wieder nur kurze Zeit aufhielten. Am 17. Mai in -Sette-Kama, am 18. in Majumba, zwei Niederlassungen, welche wegen ihrer -schlechten Brandungsverhältnisse berüchtigt sind. Auch wir hatten -darunter zu leiden, da das Löschen der Ladung durch die hohe Brandung -verlangsamt wurde. Salz wird bei solchen Gelegenheiten stets stark -beschädigt, was um so bedauerlicher ist, als neben Gewehren und Pulver -Salz in diesen Gegenden einer der Haupthandelsartikel ist. - -Am 19. Mai warfen wir am Morgen vor Loango Anker. Dieses Städtchen ist -der südlichste bedeutendere Ort an der Küste des Congo français; es ist -auf einem sandigen Hügel erbaut und dürfte damals etwa 50 europäische -Einwohner gehabt haben. Unsere Boote gebrauchten beim Landen des Cargo -eine volle Stunde, ehe sie vom Dampfer aus bis zur Stadt gelangen -konnten. Vor der Einfahrt hat sich nämlich direkt vor der Stadt -eine breite Sanddüne gebildet, um deren Spitze man erst herumfahren -muß, ehe man über die Lagune zum Landungsplatze gelangen kann. Die -aufsteigenden Straßen der Stadt sind sehr sandig, so daß ein Europäer -mit seiner Fußbekleidung sehr schnell ermüdet. - -Da eben die Brutzeit der grauen Papageien vorüber war, wurden uns -allenthalben junge Tiere zum Preise von 5 Francs angeboten. Diese -Papageien von der Loango-Küste sollen sich besser in Europa halten -als die der nördlicheren Gegenden, außerdem wird behauptet, daß sie -schneller sprechen lernen; genug, sie sind in Europa die begehrtesten. -Mit diesen Umständen rechnend, hatten sich einige der Offiziere unseres -Schiffes vorgenommen, hier eine größere Anzahl der Vögel zu kaufen. -Schon während der letzten Tage hatten die Zimmerleute auf dem Dampfer -ihre ganze freie Zeit dazu benutzt, hölzerne Käfige zu bauen, damit in -Loango alle Vögel untergebracht werden könnten. Da die Eingeborenen -bald sahen, daß Papageienkäufer an Land gekommen waren, entstand in -kurzer Zeit ein regelrechter Markt mit den Vögeln. Ein bestimmter Preis -(5 Frcs.) wurde festgesetzt; wer seine Vögel dafür abgeben wollte, war -willkommen. In walzenförmigen, aus Blättern der Ölpalmen geflochtenen -Behältern von verschiedener Größe brachten die Eingeborenen ihre -Papageien an. Einige hatten 20 bis 30 Stück. Als alles Geld der Käufer -verbraucht war, wurden die ganzen Behälter in ein Boot gesetzt, und -zurück ging es, dem Dampfer zu. Dort wurden die Tiere in die größeren -und bequemeren Käfige untergebracht. Trotz aller Sorgfalt, mit welcher -die Tiere an Bord der Schiffe behandelt werden, stirbt doch immer noch -eine große Zahl derselben, so daß eine solche Geldanlage seitens der -Matrosen, Stewards etc., welche doch nichts dabei verlieren, sondern -nur gewinnen wollen, immerhin mit einem gewissen Risiko verknüpft ist. - -In Loango war sonst nichts von Bedeutung zu sehen. Es gab wenige Gärten -hier, da in dem mageren, sandigen Boden nichts Besseres zu gedeihen -scheint. Einige Manihot Glaziovii-Stämmchen waren von der Regierung -längs der Straßen ausgepflanzt und schienen sich wohl zu fühlen. -Vielleicht würde man hier in dem sterilen Boden bei dem geringeren -Feuchtigkeitsgehalte der Atmosphäre mit diesem Kautschukbaume bessere -Resultate erzielen als in den feuchten nördlicheren Gebieten. -Erwähnen will ich noch, daß von Loango die große Karawanenstraße -nach Brazzaville am Stanley-Pool ausging. Dieselbe wurde früher von -sämtlichen französischen Expeditionen, welche ins Innere gingen, -benutzt, wird aber jetzt, nachdem der Congostaat seine Eisenbahn von -Matadi bis Leopoldville fertiggestellt hat, allmählich aufgegeben. - -Am Morgen des 20. Mai trafen wir vor Landana ein. Unsere Fracht wurde -hauptsächlich nach dem fünf Minuten von Landana entfernten Chiloango -gelandet. Die Brandung kann auch hier gefährlich werden. Zusammen -mit dem Vertreter des Schiffes besuchte ich die katholische Mission -in Landana, wo ich einen recht schönen Garten vorfand. Es waren die -meisten tropischen Obstarten in mehr oder minder guten Qualitäten -vorhanden, ebenso Gemüse aller Art. Leider wimmelte der Platz von -Moskitos. Die Residenz des portugiesischen Untergouverneurs, welcher -dem Gouverneur von Angola untergeordnet ist, steht auf einem luftigen -Hügel und ist weithin sichtbar. Gesundheitlich schienen sich die -Europäer hier nicht zu beklagen. - -Als wir um 4½ Uhr am Nachmittage weiter fuhren, hatten wir einen -der Patres der Mission als Passagier für Kabinda mitgenommen. Ich -verwickelte mich bald in ein Gespräch mit ihm, da wir beide die -einzigen Passagiere waren. Als natürlich auch das Gespräch auf -Kautschuk kam, erzählte er mir von Kautschukbäumen, welche in der -Mission von Kabinda kultiviert werden sollen. Natürlich war ich nur -zu gern bereit, als er mich am nächsten Morgen, als wir um 5 Uhr vor -Kabinda ankamen, aufforderte, mir die Kautschukbäume in der Mission -anzusehen. Nach seinen Erzählungen ging ich mit großen Erwartungen -hin, doch was fand ich -- eine Ficusart, welche auch nur eine -vogelleim-ähnliche Masse lieferte. - -Die katholische Mission war etwa eine halbe Stunde von der Stadt -entfernt, so daß ich mich noch beeilen mußte, um rechtzeitig zur -Abfahrt des Dampfers an Bord zu kommen. - -Wenige Stunden Fahrt nach Süden brachten uns nun zur Congo-Mündung. -Gegen 3 Uhr konnte man bereits die Spitze der Halbinsel, auf der Banana -erbaut ist, sehen. Es waren Gefühle eigener Art, mit denen ich in den -Congo hineinfuhr, sollte ich doch nun für lange Zeit vom Meere Abschied -nehmen, vielleicht um es nie wieder zu sehen. Der schlechte Ruf, den -das Klima des unteren Congo an der ganzen Westküste Afrikas hat, trug -nicht gerade zu meiner Beruhigung bei. Bald aber waren alle trüben -Gedanken verschwunden, als wir vor Banana Anker warfen. Zum ersten Male -sah ich Leute vom oberen Congo hier, die mit ihrer zerschnittenen Stirn -und der eigenartigen Haartracht einen höchst interessanten Anblick -darboten. Von allen Seiten kamen Eingeborene in ihren kleinen Canoes -herangefahren, um bemalte und geschnitzte Flaschenkürbisse, Muscheln -und sonstige Kuriositäten feilzubieten. - -Banana selbst besteht vornehmlich aus den Gebäuden der -Handelsniederlassung der Nieuwe Afrikaansche Handels-Vennootschap und -einigen Gebäuden der Congostaat-Regierung. Es sind außerdem noch einige -wenige kleinere Faktoreien errichtet worden, dieselben spielen aber -alle eine ziemlich unbedeutende Rolle. Die Niederlassung ist auf einer -sandigen, schmalen Landzunge aufgebaut, welche stellenweise an der dem -Binnenlande zugekehrten Seite mit Mangroven-Morästen bedeckt ist. Bei -weitem gesunder scheint die dem Meere zugekehrte Seite zu sein, denn -erstens besitzt dieselbe keine Mangroven, zweitens aber halten sich die -Moskitos infolge der Seebrise von dieser Seite ziemlich fern, während -sie auf der anderen Seite in Milliarden des Abends umherschwärmen. -An der äußersten Spitze der Halbinsel ist ein kleiner Leuchtturm -erbaut worden, dessen Licht weithin sichtbar sein soll. Da wir erst -mit Eintritt der Dunkelheit vor Banana eingelaufen waren, konnte ich -leider nicht an Land gehen. Ebenso war am nächsten Morgen kaum Zeit -dazu, da sich der Kapitän plötzlich entschloß, weiterzufahren. Wir -hätten vielleicht schon am selbigen Abend Banana verlassen, wenn -die Congo-Regierung nicht das Fahren der Dampfer nach Eintritt der -Dunkelheit verboten hätte. - -Gegen 9 Uhr am Morgen des 22. Mai fuhren wir durch einige der -Mündungsarme in den Hauptstrom hinein. Bei Kisanga waren wir dem -portugiesischen (südlichen) Ufer des Stromes ziemlich nahe. Je mehr -wir uns nun gegen Nachmittag Boma, der Hauptstadt des Congostaates, -näherten, desto enger wurde der Strom und desto gelber die Färbung -des Wassers. Endlich um 4½ Uhr erreichten wir Boma. Hier wurde der -Dampfer ganz dicht an das Ufer herangezogen, da die äußerst günstigen -Tiefenverhältnisse des Stromes dies gestatten. Es fing bereits an zu -dunkeln, als wir das Land betreten konnten. Ich erledigte daher nur -einige geschäftliche Gänge und verschob alles andere auf den folgenden -Tag, da der Kapitän mir sagte, daß er den nächsten Vormittag sicher -hier verbleiben müsse, um den Cargo für Boma löschen zu können. Vor der -Stadt lagen noch zwei kleine Regierungsdampfer, welche den Postverkehr -zwischen Boma und Matadi wie Banana zu vermitteln haben. - -Am Vormittage des nächsten Tages machte ich bei dem Gouverneur des -Congostaates Herrn +Vanghermé+ Besuch. Dank des Einführungsschreibens -des Herrn Gouverneurs +v. Puttkamer+ wurde ich sehr liebenswürdig -empfangen. In jeder Weise wurde mir gezeigt, daß meine Expedition -ins Innere von der Regierung unterstützt werden würde. Die Einfuhr -meiner Gewehre wurde mir sofort erlaubt, ebenso sollten meine ganzen -Expeditionsgüter ohne Schwierigkeiten gelandet werden dürfen. Da -ich das Landen derselben aber erst in Matadi vorzunehmen gedachte, -versprach mir der Herr Gouverneur +Vanghermé+, eine diesbezügliche -Bestimmung zugleich mit Empfehlungsschreiben für die Beamten im -Innern nach Matadi nachzuschicken. Hätte ich nicht von seiten der -Congostaat-Regierung dieses liebenswürdige Entgegenkommen gefunden, -so wäre es zum mindesten sehr fraglich gewesen, ob ich die Congo-Reise -erfolgreich hätte durchführen können. Eine ebenso liebenswürdige -Aufnahme wie bei dem Herrn Gouverneur fand ich auch bei dem -Staatssekretär Herrn +van Damm+, der in zuvorkommendster Weise die -Regelung meiner Papiere etc. veranlaßte. - -Wie unser Kapitän vorausgesagt hatte, fuhren wir wirklich recht -pünktlich um 12 Uhr mittags ab. Je mehr wir uns jetzt der auf dem -portugiesischen Congo-Ufer gelegenen Ansiedlung Noki näherten, desto -stärker wurde die Strömung. Die Ufer des Stromes werden bereits dicht -hinter Boma höher und bilden schließlich ziemlich hohe, felsige -Hügel, welche oft jäh am Flusse abfallen. Die felsige Natur dieser -Hügel bedingt es natürlich, daß der Strom hier bedeutend eingeengt -ist, so daß sein Wasser in dem häufig gekrümmten Flußbette schneller -dahinschießt. An besonders scharfen Biegungen im Flußlaufe bilden sich -dann leicht Strudel, welche für die Schiffahrt nicht ganz ungefährlich -sind. Derartige Strudel sind z. B. bei Noki anzutreffen. - -Noki, welches wir um 5½ Uhr gegen Abend erreichten, ist eine kleine, -schön gelegene Niederlassung kurz vor Matadi. Die dort ansässigen -Kaufleute sind fast alle Portugiesen. Da von hier auch eine nicht -unbedeutende Handelsstraße ins Innere der portugiesischen Besitzungen -geht, so ist es nicht zu verwundern, daß die Einfuhr von europäischen -Stoffen und sonstigen Tauschartikeln für die Eingeborenen eine ziemlich -große ist. So kam es auch, daß wir 1½ Tag hier liegen mußten, um -unseren Cargo zu löschen. Aus dem Innern wird hier Kautschuk gegen -Ende des Jahres in ziemlichen Mengen heruntergebracht, besonders -Wurzelkautschuk. Letzterer wird nach Angaben der Kaufleute hinter -der ehemals sehr bedeutenden, jetzt allmählich verfallenden Stadt -San-Salvador gewonnen. Unseren Aufenthalt in Noki benutzte ich zu einer -kleinen Streiferei über die Hügel. Letztere sind sehr steinig und mit -üppiger Grasvegetation bedeckt. An geschützteren Orten in den Thälern -hat sich etwas Wald hier und dort angesiedelt, in dem Landolphien nicht -selten anzutreffen sind. Die Vegetation dieser Hügel, welche alle -wohl noch als Ausläufer der aus Angola kommenden Sierra do Cristal -zu betrachten sind, erinnert lebhaft an die Vegetation Benguellas -und Angolas. Die Savannen sind mit hohen Andropogon-Arten bedeckt, -welche die Eingeborenen zum Decken ihrer Häuser verwenden; dazwischen -finden sich niedere Kräuter und Halbsträucher aus den Familien der -Leguminosen, Compositen, Polygalaceen, Gentianaceen, Melastomaceen etc. -In den Sümpfen sind kleine Scrophulariaceen, Labiaten und prachtvolle -Lissochilus-Arten verbreitet. - -Am 25. Mai morgens fuhren wir nach Matadi. Kurz hinter Noki hatten wir -noch Stromschnellen zu passieren, welche schon verschiedene Schiffe -zur Umkehr gezwungen haben sollen. Das Wasser schießt hier zu einigen -Jahreszeiten mit einer Geschwindigkeit von etwa 10 Knoten dahin. -Allenthalben bilden sich kleine Strudel, welche für Boote entschieden -gefährlich sein können. - -Da dicht hinter Noki die Grenze des portugiesischen Gebietes -liegt, hatte die Congostaat-Regierung kurz hinter derselben die -Telegraphenlinie, welche Boma mit Matadi verbindet, über den Strom -führen lassen. Zu diesem Zwecke sind zwei riesige eiserne Gestelle -aufgebaut worden, über welche der Draht über den Strom gezogen ist. - -Als wir in Matadi anlangten, fand ich auf der Post bereits die mir -von Herrn Gouverneur +Vanghermé+ versprochenen Briefe vor. Ich -hatte nun keine Schwierigkeiten, meine Expeditionsgüter und Gewehre zu -landen. Allenthalben kamen mir die Regierungsbeamten mit der größten -Liebenswürdigkeit entgegen. Da ich noch meine Angelegenheiten in Matadi -zu ordnen hatte, beschloß ich, erst am Montag, den 29. Mai, nach dem -Stanley-Pool zu fahren. Ich quartierte mich nun im französischen Hotel -ein und konnte dann in Ruhe meine Vorbereitungen zur Abreise ins -Innere treffen. Matadi (Felsenstadt) hatte zur Zeit meiner Ankunft -daselbst nach Schätzungen dort ansässiger Europäer etwa 150 europäische -Einwohner, von denen mindestens zwei Drittel geborene Belgier waren. -Außer den von ihren benachbarten Kolonien kommenden zahlreichen -Portugiesen waren von anderen Nationen besonders Italiener zahlreich -vorhanden, welche meist bei der Eisenbahn angestellt waren. - -Wie ich beabsichtigt hatte, war ich mit meinen Vorbereitungen am -Montag, den 29. Mai, vollständig fertig zur Abreise ins Innere. - -Dreimal in der Woche schickt die Eisenbahnverwaltung durchgehende Züge -nach dem Stanley-Pool, denen je ein Passagierwagen angehängt wird. -Man darf sich diese Congo-Eisenbahn nicht etwa wie eine europäische -vorstellen. Die Personenwagen bestehen ähnlich wie unsere Speisewagen -aus einem einzigen Coupee, in dem etwa zehn Lehnstühle angebracht -sind. Fenster sind nicht vorhanden, sondern der ganze Wagen ist offen; -für die Tropen ja entschieden das Angenehmste. Um sich gegen Staub -und Rauch der Lokomotive schützen zu können, sind leinene Vorhänge -vorhanden, welche man nach Belieben herabziehen kann. Da unterwegs -nur einmal, während des Nachtquartiers, Gelegenheit gegeben wird, zu -essen, so muß ein jeder sich bereits in Matadi mit dem nötigen Vorrate -an Getränken und Nahrungsmitteln versorgen. Alle Passagiere erscheinen -denn auch bei Abfahrt des Zuges mit einer Kiste voller Konserven. Der -Preis für die zweitägige Fahrt bis Stanley-Pool beträgt 500 Frcs., -wofür ein jeder Passagier 100 kg Freigepäck mitzunehmen das Recht hat. -Für das übrige Passagiergepäck muß bis Leopoldville ein Frachtsatz von -1 Frc. pro Kilo bezahlt werden. Wenn man bedenkt, daß die Entfernung -von Matadi bis Leopoldville nur etwas über 400 km beträgt, so scheint -dieser Frachtsatz ein immens hoher zu sein, dennoch wird er von den -Leuten, welche die Verhältnisse des Landes vor Fertigstellung der -Eisenbahn kannten, gern bezahlt, denn früher wurde durch die unsicheren -Träger, welche sogar noch die Lasten bestahlen, der Transport einer -Last von 30 kg bis Leopoldville auch auf 30 bis 40 Frcs. angesetzt. -Die Eisenbahn befördert nun die ganzen Waren in zwei Tagen sicher zum -Stanley-Pool, während man früher mindestens einen Monat für diese Reise -rechnete. Auch für die Beförderung sämtlicher anderen Waren, welche ins -Innere gebracht werden, muß derselbe Frachtsatz bezahlt werden; eine -Ausnahme hiervon machen nur Maschinenteile und einige damit verwandte -Artikel, sowie Salz, bei ersteren wird eine Reduktion von 40 pCt., bei -letzterem von 50 pCt. erlaubt, vorausgesetzt, daß es in geschlossenen -Säcken (nicht in Barren) eingeführt wird. Die Frachtsätze von -Leopoldville bis Matadi zurück sind andere. Ich werde späterhin darauf -zurückkommen. - -Am Montag, den 29. Mai, fuhr ich um 6½ Uhr morgens von Matadi ab. Der -Zug hatte anfangs eine sehr beschwerliche Fahrt, da er durch zwei -Lokomotiven die Berge hinaufgezogen werden mußte, bis wir allmählich -das Plateau erreichten. Die Scenerie war großartig. Zuerst fuhren wir -ein kleines Stückchen längs des Congo, zum Teil an steil abfallenden -Gehängen vorüber. Immer höher ging es hinauf. Unten sah man den Strom -dahinbrausen über die Schnellen von Vivi, welche der Schiffahrt auf -dem Flusse eine Grenze setzen. Auf einer Sandbank lag ein riesiges -Krokodil, auf welches einer der Mitreisenden eben anlegen wollte, -als es, durch den Zug erschreckt, sich träge ins Wasser fallen ließ. -Von der Station Kenge an vergrößerte sich die Fahrgeschwindigkeit -bedeutend, da wir nunmehr über das Plateau fuhren, auf welchem nur -hin und wieder noch kleinere sanfte Steigungen vorhanden waren. Nach -10 Uhr wurde es in dem Wagen fast unerträglich, da wir allmählich -vollständig mit Kohlenstaub bedeckt waren, außerdem wurde es drückend -heiß. Das Plateau, über welches wir dahinsausten, war meist mit hohen -Andropogon- und stellenweise mit Pennisetum-Arten bedeckt. Dazwischen -waren hier und dort kleine Sträucher und Gebüsche zu sehen, oder in -den Thälern Sümpfe oder Wälder. Da gerade die Trockenzeit begann, als -ich diese Reise machte, sah das ganze Gebiet ziemlich verbrannt und -dürr aus. Von Blumen war recht wenig zu sehen. Nach etwa elfstündiger -Fahrt, also gegen 5½ Uhr abends, erreichten wir die Station Tumba, -wo für die Nacht angehalten wurde, denn während der Nacht wird auf -der Congo-Eisenbahn nicht gefahren. Die Passagiere hatten sich in den -hier vorhandenen sogenannten Hotels ein Nachtquartier zu suchen, was -damals durchaus nicht so einfach war. Die Einrichtung dieser „Hotels“ -ist äußerst primitiv. Gewöhnlich stehen mehrere Betten in jedem -Schlafzimmer, so daß man gezwungen ist, mit irgendwelchen wildfremden -Menschen zu schlafen. Diebstähle sollen daher nicht selten sein. Das -Essen, welches uns gegeben wurde, war nicht schlecht. Es wurde an einer -großen, langen Tafel eingenommen. Da der Grundsatz der meisten dieser -freilebigen Belgier „Heute ist heut“ ist, so kann man sich denken, daß -tüchtig getrunken wurde. Unteroffiziere saßen an demselben Tische mit -Offizieren und schienen sich durchaus nicht dazu bewogen zu fühlen, -sich ein wenig im Trinken und Lärmen zu mäßigen. Die Schlimmsten waren -entschieden die Italiener, welche offenbar auch zu Hause einer ziemlich -niederen Kaste angehörten. Bis tief in die Nacht hinein dauerte das -Lärmen dieser Leute. Man ließ sich allerdings nicht dadurch stören, -sich nach der ermüdenden Eisenbahnfahrt bei der hier herrschenden -kühleren Temperatur sogleich nach Beendigung der Mahlzeit in Morpheus -Arme zu werfen. - -Um 7 Uhr am folgenden Tage setzte sich der Zug wieder in Bewegung. Wir -fuhren weiter über das grasige Plateau dahin, welches sich allmählich -nach dem Stanley-Pool hin etwas senkt. Die Vegetation blieb anfangs -dieselbe wie am vorhergehenden Tage. Von Inkisi ab nach Kimuenza zu -waren Waldungen wieder häufiger. Von Kimuenza nach Dolo fuhren wir über -eine sandige Ebene dahin. Hier hatte man eine Vegetation vor sich, -welche entschieden an die der Hoogeveld-Steppen von Transvaal und von -Huilla erinnert. Kurzes Gras bedeckte diese Ebene; dazwischen sah man -Helichrysen, Buchnera-Arten, Indigoferen, Gentianeen, Asclepiadaceen -etc. In den hier und dort sich hinziehenden Niederungen wuchsen hohe -Cyperaceen im Gemisch mit Lissochilus-Arten, Melastomaceen, Hedyotis, -Gladiolus, Eriocaulon und Utricularien. Kurzum, eine Vegetation, wie -ich sie hier bei so geringer Meereshöhe in der Nähe des Äquators nie -zu finden gedacht hätte. Schon bei der Fahrt über diese Ebene sah ich -an sandigen Stellen eine Pflanze wachsen, in welcher ich Carpodinus -lanceolatus erkannte, von der der Wurzelkautschuk, hier am Congo -allgemein „Caoutchouc aux herbes“ genannt, herstammen soll. Ich -entschloß mich daher, sobald als möglich hierher zurückzukehren, um -diese Frage näher zu untersuchen. Gegen 6½ Uhr am Abend erreichten -wir Kinchassa, das einige Kilometer vor Leopoldville am Stanley-Pool -gelegen ist. Herr Dr. +Briart+, der Direktor der Societé Anonyme Belge, -an den ich vom Herrn Gouverneur +v. Puttkamer+ ein Empfehlungsschreiben -erhalten hatte, nahm mich sehr liebenswürdig für einige Tage bei sich -auf. Ihm sowohl wie besonders dem Sous-Directeur der Gesellschaft, -Herrn +Vaalbroek+, bin ich zu großem Danke verpflichtet für das -Interesse, welches sie meiner Reise entgegengebracht haben, und für die -Unterstützung, welche ich bei ihnen gefunden habe. - -Da ich möglichst wenig Zeit verlieren wollte, machte ich mich am -folgenden Tage sogleich auf den Weg nach Leopoldville, um mich dem -Kommandanten von Leopoldville, Herrn +Costermans+, Inspecteur -d’Etat, vorzustellen und ihn zu bitten, mir bei Anwerbung von Trägern -behülflich zu sein. Ich fand mehr Unterstützung, als ich je zu -erhalten zu hoffen gewagt hatte. Herr +Costermans+ wollte selbst -für die nötigen Träger sorgen. Ich solle nur ruhig nach Kinchassa -zurückkehren, in zwei Tagen würden die Träger mit zwei Soldaten zu -meiner Verfügung stehen. Froh darüber, daß auch diese Trägerfrage -erledigt sei, packte ich nun sogleich in Kinchassa die zu der kleinen -Exkursion nach den sandigen Ebenen bei Dolo nötigen Lasten und wartete -dann auf die Ankunft der Träger. In der Zwischenzeit hatte ich noch -Gelegenheit, hier zu sehen, welche Unmengen von Kautschuk allein von -dieser einen Gesellschaft exportiert werden. Herr Dr. +Briart+ war -so freundlich, mir die verschiedensten Proben zu zeigen und mich auf -viele Einzelheiten aufmerksam zu machen. Vom oberen Congo und seinen -Nebenflüssen kommt der Kautschuk in viereckigen Mattentaschen, welche -etwa eine Last (30 kg) enthalten, hier an. Die Taschen werden dann hier -aufgeschnitten und der sämtliche Kautschuk noch einmal durchgearbeitet. -Dadurch wird er noch etwas mehr ausgetrocknet, was ein geringeres -Oxydieren zur Folge hat. Der unter Leitung der Beamten des Staates -hergestellte Kautschuk wird jetzt selten gefälscht, da die Missethäter -sehr schwer bestraft werden, früher jedoch konnte man in den Bällen -die verschiedensten Sachen finden. Herr +Vaalbroek+ hatte eine -interessante Sammlung derartiger Fälschungen; Palmennüsse, Steine, -kleine Messingstücke, ja selbst Zeugballen und Erde bildeten den Kern -eines solchen Bällchens, um den dann sehr geschickt eine Kautschukdecke -gelegt war. Wehe dem Kaufmann, der nicht erst durch Anschneiden der -Bälle sich davon überzeugte, daß er einen wirklichen Kautschukball und -nicht Steine von den Eingeborenen erstand. - -Da die mir versprochenen Träger bereits am Nachmittage des 1. Juni -eingetroffen waren, so konnte ich, nachdem ich schnell eine Anzahl -Lasten zu dem Zwecke gepackt hatte, am Freitag, den 2. Juni, bereits -früh am Morgen meine Exkursion in die sandigen Steppen von Dolo -antreten. Welch ein erhebendes Gefühl war es für mich, nun wieder frei -hinauswandern zu können und mich ganz meiner Aufgabe und dem Studium -jener Gebiete hingeben zu dürfen. - -Nachdem wir die Eisenbahnstation Dolo passiert hatten, wo ich noch -für einige Tage Proviant für mich von den „Magasins Genereaux“ -mitnehmen ließ, zogen wir erst nach den Ufern des Stanley-Pool hinüber. -Nachdem wir einen kleinen Wasserlauf, welcher mit wundervollen blauen -Seerosen (Nymphaea) und goldgelben Äschynomenen bedeckt war, in Canoes -übergesetzt hatten, langten wir in sandigerem Terrain an und sahen uns -bald darauf in der großen Ebene, in welcher ich Carpodinus lanceolatus, -die Pflanze, welche den Wurzelkautschuk liefern soll, neulich -beobachtet hatte. Nach einigen Kreuz- und Querzügen, welche ich zu -unserer besseren Orientierung machen ließ, wählte ich schließlich einen -großen Strychnos-Baum in der Nähe eines Baches zu meinem Lagerplatze. -Ich ließ sofort sämtliche Leute zum Reinigen des Platzes antreten, -um wenigstens ein möglichst ungezieferfreies Lager für diese Tage zu -haben. Daß diese Vorsichtsmaßregel nicht ganz umsonst war, zeigte -sich sogleich, denn plötzlich raschelte es im Grase, und eine kleine -Schlange suchte zu entfliehen. Ein Schlag mit dem Cutlas genügte, das -Tier unschädlich zu machen. Nachdem die Leute einen größeren Platz -gesäubert hatten, ließ ich das Zelt aufstellen. Das war nun allerdings -mit Schwierigkeiten verknüpft, da keiner der Leute ein Wörtchen -Französisch verstand; die beiden Soldaten wußten auch nicht Bescheid, -und ich selbst kannte noch nicht mehr von dem hier als Verkehrssprache -dienenden Bacongo als das eine Wörtlein „malu“ (schnell). Es war eine -harte Geduldsprobe für mich, bis das Zelt fertig dastand. Nachdem ich -nun die Lasten hatte unterbringen lassen und gesehen, daß sonst alles -richtig eingerichtet wurde, machte ich mich am Nachmittage daran, die -Wurzelkautschukpflanze zu suchen. Bald hatte ich eine Stelle gefunden, -an der ich das Gewünschte in Menge sah. Ich ließ eine größere Menge -der Wurzelstöcke dem Boden entnehmen, um damit zu experimentieren. -Wieder im Lager angelangt, fing ich etwas Milch der Wurzel in einem -Reagenzglase auf, um es durch Erwärmen und Säurezusatz zu koagulieren. -Das Resultat war ein sehr unbefriedigendes, denn ich erhielt nur -eine klebrige, fast gar nicht elastische Masse. Diese Wurzelstöcke -enthielten außerdem so wenig Milchsaft, daß das Auffangen sehr geringer -Quantitäten schon an und für sich lange Zeit erforderte. Auch mit -dem im Stengel und in den Blättern vorhandenen Milchsafte machte ich -ähnliche Versuche, deren Resultate mich ebenso wenig zufriedenstellen -konnten. - -[Illustration: +Carpodinus lanceolatus+ K. Sch. - -A Habitusbild, B Knospen, C Blüte, D dieselbe geöffnet, E -durchgeschnittener Fruchtknoten, F Griffelkopf, G Anthere.] - -Nach einer infolge der hier in Milliarden umherschwärmenden Moskitos -schlaflos verbrachten Nacht nahm ich am nächsten Tage meine -Versuche wieder von neuem auf. Immer wieder ließ ich neues Material -heranschaffen, um nun die verschiedensten Koagulationsmethoden zu -probieren, alle mir zur Verfügung stehenden Säuren wendete ich an. -Sämtliche Bemühungen blieben erfolglos. Von einem meiner Träger, -welcher den Wurzelkautschuk zuzubereiten verstehen sollte, ließ ich -nun nach der hier üblichen Methode die Wurzelstöcke zerschneiden -und in Wasser setzen, um nach Eintritt der Fäulnis durch Schlagen -den Kautschuk zu gewinnen. Das bei dieser Behandlung erzielte -Produkt war zwar infolge seiner Vermischung mit Rindenstückchen und -anderen Pflanzenteilchen fast gar nicht klebrig, war aber dennoch so -minderwertig, daß ich es für ausgeschlossen halten mußte, von dieser -Lokalität aus Carpodinus lanceolatus Kautschuk zu erhalten. An Ort -und Stelle ließ sich natürlich Weiteres über die Ursache dazu nicht -feststellen. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß es auch hier zwei -verschiedene einander ähnliche Carpodinus-Arten giebt, von denen -nur eine brauchbaren Kautschuk liefert; nicht ausgeschlossen ist -natürlich auch, daß die chemische Zusammensetzung des Bodens eine -nicht unbedeutende Rolle dabei spielt, um so mehr, als eine solche -Einwirkung auf die Güte des Produktes bereits wiederholt bei Ficus -elastica und bei Manihot Glaziovii festgestellt ist. Ich möchte das -Studium dieser ebenso wichtigen wie interessanten Fragen den am Congo -in den Wurzelkautschuk-Distrikten ansässigen Europäern sehr warm ans -Herz legen. Ich selbst wurde leider durch die Macht der Verhältnisse -gezwungen, von der Lösung dieser Frage abzustehen, denn für mich war -die Zeit zu einer Expedition in die den Wurzelkautschuk liefernden -Distrikte am Kwango zu knapp bemessen. Wie ich auf meine eifrigen -Erkundigungen hin kurz darauf in Kinchassa erfuhr, hatte man schon -einmal versucht, in der Umgebung von Leopoldville aus der Carpodinus -lanceolatus Kautschuk zu gewinnen, hatte aber ein ebenso ungünstiges -Resultat erhalten wie ich selbst und infolgedessen bald darauf wieder -davon Abstand genommen. - -Am 5. Juni zog ich wieder aus jenen Gegenden fort, um dann nach -kurzem Aufenthalte in Kinchassa noch am Nachmittage desselben Tages -bis Leopoldville weiterzumarschieren. Da wir erst mit Anbruch der -Dunkelheit in Leopoldville anlangten, ließ ich mein Lager in der Nähe -der Eisenbahnstation aufschlagen in der Absicht, am folgenden Tage -einen geeigneteren Lagerplatz zu suchen, um daselbst, bis zur Abfahrt -des Dampfers nach dem oberen Congo, zu bleiben. - -Am nächsten Tage machte ich mich auf den Weg, um dem -Distriktsvorsteher, Herrn +Costermans+, meine Rückkehr nach -Leopoldville anzuzeigen und ihn um Erlaubnis zu bitten, mein Lager -in die Nähe des Stanley-Pool verlegen zu dürfen. Natürlich wurde -mir letzteres sofort gestattet, ebenso wurde ich aufgefordert, zur -Verproviantierung meiner Leute zweimal in der Woche Schiquangas, d. h. -große aus zerstampftem und gekochtem Maniok hergestellte, in Blätter -eingewickelte Kuchen, von der Station abholen zu lassen. In jeder Weise -bemühte sich also Herr +Costermans+, mich während meines Aufenthaltes -in seinem Bezirke zu unterstützen. Ich erfuhr hier auch, daß die -„Hainaut“, der Dampfer, mit welchem ich den Congo hinaufzufahren -gedachte, etwa am 10. Juni erwartet werde. Am Nachmittage ließ ich -an meinem alten Lagerplatze wieder alles einpacken und das Zelt -abbrechen, um dann an den Ufern des Stanley-Pool, dicht bei der -englischen Mission, mein Lager wieder aufzubauen. Mit eintretender -Dunkelheit war alles glücklich unter Dach und Fach gebracht. Die -nächsten Tage meines Aufenthaltes bei Leopoldville benutzte ich nun -dazu, die Umgebung botanisch zu erforschen und die Bacongo-Sprache, -ohne welche ich hier nicht auskommen konnte, wenigstens soweit zu -erlernen, als zur allgemeinen Verständigung mit den Eingeborenen nötig -war. Besonders zu Dank verpflichteten mich bei dieser Gelegenheit die -beiden damals dort sich aufhaltenden Missionare Mr. +Woollings+ und Mr. -+Gilchrist+, welche mich in jeder Weise darin zu unterstützen suchten. -Auf verschiedenen Exkursionen hatte ich Gelegenheit, die Flora der -Umgebung näher kennen zu lernen, fand aber sehr wenige Pflanzen, welche -in irgend einer Weise von den Eingeborenen verwendet werden, sei es als -Medizin oder als Nahrungsmittel, oder um zur Gewinnung von Kautschuk -oder Kopal von Nutzen zu sein. Eine Dissotis- (Melastomaceae-) Art -schien bei Augenkrankheiten eine große Rolle zu spielen; die wenig -fleischigen Blätter wurden auf der Handfläche zerrieben und der so -erhaltene Brei dann auf die Augen gestrichen. Nach Angaben der Leute -soll der in diesem Brei enthaltene Saft sehr scharf sein und häufig -für kurze Zeit das betreffende Auge erst fast unbrauchbar werden, -danach aber sehr schnell heilen. Einige Monate später hatte ich -Gelegenheit, einen Europäer zu sprechen, welcher selbst an seinen Augen -zur Heilung einer Krankheit diese Medizin angewendet hatte und nun -behauptete, dieselbe sei vorzüglich in solchen Fällen zu gebrauchen. -Unter den als Nahrungsmittel verwendeten Pflanzen war es besonders -eine Podostemonacee, welche mir interessant war. Diese unter Wasser -auf Steinen bei den Stromschnellen im Stanley-Pool wachsende Pflanze -wurde von meinen Leuten in ganzen Lasten herbeigetragen und dann -teils roh, teils weichgekocht mit großem Gefallen verzehrt. Es fiel -mir überhaupt auf, daß die Eingeborenen eine nicht geringe Quantität -von gewissermaßen als Kohl gekochten Kräutern und jungen Trieben von -Sträuchern zu ihrer Ernährung verwendeten. War Palmenöl zur Hand, so -wurden die meisten Nahrungsmittel erst darin eingetaucht, so z. B. aßen -alle mit Vorliebe ihre Schiquanga in dieser Weise. - -Kopalbäume scheinen nur selten bis zum Stanley-Pool hinunterzukommen. -Auf den Sandbänken hier im Mittellaufe findet man nicht selten -Kopalstücke, doch stammen diese hauptsächlich oder fast nur von -den im Oberlaufe häufigen Bäumen her und sind alle vom Strom -hinuntergeschwemmt worden. Ich sah unterhalb der Mündung des Kassai nur -sehr wenige Kopalbäume, so stand ein Exemplar z. B. in der Nähe meines -Lagers am Stanley-Pool. - -Kautschukbäume traten in der Umgebung von Leopoldville nur vereinzelt -auf, also nirgendwo in zahlreicherer Menge. Eine eigenartige Landolphia -ist in dem Steppengebiet dieser Gegend verbreitet, dieselbe hat nur -dünne, kurze Zweige und besitzt etwa apfelgroße orangegelbe Früchte. -Nicht selten sendet sie auch nur etwa 1½ Fuß lange aufrechte Schößlinge -aus dem Boden, welche sich dann allmählich umlegen, aber doch die -Fähigkeit des Kletterns der anderen Landolphien verloren zu haben -scheinen. Diese zur Verwandtschaft der L. owariensis gehörende Art -liefert keinen Kautschuk. - -Die französische Seite des Congo, gegenüber Leopoldville, hatte ich -auch wiederholt zu besuchen, da ich meine Güter zur späteren Durchreise -nach dem Ngoko zu deklarieren hatte. Im allgemeinen herrschen auf -jener Seite dieselben Zustände wie auf der Seite des Congostaates. Da -die französische Regierung den Eingeborenen bis jetzt aber zu viel -Selbstregierung überlassen hat und daher noch weniger Erwerbsbetrieb -unter denselben sich geltend gemacht hat, so finden sich Landolphien -daselbst noch häufiger. Jetzt, nachdem die französische Regierung aber -begonnen, sich etwas mehr um diese Gebiete zu kümmern und das Land -zum großen Teile in Kommissionen aufgeteilt ist, deren Inhaber sich -häufig bemühen, in möglichst rücksichtsloser Weise alle vorhandenen -Naturprodukte auszubeuten, so wird auch hier bald die Kautschukliane -bedeutend seltener werden. Die Gefahr einer vollständigen Ausrottung -ist allerdings wohl weniger zu fürchten, da diese Lianen ein ziemlich -zähes Leben haben und leicht wieder aus den zurückgebliebenen -unterirdischen Teilen neu aussprossen, außerdem aber in jedem Jahre -reichlich Samen ansetzen, aus welchen, wenn auch nur ein geringer -Prozentsatz, wieder neue Pflänzchen erstehen. In der Umgebung von -Victoria, wo vor Jahren durch dort ansässige schwedische Händler -am Kamerun-Gebirge Kautschuk-Raubbau im wahrsten Sinne des Wortes -betrieben worden sein soll, fangen die dort in den Wäldern vorhandenen -Lianen jetzt wieder an, Kautschuk zu liefern, so daß die Eingeborenen -daselbst bereits hin und wieder einigen Kautschuk zu den Kaufleuten -bringen. - -In Brazzaville, dem Regierungssitze des Hinterlandes des Congo -français, hatte man in den Straßen Manihot Glaziovii als Alleebäume -(häufig abwechselnd mit Mangobäumen) angepflanzt. Als ich die -Pflänzchen sah, waren dieselben etwa sechs Monate alt und hatten -sich bereits sehr schön entwickelt. Als Schattenbaum würde ich -Manihot Glaziovii entschieden nicht empfehlen, da die alten Blätter -gegen Ende der Trockenzeit häufig fast alle abfallen, ehe sich neue -entwickelt haben, die Stämme also einige Zeit hindurch vollständig -blattlos dastehen. Brauchbaren Kautschuk liefert der Baum in der -Umgebung des Stanley-Pool entschieden, wie ich an einigen Exemplaren -bei Leopoldville feststellen konnte. Allerdings ist der Ertrag kein -reichlicher, daher dürften natürlich keine großen Unkosten vorhanden -sein, um den Abbau des Kautschuks rentabel zu machen. Dies würde -nur in sonst wertlosen Steppengebieten bei einer von Eingeborenen -betriebenen Kultur möglich, welche dann für die Zukunft sich selbst -überlassen werden müßte. Der Baum würde sich dann durch Samen leicht -weiter fortpflanzen, wie ich es in Kamerun und am Stanley-Pool gesehen. -Von den bei Leopoldville verwilderten Manihotstämmen ließ ich einige -tausend Samen sammeln, um sie eventuell später an geeigneten Stellen in -unseren Schutzgebieten auszusäen. - -Da die „Hainant“ erst mit bedeutender Verspätung in Leopoldville -eintraf, außerdem infolge eines an Bord ausgebrochenen Feuers -reparaturbedürftig geworden war, so verzögerte sich meine Abreise -immer mehr. Endlich, am 20. Juni, erhielt ich von dem Kommandanten -von Leopoldville die Nachricht, daß ich mich zum 22. Juni morgens -zur Abreise mit der „Hainant“ bereithalten könnte. Natürlich packte -ich sogleich meine sämtlichen Lasten zusammen und ließ alles fertig -machen zum sofortigen Abbruch des Lagers, in dem wir alle uns -nunmehr recht heimisch zu fühlen begonnen hatten. Am 21. Juni ließ -ich meine sämtlichen Lasten mit Ausnahme der allernötigsten Sachen, -welche ich auch bis zum nächsten Morgen gebrauchte, an Bord der -„Hainant“ schaffen, um den Rest am nächsten Morgen in aller Frühe -nachfolgen zu lassen. Bei der Regierung erfuhr ich zu meiner nicht -geringen Überraschung, daß man mir für die Träger sowie die Ernährung -derselben nichts abnehmen wollte, ich solle mich auf meiner Reise -nach dem Innern, solange ich auf dem Gebiete des Staates sei, als -Gast desselben betrachten, man halte dieses für selbstverständlich. -Ein größeres Entgegenkommen, als ich es hier im Congostaate gefunden, -wäre wohl kaum möglich gewesen. Ich kann der Regierung desselben daher -nicht genug Dank für die Aufnahme sagen, welche ich erhalten, ohne -Unterstützung der Regierung wäre die Expedition, soweit sie sich im -Gebiete des Congostaates bewegte, sicher erfolglos verlaufen. - -Am frühen Morgen des 22. Juni schaffte ich noch den letzten Rest meiner -Lasten zum Dampfer hinüber, da dieser bereits um 7 Uhr abfahren sollte. -Auch hier sah ich wieder das Entgegenkommen der Regierung, denn man -hatte mir meinen Platz in der besten Kabine angewiesen. - -Um 7½ Uhr ertönte endlich das Signal zur Abfahrt, in einem großen -Bogen ging es, die Sandbänke und Felsen zu vermeiden, der Mitte -des Stromes zu. Der Dampfer war vollständig besetzt, teils von -Angestellten des Congostaates, teils von jungen Kaufleuten, welche -auf die verschiedenen Handelsstationen ins Innere geschickt wurden. -Da die „Hainaut“ zu den größten Dampfern gehört, welche den Congo -befahren, war die Anzahl der Passagiere für die Verhältnisse im Congo -keine geringe. Nach den mir gemachten Mitteilungen ist der Dampfer im -stande, 150 Tonnen zu tragen, für einen Flußdampfer auf dem Congo ein -enormes Gewicht. Er ist natürlich sehr breit und flach gebaut, wie die -meisten Heckraddampfer. Für die Passagiere sind die Kabinen auf dem -oberen Deck eingerichtet. Die Eingeborenen liegen zusammengepfercht in -Scharen auf dem unteren Deck herum. Da die „Hainaut“ deren immer eine -sehr bedeutende Menge mitführt (wir hatten etwa 250 Mann), so hat sie -bei den Stämmen am Strome den Namen „Bangala mingi“ (viele Menschen) -erhalten. - -Nach kurzer Fahrt legten wir noch einmal in Kinchassa an, wo wir -noch eine größere Menge von Gütern für die Handelsstationen im -Innern mitnehmen mußten, denn die Regierung verbietet einigen -größeren Gesellschaften, welche selbst Dampfer besitzen, auf dem -eigentlichen Congo für ihren eigenen Gebrauch Waren zu transportieren. -Diese Maßregel ist gewissermaßen als Abgabe für die Dampfer zu -betrachten, da die Regierung durch den Transport der Waren für diese -Handelsgesellschaften ihre bei der Fahrt stromauf sonst häufig leeren -Dampfer füllen kann. Die Gesellschaften haben für den Transport ihrer -Waren der Regierung pro Tonne eine bestimmte Abgabe zu zahlen. Die -auf den Handelsstationen im Innern erworbenen Produkte schaffen sie -dann auf den eigenen Dampfern nach dem Stanley-Pool hinunter. Von -Kinchassa fuhren wir erst gegen 1 Uhr fort, so daß wir noch während -des ganzen Nachmittags zu fahren hatten, ehe wir aus dem Stanley-Pool -hinauskamen. Oberhalb des Stanley-Pool wird der Congo infolge der -hügeligen Natur seiner Ufer sehr bedeutend eingeengt. Die Scenerie -ändert sich hier plötzlich, die Hügel sind im Flußthale mit dichtem -Walde bedeckt, während die Ufer des Stanley-Pool zum großen Teile -Savannenflora zeigten. Elefanten soll es hier in noch großen Mengen -geben. Da der Mond heute sehr hell schien, fuhren wir bis gegen 8½ -Uhr am Abend, obgleich dies sonst nicht üblich ist. Unserem Kapitän lag -aber sehr viel daran, um Zeit zu ersparen, noch den ersten Holzposten -zu erreichen. Daselbst angelangt, mußten sämtliche Eingeborenen das -Schiff verlassen, um am Lande zu schlafen, denn der Aufenthalt wird -ihnen über Nacht auf dem Schiffe nicht gestattet. Die Holzposten sind -in gewissen Abständen längs des Congo vom Staate errichtet worden, -um die vorbeifahrenden Dampfer der Regierung mit Holz zu versehen, -denn alle diese sind natürlich auf Holzfeuerung eingerichtet, da -der Kohlentransport zu teuer sein würde. Während der Nacht werden -die Dampfer dann stets, soweit dies möglich ist, wieder mit Holz -gefüllt. Zu diesem Zwecke führen alle diese Schiffe auf dem Strome -eine Anzahl von Holzschlägern und Holzträgern bei sich, welche auch -in den Gegenden, wo sich keine Holzposten befinden, für den Dampfer -Holz schlagen müssen. Infolge der großen Zahl der jetzt bereits auf -dem Congo fahrenden Dampfer fängt in häufiger besuchten Stellen -diese Holzfrage bereits an, für die Dampfer der Gesellschaften etwas -kritischer Natur zu werden. Diese Dampfer haben nicht das Recht, auf -den vom Staate eingerichteten Posten Holz einzunehmen, sondern müssen -durch ihre Holzhacker jede Nacht dasselbe mühsam zusammensuchen lassen. -Das in den Wäldern vorhanden gewesene tote Holz ist natürlich dann -bald abgetragen, so daß es den Dampfern oft schwer wird, die nötigen -Quantitäten ohne zu großen Zeitverlust zusammenzubringen. Das grüne, -lebende Holz der Bäume ist mit Ausnahme desjenigen vom Kopalbaume -frisch natürlich nicht für Heizungszwecke zu verwenden. - -Am nächsten Tage fuhren wir früh mit Tagesanbruch weiter. Die -Vegetation war im großen und ganzen dieselbe wie am vorhergehenden -Tage, d. h. im Thale des Stromes Galeriewald mit abwechselnden -kleineren und größeren Savannen, welche nicht selten mit Hunderten -von Borassuspalmen geschmückt waren. Die Spitzen der Hügel waren -selten bewaldet, meist sogar nur mit kurzem Grase bedeckt, während -die im Stromthale liegenden nicht selten mit riesigen Andropogon- -oder Setaria-Arten bestanden waren. Der Strom blieb noch immer so -eng, Inseln waren gar nicht vorhanden, höchstens hier und dort eine -kleine Sandbank, welche infolge des enorm tiefen Wasserstandes zu Tage -getreten war. Ohne anzulegen, fuhren wir den ganzen Tag hindurch bis -gegen Abend, da wir dann gezwungen waren, uns wieder mit frischem Holz -zu versehen. In den Wäldern hier waren allenthalben Elefanten- und -Büffelspuren zu sehen. Die Nacht war so empfindlich kalt gewesen, daß -ich mich, da ich unvorsichtig gewesen war, gehörig erkältete und am -nächsten Tage mich durchaus nicht wohl fühlte. Eine tüchtige Schwitzkur -half diesem Zustande jedoch bald ab, so daß ich schon am Nachmittage -mich wieder vollständig in Ordnung fühlte. Als wir am nächsten Tage -Kwamuth an der Mündung des Kassai erreichten, hatten wir zugleich -das Ende des als „Kanal“ gezeichneten eingeengten Teiles des Congo -erreicht, denn von dort an erweitert sich der Strom allmählich immer -mehr, bis er schließlich bei Bumba an seinem Oberlaufe seine größte -Breite erreicht. - -Den Posten Kwamuth besuchte ich zusammen mit dem Kommandanten -+Maréchal+, welcher auf dem Dampfer Passagier war und nach dem -Tanganyika wollte, um sich dem Baron +Dhanis+ zur Disposition zu -stellen. Der Ort ist auf einem Hügel an der Mündung des Kassai erbaut -und ist, wie sämtliche Stationen im Innern, zugleich Militärposten. -Man hatte hier ziemliche Plantagen von Coffea liberica angelegt, die -eben in Blüte waren, es war ein prachtvoller Anblick. Da sich bei uns -an der Kamerun-Küste selbst Kaffeeplantagen nicht bezahlbar machen, -so sollte man kaum annehmen, daß es hier so weit im Innern der Fall -sein dürfte. Allerdings arbeitet der Congostaat hier mit bedeutend -billigerem Arbeitermaterial, doch ist dabei der Transport nicht außer -Acht zu lassen, denn derselbe würde bis zur Küste nicht unbedeutende -Kosten verursachen, während wir in Kamerun von vielen Plantagen den -Kaffee direkt auf die Dampfer verladen könnten. Die Eisenbahnfracht -allein beträgt 17 Ctms. pro Kilo, bei den jetzt sehr niedrigen Preisen, -welche der Liberia-Kaffee erzielt, viel zu große Unkosten. Gegenüber -dem Posten Kwamuth liegt eine belgische Missionsstation, Berghe St. -Marie, welche wohl die bedeutendste derartige Station im Innern sein -dürfte. Gegen Mittag fuhren wir weiter. Noch immer wechselten Savannen -und Urwald, doch bald wurden die Ufer immer niedriger, und kurz darauf -kamen die ersten Inseln in Sicht. Von nun an bot der Congo ein ganz -anderes Bild dar; allenthalben sah man dicht bewaldete Inseln aus -dem Wasserspiegel hervorragen. Wo die Ufer zu sehen waren, ragten -sie höchstens einige Fuß über dem Wasserspiegel hervor, Urwald trat -häufiger und in größeren Komplexen auf. An einer Insel von ziemlicher -Ausdehnung warfen wir am Abend Anker, um wieder Holz schlagen zu -lassen. - -Am Vormittage des 26. Juni erreichten wir die amerikanische -Missionsstation Tschumbiri, welcher gegenüber wir inmitten des -Fahrwassers etwa eine Stunde lang vor Anker liegen blieben, um Post -abzugeben und etwas Proviant zu kaufen. Nicht weit davon entfernt -machten wir wieder an einem Holzposten Halt. Als wir dann gegen Mittag -fort wollten, stellte sich heraus, daß der Dampfer ein kleines Leck -bekommen habe, welches erst ausgebessert werden mußte. Wir waren -daher gezwungen, für den Rest des Tages hier zu verbleiben. Leider -bot der Platz nichts Interessantes dar, nicht eine Landolphia war zu -sehen. Die neuen Ankömmlinge benutzten hier natürlich die Gelegenheit, -ihren ersten Jagdeifer etwas zu stillen, ein Leguan (große 1½ m lange -Eidechse) und einige Tauben waren das Resultat ihres Jagdzuges. -Elefanten- und Büffelspuren waren reichlich zu sehen, doch schienen -sich die Tiere wohl zu hüten, sich einer solchen Zahl von Nimroden zu -zeigen. - -Während der Fahrt am nächsten Tage sahen wir häufig Nilpferde, welche -sich aber stets in zu großer Entfernung vom Dampfer hielten, um eine -sichere Zielscheibe zu bieten, ebenso waren die Krokodile sehr scheu. -Es ist unglaublich, welche große Mengen von Flußpferden hier noch im -Congo vorhanden sind, obgleich jährlich eine große Zahl derselben -geschossen und auch von den Eingeborenen harpuniert wird. Meist halten -sich die Tiere in kleinen Trupps von 5 bis 10 Stück auf und tauchen -sogleich unter, wenn ein Dampfer sich ihnen nähert, um dann nur hin und -wieder an der Oberfläche zu erscheinen, um Luft zu schöpfen. Sobald -sich ein solches Tier in der Nähe des Dampfers zeigt, wird darauf -geschossen, obgleich man die angeschossenen Tiere nur selten bekommen -kann. - -Als wir gegen Mittag an dem Posten Bolobo eintrafen, hatten wir ein -sehr lebendiges Bild vor uns; es wurde gerade Markt abgehalten. Die -Eingeborenen aus der Umgebung waren zu diesem Zwecke recht reichlich -zusammengekommen. Es wurden fast nur Eßwaren feilgeboten, welche -mit Mitakus, der hier üblichen Münze, d. h. Messingdrahtstücken von -ungefähr 20 cm Länge, zu kaufen waren. Die Verkaufenden standen hinter -einem kleinen Zaune in einer eigens zu dem Zwecke aufgebauten Hürde, -in welche der Kauflustige nicht hineinkommen durfte, sondern sich die -gekauften Sachen über den Zaun hinwegreichen lassen mußte. Man hat -diese Regelung des Marktverkehrs wohl hauptsächlich eingeführt, um die -Verkäufer vor Diebstählen zu schützen, denn alle diese Congo-Völker -gehören zu den gewandtesten Dieben, welche es giebt. Von seiten unseres -Schiffes wurden große Mengen von Lebensmitteln erstanden, welche teils -mit Mitakus, teils mit Zeug, Salz oder sonstigen Tauschartikeln -erhandelt wurden. Noch am Nachmittage setzten wir unsere Reise fort. -Wir waren jetzt vollständig im Bereiche der Congo-Inseln, welche zum -großen Teile von Sümpfen mit Wassergräsern durchzogen waren und daher -viele Nilpferde beherbergten. Es wurde natürlich auch jetzt wieder -tüchtig auf die Tiere geschossen und einige auch vielleicht verwundet, -doch konnten wir die Körper natürlich nicht bekommen, da zum Jagen der -verwundeten Tiere viel Zeit gehört, welche uns nicht zur Verfügung -stand. Als wir gegen 5½ Uhr anlegten, um für die Nacht Holz schlagen -zu lassen, benutzte ich die Gelegenheit wieder zu einer kleinen -Exkursion, während der ich zwei Landolphien ohne Blüten sah, die beide -aber keinen brauchbaren Kautschuk lieferten. - -Mit jedem Tage wurde der Fluß nun breiter, so daß wir häufig durch -die Inseln, welche immer zahlreicher wurden, von einem oder gar von -beiden Ufern nichts mehr sehen konnten. Die für die Dampfer mit -größerem Tiefgange wie die „Hainant“ einzig mögliche Fahrstraße schien -stellenweise schon sehr gefährlich, da das Wasser in diesem Jahre -bedeutend mehr gefallen war, als es sonst zu geschehen pflegte. Bei -der Fahrt stromauf ist die Gefahr nun allerdings nicht so groß als -im entgegengesetzten Falle, denn dann werden die Dampfer von der -gewaltigen Strömung im Congo nicht mitgerissen und auf die Sandbänke -gesetzt, wo sie sich dann, durch die Strömung getrieben, immer tiefer -einbohren. Als wir am Nachmittage des 28. Juni wieder anlegten, um Holz -schlagen zu lassen, betrat ich einen Wald, welcher trotz des niedrigen -Wasserstandes noch immer stellenweise unter Wasser stand, dessen Bäume -also sicher fast während des ganzen Jahres direkt im Wasser stehen, und -dennoch wuchsen hier Kautschuk liefernde Landolphien. Viele der Bäume -stehen ähnlich wie die Mangroven und Pandanus, welche letzteren hier -übrigens auch auftraten, auf Stützwurzeln, so daß dadurch die Stämme -über Wasser gehalten werden. - -Am 29. Juni befanden wir uns gegenüber der Sanga-Mündung, von der -natürlich infolge der vielen davor gelagerten Inseln nichts zu sehen -war. Der Fluß verengt sich von hier bis Coquilhatville wieder etwas -und ist weniger inselreich als unterhalb und oberhalb dieser Strecke. -Noch am Abend desselben Tages erreichten wir den Posten Lukulela, -welcher infolge seiner prachtvollen Wälder und des daselbst gewonnenen -Nutzholzes bekannt ist. Ich sah hier den schönsten Wald, welchen ich je -im Congo zu beobachten Gelegenheit gehabt hatte. Leider war es damals -schon zu dunkel, um die Anpflanzungen der Station in Augenschein nehmen -zu können, doch tröstete ich mich damit, daß ich wußte, bei meiner -Rückkehr bessere Gelegenheit dazu zu haben. - -Wie gewöhnlich setzten wir am folgenden Tage mit Tagesanbruch unsere -Reise stromaufwärts fort. Da ich sehr bald eingesehen, daß ich -später nicht im Lande umherreisen dürfte, ohne das Bangala, die hier -übliche Verkehrssprache, zu verstehen, so begann ich bereits auf dem -Dampfer, tüchtig Vokabeln zu lernen, um mich wenigstens einigermaßen -mit den Eingeborenen verständigen zu können. Es wurde während der -Mittagsstunden hier auf dem vollständig windstillen Congo so heiß, daß -ein jeder bei dem müßigen Leben, welches man an Bord des Dampfers zu -führen gezwungen war, erschlaffen mußte; wie sehr sehnte ich daher das -Ende der Fahrt herbei, um doch wenigstens wieder etwas thätig sein zu -können. - -Irebu war unser nächstes Ziel, welches wir noch am Abend desselben -Tages erreichten. Hier befand sich ein Camp d’Instruction, in welchem -die Soldaten, welche die verschiedenen Stämme für die Schutztruppe -des Staates liefern müssen, vorgebildet und gedrillt werden. Es -befanden sich damals etwa 400 dieser Soldaten auf Irebu. Kommandant -+Jouniaux+, der Kommandant der Station, führte uns am nächsten -Tage, als der Dampfer, um Holz einzunehmen, den Ausfluß des Tumba-Sees -hinaufgefahren war, umher und zeigte uns die ziemlich bedeutenden -Kaffeeplantagen, welche von der Regierung hier angelegt worden waren. -Man stand gerade vor der Haupternte. Die Plantagen waren in gutem -Zustande gehalten, was insofern für die Regierung nicht schwer fällt, -als sie Arbeiter in Überzahl erhalten kann, indem sie einfach aus den -umherliegenden Dörfern die nötigen Leute requiriert, welche dann für -eine geringe Bezahlung und für ihre Beköstigung für eine gewisse Zeit -Arbeiten zu leisten haben. Nach allem, was ich hier in Irebu wie auch -später in Equateur sah, schienen sich die Leute bei dieser Behandlung -durchaus wohl zu fühlen. - -Auf der Weiterfahrt wurde gegen Mittag noch einmal Halt gemacht, um -wieder Holz einzunehmen. Am Abend legten wir kurz unterhalb Wangata -für die Nacht an, um dann in aller Frühe erst bis Wangata, der -Hauptniederlassung der Société Anonyme Belge, weiterzufahren. Von -Wangata bis Coquilhatville oder Equateurville hatten wir nur eine kurze -Zeit zu fahren, so daß wir bereits um 11 Uhr daselbst anlangten. Ich -war natürlich froh, daß ich nun an meinem Ziele angelangt war und den -Dampfer verlassen konnte. Am Nachmittage ließ ich meine Lasten in das -mir angewiesene Haus hineinschaffen und richtete mich dann darin so -behaglich ein, als es eben ging. - -Coquilhatville ist eine der größten Stationen im Innern und gehört -wohl entschieden auch mit zu den wichtigsten; die Eingeborenen in -dem Distrikte sind immer mehr oder minder im Aufstande begriffen. Man -hat auf der Station riesige Kaffeeplantagen angelegt, in denen eine -sehr große Zahl von Arbeitern thätig ist. Der Chef des Cultures auf -der Station schien sich nach seinen Berechnungen einen sehr großen -Verdienst von den Kaffeeplantagen zu versprechen, doch wird man das -Resultat abwarten müssen, denn der hier angepflanzte Liberia-Kaffee -erzielt sehr geringe Preise auf dem europäischen Markte. - -Zur Besichtigung der Kautschukpflanzungen unternahm ich in Begleitung -des Chefs des Cultures eine Exkursion, auf welcher ich alles sah, -was davon vorhanden war. Hevea hatte man meiner Meinung nach auf zu -trockenem Terrain angepflanzt, die Pflanzen wuchsen zwar recht kräftig, -doch ist zu befürchten, daß man mit ihnen dieselbe Erfahrung machen -wird, wie es in Kamerun der Fall war. Manihot Glaziovii war auch in -einigen hundert Exemplaren vorhanden und hatte sich stellenweise sogar -schon selbst ausgesät. Von Kickxia latifolia Stapf hatte man eine -Plantage von etwa 5000 Pflänzchen angelegt, welche auch sehr gut zu -gedeihen schienen, doch giebt diese Art, wie ich bald festzustellen -Gelegenheit hatte, ebenso wenig Kautschuk wie Kickxia africana Bth., -ist also deshalb vollständig zu verwerfen. Von Castilhoa elastica -war ein kleines Exemplar unter großen Schwierigkeiten und mit vieler -Mühe hierher geschafft worden; dasselbe war erst vor einigen Tagen -ausgepflanzt worden, so daß man noch nicht einmal sehen konnte, wie -sich die Pflanze entwickeln würde. In einem sumpfigen Walde hatte man -das Unterholz etwas weggeschlagen und eine Landolphia-Anpflanzung -begonnen. Die Pflänzchen waren in Abständen von 5 bis 7 m einzeln -oder zu zweien am Fuße der Bäume ausgesetzt und schienen sich in -diesem feuchten Boden recht wohl zu fühlen. Auch diese Anpflanzung -war erst sehr jungen Datums, so daß die Pflänzchen erst drei bis vier -Blätter entwickelt hatten. Ich halte es nicht für möglich, daß eine -solche Landolphia-Anpflanzung in sechs bis sieben Jahren anzapfbar -sein wird, wie häufig vermutet wird. Es ist nicht zu bestreiten, daß -dieselbe, wenn sie erst einmal zum Anzapfen reif ist, einen gewissen -Wert repräsentiert, doch wird trotz aller Vorsichtsmaßregeln in wenigen -Jahren der Kautschukertrag derselben bedeutend herabsinken, da bei der -äußerst runzeligen und ungleich dicken Rinde die Schnitte nur zu leicht -bis in die Cambiumschichten hineindringen. Hier im Congostaate weicht -die Landolphia mit der fortschreitenden Civilisation in erschrecklicher -Weise zurück. In größeren Quantitäten finden sich Kautschuklianen an -leichter zugänglichen Lokalitäten nur noch da, wo der Europäer noch -nicht dem Eingeborenen den Wert des Kautschuks hat klarmachen können. -Die Verordnungen, welche die Regierung erlassen hat, werden natürlich, -da sie unbequem sind, bei jeder möglichen Gelegenheit umgangen, denn -dadurch würde der Ertrag der Kautschuk-Liane bedeutend verringert -werden, und der Neger würde verlieren. - -Die Bossanga- oder, wie sie hier allgemein genannt wurde, -Bossassangapflanze, sah ich auch in der Umgebung der Station, besonders -am Rande der Wälder, sehr häufig. Wie ich vermutet hatte, waren es -Costusarten, von denen ich zwei verschiedene Spezies unter diesem -Namen feststellen konnte. Die bis acht Fuß hohen Stengel werden -entblättert und dann in etwa fußlange Stücke geschnitten; durch Drehung -und Auswringen dieser Stücke erhält man den Saft in reichlicher -Menge, und kann ihn in diesem Zustande sofort bei der Koagulation der -Kautschukmilch verwenden. Dieselben Costus-Arten hatte ich bereits -in Kamerun viel gesehen und schon damals die Plantagenleiter darauf -aufmerksam gemacht, daß ich in ihnen die Bossangapflanze des Congo -vermute. Zur Untersuchung in Europa ließ ich zwei Flaschen mit -Bossassangasaft füllen; da derselbe sehr reichlich fließt, war das eine -Arbeit von einer halben Stunde. - -Ich machte nun im Laufe der folgenden Tage einige Exkursionen in die -Umgebung der Station, soweit dieses auf dem sumpfigen Terrain möglich -war. Die Kautschuk liefernden Landolphien sind alle ausgeschlagen, so -daß man zu neuen Anpflanzungen nicht einmal genügend Samen erhalten -kann. Einige Ficusarten und einen großen Stamm der Kickxia latifolia -zapfte ich an, konnte aber trotz aller Versuche und Anwendung der -verschiedensten Säuren keinen brauchbaren Kautschuk gewinnen. Es gelang -mir auch, einige Früchte der Kickxia latifolia zu finden, die bis -dahin noch nicht bekannt waren. Auch die Stämme der Manihot Glaziovii -ließ ich anzapfen und erhielt kleine Quantitäten guten Kautschuks, -welche aber zu gering waren, um ein plantagenmäßiges Anbauen hier zu -rechtfertigen. Mit den mir häufig gerühmten Kautschuk-Anpflanzungen in -Coquilhatville stand es also zur Zeit meines Aufenthalts keineswegs -besser als in Kamerun, im Gegenteil sind wir den Belgiern durch unsere -Kickxiaplantagen weit vorausgeeilt. Die Landolphia-Anpflanzungen -in Soppo sind auch bedeutend weiter entwickelt, als die im Congo -angelegten. - -[Illustration: +Costus Lukanusianus+ K. Sch. - -A Oberes Stengelstück, B Blüte, C Staubblatt, D Griffelkopf, E derselbe -von der Seite, F Längsschnitt durch den Fruchtknoten.] - -Man begann auch im Equateur-Distrikte Kakaopflanzungen in größerem -Maßstabe anzulegen; inwieweit sich diese rentieren werden, muß die -Zukunft beweisen, es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Niederschläge -zu unbedeutend sind, um eine gute Frucht erzielen zu können. Wie -ich später von den katholischen Missionaren am Ruki hörte, sollen -Proben von Kakaobohnen, welche sie zur Begutachtung nach Europa -geschickt hatten, als sehr minderwertig („13. oder 14. Qualität“) -bezeichnet worden sein. Sei es nun, daß die Fermentation oder das -Dörren nicht richtig vor sich gegangen ist, sei es, daß der Boden -nicht fruchtbar genug oder die Spielart an und für sich minderwertig -gewesen ist, dort hat man jedenfalls aufgehört, neue Pflanzungen -anzulegen. Hier in Equateur versprach sich der Chef des Cultures ein -gutes Resultat. Viel wird natürlich auch davon abhängen, welchen -Frachtsatz die Eisenbahngesellschaft für den Transport vom Stanley-Pool -bis Matadi ansetzen wird, denn für derartige Qualitäten würden die -Transportunkosten sehr leicht zu hoch werden. - -Von Coquilhatville aus wollte ich gern eine kleine Expedition ins -Innere nach der Gegend des Tumba-Sees machen, von wo eine nicht geringe -Menge von Kautschuk des Equateur-Distriktes kommt. - -Da der Kommissar des Distriktes zur Zeit sich auf einem Zuge gegen -die Eingeborenen jener Gegend befand, welche einen Aufstand begonnen -hatten, glaubte sein Stellvertreter, mir nicht die nötigen Träger geben -zu können. So war ich denn gezwungen, bis zur Rückkehr des Kommissars -zu warten. - -Um meine Zeit möglichst auszufüllen, unternahm ich am 8. Juli eine -Fahrt in einem Canoe den Ruki hinauf nach der Missionsstation der -Trappisten. Die Missionare hatten hier verschiedene Kulturen begonnen -und waren eben dabei, die Station zu vergrößern. Der Kaffee stand recht -gut, Kakao war mit dem Kakao von Kamerun nicht zu vergleichen, doch -waren die Pflanzungen recht schön sauber gehalten, wie überhaupt die -Station einen recht netten Eindruck machte. Diese Leute leben dort -äußerst einfach und bleiben bis zu ihrem Tode in Afrika, wenn sie nicht -etwa beständiger Krankheiten halber nach Europa zurückkehren müssen; -doch das kommt selten vor. In dem mit der Missionsstation verbundenen -Kloster lebten drei Nonnen, welchen die Erziehung der Mädchen oblag. - -Am 9. Juli traf der Kommissar des Distrikts ein. Als ich ihn von -meinem Wunsche in Kenntnis setzte, sprach er mir sein Bedauern aus, -daß er mir nicht erlauben dürfe, meine geplante Expedition ins Innere -auszuführen, da die Gegend zu unsicher sei, und er mir augenblicklich -die zu meiner Expedition nötigen Soldaten nicht geben könne. Ich -versuchte ihn umzustimmen, sah aber bald ein, daß es nichts half. Die -Gründe zu dieser Weigerung sind mir unklar geblieben, genug, ich sah -ein, daß man mich nicht nach dem Tumba-See hineinlassen wollte, denn -der Eingeborenen-Aufstand war damals schon erledigt. - -Da ich nun keinen Grund hatte, noch mehr Zeit zu verlieren, so packte -ich meine Sachen bald ein, um dann am 11. Juli meine Reise nach der -Sanga-Mündung den Congo hinunter anzutreten. Ich hatte ein großes -Canoe mit zwölf Ruderern bekommen, welches mich zunächst bis Irebu -bringen sollte. Gern hätte ich selbst hier ein größeres Canoe käuflich -erworben, doch das war leider nicht möglich, da die sämtlichen großen -Canoes der Eingeborenen von der Regierung in Beschlag genommen waren -und die Leute nun natürlich keine großen Canoes mehr bauen wollten, um -sich nicht noch einmal derselben Gefahr auszusetzen. - -Nach etwa 1½stündiger Fahrt erreichten wir die amerikanische -Missionsstation bei Wangata, wo ich bei den sehr liebenswürdigen -Missionaren mich eine kurze Zeit aufhielt. Auf der Weiterfahrt ging es -über einige Stellen hinweg, welche infolge der starken Strömung eine -große Zahl von Strudeln bildeten. Hier wurde dann immer das Kommando -gegeben „koruka makessi“ (schnell rudern), um darüber hinwegzukommen -und nicht von den Strudeln mitgerissen zu werden. Längs der Ufer -waren Kopalbäume in riesigen Mengen vorhanden. Der hier helle Kopal, -welcher einer geringeren Qualität angehört, wird von den Eingeborenen -meist im Wasser gesammelt oder bei niedrigem Wasserstande auf den -Sandbänken, wo er oft in ziemlichen Mengen angeschwemmt wird. Man -hat hin und wieder versucht, größere Quantitäten nach Europa zu -schicken, doch sollen die Transportkosten zu hoch sein, so daß der -Export den jetzt noch durch die hohen Verdienste am Kautschuk und -Elfenbein verwöhnten Handelsgesellschaften noch nicht rentabel genug -erscheint. Der Frachtsatz für diesen sogenannten „weißen“ Kopal ist -auf der Congo-Eisenbahn vom Stanley-Pool bis Matadi auf 18 Ctms. -pro Kilo angesetzt worden; da hierzu noch die nicht unbedeutenden -Transportkosten auf den Dampfern bis Stanley-Pool kommen und ferner -auch noch die Fracht von Matadi nach Europa nicht gering ist, so läßt -sich natürlich verstehen, daß ein großer Verdienst bei minderwertigem -Kopal nicht herauskommt. - -[Illustration: +Landolphia florida Bth.+ - -A Zweig, B Knospe, C Blüte, D Längsschnitt durch den unteren Teil der -Blüte. E Kelch und Griffel, F Querschnitt durch den Fruchtknoten, G -Griffelkopf, H Anthere.] - -Die keinen Kautschuk liefernde Landolphia florida, welche hier im -Congo in einer besonders schönen, großblütigen Varietät auftritt, war -allenthalben längs der Ufer reichlich vorhanden. Ich stellte sowohl -hier wie später in Bonga die möglichsten Versuche an, um Kautschuk -davon zu gewinnen, doch alles war vergeblich, obgleich die Standorte -häufig recht verschieden waren. Für mich ist die Frage für Kamerun -und für den Congo so weit erledigt; Landolphia florida giebt daselbst -keinen guten Kautschuk; wo andere Angaben vorhanden sind, dürften -sie sich wohl auf einen Irrtum, sei es in der Art, sei es in der -Bezeichnung des Produktes, zurückführen lassen; da viele Landolphien -einander sehr ähnliche Blätter haben, so kann man sich leicht in -der Art täuschen, zumal in den Wäldern häufig Kautschuk liefernde -Arten mit anderen vermischt wachsen. Als Kautschuk sind mir häufig -Produkte gezeigt worden, welche besser als Vogelleim bezeichnet werden -würden; außerdem neigt der Laie dazu, gern eine jede in den Tropen -weißen Milchsaft liefernde Pflanze, wie z. B. Ficusarten etc., als -Kautschukpflanze anzusehen. Auch Asclepiadaceen stehen häufig bei -Laien im Verdachte, Kautschuk zu liefern. So giebt +Baillon+ nach -aus dem Congo kommenden Notizen bei einer seiner neuen Tacazea-Arten -an, daß eine nicht geringe Quantität des Congo-Kautschuks von dieser -Pflanze herstammen solle. Ich habe nach eigenen Versuchen sowie trotz -eifriger Erkundigungen keine Tacazea-Art zu Gesicht bekommen, welche -wirklich Kautschuk lieferte. - -Der Congo und seine Nebenflüsse sind ungeheuer reich an Fischen, doch -wird von den Eingeborenen, deren einzige Fleischnahrung lange Zeit -hindurch die Fische bilden, der Fang derselben ziemlich vernachlässigt. -Ein jeder kleine Wasserlauf bietet den Leuten eben eine so reichliche -Ausbeute, daß sie sich gar nicht dabei anstrengen brauchen. In vielen -Gegenden wäre es für die Handelsgesellschaften vielleicht von großem -Nutzen, wenn sie zur Ernährung ihrer eingeborenen Arbeiter durch Leute, -welche den Fischfang wirklich kennen, täglich die nötigen Mengen -fangen lassen würden, ganz besonders in solchen Gegenden, wo man von -den Eingeborenen nur schwerlich Nahrung erkaufen kann, wie z. B. im -Sanga-Ngoko-Gebiete. - -Am 11. Juni gegen Mittag erreichten wir Ikenge, einen Holzposten des -Staates, wo ich für meine Ruderer etwas Mais erstehen konnte, denn -dieselben hatten seit dem Morgen noch nichts gegessen. Der Uferwald, -welcher nur wenige Fuß über dem Niveau des jetzt ausnahmsweise tiefen -Wasserstandes lag, war äußerst interessant. Wir hielten uns immer, -soweit nur irgend möglich, an dem Ufer des Flusses, um uns nicht in -den vielen Kanälen und Armen des Stromes zu verfahren. Affen und -Wasservögel (Reiher, Enten und Wasserhühner) gab es in großen Mengen. -Es gelang mir, verschiedene derselben für die Leute zu schießen, -ebenso einige Affen, von denen ich auf der Fahrt bis Irebu allein fünf -verschiedene Arten beobachtete. Im Wasser gab es viele Krokodile, -doch konnte ich nicht zum Schuß kommen, da die Tiere ungemein scheu -waren. Nilpferde sahen wir gar nicht. Es war mir übrigens schon vorher -aufgefallen, daß wir auf der Reise von Irebu bis Coquilhatville -nichts von den sonst so häufigen Tieren gesehen. An vielen Stellen, -wo ich anlegen lassen konnte, benutzte ich die Gelegenheit, den -Wald etwas zu untersuchen, fand aber immer dieselben Zustände: die -Kautschuklianen waren alle ausgeschlagen. Calamusarten waren häufig, -besonders am Flußrande bildeten sie nicht selten undurchdringliches -Gestrüpp. Ein jeder Versuch, sich ohne Cutlas durch diese Gebüsche -hindurchzuarbeiten, würde scheitern, die zurückgebogenen Haken an der -verlängerten Blattspitze halten einen jeden Eindringling zurück. Da -ich, wenn irgend möglich, am folgenden Tage in Irebu eintreffen wollte, -so ließ ich bis gegen 7 Uhr abends rudern. In der bereits eingetretenen -Dunkelheit war es dann nicht leicht, einen geeigneten Landungsplatz zu -finden, außerdem machen die vielen Baumstämme im Strome eine Canoereise -bei der Dunkelheit sehr gefährlich. Als wir eben das Zelt aufstellen -wollten, fing es plötzlich an in Strömen zu regnen, so daß noch alle -Lasten nass wurden, ehe wir sie bergen konnten. Auch mein bereits -draußen aufgestelltes Feldbett wurde derartig durchnäßt, daß ich an -Schlaf nicht denken konnte, da mir keine trockenen Decken zur Verfügung -standen. Nachdem ich mich daher selbst trocken umgezogen hatte, ließ -ich ein Feuer im Zelte unterhalten, um mich zu erwärmen und die in -Scharen erscheinenden Moskitos durch den Rauch fortzujagen. - -Am nächsten Morgen ließ ich bereits um 5½ Uhr weiterfahren. Nach dem -Regen hatte sich die Temperatur gehörig abgekühlt, auch lag ein feiner -Nebel auf dem Flusse, der sich erst mit Aufgang der Sonne hob. Es war -ein herrlicher Morgen. Nach einer Stunde erreichten wir das Nachtlager -eines Inspektors der Telegraphenlinie, welche längs des rechten Ufers -vom Stanley-Pool nach Coquilhatville im Bau begriffen war. Der Herr -war am Tage vor mir von Coquilhatville abgefahren und wollte auch nach -Irebu zurückkehren. Da sein Canoe schneller lief als das meinige, lud -er mich ein, mit ihm zu fahren und mein Canoe nachkommen zu lassen. -Wir machten unterwegs einige Fahrtunterbrechungen, er, um die Linie -zu inspizieren, ich, um mir die Zusammensetzung des Waldes anzusehen. -Als wir gegen 12½ Uhr in Irebu anlangten, war von meinem Canoe noch -nichts zu sehen, dasselbe traf erst gegen 2 Uhr ein; natürlich -hatten sich die Leute, da ich nicht dabei war, auch nicht übermäßig -angestrengt. Da in Irebu zur Zeit kein größeres Canoe zu finden war, -wurde ich leider gezwungen, daselbst einige Tage Rast zu machen, -bis ein solches eintraf. Kommandant +Jouniaux+ versuchte, mir den -Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen; er führte mich auf der -Station umher und gab mir Aufklärung über die verschiedensten Dinge, -welche mich interessierten. Auf einigen kleinen Exkursionen, welche ich -in der Umgegend unternahm, hatte ich Gelegenheit, den Charakter der -Wälder in der Umgegend kennen zu lernen. Da es ziemlich ausgedehnte -Grassteppen in Fülle hier gab, in denen diese Wälder, selten größere -Komplexe bildend, zerstreut umherlagen, so war natürlich auch die -Vegetation dieser Buschwälder eine ganz andere, als ich sie im Congo -vorher kennen gelernt hatte. Landolphien waren hier und da vereinzelt -anzutreffen, aber nur in dünnstämmigen Exemplaren, welche von den -Eingeborenen noch nicht angeschnitten wurden. Landolphia florida war -längs der Flußufer sehr verbreitet. Die orangegelben Früchte werden von -den Affen gern gefressen, da die Samen von einer süßen Pulpa umgeben -sind. Costus- (Bossassanga-) Arten waren allenthalben am Rande der -Wälder und Gebüsche reichlich vorhanden. Da wo frisch Urwald geschlagen -wird, stellen sich die Pflanzen gewöhnlich sehr bald ein. Ein nicht -unerheblicher Teil der Grassavannen war mit Borassuspalmen bedeckt, -was der ganzen Landschaft einen recht imposanten Anblick verlieh. -Die Früchte der Borassuspalme werden nur selten von den Eingeborenen -gesammelt, da sie von einem süßlichen Fruchtfleische umgeben sind, doch -wird in vielen Gegenden der Stamm direkt unterhalb der Krone angebohrt -zur Gewinnung von Palmenwein. Nicht selten sieht man Strecken, in denen -die Borassuspalmen durch dieses Anbohren getötet sind. - -Endlich, am 17. Juli, traf das langersehnte Canoe ein, so daß ich am -18. Juli abreisen konnte. Das Canoe war sehr dick gebaut und hatte -vorn und hinten eine kleine Plattform, auf welcher noch einige Ruderer -stehen konnten; es ist dieses eine Eigentümlichkeit der Ubangi-Canoes, -von denen die größeren sogar Plattformen für sechs bis sieben Ruderer -vorn und hinten besitzen sollen. Infolge langjährigen Gebrauches -war das Fahrzeug an den Seiten etwas defekt geworden, so daß ich -zweifelte, meine sämtlichen Lasten unterbringen zu können. Als wir dann -am Nachmittage abfuhren, ragte, nachdem sich noch meine zehn Ruderer -(Congostaat-Soldaten und ein Sergeant) hineingesetzt hatten, eben nur -noch der oberste Rand an den Seiten empor, so daß ich sehr bezweifelte, -richtig in Lukulela anzukommen. Noch länger in Irebu warten wollte -ich auch nicht, da das nächste größere Canoe, welches man mir zur -Verfügung hätte stellen können, erst nach einer weiteren Woche erwartet -wurde. Das Wetter war für die Reise in dem defekten Canoe nicht gerade -das beste, denn es wehte eine ziemlich steife Brise auf dem Strome. -Von Insel zu Insel weiter zur Mitte des Flusses fahrend, machten -wir allmählich schnelleren Fortschritt, je mehr wir in den Strom -hineingelangten. Wir waren kaum eine Stunde von Irebu fortgefahren, als -sich plötzlich ein riesiges Nilpferd etwa zehn Schritte vor dem Canoe -aus dem Wasser hob und brüllte. Da wir inmitten des Flusses waren, war -die Lage nicht sehr angenehm, um so mehr, als ein Stoß des Tieres -genügt hätte, uns mit sämtlichen Lasten umzuwerfen. Ich ließ den Kurs -etwas ändern und hielt mein Gewehr in Bereitschaft. Das Tier tauchte -sogleich wieder unter und erschien kurz darauf wieder hinter dem Canoe. -Nun glaubte ich feuern zu müssen, denn das wütende Tier hatte offenbar -die Absicht, uns anzugreifen. Ein Schuß ertönte, und mit furchtbarem -Geheul tauchte der Riese wieder unter, ohne sich zu einer zweiten Salve -sehen zu lassen, denn nun hatte ich den Soldaten befohlen, auch ihre -Gewehre in Bereitschaft zu halten. Die Leute meinten zwar, daß ich das -Tier tödlich verletzt habe und daß es nach etwa einer Stunde wieder -oben an der Wasserfläche erscheinen würde, doch war ich nicht meines -Schusses sicher genug, um deshalb Zeit zu verlieren, zumal, da es dann -sehr fraglich gewesen wäre, ob wir noch einen Lagerplatz für die Nacht -gefunden hätten, und in meinem Canoe mir die Fahrt die Nacht hindurch -zu gefahrvoll vorkam. Von Insel zu Insel weiter vordringend, kamen -wir gegen Abend in Sicht des französischen Congo-Ufers, auf dem mir -meine Leute bald die Missionsstation Lironga zeigten. Da es bereits zu -dunkeln anfing, ließ ich auf die Station zusteuern und traf auch gegen -6½ Uhr wohlbehalten daselbst ein. Die französischen Missionare luden -mich ein, bei ihnen über Nacht zu bleiben. - -Bevor ich nächsten Morgen weiterfuhr, machte ich einen kleinen -Rundgang auf der Station. Alles war vorzüglich in Ordnung gehalten, -besonders die verschiedenen Anpflanzungen. Hier sah ich auch seit -längerer Zeit einmal wieder ein Batatenfeld. Die Negerjungen, welche -hier erzogen werden, werden sehr streng gehalten und sollen vor allen -Dingen zu guten Arbeitern herangebildet werden. Nach allem, was ich -hier sah, schien es, als ob man den Knaben auch schon etwas Tüchtiges -beigebracht habe. Bei Frühstück erzählten mir die Herren einige ihrer -Jagderlebnisse mit Elefanten, von denen diese Gegend noch voll ist. -Da die Tiere die Anpflanzungen nicht selten zerstören sollen, ist es -natürlich eine große Freude für die Station, wenn eins derselben erlegt -wird, ganz abgesehen davon, daß dadurch riesige Mengen von Fleisch -gewonnen werden, welches dann unter die Eingeborenen verteilt wird, -denn dasselbe wird sehr geschätzt. Als ich gegen 7 Uhr aufbrach, war -das Wasser des Stromes derartig bewegt, daß mir die Missionare rieten, -noch länger zu bleiben, ich mußte es aber ausschlagen, denn ich wollte -nicht zu viel Zeit verlieren. - -Die Fahrt über den Congo an jenem Tage werde ich nicht vergessen. -Anfangs ging alles gut, das Canoe wurde zwar immer hin und her -geschleudert, doch schlugen die Wellen selten über den Rand; je mehr -wir aber nach der Mitte des Stromes kamen, desto furchtbarer wurde -die Fahrt. Die Leute wußten vor Furcht kaum mehr meinen Befehlen -zu gehorchen, denn das Getöse war betäubend, ebenso schlugen die -Wellen beständig in das Canoe hinein, so daß zwei Leute nur immer das -eindringende Wasser ausschöpfen mußten; ich selbst glaubte nicht mehr -daran, daß wir das andere Ufer erreichen würden, denn mehr als einmal -sah ich Wellen kommen, von denen ich sicher glaubte, umgeworfen zu -werden, und nur durch plötzliche Wendungen des Canoes wurde dieses -vermieden. Ich selbst ruderte mit allen Kräften und arbeitete mich -dabei trotz des starken, kalten Windes, welcher wehte, tüchtig in -Schweiß, dabei hatte ich noch auf alles aufzupassen, denn die Leute -selbst waren ganz kopflos geworden. Es waren einige aufregende Stunden. -Endlich gegen 10 Uhr gelang es uns, eine Sandbank zu erreichen, wo -ich anlaufen ließ, um mich nicht noch einmal der Gefahr auszusetzen, -mit Mann und Maus zu ertrinken oder den Krokodilen zum Opfer zu -fallen. Kaum hatten wir das Canoe auf den Sand gezogen, als sich -ein furchtbarer Tornado mit einem echten Tropenregen erhob, der -uns in Kürze alle bis auf die Haut durchnäßte. Wären wir noch eine -halbe Stunde länger auf dem Wasser gewesen, so wäre das Canoe sicher -untergegangen. Wie ich richtig vermutet hatte, legte sich nach dem -Regen der Sturm auch bald, und das Wasser wurde allmählich ruhiger, -so daß wir um 12 Uhr unsere Fahrt wieder aufnehmen konnten. Die Leute -fanden denn auch bald ihre Courage wieder, besonders da ich auf der -Sandbank drei Enten geschossen hatte, welche ich ihnen schenkte, denn -wenn der Neger seinen Magen gefüllt hat, so ist er noch einmal so gut -zu gebrauchen. Als kurz darauf die Sonne wieder erschien, zeigten sich -bald die verschiedensten Wasservögel und Affen wieder. Es gelang mir -auch noch, einige derselben zu erlegen, worüber meine Leute derartig -in Freude gerieten, daß sie sogleich einen Gesang auf den „Mundele -na niama mingi“ (weißen Herrn, der viel Fleisch giebt) anstimmten. -Da die Leute wußten, daß sie am Abend das Fleisch der erlegten Tiere -bekommen würden, ruderten sie mit doppeltem Eifer, so daß wir im Laufe -des Nachmittags eine große Strecke zurücklegen konnten. Die Vegetation -am Flußrande blieb dieselbe, wie ich sie bereits früher beobachtet -hatte. Nilpferde wurden immer häufiger, hin und wieder zeigte sich -auch ein Krokodil auf den Sandbänken oder träge im Wasser schwimmend. -Eine Kugel, welche ich immer für diese Tiere in Bereitschaft hielt, -trieb dieselben bald aus ihrer Ruhe. Als ich am Abend einen geeigneten -Lagerplatz gefunden und mein Zelt aufgestellt war, ging ich sogleich, -ohne erst ein Abendesssen einzunehmen, zur Ruhe und verfiel sofort in -einen tiefen Schlaf, so war ich von der Aufregung des heutigen Tages -erschöpft; selbst die vielen Moskitos, welche mich umschwärmten, -konnten mich nicht aufwecken. Wieder vollständig erfrischt, ließ ich -am folgenden Tage, nachdem das Zelt schnell eingepackt war, gegen 6 -Uhr weiterfahren. Wir trafen heute mehr Nilpferde, als ich je vorher -gesehen; häufig schien es fast, als ob sie uns entgegenkommen wollten, -um uns anzugreifen. In solchem Falle wurde unter großem Lärm tüchtig -fortgerudert, ich stellte mich bereit, um etwa zu nahe herankommende -Tiere mit einer Kugel zu empfangen. Es ist mir merkwürdigerweise nie -passiert, daß mein Canoe von Nilpferden umgeworfen wurde, obgleich das -auf Reisen im Congo nicht selten vorkommt, und einige Herren daselbst -nur zu häufig das Unglück zu haben scheinen. -- In den Gegenden, wo die -Europäer noch nicht häufig vorgedrungen sind und den Nilpferden daher -noch nicht derartig nachgestellt worden ist, sind dieselben natürlich -lange nicht so bösartig als im viel befahrenen Congo. Es ist sicher, -daß der Jahre des Vorhandenseins von Nilpferden in den afrikanischen -Flüssen nicht mehr sehr viele kommen werden, wenn man fortfährt, diese -Tiere in derselben Weise zu vernichten, wie es jetzt geschieht. Die -Jagd auf Nilpferde ist leicht und kaum sehr gefahrvoll, denn die Tiere -sind sehr dumm, es gehört also gar kein besonderer Heldenmut dazu, eins -zu töten. Am Vormittage fuhren wir zum großen Teile am Rande großer, -häufig sumpfiger Savannen entlang, in denen offenbar viele Büffel -vorhanden waren, wie die zahlreichen Spuren am Flußrande bewiesen. - -Als wir uns gegen 12 Uhr eben an Land begeben wollten, ging eine -Büffelherde trabend davon, die ganze Gegend war offenbar äußerst -wildreich. Ich schoß mir noch zum Frühstück eine prachtvolle große -Ente. Wir lagerten in einem herrlichen Wäldchen, dessen Bäume von den -Blüten einer wundervollen rosenroten Milletia bedeckt waren. Einige -in der Nähe unseres Lagerplatzes stehende Ficusarten untersuchte ich, -doch, wie ich erwartet, ohne ein günstiges Resultat zu erzielen. Als -wir uns eben wieder auf der Fahrt befanden, brach plötzlich ein Tornado -aus, der von einem starken Regen begleitet wurde und mich also zwang, -wieder an Land anlaufen zu lassen und das Canoe mit dem ausgebreiteten -Zelte zu überdecken. Wir wurden alle arg durchnäßt, doch das hielt uns -nicht ab, sogleich nachdem sich der Tornado gelegt hatte, weiter zu -fahren. Am Abend fanden wir einen wundervollen Lagerplatz, der aber -von Büffeln und Nilpferden vollständig zertreten war. Im Wasser vor -uns schwammen etwa 10 Nilpferde umher, welche uns eifrig beobachteten, -hier und da erhob sich eins derselben brüllend, um dann wieder für -einige Zeit zu verschwinden. Ich streifte mit einem meiner Leute -noch umher, um mir einen Abendbraten zu schießen, und hatte auch das -Glück, mich mehrmals an einen Schwarm Enten heranschleichen zu können, -von denen ich fünf erlegen konnte. Das gab wieder ein Fest für die -Leute. In der Nacht wurden wir derartig durch die sich immer näher an -uns heranwagenden Nilpferde, welche durch ihr Gebrüll uns im Schlafe -störten, belästigt, daß ich beschloß, den Tieren ein Andenken zu geben. -Ich schoß auf das uns im Wasser am nächsten schwimmende Tier, das -übrigens kaum 20 Meter entfernt war, und traf es so günstig, daß es mit -einem furchtbaren Geheul unterging. Ich hatte keinen Zweifel, daß ich -das Tier tödlich verwundet hatte, wodurch seine Genossen sich denn auch -wohlweislich in besserer Entfernung hielten. Meine Leute mußten dann -während der Nacht noch wiederholt auf einige allzu freche Exemplare -schießen, um dieselben wieder zu verscheuchen. - -Am nächsten Morgen befürchtete ich zwar einen Angriff seitens der -Hippopotamen auf mein Canoe, dieselben ließen uns aber ruhig abziehen, -offenbar froh darüber, nun auch auf die Weide gehen zu können. - -Das Wasser war wieder sehr bewegt, außerdem hatten wir eine sehr starke -Brise gegen uns, so daß wir nur langsam fortkamen. Das Flußbett war -zum Überflusse reichlich mit Felsen besät, so daß wir nicht selten in -Gefahr kamen, unser Canoe zu zerschellen, und häufig genug konnten -wir hören, wie wir eben an die Spitzen eines solchen scharfen Felsens -anstreiften. Gegen 9 Uhr kam der Posten Lukulela in Sicht, nach einer -weiteren Stunde trafen wir daselbst ein. Die „Hainaut“, welche bei dem -Tornado am vorhergehenden Tage etwas Havarie erlitten, lag hier vor -Anker und wurde für die Fahrt nach dem Stanley-Pool etwas repariert. -Leutnant +Serulea+, der Kommandant des Postens, empfing mich sehr -liebenswürdig und wies mir eine recht angenehme Wohnung an. - -Nachdem die „Hainaut“ gegen Mittag abgefahren war, machte ich mit Herrn -+Jacquier de Longprès+, dem Stationsassistenten, einen Rundgang -auf der Station. Der Kakao stand hier besser als in Coquilhatville, -was ich dem offenbar besseren Boden zuschreibe; der Kaffee war auch -gut gehalten; die ganze Station machte überhaupt einen recht netten -Eindruck, eine Thatsache, die um so anerkennenswerter ist, als man hier -nur eine geringere Zahl von Arbeitern beschäftigte. Kautschuksamen -waren erst ausgelegt worden, daher also war noch nichts von den -Pflanzen zu sehen. Einige alte Kautschuklianen hatte man beim Umlegen -des Waldes geschont, dieselben waren ziemlich alt und gaben guten -Kautschuk. Wenn die Eingeborenen im Walde eine solche Liane finden, so -machen sie zunächst den Baum oben von den Zweigen möglichst frei, bis -sie die ganze Liane herunterziehen können, dieselbe wird darauf längs -des Bodens möglichst ausgebreitet und durch Astgabeln oder Unterlagen -von Holzklötzen und Steinen etwa einen Fuß über den Boden erhoben, -dann erst werden in Abständen von etwa einem Fuß Einschnitte gemacht, -aus denen dann die Latex in die zu diesem Zwecke untergesetzten -Gefäße (meist Lehm- oder Thontöpfe) hineinläuft. Natürlich werden -die Lianen von den Eingeborenen gewöhnlich so tief angeschnitten, -daß sie bereits nach einmaligem Anzapfen zu Grunde gehen. Trotz der -verschiedenen Behauptungen und Veröffentlichungen diesbezüglich, habe -ich mich während meiner Reise überzeugen können, daß man im Congo den -Kautschukpflanzen auch nicht mehr Schonung angedeihen läßt als in den -anderen Ländern Afrikas. Die Regierung versucht zwar, durch Erlasse -aller Art gegen den Raubbau zu arbeiten, doch sind es zum Teil die -Ausführenden selbst, welche den Raubbau ermutigen, da sie dadurch -einen großen momentanen Gewinn erzielen, der sonst ihren Nachfolgern -in die Hände fallen würde. Leider waren an den Kautschuklianen hier in -Lukulela weder Blüten noch Früchte zu finden, so daß ich nicht die Art -feststellen konnte. - -Am Nachmittage des nächsten Tages lud mich der Kommandant zu einer -Jagd auf Büffel und Elefanten ein. Wissend, daß ich somit tiefer in -die Wälder hineinkommen würde und daselbst vieles mir Neue zu sehen -bekommen würde, sagte ich sehr gern zu. Wir fuhren daher noch am -Nachmittage über den Congo hinüber und landeten zunächst an einer mit -hohem Grase bedeckten Ebene, wo wir Büffelspuren in Menge fanden. -Nachdem die nötigsten Vorbereitungen zur Errichtung des Lagers für die -Nacht getroffen waren, brachen wir sogleich zur Jagd auf. Trotz der -ganz frischen Spuren gelang es uns jedoch dennoch nicht, innerhalb der -ersten zwei Stunden eines der Tiere zu sehen. Als dann ein plötzlich -aufgejagter Leguan noch geschossen wurde, gaben wir die Jagd auf die -Büffel auf, da die durch den Schuß gewarnte Herde sich nunmehr sicher -doppelt vorsichtig bewegen würde, wenn sie nicht überhaupt entflohen -war. Nachdem wir einen Sumpf überschritten hatten, drangen wir in einen -daran angrenzenden dichten Wald ein. Nach verschiedenen Streifzügen, -auf welchen wir sehr viele frische Elefanten- und Büffelspuren -antrafen, wurden wir von unserem eingeborenen Fährtenfinder plötzlich -gewarnt und stießen auch wirklich auf eine Herde von Wildschweinen. -Im nächsten Augenblicke krachten schon unsere Schüsse auf die Tiere -nieder. Die meisten wurden verwundet, drei gelang es zu töten. -Unterdessen war es nun auch Zeit geworden, an den Rückweg zu denken, -damit wir noch die Flußufer vor Anbruch der Dunkelheit erreichen -könnten. Erst spät am Abend kamen auch unsere Leute mit den erlegten -Wildschweinen an, von denen wir uns dann noch zum Abendessen einige -saftige Stücke braten ließen. Der Mond war bereits in seiner vollen -Pracht aufgegangen, als wir uns zum Abendessen niedersetzten, um -sofort durch unsere Leute auf einige auf dem Flusse dahinschießende -Canoes aufmerksam gemacht zu werden. Da uns diese fluchtähnliche Fahrt -der Canoes verdächtig vorkam, riefen wir die Insassen der Canoes -an. Dieselben ruderten daraufhin jedoch noch schneller. Leutnant -+Serulea+, welcher bereits einige Zeit in der Gegend war, -vermutete daher sehr richtig, daß die Insassen des Canoes desertierte -Soldaten aus Irebu seien, welche nach dem französischen Posten -Lukulela (français) entweichen wollten, und sandte ihnen daher einige -Kugeln nach. Auch wurde sofort unser Canoe zum Einfangen der Leute -nachgeschickt. Diesen gelang es jedoch, sich im Schatten einer Insel zu -verbergen, wo sie dann nicht mehr zu finden waren. Erfolglos kehrten -daher unsere Leute zurück. - -Schon um 4 Uhr setzten wir am nächsten Morgen unsere Jagd weiter -fort. Da wir vermuteten, daß das durch unsere Schüsse gewarnte Wild -sich nun weiter fort begeben habe, fuhren wir den Strom etwa eine -Stunde weiter hinauf. Am Rande eines Sumpfes wurde dann ein Lager -aufgeschlagen. Das Überschreiten dieses Sumpfes, welcher uns von dem -Walde trennte, war mit einigen Schwierigkeiten verknüpft, schon bei -den ersten Schritten sank man bis über die Kniee ein. Nachdem wir -endlich in dem etwas trockneren Walde angelangt waren, gingen wir sehr -vorsichtig vor, da wir frische Elefantenspuren in Menge bemerkten und -daher die Tiere in unmittelbarer Nähe vermuteten. Nach etwa 1½ -Stunden gab unser führender eingeborener Elefantenjäger, welcher -weniger ein guter Schütze als ein vorzüglicher Fährtenfinder war, -ein Zeichen, woraufhin wir unseren Leuten zurückzubleiben befahlen -und nun mit doppelter Vorsicht vorschlichen. Bald sahen wir zwei -fressende Elefanten vor uns, welche uns noch nicht bemerkt hatten. -Bis auf 40 m gelang es uns unbemerkt heranzukommen, als das Männchen -sich plötzlich wendete und uns bemerkte. Eben schien sich das Tier mit -weitabstehenden Ohren auf uns werfen zu wollen, als auch schon unsere -Schüsse erklangen und der Riese lautlos zusammenbrach, die Zähne in den -Boden stoßend. Es war ein Anblick, den niemand vergessen wird, der je -etwas ähnliches gesehen. Das Weibchen gab nun sofort Fersengeld. Einige -ihm nachgesandte Schüsse verwundeten es zwar, konnten ihm aber keinen -besonderen Schaden zufügen, da wir nur den hinteren Teil des Tieres zum -Ziel nehmen konnten. Dem gestürzten Elefanten jagten wir nun nochmals -drei Kugeln in den Kopf, um ihm vollends den Garaus zu machen. Unsere -unterdessen herbeigekommenen Leute benahmen sich wie toll vor Freude -auf die Aussicht, nun einmal wieder tüchtig Elefantenfleisch zu essen -zu bekommen, und führten einen wahren Freudentanz um den gefällten -Riesen herum auf. Nachdem wir darauf den Befehl gegeben, das Tier zu -zerlegen und die Teile in unser Lager zu bringen, brachen wir auf, um -nach weiterer Beute zu suchen. Bald traten wir in einen wundervollen -Wald hinein, welcher von Elefantenpfaden nach allen Richtungen hin -durchkreuzt war. An einigen sumpfigen Stellen sah man, daß sich noch -kurz vor uns die Tiere darin herumgewälzt hatten, genug, wir sahen -hier, daß wir uns inmitten eines von Elefanten dicht belebten Striches -befanden. Unser Jagdeifer wuchs natürlich nun nach dem erfolgreichen -Morgen sehr bedeutend. An einem Baum, dessen sehr saftreiche Rinde -die Elefanten sehr gern zu fressen schienen, sahen wir sowohl an der -ganz frisch abgeschälten Rinde wie an den noch rauchenden Exkrementen, -daß wir den Tieren sehr nahe sein mußten. Eine über uns in den Bäumen -sich aufhaltende Affenherde verdarb uns aber das Vergnügen durch das -wüste Geschrei, welches die Gesellschaft, die offenbar nie vorher einen -weißen Menschen zu Gesicht bekommen, ausstieß, als sie uns bemerkte. -Wir wurden so ärgerlich über die uns nun von Baum zu Baum verfolgende -Herde, daß wir schließlich beschlossen, die Tiere zu verjagen, da sonst -weitere Erfolge unmöglich waren. Es blieb uns daher nichts anderes -übrig, als einige der Tiere herunterzuknallen. Ruhig blieben dieselben -sitzen, als unsere Kugeln um sie herumpfiffen. Als sie aber, nachdem -einige heruntergefallen, doch einsahen, daß unsere Gewehre nicht -ganz harmlose Dinge waren, entflohen sie unter entsetzlichem Geheul. -Nun erst konnten wir weiter den Spuren der Elefanten folgen. Gegen -Mittag gelang es uns denn auch wieder, an einige Tiere heranzukommen, -welche wir allerdings wegen des sehr dichten Unterholzes nur zum Teil -sehen konnten. Wir verwundeten das eine offenbar sehr schwer, denn -der Blutverlust des Tieres mußte nach den Spuren, welchen wir nachher -folgten, sehr bedeutend sein, und an verschiedenen Stellen schien es, -als sei das Tier zusammengebrochen, aber es gelang uns dennoch nicht, -die Spuren weiter zu verfolgen, da sie sich allmählich in der alten -Spur wiederfanden und uns so immer wieder irre leiteten. Nach einigen -Stunden vergeblichen Suchens nach dem verwundeten Elefanten, von dem -wir berechtigt waren zu glauben, daß er unterdessen bereits vollständig -zusammengebrochen sei, war es denn auch Zeit, an die Rückkehr zu -denken, besonders da sich in unseren Magen bald eine bedeutende Leere -bemerkbar machte. Nach einem Kompaß durch Dick und Dünn marschierend, -gelangten wir, nachdem wir einige Sümpfe überschritten hatten, in -welche wir bis über die Hüften einsanken, endlich etwa eine Meile -unterhalb unseres Lagers an die Flußufer. - -Wir arbeiteten uns nun bis auf Hörweite auf unser Lager zu durch -und wurden schließlich im Canoe abgeholt. Unser Koch hatte während -unserer Abwesenheit das Essen, bestehend aus Wildschweinbraten, -für uns zurechtgemacht, so daß wir sogleich unseren Hunger stillen -konnten. Erst um 5 Uhr hatten unsere Leute den zerlegten Elefanten -vollständig bis zum Flusse geschafft und in das Canoe eingeladen. -Natürlich stellte sich bald heraus, daß die nichtswürdigen Kerle -wieder große Mengen Fleisch im Busch versteckt hatten, um es dann -über Nacht oder am nächsten Tage abzuholen. Einige Leute, welche wir -dabei ertappen konnten, wurden bestraft, das versteckte Fleisch, -welches wir nach einigem Suchen doch bald fanden, ihnen natürlich -auch wieder abgenommen. Auf der Rückfahrt hatten wir noch das Glück, -einige Nilpferde auf einer Sandbank, vollständig außerhalb des Wassers, -beobachten zu können. Ziemlich ermüdet kamen wir am Abend in Lukulela -(bèlge) wieder an. Natürlich war der folgende Tag, an welchem das -Fleisch verteilt wurde, ein Festtag für die Leute der Station. Ein -jeder bekam da seinen Teil und hatte auch Grund, zufrieden zu sein, -denn an einem ausgewachsenen Elefanten sitzt eine enorme Masse von -Fleisch; dazu hatten wir dann ja auch noch die drei erlegten ziemlich -großen Wildschweine, von denen wir drei Europäer doch nur sehr wenig -hatten verzehren können. - -Da ich in Lukulela hörte, daß sich vielleicht bald eine Gelegenheit -finden werde, den Sanga von Bonga aus zu befahren, so lag mir natürlich -daran, möglichst bald nach Bonga zu kommen. Leutnant +Serulea+ -wollte mich bis Bonga hinübergeleiten, da er dort den Herren einen -Besuch versprochen hatte. Wir hatten unsere Abreise von Lukulela auf -den 25. Juli angesetzt, konnten aber erst am Nachmittage fortfahren, da -das Wasser im Congo am Vormittage so hohe Wellen schlug, daß gar nicht -daran zu denken war, das andere Ufer zu erreichen. Trotz des noch immer -gefährlichen Wellenganges erreichten wir bald das französische Ufer und -sprachen dort auf dem französischen Lukulela-Posten vor. Nach kurzem -Aufenthalte fuhren wir bald in den Likensi-Arm des Congo, welcher -zum Sanga hinüberführt, ein, mußten aber für die Nacht unser Lager -aufschlagen, ohne Bonga erreichen zu können, da wir von der Dunkelheit -überrascht wurden und das Fahren in dem engen, von Nilpferden -wimmelnden Kanale nicht ohne Gefahr war. In dieser Nacht bekamen wir -dann auch schon einen Vorgeschmack von den Bonga-Moskitos, so daß wir -nicht an schlafen denken konnten. Mit Tagesgrauen brachen wir am 26. -Juli wieder auf. Nach etwa einstündigem Rudern erreichten wir den -Sanga. Um 7 Uhr kam Bonga in Sicht. Ich fand bei dem Vertreter der -Société Anonyme Belge Aufnahme für die Zeit meines Aufenthaltes bis zur -Abreise nach dem Ngoko. Bis dahin sollte allerdings noch eine geraume -Zeit vergehen. - - - - -III. Kapitel. - -Sanga-Ngoko-Reise und Rückreise nach Kamerun. - - -In Bonga hatte ich nun einen Ort erreicht, in dem ich die ersten -Nachrichten aus der Südostecke unseres Kamerun-Gebietes einziehen -konnte. Ein Angestellter der Société Anonyme Belge war gerade vom -Ngoko heruntergekommen und konnte mir die Verhältnisse daselbst -schildern. Wie sich später herausstellte, hatte er allerdings Vieles -übertrieben, doch waren einige seiner Erzählungen für mich von Nutzen. -Von Herrn Oberleutnant Dr. R. +Plehn+ hatte ich einen Brief in -Bonga vorgefunden, in dem er mich auf seinen Mangel an Leuten und -die Unmöglichkeit aufmerksam machte, am Ngoko Träger zu engagieren. -Er riet mir, Leute vom Congo mitzubringen. Das war nun leider nicht -mehr ausführbar, da im Congostaate erst vor kurzem ein Erlaß des -Gouverneurs erschienen war, wonach die Ausfuhr von Arbeitern aus dem -Gebiete des Staates verboten war. Hätte ich nicht in Kamerun den -Schilderungen des Herrn Oberleutnants v. +Carnap+ entnehmen -müssen, daß die Trägerfrage im Ngoko-Gebiete leicht zu lösen sei, so -hätte ich vom Congostaate mir die Erlaubnis erbeten, Träger nach dem -Ngoko hinaufnehmen zu dürfen; nun war das hier im Innern nicht mehr -möglich, denn eine solche Erlaubnis konnte mir nur der Gouverneur in -Boma geben. Die Verhältnisse lagen also für einen guten Fortgang der -Expedition denkbar ungünstig. Dazu kam noch, daß die Aussicht auf eine -Gelegenheit, den Sanga hinaufzukommen, immer bedenklicher wurde, um so -mehr, da das Wasser ganz bedeutend gefallen war. - -Am 29. Juli traf der „Frédéric“, ein Dampfer der „Nieuwe Afrikaansche -Handels-Vennootschap“ mit Elfenbein vom oberen Ubangi ein. Der Kapitän -dieses Dampfers führte ein großes Canoe bei sich, welches er am -Stanley-Pool zu verkaufen gedachte. Da ich schon seit längerer Zeit -nach einem solchen gesucht hatte, so nahm ich denn auch die Gelegenheit -wahr und erwarb mir dasselbe für 250 Frcs. Nun versuchte ich alles -mögliche, um Ruderer für das Canoe anzuwerben, damit ich dann die Fahrt -nach dem Ngoko im Canoe unternehmen könnte. Da der französische Beamte, -welcher in Bonga stationiert war, unter den Eingeborenen sehr wenig -Einfluß besaß, so verzögerte sich die Sache immer mehr, so daß ich -mich schließlich an das holländische Haus wendete, um von deren Leuten -eventuell einige für kurze Zeit zu erhalten. Schließlich war denn auch -alles so weit vorbereitet, daß ich schon einen bestimmten Tag zur -Abreise in Aussicht nahm, als am 2. August ein Boot aus Wesso am Sanga -eintraf, mit der Nachricht, daß der von der „Südkamerun-Gesellschaft“ -gemietete Dampfer bereits in zwei bis drei Tagen eintreffen würde. -Schon am nächsten Tage erschien derselbe mit dem Direktor der -Gesellschaft, Herrn +Langheld+, und dem Hauptagenten der -„Société Anonyme Belge“ am Sanga, Herrn +van Beers+, an Bord. -Herr +Langheld+ war direkt vom Ngoko gekommen und wollte nun -versuchen, im Congo Leute für die Gesellschaft anzuwerben. Da er noch -nicht von dem neuen Erlasse des Gouverneurs des Congostaates gehört -hatte, machte ich ihn darauf aufmerksam, daß er dort wenig Erfolg haben -werde; doch glaubte er, in den Gegenden, in denen er früher als Agent -einer belgischen Handelsgesellschaft thätig gewesen war, sehr leicht -wenigstens genügend Leute zur Equipierung seines Dampfers zu finden. -Er gedachte, in wenigen Tagen wieder zurückzukehren, um dann wieder -nach dem Ngoko hinaufzufahren. Natürlich zog ich vor, in diesem Falle -auf die Canoereise zu verzichten und bis zur Rückkehr des Dampfers zu -warten. Meine Zeit füllte ich, soweit es hier in Bonga möglich war, -durch Exkursionen und Nachholen laufender Arbeiten aus. - -Ich hatte in einem kleinen Buschwalde in der Nähe meines Hauses ein -Exemplar der Landolphia Klainei entdeckt, welche einen sehr guten -Kautschuk liefert. Leider sind die Stämme dieser Art verhältnismäßig -dünn, so daß es immer eine geraume Zeit dauerte, ehe ich genügend -Saft zum Experimentieren einsammelte. Diesen koagulierte ich in der -verschiedensten Weise. Durch Zusatz von Bossassangasaft erzielte -ich eine sofortige Koagulation zu einer flockigen Masse, welche -dann zusammengepreßt einen Kautschuk ergab, welcher ähnlich wie der -„Kassai-rouge“-Kautschuk fast durchsichtig war. Da Landolphia florida -in der Nähe vorhanden war, sammelte ich auch von dieser Latex ein -und versuchte, auf alle mögliche Arten einen brauchbaren Kautschuk -daraus zu gewinnen, mußte die Hoffnung darauf aber bald aufgeben. Es -gelang mir nur nach Vermischung mit dem Safte der Landolphia Klainei -ein Produkt zu erzielen, welches bedeutend schlechter war als das von -der reinen Milch der L. Klainei gewonnene, sich aber doch verwerten -lassen würde. Es ist übrigens auffallend, daß die Milch der L. florida -sofort gerinnt, sobald sie mit der Luft in Berührung kommt; um sie -mit der der Landolphia Klainei zusammen koagulieren zu können, hatte -ich sie vorher mit Wasser zu verdünnen, damit auf diese Weise eine -bessere Verbindung der beiden Milcharten hergestellt werden konnte. -Es wäre sehr wünschenswert, daß derartige Versuche, Milch einer -kautschukliefernden Pflanze mit der verwandter Arten, welche keinen -Kautschuk geben, zu koagulieren, weiter fortgesetzt würden. Ich konnte -diese Experimente leider damals nicht fortführen, da ich bald die -vorhandenen Pflanzen der Landolphia Klainei derartig angezapft hatte, -daß ich nicht mehr genügend Latex erhielt. - -Die in der Umgebung von Bonga vorhandenen Ficusarten prüfte ich auch -alle auf ihren Kautschukgehalt, konnte aber unter den sämtlichen Arten -keine ausfindig machen, welche sich hätte verwenden lassen; stets war -das Endresultat ein gleiches, man erhielt selbst bei Anwendung der -schärfsten Säuren eine äußerst harzreiche, vogelleimähnliche Masse. Bei -den großblättrigen Arten aus der Verwandtschaft der Ficus Vogelii und -Ficus Preussii war diese meist dicker und weniger von Harzen durchsetzt -als bei den Arten aus der Verwandtschaft der Ficus salicifolia, -während alle rauhblättrigen Arten überhaupt nicht in Betracht kommen -konnten, da sie derartig harzreich waren, daß man nur mit Mühe die -Masse von den Händen freimachen konnte. Bossassangasaft hatte bei der -Ficusmilch entweder gar keinen oder nur sehr geringen Einfluß. Die -Bossassangapflanze, welche ich nun allenthalben antreffen konnte, heißt -in ihren sämtlichen Arten bei den Bangalas und Wangatas übrigens auch -Makabo, ja sogar in einigen Gegenden im Mittelcongo-Gebiet ist sie -unter letzterem Namen bekannter. - -[Illustration: +Landolphia Klainei Pierre+. - -A Zweig, B Knospe, C Blüte, D Längsschnitt durch die Blüte, E -Durchschnitt durch den Fruchtknoten, F Fruchtknoten und Griffel, G -Anthere von vorn, H dieselbe von der Seite.] - -Tag für Tag verging unterdessen, und doch war noch nichts von Herrn -+Langheld+ mit dem „Major Cambier“ oder von anderen Dampfern, -welche den Sanga hinauffuhren, zu sehen. Nach dem Ubangi schien die -Verbindung bedeutend günstiger zu sein, denn es trafen nicht weniger -als drei Dampfer auf dem Wege dorthin in Bonga ein. Diese Dampfer -kommen in Bonga meist ganz unerwartet an und gehen schon nach ein- -bis dreistündigem Aufenthalte häufig weiter flußaufwärts. So ist man -denn gezwungen, sich stets fertig zu halten, damit man beim Eintreffen -eines Dampfers die Chancen nicht verliert, mit demselben mitfahren zu -können. An längere Exkursionen ist bei diesen Zuständen dann natürlich -auch nicht zu denken. Die Umgebung von Bonga speziell war auch nicht -besonders interessant, da das Land mehr oder minder kultiviert war -oder aus Steppen mit vielen Sümpfen bestand. Ich bereute natürlich -sehr, nicht länger in Lukulela geblieben zu sein, denn dort wäre ich -persönlich viel besser aufgehoben gewesen, und hätte auch mehr zur -Erreichung der Ziele der Expedition thun können. In Bonga waren -die Lebensmittel auch noch sehr spärlich, so daß wir sogar Adler und -Papageien mit Genuß zum Abendessen verzehrten. Ich teilte von den -von mir mitgenommenen Lebensmitteln, soweit dies möglich, mit den -Agenten der Handelsgesellschaft, kaufte auch noch verschiedenes von -dem holländischen Hause, mußte aber auch etwas für die Sanga-Reise -mitnehmen, da ich dort erst gar nichts zu erwarten hatte. In Ngoko -hatte ich wieder genügend, da ich vorsichtigerweise vier Trägerlasten -dorthin hatte voraussenden lassen. Auch an Aufhetzungen ließ man es -in Bonga nicht fehlen; so wollte ich mich z. B. eines Tages bei einem -Unteragenten des holländischen Hauses, welcher den gerade abwesenden -Herrn +van Zoysten+ vertrat, erkundigen, ob denn nicht bald einer -ihrer Dampfer den Sanga hinauffahre, als ich zu meinem nicht geringen -Erstaunen hören mußte, er könne mir nicht die Erlaubnis geben, da ihm -von einem der Angestellten der Société Anonyme Belge mitgeteilt sei, -ich reise unter falschen Angaben, sei in Wirklichkeit aber nur ein -Agent der Südkamerun-Gesellschaft, und könne somit als ein Angestellter -einer Konkurrenzfirma natürlich nicht die Erlaubnis bekommen, die -Dampfer des holländischen Handelshauses zu benutzen. Selbst wenn man -also zu einem gemeinnützigen Zwecke in eine Gegend entsendet wird, -in der das Reisen äußerst strapaziös und aufreibend, ja sogar nicht -ungefährlich ist, muß man sich diesen gehässigen Neidern und Reden -aussetzen. Es ist dieses nicht das einzige derartige Beispiel, welches -ich anführen könnte, ich habe deren in Menge; ja selbst nach meiner -Rückkehr nach Europa hatte ich noch einmal ein solches kennen zu lernen. - -Glücklicherweise traf der „Major Cambier“ am 20. August in Bonga ein. -Herr +Langheld+ hatte auf seiner Reise keinen Erfolg gehabt und -kam nun mit derselben sehr schwachen Besatzung zurück. Da er erst noch -den Dampfer laden lassen mußte, so wurde unsere Abreise auf den 23. -August festgesetzt. Die beiden noch übrigen Tage benutzte ich nun noch -dazu, meine sämtlichen Lasten gründlich durchtrocknen zu lassen und -dann alles fertig zu verpacken. Von der belgischen Gesellschaft kaufte -ich noch einige Handelsartikel, welche im Ngoko-Gebiete am meisten -Absatz finden sollten. Herr +Langheld+ war auch so freundlich, mir -zu versprechen, etwaige noch fehlende Sachen mir später abzulassen. - -Am frühen Morgen des 23. August war die Fracht auf dem „Major -Cambier“ fertig gestaut, und somit stand unserer Abfahrt nichts -mehr im Wege. An der einen Seite führten wir einen großen Leichter -mit, an der anderen mein großes Canoe, welche beiden Fahrzeuge dazu -dienen mußten, das zur Heizung der Maschine nötige Holz aufzunehmen; -außerdem hatten die eingeborenen Passagiere und die Holzschläger, -sofern sie nicht direkt auf dem Dampfer gebraucht wurden, sich dort -aufzuhalten. Ein am Abend vorher ausgebrochener Tornado hatte die -Luft bedeutend abgekühlt, so daß der Morgen mit der eben aufgehenden -Sonne eine wirkliche Erholung nach den heißen Nächten und Tagen war. -Bald waren wir um eine vorspringende Landzunge in den wirklichen -Sanga eingebogen, und Bonga entschwand unseren Blicken. Nach kurzer -Zeit passierten wir die Ausmündung des Likensi-Kanals, dessen ganze -Umgebung aus sumpfigen Grassavannen besteht, welche aber immer mehr -verschwanden, je weiter wir flußaufwärts fuhren. Der Wald wurde bald -immer vorwiegender, ja das für uns jetzt linke Ufer war schon ohne -Unterbrechung dicht bewaldet. Am Rande der Inseln und der sumpfigen -Flußufer bildete eine Euphorbiacee, welche von den Eingeborenen -Bubandja genannt wird, häufig dichte Gebüsche, in deren Schatten die -Webervögel gern ihre Nester bauen, denn da wo diese Bubandjapflanze -am Flußrande auftritt, ist das Wasser stets tief und die Nester -sind daher weniger Verfolgungen ausgesetzt. Auf Flußkarten bilden -derartige Bubandjagestrüppe nicht selten gute Kennzeichen. Bald wurde -es bedeutend heißer, hin und wieder zeigte sich der Kopf eines trägen -Nilpferdes oder eines auf dem Sande sich sonnenden Krokodils. Wie -Herr +Langheld+ mir mitteilte, stieg das Wasser des Flusses sehr -bedeutend, es mußten also im Quellgebiete des Sanga oder eines seiner -bedeutenderen Nebenflüsse starke Regen gefallen sein. Wir passierten -einige Inseln, welche alle dicht mit Gebüschen oder Wald bedeckt waren. -Gegen 1 Uhr mittags liefen wir an, da wir sonst zu befürchten hatten, -daß unser Holz vollständig verbraucht werden würde. Fast die ganze -Besatzung des Dampfers wurde nun mit Beilen ausgerüstet und mußte -zum Holzschlagen in den Wald hinein. Ein jeder der Leute hatte eine -bestimmte Menge Holz zu schlagen; sobald er damit fertig war, war er -frei. Hatte irgend jemand eine härtere Strafe verdient, so wurde er -einfach zum Schlagen einer doppelten Menge von Holz verurteilt, das -half gewöhnlich. Der Wald, an welchem wir angelegt hatten, war sehr arm -an Unterholz, aber dicht mit Phrynium und Comelinaceen bedeckt, was -der ganzen Landschaft einen eigentümlichen, tropischen Anstrich gab, -besonders wenn sich hier und dort Calamusarten zeigten. Auffallend war -der Reichtum von Elefantenspuren, welche wie ein dichtes Netzwerk den -Wald nach allen Richtungen durchquerten. Offenbar hatte kein Dampfer -vor uns hier angelegt, denn die Holzverhältnisse waren hier so günstig, -daß einige unserer Leute schon vor Eintritt der Dunkelheit die ihnen -vorgeschriebene Menge zusammengebracht hatten. Diejenigen, welche noch -während der Dunkelheit zu arbeiten hatten, brachten nun Kopalstücke -hervor, welche sie als Fackeln verbrauchten. Dieselben geben ein -gutes Licht und verbrennen so langsam, daß ein etwa faustgroßes Stück -für die ganze Nacht ausreicht. Allenthalben sah man diese Kopalfeuer -im Walde noch bis tief in die Nacht hinein. Schon früh am nächsten -Morgen ging es weiter. Bereits um 4 Uhr mußte alles an Deck aufstehen, -um das am Nachmittage und Abend geschlagene und gespaltene Holz zum -Gebrauch zu verstauen. Moskitos summten während dieser Zeit noch in -Mengen um uns herum und benutzten jede Gelegenheit, uns zu peinigen. -Nach etwa einstündiger Fahrt passierten wir einen Ausfluß des „Likuala -aux herbes“, welcher hier in den Sanga mündet, während außerdem ein -anderer Arm in den Ubangi einlaufen soll. Es ist interessant und recht -bezeichnend für das Konzessionensystem der Franzosen, daß man hier -zwischen dem „Likuala aux herbes“, welcher, von Norden kommend, mit dem -Sanga parallel läuft, und dem Sanga eine Landkonzession ausgegeben hat, -welche fast nur aus großen Sumpfflächen, die mit Wassergras bedeckt -sind, besteht. Bedenkt man nun, daß der Hauptanziehungspunkt zum Ankauf -dieser Konzessionen der vermutliche Kautschukreichtum der Gegenden ist, -so wird man wohl begreifen können, daß die durch Ankauf von nutzlosen -Sümpfen enttäuschten Konzessionäre sobald als möglich versuchen werden, -ihre Konzessionen, auf denen sie kaum genug trockenen Boden haben, um -ein Haus zu bauen, zu verkaufen. - -Die beiden Ufer des Sanga sind in etwa ein Dutzend Konzessionen geteilt -worden, zu welchen kleinere oder größere Gebiete gehören, welche sich -vom Flußufer weg ins Land hinein ausdehnen. Von dem Sanga, unterhalb -der Einmündung des Ngoko, ist bis jetzt jährlich kaum mehr als eine -Tonne Elfenbein heruntergekommen; auch andere Erzeugnisse sind bisher -noch nicht in Betracht zu ziehen, denn die Fabrikation des Kautschuks -ist den Eingeborenen bis heute noch nicht bekannt. Das ganze Gebiet -steht mit Ausnahme einiger weniger Erhebungen, welche die Eingeborenen -bereits zur Errichtung ihrer Dörfer beschlagnahmt haben, für mindestens -einige Monate im Jahre unter Wasser, ist also dann nicht benutzbar. -In der trockenen Jahreszeit, selbst beim niedrigsten Wasserstande, -durchziehen tiefe Sümpfe wie ein Netzwerk die Wälder und hemmen so das -tiefere Eindringen ins Innere. Wesso, die Haupthandelsniederlassung am -Sanga, unterhalb der Ngoko-Mündung (etwa eine halbe Stunde unterhalb -derselben), dürfte fast der einzige Ort sein, von wo aus ein Vordringen -nach der Küste zu für Handelszwecke möglich und rentabel ist. Den -größten Teil seiner Produkte hat Wesso stets vom oberen Sanga und -aus den Ngoko-Faktoreien bezogen. Ich halte es somit für mindestens -sehr fraglich, ob eine einzige Konzessionsgesellschaft an dem -unteren Sanga große Gewinne erzielen würde, und dort sitzen nunmehr -etwa sechs verschiedene Gesellschaften. Bonga, das seinen Handel -hauptsächlich mit den Leuten vom Likuala, Likuba und eventuell vom -Alima (indirekt) treibt, schließe ich aus. Dieses würde übrigens auch -in Zukunft das ganze Elfenbein, welches die Bonga-Händler vom Sanga -und Ngoko herunterbrachten, einbüßen. Ich will hier nicht unerwähnt -lassen, daß bis jetzt über den Sanga noch recht wenig bekannt ist, -und daß die Gebiete zwischen ihm und dem Ubangi für den Europäer -noch vollständig „terra incognita“ sind; doch ist nach allem, was -die Eingeborenen erzählen, nicht viel von dorther zu erwarten. Über -die vielen Konzessionen am oberen Sanga kann ich kein Urteil fällen, -da ich diese Gebiete nicht aus eigener Anschauung kenne. Wie gut -unterrichtete Herren mir sagten, welche dort gewesen sind, liegen auch -da die Verhältnisse nicht sehr viel anders. Die Landesprodukte sind -dort wohl reicher vorhanden und das Bereisen des Landes bedeutend -einfacher, doch sollen die einzelnen Konzessionsgebiete so klein sein, -daß ein wirklich rentables Ausbeuten der Produkte nur in wenigen -möglich ist. In der näheren Zukunft wird man sich wohl auf Kautschuk -und Elfenbein als alleinige Exportartikel beschränken müssen, da die -bedeutenden Transportunkosten die Ausfuhr anderer Produkte unmöglich -machen. In Bonga spielt der Tauschhandel mit Tabak und Palmenöl vom -Likuala und Likuba augenblicklich die Hauptrolle, beides Artikel, -welche z. B. am Ngoko zu den besten Tauschwaren zählen, so daß sich -die Handelsniederlassungen in Bonga ganz gut gewissermaßen als -Zwischenhändler-Stationen rentieren. So werden z. B. die Tabakrollen -mit 2 Mitakus (= 10 Ctms.) aufgekauft, um dann etwa für 1 Frc. wieder -losgeschlagen zu werden; dabei ist nicht zu vergessen, daß der den -Tabak verkaufende Likuba- oder Likuala-Mann selten mit den erhaltenen -Mitakus fortgeht, sondern diese wieder bei dem Kaufmann gegen Stoffe -oder andere europäische Artikel eintauscht, ebenso läßt sich der -Europäer am Ngoko für seine Tabakrolle nicht einfach Geld geben, -sondern Landesprodukte, welche er zu einem von ihm bestimmten Satze -annimmt. - -Schon bevor wir den „Likuala aux herbes“-Ausfluß bemerken konnten, -wurde uns seine Nähe durch große Mengen treibender Wassergräser und -fortgerissener Gesträuche bereits angezeigt. Es war fast gefährlich, -zwischen den treibenden Massen den Dampfer hindurchzusteuern, denn -einige hatten eine ziemliche Ausdehnung und Stärke. Die Mündung des -Flusses ist ein Eldorado für Nilpferdjäger. Stets sind die Tiere in -dem für sie so nahrungsreichen Gebiete in Menge anzutreffen, selbst -in den Jahreszeiten, in denen man ihrer selten ansichtig wird, zur -Zeit der hohen Flut. Auch wir sahen einige Trupps im Wasser spielend, -konnten aber leider nicht zu Schuß kommen. Daß die Eingeborenen die -Tiere nicht allein durch Harpunieren und Schießen erlegen, bewiesen -einige große Fallen, welche wir hier sahen. Dieselben waren ähnlich -wie ein Schaffot hergestellt mit einem von oben herabhängenden Speere. -In welcher Weise die Tiere angezogen wurden und wie die Falle sonst -zusammengesetzt war, konnte ich vom Dampfer aus nicht genau sehen. -Krokodile wurden immer häufiger, je weiter wir flußaufwärts kamen. Da -Sandbänke jetzt selten waren, lagen die Tiere meist auf umgefallenen -oder überhängenden Baumstämmen in der Sonne. Herrn +Langheld+ -gelang es, mehrere zu schießen, da dieselben in ihren Todeszuckungen -aber stets in das Wasser zurückfielen, so konnten wir keines derselben -bekommen, so gern wir auch das Fleisch für unsere Leute gehabt hätten, -denn sämtliche Stämme am Congo verzehren Krokodilfleisch mit dem -größten Behagen. Ebenso wie das Fleisch der Elefanten und Nilpferde -wird das Krokodilfleisch langsam über Feuer getrocknet, um es haltbarer -zu machen. Zu diesem Zwecke werden kleine, etwa 1½ bis 2 Fuß hohe -Stellagen erbaut, welche oben mit dünnen Zweigen überdeckt sind; -nachdem unter der Stellage ein Feuer gemacht ist, wird das in 1 bis -2 Pfund schwere Stücke geschnittene Fleisch mit den Knochen auf die -Stellage gelegt. Nach etwa einem halben Tage ist das ganze Fleisch -dann infolge des stets unterhaltenen Feuers von einer vollständig -ausgedörrten Kruste umgeben, welche es vor Fäulnis bewahrt. Selbst wenn -das Fleisch zu faulen beginnt, verachtet es der Congo-Neger nicht, -obgleich ich mich nicht erinnern kann, je einen Congo-Neger rohes -Fleisch essend gesehen zu haben. Das Verzehren verfaulten Fleisches -und anderer in Fäulnis begriffener Nahrungsmittel hat bei den Leuten -sehr häufig höchst widerliche Hautkrankheiten zur Folge, welche von -Europäern nicht selten für Syphilis angesehen werden, obgleich sie -nicht das geringste damit zu thun haben. Auch auf dem Dampfer hatten -wir stets eine Anzahl von Leuten, die an merkwürdigen Hautkrankheiten -litten. Dieselben, wie überhaupt alle Kranken, mußten gewöhnlich um 8 -Uhr bei Herrn +Langheld+ antreten, um sich dann untersuchen zu -lassen. Hautkrankheiten wurden im Falle offener Wunden mit Jodoform -meist erfolgreich behandelt. Es gab so auf dem Schiffe für Herrn -+Langheld+, welcher dasselbe in Ermangelung eines Kapitäns selbst -führte, stets viel zu thun; ich versuchte mich dabei so nützlich wie -möglich zu machen. Da wir genügend mit Holz versehen waren, konnten -wir am zweiten Tage unserer Reise etwas länger fahren und machten -daher erst um 2 Uhr Halt. Der Wald, an welchem wir damals anlegten, -war äußerst charakteristisch für die Region. Die Mehrzahl der größeren -Bäume stand, wie es die Pandanusarten zu thun pflegen, auf hohen -Stelzwurzeln. Das ließ sich auch alles sehr leicht erklären, denn schon -jetzt bei dem noch niedrigen Wasserstande konnte man kaum in irgend -welcher Richtung den Wald durchstreifen, überall stieß man auf Wasser. -Da Affen sehr häufig waren, nahm ich mein Gewehr mit und schoß einen -derselben, um für die Leute etwas Fleisch zu besorgen; da mein Junge, -Maketu, und Herrn +Langhelds+ Junge auch je noch einen schossen, -so konnten die Leute am Abend einen großen Schmaus abhalten, d. h. -erst nachdem sie mit dem Schlagen des Holzes fertig waren. Doch wenn -etwas derartiges in Aussicht steht, geht bei dem afrikanischen Neger -die Arbeit häufig merkwürdig schnell vor sich. Von Landolphien oder -sonstigen Kautschukpflanzen war in dem Walde nichts zu sehen, wohl -aber gab es riesige Rotholzbäume, deren Holz bei den Eingeborenen -sowohl wegen seiner Härte als auch zum Rotfärben des Körpers geschätzt -wird. Auf einer Streiferei im Walde stieß ich plötzlich auf einen -eigenartigen breiten Weg, welcher vom Flußufer direkt ins Innere -führte und mit quergelegten glatten Baumästen in Abständen bedeckt -war. Diesen Weg verfolgend, trat ich bald in eine Lichtung, wo einige -bereits halbfertige, aus Rotholz gearbeitete Canoes lagen. Leere Plätze -bewiesen, daß die Eingeborenen an dieser Stelle bereits mehrere Canoes -hergestellt hatten, und zwar, wie die beiden noch vorhandenen, von -ziemlichen Dimensionen. Auf dem mit Baumästen belegten Wege wurden -dieselben zum Wasser geschleift. Von der Bevölkerung selbst war keine -Spur zu entdecken, weder am vorhergehenden Tage, noch heute hatten -wir ein Dorf zu Gesicht bekommen. Es giebt deren wohl sicher einige, -welche versteckt in der Nähe der Flußufer liegen, sicher aber ist das -untere Sanga-Gebiet äußerst dünn bevölkert. Die Wälder sind alle von -Elefanten- und Büffelspuren durchzogen, selbst Spuren von Nilpferden -konnte man bis tief in den Wald hinein beobachten, besonders an -Stellen, wo infolge des Zusammenbrechens eines großen Urwaldbaumes -eine Lichtung entstanden war, in der junges Gras und kleine Kräuter -(wie Justicia, Impatiens und Comelinaceen) aufschossen, welche diese -Tiere gern abweiden. In der Nacht gab es wieder so viele Moskitos, -daß man nicht eine Minute lang schlafen konnte. Besonders eine hier -verbreitete sehr kleine Art, welche durch weitmaschigere Netze bequem -hindurchschlüpfen kann, ist es, welche den Menschen hier in den -Nächten das Leben verbittert, während man am Tage von hunderten von -Elefantenfliegen umschwärmt wird. - -Schon vor 3 Uhr morgens wurde es auf dem Schiffe lebendig. Herr -+Langheld+ hatte sich durch den Mond täuschen lassen, und -glaubend, es sei bereits Tagesanbruch, hatte er die Leute geweckt. Da -Nebel auf dem Flusse lag und infolgedessen die auf der provisorischen -Flußkarte angegebenen Landmale nicht zu erkennen waren, mußten wir noch -bis 5 Uhr warten, ehe wir abfahren konnten. Schon gegen 11 Uhr zwang -uns ein starker Regen, eine Zeit lang am Lande anzulegen und die Zeit -durch „Holzmachen“ auszufüllen. Ich machte eine kleine Exkursion, auf -der ich auf einige Exemplare von Landolphia Klainei stieß. Für den -Botaniker giebt es in diesen so häufig überschwemmten Wäldern nur eine -sehr spärliche Ausbeute. Unterholz oder Kräuter sind weniger vorhanden, -dagegen sind die Blüten der Urwaldbäume und die auf letzteren -wachsenden Epiphyten nur da zu erlangen, wo Wald geschlagen wird oder -einer der Riesen gefallen ist. Nach etwa zweistündigem Aufenthalte -dampften wir weiter, um nach kurzer Zeit für den Rest des Tages wieder -zum „Holzmachen“ anzulegen. - -Am 28. August konnten wir infolge des Nebels auch nicht so früh -abfahren, als wir es gewünscht hätten, denn an vielen Stellen ist das -Fahren infolge der Sandbänke sehr gefährlich. Der Fluß, welcher während -der letzten Tage auffallend eng gewesen war, verbreiterte sich hier -ganz auffallend und besaß häufiger Inseln als zuvor. Damals konnte -ich mir die Ursache dieser scheinbaren Verengung des Flusses nicht -erklären; auf der einige Monate später erfolgten Fahrt stromabwärts -löste sich dieses Rätsel. Ich werde später darauf zurückkommen. Die -dicht bewaldeten Ufer waren anfangs noch immer sehr niedrig, bis wir -gegen 10 Uhr das erste Dorf, N’Kunda, erreichten, welches auf einem -etwa 100 Fuß über dem damaligen Wasserspiegel sich hinziehenden -Hügelrücken liegt. Vorher passierten wir noch einige kleinere -verlassene und im Verfall begriffene Dörfer, deren Insassen wohl alle -durch die Raubzüge des alten Häuptlings Wesso, welcher ein Jahr vor -der Besitzergreifung dieser Gebiete durch die Franzosen gestorben ist, -vertrieben waren. Die Bewohner von N’Kunda schienen wenig Lust zu -haben, uns Nahrungsmittel zu verkaufen; als wir anliefen, ließen sich -nur einige neugierige Weiber und eine Schar nackter Kinder sehen, die -natürlich sofort wegliefen, als wir Europäer Miene machten, an Land zu -kommen. Das Dorf besitzt wie die meisten Dörfer dieser Gebiete nur eine -Straße, zu deren Seite sich je eine Häuserreihe hinzieht. An beiden -Enden der Straße standen je eine größere Hütte, in der die Männer zu -Beratungen oder zu allgemeinen Gelagen zusammenzukommen pflegen. Die -Bevölkerung ist mit den Bonga-Leuten nahe verwandt und setzt sich zum -großen Teile sogar aus direkten Abkömmlingen derselben zusammen. Die -Lebensmittel, welche wir hier erstehen konnten, waren durchaus nicht -billig und nur spärlich aufzutreiben, da die Eingeborenen ihre Hühner -oder die wenigen Ziegen, welche sie besitzen, nicht gern verkaufen. -Tabak, Salz und europäische Stoffe sind hier die begehrtesten Artikel. -Perlen und Öl scheinen weniger gut zu gehen, doch hängt das alles -von dem unberechenbaren Einfall des Negers ab. Das Fallen des Wertes -einiger sonst wertvoller Artikel wie Feuersteine und Cutlas ist -eventuell zu erklären; darauf werde ich später bei der Schilderung -meiner Ngoko-Reise zurückzukommen haben. - -Nach etwa dreistündigem Aufenthalte verließen wir das Dorf N’Kunda und -dampften nun den Fluß noch eine Strecke weiter hinauf, bis wir an einer -Stelle anlegen konnten, wo wir genügend Holz vermuteten. Ich machte am -Nachmittage wieder einige Streifzüge durch die Wälder, sah aber nur -Landolphien, von Kickxia dagegen keine Spur, ein Regenguß zwang mich -schließlich, bald wieder zurückzukehren. Je weiter wir flußaufwärts -gekommen waren, desto weniger wurden wir von Moskitos belästigt, ein -Umstand, der sich wohl hauptsächlich durch das Fehlen der nach der -Sanga-Mündung zu häufigen Grassteppen und Wassergrassümpfe erklären -ließe. - -Um am 29. August möglichst weit fahren zu können, wurde gegen Mitte des -Tages eine kurze Zeit hindurch angelegt, um etwas mehr Holz schlagen -zu lassen. An dem weniger wichtigen Dorfe Bussundi fuhren wir vorüber, -ohne auf das Geschrei der am Ufer stehenden Eingeborenen, welche uns -wohl zum Anlegen bewegen wollten, Rücksicht zu nehmen. In der Nähe der -Stelle, wo wir am Nachmittage für den Rest des Tages anlegten, gab -es nicht unbedeutende Quantitäten einer guten Kautschuk liefernden -Landolphiaart, ebenso wuchs am Flußrande eine Coffeaart, deren Früchte -leider noch nicht zum Gebrauche reif genug waren. Auch fehlten an den -Exemplaren Blüten, um die Art feststellen zu können, ich fand dieselbe -längs des Sanga und auch später im Ngoko-Gebiete häufiger. - -Der nächste Tag brachte uns am Vormittage nach dem Dorfe Pembe, -welches ähnlich wie N’Kunda auf einem Hügelrücken erbaut ist und -auch nur aus zwei langgestreckten Häuserreihen besteht. Hier waren -wir beim Einkaufen von Lebensmitteln bedeutend erfolgreicher als in -N’Kunda, besonders Haumesser (Cutlas) fanden guten Absatz. Das ganze -Auftreten der Leute zeigte, daß sie nicht so verwöhnt waren als die -N’Kunda-Leute. Wundervolle Schmetterlinge (Papilioniden und Euploeen) -gab es hier in Mengen. Die Tiere, welche am Flußrande gierig die -Feuchtigkeit aufsogen, ließen sich mit Leichtigkeit mit der Hand -fangen, ohne daß man sie dadurch lädierte. Ich versuchte, eine -Exkursion in die nahe gelegenen Buschwälder zu machen, wurde aber -allenthalben durch Sümpfe, welche zu dieser Zeit den Hügel zu umgeben -scheinen, daran verhindert. - -Als wir kurz nach 1 Uhr von Pembe abfuhren, sahen wir vor uns in der -Ferne den französischen Regierungsdampfer „Tirier“, wohl einen der -elendesten Dampfer, welcher den Congo befährt, von dem Dorfe Likilemba -abfahren. Schon nach kurzer Fahrt hatten wir denselben überholt. Dieser -Dampfer ist der einzige, welchen damals die französische Regierung -für den Congo besaß, obgleich sie doch eine ganze Flottille für den -Sanga sowohl wie für den Ubangi nötig gehabt hätte. Man mietete stets -für schwere Preise die Dampfer des auch in Brazzaville vertretenen -holländischen Handelshauses. - -Für den Nachmittag legten wir gegen 2 Uhr an einer Landzunge an, -welche sich zu unserer Freude als sehr reich an Brennholz erwies. -Der morastige Boden des Waldes daselbst war mit großen Mengen einer -kleinen, calamusähnlichen, stacheligen Palme bedeckt, welche bei meinen -Streifereien für mich sehr lästig waren. Landolphia Klainei gab es -am Flußrande reichlich, doch fehlte dieselbe, sobald man weiter in -den Wald eindrang. Zum ersten Male sah ich hier ein verlassenes Lager -von Elefantenjägern, wie sie in der Ngoko-Region besonders häufig -zu finden sind. Die sehr primitiv aufgebauten Hütten bestanden aus -zusammengesteckten Zweigen und Stöcken, welche etwa eine hingestreckte -Viertelwalze bildeten, die mit Phryniumblättern gedeckt war. Im Innern -einer jeden Hütte befand sich ein niedriges, schmales Bett, das, kaum -einen Fuß über dem Erdboden erhoben, aus zusammengebundenen Stangen -bestand. Feuerstellen waren sowohl in den Hütten als auch außerhalb -derselben vorhanden. - -Trotz des Nebels fuhren wir am 31. August schon früh ab. Im Laufe des -Vormittags hatten wir einige Untiefen zu passieren, bevor wir das Dorf -Boka erreichten. Diese allerdings ziemlich unbedeutende Ortschaft -war bereits zur Hälfte überschwemmt, als wir daran vorbeifuhren. -Auffallend war eine verhältnismäßig große Zahl von Ziegen, welche die -Bewohner zu besitzen schienen. Von dem Dorfe Boka an heben sich die -Ufer des Flusses allmählich, ja der Ortschaft gegenüber zieht sich -ein langer Hügelrücken hin, wie ich ihn sonst am Sanga unterhalb der -Ngoko-Mündung gar nicht kenne; auf diesem haben die Einwohner Bokas -ihre Bananenpflanzungen angelegt und besitzen daselbst wahrscheinlich -auch ihre Hütten während der Hochwasserperiode. Gegen Mittag bereits -ging unser Holz derartig auf die Neige, daß wir anlegen mußten. Nach -kurzer Zeit fuhren wir darauf weiter, um gegen 3 Uhr noch einmal zum -Holzfällen anzulegen, denn uns lag viel daran, endlich das nicht mehr -ferne Wesso zu erreichen. Der Holzvorrat, welchen wir nun einnahmen, -reichte gerade aus, um uns gegen 5½ Uhr am Abend nach Wesso zu bringen, -wo kurz vor uns der „Tirier“ eingelaufen war. - -Da wir noch während des Vormittages am nächsten Tage in Wesso zu -bleiben gedachten, verschob ich eine Besichtigung des Ortes auf den -nächsten Vormittag: außerdem brach nun die Dunkelheit ein, und einige -Zollformalitäten mußten noch bei dem hier stationierten französischen -Beamten erledigt werden. - -Am Abend waren wir alle in Wesso anwesenden fünf Europäer (außer dem -Gastgeber bestehend aus dem Agenten des holländischen Hauses, dem -französischen Chef de Poste, Herrn +Langheld+ und mir) zusammen -bei dem Agenten der Société Anonyme Belge zu gemeinsamem Abendessen -versammelt. - -Nachdem ich am nächsten Morgen das Dorf Wesso, welches schon ganz -den Charakter der Fan-Dörfer trug, besucht hatte, dehnte ich meine -Exkursion noch weiter ins Innere aus. Etwa 1½ Stunden war ich mit -meinem Jungen marschiert, und doch kam ich nicht aus den kultivierten -Gebieten heraus. Die früher unter Kultur gewesenen Strecken, welche -man nun nach Art der Negerkultur wieder verwildern ließ, waren mit -dichtem Busch bestanden, in dem außer Costusarten keine Pflanzen zu -finden waren, welche mich interessierten. Besonders Trema scheint in -solchen Lokalitäten neben Zingiberaceen häufig sich einzustellen. Ich -wäre gern weiter marschiert, mußte es aber aufgeben, da ich zur Zeit am -Dampfer zurück sein wollte, um dessen Abfahrt nicht zu verzögern. Ich -vermute nach allem, was ich auf jener Tour gesehen, daß Kickxia in den -noch nicht kultivierten trockneren Teilen westlich vom Wesso vorhanden -sein dürfte. Kurz nach dem Mittagsmahle fuhren wir wieder von Wesso -ab, um nun bald aus dem Sanga in den Ngoko einzubiegen, welcher sich -etwa eine halbe Stunde oberhalb Wesso in den Sanga ergießt. Nördlich -von Wesso senkt sich das Land wieder sehr bedeutend, so daß die Ufer -jetzt schon kaum über dem Wasserspiegel hervorragten. An einer kleinen, -flachen Insel vorbeifahrend, welche direkt am Zusammenflusse der beiden -Flüsse liegt, während des hohen Wasserstandes aber völlig überschwemmt -ist, bogen wir in den Ngoko ein. Man hatte mir diesen Fluß mit den -schwärzesten Farben geschildert und behauptet, daß nicht einmal ein -Vogel dort zu finden sei, doch das war natürlich arg übertrieben. Im -wesentlichen bot er denselben Anblick dar wie der Sanga, nur war er -bedeutend enger und die Strömung wohl etwas reißender. Gegen 4½ -Uhr, nachdem wir etwa zwei Stunden den Ngoko hinaufgefahren waren, ging -unser Feuerungsmaterial zur Neige, so daß wir gezwungen wurden, für -den Rest des Tages und die Nacht hindurch an Land anzulegen, um Holz -schlagen zu lassen. Selten hatte ich einen Wald gesehen, der derartig -von Elefanten zertreten war wie der, an welchem wir hier lagen. -Landolphia war schon ziemlich reichlich vertreten, ebenso Kaffee, -doch war für Kickxia der Boden offenbar zu feucht, denn auch hier war -der Wald schon teilweise überschwemmt. Es war zu verwundern, daß wir -auch hier trotz der Waldsümpfe fast gar nicht während der Nacht von -Moskitos zu leiden hatten. Bald passierten wir zwei unbedeutendere -Dörfer der Misanga, wie man hier die Eingeborenen nennt, und kurz -darauf gingen wir bei dem Dorfe Muntunda vor Anker. Die Bauart des -Dorfes war auch die für die Fan typische, wie ich sie bereits bei -Wesso beobachtet hatte. Die dicht aneinander stehenden Hütten waren zu -beiden Seiten einer einzigen breiten Straße aufgebaut, welche durch je -ein befestigtes Haus, in dem alle Versammlungen abgehalten werden, an -beiden Enden abgeschlossen wird. Diese Häuser, welche allgemein bei -den Europäern als Palaver-Häuser bezeichnet werden, haben statt der -bei den gewöhnlichen Hütten aus Rinde hergestellten Brüstungen eine -dicke Untermauer, welche aus verschiedenen Schichten von aufrechten -Baumstämmen gebildet wird. Hier am unteren Ngoko waren diese Häuser -nie so verstärkt wie ich sie später am Dja gesehen, denn während die -Mauern hier aus zwei bis drei Schichten von Baumstämmen bestanden, -wurden sie zum Beispiel in dem Dorfe des Häuptlings +Lobilo+ aus -zehn und mehr Schichten gebildet. Zum ersten Male sah ich auch hier -bemalte Thürpfosten und Schwellen, ja einige Leute hatten sich sogar -zu vollständig bemalten Hütten aufgeschwungen. Rot und Weiß waren die -verwendeten Farben. Auch hier sah ich, daß mir die Kaufleute in Bonga -die Verhältnisse zu schwarz geschildert hatten; glänzend waren sie ja -freilich nicht; wohl aber gelang es uns, von den Leuten einige Hühner -und Bananen zu kaufen. Herr +Langheld+ behauptete allerdings, -daß es das erste Mal sei, daß er hier einige Eßwaren erstanden hätte. -Faul sind diese Fan-Völker im Ngoko ohne Zweifel, und es mag lange -dauern, ehe man sie zur Arbeit wird erziehen können, und viel wird -auch von der Tüchtigkeit der deutschen Stationsleiter in jenem Bezirke -abhängen, wie weit und wann das gelingt. Nach sehr kurzem Aufenthalte -in Muntunda dampften wir gegen 10 Uhr wieder weiter. Bald sahen wir -die ersten etwa 300 Fuß hohen Hügel, zwischen welchen hindurch der -Ngoko sich Bahn gebrochen hat, vor uns auftauchen. Da wir nur sehr -knapp mit Holz versehen waren, ließ Herr +Langheld+ am Fuße der -ersten Hügel wieder etwas Holz schlagen. Von diesen Hügeln aus, welche -wir gegen Mittag verließen, hatten wir noch etwa vier Stunden bis zur -zweiten Ngoko-Insel zu fahren, welcher gegenüber die Station auf dem -Hügel liegt. Es wechselten während dieser Fahrt Hügel und Niederungen -beständig ab. Da unsere deutsche Station in der Nähe einer Kette von -Flußschnellen liegt, welche nur eine schmale Passage an der Seite der -Insel freiläßt, legten wir uns an der Insel vor Anker und gaben ein -Signal mit der Dampfpfeife, um unsere Ankunft auf der Station, welche -man vom Flusse aus nicht erblicken konnte, anzuzeigen. Bald erschien -auch ein Canoe, in welchem der Lazarethgehülfe Herr +Peter+ saß, -welcher mich nun im Auftrage des Herrn Oberleutnants Dr. +Plehn+ -willkommen hieß. Da noch eine ganze Anzahl von Lasten für mich und für -die Station mitzunehmen waren, und Herr +Langheld+ auch noch vor -Anbruch der Dunkelheit seine etwa zehn Minuten weiter stromauf gelegene -Faktorei erreichen wollte, so fuhr ich mit Herrn +Peter+ erst -noch bis zur Faktorei hinüber, um dann der Einladung des Herrn Dr. -+Plehn+, bei ihm zu wohnen, Folge zu leisten. Nachdem ein Teil -meiner Lasten in mein großes Canoe hinüber gepackt war, fuhren wir über -die Schnellen hinweg zur Station zurück. Ein etwa 20 Minuten langer -Anstieg brachte mich zur Station, wo mich Dr. +Plehn+ äußerst -liebenswürdig aufnahm. Da es bereits zu dunkeln anfing, setzten wir uns -kurz darauf zum Abendessen nieder, bei welchem wir, Dr. +Plehn+, -Herr +v. Lüdinghausen+, als stellvertretender Stationsleiter, -und ich bis tief in die Nacht hinein Neuigkeiten austauschten. Dr. -+Plehn+ hatte seit vielen Monaten keine Nachrichten aus Kamerun -erhalten und war daher ein dankbarer Zuhörer bei allem, was ich von -dort zu berichten hatte. - -Als ich mir am nächsten Tage die kaum drei Monate alte Station auf -einem kleinen Rundgange betrachtete, war ich erstaunt, zu sehen, -was alles geleistet worden. Wie anders sah es hier aus als auf den -französischen Stationen, welche ich in der letzten Zeit gesehen. Um -auch von den Eingeborenen unabhängiger zu sein, hatte man Anpflanzungen -von Mais und Bananen begonnen, sowie ein Feld Bergreis ausgesäet, das -vorzüglich stand. Alles zeigte die wunderbare Umsicht, mit welcher -Dr. +Plehn+ bei Anlage der Station vorgegangen war. Es gab allerdings -auch einen Übelstand, den zu erwähnen ich nicht unterlassen darf, -nämlich die Entfernung des Wassers, welches die Leute immer vom Flusse -her heraufzuholen hatten. Dr. +Plehn+ sprach mit mir verschiedentlich -darüber und war selbst aus diesem Grunde nicht ganz zufrieden mit der -Anlage seiner Station; doch war da nichts zu ändern möglich, wenn er -nicht die sicher gesundere und kühlere Lage auf dem Hügel aufgeben -wollte. Gesundheitlich war die Station trotz ihrer guten Lage etwas -vom Unglück verfolgt worden. Es waren mehrere Leute besonders unter -den Arbeitern (Weiboys aus Liberia) bereits gestorben, doch meist an -Krankheiten, welche sie noch von der Küste mitgebracht hatten, außerdem -war eine bedenklich große Zahl von Dysenteriefällen vorgekommen, auch -einige Schwarzwasserfieber, von welchem auch Herr +v. Lüdinghausen+ und -der Unteroffizier +Kruschka+, welcher die Soldaten zu drillen hatte, -befallen worden waren. Diese große Zahl von Krankheitsfällen ist leicht -zu erklären, wenn man bedenkt, welche Mühen die Sanga-Ngoko-Expedition -auszuhalten hatte, ehe sie zum Bau der Station schreiten konnte, und -darauf die schweren Arbeiten bei zum Teil sehr dürftiger Ernährung, -denn infolge der schlechten Verbindungen war der europäische Proviant -lange Zeit am Congo liegen geblieben. Je mehr man die Geschichte dieser -Station kennt, desto mehr ist man gezwungen, die Energie der vier -Europäer, unter deren Leitung diese Station entstand, zu bewundern, -und ganz besonders die des Führers, Dr. +R. Plehn+. Mit Dr. +Plehn+ -und Herrn +Langheld+, welcher zu Mittag zur Station gekommen war, -besprach ich dann am Nachmittage die Möglichkeiten meiner Exkursionen. -Dr. +Plehn+ war so liebenswürdig, mir für die Zeit meines Aufenthaltes -Soldaten und Leute zur Verfügung zu stellen. - -Einige Exkursionen, welche ich am nächsten Tage zuerst einmal -in die nähere Umgebung der Station machte, zeigten mir, daß die -Bossassangapflanze in ziemlichen Mengen vorhanden sei. Ebenso fand ich -Landolphien in jüngeren Exemplaren in der Nähe der Station, am Flusse -aber mit langen, dicken Ästen. Landolphia florida war längs der Ufer -auch reichlich vorhanden und durch die gelben, über apfelgroßen Früchte -schon von weitem zu erkennen. - -Am 5. September ging ich zusammen mit Leutnant +Plehn+ längs -des Flußrandes zur Faktorei der Südkamerun-Gesellschaft hinüber, um -einige dort in der Nähe bekannte Kautschukbäume zu untersuchen. Etwa -zehn Minuten von der Faktorei entfernt, brachte mich ein Marsch durch -den Wald zu den betreffenden Bäumen, in welchen ich zu meiner Freude -Kickxia elastica feststellen konnte. Auf einigen Exkursionen, welche -ich nun während der nächsten Tage unternahm, gelang es mir, die Kickxia -in ziemlicher Zahl rings um die Station herum, sowohl auf den Thälern -wie auf den Hügeln feststellen zu können. Ich schickte einige Leute -speziell aus zu dem Zwecke, eine größere Quantität Milch einzusammeln, -mit der ich experimentieren konnte. Anfangs, während der warmen Tage, -kamen die Leute mit weniger Milch zurück, als ich eigentlich erwartet -hatte. Als Grund dafür führten sie an, daß bei der großen Hitze die -Milch kurz nach Austritt an die Luft sehr bald koaguliere. Als ich -dieselben Leute bei kühlerem Wetter aussandte, wurden ihre Aussagen -durch die großen Quantitäten Milch, welche sie heimbrachten, bestätigt; -auf späteren Exkursionen sah ich auch die zuerst angeschnittenen -Bäume mit dem an der Luft koagulierten Kautschuk. Ich erwähne diese -Umstände besonders, da sie zeigen, daß die Kickxien vielleicht -vorteilhafter bei kaltem als bei warmem Wetter angezapft werden, was -für den plantagenmäßigen Anbau von Nutzen sein kann. Auch ist es nicht -unwahrscheinlich, daß die Kickxia bei feuchtem oder kaltem Wetter einen -größeren Ertrag an Latex liefert als bei trockenem und heißem Wetter. -Inwieweit der Prozentsatz des Kautschuks zu der gewonnenen Quantität -von Milch unter diesen verschiedenen Witterungsverhältnissen variiert, -ist noch eine offene Frage, welche erst durch jahrelange Versuche -endgültig entschieden werden kann. Während meines verhältnismäßig -kurzen Aufenthaltes im Ngoko-Gebiete konnte ich nichts sicheres in -dieser Hinsicht feststellen. Über die verschiedenen Methoden, welche -ich bei der Koagulation der Kickxiamilch angewendet habe, habe ich -schon früher einmal berichtet. Die erste Methode, welche ich anwendete, -das Einkochen der Milch, scheint mir die empfehlenswerteste. Durch -Zusatz von Bossassanga wird, wie die von mir mitgebrachten Proben -bewiesen haben, der Kautschuk nicht verbessert. - -Die Para-Räuchermethode ebenso wie die Centrifugivmethode sind, da -beide zu viel Arbeitskräfte bedingen, für Afrika und ganz besonders für -diesen Teil Afrikas nicht zu empfehlen. - -Auch ein trichterförmiges Gefäß zum Austrocknen der Milch hatte ich -mitgenommen und konnte es nun zum ersten Male gebrauchen. Ich goß -die Milch in dieses Gefäß hinein und ließ sie mehrere Tage hindurch -stehen, bis sich die Kautschukkügelchen nach oben abgesetzt hatten. -Die oberste, sehr harzreiche Schicht wurde abgenommen, nachdem die -Milch genügend in Wasser und Kautschukkügelchen gesondert war, und -das Wasser allmählich durch einen am Grunde des Gefäßes angebrachten -Hahn abgelassen. Die zurückbleibende flockige Masse blieb zum besseren -Austrocknen erst noch einige Tage stehen, um dann durch einfaches -Pressen mit der Hand endgültig in Kautschuk verwandelt zu werden. -Der auf diese Weise gewonnene Kautschuk erfordert wenig Arbeit und -ist nicht der Gefahr ausgesetzt, anzubrennen, wie es beim Kochen der -Fall ist. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß auch diese Methode -des Austrocknens sich bei Gewinnung des Kautschuks in den Plantagen -bewähren wird. Da ich später noch einmal auf die verschiedenen Methoden -der Koagulation einzugehen haben werde, so will ich darüber hier -nicht mehr sagen, sondern nun auf die Anzapfungsmethoden der Kickxien -übergehen. Die von mir mitgenommenen Instrumente bewährten sich nur -halb, da man mit ihnen nur langsam arbeiten konnte. Der Pikierapparat -war im Verhältnis zur Zähigkeit der Kickxiarinde leider zu schwach -gebaut, so daß sich die Zähne beim Einschlagen teils umbogen, teils -abbrachen. Ich möchte fast glauben, daß besonders bei warmem Wetter -diese Pikiermethode etwas für sich haben dürfte, besonders wenn -man durch einen am Fuße des Stammes herumgelegten Ring den etwa -herunterlaufenden Saft auffangen könnte, so daß auf diese Weise nichts -verloren geht. Diese Methode hat vor allen anderen den Vorzug, daß der -Baum dadurch nicht so leicht verletzt wird, und das ganze Jahr hindurch -in kurzen Abständen angezapft werden kann. Der Kautschuk, welcher dann -natürlich auch in der Form der Ceara-Kautschukthränen exportiert werden -müßte, würde sicher durch seine Reinheit und Trockenheit einen guten -Preis erzielen. - -Für die verbreitetste und bei einmaligem Anzapfen rentabelste Methode -des Grätenschnittes müßte man noch passende Instrumente erfinden, mit -denen man schnell und ohne die Cambiumschichten unter der Rinde zu -verletzen, arbeiten könnte. - -Bei den Fantis ist zum Besteigen der geraden Kickxiastämme ein -Steiggürtel gebräuchlich, welcher wirklich verdiente, allenthalben -eingeführt zu werden. Mit Hülfe dieser Gürtel sind die Leute in der -Lage, jeden geraden Stamm ohne Mühe zu besteigen, so lange sie ihn -umspannen können. Bei Anwendung des Grätenschnittes muß natürlich -darauf gesehen werden, daß die Schnitte nicht zu tief eindringen, -denn der Schaden, welcher dadurch hervorgerufen wird, steht in keinem -Verhältnis zu der geringen Menge Kautschuks, welche man dadurch mehr -erhält. Außerdem wäre es wünschenswert, daß auch hier etwa da, wo -das Gefäß zum Auffangen des Saftes angebracht wird, ein erhabener -rinnenartiger Ring um den Stamm gelegt wird, durch welchen etwa an der -Rinde herunterlaufende Säfte aufgefangen werden können. Zum Anschneiden -der Stämme dürfte sich ein Instrument empfehlen, das ähnlich wie die -in unserer Forstwirtschaft allgemein verwendeten „Baumreißer“ gebaut -ist, aber mit einer verstellbaren zweischenkeligen Schneide versehen -ist, deren beide Schenkel sich an der scharfen Kante vereinigen und so -zwischen sich einen Hohlraum lassen, durch welchen das ausgeschälte -Rindenstück nach oben entweichen kann. Ich werde an anderer Stelle auf -dieses Instrument zurückkommen. Betonen möchte ich noch, daß dieser -Baumreißer nur für glatte, aufrechte Stämme, insbesondere Kickxia- und -eventuell Ceara- und Para-Bäume konstruiert sein soll. Bei Landolphien -verhindert schon die sehr unebene Rinde sowie sehr variable Dicke -derselben seine Anwendung. - -[Illustration: +Kickxia elastica Preuss+. - -A Blühender Zweig, B Kelchblatt von innen, C Längsschnitt durch die -Blüte, D Antheren, E Fruchtknoten mit Griffel, F Frucht, G dieselbe im -Querschnitt, H dieselbe aufgesprungen, J Samen, K Samenquerschnitt.] - -Herr Dr. +Plehn+ ließ am 13. September seine sämtlichen Arbeiter -zusammentreten, um vor ihren Augen die Bereitung eines reinen -Kautschuks demonstrieren zu lassen. Ich zeigte den Leuten damals -die für sie am leichtesten begreifliche Methode der Gewinnung des -Kautschuks durch Kochen. Um sie auf die Unterschiede der Güte des -von ihnen und von mir hergestellten Kautschuks aufmerksam zu machen, -wurde ein von den Soldaten hergestellter Kautschukball zugleich mit -den von mir angefertigten Stücken herumgegeben und die Leute zu -gleicher Zeit darauf aufmerksam gemacht, daß nur der Kautschuk in den -Faktoreien der Südkamerun-Gesellschaft zu verkaufen sei, welcher in -der von mir demonstrierten Art hergestellt ist. Ich bin sicher, daß -es Herrn Dr. +Plehn+ in nicht zu langer Zeit gelungen wäre, die -Kautschukgewinnung in seinem Bezirk einzuführen, hätte ihn nicht kurz -darauf ein so trauriges Schicksal unseren Kolonien für immer entrissen. - -Da bereits an den Kickxiabäumen einige reife Früchte sich zeigten, -so machte ich mit einigen Leuten am 20. September einen Ausflug ins -Innere nach der Richtung von Djimu zu, um Samen zu sammeln. Nach etwa -20 Minuten erreichten wir eines der bedeutenderen Dörfer der Umgegend, -Kataku, von wo aus ich von dem gewöhnlichen Djimu-Wege, den vor mir -Dr. +Plehn+ als erster Europäer betreten hatte, abbiegend, auf -ein nördlich von Kataku liegendes kleines Dorf zu marschierte. Auf -dem Wege dorthin stieß ich auf eine Quelle mit prachtvollem Wasser -(wohl das beste in der ganzen Umgebung), von welchem bis dahin nur -die Eingeborenen und die Soldaten der Station, welche von den Dörfern -der Eingeborenen ihren Proviant holten, Kenntnis hatten. In dem -Dorfe, welches wir nun erreichten, soll, nach Angaben der dortigen -Eingeborenen, kein Weißer vorher gewesen sein. Man sieht also, wie -sehr unbekannt diese Region unseres Schutzgebietes geblieben ist. -Dieses neue Dorf, dessen Namen ich leider nie erfahren habe, machten -wir nun zum Operationscentrum. Von hier aus drang ich in die äußerst -kickxiareichen Wälder ein und konnte so eine große Menge von Früchten -zusammenbringen. Die Eingeborenen waren mir gegenüber zwar äußerst -furchtsam und mißtrauisch; doch schienen sie zu den Soldaten, dank -dem klugen Vorgehen des Dr. +Plehn+, in sehr gutem Verhältnis zu -stehen. Auch einige Leute von der Station trafen am Nachmittage ein, -teils von einem nordöstlich gelegenen Dorfe mit Proviant reich beladen -zurückkehrend, teils von Kataku kommend, um auch hier noch Proviant zu -kaufen. Am Abend traf ich dann wieder von dieser äußerst interessanten -Exkursion mit vielen Kickxiafrüchten (vier vollen Lasten) auf der -Station ein. - -Da sich am 22. September eine günstige Gelegenheit bot, nach dem oberen -Dja hinaufzufahren, so benutzte ich mit Freude eine Einladung des Herrn -+Bunge+, welcher mit der „Holland“ nach dem Ngoko gekommen war, um -die Faktoreien des holländischen Hauses der Südkamerun-Gesellschaft zu -übergeben, daran teilzunehmen. - -Wir verließen auf dem Dampfer „Holland“ am frühen Morgen die -Faktorei „Wilhelmina“, welche auf dem französischen Ufer gegenüber -der deutschen Station liegt, und fuhren den Ngoko hinauf. Ich hatte -einige Soldaten von Dr. +Plehn+ zur Begleitung und, um nachher noch -eine Canoereise machen zu können, mein großes Canoe mitgenommen. Nach -etwa einstündiger Fahrt erreichten wir einen großen, alleinstehenden -Felsen, welchen ich bereits von einer früheren Reise her kannte. Von -seiten Herrn +Langhelds+ war auf seiner Flußkarte dieser Felsen mit -dem Namen „Plehn-Felsen“ belegt worden, ein Name, welcher hoffentlich, -in Anbetracht der Verdienste Dr. +Plehns+ um diesen Bezirk, bestehen -bleiben wird. Da ich noch häufig Gelegenheit haben werde, dieses -eigentümlichen, isolierten Felsens Erwähnung zu thun, so will ich -hier gleich bemerken, daß auch ich denselben einfach als Plehn-Felsen -bezeichnen werde. Bis zur vierten Ngoko-Insel war ich schon vorher den -Fluß hinaufgefahren, heute kamen wir noch weiter hinauf, mußten aber -gegen 2½ Uhr anlegen, um für den nächsten Tag Holz schlagen zu lassen. -Mit einigen Soldaten versuchte ich tiefer in den Wald einzudringen, -wurde aber auf allen Seiten durch Sümpfe daran verhindert. Auf dieser -Streiferei gelang es mir, nicht weniger als fünf mir neue Orchideen -von einem einzigen Baume herunterzuholen. Von Kautschuklianen oder -Kickxien war an dieser Stelle nichts zu sehen, wohl aber einige -Coffeasträucher. Landolphia florida war längs des ganzen Flußufers -reichlich vertreten, allenthalben durch die orangenähnlichen Früchte -leicht kenntlich. Wir waren nun nicht mehr weit von dem Zusammenflusse -des Bumbe und des Dja entfernt, wo wir am nächsten Tage die Faktorei -der „Südkamerun-Gesellschaft“ zu erreichen gedachten. Bevor wir -dorthin kamen, passierten wir noch die Mündung des Como-Flusses, in -welchen bis dahin noch kein Europäer eingedrungen war. Gegen Mittag -trafen wir auf der Bumbe-Faktorei ein. Dieselbe war erst vor kurzer -Zeit angelegt worden, so daß man erst ein Haus hatte fertigstellen -können; die Vorräte an Waren und Proviant befanden sich noch in den -zu ihrer Bergung aufgestellten Zelten. Ein Europäer, Herr +Kalmar+, -war zur Leitung der Faktorei hier zurückgelassen worden. Bei unserer -Ankunft beklagte sich derselbe, daß die Eingeborenen des an der -Faktorei angrenzenden Dorfes sich geweigert, das durch Herrn +Langheld+ -von ihnen käuflich erworbene Land abzutreten. Herr +Langheld+ -hatte infolgedessen mit dem Häuptling des Dorfes ein längeres -Palaver abzuhalten, um ihm zu erklären, daß der Kauf des Landes die -Gesellschaft zum Besitzer desselben gemacht; es dauerte eine geraume -Zeit, ehe die Eingeborenen das einsehen konnten. Ein sehr starker Regen -zwang uns leider, am Nachmittage auf dem Dampfer zu verweilen, obgleich -ich gern ein kleines noch vollständig unbekanntes Flüßchen, den -„Bumbesse“, welches neben dem Bumbe in den Ngoko einmündet, befahren -hätte, um so tiefer in das Land eindringen zu können, da man sonst -allenthalben durch Sümpfe daran verhindert wurde. - -Da sich das Wetter am 24. September (am folgenden Tage) besserte, -so konnte ich die Fahrt den Bumbesse hinauf antreten. Vorher wurden -noch zwei Herren den Bumbe hinaufgeschickt, um die Faktorei des -holländischen Hauses zu übernehmen, welche bei den Bumbe-Schnellen, von -den Eingeborenen in der Bangala-Sprache als „Mei makessi“ (scharfes -Wasser) bezeichnet, gelegen ist. Zu der Fahrt den Bumbesse hinauf -hatte ich vier Soldaten mitgenommen, welche alle mit einem Haumesser -ausgerüstet waren, denn schon an der Mündung war es ersichtlich, daß -man sich durch viel überhängendes Gestrüpp hindurchzuarbeiten habe. -Da ich auch einigermaßen die Richtung des Flüßchens festlegen wollte, -hatte ich mit dem Kompaß in der Hand tüchtig aufzupassen, daß wir nicht -irgendwo festfuhren. Unter ziemlichen Schwierigkeiten hatten wir oft -unser Canoe zwischen den durchgeschlagenen Lianen hindurchzuzwängen, -um wieder in offenes Wasser zu gelangen. Gegen 10 Uhr kamen wir an -eine Brücke, welche bewies, daß Eingeborene hier in der Nähe hausen -müssen; dieselbe war sehr primitiv, durch zwei auf Gabeln ruhende -Stangen hergestellt, welche an der Seite durch ein Zaunwerk gegen -die Gewalt des Wassers geschützt waren. Etwa zwei Meter oberhalb der -Stangen war parallel mit diesen eine Liane gespannt, welche dem die -Brücke Passierenden offenbar zur Stütze dienen sollte. Wir kamen an -diesem Hindernisse auch vorbei, indem wir das Canoe allmählich darüber -schleiften. Um 11 Uhr wurde endlich durch Fallen unserm weiteren -Vordringen ein Ziel gesteckt. Die Ufer des Flüßchens, welche hier -bedeutend näher zusammentraten, waren durch ein Zaunwerk verbunden, das -sehr geschickt durch Lianen verknotet war und nur zwei Öffnungen ließ, -durch welche die Tiere passieren konnten. Oberhalb dieser Öffnungen -sah man Schlingen, welche offenbar zum Anbringen von Speeren angelegt -waren. Da von diesen Fallen ein Pfad in den Wald hinein führte, der -offenbar unlängst von Menschen betreten war, so ließ ich einen Soldaten -bei dem Canoe zurück und drang nun mit den drei anderen Soldaten auf -dem Pfade vor. Zu meiner nicht geringen Freude konnte ich hier im Walde -Kickxia sowohl wie Landolphia feststellen, erstere sogar in ziemlicher -Menge. Da meine Zeit beschränkt war und noch keine weiteren Anzeichen -von Menschen zu entdecken waren, ließ ich nach etwa halbstündigem -Marsche im Walde wieder zum Canoe zurückkehren, hatte doch diese -Exkursion wenigstens zur Entdeckung der Kickxia hier am Bumbesse -geführt. Dieser Standort der Kickxia war für mich um so interessanter, -als der Wald deutliche Anzeichen einer zeitweisen Überschwemmung trug, -somit also der Baum auch in Regionen mit bedeutender Bodenfeuchtigkeit -zu gedeihen scheint. Auf der Rückfahrt ließ ich an den Stellen, wo -der Wald nicht überschwemmt war, landen, um auch dort nach Kickxia -zu fahnden, konnte aber hier nur das Vorkommen von Landolphia -konstatieren. Am Nachmittage machte ich nun noch einige Exkursionen -längs des Ngoko-Ufers, wo ich auch wieder Landolphia feststellen -konnte. Auch hier entdeckte ich wieder einige interessante Orchidaceen. - -Am Morgen des 25. September dampften wir weiter, jetzt den Dja hinauf, -durch dessen Zusammenfluß mit dem Bumbe der Ngoko gebildet wird. Die -Ufer waren auch hier teilweise recht niedrig, teilweise erhoben sich -etwa bis 100 Meter hohe Hügel längs derselben. Der Strom war hier noch -bedeutend stärker als auf dem Ngoko. Die Vegetation scheint üppiger zu -sein, als ich sie am Ngoko beobachtet habe. Nach etwa zweistündiger -Fahrt passierten wir das Dorf Djama auf der Insel gleichen Namens nebst -einer Abzweigung desselben auf einer daneben liegenden Insel. Die Ufer -erschienen auf unserer linken Seite nun stets mehr oder minder erhöht. -Kurz hinter Djama hatten wir einige Stromschnellen zu passieren, -welche glücklicherweise an einer Seite einen Kanal zur Durchfahrt frei -ließen. Gegen 4½ Uhr erreichten wir dann das Ziel unserer Reise, die -Faktorei Bomudali. Dieselbe liegt gegenüber der Insel Bomudali mit dem -darauf befindlichen gleichnamigen Dorfe von für dortige Verhältnisse -ziemlicher Ausdehnung. Diese Faktorei wurde durch einen Eingeborenen -geleitet. Ein recht nettes, aus hiesigem Bambus (Raphiapalmen-Rippen) -gebautes luftiges Häuschen mit einer breiten Veranda hatte man hier -aufgebaut, in dem sich ein Europäer recht gut hätte aufhalten können. -Ich unternahm sogleich eine Exkursion in den Wald, der leider auch zum -großen Teile überschwemmt war, so daß ich total durchnäßt gegen Abend -zum Schiffe zurückkehrte. - -Da mir nicht viel daran lag, dieselben Gegenden noch einmal vom Dampfer -aus zu betrachten, so hatte ich beschlossen, die Rückreise im Canoe -zu machen. Da der Dampfer von hier aus umkehren sollte, so fuhr ich -bereits um 5½ Uhr am Morgen des 26. September von Bomudali ab. Da -noch Nebel auf dem Flusse lag, konnten wir anfangs nur wenig von der -Urwaldvegetation erkennen. Erst als gegen 8 Uhr die Sonne durchdrang, -wurde das Bild interessanter und lebendiger. Die Papageien in den -Zweigen fingen ihr Geschrei an, oben sah man die Nashornvögel über die -höchsten Gipfel der Bäume dahinschweben, während die buntbefiederten -Königsfischer auf den Büschen am Wasser auf Beute warteten. Nun am -Ufer entlang fahrend, sah ich häufig riesige Kautschuklianen von den -Zweigen hängen, deren riesige, etwa kinderkopfgroße Früchte durch ihr -Gewicht die Zweige herunterzogen. Leider hingen diese Früchte meist -zu hoch, um sie zu erlangen, selbst einige Schüsse auf dieselben -hatten keine Wirkung. Doch gelang es mir nach einigen vergeblichen -Versuchen, endlich dreier derselben habhaft zu werden, um sie nach der -Station mitzunehmen. Von Kickxia konnte ich nur hin und wieder einige -Exemplare an dem höheren Ufer entdecken; doch ließ ein großer Sumpf, -welcher die Hügel von dem Flusse trennte, eine genauere Untersuchung -derselben nicht zu. Gegen Mittag erreichten wir Djama, nachdem wir -noch kurz vorher durch einen tüchtigen Regenschauer vollständig -durchnäßt worden waren. Meine Leute hatten zwar in dem Dorfe Bomudali -tüchtig Essen kaufen können, so daß sie noch reichlich versehen -waren, doch hielt ich es trotzdem für geraten, mich hier noch einmal -tüchtig zu verproviantieren, da ich nicht wußte, wie lange ich noch -bis zu meiner Ankunft auf der Station unterwegs bleiben würde, zumal -ich beabsichtigte, den N’komo zu befahren, um auch dort soweit als -möglich in die Wälder einzudringen. Ich besuchte daher die beiden -Djama-Inseln und kaufte dort an Lebensmitteln für meine wenigen Leute -nicht unbedeutende Quantitäten ein, und zwar zu äußerst billigen -Preisen. Ich will zwar nicht verleugnen, daß die Anwesenheit der -Soldaten wahrscheinlich nicht wenig dazu beitrug, doch sah ich darauf, -daß den Leuten nichts mit Gewalt abgenommen wurde. Wer nicht verkaufen -wollte, wurde in keiner Weise dazu gezwungen. Ich konnte hier Hühner -und Eier für Öl und Salz einkaufen. Etwa ein halber, ziemlich kleiner -Tassenkopf mit Öl genügte, um ein Huhn zu erstehen. Für meine Leute gab -es Büffel- und Elefantenfleisch und sehr viel Planten. So konnten wir -also, reichlich versehen, am Nachmittage unsere Weiterreise antreten. -Nach kurzer Zeit ließ ich an Land anfahren, um Mittag kochen zu lassen. -Wir waren kaum damit fertig, als die „Holland“ unsere Lagerstelle -passierte, auf der Rückreise nach Bumbe, welches übrigens schon von -unserem Lager aus in Sicht war. Ich unternahm nun noch eine Exkursion, -auf welcher ich wieder das Vorhandensein der Kickxia, wenn auch nur -in vereinzelten Exemplaren, konstatieren konnte; dann ließ ich den -Dja bis zum Bumbe hinunter weiterfahren, wo ich gegen 6 Uhr abends -bei dem Dampfer anlangte. Am Abend versammelten wir hier anwesende -fünf Europäer uns auf dem Dampfer, wo uns Herr +Kalmar+ nach dem -Abendessen durch ein Konzert auf der Violine unterhielt. Da ich am -nächsten Morgen früh aufbrechen wollte, ging ich um 10 Uhr schlafen. - -Der nächste war wieder einer jener prächtigen Morgen, wie ich sie -besonders nach einem Regentage schon häufig im Ngoko erlebt hatte; -lautlos glitt unser Canoe am Ufer des Flusses entlang, jedes Geräusch -wurde noch durch den dichten Nebel, welcher auf dem Flusse lag, -gedämpft. Als sich gegen 9 Uhr der Nebel gehoben, ließ ich auf -einer sandigen Stelle am Ufer das Canoe aufziehen, um den Soldaten -Zeit zum Frühstück zu geben, während ich mit meinem Jungen im Walde -umherstreifte, soweit es die uns umgebenden Sümpfe gestatteten. Auch -hier gab es viele Landolphien, besonders L. florida, deren Früchte -eine Schar Affen angelockt hatten, von welchen ich für meine Leute -zwei erlegen konnte. Während ich im Walde umhergestreift, hatte der -Koch das Frühstück fertig gemacht, so daß wir kurz darauf, ohne -großen Zeitverlust, weiterfahren konnten. Gegen 11 Uhr erreichten wir -die Mündung des N’komo-Flusses, in welchen wir nun eindrangen. Die -Strömung war hier auffallend stark, besonders da, wo Bäume in das -Wasser hineingefallen waren. An einigen Stellen mußten wir uns längs -der Ufer an dem Gesträuch entlang hinziehen, um gegen die starke -Strömung ankommen zu können. Ein riesiges Krokodil, welches auf einem -Baumstumpfe lag, schoß ich auf dieser Fahrt, doch entging uns das Tier -leider, weil es in seinem Todeskampfe vom Stamme herunter in das Wasser -fiel. Gegen 12 Uhr ließ ich an einer offenen Stelle an Land fahren, um -den Leuten, welche sich sehr stark hatten anstrengen müssen, Rast zum -Mittagessen zu geben. Elefanten-, Büffel- und Nilpferdspuren gab es -in Menge, von den Tieren selbst war leider nichts zu sehen. Die Bäume -hingen am Ufer voll von Orchideen, unter denen besonders Angraecum -pellucidum Ldl. mit seinen langen herunterhängenden Blütentrauben -auffiel. Hier und dort waren Kautschuklianen (Landolphia) zu sehen, -doch bis jetzt selten in größeren Mengen. Ich drang mit einem Soldaten -tiefer in den Wald ein, um nach Kickxia zu suchen, konnte davon hier -aber nichts entdecken. Als wir uns am Nachmittage kaum wieder auf der -Weiterfahrt befanden, überraschte uns wieder ein starker Regen, der -uns aber nicht hinderte, weiter zu rudern. Bald schien es, als sei -unserm weiteren Vordringen eine Schranke gesetzt, denn vor uns lagen -zwei große Bäume im Wasser. Als wir näher kamen, erkannten wir in -denselben eine Brücke der Eingeborenen. Die beiden Bäume waren von -denselben gefällt worden und die oberen Äste mittelst Lianen mit dem -Strauchwerk der anderen Seite verbunden, so daß man, von Ast zu Ast -kletternd, den Fluß überschreiten konnte. Zur Sicherung des Überganges -waren einige Lianen darüber gespannt worden, an denen man sich halten -konnte. Von menschlichen Wesen selbst war keine Spur zu entdecken. Ich -glaube sicher, daß diese Brücke von den Zwergvölkern dieser Urwälder -gelegt worden ist, denn nur diese allein bewohnen jene Wildnis. Mit -unseren Haumessern gelang es uns, eine Öffnung durch die im Wasser -liegenden Kronen der Bäume zu schlagen, durch welche wir unser Canoe -hindurchschieben konnten. Wir wurden alle dabei von einer Schar -Ameisen, welche eben den Fluß auf dem Baume zu überschreiten schienen, -arg zugerichtet. Als sich gegen Abend der Himmel aufgeklärt hatte, -begannen sich die verschiedensten Tiere hören zu lassen, besonders -Elefanten hörte man häufig. Ein Schuß, welchen ich auf eine Schar Enten -abfeuerte, rief dann plötzlich für kurze Zeit eine allgemeine Stille -hervor. Gegen 5½ Uhr ließ ich anhalten und für mein Zelt unter einem -großen Baume den Platz reinigen. Bei der dichten Bewaldung brach die -Dunkelheit überraschend schnell herein. Es war eine wundervolle Nacht, -welche nun folgte, als der Mond sein friedliches Licht über den Urwald -ergoß. Noch lange saß ich an dem Abend vor meinem Zelt und genoß die -kühle Luft. Die Stille des Waldes wurde nur hin und wieder durch das -Trompeten eines Elefanten unterbrochen. - -Kurz nach 6 Uhr waren wir am nächsten Morgen auf der Fahrt. Mit jeder -Minute wuchs die Stärke der Strömung, so daß ich schon mit einigem -Grauen an die Rückfahrt dachte, da dann bei den vielen Windungen des -Flusses und den vielen, in demselben liegenden, Baumstämmen unser Canoe -nur zu leicht hätte umgerissen werden können. Gegen 7½ Uhr wurde -nun leider unserem weiteren Vordringen durch einen neuen Baumstamm -eine Schranke gesetzt. Auch dieser war wieder von Menschenhand gefällt -worden und lag unglücklicherweise so im Wasser, daß für unser Canoe -keine Passage blieb. Unter Schwierigkeiten wäre es uns vielleicht -gelungen, das Canoe darüber hinweg zu ziehen oder über Land wieder -in fahrbares Gewässer zu bringen, doch glaubte ich, etwa so weit -vorgedrungen zu sein, als der N’komo deutsch war. Da der Zweck -meiner Mission auch nicht in geographischen Forschungen bestand, so -glaubte ich auch, hier umkehren zu müssen, hatte ich doch wenigstens -Kautschuklianen hier in ziemlichen Mengen feststellen können. Bevor -ich umkehrte, unternahm ich noch eine kleine Exploration der Wälder, -in welche ich tiefer eindrang. Dieselben enthielten Kautschuklianen in -Quantitäten, welche einen regelmäßigen Abbau wohl lohnen würden. Ehe -es jedoch zu einem solchen in diesen doch immerhin recht entfernten -Regionen kommen wird, dürften noch viele Jahre hingehen. Eine der -ersten Aufgaben des Stationsvorstehers sowohl, wie vor allen Dingen -der Kaufleute im Ngoko-Distrikte, dürfte es vor allen Dingen sein, -den Eingeborenen den Wert des Kautschuks und die Gewinnung desselben -klar zu legen, und, wenn möglich, in einer solchen Weise, daß der -Raubbau sich nicht auch hier einbürgert. Ich selbst befürchte zwar, -daß sich dieser selbst bei strengen Maßregeln nicht wird fernhalten -lassen. Doch dessenungeachtet wäre es entschieden wünschenswert, daß -im Ngoko-Gebiete ein unnötiges Umschlagen der Kickxiabäume strengstens -bestraft würde, sobald sich ein solches nachweisen läßt. Ich werde noch -einmal darauf zurückzukommen haben, da ich selbst einmal Zeuge eines -solchen Umschlagens von Kickxiastämmen gewesen bin; doch davon später. - -Noch im Laufe des Vormittags traten wir unsere Rückfahrt an, die -infolge der vielen Krümmungen des Flusses sowie der vielen darin -liegenden Baumstämme sehr gefährlich war. Bei der reißenden Strömung -sauste das Canoe dahin, wie ich es nie geglaubt hätte. Ich selbst hatte -ein Ruder genommen, um im Falle der Not auch beim Steuern zur Hand zu -sein. Besonders fürchtete ich die untere Baumbrücke, welche uns sehr -leicht hätte umreißen können. Genau nach der Karte, welche ich von dem -Flusse bei der Fahrt hinauf angefertigt hatte, unsere Route verfolgend, -machte ich schon vorher die Soldaten auf die kommenden scharfen Kanten -und schnellen Strömungen aufmerksam und ließ, als wir uns der Brücke -näherten, rückwärts rudern, so daß wir dem Strome entgegenarbeiteten -und dann schließlich langsam gegen die Brücke angetrieben wurden. -Nachdem wir das Canoe dann auch glücklich durch die von uns geschlagene -Öffnung hindurchgezogen hatten, ging es mit derselben Schnelligkeit -wie vorher weiter nach dem Ngoko zu. Noch eine Stelle gab es, die für -uns gefährlich werden konnte. Dort hätte auch beinahe die Fahrt ein -Ende gefunden, wenn wir nicht plötzlich von der Strömung fortgerissen -und in ein Strauchwerk hineingeschleudert worden wären, wo ich -glücklicherweise noch zur rechten Zeit einige Äste ergriff, mit Hülfe -derer ich das Canoe zurückhalten konnte. Nachdem wir diese Stelle dann -auch glücklich passiert hatten, hatten wir offenes, wenn auch noch -reißendes Fahrwasser. Man wird sich einen Begriff von der Macht dieser -Strömung machen können, wenn man bedenkt, daß wir die Fahrt flußabwärts -in etwa einem Viertel der Zeit machten, als die Fahrt flußaufwärts. Ich -muß offen bekennen, daß ich froh war, als wir wohlbehalten wieder im -Ngoko angelangt waren. Wir fuhren nun den Ngoko weiter hinunter, bis -wir einen verlassenen Weiler am Flußufer erreichten, wo ich zum Zwecke -des Abkochens Rast machen ließ. - -Das Feuer war kaum angezündet, als einer der Soldaten mit der Nachricht -kam, daß in einer Hütte ein halbverhungertes Weib liege, das kaum mehr -sprechen könne. Ich ließ die Frau nun heranbringen und ihr etwas zu -essen geben. Allmählich konnten wir denn ihren Reden entnehmen, daß sie -von ihren Stammesgenossen hier vor einigen Wochen ausgesetzt sei. Ihren -richtigen Heimatsort konnten wir nicht erfahren, wie überhaupt ihre -Aussagen häufig verwirrt waren und sich nicht selten widersprachen. -Offenbar war das Weib irrsinnig. Sei es nun, daß sie erst durch den -Hunger in diesen Zustand verfallen war, denn sie hatte sich während -der ganzen Zeit von den ölhaltigen Samen einer Leguminose ernährt, -sei es, daß sie infolge ihres Irrsinnes von ihren Stammesgenossen -ausgesetzt war, ich konnte sie hier natürlich nicht zurücklassen, denn -sie wäre sicher in wenigen Tagen verhungert, da sie schon jetzt kaum -mehr Kräfte genug besaß, sich aufrecht zu halten. Als wir dann diesen -von Flöhen wimmelnden Platz verließen, wurde die Frau mit in das Canoe -gesetzt, nachdem die Soldaten vorher vergeblich versucht hatten, sie -zu waschen. Das Wetter sah schon recht drohend aus, als wir unseren -Lagerplatz verließen, so daß wir wenig überrascht waren, als plötzlich -ein wolkenbruchartiger Regen mit starkem Sturm zu wüten begann. -Wenn selbst wir auch alle bis auf die Haut durchnäßt wurden und die -Situation nichts weniger als angenehm war, so freuten wir uns dennoch -alle, daß wenigstens auf diese Weise die würdige Matrone in unserem -Canoe einmal tüchtig gewaschen wurde, denn der Schmutz und Aschenstaub, -welcher an ihrem Körper haftete, spottete jeder Beschreibung. Da der -Sturm für unsere Weiterreise zu gefährlich zu werden schien, ließ ich -an einer sandigen Stelle unter einer alleinstehenden Sterculia an Land -fahren, um dort für die Nacht das Zelt aufschlagen zu lassen. Leider -war aber der Boden an dieser Stelle so locker, daß die Zeltpflöcke von -dem Sturme immer wieder herausgerissen wurden, so daß wir nach vielen -vergeblichen Versuchen doch schließlich die Hoffnung aufgaben, das Zelt -hier aufschlagen zu können. Trotz des Regens und Sturmes mußten die -Soldaten sowie die anderen Insassen des Bootes wieder zu den Rudern -greifen, um uns nach einem günstigeren Lagerplatz zu bringen, den wir -denn auch bald erreichten. Unter strömendem Regen wurde ein Platz -für das Lager im Walde freigelegt und die Zelte für mich und meine -Begleitung aufgeschlagen. Dieser furchtbare Regen hielt mit dem Sturme -fast die ganze Nacht hindurch an, so daß man bei dem Getöse, welches -durch den Regen, den Sturm und die herunterbrechenden trockenen Zweige -und Äste verursacht wurde, kaum an Schlafen denken konnte. - -Zu unserer Freude klärte sich der Himmel am nächsten Morgen auf, so -daß wir bereits früh weiterfahren konnten. Es lag mir daran, noch an -demselben Tage die Station zu erreichen. Meine Leute hatten daher -tüchtig zu rudern, selbst das vom Hungertode befreite Weib, welches -sich merkwürdig schnell wieder erholt hatte, mußte ein Ruder zur Hand -nehmen und helfen. Im raschen Tempo ging es nun flußabwärts an den -wenigen Inseln vorbei, welche hier im Ngoko liegen. Dieselben waren -zumeist schon durch das jetzt schnell steigende Wasser überschwemmt -worden. Als wir gegen Mittag in die Nähe des Plehn-Felsens kamen, -welcher auch nur noch um einige Fuß aus dem Wasser hervorragte, ließ -ich zum Abkochen kurze Rast machen. Ich durchstreifte während der -Zeit wieder die Wälder, ohne aber auf Kickxien zu stoßen, wie ich -gehofft hatte. Einige Ficusbäume aus der Verwandtschaft der Ficus -Vogelii, welche hier wuchsen, zapfte ich an und kochte dann die Milch, -teils nach Zusatz von Salz, teils mit Essigsäure vermischt, erhielt -aber nur eine klebrige, zähe Masse, die keinen Wert hatte. Während -des Nachmittags ging es dann ununterbrochen bis zur Faktorei der -Südkamerun-Gesellschaft weiter, welche wir mit eintretender Dunkelheit -erreichten. Von Herrn +Langfeldt+ erfuhr ich hier, daß Dr. +Briart+ -mit einem neuen Dampfer der Société Anonyme Belge, dem „Président -Urban“, in der Zwischenzeit dagewesen sei. So hatte ich leider diese -Gelegenheit verpaßt, nach dem Congo zurückzukehren. Nach kurzer Fahrt -erreichten wir dann gegen 8½ Uhr die Ngoko-Station wieder. - -Da der „Président Urban“ für Dr. +Plehn+ die sämtlichen von -ihm bestellten Ausrüstungsgegenstände für eine geplante längere -Expedition ins Innere mitgebracht hatte, so setzte Dr. +Plehn+ -den Aufbruch zu dieser Expedition auf den 10. Oktober fest. Da nach -dieser Zeit zu wenig Leute auf der Station sein würden, um mich bei -meinen Exkursionen zu begleiten, so beschloß ich, die Zeit noch tüchtig -zum Sammeln von Kickxiafrüchten zu verwenden. Noch verschiedene Male -machte ich Ausflüge immer wieder in mir noch unbekannte Gegenden um -die Station herum. Überall konnte ich die Kickxia in Mengen feststellen -und jedesmal den Vorrat der Samen bedeutend vergrößern, so daß ich -schließlich gegen 400000 Samen haben mußte. - -Meine verschiedenen Experimente mit Kickxia- und Landolphiamilch -setzte ich zu derselben Zeit fort. Besonders die Methode der Gewinnung -des Kautschuks durch allmähliches Austrocknen der Milch und durch -Centrifugieren. - -Zusammen mit Dr. +Plehn+ unternahm ich am 4. Oktober einen Ausflug -auf die Hügel der anderen Ngoko-Seite. Von der Faktorei „Wilhelmina“, -welche nun verlassen war, ging zur Zeit der einzig mögliche Weg erst in -den Wald hinein, um sich dann langsam gegen die Hügel vorzuschlängeln. -Wiederholt mußten wir uns von unseren Leuten durch Morast und Wasser -tragen lassen, denn bei dem jetzt schon recht hohen Wasserstande war -bereits ein großer Teil des zeitweise trockenen Waldes vollständig -überschwemmt. Nachdem wir dann glücklich den Fuß des Hügels erreicht -hatten, drangen wir auf einem schmalen Eingeborenenpfade bis zur -Spitze vor, wo sich einige Leute des Kataku-Dorfes, offenbar um der zu -großen Nähe der Weißen zu entgehen, seit kurzem angesiedelt hatten. -Die Leute hatten Bananenpflanzungen angelegt, beklagten sich aber bei -uns, daß die Elefanten ihnen viel Schaden zufügten. Da Dr. +Plehn+ -möglichst bald zur Station zurückkehren wollte, blieb ich mit meinem -Jungen und einem Soldaten allein zurück, um zu versuchen, auch hier -das Vorkommen von Kickxia zu konstatieren. Als ich nach einigem Suchen -diesen Zweck erreicht hatte, kehrte auch ich wieder auf das andere Ufer -zurück, wo ich auf der Station mit dem Trocknen der Kickxiasamen und -dem Einpacken der Kautschukproben jetzt viel zu thun hatte. - -Da ich es für sehr wahrscheinlich hielt, daß zur weiteren Feststellung -des Verbreitungsgebietes der Kickxia eine Reise nach dem oberen Dja -von Nutzen sein würde, so entschloß ich mich, einer Einladung des -Herrn +Langheld+, ihn dorthin zu begleiten, nachdem er die -+Plehn+sche Expedition nach dem Bumbe gebracht hätte, Folge zu -leisten, besonders da ich wußte, daß ich vor Ende des Monats Oktober -nun keine Gelegenheit haben würde, die Rückreise nach dem Congo -anzutreten. Gern wäre ich mit Dr. +Plehn+ zusammen gegangen, um -dann nach der Küste zu durchzumarschieren, doch das war nun leider -infolge des Trägermangels unmöglich. Selbst Dr. +Plehn+ mußte sein -Gepäck schon auf das Allernotwendigste beschränken, um genügend Leute -zum Transporte seiner Sachen zu haben. Es war für mich damals nicht -leicht, auf diese Expedition zu verzichten, von der wir uns so viel -Interessantes versprachen. - -Nachdem die Hauptmenge der Lasten der +Plehn+schen Expedition -schon am 10. Oktober nach dem „Major Cambier“ zu Herrn +Langhelds+ -Faktorei hinübergeschafft worden waren, verließen wir, Dr. -+Plehn+, Herr +Peter+, welcher an der Expedition teilnehmen -sollte, und ich, am frühen Morgen mit den Soldaten und Trägern die -Ngoko-Station, um dann zum „Major Cambier“ mit dem letzten Reste der -Expeditionsgüter nachzufolgen. Ich werde diesen Morgen nie vergessen, -an dem ich damals zum letzten Male mit +Plehn+ zusammen den -Ngoko-Hügel hinunterstieg und mit ihm über den eventuellen Ausgang -der Expedition sprach, der nach unseren damaligen Ansichten nur ein -glücklicher und für die Erforschung unseres Schutzgebietes sehr -günstiger sein konnte. Leider hatte das Schicksal es anders beschlossen. - -Nachdem gegen 9 Uhr endlich alles auf dem Dampfer untergebracht war, -konnten wir abfahren. Die Scenerie war mir, der ich diese Fahrt -nun bereits wiederholt gemacht hatte, ja bekannt genug. Von dem -Plehn-Felsen war kaum noch die Spitze zu sehen; so war das Wasser in -den wenigen Tagen gestiegen. Am Nachmittage wurde eine Stunde lang -Halt gemacht, um neuen Holzvorrat zu schaffen. Dann fuhren wir bis -zum späten Nachmittag weiter und legten, bevor wir die N’komo-Mündung -erreicht hatten, uns vor Anker. Das Aufschlagen des Lagers dauerte -heute eine ziemliche Zeit, da Dr. +Plehns+ Soldaten mit dem -Aufstellen seines großen Zeltes noch nicht recht Bescheid wußten. -Bis zum späten Abend saßen wir Europäer noch bei der wundervollen -Beleuchtung, welche der Mond über die Landschaft warf, zusammen. Am -nächsten Morgen dampften wir dann zeitig ab, um noch vor Mittag bei -der Bumbe-Faktorei einzutreffen. Es war einer der heißesten Tage, -welche ich erlebt hatte; alles schien niedergedrückt zu sein, nur -der unermüdliche Herr +Langheld+ lief, ohne sich irgendwie zu -schonen, in der Sonne umher, bis alles in Ordnung war. Wir saßen alle -gerade beim Essen, als ein Soldat mit der Nachricht kam, daß auf der -anderen Seite des Bumbe ein riesiges Krokodil im Wasser schwämme. -Dr. +Plehn+ war sofort mit seiner Büchse zur Hand, und in der -nächsten Minute hatte das Tier einen Schuß im Kopfe, der es auf der -Stelle getötet haben mußte, denn das Tier blieb oben. Der Sicherheit -halber schoß Dr. +Plehn+ noch einmal und zwar noch einen solchen -Meisterschuß. Die Soldaten, welche schon die Sicherheit ihres Herrn -beim Schießen kannten, hatten auch sofort das Canoe, welches Dr. -+Plehn+ von mir übernommen, in den Fluß gezogen und ruderten nun -mit allen Kräften zur Stelle, um die Jagdbeute einzuholen, die dann -zur großen Freude der Leute verteilt wurde. Das Krokodil war eines der -größten, welche ich je gesehen. - -Da Dr. +Plehn+ mit dem Packen seiner ganzen Expeditionsgüter noch -nicht vollständig fertig war, so beschloß er, erst am 14. Oktober von -Bumbe aufzubrechen; ich hatte also hier noch einen freien Tag. Ich -benutzte daher die Gelegenheit, mit Herrn +Kalmar+ und Herrn -+Schultz+, welcher mit uns nach Bomudali fuhr, um die Faktorei -daselbst zu übernehmen, eine Canoefahrt den Bumbe hinauf zu machen, -wo zum Bau der Häuser der Bumbe-Faktorei Baumstämme gefällt werden -sollten. Die Freude, welche ich hier bei dem Anblicke der häufig -vorhandenen Kickxien empfand, wurde mir bald genommen, als ich sah, -daß Herr +Kalmar+ eine nach der anderen fällen ließ, da er -behauptete, daß sonst keine anderen geraden Stämme zum Häuserbau -vorhanden seien als die Kickxien. Es ist doch schade, daß selbst -die Europäer hier nicht mehr darauf achten, die Schätze, welche das -Land bietet, möglichst zu wahren; gerade deshalb wäre es auch sehr -wünschenswert, daß von der Regierung Maßregeln getroffen würden, ein -solches Treiben zu verhindern. Wie ich mich später überzeugen konnte, -sind die Befestigungen der Palaverhäuser der Fan-Stämme im Ngoko auch -vorzugsweise aus Kickxiastämmen hergestellt. Bedenkt man nun, daß -diese Dörfer bei der geringsten Gelegenheit verlassen werden und an -einer anderen Stelle ein neues errichtet wird, zu dem wieder viele -Kickxiastämme nötig sind, so kann man sich leicht vorstellen, welcher -Schaden mit der Zeit unter den Kickxiabeständen angerichtet wird, der -leicht vermieden werden könnte. Der Eingeborene fällt natürlich lieber -die weichen Kickxiastämme, als die zähen und harten Bäume, welche -seinen schlechten Instrumenten so viel Widerstand entgegensetzten, -um so mehr, als ja bei seiner Gewohnheit, die Dörfer immer wieder zu -verlegen, das Holz gar nicht besonders dauerhaft zu sein braucht. - -Am Morgen des 14. Oktober stand Dr. +Plehn+ mit seiner Expedition -schon zeitig fertig da. Es war arrangiert worden, daß der „Major -Cambier“ die Expedition noch eine kurze Strecke den Bumbe hinauf -bis kurz vor Kodjo bringen sollte. Die erste Hälfte, welche Herr -+Peter+ führte, ging gegen 7 Uhr ab. Da ich auch gern einen -Teil des Bumbe sehen wollte, fuhr ich auch mit, um dann mit dem -Dampfer wieder umzukehren. Dr. +Plehn+ führte dann den Rest auch -sogleich nach. Wir beide nahmen noch einmal Abschied voneinander und -wünschten uns gegenseitig viel Erfolg und Gesundheit auf unseren Reisen -und trennten uns dann in dem Glauben, daß wir uns beide in Europa -wiedersehen würden. „Grüßen Sie noch alle meine Freunde und Bekannten -an der Küste,“ das waren seine letzten Worte, welche er mir noch vom -Dampfer aus zurief; dann war der Dampfer um eine Landzunge gebogen, die -ihn uns verbarg. - -Kurz nachdem der „Major Cambier“ zurückgekehrt war, wurde alles zur -Weiterfahrt den Dja hinauf fertig gemacht. Um 1 Uhr schon fuhren wir -ab. Bei den Djama-Inseln machten wir einen kurzen Halt, um Lebensmittel -zu kaufen, da das kleine Dorf neben der Bumbe-Faktorei für die vielen -Leute, welche während der letzten Tage dort gewesen waren, nicht genug -hatte liefern können. Gegen Abend legten wir dann an einer etwas -trockeneren Uferstelle an, wo ich Kickxia sowohl wie Landolphien in -ziemlichen Quantitäten fand. Herrn +Langheld+ sowohl wie Herrn -+Schultz+ machte ich nun auf die Unterschiede aufmerksam, welche -die Kickxia unter den anderen Bäumen leicht kenntlich macht. Moskitos -gab es übrigens hier wieder reichlich. Am frühen Morgen erreichten wir -am 15. Oktober die Bomudali-Faktorei, wo wir für den Rest des Tages zu -bleiben hatten, da es hier für Herrn +Langheld+ viel zu thun gab, -denn es mußten vor allen Dingen viele Waren hier gelandet und gestaut -werden, welche Herr +Schultz+, der die Faktorei leiten sollte, -beim Einkaufen des bis dahin einzig in Betracht kommenden Produktes, -des Elfenbeins, nötig hatte. Da ich bei meinem ersten Aufenthalte in -Bomudali in den Wäldern hinter der Faktorei vergeblich nach Kickxia -gesucht hatte, so schlug ich auf meinen Streifereien diesmal eine -andere Richtung ein und hatte auch hier wieder die Freude, Kickxia -zwischen der Bomudali-Faktorei und dem Dorfe Lobilos in Mengen zu -sehen. Je mehr ich von der Gegend sah, desto mehr gewann ich die -Überzeugung, daß hier dereinst sich ein enormer Kautschukhandel -entwickeln müsse, vorausgesetzt, daß beizeiten gegen Mißbrauch dieser -Goldgruben unserer Kolonie Kamerun Schritte gethan werden. - -Die Eingeborenen dieses Teiles des Dja unterscheiden sich schon ganz -bedeutend von den weiter unten wohnenden Misangas. Besonders auffallend -ist die Haartracht der Weiber. Neben einer großen Raupe von Haaren, -welche über den Scheitel bis zum Hinterkopf hinunterläuft, sind die -Haare zu beiden Seiten oberhalb der Schläfen in raupenförmige Ringe -frisiert. Um diese Frisur, welche eine sehr lange Zeit in Anspruch -nehmen muß, zu schützen, ist sowohl je oberhalb der Ohren wie an -der Haarwurzel über der Stirn eine große, muschelförmige, aus Bast -hergestellte Klappe in das Haar eingeflochten. Während des Schlafes -oder sonst bei Gelegenheiten, bei welchen diese Haarfrisur in Gefahr -kommt, zerstört zu werden, werden diese Klappen durch ein Tuch gegen -den Kopf angezogen und bedeckt und dienen so zum Schutze des Ganzen. -Die Gesichtszüge der Eingeborenen sind hier entschieden intelligenter -und ansprechender als die der Misangas. Während unseres Aufenthaltes -in Bomudali kamen auch einige Bomabassa-Leute, welche, aus ziemlicher -Entfernung kommend, mit den Bomudali-Leuten in Handelsbeziehungen -stehen. Dieselben zeichneten sich durch eigentümlich blaue Tättowierung -auf der Stirn und der Oberlippe aus. Im großen und ganzen schien die -Bevölkerung den Weißen gegenüber sehr scheu und furchtsam zu sein. - -Ein merkwürdiges Stück, welches ich hier erstand, aber später auf -meinen Reisen zerbrach, möchte ich hier erwähnen, da es ethnologisch -von Interesse sein mag, nämlich eine Flöte, die einzige, welche ich -je in diesen Gegenden gesehen. Das Instrument war aus einem mir -unbekannten hohlen Pflanzenstengel hergestellt und hatte ungefähr die -Form der in Deutschland allgemein verbreiteten Blechflöten. - -Da Herr +Langheld+ mit den Einrichtungen in seiner Faktorei so weit -fertig war, konnten wir am Morgen des nächsten Tages unsere Reise den -Dja weiter hinauf fortsetzen. Gegen 8 Uhr verließen wir am Morgen des -16. Oktober Bomudali und dampften auf das Dorf des im Dja von seinen -sämtlichen Nachbarn gefürchteten Häuptlings +Lobilo+ zu. Die Scenerie -war fast dieselbe wie am Dja unterhalb Bomudali, die Vegetation -wohl etwas üppiger und die Ufer, besonders in der Nähe des Dorfes -+Lobilos+, etwas höher. Schon vom Dampfer aus konnte man die vereinzelt -stehenden Kickxien sehen, besonders als wir uns dem Dorfe +Lobilos+ -näherten. +Lobilo+ hatte schon von unserem beabsichtigten Besuche -Kunde erhalten, so daß uns, als wir sein Dorf erreichten, eine große -neugierige Menschenmenge empfing. Unterwegs hatten wir verschiedene -Dörfer passiert, welche infolge der Erpressungen dieses Negerhäuptlings -verlassen waren, und was war nun schließlich seine Macht? Etwas anderes -als Hinterlist konnte es nicht sein. Als wir in sein Dorf kamen, saß -er versteckt in einem der Palaverhäuser und zitterte am ganzen Körper, -als wir ihm zur Begrüßung die Hand gaben; wahrscheinlich hatte er -wieder ein böses Gewissen. Man sah dem Kerl in diesem Augenblicke -übrigens so recht den feigen Schurken an. Für jeden, der ihm gegenüber -etwas imponierend auftreten kann, ist dieser Feigling meiner Meinung -nach wenig gefährlich. Viel mehr als +Lobilo+ interessierte mich das -Dorf, denn für ein Fan-Dorf in der Ngoko-Region ist dieses ganz abnorm -gebaut und dürfte wohl einzig im ganzen Bezirke dastehen. Zunächst -ist das ganze Dorf von einem hohen Lattenzaune umgeben, welcher etwa -ein Quadrat bildet; der Zugang in das Dorf hinein ist nur durch die -vollständig dunklen Palaverhäuser möglich, deren Eingang so schmal -ist, daß man nur mit Mühe sich hineinzwängen kann. Beide Palaverhäuser -waren durch viele Schichten von Baumstämmen befestigt. Die Hütten, -welche zwar nach Art der Fans sich an einer einzigen Straße entlang -hinzogen, waren auch stärker gebaut, als man sie gewöhnlich im Ngoko -sieht; außerdem standen hinter denselben noch kleinere Hütten und -Vorratshäuser, welche ich sonst auch nirgends beobachtet hatte. Die -unten beschriebene Haartracht war bei den Weibern die allgemeine, die -Männer hatten vorn und hinten das sonst nicht weiter frisierte Haar -in einen oder zwei steife, abstehende Zöpfe geflochten. Außer Perlen -und einigen Arm- und Fußringen sah man von Schmuck selten etwas. Die -Bekleidung bestand bei den Männern in einem kurzen, weiten Basttuche, -bei den Weibern in einer Schürze aus demselben Stoff, der übrigens vor -seinem Gebrauche mit zerpulvertem Rotholz und Fett beschmiert wird. - -Ich machte eine kurze Exkursion, um die Natur des Waldes hier kennen -zu lernen, und hörte von Herrn +Langheld+, als ich zurückkehrte, -daß einige Pygmäen, hier Badjiris genannt, sich im Dorfe +Lobilos+ -befänden. Da mir Dr. +Plehn+ viel von diesem Zwergvolke, das -sich nach Angaben der Eingeborenen Bakolos nennt, erzählt hatte und -ich bereits häufig verlassene Hütten herumziehender Trupps im Urwalde -angetroffen hatte, so war ich natürlich begierig, dieses interessante -Völkchen selbst näher kennen zu lernen. Auf meinen Wunsch ließ -+Lobilo+ die Leute heranholen. Es waren drei Männer, welche -ich hier sah. Dieselben waren durchaus nicht übermäßig klein, wenn -auch unter mittelgroß, aber merkwürdig robust gebaut. Ihr Blick war -äußerst scheu und listig, doch lag dessenungeachtet keine Falschheit -darin. Merkwürdig für einen Neger war der Bart, welchen ein jeder -dieser Männer hatte, da er bis auf die Brust reichte. Wie mir Dr. -+Plehn+ erzählte, waren sämtliche Bakolos, welche er auf seiner -Reise nach Djimu näher zu beobachten Gelegenheit gehabt hatte, bartlos; -ich erwähne dies, da auch die Mehrzahl der Männer, welche ich später -sah, sich durch einen für einen Neger merkwürdig üppigen Bartwuchs -auszeichnete. Dr. +Plehn+ gebührt die Ehre, die ersten sicheren -Nachrichten über das Vorhandensein dieses Zwergvolkes in seinem Bezirke -gegeben zu haben. Unter seinen ethnologischen Aufzeichnungen zeigte er -mir sehr viel Notizen über diese Leute, auch eine kleine Sammlung von -Wörtern ihrer Sprache. Er hatte auch bis zu dem Augenblicke, als wir -uns am 14. Oktober am Bumbe trennten, nur Männer der Badjiris gesehen; -die Weiber waren stets zur Zeit entflohen. +Lobilo+ hatte diese -Männer für sich gewonnen, um durch sie Elefanten jagen zu lassen, denn -das ist ihre Hauptbeschäftigung; auch sollen sie dabei eine solche -Gewandtheit haben, daß es ihnen mit ihren Lanzen immer gelingt, so -viel Elefanten zu erlegen, daß es ihnen nie an Fleisch mangelt. Wie -mir +Plehn+ mitteilte, schreiben die Fan-Stämme dem letzteren -Umstande es zu, daß die Bakolos Menschenfleisch verschmähen. - -Nachdem Herr +Langheld+ mit +Lobilo+ noch die Geschenke -ausgetauscht hatte, dampften wir kurz nach Mittag weiter. Nach etwa -zweistündiger, ziemlich eintöniger Fahrt erreichten wir die Mündung -des auch noch vollständig unerforschten Kudu-Flusses und das dicht -dahinter am Dja liegende Dorf N’goala, welches das Endziel der jetzigen -Flußfahrt sein sollte. Nach Dr. +Plehns+ Angaben dürften die -großen Schnellen, für welche er den Namen Carnap-Schnellen, zu Ehren -des Herrn Oberleutnants v. +Carnap-Quernheimb+, welcher zuerst bis -in die Südostecke Kameruns vordrang, gewählt hatte, noch drei bis vier -Stunden Dampferfahrt oberhalb des Dorfes N’goala gelegen sein. Da wir -einige Zeit hier vor N’goala liegen bleiben wollten, so benutzte ich -die Gelegenheit, ein auf der anderen Seite des Kudu eine halbe Stunde -Weges im Innern gelegenes Dorf zu besuchen. Zusammen mit dem Kapitän -des Dampfers, einem Skandinavier, machte ich mich in Begleitung eines -Führers aus dem Dorfe N’goala und einiger Eingeborenen vom Dampfer -aus auf den Marsch. In einigen kleinen Canoes setzten wir über den -Kudu und traten dann in den Wald ein, der trotz seines feuchten Bodens -doch zahlreiche Kickxien enthielt. Unterwegs erzählte mir der Führer -von N’goala, daß ein Lager der Bakolos in der Nähe sei. Eine solche -Gelegenheit ließ ich mir nicht entgehen; meinen Leuten möglichst -leises Gehen gebietend, marschierte ich mit dem Führer voraus und bog -mit ihm von dem Wege ab in den Wald ein. Es gelang uns auch wirklich, -unbeachtet an das Lager heranzuschleichen, welches auf einer kleinen -Erhöhung lag. Ich stürmte dann plötzlich vor und stand nun zum großen -Schrecken der Bakolos unter ihnen. In heilloser Furcht ergriff alles -die Flucht, denn einen Weißen hatte wohl noch keiner von ihnen gesehen. -Es gelang uns aber doch, einige Männer und zwei Weiber zu halten -und schließlich so weit zu beruhigen, daß sie mir sogar eine ihrer -Elefantenlanzen verkauften. Die Weiber waren noch kleiner als die -Männer und hatten recht häßliche Gesichtszüge. Die Hütten hatten die -Form einer hingestreckten Viertelkugel und standen im Kreise herum; -sie waren nur groß genug, daß etwa zwei Personen Platz darin hatten. -Als nun auch die übrigen Leute herangekommen waren, setzten wir den -Marsch nach dem Dorfe im Innern fort. Unser Führer schien ein recht -verständiger Bursche zu sein; als wir uns dem Dorfe näherten, gebot -er den Leuten, sich möglichst leise heranzuschleichen, da sonst die -Eingeborenen fliehen würden, denn einen Weißen hätten auch diese wohl -kaum gesehen. Auch hier gelang es uns, bis zum Dorfe vorzuschleichen, -ehe wir bemerkt wurden. Dann erhob sich plötzlich das Geheul der -Weiber, als sie uns erblickten. Ich rief den Leuten zu, sie sollten -nur beruhigt sein, denn ich sei nur gekommen, um ihr Dorf zu sehen -und Hühner von ihnen zu kaufen. Die Weiber, welche entflohen waren, -kamen auch wieder, als sie sahen, daß wir uns mit den Männern ganz -friedlich unterhielten; schließlich wurden sie sogar ganz dreist. -Ich hatte nur wenige Tauschartikel mitgenommen, da ich glaubte, daß -hier nicht viel zu kaufen sei; die Leute boten aber so viel an, daß -ich ihnen den Vorschlag machte, bis zum Dja mitzukommen, wo sie am -Dampfer einen besseren Markt finden würden. Mit einer ganzen Kolonne -zogen wir dann zum Dampfer zurück, wo die Leute noch manches verkaufen -konnten. Herr +Langheld+ wollte durchaus noch wieder vor Anbruch -des Abends bis Bomudali zurück; ich hätte mich gern hier noch unter dem -Völkchen etwas länger aufgehalten, das einen viel intelligenteren und -freundlicheren Eindruck machte als die Misangas am Ngoko. Kurz nach 4 -Uhr traten wir nun die Rückfahrt an, welche bei der schnellen Strömung -des Flusses nur die Hälfte der Zeit in Anspruch nahm als die Fahrt -flußaufwärts. Vor +Lobilos+ Dorf wurde nicht einmal angehalten. -Schon bei eintretender Dämmerung warfen wir an der Bomudali-Faktorei -Anker. Ich habe übrigens hier noch nachzuholen, zu erwähnen, daß -Kopalbäume am Dja so weit in Menge am Flußufer vorhanden waren, als wir -gekommen waren. Dr. +Plehn+ erzählte mir auch einmal, daß er bei -den Carnap-Schnellen beobachtet hätte, daß seine Soldaten auch dort -ein Harz während der Nacht gebrannt, welches er für Kopal hielt. Es -ist also wahrscheinlich, daß dieser Kopalbaum längs des Flusses noch -weit hinaufsteigt. Interessant ist, daß man ihn sehr selten in weiterer -Entfernung vom Flußrande findet. - -Am Vormittage des nächsten Tages wurde die ganze Besatzung des Dampfers -ausgeschickt, um Holz zu schlagen, denn Herrn +Langheld+ hielt es -nicht länger hier; er wollte durchaus zu seiner Faktorei zurück. Gegen -Mittag nahmen wir Abschied von Herrn +Schulz+, welcher nun hier -allein zurückbleiben soll. Mit dem größtmöglichen Dampfdruck wurde der -„Major Cambier“ den Dja hinuntergejagt, wobei uns die starke Strömung -noch Beistand leistete. Schon um 3 Uhr trafen wir an der Bumbe-Faktorei -ein. Nach nur halbstündigem Aufenthalte dampften wir weiter den Ngoko -hinunter. Diese Fahrt, welche wir nun machten, dürfte wohl für lange -Zeit die schnellste bleiben, welche je auf dem Ngoko geleistet wurde, -denn schon gegen 7 Uhr trafen wir in der Faktorei ein. Unterwegs sahen -wir noch eine Herde Büffel am Flußrande, welche aber schnell im Busche -verschwanden, als sie unserer ansichtig wurden. Da es zu spät war, um -jetzt noch die ermüdeten Leute zur Canoefahrt anzutreiben, schlief -ich am Abend noch auf dem Dampfer und kehrte erst am nächsten Morgen -zur Ngoko-Station zurück, wo ich bei strömendem Regen eintraf. Die -Regenzeit schien jetzt überhaupt hier einzusetzen, denn während der -letzten Zeit hatten wir auffallend starke und häufige Niederschläge -gehabt. Herr +Gruschka+, welchen wir am Schwarzwasserfieber -niederliegend verlassen hatten, war wieder einigermaßen hergestellt, -doch noch immer so schwach, daß er nicht arbeiten konnte. Herrn +v. -Lüdinghausen+ fielen daher nun die sämtlichen Arbeiten allein zu. - -Die Zeit, welche ich noch auf der Station verweilte, hatte ich mit dem -Einpacken meiner Sachen und Trocknen der Kickxiasamen sowie anderen -laufenden Arbeiten auszufüllen. Dasselbe herzliche und liebenswürdige -Entgegenkommen, welches ich bei Dr. +Plehn+ gefunden, wurde mir -nun auch von Seiten des Herrn +v. Lüdinghausen+ zu teil. In -Zukunft konnte ich nur einige kleine Exkursionen machen, da ich kein -Personal aufzutreiben vermochte, welches mich begleiten konnte. Herr -+v. Lüdinghausen+ war zwar so freundlich, mir von den wenigen -Leuten, welche ihm gelassen waren, einige zur Verfügung zu stellen, -doch machte ich keinen Gebrauch davon, weil ich wußte, wie nötig er sie -selbst brauchte. Einmal noch wollte ich versuchen, auf die Hügel auf -der anderen Seite des Ngoko zu kommen, mußte es aber aufgeben, da der -ganze Wald am Fuße derselben überschwemmt war. - -Am Nachmittage brach während dieser Zeit mit merkwürdiger -Regelmäßigkeit ein Tornado mit Regen aus, welcher häufig so stark war, -daß die Häuser auf der Station Gefahr liefen, umgeblasen zu werden. -Herr +v. Lüdinghausen+ ließ zwar gerade ein neues Steinhaus -bauen, doch wäre es uns dennoch sehr unangenehm gewesen, wenn uns in -den provisorisch aufgebauten (Raphia-) Bambushäusern das Dach entführt -worden wäre. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß wir es der äußerst -luftigen Konstruktion dieser Häuser, welche den Wind von allen Seiten -hindurchfegen ließen, zu verdanken haben, daß wir einem derartigen -Zufalle entgingen. - -Herr +Kruschka+, welchen Herr +v. Lüdinghausen+ zur Erholung -auf eine kleine Reise nach Djimu, die Herr +Langheld+ mit dem -„Major Cambier“ kurz nach unserer Rückkehr vom Dja angetreten, -mitgeschickt hatte, traf am 29. Oktober plötzlich mit der Nachricht -wieder auf der Station ein, daß am 1. November die „Holland“ von Wesso -nach dem Stanley-Pool abfahren wolle. Glücklicherweise hatte ich mich -so weit bereit gehalten, daß ich denn auch dank der liebenswürdigen -Unterstützung von seiten des Herrn +v. Lüdinghausen+, welcher -mit einigen Leuten aushalf, bereits am nächsten Tage unterwegs war. -Es wurde mir ordentlich schwer, hier von der Ngoko-Station Abschied -zu nehmen, wo ich erst mit Dr. +Plehn+ und dann mit Herrn +v. -Lüdinghausen+ so angenehme Stunden verlebt hatte. Das ziemlich große -Canoe war kaum im stande, meine vielen Lasten zu tragen; doch hier galt -kein Zögern, wenn ich nicht viel Zeit verlieren wollte. Sehr hatte ich -mich noch am letzten Tage gefreut, daß Herr +v. Lüdinghausen+ -durch sein forsches Auftreten es so weit brachte, daß vier Misangas -einwilligten, zusammen mit einigen Leuten von der Station mich nach -Wesso zu bringen. Es war dieses das erste Mal, daß die Misangas zu -einer derartigen Arbeitsleistung gebracht worden waren. - -Da ich zu gleicher Zeit die Post der Station mitnehmen sollte, hatte -ich bis gegen 3 Uhr nachmittags zu warten, ehe ich am 30. Oktober -aufbrechen konnte. Wir kamen daher denn auch nicht sehr weit, -besonders da ich am Dorfe des Häuptlings +Angojo+ anlegen ließ, um -einige Lebensmittel zu kaufen. Ehe wir von dort aus das Dorf N’gali -erreichten, war es stockfinster geworden, außerdem hatte wieder ein -Tornado eingesetzt, so daß die Situation nicht ganz gefahrlos war. Erst -gegen 7½ Uhr trafen wir in N’gali ein. Ich wollte nicht erst mein Zelt -und das Feldbett unter den übrigen Lasten hervorsuchen lassen, und -setzte mich deshalb zum Schlaf in einen langen Stuhl. Doch, o weh! Es -gab hier Millionen von Moskitos, welche mich während der ganzen Nacht -nicht schlafen ließen. Noch müder als am Abend vorher, setzten wir -am nächsten Morgen gegen 6 Uhr unsere Reise fort. Nach einer Stunde -ließ ich einige Minuten an einem kleinen Dorfe Halt machen, wo uns die -Eingeborenen Elefantenfleisch zum Kaufe anboten. Von dort aus ging -es bis 1 Uhr ohne Unterlaß weiter, bis wir den Sanga erreichten. In -Sicht von Wesso ließ ich nun noch anhalten, um den Leuten Zeit zum -Essen zu gewähren. Kurz darauf trafen wir auch wohlbehalten in Wesso -ein, wo man mich bereits aufgegeben hatte, da man dachte, daß ich -schon am Abend vorher oder gar nicht eintreffen würde. Der Dampfer war -glücklicherweise noch nicht abgefahren. Im Laufe des Nachmittags ließ -ich meine Lasten an Bord des Dampfers unterbringen und schickte dann -das Canoe mit der Bemannung zur Ngoko-Station zurück. - -Da am 1. November der Nebel, welcher den ganzen Fluß bedeckte, uns -verhinderte, zu der festgesetzten Stunde zeitig abzufahren, so wurde es -ziemlich spät, ehe wir die Reise antreten konnten. Außer mir war noch -ein französischer Beamter vom oberen Sanga Passagier auf dem Dampfer; -auch er wollte zum Stanley-Pool hinunter. Da der Dampfer nur sehr -langsam fuhr und sich fast nur treiben lassen mußte, denn er hatte sich -noch während der letzten Ngoko-Reise einige arge Schäden zugezogen, -so kamen wir trotz der starken Strömung doch recht langsam vorwärts. -Holz wurde nur halb soviel verbraucht als auf dem „Major Cambier“. -Es war eine elende Fahrt auf einem der schlechtesten Dampfer, welche -den Congo befahren. Hätte ich Leute genug gehabt, würde ich sicher -eine Canoereise dieser Dampferfahrt vorgezogen haben, denn dann hätte -man doch wenigstens noch die Ufer besser kennen gelernt. Da wir, nach -Angabe des Kapitäns, Holz für drei volle Tage besaßen, so fuhren wir -bis 5 Uhr am Nachmittage ohne Unterbrechung. Gegen 1½ Uhr sahen wir -Likilembe und bald darauf Pembe allmählich hinter uns verschwinden. -Bei einem Dorfe, Butinda, welches wir bei der Auffahrt nicht gesehen -hatten, legten wir uns am Abend vor Anker. Auch während der Fahrt -am nächsten Vormittage sahen wir ein Dorf, welches mir auch früher -entgangen war, es wurde N’gunga genannt. Gegen Mittag erreichten wir -N’kunda, wo, seit der Zeit meiner Reise den Fluß hinauf, eine Faktorei -einer französischen Gesellschaft, in deren Konzessionsgebiet der Ort -gehörte, entstanden war. Hier befanden sich zwei Europäer, welche -sich beide sowohl darüber beklagten, daß die Eingeborenen ihnen keine -Lebensmittel verkaufen wollten, so daß sie gezwungen seien, allein von -Konserven zu leben, als auch, daß es überhaupt keinen Handel gebe, denn -bis zur Zeit (sie waren bereits zwei Monate in N’kunda) hätten sie noch -keinen Zahn Elfenbein kaufen können. Diese Aussagen bestätigten genau -meine Ansichten über die französischen Konzessionen am Sanga, wie ich -sie übrigens weiter oben und bereits auch an anderen Orten wiederholt -ausgedrückt habe. Die armen Leute wußten vor Langeweile nicht, was -sie anfangen sollten. Mit großem Eifer hatten sie einen weiten Platz -freigeschlagen, um nun daselbst ein großes Haus aufzuführen, denn bis -zu unserer Ankunft hatten sie in Zelten gewohnt. - -Als wir am Nachmittage N’kunda verließen, erhob sich ein solcher Sturm, -daß wir mit dem Dampfer vergeblich versuchten, umzudrehen; erst als wir -im Schutze einer Insel waren, konnten wir wieder richtig manövrieren. -Wir wurden dann bald von der Strömung ergriffen, welche uns, selbst -wenn wir keinen Dampf gehabt hätten, unserem Ziele schnell zuführte. -Gegen Abend liefen wir bei einem verlassenen Dorfe an Land. Da wir das -Holz der alten Hütten gut als Feuerungsmaterial verwenden konnten, -so ließ unser Kapitän die ganze Besatzung daran gehen, die gesamten -Holzvorräte auf dem Dampfer zu bergen. Ich sah hier übrigens einige -Mittelpfähle an den Häusern, wie ich sie früher noch nicht beobachtet -hatte. Dieselben waren am oberen Ende in drei bis fünf verkehrte, -übereinander stehende Kegel ausgeschnitzt worden und endeten mit zwei -kurzen Spitzen. Der das Dach tragende Querbalken war zwischen diese -zwei Spitzen aufgelegt. Unterhalb dieser kegelartigen Verzierung an -der Spitze der Pfähle war ein viereckiges Loch angebracht worden, über -dessen Bedeutung ich nie recht klar geworden bin, es sei denn, daß man -dort Pulverhörner oder sonstige Gegenstände aufhängte. - -Daß wir uns nun der schlimmsten Moskito-Region des Congo näherten, -wurde uns nur zu bald klar an den vielen Stichen, mit denen wir -Europäer bedeckt waren. In der Nacht konnten wir kaum schlafen. Auch -die Eingeborenen haben unter dieser Plage sehr zu leiden, da sie fast -alle mit vollständig entblößtem Körper sich zur Ruhe legen. - -Wieder verhinderten uns starke Nebel am 3. November, vor 9 Uhr -aufzubrechen. Wir verfolgten einen Kurs, welcher von dem, welchen wir -mit dem „Major Cambier“ bei der Fahrt flußaufwärts eingeschlagen, -etwas abwich. So kam es, daß wir auch heute gegen Mittag wieder ein -Dorf erreichten, von dem ich vorher auch nichts gehört hatte. Unserem -Kapitän war es wohlbekannt, da er dort bereits häufiger Holz gekauft -hatte. Auch diesmal versuchten wir wieder, einiges zu erhalten. Nach -langem Feilschen willigten die Dorfbewohner schließlich ein, uns etwas -von ihrem Vorrate abzulassen. Das Dorf lag an einem kleinen, dicht mit -Wassergras, Pistia, Azolla und Utricularia bedeckten Creek, welcher, -wie mir die Eingeborenen erzählten, weit aus dem Innern kommt, wo -viele Nilpferde (Ngubos) seien; nur bei sehr hohem Wasserstande sei es -möglich, dort hinzukommen. Die Leute waren äußerst mißtrauisch. Gegen -Abend setzten wir unsere Fahrt dann fort. In der Nähe des Platzes, -welchen wir zum Nachtlager erkoren hatten, fand ich viel Landolphien, -welche guten Kautschuk gaben. Auch hier wurden wir von den Moskitos arg -zugerichtet. Da der Fluß nur wenig Abwechselung bot und der Dampfer -nur langsam vorwärts kam, fing die Fahrt an, uns beiden Passagieren -äußerst langweilig zu werden. Nicht einmal ein Nilpferd oder ein -Krokodil ließ sich sehen; außerdem regnete es sehr häufig, so daß wir -uns nicht selten recht ungemütlich befanden. Weiße Edelreiher waren die -einzigen Tiere hier, welche einen Schuß Pulver wert gewesen wären; doch -diese verschwanden immer wieder, bevor wir uns auf Schußweite nähern -konnten, denn die Maschine unseres Dampfers verursachte einen solchen -Lärm, daß alle Tiere verscheucht werden mußten. Gegen Mittag langten -wir an einem Dorfe an, welches an einem breiten Arm des Sanga gelegen -war, der dem Kapitän und mir bis dahin unbekannt war. Da das Fahrwasser -günstig schien und wir vermuteten, sehr bald wieder in den alten Kurs -zurückzukommen, ließ sich der Kapitän bewegen, in diesen Arm des -Flusses einzufahren. Obgleich wir bis gegen Anbruch der Dunkelheit -fuhren, war doch noch keine Gelegenheit gewesen, in den Hauptstrom -zurückzukehren. Wir wären eventuell wieder umgekehrt, wenn wir nicht -aus der stark ablaufenden Strömung ersehen hätten, daß wir uns immer -noch im Sanga befanden. Von einer so großen Insel, wie wir sie hier -offenbar an unserer Seite hatten, war im Sanga gar nichts bekannt. Sehr -neugierig wurden wir schließlich, doch zu wissen, wo wir endlich wieder -in uns bekannte Gegenden kommen würden; der nächste Tag mußte ja diese -Frage lösen. Natürlich war auch die Gefahr vorhanden, daß wir infolge -schlechter Wasserverhältnisse umkehren müßten, wir hätten dann zwei -Tage Zeit verloren. Am nächsten Tage dampften wir schon zeitig ab, da -wir doch alle gespannt der Dinge harrten, welche nun kommen würden. -Das Fahrwasser war gut. Jede neue Biegung zeigte uns dasselbe Bild, zu -beiden Seiten hoher Urwald, durch den diese prachtvolle Wasserstraße -führte. So fuhren wir in diesem Kanal des Sanga hin, bis wir endlich -zu unserer Freude gegen Mittag den Hauptstrom wieder vor uns sahen. -Wie sich herausstellte, hatten wir durch diese Fahrt eine bedeutende -Verkürzung der Route erreicht, denn die Ausmündung des Kanales lag in -nicht großer Entfernung der Mündung des „Likuala aux herbes“ und war -bisher stets als eine Mündung eines Nebenflusses des Sanga betrachtet -worden. Gegen 4 Uhr erreichten wir die Mündung des „Likuala aux -herbes“ und machten dann nach etwa noch einstündiger Fahrt Halt, um -den Leuten Zeit zu geben, für den Dampfer genügend Holz zu schlagen. -Im Walde waren hier nur wenige Kautschuklianen zu sehen. Erst gegen -9 Uhr konnten wir am nächsten Tage fort, da wir nicht genügend Holz -hatten, denn, da keine richtige Aufsicht über die Leute existierte, -so benutzten dieselben natürlich auch jede Gelegenheit, um möglichst -zu faulenzen. Die Savannen waren schon seit gestern immer häufiger -geworden und waren heute sogar an der Likuala-Seite vorherrschend. -Gegen Mittag erreichten wir die Mündung des Likensi-Kanales. Hier -hatten wir noch das Glück, zu sehen, wie vier Eingeborene in zwei -kleinen Canoes ein Nilpferd, welches sie offenbar bereits vorher -verletzt hatten, harpunierten. Es war erstaunlich, daß das geängstigte -Tier nicht die Canoes umwarf. Kurz nach 1 Uhr trafen wir dann glücklich -wieder in Bonga ein. - -Wir hatten gehofft, in Bonga einen Holzvorrat zu finden, der es uns -ermöglichen würde, am nächsten Morgen gleich weiterzufahren, hatten -uns hierin aber getäuscht. Während des folgenden Tages mußte daher -die ganze Schiffsbesatzung für einen neuen Holzvorrat sorgen, da wir -im Congo voraussichtlich Schwierigkeiten haben würden, die nötigen -Holzmengen ohne großen Zeitverlust zu beschaffen. Ich hatte in Bonga -noch einiges zu ordnen und benutzte dann den Rest der Zeit dazu, eine -Exkursion zu machen, bei der ich aber nichts Neues entdecken konnte. - -Kurz nachdem wir am 8. November morgens Bonga verlassen hatten, um nun -nach dem Congo zu fahren, trafen wir den „M’Fumuntango“, einen größeren -Dampfer des holländischen Hauses. Unser Kapitän, welcher gern derartige -Gelegenheiten benutzte, sich eine kleine Abwechselung zu gestatten, -ließ an Land anlaufen und ging dann an Bord des „M’Fumuntango“, um -sich nach Neuigkeiten zu erkundigen. Auf dem Dampfer befand sich der -Gouverneur des Congo français, welcher mit seinem ganzen Stabe auf -einer Reise nach dem Ubangi begriffen war. Unser Kapitän, welcher -wohl hier eine Gelegenheit gefunden zu haben glaubte, sich besonders -auszeichnen zu können, benutzte einen Fieberanfall seines Kollegen -zum Vorwande, um unseren Dampfer, welcher hier nur leicht an einer -Grasbank durch einen Anker befestigt war, im Stiche zu lassen, und nun -den „M’Fumuntango“ nach Bonga zu führen, obgleich sich auf demselben -noch ein zweiter Kapitän für etwaige Notfälle befand. Da wir noch in -Sicht von Bonga waren, meiner Ansicht nach ein ebenso überflüssiger -wie gewagter Schritt, denn es war deutlich zu sehen, daß wir innerhalb -der nächsten Stunde einen starken Tornado zu erwarten haben würden. -So geschah es nun auch, daß der äußerst lose befestigte Dampfer ohne -Führung diesem Sturme preisgegeben wurde. Wenn wir losgerissen worden -wären, so wäre der Dampfer rettungslos verloren gegangen, denn seine -Steuermaschine fungierte sogar in der gewöhnlichen Strömung kaum und -wäre beim Tornado vollends nutzlos gewesen. Als der Sturm ausbrach, -ließ ich einen zweiten Anker, welcher glücklicherweise an Bord war, -vom hinteren Teile des Dampfers nach dem Ufer hinüberlegen und dann -den Dampfer soweit als möglich an die Grasbank heranziehen, so daß -er etwas sicherer lag und vom Sturme weniger zu leiden hatte. Als -der Tornado vorüber war, wäre es Zeit gewesen, daß der Kapitän hätte -wieder zurückkommen können, doch schien es diesem in Bonga so gut zu -gefallen, daß er auch am Abend noch nicht zurückkehrte. Gegen 11 Uhr -am nächsten Tage erschien ein Canoe von Bonga, welches von dem Chef de -Poste daselbst geschickt war, um drei von einer französischen Firma -entlaufene Bangalas, welche der Kapitän engagiert hatte, zurückzuholen. -Von ihm selbst war noch nichts zu sehen. Erst um 2 Uhr erschien er, -sehr vergnügt über die Unterbrechung, welche ihm die Rückreise nach -Bonga gestattet hatte. Nun hatte er natürlich Eile, fortzukommen, -um das Versäumte nachzuholen. Da ich den Maschinisten aufgefordert -hatte, einen gewissen Dampfdruck zu halten, damit wir sogleich nach -Ankunft des Kapitäns abfahren könnten, waren wir schon kurz nach 2 -Uhr in der Lage, abdampfen zu können. Zwischen den Inseln und dem -Festlande fuhren wir stromab. Man wußte nie recht, ob man sich hier -noch im Sanga oder im Congo befände, da die davor gelagerten Inseln -gewissermaßen die Scheide zwischen Congo und Sanga bilden, während -andererseits durch den Kanal von Likensi das herunterkommende Wasser -des Congo bei Bonga vorbeifließt. Die Mündung des Likuala, welcher mit -dem „Likuala aux herbes“ nichts zu thun hat, passierten wir gegen 3 -Uhr und gelangten dann kurz darauf in den wahren Congo, welcher dort -gerade ein recht typisches Bild darbot mit seiner breiten Wasserfläche -und den unzähligen Inseln. Als die Sonne sank, gelang es uns, in dem -Gewirr von Inseln noch eben einen Platz zum Anlegen für die Nacht zu -erreichen; Holz gab es hier allerdings nicht, so daß sich wohl bald -wieder Mangel bei uns einstellen mußte. Erst gegen 10 Uhr ließ der -Kapitän am nächsten Tage abfahren. Da ich in Eile war, nach der Küste -zur rechtzeitigen Abfahrt eines Dampfers zu kommen, um möglichst wenig -Zeit zu verlieren, war mir dieses doppelt unangenehm. Da wir zwischen -den vielen Inseln auch nicht einen direkten Kurs einhalten konnten, so -war unser Fortschritt nur ein sehr langsamer. Ein Tornado, welcher am -Nachmittage heraufzog, zwang uns, an einer Sandbank Schutz zu suchen. -Da das Wetter noch lange Zeit sehr drohend aussah, konnten wir auch -im Laufe des Nachmittags nicht weiterfahren. Nilpferde gab es nur -sehr spärlich, aber desto mehr Schlangenhalsvögel und weiße Reiher. -Ich unternahm noch am Nachmittage eine Canoefahrt zwischen den Inseln -hindurch, um zu versuchen, ob ich nicht irgendwo in den Wald eindringen -könnte, mußte diesen Versuch aber bald aufgeben, da die sämtlichen -Wälder überschwemmt waren. Am nächsten Tage fuhren wir kurz nach 6 Uhr -ab. Gegen 8 Uhr trafen wir bei der belgischen Station Bolobo ein, wo -wir uns wieder tüchtig mit Hühnern versehen konnten. Ich wollte mir -die Station näher ansehen und erkundigte mich nach dem Kommandanten. -„Er sei mit 50 Soldaten ins Innere gezogen, um die Eingeborenen zu -lehren, wie Kautschuk gemacht werde“, erhielt ich zur Antwort. Auf -einer kleinen Streiferei sah ich auch hier ein Exemplar der Kickxia -latifolia. Nachdem wir unsere Einkäufe beendet (wir hatten etwa 50 -Hühner gekauft), dampften wir weiter. Bei einem kleinen Holzposten -unterhalb der Station liefen wir an, da der Kapitän glaubte, von dem -den Posten verwaltenden Eingeborenen Holz kaufen zu können. Derselbe -gehorchte aber seinen Instruktionen genau und gab kein Holz ab. -Wir hielten uns nun gar nicht weiter auf, sondern suchten sogleich -nach einem Platze, wo wir genügend Holz finden würden, daß es sich -verlohnte, daselbst schlagen zu lassen. Nach etwa halbstündiger -Fahrt legten wir für einige Zeit an, bis wir uns überzeugt hatten, -daß es sich nicht verlohne, hier weiter Holz schlagen zu lassen. An -dem Abend desselben Tages erreichten wir gegen 6 Uhr die englische -Missionsstation Chumbiri, welche wir aber von Europäern verlassen -fanden. Kurz nach uns traf der Missionsdampfer „Peace“ ein, welcher -von Herrn +Grenfell+, dem bekannten Congo-Forscher und Entdecker -der Ubangi-Mündung, geführt wurde. Sehr interessante Neuigkeiten sowie -verschiedenes über seine letzte Reise gab dieser noch immer äußerst -rüstige alte Missionar und Forscher an jenem Abend zum besten. Am 12. -November kamen wir nun endlich einmal wieder schon um 6 Uhr fort, -allerdings auch nur, um wieder eine kurze Fahrt zu machen, denn schon -um 9 Uhr wurde abermals angehalten, da unser Holzvorrat nun völlig -erschöpft war. Ich bestieg, während Holz geschlagen wurde, einen -der bewaldeten Hügel in der Nähe, fand aber keine Landolphien dort, -wie ich eigentlich erwartet hatte. Von dieser Anlegestelle bis zur -Mündung des Kassai hatten wir nur eine sehr kurze Fahrt. Gegenüber der -Kassai-Mündung hatte das holländische Haus auch eine Faktorei bei dem -Dorfe Bokabo, wohin wir nun zunächst unsern Kurs richteten. Kurz nach -dem Essen langten wir vor der Faktorei an. Ein sehr netter, junger -Holländer, welcher der Faktorei vorsteht, führte mich am Nachmittage -in der Umgebung umher, wo er einiges Interessante für mich zu finden -glaubte. Savannen wechselten hier mit Urwald ab, erstere häufig durch -Sümpfe unterbrochen. An sandigen, sonnigen Stellen im kurzen Grase -sah ich hier den Wurzelkautschuk wachsen, von dem die Bateke auch -schon anfangen sollen, Kautschuk zu bereiten. Da es unser Kapitän -mit der Zeit offenbar nicht sehr eilig hatte und am nächsten Tage in -Bokabo liegen blieb, so benutzte ich diesen gezwungenen Aufenthalt -dazu, die Umgebung näher zu untersuchen. Wurzelkautschuk war ziemlich -reichlich vertreten, verschwand aber sofort, wenn das Terrain weniger -sandig und feuchter wurde. Auf den Bäumen in den Wäldern wie auch -auf einzeln stehenden Bäumen, häufig der prallen Sonne ausgesetzt, -wuchs hier eine Orchidee, welche allerdings nicht in Blüte war, doch -noch an vertrockneten Blüten, welche sich in den Blattachseln fanden, -leicht erkennen ließ, daß man es mit dem offenbar seltenen Angraecum -ichneumoneum zu thun hatte. Auch eine Bossassanga-Art sah ich hier zum -ersten Male, welche wohl für die Wissenschaft neu sein dürfte. - -[Illustration: +Kickxia latifolia Stapf.+ - -A Zweigstück, B Knospe, C Blüte, D dieselbe von oben, E Kelchblatt von -innen, F Längsschnitt durch die Blüte, G Antheren, H Fruchtknoten mit -Griffel.] - -Bis zu dieser Faktorei bei Bokabo kommen die Bateke aus dem Innern -des Congo français, um ihren Kautschuk zu verkaufen. Am Nachmittage -erschienen auch wieder einige, welche wenige Zähne Elfenbein und einige -Taschen voll Kautschuk brachten. Der Kautschuk war in große Kugeln -geformt, welche einen ziemlich reinen Schnitt zeigten, aber doch viele -Hohlräume besaßen. Nach Angaben der Leute stammte er von Landolphien -her. Diese Bateke hatten eine interessante Haarfrisur. Die nach dem -Scheitel zusammengekämmten Haare waren zu einem langen, stumpfen Kamme -zusammengeflochten, welcher sich von der Stirn zum Hinterkopfe zog. - -Da von seiten dieser Faktorei oberhalb des Dorfes Bokabo Holz für -passierende Dampfer des holländischen Hauses geschlagen wird, so -beschloß unser Kapitän, dorthin zu fahren, um sich mit Holz zu -versehen. Am Morgen des 14. November dampften wir ab, nun wieder -stromauf. Um die Strecke bis zu dem Holzposten zurückzulegen, wozu -ein Canoe gewöhnlich 1 bis 1½ Stunden gebraucht, waren wir drei -Stunden auf der Fahrt. Erst gegen 1 Uhr war dann das Holz auf dem -Dampfer verstaut, so daß wir an die Weiterreise denken konnten. Auf -der Rückfahrt hielten wir noch bei der Bokabo-Faktorei an, um Post -nach Brazzaville mitzunehmen, dann setzten wir ohne Unterbrechung die -Fahrt bis 4 Uhr nachmittags fort. Die „Marie“, ein kleiner Dampfer -eines französischen Hauses, kam vor uns den Strom hinauf. Das gab nun -natürlich dem Kapitän unseres Dampfers wieder Grund, anzuhalten, um -zu gleicher Zeit mit dem Kapitän der „Marie“ für den Rest des Tages -sich festzulegen. Unsere Fahrt nach dem Stanley-Pool, die ja schon -allerdings eine sehr langsame war, wurde auf diese Weise immer mehr -verlängert. Am 15. November ereilte uns nun gar erst das Unglück. -Wir hatten den Dampfer „Brazzaville“ getroffen und natürlich wieder -für einige Zeit die Fahrt unterbrochen. Der Kapitän kam schließlich -in ziemlich benebeltem Zustande wieder zurück und ließ die Fahrt -fortsetzen. Ich machte ihn damals schon auf einen heraufziehenden -Tornado aufmerksam, welcher in Kürze ausbrechen mußte. Er lachte nur -und behauptete, dagegen mit der „Holland“ anfahren zu können. Der -Tornado brach bald darauf aus und trieb den Dampfer, welchen er wie -eine Feder erfaßte, gegen Felsen und Baumstämme, so daß wir ein großes -Leck erhielten und sich die ganzen unteren Räume im Vorderteile des -Schiffes bald mit Wasser füllten. Zu unserem Glücke wurden wir dann -gegen eine Sandbank aufgetrieben, so daß wir gerettet waren. - -Den Nachmittag sowohl des 15. November wie den ganzen Vormittag des -nächsten Tages dauerten nun die Reparaturen, welche glücklicherweise an -Ort und Stelle ausgeführt werden konnten. Unsere Fracht, welche nicht -leicht verderben konnte, denn sie bestand fast nur aus Elfenbein, mußte -ausgeladen und an Land gebracht werden. Ich benutzte wieder diesen -Zwischenfall zu Streifereien in den Wäldern, um nach Kautschuk zu -fahnden. Landolphia owarilusis war ziemlich verbreitet, außerdem noch -eine windende Carpodinusart, welche keinen Kautschuk gab. Von einer -kleinblütigen Landolphie fand ich im Walde noch auf dem Boden Blüten, -konnte der Pflanze selbst aber nicht habhaft werden, obgleich ich lange -danach suchte. - -[Illustration: +Landolphia owariensis P. Beauv.+ - -A Blühender Zweig, B Knospen, C Blüte, D Längsschnitt durch dieselbe, E -Längsschnitt durch den Fruchtknoten, F Griffel, G Anthere von vorn, H -dieselbe von der Seite.] - -Endlich nach 2 Uhr konnten wir die Fahrt fortsetzen. Die hügeligen, zum -großen Teile bewaldeten Ufer boten einen recht pittoresken Anblick dar -mit ihren häufig steil abfallenden Wänden. Am Ufer des Stromes dehnten -sich mächtige Sümpfe aus, welche großen Scharen von Vögeln Schutz -boten. Gegen Abend legten wir uns mit einbrechender Dämmerung wieder -am Ufer fest. Der 17. November endlich brachte die Erlösung von dieser -furchtbaren Reise. Da wir früh aufgebrochen, fuhren wir schon gegen 9 -Uhr im Stanley-Pool ein und kamen endlich gegen Mittag in Brazzaville -bei der Hauptfaktorei des holländischen Hauses an. Noch an demselben -Nachmittage fuhr ich nach Kinchassa hinüber. Dort besuchte ich noch -Herrn Dr. +Briart+ und Herrn +Vaalbroek+, um mich von diesen -Herren zu verabschieden. Hier entlief mir auch mein Bangala-Diener, -welcher wohl glaubte, daß ich ihn zu weit von seiner Heimat wegführe. - -Am 19. November siedelte ich darauf zur Station Dolo über, welche -nunmehr nach der sandigen Ebene hinter der ehemaligen alten Station -verlegt worden war. Ich hatte so Gelegenheit, noch einmal die -Wurzelkautschuk-Pflanze zu sehen, und ließ einige hundert Früchte -derselben sammeln, um sie zunächst einmal nach Kamerun überzuführen. - -Meine Kickxiasamen, welche ich in der letzten Zeit häufig -durchgetrocknet hatte, waren hier noch in gutem Zustande. In der Nacht -gab es wieder Scharen von Moskitos. - -Am 20. November brachte mich die Eisenbahn, nach einer ziemlich -interessanten Fahrt, über die nun in vollem Blütenflor stehenden -Savannen nach Tumba, wo wir Passagiere des Zuges wieder für die Nacht -Quartier suchen mußten. Am 21. November traf ich dann gegen Abend in -Matadi ein. Da ich schon gehört hatte, daß Kapitän +Jensen+, -welcher mich im Februar nach Lagos gebracht hatte, hier mit der -„Leopoldville“ liege, um über Lagos und Sierra Leone nach Antwerpen zu -fahren, so ging ich zu ihm an Bord. Da der Dampfer eigentlich keine -Passagiere vor seiner Abfahrt annahm, so lud mich Kapitän +Jensen+ -ein, bis zur Zeit der Abfahrt sein Gast zu sein. - -Am 24. November verließ die „Philippeville“ Matadi und fuhr, ohne -sonstwo anzulaufen, bis Boma, wo wir nach dreistündiger Fahrt -eintrafen. Da keine wichtigeren Telegramme in Lagos aufzugeben waren, -konnte die „Philippeville“ dort nun doch nicht anlaufen, denn sie würde -sonst zu spät in Antwerpen eingetroffen sein. Ich beschloß daher, in -Banana auf den englischen Dampfer zu warten, welcher bereits seit -einiger Zeit erwartet wurde. Mit diesem konnte ich allerdings nicht -anders nach Kamerun kommen, als daß ich die ganze Reise bis Angola -hinunter machte. Für meine Kickxiasamen war das sehr ungünstig, denn -wenn ich mit der „Philippeville“ nach Lagos hätte fahren können, so -wäre ich einen ganzen Monat früher in Kamerun eingetroffen. - -In Boma machte ich noch Abschiedsbesuch bei Herrn Gouverneur -+Vanghermé+, um mich daselbst auch für die Unterstützung zu -bedanken, welche ich auf meinen Reisen seitens des Congostaates -erhalten hatte. - -Am 25. November verließ der Dampfer Boma, um nach vier Stunden in -Banana einzutreffen. Hier entdeckte ich beim Ausschiffen meiner Lasten, -daß ein Kolli mit getrockneten Pflanzen abhanden gekommen sei. Alles -Suchen half nichts. Offenbar war das Paket auf der Eisenbahn verloren -worden; ich stellte natürlich sofort die nötigen Nachforschungen an. - -In Banana quartierte ich mich in dem „Hôtel des Magasins Généraux“ ein, -einem am Meere gelegenen Gebäude, welches infolge der angenehmen Brise, -welche mehr oder minder beständig hier weht, für Rekonvaleszenten -als Aufenthaltsort sehr zu empfehlen ist. Die ganze Einrichtung war -allerdings nicht vom allerbesten, doch gab sich der Verwalter die -größte Mühe, seinen Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu -machen. Der Aufenthalt in Banana wäre furchtbar langweilig gewesen, -da man keine Exkursionen machen konnte, weil der Dampfer stündlich -erwartet wurde, wenn nicht noch Herr Dr. +Sucaro+ aus Leopoldville -und der englische Missionar Mr. +Forfeit+ mit seiner Gemahlin -anwesend gewesen wären. In dieser angenehmen Gesellschaft verging -uns die Zeit schnell genug. Ich hatte außerdem mit dem Lüften meiner -Samenkisten und dem Durchtrocknen meiner Lasten immer mehr oder minder -zu thun. - -Erst am 7. Dezember erschien endlich der langersehnte Dampfer „Niger“, -welcher mich hier erlösen sollte. Um besser Erkundigungen betreffs -meines verlorenen Pflanzenpakets anstellen zu können, machte ich -die Reise nach Matadi noch einmal. Der Directeur d’Exploitation der -Eisenbahn, Herr +Levi+, gab sich die größte Mühe, dasselbe für -mich zurückerlangen zu können. Solange wir in Matadi waren, allerdings -ohne Erfolg; doch erhielt ich dann später in Kamerun die Nachricht, -daß das Paket gefunden worden sei. Bis zum 12. Dezember dauerte unser -Aufenthalt in Matadi. Am Nachmittage des folgenden Tages verließen wir -die Congo-Mündung bei Banana und nahmen dann einen südlicheren Kurs an -der Küste von Angola entlang. - -Am frühen Morgen des 14. Dezember fuhr der „Niger“ vor Mussera an, -einem kleinen Orte, der auf einem nach dem Meere zu steil abfallenden -Hügel liegt. Die Brandung an der ganzen Angola-Küste bis Sao Paulo de -Loanda hinunter ist sehr stark und deshalb das Landen der Waren mit -ziemlichen Schwierigkeiten verknüpft. Bis zum späten Nachmittage hatten -wir zu thun, bis wir den für diese Niederlassung bestimmten Cargo -gelandet hatten. Von Mussera bis Kissembo dauerte die Fahrt nur zwei -Stunden. Die Ortschaft Kissembo ist ganz ähnlich wie Mussera angelegt -und fast ebenso groß. Nachdem wir am Morgen des 15. Dezember auch die -Ladung für Kissembo gelöscht und die wenigen Exportwaren, bestehend -aus Kaffee und sehr wenig Kautschuk, geladen hatten, dampften wir nach -Süden weiter und erreichten gegen 10 Uhr die Handelsniederlassung -Ambriz. Hier hatte der Dampfer bis zum Abend zu thun, da wir auch einen -nicht unbedeutenden Teil neuer Fracht für Europa mitnehmen mußten. -Schon bevor die Sonne am 16. Dezember aufging, fuhren wir in den Hafen -von Sao Paul de Loanda ein. Sogleich nach dem Frühstück fuhr ich zur -Stadt, um unserem deutschen Konsul daselbst, Herrn Dr. +Gleim+, -einen Besuch abzustatten. Gern wäre ich einer Einladung desselben -gefolgt und hätte mich länger hier aufgehalten; doch das war nicht -möglich, da ich schon sehr viel Zeit im Congo verloren hatte. Auf den -Hügeln am Rande der Stadt wuchs Euphorbia rhipsaloides Welw. in großen -Quantitäten. Ich konnte mich hier davon überzeugen, daß der Milchsaft -dieser Pflanze derartig mit anderen Substanzen vermischt ist, daß -das aus ihm durch Koagulation gewonnene Produkt nicht als Kautschuk -verwendet werden kann. Ich nahm einige Zweige der Pflanze mit, um sie -nach dem botanischen Garten in Victoria (Kamerun) überzuführen. Schon -am Nachmittage dampfte der „Niger“ wieder nordwärts. Ich war gerade -noch zur rechten Zeit an Bord angekommen. Außer Kaffee und Kautschuk, -letzteren in ziemlich unbedeutenden Quantitäten, hatten wir hier -auch eine Anzahl großer Ballen geschlagener Blätter von Sanseviera -teretifolia als Ladung erhalten. - -Bevor wir auf der Rückreise die Congo-Mündung wieder passierten, liefen -wir am 17. Dezember noch zwei Küstenplätze an, erst Ambrizette und -darauf Mussera. In Ambrizette hatten wir fast den ganzen Tag zu thun, -so daß ich es vorzog, an Land zu fahren. Die ganze Küste Angolas litt -damals unter einer längeren Dürre, so daß die Vegetation mehr oder -minder vertrocknet war. Es gab infolgedessen nichts Interessantes hier -für mich zu sehen. - -Als wir in der Nacht vom 18. zum 19. Dezember etwa der Congo-Mündung -gegenüber waren, hatten wir den seltenen Anblick eines wahrhaft -wundervollen Meeresleuchtens. Auch einige Scharen phosphoreszierender -Fische zogen in der Nähe des Dampfers vorüber. Am nächsten Morgen -erreichten wir Kabinda. Von nun an hatten wir an allen Küstenplätzen -bis Kamerun hinauf Palmenkerne als Hauptfracht einzunehmen. Palmenöl -und kleinere Quantitäten von Kautschuk kamen auch noch von den meisten -Niederlassungen hinzu. Von Kabinda fuhren wir zunächst nach Landana -und Chiloango, wo wir eine Fracht von 6000 Säcken Palmenkerne und -250 Tonnen Öl erhielten, so daß wir drei volle Tage daselbst zu -thun hatten. Am 23. Dezember liefen wir noch Nyanga und bald darauf -Settekama an, erhielten aber keine Ladung. Nun ging es direkt auf Cape -Lopez zu, wo wir am Nachmittag des 24. Dezember eintrafen. Ich benutzte -unseren kurzen Aufenthalt daselbst zu einer Exkursion in die Sümpfe -hinter der Niederlassung. Während des heiligen Abends waren wir auf der -Fahrt nach Gabun. Am frühen Morgen des Weihnachtstages erreichten wir -Libreville, die Hauptstadt des französischen Congo-Gebietes (Gabun). -Da wir nicht die Erlaubnis bekamen, während der Feiertage Cargo -einzunehmen, so waren wir gezwungen, 2½ Tage hier zu bleiben. Gleich -am ersten Tage machte ich unserem deutschen Konsul Herrn +Gebauer+ -meine Visite. Einer Einladung, während der Zeit meines Aufenthaltes -in Libreville sein Gast zu sein, leistete ich gern Folge, da ich dann -nicht immer des Abends zum Dampfer zurückzukehren brauchte und so -mehr Zeit hatte, die Umgebung und den botanischen Garten kennen zu -lernen. Herr +Gebauer+ führte mich auch sogleich zu Herrn +Chalot+, -dem Direktor des botanischen Gartens, unter dessen kundiger Führung -ich die Sehenswürdigkeiten dieses nach dem Victoria-Garten wohl besten -botanischen Gartens von Afrika besichtigen konnte. Unter anderen -interessanten Sachen erhielt ich hier Stecklinge einer mit Landolphia -sehr nahe verwandten Kautschukliane, der Ancylobotrys pyriformis -Pierre, sowie gute Samen von Coffea Chalotii, einer neuen Kaffeeart aus -der Ubangi-Region. - -Für den 26. Dezember hatten wir eine Besichtigung der etwa zwei Stunden -von Libreville entfernt liegenden +Woermann+schen Sibange-Plantage -in Aussicht genommen. Schon früh am Morgen fuhren wir durch die Stadt, -soweit die Wege dazu geeignet waren. Als dieselben dann aber schmäler -wurden, schickten wir den Wagen zurück und setzten nun zu Fuß die -Reise weiter fort. Bald hatten wir die Zone des von den Eingeborenen -teils einst kultivierten, teils noch unter Kultur stehenden Landes um -Libreville durchschritten und traten nun in einen prachtvollen Urwald -ein, welcher an Üppigkeit mit den Wäldern am Fuße des Kamerun-Gebirges -wohl rivalisieren kann. Da wir die Sibange-Plantage noch erreichen -wollten, bevor es zu heiß werden würde, denn der Tag versprach ein -wundervoller zu werden, so hielten wir uns hier nicht erst auf, -sondern schritten rüstig weiter, bis wir gegen 10 Uhr auf der Plantage -anlangten. - -Bis zu der Zeit hatte man nur Kaffee angepflanzt und dann die ganze -Plantage, welche doch schließlich nichts einbrachte, mehr oder -minder vernachlässigt. Ein Grasbrand, welcher sich über die Plantage -ausgebreitet hatte, hatte einen großen Teil der Kaffeestämme teils -vollständig getötet, teils arg beschädigt. Seitdem Herrn +Gebauer+ -die Vertretung der Firma +Woermann+ in Gabun übergeben worden -war, hatte er sich dieser Plantage wieder etwas angenommen und -einen Europäer dorthin geschickt, der dafür sorgen mußte, daß die -vorhandenen Bestände einigermaßen rein gehalten wurden. Da infolge -eines Abkommens, welches Herr +Gebauer+ mit der französischen -Regierung in Gabun getroffen, sich nun für den Kaffee ein bedeutender -Preis erzielen ließ, so gewann natürlich das Vorhandensein der schon -Früchte tragenden Kaffeestämme eine ganz andere Bedeutung für die -Plantage. Herr +Gebauer+ behauptete, daß er in der letzten Zeit -schon einen kleinen Verdienst aus der Anlage gezogen hätte. Da er nach -seiner Aussage aber bedeutend größere Quantitäten absetzen könnte, -so würde von der Plantage in Zukunft wohl Gewinn zu erwarten sein; -natürlich vorausgesetzt, daß der ausnahmsweise gute Absatz des Kaffees -anhält. Mit Kakao hatte Herr +Gebauer+ auch einige Versuche machen -lassen. Die vorhandenen Pflanzen sahen sehr gesund und kräftig aus, -so daß ich es also nicht für ausgeschlossen halte, daß der Kakao hier -gedeihen wird. Der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ist hier allerdings ein -bedeutend geringerer als in den Plantagengebieten Kameruns, und deshalb -dürfte es hier sehr geraten erscheinen, mehr Schattenbäume stehen zu -lassen. Für Kickxia-Anpflanzungen würde sich der Boden sehr gut eignen. -Gegen Abend kehrten wir nach Libreville zurück. Nun hatte ich unterwegs -mehr Zeit, auf die Vegetation zu achten, fand auch bald einige -Landolphien, aber nur in sehr schwachen Exemplaren. Die sämtlichen -stärkeren Lianen werden von den in der Umgebung der Stadt wohnenden -Gabunesen sofort zur Kautschukgewinnung abgebaut, sobald sie anzapfbar -sind. - -Von Gabun längs der Küste weiter nach Norden fahrend, erreichte der -„Niger“ am frühen Morgen des 28. Dezember die Corisco-Bucht. In -der Nähe der Elobi-Inseln an der Mündung des Muni-Flusses an einer -englischen Faktorei, „Ukaka-Beach“ genannt, gingen wir vor Anker. -Nachdem der kleine Vorrat an Palmenkernen, Öl und Kautschuk im -Dampfer verstaut war, fuhren wir den Muni-Fluß hinauf, um daselbst an -verschiedenen Orten große Mahagoniholz-Stämme einzuladen. Ich entdeckte -während einiger Exkursionen, die ich in den Wäldern unternahm, -Ancylobotrys pyriformis in Menge und schaffte einige Exemplare an -Bord, um sie nach Victoria überzuführen. Botanisch war diese Gegend -äußerst interessant. Die Eingeborenen, welche zu der großen Familie der -Fan-Völker gehören, zeichneten sich durch sehr reichen Perlenschmuck -aus. Sie sollen sehr hinterlistig sein und keinen Europäer hier weit -ins Innere hineinlassen. Bis jetzt ist es offenbar auch noch keinem -gelungen, trotz der Wasserstraßen, welche vorhanden sind, weiter als -zwei Tagereisen ins Innere vorzudringen. - -Am 29. Dezember verließen wir den Muni-Fluß wieder und dampften nun -längs der Küste nach Norden bis in die Nähe des Benito-Flusses, wo -wir auch wieder eine große Zahl Mahagoniblöcke empfingen. Wir hatten -etwa eine englische Meile von der Küste entfernt Anker geworfen. Neun -oder zehn dieser Mahagoniblöcke wurden an der Küste immer zu einem -Floß verbunden und dann durch die Dampfpinasse des „Niger“ zum Dampfer -hinübergezogen. Am Abend des 31. Dezember erreichten wir Batta. Nachdem -wir uns noch am Neujahrstage in Groß-Batanga kurze Zeit aufgehalten -hatten, fuhren wir am 2. Januar 1900 in den Kamerun-Fluß ein und warfen -um 8 Uhr der Stadt gegenüber Anker. - - - - -IV. Kapitel. - -Kamerun- und Bakossi-Expedition. - - -In Kamerun angekommen, machte ich zunächst dem dortigen Richter, Herrn -Grafen +v. Oberndorf+, welcher dort den Herrn Gouverneur vertrat, -meine Visite, um mich als zurückgekommen bei ihm zu melden. Von ihm -erfuhr ich nun Genaueres über die Zustände im Innern, von denen ich -schon Gerüchte in Batanga vernommen. Leutnant +v. Queis+ und -+Conrau+ waren in der Zwischenzeit ermordet worden. In Kamerun -wurde eben die Strafexpedition, welche Hauptmann +v. Besser+ -führen sollte, ausgerüstet; man wartete mit der Entsendung derselben -nur noch auf einige Ausrüstungen, welche der nächste Dampfer bringen -sollte. Unter diesen Umständen schien die Ausführung einer Expedition -in die Gebiete der Bakossi, welche so wie so bereits den Ruf eines -leicht erregbaren Volkes genossen, sehr in Frage zu kommen. Da ich an -der Südküste infolge der Buli-Aufstände auch nicht weiter ins Innere -vordringen konnte, hatte ich jene Bakossi-Expedition geplant, denn ich -vermutete in jenen Gegenden das Vorhandensein der Kickxia elastica. - -Da ich vorher keine andere Gelegenheit fand, nach Victoria zu fahren, -wartete ich bis zur Abfahrt des „Niger“, um dorthin zu gelangen. Am 5. -Januar fuhren wir aus dem Kamerun-Flusse hinaus und erreichten gegen -Mittag die Ambas-Bay, welche in der Mittagssonne sich in ihrer ganzen -Pracht zeigte. Während meiner sämtlichen Reisen hatte ich doch keinen -Platz in Afrika gesehen, welcher dieser Ambas-Bay an Üppigkeit der -Vegetation und Schönheit der Lage gleichkommt. Capetown in Südafrika -ist entschieden auch schön gelegen und würde wohl die Ambas-Bay an -Schönheit übertreffen, wenn nicht dort die Vegetation trotz ihrer -immensen Reichhaltigkeit einen so äußerst dürftigen Charakter tragen -würde. Am Nachmittage ließ ich meine sämtlichen Sachen an Land schaffen -und quartierte mich wieder im Hotel der Ambas Bay Trading Company ein, -das unterdessen bedeutend verbessert worden war, so daß man sich, dank -den Bemühungen des Herrn +Lange+, hier stets sehr wohl fühlte. Zu -meiner großen Freude vernahm ich, daß Herr Geheimrat +Wohltmann+ -auch am Tage vorher angekommen sei. Am Nachmittage ging ich dann -noch sofort zum botanischen Garten, um dem Gärtner daselbst die von -mir mitgebrachten Pflanzen und Samen zu überweisen. Die Kickxiasamen -sahen schon recht bedenklich aus, so daß ich befürchtete, sie hätten -trotz der Sorgfalt, mit der ich sie behandelt hatte, ihre Keimfähigkeit -verloren. Leider war dieses auch wirklich der Fall, wie sich bald -herausstellte. - -Am Abend kam Herr Bergassessor +Hupfeld+, der Generalbevollmächtigte -des Herrn +Sholto Douglas+, und bat mich, doch noch am selbigen Tage -Herrn Geheimrat +Wohltmann+ aufzusuchen, bei dem ich am Nachmittag -vergeblich vorgesprochen hatte, da sie am nächsten Morgen nach Buëa -aufbrechen wollten. Mit Herrn Geheimrat +Wohltmann+ verabredete -ich nun, daß ich zusammen mit Herrn +Stammler+, dem Leiter der -Moliwe-Pflanzung, nach Buëa nachkommen wolle, um mich dann an einer -Rundreise in den Plantagengebieten des Kamerun-Gebirges zu beteiligen; -ich wäre lieber sofort mit nach Buëa gegangen, um dem Herrn Gouverneur -+v. Puttkamer+ Bericht über die Sanga-Ngoko-Reise zu erstatten, wollte -aber doch erst die Verteilung der Kickxiasamen erledigen, soweit dieses -möglich war. - -Am Sonntag, den 7. Januar, ging ich nach Kriegsschiffhafen zu Herrn -+Friederici+, um dort das Resultat der von mir gemachten -Vorschläge betreffs Anpflanzung der Kickxien zu sehen. Zu meiner -großen Freude standen die Pflanzen sehr gut, und, soweit bis dahin -beurteilt werden konnte, bewährten sich die Vorschläge. Es waren beim -Umpflanzen aus den Samenbeeten in den gelichteten Wald eine Anzahl -von Pflanzen zu Grunde gegangen, besonders da, wo sich am Waldrande -zwei scheußliche Unkräuter, eine Convolvulacee und eine Momordica, -zeigten, welche mit großer Geschwindigkeit alles überwucherten und die -kleinen Pflanzen erstickten. Bis dieselben angewachsen sind, wird es -natürlich nötig sein, daß sie einigermaßen rein von Unkraut gehalten -werden, damit letzteres nicht mehr die Oberhand über sie gewinnen kann. -Herr +Friederici+ war mit dem Gedeihen der Pflänzchen durchaus -zufrieden. Die im Samenbeete zurückgelassenen Kickxien hatten sich -natürlich viel besser entwickelt, da sie nicht durch das Umpflanzen -in ihrem Wachstum gestört worden waren; einige derselben hatten eine -Höhe von zwei Fuß erreicht. Eine Rundfahrt in der Kakaoplantage -bewies, daß auch hier die schon günstigen Zustände sich immer mehr -vervollkommneten. Die verschiedensten neuen Anlagen sind geschaffen -worden. Besonders das Vorwerk „Wasserfall“ hatte seinen Anblick sehr -verändert, da die Kakaopflanzen, welche ich damals dort gesehen, nun -zu stattlichen Bäumchen herangewachsen waren, obgleich die spärlichen -Regen, welche während meiner Abwesenheit gefallen, für die -Entwickelung der Anlagen äußerst ungünstig gewesen waren. Am Abend noch -kehrte ich wieder nach Victoria zurück, da ich am 8. Januar früh zur -Moliwe-Pflanzung aufbrechen wollte. - -[Illustration: Die „Cyclop-Grotte“ bei Kriegsschiffhafen.] - -Mit drei Trägern und meinen beiden Jungen, von denen der eine recht -gut Deutsch verstand, brach ich am 8. Januar früh am Morgen auf. Ich -fühlte mich ganz wohl und marschirte daher mit den Leuten ziemlich -schnell bis zum Limbe-Vorwerk der „Victoria“-Pflanzungsgesellschaft. -Hier befiel mich plötzlich ein starkes Unwohlsein, so daß ich gezwungen -wurde, mich daselbst einige Zeit niederzulegen. Das starke Erbrechen -schien fast ein Zeichen zu sein, daß ich mir ein heftiges Fieber -zugezogen hatte. Doch gegen 2 Uhr am Nachmittag fühlte ich mich wieder -wohl genug, um den Marsch fortsetzen zu können. Wir stiegen auf einem -breiten, noch nicht ganz vollendeten Wege bis Boniadikombe am Fuße -des Gebirges empor und marschirten dann von dort auf einem Waldwege -bis zur Moliwe-Pflanzung, welche wir gegen 4 Uhr erreichten. Herr -+Stammler+, welcher bereits von meiner beabsichtigten Ankunft -benachrichtigt war, hatte schon alles so weit vorbereitet, damit wir -zeitig von Moliwe nach Buëa am nächsten Tage aufbrechen könnten. Ich -fühlte mich infolge des Marsches nach meinem kleinen Fieberanfall noch -nicht recht wohl und ging daher zeitig schlafen, um am nächsten Tage -für den anstrengenden Marsch nach Buëa frisch genug zu sein. - -Da es am nächsten Morgen zu regnen begann, verschoben wir unseren -Aufbruch bis um 10 Uhr. Um aber die Zeit bis dahin nicht zu verlieren, -besichtigte ich die Plantage und vor allen Dingen die mit Kickxia -bepflanzten Teile. Herr +Stammler+ war ganz entzückt von den -Resultaten, welche er erzielt hatte. Einige der ausgepflanzten -Bäumchen hatten auch bereits eine Höhe von zwei Fuß erreicht. Fast -möchte ich sagen, die Pflanzen standen hier noch besser als auf der -Kriegsschiffhafen-Plantage. Unkraut kam hier weniger auf, da die -Plantage nicht am Waldrande begann und daher weniger Sonne für die -Unkräuter vorhanden war. - -Als der Regen etwas nachgelassen hatte, brachen wir zusammen mit -acht Trägern und unseren Jungen nach Boniadikombe auf. Von dort aus -schlugen wir einen schmalen Pfad ein, welcher uns durch teilweise -kultiviertes Gebiet und durch einige Dörfer hindurch, allmählich -am Abhange des Gebirges ansteigend, oberhalb Bomana in den breiten -Victoria-Buëa-Weg brachte. Gegen 1 Uhr erreichten wir ein Hotel, -welches von einem unternehmenden Sachsen an der Buëa-Straße aufgebaut -ist, um den ermüdeten Wanderern etwas Rast und Erfrischung zu -bieten. Da Herr +Stammler+ mit dem Besitzer dieses Hotels so -wie so verschiedenes Geschäftliche abzumachen hatte (der Grund, auf -welchem es aufgebaut ist, gehörte noch zur Moliwe-Pflanzung), so -gaben wir unseren Leuten eine Stunde Ruhe, während welcher wir uns -zum Mittagessen niedersetzten. Von dem Hotel „Sachsenhof“ bis zum -Rande des Buëa-Plateaus hatten wir noch etwas über eine Stunde zu -marschieren. Selten war mir ein Marsch so schwer geworden als dieser; -offenbar hatte ich meinem nicht wieder ganz hergestellten Körper zu -viel zugemutet, denn auch für einen gesunden Menschen ist dieser -Marsch bis Buëa hinauf nicht gerade ein leichter Spaziergang. Sobald -wir auf dem Plateau waren, fühlte ich frischen Mut. Schon nach kurzer -Zeit sahen wir Buëa vor uns liegen und kamen endlich um 5 Uhr auf der -Station selbst an. Hier bekamen wir von Herrn +Leuschner+ unsere -Zimmer wieder im Rekonvaleszentenhause angewiesen, wo wir uns denn -gleich tüchtig reinigten und umzogen, denn von dem Marsche auf der -staubigen Straße (es hatte zwischen Bomana und Buëa am Morgen nicht -geregnet) waren wir von oben bis unten beschmutzt. Zum Abend waren wir -von Herrn Gouverneur +v. Puttkamer+ zum Essen eingeladen. Bei -dieser Gelegenheit äußerte sich Herr Gouverneur +Köhler+ von Togo, -welcher nach Kamerun berufen war, um den bald zur Erholung nach Europa -zurückkehrenden Herrn Gouverneur +v. Puttkamer+ zu vertreten, -daß er mich auch in Togo in jeder Weise unterstützen würde, falls -ich, den von Herrn Geheimrat +Wohltmann+ und Herrn Bergassessor -+Hupfeld+ gemachten Vorschlägen folgend, auch eine kurze Bereisung -des Misahöhe-Bezirkes unternehmen würde. Damals konnte ich mich noch -nicht sicher für die Sache entscheiden, doch war schließlich das -Versprechen des Herrn Gouverneurs +Köhler+ der Hauptgrund, welcher -mich veranlaßte, wirklich später zuzusagen. - -Herr Geheimrat +Wohltmann+, Herr Bergassessor +Hupfeld+ und Herr -+Stammler+ brachen bereits am nächsten Morgen auf, um nach der -Lisoka-Plantage zu gehen, wo ich mit den Herren am folgenden Tage -zusammenzutreffen versprach, da ich Herrn Gouverneur +v. Puttkamer+ -noch Bericht über die Sanga-Ngoko-Reise erstatten wollte. - -Den Verabredungen gemäß brach ich am 11. Januar von Buëa auf, um Herrn -Geheimrat +Wohltmann+ nach Lisoka zu folgen. Auf einer breiten, schönen -Straße, wie sie Herr +Leuschner+ nach allen Richtungen von Buëa aus -innerhalb seines Bezirkes hat anlegen lassen, stieg ich langsam von dem -Buëa-Plateau herab und erreichte nach etwa 1½ Stunden das wundervolle -Lisoka-Plateau, welches etwa 100 m unterhalb des Buëa-Plateaus liegt, -also in einer Höhe, welche noch für Kakaobau geeignet ist. Das Plateau -ist hauptsächlich mit Elefantengras bedeckt, in welchem sich kleinere -Komplexe von Wald und vor allen Dingen viele einzeln stehende Bäume -befinden, welche dann bei den Kakaokulturen gerade genügend Schatten -für die Anlagen spenden. Bei dem Dorfe Moliko zweigte sich der Weg -zur Plantage von dem Wege ab, welcher über Malende nach Mundame -führt. In der Umgebung des Dorfes Moliko sah ich, kurz bevor ich die -Lisoka-Plantage erreichte, an den größeren Baumstämmen Kautschuklianen, -deren Früchte von den Eingeborenen als „Maniongo“ gegessen werden. Die -Exemplare waren aber alle derartig von den Messern der Eingeborenen -(Baquiris) bearbeitet, daß die herausträufelnde Milch eben noch für -mich genügte, festzustellen, daß diese Art einen brauchbaren Kautschuk -liefere. Offenbar ist dies dieselbe Pflanze, welche durch Dr. +Preuß+ -bereits als kautschukliefernd bezeichnet wurde. Als ich um 12 Uhr auf -der Plantage eintraf, war kein Europäer anwesend. Die Eingeborenen, -welche ich beim Hause fand, gaben an, daß die Europäer in einiger -Entfernung augenblicklich dabei seien, eine neue Anlage zu schaffen, -und liefen sogleich, um jemand herbeizurufen. Um 1 Uhr erschienen -auch die zwei Herren, welche sich als Angestellte der Lisoka-Plantage -vorstellten und mir mitteilten, daß Geheimrat +Wohltmann+ und die -übrigen Herren, welche unter Führung des Leiters der Plantage, Herrn -+Hilfert+, die weiter gelegenen Gelände der Plantage zu besichtigen -gegangen seien, gegen Abend zurückzukommen versprochen hätten. - -Am Nachmittage streifte ich nun auf dem Gebiete der Plantage umher und -hatte die Freude, zu sehen, daß hier viel Landolphien vorhanden seien. -Herr +Hilfert+ hatte Samen dieser Art ausgesät und ging mit der -Absicht um, später die jungen Pflänzchen am Fuße der Schattenbäume -auszusetzen. Der Kautschuk, welchen diese Art liefert, ist vorzüglich. -Die Milch koaguliert sehr leicht und schnell sowohl durch einfache -Erwärmung als auch durch Einfluß der Luft. Ich sammelte einige Früchte, -um dieselben mit nach Victoria hinunterzunehmen, wo die Samen im -botanischen Garten ausgesät werden sollten. - -Gegen Abend trafen auch die abwesenden Herren ein. Es wurde nun -beschlossen, am nächsten Tage früh von Lisoka aufzubrechen, um über -Boanda und Buenga nach der Moliwe-Pflanzung den Berg hinabzusteigen. - -Um 6 Uhr wurden die Anstalten zum Aufbruch begonnen; doch kamen wir -nicht vor 8½ Uhr fort, da noch vieles zu regeln war und viele Lasten -wieder gepackt werden mußten, außerdem die Leute mit dem Abbrechen -des großen Zeltes, welches Herr Geheimrat +Wohltmann+ von Buëa -mitgenommen, noch nicht Bescheid wußten. Unsere Kavalkade bestand aus -fünf Europäern (Herrn Geheimrat +Wohltmann+, Bergassessor +Hupfeld+, -Herrn +Stammler+, Herrn +Hilfert+ und meiner Person) und gegen 20 -Eingeborenen. Herr Geheimrat +Wohltmann+ und Herr +Hilfert+ waren -beritten. Das Dorf Moliko ließen wir rechts liegen und marschierten -quer durch das Plantagengebiet, bis wir die Moliko-Muëa-Straße -erreichten. Der Weg von Moliko bis zum Muëa-Marktplatze war vollständig -eben und führte durch dieselbe Parkland-Formation, wie sie bei Lisoka -so verbreitet ist. Vom Muëa-Marktplatze, auf welchem übrigens, noch vom -letzten Markte herrührend, große Mengen von Schalen der Landolphia- -(Manyongo-) Früchte umherlagen, führte der Weg mehr nach der Seeküste -zu. Langsam stiegen wir tiefer hinab. Hier und dort zeigte sich -zunächst häufiger Buschwald, aber doch noch recht viel Elefantengras. -Das Terrain, über welches wir marschierten, bestand ausschließlich aus -verwittertem Basalt, war also sehr fruchtbar. Hin und wieder traten -steinigere Stellen ein, besonders an abschüssigem Terrain, wo der Regen -die Humusschichten herabgespült hatte. Besonders häufig wurden diese -steinigen Stellen, nachdem wir den Minya-Bach passiert hatten. Herr -+Stammler+, welcher eine Stunde vor uns von Lisoka abmarschiert war, -um die rechten Wege zu erkunden, wartete bereits einige Zeit auf uns, -als wir gegen 10 Uhr im Dorfe Bomaka eintrafen. Von Bomaka bis Boanda, -einem größeren Dorfe, hatten wir bloß einen Marsch von einer halben -Stunde über ein zum Teil fruchtbares, wenig abfallendes Terrain. In -Boanda, für welches wir eine Höhe von etwa 450 m über dem Meeresspiegel -konstatierten, machten wir eine längere Ruhepause, um Mittag zu essen. -Hier sahen wir übrigens einige Kokospalmen, die hier wohl die Grenze -der Höhe erreicht haben dürften, in der sie noch gedeihen. - -Um 12 Uhr brachen wir wieder auf. Der Weg von Boanda über Bokoba bis -Dibanda war nicht schlecht und das Terrain teilweise noch gut; doch -dann fiel der Berg ziemlich steil bis Buenga ab. Das Maultier, welches -Herr Geheimrat +Wohltmann+ geritten, konnte nur mit größter Mühe -und Vorsicht hinabgeführt werden. Herr +Hilfert+ kehrte von -hier nach Lisoka zurück, um nicht seinem Pferde den Abstieg auf dem -steilen Wege zuzumuten; außerdem war es schon 3 Uhr am Nachmittage, -und er hatte einen weiten Weg vor sich, wenn er noch vor Nacht in -Lisoka eintreffen wollte. In dem Walde, welcher nun das ganze Terrain -bedeckte, fand ich auch wieder Landolphien, doch von Kickxia war -nichts zu sehen. Es wäre mir besonders lieb gewesen, wenn ich die -Kickxia auch in Basaltboden hätte nachweisen können. Da wir in Dibanda -keinen Führer bekommen konnten, welcher uns bis Fuë führen sollte, -so meldeten sich schließlich drei Weiber dazu, welche für sich ein -kleines Geschenk beanspruchten. Allein fürchtete sich eine jede mit -uns zu gehen. Der Abstieg von Dibanda bis Fuë, welchen wir in etwa -1¼ Stunden zurücklegten, betrug etwa 200 m. Von Fuë bis Buenga-Dorf, -zum Unterschiede von Buenga-Markt, welches an der Küste an den Creeks -liegt, die von N’Bamba zum Mungo führen, nahm der Marsch nur eine halbe -Stunde in Anspruch. Unser Barometer gab für Buenga 190 m Höhe an. Da -es zu spät war, um noch bis Moliwe weiter zu marschieren, so wurde -beschlossen, in Buenga Nachtquartier zu machen. Für Herrn Geheimrat -+Wohltmann+ wurde das Zelt aufgestellt. Wir übrigen Europäer -ließen unsere Feldbetten in einem geräumigen Hause der Eingeborenen -aufstellen. Da wir heute einen langen Marsch hinter uns hatten und auch -am nächsten Tage sehr zeitig weitermarschieren wollten, so begaben -wir uns bald zur Ruhe, trotz des herrlichen, mondhellen Abends. Die -Togo-Leute, welche Herr +Stammler+ als Träger mitgenommen, führten -noch bis tief in die Nacht hinein unter großem Lärm Tänze auf, welche -uns doch nicht abhalten konnten, sehr bald fest zu schlafen. - -Gegen 7½ Uhr setzte sich unsere Karawane wieder in Bewegung. Der Weg -war so steinig, daß wir mit unseren schwerbepackten Trägern langsamer -marschieren mußten. Viele Strecken dieses Terrains dürften infolge des -mit Basaltgeröll zu stark durchmischten Bodens für Kakaopflanzungen -ungeeignet sein. Unsere Reiseroute ging von Buenga in ziemlich direkter -Richtung auf das Haus der Moliwe-Pflanzung zu, auf deren Gebiete -wir uns bereits befanden. Da wir in rechtem Winkel zur Richtung der -Wasserläufe vorgingen, welche vom Gebirge kamen, so hatten wir eine -ziemliche Zahl von Bächen zu durchschreiten, welche sich übrigens -alle durch sehr felsige Läufe und kristallklares, sehr kaltes Wasser -auszeichneten. Der Ombe war der bedeutendste derselben. Wir passierten -ihn dicht hinter dem Dorfe Bonjo, einem kleinen, unbedeutenden Weiler, -welcher von Baquiris bewohnt wird. Vom Ombe-Flusse ab änderte sich -die Gestaltung der Bodenverhältnisse allmählich wieder. Das Geröll -verschwand mehr und mehr und hörte endlich wieder ganz auf, als wir -den Moliwe-Bach überschritten hatten, um nunmehr in ein herrliches, -fruchtbares Thal überzugehen, in welchem Herr +Stammler+ sich -angebaut hatte. Herr Geheimrat +Wohltmann+ und Herr +Hupfeld+ -waren beide sehr angenehm überrascht, als wir uns plötzlich in der -Plantage befanden, deren Lage und Stand der Kulturen bei weitem die -Erwartungen überstieg, welche beide Herren gehegt hatten. - -Für den Rest des Tages blieben wir zusammen in Moliwe. Am Nachmittag -besichtigte ich noch einmal gemeinsam mit Herrn +Hupfeld+ die -Kickxia-Anlage und die Arbeiterhäuser, welche hier auch recht nett -eingerichtet waren. Herr +Stammler+ hatte, da seine Arbeiter zur -Hälfte aus Togo-Leuten, zur anderen aus Balundus vom Elefantensee -sich zusammensetzten, zwei große Arbeiterhäuser gebaut, um die sich -schlecht vertragenden beiden Völker getrennt zu halten. Togo- und -Balundu-Leute durften auch nicht zusammen arbeiten, da sonst zu leicht -Streitigkeiten ausbrachen. Es war hier entschieden in der kurzen Zeit -seit der Einrichtung der Plantage sehr viel geleistet worden, besonders -wenn man in Betracht zieht, daß Herr +Stammler+ zuerst weiter -unten, am Fuße des Gebirges, eine Anpflanzung begonnen hatte, wo ich -ihn im April 1899 besucht hatte. Infolge vieler Schwierigkeiten, -welche sich ihm damals dort unten entgegenstellten, hatte er seine -Hauptpflanzungen dann an die Stelle hinauf verlegt, wo er zur Zeit -seinen Wohnsitz aufgeschlagen. Da Herr Geheimrat +Wohltmann+ -und Herr +Hupfeld+ noch am Abend des 17. Januar in Victoria -eintreffen wollten, so reisten beide Herren bereits am nächsten Tage -gegen Mittag ab. Ich selbst blieb noch bis zum andern Tage in Moliwe, -wo ich am Nachmittage mit Herrn +Stammler+ die Berechnung einer -Kickxiaplantage aufstellte und einige Rundgänge in der Plantage machte, -bei denen wir einige für neue Kakao- und Kickxia-Anpflanzungen in -Aussicht genommene Lokalitäten besuchten. Ein Umstand, welcher übrigens -das jetzige Centrum der Anlagen auf der Moliwe-Pflanzung besonders -wertvoll macht, sind die äußerst günstigen Wasserverhältnisse, welche -daselbst vorhanden sind. Der Moliwe-Bach, aus welchem sich eine sehr -bedeutende Wasserkraft gewinnen ließe, windet sich in verschiedenen -Bogen am Fuße des Hügels entlang, welchen Herr +Stammler+ mit -großer Umsicht für die Erbauung der für die Europäer bestimmten Häuser -gewählt hat. - -Am Morgen des 15. Januar folgte ich nun Herrn Geheimrat -+Wohltmann+ nach Victoria, um von dort aus mit ihm zusammen am -18. Januar einen nochmaligen Besuch auf der Kriegsschiffhafen-Plantage -zu machen. Die Zwischenzeit von drei Tagen benutzte ich dazu, -Vorbereitungen für die Bakossi-Expedition zu treffen, welche ich -nun doch auszuführen beschlossen hatte, und im botanischen Garten -noch einmal mit Ficus elastica Koagulationsversuche zu machen. Der -Bezirksamtmann von Victoria war so freundlich, mir bis nach Buëa Leute -des Bezirksamtes als Träger zur Verfügung zu stellen, was mir um so -angenehmer war, als gar keine Träger sonst aufzutreiben waren, denn die -Baquiris in Victoria zeichnen sich vor allen anderen durch Unmut zur -Arbeit ganz besonders aus. - -Am 18. Januar machte ich dann zusammen mit Herrn Geheimrat -+Wohltmann+ den verabredeten Besuch in Kriegsschiffhafen, wo -auch Herr +Hupfeld+, welcher nach Kamerun gefahren war, über -N’Bamba gegen Mittag eintraf. In den Saatbeeten, auf denen die nun acht -Monate alten Kickxien standen, hatte sich auf diesen eine kleine Raupe -ausgebreitet, welche, wie ich nachweisen konnte, von einem benachbarten -Gemüsebeete hinübergewandert war und an den Kickxiablättern eine -sehr bekömmliche neue Nahrung gefunden zu haben schien. Hoffentlich -wird bei etwaigem Verpflanzen von Kickxien, welche von dieser Raupe -befallen sind, darauf geachtet werden, daß die Tiere vorher abgenommen -werden, damit sie nicht in die Kickxiabestände mit hinüber geführt und -verbreitet werden. Obgleich ich nicht glaube, daß die Raupen, welche -sonst nur auf niedrigen Kräutern auftreten, in den Beständen argen -Schaden anrichten würden, so ist es doch immerhin wünschenswert, daß -die Anlagen von Anfang an möglichst ungezieferfrei gehalten werden -und darauf geachtet wird, daß nur wirklich gesunde Pflanzen dorthin -verpflanzt werden. - -Während Herr Geheimrat +Wohltmann+ und Herr +Hupfeld+ am 19. -Januar eine Besichtigung des N’Bamba-Vorwerkes unternahmen, kehrte ich -am Vormittage nach Victoria zurück, um noch die letzten Vorbereitungen -für den am 20. Januar in Aussicht genommenen Aufbruch nach den -Bakossi-Bergen zu vollenden. - -Vom Bezirksamte war mir bis Buëa ein Pferd zur Verfügung gestellt -worden, so daß ich den Marsch bergan mir ersparen konnte. Mit zwölf -Trägern und meinen zwei Jungen war ich am Morgen des 20. Januar -auch bereits um 6 Uhr unterwegs. Da einer der Träger, welcher schon -vor Boana nicht mehr weiterkonnte, zurückgeschickt und seine Last -auf die schon an sich schweren Lasten der übrigen verteilt werden -mußte, machten wir nur langsame Fortschritte. Als wir dann gegen -Mittag zum „Sachsenhof“ kamen, ließ ich Halt machen und erbat mir -von den Wegebauern, welche daselbst ihr Lager aufgebaut hatten, -einen Mann als Träger für den Nachmittag. Der Vorsteher des Lagers -war so freundlich, mir sofort einen starken Mann abzugeben. Nachdem -nun die Last des Trägers, welchen ich krankheitshalber am Vormittage -zurückgeschickt hatte, wieder zusammengestellt war und ich meine -Mahlzeit im „Sachsenhof“ beendet hatte, brachen wir wieder auf. Ein -Missionar, welcher auf dem Wege nach Buëa war, gesellte sich nun auf -dem Weiterritte zu mir. Da schließlich die Träger doch zu langsam -marschierten, ritten wir voraus und erreichten gegen 3 Uhr das -Buëa-Plateau. Auf einem mir bis dahin noch unbekannten Wege über -Klein-Soppo kamen wir gegen 4½ Uhr auf der Station Buëa an. In dem -Rekonvaleszentenhause bei der Familie +Leuschner+ fand ich wieder -Unterkunft. Meine Leute trafen dann kurz darauf mit meinen Sachen auch -ein. Da ich die Träger von hier aus zurückschicken mußte, so sprach ich -gleich mit Herrn +Leuschner+ über die Möglichkeit, von hier bis Mundame -neue Träger zu engagieren. Herr +Leuschner+ war so liebenswürdig, zu -den benachbarten Dörfern zu schicken, um Träger auftreiben zu lassen. -Die ausgesandten Leute kamen gegen Mittag des nächsten Tages, eines -Sonntages, zurück mit der Nachricht, daß zeitig am nächsten Montag -die verlangte Anzahl von Trägern auf der Station erscheinen würde. -Die prompte Regelung der Trägerfrage bei einem Volke wie die Baquiris -war ein recht guter Beweis der Thatsache, daß Herr +Leuschner+ es -sehr gut verstanden hat, den Eingeborenen den nötigen Respekt vor dem -Weißen beizubringen und überhaupt die Leute richtig zu behandeln. Es -geht zugleich daraus hervor, daß bei einer solchen Behandlung selbst -der Baquiri zu Arbeitsleistungen herangezogen werden kann, wie es -allenthalben mit den geistig allerdings höher stehenden Völkern in Togo -der Fall ist. - -Ich benutzte den Sonntag zu einer Exkursion nach dem oberen Waldrande -des Kamerun-Pieks, wo ich einige interessante Gewächse sammelte. Da -die Träger erst gegen 7½ Uhr am 22. Januar eintrafen, so kamen wir -erst gegen 8 Uhr fort. Um möglichst bald aufbrechen zu können, hatte -ich die Lasten schon alle fertig auslegen lassen, so daß wir ohne -weiteren Aufenthalt unseren Marsch antreten konnten. Auf dem schon -früher beschriebenen Wege erreichten wir gegen 10 Uhr das Dorf Moliko, -wo ich nur eine Rast von 10 Minuten machen ließ. Durch zum Teil unter -Kultur stehendes Terrain marschierten wir dann, nachdem wir auch das -Muëa-Dorf passiert hatten, bis nach Mamu. Zwischen Muëa und Mamu -begann der Wald, welchen wir nun für lange Zeit zu durchziehen hatten. -Äußerst interessant, und für einen etwa später in diesen Gegenden -reisenden Botaniker eines längeren Aufenthaltes wert, ist eine breite -Wiese, welche durch einen, sie in vielen Armen durchrieselnden Bach -stellenweise etwa fußtief unter Wasser gesetzt ist. Vanilla africana -wuchs in den Gebüschen am Rande dieser Wiesen allenthalben, leider -ohne Blüten; häufig leisteten andere Orchidaceen, welche hier bis -auf die Äste der kaum mannshohen Sträucher heruntersteigen, ihr -Gesellschaft. Landolphien gab es im Walde auch hin und wieder, doch -seltener mit dickeren Stämmen. Offenbar ist diese Gegend noch zu -häufig von den Kautschuksammlern besucht, die alles anschneiden oder -gar abschlagen, was sie an einigermaßen anzapfbaren Lianen sehen. -Erst wenn eine solche Gegend dann derartig abgeerntet ist, daß sich -das Kautschuksammeln kaum mehr rentiert, wird den Landolphien Zeit -gelassen, wieder nachzuwachsen. Über die Art und Weise der Gewinnung -der Latex, wenigstens die häufigste derselben, werde ich weiter unten -noch Näheres zu berichten haben. Als wir das Dorf Mamu erreichten, wo -die Eingeborenen eben dabei waren, ein größeres Stück Wald abzuschlagen -und abzubrennen, gab ich den Trägern eine zweistündige Rast zum Essen. -Während wir noch in Mamu waren, kamen einige Träger zu mir, um meine -Erlaubnis zu erfragen, ob sie von dem nächsten Dorfe, Ekona, nach Buëa -zurückkehren könnten. Natürlich gewährte ich den Leuten das nicht, -sondern ließ die ganze Gesellschaft zusammentreten und notierte ihre -Namen, um sofort zu wissen, wenn jemand etwa desertieren sollte, wer -der Übelthäter sei; um aber das Desertieren zu verhüten oder wenigstens -zu erschweren, ernannte ich einen Mann, welcher mir am meisten Achtung -zu genießen schien und auch einen ganz intelligenten Eindruck machte, -zum „Headman“ und erklärte ihm nun, daß ich ihm das Doppelte bezahlen -werde, als vereinbart sei, er aber hafte mir dafür, daß niemand -desertiere. Das machte offenbar einen Eindruck auf die Gesellschaft, -denn, ohne noch einmal sich murrig zu zeigen, zog ein jeder mit seiner -Last weiter, als ich das Zeichen zum Aufbruch gab. Da ich nicht gern -sah, daß der „Headman“ auch eine Last zu tragen hatte, gab ich ihm die -Erlaubnis, zu versuchen, für seine Last einen Träger zu engagieren. Auf -diese Weise wurde es nun den Leuten klar, daß ich den Mann wirklich zum -„Headman“ gemacht; ich möchte vorausschicken, daß ich meine Wahl sehr -gut getroffen, denn der Mann bewährte sich vorzüglich und verstand es -auch sehr gut, sich bei seinen Stammesgenossen in Respekt zu halten. -Einen neuen Träger zu engagieren, gelang uns schon in Mamu. Auf dem -Marsche hier hielt ich dieselbe Marschordnung ein wie schon auf der -Yoruba-Expedition. Die sämtlichen Träger hatten vorzumarschieren, -dann kam der „Headman“ direkt vor mir, welcher meine Büchsflinte zu -tragen hatte, und hinter mir die Jungen mit einigen Kleinigkeiten, wie -Regenmantel, Mütze, Feldflasche und Aneroid. Von Mamu bis Ekona führte -uns ein kurzer Marsch. Da in Ekona die Kenntnis des Landes bei den -Leuten aufhörte, so ließ ich den Häuptling rufen und veranlaßte ihn, -mir bis zum nächsten Dorfe einen Führer gegen Bezahlung zu stellen; -natürlich wurde die Bezahlung erst dann geleistet, wenn ich den Führer -zurückschickte. Der gute Weg hörte in Ekona auf. Auf einem Waldwege -über hügeliges und zum Teil recht felsiges Terrain marschierten wir -weiter. Je mehr wir uns von Buëa entfernten, desto häufiger trafen -wir Kautschuklianen im Walde, welcher übrigens hier lange nicht mehr -den so üppigen Charakter trug wie an der Seeseite des Gebirges. Man -konnte hier sehr leicht erkennen, daß die Niederschläge wesentlich -geringere waren. Bis zum Dorfe Meandja hatten wir einen langen Marsch -vor uns. Kurz bevor wir dasselbe erreichten, gelangten wir an den -Meandja-Bach, an welchem die Üppigkeit der Vegetation wieder ihren -Höhepunkt erreicht. Der nicht sehr tiefe Bach floß sehr schnell dahin -und gewährte, wenn man an seinem Ufer stand, bei der Übergangsstelle -einen der schönsten Anblicke, welche ich je von derartigen Scenerien -genossen. Zum ersten Male sah ich hier, von den Bäumen am Wasserrande -herunterhängend, die langen Zweige von Vanilla africana im schönsten -Blütenflor. In Meandja ließ ich das Zelt aufschlagen, um für die -Nacht daselbst zu bleiben, denn wir hatten für den ersten Tag einen -schönen Marsch hinter uns. Bald hatten wir alles für die Nachtruhe -hergerichtet, und die Leute saßen vergnügt am Feuer, sich ihres -Lebens freuend; hatten sie doch tüchtig zu essen, das war ihnen die -Hauptsache. Nachdem ich noch in dem krystallhellen, kühlen Wasser -des Meandja-Baches ein Bad genommen, beschloß ich mein Tagewerk mit -Erledigung der laufenden Arbeiten, wie Tagebuch schreiben und Pflanzen -einlegen. - -Schon zeitig hatte ich am nächsten Tage die Leute zusammenkommen -lassen, um alles zum weiteren Marsche fertig zu machen. Das Zelt war -schnell abgebrochen und die Lasten wieder fertig geschnürt. Schon kurz -nach 6 Uhr konnten wir Meandja verlassen. Der Führer aus Ekona willigte -ein, uns noch eine kleine Strecke weiter zu begleiten, da er in Mujuka -Verwandte habe, welche er bei dieser Gelegenheit aufsuchen könne. Kurz -hinter Meandja kamen wir wieder an einen Bach, welcher dem Meandja-Bach -an Schönheit gleichkam; der Führer nannte ihn „Mupaba“. Langsam senkte -sich das Terrain hier, meist in kleinen Terrassen, von denen eine der -anderen folgte. In dem Walde, welcher dem bei Mamu glich, machte mich -der Führer wiederholt auf Kautschuklianen aufmerksam; von Kickxia aber -war noch nichts zu sehen, obgleich ich sehr eifrig danach ausschaute. -Der Führer erzählte, daß ihm von einem Baume, welcher Kautschuk gebe, -nichts bekannt sei; er kenne viele, die die weiße Milch geben, aber -„Maniango“ sei das nicht. Kurz nachdem wir wieder einen Bach, den -Sope, überschritten hatten, dessen Wasserfläche mit den weißen Blüten -des schönen, hier in allen Gebirgsbächen häufigen Crinum natans dicht -bedeckt war, erreichten wir das Dorf Mujuka. Durch Vermittelung -unseres Ekona-Führers gelang es uns bald, in Mujuka einen neuen Führer -zu bekommen, so daß wir ohne großen Zeitverlust weitermarschieren -konnten. Es war sehr gut gewesen, daß ich so vorsichtig war, einen -Führer zu nehmen, denn gleich hinter Mujuka begann ein dichter Wald, in -dem sich so viele Wege kreuzten, daß wir sicher nicht zurechtgefunden -hätten. Schon von Meandja an hatten wir viele Elefantenspuren gesehen; -hier im Mujuka-Walde gab es deren noch viel mehr, wir stießen -wiederholt auf Spuren, wo die Leute behaupteten, daß Elefanten eben -vor unserer Ankunft geflüchtet sein müßten. Nach etwa 1½stündiger -Wanderung hörten wir schon aus der Ferne das Getöse des Njoke-Baches, -der dicht bei dem Dorfe Njoke einen nicht unbedeutenden Wasserfall -besitzt. Als wir schließlich dicht unterhalb des Falles an den Bach -kamen, stellte sich heraus, daß derselbe nur in Canoes passierbar -sei. Da auf dem anderen Ufer sich einige Leute mit Canoes befanden, -so ließ ich dieselben anrufen und auffordern, die Expedition über -den Bach zu bringen, was denn auch sofort geschah, wenngleich mit -einigem Zeitaufwande, denn wir konnten in die kleinen Canoes nur -immer drei Mann mit ihren Lasten unterbringen. Vermittelst langer -Raphiablattrippen wurden die Canoes über den Bach gebracht. Da es viele -Felsen gab, war es bei der starken Strömung erforderlich, daß stets -einer der Eingeborenen dabei war, welcher das Wasser kannte. Nachdem -wir aus dem ziemlich tiefen Thale des Baches herausgetreten waren, -erreichten wir dann das Dorf Njoke, welches unter allen Dörfern, die -ich auf der Reise bis dahin gesehen, das bedeutendste war. Zum ersten -Male trafen wir hier auch Dualla-Händler an. Bei den Bewohnern von -Njoke gewahrte ich eine allgemeine Furcht, auch sah man in dem großen -Dorfe auffallend wenig Leute. Mich nach der Ursache erkundigend, erfuhr -ich von den Duallas, daß die meisten Einwohner bei meiner Annäherung -in den Busch geflohen seien; man hatte gehört, daß die Strafexpedition -(unter Hauptmann +v. Besser+) bald erscheinen würde, und hielt -allgemein die meinige dafür. Natürlich hatten die Gerüchte die Stärke -meiner Expedition ungeheuer übertrieben und aus einigen Trägern mit -roten Mützen sogleich eine Schar Soldaten gemacht. In Njoke ließ ich -nur einen kurzen Aufenthalt machen, da ich mir vorgenommen, erst -in Malende den Trägern Zeit zum Essen zu geben. Der Weg von Njoke -bis Malende führte durch einen sehr interessanten, jedoch ziemlich -trockenen Urwald, in dem es sehr viele Elefanten geben soll. Von Dr. -+Preuß+ war hier in diesem Walde die Kickxia elastica zuerst -nachgewiesen worden. Da mir nicht besonders daran liegen konnte, die -Kickxia an einem bereits bekannten Standorte nochmals aufzusuchen, so -ließ ich, ohne mich weiter aufzuhalten, durchmarschieren. Landolphien -gab es auch, doch schien denselben sehr nachgestellt zu werden; nicht -selten sah man von den Bäumen Stammstücke derselben herunterhängen, -deren unteres Ende, soweit die Leute mit ihren Haumessern hinaufreichen -konnten, abgeschlagen war. Gegen 1 Uhr trafen wir bei der von der -Soppo-Plantage aufgestellten Hütte ein und kurz darauf im Dorfe Malende -selbst, wo wir uns unter einem Mangobaume lagerten. - -Die in der Nähe von Malende von Dr. +Preuß+ nachgewiesenen -Kickxiastämme waren von Herrn +Günther+ von der Soppo-Plantage, -wie behauptet wurde, pachtlich erworben und zu ihrer Bewachung ein -Eingeborener nach einer kleinen Faktorei in Malende geschickt worden. -Um die Stämme kenntlich zu machen, soll ein jeder damals mit einer -kleinen Blechmarke versehen worden sein. Eine plötzliche Abberufung -des Herrn +Günther+ hatte eine vollständige Vernachlässigung -des Malende-Unternehmens zur Folge gehabt, welches, wenn auch nicht -in der von Herrn +Günther+ ausgeführten Art, doch zu einem sehr -guten Resultat geführt haben könnte. Es ist sehr zu hoffen, daß dieser -Sache bald wieder mehr Interesse entgegengebracht wird, bevor die -Eingeborenen die bei Malende vorhandenen Stämme sämtlich umgeschlagen -haben. - -In dem Dorfe, aus dem übrigens auch die größere Menge der Einwohner -entflohen war, ließ ich nun eine zweistündige Mittagsrast machen. -Glücklicherweise hatte ich zum Tauschhandel hauptsächlich Tabak -mitgenommen, welcher hier einen reißenden Absatz fand. Für ein jedes -Blatt konnte ich ein Ei kaufen, für ein „head“ ein Huhn. Die Duallas, -deren Einfluß übrigens hier sehr bedeutend zu sein scheint, kamen alle -sogleich nach meinem Lagerplatz und boten ihre unterthänigsten Dienste -an; ein jeder glaubte, schon dafür einige Blätter Tabak geschenkt zu -bekommen. Als die Herren aber sahen, daß sie sich in der Hinsicht in -meiner Person geirrt hatten, zogen sie sich allmählich wieder zurück, -mit Ausnahme einiger weniger Unverschämter, welche mir wie die Hunde -auf Schritt und Tritt folgten. Als schließlich von diesen auch der -furchtsame Häuptling des Dorfes herangeschleppt wurde, forderte -ich letzteren auf, mir bis Bakundu einen Führer zu stellen. Er kam -zwar anfangs mit einigen Ausflüchten, welche ich nicht anerkennen -wollte, bis ich ihm ein Blatt Tabak schenkte, welches nun plötzlich -Freundschaft zwischen uns schuf. Nicht nur ging er, einen jungen Mann, -welchen er seinen Sohn nannte, als Führer herbeizuschleppen, sondern -schickte mir sogar einige Hühner als „Dash“; der Landessitte gemäß -schickte ich ihm auch einen „Dash“ bestehend aus 4 „head“ Tabak, -worüber er sich so freute, daß er mir noch einen schönen Ebenholzstock -brachte, für den er dann noch ein „head“ Tabak erhielt. Ich glaube, -dieses „Dash“-Austauschen hätte sich noch weiter fortgesetzt, wenn -ich ihm nicht hätte sagen lassen, daß er keinen „Dash“ mehr bringen -solle, ich sei schon genügend von seiner freundschaftlichen Gesinnung -überzeugt. Diese Dörfer Malende und Njoke, welche beide etwa gleich -groß sind, sind sonst bei Besuchen der Europäer gewöhnlich nicht -sehr zuvorkommend, doch hatte die Aussicht auf die herannahende -Strafexpedition die Leute ganz aus dem Häuschen gebracht; es dauerte -lange, ehe ich die Leute davon überzeugen konnte, daß sie von derselben -garnichts zu befürchten hätten, da sie ja stets den durchziehenden -Europäern gegenüber freundlich gesinnt gewesen seien. Unser -Mujuka-Führer kehrte hier um. - -Gegen 2 Uhr am Nachmittage brachen wir wieder von Malende auf. Der -Wald war genau so beschaffen wie zwischen Njoke und Malende. Der Weg, -welcher über ziemlich ebenes Terrain führte, war nicht schlecht. -Nach etwa einer halben Stunde Wanderns sahen wir am Wege die ersten -Kickxien. Es waren noch junge Pflanzen, welche etwa 8 Fuß hoch waren; -von älteren Bäumen sah ich noch nichts. Wiederholt hatten wir kleine -Bäche zu überschreiten, von denen aber keiner tief genug war, um -uns irgend welche Schwierigkeiten entgegenzustellen. Schon um 4½ -Uhr gelangten wir zum Dorfe Bakundu, das vollständig leer war. Die -gesamte Einwohnerschaft war in die Wälder geflohen. Inmitten der -breiten Dorfstraße ließ ich mein Zelt aufstellen. Die Häuser waren -hier ganz anders gebaut als bei den Stämmen, durch deren Gebiete wir -bis dahin gezogen waren. Sie waren sehr hoch und geräumig. Der ganze -Unterbau bestand aus Lehmwänden, die Dächer waren aus Elaïsblättern -hergestellt. In die Häuser hinein führten hohe, hölzerne Türme, an -welche übrigens mit Kreide, wahrscheinlich von einem schriftkundigen -Dualla, angeschrieben war, daß die Insassen vor dem Europäer in den -Busch entflohen seien. Meine Jungen, welche diese Schrift lesen -konnten und die Sachen übersetzten, freuten sich ungeheuer über -diesen Einfall. In den Wald ließ ich nun wieder hineinrufen, daß ich -in friedlicher Absicht gekommen sei, und die Bewohner auffordern, in -ihre Hütten zurückzukehren; meinen Leuten verbat ich strengstens, -sich irgend welchen Eigentums der Dorfbewohner zu bemächtigen. Die -vom umherliegenden Walde aus ihren Verstecken uns beobachtenden -Eingeborenen mußten sich wohl allmählich überzeugt haben, daß ich -wirklich keine Feindseligkeiten im Schilde führte, und kamen einzeln, -langsam und sehr scheu zurück. Als sich nun auch der Häuptling meldete, -schenkte ich ihm, um mir das Vertrauen der Leute zu erwerben, einige -Blätter Tabak, welche den erwünschten Erfolg auch erzielten. Bald -wurden die Leutchen zutraulicher und kamen mit ihren Geschenken an, -d. h. um auch von mir dafür ein Äquivalent in Empfang zu nehmen. Auch -für meine Leute konnte ich genügend Planten (Kochbananen) erstehen, -so daß ich hier nicht gezwungen war, mir selbst zu helfen. Hühner -und Eier waren zu billigen Preisen in Mengen zu haben. Da diese mit -Reis während meiner Expeditionen meine Hauptnahrung zu sein pflegten, -machte ich natürlich ausgiebigen Gebrauch von dieser Gelegenheit, -mich wieder zu verproviantieren. Die Weiber des Dorfes erschienen -erst spät am Abend, da sie wohl noch immer gehofft hatten, daß ich -abziehen würde. Allmählich hatte sich die ganze Bevölkerung bei -meinem Zelte zusammengefunden. Fast wäre diese Harmonie durch einen -kleinen Zwischenfall gestört worden. Einer der Leute des Dorfes wurde -ertappt, als er eben eines unserer Beile stehlen wollte. Natürlich -ergriffen ihn meine Leute sofort und wollten ihn tüchtig durchprügeln. -Da ich befürchtete, daß es dadurch zu einer ernsteren Erregung bei -den Eingeborenen kommen möchte, trat ich dazwischen und ließ den -Übelthäter zu mir vors Zelt bringen. Bestraft mußte der Mann werden, -das war unumgänglich notwendig, um neuen Diebstählen vorzubeugen. Vor -dem versammelten Volke ließ ich dem Häuptling sagen, daß es mir leid -thue, daß gerade hier bei ihm der Versuch gemacht worden sei, mich zu -bestehlen. Ich stellte es ihm trotzdem frei, um ihm zu zeigen, daß ich -Frieden wolle, den Mann selbst nach Landessitte zu bestrafen oder mir -seine Bestrafung zu überlassen. Da der Häuptling mich bat, den Mann -selbst zu bestrafen und sich auch die Eingeborenen damit einverstanden -erklärten, ließ ich dem Missethäter zur großen Belustigung der -versammelten Corona durch meinen „Headman“ eine tüchtige Tracht Prügel -geben, welche auf ihn wohl nicht so demoralisierend gewirkt haben mag -als die Verspottungen, denen er dann seitens seiner Stammesgenossen -ausgesetzt war. Am Abend führten die Bakundu-Leute mir zu Ehren noch -einen großen Tanz auf, der bis tief in die Nacht hinein dauerte, -obgleich ich mich bereits lange vorher zur Ruhe begeben hatte. - -Im besten Einvernehmen mit den Eingeborenen schieden wir am frühen -Morgen des folgenden Tages von Bakundu. Der Häuptling hatte mir -zwei seiner Leute als Führer mitgegeben, welche mich bis nach -Mokonye bringen sollten. Nachdem wir kurz hinter Bakundu noch kleine -Strecken kultivierten Landes durchquert hatten, traten wir bald in -einen Urwald ein, welcher sich durch Reichtum an Kautschuklianen -auszeichnete. Häufig sah man am Wege liegend die kleinen Häuflein von -Landolphiazweigen, welche in etwa 2 Fuß lange Stücke geschnitten waren, -um dann im Dorfe durch weiteres Zerschneiden und Auffangen der aus -ihnen erhaltenen Milch zur Kautschukfabrikation gebraucht zu werden. -Ich habe schon früher einmal dieses Frischbleiben der Milch dadurch zu -erklären versucht, daß sich nach dem Anschneiden bald die geöffneten -Milchkanäle durch die an der Luft bald koagulierende Milch verschließen -und so eine Koagulation der im Innern der Zweige enthaltenen Milch -verhüten. Auch Kickxia elastica war hin und wieder zu sehen, meist -allerdings in kleineren Exemplaren. Die ersten umgeschlagenen Bäume -sahen wir auch auf jenem Marsche. Dieselben waren in Abständen von -etwa einem Fuße mit eingeschnittenen Ringen versehen, unter denen -kleine Gefäße zum Auffangen der Milch aufgestellt worden waren. Das -Terrain war nicht selten von tiefen Thälern durchschnitten, in denen -während der Regenzeit Wasserläufe von nicht unbedeutender Stärke -vom Gebirge herunterkommen sollen. Nach etwa einstündiger Wanderung -gelangten wir nach dem Dorfe Bakumi, aus dem bei unserer Annäherung -die sämtlichen Einwohner entflohen waren. Wir zogen hier nur hindurch, -ohne uns überhaupt aufzuhalten. Der Urwald hinter Bakumi war dem -zwischen Bakundu und Bakumi in jeder Beziehung gleich. Auch dort sahen -wir wieder viele Landolphien und hin und wieder eine Kickxia. Die -Leute, besonders der „Headman“, denen ich die Kickxia gezeigt hatte, -bekamen bald einen scharfen Blick für dieselbe und machten mich immer -auf die Bäume aufmerksam, wenn wir in ihre Nähe gelangten. Gegen 11 -Uhr marschierten wir in einem Dorfe ein, welches unser Führer Batanga -nannte. Ebenso wie in Bakumi waren die Hütten wieder denen der Baquiri -ähnlich. Auch hier fanden wir kein lebendes Wesen im Dorfe, obgleich -die noch rauchenden Feuer bewiesen, daß bis vor kurzem die Einwohner -in ihren Hütten waren. Ich ließ die Leute, welche wahrscheinlich sich -wieder im Walde in der Nähe versteckt hielten, durch Rufen auffordern, -zurückzukehren, da ich Lebensmittel für meine Träger von ihnen kaufen -wollte, anderenfalls sei ich gezwungen, meinen Leuten die Erlaubnis -zu geben, sich selbst Planten abzuschlagen. Da schließlich niemand -erschien, gab ich dem „Headman“ Erlaubnis, drei Büschel Planten -abzuschlagen und unter den Trägern zu verteilen. Auch einige reife -Kokosnüsse, deren es hier viele gab, ließ ich herunterholen, um die -erfrischende Milch derselben zu trinken. Die schönen Bananenbestände -bewiesen hier, daß die Umgebung sehr fruchtbar sei. - -Trotz des Exempels, welches ich am vorhergehenden Abend hatte -statuieren lassen, konnte einer der Träger doch nicht der Versuchung -widerstehen, in einer Hütte eine Decke zu stehlen. Mein „Headman“, dem -ich gedroht hatte, ihn zu bestrafen statt des Übelthäters, falls er -mir derartige Vorkommnisse nicht sofort melde, zeigte mir prompt an, -daß der Mann auf frischer That ertappt sei. Da gerade aus derartigen -Kleinigkeiten, wie das Entwenden der Decke schließlich eine war, -in einem Lande wie hier, wo die Eingeborenen immerhin in Erwartung -der herannahenden Strafexpedition, deren wirkliche Ziele ihnen -unbekannt oder unverständlich waren, ziemlich aufgebracht schienen, -die unangenehmsten Feindseligkeiten entstehen können, ließ ich den -Mann mit seiner gestohlenen Decke zu mir bringen, ihm erst die Decke -abnehmen und schließlich eine tüchtige Tracht Prügel verabreichen. Als -wir gegen 2 Uhr nachmittags, nachdem sich die Träger ordentlich satt -gegessen hatten (denn die drei Büschel Planten waren für die Anzahl -der Leute so reichlich bemessen gewesen, daß sie einen großen Teil der -gekochten Nahrung in den Töpfen zurückließen), wieder zum Aufbruch -fertig waren, hatte sich kein einziger der Einwohner des Dorfes sehen -lassen. Fast befürchtete ich, daß die Leute etwas Schlimmes im Schilde -führten, so merkwürdig ruhig war alles umher. Doch ohne irgend welchen -Zwischenfall konnten wir unseren Marsch wieder fortsetzen. Kickxia -war nun schon häufiger zu sehen, obgleich ein nicht geübtes Auge die -häufig versteckten Bäume leicht übersehen mag. Der Wald zeigte eine -recht üppige Vegetation, wie ich sie, seitdem wir aus der Basaltregion -bei Nyoke herausgetreten waren, nicht wieder beobachtet hatte. Gegen -3½ Uhr erreichten wir das kleine Dorf Ediki, in welchem auch von -Einwohnern nichts zu sehen war. Kurz vor dem Dorfe hatten wir auf einem -Baumstamme den Ediki-Bach zu überschreiten. Ein langer Schwarm großer, -dunkelbrauner Ameisen benutzte zu derselben Zeit den Baumstamm als -Brücke. Meine Leute mit ihren nackten Füßen wurden von den gereizten -Tieren furchtbar gebissen, so daß einige vor Schmerz entsetzlich -heulten, besonders diejenigen, welche zuletzt den Stamm zu passieren -hatten, nachdem der Schwarm immer mehr in Aufregung gebracht worden -war. Selbst ich fühlte viele Bisse an den Beinen, obgleich meine Schuhe -noch durch dicke Ledergamaschen geschützt waren; allenthalben, wo es -nur eine Öffnung gab, schlüpften die Tiere hindurch, um ihre Wut an dem -bloßen Fleische auszulassen. - -In Ediki wollten die Führer für die Nacht bleiben, da Mokonye nach -ihrer Angabe zu weit entfernt sei, um den Marsch dorthin noch an -demselbigen Tage machen zu können. Da ich diesen Angaben nicht traute, -zwang ich die Leute, weiter zu marschieren. Der Weg bis nach Mokonye -war nun allerdings der schlimmste Teil des Weges, den wir bisher -gewandert. Abgesehen davon, daß es einen Hügel nach dem anderen hinauf- -und hinunterging, hatten wir für eine geraume Zeit in einem Bache -zwischen Felsen hindurchzuwaten, und zwar häufig über so schlüpfriges -Terrain, daß sich verschiedene Träger mit ihren Lasten plötzlich ins -Wasser setzten. Nicht selten war auch der Weg in jener Schlucht durch -umgestürzte Baumstämme derartig verbarrikadiert, daß wir gezwungen -waren, uns mit unseren Haumessern einen Weg zu bahnen. Jetzt konnte ich -natürlich auch die Abneigung der beiden Führer gegen dieses Stück Weges -verstehen. Allem Anscheine nach wird dieser Weg von Ediki nach Mokonye -selten benutzt. Wie ich auch später in Erfahrung bringen konnte, geht -von Ediki ein Weg zum Mungo hinunter, von wo aus der Verkehr bis -Mundame nur in Canoes vor sich geht. Nach etwa dreistündiger Wanderung -erreichten wir wirklich, gehörig durch diese Klettereien ermüdet, mit -eintretender Dunkelheit Mokonye, wo die an den Anblick des Europäers -bereits sehr wohl gewöhnten Eingeborenen uns mit großem Geschrei -empfingen. Die Preise für einige Lebensmittel, welche ich hier in -Mokonye für mich und meine Leute erstand, zeigten uns, daß wir nun -nicht mehr weit von den europäischen Niederlassungen bei Mundame waren, -wo die Mokonye-Leute bei den dortigen Weißen einen guten Absatz für -ihre Erzeugnisse finden. Noch in der Dunkelheit mußten meine Träger -das Zelt aufstellen und die Lasten darin unterbringen, da ich den als -Spitzbuben bekannten Mokonye-Leuten nicht Gelegenheit geben wollte, -sich an meinen Sachen zu vergreifen. - -Am frühen Morgen des 25. Januar waren wir bereits wieder auf -dem Marsche nach Mundame zu, wo ich die Absicht hatte, die -+Jantzen-Thormählen+sche Plantage aufzusuchen. Nach Angaben der -Eingeborenen sollte Mundame noch einen kleinen Marsch entfernt liegen. -Dicht hinter Mokonye gelangten wir auf einen schönen breiten Weg, -welcher Mundame mit Johann-Albrechts-Höhe, der Station am Elefantensee, -verbindet. In den Wäldern sah ich zu meiner Freude, daß die echte -und die falsche Kickxia, beide, vorhanden waren, und zwar, wie mir -schien, auf Basaltboden wachsend. Etwa eine knappe halbe Stunde -hinter Mokonye erreichten wir das sogenannte „Mokonye-Niggerdorf“, -welches nur aus wenigen Hütten bestand. Ohne Aufenthalt marschierten -wir weiter. Nach kurzer Zeit lichtete sich der Wald vor uns, und wir -betraten bald eine recht sauber gehaltene Kakaoplantage, in der ich, -da keine zweite derartige Anlage in der Gegend vorhanden ist, die -+Jantzen-Thormählen+sche Besitzung vermutete. Ich hatte mich -auch nicht getäuscht, denn bald darauf kamen die Arbeitshäuser und -dicht dahinter die Wohnung eines Europäers zum Vorschein, in der ich -dann auch Herrn +Schubert+, unter dessen Leitung die Plantage -damals stand, begrüßen konnte. Mit seiner Genehmigung ließ ich nun -sogleich mein Zelt aufschlagen und richtete mich zu einem eintägigen -Aufenthalte ein, da mir nicht daran lag, in Mundame selbst bis zu -meiner Weiterreise zu verbleiben, denn hier konnte ich in den Wäldern -entschieden mehr für die Ausführung meiner Aufgaben thun, als in -Mundame. Meine Träger, deren Kontrakt nun gewissermaßen abgelaufen war, -löhnte ich noch am Vormittage ab und schickte dieselben dann sogleich -nach Buëa zurück. Da es unter den damals bei Mundame herrschenden -Verhältnissen unmöglich war, Arbeiter irgend welcher Art anzuwerben, -kam es mir sehr gelegen, daß Herr +Schubert+ sich bereit erklärte, -mir für die Weiterreise ins Bakossi-Gebiet von seinen Bakundu-Arbeitern -die nötige Anzahl als Träger zur Verfügung zu stellen. - -Zu meiner größten Freude sah ich hier, daß Herr +Schubert+ -mit großem Geschicke die Plantage leitete, trotz der vielen -entgegengesetzten Gerüchte, welche damals in Kamerun kursierten. Auch -Kickxien gab es hier in ziemlicher Anzahl. Herr +Schubert+ hatte -sehr verständigerweise diese Bäume stehen lassen und auch Saatbeete -zu neuen Pflanzungen angelegt, in denen die kleinen Pflänzchen -prächtig standen. Die ursprünglich von Herrn +Conrau+ angelegten -Kakaopflanzungen waren zwar sehr unregelmäßig und gänzlich außer Reihen -gepflanzt, doch hatte Herr +Schubert+ da, wo die Bäumchen zu -eng standen, die Bestände gelichtet und gereinigt, so daß auch jener -Teil der Anpflanzungen nun einen günstigeren Eindruck machte. Die von -Herrn +Schubert+ angelegten Pflanzungen standen vorzüglich. Um -meiner Sache ganz sicher zu sein, d. h. wirklich feststellen lassen -zu können, daß Kickxia elastica hier in verwittertem Basalt wachse, -entnahm ich an den Stellen, wo die Kickxia standen, einige Bodenproben, -welche auch später von Herrn Geheimrat +Wohltmann+, dem ich -dieselben vorlegte, als „schwerer verwitterter Basalt“ bezeichnet -wurden. Das Vorkommen der Kickxia in diesen Gebieten ist deshalb von -Wichtigkeit, da es beweist, daß der Baum auch auf Basaltboden gedeiht -und guten Kautschuk giebt, denn einige kleine Proben, welche ich -anfertigte, standen an Güte den Proben, welche ich im Ngoko-Gebiete -hergestellt hatte, in keiner Weise nach. Die vorhandenen Stämme waren -alle noch klein und schienen kaum älter als sieben Jahre zu sein, was -dadurch erklärlich erscheint, daß auch jetzt noch in der Umgebung -die Eingeborenen alle älteren Stämme, welche sie ausfindig machen -können, zur Kautschukbereitung umschlagen. Kolabäume zeigte mir Herr -+Schubert+ auch in einigen Exemplaren. Die Eingeborenen sollen -nach seiner Angabe auch dort die Samen dieser Bäume viel essen. - -Am Nachmittage ging ich zusammen mit Herrn +Schubert+ -nach Mundame, um auch diesen Platz kennen zu lernen und in der -+Jantzen-Thormählen+schen Faktorei daselbst für die Weiterreise -Tabak zu kaufen, denn da ich nun durch die glückliche Lösung der -Trägerfrage in Stand gesetzt worden war, sofort die Expedition -weiterzuführen, wollte ich Gebrauch davon machen und sogleich am -Morgen des nächsten Tages wieder aufbrechen. Da ich gesehen hatte, wie -vorzüglich sich der Blatttabak als Tauschartikel bei den Eingeborenen -bewährte, kaufte ich in Mundame alles auf, was ich davon erstehen -konnte. Mundame ist eine kleine Handelsniederlassung der Europäer, -welche aus wenigen Faktoreien besteht, die in der Nähe des alten, -ziemlich elenden Dorfes Mundame angelegt sind. Da der Mungo bis hier -hinauf während des ganzen Jahres für Canoes und während der meisten -Monate auch für kleine Flußpinassen schiffbar ist, so daß die meisten -Lasten und Waren auf dem Flußwege bis Mundame geschafft werden können, -geht ein großer Teil der Produkte, welche aus dem Innern kommen, -von hier aus auf dem Flußwege nach Kamerun hinunter. Fast alle -kaufmännischen Unternehmungen gehen auch von hier aus ins Innere, so -daß in dem sonst unbedeutenden Plätzchen stets ein ziemlich reges Leben -herrscht. Auch zur Zeit meiner Anwesenheit in Mundame gab es nicht -weniger als fünf Europäer dort, für einen kleinen Platz in ziemlicher -Entfernung von der Küste in diesen Gegenden des Schutzgebietes eine -erhebliche Anzahl. Am Abend kehrten wir noch zur Plantage zurück, -wo ich durch meine Jungen schon einen Teil der Lasten für den -bevorstehenden Aufbruch herstellen ließ. - -Obgleich die Balundu-Träger, welche mir Herr +Schubert+ -freundlichst abgetreten hatte, schon zur frühen Zeit am nächsten Tage -erschienen waren, ging doch das Packen der noch übrigen Lasten und -das Abbrechen des Zeltes nur langsam von statten, da die Leute noch -völlig ungeschult waren. So kam es, daß wir erst um 7 Uhr aufbrechen -konnten. Auf dem mir bereits bekannten Wege marschierten wir bis -Mokonye zurück, um dann die weiter nördlich verlaufende Straße nach -Johann Albrechts-Höhe noch weiter zu verfolgen. In Mokonye nahm Herr -+Schubert+, welcher mich bis dorthin begleitet hatte, Abschied -von mir. Kurz nachdem wir das Hauptdorf Mokonye hinter uns hatten, -durchzogen wir noch ein zweites Niggerdorf gleichen Namens, in -welchem ich einen kurzen Halt machen ließ, da viele meiner Leute -hier von Verwandten und Bekannten Geschenke an Eßwaren für den Weg -mitbekamen. Den kurzen Aufenthalt benutzte ich dazu, die Einwohner -zusammentrommeln zu lassen und ihnen eine Belohnung zu versprechen, -falls sie während meiner Abwesenheit im Bakossi-Gebirge Kickxiafrüchte -für mich sammeln würden. Zur Antwort erhielt ich hier, daß in der -Nähe ihres Dorfes Kickxia nicht mehr vorhanden sei, da sie bereits -alles zur Kautschukgewinnung ausgeschlagen hätten. Hier war also von -den Leuten nichts zu erwarten. Bei den Eingeborenen heißt die Kickxia -elastica „Fischunge“. Bald passierten wir noch zwei dicht bei einander -liegende kleine Dörfchen und bogen dann hinter dem Fischemme-Bach -von der Hauptstraße ab. Das Dorf Fikolomei, welches wir bald darauf -erreichten, war beiderseits von kultiviertem Terrain umgeben, auf -dem die Leute Erdnüsse, Bohnen und Bananen (Planten) anbauten. Auch -Manihot utilissima war hin und wieder gebaut, schien aber nicht eine so -begehrte Nahrung zu sein als die Bohnen und Planten. Auf den Feldern -sahen wir hier häufig kleine Fetischhäuschen, welche kaum zwei Fuß -hoch waren; sie sind aufgestellt, um die Felddiebe fernzuhalten. Dicht -hinter dem unter Kultur stehenden Gelände bei Fikolomei betraten wir -einen dichten Wald von großer Ausdehnung, durch welchen wir eine gute -Stunde zu marschieren hatten. Der Weg war in demselben sehr schlecht -und allenthalben von darüber hinkriechenden Baumwurzeln bedeckt, -so daß es nicht leicht war, auf die Umgebung zu achten, ohne über -die Wurzeln häufig zu stolpern. Landolphien gab es hier sehr viele. -Einige Häufchen frisch aufgestapelter Zweigstücke bewiesen, daß auch -hier die Eingeborenen dieselbe Methode der Kautschukgewinnung haben -wie die weiter südlich wohnenden Stämme. Den größten Kickxiastamm, -welchen ich je gesehen, fand ich auch hier in dem Walde. Derselbe mußte -bereits seit einiger Zeit gefällt worden sein, denn seine Rinde fing -stellenweise bereits an zu verfaulen. Die herumgezogenen Ringe ließen -dennoch deutlich erkennen, daß wir es mit einer Kickxia zu thun hatten. -Nach meinen Schätzungen war der Stamm etwa 15 m lang und hatte da, wo -er gefällt war, einen Durchmesser von drei Fuß. Gegen 10 Uhr gelangten -wir an einen Bach mit felsigem Bett, welchen meine Träger Ngomolenge -nannten, und kurz darauf erreichten wir eine kleine Ortschaft, welche -den gleichen Namen führte. Dieselbe bestand nur aus drei Hütten; in -einer derselben fanden wir ganz versteckt in einer Ecke ein altes Weib -sitzend, von der wir schließlich erfuhren, daß die übrigen Bewohner -ausgerückt seien, als wir erschienen. Da ich die Absicht hatte, -hier mehr über das Vorhandensein der Kickxia in diesen Gegenden -auszukundschaften, und zu diesem Zwecke die Leute sehen wollte, bestach -ich die Alte mit einigen Tabaksblättern und forderte sie dann auf, die -anderen Leute herbeizurufen. Es dauerte auch gar nicht lange, so war -die ganze Gesellschaft friedlichst um uns herum versammelt, um uns -alles mögliche für Tabak zu verkaufen, sogar Kautschuk brachten sie an. -Als ich dann durch meine Leute fragen ließ, ob die Fischungepflanze -denn in der Gegend viel vorhanden sei, und eine bejahende Antwort -erhielt, forderte ich einen Mann auf, mich zu einigen hinzuführen, und -siehe da, dicht bei den Hütten standen einige Exemplare. Ich erfuhr -dann auch, daß hier die Bäume umgeschlagen würden, wenn sie stark -genug seien, um genügend Kautschuk zu liefern. Als ich die Leute dann -auffordern ließ, Früchte des Baumes für mich zu sammeln, versprachen -sie, es zu thun. Bis um 12 Uhr verblieben wir in dem Dorfe, um dann -trotz der drückenden Hitze den Marsch wieder aufzunehmen, denn ich -wußte, daß wir durch einen dichten Urwald zu marschieren haben würden, -in dem wir von der Sonne wenig merken konnten. Gleich hinter dem Dorfe -begann der Wald. Kickxia sah ich auf diesem Marsche mehr als früher an -irgend einem Platze, seitdem ich auf dieser Expedition war. Ich hatte -meinen Trägern eingeschärft, möglichst auf große Stämme zu achten, so -daß ich alle Augenblicke wieder auf solche aufmerksam gemacht wurde. -Wiederholt schnitt ich die Bäume an und konnte stets guten Kautschuk -aus der Milch gewinnen. Der Weg, auf dem wir marschierten, war in einem -sehr schlechten Zustande, was noch um so unangenehmer wurde, da er fast -gänzlich mit Achyranthes zugewachsen war, deren spitze Früchte uns bei -jedem Schritt ins Gesicht schlugen, so daß ich häufig, meine beiden -Arme vor das Gesicht legend, marschieren mußte, um mich einigermaßen zu -schützen. Für die Träger mit ihren entblößten Oberkörpern muß dieser -Marsch entsetzlich gewesen sein. Häufig machte die Vegetation über -weite Strecken hin den Eindruck, als sei das Land vor Jahren kultiviert -gewesen. Costus und Achyranthes, zwei Zeichen ehemaliger Kultur, -waren in riesigen Mengen vorhanden. Hochwald, in dem wir ohne große -Schwierigkeiten marschieren konnten, war nur strichweise anzutreffen. -Die ganze Landschaft machte einen äußerst uninteressanten Eindruck, der -für mich nur durch das Vorhandensein der Kickxia erträglich wurde. Nach -dreistündiger, ununterbrochener Wanderung erreichten wir endlich zur -großen Genugthuung der Leute unser nächstes Ziel, das Dorf Otam, das -wohl nicht vorher von einem Europäer betreten worden war, wie überhaupt -die Route, welche ich nach den Bakossi-Bergen eingeschlagen, bis dahin -den Europäern unbekannt geblieben war. Hin und wieder hatten wir -auch während des Nachmittags die von den Eingeborenen geschnittenen -Landolphiazweige am Wege liegen sehen, welche uns bewiesen, daß auch -hier die Eingeborenen viel Kautschuk bereiten. Da ich in Otam erfuhr, -daß das nächste Dorf in sehr großer Entfernung liege, gab ich den -Leuten die Erlaubnis, für die Nacht sich Lagerplätze zu suchen, nachdem -sie mein Zelt aufgestellt hatten. Ich selbst machte einige Exkursionen, -welche für mich äußerst interessant waren, da ich auch Exemplare der -falschen Kickxia (K. africana Bth.) dabei fand. Den Eingeborenen waren -beide Arten sehr wohl bekannt, dieselben hatten sogar verschiedene -Namen; während, wie ich schon vorhin erwähnt, Kickxia elastica bei den -Leuten „Fischunge“ hieß, führte Kickxia africana den Namen „Mukama“; -die Leute waren sogar im stande, schon am Wuchs beide Pflanzen zu -unterscheiden. Mir fiel hier übrigens auf, daß die Samen der Kickxia -africana heller gefärbt sind als die der K. elastica. - -Dicht bei dem Dorfe befand sich einer der in jenen Gegenden so überaus -häufigen Fetischplätze. Dieselben bestehen aus einem runden freien -Platze, welcher dicht mit Dracaenastämmen umpflanzt ist. Innerhalb des -Platzes steht ein einzelner Fetischbaum, welcher den verschiedensten -Pflanzenfamilien angehören kann, denn ich sah die verschiedensten -derartigen Bäume auf solchen Plätzen. Nicht uninteressant war mir auch -ein Grabmal, welches sich in der Nähe befand. Es waren die sämtlichen -Töpfe, Taschen und sonstigen Utensilien des Verstorbenen, auf einen -Haufen geworfen, ebenso eine große Anzahl von Makaboknollen (Xanthosoma -esculentum), darüber hing, zwischen zwei Stöcken ausgespannt, die -Kleidung des Verstorbenen. Ob der Leichnam darunter begraben war, oder -in der Hütte eingescharrt wird, darüber konnte ich nichts erfahren. Die -Eingeborenen befürchteten offenbar eine Zauberei, wenn sie mir dieses -verraten würden. - -An jenem Abend hatten wir viel von Moskitos und Sandfliegen zu leiden, -besonders aber die letzteren waren es, welche in diesen Gegenden -als furchtbare Landplage auftraten. Diese winzigen, kaum sichtbaren -kleinen Dipteren hinterlassen Spuren ihrer Thätigkeit, gegen welche -ein Moskitostich oft unbedeutend erscheint. Die Eingeborenen hier im -Dorfe waren am Abend so merkwürdig stille und belästigten uns so wenig -mit ihrer Anwesenheit, daß es mir sehr auffiel. Es schien überhaupt -auch hier der größere Teil der Bevölkerung sich langsam aus der Nähe -des „weißen Zauberers“ hinweggeschlichen zu haben. Von den wenigen -zurückgebliebenen Leuten erhielt ich fünf Hühner und so viel Planten -zum Geschenk, daß meine Leute wieder einmal nicht wußten, wie sie die -Vorräte verschlingen sollten. Auch Eier konnte ich hier kaufen; für -ein Blatt Tabak erhielt ich durch geschicktes Manövrieren meiner Jungen -drei Stück. Tabak schien für die Leute der größte Genuß geworden zu -sein, und dennoch muß es doch auffallen und ist recht charakteristisch -für den Neger dieser Waldgebiete, daß die Leute trotz des fruchtbaren -Bodens, welchen sie besaßen, nirgendwo selbst Tabak bauten, obgleich -es ihnen eine Leichtigkeit gewesen wäre, Samen davon von einigen -Bakossi-Dörfern zu erhalten. - -Nach der Bauart der Hütten zu urteilen, gehören die Leute in Otam -noch zu den Balundu, obgleich sie sich von diesen ziemlich fern zu -halten scheinen und ihre hauptsächlichsten Verkehrswege nach Westen -zu den Bakundu-Dörfern hinüberführen. Die Bakundu bauen jedoch ganz -andere Hütten, wie ich bereits oben bei Gelegenheit der Beschreibung -meines Eintreffens in dem Bakundu-Dorfe erwähnt habe. Unsere nähere -Kenntnis der Stämme südlich vom Elefantensee bis zum Mungo nach -Malende hinunter scheint überhaupt noch sehr im Argen zu liegen und -wäre wohl wert, einem Forscher zum Spezialstudium zu dienen. Es sitzen -in diesen Gegenden an verschiedenen Stellen, eingesprengt inmitten -anderer Stämme, kleine Gruppen von Dörfern, welche sich wohl noch -von früheren Wanderungen her an den betreffenden Orten haben halten -können, während die Hauptmasse des Stammes andere Wohnsitze aufgesucht -hat oder dazu gezwungen wurde. So ist z. B. die äußerst merkwürdige -Verbreitung der Bakundu-Dörfer für jeden, welcher in diesen Gegenden -umherreist, auffallend. Um wirklich Positives über einige dieser Fragen -bringen zu können, wäre ein längerer Aufenthalt unter diesen doch recht -wenig bekannten Völkern des Waldgebietes notwendig, als ich ihn mir -gönnen konnte. +Conrau+, welcher uns mit höchst interessanten und -wichtigen Aufsätzen über die nördlich und nordöstlich vom Elefantensee -wohnenden Stämme beschenkt hat, scheint sich weniger für die Gebiete -südlich des Sees interessiert zu haben. - -Am 27. Januar brachen wir sehr zeitig von Otam auf, denn nach Aussage -der Otam-Leute lag das nächste Dorf sehr weit entfernt. Durch einen -dichten Wald führte der schmale Pfad, welcher in recht schlechtem -Zustande war und zeigte, daß er nur selten betreten werde. Das Gebiet -war sehr gut bewässert, aber stellenweise etwas steinig. Je weiter wir -nach dem Mungo zu vordrangen, desto üppiger wurde der Wald und desto -häufiger hatten wir teils stark fließende, teils jetzt zur Trockenzeit -dürre Bachthäler zu überschreiten, welche allerdings sich nur so weit -eingebettet hatten, daß das Land seinen ebenen Charakter nicht verlor. -Landolphia sah man recht häufig, ebenso Kickxia, doch schien die -Kickxia africana hier von beiden Arten die vorherrschende zu sein. Als -wir eben in eines der Bachthäler hinabstiegen, trabte ein Trupp von -acht Elefanten, welche wir wohl in ihrem Morgenbade gestört hatten, -den jenseitigen Abhang hinauf. Es war ein großartiger Anblick, zu -sehen, wie die Tiere allmählich durch das Dickicht hindurchbrachen, -wo sie unseren Augen bald entschwanden. Elefantenspuren gab es hier -in großen Mengen, auch machten mich die Leute häufig auf Spuren von -Wildschweinen aufmerksam, doch bekamen wir keines derselben zu sehen. -Als wir nach etwa dreistündigem Marsche den Mungo erreichten, welcher -übrigens hier Manya genannt wird, hatten wir bereits durch fünf nicht -unbedeutende Bäche waten müssen. Der Manya hatte zur Zeit, als wir -ihn passierten, eine Wasserfläche von etwa 30 m Breite und war an der -Furt bis zu 1½ m tief. Das ausgetrocknete Flußbett bewies, daß er bei -höherem Wasserstande bis 100 m breit sei, wenigstens an der Stelle, wo -wir ihn überschritten. Inmitten des Flußbettes befand sich eine Insel, -auf der nur Gras zu wachsen schien, welches für die Elefanten der -Gegend eine gute Lockspeise abgeben muß, denn von vielen Richtungen sah -man die Spuren der Tiere nach dieser Insel führen. An der südlichsten -Spitze der Insel machte ich eine merkwürdige Entdeckung, welche sicher -mit der vulkanischen Beschaffenheit des Bodens zusammenhängt. In dem -Flußsande hatten sich am Rande des Wasserspiegels eine größere Zahl -trichterförmiger Miniaturkrater gebildet, aus welchen eine ölige oder -fettige Substanz zum Tageslichte befördert wurde. Die Krater hatten -einen Durchmesser von etwa einem Fuße und schienen je nach der Höhe -des Wasserspiegels verschoben zu werden. Der Inhalt machte etwa den -Eindruck, als bestehe er aus Petroleum, das mit Wasser vermischt war. -Ich will damit nicht etwa sagen, daß ich die Meinung gewonnen habe, -daß es sich hier um Petroleumquellen handele, denn bei der starken -Vermischung des ausgestoßenen Produktes mit Wasser wäre es nur mit -Hülfe einer genauen chemischen Analyse möglich, festzustellen, welche -Öle in der Flüssigkeit enthalten sind. - -Sobald wir den Manya überschritten hatten, stiegen wir langsam auf -einen Hügelrücken hinauf. Mit jedem Schritt wurde der Weg schlechter, -so daß wir endlich nichts weiter vor uns hatten als einen kleinen -Gießbach, in dessen felsigem Bette wir nun für eine gute halbe Stunde -zu marschieren hatten, dabei immer von Felsen zu Felsen weiter -hinaufkletternd. Entsetzlich müde gelangten wir dann endlich bis über -den Hügelrücken, wo ich, um den Leuten wieder frischen Mut zu geben, -eine kleine Pause machen ließ. Der Wald wurde nun immer interessanter, -je weiter wir vordrangen, besonders da, wo die reißenden Bäche -größere Thäler ausgewaschen hatten. Wir mußten noch mehrere derartige -Bäche überschreiten, bis wir endlich bei Banga aus dem Walde -heraustraten. Das Gebiet, welches wir nun vor uns hatten, gehörte zu -den fruchtbarsten Geländen, welche ich gesehen. Der niedergeschlagene -Wald bewies, daß die Bakossi, in deren Gebiet wir uns nun befanden, -die Ebenen hier früher unter ausgedehnter Kultur gehabt hatten; auch -einige verfallene Hütten zeigten sich bald, die uns den gleichen Beweis -liefern konnten. Zu unserem nicht geringen Erstaunen setzte sich der -schmale Weg plötzlich in einer breiten, reingehaltenen Straße weiter -fort, und etwa eine halbe Stunde später zogen wir in Mafura, dem ersten -Bakossi-Dorfe, ein. Die Eingeborenen hatten von unserem Kommen nicht -eher etwas bemerkt, als bis wir bereits im Dorfe waren. So kam es, -daß wir fast die ganze Gesellschaft beim Mittagsschlafe antrafen. Ich -forderte die Leute nun auf, mir ihren Häuptling zu zeigen, erhielt aber -als Antwort, daß derselbe in Eko-Keyoke, dem nächsten Dorfe, sei. Als -ich dann noch einige Kleinigkeiten mit Tabak eingetauscht und mir so -die Leute gewonnen hatte, gab ich zum großen Entsetzen meiner ermüdeten -Leute den Befehl zum Aufbruch. Doch da half nun einmal nichts, erst in -Eko-Keyoke wollte ich Mittagsrast machen, und dabei blieb es. - -Die Hütten, welche ich hier im ersten Bakossi-Dorfe sah, setzten -mich nicht wenig in Erstaunen, denn dieselben waren nicht wie die -der übrigen Waldland-Bewohner am Kamerun-Gebirge viereckig, sondern -vollständig rund mit einem Spitzdach. Das Vorhandensein dieser runden -Bakossi-Hütten muß um so mehr auffallen, als die sämtlichen umwohnenden -Stämme die gewöhnlichen Hütten der Waldland-Völker haben. Sollten diese -Bakossi etwa erst in späterer Zeit hierher gewandert sein und diese -Form der Hütten dann noch aus ihrer früheren Heimat herstammen? - -Als wir das Dorf Mafura verließen, folgte uns ein ganzer Schwarm von -Leuten nach, die sich offenbar lebhaft über den neuen Weißen wunderten, -welcher nun wieder von einer nie geahnten Richtung in ihr Land gekommen -war, denn +Conrau+, welcher auch in Mafura gewesen ist, kam von -der entgegengesetzten Seite. Bis Eko-Keyoke hatten sich von den vielen -Leuten, welche auf den Feldern arbeiteten, soweit sie, wie z. B. die -meisten Weiber, nicht sofort davongelaufen waren, noch viele Bakossi -uns angeschlossen, so daß der ganze Zug sich nun bedeutend verlängerte, -und mein „Headman“ gehörig aufpassen mußte, daß die Träger, wie es -immer mein Wunsch war, möglichst geschlossen marschierten. Die Felder, -welche man hier sah, zeugten von der riesigen Fruchtbarkeit des -Bodens. Außer Bananen, Manihot und Xanthosoma wurde hier eine Bohne -(eine Vigna-Art) mit großen violetten Blüten in riesigen Quantitäten -gezogen. Wie ich mich später überzeugen konnte, hatte diese Bohne einen -vorzüglichen Geschmack und dürfte sich auch, da sie reichlich Früchte -trägt, zur Kultur in anderen Distrikten Kameruns sehr empfehlen. -Die Bakundu-Leute aßen dieselben mit einer wahren Leidenschaft und -kauften sich häufig selbst für den sonst so hochgeschätzten Tabak -davon. Auch in Eko-Keyoke fand ich durchaus freundliche Aufnahme. Die -Leute räumten sofort ein Haus für mich, damit ich nicht draußen sitzen -brauchte, wo man von den vielen Elefantenfliegen, welche gierig an -jeder nackten Körperstelle den Schweiß aufsaugten, sehr stark belästigt -wurde. Für einige Blätter Tabak brachten mir die Leute einige riesige -Plantenbüschel, an welchen sich meine Leute wieder ergötzen konnten. -Sowie sie sich den Magen denn auch wieder gefüllt, waren alle Strapazen -des langen Vormittagsmarsches vergessen, so daß ich beschloß, noch am -Nachmittage bis nach Nyassosso oder wenigstens bis unter den Kupee-Berg -zu marschieren. - -Das ganze Gebiet um Mafura und Eko-Keyoke herum gehört zu den -prächtigsten Geländen, welche ich in Kamerun gesehen. Der Regenfall -ist allerdings nicht so reichlich wie zwischen Victoria und -Bibundi, doch ist das Land sonst so vorzüglich bewässert und auch -die Luftfeuchtigkeit eine derartige, daß meiner Ansicht nach die -sämtlichen Kulturen, welche sich bisher unten in den Küstengebieten -bewährt haben, auch hier zu guten Resultaten führen werden. Dazu -kommt noch, daß das ganze Land äußerst fruchtbar ist und große Ebenen -aufweist, welche viel leichter unter Kultur gesetzt werden könnten -als die hügeligen Plantagengebiete am Fuße des Kamerun-Gebirges. -Diesen günstigen Umständen muß man nun allerdings auch wieder die -Transportschwierigkeiten entgegenhalten, welche zuerst vorhanden sein -werden; doch auch diese würden sich leicht beseitigen lassen, denn -wenn erst einigermaßen gute und direkte Wege von diesen Gebieten nach -Mundame angelegt sein werden, so würde sich der Weg bis Mundame doch -bequem in 1½ Tagen zurücklegen lassen, die Unkosten also nicht sehr -bedeutend sein. - -Kurz bevor wir Eko-Keyoke erreichten, hatten wir einen der -romantischsten Plätze passiert, welchen ich seit langer Zeit gesehen. -Der Ngire-Bach wälzte sich unter furchtbarem Getöse in einer tiefen -Felsschlucht mit vollständig steilen Wänden unter uns hin; über die -Schlucht hatten die Eingeborenen eine sehr bequeme, feste Brücke mit -hohen Geländern gebaut, von welcher aus man in Ruhe dieses imposante -Bild betrachten konnte. - -Nachdem wir unser Mittagessen beendet hatten, zogen wir weiter des -Weges, unserem Ziele, dem Kupee-Berge, entgegen. Meine Leute hatten -sich mit den Bakossi merkwürdig rasch befreundet, und zwei hatten -sogar Ersatz zum Tragen ihrer Lasten gefunden. Da ich sah, daß sie -dennoch in Sicht ihrer Lasten verblieben und es den Bakossi Freude zu -machen schien, an dem Zuge teilzunehmen, ließ ich das ruhig hingehen. -Der Zug, welcher nun in rascher Reihenfolge durch verschiedene Dörfer -ging, vermehrte sich immer mehr. Mir wurde mit jedem Augenblicke -unverständlicher, wie diese lebenslustigen Bakossi an der Küste einen -so schlechten Ruf erhalten haben konnten. Dibandjó, das nächste Dorf -hinter Eko-Keyoke, war viel freier gelegen als letzteres, bot aber -sonst nichts Besonderes dar. Ohne Aufenthalt zogen wir im schnellen -Schritt weiter. Das Beispiel, welches die beiden Bakossi aus Eko-Keyoke -gegeben, wirkte sehr bald; schon als wir durch Etó kamen, sah ich -den größeren Teil meiner Lasten auf den Köpfen junger Bakossi, die -sich freiwillig meinen Leuten anboten. Kurz darauf sah ich den hohen -Gipfel des Kupee-Berges vor uns, dessen verschleierte Spitze bis -dahin von Wolken verdeckt war. In Ngusi liefen die Leute mit allen -möglichen Geschenken auf uns zu. Da ich aber den Tabak in den Lasten -verpackt hatte, so konnte ich das alles nicht annehmen, da ich ja das -landesübliche Gegengeschenk nicht machen konnte. Meine Träger liefen -nun alle frei umher, da sie schließlich alle jemanden gefunden hatten, -der ihnen die Last tragen wollte. Dass die Bakossi natürlich auf ein -Geschenk meinerseits rechneten, war mir vollständig klar, doch drückte -ich gern heute ein Auge zu, waren doch meine Leute seit 5½ Uhr morgens -auf schlechten Wegen ununterbrochen mit ihren schweren Lasten über -die Felsen und gefallenen Bäume weggeklettert, bis wir schließlich -bei Mafura in den guten Weg gelangten. Die Hitze war auch bedeutend -gewesen, so daß den Leuten ihre Märsche noch beschwerlicher erscheinen -mußten. Als wir eben durch Ngusi, ein großes, sich lang hinstreckendes -Dorf, hindurchgezogen waren, kam der Häuptling mir nachgelaufen, um -mich zu bitten, doch eine Zeit bei ihm zu verweilen. Ich bedauerte, daß -das nicht möglich sei, da meine Leute schon vorausmarschiert seien. Er -versprach mir darauf, mich in Nyassosso zu besuchen, wohin er mir auch -Eier und Hühner als Geschenk senden wollte. Schon hinter Ngusi begannen -sich steilere Steigungen im Wege zu zeigen, bis wir hinter dem Dorfe -Endumenui plötzlich unter einem großen Hügel standen. Bis dorthin war -so schnell marschiert worden, seitdem wir Eko-Keyoke verlassen hatten, -daß ich damals in mein Tagebuch einschrieb: „Unser Nachmittagsmarsch -von Eko-Keyoke bis hinter Endumenui artete zu einer wahren Treibjagd -aus.“ Es war wirklich ein gut Stück zu stark getrieben worden, so daß -ich nun den Leuten, die schon anfingen, übermütig zu werden, gebot, in -dem gewöhnlichen Tempo zu marschieren. - -Von Dibandjó bis Endumenui waren die sanft aufsteigenden Gelände -hauptsächlich mit Elefantengras bedeckt, aus dem sich teils einzeln -oder in Gruppen und kleinen Wäldchen Bäume erhoben. Zu unserem Glücke -war der Berg, welchen wir hinter Endumenui zu erklettern hatten, dicht -bewaldet, so daß die Sonne die mit ihrem schweren Gepäck langsam -emporkletternden Träger nicht erreichen konnte. Dieser Aufstieg dürfte -für meine Träger für denselben Tag zu viel geworden sein, hätten -wir nicht das Glück gehabt, in den Bakossi diese Hülfe zu finden. -Nach etwa einstündigem Emporsteigen gelangten wir auf die Ebene am -Fuße des höchsten Kegels des Kupee-Berges, und bald darauf zogen -wir in Nyassosso ein. Ich ließ sofort bis in die Nähe der Baseler -Missionsstation marschieren und daselbst mein Lager aufschlagen. Herr -+Walker+, der deutsche Missionar, welchen ich bereits von meiner -Schiffsreise von Lagos nach Victoria her kannte, begrüßte mich auf das -herzlichste. Ihm sowohl wie seiner Frau Gemahlin bin ich zu großem -Danke verpflichtet für die Art, in der sie mir den kurzen Aufenthalt in -Nyassosso so angenehm gemacht haben. - -Von meinem Lager aus konnte ich den Kupee-Berg am Abend in seiner -ganzen Pracht bewundern, als die Sonne unterging und ihren rötlichen -Schimmer über das ganze Panorama warf. Der Berg ist bis zu seinem -Gipfel dicht bewaldet und ähnlich wie der Kamerunberg kegelförmig -aufgebaut. In den Wäldern giebt es noch viele Kautschuklianen, doch -scheint Kickxia nicht über 500 m Höhe hinaufzusteigen. Meine Befunde -über die Höhe von Nyassosso stimmten nach Aussagen der Missionare mit -denen des Geologen Herrn Dr. +Esch+, welcher etwa zwei Jahre vor -mir die Bakossi-Gebirge besuchte und auch den Gipfel des Kupee-Berges -erstieg, ziemlich überein. Ich selbst hätte gern eine Besteigung -des Berges unternommen, glaubte mich aber nicht in Nyassosso lange -aufhalten zu dürfen, da ich noch vor Ende des Monats Februar von -einer beabsichtigten Reise nach der Südküste des Kamerun-Gebietes -zurückkehren mußte, um mit dem Dampfer am 4. März nach Togo zu reisen. -Es wurde mir damals ordentlich schwer, von Nyassosso wieder abzuziehen, -ohne die Bergbesteigung und eine kleine Expedition bis zur Grenze der -Grasregion im Norden, welche nach Herrn +Walkers+ Aussagen nur -zwei Tagemärsche von Nyassosso beginnen soll, gemacht zu haben. -Froh zog ich wiederum von Nyassosso weg, da ich mir sagen konnte, daß -die Aufgabe, welche ich mir für die Bakossi-Expedition gestellt hatte, -vollständig gelöst war. Ich hatte Kickxia bis in die Bakossi-Gebirge -hinein nachweisen können und hatte auch Landolphien in mehr oder minder -großen Quantitäten längs der ganzen Route gefunden. Daß die Gebiete am -Fuße des Gebirges bei Mafura und Eko-Keyoke so günstige Bedingungen zur -Anlage von Plantagen lieferten, war auch bis dahin nicht zu erwarten -gewesen, wie ja überhaupt über jene Gebiete gar nichts bekannt war, da -alle anderen Reisenden vom Wuri oder den Mungo-Fällen her auf einer -ganz anderen Route in das Bakossi-Gebiet gelangt waren. Auch Herrn -+Walker+, welcher bereits seit längerer Zeit in Nyassosso lebte, -war die von mir eingeschlagene Route nicht bekannt. Gern hätte ich zu -dem Rückmarsche einen von +Conrau+ auf seiner Karte jener Gegenden -aufgezeichneten und von ihm benutzten Weg längs des Mungo gewählt, -mußte aber diesen Plan aufgeben, da ich keinen Eingeborenen finden -konnte, der den Weg kannte. - -[Illustration: Kickxia-Bäume in Mundame.] - -Am 28. Januar unternahm ich unter Führung des Herrn Missionar -+Walker+ noch einen kleinen Spaziergang, um die etwas unterhalb -von Nyassosso liegenden Sägewerke der Station zu besichtigen, in -denen das sämtliche Bauholz für die Bakossi-Mission geschnitten wird. -Zur Herstellung von Brettern und Balken wurde hauptsächlich eine -Terminalia-Art verwendet, welche sich durch besondere Härte ihres -Holzes auszeichnen soll. Das Terrain auf dem Plateau, in welches -wir hinabstiegen, war auch vorzugsweise mit Elefantengras bedeckt, -aus dem sich verschiedene Bäume, einzeln oder in Gruppen, erhoben. -Hier und dort sah man ausgedehntere Gebüsche, besonders in der Nähe -der Waldungen. Auch hier im Bakossi-Gebiete haben die Eingeborenen -die schlechte Gewohnheit, das Gras niederzubrennen, wenn sie ihre -Pflanzungen anlegen wollen, ohne dabei die nötigen Vorsichtsmaßregeln -zu treffen, so daß nicht selten Waldbrände vorgekommen sind, welche -natürlich einen großen Schaden anrichteten, denn an Stelle der Wälder -tritt an den abgebrannten Orten gewöhnlich das Elefantengras auf, das -zu nichts nütze ist und nur das Ungeziefer der Umgegend anzieht. - -Da ich keine Zeit zu verlieren hatte, brach ich schon früh von -Nyassosso am 29. Januar auf, um auf demselben Wege, auf dem wir -gekommen waren, wieder nach Mundame zurückzumarschieren. Meine Träger -äußerten die Absicht, mit mir noch weiter zu ziehen, doch das ging nun -einmal nicht, ich mußte umkehren. Hätte ich allerdings damals gewußt, -wie lange ich noch an der Küste warten sollte, ehe ich nach dem Süden -reisen konnte, so hätte ich sicher versucht, über Land nach dem Sanaga -zu gelangen, um dann über Klein-Batanga längs der Küste nach dem Süden -zu gehen. - -Um 6 Uhr ließ ich schon von Nyassosso abmarschieren. Über Endumenui, -Ngusi, Etó und Dibandjó marschierten wir, ohne uns irgendwo in diesen -Dörfern aufzuhalten, direkt bis Eko-Keyoke. Vor Eko-Keyoke hatten -wir den Ebury-Bach, welcher sich in einem großen Bogen dort dem -Dorfe nähert, zu überschreiten. Derselbe erinnerte mich sehr lebhaft -an den Meandja-Bach am Kamerun-Gebirge. In Eko-Keyoke ließ ich nur -wenige Minuten rasten, da ich mit dem Häuptling noch über einige -Dinge sprechen wollte. Durch das nur aus drei Hütten bestehende -Dörfchen Dibara gelangten wir gegen 10½ Uhr wieder nach Mafura. Hier -ließ ich nun eine Rast von drei Stunden machen, um die Leute für den -langen Nachmittagsmarsch, welcher uns bevorstand, möglichst frisch -zu erhalten. Es gab hier in Mafura übrigens derartige Mengen von -Elefantenfliegen, daß ich nicht einmal mit Ruhe essen konnte, obgleich -ich rings um meinen Tisch herum kleine Feuer hatte machen lassen, -um durch den Rauch die Tiere möglichst zu verscheuchen. Leider half -dieses Mittel aber nicht, so daß ich meine Arbeiten, mit denen ich -die Lagerzeiten zu vertreiben pflegte, bis auf den Abend verschieben -mußte. Auf dem Marsche durch die hinter uns liegenden Bakossi-Dörfer -war mir übrigens damals aufgefallen, daß an jeder Palaverhütte zwei -Elefanten-Unterkiefer lagen. Ich erkundigte mich in Mafura nach der -Ursache dieser Sitte, konnte aber nichts über deren Bedeutung erfahren; -offenbar haben dieselben etwas mit dem Fetischglauben der Leute zu -thun. Am Nachmittage traten wir den Marsch durch den Urwald nach Otam -an, dessen Länge uns ja bereits bekannt war. Bis zum Etinge-Bach -befanden wir uns noch auf der wundervollen, fruchtbaren Ebene und -gutem Wege, von da ab ging es stets über Hügel und die Thäler der -kleinen Bäche. Der Abstieg zum Manya-Flusse machte uns besonders viel -zu schaffen, da die Träger auf den mit Algen bedeckten Felsen leicht -ausglitten und dann mit ihrer Last fielen. Etwa 1½ Stunde vor Otam -passierten wir die verlassenen und in Zerfall begriffenen Hütten des -ehemaligen Ortes Etamarca, dessen Einwohner nach Mafura gezogen sein -sollen. Gegen Abend trafen wir in Otam ein. Ich ließ sofort mein Zelt -aufstellen und begann dann mit einigen schriftlichen Arbeiten, welche -bis tief in die Nacht hinein dauerten. Zu meinem Erstaunen wurden wir -in der Nacht von Moskitos arg gepeinigt. - -Am Morgen des 30. Januar brachen wir sehr zeitig von Otam auf, um durch -den infolge der vielen Achyranthes-Büsche am Wege recht unangenehm -zu passierenden Buschwald nach Ngomolenge zu gelangen. Die Namen der -Bäche, welche wir passierten, sind nach Angaben der Eingeborenen Take -und N’kobe. Die Leute von Ngomolenge, welche versprochen hatten, für -mich Kickxiafrüchte zu sammeln, hatten bloß sechs derselben gefunden, -statt dessen aber einige Kilo Kautschuk in der Zeit hergestellt, -welche sie mir nun für Tabak zum Kaufe anboten. Natürlich waren sie -sehr entrüstet darüber, daß ich den Kautschuk nicht nahm. Nach kurzem -Aufenthalte zogen wir direkt bis Mokonye-Niggerdorf fort und erreichten -die Mundame-Plantage am Nachmittage. Nachdem ich daselbst mein Lager -wieder aufgeschlagen hatte, ging ich zusammen mit Herrn +Schubert+ -noch nach Mundame, um mich nach einer Gelegenheit zu erkundigen, -ein Canoe zu besorgen, das groß genug sein mußte, meine sämtlichen -Lasten zu befördern, da ich mich entschlossen hatte, auf dem Mungo die -Rückreise nach Victoria anzutreten. Ohne etwas ausgerichtet zu haben, -kehrten wir am Abend nach der Plantage zurück, um am nächsten Tage -unsere Bemühungen zu erneuern. - -Herr +Schubert+ hatte, seinem Versprechen gemäß, während meiner -Abwesenheit auf der Bakossi-Expedition in der Umgebung der Plantage -Kickxiafrüchte für mich sammeln lassen, welche ich nun zur Küste -mitzunehmen gedachte. Einschließlich der Samen, welche ich unterwegs -gesammelt hatte, und der, welche mir die Eingeborenen von Ngomolenge -besorgt hatten, konnte ich etwa 10000 Samen zur Küste mitnehmen. - -Unseren eifrigen Bemühungen gelang es doch, am 31. Januar ein, wenn -auch defektes, Canoe zu bekommen, mit dem ich es wagen wollte, die -Rückreise anzutreten. Demgemäß brach ich am 1. Februar von der Plantage -auf. Von Mundame konnte ich erst um 10 Uhr abfahren, da das defekte -Canoe sich noch im letzten Augenblicke gegen ein besseres umtauschen -liess. Ich hatte in dem Canoe nur sechs Ruderer, da man nur mit Not -in Mundame vier Leute auftreiben konnte, welche einwilligten, mich -bis N’Bamba zu bringen. Meine beiden Jungen mußten deshalb natürlich -auch tüchtig helfen. Da der Mungo einen recht niedrigen Wasserstand -hatte und deshalb die Strömung nur eine langsame war, wir außerdem -noch wiederholt auf Sandbänke gerieten, dauerte die Fahrt länger, als -ich gedacht. Erst gegen 2½ Uhr am Nachmittage trafen wir bei der -Baseler Missionsstation Bakundu ein, welche nicht mit dem Bakundu zu -verwechseln ist, das ich früher besucht hatte. Ich ließ den Leuten -nun etwas Zeit zum Essen, während ich zur Station hinaufging, um -den Missionaren Grüße aus Nyassosso zu überbringen. Von Bakundu -bis Malende-Strand war die Fahrt erst recht unangenehm, da es hier -noch viel mehr Sandbänke gab, als zuvor, auf die natürlich meine -Leute, welche alle ungeübte Ruderer waren, mit tödlicher Sicherheit -auffuhren, so daß ich sie immer wieder ins Wasser schicken mußte, um -das Canoe wieder flott zu machen. Da die Früchte des Wollbaumes (Ceiba -pentandra) gerade reif waren und die flockigen Samen zu Millionen vom -Winde herumgetragen wurden, war stellenweise die ganze Wasserfläche -von den Samen derartig bedeckt, daß man glauben mochte, man befinde -sich vor einem Schneefelde. Die Eingeborenen sammelten, in kleinen -Canoes umherfahrend, große Mengen dieser Flocken ein. Wie ich noch -am Abend Gelegenheit hatte, zu sehen, fertigten sie aus denselben -Kissen an, welche sich allerdings sehr gut gebrauchen ließen. Ob die -Leute noch eine besondere Verwendung für die Samen haben, konnte ich -während dieser sehr beschleunigten Flußreise nicht feststellen; da -dieselben sehr ölhaltig sind, ließen sie sich eventuell zur Ölbereitung -verwenden, besonders dort, wo sie, wie am Mungo, in riesigen Mengen -mit Leichtigkeit aufgesammelt werden können. Erst mit eintretender -Dunkelheit trafen wir in Malende-Strand ein. Da hier nur ein Haus mit -drei Abteilungen stand, so war ich gezwungen, mit meinen Leuten eine -derselben einzunehmen, denn ich wollte, um die damit verbundenen nicht -unbedeutenden Umstände zu vermeiden, nicht erst mein Zelt aufschlagen -lassen. Die in dem Hause wohnenden Eingeborenen mußten sich dann die -beiden anderen Abteilungen teilen. Während der Fahrt von Mundame bis -Malende-Strand hatte ich da, wo die Ufer etwas hügelig waren, einige -Kickxien beobachtet und von einer auch einige Früchte herunterholen -lassen. Auch Lianen, welche Kautschuk lieferten, kamen mir hin und -wieder zu Gesicht, doch war die nicht brauchbare Landolphia florida -vorherrschend. - -An die Nacht, welche ich in Malende-Strand nach jenem Tage -durchzumachen hatte, werde ich noch lange denken. Ein Kind der das -Haus bewohnenden Eingeborenen war krank, und man glaubte allgemein, -daß es in der Nacht sterben würde; die Mutter desselben war halb -wahnsinnig vor Verzweiflung geworden. Nachdem ich dem Jungen, welcher -einfach an einer sehr starken Verstopfung zu leiden schien und daher -immer über starke Schmerzen im Magen klagte, etwas Calomel gegeben -und den Leuten versichert hatte, daß die Sache ganz ungefährlich sei, -beruhigten sie sich einigermaßen. Froh über diesen Erfolg, legte ich -mich nieder, wurde aber derartig von Moskitos gepeinigt, daß ich trotz -einer ziemlichen Ermüdung nicht an Schlaf denken konnte. Um mich nun -erst vollends wachzuhalten, fing der Kranke wieder an zu stöhnen, und -sofort begann die ganze Gesellschaft mit einem wüsten Geheul, daß der -Junge jetzt sicher sterbe. Da die Mutter glaubte, daß die Medizin -des Weißen nicht helfe, nahm sie natürlich zu ihren eigenen Mitteln -Zuflucht. Wie eine Wahnsinnige schlug sie bei dem Lager des Kranken in -die Luft hinein und bewegte sich so schlagend zum Ausgange hin, als ob -sie etwas vor sich hertreibe, dabei stieß das Weib die merkwürdigsten -unartikulierten Laute aus, welche wohl Beschwörungen sein sollten; vor -der Thür erreichte diese Scene ihren Höhepunkt. Nach etwa fünf Minuten -langem Kreischen und Schimpfen, als ob sie jemand fortjagen wolle, -was in diesem Falle wohl ein böser Geist war, kehrte sie rückwärts -gehend und immer noch wie wahnsinnig vor sich herschlagend, ins Haus -zurück, wo sie erschöpft am Lager des Kranken zusammenbrach. Nach -einiger Zeit kamen noch mehrere Eingeborene, welche wohl Verwandte -des kranken Kindes sein mußten. Die Weiber klagten die ganze Nacht -hindurch. Daß man mir damals nicht vorwarf, daß meine Medizinen den -Zustand des Patienten verschlimmert haben, wunderte mich zur Zeit -sehr. Da doch nicht an Schlaf zu denken war, ließ ich schon um 4 Uhr -das Canoe zur Abfahrt bereit machen und die Lasten, welche wir im -Hause gebraucht hatten, hineinschaffen. Als ich meinen Thee trank, -kam mir der Gedanke, daß ich dem kranken Kinde davon eingeben könne, -doch die Leute hatten kein Vertrauen mehr zu den Medizinen des Weißen -und nahmen den Thee nicht an, bis zu aller Erstaunen plötzlich der -vermeintlich Halbtote aufstand und mich noch um etwas Medizin bat, die -ich ihm dann auch in Form von einer neuen Dosis Calomel eingab. Unter -großen Dankesbezeugungen der Mutter, welche nun vor Freude über die -Wiedergenesung ihres Sohnes fast noch toller wurde als vor Verzweiflung -über seine Krankheit, ließ ich um 5 Uhr abfahren, um so möglichst -schnell zu entkommen. - -Wir machten ziemlich schnelle Fortschritte, solange es kühl war, -doch sobald die Sonne etwas höher stieg, erschlafften die Leute sehr -merklich, so daß ich sie beständig anzufeuern hatte. Erst als ich -gegen Mittag einige Enten und Reiher geschossen, und drohte, daß ich -das für mich überflüssige Fleisch an die Eingeborenen des nächsten -Dorfes verschenken würde, wenn sie sich nicht mehr beeilten, ruderten -sie wieder kräftiger, bis ich bei einem Dorfe, welches die Leute -Mangono nannten, zum Kochen Halt machen lassen wollte. Trotz langer, -vergeblicher Bemühungen war hier außer einem einzigen Plantenbüschel -bei den Einwohnern nichts Eßbares für meine Leute aufzutreiben, so daß -ich es vorzog, noch bis 1 Uhr weiterfahren zu lassen. In dem Dorfe, -welches wir darauf erreichten, hatten wir mehr Glück und konnten -uns nun Zeit nehmen, etwas zu genießen. Als wir dann am Nachmittage -weiterfuhren, machte sich bald die Nähe des Meeres durch eine -angenehme, starke Brise bemerkbar, welche für uns sehr wohlthuend -war. Wir passierten eine ganze Reihe von Dörfern, in denen das -Dualla-Element sofort als das herrschende zu erkennen war. Längs der -Ufer hatten die Eingeborenen schmale Streifen des niedriger gelegenen -Landes mit Koko (Xanthosoma), Manihot und Mais bepflanzt; man erkannte -sehr schnell, daß man es hier nicht mehr mit einem der Buschvölker zu -thun hatte. An seichteren Stellen waren Reusen zum Fangen von Fischen -aufgestellt, und häufig sah man Kinder und Weiber in kleinen Canoes -dabei beschäftigt, Fische zu fangen. Gegen Abend sahen wir die ersten -Mangroven und erreichten gleich danach die Mungo-Dörfer, in deren -größtem ich für die Nacht zu kampieren gedachte. Die Eingeborenen -(Duallas), welche uns sogleich am Strande umringten, zeichneten sich -durch Unverschämtheit und Frechheit aus. Als ich den sogenannten König -zu sprechen verlangte, hieß es, daß derselbe abwesend sei, aber bald -zurückerwartet werde. Ich versuchte nun, einen Führer zu engagieren, -welcher uns durch die unzähligen Mangroven-Creeks bis N’Bamba bringen -sollte, doch stellten die Leute derartig hohe Bedingungen, daß ich -alle weiteren Verhandlungen abbrach und energisch forderte, daß man -den „König“ sofort rufe. Als die unverschämte Gesellschaft nun einsah, -daß sie sich ihre Chancen verscherzt hatte, berieten sie sich eine -Zeit lang und schickten dann ein Canoe ab, welches, wie sie sagten, -den König von meiner Anwesenheit in Kenntnis setzen sollte. Am Abend -kam derselbe endlich an, als ich bei meinem Abendessen saß. Um ihm -zu zeigen, daß er mit mir nicht so umspringen könne, wie seine Leute -zu glauben schienen, ließ ich ihn erst eine geraume Zeit warten, bis -ich mit Essen fertig war, dann beschwerte ich mich über das freche -Benehmen seiner Leute und riet ihm, ihnen zu sagen, daß sie sich besser -vorsehen müßten, sonst könnten sie eventuell den Kürzeren ziehen. Als -Führer verlangte ich dann von ihm einen jungen Mann für eine von mir -festgesetzte Bezahlung. Nach einem furchtbar langweiligen Palaver, -das bis in die Nacht hinein währte, einigten wir uns schließlich -darauf, daß er seinen Sohn, welcher die Creeks gut kannte, als Führer -mitgeben solle, wofür ich 4 Mk. zu zahlen hatte. Ein Geschenk, das mir -der Kerl noch am Abend sandte, schickte ich wieder zurück, indem ich -ihm sagen ließ, daß ich mit dem unverschämten Benehmen seiner Leute -nicht zufrieden gewesen, und da er als „König“ dafür verantwortlich -sei, wolle ich auch mit ihm keine Geschenke tauschen. Meine Leute -hatten das Canoe an einer steilen Bank an beiden Seiten festgelegt, -damit durch den Wechsel von Ebbe und Flut nicht Unheil entstände. Ich -hatte mich in das Canoe auf die Lasten während der Nacht zum Schlafen -niedergestreckt, erwachte aber plötzlich durch einen eigentümlichen -Ruck und sah nun zu meinem Schrecken, daß die Leute das Fahrzeug zu -kurz angebunden hatten, so daß dasselbe, da die Ebbe eingetreten war, -in freier Luft umherhing und, für mich um so unangenehmer, vollständig -schief, denn die eine Seite war auf einer vorspringenden Baumwurzel -hängen geblieben. Ich durfte mich nun nicht eher rühren, als bis es mir -gelungen, einige meiner Leute heranzurufen, mit deren Hülfe ich das -Canoe ins Wasser herablassen konnte und so aus der unangenehmen Lage -befreit wurde. - -Mit Sonnenaufgang ließ ich am nächsten Tage abfahren, froh, von -dieser Gesellschaft von Duallas Abschied nehmen zu können. Die -Vegetation, welche wir anfangs vor uns hatten, bestand aus einer -Übergangsvegetation, ehe wir in die Gebiete kamen, in denen wir nur -die typische Mangroven-Formation vor uns hatten. Wiederholt sahen wir -Krokodile, welche bei unserer Annäherung schleunigst sich unsichtbar -machten. Hätten wir den Führer nicht bei uns gehabt, so hätten wir uns -sicher in diesen Creeks verirrt, ein solches Labyrinth von Wasserläufen -hatten wir zu durchfahren. Wiederholt schien es, als sei ein Tornado -im Anzuge, der für uns sehr unangenehm werden konnte, da wir nirgends -anlegen konnten. Als wir über den großen Möven-See fuhren, brach auch -wirklich ein kleiner Sturm aus, der uns zwang, eine Zeit lang das Canoe -zwischen die Mangroven zu bringen, da wir sonst unfehlbar umgeworfen -worden wären. Bald erschien jedoch die Sonne wieder, so daß wir ohne -großen Zeitverlust unsere Reise fortsetzen konnten. Eine solche Fahrt -von einigen Stunden zwischen Mangrovengebüschen hindurch gehört zu -den langweiligsten Touren, welche man je unternehmen kann. Nichts als -stets dieselben Rhizophoraceen und Avicennien, selten außer Krokodilen -ein lebendes Tier, höchstens hier und dort einige behend entfliehende -Meerkatzen zu sehen, dazu die schwere, drückende Luft des Morastes und -meist eine furchtbare Hitze, das sind die Erinnerungen, welche ich von -allen derartigen Touren mit heimgenommen habe. Doch auch diese Fahrt -erreichte ihr Ende. Gegen Mittag kamen wir vor der Nikol-Insel in der -Nähe des Dorfes Dikulu in die offene See. Da meine Leute recht ungeübte -Ruderer waren, war die Fahrt nicht ungefährlich, denn auf dem Wasser -stand eine steife Brise, welche ziemlich hohe Wellen erzeugte; wir -konnten uns auch nicht der Küste zu sehr nähern, da längs derselben -große Mengen von Felsen zerstreut waren. Vor der Dikulu-Bucht ließ ich -einmal zwischen den Felsen hindurch an das Land heranfahren, um kurze -Zeit daselbst zu verweilen, denn wir hatten noch nichts genossen, und -ich wollte schnell etwas Essen für die Leute kochen lassen. Nach etwa -einstündigem Aufenthalte fuhren wir über die Dikulu-Bucht hinüber -und bogen dann um die nächste Spitze in die schöne Bimbia-Bucht ein, -in der wir gegen 4 Uhr bei N’Bamba landeten. Herr +Rehbein+, der -Vertreter des Herrn +Friederici+, war zufällig in dem Hause, so -daß ich sogleich mit ihm die nötigen Arrangements betreffs Beförderung -meiner Lasten nach Victoria treffen konnte. Er war so freundlich, die -Sachen zu übernehmen und am nächsten Tage, einem Sonntage, die Lasten -durch einige Yaunde-Arbeiter unter Führung eines meiner Jungen, den -ich zu dem Zwecke in N’Bamba zurückließ, nachzuschicken. Die vier in -Mundame gemieteten Leute und der Führer aus den Mungo-Dörfern sollten -am nächsten Tage das Canoe nach Kamerun bringen, um es daselbst bei der -Faktorei von +Jantzen & Thormählen+ abzugeben. Ich selbst ging -mit einem Jungen und mit einem Träger noch am Nachmittag nach Victoria -weiter über Land. In Victoria traf ich dann am Abend ein, froh, daß -alles so glücklich abgelaufen war. Leider wurde ich daselbst gleich mit -einer Nachricht empfangen, welche mich tief erschütterte, +Plehn+ -sei auf seiner Expedition nach den Gegenden des Yong durch einen -vergifteten Pfeil getötet worden. Fast wollte ich meinen Ohren nicht -trauen, als ich das hörte. Welch ein Schicksalsschlag war das wieder -für die Kolonie, wieder war einer der tüchtigsten Beamten verloren, -der nicht so leicht zu ersetzen sein wird, denn Dr. +Plehn+ hatte -unter den so schwierigen Verhältnissen die Sanga-Ngoko-Expedition in -einer Weise geführt, daß selbst seine Neider ihm ihre Bewunderung nicht -versagen konnten. - -Für die nächste Zeit war ich nun leider an Victoria gebunden, da sich -keine Gelegenheit bot, nach dem Süden zu gelangen. Es war höchst -unangenehm für mich, immer mehr von meiner kostbaren Zeit durch -unnützes Warten in dieser Weise zu verlieren. Ich benutzte daher die -Zeit mit Einpacken eines großen Teiles meiner Lasten für Togo sowohl, -als auch aller nun überflüssigen für Europa. Am 8. Februar kam endlich -die „Nachtigal“ von Kamerun mit der Strafexpedition des Herrn Hauptmann -+v. Besser+, welche, von Victoria aus ins Innere marschierend, -erst die Bangwa, die Mörder des Herrn +Conrau+, bestrafen und -dann nach den Cross-Schnellen vorgehen sollte, wo die Eingeborenen den -Leutnant +v. Queiß+ niedergemacht hatten. Am 10. Februar benutzte -ich die Gelegenheit, mit der „Nachtigal“ nach Kamerun zu fahren, von wo -aus ich eher Gelegenheit, nach dem Süden zu kommen, erhoffen konnte. -Bei dem Vertreter der Firma +Jantzen & Thormählen+, welche mich in -jeder Weise während meines Aufenthaltes in Kamerun unterstützt hatte, -fand ich Aufnahme für die Zeit meiner gezwungenen Ruhe in Kamerun. -Herrn Gouverneur +Köhler+, welcher den inzwischen nach Europa -abgereisten Herrn Gouverneur +v. Puttkamer+ vertrat, stattete -ich kurzen Bericht über meine Bakossi-Reise ab und besprach mit ihm -die Möglichkeit meiner Togo-Reise, auf der er mich in jeder Weise zu -unterstützen versprach. - -In Kamerun hatte ich während meines damaligen Aufenthaltes Gelegenheit, -die äußerst ungünstigen Handelsverhältnisse des Platzes kennen zu -lernen, welche durch die maßlose Konkurrenz der vielen dort ansässigen -Firmen hervorgerufen worden waren. Die Kaufleute hatten zwar unter sich -ein Syndikat gebildet, welches den Zweck hatte, die Preise möglichst zu -halten, doch konnte sich auch das nicht bewähren. - -Der Kautschuk, den ich hier von den Duallas zum Verkauf angeboten sah, -bestand aus kleinen Stücken von der Größe eines Pfennigs, so daß man -glauben sollte, ein Betrug wäre in solchem Falle nicht möglich. Doch -auch hier hatte der schlaue Negerkopf ein Mittel ausfindig gemacht, -mit dessen Hülfe er den Europäer betrügen konnte. Der nasse Kautschuk -wurde einfach mit Sand vermischt und dann dem Weißen erst verkauft. -Wenngleich man auch sofort sehen konnte, daß der Neger dieses Mittel -angewendet hatte, um mehr Gewicht in seiner Ware zu erzielen, so wußte -man doch nicht zu schätzen, wie viel Sand in der Menge vorhanden war. -Den Kautschuk zurückzuweisen, wäre auch nicht angebracht gewesen, da -der Betrüger seine Ware sicher bei einem Konkurrenten abgesetzt hätte. -Dass unter solchen Verhältnissen ein Handel in dem Orte Kamerun sich -nicht heben kann, muß jedem denkenden Menschen einleuchten. So ist es -auch zu erklären, daß die Kaufleute am Kamerun-Flusse klagen, daß sie -nichts verdienen, während ihre Kollegen an der Südküste bedeutenden -Gewinn, besonders aus dem Kautschukhandel, erzielen sollen. - -Nachdem ich eine volle Woche umsonst in Kamerun gewartet hatte, bot -sich mir endlich am 16. Februar eine Gelegenheit, die Reise nach der -Südküste zu machen. Wie bedauerte ich damals, daß ich mich nicht länger -im Bakossi-Gebiete oder in der Umgegend aufgehalten hatte, statt hier -in Kamerun so lange fast zwecklos umhersitzen zu müssen. Doch ich -war zur Küste gekommen, da ich unter dem Eindrucke war, daß mich die -„Nachtigal“ nach dem Süden bringen sollte. - -Es sollte offenbar alles nicht recht gehen, denn erstens kam der -englische Dampfer, welcher für die Fahrt nach dem Süden bestimmt war, -nicht vor dem 17. Februar fort, zweitens aber sollte er, was sonst fast -nie vorkam, die sämtlichen kleinen Plätze vor Groß-Batanga besuchen, -um dort Fracht zu löschen; ich konnte also nicht erwarten, vor dem -20. Februar in Groß-Batanga einzutreffen, während ich unter den -gewöhnlichen Umständen dort bereits einige Stunden nach der Abfahrt von -Kamerun angelangt wäre. Was half es, ich hatte mich zu fügen. Ob ich -bis nach Campo kommen würde, wie ich ursprünglich beabsichtigte, war -eine Frage der Umstände, die sich erst später ergeben mußte; ich hatte -allerdings sehr geringe Hoffnung, das alles noch bis Ende des Monats -ausführen zu können. - -Am 17. Februar lichtete die „Lagos“ die Anker und begann die Reise -flußabwärts nach der Mündung des Kamerun-Flusses. Um Kap Swellaba -herum dampften wir in die offene See hinaus, um uns dann bald wieder -der Küste zu nähern. Bei Klein-Batanga waren wir so nahe derselben, -daß wir ohne Fernglas mit Leichtigkeit die Häuser zählen konnten. -Nur langsam kamen wir fort, da es auf der See etwas neblig wurde, -bis wir gegen 4 Uhr vor Longji zu Anker gingen. Da wir in ziemlicher -Entfernung von der Küste lagen, war gar nicht daran zu denken, noch an -demselben Tage den Cargo für diesen Küstenplatz zu löschen. Wir blieben -daher über Nacht liegen, um am 18. Februar noch den Rest der Ladung -für Longji an Land zu schaffen. Erst gegen 11 Uhr konnten wir wieder -abdampfen. In Plantation, einer kleinen Handelsniederlassung, welche -wir von Longji aus bereits mit Leichtigkeit sehen konnten, wurde wieder -angehalten. Hier gab es wieder einen großen Cargo auszuladen, so daß -mir der Kapitän sogleich erklärte, daß er nicht vor Mittag des nächsten -Tages abfahren könne. Ich ging an Land. Da in den letzten Jahren -sich der Kautschukhandel der Südküste hauptsächlich nach Plantation -gezogen hatte, bot der Platz einiges Interessante für mich dar. Ich -erfuhr hier Näheres über die Distrikte, aus denen der größere Teil des -Kautschuks zu kommen schien, sowie über die Behandlung des gekauften -Produktes. Zu meiner Freude hörte ich, daß auch hier der größte Teil -des Produktes in kleinen Stücken exportiert werde, nachdem er vorher -noch gereinigt und getrocknet sei. Dem ist es wohl auch zum großen -Teile zuzuschreiben, daß der Kautschuk der Südküste im allgemeinen -einen besseren Preis auf dem europäischen Markte erzielt, als der vom -Kamerun-Flusse exportierte. Nach allem, was ich hier vernahm, scheint -ein nicht geringer Teil des von der Südküste stammenden Kautschuks -aus weiter Entfernung von der Küste zu kommen, besonders aus der -Gegend hinter Ekbolowa im Buli-Lande, welche gar nicht sehr weit von -dem oberen Dja entfernt sein kann. Über diesen Ort Ekbolowa dürfte -wohl auch in späterer Zeit, wenn wir erst das Hinterland von Kamerun -mehr geöffnet haben werden, sich ein nicht unbedeutender Handel mit -den Ngoko-Regionen entwickeln. Daß bereits einige Artikel auf diesem -Wege von Hand zu Hand bis in die Ngoko-Regionen vorgedrungen sind, -ist durch ein Gewehr erwiesen, welches Dr. +Plehn+ aus Kunabembe -erhielt, das nachweislich von einer Firma an der Südküste in den Handel -gebracht worden war. - -[Illustration: Cocos-Palmen in Gr. Batanga.] - -Wie unser Kapitän versprochen, fuhren wir gegen Mittag am 19. Februar -von Plantation ab. Bei Kribi dampften wir vorbei und warfen vor einer -sehr kleinen Niederlassung, Wasserfall mit Namen, Anker. Von Kribi -aus hatte man bereits den Dampfer bei Plantation gesehen und als -den englischen erkannt, daher waren einige Herren zu Fuß von Kribi -nach Wasserfall gelaufen, um dort ihre Post an Bord des Dampfers zu -empfangen. Wir erhielten infolgedessen am Nachmittage reichlichen -Besuch. Unter anderen erschien auch Herr +Mager+, der Vertreter -des Herrn +Küderling+, welchen ich vor allen Dingen zu sehen -wünschte, da es meine Absicht war, die Plantage der Firma +Küderling -& Co.+ in Campo zu besichtigen. Mit Herrn +Mager+ arrangierte -ich natürlich sofort das Nötige, um eventuell ohne Zeitverlust nach -Campo zu kommen. Da Herr +Mager+ noch am späten Abend an Land -ging, verabredeten wir, daß wir uns am nächsten Tage in Groß-Batanga -wiedersehen wollten, wo mich Herr +Mager+ von dem Dampfer abholen -sollte. Herr +Meßner+, der Vertreter der Firma +Lübke & Co.+, -war so freundlich, mir in Groß-Batanga in seinem Hause Unterkunft -anzubieten. - -Als ich am Morgen des 20. Februar erwachte, lagen wir bereits vor -Groß-Batanga. Herrn +Mager+ mit seinem Boote konnte ich auch -kurz darauf erspähen. Schon um 7 Uhr fuhr ich mit dem Schiffsdoktor -und Herrn +Mager+ an Land, wo ich mich der Verabredung gemäß bei -Herrn +Meßner+ einquartierte. Groß-Batanga hatte ich schon früher -einmal, als ich auf der Reise nach dem Congo war, betreten, doch jetzt -entrollte sich vor meinen Augen ein ganz anderes Bild als damals, -als ich nur für eine Stunde in der +Woermann+schen Faktorei -mich aufgehalten hatte. Erst jetzt lernte ich die verschiedenen -Faktoreien kennen, von denen allerdings die, in der ich wohnte, die -stattlichste und bedeutendste schien. Am Nachmittage machte ich mit -Herrn +Mager+ und Herrn +Meßner+ einen Rundgang längs des -Strandes in den verschiedenen Faktoreien. Wir hatten beschlossen, -noch am Abend desselben Tages nach Campo aufzubrechen, mußten diesen -Plan aber aufgeben, da die zu diesem Zwecke engagierten Leute nicht -erschienen. Um denselben Übelstand am nächsten Tage zu verhüten, -ließen wir den alten Häuptling des Dorfes bei Groß-Batanga rufen und -trugen ihm nun ernstlich auf, bei Zeiten für die Leute zu sorgen, -welche uns nach Campo rudern sollten. Als dieselben dann auch wirklich -am Nachmittag erschienen, wurden sie bis zu unserer Abfahrt in der -Faktorei zurückgehalten. - -Vor Jahren hatte Herr +Küderling+ in Groß-Batanga einige Manihot -Glaziovii-Stämme ausgesät, die unterdessen zu einer bedeutenden Größe -herangewachsen waren. Da mir daran lag, zu erfahren, wie sich dieser -Kautschukbaum in den südlichen Distrikten unseres Schutzgebietes -bewähren dürfte, zapfte ich die vorhandenen Exemplare an. Die Milch, -welche ich erhielt, floß ziemlich reichlich und enthielt bedeutend -mehr Kautschuk als in Victoria, ja sogar so viel, daß ich glaube, -eine Anlage im größeren Stile dürfte sich hier bezahlt machen. Ich -setze dabei natürlich voraus, daß eine solche Anlage in der von mir -bereits häufig vorgeschlagenen Art bewirtschaftet würde. Anzapfungen -mit dem Pickierapparat, wie ich sie hier versuchte, dürften sich an -heißen Tagen, wenn die herausquellende Milch schnell koaguliert, am -besten bewähren. Ich bin davon überzeugt, daß man durch wiederholtes -richtiges Anzapfen von den etwa sieben Jahre alten Stämmen im Jahre ein -Pfund Kautschuk gewinnen könnte. Wie mir Herr +Mager+ erzählte, -hatte Herr +Küderling+ selbst einmal derartige Anzapfungsversuche -gemacht, ohne dabei zu guten Resultaten zu gelangen, hatte aber später -sich darüber wundern müssen, daß Eingeborene, welchen er die Erlaubnis -gegeben, die Manihotstämme anzuzapfen, größere Quantitäten Kautschuks -gebracht hätten. - -[Illustration: 11 Monate alte Kickxia auf der Campo-Plantage.] - -Am Abend des 21. Februar konnte ich endlich zusammen mit Herrn -+Mager+ die Reise nach Campo antreten. Da der Weg längs der Küste -nur bei Ebbe zu gebrauchen und sonst auch infolge des tiefen Sandes -sehr beschwerlich ist, zogen wir es vor, in einem Boote die Strecke -bis Campo zurückzulegen. Da wir hofften, in der Nacht eine günstige -Brise zu haben, beschlossen wir, erst spät am Abend abzufahren. Die See -war ziemlich unruhig, als wir abfuhren, so daß wir gezwungen waren, -sogleich möglichst weit in die See hinauszufahren, um vor den vielen -Felsen, welche in der Nähe von Groß-Batanga längs der Küste liegen, -sicher zu sein. Die ersehnte Brise stellte sich zu unserer Enttäuschung -aber nicht ein, und wir machten nun, da die Leute rudern mußten, nur -sehr geringe Fortschritte. In der Hoffnung, am Morgen in Sicht von -Campo zu sein, legten wir uns im Boote nieder zur Ruhe, waren aber -nicht wenig enttäuscht, als wir wieder erwachten, noch nichts von Campo -sehen zu können; offenbar hatten unsere Leute im Boote die Gelegenheit -benutzt, möglichst faul zu sein. Erst gegen Mittag kam die Landspitze -vor dem Campo-Flusse in Sicht, doch begann die See nun auch so hoch zu -gehen, daß wir mehrmals glaubten, in unserem kleinen Boote von einer -herannahenden Welle überschwemmt zu werden. Unsere Lage wurde am -Nachmittage sogar so unangenehm, daß wir Europäer vorzogen, am Lande -anzulaufen, um dann über Land den Marsch fortzusetzen. Einen meiner -beiden Jungen nahm ich mit, den anderen ließ ich zurück, damit er -dafür sorge, daß mein Gepäck nicht zu stark von den hereinschlagenden -Wellen, denen das uns nachfolgende Boot ausgesetzt war, durchnässt -werde. Der Marsch am Strande entlang war infolge des losen Sandes -recht beschwerlich, wurde aber unerträglich, als erst die Flut stieg -und wir immer vor den höher steigenden Wellen auszuweichen hatten. Am -allerschlimmsten aber wurde unsere Situation, als die Nacht hereinbrach -und wir nun zwischen Gebüschen und dem Wasserniveau unseren Weg -suchen mußten. Am späten Abend war schließlich das Wasser derartig -gestiegen, daß wir gezwungen waren, Schuhe und Socken auszuziehen und -mit aufgerollten Hosen im Wasser am Strande entlang unseren Weg suchen -mußten. So angenehm auch die Kühle des Seewassers war, so unangenehm -wurde unser Zustand, wenn wir mit den nackten Füßen auf eine Muschel -oder eine hervorstehende Holzspitze traten, denn die Nacht war so -dunkel, daß man fast seine eigene Hand nicht sehen konnte. Herr -+Mager+, welcher kurzsichtig war, lief wiederholt direkt derartig -in Büsche und umgefallene Bäume hinein, daß wir uns wundern mußten, -endlich gegen 1 Uhr beide unversehrt in Campo einzutreffen. In der -stattlichen, dort von Herrn +Küderling+ errichteten Faktorei -fanden wir alles verschlossen; wie wir hörten, war der Europäer gerade -abwesend, um im Innern auf einigen Zweigfaktoreien Inventar aufzunehmen -und Kautschuk und Elfenbein aufzukaufen. Zum Glücke hatte der farbige -Verwalter des Ladens Schlüssel für einige der Zimmer, so daß wir noch -unter Dach und Fach ein Lager fanden. - -Am frühen Morgen war das Boot mit unseren Sachen auch in Campo -angelangt und alles bereits auf der Veranda der Faktorei zum -Trocknen ausgelegt, als ich um 6 Uhr aus meinem Zimmer heraustrat. -Die sämtlichen Lasten waren furchtbar durchnässt. Am Nachmittag -fuhr ich zusammen mit Herrn +Mager+ nach der dicht oberhalb am -Campo-Flusse gelegenen Plantage des Herrn +Küderling+, um dort -die Kickxia-Anpflanzungen in Augenschein zu nehmen. Die Plantage war -recht schön sauber gehalten, nur fiel mir auf, daß die Schattenbäume -fehlten und daß infolgedessen viele der jungen Triebe an der Spitze -verbrannt erschienen. Die Bäumchen trugen sehr reichlich Früchte -und wuchsen recht gut, solange sie im Schatten der Bananen standen, -welche zur Ernährung der Arbeiter angepflanzt waren. Es wäre sehr -wünschenswert, daß hier in Zukunft viele Schattenbäume beim Schlagen -des Waldes stehen bleiben, denn das schon an und für sich viel -trockenere Klima bedingt nach meiner Ansicht entschieden noch mehr -Schatten für Kakaokulturen als das am Fuße des Kamerun-Gebirges bei -Victoria. Herr +Küderling+ hatte, wie bekannt, für seinen Kakao -aus dieser Campo-Plantage einst den höchsten Preis bekommen, der je für -Kamerun-Kakao erzielt worden ist. - -Auch hier in der Campo-Plantage hatte man eine Anzahl von -Manihotstämmen angepflanzt, welche übrigens beim Anzapfen -gleichgünstige Resultate lieferten wie die in Groß-Batanga wachsenden. -Außer einigen mehrere Jahre alten Bäumchen von Kickxia africana hatte -Herr +Küderling+ eine größere Zahl von Pflänzchen der Kickxia -elastica auspflanzen lassen. Von den Samen, welche er im Januar -1899 von Dr. +Preuß+ erhalten hatte, waren nur drei Pflanzen -aufgegangen, welche man nun an Ort und Stelle in dem Samenbeete hatte -stehen lassen; dieselben hatten sich derartig entwickelt, daß ich -ihr Wachstum als ausnahmsweise günstiges bezeichnen muß. Die jetzt -einjährigen Pflanzen waren bereits höher als ein großer Neger. Auf der -Campo-Plantage befanden sich viele sumpfige Flächen, die vielleicht mit -Hevea brasiliensis bepflanzt werden könnten, denn in solchen sumpfigen -Lokalitäten dürfte die Hevea vielleicht einen reicheren Erfolg liefern -als in dem trockenen Boden, in dem sie im botanischen Garten zu -Victoria steht. Die vor einigen Monaten ausgepflanzten Kickxien, welche -aus Samen vom Mungo gezogen waren, hatte man in größeren Abständen -in der Kakaoplantage ausgepflanzt. Meiner Ansicht nach dürfte dieser -Standort für die Kickxia, welche doch eine Waldpflanze ist, nicht -sehr günstig sein, da die Stämme sich dann wahrscheinlich schlecht -entwickeln werden und nur kurz bleiben, wie man das übrigens auch schon -an den vorhandenen Exemplaren von Kickxia africana beobachten konnte. - -Am Abend kehrten wir zur Faktorei nach Campo zurück, um am nächsten -Morgen eine Canoefahrt bis zu den Schnellen des Campo-Flusses zu -unternehmen, wo Herr +Küderling+ noch eine zweite Plantage hatte -anlegen lassen. Wir brachen sehr zeitig auf, um noch vor Beginn -der heißen Tageszeit an unseren Bestimmungsort anzulangen. Anfangs -waren die Ufer des Flusses nur mit Mangroven und Avicennien bedeckt, -allmählich traten dann noch andere Pflanzen hinzu, bis schließlich -die Mangroven ganz verschwanden, um hauptsächlich Calamusgestrüppen -Platz zu machen. Gegen 9 Uhr kamen wir bei der Plantage an. Dieselbe -war in derselben Weise angelegt worden wie diejenige bei Campo. -Der Boden schien noch typischerer Laterit zu sein als dort, große -Glimmerschiefer-Blöcke erhoben sich bis über die Oberfläche an -verschiedenen Stellen. Auch hier hatte man leider fast gar nicht für -Schattenbäume gesorgt, und daher konnte ich auch wieder dieselbe -Erscheinung wahrnehmen wie auf der Plantage bei Campo: die Spitzen der -jungen Triebe schienen von der Sonne verbrannt zu werden. Kickxien -hatte man auch hier angepflanzt, dieselben standen recht gut und -versprachen, vorzüglich anzugehen. Im übrigen bot diese Plantage -nichts, das ich nicht schon auf der weiter unten bei Campo gelegenen -gesehen hatte. Am Nachmittage fuhren wir nach der auf der französischen -Seite des Flusses gelegenen Plantage eines Franzosen, der sich dort -mit seiner Familie angesiedelt hatte. Es war daselbst außer Kakao noch -Kaffee und Vanille angepflanzt worden, doch machte die ganze Anlage -gerade einen recht verwahrlosten Eindruck, den ihr Besitzer der bereits -seit längerer Zeit herrschenden Dürre zuschrieb. Die Vanille stand -sogar sehr schlecht. Noch gegen Abend kehrten wir dann nach Campo -zurück. - -Am nächsten Tage fuhren wir nun wieder in einem Boote nach Groß-Batanga -zurück. Da wir eine günstige Brise bekamen, welche uns gestattete, die -Segel aufzuspannen, hatten wir eine bedeutend günstigere Fahrt und -erreichten Batanga schon am Abend desselben Tages. - -Da ich auf keine andere Gelegenheit hoffen konnte, schnell nach Kamerun -zurückzukehren, hatte ich beschlossen, am 27. Februar per Boot dorthin -abzufahren. Den einen Ruhetag, welchen ich somit hatte, benutzte ich -dazu, die Manihotstämme noch einmal anzuzapfen und Samen derselben zu -sammeln, deren ich einige tausend erhielt. Als ich am frühen Morgen -des 27. Februar die Bootsleute zur Abfahrt zu rufen auf die Veranda -trat, sah ich zu meiner Freude, daß ein englischer Dampfer, der nach -Kamerun gehen sollte, dicht bei uns vor Anker lag. Natürlich ließ ich -sofort mein ganzes Gepäck an Bord bringen, um diese Gelegenheit nicht -zu versäumen. Gegen 9 Uhr verließ ich dann auf der „Boma“ diesen Ort, -in dessen Umgegend ich mich gern noch länger aufgehalten hätte. Die -Fahrt lief sehr glücklich ab, denn bereits um 5 Uhr warf die „Boma“ vor -Kamerun Anker, so daß ich noch an demselben Abend wieder zur Faktorei -der Firma +Jantzen & Thormählen+ übersiedeln konnte. - -Bis zum 2. März verblieb ich noch in Kamerun, um dann zusammen mit -Herrn Geheimrat +Wohltmann+, welcher von Edea dort eingetroffen -war, auf der „Nachtigal“ nach Victoria zu fahren, wo wir der Sitzung -des „Vereins Kameruner Pflanzer“ beiwohnen wollten. In einem kurzen -Vortrage legte ich daselbst den Herren, welche sehr vollzählig -erschienen waren, meine Erfahrungen und Ansichten noch einmal -vor, und versuchte noch einmal, zu einer möglichst energischen -Inangriffnahme der Kautschukkultur anzuregen, worin mich Herr Geheimrat -+Wohltmann+, dessen letzte Bedenken nun, da es mir gelungen war, -die Kickxia auch auf Basaltboden nachzuweisen, geschwunden waren, sehr -energisch unterstützte. - -Am 4. März nachmittags erschien der deutsche Postdampfer „Helene -Woermann“, um die wenigen in Victoria wartenden Passagiere noch -abzuholen. Mit diesem fuhr ich dann nach Togo ab. Nur ungern nahm ich -Abschied von Kamerun, unserer schönsten Kolonie in Afrika, der bei der -immensen Fruchtbarkeit, welche fast allenthalben im Gebiete herrscht, -sicher eine glänzende Zukunft bevorsteht, wenn mit demselben Interesse -und derselben Energie wie in den letzten Jahren an ihrer Entwickelung -weiter gearbeitet wird. - - - - -V. Kapitel. - -Togo-Reise und Heimreise. - - -Während unserer Fahrt von Kamerun nach Togo hatten wir trotz des -vorzüglichen Wetters gleich am Tage nach unserer Abreise von Victoria -leider den Tod eines unserer Mitpassagiere zu beklagen, der bereits -in sehr bedenklichem Zustande Kamerun verlassen hatte. In Lagos -trafen wir am Morgen des 6. März ein und verblieben daselbst bis -zum späten Nachmittag. Als ich am folgenden Tage an Deck erschien, -waren wir bereits vor Klein-Popo. Herr +Wöckel+, welcher Herrn -Geheimrat +Wohltmann+ auf seiner Rückreise nach Europa noch -Lebewohl sagen wollte, kam hier zu uns an Bord. Von ihm erfuhr ich -interessante Thatsachen über die Manihot Glaziovii-Anpflanzungen, -welche er als Leiter der Plantage Kpemme hatte anlegen lassen. Nach -kurzem Aufenthalte in Klein-Popo dampften wir nach Lome weiter. Von -Herrn Geheimrat +Wohltmann+ nahm ich dort Abschied und begab mich -mit meinem gesamten Gepäck an Land, wo ich in der Bremer Faktorei, den -vorherigen Abmachungen gemäß, bereits eine vollzählige Trägerkolonne zu -meiner Verfügung zu finden hoffte. Herr +Luther+, der Agent der -Firma, nahm mich sehr liebenswürdig auf und erklärte mir nun, daß er, -soweit es möglich war, alles vorbereitet habe, auch Träger seien da, -welche bis Misahöhe mitgehen sollten. Ich ließ daraufhin sofort die -Leute zusammenrufen und antreten. Mir schien die ganze Geschichte von -Anfang an nicht sicher genug. Nach einigem Palaver einigten wir uns -schließlich, doch kam es mir so vor, als ob einige der Leute unwillig -seien, mit einem ihnen unbekannten Europäer zu gehen. Der Sicherheit -halber sagte ich den Leuten, daß sie am Abend noch einmal antreten -sollten. - -Am Nachmittage machte ich Besuch bei dem stellvertretenden Gouverneur, -Herrn Assessor +Heim+. Man bezweifelte damals sehr stark an der -Küste, ob es mir gelingen würde, in der kurzen Zeit, welche mir zur -Verfügung stand, bis nach Boëm hineinzukommen, wo ich das von Herrn -Assessor +Hupfeld+ für Herrn +Sholto Douglas+ angekaufte -Terrain besichtigen wollte. Da ich selbst mir wohl bewußt war, daß ich -keine Zeit zu verlieren habe, wäre mir eine Verzögerung meiner Abreise -von Lome äußerst unangenehm gewesen, daher geriet ich in nicht gerade -die beste Stimmung als bereits am Abend von den Trägern verschiedene -fehlten; sie seien bereits wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, hieß -es. Da wir diese entlaufenen Leute schwerlich würden ersetzen können, -erwartete ich schon mit Schrecken die Dinge, welche ich am nächsten -Tage würde auszufechten haben, da ich doch durchaus aufbrechen mußte. - -Wie ich es nicht anders erwartet hatte, erschienen am nächsten Morgen -8 Leute statt der 15, welche eigentlich zur Stelle sein sollten. Ich -ließ nun nach allen Seiten in der Stadt herum nach Trägern suchen, -denn so viel sagte ich mir, daß der ganze Tag verloren sein würde, -wenn ich nicht bis Mittag unterwegs sein könnte. Nach verschiedenen -Stunden Wartens hatte ich denn glücklich 12 Träger beisammen, außer -meinem Jungen, Afue, und einem „Headman“, den ich mir unter den Trägern -ausgesucht hatte. Um 10 Uhr endlich konnte ich aufbrechen. Noch in Lome -selbst kam mir der Gouvernementsgärtner, Herr +Warnecke+, welcher -den Versuchsgarten bei Lome leitete, entgegen und bat mich, doch in dem -Garten eine kurze Zeit zu verweilen, da er eine Anzahl Wardscher Kästen -mit Kautschukpflanzen nach dem Agu zu senden habe, welche er gern unter -Schutz eines Europäers abschicken würde. Ich erklärte mich bereit, die -Kästchen nach der +Douglas+schen Plantage am Agu mitzunehmen, -vorausgesetzt, daß er die Träger stellen könnte. Da auch diese Frage -von ihm bereits erledigt war, nahm ich die vier Träger mit den Pflanzen -am Versuchsgarten mit in meiner Karawane auf. Die Vegetation bei Lome -macht auf jeden Nichtbotaniker anfangs einen recht dürftigen Eindruck, -denn wo nicht von Menschenhand Kokospalmen gepflanzt sind, bringt der -schmale Sandgürtel, welcher sich längs der Küste hinzieht, nur kleine -Sträucher und dürftige Kräuter hervor, die an feuchteren Stellen mit -einer kurzen, halophilen Vegetation abwechseln, wie man sie an der -Meeresküste sämtlicher tropischen und subtropischen Regionen allgemein -kennt. Hat man diesen sandigen Küstenstreifen durchzogen, so gelangt -man zunächst in ein Terrain, das sich nur sehr langsam etwas hebt und -fast ausschließlich aus einem roten, ziemlich sterilen Laterit gebildet -wird. Daß sich auf diesem Boden nicht bedeutende Kulturen entwickeln -werden, wie man sie im Innern häufig antrifft, liegt klar auf der -Hand. Aber dessenungeachtet sollte die Regierung darauf hinarbeiten, -daß auch diese ausgedehnten Teile zur Verwertung kommen. Das könnte -aber nur durch Aufforstungen oder durch Anpflanzungen von nützlichen -Gewächsen geschehen, welche für eine derartige Buschsteppe geeignet -sind. Bei der Frage der Aufforstung kämen hauptsächlich australische -Acacia- und Eucalyptus-Arten in Betracht, deren Holz sich dann auch -noch gut verwerten ließe, was für Lome, das jetzt schon mit Holz sehr -schlecht bestellt ist, von großem Nutzen sein würde. Von anderen -nützlichen Pflanzen, welche sich außerdem hier in den Steppen hinter -Lome als auch besonders im Innern gut bewähren dürften, möchte ich -auch noch Acacia Verek erwähnen, die durch Lieferung eines guten -Gummi arabicum in Senegambien zu den hauptsächlichsten Nutzpflanzen -zählt. Ein anderer Weg, die Steppen Togos nutzbar zu machen, würde -durch Anpflanzungen von Manihot Glaziovii angebahnt werden. Die Samen -derselben wären leicht aus nächster Nähe zu beschaffen und könnten in -den Steppen, besonders da, wo diese durch vorgelagerte Waldungen oder -Hügelketten vor zu starken Winden geschützt sind, von Eingeborenen -ausgestreut oder eventuell in gewissen Abständen in den Boden -gesteckt und sich dann völlig selbst überlassen werden. So würde man -mit geringen Kosten allmählich eine gewisse Aufforstung der Gebiete -erzielen, aus denen dann nicht unerhebliche Quantitäten Kautschuk -gewonnen werden könnten. Wie mir Herr +Wöckel+ versicherte, -wächst Manihot bei Kpeme derartig schnell und verbreitet sich dort -in solchem Maße, selbst ohne Pflege, daß man sich dort längst daran -gewöhnt habe, es als Unkraut zu betrachten. Ich weiß, daß mir hierauf -geantwortet werden könnte, daß die Pflanze nur wenig Kautschuk gebe -und außerdem bei Stürmen sehr leicht umgebrochen werde. Darauf möchte -ich erwidern, daß derartige Pflanzungen, so dicht gewisse Strecken -bedeckend, dem Winde wohl genügend Widerstand entgegensetzen würden, -daß außerdem aber die zur Aufforstung der Steppen nötigen Kapitalien -so gering sein würden, wenn dieses mit Manihot geschieht, daß selbst -ein sehr geringer Ertrag der Stämme gewinnbringend sein müßte; zum -Überflusse aber ist nicht zu vergessen, daß eine Aufforstung dieser -Steppengegenden auf die klimatischen Verhältnisse des Landes auch einen -nicht unbedeutenden Einfluß ausüben würde, wenn sie in größerem Maße -betrieben würde. Ganz besonders geeignet für derartige Anpflanzungen -halte ich die Steppen zwischen Assaun und dem Agome-Gebirge, sowie die -der Landschaft Agotime, soweit sie nicht an zu großer Bodenfeuchtigkeit -leiden. Sind einmal größere Gebiete in dieser Weise bepflanzt, so -könnten dieselben leicht in Parzellen gestellt werden, welche dann an -einzelne Negerfamilien von der Regierung verpachtet werden müßten. -Diese Leute würden dann schon selbst dafür sorgen, daß sie nicht von -unberufener Hand geschädigt werden. Um aber ein zu rabiates Anzapfen -seitens der Pächter zu verhüten, könnte man Inspektoren in diesen -Distrikten herumschicken, welche alljährlich einige Male den Zustand -der Pflanzungen in Augenschein nehmen und, wo es nötig ist, in irgend -einer Weise gegen Beschädigung der Bestände einschreiten müßten. -In dieser Weise betrieben, dürfte sich eine Plantage von Manihot -Glaziovii sehr wohl bewähren, und so allein scheint mir ein derartiges -Unternehmen rentabel zu sein. Bei den durchaus nicht ungünstigen -Arbeiterverhältnissen in Togo, mit Ausnahme der Küstenbezirke, dürfte -es der Regierung ein Leichtes sein, die verschiedenen Stationsleiter -zur Anlage solcher Manihotpflanzungen zu bewegen. Die dem Lande auch -sonst viel Unheil bringenden Grasbrände müßten in der Nähe dieser -Bestände natürlich strengstens verboten werden. Für die Kolonie wären -derartige Bestände von immensem Vorteil, und deshalb sollten von -der Regierung oder von einem gemeinnützigen Komitee Schritte gethan -werden, eine derartige Aufforstung der Steppengebiete anzubahnen. Da -wir glücklicherweise in Togo derartig zu den Eingeborenen stehen, daß -in den meisten Distrikten eine Aufforderung seitens der Stationsleiter -genügt, um die Dörfer zur Stellung von Arbeitern zu veranlassen, so -dürften die Kosten einer solchen Anpflanzung sich als sehr geringe -Summen erweisen, wenn man bedenkt, welchen Nutzen die Kolonie in -späteren Jahren daraus ziehen könnte. - -Herr +Warnecke+ begleitete mich noch eine kurze Strecke durch -die Buschsteppe, um mir daselbst einige ihm interessant erscheinende -Pflanzen zu zeigen, dann sprengte ich auf meinem netten Pferdchen, -welches früher Herrn +Mischlich+ aus Kete-Kratschi gehört hatte -und den Ruf großer Zähigkeit und Ausdauer genoss, meinen Leuten -nach, welche nun bereits eine gute Strecke vorausmarschiert waren. -Als wir uns weiter von der Küste entfernten, nahm die Buschsteppe -allmählich einen etwas anderen Charakter an. Die höher aufschießenden -Sträucher bewiesen, daß der Boden etwas fruchtbarer wurde, auch -einjährige Kräuter zeigten sich häufiger, und hier und dort sah man -auch schon etwas Gras. Gegen 2 Uhr ließ ich eine kurze Rast machen, -als wir bei einigen Markthütten vorbeikamen, um den Leuten Zeit zu -geben, sich einige Nahrungsmittel zu kaufen. Bevor wir nach Akeppe -kamen, hatte die Buschsteppe sich allmählich vollständig verändert, -Gräser traten in großen Mengen auf, der bedeutend fruchtbarere Boden -trug viele Ölpalmen, von denen übrigens ein nicht geringer Teil von -den Eingeborenen gepflanzt wurde. Zu beiden Seiten des Weges lagen -viele Farmdörfer. Es war hier interessant zu sehen, welche plötzliche -Umwandlung der Vegetation in diesen Steppen ein Regen zur Folge -hat. Etwa eine Woche vor meiner Ankunft in Togo war nämlich in dem -Misahöhe-Distrikte und einem Teile des Lome-Bezirks ein Gewitterregen -gefallen, welcher sich aber nicht südlicher als etwa eine Stunde vor -Akeppe hinzog. Während das ganze Gebiet südlich dieser Küstenzone -vollständig dürr aussah, war in dem gesamten Gebiete nördlich davon -der prächtigste Graswuchs zu finden, aus dem sich häufig die bis 5 Fuß -hohen Stengel der Eulophia (Lissochilus) cristata mit ihren prächtigen -Blüten hervorhoben. Die Sträucher und Bäume waren zum großen Teile in -Blütenflor, die ganze Landschaft bot einen überaus frischen und für das -Auge eines Botanikers äußerst fesselnden Anblick dar. Dieses Gebiet vor -Akeppe wird von den Einwohnern dieser Gegenden recht eifrig bearbeitet. -Es ist sehr interessant zu sehen, mit welchem Eifer die Leute daselbst -ihre Palmenplantagen anlegen und ihre Maniokfelder bestellen. Ich will -übrigens hier gleich erwähnen, daß ich nur äußerst selten in Westafrika -Ölpalmenplantagen gesehen habe, bei weitem der größte Teil des in den -Handel kommenden Palmenöles und der Palmenkerne wird, entgegen einer -offenbar verbreiteten Ansicht, daß die Ölpalme nur noch kultiviert -oder verwildert in Afrika vorkomme, von vollständig wilden Exemplaren -gewonnen. An einigen wenigen Stellen vor Akeppe sah ich schon -Baumwolle angebaut, aber noch recht spärlich und ohne viel Verständnis -angepflanzt. In Akeppe zogen wir gegen 4 Uhr nachmittags ein. - -In der Nacht wurde ich durch einen großen Lärm aufgeweckt, welchen -meine Leute machten. Als ich mich nach der Ursache desselben -erkundigte, hörte ich, daß sie von Ameisen überfallen seien; nun -gewahrte ich auch zu meinem Schrecken, daß auch in meinem Hause auf dem -Boden Ameisen in großer Zahl umherliefen; daß die Tiere mich noch nicht -angegriffen hatten, war dem etwa 1½ Fuß über dem Erdboden erhabenen -Feldbett zu verdanken. Um sie zu verscheuchen, ließ ich nun, nachdem -ich das ganze Haus tüchtig hatte auskehren lassen, zwei große Feuer -anmachen, die dann auch den gewünschten Erfolg brachten. - -Schon früh am Morgen des 9. März ließ ich wieder aufbrechen. Etwa -nach einer halben Stunde Marsch, teils durch Gebüsch, teils durch -Steppengebiet, gelangten wir nach Noeppe. Die Steppen sind von hier ab -mehr oder minder dicht mit Bäumen bewachsen und erhielten dadurch einen -Anblick, welcher mich sehr an ähnliche Baumsteppen in Transvaal und -besonders Mozambique erinnerte, ein Eindruck, der noch dadurch erhöht -wurde, daß die Vegetation sich zum großen Teile aus verwandten Pflanzen -zusammensetzte. In Noeppe ließ ich eine kurze Rast machen, um zu -versuchen, einen andern Träger zu erwerben als Ersatz für einen Mann, -welcher mir in der Nacht entflohen war. Leider sah ich aber bald ein, -daß ich in diesem Dorfe nicht die geringste Aussicht auf Erfolg haben -würde, und zog daher bald wieder ab. Von Noeppe an hatten wir eine -riesige Baumsteppe vor uns, welche nur an den jetzt noch trockenen, -in der Regenzeit aber ziemliche Dimensionen annehmenden Wasserläufen -von dichten Gebüschen oder schmalen Waldstreifen durchzogen war. Da -viele der Kräuter und Bäume zur Zeit in Blüte standen, war mir diese -Steppe sehr interessant. Die großen weißen Blüten eines Cycnium -waren sehr häufig zu sehen. Hier und da erhob sich einer jener -wunderschönen Stengel der Eulophia cristata aus dem Grase, nicht selten -in Gemeinschaft mit den grüngelben tütenförmigen Inflorescenzen einer -Amorphophallusart. Unter den Bäumen traten besonders Terminalia-Arten -und eine Bignoniacee mit zierlichen Trauben rosenroter Blüten hervor. -Weiterhin gesellte sich zu diesen noch der Butterbaum, der schließlich -immer häufiger werden sollte, je mehr wir in das Land hineinkamen. -Inmitten dieser Steppen traf ich ganz unerwartet mit einer größeren -Trägerkolonne zusammen, an deren Lasten ich sofort erkennen konnte, -daß ein Europäer in der Nähe sein müsse, und richtig, bald darauf -traf ich mit dem Regierungsarzt Herrn Dr. +Wendland+ zusammen. -Von ihm konnte ich einige Erkundigungen über den Zustand der Wege und -die augenblicklichen Zustände am Agu- und Agome-Gebirge einziehen, -von denen er eben zurückkehrte. Zu meiner Freude hörte ich auch, daß -die Wege immer besser werden sollten, je weiter man sich von Lome -entferne. Gegen 11 Uhr erreichten wir Badja, ein Dorf von ziemlicher -Ausdehnung, wo ich meinen Leuten Zeit zum Mittagessen geben wollte. -Unter schönen Ficusbäumen lagerten wir uns. Auch hier in Badja hatte -ich keinen Erfolg im Anwerben von Trägern. Hätte ich allerdings damals -die Zustände in Togo so gekannt wie später, als ich wieder durch Badja -zog, dann wäre ich wohl sicher in meinen Bemühungen erfolgreicher -gewesen. Hier gab es auch etwas Guinea-Korn als Futter für mein Pferd -zu kaufen, das sich schneller daran zu gewöhnen schien, als an den -Mais. Nach etwa dreistündiger Rast brachen wir wieder auf. Die mächtige -Baumsteppe setzte sich hinter Badja weiter fort, die Vegetation blieb -dieselbe wie zuvor, hier und dort gesellten sich zur Eulophia cristata -noch andere auffallende Orchidaceen derselben Gattung, wie z. B. -die wundervolle Eulophia dilecta und die kleine Eulophia flava. Die -Gräser bestanden meist aus niedrigen Arten, die fast alle ein gutes -Viehfutter abgeben würden. Es stimmte mich oft traurig, wenn ich -sah, daß in diesen Gegenden kein Großvieh gehalten werden kann, da -die Tsetsefliege die Bestände in kurzer Zeit vernichten würde. Es -kam mir damals unwillkürlich der Gedanke, daß es doch von riesigem -Nutzen für die Kolonie sein müßte, wenn ein tüchtiger und erfahrener -Tierarzt zum Zwecke des Studiums der durch die Tsetse hervorgerufenen -Krankheit und der Verbreitung dieses Übels nach Togo entsendet werden -würde, damit uns nun endlich einmal Näheres über diese für die fernere -Entwickelung des Landes äußerst wichtigen Punkte bekannt würde. Welch -ein kolossaler Vorteil läge zum Beispiel schon allein darin, wenn -wir einmal im stande wären, von Lome bis zum Agu- und Agome-Gebirge -statt durch teure und unzuverlässige Träger die Lasten in Ochsenwagen -oder Maultierwagen zu befördern. Das Land ist mit Ausnahme einiger -Wellungen vollständig eben und würde sich zur Anlage einer Fahrstraße -vorzüglich eignen, zudem wäre Futter für die Zugtiere in reichem Maße -in den Steppen vorhanden. Wenn wir dereinst die genaue Verbreitung der -Tsetsefliege von Togo kennen werden, die sicher in vielen Gegenden des -Schutzgebietes eine äußerst lokale ist, dann werden wir wahrscheinlich -Zugtiere, wie Ochsen, Pferde und Maultiere, in Togo mit großem Erfolge -verwenden können und vielleicht auch einmal so weit kommen, daß das -Land den ganzen Bedarf selbst decken kann. Während meiner Reise nach -dem Agu-Gebirge, von Lome aus, habe ich gerade mit großem Interesse -die Möglichkeit der Anlage einer Fahrstraße verfolgt und habe an -keiner Stelle bedeutende Schwierigkeiten gefunden. Es werden einige -Wasserläufe zu überbrücken sein und einige Sümpfe trocken gelegt oder -umgangen werden müssen, doch das wären nur sehr geringe Arbeiten -im Verhältnis zu dem Nutzen, den eine solche Straße für den Handel -der Kolonie bringen würde. Im Bezirke Misahöhe sind jetzt schon mit -Ausnahme kleiner Strecken die Wege südlich des Agome-Gebirges in -so vorzüglichem Zustande, daß man sie auf weite Strecken mit Wagen -befahren könnte. An einigen wenigen Stellen befanden sich wieder -kleine Wäldchen in den Steppen hinter Badja, in denen dann größere -Bäume auftraten, während sonst außer den Affenbrotbäumen, die in Togo -nicht weit ins Innere vordringen, die Steppenbäume selten über 10 m -hoch waren. Für das Nachtquartier hatte ich den Ort Kewe ausersehen, -bei dem auch wieder ein Logierhaus für Europäer vorhanden sein sollte. -Als wir uns gegen 5 Uhr am Nachmittage Kewe näherten, wich die Steppe -allmählich einer dichteren Buschvegetation, deren Vorhandensein -wahrscheinlich auf ehemalige Kultivierung des Geländes zurückzuführen -ist. Die Eingeborenen waren zur Zeit gerade damit beschäftigt, neue -Farmen für die kommende Regenperiode anzulegen und die vorhandenen -Ölpalmenanpflanzungen zu säubern. Kewe selbst ist nur ein kleineres -Dorf, das auch wohl von geringerer Bedeutung ist als das in der -Nähe liegende Assaun, in dem sich besonders die Schmiede und Töpfer -niedergelassen haben. Wir hatten kaum unsere Lasten in dem geräumigen -Rasthause untergebracht, als ein starker Gewitterregen losbrach, der -für den Rest des Abends sich ohne Unterbrechung fortsetzte und in einen -allgemeinen Landregen auszuarten schien. Als der Regen dann gegen -Mitternacht aufhörte, war bald der feuchte Boden um das Haus herum -von Hunderten von Ameisen bedeckt, so daß ich schließlich gezwungen -war, mein Pferd, welches an einem der nahestehenden Bäume angebunden -war, in einem in der Nähe aufgebauten Stalle unterzubringen, in dem es -wenigstens von dieser Plage befreit war. - -Wie es häufig nach derartigen Gewitterregen der Fall zu sein pflegt, -hatten wir am nächsten Tage einen wundervoll kühlen und hellen Morgen, -den ich dadurch auszunutzen versuchte, daß ich bereits um 5 Uhr das -Signal zum Einpacken ertönen ließ. Da wir das Zelt nicht einzupacken -hatten, erfolgte schon kurze Zeit nach diesem Signal gewöhnlich das -zweite, welches für die Leute das Zeichen zum Aufbruch war. Sobald -wir uns etwas von Kewe entfernt hatten, traten wir wieder in die uns -nun so wohl bekannte Baumsteppenformation ein. Infolge des Regens vom -vorherigen Abend waren die Wege stark aufgeweicht und, da sie über -lehmiges Terrain führten, nicht selten so schlüpfrig, daß die Leute -mit ihren Lasten nur langsam vorwärts kommen konnten und ich auf dem -Pferde auch gehörig aufpassen mußte, damit das Tier nicht ausglitt. -Etwa eine Stunde nach unserem Abmarsch aus Kewe passierten wir das -Dorf Assaun, dessen Umgebung auch wieder mit dichtem Gebüsch bedeckt -war, in dem ich übrigens wiederholt Strophanthus beobachtete. Schier -endlos setzte sich hinter Assaun nun die Baumsteppe fort. Dieselbe bot, -da sie sich immer noch aus denselben Gewächsen zusammensetzte, wenig -Interessantes für mich dar. Der Butterbaum war hier schon bedeutend -häufiger geworden und trat an einigen Stellen bereits charakterbildend -auf. In einem schmalen Waldgürtel, welcher sich am Rande einer Kette -von Wasserlöchern gebildet hatte, sah ich die ersten Exemplare einer -Kautschuk liefernden Liane. Die wenigen Exemplare waren leider nicht -in Blüte, so daß ich nicht feststellen konnte, welche Art ich vor mir -hatte. Auch Bossassanga-Pflanzen (Costus) gab es an solchen Lokalitäten -in Fülle. Um 11 Uhr kamen wir in dem Dorfe Tove an. Da mir daran lag, -noch am Abend bis Gbin zu kommen, gab ich den Trägern nur eine Stunde -Zeit zum Kochen ihrer Mahlzeiten. Als ich dann aber die Signalpfeife -zum Einpacken ertönen ließ, weigerten sich die Leute, offenbar von den -Einwohnern des Dorfes dazu aufgestachelt, weiter zu marschieren, da der -Weg bis Gbin zu weit sei; einige erschienen sogar nicht einmal. Da ich -schon früher auf meinen Reisen erfahren hatte, daß ein Nachgeben hier -nur Bummelei bei den Leuten zur Folge haben würde, mußte ich hier ein -Exempel statuieren. Ich gab den Leuten daher tüchtig meine Meinung zu -hören, worauf sie sofort ihre Lasten ergriffen und abmarschierten. Als -diejenigen, welche nicht erschienen waren, von ihren Verstecken aus -sahen, daß sie mit mir sich derartige Späße nicht erlauben dürften, -kamen auch sie sofort herbeigelaufen und nahmen ihre Lasten auf, um -auch damit aufzubrechen. Sobald ich darauf zu Pferde die Karawane -wieder eingeholt hatte, ließ ich in der Steppe die Leute anhalten und -befahl denjenigen, welche auf mein Signal nicht erschienen waren, -vorzutreten. Nachdem ich deren Namen aufgeschrieben hatte, kündigte ich -ihnen an, daß ich diese Unverschämtheit durch Abzug eines Tagelohnes -von dem Trägerlohne eines jeden bestrafen werde. Diese Maßregel -wirkte besser als ich selbst gehofft hatte, denn während des uns nun -bevorstehenden Marsches zeigten die Leute mehr Eifer denn je zuvor. Bis -gegen Abend hatten wir wieder durch Baumsteppen zu ziehen, die nichts -Neues darboten. Vor uns sahen wir bereits deutlich das Agu-Gebirge -liegen, als wir gegen 6 Uhr in Gbin einmarschierten. Zu meiner Freude -fand ich hier ein sehr reinlich gehaltenes Rasthaus aufgebaut. Die -Nacht, welche diesem Tage folgte, war herrlich. Der Mond stand in -seiner ganzen Pracht am Firmamente und ergoß sein wundervolles Licht -über das stille Dorf. Lange noch blieb ich vor dem Rasthause sitzen, -nachdem ich meine laufenden Arbeiten, wie Tagebuch schreiben und -Pflanzen einlegen, erledigt hatte, um nach dem sehr heißen Tage in der -Steppe diese prachtvolle kühle Nacht zu genießen. - -Der kurze Marsch, den wir am nächsten Tage noch bis zur +Sholto -Douglas+schen Plantage am Agu-Gebirge zurückzulegen hatten, führte -uns erst auch durch ebenes Steppengebiet, das aber bald einem dichten -Waldstreifen weichen mußte. Die nun häufigen Hügel waren zum Teile -sehr felsig, so daß ich wiederholt das Pferd führen lassen mußte. -Da, wo die Flora wieder ihren Steppencharakter annahm, zeigten sich -nicht selten Pflanzenformen, welche ich vorher auf der Reise noch -nicht beobachtet hatte. Nachdem wir über verschiedene Hügelrücken -gestiegen waren, stiegen wir in die Ebene direkt am Fuße des Gebirges -hinab, in der wir bald das Dorf Atigbe erreichten. Hier ließ ich -mir einen Führer vom Häuptling des Dorfes geben, der mich nach der -+Douglas+schen Plantage bringen sollte. In Atigbe sah ich die -ersten Exemplare vom Ficus Vogelii in Togo. Anzapfungen, welche ich an -Ort und Stelle vornahm, zeigten, daß dieser Baum auch hier dieselbe -nicht unbrauchbare Masse gab wie im Yoruba-Lande. Von Atigbe weiter -marschierend, kamen wir bald zu dem Dorfe Tafie, in dem ich auch wieder -eine Anzahl von Exemplaren des Ficus Vogelii fand. Wie im Yoruba-Lande, -werden diese Bäume hier in Togo von den Eingeborenen allenthalben auf -den freien Plätzen der Dörfer angepflanzt, und unter ihnen versammeln -sich auch hier bei Beratungen und sonstigen Gelegenheiten die Männer -der Dörfer. Nur eine kleine Strecke hatten wir noch hinter Tafie -durch ein an Ölpalmen reiches Gebiet zu marschieren, bis wir die -Häuser der +Douglas+schen Pflanzung dicht vor uns sahen. Die -beiden Herren, welche damals auf der Plantage angestellt waren, Herr -+Thienemann+, der Leiter, und Herr +Rohmer+ waren über mein -Eintreffen gewissermaßen erstaunt, da sie sich ausgerechnet hatten, daß -ich unter günstigen Umständen erst am 12. März bei ihnen eintreffen -könnte. Da ich eigentlich meine Träger nur bis zur Tafie-Plantage -engagiert hatte, forderte ich dieselben auf, mich noch bis Misahöhe zu -begleiten, da hier schwer neue Träger zu bekommen waren. Mit Ausnahme -von dreien, welche ich als Fußkranke nicht gebrauchen konnte, waren -alle bereit dazu. Ich ließ nun den Häuptling von Tafie rufen und -forderte ihn auf, mir für die drei zurückbleibenden Leute am nächsten -Tage drei neue Träger bis Misahöhe zu stellen. Gegen ein kleines -Geschenk war der Mann bereit, dieses zu thun, und somit war die -Trägerfrage fürs Erste erledigt. - -Auf der Besitzung des Herrn +Douglas+, deren Bearbeitung erst seit -kurzem in Angriff genommen war, hatte man bisher nur einige Saatbeete -angelegt, in denen die von Kamerun bezogene Kakaosaat eben aufzugehen -begann, und ein größeres Stück Landes, welches für Baumwoll- und -Tabakkultur in Aussicht genommen war, urbar gemacht. Es war also sonst -wenig für mich zu sehen. Die Kautschukpflanzen und Bambusasämlinge, -welche ich vom Versuchsgarten bei Lome mitgebracht hatte, waren in -vorzüglichem Zustande angekommen. Herr +Thienemann+, welcher mich -von hier an auf meiner Reise nach Boëm begleiten sollte, traf nun mit -mir die Vorbereitungen zur Abreise, die ich am nächsten Tage vornehmen -wollte. Herr +Rohmer+ sollte während der Zeit unserer Abwesenheit -allein auf der Plantage verbleiben. - -Trotz meiner wiederholten Betonung dem Häuptling von Tafie gegenüber -kamen die versprochenen Leute natürlich nicht um 6 Uhr, sondern -erschienen erst nach 8 Uhr am nächsten Tage, so daß sich unsere -Abreise etwas verzögerte. Zurückgehend über Tafie, marschierten wir -nun durch Abegame nach Abesia durch ein Gebiet, das an Ölpalmen sehr -reich war. Die Steppenvegetation war hier wohl infolge ehemaliger und -noch vorhandener Kulturen für größere Strecken verschwunden, um einer -dichten Buschvegetation Platz zu machen. Von Abesia gelangten wir -zunächst nach Tove, wo wir wieder in die Steppe eintraten. Nach kurzem -Aufenthalt in Tove ging es nach Agome-Palime, dem Haupthandelscentrum -für die Agome-Region, einem Dorfe von ziemlicher Ausdehnung. Bei den -hier anwesenden Vertretern deutscher Kaufmannshäuser, den Herren +v. -Bruch+ und +Meyer+, machten wir nun eine längere Ruhepause, -während der unsere Leute sich mit Proviant versehen sollten, den sie -hier, da gerade Markt abgehalten wurde, reichlich kaufen konnten. -Es ist hier in Togo wie auch in den benachbarten Ländern allgemein -Sitte, daß die Träger der Europäer sich selbst zu beköstigen haben. -Die Leute bekommen zu diesem Zwecke täglich 25 Pfennige (oder 3 d) als -Subsistenzgelder. Ganz besonders dem reisenden Europäer wird dadurch -die z. B. in Kamerun oft recht lästige Verpflegungsfrage der Leute -bedeutend erleichtert und ihm viel Ärger erspart. Hier in Togo ist eine -derartige Regelung der Verpflegungsfrage schon dadurch vereinfacht, daß -das ganze Land ziemlich dicht bevölkert ist, was in Kamerun durchaus -nicht der Fall ist, wo außerdem noch infolge der dichten Urwälder die -verschiedenen Völkerstämme unter sich sehr wenig miteinander verkehren, -sondern sich sogar recht häufig feindlich gegenüber stehen. Am -Nachmittage brachen wir wieder von Palime auf. Da meine Leute eine gute -halbe Stunde vor uns abmarschiert waren, ritt ich im Galopp hinterher, -ohne sie noch vor der Station Misahöhe erreichen zu können. Der Weg -von Palime nach dem Agome-Gebirge, auf dessen halber Höhe die Station -liegt, war in wundervollem Zustande. Schon von weitem konnte man die -Station mit ihren aus Steinen erbauten massiven Gebäuden erkennen, -alles zeugte hier von großer Ordnung. Als ich zur Station einritt, kam -mir Herr Dr. +Gruner+, der bereits von meiner Ankunft durch die -vorhermarschierten Träger unterrichtet war, entgegen und empfing mich -in der ihm eigenen liebenswürdigsten Weise. Herr +Thienemann+ -erschien auch kurz darauf in seiner Hängematte. - -Da ich mich nun hier in Misahöhe mit neuen Trägern zu versehen hatte, -machte ich von der gütigen Einladung des Herrn Dr. +Gruner+, -einige Tage bei ihm zu verweilen, sehr gern Gebrauch, wußte ich doch -auch, daß ich von ihm, dem besten Kenner unseres Schutzgebietes Togo, -sehr viele interessante Aufklärungen erhalten würde, die für die Reise -nach Boëm für mich von großem Werte sein mußten. - -Da Dr. +Gruner+ schon längst die Absicht gehabt hatte, in -Quamikrum eine Station zu bauen, hatte er bereits zu dem Zwecke eine -Anzahl Soldaten ausgesucht, die mich zugleich auf der Reise nach Boëm -begleiten sollten. Mit Hülfe des Herrn Dr. +Gruner+ erhielten wir -hier bald neue Träger. Die Leute, welche ich von Lome und Tafie hatte, -lohnte ich nun ab und ließ sie nach ihren Dörfern zurückkehren. Herr -+Thienemann+ behielt von seinen Trägern nur sechs Leute zurück, -welche er als erprobte Hängemattenträger kannte. - -Trotz seiner noch nicht überwundenen Krankheit ließ es sich Dr. -+Gruner+, der erst seit einem Tage sich wieder von einem -schweren Schwarzwasserfieber einigermaßen erholt hatte, doch nicht -nehmen, alle Schwierigkeiten, welche die Expedition haben könnte, zu -beseitigen, so daß ich ihm wirklich nie genug Dank wissen kann für -die Unterstützung, die ich bei ihm gefunden. Diese Tage, welche ich -noch im Laufe der nächsten Wochen in seiner Gesellschaft zu verbringen -den Vorzug hatte, werden stets zu den angenehmsten und lehrreichsten -meines Lebens zählen. Ich bedauerte nur, daß Dr. +Gruner+ infolge -seiner Krankheit verhindert war, mit mir zusammen, wie er ursprünglich -beabsichtigt hatte, die Reise nach Boëm zu machen. - -In den Versuchsgärten, welche Dr. +Gruner+ bei der Station -hatte anlegen lassen, wurden auch einige Kautschukpflanzen gezogen. -Manihot Glaziovii, Hevea brasiliensis und einige Ficusarten waren -vorhanden und schienen gut zu gedeihen. Die Exemplare waren noch zu -jung, um an sich experimentieren zu lassen. Unterhalb der Station am -Fuße des Gebirges hatte Dr. +Plehn+, welcher auch früher einmal -Leiter dieser Station war, eine Kola-Anpflanzung begonnen, die aber -wahrscheinlich infolge der zu feuchten Bodenverhältnisse nur sehr -langsam heranzuwachsen schien. - -Zusammen mit Herrn +Thienemann+ unternahm ich am Morgen des 13. -März eine Besteigung des François-Passes, wo Geheimrat +Wohltmann+ -Kickxia-Exemplare gesehen zu haben glaubte. Es gelang mir nun auch -thatsächlich, hier in den Bergwäldern Kickxia ausfindig zu machen, -aber welche Enttäuschung -- es war die falsche. Dessenungeachtet gab -ich die Hoffnung damals natürlich noch nicht auf, noch erfolgreich -zu sein, hatte ich doch im Bakossi-Gebiete die falsche und die echte -Kickxia nebeneinander gesehen. Die auf dem Erdboden umherliegenden -Fruchthülsen ließen mich keinen Augenblick mehr im Zweifel, daß wir -es hier mit Kickxia africana zu thun haben. Da ich diese Früchte nie -vorher gesehen und nun wirklich zu urteilen im stande war, freute -ich mich, daß auch meine letzten Bedenken geschwunden waren, daß die -Arten wirklich voneinander verschieden seien. Einige junge, dünne -Landolphien fand ich damals auch in den Wäldern; dieselben waren aber -noch zu schwach, um an ihrem Milchsafte feststellen zu können, ob sie -Kautschuk liefernden Arten angehörten oder nicht. Als wir die Höhe des -Passes erreicht hatten, wendeten wir uns dem Gipfel des Hausberges zu, -nach welchem auch ein guter Weg hinaufgelegt ist. Oben hatte man ein -Häuschen errichtet, in dem Europäer, die als Rekonvaleszenten hier -hinaufkommen wollten, es sich gemütlich einrichten können. Von dieser -Bergspitze aus genossen wir eine prachtvolle Aussicht über das Land -südlich des Agome-Gebirges sowohl als auch über die nördlich davon -gelegenen Gebiete. - -Von dieser Exkursion zurückgekehrt, trafen wir am Nachmittage noch -einige Vorbereitungen für unseren am nächsten Morgen bevorstehenden -Aufbruch. Die meisten Lasten waren schon vorher fertig gepackt worden, -so daß auch das bald erledigt war, zumal sowohl meine Leute als auch -diejenigen, welche Herr +Thienemann+ mitgenommen, erprobte und -alte Europäer-Begleiter waren, denen wir viele Sachen zur Besorgung -anvertrauen konnten. Den Abend verlebten wir noch in Dr. +Gruners+ -angenehmer Gesellschaft. - -Am Morgen des 13. März war alles zum Aufbruch fertig. Herr -+Franke+, der Stationsassistent des Herrn Dr. +Gruner+, -hatte die Liebenswürdigkeit, mir viele kleine mit dem Aufbruche -solcher Expeditionen zusammenhängende Arbeiten abzunehmen, so daß wir -schon früh die Träger, deren wir 25 hatten, unter Begleitung eines -von Herrn +Thienemann+ mitgenommenen zuverlässigen Aufsehers, -vorausschicken konnten. Mit unseren Jungen und den Soldaten, welche von -einem äußerst intelligenten Togo-Mann, dem Stations-Hülfsassistenten -+Amusso Bruce+, geführt wurden, folgten wir der Träger-Karawane -etwa eine Stunde später nach. Auf dem François-Passe ging es über das -Agome-Gebirge hinunter nach dem kleinen Dörfchen Agome-Tongbe, dicht -vor dem wir auf einer breiten Holzbrücke den Tii-Bach überschritten. -Ohne uns in Tongbe aufzuhalten, setzten wir den Marsch fort. Zunächst -gelangten wir in ein mehr oder minder kultiviertes Gebiet, in dem -Maniok, Baumwolle und Cajanus indicus gepflanzt waren. Allmählich wurde -jedoch das Terrain bergiger und der Weg schmaler, wir stiegen in die -Kame-Schlucht hinab. Vorher hatten wir noch Gelegenheit zu sehen, daß -auch hier in Togo die Heuschreckenplage nicht unbedeutende Dimensionen -anzunehmen vermag; gegenüber dem Dorfe Agome-Tongbe hatten wir einen -riesigen Heuschreckenschwarm zu durchziehen, der die Felder des Dorfes -arg bedrängte. Durch Rauch und Lärm suchten die Eingeborenen die Tiere -zu verscheuchen. In der romantischen Kame-Schlucht durchzogen wir -noch einmal den Bach und stiegen dann wieder empor, dem Dorfe Kame -zu. In den dichten Wäldern, welche das Thal bedeckten, war Kickxia -africana in Unmengen vorhanden, von der Kautschuk liefernden Kickxia -elastica aber auch hier nichts zu sehen. Auch in Kame wurde nicht erst -angehalten, war doch das nun gar nicht mehr weite Dörfchen Liati die -Heimat meiner Träger und Trägerinnen, wo dieselben doch sicher noch -einmal von ihren Verwandten und Bekannten Abschied nehmen wollten. -Hinter Kame hörte der Wald wieder auf. Das hügelige Terrain war mit -Gras und Sträuchern bewachsen, und an geeigneten Stellen waren größere -Flächen von den Eingeborenen urbar gemacht und mit Baumwolle, Maniok -und Cajanus bepflanzt. Bohnen und Bataten sah man nur sehr selten. In -Liati ließ ich die Leute zusammentreten und sonderte die schwächsten -derselben aus, denn es waren mehr Träger erschienen, als wir nötig -hatten. Dann bezahlte ich den Leuten ihre tägliche Subsistenz von -25 Pf., damit sie sich noch möglichst viele Lebensmittel mitnehmen -könnten, und machte die Gesellschaft darauf aufmerksam, daß sie -sämmtlich sich an unserem Lagerplatze einzufinden hätten, sobald meine -Signalpfeife dreimal langgezogen ertöne. (Ich hatte für den Koch und -den Leibjungen ähnliche, aber kurze Signale.) Wir verblieben hier -in Liati ungefähr eine Stunde. Schon vorher hatten die meisten der -Trägerinnen sich eingefunden, als das Signal aber ertönte, wurde es -merkwürdig lebendig in dem Dorfe. Von allen Seiten strömten Träger und -Trägerinnen herbei, begleitet von ihren Angehörigen, die ihnen noch -allerlei Lebensmittel heranschleppten. Es war äußerst interessant, -diese einfachen, zufriedenen Leutchen in ihrer familiären Harmlosigkeit -zu beobachten. Da zwei der Leute fehlten, mußte ich den Häuptling -auffordern, sofort zwei andere zu stellen. Als auch das erledigt war, -setzte sich unser Zug in Bewegung. Auf der ganzen Reise behielt ich nun -dieselbe Marschordnung bei. Erst hatten die Träger und Trägerinnen vor -uns zu marschieren, nicht selten geführt von Herrn +Thienemann+, -dahinter kam ich selbst mit ein oder zwei Jungen, welche etwaige -notwendige Gegenstände zu tragen hatten. +Amusso Bruce+ -marschierte gewöhnlich neben meinem Pferde her, denn ich unterhielt -mich gern mit ihm, da er mir viel von den Expeditionen +Kundt+ -und +Tappenbeck+, bei welchem Ersteren er Diener gewesen war, zu -erzählen wußte, auch selbst vorzüglich die verschiedensten Verhältnisse -Togos kannte und ein recht gesundes Urteil über dieselben zu fällen -wußte. Er sprach deutsch vollständig fließend. Hinter meinem Pferde kam -die Hängematte +Amussos+ und hinter dieser die zwölf Soldaten, -geführt von ihrem Unteroffizier. Dicht hintereinander hatten wir die -Dörfer Sagba, Pekehi und Dafong zu passieren. Dieselben bestanden -zumeist aus wenigen Hütten und lagen inmitten der Buschsteppe. Hinter -Dafong wurde das Land stellenweise offener, doch im ganzen begleitete -uns der Busch bis nach Fodome, wo ich Nachtquartier zu machen -beschlossen hatte. Unter der Hitze hatten wir alle an jenem Nachmittage -furchtbar zu leiden. Ein typischer Harmattan hatte sich über die Steppe -ausgebreitet und infolgedessen eine Hitze hervorgerufen, die fast -unerträglich wurde. Mit Freuden begrüßte die Karawane daher gegen 4 -Uhr unser Eintreffen in Fodome. Unter einem schattigen Ficusbaum ließ -ich sofort hier mein Zelt aufstellen und erlaubte den Leuten, sich -Nachtquartiere zu suchen. Da das Zelt zu klein war, hatten wir beide -Europäer es so arrangiert, daß ich nach dem Abendessen, das vor meinem -Zelte eingenommen wurde, in demselben zur Ruhe ging, während Herr -+Thienemann+ eines der Häuser im Dorfe für die Nacht mietete. - -Auf dem Marsche von Dafong nach Fodome hatte ich am Nachmittage eine -überschenkeldicke Kautschuk liefernde Liane gesehen, von der +Amusso+ -mir erzählte, daß von ihr der sogenannte Kpando-Silkrubber gewonnen -werde. Ich werde später noch Gelegenheit haben, auf diese Pflanzen -zurückzukommen, und erwähne daher ihr Vorkommen hier nur des Standortes -wegen, weil dieser der südwestlichste mir bekannt gewordene ist. - -Wir waren kaum in Fodome eingezogen, als auch schon verschiedene Leute -kamen, um mich zu bitten, für sie Palaver zu schlichten. Da das nicht -meine Sache war und ich mich nicht in Angelegenheiten hineinmischen -wollte, welche mich nichts angingen, so ließ ich den Leuten sagen, daß -sie damit warten müßten, bis Dr. +Gruner+ käme, oder sie müßten -sich nach Misahöhe begeben, wo der „Doktor“ ihnen Recht sprechen würde. -Tief betrübt zog die Gesellschaft von dannen. Ein Weib, das durchaus -von ihrem Mann getrennt werden wollte, machte noch einen verzweifelten -Versuch, bei Herrn +Thienemann+ Recht zu bekommen, doch wies -auch dieser sie natürlich ab. Gegen Abend wurde hier ein Verstorbener -beerdigt. Mit ihren langen Steinschloßgewehren versehen, zog die Schar -der trauernden Männer und klagenden Weiber mit dem Leichnam in den -Busch, wo er beigesetzt werden sollte. Unter unaufhörlichem Abknallen -ihrer Gewehre und dem grauenhaften Klagen der Weiber wurde die Leiche -beerdigt. Während die trauernde Schar nun sich ruhig in ihre Häuser -verfügte, zog die Witwe des Verstorbenen unter ekelhaftem Gewimmer von -Haus zu Haus, um sich eine Beileidsgabe zu erbetteln. Alles, was sie -erhielt, wanderte in einen Sack hinein, den sie bei sich trug. - -Gegen 5½ Uhr gab ich am Morgen des 15. März das Signal zum Sammeln. -Schon nach einer weiteren Viertelstunde verließen wir Fodome, nachdem -ich noch von dem Häuptling ein kleines Geschenk von Hühnern und -Yams erhalten, wofür ich natürlich das übliche Gegengeschenk zu -machen hatte. Von Fodome nach Fodome-Oue gebrauchten wir kaum eine -Viertelstunde. Von Fodome-Oue aus zogen wir teils durch ausgedehnte, -spärlich mit Bäumen bedeckte Grassteppen, teils durch Buschwälder, -die sich durch Reichtum an Kickxia africana auszeichneten, nach dem -kleinen Dörfchen Atabu. Nach wenigen Minuten Rast ging es dann weiter -durch Steppengebiet, das außer einigen an einem Wasserloche wachsenden, -offenbar wirklich wilden Bambussen, nur für den Botaniker in Form -einiger seltener und unbekannter Pflanzen Interessantes darbot. Diese -im mittleren Togo offenbar ziemlich verbreitete Bambusart scheint sich -nicht besonders verwenden zu lassen, da das Rohr zu brüchig ist. Selbst -dünne Stöckchen, welche ich mir häufig als Reitgerte schneiden ließ, -brachen bei der geringsten Gelegenheit. Von Atabu nach Djakke und dann -nach Akokhoë führte der breite Weg auch durch Steppen, die aber nur -selten Bäume aufwiesen, sondern hauptsächlich etwa mannshohe Sträucher. -Da es hier auch gut geregnet hatte, zeigten sich viele Blumen im Grase, -doch fing infolge der letzten sehr heißen Tage und des Harmattans, -der bereits seit einigen Tagen regelmäßig am Nachmittag erschien, -die Vegetation bereits in bedenklicher Weise an, noch vollständig -unentwickelt dahinzuwelken. - -[Illustration: Rast der Expedition unter einem -Ficus-Vogelii-Kautschukbaum im Dorfe Lolobi.] - -In Akokhoë angekommen, ließ ich eine Rast von zwei Stunden machen. -Nachdem die Träger ihre Subsistenzgelder erhalten hatten, zerstreuten -sie sich im Dorfe, um einen Platz zu suchen, wo sie ihre Nahrungsmittel -kochen könnten. Der Häuptling des Dorfes erschien nun mit seinen -Geschenken, welche auch wieder aus Yam und Hühnern bestanden. Als -Gegengeschenk schien diesen Leuten Tabak große Freude zu bereiten. -+Amusso+, der mit diesem Häuptling noch verschiedene Streitfragen -und sonstige Geschäfte in Dr. +Gruners+ Auftrage zu erledigen -hatte, ließ ich hier mit neun Soldaten zurück, als wir gegen 11 Uhr -wieder abzogen, bis er seine Sachen erledigt habe. Durch ein heißes -Buschsteppen-Gebiet zogen wir in der Mittagshitze weiter. Meinen -Trägern lief der Schweiß vom Körper derartig herunter, wie ich es sonst -selten gesehen. Doch was half das alles, ich hatte mir vorgenommen, -die Nacht auf dem Beika-Berge zuzubringen, und so mußten wir noch -einen langen Marsch am Nachmittag machen. Gegen 1 Uhr trafen wir -im Dorfe Lolobi ein, das dicht am Dai-Flusse gelegen ist. Hier sah -ich zum ersten Male die in Boëm verbreiteten Häuser mit vollständig -flachem Dache. Diese Häuser sind am Tage furchtbar heiß, und fast ist -es unmöglich für einen Europäer, sich in denselben aufzuhalten, doch -sind sie äußerst reinlich gehalten. Der Fußboden ist gewöhnlich mit -Lehm glatt ausgeschmiert und nicht selten wie die Wände weiß getüncht. -Fast ein jedes Haus hat seinen eigenen Feuerplatz, der durch drei -kleine konische Säulchen erkenntlich ist, welche dazu dienen, die Töpfe -oder sonstige zum Kochen verwendeten Gefäße oberhalb des Feuers zu -halten; ebenso besitzt jedes Haus seine kleinen aus Lehm hergestellten -Hausgötzen, wie man sie auch sonst noch in größeren Darstellungen in -Togo in den verschiedensten Dörfern finden kann. Der Fetischglaube -spielt auch hier eine große Rolle. Außer den größeren Götzenhütten, -unter denen nicht selten drei bis fünf aus Lehm hergestellte plumpe -Nachahmungen des menschlichen Körpers in einer Reihe sitzend -dargestellt sind, habe ich recht häufig auf Feldern oder an Wegen -Miniatur-Nachahmungen dieser Götzen gesehen, die wohl die betreffenden -Lokalitäten beschirmen sollen. Es wäre sehr wünschenswert, daß man noch -möglichst viel Erkundigungen über die Einzelheiten dieser Fetisch- -und Götzen-Religion einsammele, ehe gerade die interessantesten und -eigenartigsten Gebräuche vor der vorschreitenden Kultur verschwinden, -und gerade hier in Togo, wo wir es mit einer viel intelligenteren -Bevölkerung zu thun haben als in Kamerun, werden diese Eigenarten -schneller aufgegeben werden als in den meisten anderen Ländern. - -In Lolobi machte ich unter verschiedenen wundervollen Exemplaren des -Ficus Vogelii Halt und erlaubte meinen Leuten, sich eine Zeit lang -auszuruhen, da wir den hohen Beika-Berg zu ersteigen hatten, der nun -dicht vor uns sich erhob. Auch hier bekam ich wieder von dem Häuptling -Geschenke an Yams. - -Gegen 2 Uhr nahmen wir wieder unsern Marsch auf. Der Beika-Berg, -welcher sich vor uns erhob, war dicht bewaldet; anfangs, d. h. -soweit der Weg von den Einwohnern von Lolobi zu besorgen war, war er -in ziemlich schlechtem Zustande, er wurde aber zusehends besser, als -wir in das Gebiet von Beika eintraten. Landolphien gab es in diesen -Wäldern zerstreut, Kickxia africana war in Mengen vorhanden und bildete -einen nicht unerheblichen Prozentsatz der Urwaldbäume. Nach fast -dreistündigem, für die Träger sehr ermüdendem Klettern langten wir -gegen 5 Uhr auf der Spitze des Berges in dem Dorfe Beika an. Ich hatte -auch den größten Teil des Marsches zu Fuß zurücklegen müssen, da der -Weg zum Reiten zu steil war. - -Das Dorf Beika ist vollständig auf Felsen erbaut. Unter einem großen -Feigenbaume ließ ich zwar zuerst die Leute lagern, sah aber bald -ein, daß es unmöglich war, das Zelt irgendwo aufzustellen, und ließ -daher für mich ein reinliches Haus suchen, in dem dann die Lasten -untergebracht wurden. Da infolge der Hitze, die in den Häusern noch -herrschte, keiner von uns Europäern Lust hatte, länger als dringend -notwendig in denselben sich aufzuhalten, ließ ich Tische und Stühle -unter dem Feigenbaum aufstellen, wo wir auch beschlossen, zu Abend -zu essen. Der Häuptling mit einem großen Trosse kam bald, um mir -die obligaten Geschenke, bestehend aus Yams, Bergreis und Hühnern, -zu überbringen, von denen wie gewöhnlich der Yams unter meine Leute -verteilt wurde, der Bergreis ein gut verwendbares Futter für mein -Pferdchen bildete, die Hühner aber in unsere Küche wanderten. Kurze -Zeit darauf erschien der Häuptling wieder und beklagte sich darüber, -daß meine Leute durchaus zum Wasser gehen wollten, obgleich er ihnen -verboten hatte, es zu thun. Mir lag der Grund zu diesem Verbot -allerdings klar vor den Augen, denn zu dieser Zeit badeten sich ja -gewöhnlich die Holden des Dorfes. Meine Leute konnten schließlich -auch nicht ohne Wasser bleiben, deshalb befahl ich dem Häuptling, für -mein sämmtliches Personal Wasser heranschaffen zu lassen, und verbot -meinen Leuten dann, selbst zum Wasser herunterzugehen. Damit waren -beide Parteien schließlich befriedigt. Aus Dankbarkeit schickte mir -der Häuptling sogar noch eine ganze Anzahl Yamsknollen, welche ich nun -wieder verteilte. Einige der Träger mußte ich hier übrigens bestrafen, -da dieselben so unverschämt waren, einigen Trägerweibern die leichteren -Lasten abzunehmen und ihnen statt dessen schwere aufzupacken. Diese -Übelthäter hatten mehrere Tage hindurch die schwersten Lasten zu -tragen. Noch vor Eintritt der Dunkelheit kam +Amusso+ mit den -Soldaten in Beika an. - -Da wir am 16. März wieder einen Berg zu erklimmen haben sollten, ließ -ich schon um 5 Uhr antreten. Es war interessant, des Morgens diese -Scene zu beobachten. Gewöhnlich ließ ich mir gegen 4 Uhr morgens durch -den Koch schon den Kaffee bringen und setzte mich dann noch bis 5 Uhr -zu schriftlichen Arbeiten oder einer Zigarre nieder. Nachdem mein -Junge unterdessen meine Sachen etwas zusammengeräumt hatte, ließ ich -in dem noch vollständig stillen Dorfe die Signalpfeife ertönen. Sofort -entwickelte sich nun ein reges Leben. Von allen Seiten strömten die -Leute herbei, um ihre Lasten fertig zu packen, oder die Einwohner des -Dorfes in großer Anzahl, um beim Aufbruche zuzugaffen. Sah ich, daß -alles fertig war, wobei der Headman zur nötigen Eile anzutreiben hatte, -dann ertönte das zweite Signal, und in der bereits oben beschriebenen -Ordnung setzte sich der Zug in Bewegung. Dasselbe Schauspiel -wiederholte sich fast allmorgentlich. - -Von Beika stiegen wir nun auf einem für die beladenen Träger nicht -gerade gefahrlosen Wege wieder in ein tiefes Thal hinab. Der Grund des -Thales schien aus sehr fruchtbarem Boden zu bestehen, der übrigens mit -Elefantengras reich bedeckt war. Allmählich stiegen wir von dieser -Ebene auf einem immer steiler ansteigenden Pfade zum Dorfe Tetemang -empor, das ähnlich wie Beika auf einer dicht bewaldeten Bergkuppe lag, -aber nicht so auf Felsen stand wie die letztere Ortschaft. Hühner und -Eier konnten wir für unsere Küche auch reichlich einkaufen. Unser -Koch +Quodjo+, welcher früher einmal der Junge des in Kamerun -ermordeten Oberleutnants Dr. +Plehn+ gewesen war, war in solchen -Sachen äußerst geschickt und erfahren, so daß wir ihm diese Einkäufe -vollständig allein überlassen konnten. Dieser Mensch war überhaupt -trotz seines Hanges zum Leichtsinn, wenn er unter strenger Zucht -war, vorzüglich zu gebrauchen und als Dolmetscher für uns hier sehr -wertvoll. Lügen konnte er übrigens in staunenerregender Weise, doch das -war nicht unsere Sache, solange er uns nicht belog, und davor hütete er -sich. - -Nach Beendigung unseres Frühstücks verließen wir mit den Geiseln das -Dorf Tetemang und stiegen wieder in ein tiefes Thal hinab. Durch -ziemlich dichten, an Landolphien und falschen Kickxien sehr reichen -Wald führte der teilweise steile, nicht selten mit Geröll bedeckte Weg -der Hauptstadt Boëms, Borada, zu, wo wir, nachdem wir noch ein kleines -Hügelland durchzogen hatten, gegen Mittag eintrafen. - -Die Häuser in Borada waren, wie es mit wenigen Ausnahmen in ganz Boëm -der Fall ist, in derselben Weise erbaut, wie die von Lolobi, dem Dorfe -am Dai-Flusse, das man eigentlich nicht mehr zu Boëm rechnet, meiner -Meinung nach aber entschieden noch dazu gehört. Auch die Dörfer Beika -und Tetemang bestehen aus solchen Häusern. Im allgemeinen muß man -sagen, daß die Häuser hier in Boëm von den Eingeborenen sehr reinlich -gehalten werden, derart sogar, daß ein Europäer eigentlich ohne Zelt -umherreisen kann, da er mit einem Nachtquartier, wie es ihm die Häuser -bieten, vollständig zufrieden sein kann. Nicht selten haben diese -Boëm-Häuser, besonders diejenigen in Borada, eine Art Veranda an der -Frontseite, welche an beiden Seiten durch die verlängerten Giebelwände -und oben durch das überhängende Dach geschützt ist. Die in Boëm -verbreitete Sprache ist das „Schi“, eine Sprache, welche westlich und -nördlich der Landschaft eine größere Verbreitung haben soll. Einen -eigentümlichen Schmuck sah ich übrigens hier in Borada und später auch -in vielen anderen Ortschaften Boëms, nämlich weite Halsketten, die aus -ovalen Gliedern bestanden und aus Eisen verfertigt waren. Die einzelnen -Glieder waren gewöhnlich vierkantig im Durchschnitt und bis 3 mm stark. -Mir wurde gesagt, daß diese Ketten von den Wora-Wora-Leuten gemacht -werden, die allgemein als gute Eisenschmiede einen großen Ruf genießen. - -Gegen Mittag wurden wir, als ich eben das Signal zum Packen gegeben -hatte, durch einen starken Gewitterregen überrascht, der eine gute -halbe Stunde andauerte und bald die Straßen des Dorfes in ein -Gemisch von Bächen und Wassertümpeln verwandelte. Meine sämtlichen -Lasten, welche ich schleunigst im Zelte unterbringen ließ, blieben -glücklicherweise vollständig trocken. Als nach Beendigung des -Regens der Aufbruch endlich erfolgen konnte, stellte sich heraus, -daß +Akpanje+ noch verschiedenes mit +Amusso+ besprechen -wollte. Da ich mich dadurch nicht aufhalten lassen wollte, ließ -ich ihn mit zwei Soldaten zurück und die Karawane aufbrechen. Wir -durchzogen zunächst ein hügeliges, fruchtbares Savannengebiet, in -dem die Eingeborenen viele Farmen angelegt hatten. Später gelangten -wir in einen dichten Buschwald, in welchem die falsche Kickxia in -riesigen Mengen vorhanden war. Die Stämme derselben schienen von -den Eingeborenen viel als Nutzholz verwendet zu werden; so waren -die Pfosten der Häuser und Brücken, über welche der Weg führte, -vorzugsweise aus diesem Holze hergestellt. Dasselbe ist wie das der -Kickxia elastica ziemlich weich, und daher sind die Bäume leicht -zu fällen. Nach einem Marsche von 1½ Stunden erreichten wir das -Dorf Kyasekang, das für Boëm das Centrum des Ackerbaues sein soll. -Der alte Häuptling schien ein recht vernünftiger Bursche zu sein und -that alles für meine Leute, was in seiner Macht stand. Als Geschenk -brachte er mir ein schönes Schaf und eine große Zahl Yamsknollen -sowie Bergreis und Guinea-Hirse. Da das Dorf und die Bevölkerung mir -sehr gut gefielen, beschloß ich, über Nacht hier zu bleiben und ließ -mein Zelt wieder unter einem Ficus aufschlagen. Das Dorf Kyasekang -machte in vieler Hinsicht einen bedeutend angenehmeren Eindruck als -Borada. Die Straßen waren bedeutend reinlicher und die Häuser auch -nicht selten weiß getüncht; dazu kam noch die Zuvorkommenheit der -Bevölkerung im allgemeinen. Herr +Thienemann+, der schon früher -einmal hier gewesen war, wurde von einem alten Weibe, das noch ein -Geschenk aus Erdnüssen (Arachis) brachte, sehr freudig begrüßt. Wie er -mir sagte, hatte er der Alten früher einmal einen Gefallen erweisen -können, für den sie ihn aus Dankbarkeit nicht im Stiche ließ. Herr -+Thienemann+ verstand es überhaupt ausgezeichnet, die Eingeborenen -an sich zu fesseln. - -Schon während der letzten Tage waren wir allenthalben mit Palmenwein -von den Häuptlingen, deren Gebiet wir durchzogen, versehen worden. Auch -heute erhielten wir wiederum eine große Kalebasse dieses Getränkes, -das, in mäßigen Quantitäten getrunken, hier in dem heißen Klima -entschieden eine erfrischende Wirkung hat, wenn es nicht abgestanden -ist. - -Am frühen Morgen des 18. März waren wir wieder auf dem Marsche. -Die Steppe, welche mit dichtem Buschwalde abwechselte, gewann bald -wieder einen trockenen Anblick. Der Weg war in tadellosem Zustande. -An den Seiten sah man sogar nicht selten in den tiefer gelegenen -Gegenden Wassergräben gezogen, die den Weg trocken halten sollten. -Zu meiner großen Freude sah ich auch in der Nähe des Dorfes Versuche -der Eingeborenen, Kaffee und Kakao zu kultivieren. Die Pflanzungen -waren noch zu jung, als daß man von etwaigen Erfolgen oder Mißerfolgen -hier sprechen könnte. Nach einer guten Stunde Marsches erreichten -wir den kleinen Ort Guamang. Hier gab es ein reges Leben. Vor zwei -Tagen hatte einer der Jäger des Dorfes einen Elefanten geschossen, -dessen Fleisch nun hereingebracht wurde. Natürlich hätten meine Träger -daher zu gern gesehen, daß ich ihnen Zeit lassen würde, von diesem -Elefantenfleische etwas zu kaufen, doch ich ließ, ohne Rast machen -zu lassen, weitermarschieren, da ich wohl wußte, daß die Leute von -dem erlegten Tiere nichts verkaufen würden, denn das Dorf hatte eine -ziemliche Anzahl von Einwohnern, für welche ein selbst großer Elefant -lange nicht genügen konnte. Nach einer weiteren Stunde Marsches durch -ein Gemisch von kurzgrasigen Steppen und Buschwäldern erreichten wir -das kleine Dorf Monda, wo ich eine Rast von 10 Minuten machen ließ. -Dieser kleine Ort zeichnete sich durch besondere Reinlichkeit aus. -Ficus Vogelii scheint auch in diesen Gebieten nicht selten zu sein, ich -sah auf dem Wege von Guamang nach Monda sogar viele wilde Exemplare. -Von Monda nach Kadyebi, dem in Aussicht genommenen Endziele meiner -Reise, hatten wir auch wieder ein gemischtes Gebiet zu durchziehen, -das kleinere Baumsteppen und Urwälder besaß. In allen diesen Wäldern -ist die Kickxia africana sehr verbreitet, ja man könnte fast sagen, -der häufigste Urwaldbaum; doch trotz meines sehr eifrigen Suchens habe -ich von der brauchbaren Kickxia elastica keine Spur entdecken können. -Ich schnitt täglich eine große Zahl von Bäumen an, um zu sehen, ob -etwa an einigen Lokalitäten diese Kickxia africana doch Kautschuk -geben könnte, gab diese Hoffnung aber bald auf. Die Bodenverhältnisse -hier in Boëm sind ganz ähnlich denen, unter welchen im Yoruba-Lande -die Kickxia elastica auftritt. Ich bin daher fest davon überzeugt, daß -Anpflanzungen der letzteren sich hier vorzüglich entwickeln werden. -Landolphien sind übrigens auch hier in den Wäldern vorhanden, doch -stellen die Eingeborenen ihnen sehr nach, so daß dieselben schon -selten geworden sind. Gegen 10 Uhr trafen wir in Kadyebi ein. Ich ließ -daselbst unter einem Ficus-Baume sogleich mein Zelt aufschlagen, da ich -die Absicht hatte, erst am nächsten Tage das Dorf wieder zu verlassen. -Der Häuptling des Dorfes schien ein machtloser alter Herr zu sein, -der sich von seinen Verwandten offenbar viel gefallen lassen mußte. -Auffallend demutsvoll kam er zu mir, um mir sein Geschenk zu bringen, -dabei betonend, daß er zu arm sei, um mehr als Hühner, Reis und Yams -geben zu können. Die Leute hatten hier sowohl wie in den letzten von -uns passierten Dörfern kleine Kornspeicher, die gewöhnlich walzenförmig -und mit konischen Dächern überdeckt waren. Nur wenige Häuser hatten die -für Boëm typischen flachen Dächer. Die zu beiden Seiten abfallenden -Strohdächer waren entschieden vorherrschend. - -[Illustration: R. Schlechter vor seinem Zelte in Kadyebi.] - -Zusammen mit Herrn +Thienemann+ unternahm ich kurz nach meiner Ankunft -in Kadyebi eine Exkursion, um mir das von Herrn Bergassessor +Hupfeld+ -für Herrn +Sholto Douglas+ angekaufte Terrain anzusehen, besonders -auf Anbaufähigkeit für Kickxia elastica und andere Kautschukpflanzen. -Wir hatten auf einem nicht schlechten Pfade etwa ¾ Stunde zu -marschieren. Längs des Weges vorgehend, untersuchte ich zunächst die -Vegetation und fand dieselben Verhältnisse, wie im Yoruba-Lande, nur -mit dem Unterschiede, daß die falsche Kickxia reichlich vertreten -war. Auch Sanseviera war vorhanden, an einer Stelle sogar in großen -Mengen. Von dem Wege in das Dickicht eindringend, sahen wir, daß -die Vegetationsverhältnisse dieselben blieben. An einer Stelle, wo -schwerlich sich äußerliche Einflüsse hätten geltend machen können, -entnahmen wir darauf noch eine Bodenprobe, welche übrigens auf nicht -schlechten Boden schließen ließ, in dem Kickxia elastica gut gedeihen -würde. Für Tabak dürfte sich dieser Boden des Boëm-Waldgebietes wohl -kaum bewähren, wenn er nicht alljährlich künstlich gedüngt würde, wohl -aber für Baumwolle, an welche jedoch, solange die Transportkosten -zur Küste dieselben bleiben werden, wohl nicht gedacht werden kann. -Etwas anderes wäre es auch mit Kola, doch kennen wir das Wachstum -dieser wichtigen Pflanze bis jetzt noch viel zu wenig, um schon -Schlüsse auf ihre Ertragsfähigkeit zu ziehen. Nach den Exemplaren zu -urteilen, welche ich in Misahöhe gesehen, scheint diese Kultur nicht -sehr aussichtsvoll für Plantagen, die in nicht zu langer Zeit doch mit -einer gewissen Einnahme herauskommen sollen, wohl aber als Nebenkultur -möglicherweise vorteilhaft zu sein. - -Am Nachmittage kehrten wir nach Kadyebi zurück, wo ich für meine Leute -einen Festschmaus gab, bei dem die Schafe von Borada und das vom -Häuptling von Kyasekang erhaltene ihr Leben lassen mußten. - -In schnellem Marschtempo verließen wir am Morgen des 19. März Kadyebi -wieder, um auf demselben Wege, auf dem wir gekommen waren, nach -Kyasekang zurückzukehren. In Monda und Guamang ließ ich je eine -Viertelstunde Rast machen, und dennoch trafen wir schon vor 10 Uhr in -Kyasekang ein. - -Ein alter Haussa-Malam, der hier ansässig war und mir schon bei meinem -ersten Durchzuge durch das Dorf einige Yams und ein Huhn als Geschenk -gebracht hatte, ließ es sich nicht nehmen, hier wieder mit einem -Geschenke zu kommen. Er warf sich dabei immer in ehrfurchtsvoller Weise -auf die Kniee und berührte mit seiner Stirn den Boden, dabei murmelte -er alle möglichen Segenswünsche vor sich hin. Es ist merkwürdig, daß -die Haussa, die sich doch sonst hier für höhergestellt halten als die -Neger, einem Europäer gegenüber so unterwürfig sind, wie man es nie bei -den anderen Eingeborenen sehen wird. Auch unter den Leuten, die mit -Kautschuk aus dem Innern kommen, sind viele Haussa, welche dem Europäer -sich entweder stets zu Füßen werfen, oder aber stolz, kaum ein „Salaam“ -wünschend, vorüberziehen. - -Gegen 1 Uhr ließ ich wieder aufbrechen. Unser Weg führte nun bedeutend -mehr nach Westen. Auf einem vorzüglichen Wege, der auch wieder gut -drainiert war, ging es zunächst durch eine Niederung und dann über -hügelige Baumsteppen, allmählich emporsteigend nach Kyasekang-Akora, -einem Schwesterdorfe des von uns eben verlassenen Kyasekang, das etwa -1½ Stunden entfernt lag. Auf einem großen Marktplatze ließ ich unter -einem wundervollen Feigenbaum das Zelt aufschlagen, da wir erst am -nächsten Morgen nach Quamikrum weitermarschieren wollten. Akora ist -ein kleineres Dorf, welches etwa 200 Hütten besitzen dürfte. Die -Eingeborenen machten einen weniger günstigen Eindruck als die des von -uns am Nachmittage verlassenen Kyasekang. Bis in die Nacht hinein saß -ich mit Herrn +Thienemann+ zusammen bei Mondschein vor dem Zelte, über -die verschiedensten Fragen unsere Ansichten und Gedanken austauschend, -bis uns doch die späte Stunde zur Ruhe mahnte, zumal da wir wußten, daß -wir am nächsten Tage bis Quamikrum einen langen Marsch zu machen haben -würden. - -Am Morgen des 20. März waren wir schon zeitig wieder auf dem Wege. Herr -+Thienemann+ und die Träger marschierten weit voraus, da ich mit -+Amusso+ und den Soldaten zurückgeblieben war, um den Häuptling -von Akora zu sprechen. Durch einen ziemlich dichten Wald marschierend, -in dem die falsche Kickxia und Landolphien viel vorhanden waren, -gelangten wir nach etwa einer Stunde zu dem Dörfchen Tomegbe, das nur -aus wenigen Hütten bestand und nach Angabe der Eingeborenen erst seit -kurzer Zeit erbaut sein soll. Hier wartete Herr +Thienemann+ mit -den Trägern auf mein Eintreffen. Nach kurzer Rast ging es weiter durch -dichten Wald, der nur hin und wieder von kleinen Savannen unterbrochen -war. Die Wege waren schmal und nicht selten durch gefallene Baumstämme -versperrt oder von hohen Wurzeln überlaufen, so daß ich auf dem Pferde -tüchtig aufzupassen hatte, damit das Tier nicht zu Falle komme. -An den Lianen und dünnen Baumzweigen hing hier in dem Walde nicht -selten eine epiphytische Orchidacee, die gerade einen reichen Flor -grünlicher Blüten darbot. Sonst war bei der Art unseres Zuges durch -diesen botanisch sicher hochinteressanten Wald recht wenig zu sehen, -da wir unsere ganze Aufmerksamkeit dem Wege zuzuwenden hatten. Hin und -wieder blieb ich etwas zurück, um an den Kickxien Anzapfungsversuche zu -machen, hatte aber keinen Erfolg mit denselben; immer wieder ergaben -die Untersuchungen jene klebrige, wertlose Masse, welche auch bei -vielen Ficusarten zu finden ist. Einige Landolphien lieferten guten -Kautschuk, doch da Blüten und Früchte nicht zu finden waren, ließ -sich leider die Art nicht feststellen, außerdem sah ich mit wenigen -Ausnahmen nur dünne Stämme derselben; die dickeren schienen alle -bereits von den Eingeborenen ausgeschlagen worden zu sein. - -Gegen 9 Uhr erreichten wir ein kleines Farmdörfchen, welches uns die -daselbst wohnenden Eingeborenen als „Indzimaqua“ bezeichneten. Auch -dieses war erst seit kurzer Zeit erbaut worden. Unsern etwa 1½ Stunden -währenden Aufenthalt daselbst benutzte ich dazu, um mir die Farmen -der Leute anzusehen. Es wurden Manihot utilissima, Baumwolle, etwas -Mais, Cajanus indicus und Yams gebaut. Für die Yamsknollen erbauen -die Leute aus dünnen Stangen luftige Häuschen, in denen die Knollen, -welche äußerst leicht faulen und daher sehr vorsichtig behandelt -werden müssen, teils an den Wänden einzeln aufgehängt, teils auf -einem ebenfalls aus Stangen hergestellten Tische liegend, aufbewahrt -wurden. Auf diese Weise trocknen dieselben nach Regen sofort durch -den Wind oder sonstigen Luftzug wieder ab und sind daher besser vor -Fäulnis geschützt. Dieselbe Art von Yamsspeichern sah ich auch zwischen -Liati und Fodome, hatte damals aber keine Gelegenheit, sie näher zu -besichtigen. Auf unserm Weitermarsche zogen wir über größere Savannen, -welche teils ziemlich regelmäßig mit zerstreuten Bäumen besetzt, teils -von kleinen Busch- und Baumgruppen unterbrochen waren. Die Flora auf -diesen Savannen war schon interessanter, da nach einigen Grasbränden -verschiedene Kräuter erschienen waren. Außer der über das ganze -südliche und mittlere Togo weit verbreiteten Eulophia cristata waren -Vernonien, eine Helichrysumart, Cycnium, Striga, Oldenlandia, Acalypha -und der prachtvolle Haemanthus Kalbreyeri sehr verbreitet. Besonders -der letztere war ein wundervoller Schmuck der saftig-grünen Steppen. -Auf den Bäumen, unter denen besonders Terminalen, Combretumarten -und Butterbäume häufig waren, wuchsen nicht selten Loranthus- oder -Viccumarten und eine epiphytische Orchidacee, welche zwar nicht in -Blüte war, aber wohl sicher zu Polystachia golungensis gehört, die -in Afrika eine merkwürdig weite Verbreitung zu haben scheint. Nach -einem Marsche von etwa zwei Stunden erreichten wir den Mkunsu-Fluß, -welcher sich hier ein sehr tiefes Bett gegraben hat; derselbe führte -zur Zeit nicht viel Wasser, soll aber zur Regenzeit nicht unbedeutende -Dimensionen annehmen. Nachdem wir den Mkunsu überschritten hatten, -sahen wir bald darauf das Dorf Quamikrum vor uns liegen, wo ich -+Amusso+ mit den Soldaten zurücklassen sollte. - -Das Dorf Quamikrum soll früher eine nicht unbedeutende Ortschaft -gewesen sein, in der sich hauptsächlich Haussa-Leute auf der Durchreise -von dem Innern zur Küste längere Zeit aufzuhalten pflegten. Als wir -damals dort eintrafen, fanden sich nur wenige Familien daselbst, von -denen der größere Teil auch durchziehende Haussa waren. Die Hütten -waren zum großen Teil stark im Verfall begriffen oder sogar schon -vollständig unbewohnbar. Auf dem Marktplatze ließ ich sofort mein -Zelt aufschlagen und den Platz umher etwas reinigen, da derselbe wüst -mit Schmutz und Unkraut bedeckt war. Auch ließ ich sogleich einige -der Wege zu beiden Seiten reinigen, da dieselben häufig nur aus einem -schmalen Pfade bestanden, der zu beiden Seiten derartig mit stachligen -Amarantusbüschen bedeckt war, daß man beim Betreten derselben von den -Stacheln arg gepeinigt wurde. Auch +Amusso+ ließ alsbald durch die -Soldaten einen geeigneten Platz frei machen, auf welchem er die für -die Station zu erbauenden Häuser aufzuführen gedachte, und konnte mir -schon am Abend mitteilen, daß diese erste Arbeit vollendet sei. Zum Bau -der Häuser waren Einwohner umherliegender Ortschaften beordert worden, -welche am folgenden Tage eintreffen sollten. Am Nachmittage untersuchte -ich die Wälder zu beiden Seiten des Mkunsu-Flusses, konnte aber außer -einigen Exemplaren des Ficus Vogelii, von der übrigens im Dorfe -Quamikrum selbst verschiedene größere Exemplare standen, nichts finden, -das für mich von mehr als rein botanischem Interesse gewesen wäre. In -letzterer Hinsicht war ich allerdings glücklicher. Eine interessante -großblättrige Strychnosart, welche sich hoch in die Bäume hineinwand -und in großen Guirlanden über den Mkunsu hinunterhing, war nicht -selten. Auf den grasigen Hügeln bei dem Dorfe fand ich außer einigen -Scrophulariaceen eine für mich besonders interessante Asclepiadacee -(eine Raphionacme) und die für die Steppen so typischen aufrechten -Cissusarten, die aus großen unterirdischen Knollen entspringen. Am -Abend erschienen noch verschiedene Haussa-Karawanen, deren Führer -behaupteten, auf dem Wege nach Lome zu sein. Einige führten Kühe bei -sich, welche aus Kratschi kommen sollten und nach +Amussos+ -Ansicht sicher nach Acra, nicht nach Lome gebracht wurden. - -Am nächsten Morgen ließen wir die Soldaten mit +Amusso+ zurück und -zogen nun auf der großen Straße nach Kpandu in fast südliche Richtung. -Das Gelände wurde etwas hügeliger und bot einen Anblick dar, der mich -lebhaft an einige Gegenden in Natal erinnerte. Zu beiden Seiten hatten -wir Savannen, welche mit spärlichen Gesträuchen oder kleinen Bäumchen -bedeckt waren; später, nachdem wir ein kleines Farmdörfchen Adenkutschu -passiert hatten, traten wir in einen Buschwald ein, in dem sich riesige -Mengen der falschen Kickxia zeigten. Auch hier machte ich wiederholt -Versuche, ein brauchbares Produkt aus dem Milchsafte derselben zu -gewinnen. Nach etwa dreistündigem Marsche erreichten wir das Dorf -Wuropong. Dasselbe soll ungefähr 300 Hütten besitzen. Der Häuptling -des Dorfes kam, uns zu begrüßen, und brachte einige Kalebassen mit -Palmenwein sowie einige Eier. Den Palmenwein verteilten wir zum großen -Teile unter den Leuten, während wir für uns einen kleinen Teil -zurückbehielten, der, mit Cognak vermischt, uns vortrefflich schmeckte, -da er erst soeben eingebracht und daher noch ganz frisch und kühl -war. Bis gegen Mittag ließ ich hier in Wuropong rasten, dann setzten -wir den Marsch weiter nach Süden fort. Die nun gut geschulten Träger -marschierten jetzt vorzüglich, auch die Weiber blieben nicht zurück, -so daß die ganze Karawane sich gut geschlossen vorwärts bewegte. Herr -+Thienemann+ mit seiner Hängematte zog gewöhnlich voraus, ich -beschloß mit einem oder zwei Jungen den Zug, damit ich, ohne Störung -zu verursachen, nach Belieben zu etwaigen Untersuchungen zurückbleiben -könnte. Das Gebiet war anfangs hauptsächlich mit Buschwald bedeckt, wo -es nicht von den Eingeborenen unter Kultur gesetzt worden war, später -wurden größere Savannenkomplexe, in denen besonders eine Imperataart -das vorherrschende Gras war, häufiger. Bald zogen wir durch das kleine -Dorf Tapo und nach einer weiteren halben Stunde durch Antumda. Die -Gebiete schienen hier fruchtbarer zu werden. Buschwald wechselte mit -Elefantengras. Allenthalben waren auch von den Eingeborenen Farmen -angelegt, die einen recht günstigen Eindruck machten. Außer den bereits -oben erwähnten Kulturpflanzen sah ich hier auch Hibiscus esculentus -angepflanzt und sogar einige Tomaten. Ich glaube, daß sich hier -eine geeignete Gegend findet, die später einmal, wenn sich erst der -Baumwollbau, zu dessen Hebung vom Kolonialwirtschaftlichen Komitee -eine Expedition entsendet werden soll, besser entwickelt hat, bei -einer größeren Anlage in Betracht gezogen werden dürfte. Das Land -ist ziemlich eben und offenbar leicht zu bearbeiten. Gegen 2 Uhr -nachmittags erreichten wir das kleine Dorf Kadyevi und gleich darauf -N’tschumuru, wo ich beschlossen hatte, Lager für die Nacht zu machen. -Auf dem wunderschönen Marktplatze, der durch ein dichtes Dach von -Ficusarten beschattet wurde, ließ ich zunächst die ganze Trägerschar -einen großen Raum gehörig reinigen und dann das Zelt aufstellen. -Für Herrn +Thienemann+ wurde wieder ein nahe gelegenes Haus -gemietet. Nachdem ich meine laufenden Arbeiten erledigt hatte, machte -ich einen Ausflug in die Umgebung, welcher aber infolge der dichten -Elefantengrasdecke wenig anderes aufkommen ließ als vereinzelt stehende -Bäume, unter denen besonders Wollbäume auffielen, und wenige Sträucher. -In dem Dorfe selbst waren verschiedene Ficus Vogelii angepflanzt. Gegen -Abend stattete mir der Häuptling des Dorfes einen Besuch ab. Als ich -bei dieser Gelegenheit fragte, ob der Weg vor uns in gutem Zustande -sei, sagte er, daß er denselben noch schnell zu reinigen befohlen habe, -denn seine Leute seien in den letzten Wochen viel auf den Feldern -beschäftigt gewesen und daher habe sich Gras im Wege eingefunden. - -Daß die Umgebung hier allgemein fruchtbar sein müsse, schien schon -aus den großen, dreifüßigen Kornspeichern hervorzugehen, welche wir -heute in den meisten Dörfern sahen. Wir bekamen hier auch allenthalben -Reis, Mais und Guinea-Hirse für mein Pferd, das sich übrigens nicht -viel aus denselben zu machen schien, sondern das saftige frische Gras -vorzog. Bald erschien auch der Häuptling von N’Kunya, um sich durch ein -Geschenk von Yams, zwei Hühnern und einigen Kalebassen Palmenwein meine -Freundschaft zu erwerben. Am Abend mußte ich unter meinen Trägern gegen -einige sehr energisch auftreten, weil dieselben kamen und mich darauf -aufmerksam machten, daß ihre Heimat nun nur wenige Stunden entfernt -sei und daß sie am folgenden Morgen dorthin zurückkehren wollten. Ein -solches Gelüste mußte ich den Leuten natürlich nehmen. Ich ließ sofort -die Namen der Leute notieren und ihnen nun sagen, daß ich sie bestrafen -würde. - -[Illustration: Die Expedition in Kadyebi.] - -Schon vor 4 Uhr war ich am nächsten Morgen wieder auf, um noch vor -unserm Aufbruche einige schriftliche Arbeiten erledigen zu können. Um -5 Uhr gab ich dann das Signal zum Sammeln, so daß wir mit Tagesanbruch -auf dem Wege waren. Ich ritt heute voran. Am Kunya-Gebirge entlang -führte unser Weg, zunächst durch Kunya-Klaba und weiter durch ein mit -Elefantengras und Imperata bestandenes Savannengebiet. Wie mir der -Häuptling von N’tschumuru versprochen, waren bereits eine größere -Anzahl von Leuten dabei, den stark mit Imperatagräsern bewachsenen Weg -zu reinigen und an feuchten Stellen zu drainieren. Von allen Seiten -kamen immer neue Leute hinzu, um bei dieser Arbeit zu helfen. Noch -vor 6 Uhr erreichten wir das Dorf Dafo, in dem eben ein kleiner Markt -begonnen hatte. Um meinen Leuten Gelegenheit zu geben, hier billig -Nahrungsmittel zu kaufen, ließ ich eine halbstündige Rast machen und -zahlte ihnen bereits hier die Subsistenzgelder aus. Als wir dann -wieder Dafo hinter uns hatten, traten wir in Savannen von ziemlicher -Ausdehnung ein, die auch nicht unfruchtbar schienen. Auch hier war -das Land etwas hügelig, was ich der Nähe des Volta-Flusses zuschrieb. -Da ich auf meinem Pferde vorausgeritten war, traf ich in dem Orte -Agbonohoe schon vor der Karawane ein. Ohne Rast machen zu lassen, ging -es dann nach Fesi weiter, wieder durch fruchtbare Elefantengras- und -Imparatasavannen mit zerstreuten Bäumen und Sträuchern. Da der letzte -Teil des Weges ziemlich von Unkraut überwuchert war, ließ ich den -Häuptling von Fesi kommen und forderte ihn auf, den Weg reinigen zu -lassen, was er sofort zu thun versprach, sobald seine Leute, die -zu Arbeiten nach Kpandu gerufen waren, zurückkehren würden. Nachdem -meine Karawane, welche unterdessen eingetroffen war, eine kurze Rast -gemacht hatte und sich an Kokosnußmilch gestärkt hatte, ließ ich wieder -aufbrechen, um durch Abehung und Alöe nach Kpandu zu gelangen. Die -Vegetation und die Bodenverhältnisse blieben dieselben bis kurz vor -Kpandu. Erst als wir in die Ebene, in der Kpandu liegt, hinabstiegen, -wurde der Boden steiniger und offenbar unfruchtbarer. Von der -Missionsstation aus konnten wir das Dorf und, auf einem hohen Felsen -oberhalb gelegen, die Regierungsstation Kpandu bewundern. Ohne durch -das Dorf hindurchzuziehen, ließ ich zur Station hinausmarschieren, -wo wir kurz nach 9 Uhr anlangten. Da die Station nicht von Europäern -bewohnt war und der farbige Assistent, dem die Verwaltung derselben -übertragen war, in den dahinterliegenden Arbeiter- und Soldatenhäusern -seine Wohnung hatte, nahm ich mit Herrn +Thienemann+ von -den beiden für Europäer bestimmten Räumen in dem Stationsgebäude -Besitz. Unsere Lasten ließ ich ebendaselbst unterbringen. Die -Träger und Trägerinnen wurden in verschiedene leerstehende Häuser -des Stationshofes einquartiert. Bald sah es nun sehr lebendig auf -der Station aus. Herr +Thienemann+ und ich stärkten uns nach -längerer Zeit einmal wieder an einem guten Glase Bier, das wir hier -in Kpandu bekommen hatten. Ich ließ sofort das Essen fertigmachen, da -ich die Absicht hatte, zur Volta hinüberzureiten, um auch das Thal -des Flusses kennen gelernt zu haben. Gegen 11 Uhr ritt ich, gefolgt -von einem Soldaten, der mir als Führer dienen sollte, zur Station -hinaus. Unser Weg führte zunächst über den Hügelrücken, auf dem die -Station gelegen ist. Von der Kante dieses Rückens, der plötzlich steil -abfällt, hatten wir einen wundervollen Blick über das Thal der Volta, -die sich in einiger Entfernung wie ein Silberfaden dahinschlängelte. -Mit dem Pferde war der Abstieg in die Ebenen, welche sich unter uns -hinstreckten, nicht leicht, besonders da der Weg an einigen Stellen -mit Gerölle bedeckt war, auf dem das Tier keinen festen Halt hatte. -Ich mußte daher während des ganzen Abstieges das Tier sehr vorsichtig -führen. Als wir in der Ebene angelangt waren, machte sich bald eine -Hitze bemerkbar, wie ich sie vorher erlebt zu haben mich nicht erinnern -konnte; es war gerade, als ob wir vor einem Backofen standen. Die -ganze Ebene trug den Charakter einer typischen Togo-Baumsteppe; das -Gras war niedrig, kaum über 1½ Fuß hoch, von einigen Kräutern und -Halbsträuchern wie Vernonia, Acalypha, Sopubia, Cycnium, Striga, -Eriosemma, Cryptolepis nigritana etc., durchsetzt und war von zerstreut -stehenden Bäumen überdeckt. Ganz besonders fiel mir hier der Reichtum -an Butterbäumen auf, von denen häufig behauptet worden ist, daß sie ein -brauchbares Guttapercha liefern, das aber, so viel ich erfahren, von -sehr minderwertiger Qualität ist und einen so geringen Preis bringt, -daß es sich kaum verlohnen würde, dasselbe einzusammeln. Da die Bäume -außerdem nur einen kleinen Ertrag geben, so würde die Arbeit, welche -mit dem Einsammeln dieses guttaähnlichen Produktes verbunden ist, sich -wohl schlecht lohnen, denn, wie ich hörte, werden am Niger, wo man das -Gutta auf Veranlassung der Niger-Compagnie einsammelte, die Bäume erst -gefällt. In einem Lande wie Togo, wo nur wenig Wälder vorhanden sind -und der Baumwuchs in den Steppen auch ein äußerst spärlicher ist, kann -uns gar nichts daran liegen, die wenigen Bäume umzuschlagen, um dadurch -eine Einnahme zu erzielen, die zu dem Schaden, der durch ein solches -Vorgehen herbeigeführt wird, in keinem Verhältnisse steht. Als wir -uns nach etwa 1½ Stunden der Volta näherten, hatten wir einige zur -Zeit ausgetrocknete Bachbetten zu durchqueren, deren Ufer mit dichtem -Gebüsch bedeckt waren. Die Vegetation einiger Sümpfe, die in der Nähe -des Flusses lagen, ließ mich vermuten, daß der Boden salzhaltig sein -müsse, denn mit wenigen Ausnahmen traten dort nur ausgeprägte halophile -Typen auf. Gegen 1 Uhr erreichten wir endlich die Volta selbst bei dem -kleinen Flecken Dogbadja. Nach meiner Schätzung war der Fluß etwa 300 m -breit. Inmitten desselben lag eine Sandbank, auf der sich vorübergehend -Fischer angesiedelt hatten. Ich war erstaunt, den riesigen Verkehr -hier zu sehen. Allenthalben sah man kleinere und größere Canoes -daherschießen, die ersteren durch Ruder, die letzteren durch große -Segel fortgetrieben. - -Nach kurzer Umschau an der Volta ließ ich mein Pferd wieder satteln -und ritt dann zur Station Kpandu zurück. Da ich mein Pferd gehörig zur -Eile angetrieben, um endlich die heiße Steppe hinter mir zu haben, -langte ich schon früh am Nachmittage daselbst wieder an. Da ich in -dem Dorfe Kpandu noch verschiedene Einkäufe machen zu können hoffte, -benutzte ich die noch übrige Tageszeit zu einem Ritte dorthin. Viel -war hier allerdings nicht einzukaufen, doch wurden wir durch einige -Dinge, wie Zucker, Bier und andere Kleinigkeiten, wieder aus momentaner -Verlegenheit befreit. - -In den Faktoreien, die übrigens sämtlich unter Leitung von Farbigen -standen, sah ich hier die auch als Silkrubber gehenden Kautschukkuchen, -die nicht, wie ich schon oben erwähnt, von einer Kickxia gewonnen -werden, sondern von der dickstämmigen Landolphiaart, welche ich bereits -beim Liati gesehen hatte. Auch an den Bergabhängen hinter Kpandu hatte -ich die Pflanze gefunden, aber auch hier ohne Blüten und Früchte, so -daß ich nicht die Art feststellen konnte. Auf dem Kunya-Gebirge ist -nach Angaben der Kautschuksammler diese Liane noch häufig, wird aber -auch dort jetzt in einer Weise ausgebeutet, daß zu befürchten ist, daß -sie nur noch kurze Zeit daselbst vorhanden sein wird. - -Gegen 6 Uhr verließen wir am Morgen des 23. März die Station Kpandu, -um im Dorfe die von mir am Tage vorher gekauften Sachen aufzunehmen; -dann ging es unserem nächsten Ziele Misahöhe entgegen. Gleich hinter -Kpandu betraten wir wieder eine trockene Baumsteppe, welche auffallend -eben sich weithin auszustrecken schien. Offenbar war der Boden hier -weniger fruchtbar als zwischen Wuropong und Kpandu, auch sah man von -Eingeborenenkulturen recht wenig. In der sonnigen Steppe, wo das Laub -der Schattenbäume fast gar keinen Schatten abgab, machte sich die -Hitze des Tages bald unangenehm bemerkbar, so daß wir froh waren, als -wir das Dorf Sobuesante erreichten, in dem wir eine kurze Rast machen -konnten. Der Häuptling erschien auch sofort mit einem Huhn und einigen -Kalebassen Palmenwein, welcher uns nach dem Marsche durch die trockene, -heiße Steppe ganz besonders gut mundete. Nach kurzem Aufenthalt in -diesem kleinen Dorfe setzten wir mit frischen Kräften unsern Marsch -durch die Steppe fort, die denselben Charakter beibehielt wie vor -Sobuesante. Es war ein heißer Tag, vielleicht einer der heißesten, -welche ich auf der Togo-Reise zu durchleben hatte. Die Träger und -Trägerinnen mit ihren schweren Lasten kamen nur langsam vorwärts. Kurz -vor Mittag erreichten wir den Ort Bevi, an dem der Daï-Fluß dicht -vorbeifließt. Auch hier kam der Häuptling mit einem kleinen Geschenke, -um uns zu empfangen. Da die Hitze des Tages eine zu drückende war -und ich befürchtete, daß von meinen Trägern einige übermüdet werden -könnten, ließ ich in Bevi eine zweistündige Rast machen, so daß die -Leute genügend Zeit hatten, ihre erhitzten Körper im Flusse gehörig -abzukühlen. Der alte Häuptling schien ein sehr bescheidener Mensch -zu sein und nicht viel Achtung zu genießen. Sobald er Geschenke mit -mir gewechselt, setzte er sich in der Nähe unter einen Ficusbaum und -betrachtete das Leben und Treiben aus der Entfernung. Zu allerdings -unverschämten Preisen wurden hier meinen Leuten getrocknete und -gedörrte Fische zum Kauf angeboten. Die Eingeborenen fangen dieselben -im Daï-Flusse und benutzen sie im Tausche mit den durchziehenden -Karawanen. Da ich aber hörte, daß sie unseretwegen die Preise -hochgeschlagen hatten, befahl ich meinen Leuten, zu dem geforderten -Preise keine Fische zu kaufen. Das half insofern, als nun die Leute von -Bevi auch von ihren unverschämten Preisen Abstand nahmen und normale -Preise forderten, zu welchen meine Leute verschiedenes erstehen konnten. - -Während des Marsches von Bevi nach Vime wurde die Hitze in der -ausgedörrten Steppe fast unerträglich. Erst als wir uns Vime gegen 4 -Uhr näherten, gewann die Gegend an Interesse. Der Boden wurde wieder -fruchtbarer, hier und dort hatten die Eingeborenen Farmen angelegt, auf -denen wir wiederholt größere Komplexe mit Baumwolle bepflanzt sahen. -Im Dorfe Vime, wo ich eine Rast von etwa einer Viertelstunde machen -ließ, sahen wir wieder verschiedene Prachtexemplare von Ficus Vogelii. -In der Nähe unseres Lagerplatzes standen einige Kokospalmen und einige -Stauden Zuckerrohr, welche sehr üppig aussahen. Nach weiteren 20 -Minuten Marsch durch fruchtbares, ebenes Terrain gelangten wir nach -We-Demme, wo ich mein Nachtquartier aufzuschlagen beschlossen hatte. -Nach der Begrüßung des Häuptlings, der mit seinem ganzen Gefolge vor -meinem Zelte erschien, um seine Geschenke zu bringen, machte ich einen -Rundgang durch das Dorf, wobei ich Gelegenheit hatte, einige Webereien -in Augenschein zu nehmen. Die Leute können mit ihren Webstühlen nur -schmale Streifen Zeug weben, die dann zu breiten, äußerst haltbaren -Tüchern zusammengenäht werden. Das Drehen der Fäden, das ich besonders -in Boëm schon zu beobachten Gelegenheit hatte, bringen die Leute an -einer Handspindel mit großem Geschicke zu stande. Ist ein solcher -Faden von der gewünschten Länge fertiggestellt, so wird er erst -etwas angefeuchtet und dann gespannt, was entweder durch Umspannen -zwischen zwei oder mehreren Bäumen geschieht oder dadurch, daß an den -zusammengelegten Fäden ein größeres Gewicht aus Steinen angehängt -und dadurch die nötige Spannung erzielt wird. Die Weber arbeiteten -hier sowohl wie in den benachbarten Häusern zumeist in Gesellschaft, -in offenen Schuppen, die gewöhnlich zwei Webstühle umschlossen. Von -den Eingeborenen werden diese festen, im Lande selbst gewebten, -allerdings auch bedeutend teureren Stoffe den in Europa verfertigten -meist minderwertigen Artikeln bedeutend vorgezogen. In der Nähe des -Dorfes sah ich auch hier in dem Busche wieder einige Exemplare der -dickstämmigen Liane, welche den Kpandu-Silkrubber liefert. Am Abend -veranstaltete der Häuptling von We-Demme vor meinem Zelte uns zu -Ehren einen Tanz der jungen Männer und Weiber, dem ich mit Herrn -+Thienemann+ beiwohnte. - -[Illustration: Fetischhäuschen im Dorfe Bevi.] - -Gegen 6 Uhr früh am 24. März waren wir wieder auf dem Wege über -hügeliges Terrain, das sich wegen seiner Fruchtbarkeit bei Anlage von -Baumwollplantagen auch empfehlen dürfte, und ganz besonders, da hier -schon jetzt das Centrum der Baumwollkulturen für die Agome-Region -liegt. Wir marschierten durch die nahe bei einander gelegenen Dörfer -Leglebi-Fiapi und Leglebi-Duga und darauf, in bergigere, bewaldete -Regionen eintretend, nach Kame, das uns ja schon von der Reise -landeinwärts her bekannt war. Unsere Träger und Trägerinnen, welche -hier in Kame viele Freunde und Verwandte hatten, gerieten außer sich -vor Freude, als sie wieder in die ihnen wohlbekannte Gegend eintraten. -Gern hätte ich mit angehört, was sie den Kame-Leuten erzählten, denn -diese rissen nicht selten vor Erstaunen die Augen weit auf. Ganz -besonders aber schien es unser Koch +Quodjo+ zu verstehen, seine -Erlebnisse auszuschmücken, denn um ihn sammelte sich bald ein großer -Zuhörerkreis, in dessen Mitte er sich wie ein junger Gott bewundern -ließ, nicht achtend auf das Kichern der Reisegenossen, die sich über -die Erfindungsgabe des Burschen nicht genug amüsieren konnten. Nach -kurzem Aufenthalte in Kame ließ ich bis Agome-Tongbe weitermarschieren, -wo ich eine Frühstücksrast machen ließ. Auf dem bereits beschriebenen -Wege über den François-Paß gelangten wir dann alle frisch und munter -gegen 11 Uhr wieder in Misahöhe an, wo mich Dr. +Gruner+ aufs -freundlichste aufnahm. - -Da nun der Kontrakt mit meinen Trägern und Trägerinnen abgelaufen -war, entließ ich noch am Vormittage die ganze Gesellschaft, nachdem -sie außer ihrem Lohne noch den üblichen kleinen „Dash“ erhalten -hatten. Herr Dr. +Gruner+ sorgte gütigst sofort wieder für neues -Trägerpersonal, das er, da ich nun nur eine kleine Rundreise im -Agome-Gebirge unternehmen wollte und daher nur zehn Träger benötigte, -aus Agome-Tongbe beorderte. Herr +Thienemann+, welcher begierig -war, zu sehen, ob auf der Agu-Plantage alles beim Rechten sei, brach -am Nachmittag dorthin auf, nachdem wir vorher verabredet hatten, daß -er bis zum Abend des nächsten Tages wieder nach Misahöhe kommen würde, -sofern er sich kräftig genug dazu fühlte, denn sein Gesundheitszustand -erschien nicht sehr gut. Ich verblieb auf der Station, wo ich den Rest -des Tages in Dr. +Gruners+ und Herrn +Frankes+ angenehmer -Gesellschaft verbrachte. - -Am Sonntag, den 25. März, ritt ich bald nach Frühstück nach Palime, wo -ich hoffte, noch meine Lebensmittel durch Ankauf etwa dort vorhandener -etwas ergänzen zu können. Fast in Palime angelangt, traf ich auch die -Herren +Meyer+ und +v. Bruch+, welche eben nach Misahöhe -hinüberreiten wollten, um Herrn Dr. +Gruner+ einen Besuch -abzustatten. Als ich ihnen meine Absichten mitteilte, kehrten sie auch -wieder nach Palime zurück, wo wir nun zusammensuchten, was an Eßwaren -abzugeben war, um dann gemeinsam nach Misahöhe zu reiten, wo wir -gegen Mittag eintrafen. Ich ließ am Nachmittag noch die verschiedenen -Lasten zusammenpacken und bereit legen, welche ich auf der Rundreise -im Agome-Gebirge zu benötigen glaubte. Den Abend verbrachten wir -in sehr interessanter Unterhaltung mit Dr. +Gruner+ und Herrn -+Martin+ von der Baseler Mission, der auch auf der Durchreise war -und die Gelegenheit benutzte, mit Dr. +Gruner+ über verschiedene -Fragen eingehende Rücksprache zu nehmen. Es war äußerst interessant -zu sehen, wie genau Dr. +Gruner+ in jedem Winkelchen seines -Distriktes Bescheid wußte, und wie er gewissermaßen die Seele des -Distriktes war, ein jeder, groß und klein, kam, um sich bei ihm Rat zu -holen, und überall wußte er zu helfen. Noch spät an jenem Abend kam -ein Eilbote von Herrn +Thienemann+, welcher einen Brief desselben -für mich brachte mit der Nachricht, daß er erst am nächsten Morgen -eintreffen werde. - -Als Herr +Thienemann+ gegen 7 Uhr am Morgen des 26. März erschien, -war auch ich bereits fertig zum Aufbruch. Die Träger, unter denen -wieder sieben Trägerinnen waren, waren der Aufforderung gemäß schon am -Abend erschienen, und so stand unserem Aufbruche nichts mehr im Wege. -Doch bald stellte sich heraus, daß Herr +Thienemann+, der heftig -fieberte, nicht im stande sein würde, die beschwerliche Reise, bei der -wir fast kaum Pferd oder Hängematte benutzen konnten, da die Wege über -steile und felsige Bergrücken gingen, mitzumachen. Schwer folgte er Dr. -+Gruners+ und meinem Rate, zurückzubleiben und sich tüchtig zu -erholen. Ich hatte die Träger unter Leitung des Agu-Headmans bereits -nach Tongbe vorausgeschickt und den Leuten einschärfen lassen, daß -sie sich wieder sammeln müßten, sobald meine Signalpfeife in Tongbe -erschallen würde. Begleitet von dem Koch +Quodjo+ und meinem -Jungen +Afue+, verließ ich die Station erst um 10 Uhr. Auf dem -schon zweimal zurückgelegten Wege ritt ich nun über den François-Paß -nach Tongbe hinüber, wo ich die Trägertruppe zusammenrief, um ihnen -die Subsistenzgelder zu geben, damit sie sich in ihrem Heimatsdorfe -mit Eßvorräten versehen könnten. Da wir von Tongbe über schlechte -Wege nach Ashanti-Kpoeta zu marschieren beabsichtigten, so schickte -ich meinen Jungen +Afue+ mit dem Pferde nach Leglebi-Abesia, wo -ich ihm befahl, spätestens am nächsten Morgen einzutreffen, da ich -glaubte, in der Zeit über das Gebirge dorthin zu kommen. Um 11 Uhr -brach ich dann mit meiner Karawane selbst auf. Dicht hinter Tongbe -stieg der Weg ziemlich steil an über einen grasigen Rücken. Einige -ebenere Teile dieses Gebietes und besonders einige der feuchteren -Thäler dürften sich für Baumwoll- und Tabakkultur eignen, während die -bewaldeten Rücken mir für Kickxiakultur wie geschaffen erschienen. Es -war eine grausame Tour über diese Berge und Thäler für die Leute mit -ihren Lasten; steile Berge und tiefe Thäler wechselten beständig. Nur -selten konnten wir über ebeneres Terrain marschieren. In den Wäldern -waren falsche Kickxien und Landolphien, die guten Kautschuk gaben, -häufig anzutreffen. Bei etwaigen Kulturanlagen hier in dem Gebiete, -das zum größten Teile Besitz des Herrn +Sholto Douglas+ ist, wäre -es wohl wünschenswert, daß man diese Lianen möglichst schonte, denn -wenn einmal vorhanden, bedürfen sie gar keiner Pflege mehr und dürften -bei vorsichtigem Anzapfen doch immerhin eine gute Nebeneinnahmequelle -der Plantage bilden. Nach Überschreiten verschiedener Bäche, unter -denen der Avhliva-Bach der bedeutendste war, gelangten wir an den Rand -eines großen Thalkessels, in dem die Kpoeta-Dörfer zu sehen waren. -Der Abstieg in diesen Kessel war recht beschwerlich und konnte nur -langsam vor sich gehen. Unten angekommen, erreichten wir bald das Dorf -Akhim-Kpoeta, in einer fruchtbaren Ebene gelegen, und nach weiterem -kurzen Marsche das heutige Endziel unserer Reise, Ashanti-Kpoeta. -Es war auffallend, daß sich bei unserem Einzuge daselbst keine -Menschenseele sehen ließ. Ich ließ ruhig unter einem großen -Lecaniodiscus-Baume einen Platz reinigen und forderte dann die Träger -auf, sich mit den Kpoeta-Leuten anzufreunden und sich ein Nachtlager in -den Hütten zu suchen. Da meine Träger aus der näheren Umgebung stammten -und auch Bekannte unter den Kpoeta-Leuten hatten, war auch dieses -bald gethan, doch immerhin blieb es merkwürdig, daß die sämtlichen -Leute in ihren Häusern verblieben. Ich schrieb dieses Verhalten nicht -dem bösen Willen zu, sondern der Furcht vor den Weißen, und wunderte -mich daher auch nicht, als mein Koch und der Headman kamen, um mir -mitzuteilen, daß die Leute mir weder Eier noch Hühner verkaufen -wollten. Es ist unter den Negern Afrikas eine allgemein verbreitete -Ansicht, daß ein böser Zauberer im stande ist, jemandem Böses anzuthun, -sobald er in Besitz eines Gegenstandes kommt, welcher dem Betreffenden -gehört. So erklärte ich mir häufig auf meinen Reisen die Abneigung -der Eingeborenen, dem Europäer irgend welche Artikel zu verkaufen, -obgleich er doch häufig eine für seine Verhältnisse sehr hohe Bezahlung -dafür bekommen würde. Hier in Kpoeta vermutete ich ähnliches. Wie -ich erwartet hatte, hieß es, niemand sei da. Den Nachmittag benutzte -ich dazu, um das Terrain, auf dem die Kpoeta-Dörfer erbaut sind, -näher in Augenschein zu nehmen. Der größere Teil der Fläche bei -Ashanti-Kpoeta besteht aus sehr fruchtbarem Boden, der für ausgedehnte -Kulturen wohl geeignet wäre. Die sämtlichen Wälder des Agome-Gebietes -sind für Kickxia-Anpflanzungen wohl ohne Zweifel sehr gut geeignet -und infolge der einfachen Transportverhältnisse zur Küste besonders -für ein derartiges Unternehmen zu empfehlen. Gerade die doch nicht -unbedeutenden Transportunkosten sind es, welche bei irgend welchen -kolonialwirtschaftlichen Unternehmungen fast alle Distrikte im Innern -mit Ausnahme des Misahöhe-Distriktes ausschließen. Was würde es nützen, -wenn wir wissen würden, daß irgend welche landwirtschaftlichen Produkte -im Innern reichlich vorhanden sind oder angezogen werden könnten, -wenn sich die Transportunkosten höher stellen, als das betreffende -Produkt wert ist. Mit Kautschuk und Kola wäre es nun allerdings etwas -anders, da ersteres seines Wertes wegen einen Transport aus dem Innern -wohl verlohnt, für Kolanüsse aber gute Absatzgebiete im Lande selbst -vorhanden wären. - -Später erschienen Kpoetaleute um mir Geschenke zu bringen, doch war -ich erstaunt, daß sich der Häuptling nicht sehen ließ. Als ich mich -am Abend bereits schlafen gelegt hatte, kam endlich ein alter Neger -mit einer ganzen Schar von Leuten, um mir Geschenke zu bringen. Da ich -nicht die Absicht hatte, mich nochmals anzukleiden, ließ ich ihm sagen, -er solle nur am nächsten Morgen zeitig wiederkommen, jetzt sei es schon -zu spät. - -Am nächsten Morgen, noch bevor die Sonne aufgegangen, kam die ganze -Gesellschaft wieder mit ihren Geschenken. Der alte Mann bat nun um -Entschuldigung, daß man mir kein Huhn geschickt habe, doch es gäbe in -letzter Zeit keinen richtigen Häuptling mehr bei ihnen, und daher habe -niemand gewußt, wer die Sache übernehmen solle, nun seien sie gekommen, -alles wieder gut zu machen. Ich bekam dann vier Hühner und eine Anzahl -Yamsknollen sowie Reis als Geschenk, das ich durch ein Geschenk von -Tabak zur großen Freude der Leute erwiderte. - -[Illustration: Feigenbäume im Dorfe Bevi.] - -Von Ashanti-Kpoeta um 6 Uhr aufbrechend, stiegen wir wieder langsam -auf die Berge und gelangten dann in ein ziemlich zerrissenes, dicht -bewaldetes Terrain, auf dem die falsche Kickxia wieder einer der -hauptsächlichsten Urwaldbäume zu sein schien. Auch Landolphien und -Strophanthus, besonders die erstere häufig, waren anzutreffen. Nachdem -wir verschiedene Thäler überschritten hatten, gelangten wir auf ein -ziemlich großes, dicht bewaldetes Plateau, von dessen Rande aus wir -eine wundervolle Aussicht über die Leglebi-Ebene bis hinter Kpandu und -zum Kunya-Gebirge hatten. Ich ließ hier eine kurze Rast machen, um dann -den sehr schwierigen steilen Abstieg zu beginnen, der für die Leute mit -ihren Lasten nicht ohne Gefahr war. Der ganze steile Bergabhang war mit -dichtem Buschwald bedeckt, der so niedrig war, daß die Lasten der Leute -nicht selten zwischen den Zweigen festsaßen, so daß schon deshalb ein -vorsichtiger Abstieg geboten war. An vielen Stellen war der Pfad -so steil, daß ich mich wundern mußte, daß alle Leute, ohne Schaden -erlitten zu haben, schließlich unten in der Ebene anlangten. Die -Ebene, welche wir nun zu durchziehen hatten, bevor wir Leglebi-Abesia -erreichten, war offenbar sehr fruchtbar, besonders in der Nähe des -Gebirges. Da, wo nicht Wald das Terrain bedeckte, war es dicht mit -den riesigen Halmen des Elefantengrases bewachsen. Überall zeigte -sich eine wunderbare Üppigkeit. Kurz nachdem wir das ehemalige nun -abgebrannte Dorf passiert hatten, zogen wir in dem neuen Leglebi-Abesia -ein. +Afue+ mit dem Pferde war bereits am frühen Morgen -eingetroffen und hatte schon für ein schattiges Haus für mich gesorgt, -da das erst in jüngerer Zeit wieder aufgebaute Dorf noch gar keine -Schattenbäume besaß, unter denen man einigermaßen vor den Strahlen der -Sonne geschützt gewesen wäre. Ich hatte mit Herrn +Thienemann+ -verabredet, daß er, falls eine Besserung in seinem Gesundheitszustande -eintreten sollte, mir nach Leglebi-Abesia nachkommen solle, doch -war von ihm hier nichts zu sehen noch sonst eine Nachricht für mich -eingelaufen. Ich machte hier einige kleine Ausflüge, um mich über die -Kautschukverhältnisse der Wälder zu orientieren, fand aber die Aussagen -der Eingeborenen, daß die Lianen meist schon ausgeschlagen seien, -bestätigt. Am Nachmittage setzten wir auch über kulturfähiges Land -unsere Reise nach Leglebi-Fiapi fort und machten dann in Leglebi-Duga -Halt, um unser Nachtlager daselbst aufzuschlagen. - -Zeitig am Morgen des 28. März ließ ich wieder aufbrechen. Über Kame -ging es in die Kame-Schlucht hinein, wo ich mich plötzlich über -Hämmern und Schlagen in der Nähe wundern mußte. Als wir uns dem -Tii-Flusse näherten, sah ich dann zu meiner Überraschung, daß Dr. -+Gruner+ mit Tongbe-Leuten im Begriffe stand, eine Brücke über -den zur Regenzeit nicht selten unpassierbaren Bach zu bauen. Auch er -hatte mich noch nicht zurückerwartet. Ich ließ meine Leute nun hier -rasten, um mit Dr. +Gruner+ einige Zeit verweilen zu können. Herr -+Thienemann+ und Herr +Franke+ erschienen auch bald auf der -Bildfläche. Ersterer sah furchtbar angegriffen aus. Die ungewohnte -lange Boëm-Reise hatte ihn offenbar mehr angegriffen, als er sich -selbst eingestehen wollte. Meine Karawane schickte ich gegen Mittag -nach Tongbe voraus und folgte dann selbst mit Herrn +Thienemann+ -am Nachmittage. In Agome-Tongbe trafen wir mit den Herren aus Palime -zusammen, die auf der Reise nach Kpandu waren, um daselbst in den -Faktoreien ihrer Firmen Inventar aufzunehmen. Um 3 Uhr ließ ich die -Karawane wieder zusammentreten und nach Misahöhe aufbrechen, wo wir -bald darauf eintrafen. Herr Dr. +Gruner+ und Herr +Franke+ -erschienen kurz nach uns. Noch am Nachmittage lohnte ich meine Träger -und Trägerinnen ab und schickte sie wieder nach Tongbe zurück, da Dr. -+Gruner+ für die Reise nach der Küste bereits neue Leute für mich -bestellt hatte. - -Bei dem rastlosen Arbeiten des Herrn Dr. +Gruner+ war es nach -seiner Krankheit durchaus notwendig, daß er sich eine kurze Erholung -gönne und sei es nur für einige Tage. Ich setzte daher alle Hebel in -Bewegung, um ihn zu bewegen, mich nach Amedjovhe zu begleiten, wohin -er schon längst eine kleine Erholungsreise zu machen beabsichtigt -hatte. Zu meiner Freude war er schließlich doch dazu bereit, falls ich -bis zum 30. März auf ihn warten würde. Gern willigte ich natürlich -darin ein, denn eine Reise mit ihm mußte für mich von ganz besonderem -Interesse sein. Schon am Abend des 28. März kamen meine neuen Träger -(fünf ausgesucht starke Männer aus Kpime) an. Am 29. März ritt ich -zusammen mit Dr. +Gruner+ zur Kame-Schlucht, wo er den Brückenbau -leiten wollte. Soweit dieses in meinen Kräften stand, half ich ihm -dabei. Am Nachmittage war dann die Sache so weit gediehen, daß wir die -Eingeborenen allein die Arbeit fortsetzen lassen konnten. - -Schon am Morgen des 30. März hatte ich die Träger vorausgeschickt, um -dann selbst der Karawane nachzufolgen. Herr +Thienemann+ blieb -auf Misahöhe zurück, um, sobald er wieder hergestellt sei, nach dem -Agu zurückzukehren. Mit Dr. +Gruner+, welcher noch vor seiner -Abreise sehr viel Amtsgeschäfte zu erledigen hatte, wollte ich in -Agome-Palime wieder zusammentreffen. In Kussundu, einem Dörfchen vor -Palime, holte ich meine Träger-Karawane wieder ein und zog nun mit -derselben nach Palime, wo ich noch verschiedene Einkäufe machte, -während ich auf Dr. +Gruner+ wartete, der etwa eine Stunde später -eintraf. Das ganze Gebiet um Agome-Palime herum würde sich zur Anlage -von Baumwoll-Versuchsplantagen eignen. Vor allen Dingen würden von -hier aus die Transportkosten nach der Küste nicht so bedeutend sein. -Ich habe zwar die Überzeugung, daß wahrscheinlich die Umgebung der -Leglebi-Dörfer noch geeigneter zu den Versuchen sein würde, da dort -auch der Boden besser zu sein scheint, doch hätte man beim Transporte -von dort nach der Küste pro 30 Kilo einen Tageslohn mehr für die Träger -in Verrechnung zu bringen. - -Die Reise des Herrn Dr. +Gruner+ nach Amedjovhe war für die -Eingeborenen sehr überraschend gewesen. Durch Folove und Kpalave -marschierten wir hindurch und bogen dann von der Straße nach Ho ab. -Erst durch fruchtbares Gelände marschierend, dann über einen steinigen -Hügelrücken steigend, gelangten wir, nachdem wir noch das Dörfchen -Ahudju passiert, gegen 4½ Uhr nachmittags nach Wuamme. Hier beschlossen -wir über Nacht zu bleiben. Ich gab nun sofort den noch ungeschulten -Kpime-Leuten Instruktionen im Aufstellen des Zeltes. Bald stand alles -in bester Ordnung; meine Lasten wurden, wie gewöhnlich, in meinem Zelte -untergebracht. Dr. +Gruner+ hatte für sich und seine Soldaten einige -Häuser in der Nähe erstanden. Nachdem wir unser Abendessen eingenommen -hatten, saßen wir beide Europäer noch gemütlich plaudernd bis 1 Uhr vor -meinem Zelte. - -Dr. +Gruner+ hatte mich gebeten, das Signal zum Sammeln am Morgen zu -geben. Ich rief daher die Leute um 5½ Uhr am folgenden Morgen zusammen, -und nachdem die Lasten fertig gepackt waren, schickten wir die Träger -unter Leitung eines Soldaten voraus. Dr. +Gruner+ und ich folgten mit -den Soldaten bald nach. Wir hatten zunächst ein hügeliges Land vor uns, -das bald in eine prachtvolle, fruchtbare Ebene abfiel, auf die ich hier -ganz besonders aufmerksam machen möchte. Diese Ebene ist gut bewässert -und würde bei Anlagen von Baumwoll-, Tabak- und Sisalplantagen sicher -einer näheren Beachtung wert sein. Besonders gutes Gelände durchzogen -wir, nachdem wir Moendu passiert hatten. Auch vor Khonuta sahen wir -wieder ganze Strecken, welche sich vorzüglich für bessere Kulturen -eignen würden. In Khonuta warteten unsere Träger auf uns. Wir schickten -das Gros derselben aber weiter nach Aflime und behielten nur wenige -Lasten zurück, welche wir nötig hatten, da wir hier eine kleine -Frühstückspause machen wollten. - -Auch das Gebiet zwischen Khonuta und dem Fuße des Amedjovhe-Gebirges -bei den Kpedje-Dörfern scheint recht fruchtbar und einer Beachtung wohl -wert. In dem Dorfe Aflime gab es viele Kokospalmen, an deren Früchten -sich unsere Träger ergötzten. Auch Dr. +Gruner+ und ich ließen -uns einige Nüsse öffnen, um die erfrischende „Milch“ derselben zu -trinken. Um 11 Uhr brachen wir wieder auf. Der Marsch auf das Gebirge -war recht anstrengend für die Leute, da der Weg sehr steil war, wir -mußten auch von den Pferden herunter, um sie hinauf führen zu lassen. -Oben angelangt, traten wir in einen großen Wald, der sich über den -ganzen Höhenrücken erstreckte. Nach etwas ¾stündigem Marsche, welcher -auch fast ausschließlich durch ein an falschen Kickxien sehr reiches -Waldgebiet führte, in dem die Eingeborenen leider bereits anfingen, -größere Strecken zur Anlage von Bananenpflanzungen niederzubrennen, -gelangten wir an den Fuß der kleinen Bergkuppe, auf der 770 m über -dem Meeresspiegel die Missionsstation Amedjovhe erbaut ist. Von -dem Missionar, welcher die Station leitete, wurden wir äußerst -liebenswürdig empfangen. - -Da ich nicht Zeit genug hatte, mich länger hier aufzuhalten und daher -bereits am nächsten Morgen die Reise nach der Küste, welche ich auf -Dr. +Gruners+ Wunsch durch die Landschaft Agotime zurückzulegen -beabsichtigte, antreten wollte, so unternahm ich noch unter der -Führung unseres liebenswürdigen Wirtes am Nachmittage einen kleinen -Spaziergang zur Besichtigung der Station. Landwirtschaftliches war -weniger zu sehen. Vor allen Dingen war Kaffee angepflanzt, der sehr -gut zu gedeihen schien und reichlich Früchte angesetzt hatte. Es -waren zwei Arten hier in Kultur, die erstere, der Liberia-Kaffee, -stand zwar gut, doch erschien an den meisten Beeren kurz vor ihrer -Reife ein Pilz, der dieselben dann in Kürze zerstörte und vollständig -schwarz färbte. Anders war es mit der zweiten Art; dieselbe ging als -Coffea arabica, schien mir aber von dieser verschieden zu sein; über -und über waren die Bäumchen mit Blüten und Früchten schwer beladen. -Auch schien die Frucht sehr gut zu sein, und das daraus hergestellte -Getränk hatte einen sehr guten Geschmack und ein vorzügliches Aroma. -Inwieweit sich die Kultur dieser Kaffeevarietät im großen lohnen -würde, läßt sich nicht sagen, da meines Wissens nie Proben dieses -Kaffees zur Begutachtung nach Europa geschickt worden sind. Da die -klimatischen und geologischen Verhältnisse des Amedjovhe-Gebirges denen -des Agome-Gebirges vollständig gleichen, so kann wohl mit ziemlicher -Sicherheit angenommen werden, daß diese Kaffeespezies auch dort sehr -gut gedeihen werde. Mit großem Erfolge wurde hier auch Rinderzucht -getrieben; vor allem gediehen die Kühe ausgezeichnet. Die Pferde, -welche auch vorzüglich heranwuchsen, zeichneten sich durch guten, -kräftigen Körperbau aus, wurden aber häufig von einer eigentümlichen -Krankheit befallen, die nach den Schilderungen unseres Wirtes der -Pferdekrankheit von Südost-Afrika ähnlich zu sein scheint. Auch die -Schafe sahen gesund aus, gehörten aber einer kleineren Art an, die sich -wohl bei Vergrößerung der Zucht weniger empfehlen würde. - -Gern wäre ich noch am nächsten Tage in Amedjovhe verblieben, um die -Wälder der Umgebung näher kennen zu lernen, doch bei derartigen Reisen -muß man mit Eventualitäten rechnen, die einem unterwegs manchmal -ziemliche Zeit rauben können; deshalb zog ich es vor, bei meiner -ursprünglichen Absicht zu bleiben und wirklich abzuziehen. Dem von -mir erhaltenen Befehle gemäß, erschienen meine Träger auch um 6 Uhr -morgens am 1. April aus dem nahe gelegenen Eingeborenen-Dorfe, in dem -sie während der Nacht untergebracht worden waren. Ich schickte die -Karawane voraus und folgte dann um 6½ Uhr selbst zu Pferde nach. -Der Abschied von Dr. +Gruner+, dem ich den glatten Verlauf meiner -ganzen Togo-Reise zu verdanken hatte, wurde mir ordentlich schwer. In -Salame, dem ersten kleinen Dorfe am Fuße des Gebirges, holte ich meine -Leute ein und marschierte nun mit ihnen nach Aflime, wo ich noch -einige Stämme des Ficus Vogelii anzapfte. Darauf ging es in schnellem -Marsche bis Moëndu, wo ich meinen Leuten zwei Stunden Zeit gab, Essen -zu kochen. Kaum hier angekommen, wurden wir von einem Eilboten des -Herrn Dr. +Gruner+ eingeholt, der mir noch einen Abschiedsgruß in -Form eines Paketes Cigarren überbrachte, die mir besonders willkommen -waren, da ich vor einigen Tagen die letzte der meinigen aufgeraucht -hatte. Von Moëndu um Mittag abmarschierend, zogen wir fast direkt -nach Süden, auf einem auf der Sprigadeschen Karte von Süd-Togo nicht -aufgezeichneten Wege, der direkt nach Klave führt. Der Weg war nicht -in besonders gutem Zustande, doch immerhin gut genug, daß man ihn zu -Pferde zurücklegen konnte. Dicht hinter Moëndu überschritten wir zum -ersten Male den Todjië-Bach, welchen wir noch häufig sehen sollten. -Die Vegetation des ersten Teiles zu beiden Seiten des Weges bestand -aus Buschwald, der eine große Menge Ölpalmen beherbergte. In diesem -Buschwalde war auch Ficus Vogelii ziemlich verbreitet. Nachdem wir etwa -eine Stunde marschiert waren, trafen wir auf einen Trupp eingeborener -Jäger, welche soeben drei Pinselohr-Schweine geschossen hatten. Ich -verabredete mit den Leuten, daß ich ihnen in Klave einen Teil eines -Schweines abkaufen werde, falls sie sich beeilen würden, eines der -Tiere dorthin zu bringen. Nachdem wir aus dem Buschwalde herausgetreten -waren, kamen wir in eine steinige Baumsteppe, welche für mich, als -Botaniker, manches Interessante geboten, wenn ich die Zeit gehabt -hätte, mich dort aufzuhalten. In Klave ließ ich nun eine kurze Rast -machen, bis die Eingeborenen mit dem erlegten Schweine erschienen, -von dem ich für mich und meine Träger eine Hälfte erstand. Von Klave -bis Shia war nur eine gute Marschstunde über ein Baumsteppengebiet, -ähnlich dem zwischen Moëndu und Klave, aber weniger steinig. Ich ließ -in Shia gar nicht rasten, da ich nicht wußte, wie lange wir noch bis -Nyive zu marschieren haben würden, wo ich das Nachtlager machen wollte. -Auch hinter Shia setzte sich anfangs die Steppe weiter fort, doch -bald wurde das Land wieder fruchtbarer, als wir uns dem Todjië wieder -näherten; denselben hatten wir vor Nyive noch zweimal zu überschreiten. -Zu unserem nicht geringen Erstaunen mündete unser Fußweg plötzlich -in einen wundervoll reingehaltenen breiten Weg, der uns über einen -kleinen Hügel direkt auf Nyive zu führte. Unterdessen hatte sich der -Himmel bedenklich verdunkelt, so daß ich meine Leute zu möglichster -Eile antrieb, da ich jeden Augenblick einen heftigen Gewitterregen -erwartete. In Nyive angekommen, ließ ich sofort das Zelt unter einem -wundervollen Milletiabaum aufschlagen und die Lasten, da der Regen eben -begann, hineinbringen. Dieser Gewitterregen muß eine Wohlthat für die -Umgebung gewesen sein, denn zwischen Klave und Nyive begannen die nach -dem ersten Regen aufgesprossenen Kräuter bereits wieder zu welken. Der -Regen dauerte bis gegen 5 Uhr am nächsten Morgen in mehr oder minder -leichten Schauern an. - -Als ich am 2. April sah, daß sich der Himmel klärte, ließ ich die -Leute wieder antreten, und weiter ging es, ohne auf den Wunsch des -Häuptlings zu hören, der mich bat, doch noch zu verweilen, da er mir -ein Geschenk schicken wolle. Da wir den Weg von Nyive nach Atikpui -nicht kannten, bat ich den Häuptling um einen Führer dorthin. Ohne -lange dadurch aufgehalten zu werden, erhielt ich einen jungen Mann, -der uns führen konnte. Infolge des Regens war das Gras in den Steppen -noch vollständig naß, so daß ich, als ich vom Pferde abstieg, um -einige interessante Pflanzen zu sammeln, total durchnäßt wurde. Die -Steppe wechselte hier mit kleinen Buschpartien, zwischen deren nassen -Büschen wir uns manchmal derartig hindurchwinden mußten, daß bereits -einige der Lasten ganz durchnäßt schienen; doch bald war dieser Schaden -wieder geheilt, als die Sonne höher stieg und alles abtrocknete. In -Atikpui hatte ich mich eine halbe Stunde aufzuhalten, da ich mir -einen neuen Führer bis Nyitoe suchen mußte. Da von den umherstehenden -Leuten keiner einwilligte, mußte ich erst den Häuptling rufen lassen, -der mir dann sofort den gewünschten Mann stellte. Ein großer Teil der -Strecke, welche wir nun vor uns hatten, besonders nach Nyitoe zu, -dürfte zu den fruchtbarsten Teilen der Landschaft Agotime gehören, -soweit ich sie kennen gelernt habe. Anfangs hatten wir wieder eine -sterilere Baumsteppe vor uns, doch nachdem wir den Todjië abermals -überschritten hatten, wurde das Terrain recht interessant. Hier dürften -sich große Strecken für Baumwoll- und vielleicht auch für Tabakbau -eignen. Besonders gut schien das Gebiet zwischen dem Todjië und dem -Kedjo. Ich möchte hier jedoch, um Mißverständnisse zu vermeiden, -darauf aufmerksam machen, daß ich, wenn ich von gutem fruchtbaren -Gebiete schreibe, nur die Togo-Verhältnisse im Auge habe, da es sich -hier nur um die eventuelle landwirtschaftliche Entwickelung dieser -Kolonie handelt. In einem von der Natur so reich beschenkten Lande, -wie dasjenige am Kamerun-Gebirge, würden natürlich selbst die für Togo -fruchtbar geltenden Orte als geringwertig angesehen werden. Ich möchte -daher besonders davor warnen, etwa die wirtschaftlichen Verhältnisse -des Gebietes am Kamerun-Gebirge auf Togo zu übertragen, denn dies müßte -notwendigerweise zu einem Fiasko führen, schon da, abgesehen von der -sehr verschiedenen Beschaffenheit des Bodens, die meteorologischen -Verhältnisse ganz andere sind. - -Kurz vor unserm Einzuge in Nyitoe überschritten wir noch den Kedjo, -der sich hier mit dem Todjië vereinigt. Wie fast alle Dörfer im -südlichen Togo, hat auch Nyitoe seinen Fetischplatz, bevor man in -die Stadt kommt. Eine besonders wichtige Rolle scheint an solchen -Plätzen eine Jatrophaart zu spielen, welche man stets als Umrandung -dieser Fetischplätze angepflanzt sieht. Die Form der Plätze ist sehr -verschieden, ebenso die Lage derselben. Überall werden sie sehr -reinlich gehalten. In Nyitoe sah ich zum ersten Male die für Agotime -charakteristischen merkwürdigen Thorhäuser, welche, größer als die -anderen Häuser erbaut, den Eingang zum Marktplatze bilden. Auch ein -Eisenschmied war dicht neben unserm Lager auf dem Marktplatze in -voller Thätigkeit und bewies trotz seiner recht primitiven Instrumente -eine große Geschicklichkeit. Gegen 12 Uhr von Nyitoe aufbrechend, -marschierten wir durch Sukpe, ein Dorf, das ebenso groß wie Nyitoe -und von diesem nur durch einen schmalen Buschwaldstreifen getrennt -ist. Allenthalben, wo ich mich hier in Agotime zu Pferde sehen ließ, -liefen die Frauen und Kinder davon, als ob der Gottseibeiuns käme, -und wurden erst wieder beruhigt und zutraulicher, wenn sie sahen, -daß auch meine Leute sich an das Pferd heranwagten. Interessant war -übrigens, daß in den sämtlichen Buschwäldern, welche wir südlich vom -Amedjovhe-Gebirge durchzogen, keine Spur der falschen Kickxia zu -finden war. Es scheint, daß ihre Südgrenze etwa die Gegend am Fuße des -Amedjovhe-Gebirges ist. Landolphien waren hin und wieder zu sehen, -doch selten in stärkeren Exemplaren. Ficus Vogelii ist allenthalben -in den Dörfern von Süd-Togo wie Mittel-Togo als Schattenbaum auf -Marktplätzen angepflanzt. Von Sukpe nach Apegame ging der Weg über -ziemlich trockene Savannengebiete, die mehr oder minder spärlich mit -kurzen Bäumen bedeckt waren, an einem kleinen Farmdorfe vorbei, für -welches uns die dort wohnenden Leute den Namen Kpadjakho angaben. In -der Steppe gab es sehr viele Borassuspalmen, deren Früchte von den -Eingeborenen hin und wieder genossen werden. Die Kinder saugen gern -die süßliche, fleischige Pulpa aus, welche die Nüsse, deren stets drei -zusammensitzen, umschließen. Als wir kurz hinter Apegame eben den -Todjië wieder überschritten hatten, wurden wir inmitten der Steppe -von einem sehr starken Regen überrascht, der uns bald vollständig -durchnäßte. Da wir bereits eine ziemliche Strecke von den letzten -Häusern entfernt waren, war es unnütz, erst wieder umzukehren; ich -ließ deshalb trotz des Regens, der übrigens bald vorübergezogen war, -den Marsch fortsetzen. Die Savanne vor Bottoe war ziemlich steriler -Natur und dürfte daher weniger für europäische Plantagenanlagen -geeignet sein, würde aber doch zur Bepflanzung mit Manihot Glaziovii -zu empfehlen sein. Etwa eine halbe Stunde vor Bottoe erreichten wir -die unter Leitung eines eingeborenen Negers stehende Außenstation der -Bremer Mission. In Bottoc kamen wir gegen 4 Uhr am Nachmittage an. -Trotz des schlechten Rufes, welchen die Eingeborenen dieser Ortschaft -haben, wurden wir daselbst sehr freundlich aufgenommen. Der Häuptling -brachte mir ein Geschenk von drei Hühnern und etwas Mais. Ich hatte -während der letzten Zeit vorzugsweise von Eiern gelebt, welche wir -allenthalben in den Dörfern für Tabak reichlich kaufen konnten, da ich -gegen Konserven und das ewige Hühnerfleisch eine furchtbare Abneigung -bekommen hatte. Am Morgen des 3. April brachen wir um 6 Uhr wieder auf. -Der Häuptling des Dorfes hatte mir bereitwilligst einen Führer bis -Batome bestellt, von wo aus ich dann einen neuen Führer bis Assahun zu -nehmen gedachte. Über eine sterile Savanne, welche sich wohl nur zur -Bepflanzung mit Manihot Glaziovii eignen dürfte, führte der Weg. Die -infolge der ersten Regen hervorgesprossene Vegetation fing schon wieder -an bedenklich zu vertrocknen. In einem kleinen Farmdorfe, welches wir -passierten, beklagten sich die Eingeborenen über die ausbleibenden -Regen. Das Wasser hatten sie von ziemlicher Distanz herbeizuschaffen, -da die sämtlichen Quellen und sonstigen Wasserplätze in der Umgebung -ausgetrocknet waren. Etwa eine halbe Stunde vor Batome marschierten -wir durch das Dorf Seva. In Batome machte sich der Wassermangel erst -recht bemerkbar, wir hatten hier viel Geld für das von den Eingeborenen -herbeigeschaffte Wasser zu zahlen. - -Von einigen Weibern kaufte ich hier eine Anzahl Finger- und Armringe, -ebenso gelang es mir, einige Exemplare ovaler Messingringe zu erstehen, -welche am Fuße über dem Spanne getragen werden. Die Fingerringe -und ein Teil der Armringe waren aus Nickel verfertigt. Nach Angabe -der Eingeborenen waren sie in Assahun hergestellt. Es ist wohl -nicht unwahrscheinlich, daß ein Teil der nach Togo importierten -Fünfpfennigstücke zu derartigen Arbeiten verwendet wird. Um 12 Uhr ließ -ich wieder aufbrechen, diesmal ohne Führer. Es war in der trockenen -Steppe drückend heiß, dazu schien der Weg immer unkenntlicher zu -werden. An einigen verlassenen Farmdörfern zogen wir vorbei, bis -allmählich die Gegend einen interessanteren Charakter annahm. Hin und -wieder zeigten sich kleine Buschwäldchen, die immer häufiger zu werden -schienen, und dazwischen lagen die Farmen der Eingeborenen. In Agorome -floh die ganze Bevölkerung, als sie des Weißen auf dem Pferde ansichtig -wurde, nur mit Mühe konnte ich einige Leute bewegen, zurückzukehren, -um mir den Weg zu zeigen. Nach etwa einer weiteren Stunde gelangten -wir nach Seve, wo ich für die Nacht geblieben wäre, wenn nicht die -Einwohner behauptet hätten, weder genügend Wasser noch Nahrung zu -haben. Es blieb uns also nichts übrig, als den Marsch bis Assahun -fortzusetzen. Etwa 20 Minuten vor Assahun kamen wir wieder auf die -breite Lome-Misahöhe-Straße und trafen dann mit Einbruch der Dunkelheit -in Assahun ein. Ich ließ sofort das Zelt aufschlagen, um für die Nacht -hier rasten zu können, meine Leute fanden Unterkommen in den Häusern -der Eingeborenen. - -Gegen 5½ Uhr rief am 4. April meine Signalpfeife unsere Schar wieder -zusammen. Da ich die Absicht hatte, bloß bis Badja zu marschieren, -ließ ich heute nicht so zur Eile antreiben. In Kewe ließ ich am -Logirhause eine halbe Stunde Rast machen und dann direkt nach Badja -vorgehen, wo wir schon um 10 Uhr unter Ficus- und Affenbrotbäumen das -Zelt aufstellen konnten. Es schien hier ein großer Palavertag zu sein, -denn in der Nähe meines Zeltes wurde eine lange Gerichtsverhandlung -vom Häuptlinge abgehalten. Ich wurde zwar aufgefordert, auch daran -teilzunehmen, schlug diese Einladung aber ab, da ich mich nicht in die -Angelegenheiten der Leute mischen wollte. Gegen Abend mußte ich den -Häuptling rufen lassen, um ihn aufzufordern, für einen Polizeisoldaten, -dessen Träger entlaufen war, einen neuen Träger zu stellen. Wie sich -herausstellte, hatte eigentlich der Soldat selbst Schuld an der Sache, -und deshalb waren die Badja-Leute gegen ihn aufgebracht, doch gelang -es mir, den Streit zur Zufriedenheit beider Parteien beizulegen, so -daß sich der Häuptling verpflichtete, in aller Frühe am nächsten -Tage den gewünschten Träger bis Palime zu stellen. Unsern Aufenthalt -am Nachmittage in Badja benutzte ich dazu, die Steppen botanisch zu -untersuchen, wobei es mir gelang, einige recht interessante Funde zu -machen. Am Abend begann ein sehr starker Regen, welcher die ganze -Nacht hindurch nicht endete und unsern Aufbruch am nächsten Morgen bis -7 Uhr verzögerte. Kaum waren wir auf dem Wege wieder in der Steppe, -als der Regen mit erneuter Heftigkeit wiederum begann. Doch wollte -ich mich dadurch nicht mehr in unserm Fortkommen behindern lassen -und ließ nun unter diesen nicht gerade sehr angenehmen Zuständen den -Marsch fortsetzen. Waren wir und die Lasten doch bereits vollständig -durchnäßt, so konnte etwas Regen mehr oder minder weiter keinen -bedeutenden Schaden anrichten. Die Wege waren allerdings infolge -ihrer lehmigen Beschaffenheit so schlüpfrig, daß mehrere Male Träger -mit ihren Lasten stürzten. Ebenso hatte ich mit meinem Pferde gut -aufzupassen, denn auch das Tier konnte nicht sicher treten. Nachdem -wir Noeppe passiert, trafen wir gegen 11 Uhr vollständig durchnäßt in -Akeppe ein. Zu unserm Glück hatte der Regen nachgelassen, so daß wir -in den nichts weniger als regendichten Rasthütten daselbst verbleiben -konnten. Am Nachmittage klärte sich zu unserer Freude der Himmel auf, -ja, die Sonne trat sogar hervor und gab uns somit Gelegenheit, einen -Teil der Lasten zu trocknen. Leider gesellte sich eine neue Plage -wieder zu uns, nämlich die Ameisen, die nun nach dem Regen unsern -Lagerplatz zu Hunderten umschwärmten und, wo sie nur Gelegenheit -fanden, ihre Wut an den nackten Füßen der Träger ausließen. Auch ich -machte am Abend, nachdem ich mir die hohen Stiefel abgezogen hatte, -wiederholt ihre Bekanntschaft. - -Am nächsten Morgen stand die Karawane schon um 5 Uhr reisefertig -da. Um 7 Uhr ließ ich noch einmal bei einem Farmdorfe eine kurze -Frühstücksrast machen und ritt dann nach Lome voraus, wo ich um 10½ Uhr -eintraf, während meine Karawane um 11 Uhr anlangte. Ich traf umgehend -meine Vorbereitungen zur Abreise und erledigte einige mir von Dr. -+Gruner+ mitgegebene Aufträge. Den Abend verbrachte ich noch in einer -gemütlichen Gesellschaft bei Herrn Dr. +Wendland+. - -Pünktlich erschien gegen Mittag am 7. April der Dampfer „Eduard -Bohlen“, der mich nach Europa bringen sollte. Gern wäre ich noch -länger in Togo geblieben, wenn ich mir nicht hätte sagen müssen, daß -in Europa viele Arbeiten während der Monate meiner harrten, welche ich -daselbst zu verbringen gedachte. Die Fahrt durch die Brandung verlief -auch glücklich, obgleich dieselbe nicht ganz gefahrlos war. Um 2 Uhr -lichtete der Dampfer die Anker, und fort ging es, der Heimat zu. - -In den ersten Tagen der Heimreise verlief unsere Fahrt noch -einigermaßen zu unserer Zufriedenheit, doch bald verringerte sich die -Geschwindigkeit immer mehr, so daß wir mit der Zeit unsere Ankunft in -Europa immer weiter verschieben mußten. Die Fahrt war keineswegs eine -gemütliche und zufriedenstellende, so daß alle Passagiere aufatmeten, -als wir am 1. Mai mit einer fünftägigen Verspätung in die Elbe -eindampften. - - - - -VI. Kapitel. - -Allgemeines und Untersuchungen. - - -Als kurz nach der Entdeckung Amerikas nach Europa die Kunde gelangte, -daß die Eingeborenen von Haïti sich bei ihren Spielen kleiner -elastischer Bälle bedienten, die aus dem Safte von Bäumen hergestellt -wurden, da konnte wohl niemand ahnen, welche epochemachenden -Entdeckungen später noch von diesem vegetabilischen Produkte abhängen -sollten und welch ein begehrter Handelsartikel dasselbe noch werden -sollte. Nach dem einheimischen Namen des Produktes Caú-cho bildeten -sich in Europa bald die Worte Caoutchouc oder Kautschuk aus, und unter -diesem Namen wurde es zunächst in Europa als Merkwürdigkeit bekannt. -Nachdem man dann seine Fähigkeit entdeckt hatte, Bleistiftstriche -auf Papier auszuradieren, wurde es in England allgemein Rubber oder -India-Rubber genannt. Auch um Wasserdichtigkeit bei Stoffen zu -erzielen, fand der Kautschuk schon vor Ende des letzten Jahrhunderts -Verwendung; doch da noch nicht seine Vulkanisationsfähigkeit entdeckt -war, hatte man solche Stoffe vor Wärme und vor allen Dingen vor -Sonnenstrahlen zu schützen, da dieselben infolge der eintretenden -Oxydation des Kautschuks klebrig wurden. - -Auch in Indien und später in Afrika gelang es schließlich, Bäume und -Lianen ausfindig zu machen, aus deren Milch man Kautschuk herstellen -konnte. Es würde zu weit führen, wenn ich hier näher auf die -Entdeckungsgeschichte der einzelnen Pflanzen eingehen würde; sie ist -schon wiederholt genauer behandelt worden. - -Nach der Entdeckung der wunderbaren Fähigkeiten des Kautschuks wuchs -natürlich der Bedarf in unerwarteter Weise und mit ihm sein Wert. -Infolgedessen suchten die Kautschuksammler die ihnen zugänglichen -Kautschukgebiete möglichst auszubeuten, und so kam es, daß die -Pflanzen in der rohesten Weise angezapft wurden, sogar derartig, daß -ganze Bestände allmählich dahinstarben. Allerdings wurden bei dieser -gewissenlosen Ausbeutungsmethode in den folgenden Jahren riesige -Quantitäten in den Handel gebracht, doch zeigte sich sehr bald in den -darauf von Jahr zu Jahr geringer werdenden Mengen das Endresultat. Mit -Ausnahme des Congostaates sind in Afrika die sämtlichen Kautschuk -liefernden Kolonien in ihrer Produktion zurückgegangen. Bei dem -Congostaate ist das entgegengesetzte Faktum nicht etwa in einer -vorsichtigeren Behandlung der Kautschukbestände zu suchen, wie man -häufig versucht hat, die Sachlage darzustellen, sondern ist einzig und -allein durch das Erschließen immer neuer Gebiete zu erklären. Es werden -zwar von der dortigen Regierung den übrigen Handelsgesellschaften, -welche Kautschuk exportieren, gewisse Verpflichtungen auferlegt, -wie z. B. Anpflanzen neuer Bestände etc., doch erstens werden diese -Verordnungen keineswegs sehr streng genommen, zweitens aber dürften -lange nicht genügend Sämlinge beschaffbar sein, um die daselbst im -Innern allgemein stattfindenden Verwüstungen wieder gut zu machen. -Wenn man sieht, wie bereits seit Jahren z. B. in der Lagos-Kolonie der -Engländer sowie an der Goldküste die Produktion von Kautschuk infolge -des unverantwortlichen Vorgehens der Kautschuksammler zurückgegangen -ist, so muß man sich wundern, daß nicht schon lange durch Anpflanzungen -dieser Schaden gut zu machen versucht worden ist. Dass man bei solchen -Anpflanzungen vor allen Dingen Bäume, welche Kautschuk liefern, den -Lianen vorziehen sollte, ist leicht dadurch zu begründen, daß die -Lianen erst nach langen Jahren anzapfbar sind und selbst dann nur -geringere Quantitäten Kautschuk liefern; außerdem aber lassen sich bei -ihnen nicht so leicht Vorkehrungen treffen, um schadloses Anzapfen -möglich zu machen. Der Abbau solcher Bestände wird daher stets ein -mehr oder minder ausgeprägter Raubbau bleiben. Ganz anders liegen die -Verhältnisse bei den Bäumen. Dieselben weisen ein viel schnelleres -Dickenwachstum auf und geben entschieden viel größere Quantitäten -Kautschuk liefernder Milch. Es sollte aus diesem Grunde nicht allein -von Seiten privater Plantagengesellschaften alles versucht werden, -ausgedehnte Kautschukplantagen zu schaffen, sondern es sollten auch -derartige Unternehmungen in jeder Weise von der Regierung unterstützt -werden. An der Goldküste haben im letzten Jahre die Engländer begonnen, -dieser Frage ein besonderes Interesse entgegenzubringen, und dort -bereits ausgedehnte Kickxia-Anpflanzungen angelegt. Da nun gerade -von deutscher Seite viel, man könnte sagen am meisten zur näheren -Kenntnis der für derartige Anlagen eventuell brauchbaren Kautschukbäume -beigetragen ist, so wäre es doch recht betrübend für unsere Nation, -wenn uns auch hierin wieder die Engländer zuvorkommen würden und so -gewissermaßen wieder die Früchte deutscher Arbeiten und deutscher -Forschungen genießen würden. - -Betrachten wir einmal die in Afrika heimischen Kautschuk liefernden -Gewächse in Bezug auf ihre Anbaufähigkeiten. Bei weitem der größte -Teil des afrikanischen Kautschuks wird von Landolphia-Arten gewonnen. -Da die Angaben der Sammler sich häufig widersprechen, ist man in -vielen Fällen noch keineswegs genau unterrichtet über die Möglichkeit, -aus dem Milchsaft einiger Arten wirklich Kautschuk zu gewinnen. Ganz -besonders ist dieses der Fall bei den Arten mit großen Blüten, aus -der Verwandtschaft der Landolphia comorensis, und es wäre daher sehr -erwünscht, wenn die in Afrika lebenden Sammler gerade dieser Frage -spezielle Aufmerksamkeit schenken und von den einzelnen Arten genau -feststellen würden, ob sie Kautschuk liefern oder nicht. Als sicher -Kautschuk gebend sind uns bisher aus Afrika die folgenden Arten bekannt: - -1. Landolphia tomentosa A. Dew. aus Senegambien, welche die größte -Menge des dorther stammenden Kautschuks liefern soll. - -2. Landolphia Heudelotii D. C., welche vielleicht von L. tomentosa nur -als Abart verschieden ist. - -3. Landolphia comorensis K. Sch. aus Ostafrika, von der höchst -wahrscheinlich die von verschiedenen Autoren als mit ihr identisch -betrachtete, keinen Kautschuk liefernde Pflanze spezifisch verschieden -ist. - -4. Landolphia Klainei Pierre aus dem Flußgebiete des Congo. - -5. Landolphia owariensis Pal. de Beauv. mit einer weiten Verbreitung -über den westlichen Teil Afrikas und im Sudan. Mit dieser Art ist L. -Klainei häufig verwechselt worden. - -6. Landolphia Kirkii Th. Dyer aus dem südöstlichen Afrika. - -Von diesen hier aufgezählten Arten ist der von Landolphia Klainei -gewonnene Kautschuk der beste und wohl überhaupt der beste aus Afrika -bisher bekannt gewordene. Von ihr wird auch das als „Kassai rouge“ in -den Handel kommende Produkt gewonnen. Im Congostaate hat aus diesem -Grunde die Regierung auch da, wo sie Landolphia-Anpflanzungen begonnen -hat, hauptsächlich diese Art heranziehen lassen. Es sind meines Wissens -Resultate derartiger Anpflanzungen noch nicht bekannt, da dieselben -alle viel zu jung sind, um einen Ertrag liefern zu können. Es wird auch -noch eine lange Reihe von Jahren vergehen, ehe man mit dem Abernten -der Lianen beginnen kann, ohne sogleich einen empfindlichen Schaden -herbeizuführen. Ich bin persönlich der Ansicht, daß eine Liane etwa 15 -Jahre alt sein müßte, ehe ihr Hauptstamm anzapfungsfähig ist. Bei dem -immensen Längenwachstum, welches diese tropischen Lianen besitzen, ist -es nicht zu verwundern, daß die Pflanze zu gleicher Zeit ein stärkeres -Dickenwachstum nicht aufweisen kann. - -In Kamerun hat Herr +Günther+ auf der Soppo-Plantage vor einigen Jahren -eine Landolphia-Anpflanzung begonnen, welche, als ich sie zum letzten -Male zu sehen Gelegenheit hatte, recht gesund aussah, doch hatten -die etwa 2½jährigen Stämme noch nicht 1 cm im Durchmesser erreicht; -einige derselben hatten dabei allerdings bereits eine Länge von 5 -m aufzuweisen. Die Kultur der Lianen wäre keineswegs zu verwerfen, -wenn man aus irgend welchen Gründen gezwungen ist, Waldpartien in den -Plantagengebieten stehen zu lassen, in denen bereits Kautschuklianen -vorhanden sind. Da wäre durch jährliches Nachpflanzen die Möglichkeit -vorhanden, mit der Zeit eine regelrechte Landolphia-Schonung -zu erziehen, welche dann eine gute Nebeneinnahmequelle für die -Plantage bilden würde. Ebenso ist es keineswegs zu übersehen, daß -sich Landolphien auch an den Schattenbäumen in den Kakaoplantagen -anpflanzen ließen. Da man, wenn die Pflänzchen erst einmal die Höhe -von einem Fuß erreicht haben, gar keine Arbeit mit ihnen hat, und -die Anpflanzungen somit fast gar nichts kosten würden, so ließe sich -eventuell auch diese Art von Kautschuk-Nebenkultur empfehlen. Die -Früchte der am Kamerun-Gebirge einen guten Kautschuk liefernden Liane, -welche fälschlich wiederholt als Landolphia florida bezeichnet worden -ist, sind auf den Märkten der Baquiri unter dem Namen „Maniongo“ in -den Monaten Dezember, Januar und Februar mit Leichtigkeit in Mengen zu -erstehen; Schwierigkeiten im Beschaffen der Samen lägen also nicht vor. -Leider enthalten die Blätter und die jüngeren Teile der Landolphien -keinen brauchbaren Kautschuk, sonst ließe sich ja eventuell in -ähnlicher Weise, wie der Wurzelkautschuk im Congo- und Angola-Gebiete -hergestellt wird, aus ihnen das Produkt gewinnen, und dann würde -allerdings eine Landolphiaplantage ein äußerst empfehlenswertes -Unternehmen sein. Ich habe während meiner Expedition gerade dieser -Frage der Möglichkeit des Ausziehens von Kautschuk aus den jüngeren -Teilen der Kautschukpflanzen ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet und -habe dabei immer mehr die Überzeugung gewonnen, daß bei Landolphien -und Kickxien dieses unmöglich sei. Die Kautschukpflanzen scheiden in -sämtlichen jüngeren Teilen einen Milchsaft aus, aus dem sich kein -brauchbarer Kautschuk, sondern nur ein dem Vogelleim ähnliches Produkt -der Ficusarten gleiches Material herstellen läßt. - -[Illustration: Eingeborene von Wangata.] - -Inwiefern die amerikanischen Kautschukpflanzen, vor allen Dingen -die Hevea, bei Gewinnung von Kautschuk aus den jüngeren Teilen in -Betracht kommen können, habe ich bisher leider noch nicht Gelegenheit -gehabt, feststellen zu können. Es wäre sehr wünschenswert, daß auch -mit dem Ceara-Kautschuk ähnliche Versuche gemacht werden würden, -da bei diesem die Kautschuk liefernde Latex höher in die jüngeren -Teile hinaufsteigt als bei Landolphien und Kickxien. Die Verwandlung -der Latex in solche, welche wirklich guten Kautschuk liefert, geht -also innerhalb der Pflanze vor sich. Sollte sich da nicht ein sehr -interessantes und vielleicht auch höchst erfolgreiches Studium für -einen sich in den Kautschukgegenden Afrikas aufhaltenden Chemiker -darbieten? Aus der Verschiedenheit der chemischen Zusammensetzung -der Latex in den verschieden alten Teilen der Pflanze ließen sich da -wahrscheinlich höchst wichtige Schlüsse ziehen, die uns der wirklichen -Erkenntnis des Kautschuks um ein Beträchtliches näher bringen könnten. -Ich entsinne mich übrigens auch, daß bei Landolphia Kirkii die wirklich -brauchbare Kautschuk liefernde Milch fast bis in die jüngsten Teile -hinein steigt. Ich selbst habe aus den Fruchtschalen dieser Art -im Hinterlande von Inhambane einen durchaus brauchbaren Kautschuk -herausziehen können. Also auch diese Art dürfte, wenn es sich darum -handelt, aus den jüngeren Teilen der Pflanzen Kautschuk zu gewinnen, -einer Beachtung wert sein. Ich würde vorschlagen, zu diesem Zwecke eine -größere Quantität der jüngeren Zweige mit ihren Blättern und Blüten -zu einem Brei zu stampfen oder sonstwie stark zu zermalmen und dann -vollständig zu trocknen. Zum Zwecke der Untersuchung wären mindestens -50 Pfund dieses Materials nötig. In Europa ließe sich dann mit -Leichtigkeit der etwa in dieser Masse enthaltene Kautschuk auswaschen, -und die Qualität und Quantität des gewonnenen Produktes wäre dann -leicht festzustellen. - -Man hat in letzter Zeit den Gedanken in Erwägung gezogen, ob sich eine -vorteilhaftere Kautschukgewinnung ergeben könne, wenn von Kickxien -oder Manihot Glaziovii die Rinde geschält würde und dann aus ihr, -sei es an Ort und Stelle, sei es in Europa, der darin enthaltene -Kautschuk gewonnen würde. Daß dieses Verfahren möglich ist, liegt auf -der Hand. Ich bin auch der Überzeugung, daß, obgleich beim Abschälen -der Rinde eine enorme Menge des Milchsaftes verloren gehen würde, die -in derselben bleibende Quantität eine größere Menge Kautschuk ergeben -würde, als man sonst bei einmaligem Anzapfen erhalten könnte. Aber -hieße dies nicht den Raubbau, gegen den seit Jahren versucht wird, -anzukämpfen, da man bereits zur Genüge kennen gelernt hat, welche -Folgen er nach sich zieht, noch bedeutend unterstützen? Welcher Gewinn -läge darin, wenn wir allerdings bei einmaligem Abschälen des Baumes -eine große Quantität des erwünschten Produktes gewännen, während -nach mehrjährigem vorsichtigen Anzapfen derselbe Baum eine bedeutend -größere Menge desselben geliefert haben würde? Es kann uns doch nicht -daran liegen, möglichst schnell eine bedeutende Kautschukproduktion -zu erlangen, sondern vielmehr sollte es meiner Ansicht nach unser -Bestreben sein, eine dauernde genügende Produktionsfähigkeit der -Kautschukländer zu schaffen. - -Meiner Ansicht nach kann nur da ein Abschälen der Rinde zum Zwecke der -Kautschukbereitung in Betracht kommen, wo infolge zu hohen Alters oder -übermäßiger Anzapfung- durch Anschneiden der Bäume gar kein und nicht -genügend Kautschuk gewonnen werden kann. - -Von den Pflanzen, welche im Rufe stehen, den Wurzelkautschuk von -Angola und vom Congo zu liefern, hatte ich nur Gelegenheit, Carpodinus -lanceolatus K. Sch. kennen zu lernen. Diese Pflanze wächst in sandigen, -kurzgrasigen Savannen, in denen sie während des ganzen Tages den vollen -Sonnenstrahlen ausgesetzt ist. Für eine Kolonie wie Kamerun kann sie -also als anbaufähig gar nicht in Betracht kommen. Der Kautschuk, -welcher von ihr gewonnen wird, ist keineswegs von so guter Qualität wie -häufig geschildert wird. Überhaupt sind in neuerer Zeit die Angaben -über die Güte dieses sowohl wie auch ähnlicher Produkte recht häufig -übertrieben worden. Die Art der Gewinnung des Kautschuks von Carpodinus -lanceolatus ist außerdem eine solche, die viele Arbeitskräfte -erfordert, und daher schon wäre der Verdienst für den Europäer zu -gering, wenn er nicht die fertige Ware von dem Eingeborenen kaufen -kann, der die zur Herstellung derselben nötige Zeit und Arbeit beim -Verkaufe nicht rechnet. Was die Pflanze aber besonders für Kulturen -ungeeignet erscheinen läßt, ist ihre auffallende Empfindlichkeit gegen -jede Wachstumsstörung. Selbst Wurzelstöcke von bedeutender Länge -sterben bei leichter Verletzung bald ab, vielleicht an Verblutung durch -Austreten des Milchsaftes. Während meines Aufenthaltes in Dolo-Ebenen -am Stanley-Pool habe ich diesbezüglich die verschiedensten Versuche -gemacht. Selbst Pflanzen mit über fußlangen Wurzelstöcken starben -trotz reichlicher Bewässerung in wenigen Tagen ab. Keinen besseren -Erfolg hatte ich beim Ausstechen von Rasenstücken mit Carpodinus, die -etwa einen Fuß im Durchmesser hatten. Die darin enthaltenen Pflanzen -siechten auch allmählich dahin. Auch einige nach Kamerun geschickte -Rasen und Wurzelstöcke starben trotz guter Pflege in Victoria wie -in Buea langsam ab. Entgegen verschiedenen Behauptungen enthält der -oberirdische Teil von Carpodinus lanceolatus keine Milch, die zur -Bereitung eines guten Kautschuks verwendet werden kann. Ich habe -denselben mit den verschiedensten Koagulationsmitteln behandelt und -konnte doch nie ein besseres Produkt herstellen als von den als nicht -kautschukgebend bekannten anderen Apocynaceen. Ich also kann diese -Pflanze für Kulturen irgend welcher Art nicht empfehlen. Das aus den -Wurzelstöcken gewonnene Quantum Kautschuks ist außerdem ein geringes -und entspricht in keiner Weise der Mühe und Arbeit, welche zu seiner -Herstellung erforderlich sind. - -Nach den Angaben von verschiedenen Reisenden sollen im Kwango-Gebiete -und Angola Wurzelkautschuk-Arten vorkommen, die ein wirklich gutes -Produkt liefern, doch bin ich davon überzeugt, daß es sich dann um -andere Pflanzen handeln muß als um Carpodinus lanceolatus. Einige -getrocknete Wurzelstöcke des Carpodinus lanceolatus, welche ich im -Berliner botanischen Museum untersuchte, zeigten auch nur geringe -Spuren ihres Kautschukgehaltes. - -Von den übrigen windenden Carpodinusarten, deren im Stromgebiete des -Congo eine größere Anzahl vorkommt, ist mir keine begegnet, welche -brauchbaren Kautschuk liefert. Die Milchsäfte sämtlicher Apocynaceen -und Asclepiadaceen enthalten eine gewisse Quantität Kautschuk, doch -ist bei fast allen eine so große Menge von Harzen vorhanden, daß die -wirkliche Kautschuknatur der koagulierten Milch durch die zähen, -klebrigen Harze vollständig verdrängt wird. - -Mit Ausnahme der Ficus Vogelii sind bis jetzt aus Afrika noch -keine Feigenbäume bekannt geworden, deren Milchsaft sich zur -Kautschukfabrikation eignet. Bei allen diesen ist die Latex sehr stark -mit Harzen vermischt, welche das durch die Koagulation gewonnene -Produkt zu einem zähen Leim verwandeln, welcher sogar in einigen -Gegenden Afrikas als Vogelleim verwendet wird. Hin und wieder werden -von einigen Firmen der Westküste einige Tonnen dieses Stoffes -nach Europa geschickt und finden dort, da sie ja selten kommen, -in einigen Kautschukfabriken Absatz. Allerdings zu einem geringen -Preise, da sie nur für wenige Artikel zu verwenden sind. So zum -Beispiel, um Wasserdichtigkeit von Stoffen etc. zu erzeugen. Von einer -unserer ersten Autoritäten in der Kautschukfabrikation erfuhr ich -diesbezüglich, daß es billiger sei, durch Hinzufügung von Harzen, wie -z. B. Kolophonium zu gutem Kautschuk, diese vogelleimähnliche Masse -in Europa herzustellen, als sie von Afrika zu importieren, wo dann -noch die Frachtspesen etc. bezahlt werden müssen. Es scheint also, als -ob für das Produkt jener Ficusarten kein großer Absatz zu erwarten -ist. Anders würde es allerdings sein, wenn nicht mehr genügend guter -Kautschuk auf den Markt gebracht werden würde, dann müßte man natürlich -auch diesen mit Harzen vermischten Kautschuk verwenden, um den besseren -Kautschuk für besondere Artikel verarbeiten zu können. In einer -Kautschukfabrik sah ich einst ganze Fässer dieses klebrigen Produktes -der Ficusarten, und hörte damals, daß dasselbe für die Herstellung -verschiedener Artikel zu verwenden sei. Man hatte 1,50 Mark für das -Kilo dieses Kautschuks bezahlt und teilte mir mit, daß sich bei diesem -Preise eine Einfuhr nach Europa wohl bezahlt machen könnte. Wo also -genügend solcher Ficusarten vorhanden sind, so daß von den in Afrika -ansässigen Firmen diese Ware zum Preise von 75 Pfennigen pro Pfund auf -den europäischen Markt gebracht werden kann, wäre es daher vielleicht -empfehlenswert, dem Abbau der Ficuswaldungen (wie z. B. im Hinterlande -von Inhambane) einiges Interesse entgegenzubringen, doch vorher ist es -erwünscht, festzustellen, wie viel dieser Ware absetzbar sein würde. - -Bei Ficus Vogelii liegen die Verhältnisse etwas günstiger. Diese Art -liefert einen Kautschuk, der zwar nicht harzfrei ist, aber doch nicht -klebt. Infolge seines doch noch bedeutenden Harzgehaltes hat dieser -Kautschuk weniger Elastizität als der der Landolphien und Kickxia und -kann nicht in derselben Weise verwendet werden. Er ist aber bedeutend -besser als der anderer afrikanischer Ficusarten. Nach den Angaben -verschiedener Reisenden wird aus der Ficus Vogelii in den Gebieten -südlich des Niger viel Kautschuk bereitet. Ich habe selbst nie während -meiner Reisen gesehen, daß Eingeborene aus dem reinen Milchsafte dieses -Baumes Kautschuk anfertigten, noch habe ich von den Kaufleuten gehört, -daß dieser minderwertige Kautschuk auch nur die geringste Rolle im -Handel spielte. Daß häufig die Milch mit der der Kickxia elastica -vermischt koaguliert wird und als reiner „Silk-Rubber“ in den Handel -kommt, haben mir die Eingeborenen, welche doch derartige Fälschungen -selbst vornehmen, wiederholt eingestanden. Ob der „Silk-Rubber“ durch -diese Beimischung des Milchsaftes der Ficus Vogelii sehr leidet, -habe ich nicht feststellen können, da ich keine Proben einer solchen -Kautschukart gesehen. Die Kaufleute versicherten mir, daß sie mit -Ausnahme grober Fälschungen an dem „Silk-Rubber“ nie Spuren gesehen -haben, welche als derartige Milchsaftmischungen gedeutet werden -könnten. Im Yoruba-Lande sowohl wie in unserer Kolonie Togo ist diese -Ficusart sehr verbreitet, und daher wären leicht größere Quantitäten -Milch zu erhalten. Es wäre daher wünschenswert, daß von seiten dort -lebender Interessenten Versuche dieser Art unternommen werden würden. -Ich konnte dieselben nicht ausführen, da mir im Yoruba-Lande wie in -Togo keine Kickxiamilch, wenigstens nicht in der nötigen Quantität, zur -Verfügung stand. - -Ähnlich wie dieser Kautschuk von Ficus Vogelii ist der von einer -bei Buea wachsenden Ficusart beschaffen, von der ich leider -kein Fruchtmaterial besitze. Die Art gehört offenbar auch in die -Verwandtschaft des Ficus Vogelii. Auch der aus ihr gewonnene Kautschuk -ist infolge seines Harzgehaltes sehr wenig elastisch und wenig -klebrig und dürfte daher auch nur geringe Preise erzielen. Natürlich, -zu Anlagen ausgedehnterer Art sind diese beiden Ficusarten nicht -geschaffen, da das aus ihnen gewonnene Produkt in größeren Quantitäten -auf dem europäischen Markte wohl schwerlich Absatz finden dürfte. Wenn -eine Vermischung mit dem Milchsafte der Kickxien oder Landolphien -zulässig wäre, würden die Arten allerdings an Bedeutung gewinnen, da -sie große Mengen Milchsaft geben. Als Alleebaum ist die Ficus Vogelii -für Plantagen schon seines dichten Schattens wegen zu empfehlen. Die -Buëa-Ficusart habe ich nur epiphytisch auf Bäumen angetroffen, doch -beweisen Exemplare, welche ich nach Victoria brachte, daß auch sie im -reinen Boden gedeihen würde. Für Kamerun scheint sich Ficus Vogelii -dagegen nicht zu eignen. Das Klima scheint ihr zu feucht zu sein. -Einige Stecklinge, welche ich von Lagos nach Victoria überführte, -siechten, obgleich sie anfangs ganz gut anwuchsen, allmählich dahin. -Auf Ficus elastica, welche auch in Kamerun angepflanzt ist, werde ich -weiter unten Gelegenheit haben, näher einzugehen. - -Als zuerst der Silk-Rubber von Lagos bekannt wurde, von dem es hieß, -daß er von einem Baume herrühre, gelang es nach vielen Bemühungen, -als Stammpflanze dieses Produktes die Kickxia zu ermitteln. Anfangs -glaubte man stets, es hier mit der Kickxia africana zu thun zu -haben. Bald aber wurden Behauptungen laut, daß die als Kickxia -africana von +Bentham+ beschriebene Pflanze keinen Kautschuk -gebe. Diese Behauptung wurde von Dr. +Preuß+ sowohl wie von -Monsieur +Chalot+, dem Direktor des botanischen Gartens zu Gabun, -bestätigt. Trotzdem wurde von englischer Seite noch stets behauptet, -daß die Kickxia africana im Hinterlande von Lagos sowohl wie in der -Gold-Coast-Colony guten Kautschuk liefere. Als ich damals aufgefordert -wurde, die Kautschuk-Expedition zu führen, sollte eine der Aufgaben der -Expedition sein, diese Frage endgültig zu lösen. Da, im Januar 1899, -etwa 10 Tage vor meiner Abreise von Europa, traf Dr. +Preuß+ aus -Kamerun ein mit der Nachricht, daß er die Frage bereits gelöst habe. Am -Mungo in Kamerun habe er die Kautschuk liefernde Kickxia gefunden und -feststellen können, daß dieselbe spezifisch von der Kickxia africana -verschieden sei; die Früchte sowohl wie die Blätter seien verschieden. -Nun konnte auch festgestellt werden, daß die bisherigen Abbildungen der -Kickxia africana falsch seien. Man hatte gewöhnlich die Früchte der -Kautschuk liefernden Art zusammen mit Zweigen und Blättern der Kickxia -africana abgebildet. Dr. +Preuß+ beschrieb dann im Juli-Hefte -des Notizblattes des Königlichen Botanischen Gartens zu Berlin noch -in demselben Jahre die von ihm neu entdeckte Kickxia als Kickxia -elastica und gab zugleich eine gute Beschreibung der beiden anderen -bekannten Arten, der Kickxia africana Benth. und Kickxia latifolia -Stapf, welch letztere besonders der Kickxia elastica nahe steht. Herr -Dr. +Stapf+ vom Kew Herbarium wies bald darauf hin, daß die -afrikanischen Kickxiaarten nicht mit der von +Blume+ aufgestellten -Gattung Kickxia kongenerisch seien, wie +Bentham+ glaubte, als -er die erste afrikanische Art, Kickxia africana, beschrieb. Auf Grund -einer Anzahl von ihm im Kew Bull. näher ausgeführten Merkmale trennte -Dr. +Stapf+ die afrikanischen Kickxiaarten ab und stellte die neue -Gattung Funtuma auf, mit den drei Arten: F. africana, F. latifolia und -F. elastica. Den Namen Funtuma leitete er von dem Namen der Fantis für -die Kickxia „ofuntum“ ab. Wenngleich ich mit Herrn Dr. +Stapf+ -vollständig darin übereinstimme, daß die afrikanischen Arten von der -malayischen Gattung Kickxia generisch verschieden sind, so habe ich -dennoch in dieser Arbeit wie in meinen Berichten den Namen Kickxia -beibehalten, da die Pflanze unter diesem Namen schon weit bekannt ist, -während selbst in wissenschaftlichen Kreisen der Name Funtuma wenig -Verbreitung gefunden hat. - -Was nun die geographische Verbreitung der drei Kickxiaarten anbelangt, -so ist Kickxia africana von Liberia an nach Osten vorgehend in -den Wäldern bis Kamerun zu finden, von wo aus sie dann bis in das -Gabun-Gebiet nach Süden vordringt. Kickxia latifolia ist bisher nur -aus dem Stromgebiete des Mittelcongo und seiner Nebenflüsse bekannt. -Die weiteste Verbreitung scheint Kickxia elastica zu haben. Ihr -Verbreitungsgebiet scheint mit dem der Kickxia africana im Norden -zusammenzufallen. Nach Süden aber dehnt es sich bis in die äußerste -Südostecke des Kamerun-Gebietes am Sanga und Ngoko aus. Auch im -Gabun-Gebiete in den Hinterländern von Corisko-Bai soll es letzthin -geglückt sein, diese Art festzustellen. Im Congo-Gebiete sollen am -Mungala-Flusse auch Kickxiabestände vorhanden sein, aus denen ein -guter Kautschuk gewonnen wird, doch bedarf dieses Gerücht noch der -Bestätigung. Außerdem ist es nicht ausgeschlossen, daß es sich in dem -Falle um eine andere Art handelt als um Kickxia elastica. In Ostafrika -soll in letzterer Zeit auch eine Kickxia aufgefunden worden sein, -doch habe ich Exemplare dieser Art noch nicht zu Gesicht bekommen.[1] -Auffallend in der geographischen Verbreitung der Kickxia elastica ist -der Umstand, daß es bis jetzt noch nicht gelungen ist, sie in Togo -südlich von dem Kratschi-Distrikte nachzuweisen. Ob die bei Kratschi -von dem Herrn Grafen +Zech+ aufgefundene Kickxia wirklich zu -Kickxia elastica zu rechnen ist, kann erst festgestellt werden, wenn -Blüten vorliegen. Die an das Berliner botanische Museum gesandten -Zweige, welche ich gesehen habe, enthalten weder Blüten noch Früchte. - -Von den drei Kickxiaarten, welche somit bis jetzt aus Afrika bekannt -geworden sind, enthält nur die Kickxia elastica einen Milchsaft, aus -dem guter Kautschuk gewonnen werden kann. Das aus der koagulierten -Milch der anderen beiden Arten gewonnene Produkt ist infolge seines -sehr großen Harzgehaltes und seiner Klebrigkeit nur wie die Ficussäfte -verwendbar, auf welche ich bereits oben aufmerksam gemacht habe. - -Die einzigen Versuche, festzustellen, wie viel Milchsaft eine Kickxia -im Jahre geben kann, dürften wohl diejenigen sein, welche ich am -Ngoko unternahm, als es mir gelungen, daselbst ganze Bestände dieses -wichtigen Baumes aufzufinden. Ich ließ damals einen etwa siebenjährigen -Stamm von einem Fanti anzapfen, welcher ein sehr geschickter -Kautschuksammler war und schon von seiner Heimat her die Kickxia sehr -wohl kannte. Die Anzapfung geschah in der rohesten Art, doch so, daß -die Cambiumschichten unter der Rinde des Stammes nicht beschädigt -wurden. Der Ertrag war ein solcher, daß ich damals meine kühnsten -Hoffnungen übertroffen sah. Es gelang, nicht weniger als gegen 3400 -ccm Milchsaft von dem einen Baume zu gewinnen, aus denen sich gegen -2000 g Kautschuk herstellen ließen. Auf 150 ccm Milchsaft erhielt ich -im Ngoko-Gebiete stets etwa 90 g frischen Kautschuks. Durch gutes -Austrocknen dieses Produktes würden etwa noch 20% Wasser entfernt -werden, so daß man aus 150 ccm Milchsaft 70 g guten Kautschuks erhalten -würde. Auf der Reise nach Europa geht durch Oxydation und sonstige -Schäden davon natürlich noch einiges verloren, doch wäre dennoch der -Gewinn als ein recht vorteilhafter zu bezeichnen. Durch vorsichtigeres, -wiederholtes Anzapfen wäre es nicht unmöglich, jährlich eine ebenso -große Menge Milchsaft zu gewinnen, ohne dem Baume dadurch besonderen -Schaden zuzufügen. Der von dem Fanti damals angezapfte Stamm, der -allerdings vorher noch vollständig unversehrt war, hatte, als ich die -Ngoko-Station etwa 1½ Monate später verließ, noch dasselbe gesunde -Aussehen wie vorher. Ich muß allerdings hier hinzufügen, daß die Zeit -infolge häufiger Regen für das fernere Gedeihen des Baumes günstig -gewesen war. Um zu sehen, wie viel Latex die Leute täglich einzusammeln -im stande sein würden, schickte ich zwei Leute aus. Dieselben brachten -nach etwa neunstündiger Abwesenheit so viel Milchsaft ein, daß ich -aus ihm etwa 2500 g Kautschuk anfertigen konnte. - -[Illustration: +Kickxia africana+ Bth. - -A Blühender Zweig, B Kelchblatt von innen, C Längsschnitt durch die -Blüte, D Antheren, E Fruchtknoten mit Griffel, F Frucht, G dieselbe im -Querschnitt, H dieselbe aufgesprungen, J Samen, K Samenquerschnitt.] - -Über die Schnelligkeit des Dickenwachstums der Kickxia liegen -bestimmte Angaben bis jetzt nicht vor. Ich habe versucht, einiges -darüber festzustellen, konnte natürlich aber nur zu mehr oder minder -vagen Vermutungen kommen. Unter den Leuten des Herrn Oberleutnant Dr. -+Plehn+ war es auch nur jener Fanti, welcher sich schon vorher in -seiner Heimat mit Einsammeln von Kickxia-Kautschuk abgegeben hatte. -Von diesem hörte ich, daß etwa sechsjährige Stämme anzapfbar seien und -etwa zehnjährige beim ersten Anzapfen den reichsten Ertrag lieferten. -Das Alter der Anzapfungsfähigkeit stimmte mit meinen Vermutungen -überein; erstaunt war ich dagegen über die Mitteilung, daß ältere -Bäume allmählich ganz aufhören sollten, Kautschuk zu liefern. Sowohl -den Angaben, welche ich im Yoruba-Lande gesammelt, wie meinen eigenen -Beobachtungen in der Ngoko-Region widersprach dieses entschieden. Die -vier- bis fünfjährigen Stämme von Kickxia africana, welche ich auf -der +Küderling+schen Plantage bei Campo gesehen habe, die aber -wohl infolge zu starker Sonne sich mehr buschartig entwickelt hatten, -hatten trotzdem Hauptstämme von einem halben Fuß Durchmesser. Wenn -man nun bedenkt, daß durch die unzähligen Seitenstämme und Zweige ein -großer Teil der Wachstumskraft vom Hauptstamme abgelenkt wird, so ist -wohl anzunehmen, daß bei regulärer Entwickelung die Stämme in diesem -Zeitraum bedeutend dicker sein dürften. Hevea brasiliensis, eine -Pflanze, welche auch anfangs mehr Längen- als Dickenwachstum aufweist, -hat, nach den Exemplaren im botanischen Garten zu Victoria zu urteilen, -auch nach fünfjährigem Wachstum schon recht ansehnliche Stämme -gebildet. Ein solches Wachstum, wie ich es auf der Campo-Plantage bei -den drei bereits früher erwähnten elf Monate alten Bäumchen von Kickxia -elastica gesehen und hier abgebildet habe, dürfte allerdings nicht -normal sein, doch beweist es, welche Wachstumskraft in der Pflanze -steckt, sobald sie unter günstigen Verhältnissen aufwachsen kann. - -Nach den Erfahrungen, welche uns jetzt betreffs Anlagen von -Kickxia-Plantagen zu Gebote stehen, und das sind allerdings nur sehr -geringe, scheint es, als ob die Pflanze durch Auspflanzen aus den -Samenbeeten bedeutend leidet, und daher wäre es sehr wünschenswert, -daß, sobald genügend Samen zu beschaffen sind, auch Versuche gemacht -werden sollten, die Pflanze sogleich an Ort und Stelle auszusäen, -ähnlich wie es jetzt auf vielen Kakaoplantagen mit der Kakaosaat -gemacht wird. Die Pflanzen würden so nicht durch Verpflanzen in ihrem -Wachstum gestört werden und schon früher genügend festen Fuß fassen, um -besser äußeren Einflüssen Widerstand leisten zu können. - -Was die Anzapfungsmethoden für Kickxia anbetrifft, so sind in den -Ländern, wo dieser Baum ausgebeutet wird, bis jetzt nur zwei Arten der -Gewinnung des Milchsaftes bekannt. Die eine derselben, das Umschlagen -der Bäume, ist natürlich von vornherein verwerflich. In den Ländern, -wo dieses geschieht, also hauptsächlich bei den Völkern im Osten -und Nordosten des Kamerun-Gebirges um den Barombi-See herum, werden -die Stämme umgeschlagen und mehr oder minder ihrer Kronen beraubt. -Durch untergeschobene Steine oder Holzblöcke wird dann der gefällte -Stamm ein wenig über den Boden gehalten und in mehr oder minder -großen Abständen (gewöhnlich von etwa einem Fuße) werden quer um den -Stamm herum Ringe ausgeschnitten. Der infolge dieser Verwundungen -austretende Milchsaft wird in den unter den Ringen aufgestellten -Gefäßen aufgefangen. Natürlich bleibt bei dieser Methode eine große -Menge von Milchsaft in der dem Stamm noch anhaftenden Rinde zurück, -und selbst durch nochmaliges Anzapfen der unversehrten Teile kann -nur ein geringer Teil desselben herausgezogen werden. Natürlich ist -diese Art von Raubbau, bei welcher auf Kosten einer unzureichenden -einmaligen Anzapfung ein ganzer Stamm getötet wird, die verwerflichste -Art der Kautschukgewinnung, welche bekannt ist, und daher wäre es -sehr wünschenswert, wenn von seiten der Regierung Schritte gegen ein -derartiges unverantwortliches Vorgehen seitens der Kautschuksammler -gethan und eventuell durch strenge Strafen die an den Tag kommenden -Fälle dieser Art von Ausbeutung der in unseren Kolonien vorhandenen -Schätze gerügt würden. Schon Dr. +Preuß+ hat vor einigen Jahren -darauf aufmerksam gemacht, daß der Kautschukbaum in der Nähe der -Barombi-Station infolge dieser rohen Art der Gewinnung des Produktes -fast gänzlich verschwunden sei. Ich weiß sehr gut, daß mir auf meinen -Vorschlag geantwortet werden könnte, daß ein solches Vorgehen seitens -der Regierung noch nicht möglich wäre, weil nicht genügend Europäer im -Lande seien, um die Aufsicht über die Eingeborenen zu führen. Das ist -aber kein Grund, das Verbot des Abschlagens der Kickxiastämme nicht -zu erlassen, denn wenn ein solches nicht existiert, ist ein jeder -Neger berechtigt, öffentlich in frevelhafter Weise die Bäume zu töten, -während im anderen Falle bei den eventuell zu Tage kommenden Fällen -durch die Bestrafung der Übelthäter ein Exempel statuiert werden würde, -das auf die Negerbevölkerung jener Gebiete nicht ohne Eindruck bleiben -würde. - -Die andere, jetzt schon weit verbreitete Anzapfungsmethode bei den -Kickxien ist die aus Amerika stammende Methode des Grätenschnittes. Um -die schlanken Stämme der Kickxia ersteigen zu können, bedienen sich die -Fantis eines ebenso praktischen wie vorzüglichen Kletterapparates. -Derselbe besteht aus zwei Ringen, von denen der eine den Oberkörper -des Hinaufkletternden und den Baumstamm zugleich umspannt, der -andere aber nur um den Stamm geschlungen wird. Von beiden hängen in -ungleicher Höhe gewissermaßen Steigbügel herab, welche zur Sicherheit -als Ruhepunkt für die Füße dienen. Durch abwechselndes Emporschieben -dieser beiden Ringe und der daran befindlichen Steigbügel erklettert -der Fanti mit bedeutender Geschwindigkeit selbst hohe Baumstämme, -sofern er im stande ist, mit seinen Ringen dieselben zu umspannen. Oben -beginnend, wird zum Zwecke des Grätenschnittes zunächst eine Längsrinne -aus der Rinde ausgeschnitten, in welche dann die verschiedenen zu -beiden Seiten der Längsrinne aufsteigenden, den Stamm von jeder Seite -halb umspannenden Querrinnen einmünden. Wenn man sich diese Rinnen -plastisch dargestellt denken würde, so erhielte man also etwa das Bild -eines Rückgrates mit den Rippen. In einem dicht oberhalb des Grundes -des Baumstammes angebrachten Gefäße wird dann die Milch aufgefangen. -Da die Eingeborenen beim Einschneiden der Rinnen in die Rinde meist -nicht vorsichtig genug zu Werke gehen und daher die unter der Rinde -liegenden Cambiumschichten versehren, gehen viele Exemplare der Kickxia -schon nach einmaligem Anzapfen zu Grunde. Die Instrumente, welche -ich mitgenommen hatte, d. h. die Messer und Äxte, auf welche ich die -Blechhülsen aufsetzen konnte, um ein zu tiefes Eindringen der Schneide -in die Rinde zu verhüten, bewährten sich daher sehr gut. Es ist -allerdings bei Stämmen verschiedenen Alters nötig, diese Schneiden zu -ändern, da die jüngeren Bäume eine dünnere Rinde haben als die älteren. - -Eine dritte Methode, welche allerdings bis jetzt meines Wissens -nicht versucht worden ist, aber empfehlenswert erscheint, ist die -Pickiermethode. Ich konnte persönlich in dieser Hinsicht nur schwache -Versuche machen, da sich der Pickierapparat, welchen ich mitgenommen, -an der zähen Kickxiarinde als zu schwach erwies. Da schon bei -Stichen von geringer Tiefe der Saft reichlich fließt, könnte man -durch wiederholtes Pickieren jährlich eine nicht unbedeutende Menge -Kautschuk gewinnen, ohne den Baum ernstlich zu verletzen. Der am -Stamme herunterlaufende Milchsaft könnte, wie es beim Gewinnen des -Para-Milchsaftes häufig gehandhabt wird, unten am Stamm durch eine -Lehmrinne aufgefangen und in ein Gefäß hineingeleitet werden. Das -am Stamm koagulierte Produkt müßte dann natürlich extra abgewickelt -werden. Geschieht diese Art der Ausbeutung jährlich verschiedene Male, -so dürfte sich wohl eine gute Ernte erwarten lassen, ohne daß der Baum -in seinem Wachstum empfindlich gestört werden würde. Das Anzapfen -der horizontal abstehenden Äste dürfte mit größeren Schwierigkeiten -verknüpft sein, als das der senkrechten Stämme, und es werden sich in -diesem Falle wohl keine anderen Methoden ausfindig machen lassen, als -das Auffangen des Milchsaftes in darunter aufgehängte Gefäße. Zu diesem -Zwecke würde es am vorteilhaftesten sein, in gewissen Abständen die -Äste zu verwunden und unter jeder dieser Anzapfungsstellen ein Gefäß -zum Auffangen des Milchsaftes anzubringen. Wie ich schon weiter oben -angab, enthalten die noch nicht verholzten Teile der Kickxia elastica -keinen Milchsaft, aus dem sich brauchbarer Kautschuk bereiten läßt. Es -kommen beim Anzapfen der Äste und Zweige daher also nur die älteren -in Betracht. An etwa senkrecht stehenden Ästen ließen sich natürlich -auch die an den Stämmen praktizierten Anzapfungsmethoden zur Anwendung -bringen. - -Die Umwandlung des gewonnenen Milchsaftes in Kautschuk kann in -verschiedener Weise betrieben werden. Nach den von mir selbst im -Sanga-Ngoko-Gebiete erprobten Methoden dürfte sich das Kochen der Milch -am besten empfehlen lassen. Zu diesem Zwecke müßte man sich irdene -Gefäße anschaffen, da an den Metalltöpfen die sehr bald anhaftende -Milch leicht anbrennt und dann eine schnelle Oxydation des Kautschuks -zur Folge haben würde. Nachdem die zu koagulierende Milch, um ein -zu schnelles Kochen und Anbrennen zu verhüten, mit der drei- bis -sechsfachen Menge Wasser vermischt worden ist, muß sie in den irdenen -Töpfen unter einem nicht zu scharfen Feuer langsam zum Kochen gebracht -werden. Sobald sich dann ein zartes Häutchen auf der Oberfläche der -kochenden Flüssigkeit bildet, muß sie stets durch Rühren in Bewegung -gehalten werden, damit sich keine koagulierenden Teile an dem heißen -Topf ansetzen können und daselbst anbrennen. Bald wird sich die -Flüssigkeit in ein helles, milchiges Wasser und eine schneeweiße, -flockige Masse gesondert haben, welche man nun behufs Abkühlung in ein -Bassin mit kaltem Wasser wirft. Durch weiteres Kochen des Rückstandes -wird sich derselbe infolge weiterer Koagulation allmählich klären und -noch weitere Partikel der flockigen Masse absondern, die dann der -bereits entfernten hinzugefügt oder für sich gehalten werden können, da -sie gewöhnlich ein offenbar weniger gutes, wenn auch noch vorzüglich -verwendbares Produkt darstellen. Sind die flockigen Massen genügend -durchgekühlt, so werden sie am besten möglichst stark zusammengepreßt -und in wurstähnliche Formen ausgezogen, wodurch die größte Menge des -noch eingeschlossenen Wassers ausgepreßt und somit ein gleichmäßiges -Material erzeugt wird. Nachdem so aus dem Kautschuk das Wasser -soweit als möglich entfernt ist, werden jene wurstähnlichen Stücke -zerschnitten und sollten dann eine geraume Zeit ausgetrocknet werden, -ehe sie nach Europa verschifft, werden. Wenn es sich um Ausbeutung -von Plantagen handelt, wo man dann größere Quantitäten Kautschuks -zur Zeit anfertigt, wäre es vielleicht sehr praktisch, nachdem die -erkaltete Masse in Kuchenform gepreßt ist, dieselbe behufs besserer -Entwässerung durch eine Walze gehen zu lassen und dann die dadurch -entstehenden Kautschukfelle hängend zu trocknen. Je dünner dann diese -Felle hergestellt würden, desto schneller und besser würden sie -natürlich durchtrocknen und dadurch die Güte des Kautschuks bedeutend -erhöht werden, und desto besser würde sich der Kautschuk bei seiner -Verschiffung nach Europa halten. - -Ob es angebracht ist, beim Kochen etwaige Koagulationsmittel, wie den -Saft der Bossassangapflanze, oder Säuren hinzuzufügen, muß später die -Praxis lehren. Die von mir nach Zusatz derartiger Koagulationsmittel -angefertigten Proben unterschieden sich an Güte in keiner Weise von -denjenigen, welche einfach durch Kochen hergestellt worden waren. -Bei meinen Versuchen fand ich dagegen, daß es besser sei, möglichst -viel Wasser der Milch beizusetzen, bevor sie gekocht wird. Der -Kautschukgehalt bleibt ja dessenungeachtet in der Masse derselbe, und -die koagulierenden Kautschukflocken sind weniger der Gefahr ausgesetzt, -anzubrennen. - -Eine zweite Methode der Bereitung des Kickxia-Kautschuks, welche sich -vielleicht bewähren dürfte, ist die folgende: Auf möglichst große -Schalen, welche von unten gleichmäßig warm gehalten werden könnten, -gieße man die Kautschukmilch aus und lasse die darin enthaltenen -Wassermengen allmählich verdunsten. Natürlich dürfen diese Schalen nie -derartig erhitzt werden, daß sie die Milch zum Kochen bringen würden, -da sonst sofort der sich bildende Kautschuk verbrennen würde. Auch -in dieser Weise würde man dünne Kautschukfelle erhalten, welche dann -schnell durchgetrocknet werden könnten. - -Dieser letzteren ist eine Methode verwandt, für welche sich insofern -einiges sagen läßt, da nur wenig Arbeitskräfte dazu nötig sind, doch -ist sie ebenso wie die eben beschriebene langwieriger als die des -Einkochens der Milch. Ein größeres Gefäß mit trichterförmigem Boden, -welcher durch einen Abflußhahn geöffnet werden kann, fülle man mit -der frischen Kickxiamilch und lasse es dann einige Tage ruhig stehen. -Nach etwa acht Tagen werden sich dann die in der Milch enthaltenen -Kautschukkügelchen nach der Oberfläche der Flüssigkeit zusammendrängen, -und allmählich kann man das am Grunde des Gefäßes fast reine Wasser -durch das verschließbare Abzugrohr herausfließen lassen, so daß man -nach etwa zwei Wochen nur die mehr oder minder zusammenhängende -Kautschukmasse zurückbehält, welche dann durch Pressen von dem -größeren Teile der sich darin noch befindenden Wassermengen befreit -werden kann. Die sich zuerst an der Oberfläche bildende Kautschukhaut -scheint einen großen Teil der Kautschukharze zu enthalten und könnte -deshalb, vielleicht gesondert, als andere Qualität in den Handel -gebracht werden. Leider ist es ohne Laboratorium nicht möglich, in -Westafrika die Berechtigung dieser meiner Vermutung zu prüfen und -festzustellen, wie weit die Kautschukmasse von Harzen befreit ist, -nachdem die sich zuerst bildende obere Schicht entfernt worden ist. -Auch mit Wasser kann man die Milch verdünnen, doch scheint dadurch das -Abscheiden der Kautschukkügelchen nicht eher vor sich zu gehen. - -Während meines Aufenthaltes auf der Ngoko-Station in Südost-Kamerun -machte ich auch Versuche, Kickxia-Kautschuk nach der -Para-Räuchermethode herzustellen. Ich ließ mir zu diesem Zwecke aus -hartem Holze eine ruderförmige Spatel anfertigen, ähnlich wie sie in -Para gebräuchlich ist. Leider standen mir damals keine Palmennüsse -zur Verfügung, so daß ich gezwungen war, über einem einfachen -Holzfeuer die Räucherversuche zu machen. Dieselben fielen durchaus -nicht zu meiner Zufriedenheit aus. Die Milch der Kickxia koaguliert -offenbar zu langsam, um sich für diese Methode zu eignen. Ich war -trotz eifriger Arbeit nach mehreren Stunden erst im stande, eine -kaum 4 mm dicke Kautschukschicht um die Spatel herumzulegen. Die -Eingeborenen, welche ich dann mit dieser Arbeit betraute, hatten schon -gar keine Lust dazu, da eine solche mühsame Methode ihnen von Natur -aus zuwider ist. Selbst wenn man die Leute zu dieser Arbeit fände, -dürfte sich doch das Resultat in kein Verhältnis zu dem Kostenaufwand -an Arbeitermaterial stellen. Es ist wissenschaftlich interessant, -daß sich der Kickxia-Kautschuk in dieser Weise anfertigen läßt und -auch von brauchbarer Qualität ist, doch befürchte ich, daß wir uns -mit diesem Resultat zufriedenstellen müssen. Nach meinen Erfahrungen -ist also diese Methode für Westafrika nicht angebracht. Ob eventuell -über einem Feuer von Palmennüssen ein besseres Resultat herbeigeführt -werden kann, muß ich noch dahingestellt sein lassen, doch glaube ich, -daß ein solches auch nicht besonders zu einer schnelleren Koagulation -führen wird, da die Kickxiamilch, abweichend von den Milchsäften der -meisten anderen Kautschukarten, gegen Einfluß von den gewöhnlichen -Koagulationsmitteln vollständig unverändert bleibt, solange nicht ein -gewisser Wärmegrad hinzutritt. - -Um auch die +Biffen+sche Centrifugiermethode anwenden zu können, -hatte ich auf der Expedition eine kleine Rahm-Centrifuge mitgeführt. -Mit dieser Centrifuge stellte ich auf der Ngoko-Station auch Versuche -an. Ich fand, daß sich die Kickxiamilch leicht centrifugieren läßt, -aber nur bis zu einem gewissen Grade. Man hatte die sich oben an den -Tuben sammelnde flockige Masse stets wieder zu entfernen, um eine -einigermaßen gute Scheidung der Kautschukkügelchen zu erzielen, und -dennoch enthielt schließlich der Rückstand noch so viel Kautschuk, -daß ich gezwungen war, die letzten Reste durch Kochen auszuziehen. -Man hatte also trotz langwieriger Arbeit nachher noch die zuerst -geschilderte Methode zu wiederholen, um das zu erreichen, was man -durch Abkochen in wenigen Minuten erreicht hätte. Es scheint also, -als ob das Centrifugieren praktisch von geringem Werte und nur als -wissenschaftliches Experiment interessant ist, da durchaus nicht alle -Milchsäfte durch Centrifugieren in dieser Weise sich behandeln lassen. -Ich muß hier allerdings erwähnen, daß meine Centrifuge zu klein war, um -Experimente in größerem Maßstabe zuzulassen, doch ist kaum zu erwarten, -daß hier, wo sich die Koagulation in dieser Weise nicht einmal im -kleinen lohnt, eine solche in größerem Maßstabe betrieben, zu anderen -Resultaten führen würde. - -Aus dem oben Gesagten scheint also hervorzugehen, daß die Methode -des Einkochens der Kickxiamilch zur Koagulation derselben die -empfehlenswerteste ist. Ich würde ihr jedenfalls vor jeder anderen den -Vorzug geben. Inwieweit die Methode des Eintrocknens sich bewähren -wird, müssen weitere Versuche feststellen. - -Ich habe bereits wiederholt Vorschläge über Anlagen von -Kickxiaplantagen und deren Instandhaltung gemacht und bin stets -dafür eingetreten, daß man möglichst bald dieser Frage nähertreten -solle. Es ist mir ja gelungen, im Victoria-Gebiete in Kamerun einige -Plantagenleiter für eine solche Unternehmung günstig zu stimmen und sie -zur Inangriffnahme des Planes zu bewegen. Doch bis jetzt sind solche -Pflanzungen nur am Kamerun-Gebirge entstanden, obgleich die Regionen -südlich des Kamerun-Flusses für derartige Unternehmungen auch durchaus -günstig, wenn nicht sogar infolge ihres weniger schweren Bodens -noch günstiger sind. Jedenfalls müßte das Projekt eine viel weitere -Verbreitung finden. - -Da bis jetzt das Beschaffen großer Quantitäten von Samen noch immer -mit einigen Schwierigkeiten verknüpft ist, so hatte ich bisher -vorgeschlagen, dieselben erst in Saatbeeten auszusäen, damit möglichst -wenig verloren gehen können; doch wenn wir erst Verbindungen besitzen, -durch welche die Samen in größeren Quantitäten leicht zu erhalten -sind, so wäre es vielleicht ratsam, an Ort und Stelle einige derselben -auszusäen, um dann die kräftigste Pflanze der aufgegangenen stehen -zu lassen, die anderen könnten dann ja zum Ausfüllen etwaiger Lücken -verwendet werden. Sind die Pflanzen in Saatbeeten ausgesät, so -müssen sie, anfangs beschattet, in denselben verbleiben, bis sie -vier bis sechs Blättchen entwickelt haben. Dann könnten sie im Walde -ausgepflanzt werden. Um den Pflänzchen in ihrer Jugend genügend -Luft und Licht angedeihen zu lassen, muß der Wald zu diesem Zwecke -etwas gelichtet, d. h. das Unterholz und die jüngeren Stämme, soweit -sie mit wenigen Axtschlägen zu fällen sind, entfernt werden. Eine -solche Lichtung des Waldes zum Zwecke von Kickxiaplantagen würde -also nicht mit sehr großen Kosten verknüpft sein. Zusammen mit Herrn -+Stammler+, dem Leiter der Moliwe-Pflanzung, berechnete ich die -dadurch entstehenden Unkosten. Er hatte gefunden, daß er mit fünfzig -guten Arbeitern in der oben vorgeschlagenen Weise ein Hektar zur -Aufnahme der jungen Pflänzchen in einem Tage herrichten konnte. Da er -zu diesem Zwecke die teuren Togo-Arbeiter verwendet hatte, welche alles -in allem 1,35 Mk. pro Tag kosteten, so würden sich die Ausgaben für -die Arbeiter selbst auf 67 Mk. 50 Pf. belaufen. Da zur Aufsicht dieser -Arbeiter ein Europäer nötig ist, der einschließlich seiner Beköstigung -ungefähr 12 Mk. pro Tag kosten würde, so ergäbe sich als Endresultat -eines Kostenanschlages für die Lichtung eines Hektars die Summe von -79 Mk. 50 Pf., also rund 80 Mk. In Abständen von etwa fünf Metern -könnten die Pflänzchen in den so gelichteten Wald eingepflanzt werden, -da die Kickxia ein Baum ist, der nur eine kleine aufrechte Krone -besitzt. Es wäre vielleicht sehr angebracht, wenn man die einzelnen -Samen in tütenförmig aufgerollte, mit Erde gefüllte Kakaoblätter oder -in kleine Körbchen aus Ölpalmen-Blattfiedern, in deren Anfertigung -die Eingeborenen eine große Geschicklichkeit besitzen, aussäen würde, -in denen sie dann an Ort und Stelle übertragen werden könnten, -sobald sie das nötige Alter erreicht haben. Da das Kakaoblatt oder -das Körbchen aus Palmen-Blattfiedern im Boden bald verfaulen würde, -würden die Wurzeln keinen Widerstand an der ehemaligen Wandung finden -und somit gar keine Wachstumsstörung eintreten. Bei Kakao habe ich -diese Methode mit großem Erfolge zur Anwendung bringen sehen. Herr -+Stammler+ teilte mir mit, daß zum Bepflanzen eines Hektares des -so gelichteten Waldes auch wieder fünfzig Leute unter Aufsicht eines -Europäers einen Tag thätig sein würden. Die Bepflanzungskosten würden -sich mithin also auch auf 79 Mk. 50 Pf., also rund 80 Mk. belaufen. -Ein eben mit Kickxia elastica bepflanzter Hektar würde somit also eine -Auslage von 159 bezw. 160 Mk. erfordern. Da bei einem Abstande von -fünf Metern auf einem Hektar Landes 400 Pflänzchen stehen würden, so -würde eine Pflanze 40 Pf. kosten. Wenn man bedenkt, welche riesigen -Unkosten das Urbarmachen des Landes bei Anlage einer Kakaoplantage -erfordert, da nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der stärkeren -Urwaldbäume stehen bleiben kann, so ist es leicht erklärlich, daß -eine Kakaopflanze, an Ort und Stelle ausgepflanzt, bedeutend mehr -kosten muß. Bis die so ausgepflanzten Kickxien eine genügende Stärke -erreicht haben, um sich selbst überlassen zu werden, d. h. bis zu -Beginn ihres dritten Lebensjahres, müßte die Pflanzung in der Nähe der -jungen Bäumchen genügend rein gehalten werden, damit dieselben nicht -von den aufsprießenden Unkräutern überwuchert und erstickt werden. -In einem nur mäßig gelichteten Urwalde wird der Kampf gegen etwa -aufsprießende Unkräuter ein nicht so schwieriger sein als in einem -offenen, sonnigen Terrain, daher dürfte eine Reinigung der Plantage -nur drei- oder viermal im Jahre nötig sein. Also auch hier wären die -Unkosten nur geringe, denn zur Reinigung des Hektars würden nach Herrn -+Stammler+ etwa zehn Leute einen Tag lang beschäftigt werden -müssen. - -Vorausgesetzt nun, daß der Baum erst nach sechs Jahren angezapft werden -kann, so stände der Bruttoertrag desselben, wenn er nur ein Kilo -Kautschuk lieferte, in einem so hohen Verhältnisse zu den geringen -Ausgaben, daß man die Kickxiakultur nur als eine ungeheuer lohnende -bezeichnen könnte. - -Wenn wir dann erst einmal so weit gekommen sind, daß wir in den -Plantagen Kautschuk gewinnen können, dann werden sich auch noch viele -Verbesserungen in der rationellen Anzapfungsmethode der Bäume und in -der Bereitung eines guten Kautschuks finden, denn dann können an Ort -und Stelle wichtige Versuche gemacht werden, für welche der Reisende -nicht genügend Zeit hat. - -Ich möchte gerade die Kickxia zum Anbau in Westafrika besonders -empfehlen, da sie im Lande heimisch ist und deshalb sicher mehr -Aussicht auf Erfolg zu bieten scheint, als die verschiedenen -Kautschukbäume anderer Erdteile. - -Bei Gelegenheit der Schilderung meiner Togo-Reise habe ich bereits -des Manihot Glaziovii Erwähnung gethan und Vorschläge für seine -Anpflanzung gemacht. Die Pflanze ist meiner Ansicht nach mit Unrecht -in letzterer Zeit häufig als wertlos bezeichnet worden. Wenn sie nur -richtig angepflanzt und ausgebeutet wird, dann wäre eine größere mit -Manihot Glaziovii bedeckte Fläche eine durchaus nicht zu verachtende -Besitzung, welche sicher mehr einbringen dürfte, als viele der -afrikanischen Kaffeeplantagen, deren Unterhaltung ganz bedeutende -Kosten verursacht. Ich möchte hier noch einmal betonen, daß ich nur -dann für die Anpflanzung des Manihot Glaziovii eintrete, wenn diese -sowohl wie das Abernten der Bestände in der von mir vorgeschlagenen -Weise betrieben wird. Sobald die Anlage größere Kosten verursacht, -kann Manihot Glaziovii nicht als Kulturpflanze in Betracht kommen, -denn bei den geringen Mengen Kautschuk, welche der Baum liefert, -würde sich ein regelrechter Plantagenbetrieb nie lohnen. Für die -sehr regenreichen Gebiete am Kamerun-Gebirge würde ich den Baum, -welcher in seiner Heimat eine Steppenpflanze ist, nicht empfehlen. In -den Gegenden, wo, wie z. B. in den Steppen Togos, die Eingeborenen -alljährlich das Gras niederbrennen, müßten die Brände natürlich in der -Nähe solcher Manihotbestände verboten und im Falle der Übertretung die -den Brand verursachenden Eingeborenen bestraft werden. Überhaupt wäre -es sehr wünschenswert, daß diese vollständig nutzlosen Grasbrände, die -besonders in Togo, wo schon an und für sich die Bewaldung des Gebietes -eine sehr spärliche ist, in den Baumbeständen riesige Verheerungen -anrichten, verboten oder doch bedeutend erschwert würden. Es wäre -doch ein großer Triumph europäischer Kultur, wenn es uns gelänge, die -sonst vollständig wertlosen immensen Steppengebiete durch Bepflanzung -mit nützlichen Gewächsen wertvoll machen zu können. Manihot Glaziovii -ist eine Pflanze, die bei dieser Frage große Beachtung verdient. -Auch in anderer Hinsicht wäre ein Bepflanzen der Steppen mit diesem -Kautschukbaume von Wichtigkeit. Da bekanntlich der Baum ziemlich -große Laubblätter besitzt, die, wenn sie herabfallen, allmählich den -Boden mit einer Humusschicht überdecken würden, so würde mit der Zeit -der Steppencharakter der mit diesem bepflanzten Gebiete vollständig -verloren gehen und schon dadurch der Wert der Gebiete bedeutend erhöht -werden. - -Auch der Ficus elastica habe ich bereits Erwähnung gethan. Entgegen -der Manihot Glaziovii haben wir in ihr eine Pflanze vor uns, welche -zu ihrem Gedeihen einer feuchteren Atmosphäre bedarf. Dennoch ist -es merkwürdig, daß die bisher in Kamerun vorhandenen Exemplare -einen recht minderwertigen Kautschuk liefern, obgleich auch dort -der Baum vorzüglich gedeiht. Sollte dieses etwa in der chemischen -Zusammensetzung des Bodens liegen? Oder sollten die im Victoria-Garten -vorhandenen Exemplare von einer bereits degenerierten Pflanze -abstammen? Es wird nötig sein, um dieser Frage auf den Grund zu gehen, -mit möglichst guten Spielarten neue Versuche zu machen. Schlagen auch -diese nicht ein, dann dürfte wohl erwiesen sein, daß die Pflanze -in Kamerun nur einen minderwertigen Kautschuk hervorzubringen im -stande ist. Wie einige aus Kairo entstammende, von Herrn Prof. -+Schweinfurth+ angefertigte Proben beweisen, liefern die dort -angezapften Bäume ein wirklich vorzügliches Produkt, das wohl mit den -besten Penang-Qualitäten konkurrieren könnte. Sollten sich Spielarten -dieser Ficus finden lassen, welche auch in Kamerun ein wirklich gutes -Produkt erzeugen. so sollte mit ihrer Anpflanzung nicht gezögert werden. - -Zur Zeit meiner Anwesenheit in Westafrika waren von Castilhoa elastica -in Kamerun nur einige wenige, sehr junge Exemplare vorhanden, aus deren -Alter natürlich gar nicht zu schließen war, ob sie sich gut bewähren -würden oder nicht. Nach den letzthin von Kamerun eingetroffenen -Nachrichten sollen sich die Exemplare sehr gut entwickeln. Inwieweit -sich ein Kautschukertrag späterhin rentieren wird, muß natürlich der -Zukunft überlassen werden zu entscheiden. - -Im botanischen Garten zu Victoria standen die einzigen Bäume von Hevea, -welche bereits anzapfbar waren. Der Boden, in dem diese Exemplare -wuchsen, war ziemlich trocken, und diesem Umstande ist es wohl -zuzuschreiben, daß die Stämme auffallend wenig Kautschuk gaben. Es -ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß die Pflanze in feuchterer Lage -oder in höherem Alter, wie es sich in Ceylon zeigte, einen bedeutend -besseren Ertrag bringen und sich dann bezahlt machen würde. Außerdem -ist es noch nicht erwiesen, daß die in Victoria stehenden Bäume -wirklich einer besseren Hevea-Art angehören, die auch in der Heimat -größere Erträge liefert. Also auch über sie läßt sich, soweit Kamerun -in Betracht kommt, noch nicht viel sagen. - - - - -Anhang I. - -Denkschrift des Herrn Prof. O. Warburg zur Begründung der -Kautschuk-Expedition.[2] - - -Eine wie große Bedeutung der Kautschukhandel namentlich infolge der -Entwickelung der Elektrotechnik und des Radsports erreicht hat, ist -bekannt genug. Es braucht nur darauf hingewiesen zu werden, daß, -während 1830 erst 230 Tons nach Europa eingeführt wurden und 1840 (im -Jahre der Entdeckung der Vulkanisation des Kautschuks) 400 Tons (von -Para kommend) den gesamten Weltbedarf deckten, der Konsum im Jahre 1896 -schon auf 31541 Tons gestiegen ist, welche Summe einen Wert von 200 -Millionen Mark repräsentiert. - -Nacheinander wurden sämtliche tropische Gegenden für die Gewinnung -von Kautschuk in Anspruch genommen, in den meisten Gegenden freilich -in derart ruchloser Weise, daß nach wenigen Jahren steigender -Ausbeute die natürlichen Bestände so gut wie vernichtet waren. -+Centralamerika+, die Heimat des schönen Castilloa-Kautschuks, -liefert nur noch ganz geringe Mengen, so daß man sich daselbst jetzt -mit Energie auf die Kultur dieser Bäume zu werfen beginnt. Der gesamte -Export +Süd- und Mittelamerikas+, abgesehen von Brasilien, betrug -1896 mir 1773 Tons, d. h. nur 5.6 pCt. der Totalproduktion. Der nie -sehr bedeutend gewesene Kautschukexport +Südasiens+ befindet -sich seit Jahren in Abnahme und betrug 1896 etwa 1393 Tons, d. h. -4.4 pCt. der Weltproduktion. Für Brasilien liegen die Verhältnisse -insofern günstig, als im Amazonas-Gebiet den feinen Para-Kautschuk -große Bäume (Hevea) liefern, die recht widerstandsfähig sind; außerdem -hat sich daselbst eine immer mehr vervollkommnete Methode des -Anzapfens ausgebildet, so daß die Produktion dieses gewaltigen, zwei -Drittel Europas gleichkommenden Gebietes stets wächst und von 10018 -Tons 1882/83 auf 22290 Tons (etwa 140 Millionen Mark) im Jahre 1896 -gestiegen ist. Die im Amazonas-Gebiet lebenden Sachverständigen sind -allgemein der Ansicht, daß von einer Erschöpfung des Vorrates noch für -lange hinaus keine Rede sein kann. - -In aufsteigender Richtung bewegt sich augenblicklich auch noch die -Kautschukausfuhr +Afrikas+, die aber 1896 erst 9111 Tons, das -sind 28.9 pCt. Gesamtproduktion betrug, wovon nicht weniger als 6933 -Tons nach Liverpool gingen, und zwar 1890 Tons von der Nordwestküste -(Senegambien, Liberia, Gold-, Elfenbein- und Sklavenküste), 2352 Tons -aus Lagos, 975 Tons aus Sierra Leone, 1716 Tons von Madagaskar und -Mozambique. Dazu kommen 501 Tons vom Congostaat, meist nach Antwerpen -gehend, und 675 Tons der deutschen Schutzgebiete, meist nach Hamburg -gehend. - -Was die +deutschen Kolonien+ in Afrika betrifft, so bildet der -Kautschuk zwar einen der bedeutendsten Ausfuhrartikel Kameruns und -Ostafrikas, und auch Togo exportiert nicht unbeträchtliche Quantitäten; -die Zeit des Aufschwunges in Bezug auf diesen Artikel ist aber schon -für unsere Kolonien vorbei, Togo und Kamerun zeigen schon wieder -beträchtliche Abnahmen, in Ostafrika hat zwar noch im letzten Jahre die -Quantität etwas zugenommen, aber nur noch sehr wenig und wahrscheinlich -nur infolge der vermehrten Anfuhren aus Portugiesisch-Ostafrika; es -dürfte kaum einem Zweifel unterliegen, daß sich auch hier schon in -einem der nächsten Jahre ein bedeutender Minderexport zeigen wird. - -Kamerun exportierte - - 1893 413758 kg im Werte von 1426874 Mk. - 1894 409061 „ „ „ „ 1304218 „ - 1895 352502 „ „ „ „ 1102802 „ - 1896 340301 „ „ „ „ 1077776 „[3] - -Togo exportierte: - - 1893 28637 kg im Werte von 99254 Mk. - 1894 30582 „ „ „ „ 115621 „ - 1895 87498 „ „ „ „ 306123 „ - 1896 82645 „ „ „ „ 297524 „ - 1897 66156 „ „ „ „ 245369 „[4] - -Deutsch-Ostafrika exportierte: - - 1893 499994 engl. Pf. im Werte von 232598 Dollar - 1894 415429 „ „ „ „ „ 247470 „ - 1895 503320 „ „ „ „ „ 683260 Rupies - 1896 611446 „ „ „ „ „ 721896 „ - 1897 619264 „ „ „ „ „ 851298 „[5] - -Noch schlimmer ist der Rückgang in anderen afrikanischen Gegenden, -und zwar gerade in solchen, wo der Kautschuk zuerst in größeren -Mengen exportiert wurde. So betrug der Gesamtexport des berühmten -altbekannten +Madagaskar-Kautschuks+ im Jahre 1896 nur noch -536783 Frcs., und der +Mozambique-Kautschuk+, von dem schon 1887 -445567 kg exportiert wurden, war 1894 und 1895 schon auf 2500 Säcke, -1896 auf 2000 Säcke zurückgegangen, während der Export des Jahres -1897 auf nur 50 pCt. der Ausfuhr des vorhergehenden Jahres angegeben -wird. Dabei besteht (Kolonialblatt 1898 S. 359) „fast 75 pCt. der -Gummiausfuhr aus sogenanntem gekochten Gummi, dessen Qualität sich von -Jahr zu Jahr verschlechtert hat, so daß derselbe kaum noch einen Wert -für den europäischen Markt besitzt“. Auch an der +Goldküste+, -von wo 1893 für 218162 Pf. Sterl., 1894 sogar für 322070 Pf. Sterl. -Kautschuk exportiert wurden, hat sich die Ausfuhr 1896 etwas verringert -(Kolonialblatt 1898 S. 145), ebenso im +französischen Congo+, von -wo der Export betrug - - 1895 574146 kg - 1896 546355 „ - 1897 518270 „ - -Auch in Angola scheint sich jetzt schon ein Rückgang oder wenigstens -ein Stillstand vorzubereiten. Während der Kautschukexport von 14607 kg -im Jahre 1870 auf 2105771 kg im Jahre 1895 gestiegen war, betrug der -Export im Jahre 1896 erst 2285995 kg, also nur sehr wenig mehr, und von -den südlichen Provinzen ist sogar ein merklicher Rückgang erkennbar, in -+Mosamedes+ von 44586 auf 12740 kg, in +Ambriz+ von 4186 kg -auf 2094 kg in den beiden Jahren 1894 und 1895. - -Für +Britisch-Centralafrika+, welches 1893 539 englische -Pfund (33 Pf. Sterl.), 1894 noch 144 englische Pf. (6 Pf. Sterl.) -exportierte, wird Kautschuk jetzt gar nicht mehr erwähnt, vom +Niger -Coast Protectorate+ kommt nur gelegentlich etwas Kautschuk. -+Portugiesisch-Guinea+ exportierte 1895 nur für 90287 Milrs. -(1 Milrs. etwa 3 Mk.). Selbst in +Lagos+, welches infolge der -Entdeckung des Silkrubber (des angeblichen Kickxia-Kautschuk) zu so -plötzlicher Bedeutung gelangte, daß 1895, d. h. ein Jahr nach der -Entdeckung, 5069504 englische Pfund im Werte von 269892 Pf. Sterl. -exportiert wurden, ist seitdem infolge der maßlosen und ungeregelten -Ausbeutung der dortigen Kautschukbäume die Gummigewinnung wieder auf -einen kleinen Betrag zusammengeschmolzen. (Kolonialblatt 1897 S. 637.) - -[Illustration: Ceara-Kautschukbaum in Gr. Batanga.] - -Die einzige große Zunahme zeigt der +Congostaat+, wie aus -folgender Tabelle hervorgeht (Kolonialblatt 1895 S. 20): - - 1886 18069 kg im Werte von Frcs. - 1887 30050 „ „ „ „ 116768 „ - 1888 74294 „ „ „ „ 260029 „ - 1889 131113 „ „ „ „ 458895 „ - 1890 123666 „ „ „ „ 556497 „ - 1891 81680 „ „ „ „ 326720 „ - 1892 156339 „ „ „ „ 625356 „ - -Dann stieg der Export rapide, betrug 1895 schon über 500000 kg (im -Werte von 2882585 Frcs.) und 1896 bereits 1195000 kg. Für 1897 wird der -Export auf 1500000 kg (1500 Tonnen) geschätzt. Man erwartet sogar für -die Zukunft einen Export von 4000 Tonnen pro Jahr aus dem Congostaat.[6] - -Die Ursachen der auffälligen Erscheinung der +Abnahme des Kautschuks -in den meisten Teilen Afrikas gegenüber der Zunahme in Brasilien+ -sind in der unvernünftigen Ausbeutung durch die Eingeborenen Afrikas -zu suchen; wobei freilich zuzugeben ist, daß es viel schwieriger -ist, Lianen (wie in Afrika) rationell anzuzapfen, als die großen, -den Para-Kautschuk liefernden Bäume. Aber auch wo es sich um Bäume -handelt, wie beim Silkrubber in Lagos, hat man in Afrika (ebenso wie in -Centralamerika auch die Castilloa) die Bäume in kurzer Zeit vernichtet. -Der Congostaat ist bisher von der Abnahme des Exportes an Kautschuk -verschont geblieben, einerseits, weil die Ausbeutung dort noch zu -jung ist und jetzt erst anfängt, weiter ins Land hinein vorzudringen; -dann aber auch, weil die Regierung bemüht ist, durch Belehrung und -Strafen eine rationelle Ausbeutung zu erzwingen. Namentlich ist -hierdurch teilweise eine Güte des Produktes erzielt wie fast nirgends -in Afrika, am allerwenigsten in unseren Schutzgebieten, so daß manche -Kautschuksorten des Congo-Gebietes neuerdings dem guten Para-Kautschuk -an Wert kaum nachstehen sollen. - -Von welcher Bedeutung diese enorme Zunahme der Kautschukausfuhr des -Congostaates für das belgische Mutterland ist, sieht man an dem -zunehmenden Kautschukhandel Antwerpens, welcher Platz jetzt auch sogar -schon beginnt, Kautschuk anderer Provinzen (z. B. der Goldküste und -Angolas) an sich zu ziehen. Der Kautschukimport Antwerpens betrug - - 1889 5 Tonnen - 1890 30 „ - 1891 21 „ - 1892 63 „ - 1893 167 „ - 1894 275 „ - 1895 531 „ - 1896 1116 „ - -Nach Hamburg wurden an Kautschuk eingeführt: - - 1894 4771 Tonnen im Werte von 16148120 Mk. - 1895 5424 „ „ „ „ 18819850 „ - 1896 7191 „ „ „ „ 25108210 „ - -so daß also unser großes Emporium augenblicklich einen mehr als -sechsfach so bedeutenden Kautschukhandel hat als Antwerpen und fast ein -Viertel der gesamten Weltproduktion nach Hamburg gelangt. - -Weit weniger erfreulich stellt sich aber die Sache dar, wenn wir den -Herkunftsländern des in den Hamburger Handel gelangenden Kautschuks -nachgehen. Nicht weniger als 3832 Tonnen, also über die Hälfte -der gesamten Einfuhr, gelangt erst über andere europäische (nicht -deutsche) und nordamerikanische Häfen nach Hamburg, darunter 2895 -über Großbritannien, 209 über Belgien, 174 über Frankreich, 117 über -Portugal, 138 über die Niederlande, 131 über die Vereinigten Staaten -etc. Aus Brasilien kommen nur 69 Tonnen direkt, aus Afrika dagegen -2864, d. h. fast ein Drittel der gesamten afrikanischen Ausfuhr, -darunter - - aus Deutsch-Westafrika 305 - „ dem übrigen Westafrika 1700 - „ Deutsch-Ostafrika 204 - „ Sansibar 51 - „ dem übrigen Ostafrika 326 - „ Madagaskar 276 - -Es wird hierdurch also die auch sonst, geltende Regel bestätigt, -daß der Handel der Flagge folgt; nur Westafrika teilweise, sowie -Madagaskar, wo gerade viele deutsche Häuser ansässig sind, machen -darin eine Ausnahme; schon Sansibar exportiert trotz der vielen dort -ansässigen deutschen Häuser den größten Teil nach England, und nur von -den deutschen Schutzgebieten geht der größte Teil (⅔ bis ¾) direkt -nach Deutschland. - -Wir sehen also aus diesen Erörterungen, daß - - 1. der Kautschukhandel stetig und rapide wächst, - - 2. Deutschland im Kautschukhandel eine hervorragende Stellung - einnimmt, - - 3. der Kautschukhandel sich im allgemeinen nach der Flagge - des Landes richtet, - - 4. der Kautschukexport Brasiliens stetig zunimmt, - - 5. der Kautschukexport in Afrika nur noch im Congostaat beträchtlich - zunimmt, in den meisten Ländern hingegen abnimmt, - - 6. der Kautschukexport Deutsch-Westafrikas schon bedeutend - abnimmt, derjenige Ostafrikas kaum mehr zunimmt. - - - - -Anhang II. - - -Gutachten über die von Lagos eingesandten Kautschukproben des -chemischen Laboratoriums für Handel und Industrie (Dr. Rob. Henriques). -Berlin. - -Die von Herrn +Schlechter+ am 1. März übersandten Proben, -bestehend aus: - - 1. Milch einer Ficusart von Lagos, - - 2. daraus gewonnener Kautschuk, kalt koaguliert, - - 3. „ „ „ kochend koaguliert, - - 4. kleine Probe Kickxiamilch von Lagos, - -habe ich mit folgendem Resultat untersucht: - -Zu 1. Die Ficusmilch stellte eine dünne, leicht bewegliche Flüssigkeit -vom spezifischen Gewicht 0.98 dar. Eingesandt waren 75 ccm. - -Die Milch koaguliert beim Ansäuern mit Essig- oder Mineralsäure nicht -in der Kälte, wohl aber rasch in der Wärme, wobei sich der Kautschuk in -Form eines Klumpens in bräunlich gefärbten Serum ausscheidet und aus -diesem herausgenommen und gewaschen werden kann. Es wurden so gewonnen -aus 50 ccm: 13.5 g feuchtes = 9.3 g trockenes Rohprodukt. - - Gehalt des trocknen Rohprodukts an Asche: 0.18 pCt., - „ „ „ „ „ Kautschukharzen: 22.6 pCt. - -Der entharzte Ficus-Kautschuk war zwar kein erstklassiges Produkt, -immerhin aber ein echter, mäßige Elastizität zeigender Kautschuk. -Die sogenannten Kautschukharze bildeten eine weiße, anscheinend -krystallisierte, in heißem Aceton lösliche feste Masse. - - Die Proben sub 2 und 3 ergaben: - - Zu 2. Wasser 8.21 pCt., - Asche 1.70 „ - Kautschukharz 31.02 „ - - Zu 3. Wasser 4.84 pCt., - Asche 1.04 „ - Kautschukharz 23.09 „ - -Die Probe 3 (kochend koaguliert) stimmte mithin mit dem von mir aus der -Milch erhaltenen Produkt im wesentlichen überein. Die Ficusmilch durch -Verdunstenlassen an der Luft zu koagulieren (wie No. 2), empfiehlt sich -mithin nicht. Der aus 2 und 3 gewonnene entharzte Kautschuk stimmte -unter sich und mit dem aus der Milch gewonnenen völlig überein. - -In Anbetracht dessen, daß das Entharzen eines solchen Ficus-Kautschuks -sich technisch sehr wohl ausführen läßt und daß das dann gewonnene -Produkt ein weit brauchbarerer Kautschuk ist als der aus guten Flakes -und derartigen Waren herzustellende, möchte ich den eventuellen -Wert einer Rohware wie No. 3 auf etwa 4.50 Mark pro Kilo normieren. -Kautschukhändler und -fabrikanten werden ihn aber wahrscheinlich etwas -niedriger taxieren. Was die Taxen von dieser Seite betrifft, so möchte -ich noch darauf hinweisen, daß größere Mengen von den Eingeborenen -kaum so trocken hergestellt werden könnten wie diese kleinen von Herrn -+Schlechter+ koagulierten Mengen. Nasse Rohware von einem so -großen Harzgehalt wie der vorliegende repräsentiert sich aber sehr -schlecht und wird vorerst recht niedrig bewertet werden. - -Sollte sich diese Lagos-Ficus auch in unseren Kolonien finden, so wären -die Eingeborenen zu einem fleißigen Sammeln und Verarbeiten des Saftes -anzuhalten, der immer ein billiges, für Sekundawaren wohl verwendbares -Produkt liefern würde. Einen derartigen Baum aber plantagenmäßig -anzupflanzen, dazu könnte ich nicht raten, selbst wenn die Ficus, -worüber wohl nichts bekannt ist, besonders rasch anzapfungsfähig wäre. -Für Anbau und Kultur sollten vorerst meines Erachtens nur solche -Pflanzen in Frage kommen, die ein gutes, elastisches, auch ohne weitere -Reinigung wenig Harz enthaltendes Produkt geben. - -Zu 4. Die mit eingeschickte kleine Probe Kickxiamilch reichte eben -hin, um daraus etwas Kautschuk zu koagulieren und mit dem der -+Preuß+schen Kickxiamilch von Kamerun zu vergleichen. Die Lagos- -und Kamerun-Milch verhielten sich, betreffend die Art des Koagulierens, -völlig gleich, und auch die daraus gefertigten Kautschukproben waren -von gleicher Vorzüglichkeit. - -Die wichtigsten der von Herrn +Schlechter+ aus Westafrika -mitgebrachten Kautschuk- und Kautschuksaftproben habe ich nunmehr -untersucht, und erlaube ich mir, darüber folgenden Bericht zur -Verfügung zu stellen: - - 1. +Landolphia von Ngoko.+ - -Spezies unbestimmt. Am 21. Oktober 1899 an Ort und Stelle koaguliert: -45 ccm der Milch wurden mit ebenso viel Wasser verdünnt und nach Zusatz -von 5 ccm Bossassangasaft gekocht. Erhaltener Kautschuk: 16 g. -- -Aussehen: Wurstförmiges Stück, sehr elastisch. Trocken und gut. Weiß -mit dunkeler Außenschicht. - - +Analyse+: Kautschuk: 82.28 pCt. Wasser: 11.26 pCt. - Kautschukharze: 5.32 „ Asche: 1.14 „ - - -2. Landolphia von Bonga am Sanga. - -Spezies unbestimmt. Am 16. August 1899 an Ort und Stelle koaguliert. -Aus 20 ccm erhalten 12 g Kautschuk. -- Aussehen: Kleiner Kuchen von -gleicher Farbe wie 1. Ebenfalls sehr elastisch und gut; wenn auch stark -wasserhaltig, doch erstklassiges Produkt. - - +Analyse+: Kautschuk: 72.43 pCt. Wasser: 21.20 pCt. - Kautschukharze: 1.06 „ Asche: 0.31 „ - - -3. Kickxia elastica. - -a) Milch derselben. In Ngoko direkt von dem Baum abgelassen und 700 -ccm, versetzt mit 35 ccm Salmiakgeist (30 pCt.), in eine sofort -versiegelte Weinflasche gefüllt. Trotz dieser Vorsichtsmaßregeln ist -die Milch nicht unverändert in meinen Besitz gekommen. Ein großer -Teil Kautschuk war freiwillig koaguliert. Von diesem wurde die Milch -abgegossen, von der noch 300 ccm isoliert werden konnten; diese -verhielt sich genau wie die im vorigen Jahre von mir untersuchte -Kickxiamilch von Dr. +Preuß+ (siehe „Tropenpflanzer“ 1899, S. 257 -und „Gummizeitung“, XIII, 1899, No. 26). Spezifisches Gewicht: 0.990. -Weder Mineral- noch organische Säuren fällen Kautschuk aus, ebenso -wenig gelingt es mit dem zum Koagulieren der Landolphia verwendeten -Bossassangasaft, die Kickxiamilch zum Koagulieren zu bringen, man muß -vielmehr, wie ich schon früher schrieb, den Saft zum Kochen bringen -(was sich auch mit dem Verfahren der Eingeborenen deckt) und gewinnt -dann unter Rühren der mit Wasser verdünnten Milch, angesäuert oder -nicht, den festen Kickxia-Kautschuk. - -Über die eigentümlichen Koagulationserscheinungen, die dabei die Milch -zeigt, soll an anderer Stelle berichtet werden. Der fertig koagulierte -Kautschuk wurde in Stücke geschnitten, ordentlich gewaschen und an der -Luft getrocknet. Zerschneidet man die größeren Stücke mit Scheren in -kleinere (vielleicht Würfel von 2 bis 3 cm Seitenlänge), so gelingt es, -selbst hier bei warmer Witterung in acht bis zehn Tagen den Kautschuk -auf etwa 10 pCt. Wassergehalt zu trocknen, ohne daß man eine Oxydation -zu befürchten hätte, besonders wenn man die trocknenden Massen öfter -umschaufelt. Dies Verfahren dürfte sich zur Einführung bei den Wilden -empfehlen, die oftmals monatelang trocknen, um eine trockene, bessere -Ware zu erzielen. - -Die 300 ccm Milch -- es wurde nur eine gemessene Menge verarbeitet -- -enthalten 104.5 g Kautschuk von der Zusammensetzung: - - Kautschuk: 82.17 pCt. Wasser: 10.10 pCt. - Kautschukharze: 6.72 „ Asche: 1.01 „ - -Der freiwillig koagulierte Kautschuk aus der Milch wog nach dem Waschen -und Trocknen 217 g und enthielt: - - Kautschuk: 82.39 pCt. Wasser: 10.57 pCt. - Kautschukharze: 6.35 „ Asche: 0.69 „ - -Es ergaben also 700 ccm Milch 321½ g Verkaufsware mit rund 10 pCt. -Wasser = rund 46 pCt. vom Milchvolum. - -b) 1.628 l Kickxiasaft, von +Schlechter+ am 13. September 1899 -in Ngoko durch Kochen der verdünnten Milch koaguliert, gaben 870 g -Kautschuk folgender Zusammensetzung: - - Kautschuk: 84.86 pCt. Wasser: 9.99 pCt. - Kautschukharze: 4.96 „ Asche: 0.19 „ - -Diese sowie die folgenden Sorten c) und d) dürften aber zur Zeit -der Wägung bedeutend wasserreicher gewesen sein, als sie es in dem -Zustand waren, wo sie analysiert wurden. Vergl. die Ausbeute aus Milch -(desselben Baumes) und +Schlechters+ Angaben. - -c) 1.575 l Kickxiasaft, am 10. September 1899 von +Schlechter+ -durch Kochen mit Bossassangasaft koaguliert. Erhalten 835 g Kautschuk. - -Die Analyse ergab: - - Kautschuk: 82.56 pCt. Wasser: 11.19 pCt. - Kautschukharze: 5.80 „ Asche: 0.45 „ - -d) 130 ccm derselben Milch wurden (13. September 1899) auf Lehm -ausgegossen, der Kautschuk nach zwei Tagen gesammelt. Erhalten 74 g. - -Die Analyse ergab: - - Kautschuk: 76.13 pCt. Wasser: 15.11 pCt. - Kautschukharze: 4.89 „ Asche: 3.85 „ - -e) Ein Kautschukstück endlich, das +Schlechter+ am 14. September -in Ngoko nach Art der Para-Kautschuk-Gewinnung räucherte (Gewicht: 215 -g), ergab folgende Zahlen: - - Kautschuk: 80.20 pCt. Wasser: 13.53 pCt. - Kautschukharze: 4.75 „ Asche: 1.52 „ - -Praktischen Wert hat das Verfahren für den Kickxia-Kautschuk -natürlich nicht; es bestätigt sich nur so eine Vermutung, die ich -ebenfalls früher äußerte („Tropenpfl.“ 1898, S. 259), daß sich der -Kickxia-Kautschuk wahrscheinlich gut räuchern ließe. - -Die Proben b) bis d) von +Schlechter+ waren zumeist cylindrische -Stücke von durchschnittlich 4 cm Durchmesser und 2 cm Höhe, ebenfalls -an der Oberfläche gebräunt, mit weißem Kern, wie die kleiner -geschnittene Ware, die ich aus der Milch gewinnen konnte. Der Kautschuk -stellt sich den besten Congo-Sorten zur Seite, soweit man darüber nach -Laboratoriumsversuchen urteilen kann. Fabrikationsversuche müssen -entscheiden, wie sich der Kickxia-Kautschuk dabei bewährt, denn zwei -von verschiedenen Pflanzenfamilien stammende Kautschuke sind nicht -chemisch identische Körper, sondern nur nahe Verwandte und können sich -chemisch gewaltig unterscheiden, so auch bei der Vulkanisation ein -recht verschiedenes Verhalten zeigen. Vorsicht bei der Einführung neuer -Sorten ist also zu empfehlen. - -Der Bossassangasaft, der Saft verschiedener Cactusarten, der überall im -Congo-Gebiet zum Koagulieren der Landolphiamilch verwendet wird, erwies -sich, wie zu erwarten stand, als stark saurer Pflanzensaft (100 ccm -Saft neutralisiert mit 19.75 ccm n/2 Alkali). Von diesen Säuren sind -nicht ganz ein Fünftel mit Wasserdämpfen leicht flüchtig und zeigen -den Charakter der Essigsäure, der nicht flüchtige Rest besteht aus -hochmolekularen Säuren, sowie aus niedrigermolekularen vom Charakter -der Oxalsäure, deren Kalksalze mit Chlorcalium aus dem Saft fallen. -Die nähere Untersuchung des Saftes, erschwert dadurch, daß leicht -Zersetzungen durch Schimmelpilze in dem ohne Zusätze transportierten -Material eintreten, steht noch aus. - - - - -VII. Kapitel. - -Die botanischen Ergebnisse der Expedition. - - -In den nachstehenden Zeilen habe ich versucht, eine kurze Schilderung -der Vegetationsverhältnisse der von mir auf meiner westafrikanischen -Reise durchzogenen Gebiete zu geben. Da diese Reise sehr beschleunigt -werden mußte und vor allen Dingen die botanische Erforschung der -Gebiete erst in zweiter Linie in Betracht kam, so ist es natürlich, daß -manche Eindrücke, welche ich bei einem so flüchtigen Durchzuge gewonnen -habe, nicht durchaus die richtige Beurteilung treffen werden. Um eine -pflanzengeographische Skizze eines Gebietes aber geben zu können, -dazu gehört meiner Ansicht nach mehr als ein Aufenthalt, der so kurz -bemessen war, wie ich ihn leider nur hatte. - -Unter den nördlicheren von mir bereisten Gebieten muß Togo vor allen -Dingen das Interesse des Pflanzengeographen in Anspruch nehmen, da -die Zone an der Küste und im Innern mehr Verschiedenheiten aufweist -als die der angrenzenden Gebiete. Es wird eine interessante Frage in -der Zukunft sein, zu erforschen, welche Ursachen die Steppengebiete -in Togo so weit bis zur Küste vorgeschoben haben, während doch die -Nachbargebiete mit Ausnahme eines Teiles der Goldküste einen viele -Meilen breiten Urwaldgürtel an der Küste aufweisen. Die Kenntnis -der Flora dieses Schutzgebietes liegt bei uns noch recht im Argen, -und steht weit hinter jener zurück, welche wir bereits über die der -Küstenländer von Kamerun erlangt haben. - -Dem Reisenden, welcher von der Küste kommt, fallen drei verschiedene -Vegetationszonen auf, welche in kurzen Abständen hintereinander folgen. -Die erste dieser Zonen ist ein schmaler Buschsteppengürtel, welcher -sich längs der Küste hinzieht, darauf folgt die gemischte Gras- -und Baumsteppen-Zone, die durch das zum Teil bewaldete Agome- und -Agu-Gebirge unterbrochen wird, und schließlich die Waldzone, welche -aber keine regelmäßige Ausdehnung hat. - -[Illustration: Pflanzungen der Victorianer-Neger auf dem Wege nach -Kriegsschiffhafen.] - -Die Buschsteppe der Küste hat einen ausgesprochen xerophytischen -Charakter und ist vor allen Dingen gekennzeichnet durch das Fehlen -der Ölpalme und die auffallende Spärlichkeit der Gräser. An der Stelle, -wo ich diese Zone durchschritten habe, wies sie nur eine Breite von -etwa drei Marschstunden auf. Die Vegetation setzt sich zunächst nur aus -mannshohen Büschen oder aus noch kleinerem Gesträuch zusammen. Nur hin -und wieder zeigt sich ein verkrüppelter Baum, oder, wenn wir tiefer -in diesen Buschgürtel eingedrungen sind, eine Säule, welche selbst -den stärksten Stürmen Trotz bietet, ein +Baobab+ (+Adansonia -digitata+). Die Sträucher gehören vorzugsweise den Euphorbiaceen -und Rubiaceen an, unter welch letzteren die +Gardenia Thunbergia+ -durch ihren sparrigen Wuchs und ihre stark duftenden, anfangs weißen, -später gelblichen Blüten besonders ins Auge fällt. Nicht selten finden -sich die fleischigen Zweige von +Sarcostemma aphyllum+ R. Br. -oder anderer Asclepiadaceen; dickstämmige Senecio-Arten winden sich -über die Sträucher hin. Auch die Tiliaceen-Gattung +Grewia+ in -sehr sparrigen Formen zeigt hin und wieder ihre gelben Blüten im -Verein mit stacheligen Akazien. Uns ist über die Flora gerade dieser -Küsten-Buschsteppe noch recht wenig bekannt, da keiner der wenigen -Sammler des Gebietes derselben Interesse entgegengebracht zu haben -scheint. Ich selbst durchzog diesen Teil des Landes zu einer Zeit, als -nach langer Dürre die mit Staub dicht bedeckten Gebüsche gar keine -Blüten zeigten. Nach dem Regen sollen auch einige kleinere Kräuter -auftreten, doch sind uns dieselben und ihre Verwandtschaften noch gar -nicht bekannt. - -Eine viel weitere Ausdehnung besitzt die zweite, die Gras- und -Baumsteppen-Zone. Dieselbe begann auf meiner Reiseroute bei dem -Dorfe Akeppe. Ölpalmen treten in dieser häufig auf. Vor allen -Dingen aber charakteristisch für sie sind die weiten Glasflächen, -welche mit einzelnen Bäumen bedeckt sind. Da wo die Läufe der nur -periodisch fließenden Bäche es zulassen, haben sich wohl auch kleine -Buschwaldgruppen gebildet, welche für den Botaniker stets eine Fülle -interessanter Formen bergen. Ich bin fest davon überzeugt, daß sich die -Flora dieser Grassteppen, wenn sie erst besser bekannt sein wird, als -sehr reichhaltig erweisen wird. Außer einer Fülle von Gramineen und -Cyperaceen finden wir hier besonders viele Scrophulariaceen. In kleinen -Büschen leuchtet allenthalben das prachtvolle +Cycnium camporum -Engl+. mit seinen großen weißen Blüten aus dem Grase hervor. -+Striga+ ist in mehreren Arten vertreten, unter denen besonders -diejenigen mit scharlachroten Blüten unser Auge fesseln. +Sopubia -Dregeana+ bildet kleine Büsche mit Trauben rosenroter Blüten. -Compositen sind nur schwach vertreten. Besonders sind es die Aspilien, -welche uns mit ihren weißen oder gelben Strahlblüten auffallen. Hier -und dort erhebt sich auch eine schlanke +Coreopsis+ oder eine -seltene Aedesia, die mit ihren langen, grasähnlichen Blättern bei -oberflächlicher Betrachtung alles andere hinter sich vermuten läßt, -als eine Composite. Nächst den Scrophulariaceen sind es die Rubiaceen, -welche hier sich durch Formenreichtum auszeichnen, und unter ihnen -besonders die +Oldenlandien+, von denen uns die verschiedensten -Typen von der schlanken O. virgata W. bis zu der zierlichen -O. +Heynei+ Oliv. begegnen. Außerdem fallen dem flüchtig -Durchreisenden noch Euphorbiaceen, Gentianaceen, kleine Leguminosen, -besonders +Cassia+ und +Indigofera+-Arten, sowie Malvaceen -und Asclepiadaceen auf. Unter den letzteren finden sich einige Typen, -die mit Formen der ost- und südafrikanischen Steppen verwandt sind. -An Monocotyledonen fehlt es auch nicht. Vor allen Dingen müssen unter -diesen die Orchidaceen erwähnt werden, welche mit ihren prachtvollen -schlanken Blütenständen der Steppe zur Zierde gereichen; unter diesen -sind es besonders +Eulophia+-Arten (+E. cristata+ Stend. -und +E. dilecta+ Schltr.), welche sich auszeichnen. Selten lugt -aus dem Grase eine weiß- oder grünblütige +Habenaria+ oder an -schattigeren Stellen eine +Nervilia+ hervor. Zwei andere sogleich -ins Auge fallende Pflanzen möchte ich hier nicht unerwähnt lassen. Die -Anchomanes-Arten, welche durch ihre gefleckten, stachligen Stengel und -die hellgrünen oder violetten Spathen auffallen, sind sehr verbreitet, -obgleich sonst Araceen nicht zu den häufigeren Repräsentanten der -Steppenfloren gehören. Eine andere auch nicht selten anzutreffende -Pflanze ist die merkwürdige +Tacca pinnatifida+. Es würde mich -zu weit führen, wollte ich hier in dieser kurzen Skizze alle die -interessanten und schönen Pflanzen erwähnen, welche ich in jenen -Steppen beobachtet habe. - -Die Baumvegetation setzt sich vorzugsweise aus Leguminosen, -Sterculiaceen, Euphorbiaceen und vor allen Dingen Combretum-Arten und -Bassiastämmen zusammen. - -Da, wo sich längs der Wasserläufe Buschwald gebildet hat. finden -wir eine Flora, welche der der dritten Zone auffallend ähnlich ist. -Nur eines ist mir in jenen Buschwäldern südlich des Agome-Gebirges -aufgefallen, nämlich das vollständige Fehlen der +Kickxia -africana+. - -Wie ich schon oben erwähnte, hat die dritte Vegetationszone, die -Urwaldzone, eine sehr unregelmäßige Ausdehnung. Diese Erscheinung -ist wohl zum großen Teile auf die ausgedehnten Wald- und Grasbrände -zurückzuführen, welche von den Eingeborenen gewohnheitsgemäß angesteckt -werden, teils um das Wild aus seinen Verstecken hervorzujagen, teils um -neuen fruchtbaren Boden für die Anpflanzungen zu gewinnen. - -In diesem Walde finden wir eine ziemlich dichte Unterholzvegetation, -so daß wir denselben fast als Buschwald bezeichnen müssen. Nicht -selten ist der Boden über weite Strecken hin mit +Alpinien+, die -häufig Manneshöhe erreichen, bedeckt. An lichteren Stellen gesellen -sich zu diesen die +Costus+-Arten, und hier und dort läßt die -+Sanseviera+ ihre schön marmorierten, breiten Blätter aus dem -Dickicht hervorleuchten. In der Bildung des Unterholzes spielen die -Rubiaceen und Euphorbiaceen die Hauptrolle. +Cissus+-Arten, -zierliche Asclepiadaceen und Apocynaceen und seltener Menispermaceen -bedecken diese Büsche häufig vollständig; an den Stämmen aber winden -sich die riesigen Lianen empor, welche ihren Blütenflor in den hohen -Baumkronen entwickeln. - -Der ganze Buschwald ist mehr oder minder dicht bestanden mit Kickxia -africana und anderen kleineren Bäumen aus den Familien der Apocynaceen, -Rubiaceen, Euphorbiaceen, Combretaceen etc. Diese wiederum werden -überragt durch die Waldriesen, welche über sie noch ein Schutzdach -bilden. Die letzteren setzen sich zusammen aus Leguminosen, Moraceen -(Chlorophora), Euphorbiaceen und Combretaceen. Über die einzelnen Arten -dieser Familien ist noch viel zu erkunden, da es sehr schwer ist, von -ihnen Blüten und Früchte zu erlangen. - -Dem Waldgebiet Togos ist dasjenige der Hinterländer von Lagos sehr -ähnlich, doch bildet die Waldzone daselbst einen breiten Gürtel, -welcher direkt an der Küste beginnt. Erst hinter diesem Gürtel -erstreckt sich dann die Graszone in einer Entfernung von mindestens 60 -km von der Küste. Die Flora des westafrikanischen Waldes ist auffallend -arm an Formationsverschiedenheiten, es sei denn, daß solche durch hohe -Gebirge oder sonstige klimatische Einflüsse in ihrer Entwickelung -begünstigt werden. Auch in den Wäldern des Yoruba-Landes finden wir -dieselben Pflanzen wieder, welche wir bereits aus Togo kennen gelernt -haben. Häufiger sind daselbst die Leguminosen und Apocynaceen; statt -der Kickxia africana Bth. ist Kickxia elastica Preuß verbreitet. -Da die Urwaldkomplexe einen bedeutend größeren Umfang besitzen, -haben sich mehr Baumriesen erhalten: vor allen Dingen sind Ceiba- -und Bombax-Arten, sowie andere Sterculiaceen in riesigen Exemplaren -verbreitet. - -Das Grasgebiet, welches auf der von mir begangenen Route kurz vor -Ibadan beginnt, zeigt einen mehr hügeligen Charakter als die Steppen -von Togo, und häufiger als dort finden wir Unkräuter, welche wohl -durch die Menschen über weite Regionen des Niger-Gebietes verbreitet -sind. Zu ihnen zählen die verschiedenen Amarantaceen und Compositen, -Acalypha-Arten, Malvaceen und Tiliaceen. Mit Ausnahme der wenigen aus -dem Sudan bis in die Yoruba-Länder herabsteigenden Arten ist die Flora -jener Steppen denen von Togo sehr ähnlich, aber entschieden erheblich -ärmer an Arten. - -Von dem Waldgebiete Kameruns habe ich nur die Gegenden am -Kamerun-Gebirge kennen gelernt und dann die riesigen Wälder der -Sanga-Ngoko-Region. Wie es bei einem Gebirge von derartigen -Dimensionen vorauszusetzen ist, hat das Kamerun-Gebirge einen höchst -bemerkenswerten Einfluß auf die Niederschläge jener Regionen, und -diesen sowohl wie der Elevation des Terrains ist es zu verdanken, -daß wir hier eine äußerst üppige Flora vorfinden, welche sehr reich -an bisher noch nicht aus anderen Gegenden des Schutzgebietes bekannt -gewordenen Arten ist. Vor allen Dingen ist es der Reichtum an Farnen -und Epiphyten aller Art, welcher das Auge des Forschers hier entzückt. -In den Regionen zwischen 1000 und 2000 m Höhe finden wir sogar -Baumfarnen. Die Epiphyten gehören außer zu den Farnen (+Polypodium+, -+Aspidium+, +Davallia+, +Trichomanes+, +Hymenophyllum+ und den -interessanten +Platycerien+) vorzugsweise den Orchidaceen an. Die in -diesem Gebiete auftretenden epiphytischen Orchidaceen nehmen ihrer Zahl -nach einen sehr umfangreichen Platz in der Zusammensetzung der Flora -ein. Hauptsächlich sind es die Gattungen +Angraecum+ (+Mystacidium+, -+Listrostachys+), +Bubbophyllum+ (+Megadinium+), +Polystachya+, -+Eulophia+ (1 Art), +Ancistrochilus+ (1 Art) und +Liparis+, welche -hier auftreten. In dem Humus der Wälder finden wir außerdem eine große -Zahl terrestrischer, zum Teil saprophytischer Arten. Die Vegetation, -welche sich im tiefen Schatten dieser Wälder verbreitet hat, besteht -vorzugsweise aus Rubiaceen, unter denen die +Poychotria+-Arten -eine sehr bedeutende Rolle spielen, aus Acanthaceen mit prachtvoll -gefärbten Blüten. Dorstenien mit ihren eigenartigen Inflorescenzen, -schattenliebende Gräsern und Cyperaceen stellen ein anderes -umfangreiches Kontingent. Die sonst mehr oder minder epiphytischen -+Culcasia+-Arten kriechen nur an feuchteren Stellen über weite Flächen -am Boden hin und scheinen ein recht behagliches Dasein zu führen, aber -seltener Blüten zu entwickeln. An felsigeren Stellen zeigen sich häufig -kleine Scrophulariaceen und Cyrtandreen (+Streptocarpus+) und hier und -da auch einige Labiaten (+Coleus+) und Begonien. - -Längs der Gebirgsbäche finden wir vor allen Dingen eine äußerst -üppige Flora. Nicht nur Epiphyten sind an den überhängenden Ästen -und Zweigen der Bäume in besonders reicher Zahl anzutreffen, sondern -auch eine große Zahl teils unter Wasser wachsender Pflanzen, unter -denen besonders das prachtvolle Crinum natans mit seinen schneeweißen -Blüten Erwähnung verdient. Höchst beachtenswert sind ferner jene -Gewächse, welche während einer mehr oder minder kurzen Zeit im -Jahre bei dem hohen Wasserstande von den Fluten erreicht werden. Zu -diesen gehören außer Araceen, Cyperaceen und Urticaceen vor allen -Dingen die prachtvollen +Impatiens+-Arten, welche in ihren -Blüten interessante, an Orchidaceen erinnernde Formen aufweisen. Die -Leguminosen, welche hier weniger reichlich vertreten sind, werden durch -die +Aeschynomeen+- und +Desmodium+-Arten repräsentiert. -Melastomaceen suchen die Ränder der Bäche mit Vorliebe auf, da sie dort -die ihnen zusagende Feuchtigkeit und genügend Licht finden. - -Die Urwaldbäume setzen sich aus ähnlichen Elementen zusammen wie die -des Yoruba-Waldes, nur treten hier bedeutend mehr Arten hinzu, und die -Entwickelung derselben ist eine üppigere. Besonders Leguminosen sind -vorherrschend. Für den Botaniker liegt gerade in der Ermittelung der -Urwaldbäume noch ein großes Arbeitsfeld vor. - -Da in der Ngoko-Region meine Zeit durch andere Arbeiten sehr -stark in Anspruch genommen war, konnte ich dort der Flora nicht -die Aufmerksamkeit schenken, welche ich ihr gern entgegengebracht -hätte. Nach meinen oberflächlichen Beobachtungen scheint sie der des -Yaunde-Gebietes sehr ähnlich zu sein, doch treten bei ihr einige Arten -hinzu, deren Hauptverbreitungsgebiet eigentlich in dem großen Urwalde -des Congo-Beckens liegt. Zu diesen gehören hauptsächlich die auf die -Flußränder und die, dem Congo-Becken eigenen, Sumpfwälder beschränkten -Arten. - -Entgegen den Ansichten vieler Botaniker möchte ich glauben, daß die -Congo-Flora sehr arm an endemischen Arten ist. Endemismen finden sich -hauptsächlich in der ersten von mir oben erwähnten Vegetationszone -des Gebietes. Diese erstreckt sich von der Küste bis zum Stanley-Pool -einerseits und dem Kassai-Kwango-Gebiete andererseits. Im Süden geht -die Zone vollständig in die Angola-Benguella-Flora über. Wenn ich -einerseits hier den Stanley-Pool als Grenze angebe, so meine ich damit -nur die politische Grenze des Congostaates, denn nach Norden geht -das Gebiet so weit in die französischen Besitzungen hinein, wie die -Ausläufer der von Angola kommenden Sierra do Crystal, also fast bis in -das Ogowe-Gebiet. - -Die Vegetation dieser Zone, welche sich durch hügelige Physiognomie -auszeichnet, ist mit der Flora der Angola-Hochländer eng verwandt, -und viele, ja ich möchte sagen sehr viele Arten treten hier noch auf, -welche ursprünglich von dem Huilla-Plateau bekannt geworden sind. -In den Thälern, zwischen den Hügeln oder längs der Flußläufe haben -sich Galerie- und Buschwälder gebildet, deren Elemente teils, wie in -den Galeriewäldern des unteren Congo, der Flora des Congo-Beckens -entstammen, teils dieselben Arten aufweisen, wie die Buschwälder von -Angola. - -Auf den grasigen Hügeln finden wir ein reiches Gemisch von Arten -der verschiedensten Familien. Außer Gräsern und Cyperaceen -begegnen wir besonders Leguminosen (mit vielen +Indigofera+- -und +Crotalaria+-Arten) Compositen (besonders Vernonien -und sogar +Helichrysum+-Arten), Rubiaceen, Gentianaceen, -viele Scrophulariaceen etc., kurzum eine typische afrikanische -Grassteppenflora, wie wir sie aus Transvaal, Angola und Ostafrika -bereits sehr wohl kennen. In den Sümpfen oder am Rande derselben -fehlen weder Utricularien noch die Eriocaulonaceen, sonst wiederholen -sich dieselben Erscheinungen, Rubiaceen, Scrophulariaceen, Iridaceen, -Araceen, Orchidaceen und die prachtvollen Melastomataceen, alle -Familien sind vertreten. - -Als ich in den sandigen Ebenen bei Dolo am Stanley-Pool sammelte, -war ich über die Flora im höchsten Maße überrascht, fast glaubte -ich mich in die Hoogeveld-Steppen von Transvaal zurückversetzt, so -ähnlich war die Flora derjenigen, welche ich im Sommer 1893/94 dort -beobachtet hatte. Hier liegt ein neuer Beweis für die Verwandtschaft -der Floren ähnlicher Gebiete in Afrika vor. Die Arten sind zwar in -demselben verschieden, doch kann man dessenungeachtet eine wirklich -auffallende Gleichförmigkeit der Steppenfloren sowohl wie der typischen -Urwaldfloren konstatieren. Westafrika besitzt gewiß mit seinen -bedeutenden Niederschlägen eine recht typische Flora; doch sind die -Hauptvertreter mit den ostafrikanischen Typen immer mehr oder minder -nahe verwandt. - -Die zweite Vegetationszone, welche ich im Congo zu beobachten -Gelegenheit hatte, möchte ich als typische Flora des Congo-Beckens -bezeichnen. Sie bildet im allgemeinen die Flora des sogenannten -Äquatorialwaldes und der Ufer des Congo und seiner Nebenflüsse. Oben -habe ich bereits angedeutet, wie arm diese Flora an typischen Arten ist. - -Wenn wir annehmen, daß die Flora des Congo-Beckens noch jüngeren Alters -ist, so wird diese ihre Armut leichter erklärlich, und es lassen sich -einige recht interessante Beispiele der Einwanderung verschiedener -Arten noch heute feststellen. Leider ist es mir nicht möglich, im -Innern des Gebietes, vor allen Dingen nach Osten, die Grenzen dieser -Florenzone auch nur annähernd festzulegen, da ich nicht weit genug ins -Innere desselben gekommen bin, und deshalb wäre es sehr wünschenswert, -wenn wir dereinst von kompetenterer Seite etwas darüber erfahren -könnten. - -Die Flora des Congo-Beckens besitzt sehr ausgesprochene Anklänge -an die Flora des Kamerun-Gebietes und des französischen Congo. Ich -halte es daher für sehr wahrscheinlich, daß von dort aus die größere -Zahl der Pflanzen eingewandert ist. Noch heute finden wir gegenüber -der Mündung des Sanga, bei Lukulela, eine Urwaldflora, welche sich -durch eine merkwürdige Reichhaltigkeit und Verwandtschaft oder -Gleichheit mit Südkamerun-Typen auszeichnet. Wenn wir nun in Betracht -ziehen, daß eine nicht unerhebliche Menge des vom Sanga in den Congo -fließenden Wassers aus jenen Gegenden entstammt, so glaube ich diese -Florenverwandtschaften darauf zurückführen zu können. -- Ebenso finden -wir am Unterlaufe des Kassai und in der Nähe der Mündung desselben eine -erhebliche Anzahl von Arten, deren Ursprung auf die südlich gelegenen -Gebiete zurückzuführen ist. Leider kann ich mir kein Urteil erlauben -über die Gebiete östlich der Stanley-Fälle, doch bin ich fest davon -überzeugt, daß ein großer Prozentsatz der Pflanzen des Congo-Beckens -von dorther stammt. Ein anderes Verhältnis darf ja auch in einem -Stromgebiete von der geringen Elevation des Congo-Beckens nicht -erwartet werden. Alljährlich zur Zeit des hohen Wasserstandes werden, -ähnlich wie im Gebiete des Amazonas, die Wälder mehr oder minder hoch -vom Wasser überspült. - -Diesen Verhältnissen passen sich eine Anzahl von Bäumen an, indem sie -ihre Stämme wie die Pandanusarten durch Stützwurzeln über den Boden -emporheben. Wie schon oben bemerkt, besteht die Urwaldflora fast -ausschließlich aus Gewächsen, welche im Kamerun-Urwalde anzutreffen -sind. Anders dagegen setzt sich die Flora der Flußufer zusammen. Häufig -finden wir dort noch im Wasser stehend Impatiens- und Aschynomene-Arten -und eine als „Bubandja“ bekannte Euphorbiacee. +Calamus+-Arten -bilden am Waldrande oft undurchdringliche Gestrüppe, in deren Schatten -sich mit Vorliebe +Alpinia+-Arten ansiedeln. Besonders typisch -für die Flußufer sind unter den Bäumen +Copaifera+-Arten und -+Irvingia Smithii Hk. f.+, die sich sehr gern mit Orchidaceen -bekleidet. - -In der folgenden Aufzählung bin ich dem +Engler+schen System -gefolgt, sowohl in der Anordnung der Familien wie der Gattungen. Die -einzelnen Arten sind alphabetisch aufgezählt. - -Allen den Herren, welche sich an der Bestimmung meiner Sammlungen -beteiligt haben, vor allen Dingen Herrn Geheimrat Professor Dr. A. -+Engler+, welcher mir stets in liebenswürdigster Weise die -Benutzung des reichen Berliner Herbariums gestattete, spreche ich -hiermit meinen besten Dank aus. - - -=Gramineae.= (Det. R. +Pilger+.) - -+Andropogon L.+ - - 1. A. brevifolius Sw.? - - In paludibus prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12514. - - +Anthephora Schreb.+ - -1. A. elegans Schreber var. africana Pilger n. var. - - In avenosis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- - No. 12508. - - +Melinis Beauv.+ - -1. +M. gracilis Pilger+ n. sp. - - In collibus arenosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 12338. - - +Panicum L.+ - -1. +P. bongaënse Pilger+ n. sp. - - In fruticetis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12647. - - Zur Sektion Ptychophyllum gehörig. - -2. P. brizanthum Hochst.? - - In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12663. - -3. P. ovalifolium Porir. - - In planitie avenosa prope Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- - No. 12496. - -4. P. uncinatum Raddi. - - In cultis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12419. - - +Olyra L.+ - -1. O. brevifolia Schum. - - In fruticetis ac ad margines silvarum juxta flumen Ngoko (Kamerun). - IX. 1899 -- No. 12750. - - +Leptaspis+ R. Br. - -1. L. conchifera Hack. - - In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12998. - -+Sporobolus+ R. Br. - -1. S. Molleri Hack. - - In arenosis pone Leopoldville (Congo). VI. 1899 -- No. 12552. - -2. S. strictus Franch. - - In planitie arenosa prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12448. - - +Microchloa+ R. Br. - -1. M. setacea R. Br. - - In apertis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1900 -- - No. 12585. - - +Leptochloa Beauv.+ - -1. L. chinensis Nees. - - In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12680. - - +Eragrostis Host.+ - -1. E. ciliaris Lk. - - In fruticetis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12680. - -2. E. pilosa P. B. - - In collibus graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 13018. - -3. E. plumosa Retz. - - In collibus graminosis prope Ibadan (Yoruba-Land), III. 1899 -- No. - 12328. - -4. +E. sabulicola Pilger+ n. sp. - - In dunis maritimis prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 -- - No. 12817. - -5. E. tremula Hochst. - - In umbrosis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- - No. 12507. - - +Streptogyne Beauv.+ - -1. S. crinita P. B. - - In silvis primaevis juxta flumen Dja (Kamerun). X. 1899 -- No. 11778. - - +Centotheca Desv.+ - -1. C. lappacea Deso. - - In fruticetis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 -- No. - 12395. In planitie arenosa prope Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. - 1899 -- No. 12499. - - +Guaduella Franch.+ - -1. G. marantifolia Franch. - - In silvis primaevis juxta „Muni-River“ pone Corisco Bay. XII. 1899 -- - No. 12827. - - -=Cyperaceae.= (Det. +K. Schumann.+) - - +Cyperus Michx.+ - -1. C. amabilis Vahl. - - In sabulosis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12533. - -2. C. caracasanus H. B. et Kth. - - In collibus graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 13017. - -3. C. cuspidatus H. B. et Kth. - - In arenosis prope Leopoldville ad Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- - No. 12517. - -4. C. diffusus Vahl. - - In silvis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12605. - -5. C. rotundus L. - - In humidis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 12297. In - arenosis prope Leopoldville, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- - No. 12515. - -6. C. radiatus Vahl. - - In paludibus prope Noki (Congo). V. 1899 -- No. 12439; In humidis - prope Leopoldville, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. 12513. - -7. C. Smithianus Ridl. - - In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12608. - -8. C. umbellatus C. B. Cl. - - In collibus graminosis inter Ibadan et Aberkuta (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 12336. - -9. C. spec. - - In humidis prope Irebu (Congo). VII. 1899 -- No. 12641. - -10. C. spec. - -In humidis prope Leopoldville, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -- -No. 12577. - -11. C. spec. - - In humidis prope Leopoldville, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 - -- No. 12511. - - +Killingia Rottb.+ - -1. K. humilis Michx. - - In humidis prope Irebu (Congo). VII. 1899 -- No. 12642. - -2. K. pumila Michx. - - In collibus arenosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 12348. In arenosis prope Coquilhatville (Congo). VII. - 1899 -- No. 12603. - -3. K. triceps Rottb. - - In humidis prope Irebu (Congo). VII. 1899 -- No. 12642. - - +Scirpus Tournef.+ - -1. S. barbatus. - - In avenosis humidis prope Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. 12568. - -2. S. spec. nov. - - In insulis sabulosis in flumine Congo, loco Stanley-Pool appellato. - VI. 1899 -- No. 12569. - - +Fimbristylis Vahl.+ - -1. F. diphylla Vahl. - - In collibus graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 12346. - -2. F. Philosa Vahl. - - In clivis graminosis montium Agome alt. c. 300 m (Togo). III. 1900 -- - No. 12967. - -3. F. spec. - - In arenosis inter Ibadan et Aberkuta (Yoruba-Land). IV. 1899. -- No. - 12347. - -4. F. spec. - - In insulis fluminis Congo, loco Stanley-Pool appellato. VI. 1899 -- - No. 12558. - - +Hypolytrum L. C. Rich.+ - -1. H. nemorosum P. de Beauv. - - In umbrosis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - --No. 12583. - - -=Araceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Culcasia Beauv.+ - -1. C. scandens P. Beauv. - - Ad truncos arborum scandens in silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). - III. 1899 -- No. 12304. In silvis primaevis prope Kriegsschiffhafen - (Kamerun). IV. 1899 -- No. 123997. In umbrosis prope Leopoldville, - pone Stanley-Pool (Congo). IV. 1899 -- No. 12561. - -2. C. striolata Engl. - - Ad truncos arborum in umbrosis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 - -- No. 12522; No. 12581. - -3. C. tenuifolia Engl. - - Ad truncos arborum scandens prope Leopoldville pone Stanley-Pool - (Congo). VI. 1899 -- No. 12565. - - +Anchomanes Schott.+ - -1. A. dubius Schott. - - In graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- - No. 13028. - - +Hydrosme Schott.+ - -1. H. Baumannii Engl. - - In graminosis prope Badja (Togo). IV. 1900 -- No. 12977. - - +Nephthytis Schott.+ - -1. N. Poissonii Engl. - - In silvis primaevis inter Mundame et Otam (Kamerun), alt. c. 200 m. - I. 1900 -- No. 12886. - - +Anubias Schott.+ - -1. A. Afzelii Schott. - - In rivulis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1900 -- No. 12412. - - -=Eriocaulonaceae.= (Det. +Ruhland.+) - - +Syngonanthus Ruhl.+ - -1. +S. Schlechteri Ruhl.+ n. sp. - - In sabulosis humidis prope Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12453. - - -=Commelinaceae.= (Det. +K. Schumann.+) - - +Pollia Thbg.+ - -1. P. condensata C. B. Cl. - - In silvis primaevis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. - 12753. - -2. P. Mannii C. Bl. C. - - In silvis primaevis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12768. - - +Palisota Rchb.+ - -1. P. acuminata C. B. Cl. - - In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12613. - -2. P. thyrsiflora Bth. - - In silvis primaevis prope Ishagamo (Yoruba-Land). IV. 1899 -- No. - 13007. - - +Commelina Glum.+ - -1. C. capitata Bth. - - In silvis prope Mundame (Kamerun). I. 1900 -- No. 12930. - - +Polyspatha Bth.+ - -1. P. paniculata Bth. - - In silvis primaevis juxta flumen Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12714. - -2. P.? spec.? - - In silvis primaevis juxta flumen Ngoko (Kamerun). XI. 1899 -- No. - 12741. - - +Aneilema R. Br.+ - -1. A. beninense Kth. - - In silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 12303. - -2. A. ovato-oblongum P. de Beauv. - - In silvis primaevis juxta flumen Dja et Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- - No. 12761, 12783. In umbrosis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 -- - No. 12530. - -3. +A. setulosa K. Sch.+ n. sp. - - In graminosis prope Badja (Togo). IV. 1899 -- No. 12973. - - +Buforrestia C. B. Cl.+ - -1. B. imperforata C. B. Cl. - - In silvis primaevis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12761. - - +Forrestia A. Rich.+ - -1. F. Preussii K. Sch. - - In silvis primaevis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 -- - No. 12389. - - +Floscopa Lour.+ - -1. F. africana C. B. Cl. - - In silvis juxta flumen Sanga inter Bonga et Wesso (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12691. - - -=Amaryllidaceae.= (Det. +H. Harms.+) - - +Haemanthus Tourn.+ - -1. H. cinnabarinus Deue. - - In silvis primaevis prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 13005. - - +Crinum L.+ - -1. C. natans Bkr. - - In rivulis lapidosis prope Muea (Kamerun) alt. c. 600 m., I. 1900 -- - No. 12851. - - -=Dioscoreaceae.= (Det. +H. Harms.+) - - +Dioscorea Plum.+ - -1. D. Preussii Pax. - - In fruticetis prope Wesso ad flumen Sanga (Congo français). VIII. - 1899 -- No. 12722. - -2. +D. Schlechteri Harms+ n. sp. - - In fruticetis prope Leopoldville ad Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- - No. 12548. - - Ist mit D. Dusenii Uline verwandt, verschieden durch schmälere - Blätter. - - -=Cyanastraceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Cyanastrum Oliv.+ - -1. C. cordifolium. - - In silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899. - - -=Iridaceae.= (Det. +R. Schlechter.+) - - +Gladiolus Tourn.+ - -1. G. spec. aff. brevifolio Jacq. - - In planitie arenosa prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo) VI. 1899 -- - No. 12445. - - -=Zingiberaceae.= (Det. +K. Schumann.+) - - +Amomum L.+ - -1. A. granum paradisi L. - - In silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 12993. - - -=Burmanniaceae.= (Det. +R. Schlechter.+) - - +Gymnosiphon Bl.+ - -1. G. squamatus Wright. - - Saprophyt auf faulendem Laube in den Urwäldern bei Corisco Bay - (Gabron). XII. 1899 -- No. 12831. - - -=Orchidaceae.= (Det. +R. Schlechter.+) - - +Platanthera L. C. Rich.+ - -1. P. pleistophylla Schltr. - - In graminosis prope Kinchassa pone Stanley-Pool (Congo). XI. 1899 -- - No. 12797. - - Brachycorythis Leopoldi Krzl., welche sich in keiner Weise von - Brachycorythis pleistophylla, dem Typus der vorliegenden Art, - unterscheidet, gehört auch hierher. - - +Habenaria W.+ - -1. H. Guingangae Rchb. f. - - In graminosis humidis prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 -- - No. 12816. - - H. Poggeana Krzl. kann ich spezifisch von dieser Art nicht trennen. - Die Blüten sind orangegelb. - -2. H. macrandra Ldl. - - In silvis primaevis juxta flumen Sanga (Congo français). XI. 1899 -- - No. 12991. - - Nach genauen Untersuchungen an lebendem Material kann ich die - Rolfesche Gattung Podandria nicht annehmen. Wir müßten sonst die - Gattung Habenaria in viele kleine Gattungen zerlegen. - -3. +H. stenoloba Schltr.+ n. sp. - - In collibus graminosis prope Libreville (Congo français). XII. 1899 - -- No. 12824. - - +Disperis Sw.+ - -1. +D. togoensis Schltr.+ n. sp. - - In rupibus montium Agome prope Ashanti-Kpoeta (Togo). III. 1900 -- - No. 12990. - - +Nervilia Geaud.+ - -1. N. umbrosa Schltr. - - In graminosis prope Kewe (Togo). III. 1900 -- No. 12947. - - In fruticetis prope Atikpui (Togo), IV. 1900 -- No. 12984. - - Pogonia umbrosa Rchb. f. P. viridiflava. Rchb. f. scheint auch nicht - verschieden. - - +Vanilla Sw.+ - -1. V. africana Ldl. - - Juxta rivum Meandja (Kamerun), alt. 600 m. I. 1900 -- No. 12862. - - Ich kann V. cucullata Krel. nicht von dieser Art getrennt halten. Das - im Berliner Herbar vorhandene Original stimmt mit V. africana Ldl. - vollständig überein. - -2. V. spec. - - In silvis juxta flumen Sanga inter Bonga et Wesso (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12701. - - Ein Exemplar ohne Blüten. - - +Epipogon Gmel.+ - -1. E. nutans Rchb. f. - - In silvis primaevis prope Mafura (Kamerun), alt. 400 m. I. 1900 -- - No. 12910. - - +Auxopus Schltr. n. gen.+ - -1. +A. kamerunensis Schltr.+ - - In silvis primaevis inter Nyoke et Mundame (Kamerun), alt. c. 200 m. - I. 1900 -- No. 12875. - - Eine sehr interessante neue Gattung, welche mit Didymoplexis verwandt - ist, sich aber durch freie Petalen und die Columna unterscheidet. Die - Blütenstiele der winzigen Blüten verlängern sich bis zur Fruchtreife - sehr bedeutend. - - +Zeuxine Ldl.+ - -1. Z. Batesii Rolfe. - - In silvis primaevis prope Buea (Kamerun), alt. c. 600 m. I. 1900 -- - No. 12839. - -2. Z. elongata Rolfe. - - In silvis primaevis prope Lukulela (Congo). VII. 1899 -- No. 12644. - - +Cheirostylis Bl.+ - -1. C. lepida Rolfe. - - In silvis primaevis supra Buea (Kamerun), alt. c. 1100 m. I. 1900 -- - No. 12845. - - Ich neige der Ansicht zu, daß diese Pflanze richtiger bei Zeuxine - verblieben wäre. Mir selbst ist die Gattung Cheirostylis zu wenig - bekannt, um mir ein endgültiges Urteil bilden zu können. - - +Hetaeria Bl.+ - -1. H. Mannii Rchb. f. - - In silvis primaevis prope Victoria (Kamerun), alt. c. 100 m. II. 1900 - -- No. 12946. - - +Maniella Rchb. f.+ - -1. M. Gustavi Rchb. f. - - In silvis primaevis prope Victoria (Kamerun), alt. c. 200 m. II. 1900 - -- No. 12945. - - +Corymbis Thou.+ - -1. C. Welwitschii Rchb. f. - - In silvis prope Kriegsschiffhafen, alt. 20 m (Kamerun). IV. 1899 -- - No. 12381. - - +Microstylis Nutt.+ - -1. M. stelidostachya Rchb. f. - - In silvis primaevis juxta flumen Mungo (Kamerun), alt. c. 100 m. I. - 1900 -- No. 12944. - - Abweichend von den anderen Microstylis-Arten, ist hier das Labellum - nach unten gekehrt. - - +Liparis L. C. Rich.+ - -1. L. guineensis Ldl. - - In collibus graminosis prope Libreville (Congo français). XII. 1899 - -- No. 12825. In paludibus prope Cape Lopez (Congo français). XII. - 1899 -- No. 12810. - -2. +L. epiphytica Schltr.+ n. sp. - - Epiphytica in arboribus juxta flumen Sanga prope N’Kundi (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12694; juxta flumen Ngoko et Dja - (Kamerun). IX.–X. 1899. - - +Polystachya Ldl.+ - -1. P. Adansoniae Rchb. f. - - In ramis arborum in silvis primaevis prope Bibundi (Kamerun). IV. - 1899 -- No. 12409. - - P. albo-violacea Krzl. und P. Dusenii Krzl. sind von dieser Art nicht - verschieden. - -2. P. bifida Ldl. - - In arboribus silvae supra Buea (Kamerun). I. 1900 -- No. 13043. - - Die vorliegende Pflanze wurde von Kränzlin als P. farinosa - beschrieben, doch unterscheidet sie sich nur durch etwas stärkeren - Wuchs von den Originalexemplaren der P. bifida. Die Blütenteile - beider sind vollkommen gleichgestaltet. - -3. P. caloglossa Rchb. f. - - Epiphytica in ramis arborum prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. - 12359. - -4. P. coriscensis Rchb. f. - - In arboribus juxta „Muni-River“ (Corisco Bay). XII. 1899 -- No. 12829. - - P. biglandulosa Krzl. gehört hierher. - -5. +P. crassifolia Schltr.+ n. sp. - - Epiphytica in arboribus prope Moliwe (Kamerun), I. 1900 -- No. 12841. - - Eine merkwürdige Novität, welche sich von allen anderen Arten durch - die dicken Blätter und die sitzenden Blüten unterscheidet. - -6. P. cultriformis Sprgl. - - Epiphytica in arboribus prope Nyassosso (Kamerun). I. 1900 -- No. - 13044. - - Die Verbreitung dieser Art ist sehr interessant. Ursprünglich - wurde sie aus Madagascar beschrieben, dann auf dem östlichen Teile - des afrikanischen Kontinents aufgefunden, nun liegt sie sogar aus - Westafrika vor. P. Kirkii Rolfe ist mit ihr identisch, ebenso P. - gracilenta Krzl. Die Behauptung des letzteren Autors, daß sich - P. gracilenta von P. cultriformis durch doppelt längere Blüten - unterscheide, ist dadurch erklärlich, daß sich die Ovarien bei - unserer Art nach der Befruchtung bedeutend verlängern. - -7. +P. dolichophylla Schltr.+ n. sp. - - In arboribus prope Buea (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 -- No. - 12837. - -8. P. elastica Ldl. - - In arboribus prope Victoria (Kamerun), alt. c. 50 m. I. 1900 -- No. - 12833. - -9. P. cucullata Dur. et Schinz. - - In ramis arborum prope Nyassosso (Kamerun), alt. 800 m. I. 1900 -- - No. 13045. - -10. P. golungensis Rchb. f. - - In arboribus prope Mundame (Kamerun), alt. c. 150 m. I. 1900 -- No. - 12880. - -11. P. laxiflora Ldl. - - In arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12422. - -12. P. leonensis Rchb. f. - - In arboribus juxta flumen Mungo (Kamerun), alt. c. 100 m. I. 1900 -- - No. 12943. - -13. P. nitidula Reichb. f. var. - - Epiphytica in arboribus in silvis primaevis juxta flumen Ngoko - (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12734. - - Die vorliegenden Exemplare unterscheiden sich von dem Original der P. - nitidula durch deutlicher ausgebildete Seitenlappen des Labellums. - -14. +P. Plehniana Schltr.+ n. sp. - - Epiphytica in arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. - 12748. - - Es ist mir ein großes Vergnügen, diese Art dem Andenken des Leiters - der Ngoko-Station, des Oberleutnants Dr. R. Plehn, widmen zu können. - -15. P. polychaete Krzl. - - In arboribus prope Buea (Kamerun). I. 1900 -- No. 12842. - -16. P. puberula Ldl. - - In arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12431. In - arboribus in silvis primaevis juxta flumen Sanga (Congo français). - XI. 1899 -- No. 12793. - - P. odorata Lindl. kann ich von der vorliegenden Art nicht trennen. - -17. P. ensifolia Ldl. - - Epiphytica in fruticetis prope Muea (Kamerun), alt. c. 700 m. I. 1900 - -- No. 12852. - - P. pyramidalis Ldl., P. rhodoptera Rchb. f. und P. sulfurea Brogn. - gehören alle zu dieser Art. - -18. P. elastica Ldl. - - P. expansa Ridl. sowohl, wie P. Victoriae Krzl. gehören zu dieser Art. - -19. P. ramulosa Ldl. - - In arboribus juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12774. In - arboribus juxta flumen Sanga inter Bonga et Wesso (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12695. - -20. P. Stuhlmannii Krzl. - - In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12740. - - Sehr interessant ist die Verbreitung der sowohl in Ost- wie in - Westafrika vorkommenden Pflanze. P. Ridleyi Rolfe gehört auch - hierher. Das Originalexemplar der P. Stuhlmannii Krzl. ist im - Herb. Schweinfurth wie im Herb. Berol. von Kränzlin selbst als P. - polychaete Krzl. nachträglich bestimmt worden, doch ist die Art von - P. polychaete durchaus verschieden. - -21. +P. Supfiana Schltr.+ n. sp. - - In arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12415. - - Ich erlaube mir, diese Art zu Ehren des Herrn Supf, Vorsitzenden des - Kolonialwirtschaftlichen Komitees, zu benennen. - -22. P. tessalata Ldl. - - In arboribus juxta flumen Sanga inter Bonga et Wesso (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12711. In arboribus inter Irebu et - Lukulela (Congo). No. 12638. In arboribus pone Stanley-Pool (Congo). - VI. 1899 -- No. 12501. - -23. P. spec. - - In silvis primaevis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12416. - - +Ancistrochilus Rolfe.+ - -1. A. Thomsonianus Rolfe. - - Culta in Horto botanico Gabunensi, com. Chalot. XII. 1899 -- No. - 13040. - - Ich führe diese Pflanze mit auf, da ich später am Mungo wiederholt - Exemplare angetroffen habe. - -+Eulophia R. Br.+ - -1. E. antennisepala Schltr. - - In paludibus prope Kinchassa pone Stanley-Pool (Congo). XI. 1898 -- - No. 12806. - - Von Reichenbach fil. als Lissochilus antennisepalus beschrieben. Die - Pflanze ist mit E. Lindleyana Schltr. (Lissochilus Lindleyanus Rchb. - f.) nahe verwandt. - -2. E. cristata Steud. - - In collibus graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yorubaland). III. - 1899 -- No. 12351. - -3. +E. cyrtosioides Schltr.+ n. sp. - - Saprophytica in silvis prope Lukalela (Congo). VII. 1899 -- No. 12643. - - Mit E. galeoloides Krzl. verwandt. - -4. E. dilecta Schltr. (Lissochilus dilectus Rchb. f.) - - In graminosis prope Gbin (Togo). III. 1900 -- No. 12951; In - graminosis prope Kinchassa pone Stanley-Pool (Congo). XI. 1899 -- No. - 12805. - - var. β. minor. - - In graminosis prope Badja (Togo). IV. 1900 -- No. 12970, Lissochilus - Büttneri Krzl. gehört hierher. - -5. E. gigantea N. E. Br. - - In paludibus prope Ukaka Beach (Corisco Bay). XII. 1899 -- No. 12826. - In paludibus prope Libreville (Congo français). IV. 1899 -- No. 12432. - - Die Prachtpflanze ist in den Salzsümpfen an der westafrikanischen - Küste das ganze Jahr hindurch in Blüte zu finden. - -6. E. gracilis Ldl. - - In silvis prope Ikorudu (Yorubaland). III. 1899 -- No. 12995. In - umbrosis prope Kinchassa pone Stanley-Pool (Congo). XI. 1899 -- No. - 12798. - - Eulophia Laurentiana Krzl. gehört hierher. - -7. E. Lindleyana Schltr. - - In paludibus prope Kinchassa (Congo). XI. 1899 -- No. 12800. - - Mit E. Buchanani Bol. nahe verwandt. Von Reichenbach fil. als - Lissochilus Lindleyanus beschrieben. - -8. E. lucida Ldl. - - In arboribus prope Buea (Kamerun), alt. 700 m. I. 1900 -- No. 12838; - In truncis prope Borassorum prope Irebu (Congo). VII. 1899 -- No. - 12634. - -9. E. lutea Ldl. - - In graminosis prope Badja (Togo). IV. 1900 -- 12771. - -10. E. porphyroglossa Bol. - - In paludibus prope Kinchassa (Congo). XI. 1899 -- No. 12811. In - paludibus prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12593. - -11. E. Saundersiana Rchb. f. - - In silvis primaevis prope Ishagamo (Yorubaland). III. 1899 -- No. - 13006. - -12. E. tuberifera Krzl. - - In graminosis prope Kewe (Togo). III. 1900 -- No. 12948. - - +Genyorchis Schltr.+ n. gen. - -1. G. pumila Schltr. - - In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun), IX. 1899 -- No. 12737. In - arboribus juxta flumen Sanga prope Likilemba (Congo français). VIII. - 1899 -- No. 12702. - - Ich sehe mich gezwungen, hier eine neue Gattung aufzustellen, welche - ich einstweilen bei den Bulbophyllinae unterbringe. Von den anderen - Gattungen daselbst unterscheidet sie sich wesentlich durch die beiden - Pollinien, welche einem mit einer Klebscheibe versehenen Stipes - ansitzen. Von Polystachia wird sie durch die sehr stark reduzierten - Petalen und die basilare Infloreszenz unterschieden. Außer der - obigen, von Swarz Dendrobium pumilum genannten Pflanze gehörten noch - hierher G. micropetala Schltr. (Bulbophyllum micropetalum Ldl.). - - +Bulbophyllum Thou.+ - -1. B. aurantiacum Hk. f. - - In arboribus prope Nyassosso (Kamerun), alt. 800 m. I. 1900 -- No. - 13041. - -2. B. (§ +Megaclinium+) +Bakossorum Schltr.+ n. sp. - - In arboribus prope Nyassosso, in terra Bakossorum (Kamerun), alt. c. - 800 m. I. 1900 -- No. 12898. - -3. B. barbigerum Ldl. - - In arboribus juxta flumen Dja (Kamerun). X. 1899 -- No. 12787. - -4. B. bifarium Hk. f. - - In ramis arborum prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12418. In - arboribus prope Nyassosso (Kamerun), alt. 800 m. I. 1900 -- No. 12896. - -[Illustration: Junge Kakao-Anpflanzung am Vorwerk Wasserfall der -Kriegsschiffhafen-Plantage.] - -5. B. Calamaria Ldl. - - In arboribus prope Nyassosso (Kamerun), alt. 800 m. I. 1900 -- No. - 12934. In ramis arborum juxta flumen Ngoko (Kamerun), IX. 1899 -- No. - 12725. - -6. B. calyptratum Krzl. - - Epiphytica in silvis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12369. - -7. B. cocoinum Batem. - - Epiphytica in arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. - 12361. - - Ich kann B. porphyroglossum Krzl. spezifisch von dieser Art nicht - trennen. - -8. B. (§ +Megaclinium+) +congolanum Schltr.+ n. sp. - - In ramis arborum juxta flumen Sanga prope N’Kundi (Congo français), - VIII. 1899 -- No. 12693. In ramis arborum juxta flumen Ngoko - (Kamerun). X. 1899 -- No. 12781. - - Ich habe diese Art im ganzen Flußgebiete des Congo sehr häufig - beobachtet. - -9. B. (§ +Megaclinium+) +decipiens Schltr.+ n. sp. - - In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun), X. 1899 -- No. 12789. - -10. B. filiforme Krzl. - - Epiphytica in arboribus prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. - 1899 -- No. 12400. In arboribus juxta flumen Mungo prope Mundame - (Kamerun), alt. c. 100 m. I. 1900 -- No. 12941. - -11. B. fuscum Ldl. - - In arboribus prope Victoria (Kamerun). I. 1900 -- No. 12834. - -12. B. (§ +Megaclinium+) +gabunense Schltr.+ n. sp. - - In arboribus prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 -- No. - 12819. - -13. B. (§ +Megaclinium+) +kamerunense Schltr.+ n. sp. - - In arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1900 -- No. 12430. - -14. B. (§ +Megaclinium+) +leptorrhachis Schltr.+ n. sp. - - In ramis arborum prope Moliwe (Kamerun). I. 1900 -- No. 12992. - -15. B. (§ +Megaclinium+) +longibulbum Schltr.+ n. sp. - - In ramis arborum prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 -- - No. 12893. - -16. B. lupulinum Ldl. - - In ramis arborum prope Buea (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 -- No. - 12844. - - Mit der vorliegenden Pflanze ist P. Urbanianum Krzl. in allen Punkten - identisch. - -17. B. Mannii Hk. f. - - In arboribus prope Buea, alt. c. 800 m. (Kamerun). I. 1900 -- No. - 12836. - -18. B. Oreonastes Rchb. f. - - Epiphytica in arboribus prope Buea (Kamerun), alt. 900 m. IV. 1900 -- - No. 12377. - -19. +B. oxychilum Schltr.+ n. sp. - - In arboribus prope Mafura (Kamerun), alt. 400 m. I. 1900 -- No. 13042. - -20. B. (§ +Megaclinium+) +oxypterum Rchb. f.+ - - In arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12428. - -21. B. Rhizophorae Ldl. - - Epiphytica in arboribus prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 -- No. - 12373. - -22. +B. Sangae Schltr.+ n. sp. - - In arboribus juxta flumen Sanga prope N’Kundi (Congo français). VIII. - 1899 -- No. 12687. - -23. B. stenopetalum Krzl. - - Epiphytica in arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. - 12358. - -24. +B. teretifolium Schltr.+ n. sp. - - Epiphytica in arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. - 12362. - -25. B. spec. - - In arboribus prope Mundame (Kamerun), alt. 200 m. I. 1900 -- No. - 12879. - -26. B. spec. - - In arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12427. - - +Angraecum Thou.+ - -1. +A. affine Schltr.+ n. sp. - - Epiphytica in arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. - 12744. - -2. A. arcuatum Ldl. var. Chailluanum (Hk.) Schltr. - - In arboribus prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 -- No. - 12820; in arboribus juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 -- No. - 12764; in arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. - 12735. - - Ich muß Lindley vollständig Recht geben, wenn er diese - westafrikanische Pflanze als Varietät des A. arcuatum Ldl. - betrachtet. A. arcuatum scheint eine derjenigen afrikanischen - Orchidaceen zu sein, welche in vielen Varietäten über ein sehr großes - Gebiet verbreitet sind. - -3. A. ashantense Ldl. - - In arboribus juxta flumen Sanga prope Wesso, (Congo français). VIII. - 1899 -- No. 12720; in arboribus juxta flumen Ruki pone Coquilhatville - (Congo). VIII. 1899 -- No. 12668. - -4. A. Batesii Schltr. - - In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12747. - - Von Rolfe als Mystacidium Batesii beschrieben. - -5. +A. calanthum Schltr.+ n. sp. - - In arboribus juxta flumen Sanga prope Likilemba (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12700; in ramis arborum juxta flumen Ngoko - (Kamerun). IX. 1899 -- - -6. A. capitatatum Ldl. - - In arboribus prope Irebu (Congo). VIII. 1899 -- No. 12639. - -7. A. clandestinum Ldl. - - In arboribus juxta flumen Dja (Kamerun). X. 1899 -- No. 12788. - - Var. β. Durandianum Schltr. - - In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12736. - - Von Kränzlin als eigene Art beschrieben worden. - - +Var. γ. stenophyllum Schltr. n. var.+ - - In arboribus prope Buea, alt. e. 900 m (Kamerun). I. 1900 -- No. - 12843. - -8. A. clavatum Schltr. - - In silvis prope Quamikrum (Togo). III. 1900 -- No. 12952. - - In arboribus in silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 12354. - - Listrostachys clavata Rendle muß hier untergebracht werden. Die - Pflanze ist ein guter Beweis für die höchst unnatürliche Zerteilung - der Gattung Angraecum in Listrostachys, Mystacidium und Aeranthus. - Nach den Pollinien gehörte A. clavatum zu Mystacidium, wo Rolfe sie - auch untergebracht hat, während das sehr nahe verwandte A. affine - Schltr. ein Listrostachys wäre. Es giebt derartiger ähnlicher - Beispiele noch sehr viele. - -+9. A. curvipes Schltr.+ n. sp. - - In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). X. 1899 -- No. 12784. - -10. A. dactyloceras Schltr. - - Epiphytica in arboribus prope Buea (Kamerun). al. c. 900 m IV. 1899 - -- No. 12378. - - Von Reichenbach als Listrostachys dactyloceras beschrieben. Kränzlins - Listrostachys forcipata ist spezifisch nicht verschieden. - -11. A. distichum Ldl. - - In arboribus juxta flumen Sanga (Congo français). XI. 1899 -- No. - 12790. - - In ganz West-Afrika weit verbreitet. - -12. A. Eichlerianum Krzl. - - In arboribus juxta Muni-River (Corisco Bay). XII. 1899 -- No. 12829. - -13. +A. filifolium Schltr.+ n. sp. - - In arboribus juxta flumen Sanga (Congo français). XI. 1899 -- No. - 12791. - -14. +A. filipes Schltr.+ n. sp. - - In arboribus juxta flumen Bumbesse, in regione Ngoko (Kamerun). IX. - 1899 -- No. 12757. - -15. A. fimbriatum Rendle. - - In arboribus prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 -- No. - 12818. - - Die Pflanze besitzt eine merkwürdige geographische Verbreitung. - -16. A. lepidotum Rchb. f. - - In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1900 -- No. 12743; in - arboribus juxta flumen Ruki pone Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- - No. 22619. - -17. A. ichneumoneum Rchb. f. - - In arboribus prope Bokabo (Congo). XI. 1899 -- No. 12714. - -18. A. imbricatum Ldl. - - In silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 13022; in arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. - 12755. - -19. A. infundibulare Ldl. - - In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12724. - - Es giebt auf dem afrikanischen Festlande wohl keine Art, welche - größere Blüten besitzt, als die vorliegenden. Am nächsten mit ihr - verwandt ist A. Eichlerianum Krzl. - -20. +A. macrorhynchium Schltr.+ n. sp. - - In arboribus juxta flumen Dja (Kamerun). X. 1899 -- No. 12785. - -21. +A. micropetalum Schltr.+ n. sp. - - In arboribus prope Eko-Keyoke, alt. c. 400 m (Kamerun). I. 1900 -- - No. 12892; in arboribus juxta flumen Dja (Kamerun). IX.-X. 1899 -- - No. 12779; No. 12786. - -22. A. oeonioides Schltr. - - In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12752. - - Hierher gehören Angraecum clavatum Rolfe und Saccolabium oeonioides - Krzl. - -23. A. pellucidum Ldl. - - In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12733. - -24. +A. Plehnianum Schltr.+ n. sp. - - In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). X. 1899 -- No. 12780. - -25. A. rhipsalisocium Rchb. f. - - In silvis primaevis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). IV. 1899 - -- No. 13031; in arboribus prope Victoria (Kamerun). I. 1900 -- No. - 12835. - -26. +A. scandens Schltr.+ n. sp. - - Inter frutices et ramos arborum scandens juxta flumen Ngoko - (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12739. - -27. A. subulatum Ldl. - - In arboribus juxta flumen Mungo, alt. c. 100 m. (Kamerun). I. 1900; - in arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12749. - -28. A. tridactylites Rolfe. - - In arboribus prope Buea (Kamerun), alt. c. 900 m. I. 1900 -- No. - 12840; in arboribus prope Nyassosso (Kamerun). I. 1900 -- No. 12935. - -29. A. vesicatum Ldl. - - In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12732. - -30. A. Woodianum Schltr. - - In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12726. - -31. A. Zenkeri Schltr. - - In arboribus prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 -- No. - 12900; in arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. - 12745. - -32. A. spec. - - Epiphytica in arboribus juxta flumen Ruki prope Coquilhatville - (Congo). VII. 1899 -- No. 12620. - - Hierher gehören: Listrostachys Zenkeri Krat. L. Batesii Rolfe & L. - iridifolia Rolfe. - -33. A. spec. - - In arboribus juxta flumen Mungo (Kamerun), alt. c. 100 m. I. 1900 -- - No. 12942. - - -=Ulmaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Trema Leur.+ - -1. T. guineensis Engl. var. parvifolia Engl. - - In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- - No. 13019. - - -=Moraceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Dorstenia L.+ - -1. D. ciliata Engl. - - In silvis primaevis prope Eko-Keyoke (Kamerun), alt. 400 m. I. 1900 - -- No. 12891. - -2. +D. Harmsiana Engl. n. op.+ - - In silvis primaevis inter Mundame et Mafura (Kamerun), alt. c. 300 m. - I. 1900 -- No. 12888. - -3. D. frutescens Engl. - - In silvis prope Eko-Keyoke (Kamerun), alt c. 400 m. I. 1900 -- No. - 12890. - -4. D. intermedia Engl. - - In silvis primaevis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12368. - -5. +D. mundamensis Engl. n. op.+ - - In silvis primaevis prope Mundame (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 - -- No. 12883. - -6. D. scabra Engl. - - In silvis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12607. - -7. D. subtriangularis Engl. - - In silvis primaevis prope Victoria et Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- - No. 12375; No. 12424. - -8. D. tennifolia Engl. - - In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun). I. 1900 -- No. - 12920. - -9. D. turbinata Engl. - - In silvis primaevis inter Nyoke et Mundame (Kamerun). I. 1900 -- No. - 12871. - - +Trymatococcus Poepp & Endl.+ - -1. T. africanus H. Baill. - - In silvis primaevis inter Nyoke et Mundame (Kamerun). I. 1900 -- No. - 12870. - - -=Urticaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Fleurya Gaudich.+ - -1. F. interrupta Gaud. - - In fruticetis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12537. - - +Pouzolzia Gaudich.+ - -1. P. guineensis Bth. - - In collibus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12729. - - -=Olacaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Olax L.+ - -1. V. Durandii, Engl. - - In silvis primaevis juxta flumen Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12705. - - -=Balanophoraceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Thonningia Vahl.+ - -1. T. sanguinea Vahl. - - In silvis primaevis juxta flumen Sanga, prope Wesso (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12721; in umbrosis juxta flumen Congo prope - Kinchassa (Congo). XI. 1899 -- No. 12803. - - -=Amaranthaceae.= (Det. +Lopriore.+) - - +Celosia L.+ - -1. C. argentea L. - - In cultis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12609. - -2. C. laxa Schum. et Thonn. - - Ad margines silvarum inter Ibadan et Aberkuta (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 13039. - - +Amarantus L.+ - -1. A. spinosus L. - - In collibus cultisque juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 -- No. - 12772. - - +Alternanthera Forsk.+ - -1. A. repens O. Ktze. - - In collibus argillaceis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 13033. - -2. A. sessilis R. Br. - - In humidis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12672. - - +Iresine P. Br.+ - -1. I. portulacoides Mog. - - In rupibus in litore maris prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. - 12420. - -[Illustration: +Landolphia humilis K. Sch.+ n. sp. - -A Zweig, B Blütenzweig, C Blüte, D dieselbe geöffnet, E Fruchtknoten -mit Griffel, F Längsschnitt durch den Fruchtknoten, G Anthere von vorn, -H dieselbe von der Seite.] - - -=Phytolaccaceae.= (Det. +A. Engler.)+ - - +Mohlana Mart.+ - -1. M. apetala Engl. - - In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 13003. - - -=Caryophyllaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Drymaria Willd.+ - -1. D. cordata Willd. - - In fruticetis prope Meandja (Kamerun), alt. c. 700 m. I. 1900 -- No. - 12858. - - +Polycarpon Loefl.+ - -1. P. depressum Rohlb. - - In insulis sabulosis fluminis Congo, in lacu Stanley-Pool appellato - (Congo). III. 1899 -- No. 12556. - - -=Menispermaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Cissampelos L.+ - -1. C. pareira L. subspec. owariensis (Beauv.). - - Inter fruticides scandens prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- - No. 12302. - - -=Cruciferae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Cardamine L.+ - -1. C. trichocarpa Hochst. - - In graminosis fruticetisque inter Ngusi et Mafura (Kamerun), alt. c. - 400 m. I. 1900 -- No. 12904. - - -=Capparidaceae.= (Det. +E. Gilg.+) - - +Cleome L.+ - -1. C. cilitia Schum. et Thonn. - - In cultis prope Victoria et prope Kriegsschiffhafen, satis frequens - (Kamerun). III. 1899 -- No. 12391. - - -=Podostemaceae.= (Det. +R. Schlechter.+) - - +Dicraea Wedd.+ - -1. Dicraea spec. - - In lacu Stanley-Pool prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 -- No. - 12574. - - -=Crassulaceae.= (+Det A. Engler.+) - - +Kalanchoe Adams.+ - -1. K. crenata Harv. - - In fruticetis inter Ngusi et Mafura (Kamerun), alt. c. 400 m. I. 1900 - -- No. 12911. - - -=Rosaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Parinarium Juss.+ - -1. P. curatellifolium Planch. - - In collibus graminosis prope Kinchassa, juxta Stanley-Pool (Congo). - IX. 1899 -- No. 12796. - - -=Connaraceae.= (Det. +E. Gilg.+) - - +Rourea Aubl.+ - -1. R. adiantoides Gilg. - - In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12712. - -2. R. coccinea Hook. f. - - In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- - No. 13030. - -3. R. Dinklagei Gilg. - - In collibus juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899. -- No. 12765. - - +Agelaea Soland.+ - -1. A. obliqua Raill. - - In fruticetis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VII. 1899 -- No. 12653. - - +Cnestis Juss.+ - -1. C. iomalla Gilg. - - In fruticetis prope Leopoldville ad „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 - -- No. 12550. - -2. C. oblongifolia Bkr. - - In fruticetis prope Leopoldville ad „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 - -- No. 12545. - - -=Leguminosae.= (Det. +H. Harms.+) - - +Albizia Durazz.+ - -1. A. Brownei Oliv. - - In silvis inter Ishagamo et Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12315. - - +Mimosa L.+ - -1. M. asperata L. - - In ripis fluminis Congo ad „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -- No. - 12512. - - +Cynometra L.+ - -1. +C. Schlechteri Harms+ n. sp. - - In ripis fluminis Congo ad „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -- No. - 12659. - - +Cassia L.+ - -1. C. Sieberiana D. C. - - In silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12342. - - +Angylocalyx Taub.+ - -1. A. ramiflorus Taub. - - In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12994. - - +Crotalaria L.+ - -1. C. lanceolata E. Mey. - - In graminosis prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -- - No. 12476; No. 12482. - -2. +C. ononoides Bth.+ - - In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12625. - -3. C. retusa L. - - In collibus arenosis prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12326. - -4. C. striata D. C. - - In campis arenosis prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 - -- No. 12497; In apertis fruticetorum prope Coquilhatville (Congo). - VII. 1899 -- No. 12621. - - +Indigofera L.+ - -1. I. capitata Kotschy. - - In planitie arenosa prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 - -- No. 12470. - -2. I. erythrogramma Weber. - - In planitie arenosa prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 - -- No. 12470. - -3. I. macrocarpa Lep. - - In collibus graminosis prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12329. - -4. +I. oligantha Harms+ n. sp. - - In planitie graminosa prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12666. - -5. I. polysphaera Bkr. - - In arenosis prope Libreville (Congo français). V. 1899 -- No. 12433. - - I. Dewevrei Micheli in Bull. Soc. bot. Belg. XXXVI. 2 (1897) 54 et - Illustr. fl. Congo t. 30 ist von dieser Art nicht spezifisch zu - trennen. - -6. +I. sangana Harms+ n. sp. - - In graminosis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12670. - -7. I. tetrasperma Schum. et Thonn. - - In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 12333; In - planitie arenosa prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -- - No. 12477. - -8. I. trita L. f. - - In ripis fluminis Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo français). VIII. - 1899 -- No. 12713. - - +Tephrosia L.+ - -1. T. bracteolata G. et Perr. - - In planitie sabulosa prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12466. - -2. T. elegans Schum. et Thonn. - - In collibus prope Libreville (Congo français). V. 1899 -- No. 12436; - In planitie arenosa prope Dolo (Congo). VI. 1899 -- No. 12500. - -3. T. lupinifolia D. C. - - In dunio sabulosis prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- - No. 12467. - - Diese Form der weitverbreiteten Pflanze ist besonders interessant - durch ihre Heterocarpie. Viele der Blütenstände dringen in den Sand - ein, ähnlich wie bei Arachis, und bilden dort kurze 1-2samige Hülsen. - -4. T. Vogelii Hook. f. - - In apertis silvarum fruticetorumque prope Wesso ad flumen Sanga - (Congo français). VIII. 1899 -- No. 12717. - - +Millettia Wight & Arn.+ - -1. M. Thonningii Bkr. - - In silvis juxta flumen Congo prope Irebu (Congo). VII. 1889 -- No. - 12640; In silvis prope Wesso juxta flumen Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12718. - - +Ormocarpum D. C.+ - -1. O. sennoides D. C. - - In graminosis apertis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). VI. 1899 -- - No. 12385. - - +Aeschynomene L.+ - -1. +A. brachycarpa Harms+ n. sp. - - In sabulosis prope Leopoldville ad „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 - -- No. 12524. - -2. A. cristata Vatke. - - In ripis fluminis Sanga prope Bonga (Congo français). VII. 1899 -- - No. 12648. - -3. A. pulchella Planch. - - In clivis graminosis montium Agome, prope Ashanti-Kpoeta (Togo). III. - 1900 -- No. 12958. - -4. A. sensitiva Sm. - - In fruticetis prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12483. - -5. +A. Schlechteri Harms+ n. sp. - - In rivulis prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12491. - -6. A. spec. - - In paludibus prope Irebu (Congo). VII. 1899 -- No. 12635. - - +Cyclocarpa Afz.+ - -1. C. stellaris Afz. - - In graminosis humidis prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. - 1899 -- No. 12484. - - +Desmodium Desv.+ - -1. D. mauritianum D. C. - - In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1889 -- No. 12330. - -2. D. incanum D. C. - - In apertis prope villam Kataku juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 - -- No. 12760. Prope villam N’Kunda juxta flumen Sanga inter Wesso et - Bonga (Congo français). VIII. 1899 -- No. 12708. - -3. D. triflorum D. C. - - In collibus graminosis prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12335. - - +Uraria Desv.+ - -1. U. picta Desv. - - In fruticetis prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12481. - - +Rhynchosia L.+ - -1. R. delibis Hook. f. - - Inter frutices scandens juxta rivulum Meanja (Kamerun), alt. c. 600 - m. I. 1900 -- No. 12856. - - +Eriosema D. C.+ - -1. E. glomeratum Hook. f. - - In campis arenosis prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 - -- No. 12464; In paludibus prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). - VI. 1899 -- No. 12473. In fruticetis prope Leopoldville juxta - „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -- No. 12588 - - (Meiner Ansicht nach liegen hier 3 verschiedene Arten vor. R. - Schltr.). - - +Vigna Savi.+ - -1. V. micrantha Harms. - - In sabulosis inter Dolo et Kinchassa ad „Stanley-Pool“ satis frequens - (Congo). VI. 1899 -- No. 12592. - -2. V. luteola Bth. var. villosa (Savi). - - In fruticetis prope Leopoldville ad Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- - No. 12576; In fruticetis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12657. - - (Diese Form dürfte wohl spezifisch von V. luteola Bth. verschieden - sein. Die Blüten sind rosenrot gefärbt. R. Schltr.) - - -=Rutaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Clausena Burm.+ - -1. C. anisata Oliv. - - Ad margines silvarum inter Ishagamo et Ibadan (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 12318. - - -=Meliaceae.= (Det. +H. Harms.+) - - +Turraea. L.+ - -1. T. Vogelii Hk. f. - - In fruticetis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12771; In - fruticetis ad ostium fluminis Sanga prope Bonga (Congo français). - VII. 1899 -- No. 12650. - -2. T. aff. Vogelii Hk. f. - - In fruticetis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12763. - - -=Malpighiaceae.= (Det. +A. Egler.+) - - +Acridocarpus Guill.+ - -1. A. Smeathmanii Guill. et Perr. - - In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12300. - - -=Polygalaceae.= (Det. +Gürke.+) - - +Polygala L.+ - -1. P. acicularis Oliv. - - In planitie arenosa prope Dolo, juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. - 1899 -- No. 12494. - -2. P. arenaria Willd. - - In collibus lapidosis juxta flumen Congo prope Noki. V. 1899 -- No. - 12438. - -3. +P. congoënsis Gürke+ n. sp. - - Ad margines paludum prope Dolo juxta Stanley-Pool. XI. 1899 -- No. - 12809. - - Scheint nur selten und stets vereinzelt aufzutreten. - - +Carpolobia Don.+ - -1. C. alba Don. - - In fruticetis prope Nyoke (Kamerun), alt. 200-300 ped. I. 1900 -- No. - 12864. - -2. C. lutea Don. - - In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- - No. 13030. - - -=Euphorbiaceae.= (Det. F. Pax.) - - +Phyllanthus. L.+ - -1. P. capillaris Schum. & Thonn. - - In silvis juxta flumen Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12699. In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). - VII. 1899 -- No. 12604. - -2. P. reticulatus Poir. - - Juxta flumen Sanga inter Bonga et Wesso (Congo français). -- No. - 12689. In silvis inter Mundame et Otam, alt. 200-300 m. (Kamerun). I. - 1900 -- No. 12887. - - (Ich halte diese beiden Nummern für spezifisch verschieden. Schltr.). - -3. P. spec. - - In graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- - No. 12345. - -4. P. spec. - - In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 13014. - - +Antidesma L.+ - -1. A. laciniatum M. Arg. - - In silvis primaevis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12363. - -2. A. venosum Tul. - - In fruticetis ad ostium fluminis Sanga, prope Bonga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12669. - - +Croton L.+ - -1. C. lobatus L. - - In collibus graminosis prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12331. - - +Manniophyton M. Arg.+ - -1. M. africanum M. Arg. - - In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12615. - - +Micrococca Bth.+ - -1. M. Mercurialis Bth. - - In cultis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12394. - - +Erythrococca Bth.+ - -1. E. aculeata Bth. - - In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 13012. - - +Mallotus Lour.+ - -1. M. oppositifolius M. Arg. - - In collibus inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 13025. In collibus juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 No. 12766. - -2. M. subulatus M. Arg. - - In silvis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12402. - - +Acalypha L.+ - -1. A. paniculata Mig. - - In silvis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12742. - - +Dalechampsia L.+ - -1. D. ipomeifolia Bth. - - Inter frutices scandens prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). - VI. 1899 -- No. 12538. - - +Bridelia Willd.+ - -1. B. spec. - - In silvis primaevis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 - -- No. 12356. - - +Chaetocarpus Thw.+ - -1. C. africanus Pax. - - In fruticetis prope Leopoldville pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. - 1899 -- No. 12554 (mas.), No. 12546 (fem.). - - In fruticetis prope Kinchassa pone Stanley-Pool (Congo). IV. 1899 -- - No. 12802. - - +Sebastiania Sprgl.+ - -1. S. Chamaemeles M. Arg. - - In planitie arenosa prope Agome-Palime (Togo). III. 1900 -- No. 12965. - - +Ricinodendron M. Arg.+ - -1. R. spec. - - In silvis primaevis prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12321. - - +Sapium L.+ - -1. S. oblongifolium Pax. - - In fruticetis prope Leopoldville, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. - 1899 -- No. 12540. - - -=Anacardiaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Irvingia Hook f.+ - -1. I. Smithii Hook. f. - - In ripis fluminis Congo prope Irebu (Congo). VII. 1899 -- No. 12633; - In ripis fluminis Congo prope Kinchassa (Congo). XI. 1899 -- No. - 12795. - - -=Hippocrateaceae.= (Det. +Th. Loesener.+) - - +Hippocratea L.+ - -1. H. Rowlandii Loes. - - In silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 13001. - -2. H. velutina Afz. - - In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12606. - - +Salacia L.+ - -1. +S. Schlechteri Loes.+ n. sp. - - In silvis primaevis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12365. - - -=Icacinaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Iodes Bl.+ - -1. I. africana Webw. - - In ripis fluminis Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo français). VIII. - 1899 -- No. 12710. - - +Pyrenacantha Hook.+ - -1. P. Staudtii Engl. - - In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12601. - - +Alsodeiopsis Oliv.+ - -1. A. Staudtii Engl. - - In silvis primaevis prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 13011. In silvis primaevis inter Bonga et Wesso, juxta flumen Sanga - (Congo français). VII. 1899 -- No. 12696. - - -=Sapindaceae.= (Det. +E. Gilg.+) - - +Allophylus L.+ - -1. A. africanus P. B.? - - In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12664. - -2. A. Welwitschii Gilg. - - In fruticetis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12674. - - +Deinbollia Schum. et Thonn.+ - -1. +D. leptophylla Gilg.+ n. sp. - - In collibus graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yorubaland). III. - 1899 -- No. 13026. - - +Lecaniodiscus Pl.+ - -1. L. cupanioides Pl. - - Culta in villa Atikpui (Togo). IV. 1900 -- No. 12985. - - -=Balsaminaceae.= (Det. +E. Gilg.+) - - +Impatiens L.+ - -1. I. bicolor Hook. f. - - In silvis primaevis prope Nyassosso (Kamerun). I. 1900 -- No. 12937. - -2. +I. fulvo-pilosa Gilg+ n. sp. - - In silvis primaevis prope Nyassosso (Kamerun). I. 1900 -- No. 12939. - -3. I. hians Hook f. - - In silvis primaevis juxta flumen Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12688. - -4. I. Irvingii Hook f. - - In umbrosis prope Leopoldville pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 - -- No. 12527. - -5. I. macroptera Hook. f. - - In silvis primaevis prope Meandja (Kamerun). I. 1900 -- No. 12860. - - -=Vitaceae.= (Det. +E. Gilg.+) - - +Cissus L.+ - -1. C. Esaso Gilg. - - In fruticetis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12762. - -2. C. Guerkeana Gilg. - - In planitie arenosa prode Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- - No. 12463. - -3. C. producta Afz. - - In ripis rivulorum inter Ngusi et Mafura (Kamerun), alt. c. 400 m. I. - 1900 -- No. 12908. - -4. +C. stenopoda Gilg.+ n. sp. - - In collibus graminosis prope Quamikrum (Togo). III. 1900 -- No. 12955. - - -=Malvaceae.= (Det. +Gürke, p. p. K. Schumann.+) - - +Wissadula Medik.+ - -1. W. hernandioides Garke. - - In collibus inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 13038. - - +Sida L.+ - -1. +S. brachyphylla K. Sch.+ n. sp. - - In planitie graminosa prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12675. - -2. S. linifolia Cav. - - In collibus graminosis prope Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12357. - -3. S. rhombifolia L. - - In arenosis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 -- No. 12573. - -4. S. rotundifolia L. - - In arenosis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 -- No. 12562. - -5. S. urens L. - - In fruticetis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 -- No. 12575. - - +Urena L.+ - -1. U. lobata L. - - In fruticetis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 -- No. 12503. - - -=Tiliaceae.= (Det. +K. Schumann.+) - - +Glyphaea Hk. f.+ - -1. G. grewioides Hk. f. - - In umbrosis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12408. - - +Cephalonema K. Sch.+ - -1. C. polyandrum K. Sch. - - In fruticetis et ad margines silvarum prope Coquilhatville (Congo) - VII. 1899 -- No. 12594. - - +Leptonychia+. - -1. L. multiflora K. Sch. - - Ad margines silvarum prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. - 12600. - - +Grewia L.+ - -1. G. carpinifolia Juss. - - In silvis primaevis prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12314. - -2. +G. microdelphys K. Sch.+ n. sp. - - In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12682. - -3. +G. Schlechteri K. Sch.+ n. sp. - - Ad margines silvarum inter Ishagamo et Ibadan (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 12316. - -4. G. spec. - - In fruticetis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12730. - - +Triumfetta L.+ - -1. T. semitriloba L. var. africana K. Sch. - - Ad margines silvarum prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. - 12611. - - -=Sterculiaceae.= (Det. +K. Schumann.+) - - +Melochia L.+ - -1. M. corchorifolia L. - - In arenosis prope Dolo, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -- No. - 12498. - -2. M. melissifolia Bth. - - In humidis prope Ibadan (Yoruba-Land). IV. 1899 -- No. 12337. - - +Cola Schott.+ - -1. C. spec. - - In silvis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12738. - - -=Dilleniaceae.= (Det.+E. Gilg.+) - - +Tetracera L.+ - -1. T. alnifolia Willd. - - In ripis fluminis Congo prope Lukulela (Congo). VII. 1889 -- No. - 12646. - - Die Pflanze ist im Ufergebüsch des Congo und seiner Nebenflüsse sehr - verbreitet. Für eine längere Periode im Jahre steht sie daselbst - nicht selten vollständig unter Wasser. - - -=Ochnaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Ouratea Aubl.+ - -1. O. affinis Engl. - - In fruticetis silvisque prope Leopoldville pone „Stanley-Pool“ - (Congo). VI. 1899 -- No. 12535; No. 12584. - -2. O. reticulata Engl. - - In silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). VI. 1899 -- No. - 13022; in fruticetis prope Wesso juxta flumen Sanga (Congo français). - IX. 1899 -- No. 12719. - - +Sauvagesia L.+ - -1. +S. congoensis Engl.+ n. sp. - - In paludibus prope Dolo, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -- No. - 12443. - - -=Violaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Rinorea Aubl.+ - -1. R. dentata O. Ktze. - - In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 13013. - - +Ionidium L.+ - -1. I. enneaspermum Vent. - - In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 12334. - - -=Turneraceae.= (Det. +J. Urban.+) - - +Wormskioldia Schum. & Thonn.+ - -1. W. lobata Urb. - - Auf grasigen Ebenen am „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -- No. 12567. - - -=Passifloraceae.= (Det. +H. Harms.+) - - +Ophiocaulon+ Hk f. - -1. O. cissampeloides Hook. f. - - Inter frutices scandens prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- - No. 12614. - - +Adenia Forsk.+ - -1. A. lobata Engl. - - In apertis silvarum inter Ishagamo et Ibadan (Yoruba-Land). III 1899 - -- No. 12323; inter frutices scandens prope Bonga ad ostium fluminis - Sanga (Congo français). VIII. 1899 -- No. 12686. - - -=Begoniaceae.= (Det. +E. Gilg.+) - - +Begonia L.+ - -1. +B. macrura Gilg+ n. sp. - - In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. 400 m. - I. 1900 -- No. 12918. - -2. +B. Schlechteri Gilg+ n. sp. - - In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. 400 m. - I. 1900 -- No. 12915. - - -=Thymelaeaceae.= (Det. +E. Gilg.+) - - +Dicranolepis Planch.+ - -1. +D. polygaloides Gilg+ n. sp. - - In silvis inter Mundame et Malende, alt. c. 200 m. (Kamerun). I. 1900 - -- No. 12889. - -2. D. vestita Engl. - - In silvis inter Ngusi et Mafura (Kamerun), alt. 400 m. I. 1900 -- No. - 12907. - -=Combretaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Combretum L.+ - -1. C. auriculatum, Engl. et Diels var. Schlechteri Engl. - - In collibus lapidosis prope Matadi (Congo). XI. 1899 -- No. 12812. - -2. C. latialatum Engl. - - In silvis primaevis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 -- - No. 12382. - -3. C. spec. - - In fruticetis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12509. - - -=Melastomaceae.= (Det. +E. Gilg.+) - - +Osbeckia L.+ - -1. O. congolensis Cogn. - - In paludibus prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12564. - -2. O. drepanosepala Gilg. - - In planitie prope Dolo pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -- No. - 12468. - -3. O. saxicola Gilg. - - In graminosis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12677. - - +Tristemma Juss.+ - -1. T. incompletum R. Br. - - In campis apertis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 No. 12407; in - humidis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12542. - -2. +T. Schlechteri Gilg.+ n. sp. - - In collibus juxta flumen Ngoko (Kamerun). X. 1899 -- No. 12782. - - +Dinophora Bth.+ - -1. D. spenneroides Bth. - - Ad margines silvarum prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 -- - No. 12388. - - +Dissotis Bth.+ - -1. D. gracilis Cogn. - - In paludibus in planitie arenosa prope Dolo pone Stanley-Pool - (Congo). VI. 1899 -- No. 12461; in paludibus prope Leopoldville ad - Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. 12555. - -2. D. multiflora Triana. - - In fruticetis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 -- No. 12579; in - fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12598; in - silvis prope Irebu (Congo). VII. 1899 -- No. 12629. - -3. D. rotundifolia Triana. - - In fruticetis prope Leopoldville pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. - 1899 -- No. 12531. - -4. D. Thollonii Cogn. - - In planitie arenosa prope Dolo pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 - -- No. 12459. - - +Memecylon L.+ - -1. M. heterophyllum Gilg. - - In ripis fluminis Sanga inter Wesso et Bonga (Congo français). VIII. - 1899 -- No. 12697. - -2. M. myrianthum Gilg. - - In ripis fluminis Congo ad „Stanley-Pool“ (Congo). VII. 1899 -- No. - 12520. - - -=Oenotheraceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Jussiaea.+ - -1. J. linifolia Vahl. - - In stagnis prope Leopoldville juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 - -- No. 12510. - - -=Myrsinaceae.= (Det. +E. Gilg.+) - - +Maesa Forsk.+ - -1. M. cordifolia Bkr. - - In fruticetis prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 -- - No. 12901. - - +Ardisia Sw.+ - -1. +A. Schlechteri Gilg.+ n. sp. - - In silvis primaevis ad pedem montis Kamerunberg prope Bibundi - (Kamerun), alt. c. 100 m. IV. 1899 -- No. 12417. - - -=Primulaceae.= (Det. +R. Schlechter.+) - - +Ardisiandra Hk. f.+ - -1. A. sibthorpioides Hk. f. - - In silvis supra Buea (Kamerun), alt. 1100 m. 1. 1900 -- No. 12846. - - -=Plumbaginaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Plumbago L.+ - -1. P. zeylanica L. - - In fruticetis prope Dolo, juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12489. - - -=Oleaceae.= (Det. +E. Gilg+.) - - +Jasminum L.+ - -1. J. pauciflorum Bth. - - In fruticetis prope Akeppe (Togo). IV. 1900 -- No. 12988. - - -=Loganiaceae.= (Det. +G. Gilg.+) - - +Mostuea Didrichs.+ - -1. M. Buchholzii Engl. - - In silvis primaevis inter Nyoke et Malende (Kamerun), alt. c. 200 m. - I. 1900 -- No. 12876. - -2. +M. Schlechteri Gilg.+ n. sp. - - In silvis prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 -- No. - 12936. - - +Strychnos L.+ - -1. S. pungens Solered. - - In planitie arenosa prope Dolo (Congo). VI. 1899 -- No. 12472. - - Ein kurzer, gedrungener Steppenbaum. - -2. +S. ciliicalyx Gilg.+ n. sp. - - Alte scandens in silvis prope Quamikrum (Togo). III. 1900 -- No. - 12957. - - -=Gentianaceae.= (Det. +E. Gilg.+) - - +Exacum L.+ - -1. E. quinquenervium Griseb. - - In planitie arenosa prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899. - - Blüten hellblau. - - +Neurotheca Salisb.+ - -1. N. loeselioides Bth. et Hk. f. - - In planitie arenosa prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12495. - -2. +N. exacoides Gilg.+ n. sp. - - In arenosis humidis prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 -- - No. 12814. - - Blüten hellblau. - - +Limnanthemum S. P. Gmel.+ - -1. L. indicum Griseb. - - In paludibus juxta flumen Congo prope Lukulela (Congo). VII. 1899 -- - No. 12645. - - -=Apocynaceae.= (Det. +U. Schumann, p. p. H. Hallier.+) - - +Arduina L.+ - -1. A. edulis Vahl. - - In fruticetis prope Atikpui (Togo). IV. 1899 -- No. 12980. - -[Illustration: +Carpodinus Schlechteri+ K. Sch. n. sp. - -A Blühender Zweig. B Knospe, C Blüte, D geöffnete Blütenröhre. E -Fruchtknoten mit Griffel, F Längsschnitt durch den Fruchtknoten. G -Griffelkopf. H Anthere von vorn, J dieselbe von der Seite.] - - +Landolphia P. Beaur.+ - -1. L. florida Bth. var leiantha Oliv. - - Ad margines fluvii Sanga, prope Bonga (Congo français). VIII. 1899 -- - No. 12679. - -2. +L. humilis K. Sch.+ n. sp. - - In graminosis prope „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -- No. 12544. - -3. L. Klainei Pierre. - - In fruticetis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga. (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12660. In ripis fluminis Sanga inter - Bonga et Wesso (Congo français). VIII. 1899 -- No. 12698. In ripis - fluminis Dja (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12770. - - +Carpodinus+ R. Br. - -1. C. lanceolatus K. Sch. - - In planitie sabulosa prope Dolo, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. - 1899 -- No. 12447. - -2. C. +Schlechteri+ K. Sch. n. sp. - - In fruticetis silvisque prope Kinchassa pone „Stanley-Pool“ (Congo). - alte scandens. XI 1899 -- No. 12804. - - +Holarrhena+ R. Br. - -1. H. africana A. D. C. - - In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12296. In fruticetis prope Badja (Togo). IV. 1900 -- No. 12969. - - Blüten weiß. Habituell macht die Pflanze den Eindruck einer kleinen - Kickxia. - - +Alafia Thon.+ - -1. A. Barteri Oliv. - - In silvis prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 12311. - - +Tabernaemontana L.+ - -1. T. Barteri Oliv. - - In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12301. - - Ein 1 bis 1½ m hoher Strauch, mit schönen stark riechenden weißen - Blüten, welche an Gardenia erinnern. - - +Hunteria Rexb.+ - -1. +H. breviloba Hallier f.+ n. sp. - - In silvis primaevis juxta flumen Sanga, inter Wesso et Bonga (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12706. - -2. R. obscura K. Sch. - - In fruticetis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 22534. - -3. R. Preussii Engl. - - In silvis primaevis prope Mundame (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 - -- No. 12929. - - +Rauwolfia L.+ - -1. R. pleiosciadica K. Sch. - - In silvis primaevis inter Abeokuta et Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 - -- No. 13037. - - +Motandra A. D. C.+ - -1. +M. rostrata K. Sch.+ n. sp. - - Ad margines silvarum prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12312. - - Eine sehr reich mit weißen Blüten bedeckte Liane. - - +Kickxia Bl.+ - -1. K. africana Bth. - - In silvis montis Amedjovhe (Togo). IV. 1899 -- No. 12979. - -2. K. elastica Preuß. - - In silvis inter Ishagamo et Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12319. In silvis primaevis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- - No. 12746. - -3. K. latifolia Stapf. - - In silvis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12596. - - Über die Verbreitung der einzelnen Kickxia- und Landolphiaarten sind - nähere Angaben in den vorhergehenden Kapiteln zu finden. - - +Oncinotis Bth.+ - -1. +O. chlorogena K. Sch.+ n. sp. - - In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12996. - - Eine Liane mit gelblichen Blüten. - -2. +O. subsessilis K. Sch.+ n. sp. - - In silvis primaevis prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12310. - - Blüten weißlich mit fünf purpurroten Streifen im Schlunde. - - +Strophanthus D. C.+ - -1. S. Preussii Pax et Engl. - - In silvis prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 12313. - -2. S. sarmentosus A. D. C. - - Ad margines silvarum montium Agome (Togo). III. 1899 -- No. 12962. - -3. +S. Schlechteri K. Sch.+ n. sp. - - In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. 300 m. I. - 1900 -- No. 12919. - - +Wrightia R. Br.+ - -1. W. parviflora Bth. - - In silvis primaevis prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 13008. - - +Isonema R. Br.+ - -1. I. infundibuliformis Stapf. - - In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12602. - - -=Asclepiadaceae.= (Det. +R. Schlechter.+) - - +Periploca L.+ - -1. P. nigricans Afz. - - Inter frutices scandens ad margines silvarum prope Libreville (Congo - français). XII. 1899 -- No. 12822. - - +Cryptolepis R. Br.+ - -1. C. sanguinolenta Schltr. - - In fruticetis scandens prope Akeppe (Togo). IV. 1900 -- No. 12986. - - Diese Pflanze ist ursprünglich als Pergularia sanguinolenta - beschrieben und abgebildet worden. In neuerer Zeit scheint sie sonst - nicht wieder aufgefunden worden zu sein. - -2. C. scandens Schltr. - - Inter fruticulos scandens in solo arenoso prope Dolo, pone - Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. 12451. - - Identisch mit Ectadiopsis scandens K. Sch. Die Blüten sind creamgelb - gefärbt. - - +Raphionacme Harv.+ - -1. R. Brownii Scott Elliot. - - In collibus graminosis prope Quamikrum (Togo). III. 1900 -- No. 12956. - - +Schizoglossum E. Mey.+ - -1. +S. togoense Schltr.+ n. sp. - - In graminosis prope Badja (Togo). IV. 1900 -- No. 12972. - - Eine sehr schlanke, zierliche Pflanze mit grünlichen Blüten. - - +Asclepias L.+ - -1. A. lineolata Schltr. - - In campis graminosis prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). XI. 1899 - -- No. 12807. - -2. A. dissoluta Schltr. - - In campis graminosis prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). XI. 1899 - -- No. 12808. - - Ausgezeichnet durch kurze, dicke, undeutlich dreilappige - Coronaschuppen. Von Schumann als Xyomalobium beschrieben. - - +Cynanchum L.+ - -1. C. acuminatum K. Sch. - - Inter frutices scandens, ad pedem montis Kamerunberg (Kamerun), - alt. c. 100 m. IV. 1899 -- No. 12413. Inter frutices scandens - prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 -- No. 12938. In - fruticetis prope Wesso, juxta flumen Sanga (Congo français). IX. 1899 - -- No. 12723. - - Ursprünglich von Bentham als Cynoctonum acuminatum beschrieben. Die - Pflanze scheint sehr verbreitet zu sein. - -2. C. schistoglossum Schltr. - - In fruticetis prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12484. - - +Tylophora R. Br.+ - -1. +T. congoensis Schltr.+ n. sp. - - Inter frutices scandens prope Leopoldville, juxta Stanley-Pool - (Congo). VI. 1899 -- No. 12551. - - Ausgezeichnet durch die wenigblütigen Inflorescenzen. - -2. +T. dahomensis K. Sch.+ n. sp. (Mss. in Herb. Berol.) - - Inter frutices scandens prope Akeppe (Togo), una cum Cryptolepide - sanguinolenta Schltr. IV. 1900 -- No. 12987. - -3. T. silvatica Dcne. - - Inter frutices scandens prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- - No. 12610. - - Sonst auch noch an verschiedenen anderen Lokalitäten im Congo-Gebiete - von mir beobachtet. - - +Marsdenia R. Br.+ - -1. M. latifolia Schltr. - - Inter frutices scandens prope Ikorodu (Yoruba-Land.) III. 1899 -- No. - 13000. Inter frutices scandens prope Libreville (Congo français). - XII. 1899 -- No. 12823. - - Diese von Bentham zu Gongronema gestellte Art kann ich generisch - nicht von Marsdenia trennen. Die Gattung Gongronema bedarf überhaupt - einer genaueren Durcharbeitung, da offenbar Verschiedenes dort - untergebracht ist, was nicht zu ihr gehört. - - +Pergularia L.+ - -1. P. africana R. Br. - - In silvis inter Ishagamo et Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12317. - - +Brachystelma R. Br.+ - -1. +B. togoense Schltr.+ n. sp. - - In graminosis ad pedem montium Agome (Togo). III. 1900 -- No. 12961. - - Die Blüten sind dunkelweinrot gefärbt und sitzen in Dolden am Ende - der Zweige. - - +Ceropegia R. Br.+ - -1. +C. yorubana Schltr.+ n. sp. - - Inter frutices scandens inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 13016. - - +Neoschumannia Schltr. n. gen.+ - -1. +N. kamerunensis Schltr.+ n. sp. - - Inter frutices scandens prope Kriegsschiffhafen ad margines silvarum - (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12384. - - -=Boraginaceae.= (Det. +Gürke.+) - - +Cordia+. - -1. C. odorata Gürke. - - In silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 12999. - - -=Verbenaceae.= (Det. +Gürke.+) - - +Clerodendron L.+ - -1. C. yaundense Gürke. - - In fruticetis prope Irebu (Congo). VII. 1899 -- No. 12627. - -2. C. scandens G. B. - - In campis apertis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12372; In - fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12612. - -3. +C. Schlechteri Gürke+ n. sp. - - In fruticetis juxta Stanley-Pool prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 - -- No. 12504. - -4. C. splendens Don. - - Ad margines silvarum prope Mundame (Kamerun). I. 1900 -- No. 12931. - - +Kalaharia Baill.+ - -1. K. spinescens Gürke. - - In campis arenosis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 -- No. 12589. - - -=Labiatae.= (Det. +Gürke.+) - - +Leonotis Pers.+ - -1. L. nepetifolia R. Br. - - In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VII. 1899 -- No. 12655. - - +Leucas R. Br.+ - -1. L. deflexa Hk. f. - - Ad margines silvarum viarumque inter Ngusi et Mafura (Kamerun), alt. - c. 400 m. I. 1900 -- No. 12909. - - +Achyrospermum Bl.+ - -1. +A. Schlechteri Gürke+ n. sp. - - In silvis primaevis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 -- No. - 12769. In silvis primaevis prope Muea (Kamerun), alt c. 600 m. I. - 1900 -- No. 12850. - - +Elsholtzia Willd.+ - -1. E. Schimperi Hochst. - - Ad margines silvarum inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. 300 m. - I. 1900 -- No. 12914. - - +Hyptis Jacq.+ - -1. H. pectinata Poit. - - In arenosis prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12478. - -2. H. spicigera Lam. - - In cultis et ad margines fruticetorum prope Leopoldville juxta - Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. 12505. - - +Alvesia Welw.+ - -1. A. rosmarinifolia Welw. - - In collibus graminosis juxta Stanley-Pool prope Dolo (Congo). VI. - 1899 -- No. 12492. - - +Solenostemon Schum et Thonn.+ - -1. S. ocymoides Schum et Thonn. - - In axilis foliorum palmae Elaeis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). - III. 1899 -- No. 12396. - - +Plectranthus L’Her.+ - -1. P. ramosissimus Hk. f. - - In fruticetis graminosisque prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. - I. 1900 -- No. 12897. - -2. +P. Schlechteri Gürke+ n. sp. - - In humidis prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12490. - -3. P. spec. I. - - In graminosis prope Atikpui (Togo). IV. 1900 -- No. 12982. - -4. P. spec. II. - - In graminosis prope Akeppe (Togo). IV. 1900 -- No. 12989. - - +Platostoma Beauv.+ - -1. P. africanum. - - In cultis prope Bibundi (Kamerun). III. 1899 -- No. 12421. In - fruticetis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12776. Ad - margines silvarum fruticetorumque prope Coquilhatville (Congo). VII. - 1899 -- No. 12623. - - +Acrocephalus Bth.+ - -1. A. coeruleus Oliv. - - Ad margines paludum prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12446. - - Blüten weisslich. - - +Geniosporum Wall.+ - -1. +G. congoense Gürke+ n. sp. - - In paludibus prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -- No. - 12469. - - +Moschosma Bchb.+ - -1. M. polystachyum Benth. - - In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12668. - - +Ocimum L.+ - -1. O. gratissimum L. - - In fruticetis prope Victoria (Kamerun). III. 1899 -- No. 12370. - - -=Solanaceae.= (Det. +U. Dammer.+) - - +Solanum L.+ - -1. +S. togoense Dammer.+ n. sp. - - Inter frutices scandens prope Badja (Togo). IV. 1900 -- No. 12974. - -2. S. spec. - - Ad margines silvarum prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 13004. - - Die von Wright im Kew. Bull. veröffentlichten Solanum-Arten sind so - schlecht beschrieben, daß es unmöglich ist, sie ohne Original zu - erkennen. Verschiedene der Diagnosen würden auf ein Dutzend Arten - passen. - - -=Scrophulariaceae.= (+Determ. A. Engler.+) - - +Lindernia All.+ - -1. L. diffusa Wettst. - - In humidis collium inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 - -- No. 12341. - -2. L. latibracteata Engl. - - In paludibus prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12440. - - +Bacopa Aubl.+ - -1. +B. alternifolia Engl.+ n. sp. - - In arenosis humidis insularum in lacu Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12571. In paludibus prope Bonga (Congo français). VII. 1899 -- - No. 12651. - - Die Blüten sind hellblau gefärbt. - -2. B. calycina Engl. - - In arenosis humidis prope Leopoldville, pone Stanley-Pool (Congo). - VI. 1899 -- No. 12559. - - +Artanema Don.+ - -1. A. longifolium Wettst. - - In paludibus prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 13009. - - +Torrenia L.+ - -1. T. parviflora Hiern. - - In collibus inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12339. - - +Scoparia L.+ - -1. S. dulcis L. - - In collibus inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12337. - - +Melasma Berg.+ - -1. M. indicum Wettst. - - In apertis humidis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. 300 m. - I. 1900 -- No. 12922. - - +Sopubia Ham.+ - -1. S. Dregeana Bth. - - In clivis graminosis montium Agome (Togo). III. 1900 -- No. 12959. - -2. S. trifida Ham. - - In graminosis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12667. - - Var. ramosa (Hochst.). - - In graminosis prope Dolo, juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12487. - - +Buechnera L.+ - -1. B. Buettneri Engl. - - In graminosis prope Dolo, juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12488. - -2. B. capitata Bth. - - In planitie arenosa prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12457. - - +Cycnium E. Mey.+ - -1. C. camporum Engl. - - In graminosis prope Kewe (Togo). III. 1900 -- No. 12949. - - +Rhamphicarpa Bth.+ - -1. R. fistulosa Bth. - - In insulis sabulosis in lacu Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12557. - - +Striga Lour.+ - -1. S. Baumannii Engl. - - In collibus graminosis prope Quamikrum (Togo). III. 1900 -- No. 12954. - -2. S. canescens Engl. - - In collibus graminosis prope Quamikrum (Togo). III. 1900 -- No. 12953. - - -=Acanthaceae.= (Det. +G. Lindau.+) - - +Elytraria Dahl.+ - -1. E. squamosa Lindau. - - Ad margines silvarum prope Kriegschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 -- - No. 12386. - - +Nelsonia R. Br.+ - -1. N. brunelloides O. K. - - Juxta rivulos prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 12308; - in arenosis fruticetorum prope Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12506. - - +Brillantaisia P. Beauv.+ - -1. B. Preussii Lindau. - - In collibus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12728. - - +Hygrophila R. Br.+ - -1. H. ciliata Lindau. - - In humidis prope Bonga (Congo français). VIII. 1899 -- No. 12678. - - +Phaulopsis W.+ - -1. P. obliqua S. Moore. - - In fruticetis prope Dolo (Congo). VI. 1899 -- No. 12486. - -2. P. oppositifolia Lindau. - - In umbrosis prope Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. 12541. - - +Paulowilhemia Hochst.+ - -1. P. togoensis Lindau. - - In fruticetis prope Muea (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 -- No. - 12848. - - +Dyschoriste Nees.+ - -1. D. Perrottetii O. K. - - In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- - No. 13035; in fruticetis prope Bonga (Congo). VII. 1899 -- No. 12654. - - +Physacanthus Bth.+ - -1. P. batanganus Lindau. - - In silvis primaevis juxta flumen Muni-River (Corisco Bay). XII. 1899 - -- No. 12832. - - Blüten wunderschön hellblau gefärbt. - - +Lankesteria Ldl.+ - -1. L. elegans T. Aud. - - In silvis primaevis prope Meandja (Kamerun), alt. c. 600 m. I. 1900 - -- No. 12859; in silvis primaevis prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. - 800 m. I. 1900 -- No. 12902. - - Blüten weiß. - - +Crossandra Salisb.+ - -1. C. flava Hk. f. - - In fruticetis prope Nyoke (Kamerun), alt. c. 300 m. -- No. 12865. - - Blüten dunkel-schwefelgelb. - -2. C. guineensis Nees. - - In silvis primaevis juxta flumen Sanga, inter Wesso et Bonga (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12703. - - Blüten hellblau. - - +Asystasia Bl.+ - -1. A. gangetica T. Aud. - - In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899. - -2. A. longituba Lindau. - - In silvis primaevis prope Muea (Kamerun), alt. 600 m. I. 1900 -- No. - 12854. - - Blüten hellblau. - -3. A. macrophylla Lindau. - - In fruticetis prope Buea (Kamerun), alt. 900 m. IV. 1899 -- No. 12379. - - Blüten hellviolett. - - +Graptophyllum Nees.+ - -1. G. pictum Lindau. - - In silvis primaevis prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. - - Ein Strauch im Urwalde mit wunderschönen, dunkel-purpurroten Blüten. - Die Art ist sicher im Gebiete vollständig wild, daher ist ihr - Auftreten in Papu-Asien sehr erstaunlich. - - +Chlamydocardia Lindau.+ - -1. C. Buettneri Lindau. - - In saxis rivulorum inter Mundame et Mafura (Kamerun), alt. c. 300 m. - I. 1900 -- No. 12925. - - +Pseuderanthemum Radk.+ - -1. P. Ludovicianum Lindau. - - Ad margines silvarum prope Muea (Kamerun), 600 m. I. 1900 -- No. - 12853. In silvis primaevis inter Ngusi et Mafura (Kamerun), alt. 400 - m. I. 1900 -- No. 12905. - - Blüten weiß, mit blauen Punkten und Flecken am Corolla-Schlunde. - -2. P. nigritianum Radk. - - In silvis primaevis prope Meandja (Kamerun), alt. c. 600 m. I. 1900 - -- No. 12861. - - Blüten ziegelrot. - - +Rungia Nees.+ - -1. R. Baumannii Lindau. - - In cultis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12411. In humidis - umbrosisque juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12777. - - +Dicliptera Juss.+ - -1. D. alternans Lindau. - - In umbrosis inter Malende et Mundame (Kamerun). I. 1900 -- No. 12884. - -2. +D. laxispica Lindau+ n. sp. - - In silvis primaevis prope Nyoke (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 -- - No. 12863. - -3. D. spec. verosim. umbellata Juss. - - In fruticetis prope Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. 12529. - - +Hypoestes R. Br.+ - -1. H. cancellata Nees. - - In fruticetis prope Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. 12551. - -2. H. violaceo-tincta Lindau. - - In silvis primaevis prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 - -- No. 12899. - - +Filetia Mig.+ - -1. F. africana Lindau. - - In silvis primaevis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. - 12759. - - +Rhinacanthus Nees.+ - -1. R. parviflorus T. And. - - In silvis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12383. - In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. 300 - m. I. 1900 -- No. 1921. In silvis juxta flumen Sanga inter Bonga et - Wesso (Congo français). VIII. 1899 -- No. 12715. - -Blüten weiß. - - +Duvernoia E. Mey.+ - -1. D. Buchholzii Lindau. - - In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. 300 m. - I. 1900 -- No. 12917. - -2. D. robusta Lindau. - - In silvis primaevis prope Mundame, alt. c. 200 m. (Kamerun). I. 1900 - -- No. 12928. - - +Oreacanthus Bth.+ - -1. O. Mannii Bth. - - In silvis umbrosis inter Malende et Mundame (Kamerun), alt. c. 200 m. - I. 1900 -- 12882. - - +Justicia L.+ - -1. J. flava Vahl. - - In fruticetis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12758. - -2. J. grandis Lindau. - - In silvis primaevis inter Malende et Mundame, alt. c. 200 m. - (Kamerun). I. 1900 -- No. 12878. - -3. J. insularis T. And. - - In fruticetis prope Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. 12526. - -4. J. Paxiana Lindau. - - In silvis inter Mundame et Otam (Kamerun), alt. 200-300 m. I. 1900 -- - No. 12885. - - -=Rubiaceae.= (Det. +K. Schumann.+) - - +Oldenlandia L.+ - -1. O. angolensis K. Sch. - - In arenosis prope Leopoldville, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1897 - -- No. 12532. - -2. +O. asperuliflora K. Sch.+ n. sp. - - In arenosis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12597. - -3. O. corymbosa L. - - In arenosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 13036. - -4. O. Crepiniana K. Sch. - - Inter frutices scandens prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- - No. 12622. - -5. O. Heynei Oliv. - - In insulis sabulosis fluminis Congo, in lacu „Stanley-Pool“ (Congo). - VI. 1899 -- No. 12572. - -6. O. lancifolia Schweinf. - - In collibus sabulosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 12344. - -7. O. virgata D. C. - - In graminosis prope Badja (Togo). IV. 1900 -- No. 12978. - - +Hekistocarpa Hk. f.+ - -1. H. minutiflora Hk. f. - - Ad margines silvarum prope Nyoke (Kamerun), alt. c. 300 m. I. 1900 -- - No. 12860. - - +Virecta Sm.+ - -1. V. multiflora Sm. - - In paludibus prope Leopoldville, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. - 1899 -- No. 12553. In humidis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 - -- No. 12599. - -2. V. procumbens Sm. - - In humidis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12404. In - paludibus prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 -- No. 12528. - -3. V. setigera Hiern. - - In silvis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12405. - -4. V. suffruticosa K. Sch. n. sp. - - In rupibus rivulorum inter Mafura et Mundame alt. c. 300 m (Kamerun). - I. 1900 -- No. 12926. - - +Otomeria Benth.+ - -1. O. dilatata Hiern. - - In paludibus prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 No. - 12462. - -2. O. guineensis Bth. - - In arenosis cultisque prope Leopoldville pone „Stanley-Pool“ (Congo). - VI. 1899 -- No. 12516. - -3. O. micrantha K. Sch. - - Ad margines silvarum juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 -- No. - 12773. - - +Sarcocephalus Afz.+ - -1. S. sambucinus K. Sch. - - In collibus graminosis prope Kinchassa, pone Stanley-Pool (Congo). - XI. 1899 -- No. 12779. - - +Pentaloncha Hook. fil.+ - -1. P. humilis Hk. f. - - In graminosis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12661. - - +Urophyllum Wall.+ - -1. U. hirtellum Bth. - - In silvis primaevis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 -- - No. 12380. - - +Sabicea Aubl.+ - -1. S. calycina Bth. - - In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- - No. 13024. - -2. S. venosa Bth. - - In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VII. 1899 -- No. 12658. - - +Tarenna Gaertn.+ - -1. +T. platyptera K. Sch.+ n. sp. - - In silvis inter Nyoke et Malende, alt. 200 m (Kamerun). I. 1900 -- - No. 12868. - - +Randia Linn.+ - -1. R. acuminata Btt. - - In fruticetis prope Irebu (Congo). VII. 1899 -- No. 12628. - -2. R. malleiflora Bth. - - Ad margines silvarum juxta flumen Sanga inter Bonga et Wesso (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12708. - - +Macrosphyra Hk. f.+ - -1. M. longistyla Hk. f. - - In silvis inter Ibadan et Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12320. - - +Oxyanthus P. Dc.+ - -1. O. speciosus D. C. - - In fruticetis prope Badja (Togo). IV. 1900 -- No. 12975. - - +Bertiera Aubl.+ - -1. B. aethiopica Hiern. - - In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- No. 12617. - -2. B. macrocarpa Hiern. - - In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VII. 1899 -- No. 12652. - - +Heinsia Dan.+ - -1. H. pulchella K. Sch. - - In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12656. In collibus apertis juxta „Stanley-Pool“, - pone Leopoldville (Congo). VI. 1899 -- No. 12587. - - +Vangueria Juss.+ - -1. V. canthioides Bth. - - In silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12322. In fruticetis prope Leopoldville, juxta Stanley-Pool (Congo). - VI. 1899 -- No. 12543. - - +Plectronia Linn.+ - -1. +P. strychnoides K. Sch.+ n. sp. - - In fruticetis prope Badja (Togo). IV. 1900 -- No. 12976. - - +Cremaspora Bth.+ - -1. C. africana K. Sch. - - In fruticetis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12676. - - +Coffea Linn.+ - -1. C. divaricata K. Sch. - - In fruticetis silvisque montium Agome (Togo). III. 1900 -- No. 12963. - -2. C.? spec. - - In silvis primaevis prope Mundame (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 - -- No. 12932. - - +Ixora Linn.+ - -1. I. riparia Hiern. - - In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12665. - - +Pavetta Linn.+ - -1. P. Baconia Hiern. - - In silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 12299. - -2. P. bidentata Hiern. - - In silvis primaevis inter Nyoke et Mundame (Kamerun). I. 1900 -- No. - 12872. - - +Rutidea D. C.+ - -1. R. Loeseriana K. Sch. - - In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun). I. 1900 -- No. - 12923. - -2. +R. Schlechteri+ K. Sch. n. sp. - - In fruticetis prope Irebu (Congo). VII. 1899 -- No. 12632. - -3. +R. tomentosa K. Sch.+ n. sp. - - In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12298. - - +Psychotria L.+ - -1. P. brachyantha Hiern. - - In silvis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12387. - In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. - 300 m. I. 1900 -- No. 12913. In umbrosis prope Leopoldville pone - Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. 12566. - -2. +P. cardiophylla K. Sch.+ n. sp. - - In silvis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12426. - -3. P. cataractarum K. Sch. n. sp. - - In silvis primaevis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12406. - -4. P. latistipula Bth. - - In silvis prope Victoria et Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 -- - No. 12374; No. 12390. - -5. +P. microthyrsus K. Sch.+ n. sp. - - In silvis primaevis inter Mundame et Otam (Kamerun), alt. 200-300 - m. I. 1900 -- No. 12884. In silvis primaevis juxta flumen Ngoko - (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12731. - -6. P. refractiloba K. Sch. - - In silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 12305. - -7. +P. Schlechteri K. Sch.+ n. sp. - - In silvis primaevis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12366. - -8. +P. Supfiana K. Sch.+ n. sp. - - In silvis primaevis prope Mundame (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 - -- No. 12933. - -9. P. Vogeliana Bth. - - In fruticetis prope Gbin (Togo). III. 1900 -- No. 12950. In silvis - inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 13034. - -10. P. spec. - - In fruticetis prope Buea (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12376. - -11. P.? spec. - - In silvis inter Nyoke et Malende (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 -- - No. 12873. - -12. P. spec. - - In ripis fluminis Congo prope Stanley-Pool. VI. 1899 -- No. 12547. - -13. P. spec. - - In silvis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12364. - - +Chassalia.+ - -1. +C. yorubensis K. Sch.+ n. sp. - - In silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 13029. - -2. C.? spec. - - In silvis inter Mundame et Malende (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 - -- No. 12877. - - +Uragoga L.+ - -1. +U. sphaerocrater K. Sch.+ n. sp. - - In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. 13015. - - +Gaertnera Lam.+ - -1. G. paniculata Bth. - - In collibus juxta Stanley-Pool, pone Leopoldville (Congo). VI. 1899 - -- No. 12553. - -2. +G. plagiocalyx K. Sch.+ n. sp. - - In fruticetis prope Leopoldville juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12586. - - +Borreria G. F. W. Mey.+ - -1. B. ocymoides K. Sch. - - In cultis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 -- No. 12425. - -2. +B. oligantha K. Sch.+ n. sp. - - In paludibus prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 -- No. - 12913. - -3. B. Ruellia K. Sch. - - In arenosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12340. - -4. B. stricta K. Sch. - - In planitie arenosa prope Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- - No. 12458. - -5. B. tetradon K. Sch. n. sp. - - In paludibus prope Dolo, juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -- - No. 12475. - - +Mitracarpus Zucc.+ - -1. M. verticillatus Vatke. - - In collibus arenosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. - 1899 -- No. 12353. In collibus graminosis prope Ibadan (Yoruba-Land). - III. 1899 -- No. 12324. In arenosis prope Leopoldville (Congo). VI. - 1899 -- No. 12591. - - -=Cucurbitaceae.= (Det. +H. Herms.+) - - +Melothria L.+ - -1. M. spec. aff. tridactylae Hook. f. - - Inter frutices scandens prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -- - No. 12626. - - +Momordica L.+ - -1. M. cissoides Planch. - - Inter frutices scandens prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12307. - - -=Campanulaceae.= (Det. +A. Engler.+) - - +Cephalostigma A. D. C.+ - -1. C. Perrottetii A. D. C. - - In collibus lapidosis prope Noki (Congo). V. 1899 -- No. 12437. - - -=Compositae.= (Det. +O. Hoffmann, p. p. R. Schlechter+.) - -+Bothriocline Oliv.+ - -1. B. misera O. Hoffm. - - In arenosis prope Stanley-Pool ad villam Leopoldville (Congo). VI. - 1899 -- No. 12560. - - +Aedesia O. Hoffm.+ - -1. A. Baumannii O. Hoffm. - - In graminosis prope Agome-Palime (Togo). III. 1900 -- No. 12966. - - +Vernonia Schoeb.+ - -1. V. Biafrae O. & H. - - Inter frutices scandens prope Muea (Kamerun), alt. c. 600 m. I. 1900 - -- No. 12849. - -2. V. Calvoana Hk. f. - - In fruticetis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. 300 m. I. - 1900 -- No. 12912. - -3. V. cinerea Less. - - In sabulosis humidis prope Dolo pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. - 1899. -- No. 12479. - -4. V. glaberrima Welw. - - In graminosis humidis prope Dolo pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. - 1899 -- No. 12452. - -5. V. guineensis Bth. - - In collibus graminosis montium Agome (Togo). III. 1900 -- No. 12964. - -6. V. undulata Oliv. et Hiern. - - In graminosis humidis prope Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12480. - -7. V. spec. - - In fruticetis prope Meandja (Kamerun), alt. 600 m. I. 1900 -- No. - 12855. - - +Herderia Cass.+ - -1. H. stellulifera Bth. - - Ad margines fruticetorum prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 -- - No. 12309. - - +Elephantopus L.+ - -1. E. scaber L. - - In silvis inter Nyoke et Malende (Kamerun), alt. 200 m. I. 1900 -- - No. 12869. - - +Mikania Willd.+ - -1. M. scandens Willd. - - Inter frutices scandens pone Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). - VI. 1899 -- No. 12518. - - +Dichrocephala D. C.+ - -1. D. latifolia D. C. - - In humidis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). - VIII. 1899 -- No. 12662. - - +Microglossa D. C.+ - -1. M. volubilis D. C. - - In silvis inter Abeokuta et Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -- - No. 13021; In ripis fluminis Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12079. - -2. M. angolensis O. et H. - - In planitie graminosa prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo - français). VIII. 1899 -- No. 12673. - - +Conyza Less.+ - -1. C. aegyptiaca Ait. - - In graminosis prope Irebu (Congo). VII. 1899 -- No. 12630. - - +Laggera Schulz Bip.+ - -1. L. alata Schulz Bip. - - In graminosis prope Irebu (Congo). VII. 1899 -- No. 12631. - - +Helichrysum Gaertn.+ - -1. +H. congolanum Schltr.+ n. sp. - - In graminosis prope Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- No. - 12465. - -2. H. Mechowianum Klatt. - - In clivis graminosis montium Agome (Togo). III. 1900 -- No. 12960. - - +Acanthospermum D. C.+ - -1. A. hispidum D. C. - - In cultis prope Atikpui (Togo). IV. 1900 -- No. 12981. - - +Epaltes Cass.+ - -1. E. alba Hassk. - - In collibus prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -- - No. 12563. - - +Sclerocarpus Jacq.+ - -1. S. africanus Jacq. - - In fruticetis atque ad margines silvarum prope Irebu (Congo). VII. - 1899 -- No. 12637. - - +Hoffmanniella Schltr. n. gen.+ - -1. +H. silvatica Schltr.+ n. sp. - - In silvis primaevis juxta flumen Dja, locis humidis (Kamerun). IX. - 1899 -- No. 12775. - - +Aspilia Thou.+ - -1. A. helianthoides Oliv. et Hiern. - - In graminosis prope Atikpui (Togo). IV. 1900 -- No. 12983. In - graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12350. Ad margines fruticetorum prope Libreville (Congo français). V. - 1899 -- No. 12435. - - Strahlblüten weiß. - -2. A. Kotschyi Pth. et Hk. f. - - In fruticetis cultisque prope Leopoldville, pone Stanley-Pool - (Congo). VI. 1899 -- No. 12536. - - +Synedrella Gaert.+ - -1. S. nodiflora Grtn. - - In silvis ac juxta vias prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12997. - - +Chrysanthellum Rich.+ - -1. C. procumbens Pers. - - In arenosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- No. - 12349. - - +Gynura Cass.+ - -1. G. crepidioides Bth. - - In cultis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -- No. 12277. - -2. G. vitellina Bth. - - In paludibus fruticetisque prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. - I. 1900 -- No. 12895. - - +Emilia Cass.+ - -1. E. integrifolia Bkr. - - In planitie arenosa prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12449. - - +Senecio L.+ - -1. S. gabonicus Oliv. et Hiern. - - In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -- - No. 13023. - -2. S. Quartinianus Aschs. - - In fruticetis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 - -- No. 12502. - -[Illustration] - - - Gedruckt in der Königlichen Hofbuchdruckerei von +E. S. Mittler & - Sohn+, Berlin SW., Kochstrasse 68-71. - - -Fußnoten: - -[1] Diese Art ist zugleich mit einer fünften jetzt in neuester Zeit im -Notizblatte des Königl. Botanischen Gartens zu Berlin von Professor -+Schumann+ als neu beschrieben worden. - -Der Verfasser. - - -[2] Die ausführliche Statistik sämtlicher für den Kautschukexport in -Betracht kommenden Länder siehe Warburg: Die Kautschukpflanzen und -ihre Kultur. Berlin 1900. Kolonial-Wirtschaftliches Komitee, Unter den -Linden 40. - -[3] Im Jahre 1897 wurden 372273 kg im Werte von 887572 Mk. exportiert. - -[4] In den beiden letzten Jahren fand folgender Export statt: - - 1898 87277 kg im Werte von 421169 Mk. - 1899 68239 „ „ „ „ 366075 „ - - -[5] In den beiden letzten Jahren fand folgender Export statt: - - 1898 186891 kg im Werte von 970109 Rupies - 1899 267505 „ „ „ „ 1337181 „ - - -[6] In der That betrug der Export 1897 schon 1662380 kg im Werte von -8311900 Frcs. und stieg 1898 sogar auf 2113465 kg im Werte von 15850987 -Frcs. - -*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK WESTAFRIKANISCHE -KAUTSCHUK-EXPEDITION *** - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the -United States without permission and without paying copyright -royalties. 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Redistribution is subject to the trademark -license, especially commercial redistribution. - -START: FULL LICENSE - -THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK - -To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase "Project -Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full -Project Gutenberg-tm License available with this file or online at -www.gutenberg.org/license. - -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project -Gutenberg-tm electronic works - -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. 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Hart was the originator of the Project -Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be -freely shared with anyone. For forty years, he produced and -distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of -volunteer support. - -Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed -editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in -the U.S. unless a copyright notice is included. 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You may copy it, give it away or re-use it under the terms -of the Project Gutenberg License included with this eBook or online -at <a href="https://www.gutenberg.org">www.gutenberg.org</a>. If you -are not located in the United States, you will have to check the laws of the -country where you are located before using this eBook. -</div> -</div> - -<p style='display:block; margin-top:1em; margin-bottom:1em; margin-left:2em; text-indent:-2em'>Title: <span lang='de' xml:lang='de'>Westafrikanische Kautschuk-Expedition</span></p> -<p style='display:block; margin-top:1em; margin-bottom:0; margin-left:2em; text-indent:-2em'>Author: Rudolf Schlechter</p> -<p style='display:block; text-indent:0; margin:1em 0'>Release Date: October 1, 2022 [eBook #69081]</p> -<p style='display:block; text-indent:0; margin:1em 0'>Language: German</p> - <p style='display:block; margin-top:1em; margin-bottom:0; margin-left:2em; text-indent:-2em; text-align:left'>Produced by: Peter Becker, Reiner Ruf, and the Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net (This file was produced from images generously made available by The Internet Archive)</p> -<div style='margin-top:2em; margin-bottom:4em'>*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK <span lang='de' xml:lang='de'>WESTAFRIKANISCHE KAUTSCHUK-EXPEDITION</span> ***</div> - -<div class="transnote mbot3"> - -<p class="s3 center"><b>Anmerkungen zur Transkription</b></p> - -<p class="p0">Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von -1900 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische -Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute -nicht mehr gebräuchliche Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original -unverändert.</p> - -<p class="p0">Die Schreibweise einiger Begriffe ist nicht einheitlich; -teilweise wurden einige Ausdrücke eingedeutscht. Beides wurde in der -Bearbeitung so belassen.</p> - -<p class="p0">In der <a href="#congostaat">ersten Tabelle auf S. 253</a> fehlt der Wert -des exportierten Kautschuks für das Jahr 1896. Die Quelle dieser -Aufstellung war nicht zugänglich; aufgrund des schwankenden -Kautschukpreises kann dieser Wert auch nicht rechnerisch ermittelt -werden. Daher wurde die Zahl, wie in der gedruckten Fassung des Buches, -ausgelassen.</p> - -<p class="p0 nohtml">Abhängig von der im jeweiligen Lesegerät -installierten Schriftart können die im Original <em -class="gesperrt">gesperrt</em> gedruckten Passagen gesperrt, in -serifenloser Schrift, oder aber sowohl serifenlos als auch gesperrt -erscheinen.</p> - -</div> - -<p class="s1 center padtop5 break-before"><b>Westafrikanische Kautschuk-Expedition.</b></p> - -<p class="s3 center">(R. Schlechter.)</p> - -<p class="s4 center">1899/1900.</p> - -<p class="s1 center mtop3 break-before"><span class="bb"> Kolonial-Wirtschaftliches -Komitee. </span></p> - -<h1>Westafrikanische Kautschuk-Expedition.</h1> - -<p class="s3 center">(R. Schlechter.)</p> - -<p class="s4 center">1899/1900.</p> - -<p class="center padtop5">Mit 13 Tafeln und 14 Abbildungen im Text.</p> - -<hr class="r45 mtop5" /> - -<p class="s4 center"><b>Berlin 1900.</b></p> - -<p class="center"><em class="gesperrt">Verlag des Kolonial-Wirtschaftlichen -Komitees</em>,<br /> -<span class="s5">Berlin NW., Unter den Linden 40.</span></p> - -<p class="center sans"><i><b>(Preis 12 Mark.)</b></i></p> - -<p class="s5 center">In Kommission bei der Königlichen Hofbuchhandlung von -<em class="gesperrt">E. S. Mittler & Sohn</em>,<br /> -<span class="s5">Berlin, Kochstrasse 68–71.</span></p> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_v">[S. v]</span></p> - -<div class="figleft illowe35" id="ill_a005"> - <img class="w100 mtop3" src="images/ill_a005.jpg" alt="Vorwort, Kopfstück" /> -</div> - -<h2 class="nopad" id="Vorwort">Vorwort.</h2> - -</div> - -<p><b>Die gefährdete Lage des Kautschukmarktes, hervorgerufen durch den -Niedergang der Produktion infolge des Raubbaues der Eingeborenen und -durch den in ungeahnter Weise sich steigernden Bedarf der modernen, -insbesondere der elektrotechnischen, Fahrrad- etc. Industrien sowie die -Aussicht auf reichen Gewinn, der dem Nationalvermögen durch Einführung -einer Kautschukgroßkultur in deutschen Kolonien zufließen könnte, -veranlaßte das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee, im Frühjahr 1899 -eine <em class="gesperrt">Kautschuk-Expedition nach Westafrika</em> unter Führung des -Botanikers und Kautschukexperten Herrn Rudolf Schlechter zu entsenden, -mit der Aufgabe,</b></p> - -<div class="blockquot"> - -<p><b>die besten Kautschukvarietäten aus fremden Kolonien nach den -deutschen Schutzgebieten zu überführen und eine geregelte -Kautschuk-Großkultur in Kamerun und Togo in die Wege zu leiten.</b></p> -</div> - -<p><b>Das Komitee ist in der Lage, feststellen zu können, daß die -Expedition ihren Zweck erreicht und insbesondere durch Einführung -der Kautschuk-Großkultur in den Kameruner Plantagen, u. a. -der „Moliwe-Pflanzungsgesellschaft“, der „Westafrikanischen -Pflanzungsgesellschaft Bibundi“, der „Kamerun-Land- und -Plantagengesellschaft“, praktische Ergebnisse erzielt hat.</b></p> - -<p><b>Der Kolonialabtheilung des Auswärtigen Amtes und den Gouvernements von -Kamerun und Togo ist das Komitee zu Dank verpflichtet für ausgiebigen -Schutz und thatkräftige Unterstützung der Expedition.</b></p> - -<p><b>Den unter dem Präsidium Seiner Hoheit des Herzog-Regenten <em class="gesperrt">Johann -Albrecht von Mecklenburg-Schwerin</em> vereinten Instituten der -Wohlfahrtslotterie zu Zwecken der<span class="pagenum" id="Seite_vi">[S. vi]</span> deutschen Schutzgebiete und der -Deutschen Kolonialgesellschaft verdankt das Komitee eine namhafte -finanzielle Beihülfe, durch welche die Ausführung des gemeinnützigen -Unternehmens und die Herausgabe des vorliegenden Werkes erst ermöglicht -wurde.</b></p> - -<p><b>Den Interessentengruppen der Pflanzungsgesellschaften und Industriellen -schuldet das Komitee Dank für bewährten Rat und materielle Förderung -der Expedition und zwar den Firmen:</b></p> - -<div class="blockquot"> - -<p class="s5a sans"><b>Accumulatoren-Fabrik Akt.-Ges., Berlin — Allgemeine -Elektrizitäts-Gesellschaft, Kabelwerk, Nieder-Schöneweide -— Emil Arntz, Gummiwaren-Fabrik, Höxter — Asbest- und -Gummiwerke Alfred Calmon Akt.-Ges., Hamburg-Uhlenhorst — -Berlin-Rixdorfer Gummiwarenfabrik Franz Schumann, Berlin-Rixdorf -— Blödner & Vierschrodt, Gotha — Centralverein Deutscher -Kautschukwaren-Fabriken, Berlin — Continental Caoutschouc- -und Guttapercha-Compagnie, Hannover — Deutsche Gummi- und -Guttaperchawaren-Fabrik Akt.-Ges. vorm. Volpi & Schlüter, Berlin -— Felten & Guilleaume, Carlswerk, Mühlheim a. Rh. — François -Fonrobert, Gummiwaren-Fabrik, Finsterwalde — Gesellschaft -Süd-Kamerun, Hamburg — Handelskammer, Breslau — Hannoversche -Aktien-Gummiwaren-Fabrik, Hannover — Harburger Gummi-Kamm-Co., -Dr. Heinr. Traun, Hamburg — S. Herz, Berlin — Kamerun Land- -und Plantagen-Gesellschaft, Hamburg — Gebr. Körting, Hannover -— Lange & Pöhler, Arnstadt — Leipziger Gummiwaren-Fabrik vorm. -Julius Marx, Hein & Co., Leipzig — Metzeler u. Co., München — -Mitteldeutsche Gummiwaren-Fabrik Louis Peter, Frankfurt a. M. — -Moliwe-Pflanzungs-Gesellschaft, Hamburg — Münden-Hildesheimer -Gummiwaren-Fabriken Gebr. Wetzell, Akt.-Ges., Hildesheim — -Geh. Kommerzienrat Dr. Oechelhäuser, Dessau — Phil. Penin, -Gummiwaren-Fabrik, Aktien-Gesellschaft, Leipzig-Plagwitz — -Rheinische Gummiwaren-Fabrik Franz Clouth, Köln-Nippes — H. Rost & -Co., Hamburg — Russian-American India Rubber Co., St. Petersburg -— Carl Schwanitz, Gummiwaren-Fabrik, Berlin — H. Schwieder, -Gummiwaren-Fabrik, Dresden-Neustadt — South-West-Africa Comp. Ltd., -Berlin — Vereinigte Berlin-Frankfurter Gummiwaren-Fabrik, Berlin — -Vereinigte Gummiwaren-Fabriken Harburg-Wien, vorm. Menier — J. N. -Reithoffer, Harburg a. E. — Westafrikanische Pflanzungs-Gesellschaft -„Bibundi“, Hamburg.</b></p> - -</div> - -<p><b>Möge das vorliegende Ergebnis der westafrikanischen -Kautschuk-Expedition <em class="gesperrt">eine dauernde kraftvolle Entwickelung der -Kautschuk-Plantagen und Volkskulturen Deutsch-Westafrikas zur Folge -haben und den deutschen Kolonien, deren Kautschuk-Produktion heute -kaum den zwanzigsten Teil des deutschen Konsums beträgt, mit der Zeit -einen nennenswerten Anteil an dem lohnenden Kautschukhandel sichern zum -Nutzen unserer Kolonien und zum Nutzen unserer Volkswirtschaft</em>.</b></p> - -<p><em class="gesperrt">Berlin</em>, im Dezember 1900.</p> - -<p class="p0 s5a">Unter den Linden 40.</p> - -<p class="s3 center"><b>Kolonial-Wirtschaftliches Komitee.</b></p> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_vii">[S. vii]</span></p> - -<h2 class="nobreak" id="Inhaltsverzeichnis">Inhaltsverzeichnis.</h2> - -</div> - -<table class="inhalt"> - <tr> - <td class="s5" colspan="5"> -   - </td> - <td class="s5"> - <div class="right">Seite</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - 1. - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">Kapitel.</div> - </td> - <td class="vat" colspan="3"> - <div class="left">Vorbereitungen zur Reise, Ausreise und - Yoruba-Expedition</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#I_Kapitel">1</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - 2. - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">„</div> - </td> - <td class="vat" colspan="3"> - <div class="left">Aufenthalt in Kamerun, Reise nach und auf - dem Congo</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#II_Kapitel">29</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - 3. - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">„</div> - </td> - <td class="vat" colspan="3"> - <div class="left">Sanga-Ngoko-Reise und Rückreise nach Kamerun</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#III_Kapitel">80</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - 4. - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">„</div> - </td> - <td class="vat" colspan="3"> - <div class="left">Kamerun- und Bakossi-Expedition</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#IV_Kapitel">135</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - 5. - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">„</div> - </td> - <td class="vat" colspan="3"> - <div class="left">Togo-Reise und Heimreise</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#V_Kapitel">181</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - 6. - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">„</div> - </td> - <td class="vat" colspan="3"> - <div class="left">Allgemeines und Untersuchungen</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#VI_Kapitel">227</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> -   - </td> - <td class="vat"> -   - </td> - <td class="vat"> - <div class="center mleft1">Anhang</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="right">I.</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="left">Denkschrift des Herrn Prof. Dr. O. Warburg zur - Begründung der Kautschuk-Expedition</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#Anhang_I">250</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> -   - </td> - <td class="vat"> -   - </td> - <td class="vat"> - <div class="center mleft1">„</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="right">II.</div> - </td> - <td class="vat"> - <div class="left">Gutachten über die von Lagos eingesandten - Kautschukproben des chemischen Laboratoriums für Handel und - Industrie (Dr. Robert Henriques) Berlin.</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#Anhang_II">255</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - 7. - </td> - <td class="vat"> - <div class="center">„</div> - </td> - <td class="vat" colspan="3"> - <div class="left">Die botanischen Ergebnisse der Expedition</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#VII_Kapitel">260</a></div> - </td> - </tr> -</table> - -<p class="s3 center mtop2"><b>Verzeichnis der Abbildungen.</b></p> - -<table class="abbildungen"> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Messer und Beile zum Anzapfen der Kautschukpflanzen - nebst Bechern zum Auffangen des Milchsaftes</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p0020">2</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Landolphia Heudelotii D. C.</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p0090">9</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Ficus Vogelii Miq.</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p0110">11</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Fetischmasken, Schuhe, Fächer und Lanzen aus dem - Yoruba-Lande</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p0140">14</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Carpodinus lanceolatus K. Sch.</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p0520">52</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Costus Lukanusianus K. Sch.</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p0650">65</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Landolphia florida Bth.</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p0680">68</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Landolphia Klainei Pierre.</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p0830">83</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Kickxia elastica Preuss.</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p0990">99</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Kickxia latifolia Stapf</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p1250">125</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Landolphia owariensis P. Beauv.</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p1280">128</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Die „Cyclop-Grotte“ bei Kriegsschiffhafen.</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p1365">136</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Kickxia-Bäume in Mundame</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p1645">164</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Kokospalmen in Gr. Batanga</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p1745">174</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Elf Monate alte Kickxia auf der Campo-Plantage</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p1765">176</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Rast der Expedition unter einem Ficus - Vogelii-Kautschukbaum im Dorfe Lolobi</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p1965">196</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">R. Schlechter vor seinem Zelt in Kadyebi</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p2025">203</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Die Expedition in Kadyebi</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p2085">208</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Fetischhäuschen im Dorfe Bevi</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p2125">212</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Feigenbäume im Dorfe Bevi</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p2165">216</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Eingeborene von Wangata</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p2305">230</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Kickxia africana Bth.</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p2380">238</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Ceara-Kautschukbaum in Gr. Batanga</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p2525">252</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Pflanzungen der Victorianer-Neger auf dem Wege - nach Kriegsschiffhafen</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p2605">260</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Junge Kakaoanpflanzung am Vorwerk Wasserfall der - Kriegsschiffhafen-Plantage</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p2805">280</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Landolphia humilis K. Sch. n. sp.</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p2880">288</a></div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="vat"> - <div class="left">Carpodinus Schlechteri K. Sch. n. sp.</div> - </td> - <td class="vab"> - <div class="right"><a href="#ill_p3050">305</a></div> - </td> - </tr> -</table> - -<div class="figcenter illowe8" id="ill_pvii"> - <img class="w100" src="images/ill_pvii.jpg" alt="Abbildungsverzeichnis Ende" /> -</div> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_1">[S. 1]</span></p> - -<h2 class="nobreak" id="I_Kapitel"><span class="s5a">I. Kapitel.</span><br /> - -Vorbereitungen zur Reise, Ausreise und Yoruba-Expedition.</h2> - -</div> - -<p>Im Oktober des Jahres 1898 wurde von seiten des -Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, insbesondere der Herren <em class="gesperrt">Karl -Supf</em> und Professor Dr. <em class="gesperrt">O. Warburg</em>, der Plan gefaßt, eine -Expedition zur Erforschung der Kautschukverhältnisse in unseren -Kolonien nach Westafrika zu entsenden. Es sollte Aufgabe der Expedition -sein, die Kautschukpflanzen anderer Kolonien nach Kamerun zu überführen -und dort, wenn möglich, zum Anbau derselben anzuregen, ebenso die -in den fremden Kolonien gewonnenen Erfahrungen der Entwickelung der -Kautschukindustrie unseren Kolonien zur Verfügung zu stellen. Ich wurde -mit der Leitung der Expedition betraut.</p> - -<p>Sobald durch Eingehen der dazu nötigen Gelder die Ausführung der -Expedition gesichert war, begann ich mit meinen Vorbereitungen. Es -war unterdessen schon der Monat Dezember herangekommen, so daß ich, -da die Ausreise auf Anfang Februar 1899 festgesetzt war, keine Zeit -zu verlieren hatte. Außer Anschaffung der zum persönlichen Gebrauch -nötigen Kleidungsstücke und allgemeinen Expeditionsausrüstungen hatte -ich auch die zur Ausführung meiner Aufgabe nötigen Chemikalien und -Apparate, von denen umstehend einige <a href="#ill_p0020">abgebildet</a> sind, zu beschaffen.</p> - -<p>Da die Eingeborenen beim Anzapfen der Lianen und Bäume meist durch -zu tiefes Einschneiden großen Schaden anrichten, ließ ich für die -mitgenommenen Messer und Beile Scheiden anfertigen, welche ein -zu tiefes Eindringen der Schneide in die Rinde verhüten sollten. -Diese Scheiden waren aus starkem Blech hergestellt und konnten den -betreffenden Instrumenten vor Gebrauch derselben aufgeschoben werden.</p> - -<p>Auskunft über die zu bereisenden Länder erhielt ich, soweit dieses -möglich war, bereitwilligst von vielen Seiten; auch war Herr Dr. -<em class="gesperrt">Mertens</em>, der Direktor der Graphischen Anstalt in Berlin, so -freundlich, mir Auskunft über Photographieren in den Tropen zu geben, -und den von mir für die Expedition angeschafften photographischen -Apparat zu prüfen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_2">[S. 2]</span></p> - -<p>Kurz vor meiner Abreise von Berlin traf noch Dr. <em class="gesperrt">Preuß</em>, der -Leiter des botanischen Gartens von Victoria, ein mit der freudigen -Nachricht, daß es ihm gelungen sei, die echte Kickxia im Kamerun-Gebiet -nachzuweisen, und daß es sich um zwei spezifisch vollständig -verschiedene Arten handele, von denen die eine guten Kautschuk liefere, -die andere dagegen wertlos sei. Auch ihm verdanke ich viele wichtige -Angaben und Vorschläge, die mir bei Ausführung meiner Expedition von -großem Vorteile waren. Er erklärte sich auch bereit, etwaige von -mir nach Kamerun gebrachte Kautschukpflanzen im botanischen Garten -zu Victoria in Kultur zu nehmen und später an die Pflanzungen zu -verteilen, wodurch natürlich die Einführung fremder Kautschukpflanzen -in Kamerun bedeutend erleichtert werden konnte.</p> - -<div class="figcenter illowe50" id="ill_p0020"> - <img class="w100" src="images/ill_p0020.png" alt="" /> - <div class="caption">Messer und Beile zum Anzapfen der Kautschukpflanzen - nebst Bechern zum Auffangen des Milchsaftes.</div> -</div> - -<p>Am 7. Februar 1899 war ich mit den Vorbereitungen fertig und konnte -somit am 8. Februar meine Abreise von Berlin ausführen. Da der Dampfer -erst am 11. Februar abfahren sollte, hatte ich auch in Hamburg noch -Zeit genug, die Herren, an welche ich Empfehlungsschreiben hatte, -zu besuchen. Auch hier erfuhr ich noch manches, das für meine Reise -wertvoll war; so habe ich besonders den Herren <em class="gesperrt">Thormählen</em>, -<em class="gesperrt">Jantzen</em> und <em class="gesperrt">Rhode</em> noch für das<span class="pagenum" id="Seite_3">[S. 3]</span> Interesse zu danken, -welches sie meiner Expedition entgegenbrachten. Der Zufall wollte -es, daß damals auch der ehemalige Gouverneur von Kamerun, Excellenz -v. <em class="gesperrt">Soden</em>, Geheimrat Prof. Dr. <em class="gesperrt">Wohltmann</em> und Herr -<em class="gesperrt">Upmann</em> sich in Hamburg aufhielten, von denen ganz besonders -die beiden erstgenannten Herren in der Lage waren, mich tiefer in die -Verhältnisse Kameruns einzuweihen, und dank ihrer Liebenswürdigkeit -sollte ich noch später viel davon profitieren.</p> - -<p>Endlich, am 11. Februar, lichtete der Dampfer „Adolph Woermann“, mit -dem ich zunächst bis Lagos reisen sollte, seinen Anker; am Abend -konnten wir noch einmal einen letzten Blick auf die deutsche Küste -an der Elbe-Mündung werfen, und dann ging es hinaus in die See. Wie -wünschte ich damals, daß es mir vergönnt sein möge, meine Aufgaben zu -erfüllen und mit reichem Erfolge nach Abschluß der Expedition in das -Vaterland zurückkehren zu können.</p> - -<p>Am ersten Abend war die Stimmung an Bord natürlich zum Teil sehr -gedrückt, so manch einer der Mitreisenden verließ seine Lieben zu Haus -zum ersten Male auf längere Zeit, und ein jeder wußte, daß manchem -nicht das Glück blühen würde, seine Heimat wiederzusehen.</p> - -<p>Je weiter wir uns vom Vaterlande entfernten, desto mehr verschwanden -die trüben Gedanken, um den Hoffnungen auf Erfolg Platz zu machen. Die -Passagiere lernten sich näher kennen, und schon nach wenigen Tagen -herrschte die fröhlichste Stimmung an Bord.</p> - -<p>Am 13. Februar fuhren wir in den Kanal ein. Ein plötzliches tiefes -Fallen des Barometers schien Sturm anzuzeigen, so daß der Kapitän es -für geraten hielt, vorsichtig zu manövrieren; doch auch diese Gefahr -war bald vorüber.</p> - -<p>Dank der Liebenswürdigkeit unseres Kapitäns <em class="gesperrt">Jensen</em> vergingen -die Tage schnell, und alles war froh und guter Dinge. Zudem erhielten -wir gutes Essen, was um so mehr in Betracht kam, als durch die Seeluft -unser Appetit bedeutend gereizt wurde.</p> - -<p>Als wir uns am 19. Februar der Insel Madeira näherten, waren die -kalten Winde, welche uns ziemlich weit nach Süden begleitet hatten, -bereits verschwunden, und das angenehmste Frühlingswetter brachte uns -in freudige Stimmung. Fast alle benutzten daher den Aufenthalt vor -Funchal zu einer Exkursion, denn gerade hier ist Madeira am schönsten. -Mit einigen Mitreisenden unternahm ich eine kleine Fahrt mit der -Zahnradbahn auf die Berge im Rücken der Stadt. Nachdem wir von einer -Kirche daselbst eine der schönsten Aussichten genossen hatten, welche -die Erde wohl bietet, und uns durch ein Gläschen Madeiraweines gestärkt -hatten, ging es im rasenden Tempo auf Holzschlitten, wie sie hier bei -derartigen Touren üblich sind, den Berg hinunter.<span class="pagenum" id="Seite_4">[S. 4]</span> Man konnte dabei -nicht umhin, die Geschicklichkeit der beiden Lenker zu bewundern, -welche selbst bei plötzlichen Biegungen der steil abfallenden Straßen -den dahinsausenden Schlitten sicher führten. Nach kurzem Spaziergange -durch den Stadtgarten, der durch wundervolle Exemplare von Palmen sich -auszeichnet, kehrten wir nach dem Dampfer zurück. Noch vor Mitternacht -wurde der Anker wieder gelichtet, und weiter ging es unserm Ziele -entgegen.</p> - -<p>Als wir am nächsten Morgen erwachten, lagen wir im Hafen von Las -Palmas. Da wir nur wenige Stunden hier blieben, war es keinem der -Passagiere gestattet, das Schiff zu verlassen, denn noch vor Mittag -fuhren wir auch wirklich wieder ab. Mit jedem Tage wurde es nun -merklich wärmer, so daß alle Passagiere sich schon vor Ankunft des -Dampfers in Monrovia ihrer Tropen- und Sommerkleidung bedienten. -Monrovia, die Hauptstadt der Negerrepublik Liberia, konnten wir leider -vom Dampfer aus kaum erkennen, denn die Stadt selbst ist von der See -kaum zu erblicken, da sie zum großen Teile durch einen dicht mit Urwald -bedeckten Hügel verborgen wird. Die Vegetation ist sehr üppig, eine -Folge der riesigen Niederschläge, durch welche sich Liberia und das -benachbarte Sierra Leone-Gebiet auszeichnen und wie sie ähnlich oder -sogar noch stärker nur noch in einem Teile unseres Schutzgebietes von -Kamerun sich wiederholen. Als wir am 27. Februar Monrovia verließen, -sah es an Bord unseres Dampfers bedeutend lebendiger aus als zuvor, -wir hatten nämlich eine größere Anzahl Cruneger und Weyboys an Bord -bekommen, welche nun, wie es hier an der Küste allgemein üblich ist, -die Scheuerarbeiten und das Aus- und Einladen der Fracht zu besorgen -hatten.</p> - -<p>Viele der westafrikanischen Küstenplätze zeichnen sich durch eine sehr -hohe, unregelmäßige und daher häufig sehr gefährliche Brandung aus, -und hier besonders bewähren sich die Cruneger und Weyboys in erster -Linie. Es ist kaum zu glauben, mit welcher Geschicklichkeit sie die -Boote, welche zum Löschen der Ladung verwendet werden, durch die -Brandung hindurchschaffen. Natürlich lassen sich hier überhaupt nur -die eigens zu dem Zwecke von dem Dampfer mitgeführten scharfkieligen -Brandungsboote verwenden. Überschlägt sich solch ein Boot einmal an -einem hohen Brecher, so lassen sich die Neger, welche übrigens alle -wie die Fische schwimmen können, so weit durch die hereinbrechenden -Wellen an Land tragen, bis sie festen Boden unter sich fühlen, einen -geeigneten Moment benutzend, ehe die Wellen zurücklaufen, retten sie -sich dann fast stets.</p> - -<p>Am 28. Februar erreichten wir Cape Palmas, das durch den Tod unseres -ehemaligen deutschen Konsuls in Westafrika, des wohlbekannten<span class="pagenum" id="Seite_5">[S. 5]</span> -Erforschers des Sudan-Gebietes, Dr. <em class="gesperrt">Gustav Nachtigal</em>, eine -traurige Berühmtheit erlangt hat. Der Ort ist nicht so bedeutend wie -Monrovia, steht jenem aber nicht weit nach. Der Handel liegt fast -ausschließlich in deutschen Händen, wie überhaupt die Republik Liberia -vornehmlich ihre Güter aus Deutschland bezieht.</p> - -<p>Von nun an erreichten wir täglich einen neuen Hafen, vor denen wir -jedoch uns meist zu kurze Zeit aufhielten, um das Land besuchen zu -können. So konnten wir am 2. März das englische Fort Cape-Coast-Castle, -von dem aus vor wenigen Jahren die Expedition gegen die Ashantis nach -Kumassi abgegangen war, leider nur vom Schiffe aus bewundern. Auf der -Weiterfahrt blieben wir nun immer mehr oder minder in Sicht der Küste. -Die Orte Salt-Pond, Appun und Winnebah konnten wir deutlich vom Dampfer -aus erkennen. Unterdessen verließen uns immer mehr Passagiere. Als wir -am 2. März am Nachmittage in Accra ankamen, hatten wir bereits dem -fünften Herrn Lebewohl zu sagen. Auch er sollte weiter ins Innere der -englischen Gold-Coast-Kolonie hinein, um mit den Eingeborenen Handel -zu treiben. In Ada, einer kleineren Handelsniederlassung in der Nähe -der Volta-Mündung, trafen wir mit Tagesanbruch am 3. März ein, aber nur -um Passagiere abzusetzen, es ging daher sofort nach Quitta weiter, wo -wir um 10½ Uhr eintrafen. Zu allgemeinem Bedauern verließ uns hier -Herr <em class="gesperrt">Oloff</em>, ein Bremer Kaufmann, der hier in Westafrika seine -Handelsniederlassungen inspizieren wollte. Noch um 2 Uhr desselben -Tages langten wir vor Lome, der Hauptstadt unseres Schutzgebietes Togo, -an; da wir für diesen Ort eine größere Menge Ladung hatten, so hätte -manch einer gern einmal wieder auf deutschem Boden gelustwandelt, -doch war die Brandung eine derartige, daß nur diejenigen Herren an -Land gingen, welche dazu gezwungen waren. Wiederholt wurden einige -unserer Brandungsboote umgeworfen. Da auch am nächsten Tage die -Brandungsverhältnisse nicht günstiger zum Löschen der Ladung waren, -so kam es, daß wir erst gegen 5 Uhr wieder die Anker lichten konnten. -Unser Kurs lief nicht allzufern von der Küste, so daß wir auch noch vom -Schiffe aus Klein-Popo und Bagida gut sehen konnten. Ich war natürlich -in froher Stimmung, denn am nächsten Morgen sollten wir ja in Lagos -eintreffen.</p> - -<p>Früh war ich schon am Morgen des 5. März an Deck. Wir waren eben -auf der Rhede von Lagos angekommen. Zusammen mit uns lagen noch 5 -andere Dampfer hier, von denen zwei, der „Ogun“ und der „Teck“, die -sogenannten Barrendampfer der Woermann-Linie waren. Diese Dampfer -übernehmen auf der See, außerhalb der Barre,<span class="pagenum" id="Seite_6">[S. 6]</span> welche vor dem Ausflusse -der Lagos-Lagune liegt, die Ladung der großen Passagier- und -Frachtdampfer und bringen dieselbe dann bei Hochwasser über die Barre -hinweg nach Lagos hinein. Daß diese Fahrten nicht immer glücklich -ablaufen, beweisen die gestrandeten Dampfer, welche auf der Barre vor -Lagos liegen.</p> - -<p>Erst gegen Abend bot sich mir Gelegenheit dar, mit dem „Ogun“ nach -Lagos hineinzufahren. Die Fahrt über die Barre verlief glücklich, bald -langten wir an der Signalstation an und fuhren nun den Lagunenarm -hinauf, worauf wir in kurzer Zeit die Stadt Lagos erblicken konnten. -Gegen 7 Uhr landete ich zusammen mit Herrn <em class="gesperrt">Fritsch</em>, dem -Vertreter der Firma <em class="gesperrt">Geyser & Co.</em>, welcher auch auf dem „Ogun“ -angekommen war und mir in freundlichster Weise Aufnahme in seinem Hause -angeboten hatte. Da hier für Europäer kein Hotel existierte, machte ich -gern von seiner Liebenswürdigkeit Gebrauch und erhielt ein vorzügliches -Unterkommen. Gerade ihm habe ich es auch zum großen Teile zu verdanken, -daß ich schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit ins Innere aufbrechen -konnte.</p> - -<p>Am nächsten Tage machte ich mich zunächst auf den Weg zum -stellvertretenden deutschen Konsul Herrn <em class="gesperrt">Meier</em>, der zugleich -Vertreter der Firma <em class="gesperrt">Witt & Busch</em> war, an welche ich ein -Empfehlungsschreiben erhalten hatte. Am Nachmittage hatte mein -liebenswürdiger Wirt mir angeboten, mir den Botanischen Garten zu -zeigen. Derselbe liegt auf der Nordseite der Lagos-Lagune hinter -der „Iddo-Insel“ bei Ebute-Meta. In dem Garten war nichts von -besonderem Interesse zu sehen. Einige Ficus elastica und eine Anzahl -abgestorbener Manihot Glaziovii-Stämme waren außer sehr kleinen -Kickxiasämlingen die einzigen vorhandenen Kautschukpflanzen. Da kein -Europäer dem Garten vorstand, war es nicht zu verwundern, daß derselbe -einen recht verwahrlosten Eindruck machte. Nicht einmal Näheres -konnte ich erfahren, wo die Kickxia-Sämlinge herstammten. Dass es -Kautschukpflanzen waren, davon hatte keiner der anwesenden Neger auch -nur die geringste Ahnung.</p> - -<p>Die nächsten Tage meines Aufenthaltes gebrauchte ich nun dazu, -Erkundigungen über das Hinterland einzuziehen. Herr <em class="gesperrt">Fritsch</em> war -selbst einmal bis Ife im Yoruba-Lande gewesen und konnte mir daher -viel über Land und Leute berichten. Bereitwilligst stellte er mir -auch seine Reisenotizen zur Verfügung. Sehr schwierig schien anfangs -die Trägerfrage zu sein. Die Lagos-Leute wollten nicht gern fort oder -wenigstens nicht in Begleitung eines Europäers. Doch auch hier kam -bald Rat. Dr. <em class="gesperrt">Randle</em>, ein eingeborener Arzt, welcher in England -studiert hatte und hier auch bei den Europäern einen sehr guten Ruf -als Arzt besitzt, erbot sich, mir einen geeigneten<span class="pagenum" id="Seite_7">[S. 7]</span> „Headman“ zu -schicken. Diese „Headmen“ sind Eingeborene, welche eine Anzahl von -Leuten um sich sammeln, die dann unter ihrer Leitung Arbeiten irgend -welcher Art verrichten. Es scheint selten vorzukommen, daß sich einer -dieser Eingeborenen gegen seinen Headman auflehnt, solange der letztere -einigermaßen versteht, sich Respekt zu erhalten. Seinem Versprechen -gemäß schickte Dr. <em class="gesperrt">Randle</em> mir auch sehr bald einen Mann, der -behauptete, genügend Leute beschaffen zu können. Derselbe beanspruchte -für sich zwar ein sehr hohes Gehalt, doch wurden wir nach längeren -Unterhandlungen schließlich darin einig, daß er pro Tag 3 sh.; die -Träger je 1 sh. erhalten sollten, dagegen Essen sich selbst besorgen -mußten. Ich packte nun meine Sachen zu Trägerlasten um, um zu sehen, -wie vieler Träger ich bedurfte. Am 12. März erschien der „Headman“ -mit den gewünschten Leuten, so stand also meinem Aufbruche ins Innere -nichts mehr im Wege.</p> - -<p>Am Morgen des 13. März fehlten natürlich wieder einige Träger; ich -hatte dies aber schon vorausgesehen und deshalb die Leute bereits vor 6 -Uhr antreten lassen. Als nach geraumer Zeit die fehlenden Leute endlich -erschienen, wurde das Gepäck auf die „Daddy“, die Barkasse der Firma -<em class="gesperrt">Geyser & Co.</em>, verladen, welche Herr <em class="gesperrt">Fritsch</em> mit der ihm -eigenen Liebenswürdigkeit mir zu dem Zwecke zur Verfügung gestellt -hatte. Um 8 Uhr war alles bereit zur Abfahrt. Herr <em class="gesperrt">Fritsch</em> -begleitete mich bis zum Landungsplatze bei Ikorodu. Die Fahrt über -die Lagune ging glücklich von statten, es war zwar sehr heiß auf dem -spiegelglatten Wasser, doch lief das kleine Fahrzeug vorzüglich, so -daß wir um 11 Uhr schon vor dem Landungsplatze von Ikorodu eintrafen. -Da wir in ziemlicher Entfernung von dem Strande liegen bleiben mußten, -und die Ladung in kleinen Canoes hinüberzuschaffen war, wurde es doch -12 Uhr, ehe alles Gepäck an Land war. Sogleich ließ ich die Lasten -verteilen und jedem Träger die Verantwortlichkeit für die von ihm -getragenen Gegenstände ans Herz legen. Wie ich es schon bei früheren -Expeditionen zur Genüge kennen gelernt hatte, glaubte natürlich ein -jeder, daß seine Last für ihn zu schwer sei, und es kam Klage an -Klage; stillschweigend hörte ich dies anfänglich an, dann warnte ich -die Leute, und als dann noch einige murrten, ließ ich für diese die -schwersten Lasten heraussuchen. Das half, keiner beschwerte sich jetzt -mehr. Um 12½ Uhr gab ich den Befehl zum Aufbruch, und nach einem -letzten Gruß zur „Daddy“ hinüber ging es hinein in die Wildnis.</p> - -<p>Der Ort, an dem wir gelandet waren, ist ungefähr 1½ Stunden von -der Ortschaft Ikorodu entfernt und wird als Marktplatz verwendet. -Bei dieser Gelegenheit sollen dann daselbst häufig über<span class="pagenum" id="Seite_8">[S. 8]</span> 100000 -Eingeborene zusammenkommen. Der in gutem Zustande gehaltene Weg von -dem Marktplatze nach der Ortschaft Ikorodu führte durch Urwaldgebiet, -welches durch kleinere, von den Eingeborenen unter Kultur gesetzte -Lichtungen unterbrochen wurde. Ölpalmen sah man allenthalben. Dieselben -werden von den Eingeborenen sehr geschont, da sie den hauptsächlichsten -Handelsartikel liefern. Noch bevor wir Ikorodu erreichten, sah ich -vereinzelte Exemplare von <a href="#ill_p0090">Landolphia Heudelotii</a>, welche aber noch zu -schwach waren, um Kautschuk liefern zu können. Ikorodu ist ein recht -stattliches Dorf, das einige hundert Häuser besitzt; kurz vor dem Dorfe -liegt das Haus des englischen Residenten für das Djibu-Land, welcher -zufällig auf Reisen war, als ich das Dorf passierte. In Ikorodu gab ich -meinen Leuten eine Viertelstunde Zeit, um sich Essen zu kaufen, denn -bis dahin hatten sie noch keine Gelegenheit dazu gehabt. Um unseren -Lagerplatz entwickelte sich nun bald ein reges Leben, alte Weiber -brachten alle möglichen Eßwaren herbei, am meisten begehrt war ein -dicker Bohnenbrei, welcher mit einer Miesmuschelschale abgemessen und -pro Portion für 5 Kauris verkauft wurde. Wenn man dabei bedenkt, daß -der Preis der Kauris ein sehr niedriger war, d. h. 4000 Stück für 1 -Shilling galten, so ist es erklärlich, wie billig die Eingeborenen hier -leben. Eine der Hauptnahrungen der Eingeborenen ist eine aus Maniot und -aus Yams hergestellte Masse, welche fast glasig aussieht. Dieselbe wird -in Marantaceenblätter eingewickelt und in dieser Weise auf den Märkten -feilgeboten. Um 2½ Uhr waren wir trotz der drückenden Hitze wieder -auf dem Marsche. Da der Weg sehr breit ausgeschlagen war, kam uns nicht -einmal der Urwaldschatten zu gute. Das Terrain war ziemlich eben. Gegen -5½ Uhr erreichten wir einige Schutzhütten, welche von Marktweibern -längs des Weges hier sowohl wie im Yoruba- und Ekba-Lande häufig -aufgestellt werden. Ich ließ hier das Lager aufschlagen. Da meine -Leute noch nicht mit dem Aufstellen des Zeltes vertraut waren, dauerte -es ziemlich lange, ehe alles fertig war, obgleich ich alle hatte -antreten lassen. Das Essen war unterdessen auch schon hergestellt, und -befriedigt konnte ich mich etwas ausruhen. Bis in die Nacht hinein -saßen die Leute noch am Feuer umher, ersichtlich ihre Meinungen über -den neuen Weißen austauschend, von dem sie nicht verstehen konnten, -weshalb er sich offenbar zwecklos ins Innere ihres Landes begeben wolle.</p> - -<div class="figcenter illowe31" id="ill_p0090"> - <img class="w100" src="images/ill_p0090.jpg" alt="" /> - <div class="caption"><em class="gesperrt">Landolphia Heudelotii</em> DC.</div> - <div class="caption">A Zweig, B Blüte, C Längsschnitt durch dieselbe, - D Längsschnitt durch den Fruchtknoten, E Griffelkopf, F Anthere von vorn, - G dieselbe von der Seite.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p0090_gross.jpg" - id="ill_p0090_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Um 4½ Uhr ließ ich am nächsten Morgen schon die Leute antreten. Das -Zusammenpacken der Lasten und Abbrechen des Zeltes ging bei den noch -ungeschulten Leuten nur langsam vor sich, so daß erst um 5½ alles -zum Aufbruch fertig war. Ich setzte nun<span class="pagenum" id="Seite_10">[S. 10]</span> meinem Headman auseinander, -weshalb ich gekommen sei, und versprach demjenigen, welcher mir den -ersten Ire-Baum (<a href="#ill_p0990">Kickxia elastica</a>) zeigen würde, eine Belohnung. -Das Terrain war dicht bewaldet. Schon nach kurzem Marsche sahen wir -verschiedene abgestorbene Kickxiastämme, welche an der von Schnitten -nach allen Richtungen verletzten Rinde unschwer zu erkennen waren, -von lebenden Bäumen war jedoch noch nichts zu sehen. Die Eingeborenen -versicherten mir, daß früher viel Kickxia hier vorhanden gewesen sei, -daß aber die Fantis in kurzer Zeit das Land in einer solchen Weise -ausgeräubert hätten, daß man selten lebende Bäume zu Gesicht bekomme.</p> - -<p>Gegen 8 Uhr erreichten wir einen kleinen Weiler, welcher kaum ein -Dutzend Hütten zählte. Die Eingeborenen nannten ihn Ihraye. Da hier -auffallend viele Kolabäume im Walde standen, gab ich den Leuten Zeit, -sich bei den unter Schutzhütten sitzenden Weibern Nahrungsmittel zu -kaufen, welche hier vorzugsweise aus Bananen bestanden. Die Kolanüsse -waren den Leuten offenbar zu teuer; sie wurden für ungefähr 5 Pf. -angeboten. Es wäre mir interessant gewesen, zu erfahren, ob die -Kolastämme hier wirklich wild wuchsen oder ob sie angepflanzt waren, -doch verweigerten die Leute jede Auskunft darüber. Da ich den Baum -auch sonst am Wege noch beobachtete, möchte ich das Erstere vermuthen, -hier bei Ihraye war er aber in solchen Mengen vorhanden, daß man fast -annehmen mußte, es handle sich um eine Kultur.</p> - -<p>Auf dem Weitermarsche nach Ishagamo war der Weg insofern -beschwerlicher, als das Terrain hügelig war, zudem brannte die -Sonne sehr stark. Kurz vor dem Dorfe erreichten wir das Ende des -breit geschlagenen Weges. Auf einem von Eingeborenen einigermaßen -gut gehaltenen Urwaldwege ging es weiter, bis wir Ishagamo um 5 -Uhr erreichten. Hier war eine kleine Truppe von Polizeisoldaten -einquartiert. Ein englischer Missionar erschien kurz nach meinem -Eintreffen auf dem Lagerplatze; als er sah, daß ich mein Zelt -aufschlagen ließ, machte er mich auf ein Logierhaus aufmerksam, das von -der Regierung für Durchreisende hier erbaut ist. Es war dies eine mir -sehr willkommene Nachricht, da ich mich nach den ungewohnten langen -Märschen nicht recht wohl fühlte. Ich siedelte natürlich nun in das -geräumige, reingehaltene Gebäude über. Auf den Plätzen des Dorfes -bemerkte ich hier eine großblättrige Ficusart, welche nach einigen -Versuchen sich zu meiner großen Freude als gummiliefernd entpuppte. -Wie alle Ficusarten heißt sie hier im Lande Abbá. Ich ließ von meinen -Leuten Latex des Baumes sammeln, welche äußerst reichlich floß. Da -sich die Pflanze sehr leicht vermehren läßt und schöne große Blätter -besitzt, würde<span class="pagenum" id="Seite_12">[S. 12]</span> sie sich in trockneren Gegenden an sonnigen Straßen -als Schattenbaum sehr empfehlen. Der gewonnene Kautschuk war von -geringerer Qualität und würde wohl auf 3 Mk. pro Kilo taxiert werden -können, doch ist bei der reichlichen Saftproduktion der Pflanze ein -rentables Ausbeuten des Kautschuks selbst bei dem niedrigen Preise sehr -wahrscheinlich. Ich glaube, daß ein solcher Ficusstamm jährlich gegen -10 Pfund Kautschuk liefern würde.</p> - -<div class="figcenter illowe32" id="ill_p0110"> - <img class="w100" src="images/ill_p0110.jpg" alt="" /> - <div class="caption"><em class="gesperrt">Ficus Vogelii Miq.</em>?.</div> - <div class="caption">A Zweig, B Feige, C Längsschnitt durch dieselbe, D - männliche Blüte, E weibliche Blüte, F Fruchtknoten mit Griffel.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p0110_gross.jpg" - id="ill_p0110_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Den Abend in Ishagamo verbrachte ich in angenehmer Unterhaltung in -Gesellschaft des liebenswürdigen englischen Missionars.</p> - -<p>Gegen 6 Uhr am folgenden Morgen war unsere Karawane wieder auf dem -Marsche. Der Weg führte kurz hinter dem Dorfe über einen kleinen, -fast ausgetrockneten Bach. Da wir nun auf schattigen, meist breit -ausgetretenen Waldwegen marschierten, empfanden wir die Hitze nicht -mehr so wie an den beiden vorhergehenden Tagen. Allenthalben sah man -im Walde die abgestorbenen Ire-Stämme und am Wege hin und wieder auch -einige Kolabäumchen. Als wir um 7½ Uhr in Iperu anlangten, ließ ich -Rast zum Frühstück machen. Hier war der ganze Ort von furchtbarem Lärm -erfüllt, da ein alter Mann gestorben war. Unglücklicherweise war der -einzige schattige Lagerplatz im Dorfe in der Nähe der Behausung des -Toten, wir hatten daher das Geheul aus nächster Nähe anzuhören. Die -Weiber schienen sich im Geheule abzulösen, eine Kolonne kam nach der -andern im Gänsemarsch vorüber gezogen, fortwährend wurde geschossen. -Das ganze Dorf schien an der Trauerfeierlichkeit beteiligt zu sein. Um -unseren Lagerplatz sammelte sich bald wieder eine Menge Neugieriger, -war ich den Leuten doch eine äußerst interessante Persönlichkeit, denn -erstens hatten sie fast noch nie erlebt, daß ein Weißer, der ja doch -sicher viel Geld haben mußte, den ganzen Weg mit seinen Leuten zusammen -marschiert, statt sich in einer Hängematte tragen zu lassen, daß dieser -Weiße aber noch Pflanzen sammelte und trocknete, offenbar um „Fetisch“ -daraus zu machen, war noch nicht vorher vorgekommen. Es ist natürlich -erklärlich, daß ich bei diesen Leuten, welche so gänzlich an ihrem -Fetischglauben hängen, mit einer geheimen Furcht beobachtet wurde.</p> - -<p>Das Fetischtum steht gerade in diesen Ländern, südlich vom Niger, -noch in höchster Blüte. Fast an jedem Wege, der nach einer Farmstätte -führt, auf Feldern, in jedem Hause, an vielen Bäumen sind Fetische -anzutreffen, sei es einfach in Form eines verzauberten Blattbüschels, -oder als Erdklumpen mit Kauris geschmückt, oder als rohe Lehmfiguren, -die Nachbildungen menschlicher Körper darstellen. Nicht selten stößt -man außerhalb der Dörfer auf Gefäße an den Wegen, welche Palmenöl, -Kauris oder<span class="pagenum" id="Seite_13">[S. 13]</span> andere Kostbarkeiten enthalten; dies sind Opfer, welche -den Fetischen dargebracht werden, nie wird ein Neger wagen, etwas davon -zu stehlen. Selbst die sogenannten „getauften und civilisierten“ Neger -besitzen doch noch immer eine derartige Scheu vor dem Fetisch, daß sie -sich wohl hüten, durch Zerstören der Fetischabzeichen oder Opfergaben -den Zorn desselben zu erregen. Sicheres über die Arten der Verehrung -des Fetisch sowie über den Charakter derselben zu erfahren, ist äußerst -schwierig, das Volk wird durch die allmächtigen und gefürchteten -Fetischpriester durch Grausamkeiten derartig eingeschüchtert, daß es -selten jemand wagt, sein Wissen dem Weißen zu verraten.</p> - -<p>Während wir in Iperu waren, wurden Unmengen von Palmenwein -hereingebracht. Die meisten Calebassen wanderten in das Haus des Toten; -denn keine Festlichkeit darf ohne Genießen von Palmenwein vor sich -gehen. Dabei betrinkt sich die ganze Gesellschaft derartig, daß es -nicht selten zu grauenhaften Ausschreitungen kommt. Der Wein wird hier -ausnahmslos von der Ölpalme gewonnen.</p> - -<p>Iperu verließen wir gegen 2 Uhr am Nachmittage. Während des Marsches -durch den dichten Wald trafen wir Tausende von Menschen, welche, -aus dem Innern kommend, nach dem Ikorodu-Markt wanderten, um -Landeserzeugnisse zu verkaufen und dafür mit europäischen Waren nach -Hause zurückzukehren. Die Karawanen, welche dicht hintereinander -folgten, bildeten einen langen Zug, der kaum zu Ende war, als wir unser -Abendquartier erreichten. Hier konnte man sehen, wie dicht bevölkert -diese Gebiete sind. Hinter Iperu hatten wir das Djibu-Land verlassen -und befanden uns nun im Yoruba-Lande. Das erste Dorf, welches wir am -Nachmittage um 4 Uhr erreichten, wurde von meinen Leuten Odi genannt. -Die Bauart der Hütten unterschied sich hier keineswegs von der im -Djibu-Lande üblichen. Hier wie dort waren die Dächer der in mehrere -Räume geteilten, langen, viereckigen Häuser mit Gras gedeckt. Einige -Häuser waren sogar weißlich angetüncht. Die Straßen, wenn man überhaupt -von solchen reden kann, schlängeln sich zwischen den Häusern dahin. -Da der Boden hier in Odi sehr thonig war, waren sie bei der hügeligen -Umgebung vom Regen ganz tief ausgewaschen. Dicht hinter Odi hatten -wir über ein hügeliges, hauptsächlich mit Busch bewachsenes Terrain -zu marschieren. Da die Sonne stark brannte, ermüdeten die Träger mit -ihren zum Teil recht schweren Lasten zusehends, so daß wir nur langsam -vorwärts kommen konnten. Kurz nach 5 Uhr erreichten wir endlich Ishara, -ein Dorf, welches ich als Nachtquartier in Aussicht genommen hatte.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_14">[S. 14]</span></p> - -<p>Ishara ist kleiner und viel unbedeutender als Ishagamo. Es ist mit -seinen für Yoruba-Verhältnisse recht weit voneinander stehenden Häusern -auf einem Hügel erbaut. Die Wege waren auch hier wieder vom Regen tief -ausgewaschen, ja an einigen Stellen so tief, daß man zwischen den -Häusern vermuten konnte, man befände sich in einem Festungsgraben. -Auf der Spitze des Ishara-Hügels befindet sich eine Außenstation der -englischen Mission in Ishagamo, welcher ein farbiger Lehrer vorsteht. -In der Nähe des Schulhauses ließ ich das Lager aufschlagen. Da der -Boden von kleinen Steinen durchsetzt war, war es keine Kleinigkeit, die -Zeltpflöcke zu befestigen. Für meine Leute erwirkte ich von dem Lehrer -die Erlaubnis, während der Nacht im Schulhause zu schlafen.</p> - -<div class="figcenter illowe45" id="ill_p0140"> - <img class="w100" src="images/ill_p0140.png" alt="" /> - <div class="caption">Fetischmasken, Schuhe, Fächer und Lanzen aus dem - Yoruba-Lande.</div> -</div> - -<p>Da sich gegen Morgen am 16. März ein ziemlich heftiger Sturm erhob, -wachte ich schon früh auf. Das Zusammenpacken der Lasten sowie -Abbrechen des Zeltes ging jetzt schon recht schnell bei den nun etwas -geübten Leuten. Noch vor 5½ Uhr ließ ich aufbrechen. Der heutige -Vormittagsmarsch brachte mir insofern eine große Genugthuung, als -wir die ersten lebenden Kickxiastämme fanden, wenngleich<span class="pagenum" id="Seite_15">[S. 15]</span> dieselben -auch angeschnitten waren. Da ich von unten Blüten entdecken konnte, -schickte ich einen meiner Leute auf den Baum hinauf. Aber o weh! Kaum -war derselbe über die erste Hälfte des Stammes hinaus emporgeklettert, -da wurde er derartig von einer großen roten Ameisenart überfallen, daß -er schleunigst zurückkehrte, natürlich war nun erst nach Angebot eines -Geschenkes ein anderer bereit, einige Zweige für mich herunterzuholen. -Ich versuchte die Bäumchen anzuzapfen, erhielt aber nur sehr wenig -Milch, immerhin aber genug, um mich zu überzeugen, daß sie einen -vorzüglichen Kautschuk lieferten. Der Boden des Waldes, in dem ich hier -die Kickxia antraf, bestand aus verwittertem Glimmerschiefer. Auf dem -Weitermarsche erreichten wir gegen 7½ Uhr ein kleines Dorf, Ascha. -Dasselbe zeichnete sich durch Schmutz und drückende Hitze aus. Da nach -Angaben der dortigen Einwohner die nächste Ortschaft sehr weit entfernt -sein sollte, ließ ich, obgleich ungern, hier Halt machen. Während meine -Leute sich ausruhten, machte ich eine kleine Exkursion, um so doch -wenigstens im Walde im Schatten zu sein, den ich um so mehr wünschte, -als sich große Mengen von Fliegen an unserem Lagerplatze einstellten. -Nachdem wir gefrühstückt hatten, nahmen wir den Marsch wieder auf. Auch -meine Träger waren froh, diesem von Fliegen und anderem Ungeziefer -wimmelnden Schmutzhaufen den Rücken kehren zu können. Der Wald wurde -nun immer interessanter und schöner. Während des Nachmittages entdeckte -ich die ersten fruchttragenden Kickxien. Teils durch Belohnung, teils -durch Drohung gelang es mir, einige meiner Leute zu bewegen, trotz -der Ameisen Früchte herunterzuholen. Sehr gern hätte ich hier für -einige Zeit ein Lager aufgeschlagen, doch war dieses unmöglich, da -kein Wasser in der Nähe vorhanden war. Gegen 6 Uhr abends erreichten -wir endlich eine Wasserstelle in der Nähe des kleinen Dorfes Omi. Fast -wäre es dabei noch zu argen Zwistigkeiten zwischen meinen Trägern und -den Omi-Leuten gekommen, da diese ihnen nicht gestatten wollten, von -ihrem Wasser zu schöpfen. Wir schlugen unser Lager unter einer riesigen -Alstonia auf, einem Baume, welcher auch häufig als kautschukliefernd -aufgeführt wird. Durch verschiedene Experimente, welche ich noch am -Abend vornahm, konnte ich mich davon überzeugen, daß die aus der Latex -des Baumes gewonnene Masse kein Kautschuk und auch nicht als solcher zu -verwenden sei.</p> - -<p>Schon während des Tages hatten sich einige Träger gemeldet, welche über -kranke Füße klagten, während andere behaupteten, ihre Lasten seien zu -schwer. Am Abend ließ ich dieselben wieder vortreten. Ich überzeugte -mich dann, daß zwei derselben wirklich<span class="pagenum" id="Seite_16">[S. 16]</span> durchgelaufene Füße hatten, -während die anderen sich nur das Leben etwas leichter hatten machen -wollen. Um sogleich ein Exempel zu statuieren, ließ ich den letzteren -die schwersten Lasten für die nächsten Tage anweisen, die Kranken -erhielten dagegen die leichtesten. Seit dieser Zeit kam es selten -vor, daß sich jemand über seine Last beschwerte, es sei denn, daß er -wirklich krank war.</p> - -<p>Am 17. März ließ ich die Leute um 5½ Uhr antreten. Da ich hoffte, -noch heute Ibadan, die bedeutendste Stadt des Yoruba-Landes, zu -erreichen, hatten wir lange Märsche zu machen. Am Vormittage sahen wir -viele Kickxiastämme, von denen jedoch der größte Teil durch übermäßiges -Anzapfen getötet war. Ich zählte nicht weniger als 238 in dieser Weise -zu Grunde gerichtete Bäume. Wenn man nun sieht, was die Eingeborenen -in diesen Gebieten noch an Wald niederbrennen, um ihre Farmen -anzulegen, so wird die Zahl der dem Verderben geweihten Kickxiastämme -noch bedeutend vergrößert. Es war auch gerade an jenem Tage, daß -mir besonders in die Augen fiel, wieviel Wald die Eingeborenen -niedergeschlagen und abgebrannt hatten, um einige Bananen und Maniok zu -pflanzen.</p> - -<p>In Fawi, einem kleinen Dorfe, welches wir gegen 10 Uhr erreichten, -ließ ich eine kurze Rast machen. Bald darauf traten wir aus dem Walde -heraus. Über hügeliges Terrain, zwischen niedrigem Gebüsch, unter -brennender Hitze marschierten wir nun auf einem recht schlechten Wege -weiter, bis wir kurz vor Odi eine schöne breite Straße erreichten, -welche nach Djib-Ode, der Hauptstadt des Djib-Landes, führen soll. -Als wir kurz darauf in Odi, einem Marktflecken südlich von Ibadan, -eintrafen, ließ ich wieder eine kurze Rast machen, da sich hier auf dem -sehr regen Markte für meine Leute Gelegenheit bot, Nahrungsmittel zu -kaufen.</p> - -<p>Man konnte hier ein äußerst interessantes, reges Leben bewundern. -Sudan-Sklaven, aus weit entfernten Gegenden, feilschten und handelten -mit den Haussa-Leuten um die Wette. Sogar die Fullah fehlten nicht, von -denen sich besonders die Frauen durch schönen Körperbau und regelmäßige -Gesichtszüge auszeichneten. Es war ein so reger Verkehr hier, wie -ich ihn bis dahin noch nie in Afrika unter den Eingeborenen gesehen -hatte. Auffallend war, daß alles einen äußerst geregelten Gang zu -gehen schien, wirklich ernsten Streit beobachtete ich nicht, trotz des -furchtbaren Lärmes, der über den Marktplatz wogte. Meine Leute hatten -sich bald mit dem nötigen Proviant versehen, so daß wir gegen 3 Uhr -nach Ibadan zu weiter marschieren konnten.</p> - -<p>Das Land, welches sich vor uns ausbreitete, bestand aus Hügeln, die mit -kurzer Gras- oder Strauchvegetation bedeckt waren. Längs der Thäler -und der Wasserläufe hatten sich kleine Galleriewälder<span class="pagenum" id="Seite_17">[S. 17]</span> gebildet, -die sich durch äußerst üppige Vegetation auszeichneten. Die Straße -nach Ibadan war in vorzüglichem Zustande. Sie wimmelte geradezu von -Menschen, welche teils von Ibadan kamen, teils dorthin gingen. Da wir -nun nicht mehr durch den Wald geschützt waren, machte sich bald eine -äußerst angenehme Brise bemerkbar. Selbst die ermüdeten Träger bekamen -neuen Mut, und frischer als zuvor ging es auf unser nächstes Ziel los. -Als wir eben über einen Hügelrücken marschierten, machte mich mein -Headman auf einen merkwürdigen Anblick aufmerksam. Direkt vor uns, -sich über mehrere Hügel erstreckend, war ein immenser grauer Fleck zu -sehen. Anfangs glaubte ich thatsächlich, es hier mit vegetationslosen -Felsenhügeln zu thun zu haben; mein Headman aber belehrte mich eines -Besseren: es war die Stadt Ibadan.</p> - -<p>Bevor wir die Thore der Stadt erreichten, hatten wir noch ein kleines -Flüßchen zu überschreiten, in welchem sich meine Leute schleunigst zum -Bade gestürzt hatten, um möglich rein in die große Stadt einzuziehen. -Ich ließ die Karawane hier sich noch einmal sammeln, um dann -geschlossen zur Stadt zu marschieren. Gegen 4½ Uhr erreichten wir -das erste Thor. Es war viereckig gebaut, ähnlich wie die Häuser der -Yoruba, aber bedeutend höher. Die Mauer, welche um die Stadt führt, ist -niedriger und stellenweise wie in allen Städten des Landes vollständig -verfallen. Einen Schutz für etwaige feindliche Angriffe würde sie -also nicht gewähren. Unter den Thoren sitzen die Zöllner, welche von -jedem kommenden Neger ein kleines Kopfgeld erhalten, sofern er nicht -zur Stadt gehört oder in Begleitung eines Weißen ist. Aus letzterem -Grunde hatte sich vor der Stadt meiner Karawane eine Anzahl von Leuten -angeschlossen, welche sich so das Kopfgeld zu ersparen hofften. Kaum -waren wir innerhalb der Stadt, als einer meiner Leute zusammenbrach. -Wohl oder übel mußte ich halten lassen und seine Last auf die übrigen -verteilen. Den Mann ließ ich zurück und befahl ihm, sobald als möglich -nach meinem Lager auf der anderen Seite der Stadt nachzukommen.</p> - -<p>Die Häuser standen, mit Ausnahme der an felsigen Orten gebauten, -dicht zusammen. Es schien mir kaum glaublich, als ich sah, eine wie -große Menschenmenge hier zusammengepfercht wohnt. Außerdem dieses -interessante rege Leben, die Webereien und Färbereien, man mochte fast -glauben zu träumen. Wir gebrauchten nicht weniger als ¾ Stunde, bis -wir das andere Thor erreichten. Über zwei große Marktplätze zogen wir, -auf denen sich ein mir ganz fremdes Bild von Verkehr und Regsamkeit -entrollte. Es wurden da die verschiedensten Gegenstände feilgeboten. -Von gedörrten Hunden und Eidechsen bis zum Zwirnfaden, alles war -zu<span class="pagenum" id="Seite_18">[S. 18]</span> finden. Selbst europäische Stoffe und andere Artikel desselben -Ursprunges waren reichlich vertreten. Lebensmittel spielten natürlich -eine große Rolle, ebenso Töpferwaren. Auch schön geschnitzte, aus -Kürbissen angefertigte Schalen waren zu einem äußerst billigen Preise -zu erstehen. Die Haussa boten schöne Lederarbeiten dar, besonders -Geldtäschchen, Sandalen, Schuhe, Fächer aus Rinderfell hergestellt, -Scheiden für Schwerter und Messer, ja sogar Sättel. Perlen wurden -von Fullah- und Yoruba-Weibern verkauft, die eben von der Küste -zurückgekehrt waren. Dazu der Lärm der handelnden Eingeborenen und -der uns begleitenden schwarzen Jugend der Stadt, es war zum Betäuben. -Die Marktplätze waren mit Abá- (Ficus-) Bäumen bepflanzt, unter -deren Schatten es stets angenehm kühl ist. Diese Ficusbäume werden -ganz allgemein in diesen Gegenden auf freien Plätzen in den Dörfern -angepflanzt. Häufig sind sie die einzigen Bäume, welche in den Dörfern -vorhanden sind. Unter ihrem Schatten versammeln sich die Männer zum -Plaudern, wenn sie nicht sonst durch Schlafen oder Arbeiten verhindert -sind. Unter ihnen werden die Ratsversammlungen abgehalten und wird vom -Häuptling Recht gesprochen.</p> - -<p>Direkt außerhalb der Stadt trafen wir in dem hier von der englischen -Regierung hingestellten Haussa-Posten ein und erreichten gleich darauf -das Wohnhaus des englischen Residenten vom Yoruba-Lande. Ich wurde -hier von den anwesenden vier Europäern sehr herzlich aufgenommen. Mein -Lager schlug ich dicht neben der Wohnung der beiden hier stationierten -englischen Offiziere auf, um mich so behaglich einzurichten, als es -eben die Umstände erlaubten. Meine erschöpften Leute konnten eine Rast -von zwei Tagen sehr wohl gebrauchen; da außerdem in den Wäldern östlich -der Stadt Kickxia vorhanden sein sollte, glaubte ich am besten von hier -Leute zum Sammeln von Früchten ausschicken zu können.</p> - -<p>Am nächsten Morgen ließ ich die Träger antreten und schickte die -Hälfte derselben fort zum Einsammeln von Kickxiafrüchten und -Milch. -Ich versprach den betreffenden Leuten eine Belohnung für jede 25 -Früchte, denn das hatte ich eingesehen, daß ich ohne Belohnung -keine Kickxiafrucht erhalten würde, schon da die Eingeborenen eine -furchtbare Angst vor den sich auf den Kickxien aufhaltenden Ameisen -haben. Daß diese Furcht nicht unbegründet war, konnte ich an der Brust -eines meiner Träger sehen, welcher in der That von diesen Tieren arg -bearbeitet war.</p> - -<p>Die Abwesenheit meiner Leute benutzte ich dazu, mich über die Wege -nach Abeokuta im Ekba-Lande und über die Kautschukverhältnisse des -Protektorates zu orientieren. Von dem vorsichtigen und offenbar -sehr national gesinnten englischen Residenten war<span class="pagenum" id="Seite_19">[S. 19]</span> nicht sehr viel -in Erfahrung zu bringen. Derselbe war zwar äußerst liebenswürdig -und zuvorkommend, schien es aber doch nicht gern zu sehen, daß ich -als Deutscher mich im Yoruba-Lande aufhalte. Der englische Doktor -und die beiden Offiziere waren zu wenig über die Verhältnisse im -Lande unterrichtet, um etwas Näheres angeben zu können, es blieben -mir also nur noch die Eingeborenen übrig. Ich schickte meine Leute -daher täglich in die Stadt, um Erkundigungen einzuziehen. Der Weg -nach Abeokuta war sehr bald in Erfahrung gebracht. Betreffs des -Kautschuks und der Kickxia hörte ich, daß letztere in den östlich -von Ise gelegenen Wäldern in bedeutend größeren und dickeren Stämmen -vorhanden sein solle; im westlichen Teile des Yoruba-Landes wie im -Djibu-Lande seien alle größeren Stämme bereits vernichtet worden, ja, -in einigen früher an Kickxien sehr reichen Gegenden seien sie ganz -verschwunden. Der englische Resident erklärte mir, daß er auf Grund -des von den Eingeborenen rücksichtslos betriebenen Raubbaus sich -bewogen gefühlt habe, eine Verordnung zu erlassen, wonach Kickxien in -seinem Bezirke vier Jahre hindurch nicht angetastet werden sollten. -Da im ganzen Yoruba-Laude höchstens zwölf Europäer waren und somit -eine Kontrolle ausgeschlossen war, so ist es natürlich, daß sich kein -Eingeborener um diese Verordnung kümmerte. Selbst an dem Hauptwege -hatten wir auf der Reise von Ishagamo bis Ibadan frisch angeschnittene -Kickxien gesehen, das Verbot wurde also offenkundig übergangen. In -den Wäldern des Yoruba-Landes sind auch einige Landolphien zu finden, -welche guten Kautschuk liefern. Die Milch derselben wird entweder mit -Kickxiamilch vermischt, oder allein nach Zusatz von Citronensaft durch -Kochen koaguliert. Im ersteren Falle geht sie im Handel natürlich mit -unter dem Namen „Silkrubber“ und wird in großen Kuchen auf den Markt -gebracht. Allein koaguliert wird sie in kleinen Bällchen geknetet als -„Lagos-Bälle“ auf dem europäischen Markt verkauft. Häufig wird von den -Eingeborenen der Silkrubber durch Zusatz von Ficusmilch gefälscht, -wobei besonders eine in den dortigen Wäldern häufige Art aus der -Verwandtschaft der Ficus salicifolia in Betracht kommt; doch soll auch -die Milch der von mir in Ishagamo gefundenen Ficusart zu demselben -Zwecke verwendet werden. Die verbreitetste Art des Koagulierens der -Kautschukmilch ist die des Kochens. Da Citronen allenthalben im Lande -zu haben sind, bedienen sich die Eingeborenen der Säure derselben, um -die Koagulation zu beschleunigen. Seltener wird auch Kautschukmilch -durch Reiben auf der Handfläche koaguliert, eine Methode, welche nur -bei Landolphia angewendet wird.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_20">[S. 20]</span></p> - -<p>Da die ausgeschickten Leute, welche Kickxiafrüchte sammeln sollten, -erst am 19. März wiederkamen, mußte ich meine beabsichtigte Weiterreise -auf den 20. März verschieben. Ich hatte doch auf diese Weise eine -nicht unbedeutende Menge von Kickxiasamen zusammengebracht, obgleich -gegen die Verordnung des englischen Residenten. Die erste Aufgabe der -Expedition war also somit erfüllt, und ich konnte meinen Rückmarsch -zur Küste antreten. Da mir wenig daran gelegen sein konnte, dieselben -Gegenden noch einmal zu durchziehen, hatte ich die etwas längere Route -über Abeokuta durch das Ekba-Land gewählt.</p> - -<p>Am Vormittage des 20. März ließ ich die Träger durchmustern und alle -nicht gesunden Leute durch neue ersetzen. In der so volkreichen Stadt -war dieses nicht so schwer, besonders da ich nach Lagos zurück wollte. -Am Nachmittag brach die Karawane auf. Der Marsch durch die Stadt -dauerte jetzt noch länger als der am 17. März. Nach Schätzungen soll -dieselbe ungefähr 300000 Einwohner haben, wäre demnach wohl die größte -Stadt des afrikanischen Kontinentes. Über Hügel und Thal marschierten -wir zwischen den eng aneinander gebauten Häuserreihen hin, gefolgt von -neugierigen Weibern und lärmenden nackten Kindern.</p> - -<p>Bevor wir noch das westliche Thor der Stadt erreicht hatten, brach -einer der Träger zusammen. Derselbe schien ebenso wie sein Bruder, den -ich am Morgen entlassen hatte, schwindsüchtig zu sein. Da ich mich -nicht dadurch aufhalten lassen wollte, entließ ich den Mann sofort und -ließ seine Last auf die übrigen verteilen, denn ohne Aufenthalt war -kein neuer Träger zu beschaffen. Der Tag war furchtbar heiß und schwül, -kein Lüftchen regte sich, so daß es mich denn auch nicht überraschte, -als ich in der Ferne schwarze Regenwolken aufsteigen sah. Meine Leute -wollten gern noch innerhalb der Stadt Rast machen, ich jedoch war -nicht damit einverstanden, da ich wußte, welche Schwierigkeiten es am -nächsten Tage machen würde, die Leute zum Aufbruch zusammenzubringen. -Trotz des Murrens mußten die Träger weiter. Etwa 1½ Stunden, -nachdem wir aus der Stadt herausgetreten waren, erhob sich ein -furchtbarer Tornado. Nun hieß es sobald als möglich Schutz zu suchen. -Im Laufschritt vorwärts. Der Wind peitschte furchtbar die Blätter der -Ölpalmen. Es war ein Sturm, wie ich ihn nicht vorher erlebt hatte. -Nach etwa ½ Stunde Laufschritt wurde es ganz finster, obgleich es -noch nicht 6 Uhr abends war. Zu unserer Freude erreichten wir das -Farmdorf Otimbale, als eben der Regen begann. Die Lasten konnten also -noch trocken untergebracht werden. In strömendem Regen wurde das Zelt -aufgestellt, welches zu meiner großen Freude selbst bei diesem Sturm -fest standhielt. Nachdem<span class="pagenum" id="Seite_21">[S. 21]</span> die übliche Rinne um das Zelt gelegt war, -gelang es auch den Boden vollständig trocken zu legen, so daß ich noch -vollständig trocken mich schlafen legen konnte. Die Träger quartierten -sich in den Häusern der Eingeborenen ein.</p> - -<p>Meinen Leuten schien der Abschied von Ibadan nicht besonders leicht -geworden zu sein, denn am nächsten Tage schien niemand rechte Lust -zum Packen und Marschieren zu haben. Erst um 6 Uhr waren wir auf dem -Wege. Zunächst hatten wir noch grasige Hügel mit Gebüsch und einigen -Borassuspalmen zu durchziehen. Um 7¼ ließ ich eine kurze Rast in -dem Farmdorfe Okovin machen. Kurz vorher hatten wir den fast trockenen -Odoona-Bach zu überschreiten.</p> - -<p>Gegen 8 Uhr langten wir in der Ortschaft Bodeibo an. Auch hier war -das System der Kopfgeld-Erhebung, wie ich es von Ibadan geschildert, -eingeführt. Bald darauf erreichten wir den Waldgürtel, der hier an der -Nordgrenze einige Zungen in die Grasländer hineinschiebt. Der Wald -war hier üppiger als ich ihn vorher im Yoruba-Lande gesehen, Kickxien -schienen jedoch wenige vorhanden zu sein. Nach Aussage der Eingeborenen -sollen sie aber früher auch hier sehr zahlreich gewesen sein. Überall -hörte man dieselbe Klage der Eingeborenen, die Fantis hätten ihnen -alle „Rubbersticks“ ausgeschlagen und getötet. Um 9 Uhr erreichten -wir einen kleinen Farmweiler, Okradjo genannt. Hier war ein Lager der -„Eisenbahn-Surveyer“ aufgeschlagen, welche die Route der von Abeokuta -nach Ibadan in Aussicht genommenen Eisenbahn ausstecken sollten. Die -Europäer waren nicht anwesend, als ich mit meiner Karawane eintraf. -Während der Frühstücksrast, welche ich den Leuten hier gab, wurden wir -derartig von kleinen Fliegen gepeinigt, daß ich es sehr bald vorzog, -eine kleine Exkursion in den Wald zu unternehmen. Hier fand ich außer -einigen Orchideen (zwei Angraecum-Arten) auch einige Apocynaceen, -deren Milchsaft ich untersuchte. Landolphien waren hier reichlicher -vorhanden, aber keine blühend, so daß ich die Arten nicht feststellen -konnte.</p> - -<p>Unter meinen Trägern brach hier ein kleiner Aufstand aus, der mich -zwang, den Rädelsführer zu strafen. Da die Leute aber bald einsahen, -daß sie doch den Kürzeren gezogen hatten, beruhigten sie sich -wieder und gaben sich sogar am Nachmittage Mühe, möglichst flott zu -marschieren.</p> - -<p>Der Nachmittagsmarsch führte uns durch dichten Wald, in dem sich hin -und wieder Spuren von Kickxia fanden. Es war ein sehr heißer Tag -ohne jeden Wind, so daß den Trägern ihre Lasten nicht gerade leicht -wurden; die kleine Aufmunterung, welche sie vorher erhalten, kam mir -daher sehr zu statten. Um 3½ Uhr stießen wir plötzlich auf das -Hauptlager der Eisenbahn-Ingenieure.<span class="pagenum" id="Seite_22">[S. 22]</span> Hier ließ ich eine kurze Rast -machen. Mr. <em class="gesperrt">Berger</em>, der Chef-Ingenieur, war so freundlich, mir -einen Träger zur Verfügung zu stellen, da ich durchaus einen Mann mehr -gebrauchte, an Stelle dessen, der in Ibadan zusammengebrochen war, und -mir einen Empfehlungsbrief für den Eisenbahn-Doktor, in dessen Lager -ich zu übernachten gedachte, mitzugeben. Bis Ilugu hatten wir einen -sehr angenehmen Marsch durch ein sehr schönes, schattiges Waldgebiet, -in dem ich viel Landolphia sah. Längs des Weges beobachtete ich hier -einige Häuflein etwa armlang geschnittener Landolphiazweige, die die -Eingeborenen geschnitten, um dann in ihren Häusern die darin noch -enthaltene Milch zu sammeln und zu Kautschuk zu verarbeiten. Dass -diese Milch nicht vorher koaguliert, ist dadurch zu erklären, daß die -beim Anschneiden heraustretende Milch sofort an der Luft koaguliert -und somit die ganze Schnittfläche luftdicht verschlossen wird. Dicht -hinter Ilugu erreichten wir das Lager des Eisenbahn-Doktors, der mich -sehr höflich aufnahm. Noch bis in die Nacht hinein saßen wir daselbst -gemütlich zusammen, uns über Lagos und die von mir zuletzt bereisten -Gegenden unterhaltend.</p> - -<p>Da ich keine Zeit zu verlieren hatte, um noch zur rechten Zeit zur -Abfahrt des Dampfers nach Kamerun in Lagos einzutreffen, hieß es nun, -den Marsch möglichst zu beschleunigen. Ich brach daher am 22. März -schon vor 5½ Uhr auf. Auf einem ziemlich schlechten Waldwege, -auf dem die Träger häufig über Wurzeln stolperten, ließ ich nun -in schnellem Tempo marschieren. Der Headman, welcher nach meiner -Marschordnung stets hinter dem letzten Träger ging, feuerte die -Leute immer wieder an. So kam es, daß wir schon um 8 Uhr in Abuleode -eintrafen. Der Aufenthalt hier wurde uns wieder durch die Scharen der -kleinen Fliegen, welche in die Augen, Ohren und Nase hineinflogen und -sich an jedem nicht bedeckten Körperteile festsetzten, um den Schweiß -aufzusaugen, vollständig verleidet. Da sonst nichts Interessantes hier -zu finden war, beschäftigte ich mich mit Fangen von Schmetterlingen. -Zu diesem Zwecke ließ ich durch meine Leute an einer sonnigen Stelle -im Wege wiederholt Wasser ausgießen, bis der Boden dort vollständig -durchnäßt war. Es dauerte gar nicht lange, bis sich die ersten -Papilio dort niedersetzten, um die Feuchtigkeit aufzusaugen. Nach -kurzer Zeit wurde die betreffende Stelle von Dutzenden umschwärmt. -Die saugenden Tiere konnte ich dann einfach mit der Hand aufnehmen -und durch Zerdrücken des Brustkastens töten. Etwa lädierte Exemplare -legte ich mit ausgebreiteten Flügeln wieder zurück, damit sie durch -die leuchtende blaue Färbung der Flügel nun immer wieder neue Tiere -anzogen. Es gelang mir so, in einer Stunde nicht<span class="pagenum" id="Seite_23">[S. 23]</span> weniger als 63 guter -Exemplare habhaft zu werden, ohne einmal den Käscher zu gebrauchen. -Große Feinde aller Insektensammlungen in den Tropen sind die Ameisen, -welche sofort über dieselben herfallen, sollte man es einmal wagen, -frisch gefangene Sachen über Nacht frei stehen zu lassen, ohne sie -durch Naphthalin oder Kampfer zu schützen.</p> - -<p>Um 2½ Uhr ließ ich wieder aufbrechen. Teils über offenes Terrain, -teils durch dichte Wälder führte uns nun unser Weg. Die Hitze war -kaum mehr zu ertragen, dazu kamen die uns stets umschwärmenden -Fliegen. Gegen 4½ Uhr erreichten wir ein Dorf, für welches mir die -Eingeborenen den Namen Adawó angaben. Als ich weiterziehen wollte, -kamen die Leute und behaupteten, es sei vor uns auf einer sehr langen -Strecke kein Dorf mehr vorhanden. Da ich in der Nacht Regen befürchtete -und daher meine Leute gern in Hütten schlafen lassen wollte, blieb -mir nichts anderes übrig, als hier über Nacht zu bleiben. Ich ließ -mein Lager unter großen Ficusbäumen aufschlagen. Da es noch sehr -früh war und die Leute sonst nichts zu thun hatten, schickte ich -die ganze Gesellschaft aus und ließ Milch der Ficusart sammeln, um -damit zu experimentieren. Diese Milch verhielt sich nun insofern sehr -merkwürdig, als sie weder durch Kochen noch durch Säurezusatz zur -Koagulation zu bringen war. Ich ließ einen Topf unter beständigem Feuer -etwa eine halbe Stunde scharf kochen, und selbst dadurch erzielte ich -keine Koagulation. Eine andere Ficusart, welche große lederige Blätter -besitzt, ergab auch nur ein klebriges Produkt, das kaum verwendbar -sein würde, höchstens zur Erzielung von Wasserdichtigkeit bei Stoffen. -Die Kosten des Einsammelns würden jedoch wohl kaum durch den Wert -des erhaltenen Produktes gedeckt werden, wenn sich nicht etwa neue -Verwendbarkeiten für dasselbe finden ließen. Es sind mir zwar schon -hohe Preise genannt worden, welche für ein derartiges Produkt bezahlt -worden sein sollen, doch bin ich der festen Überzeugung, daß diese -nicht als Marktpreise gelten können. Es würde nämlich viel billiger -sein, guten Kautschuk zu kaufen und denselben mit der gewünschten -Quantität Harz zu vermischen. Die Nacht in Adawó war sehr unangenehm, -erstens fing es an zu regnen, zweitens aber gab es Moskitos in Mengen. -Ich erwähne dieses besonders, da es im Yoruba-Lande auffallend ist, daß -die Moskitos in der Periode des beginnenden Regens so äußerst selten -sind. Es ist daher das Reisen in diesen Gegenden bedeutend angenehmer -als z. B. im Congostaate, in dem einem nur allzu häufig die Nächte -durch diese höchst unangenehme Zugabe verleidet werden.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_24">[S. 24]</span></p> - -<p>Am 23. März waren wir bereits um 4½ Uhr auf dem Wege. Es war -herrlich, bei dem eben hereinbrechenden Morgenlichte durch den Urwald -zu marschieren. Gegen 6 Uhr trafen wir mit zwei Haussa-Soldaten -und vier Trägern zusammen, welche aus dem nördlich gelegenen Shaka -kamen und mich um Erlaubnis baten, sich meiner Karawane anschließen -zu dürfen. Ich sollte es nicht bereuen, daß wir bereits so früh -aufgebrochen waren, denn bald traten wir gänzlich aus dem Urwald heraus -und hatten nun auf teilweise sehr sandigem Boden über ein heißes -Steppengebiet zu ziehen. Die Leute lechzten nach Wasser, das nicht -zu bekommen war. Gegen 9 Uhr langten wir in Ayetoro an, einem Dorfe, -das einige hundert Häuser zählen dürfte. Ich selbst war furchtbar -durstig geworden auf dem Marsche durch die staubige Steppe, sehr -gelegen kam mir daher ein Trunk Palmenwein, den mir der Häuptling des -Dorfes als Geschenk schickte. Ich gab den Trägern hier Zeit zum Essen -und Trinken und machte unterdessen einen Spaziergang durch das Dorf. -Merkwürdige Fetische waren hier zu beobachten, zum Teil nur aus einem -Pflanzenbüschel bestehend, der an einem langen Stab befestigt war. -Einem derselben schien eine ganz besondere Macht beigemessen zu werden, -denn der Platz um den Stab herum war sehr schön gesäubert, im Kreise -herum standen Schalen mit Palmenöl und -Kernen, Kauris, Eßwaren aller -Art und vielem anderen. Ich sah hier übrigens viele Haussa-Leute, -welche nach Abeokuta gehen wollten. Einer derselben war der Abgesandte -eines Haussa-Häuptlings im Innern, er trug ein wundervolles Schwert in -einer prachtvoll gearbeiteten Lederscheide an einem dicken, runden, -kirschroten, aus Seide hergestellten Gurte, welcher um die eine -Schulter hing. Dieses Schwert war, wie er mir erklärte, ihm von seinem -Herrn als Zeichen seiner Vollmacht mitgegeben worden.</p> - -<p>Abeokuta selbst sollte nach Angaben der Eingeborenen noch „sehr weit“ -sein. Ich ließ daher um 1 Uhr wieder aufbrechen. Weiter ging es über -Steppengebiet; bei der immensen Hitze nicht gerade ein sehr angenehmer -Spaziergang, dazu kam noch, daß die Eingeborenen jetzt bei Beginn der -Regen einen Teil der Steppe abgebrannt hatten, um für ihr Vieh frisches -Gras zu erhalten. Ja, wir hatten selbst einmal zehn Minuten lang am -Rande einer brennenden Fläche, die sich am Wege dahinzog, entlang zu -gehen. Die ganze Karawane setzte sich sehr bald in Laufschritt, um der -furchtbaren Hitze möglichst bald zu entgehen.</p> - -<p>Die Eingeborenen, welche außerhalb der Waldzone wohnen, betreiben etwas -Viehzucht, weiter nach Norden zu soll sogar viel Vieh vorhanden sein. -Die Tsetsefliege scheint hier also nicht so weit ins Innere zu gehen -wie dieses leider in unserer Togo-Kolonie<span class="pagenum" id="Seite_25">[S. 25]</span> der Fall zu sein scheint. -Ackerbau wird in beschränktem Maße getrieben. Hauptsächlich wird dann -Manihok angepflanzt, stellenweise auch Bataten. Yams sah ich selten, -ebenso Baumwolle.</p> - -<p>Gegen 3½ Uhr sahen wir in der Ferne die riesigen Felsen, auf welchen -Abeokuta zum Teil erbaut ist. Je mehr wir uns der Stadt näherten, desto -reicher war das Land kultiviert und desto besser wurden die Wege. -Plötzlich waren wir am Thore angelangt. Dasselbe war ähnlich wie die -Thore von Ibadan erbaut; auch hier saß die Thorwache und nahm Kopfgeld -von den passierenden Fremden. Als meine Träger kamen und nicht zahlten, -schienen die Leute sie anhalten zu wollen, als sie aber den Weißen -dahinter sahen, standen sie davon ab. Ein Kopfgeld schienen sie jedoch -auch zu erwarten. Ich ließ daher durch meinen Headman sagen, daß ich -nichts bezahlen werde, da ich auch in den anderen Städten nicht bezahlt -habe. Daraufhin schienen sie sich zu beruhigen.</p> - -<p>Anfangs führte unser Weg noch zwischen Feldern hin, dann zeigten sich -die ersten Häuser, die zerstreut auf und zwischen mächtigen Felsen -standen, bis wir schließlich das Panorama dieser riesigen Felsenstadt -ganz vor uns hatten.</p> - -<p>Abeokuta ist eine der merkwürdigsten Städte, welche ich je gesehen. -Ein großer Teil der Häuser steht derartig zwischen und auf den Felsen, -daß man sich unwillkürlich die Frage vorlegt: „Warum baut nur der so -träge Eingeborene sein Haus hierher, wo er es doch nur nach mühevollem -Klettern erreichen kann?“ Das Wasser und das Holz müssen von unten -weither geholt werden, so daß die Frauen und Mädchen die beschwerlichen -Kletterpartien mindestens jeden Tag einmal zu machen haben. Unser -Weg führte oft über mächtige, schräge Felsen hin, die dann plötzlich -jäh in die Tiefe abfielen. Ein Ausgleiten hätte genügt, um den Tod -des dann Abstürzenden herbeizuführen. Für die Eingeborenen mit ihren -nackten Füßen sind diese Wege natürlich weniger gefahrvoll als für -den beschuhten Europäer. Die Stadt soll auch gegen 200000 Einwohner -besitzen. Wie mir meine Träger mitteilten, sollen die Einwohner jetzt -jedoch häufig auswandern, da der Weiße mit seiner Eisenbahn, die jetzt -bereits über Abeokuta hinausgeführt ist, ihnen nun zu nahe ist.</p> - -<p>Nach dreiviertelstündigem Marsche erreichten wir das westliche -Stadtthor, das in der Nähe des Ogun-Flusses liegt. Da ich noch an -demselben Tage den Endpunkt der damals im Bau begriffenen Eisenbahn -erreichen wollte, um mir die Erlaubnis zu erwirken, mit meiner Karawane -bis Ebute-Meta die Güterzüge benutzen zu dürfen, überschritten wir -trotz der eintretenden Dämmerung den Ogun und marschierten dann auf -das Lager des hier befindlichen Chef-Ingenieurs<span class="pagenum" id="Seite_26">[S. 26]</span> zu. Dasselbe war -damals acht englische Meilen südlich von Abeokuta gelegen. Unterwegs -brach mein Headman zusammen, ebenso waren die Träger so ermüdet, daß -die meisten für heute marschunfähig waren. Ich gab daher dem Headman -Befehl, sich einige Zeit auszuruhen und dann mir zu folgen. Ich -marschierte allein im Mondscheine weiter. Um 11 Uhr langte ich im Lager -des Chef-Ingenieurs, Mr. <em class="gesperrt">Horse</em>, an. Hier war glücklicherweise -noch niemand schlafen gegangen. Ich wurde sehr freundlich empfangen und -erhielt sofort die Erlaubnis zur Benutzung der Bahn. Um 3 Uhr nachts -langte schließlich auch meine Karawane an.</p> - -<p>Um 4½ Uhr am Morgen des folgenden Tages ließ ich alles zum Aufbruch -nach dem Terminus der Eisenbahnlinie rüsten. Längs des frisch -aufgeworfenen Eisenbahndammes hatten wir 4½ Meilen zu marschieren. -Endlich dort angekommen, sahen wir weder von einem Zuge noch von einer -Lokomotive ein Anzeichen. Die arbeitenden Eingeborenen konnten mir -auch keine Auskunft geben. Da kein Europäer in der Nähe war, machte -ich mich daran, die Häuser derselben aufzusuchen, fand aber alle leer, -erst um 9 Uhr traf ich einen Europäer, mit dem ich nun nach seiner -Behausung fuhr. Meinen Leuten gab ich den Befehl, dorthin nachzukommen. -Um 10½ Uhr endlich kam ein Zug. Mit diesem konnten wir um 11½ -Uhr eine kurze Strecke weiterfahren, mußten dann aber aussteigen, da -der Zug erst am nächsten Tage nach Ebute-Meta fahren sollte. Gegen 1 -Uhr traf ganz unerwartet zu unserem Glück eine Lokomotive ein, welche -noch am selbigen Tage nach Ebute-Meta zurück sollte. Da nur ein Wagen -zur Beförderung meiner Karawane angehängt worden war, hatte ich die -Genugthuung, daß wir sehr schnell fuhren. Es war allerdings fast -unerträglich heiß, denn zu der Sonnenhitze gesellte sich noch die der -Lokomotive, und was das Schlimmste für uns war, es flogen uns beständig -die Funken, welche mit dem Rauch ausgestoßen wurden, ins Gesicht und -auf die Kleider. Für die zum Teil recht dürftig bekleideten Träger -war dieses natürlich doppelt unangenehm. Gegen 7 Uhr langten wir am -Abend in Ebute-Meta an. Sogleich schickte ich Leute aus, welche einige -große Canoes besorgen sollten, damit wir sofort über die Lagos-Lagune -nach der Stadt hinüber könnten. Nach langem Handeln ließen sich -endlich einige Eingeborene bewegen, uns in Canoes nach Ebute-Ero -überzusetzen. Es war eine prachtvolle Fahrt in hellem Mondschein über -die Lagos-Lagune. Meine Leute sangen lustige Lieder, als sie Ebute-Ero -wieder vor sich sahen, und erzählten den Canoeleuten alle möglichen -Geschichten, welche während der Expedition passiert sein sollten.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_27">[S. 27]</span></p> - -<p>In Ebute-Ero begrüßte ich zunächst die Herren in der <em class="gesperrt">Gayser</em>schen -Zweigfaktorei: dann ging es nach Lagos hinüber. Ich hatte hier eine -Hängematte erhalten und ließ mich nun nach der Hauptfaktorei in Lagos -tragen. Um 9 Uhr traf ich dort ein. Herr <em class="gesperrt">Fritsch</em> nahm mich -wieder freundlichst auf.</p> - -<p>Am folgenden Tage löhnte ich die Träger ab und begann nun mit den -Vorbereitungen zur Weiterreise nach Kamerun. Vor allen Dingen hatte ich -die Kickxiasamen richtig auszutrocknen und die gesammelten Pflanzen -einzupacken, ebenso waren die Trägerlasten wieder derartig in Kisten -zu verpacken, daß sie auf dem Dampfer nach Kamerun weitertransportiert -werden konnten. Es war ursprünglich meine Absicht gewesen, einige -Lagos-Leute, welche bereits als Gummisammler in den Wäldern des -Yoruba-Landes Kickxia ausgebeutet hatten, für die spätere Congo- -und Sanga-Reise zu engagieren. Das, was ich während meiner Reise -im Hinterlande von Lagos gesehen, hatte mich aber immer mehr von -diesem Plane abgebracht, denn hätte ich solche Lagos-Leute in die -Sanga-Ngoko-Region hineingebracht, so würde ich damit auch dort den -Raubbau eingeführt haben, wie er hier im Yoruba-Lande verbreitet ist, -und die Kickxiabestände, welche ich späterhin dort feststellen konnte, -würden in Kürze demselben Schicksal verfallen sein, wie die im Djibu- -und Yoruba-Lande einst so reichlich vorhandenen.</p> - -<p>Während der wenigen Tage, welche ich noch in Lagos verbringen mußte, -bis der Dampfer eintraf, hatten wir wiederholt starke Gewitterregen. -Bei einem derselben wurden leider meine ganzen Pflanzensammlungen -gehörig durchnäßt, so daß ich große Mühe hatte, dieselben wieder zu -trocknen. Diese Regen erscheinen hier an der westafrikanischen Küste -häufig so plötzlich, daß man nicht immer die nötigen Vorsichtsmaßregeln -dagegen treffen kann.</p> - -<p>Ein für mich in Lagos äußerst interessanter Tag war der Markttag. Ich -ging zusammen mit dem bereits oben genannten Dr. <em class="gesperrt">Randle</em> an einem -solchen Tage einmal dorthin, wo die Frauen die im Lande angewendeten -Medizinen verkauften. Dieselben bestanden vorzugsweise aus Pflanzen. -Da meines Wissens eine Liste solcher Pflanzen aus dieser Region nie -veröffentlicht worden ist, dürfte eine solche, wie ich sie hier -zusammengestellt habe, von einigem Interesse sein. Dr. <em class="gesperrt">Randle</em> -war so freundlich, die Namen der Eingeborenen für die betreffenden -Arten hinzuzufügen.</p> - -<table class="botanisch_vs_yoruba"> - <tr> - <td class="s5"> - <div class="center">Botanischer Name</div> - </td> - <td class="s5"> - <div class="center">Yoruba-Name</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Sanseviera guineensis</div> - </td> - <td> - <div class="left">Pason-Koko</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Xanthosoma esculentum</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ogiri-sako</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Dicliptera spec.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Kusu-mope</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Cleome spec.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ay-tare</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left"><span class="pagenum" id="Seite_28">[S. 28]</span> - Cassia occidentalis</div> - </td> - <td> - <div class="left">Rere</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Paullinia alata</div> - </td> - <td> - <div class="left">Kakasenla</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Alternanthera sessilis</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ebede</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Trema spec.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Afere</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Waltheria indica</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ewe Epo</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Striga spec.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Osa</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Boerhaavia spec.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Etipasa Evinla</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Biophytum sensitivum</div> - </td> - <td> - <div class="left">Patomo</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Aerua lanata</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ewe Owo</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Ocimum spec.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Efiri</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Portulacca oleracea</div> - </td> - <td> - <div class="left">Papa sohum</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Hoslundia africana</div> - </td> - <td> - <div class="left">Efiri Fufun</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Crotalaria spec.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ewe Orubu Epa</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Abrus praecatorius</div> - </td> - <td> - <div class="left">Misin Misin</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Momordica Balsamina</div> - </td> - <td> - <div class="left">Ejrin.</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p>Der Dampfer „Aline Woermann“, mit dem ich nun nach Kamerun weiterfahren -wollte, traf unerwarteterweise äußerst pünktlich am 1. April vor Lagos -ein. Ich hatte kaum noch Zeit genug, meine Sachen vollständig fertig zu -machen. Zu meinem Glücke waren die Barrenverhältnisse zu ungünstig, um -den Barrendampfern noch an demselben Tage die Durchfahrt zu gestatten. -Dadurch gewann ich noch genügend Zeit. Am nächsten Tage, dem 1. -Osterfeiertage, fuhr ich nun in Begleitung der Herren <em class="gesperrt">Fritsch</em> -und <em class="gesperrt">Schurmann</em> auf dem Barrendampfer „Teck“ hinaus und stieg -dann auf die „Aline Woermann“ über. Bis zum Abend blieben wir noch vor -Lagos, da die aus Europa kommende Ladung nun erst auf die Barrendampfer -übertragen werden mußte. Endlich um 7 Uhr ertönte das Signal zur -Abfahrt.</p> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_29">[S. 29]</span></p> - -<h2 class="nobreak" id="II_Kapitel"><span class="s5a">II. Kapitel.</span><br /> - -Aufenthalt in Kamerun, Reise nach und auf dem Congo.</h2> - -</div> - -<p>Während der kurzen Fahrt von Lagos nach der Kamerun-Küste hatten wir -vorzügliches Wetter. Die See war spiegelglatt, kein Lüftchen regte -sich. Am Morgen des 4. April tauchte plötzlich der Kamerunberg vor -unseren Augen auf, als sich die Nebel, welche umherhingen, etwas -lüfteten. Seine Spitze war leider nicht zu sehen. Doch dessenungeachtet -war ein jeder der Passagiere entzückt von dem Anblick, welcher sich uns -bot, als wir uns der Küste bei Bibundi näherten. Die tropische Fülle -und Üppigkeit der Vegetation überstieg alle Erwartungen. Der dichte -Urwald, welcher das Land bedeckte, soweit wir im stande waren, es zu -sehen, machte mit seinen riesigen Bäumen, die von Epiphyten aller Art -bedeckt waren, einen gewaltigen Eindruck auf einen jeden der Beschauer.</p> - -<p>Gegen 7 Uhr am Morgen warfen wir Anker vor Bibundi. Natürlich konnte -niemand der Passagiere seinen Wunsch bezwingen, dieses tropische -Paradies zu sehen. Alle gingen mit der nächsten Gelegenheit an Land. -Mit verschiedenen anderen Herren ging ich nun nach der Kakaoplantage -der Bibundi-Gesellschaft. Herr <em class="gesperrt">Rackow</em>, der damalige Leiter, -empfing uns bereits am Strande. Da es in meiner Absicht lag, mit Herrn -<em class="gesperrt">Rackow</em> betreffs Kickxiakulturen zu sprechen, so benutzte ich -diese dazu günstige Gelegenheit, fand allerdings bis jetzt nicht viel -Gehör für Einführung einer neuen Kultur, um so weniger, als wir auch -auf dem Schiffe einen Pflanzer aus Sumatra mitgebracht hatten, der -hier in Bibundi eine Tabakplantage anlegen sollte. So konnte ich denn -diesen meinen ersten Besuch in Bibundi nur zur allgemeinen Orientierung -verwenden. Ich besprach daher mit Herrn <em class="gesperrt">Rackow</em> meinen Plan, daß -ich in einiger Zeit von Victoria nach Bibundi zurückkehren wollte, -um dann einige Tage dort zu verweilen. Auch Herrn Oberleutnant <em class="gesperrt">v. -Carnap</em> traf ich hier in Bibundi. Derselbe war mit einer größeren -Truppe von Arbeitern, welche er im Rio-del-Rey-Gebiete<span class="pagenum" id="Seite_30">[S. 30]</span> angeworben -hatte, vor kurzem dort eingetroffen, und wollte nun die Gelegenheit -wahrnehmen, um mit unserem Dampfer die Leute nach Kriegsschiffhafen zu -bringen. Da das Anbordbringen der Leute ziemlich langsam vor sich gehen -konnte, denn wir hatten in beträchtlicher Entfernung von der Küste -Anker geworfen, so konnten wir erst um 5 Uhr wieder in See gehen. Längs -der wundervollen Küste fuhren wir nun an der Ambas-Bai mit Victoria -und den beiden Inseln Mundule und Ambas vorbei, um die Affen-Halbinsel -herum in die prachtvolle Bucht von Kriegsschiffhafen hinein. Noch -in der Dunkelheit wurden die neuangeworbenen Arbeiter, 214 an der -Zahl, gelandet. Mit Tagesanbruch am 5. April wurden die Anker wieder -gelichtet. Um 5½ Uhr waren wir vor Victoria.</p> - -<p>Es war ein prachtvoller Morgen; der im Hintergrunde aufsteigende -Kamerunberg war bis zur Spitze des Engelberges mit Nebel bedeckt. -Darunter die dunklen, dicht bewaldeten Hügel, im Gegensatz zu den -weißgetünchten Häusern von Victoria: ein Bild, wie man es an der ganzen -westafrikanischen Küste nicht wieder sehen kann.</p> - -<p>Zusammen mit Herrn Oberleutnant <em class="gesperrt">v. Carnap</em> fuhr ich an Land. -Da ich die Absicht hatte, mich einige Zeit in dem Victoria-Bezirke -aufzuhalten, quartierte ich mich in dem Hotel der Ambas-Bay Trading -Comp. ein. Dank des Entgegenkommens, welches ich von Seiten des -damaligen Bezirksamtmannes, Herrn Assessor <em class="gesperrt">Horn</em>, fand, und -vor allen Dingen des regen Interesses, welches Herr Oberleutnant -<em class="gesperrt">v. Carnap</em> meinen Unternehmungen entgegenbrachte, waren die -Gepäckstücke und sonstigen Expeditionsgüter bald in einem Schuppen der -Ambas-Bay Trading Comp. untergebracht.</p> - -<p>Nach dem Essen machte ich mich sogleich auf den Weg zum botanischen -Garten und besprach dort mit dem anwesenden Gärtner die Möglichkeit, -meine Kickxiasamen zum Teil dort aussäen zu lassen. Es wurden sogleich -auch Beete hergerichtet, so daß schon am 7. April die Samen ausgesät -werden konnten. Auch die Ficusstecklinge, welche ich aus Lagos -mitgebracht hatte, konnten zu derselben Zeit in den Boden eingesteckt -werden.</p> - -<p>Während der nächsten Tage machte ich mit Herrn Oberleutnant <em class="gesperrt">v. -Carnap</em> zusammen verschiedene kleine Exkursionen und Ausflüge, um -mich über die Verhältnisse und die Vegetation etwas zu orientieren.</p> - -<p>Am 9. April fuhr ich zusammen mit den Herren Assessor <em class="gesperrt">Horn</em> -und Oberleutnant <em class="gesperrt">v. Carnap</em> nach Kriegsschiffhafen zu Herrn -<em class="gesperrt">Frederici</em>, mit dem ich auch die Möglichkeit einer Kickxiaanlage -daselbst besprechen wollte. Die Fahrt dorthin unternahmen wir in -einem Regierungsboote. Gegen 10½ Uhr langten wir bei Herrn<span class="pagenum" id="Seite_31">[S. 31]</span> -<em class="gesperrt">Frederici</em> an, der uns äußerst liebenswürdig aufnahm. Schon -auf dem Wege von dem Landungsplatze bis zum Wohnhause des Herrn -<em class="gesperrt">Frederici</em> konnte man sehen, daß hier eine peinliche Ordnung -allenthalben herrschte. Die Gebäude waren solide und praktisch -aufgeführt, kurzum man sah, daß Herr <em class="gesperrt">Frederici</em> nicht umsonst als -Muster eines Plantagenleiters in Kamerun gilt.</p> - -<p>Als ich im Laufe der Unterhaltung Herrn <em class="gesperrt">Frederici</em> fragte, wie -er sich zur Frage des Anbaues von Kautschukbäumen stelle, äußerte -er sich, entschieden dagegen zu sein. Als ich ihm nun die Vorteile -einer solchen Anlage im Falle des Gedeihens der Kickxia vor Augen -führte, gelang es mir zu meiner nicht geringen Freude, ihn vollständig -umzustimmen, so daß er sich sofort bereit erklärte, eine solche -Pflanzung anzulegen. Da ich schon allenthalben von der Tüchtigkeit -dieses äußerst praktischen Mannes gehört hatte, lag mir viel daran, vor -allen Dingen ihn für meine Sache zu gewinnen; es war natürlich nun eine -große Genugthuung für mich, daß es mir gelang. Am Nachmittage machten -wir einen längeren Spaziergang, um die Plantage zu besichtigen. Bei -dieser Gelegenheit stellten wir auch gleich einen Platz fest, welcher -zur Anlage der Saatbeete für die Kickxia reserviert werden sollte, -ebenso die Lokalitäten, auf denen dann später die Kickxia in der von -mir vorgeschlagenen Weise ausgepflanzt werden sollten. Zur Anlage -dieser Kickxiaanpflanzungen wählten wir die Hügel, welche sonst für -Kakaokulturen weniger geeignet sind.</p> - -<p>Es war eine Freude, zu sehen, wie alle Bestände in wundervoller -Ordnung gehalten wurden, besonders die von Herrn <em class="gesperrt">Frederici</em> -in neuerer Zeit angelegten. Beständig waren neue Pflanzen an Stelle -etwaiger kranker oder abgestorbener Bäume eingesetzt worden, so daß -nur wenige Lücken in den Beständen vorhanden waren. Da, wo von Herrn -<em class="gesperrt">Fredericis</em> Vorgänger die einzelnen Stämme zu dicht gepflanzt -waren, wurde allmählich mehr Luft geschafft. Schöne breite Wege, die -in vorzüglichem Zustande waren, durchschnitten die Plantage nach allen -Seiten. Die Wasserläufe waren durch schöne massive Brücken passierbar -gemacht. Besonders gut gefiel mir das von Herrn <em class="gesperrt">Frederici</em> -erst unlängst angelegte Vorwerk „Wasserfall“. Hier hatte Herr F. -die Erfahrungen, welche er im Laufe der Jahre gesammelt hatte, alle -verwerten können. Hier sah man die regelmäßigsten Bestände. Dieselben -bestanden zwar meist nur aus jüngeren Pflanzen, versprachen aber, sich -prachtvoll zu entwickeln. Die Anlagen zum Gären und Dörren des Kakaos -waren entschieden die praktischsten, welche ich gesehen. Die letzteren -waren ganz ähnlich den Dörrhäusern, welche Dr. <em class="gesperrt">Preuß</em> in seinen -Berichten an das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee aus Südamerika -abgebildet und beschrieben hat.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_32">[S. 32]</span></p> - -<p>Am Abend kehrte Herr Assessor <em class="gesperrt">Horn</em> nach Victoria allein zurück, -Herr Oberleutnant <em class="gesperrt">v. Carnap</em> und ich blieben über Nacht bei -Herrn <em class="gesperrt">Frederici</em>, um am nächsten Morgen erst auf dem Landwege -nach Victoria zurückzugehen. Unser Weg von Kriegsschiffhafen nach -Victoria führte durch das Vorwerk Wasserfall über eine Hügelkette. -Sobald wir die Grenze der Kriegsschiffhafen-Plantage überschritten -hatten, wurde er schmaler und war mehr vernachlässigt, stellenweise -war er vollständig mit Unkraut bewachsen. Der prachtvolle Urwald zu -beiden Seiten wurde hin und wieder von Anpflanzungen der <a href="#ill_p2605">Victoria-Neger</a> -unterbrochen. Die Kakaobestände derselben waren häufig zu dicht -bewachsen, sonst wurden hauptsächlich Bananen und Planten, letztere -eine nicht süße, große Bananenart, gepflanzt. Stellenweise sah man -etwas Maniok (Kassada) und Xantosoma esculentum (Koko).</p> - -<p>Am Morgen des 11. April brach ich mit zwei Trägern (Majumba-Leuten) -und einem Jungen nach Buea auf, um mich dem Herrn Gouverneur -<em class="gesperrt">v. Puttkamer</em> vorzustellen. Der schöne, weit gehaltene Weg -führte über den Limbe-Bach hinüber durch einige Vorwerke der -<a href="#ill_p2805">„Victoria“-Plantagengesellschaft</a>. Die Kakaobestände daselbst standen -zum großen Teile nicht schlecht, doch war der Boden stellenweise -so steinig, daß man sich unwillkürlich fragen mußte, ob denn die -Bäumchen hier für längere Zeit sich würden halten können. Hinter dem -Limbe-Vorwerk stieg der Weg allmählich nach Bomana zu an. Er war an den -steileren Stellen besonders dicht mit Basalt- und Lavageröll bedeckt. -Da die Sonne unterdessen schon etwas höher gestiegen war, konnten die -Träger mit den schweren Koffern nicht mehr so schnell vorwärts. Ich -ging daher mit dem Jungen voraus. Oberhalb Bomana traten in dem Urwalde -stellenweise schon offenere Partien auf, welche mit Elefantengras -bewachsen waren. Dieses letztere ist eine riesige Pennisetumart, welche -nicht selten eine Höhe von 3 m erreicht. Gegen 11½ Uhr erreichte -ich den Rand des oberen Plateaus, auf dem Buea gelegen ist. Dasselbe -liegt 800 bis 900 m über dem Meeresspiegel. Dichter Urwald war hier -nicht mehr vorhanden. Ehe ich die Station Buea, den Sitz des Herrn -Gouverneurs <em class="gesperrt">v. Puttkamer</em>, erreichte, hatte ich noch durch einen -Teil der „Günther-Soppo-Pflanzung“ zu marschieren. Die Kaffeebäumchen -daselbst sahen meist nicht sehr vielversprechend aus, viele waren -eingegangen, andere schienen zu kränkeln. Offenbar behagte ihnen die -kalte, nebelige Luft dieses Plateaus nicht mehr. Kakao gedeiht so hoch -oben am Kamerunberge auch nicht mehr. Gegen 12½ Uhr traf ich auf der -Station Buea ein. Ich meldete mich hier bei dem Stationschef, Herrn -<em class="gesperrt">Leuschner</em>, welcher mit seiner Gemahlin mich sehr liebenswürdig -aufnahm und mir in dem Logierhaus, welches für<span class="pagenum" id="Seite_33">[S. 33]</span> Durchreisende und -neue Ankömmlinge sowie für Rekonvaleszenten, welche etwa aus der -mörderischen Küstenzone heraufkommen sollten, gebaut ist, ein Zimmer -anwiesen. Die Station liegt direkt am Fuße des Gipfelkegels des -Kamerun-Gebirges. Zur Zeit meiner damaligen Ankunft bestand sie aus -etwa 15 Häusern. Das Klima ist hier für Europäer gesund, besonders da -Fieber hier nicht mehr vorzukommen scheint, doch werden infolge der -häufigen Nebel die Europäer leicht von Rheumatismus befallen. Da die -Eingeborenen der Umgebung jetzt vollständig beruhigt sind, wird hier -nur eine kleine Polizeisoldatentruppe gehalten, welche hauptsächlich -Ordonnanzdienste zu verrichten hat.</p> - -<p>Am Nachmittage empfing mich der Gouverneur Herr <em class="gesperrt">v. Puttkamer</em>. -Er brachte meiner Expedition, wie überhaupt allen Dingen, welche -die Entwickelung des Schutzgebietes fördern könnten, ein sehr reges -Interesse entgegen und versprach, meine Pläne in jeder Weise zu -unterstützen. Daß dies nicht leere Versprechungen waren, hatte ich -in Zukunft genug Gelegenheit, wahrzunehmen. Ich kann daher dem Herrn -Gouverneur <em class="gesperrt">v. Puttkamer</em> nicht genug Dank wissen für die Art, in -welcher er die Interessen meiner Expedition gefördert hat.</p> - -<p>Bei seiner letzten Rückkehr aus Europa hatte Herr Gouverneur <em class="gesperrt">v. -Puttkamer</em> eine Anzahl Algäuer Kühe nach Kamerun hinüberführen und -nach Buea auf die Station bringen lassen. Dieselben haben sich hier -sehr gut entwickelt und geben reichlich Milch. Leider aber scheint -das Futter des Kamerun-Gebirges nicht genügend kräftig zu sein, so -daß ein nicht geringer Teil desselben für die Tiere noch immer aus -Europa importiert werden muß. Man hatte auch bereits Versuche gemacht, -Kreuzungen zwischen dem Algäuer Vieh und eingeborenen Kamerun-Kühen -zu erziehen, so daß es nicht ausgeschlossen ist, daß dadurch die -einheimischen Rinder bedeutend verbessert werden.</p> - -<p>In Buea hielt ich mich bis zum 13. April auf. Ich verbrachte die Zeit -daselbst, so gut es ging, mit Sammeln von Pflanzen, Exkursionen, -und vor allen Dingen Besuchen nach der Günther-Soppo-Plantage. Herr -<em class="gesperrt">Günther</em> hatte nämlich eine kleine Landolphiapflanzung angelegt, -welche wohl die erste in unserem Schutzgebiete sein dürfte. Die -Pflänzchen schienen sich an den Bäumchen, an deren Fuße sie angepflanzt -waren, recht wohl zu befinden, einige waren bereits gegen 2 m hoch. -Doch trotz dieses guten Gedeihens scheint mir eine solche Anlage, -wenn sie in dieser Weise noch einer gewissen Pflege bedarf, nicht -rentabel genug zu sein. Vor dem 15. Jahre dürften die Lianen wohl kaum -anzapfbar sein, und da dieselben nur sehr wenig Latex abgeben, würden -die Unkosten<span class="pagenum" id="Seite_34">[S. 34]</span> wohl in keinem annehmbaren Verhältnisse zu dem Gewinne -stehen. Während eines Streifzuges auf dem Boden der Soppo-Plantage -fand ich eine Ficusart, aus der Verwandtschaft der P. Preussii Warb., -deren Milch nach der Koagulation ein ganz ähnliches Produkt ergab, -als die der Ficusart aus dem Yoruba-Lande. Natürlich kann ich über -diese Art daher nur dasselbe sagen, wie von der Yoruba-Art. Man -muß mit solchen Dingen natürlich sehr vorsichtig sein, da sich für -ein so minderwerthiges Material erst allmählich ein Absatz auf dem -Kautschukmarkte erzielen läßt. Ändern würde sich diese Sachlage -natürlich dadurch, daß sich eine neue Verwendung für solche Produkte -finden ließe. Der Kakao auf der Soppo-Plantage stand da, wo er nicht -in zu hoher Lage ausgepflanzt war, nicht schlecht; dennoch machte die -ganze Plantage einen etwas verwahrlosten Eindruck, obgleich die Wege -recht gut gehalten waren. Herr <em class="gesperrt">Günther</em> schrieb dieses dem Mangel -an Arbeiter- und Aufseherpersonal zu, das lange nicht ausreiche, um die -unter Kultur gesetzten Ländereien in Ordnung zu halten.</p> - -<p>Am Nachmittage des 13. April verabschiedete ich mich bei dem so äußerst -zuvorkommenden und liebenswürdigen Herrn <em class="gesperrt">v. Puttkamer</em> und trat -nun meinen Rückmarsch nach Victoria an. Um 2 Uhr verließ ich Buea; -auf einem direkteren, aber steileren Wege stieg ich ab, so schnell es -in dem Lavageröll ging. Um 6¼ Uhr traf ich in Victoria ein. Hier -bezog ich wieder mein altes Quartier in dem Ambas-Bay-Hotel bei Herrn -<em class="gesperrt">Lange</em>. Von der Ficusart, welche ich bei Soppo gefunden hatte, -brachte ich auch Stecklinge für den botanischen Garten in Victoria mit.</p> - -<p>Während einiger Tage blieb ich nun in Victoria, um zunächst einige -Versuche mit der Milch der Ficus elastica zu machen. Im botanischen -Garten waren einige ältere Stämme, welche zum Anzapfen durchaus -geeignet schienen. Das Resultat dieser Untersuchungen deckte sich genau -mit den Ergebnissen der Experimente, welche ich kurze Zeit später in -Bibundi anstellte, es konnte kaum zufriedenstellend genannt werden. -Der Kautschuk war entschieden von inferiorer Qualität, obgleich etwas -besser als der der Ficusarten aus dem Yoruba-Lande und von Buea.</p> - -<p>Zusammen mit Herrn Oberleutnant <em class="gesperrt">v. Carnap</em> besuchte ich damals -auch die Moliwepflanzung, welche unter der tüchtigen Leitung des Herrn -<em class="gesperrt">Stammler</em> eben zu entstehen begann. Die zu jener Zeit zur ersten -Anlage ausgesuchte Lokalität befand sich etwa ¾ Stunde von Victoria -entfernt. Dort angekommen, überzeugte ich mich sofort, daß es unter -den damals waltenden Umständen für Herrn <em class="gesperrt">Stammler</em> vollständig -unmöglich war, sofort Kickxiasaat zu übernehmen. Da er sich aber -entschlossen hatte, Kickxia anzupflanzen,<span class="pagenum" id="Seite_35">[S. 35]</span> so machte ich ihm einen -Vorschlag, auf den er nur zu gern einging. Ich wollte dem botanischen -Garten in Victoria die für die Moliwepflanzung bestimmten Kickxiasamen -zur Aussaat übergeben. Herr <em class="gesperrt">Stammler</em> mußte sich verpflichten, -dieselben bis zum 1. August 1899 spätestens abzuholen, sonst verfielen -die Pflänzchen dem botanischen Garten als Eigentum. In dieser Weise -wurde denn auch alles arrangiert. Herr Assessor <em class="gesperrt">Horn</em>, der -gewissermaßen Herrn Dr. <em class="gesperrt">Preuß</em> während seiner Abwesenheit -vertrat, gab seine Einwilligung dazu. Somit wurden der Moliwepflanzung -auch einige tausend Kickxiapflänzchen gesichert.</p> - -<p>Da ich, wie ich schon oben angegeben, die Absicht hatte, noch einmal -Bibundi zu besuchen, um Kickxiasamen dorthin zu bringen, so benutzte -ich, mit Genehmigung des Herrn Gouverneurs <em class="gesperrt">v. Puttkamer</em>, eine -Gelegenheit, dorthin zu gelangen, welche sich am 17. April bot. Der -Regierungsdampfer „Nachtigal“ sollte Herrn Hauptmann <em class="gesperrt">v. Besser</em> -nach Bibundi bringen, wo er die Grenze zwischen der Sanje- und -der Bibundi-Plantage festlegen wollte. Ich begleitete daher Herrn -Hauptmann <em class="gesperrt">v. Besser</em> nach Bibundi. Als wir gegen 10½ Uhr dort -eintrafen, war leider Herr <em class="gesperrt">Rackow</em> eben im Begriff, nach Victoria -abzureisen. Ich konnte also nur das Nötigste mit ihm besprechen. Von -Frau <em class="gesperrt">Rackow</em> wurden wir in der freundlichsten Weise aufgenommen. -Diese Dame, welche hier in der Halbcivilisation unermüdlich ihrem -Haushalte vorstand, ist ein Segen für die sich in Bibundi aufhaltenden -Europäer gewesen. Wo es nur immer in Krankheitsfällen etwas zu helfen -gab, hat sie stets für die betreffenden Herren in der edelmütigsten -Weise gesorgt. Auch uns wußte sie hier das Leben recht angenehm zu -machen; wenn nur jemand einen Wunsch äußerte, wurde er sogleich -erfüllt, wenn dies irgend möglich war.</p> - -<p>Wie ich mit Herrn <em class="gesperrt">Rackow</em> verabredet hatte, ließ ich unter -meiner Aufsicht für die Kickxiasamen hier Saatbeete anlegen und zwar -in derselben Weise, wie ich es bereits auf Kriegsschiffhafen und im -botanischen Garten zu Victoria vorgeschlagen hatte.</p> - -<p>Die vier Tage meines Aufenthaltes in Bibundi suchte ich nun soweit -als möglich auszunutzen. Am Nachmittage des 17. April machte ich mit -Herrn Hauptmann <em class="gesperrt">v. Besser</em> einen Besuch auf der Sanje-Plantage. -Herr <em class="gesperrt">Becker</em>, der Leiter derselben, war eben dabei, eine größere -Fläche für Kakaokulturen zu reinigen. Die Lage der Plantage in einer -großen, mäßig feuchten und äußerst fruchtbaren Ebene, auf der zur -Anlage der Anpflanzungen eigentlich nur wenig Wald wegzuschlagen sein -wird, stellt bei guter Betriebsleitung für das Unternehmen eine große -Zukunft in Aussicht. Auf dem Gebiete der Sanje-Gesellschaft sind noch -einige alte Kakaogärten<span class="pagenum" id="Seite_36">[S. 36]</span> eines ehemaligen Elefantenjägers vorhanden, -welche von der Gesellschaft übernommen worden waren. Diese Gärten waren -recht gut in Pflege gehalten und mit großem Geschick angelegt, so daß -Herr <em class="gesperrt">Becker</em> sehr recht that, indem er diese Anlagen sogleich -fortsetzen ließ.</p> - -<p>Auch hier in Bibundi waren bei dem Wohnhause des Herrn <em class="gesperrt">Rackow</em> -einige Ficus elastica-Stämme von genügender Stärke vorhanden, so -daß ich Versuche damit anstellen konnte. Ich ließ zu dem Zwecke -Milch derselben einsammeln, kam aber bei meinen Experimenten zu -demselben Schlusse wie in Victoria. Der Kautschuk war entschieden ein -minderwertiges Produkt, jedoch nicht gänzlich unbrauchbar.</p> - -<p>Am 20. April begleitete ich Herrn Hauptmann <em class="gesperrt">v. Besser</em> auf einer -seiner Vermessungstouren, um die Flora des Gebirgswaldes hier kennen zu -lernen. Wir drangen längs der östlichen Grenzlinie des Bibundi-Gebietes -ziemlich tief in den Urwald ein. Das Ergebnis dieser Exkursion war -für mich nicht anders als ich erwartete. Es fanden sich einige -Landolphien, die wirklich Kautschuk lieferten, aber nicht zahlreich -genug vorhanden zu sein schienen, um einen Abbau seitens der Europäer -zu rechtfertigen. Von Kickxia war nichts zu entdecken, ebenso wenig von -kautschukliefernden Ficusarten.</p> - -<p>Da ein längerer Aufenthalt in Bibundi für mich nur Zeitverlust bedeutet -hätte, weil ich doch jetzt nach der Aussaat der Kickxien in Abwesenheit -des Herrn <em class="gesperrt">Rackow</em> nichts ausrichten konnte, beschloß ich, am -Morgen des 21. April mit einem Boote nach Victoria zurückzukehren. -Einer der Herren von Bibundi, Herr <em class="gesperrt">Mazat</em>, welcher nach Kamerun -wollte, begleitete mich. Erst um 9 Uhr kamen wir von Bibundi fort, da -sich natürlich im letzten Augenblicke immer wieder etwas Neues fand, -was die Herren Bootsjungen noch zu besorgen hatten. Es herrschte eine -grauenhafte Windstille, so daß wir uns im Boote vor der Hitze kaum -retten konnten. Natürlich kamen wir auch nur sehr langsam vorwärts, -da wir nicht das Segel gebrauchen konnten. Wir fuhren um das Kap -Debundja herum nach Isongo, wo wir bei dem Leiter dieses Vorwerkes der -Bibundi-Pflanzung, Herrn <em class="gesperrt">Kundler</em>, unser Mittagsmahl einnahmen. -Es war gegen 2½ Uhr, als wir eintrafen. Die Kakaopflanzung stand -hier recht gut und war schön rein gehalten. Bei den hier besonders -starken Regenfällen scheint sich dieser Ort für Kakao vorzüglich -zu eignen, ebensowohl für Vanille, welche in neuerer Zeit dorthin -eingeführt werden soll. Landschaftlich bietet Isongo ein reizendes -Bild dar. Gegen 4 Uhr brachen wir wieder von Isongo auf, um noch bis -Mokindange fahren zu können. Eine<span class="pagenum" id="Seite_37">[S. 37]</span> Brise, welche sich plötzlich erhob, -war für uns günstig. So kam es, daß wir gegen unsere Erwartungen -bereits um 6½ Uhr vor Mokindange waren. Es war eine gefährliche -Fahrt hinein in die mit zerstreuten Felsen reich bedeckte Bucht, da -aber Herr <em class="gesperrt">Mazat</em> sowohl wie unsere Bootsleute häufig vorher hier -gewesen waren, kamen wir endlich wohlbehalten bei Herrn <em class="gesperrt">Böklin</em>, -welcher der hiesigen Plantage vorsteht, an. Mokindange ist ebenso wie -Isongo noch ein Vorwerk der Bibundi-Plantage. Die Plantage konnte -ich leider nicht mehr besichtigen, da wir am nächsten Morgen bereits -um 6 Uhr wieder abfuhren. Der Wind war wieder ungünstig für uns, so -daß unsere Leute die ganze Strecke rudern mußten. Wir fuhren bei dem -Dorfe Bota vorbei, zwischen den merkwürdigen „Piraten“-Inseln und dem -Festlande hindurch nach Victoria zu. Unterwegs liefen wir noch einmal -an der Küste bei Herrn <em class="gesperrt">Weilers</em> Besitz an, wo Herr <em class="gesperrt">Mazat</em> -noch einiges Geschäftliche zu arrangieren hatte. Gegen 9 Uhr langten -wir endlich bei strömendem Regen in Victoria an.</p> - -<p>Da sich der Monat nun seinem Ende zuneigte, benutzte ich die nächsten -Tage meines Aufenthalts in Victoria dazu, die für meine Congo-Reise -nötigen Lasten zusammenzustellen. Außerdem setzte ich meine Experimente -mit der Milch der Ficus elastica fort.</p> - -<p>Einer Verabredung gemäß schickte Herr <em class="gesperrt">Frederici</em> am 26. April -vom Kriegsschiffhafen aus ein Boot, um mich dorthin abzuholen, damit -wir die Kickxien aussäen könnten. Noch an demselben Tage wurden die -Saatbeete fertiggestellt und am nächsten Tage die Samen gleich in -Abständen von 1 dm einzeln eingesteckt. Zum Schutz gegen die Sonne -mußte natürlich ein leichtes Dach von Wedeln der Ölpalme hergestellt -werden, was einfach dadurch erzielt wurde, daß man diese Wedel auf dazu -angebrachten Stellagen darüber legte.</p> - -<p>Ich besichtigte nun während meines Aufenthalts die Plantage genauer -als es mir vorher die Zeit erlaubt hatte. Auch das Vorwerk N’Bamba -besuchte ich. Überall fand ich dieselbe Ordnung, überall die Anlagen -praktisch und doch ohne großen Kostenaufwand aufgeführt. Wir unterzogen -nun auch die für Kickxiabestände ausersehenen Hügelrücken einer -Besichtigung. Ich fand hier dieselbe Urwaldvegetation wie in den -Wäldern des Yoruba-Landes, wo ich Kickxia angetroffen hatte. Der Boden -war zwar entschieden fruchtbarer und von anderer Beschaffenheit, doch -scheint dieser Umstand, wie meine späteren Reisen in das Bakossi-Gebiet -bewiesen, von nicht so hoher Bedeutung zu sein.</p> - -<p>Als ich am 22. Mai nach Victoria zurückkehren wollte, wollte es der -Zufall, daß gerade der Dampfer „Adolph Woermann“ auf<span class="pagenum" id="Seite_38">[S. 38]</span> seiner Rückreise -nach Victoria Kriegsschiffhafen anlief. Herr Kapitän <em class="gesperrt">Jensen</em> war -so freundlich, mich nach Victoria mitzunehmen. Dieser Umstand war mir -besonders angenehm, da ich erfuhr, daß Herr <em class="gesperrt">Küderling</em> aus Campo, -welcher als einziger bisher für Kickxiaplantagen im Schutzgebiete -eingetreten war, sich an Bord befände. Ich hatte sonach Gelegenheit, -mich eingehender mit ihm über die Kickxiakultur zu unterhalten, und gab -ihm das Versprechen, nach meiner Rückkehr aus der Sanga-Ngoko-Region, -auch seine Plantage am Campo-Flusse zu besuchen.</p> - -<p>In Victoria sah ich zu meiner großen Freude, daß die Kickxiasamen -bereits anfingen aufzugehen. Kaum 5 pCt. der Samen schienen -auszubleiben.</p> - -<p>Da der „Woermann-Dampfer“, welcher nach dem Congo fahren sollte, -nun jeden Tag in Kamerun erwartet wurde, fuhr ich am 7. Mai mit -der „Nachtigal“ nach Kamerun hinüber, um daselbst auf den Dampfer -zu warten. Herr Gouverneur <em class="gesperrt">v. Puttkamer</em>, welcher erst seit -kurzem vom Congo zurückgekehrt war, war so liebenswürdig gewesen, mir -Empfehlungen an die dortigen Behörden und andere Persönlichkeiten, -welche mir von Nutzen sein konnten, mitzugeben. Ebenso hatte er mir -viele Ratschläge erteilt, deren Nutzen ich sehr bald erkennen sollte.</p> - -<p>In Kamerun nahm mich Herr <em class="gesperrt">Großberger</em> für die Zeit meines -Aufenthaltes daselbst in seiner Faktorei auf. Als bald die Nachricht -von Europa kam, daß der für den Congo bestimmte Dampfer in der Elbe -Schaden erlitten habe und daher durch einen anderen ersetzt werden -solle, beschloß ich, mit dem auch schon erwarteten englischen Dampfer -„Roquelle“ zu fahren. Auch dieser hatte Verspätung und lief erst am 9. -Mai im Kamerun-Flusse ein. Da mir der Kapitän versicherte, daß er nicht -vor dem 12. Mai wieder abfahren könne, benutzte ich die Gelegenheit, -mich in Kamerun näher umzusehen.</p> - -<p>Kamerun, die Hauptstadt des gleichnamigen Schutzgebietes, liegt an -dem durch Zusammenfluß des Mungo und des Wuri gebildeten breiten -Kamerun-Flusse. Die Stadt der Europäer zieht sich längs der Ufer des -Flusses hin; die Gouvernementsgebäude bedecken einen Teil eines hinter -und über der Europäerstadt gelegenen Hügelrückens, der unter dem Namen -Yoss-Platte bekannt ist. Dieser Hügelrücken fällt nach dem Wuri zu -allmählich ab. Auf ihm haben sich auch die Eingeborenen festgesetzt, -welche hier die großen Dörfer Belltown, Deidotown etc. angelegt haben. -Der Gesundheitszustand der Europäer scheint gerade hier ein bedeutend -schlechterer zu sein, als in den meisten anderen Niederlassungen -unseres Schutzgebietes. Gerade in den letzten Jahren sind daselbst -viele der<span class="pagenum" id="Seite_39">[S. 39]</span> dortigen Ansiedler dem mörderischen Klima erlegen. Der -Handel mit den Eingeborenen im Hinterlande wird auch jetzt noch meist -durch Zwischenhändler aus dem Dualla-Stamme vermittelt. Da ein nicht -unbedeutender Handel auf den Flußläufen aus dem Hinterlande herunter -kommt, so ist es nicht zu verwundern, daß sich gerade hier so viele -Kaufleute Faktoreien erworben haben. Ein solches Zusammentreffen vieler -europäischer Kaufleute, von denen wohl die eine Hälfte Deutsche, die -andere englische Unterthanen sind, hatte natürlich zur Folge, daß die -einzelnen Firmen höhere Preise für die Produkte, welche aus dem Innern -kamen, zu zahlen hatten, als dies bei geringerer Konkurrenz der Fall -gewesen wäre. Da diese Verhältnisse immer schlimmer wurden und die -Kaufleute endlich einen immer geringeren Verdienst von ihren Waren -erzielen konnten, so ist es nicht zu verwundern, daß die Entwickelung -des Handels in Kamerun in den letzten Jahren nicht mit den anderen -Niederlassungen in unserem Schutzgebiete Schritt halten konnte.</p> - -<p>Noch am Abend des 11. Mai siedelte ich mit meinem ganzen Gepäck zur -„Roquelle“ über. Da die für die Fahrt nach dem Congo bestimmten Dampfer -noch mehr Frachtdampfer, im eigentlichen Sinne des Wortes, sind als -die, welche den allmonatlichen Postverkehr nach Kamerun von Hamburg -vermitteln, so war es natürlich mit dem Komfort an Bord der „Roquelle“ -nicht weit her. Dessenungeachtet muß ich sagen, daß ich mich dennoch -bald hier heimisch fühlte, trotz der Petroleumlämpchen, durch welche -die Kabinen des Abends erleuchtet wurden. Der Kapitän und die Offiziere -thaten hier entschieden ihr Möglichstes, um den Passagieren die Reise -angenehm zu machen.</p> - -<p>Gegen 8 Uhr morgens verließ die „Roquelle“ am 12. Mai Kamerun. Es war -ein prachtvoller Tag. Auf dem sonst meist sehr heißen Kamerun-Fluß -wehte eine angenehm kühlende Brise. Als sich dieselbe gegen Mittag -legte, wurde es sogleich bedeutend heißer. Ich empfand die Hitze nicht -besonders, fuhren wir doch ziemlich nahe an der Küste entlang, so daß -man die Niederlassungen der Europäer, wie Longji, Plantation und Kribi -deutlich erkennen konnte und mein Interesse so stets rege gehalten -wurde. Die bei Malimba ziemlich niedrige Küste wird nach dem Süden -unseres Schutzgebietes hier allmählich hügeliger. Das ganze Land, -soweit das Auge es erblicken kann, ist mit dichtem Urwalde bedeckt. -Um 4½ Uhr kam Groß-Batanga, unser nächster Bestimmungsplatz, in -Sicht. Um 5 Uhr ließen wir die Anker fallen. Da ich geschäftlich hier -in der <em class="gesperrt">Woermann</em>schen Faktorei zu thun hatte, benutzte ich die -erste Gelegenheit, welche sich mir bot, an Land zu gehen. Unser Schiff -lag in bedeutender Entfernung<span class="pagenum" id="Seite_40">[S. 40]</span> vom Lande, so daß wir erst um 6 Uhr -daselbst eintrafen, als eben die Dunkelheit anbrach. Da wir nur wenig -Cargo für Groß-Batanga an Bord hatten, konnte ich mich nicht lange hier -aufhalten, sondern mußte sogleich nach Erledigung meiner Geschäfte -wieder an Bord zurück. Noch an demselben Abend fuhren wir weiter. Als -ich am Morgen des nächsten Tages an Deck erschien, kam eben Batta in -Sicht. Gegen 9 Uhr warfen wir daselbst Anker. Auch hier hielten wir -uns nicht lange auf. Die Vertreter der wenigen Firmen, welche hier -eine Faktorei besitzen, schickten zum Teil große Canoes zum Dampfer, -um das Ausladen der Fracht zu beschleunigen. So konnten wir denn -bereits um 11 Uhr die Anker lichten. Die Küste ist hier der Südküste -Kameruns sehr ähnlich. Die Stämme der Eingeborenen im Innern sollen -den Europäern sehr feindlich gesinnt sein, so daß bisher nur wenige -Europäer ins Innere vordringen konnten. Der Kautschuk, welcher aus dem -Innern an die Küste kommt, wird durch Zwischenhändler heruntergebracht. -Die Letzteren sind hier vorzugsweise Gabunesen. Unser Kurs lief nun -weiter von der Küste ab, wir steuerten direkt auf die Insel Corisko zu. -Nachdem wir dieselbe am Nachmittage um 4 Uhr passiert hatten, kamen wir -bald in Sicht der beiden Elobi-Inseln. Da das Fahrwasser nach Aussage -unseres Kapitäns hier nicht besonders günstig ist und wir während der -Nacht hier in spanischen Gebieten keine Fracht landen durften, zog der -Kapitän es vor, über Nacht das Schiff vor Anker zu legen, um am frühen -Morgen auf die Elobi-Inseln zuzusteuern.</p> - -<p>Die Inseln Corisko sowie Groß- und Klein-Elobi stehen unter spanischem -Schutze. Die Küste von Batta bis zum Muni-Flusse, welcher sich in die -Corisko-Bai ergießt, wird den Spaniern jetzt von den Franzosen streitig -gemacht. Die letzteren haben aller Orten daselbst jetzt bereits die -Polizeigewalt in Händen. Wenn dieses Gebiet dereinst im Innern mehr -zugänglich sein wird, dann wird hier ein enormer Handelsaufschwung -stattfinden, wenn nicht diese ganzen Küstengebiete auch noch von den -Franzosen in Konzessionen zerteilt werden, wie es jetzt bereits im -größeren Teile des Congo français der Fall ist. Das Land ist sehr reich -an Gummi. Es soll auch Kickxia etwa zwei Tagereisen entfernt von der -Küste vorkommen. Bis jetzt liegen allerdings dafür noch nicht genügend -Beweise vor.</p> - -<p>Nachdem wir am folgenden Tage (14. Mai) mit dem Löschen unserer Ladung -für Elobi fertig waren, stachen wir um 12 Uhr mittags wieder in See. -Da sich kein Lüftchen regte, wurde die Hitze bald fast unerträglich. -Gegen Abend war in der Ferne Gabun zu sehen; der Dunkelheit wegen -fuhren wir nicht in die Bucht<span class="pagenum" id="Seite_41">[S. 41]</span> hinein, sondern warfen wieder Anker -auf der offenen See. Bei Tagesanbruch fuhren wir nun am 15. Mai nach -Gabun hinein und legten uns dicht bei der Stadt vor Anker. Da ich schon -häufig Lobenswertes über den botanischen Garten dieses Ortes gehört -hatte, machte ich mich sofort auf den Weg dorthin. Leider war der -Kurator, Mons. <em class="gesperrt">Chalot</em>, abwesend, auch sonst nur farbige Arbeiter -anzutreffen, so daß ich mich so gut es eben ging, allein zurechtfinden -mußte. Die in dem Garten vorhandenen Kautschukpflanzen interessierten -mich natürlich am meisten. Es waren hier vorhanden Manihot Glaziovii, -Ficus elastica, Hevea spec., einige Landolphien und gegen 20 Exemplare -der falschen Kickxia (africana Bth.). Die letzteren erklärten natürlich -auch die früheren Behauptungen des Mons. <em class="gesperrt">Chalot</em>, welche dahin -gingen, daß Kickxia keinen Kautschuk gebe. Ich lernte im Laufe des -Tages hier noch einige Herren kennen, von denen mir fast ein jeder von -einem neuen Kautschukbaume erzählen konnte, den er in der Nähe der -Stadt entdeckt haben wollte. Guttapercha gab es nach Aussagen dieser -Herren in Unmengen, doch wollte niemand sein Geheimnis verraten. -Natürlich sind dies alles Illusionen von Leuten, welche diese Produkte -und die Zubereitung derselben nicht kennen. Wurde mir doch hier eine -ganz gewöhnliche Ficusart, die vollständig wertlos ist, als äußerst -kostbarer Guttaperchabaum gezeigt mit der Bitte, doch keinen Gebrauch -von diesem Geheimnis zu machen. Der Kautschuk, welcher von hier aus -verschifft wird, kommt bereits aus ziemlicher Entfernung aus dem Innern -oder durch den Como-Fluß, welcher in die Gabun-Bucht mündet, hinunter. -Palmenkerne und Öl sowie Mahagoniholz sind die Hauptexportartikel des -Ortes. Erstere werden in nicht zu großer Entfernung von der Küste -gewonnen, wie es ja bei so billigen Produkten kaum anders möglich -ist, da die Transportkosten zu hoch sein würden. Das Mahagoniholz -ist nur da abbaufähig, wo es in nächster Nähe des Meeres oder der -Flüsse geschlagen werden kann; es wäre vollständig unmöglich, die -riesigen Blöcke über große Entfernungen zu transportieren, während -kleingeschnittene Stämme wertlos sind. Da das Mahagoniholz vorzüglich -schwimmt, werden die Stämme zu Flößen verkettet und in dieser Weise -die Flüsse hinuntergeschwemmt und später durch Barkassen zu den -Frachtdampfern hinübergeführt.</p> - -<p>Im botanischen Garten sah ich außer einigen allgemeiner verbreiteten -Nutzpflanzen auch eine recht gut gedeihende Strophanthuskultur. -Es waren verschiedene Arten vorhanden, die alle zur Zeit meiner -Anwesenheit reichlich blühten und Früchte brachten. Ebenso waren -einige mir damals noch unbekannte Coffea-Arten sehr reich mit Früchten -besetzt. Da ich keinen Europäer im Garten finden<span class="pagenum" id="Seite_42">[S. 42]</span> konnte, war es damals -nicht möglich, Samen dieser Coffea-Arten für den botanischen Garten in -Kamerun zu bekommen. Ich mußte es daher auf spätere Zeiten verschieben.</p> - -<p>Unserm deutschen Konsul Herrn <em class="gesperrt">Gebauer</em> konnte ich damals leider -nur einen kurzen Besuch abstatten, da ich schon um 3 Uhr zum Dampfer -zurück mußte.</p> - -<p>Trotz der Eile, welche unser Kapitän anfangs hatte, konnten wir doch -nicht Gabun vor 5 Uhr am Nachmittage verlassen. Noch bis in die -Nacht hinein sahen wir auf der Weiterfahrt das herrliche Licht des -Leuchtturmes von Gabun. Mit Tagesanbruch erreichten wir wieder einen -neuen Landungsplatz, Cape-Lopez, eine kleine Niederlassung in der Nähe -der Ogowe-Mündung, des Hauptstromes, welcher in dieser Gegend aus dem -Innern kommt. Unter Jagdliebhabern ist Cape-Lopez berühmt wegen seiner -Büffel- und Elefantenherden, welche zuweilen bis in die Nähe der Häuser -herankommen sollen. Mich als Botaniker interessierte die dortige Flora -bedeutend mehr. Ich zog es daher vor, ohne Gewehr umherzustreifen und -in den interessanten, kurzgrasigen Sümpfen und Sumpfwäldern hinter -der Niederlassung nach Seltenheiten zu fahnden. Es mag sicher noch -viele Novitäten hier zu entdecken geben. Ich konnte mich leider nur zu -kurze Zeit aufhalten, um viel zu sammeln, außerdem war die Jahreszeit -ungünstig. Wenn ein Botaniker sich einige Wochen hier aufhalten -könnte, so würde er sicher eine reiche Ausbeute zu erwarten haben. -Ebenso dürfte ein Ichthyologe mit einem mehrwöchentlichen Aufenthalte -zufrieden sein, denn das Meer wimmelt hier von den verschiedensten -Fischen.</p> - -<p>Während der nächsten beiden Tage legten wir an zwei Küstenplätzen -an, wo wir uns auch wieder nur kurze Zeit aufhielten. Am 17. Mai in -Sette-Kama, am 18. in Majumba, zwei Niederlassungen, welche wegen ihrer -schlechten Brandungsverhältnisse berüchtigt sind. Auch wir hatten -darunter zu leiden, da das Löschen der Ladung durch die hohe Brandung -verlangsamt wurde. Salz wird bei solchen Gelegenheiten stets stark -beschädigt, was um so bedauerlicher ist, als neben Gewehren und Pulver -Salz in diesen Gegenden einer der Haupthandelsartikel ist.</p> - -<p>Am 19. Mai warfen wir am Morgen vor Loango Anker. Dieses Städtchen ist -der südlichste bedeutendere Ort an der Küste des Congo français; es ist -auf einem sandigen Hügel erbaut und dürfte damals etwa 50 europäische -Einwohner gehabt haben. Unsere Boote gebrauchten beim Landen des Cargo -eine volle Stunde, ehe sie vom Dampfer aus bis zur Stadt gelangen -konnten. Vor der Einfahrt hat sich nämlich direkt vor der Stadt -eine breite Sanddüne gebildet, um deren Spitze man erst herumfahren -muß, ehe man über die<span class="pagenum" id="Seite_43">[S. 43]</span> Lagune zum Landungsplatze gelangen kann. Die -aufsteigenden Straßen der Stadt sind sehr sandig, so daß ein Europäer -mit seiner Fußbekleidung sehr schnell ermüdet.</p> - -<p>Da eben die Brutzeit der grauen Papageien vorüber war, wurden uns -allenthalben junge Tiere zum Preise von 5 Francs angeboten. Diese -Papageien von der Loango-Küste sollen sich besser in Europa halten -als die der nördlicheren Gegenden, außerdem wird behauptet, daß sie -schneller sprechen lernen; genug, sie sind in Europa die begehrtesten. -Mit diesen Umständen rechnend, hatten sich einige der Offiziere unseres -Schiffes vorgenommen, hier eine größere Anzahl der Vögel zu kaufen. -Schon während der letzten Tage hatten die Zimmerleute auf dem Dampfer -ihre ganze freie Zeit dazu benutzt, hölzerne Käfige zu bauen, damit in -Loango alle Vögel untergebracht werden könnten. Da die Eingeborenen -bald sahen, daß Papageienkäufer an Land gekommen waren, entstand in -kurzer Zeit ein regelrechter Markt mit den Vögeln. Ein bestimmter Preis -(5 Frcs.) wurde festgesetzt; wer seine Vögel dafür abgeben wollte, war -willkommen. In walzenförmigen, aus Blättern der Ölpalmen geflochtenen -Behältern von verschiedener Größe brachten die Eingeborenen ihre -Papageien an. Einige hatten 20 bis 30 Stück. Als alles Geld der Käufer -verbraucht war, wurden die ganzen Behälter in ein Boot gesetzt, und -zurück ging es, dem Dampfer zu. Dort wurden die Tiere in die größeren -und bequemeren Käfige untergebracht. Trotz aller Sorgfalt, mit welcher -die Tiere an Bord der Schiffe behandelt werden, stirbt doch immer noch -eine große Zahl derselben, so daß eine solche Geldanlage seitens der -Matrosen, Stewards etc., welche doch nichts dabei verlieren, sondern -nur gewinnen wollen, immerhin mit einem gewissen Risiko verknüpft ist.</p> - -<p>In Loango war sonst nichts von Bedeutung zu sehen. Es gab wenige Gärten -hier, da in dem mageren, sandigen Boden nichts Besseres zu gedeihen -scheint. Einige Manihot Glaziovii-Stämmchen waren von der Regierung -längs der Straßen ausgepflanzt und schienen sich wohl zu fühlen. -Vielleicht würde man hier in dem sterilen Boden bei dem geringeren -Feuchtigkeitsgehalte der Atmosphäre mit diesem Kautschukbaume bessere -Resultate erzielen als in den feuchten nördlicheren Gebieten. -Erwähnen will ich noch, daß von Loango die große Karawanenstraße -nach Brazzaville am Stanley-Pool ausging. Dieselbe wurde früher von -sämtlichen französischen Expeditionen, welche ins Innere gingen, -benutzt, wird aber jetzt, nachdem der Congostaat seine Eisenbahn von -Matadi bis Leopoldville fertiggestellt hat, allmählich aufgegeben.</p> - -<p>Am Morgen des 20. Mai trafen wir vor Landana ein. Unsere Fracht wurde -hauptsächlich nach dem fünf Minuten von Landana<span class="pagenum" id="Seite_44">[S. 44]</span> entfernten Chiloango -gelandet. Die Brandung kann auch hier gefährlich werden. Zusammen -mit dem Vertreter des Schiffes besuchte ich die katholische Mission -in Landana, wo ich einen recht schönen Garten vorfand. Es waren die -meisten tropischen Obstarten in mehr oder minder guten Qualitäten -vorhanden, ebenso Gemüse aller Art. Leider wimmelte der Platz von -Moskitos. Die Residenz des portugiesischen Untergouverneurs, welcher -dem Gouverneur von Angola untergeordnet ist, steht auf einem luftigen -Hügel und ist weithin sichtbar. Gesundheitlich schienen sich die -Europäer hier nicht zu beklagen.</p> - -<p>Als wir um 4½ Uhr am Nachmittage weiter fuhren, hatten wir einen -der Patres der Mission als Passagier für Kabinda mitgenommen. Ich -verwickelte mich bald in ein Gespräch mit ihm, da wir beide die -einzigen Passagiere waren. Als natürlich auch das Gespräch auf -Kautschuk kam, erzählte er mir von Kautschukbäumen, welche in der -Mission von Kabinda kultiviert werden sollen. Natürlich war ich nur -zu gern bereit, als er mich am nächsten Morgen, als wir um 5 Uhr vor -Kabinda ankamen, aufforderte, mir die Kautschukbäume in der Mission -anzusehen. Nach seinen Erzählungen ging ich mit großen Erwartungen -hin, doch was fand ich — eine Ficusart, welche auch nur eine -vogelleim-ähnliche Masse lieferte.</p> - -<p>Die katholische Mission war etwa eine halbe Stunde von der Stadt -entfernt, so daß ich mich noch beeilen mußte, um rechtzeitig zur -Abfahrt des Dampfers an Bord zu kommen.</p> - -<p>Wenige Stunden Fahrt nach Süden brachten uns nun zur Congo-Mündung. -Gegen 3 Uhr konnte man bereits die Spitze der Halbinsel, auf der Banana -erbaut ist, sehen. Es waren Gefühle eigener Art, mit denen ich in den -Congo hineinfuhr, sollte ich doch nun für lange Zeit vom Meere Abschied -nehmen, vielleicht um es nie wieder zu sehen. Der schlechte Ruf, den -das Klima des unteren Congo an der ganzen Westküste Afrikas hat, trug -nicht gerade zu meiner Beruhigung bei. Bald aber waren alle trüben -Gedanken verschwunden, als wir vor Banana Anker warfen. Zum ersten Male -sah ich Leute vom oberen Congo hier, die mit ihrer zerschnittenen Stirn -und der eigenartigen Haartracht einen höchst interessanten Anblick -darboten. Von allen Seiten kamen Eingeborene in ihren kleinen Canoes -herangefahren, um bemalte und geschnitzte Flaschenkürbisse, Muscheln -und sonstige Kuriositäten feilzubieten.</p> - -<p>Banana selbst besteht vornehmlich aus den Gebäuden der -Handelsniederlassung der Nieuwe Afrikaansche Handels-Vennootschap und -einigen Gebäuden der Congostaat-Regierung. Es sind außerdem noch einige -wenige kleinere Faktoreien errichtet worden,<span class="pagenum" id="Seite_45">[S. 45]</span> dieselben spielen aber -alle eine ziemlich unbedeutende Rolle. Die Niederlassung ist auf einer -sandigen, schmalen Landzunge aufgebaut, welche stellenweise an der dem -Binnenlande zugekehrten Seite mit Mangroven-Morästen bedeckt ist. Bei -weitem gesunder scheint die dem Meere zugekehrte Seite zu sein, denn -erstens besitzt dieselbe keine Mangroven, zweitens aber halten sich die -Moskitos infolge der Seebrise von dieser Seite ziemlich fern, während -sie auf der anderen Seite in Milliarden des Abends umherschwärmen. -An der äußersten Spitze der Halbinsel ist ein kleiner Leuchtturm -erbaut worden, dessen Licht weithin sichtbar sein soll. Da wir erst -mit Eintritt der Dunkelheit vor Banana eingelaufen waren, konnte ich -leider nicht an Land gehen. Ebenso war am nächsten Morgen kaum Zeit -dazu, da sich der Kapitän plötzlich entschloß, weiterzufahren. Wir -hätten vielleicht schon am selbigen Abend Banana verlassen, wenn -die Congo-Regierung nicht das Fahren der Dampfer nach Eintritt der -Dunkelheit verboten hätte.</p> - -<p>Gegen 9 Uhr am Morgen des 22. Mai fuhren wir durch einige der -Mündungsarme in den Hauptstrom hinein. Bei Kisanga waren wir dem -portugiesischen (südlichen) Ufer des Stromes ziemlich nahe. Je mehr -wir uns nun gegen Nachmittag Boma, der Hauptstadt des Congostaates, -näherten, desto enger wurde der Strom und desto gelber die Färbung -des Wassers. Endlich um 4½ Uhr erreichten wir Boma. Hier wurde der -Dampfer ganz dicht an das Ufer herangezogen, da die äußerst günstigen -Tiefenverhältnisse des Stromes dies gestatten. Es fing bereits an zu -dunkeln, als wir das Land betreten konnten. Ich erledigte daher nur -einige geschäftliche Gänge und verschob alles andere auf den folgenden -Tag, da der Kapitän mir sagte, daß er den nächsten Vormittag sicher -hier verbleiben müsse, um den Cargo für Boma löschen zu können. Vor der -Stadt lagen noch zwei kleine Regierungsdampfer, welche den Postverkehr -zwischen Boma und Matadi wie Banana zu vermitteln haben.</p> - -<p>Am Vormittage des nächsten Tages machte ich bei dem Gouverneur -des Congostaates Herrn <em class="gesperrt">Vanghermé</em> Besuch. Dank des -Einführungsschreibens des Herrn Gouverneurs <em class="gesperrt">v. Puttkamer</em> wurde -ich sehr liebenswürdig empfangen. In jeder Weise wurde mir gezeigt, daß -meine Expedition ins Innere von der Regierung unterstützt werden würde. -Die Einfuhr meiner Gewehre wurde mir sofort erlaubt, ebenso sollten -meine ganzen Expeditionsgüter ohne Schwierigkeiten gelandet werden -dürfen. Da ich das Landen derselben aber erst in Matadi vorzunehmen -gedachte, versprach mir der Herr Gouverneur <em class="gesperrt">Vanghermé</em>, eine -diesbezügliche Bestimmung zugleich mit Empfehlungsschreiben für die -Beamten im Innern nach Matadi nachzuschicken. Hätte ich nicht von -seiten der Congostaat-Regierung<span class="pagenum" id="Seite_46">[S. 46]</span> dieses liebenswürdige Entgegenkommen -gefunden, so wäre es zum mindesten sehr fraglich gewesen, ob ich -die Congo-Reise erfolgreich hätte durchführen können. Eine ebenso -liebenswürdige Aufnahme wie bei dem Herrn Gouverneur fand ich auch bei -dem Staatssekretär Herrn <em class="gesperrt">van Damm</em>, der in zuvorkommendster Weise -die Regelung meiner Papiere etc. veranlaßte.</p> - -<p>Wie unser Kapitän vorausgesagt hatte, fuhren wir wirklich recht -pünktlich um 12 Uhr mittags ab. Je mehr wir uns jetzt der auf dem -portugiesischen Congo-Ufer gelegenen Ansiedlung Noki näherten, desto -stärker wurde die Strömung. Die Ufer des Stromes werden bereits dicht -hinter Boma höher und bilden schließlich ziemlich hohe, felsige -Hügel, welche oft jäh am Flusse abfallen. Die felsige Natur dieser -Hügel bedingt es natürlich, daß der Strom hier bedeutend eingeengt -ist, so daß sein Wasser in dem häufig gekrümmten Flußbette schneller -dahinschießt. An besonders scharfen Biegungen im Flußlaufe bilden sich -dann leicht Strudel, welche für die Schiffahrt nicht ganz ungefährlich -sind. Derartige Strudel sind z. B. bei Noki anzutreffen.</p> - -<p>Noki, welches wir um 5½ Uhr gegen Abend erreichten, ist eine kleine, -schön gelegene Niederlassung kurz vor Matadi. Die dort ansässigen -Kaufleute sind fast alle Portugiesen. Da von hier auch eine nicht -unbedeutende Handelsstraße ins Innere der portugiesischen Besitzungen -geht, so ist es nicht zu verwundern, daß die Einfuhr von europäischen -Stoffen und sonstigen Tauschartikeln für die Eingeborenen eine ziemlich -große ist. So kam es auch, daß wir 1½ Tag hier liegen mußten, um -unseren Cargo zu löschen. Aus dem Innern wird hier Kautschuk gegen -Ende des Jahres in ziemlichen Mengen heruntergebracht, besonders -Wurzelkautschuk. Letzterer wird nach Angaben der Kaufleute hinter -der ehemals sehr bedeutenden, jetzt allmählich verfallenden Stadt -San-Salvador gewonnen. Unseren Aufenthalt in Noki benutzte ich zu einer -kleinen Streiferei über die Hügel. Letztere sind sehr steinig und mit -üppiger Grasvegetation bedeckt. An geschützteren Orten in den Thälern -hat sich etwas Wald hier und dort angesiedelt, in dem Landolphien nicht -selten anzutreffen sind. Die Vegetation dieser Hügel, welche alle -wohl noch als Ausläufer der aus Angola kommenden Sierra do Cristal -zu betrachten sind, erinnert lebhaft an die Vegetation Benguellas -und Angolas. Die Savannen sind mit hohen Andropogon-Arten bedeckt, -welche die Eingeborenen zum Decken ihrer Häuser verwenden; dazwischen -finden sich niedere Kräuter und Halbsträucher aus den Familien der -Leguminosen, Compositen, Polygalaceen, Gentianaceen, Melastomaceen etc. -In den Sümpfen sind kleine Scrophulariaceen, Labiaten und prachtvolle -Lissochilus-Arten verbreitet.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_47">[S. 47]</span></p> - -<p>Am 25. Mai morgens fuhren wir nach Matadi. Kurz hinter Noki hatten wir -noch Stromschnellen zu passieren, welche schon verschiedene Schiffe -zur Umkehr gezwungen haben sollen. Das Wasser schießt hier zu einigen -Jahreszeiten mit einer Geschwindigkeit von etwa 10 Knoten dahin. -Allenthalben bilden sich kleine Strudel, welche für Boote entschieden -gefährlich sein können.</p> - -<p>Da dicht hinter Noki die Grenze des portugiesischen Gebietes -liegt, hatte die Congostaat-Regierung kurz hinter derselben die -Telegraphenlinie, welche Boma mit Matadi verbindet, über den Strom -führen lassen. Zu diesem Zwecke sind zwei riesige eiserne Gestelle -aufgebaut worden, über welche der Draht über den Strom gezogen ist.</p> - -<p>Als wir in Matadi anlangten, fand ich auf der Post bereits die mir -von Herrn Gouverneur <em class="gesperrt">Vanghermé</em> versprochenen Briefe vor. Ich -hatte nun keine Schwierigkeiten, meine Expeditionsgüter und Gewehre zu -landen. Allenthalben kamen mir die Regierungsbeamten mit der größten -Liebenswürdigkeit entgegen. Da ich noch meine Angelegenheiten in Matadi -zu ordnen hatte, beschloß ich, erst am Montag, den 29. Mai, nach dem -Stanley-Pool zu fahren. Ich quartierte mich nun im französischen Hotel -ein und konnte dann in Ruhe meine Vorbereitungen zur Abreise ins -Innere treffen. Matadi (Felsenstadt) hatte zur Zeit meiner Ankunft -daselbst nach Schätzungen dort ansässiger Europäer etwa 150 europäische -Einwohner, von denen mindestens zwei Drittel geborene Belgier waren. -Außer den von ihren benachbarten Kolonien kommenden zahlreichen -Portugiesen waren von anderen Nationen besonders Italiener zahlreich -vorhanden, welche meist bei der Eisenbahn angestellt waren.</p> - -<p>Wie ich beabsichtigt hatte, war ich mit meinen Vorbereitungen am -Montag, den 29. Mai, vollständig fertig zur Abreise ins Innere.</p> - -<p>Dreimal in der Woche schickt die Eisenbahnverwaltung durchgehende Züge -nach dem Stanley-Pool, denen je ein Passagierwagen angehängt wird. -Man darf sich diese Congo-Eisenbahn nicht etwa wie eine europäische -vorstellen. Die Personenwagen bestehen ähnlich wie unsere Speisewagen -aus einem einzigen Coupee, in dem etwa zehn Lehnstühle angebracht -sind. Fenster sind nicht vorhanden, sondern der ganze Wagen ist offen; -für die Tropen ja entschieden das Angenehmste. Um sich gegen Staub -und Rauch der Lokomotive schützen zu können, sind leinene Vorhänge -vorhanden, welche man nach Belieben herabziehen kann. Da unterwegs -nur einmal, während des Nachtquartiers, Gelegenheit gegeben wird, zu -essen, so muß ein jeder sich bereits in Matadi mit dem nötigen Vorrate -an Getränken und Nahrungsmitteln versorgen. Alle Passagiere erscheinen -denn auch bei Abfahrt des Zuges mit einer Kiste voller Konserven.<span class="pagenum" id="Seite_48">[S. 48]</span> Der -Preis für die zweitägige Fahrt bis Stanley-Pool beträgt 500 Frcs., -wofür ein jeder Passagier 100 kg Freigepäck mitzunehmen das Recht hat. -Für das übrige Passagiergepäck muß bis Leopoldville ein Frachtsatz von -1 Frc. pro Kilo bezahlt werden. Wenn man bedenkt, daß die Entfernung -von Matadi bis Leopoldville nur etwas über 400 km beträgt, so scheint -dieser Frachtsatz ein immens hoher zu sein, dennoch wird er von den -Leuten, welche die Verhältnisse des Landes vor Fertigstellung der -Eisenbahn kannten, gern bezahlt, denn früher wurde durch die unsicheren -Träger, welche sogar noch die Lasten bestahlen, der Transport einer -Last von 30 kg bis Leopoldville auch auf 30 bis 40 Frcs. angesetzt. -Die Eisenbahn befördert nun die ganzen Waren in zwei Tagen sicher zum -Stanley-Pool, während man früher mindestens einen Monat für diese Reise -rechnete. Auch für die Beförderung sämtlicher anderen Waren, welche ins -Innere gebracht werden, muß derselbe Frachtsatz bezahlt werden; eine -Ausnahme hiervon machen nur Maschinenteile und einige damit verwandte -Artikel, sowie Salz, bei ersteren wird eine Reduktion von 40 pCt., bei -letzterem von 50 pCt. erlaubt, vorausgesetzt, daß es in geschlossenen -Säcken (nicht in Barren) eingeführt wird. Die Frachtsätze von -Leopoldville bis Matadi zurück sind andere. Ich werde späterhin darauf -zurückkommen.</p> - -<p>Am Montag, den 29. Mai, fuhr ich um 6½ Uhr morgens von Matadi ab. -Der Zug hatte anfangs eine sehr beschwerliche Fahrt, da er durch zwei -Lokomotiven die Berge hinaufgezogen werden mußte, bis wir allmählich -das Plateau erreichten. Die Scenerie war großartig. Zuerst fuhren wir -ein kleines Stückchen längs des Congo, zum Teil an steil abfallenden -Gehängen vorüber. Immer höher ging es hinauf. Unten sah man den Strom -dahinbrausen über die Schnellen von Vivi, welche der Schiffahrt auf -dem Flusse eine Grenze setzen. Auf einer Sandbank lag ein riesiges -Krokodil, auf welches einer der Mitreisenden eben anlegen wollte, -als es, durch den Zug erschreckt, sich träge ins Wasser fallen ließ. -Von der Station Kenge an vergrößerte sich die Fahrgeschwindigkeit -bedeutend, da wir nunmehr über das Plateau fuhren, auf welchem nur -hin und wieder noch kleinere sanfte Steigungen vorhanden waren. Nach -10 Uhr wurde es in dem Wagen fast unerträglich, da wir allmählich -vollständig mit Kohlenstaub bedeckt waren, außerdem wurde es drückend -heiß. Das Plateau, über welches wir dahinsausten, war meist mit hohen -Andropogon- und stellenweise mit Pennisetum-Arten bedeckt. Dazwischen -waren hier und dort kleine Sträucher und Gebüsche zu sehen, oder in -den Thälern Sümpfe oder Wälder. Da gerade die Trockenzeit begann, als -ich diese Reise machte, sah das ganze Gebiet ziemlich verbrannt und -dürr<span class="pagenum" id="Seite_49">[S. 49]</span> aus. Von Blumen war recht wenig zu sehen. Nach etwa elfstündiger -Fahrt, also gegen 5½ Uhr abends, erreichten wir die Station Tumba, -wo für die Nacht angehalten wurde, denn während der Nacht wird auf -der Congo-Eisenbahn nicht gefahren. Die Passagiere hatten sich in den -hier vorhandenen sogenannten Hotels ein Nachtquartier zu suchen, was -damals durchaus nicht so einfach war. Die Einrichtung dieser „Hotels“ -ist äußerst primitiv. Gewöhnlich stehen mehrere Betten in jedem -Schlafzimmer, so daß man gezwungen ist, mit irgendwelchen wildfremden -Menschen zu schlafen. Diebstähle sollen daher nicht selten sein. Das -Essen, welches uns gegeben wurde, war nicht schlecht. Es wurde an einer -großen, langen Tafel eingenommen. Da der Grundsatz der meisten dieser -freilebigen Belgier „Heute ist heut“ ist, so kann man sich denken, daß -tüchtig getrunken wurde. Unteroffiziere saßen an demselben Tische mit -Offizieren und schienen sich durchaus nicht dazu bewogen zu fühlen, -sich ein wenig im Trinken und Lärmen zu mäßigen. Die Schlimmsten waren -entschieden die Italiener, welche offenbar auch zu Hause einer ziemlich -niederen Kaste angehörten. Bis tief in die Nacht hinein dauerte das -Lärmen dieser Leute. Man ließ sich allerdings nicht dadurch stören, -sich nach der ermüdenden Eisenbahnfahrt bei der hier herrschenden -kühleren Temperatur sogleich nach Beendigung der Mahlzeit in Morpheus -Arme zu werfen.</p> - -<p>Um 7 Uhr am folgenden Tage setzte sich der Zug wieder in Bewegung. Wir -fuhren weiter über das grasige Plateau dahin, welches sich allmählich -nach dem Stanley-Pool hin etwas senkt. Die Vegetation blieb anfangs -dieselbe wie am vorhergehenden Tage. Von Inkisi ab nach Kimuenza zu -waren Waldungen wieder häufiger. Von Kimuenza nach Dolo fuhren wir über -eine sandige Ebene dahin. Hier hatte man eine Vegetation vor sich, -welche entschieden an die der Hoogeveld-Steppen von Transvaal und von -Huilla erinnert. Kurzes Gras bedeckte diese Ebene; dazwischen sah man -Helichrysen, Buchnera-Arten, Indigoferen, Gentianeen, Asclepiadaceen -etc. In den hier und dort sich hinziehenden Niederungen wuchsen hohe -Cyperaceen im Gemisch mit Lissochilus-Arten, Melastomaceen, Hedyotis, -Gladiolus, Eriocaulon und Utricularien. Kurzum, eine Vegetation, wie -ich sie hier bei so geringer Meereshöhe in der Nähe des Äquators -nie zu finden gedacht hätte. Schon bei der Fahrt über diese Ebene -sah ich an sandigen Stellen eine Pflanze wachsen, in welcher ich -<a href="#ill_p0520">Carpodinus lanceolatus</a> erkannte, von der der Wurzelkautschuk, hier -am Congo allgemein „Caoutchouc aux herbes“ genannt, herstammen soll. -Ich entschloß mich daher, sobald als möglich hierher zurückzukehren, -um diese Frage näher zu untersuchen.<span class="pagenum" id="Seite_50">[S. 50]</span> Gegen 6½ Uhr am Abend -erreichten wir Kinchassa, das einige Kilometer vor Leopoldville -am Stanley-Pool gelegen ist. Herr Dr. <em class="gesperrt">Briart</em>, der Direktor -der Societé Anonyme Belge, an den ich vom Herrn Gouverneur <em class="gesperrt">v. -Puttkamer</em> ein Empfehlungsschreiben erhalten hatte, nahm mich sehr -liebenswürdig für einige Tage bei sich auf. Ihm sowohl wie besonders -dem Sous-Directeur der Gesellschaft, Herrn <em class="gesperrt">Vaalbroek</em>, bin ich zu -großem Danke verpflichtet für das Interesse, welches sie meiner Reise -entgegengebracht haben, und für die Unterstützung, welche ich bei ihnen -gefunden habe.</p> - -<p>Da ich möglichst wenig Zeit verlieren wollte, machte ich mich am -folgenden Tage sogleich auf den Weg nach Leopoldville, um mich dem -Kommandanten von Leopoldville, Herrn <em class="gesperrt">Costermans</em>, Inspecteur -d’Etat, vorzustellen und ihn zu bitten, mir bei Anwerbung von Trägern -behülflich zu sein. Ich fand mehr Unterstützung, als ich je zu -erhalten zu hoffen gewagt hatte. Herr <em class="gesperrt">Costermans</em> wollte selbst -für die nötigen Träger sorgen. Ich solle nur ruhig nach Kinchassa -zurückkehren, in zwei Tagen würden die Träger mit zwei Soldaten zu -meiner Verfügung stehen. Froh darüber, daß auch diese Trägerfrage -erledigt sei, packte ich nun sogleich in Kinchassa die zu der kleinen -Exkursion nach den sandigen Ebenen bei Dolo nötigen Lasten und wartete -dann auf die Ankunft der Träger. In der Zwischenzeit hatte ich noch -Gelegenheit, hier zu sehen, welche Unmengen von Kautschuk allein von -dieser einen Gesellschaft exportiert werden. Herr Dr. <em class="gesperrt">Briart</em> war -so freundlich, mir die verschiedensten Proben zu zeigen und mich auf -viele Einzelheiten aufmerksam zu machen. Vom oberen Congo und seinen -Nebenflüssen kommt der Kautschuk in viereckigen Mattentaschen, welche -etwa eine Last (30 kg) enthalten, hier an. Die Taschen werden dann hier -aufgeschnitten und der sämtliche Kautschuk noch einmal durchgearbeitet. -Dadurch wird er noch etwas mehr ausgetrocknet, was ein geringeres -Oxydieren zur Folge hat. Der unter Leitung der Beamten des Staates -hergestellte Kautschuk wird jetzt selten gefälscht, da die Missethäter -sehr schwer bestraft werden, früher jedoch konnte man in den Bällen -die verschiedensten Sachen finden. Herr <em class="gesperrt">Vaalbroek</em> hatte eine -interessante Sammlung derartiger Fälschungen; Palmennüsse, Steine, -kleine Messingstücke, ja selbst Zeugballen und Erde bildeten den Kern -eines solchen Bällchens, um den dann sehr geschickt eine Kautschukdecke -gelegt war. Wehe dem Kaufmann, der nicht erst durch Anschneiden der -Bälle sich davon überzeugte, daß er einen wirklichen Kautschukball und -nicht Steine von den Eingeborenen erstand.</p> - -<p>Da die mir versprochenen Träger bereits am Nachmittage des 1. Juni -eingetroffen waren, so konnte ich, nachdem ich schnell eine<span class="pagenum" id="Seite_51">[S. 51]</span> Anzahl -Lasten zu dem Zwecke gepackt hatte, am Freitag, den 2. Juni, bereits -früh am Morgen meine Exkursion in die sandigen Steppen von Dolo -antreten. Welch ein erhebendes Gefühl war es für mich, nun wieder frei -hinauswandern zu können und mich ganz meiner Aufgabe und dem Studium -jener Gebiete hingeben zu dürfen.</p> - -<p>Nachdem wir die Eisenbahnstation Dolo passiert hatten, wo ich noch -für einige Tage Proviant für mich von den „Magasins Genereaux“ -mitnehmen ließ, zogen wir erst nach den Ufern des Stanley-Pool hinüber. -Nachdem wir einen kleinen Wasserlauf, welcher mit wundervollen blauen -Seerosen (Nymphaea) und goldgelben Äschynomenen bedeckt war, in Canoes -übergesetzt hatten, langten wir in sandigerem Terrain an und sahen uns -bald darauf in der großen Ebene, in welcher ich Carpodinus lanceolatus, -die Pflanze, welche den Wurzelkautschuk liefern soll, neulich -beobachtet hatte. Nach einigen Kreuz- und Querzügen, welche ich zu -unserer besseren Orientierung machen ließ, wählte ich schließlich einen -großen Strychnos-Baum in der Nähe eines Baches zu meinem Lagerplatze. -Ich ließ sofort sämtliche Leute zum Reinigen des Platzes antreten, -um wenigstens ein möglichst ungezieferfreies Lager für diese Tage zu -haben. Daß diese Vorsichtsmaßregel nicht ganz umsonst war, zeigte -sich sogleich, denn plötzlich raschelte es im Grase, und eine kleine -Schlange suchte zu entfliehen. Ein Schlag mit dem Cutlas genügte, das -Tier unschädlich zu machen. Nachdem die Leute einen größeren Platz -gesäubert hatten, ließ ich das Zelt aufstellen. Das war nun allerdings -mit Schwierigkeiten verknüpft, da keiner der Leute ein Wörtchen -Französisch verstand; die beiden Soldaten wußten auch nicht Bescheid, -und ich selbst kannte noch nicht mehr von dem hier als Verkehrssprache -dienenden Bacongo als das eine Wörtlein „malu“ (schnell). Es war eine -harte Geduldsprobe für mich, bis das Zelt fertig dastand. Nachdem ich -nun die Lasten hatte unterbringen lassen und gesehen, daß sonst alles -richtig eingerichtet wurde, machte ich mich am Nachmittage daran, die -Wurzelkautschukpflanze zu suchen. Bald hatte ich eine Stelle gefunden, -an der ich das Gewünschte in Menge sah. Ich ließ eine größere Menge -der Wurzelstöcke dem Boden entnehmen, um damit zu experimentieren. -Wieder im Lager angelangt, fing ich etwas Milch der Wurzel in einem -Reagenzglase auf, um es durch Erwärmen und Säurezusatz zu koagulieren. -Das Resultat war ein sehr unbefriedigendes, denn ich erhielt nur -eine klebrige, fast gar nicht elastische Masse. Diese Wurzelstöcke -enthielten außerdem so wenig Milchsaft, daß das Auffangen sehr geringer -Quantitäten schon an und für sich lange Zeit erforderte. Auch mit -dem im Stengel und in den Blättern vorhandenen Milchsafte machte ich -ähnliche Versuche, deren Resultate mich ebenso wenig zufriedenstellen -konnten.</p> - -<div class="figcenter illowe31" id="ill_p0520"> - <img class="w100" src="images/ill_p0520.jpg" alt="" /> - <div class="caption"><em class="gesperrt">Carpodinus lanceolatus</em> K. - Sch.</div> - <div class="caption">A Habitusbild, B Knospen, C Blüte, D dieselbe - geöffnet, E durchgeschnittener Fruchtknoten, F Griffelkopf, G Anthere.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p0520_gross.jpg" - id="ill_p0520_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_53">[S. 53]</span></p> - -<p>Nach einer infolge der hier in Milliarden umherschwärmenden Moskitos -schlaflos verbrachten Nacht nahm ich am nächsten Tage meine -Versuche wieder von neuem auf. Immer wieder ließ ich neues Material -heranschaffen, um nun die verschiedensten Koagulationsmethoden zu -probieren, alle mir zur Verfügung stehenden Säuren wendete ich an. -Sämtliche Bemühungen blieben erfolglos. Von einem meiner Träger, -welcher den Wurzelkautschuk zuzubereiten verstehen sollte, ließ ich -nun nach der hier üblichen Methode die Wurzelstöcke zerschneiden -und in Wasser setzen, um nach Eintritt der Fäulnis durch Schlagen -den Kautschuk zu gewinnen. Das bei dieser Behandlung erzielte -Produkt war zwar infolge seiner Vermischung mit Rindenstückchen und -anderen Pflanzenteilchen fast gar nicht klebrig, war aber dennoch so -minderwertig, daß ich es für ausgeschlossen halten mußte, von dieser -Lokalität aus Carpodinus lanceolatus Kautschuk zu erhalten. An Ort -und Stelle ließ sich natürlich Weiteres über die Ursache dazu nicht -feststellen. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß es auch hier zwei -verschiedene einander ähnliche Carpodinus-Arten giebt, von denen -nur eine brauchbaren Kautschuk liefert; nicht ausgeschlossen ist -natürlich auch, daß die chemische Zusammensetzung des Bodens eine -nicht unbedeutende Rolle dabei spielt, um so mehr, als eine solche -Einwirkung auf die Güte des Produktes bereits wiederholt bei Ficus -elastica und bei Manihot Glaziovii festgestellt ist. Ich möchte das -Studium dieser ebenso wichtigen wie interessanten Fragen den am Congo -in den Wurzelkautschuk-Distrikten ansässigen Europäern sehr warm ans -Herz legen. Ich selbst wurde leider durch die Macht der Verhältnisse -gezwungen, von der Lösung dieser Frage abzustehen, denn für mich war -die Zeit zu einer Expedition in die den Wurzelkautschuk liefernden -Distrikte am Kwango zu knapp bemessen. Wie ich auf meine eifrigen -Erkundigungen hin kurz darauf in Kinchassa erfuhr, hatte man schon -einmal versucht, in der Umgebung von Leopoldville aus der Carpodinus -lanceolatus Kautschuk zu gewinnen, hatte aber ein ebenso ungünstiges -Resultat erhalten wie ich selbst und infolgedessen bald darauf wieder -davon Abstand genommen.</p> - -<p>Am 5. Juni zog ich wieder aus jenen Gegenden fort, um dann nach -kurzem Aufenthalte in Kinchassa noch am Nachmittage desselben Tages -bis Leopoldville weiterzumarschieren. Da wir erst mit Anbruch der -Dunkelheit in Leopoldville anlangten, ließ ich mein Lager in der Nähe -der Eisenbahnstation aufschlagen in der Absicht, am folgenden Tage -einen geeigneteren Lagerplatz zu suchen, um daselbst, bis zur Abfahrt -des Dampfers nach dem oberen Congo, zu bleiben.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_54">[S. 54]</span></p> - -<p>Am nächsten Tage machte ich mich auf den Weg, um dem -Distriktsvorsteher, Herrn <em class="gesperrt">Costermans</em>, meine Rückkehr nach -Leopoldville anzuzeigen und ihn um Erlaubnis zu bitten, mein Lager -in die Nähe des Stanley-Pool verlegen zu dürfen. Natürlich wurde -mir letzteres sofort gestattet, ebenso wurde ich aufgefordert, zur -Verproviantierung meiner Leute zweimal in der Woche Schiquangas, -d. h. große aus zerstampftem und gekochtem Maniok hergestellte, in -Blätter eingewickelte Kuchen, von der Station abholen zu lassen. In -jeder Weise bemühte sich also Herr <em class="gesperrt">Costermans</em>, mich während -meines Aufenthaltes in seinem Bezirke zu unterstützen. Ich erfuhr -hier auch, daß die „Hainaut“, der Dampfer, mit welchem ich den -Congo hinaufzufahren gedachte, etwa am 10. Juni erwartet werde. Am -Nachmittage ließ ich an meinem alten Lagerplatze wieder alles einpacken -und das Zelt abbrechen, um dann an den Ufern des Stanley-Pool, -dicht bei der englischen Mission, mein Lager wieder aufzubauen. Mit -eintretender Dunkelheit war alles glücklich unter Dach und Fach -gebracht. Die nächsten Tage meines Aufenthaltes bei Leopoldville -benutzte ich nun dazu, die Umgebung botanisch zu erforschen und -die Bacongo-Sprache, ohne welche ich hier nicht auskommen konnte, -wenigstens soweit zu erlernen, als zur allgemeinen Verständigung -mit den Eingeborenen nötig war. Besonders zu Dank verpflichteten -mich bei dieser Gelegenheit die beiden damals dort sich aufhaltenden -Missionare Mr. <em class="gesperrt">Woollings</em> und Mr. <em class="gesperrt">Gilchrist</em>, welche -mich in jeder Weise darin zu unterstützen suchten. Auf verschiedenen -Exkursionen hatte ich Gelegenheit, die Flora der Umgebung näher kennen -zu lernen, fand aber sehr wenige Pflanzen, welche in irgend einer -Weise von den Eingeborenen verwendet werden, sei es als Medizin oder -als Nahrungsmittel, oder um zur Gewinnung von Kautschuk oder Kopal -von Nutzen zu sein. Eine Dissotis- (Melastomaceae-) Art schien bei -Augenkrankheiten eine große Rolle zu spielen; die wenig fleischigen -Blätter wurden auf der Handfläche zerrieben und der so erhaltene -Brei dann auf die Augen gestrichen. Nach Angaben der Leute soll der -in diesem Brei enthaltene Saft sehr scharf sein und häufig für kurze -Zeit das betreffende Auge erst fast unbrauchbar werden, danach aber -sehr schnell heilen. Einige Monate später hatte ich Gelegenheit, einen -Europäer zu sprechen, welcher selbst an seinen Augen zur Heilung -einer Krankheit diese Medizin angewendet hatte und nun behauptete, -dieselbe sei vorzüglich in solchen Fällen zu gebrauchen. Unter -den als Nahrungsmittel verwendeten Pflanzen war es besonders eine -Podostemonacee, welche mir interessant war. Diese unter Wasser auf -Steinen bei den Stromschnellen im Stanley-Pool wachsende Pflanze -wurde von meinen Leuten in ganzen Lasten herbeigetragen<span class="pagenum" id="Seite_55">[S. 55]</span> und dann -teils roh, teils weichgekocht mit großem Gefallen verzehrt. Es fiel -mir überhaupt auf, daß die Eingeborenen eine nicht geringe Quantität -von gewissermaßen als Kohl gekochten Kräutern und jungen Trieben von -Sträuchern zu ihrer Ernährung verwendeten. War Palmenöl zur Hand, so -wurden die meisten Nahrungsmittel erst darin eingetaucht, so z. B. aßen -alle mit Vorliebe ihre Schiquanga in dieser Weise.</p> - -<p>Kopalbäume scheinen nur selten bis zum Stanley-Pool hinunterzukommen. -Auf den Sandbänken hier im Mittellaufe findet man nicht selten -Kopalstücke, doch stammen diese hauptsächlich oder fast nur von -den im Oberlaufe häufigen Bäumen her und sind alle vom Strom -hinuntergeschwemmt worden. Ich sah unterhalb der Mündung des Kassai nur -sehr wenige Kopalbäume, so stand ein Exemplar z. B. in der Nähe meines -Lagers am Stanley-Pool.</p> - -<p>Kautschukbäume traten in der Umgebung von Leopoldville nur vereinzelt -auf, also nirgendwo in zahlreicherer Menge. Eine eigenartige Landolphia -ist in dem Steppengebiet dieser Gegend verbreitet, dieselbe hat nur -dünne, kurze Zweige und besitzt etwa apfelgroße orangegelbe Früchte. -Nicht selten sendet sie auch nur etwa 1½ Fuß lange aufrechte -Schößlinge aus dem Boden, welche sich dann allmählich umlegen, aber -doch die Fähigkeit des Kletterns der anderen Landolphien verloren zu -haben scheinen. Diese zur Verwandtschaft der L. owariensis gehörende -Art liefert keinen Kautschuk.</p> - -<p>Die französische Seite des Congo, gegenüber Leopoldville, hatte ich -auch wiederholt zu besuchen, da ich meine Güter zur späteren Durchreise -nach dem Ngoko zu deklarieren hatte. Im allgemeinen herrschen auf -jener Seite dieselben Zustände wie auf der Seite des Congostaates. Da -die französische Regierung den Eingeborenen bis jetzt aber zu viel -Selbstregierung überlassen hat und daher noch weniger Erwerbsbetrieb -unter denselben sich geltend gemacht hat, so finden sich Landolphien -daselbst noch häufiger. Jetzt, nachdem die französische Regierung aber -begonnen, sich etwas mehr um diese Gebiete zu kümmern und das Land -zum großen Teile in Kommissionen aufgeteilt ist, deren Inhaber sich -häufig bemühen, in möglichst rücksichtsloser Weise alle vorhandenen -Naturprodukte auszubeuten, so wird auch hier bald die Kautschukliane -bedeutend seltener werden. Die Gefahr einer vollständigen Ausrottung -ist allerdings wohl weniger zu fürchten, da diese Lianen ein ziemlich -zähes Leben haben und leicht wieder aus den zurückgebliebenen -unterirdischen Teilen neu aussprossen, außerdem aber in jedem Jahre -reichlich Samen ansetzen, aus welchen, wenn auch nur ein geringer -Prozentsatz, wieder neue Pflänzchen erstehen. In<span class="pagenum" id="Seite_56">[S. 56]</span> der Umgebung von -Victoria, wo vor Jahren durch dort ansässige schwedische Händler -am Kamerun-Gebirge Kautschuk-Raubbau im wahrsten Sinne des Wortes -betrieben worden sein soll, fangen die dort in den Wäldern vorhandenen -Lianen jetzt wieder an, Kautschuk zu liefern, so daß die Eingeborenen -daselbst bereits hin und wieder einigen Kautschuk zu den Kaufleuten -bringen.</p> - -<p>In Brazzaville, dem Regierungssitze des Hinterlandes des Congo -français, hatte man in den Straßen Manihot Glaziovii als Alleebäume -(häufig abwechselnd mit Mangobäumen) angepflanzt. Als ich die -Pflänzchen sah, waren dieselben etwa sechs Monate alt und hatten -sich bereits sehr schön entwickelt. Als Schattenbaum würde ich -Manihot Glaziovii entschieden nicht empfehlen, da die alten Blätter -gegen Ende der Trockenzeit häufig fast alle abfallen, ehe sich neue -entwickelt haben, die Stämme also einige Zeit hindurch vollständig -blattlos dastehen. Brauchbaren Kautschuk liefert der Baum in der -Umgebung des Stanley-Pool entschieden, wie ich an einigen Exemplaren -bei Leopoldville feststellen konnte. Allerdings ist der Ertrag kein -reichlicher, daher dürften natürlich keine großen Unkosten vorhanden -sein, um den Abbau des Kautschuks rentabel zu machen. Dies würde -nur in sonst wertlosen Steppengebieten bei einer von Eingeborenen -betriebenen Kultur möglich, welche dann für die Zukunft sich selbst -überlassen werden müßte. Der Baum würde sich dann durch Samen leicht -weiter fortpflanzen, wie ich es in Kamerun und am Stanley-Pool gesehen. -Von den bei Leopoldville verwilderten Manihotstämmen ließ ich einige -tausend Samen sammeln, um sie eventuell später an geeigneten Stellen in -unseren Schutzgebieten auszusäen.</p> - -<p>Da die „Hainant“ erst mit bedeutender Verspätung in Leopoldville -eintraf, außerdem infolge eines an Bord ausgebrochenen Feuers -reparaturbedürftig geworden war, so verzögerte sich meine Abreise -immer mehr. Endlich, am 20. Juni, erhielt ich von dem Kommandanten -von Leopoldville die Nachricht, daß ich mich zum 22. Juni morgens -zur Abreise mit der „Hainant“ bereithalten könnte. Natürlich packte -ich sogleich meine sämtlichen Lasten zusammen und ließ alles fertig -machen zum sofortigen Abbruch des Lagers, in dem wir alle uns -nunmehr recht heimisch zu fühlen begonnen hatten. Am 21. Juni ließ -ich meine sämtlichen Lasten mit Ausnahme der allernötigsten Sachen, -welche ich auch bis zum nächsten Morgen gebrauchte, an Bord der -„Hainant“ schaffen, um den Rest am nächsten Morgen in aller Frühe -nachfolgen zu lassen. Bei der Regierung erfuhr ich zu meiner nicht -geringen Überraschung, daß man mir für die Träger sowie die Ernährung -derselben nichts abnehmen wollte, ich solle mich auf meiner Reise -nach dem Innern,<span class="pagenum" id="Seite_57">[S. 57]</span> solange ich auf dem Gebiete des Staates sei, als -Gast desselben betrachten, man halte dieses für selbstverständlich. -Ein größeres Entgegenkommen, als ich es hier im Congostaate gefunden, -wäre wohl kaum möglich gewesen. Ich kann der Regierung desselben daher -nicht genug Dank für die Aufnahme sagen, welche ich erhalten, ohne -Unterstützung der Regierung wäre die Expedition, soweit sie sich im -Gebiete des Congostaates bewegte, sicher erfolglos verlaufen.</p> - -<p>Am frühen Morgen des 22. Juni schaffte ich noch den letzten Rest meiner -Lasten zum Dampfer hinüber, da dieser bereits um 7 Uhr abfahren sollte. -Auch hier sah ich wieder das Entgegenkommen der Regierung, denn man -hatte mir meinen Platz in der besten Kabine angewiesen.</p> - -<p>Um 7½ Uhr ertönte endlich das Signal zur Abfahrt, in einem großen -Bogen ging es, die Sandbänke und Felsen zu vermeiden, der Mitte -des Stromes zu. Der Dampfer war vollständig besetzt, teils von -Angestellten des Congostaates, teils von jungen Kaufleuten, welche -auf die verschiedenen Handelsstationen ins Innere geschickt wurden. -Da die „Hainaut“ zu den größten Dampfern gehört, welche den Congo -befahren, war die Anzahl der Passagiere für die Verhältnisse im Congo -keine geringe. Nach den mir gemachten Mitteilungen ist der Dampfer im -stande, 150 Tonnen zu tragen, für einen Flußdampfer auf dem Congo ein -enormes Gewicht. Er ist natürlich sehr breit und flach gebaut, wie die -meisten Heckraddampfer. Für die Passagiere sind die Kabinen auf dem -oberen Deck eingerichtet. Die Eingeborenen liegen zusammengepfercht in -Scharen auf dem unteren Deck herum. Da die „Hainaut“ deren immer eine -sehr bedeutende Menge mitführt (wir hatten etwa 250 Mann), so hat sie -bei den Stämmen am Strome den Namen „Bangala mingi“ (viele Menschen) -erhalten.</p> - -<p>Nach kurzer Fahrt legten wir noch einmal in Kinchassa an, wo wir -noch eine größere Menge von Gütern für die Handelsstationen im -Innern mitnehmen mußten, denn die Regierung verbietet einigen -größeren Gesellschaften, welche selbst Dampfer besitzen, auf dem -eigentlichen Congo für ihren eigenen Gebrauch Waren zu transportieren. -Diese Maßregel ist gewissermaßen als Abgabe für die Dampfer zu -betrachten, da die Regierung durch den Transport der Waren für diese -Handelsgesellschaften ihre bei der Fahrt stromauf sonst häufig leeren -Dampfer füllen kann. Die Gesellschaften haben für den Transport ihrer -Waren der Regierung pro Tonne eine bestimmte Abgabe zu zahlen. Die -auf den Handelsstationen im Innern erworbenen Produkte schaffen sie -dann auf den eigenen Dampfern nach dem Stanley-Pool hinunter. Von -Kinchassa<span class="pagenum" id="Seite_58">[S. 58]</span> fuhren wir erst gegen 1 Uhr fort, so daß wir noch während -des ganzen Nachmittags zu fahren hatten, ehe wir aus dem Stanley-Pool -hinauskamen. Oberhalb des Stanley-Pool wird der Congo infolge der -hügeligen Natur seiner Ufer sehr bedeutend eingeengt. Die Scenerie -ändert sich hier plötzlich, die Hügel sind im Flußthale mit dichtem -Walde bedeckt, während die Ufer des Stanley-Pool zum großen Teile -Savannenflora zeigten. Elefanten soll es hier in noch großen Mengen -geben. Da der Mond heute sehr hell schien, fuhren wir bis gegen 8½ -Uhr am Abend, obgleich dies sonst nicht üblich ist. Unserem Kapitän lag -aber sehr viel daran, um Zeit zu ersparen, noch den ersten Holzposten -zu erreichen. Daselbst angelangt, mußten sämtliche Eingeborenen das -Schiff verlassen, um am Lande zu schlafen, denn der Aufenthalt wird -ihnen über Nacht auf dem Schiffe nicht gestattet. Die Holzposten sind -in gewissen Abständen längs des Congo vom Staate errichtet worden, -um die vorbeifahrenden Dampfer der Regierung mit Holz zu versehen, -denn alle diese sind natürlich auf Holzfeuerung eingerichtet, da -der Kohlentransport zu teuer sein würde. Während der Nacht werden -die Dampfer dann stets, soweit dies möglich ist, wieder mit Holz -gefüllt. Zu diesem Zwecke führen alle diese Schiffe auf dem Strome -eine Anzahl von Holzschlägern und Holzträgern bei sich, welche auch -in den Gegenden, wo sich keine Holzposten befinden, für den Dampfer -Holz schlagen müssen. Infolge der großen Zahl der jetzt bereits auf -dem Congo fahrenden Dampfer fängt in häufiger besuchten Stellen -diese Holzfrage bereits an, für die Dampfer der Gesellschaften etwas -kritischer Natur zu werden. Diese Dampfer haben nicht das Recht, auf -den vom Staate eingerichteten Posten Holz einzunehmen, sondern müssen -durch ihre Holzhacker jede Nacht dasselbe mühsam zusammensuchen lassen. -Das in den Wäldern vorhanden gewesene tote Holz ist natürlich dann -bald abgetragen, so daß es den Dampfern oft schwer wird, die nötigen -Quantitäten ohne zu großen Zeitverlust zusammenzubringen. Das grüne, -lebende Holz der Bäume ist mit Ausnahme desjenigen vom Kopalbaume -frisch natürlich nicht für Heizungszwecke zu verwenden.</p> - -<p>Am nächsten Tage fuhren wir früh mit Tagesanbruch weiter. Die -Vegetation war im großen und ganzen dieselbe wie am vorhergehenden -Tage, d. h. im Thale des Stromes Galeriewald mit abwechselnden -kleineren und größeren Savannen, welche nicht selten mit Hunderten -von Borassuspalmen geschmückt waren. Die Spitzen der Hügel waren -selten bewaldet, meist sogar nur mit kurzem Grase bedeckt, während -die im Stromthale liegenden nicht selten mit riesigen Andropogon- -oder Setaria-Arten bestanden waren. Der Strom blieb noch immer so -eng, Inseln waren gar nicht vorhanden,<span class="pagenum" id="Seite_59">[S. 59]</span> höchstens hier und dort eine -kleine Sandbank, welche infolge des enorm tiefen Wasserstandes zu Tage -getreten war. Ohne anzulegen, fuhren wir den ganzen Tag hindurch bis -gegen Abend, da wir dann gezwungen waren, uns wieder mit frischem Holz -zu versehen. In den Wäldern hier waren allenthalben Elefanten- und -Büffelspuren zu sehen. Die Nacht war so empfindlich kalt gewesen, daß -ich mich, da ich unvorsichtig gewesen war, gehörig erkältete und am -nächsten Tage mich durchaus nicht wohl fühlte. Eine tüchtige Schwitzkur -half diesem Zustande jedoch bald ab, so daß ich schon am Nachmittage -mich wieder vollständig in Ordnung fühlte. Als wir am nächsten Tage -Kwamuth an der Mündung des Kassai erreichten, hatten wir zugleich -das Ende des als „Kanal“ gezeichneten eingeengten Teiles des Congo -erreicht, denn von dort an erweitert sich der Strom allmählich immer -mehr, bis er schließlich bei Bumba an seinem Oberlaufe seine größte -Breite erreicht.</p> - -<p>Den Posten Kwamuth besuchte ich zusammen mit dem Kommandanten -<em class="gesperrt">Maréchal</em>, welcher auf dem Dampfer Passagier war und nach dem -Tanganyika wollte, um sich dem Baron <em class="gesperrt">Dhanis</em> zur Disposition zu -stellen. Der Ort ist auf einem Hügel an der Mündung des Kassai erbaut -und ist, wie sämtliche Stationen im Innern, zugleich Militärposten. -Man hatte hier ziemliche Plantagen von Coffea liberica angelegt, die -eben in Blüte waren, es war ein prachtvoller Anblick. Da sich bei uns -an der Kamerun-Küste selbst Kaffeeplantagen nicht bezahlbar machen, -so sollte man kaum annehmen, daß es hier so weit im Innern der Fall -sein dürfte. Allerdings arbeitet der Congostaat hier mit bedeutend -billigerem Arbeitermaterial, doch ist dabei der Transport nicht außer -Acht zu lassen, denn derselbe würde bis zur Küste nicht unbedeutende -Kosten verursachen, während wir in Kamerun von vielen Plantagen den -Kaffee direkt auf die Dampfer verladen könnten. Die Eisenbahnfracht -allein beträgt 17 Ctms. pro Kilo, bei den jetzt sehr niedrigen Preisen, -welche der Liberia-Kaffee erzielt, viel zu große Unkosten. Gegenüber -dem Posten Kwamuth liegt eine belgische Missionsstation, Berghe St. -Marie, welche wohl die bedeutendste derartige Station im Innern sein -dürfte. Gegen Mittag fuhren wir weiter. Noch immer wechselten Savannen -und Urwald, doch bald wurden die Ufer immer niedriger, und kurz darauf -kamen die ersten Inseln in Sicht. Von nun an bot der Congo ein ganz -anderes Bild dar; allenthalben sah man dicht bewaldete Inseln aus -dem Wasserspiegel hervorragen. Wo die Ufer zu sehen waren, ragten -sie höchstens einige Fuß über dem Wasserspiegel hervor, Urwald trat -häufiger und in größeren Komplexen auf. An einer Insel von ziemlicher -Ausdehnung warfen wir am Abend Anker, um wieder Holz schlagen zu -lassen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_60">[S. 60]</span></p> - -<p>Am Vormittage des 26. Juni erreichten wir die amerikanische -Missionsstation Tschumbiri, welcher gegenüber wir inmitten des -Fahrwassers etwa eine Stunde lang vor Anker liegen blieben, um Post -abzugeben und etwas Proviant zu kaufen. Nicht weit davon entfernt -machten wir wieder an einem Holzposten Halt. Als wir dann gegen Mittag -fort wollten, stellte sich heraus, daß der Dampfer ein kleines Leck -bekommen habe, welches erst ausgebessert werden mußte. Wir waren -daher gezwungen, für den Rest des Tages hier zu verbleiben. Leider -bot der Platz nichts Interessantes dar, nicht eine Landolphia war zu -sehen. Die neuen Ankömmlinge benutzten hier natürlich die Gelegenheit, -ihren ersten Jagdeifer etwas zu stillen, ein Leguan (große 1½ m -lange Eidechse) und einige Tauben waren das Resultat ihres Jagdzuges. -Elefanten- und Büffelspuren waren reichlich zu sehen, doch schienen -sich die Tiere wohl zu hüten, sich einer solchen Zahl von Nimroden zu -zeigen.</p> - -<p>Während der Fahrt am nächsten Tage sahen wir häufig Nilpferde, welche -sich aber stets in zu großer Entfernung vom Dampfer hielten, um eine -sichere Zielscheibe zu bieten, ebenso waren die Krokodile sehr scheu. -Es ist unglaublich, welche große Mengen von Flußpferden hier noch im -Congo vorhanden sind, obgleich jährlich eine große Zahl derselben -geschossen und auch von den Eingeborenen harpuniert wird. Meist halten -sich die Tiere in kleinen Trupps von 5 bis 10 Stück auf und tauchen -sogleich unter, wenn ein Dampfer sich ihnen nähert, um dann nur hin und -wieder an der Oberfläche zu erscheinen, um Luft zu schöpfen. Sobald -sich ein solches Tier in der Nähe des Dampfers zeigt, wird darauf -geschossen, obgleich man die angeschossenen Tiere nur selten bekommen -kann.</p> - -<p>Als wir gegen Mittag an dem Posten Bolobo eintrafen, hatten wir ein -sehr lebendiges Bild vor uns; es wurde gerade Markt abgehalten. Die -Eingeborenen aus der Umgebung waren zu diesem Zwecke recht reichlich -zusammengekommen. Es wurden fast nur Eßwaren feilgeboten, welche -mit Mitakus, der hier üblichen Münze, d. h. Messingdrahtstücken von -ungefähr 20 cm Länge, zu kaufen waren. Die Verkaufenden standen hinter -einem kleinen Zaune in einer eigens zu dem Zwecke aufgebauten Hürde, -in welche der Kauflustige nicht hineinkommen durfte, sondern sich die -gekauften Sachen über den Zaun hinwegreichen lassen mußte. Man hat -diese Regelung des Marktverkehrs wohl hauptsächlich eingeführt, um die -Verkäufer vor Diebstählen zu schützen, denn alle diese Congo-Völker -gehören zu den gewandtesten Dieben, welche es giebt. Von seiten unseres -Schiffes wurden große Mengen von Lebensmitteln erstanden, welche teils -mit Mitakus, teils mit Zeug, Salz oder sonstigen Tauschartikeln<span class="pagenum" id="Seite_61">[S. 61]</span> -erhandelt wurden. Noch am Nachmittage setzten wir unsere Reise fort. -Wir waren jetzt vollständig im Bereiche der Congo-Inseln, welche zum -großen Teile von Sümpfen mit Wassergräsern durchzogen waren und daher -viele Nilpferde beherbergten. Es wurde natürlich auch jetzt wieder -tüchtig auf die Tiere geschossen und einige auch vielleicht verwundet, -doch konnten wir die Körper natürlich nicht bekommen, da zum Jagen der -verwundeten Tiere viel Zeit gehört, welche uns nicht zur Verfügung -stand. Als wir gegen 5½ Uhr anlegten, um für die Nacht Holz schlagen -zu lassen, benutzte ich die Gelegenheit wieder zu einer kleinen -Exkursion, während der ich zwei Landolphien ohne Blüten sah, die beide -aber keinen brauchbaren Kautschuk lieferten.</p> - -<p>Mit jedem Tage wurde der Fluß nun breiter, so daß wir häufig durch -die Inseln, welche immer zahlreicher wurden, von einem oder gar von -beiden Ufern nichts mehr sehen konnten. Die für die Dampfer mit -größerem Tiefgange wie die „Hainant“ einzig mögliche Fahrstraße schien -stellenweise schon sehr gefährlich, da das Wasser in diesem Jahre -bedeutend mehr gefallen war, als es sonst zu geschehen pflegte. Bei -der Fahrt stromauf ist die Gefahr nun allerdings nicht so groß als -im entgegengesetzten Falle, denn dann werden die Dampfer von der -gewaltigen Strömung im Congo nicht mitgerissen und auf die Sandbänke -gesetzt, wo sie sich dann, durch die Strömung getrieben, immer tiefer -einbohren. Als wir am Nachmittage des 28. Juni wieder anlegten, um Holz -schlagen zu lassen, betrat ich einen Wald, welcher trotz des niedrigen -Wasserstandes noch immer stellenweise unter Wasser stand, dessen Bäume -also sicher fast während des ganzen Jahres direkt im Wasser stehen, und -dennoch wuchsen hier Kautschuk liefernde Landolphien. Viele der Bäume -stehen ähnlich wie die Mangroven und Pandanus, welche letzteren hier -übrigens auch auftraten, auf Stützwurzeln, so daß dadurch die Stämme -über Wasser gehalten werden.</p> - -<p>Am 29. Juni befanden wir uns gegenüber der Sanga-Mündung, von der -natürlich infolge der vielen davor gelagerten Inseln nichts zu sehen -war. Der Fluß verengt sich von hier bis Coquilhatville wieder etwas -und ist weniger inselreich als unterhalb und oberhalb dieser Strecke. -Noch am Abend desselben Tages erreichten wir den Posten Lukulela, -welcher infolge seiner prachtvollen Wälder und des daselbst gewonnenen -Nutzholzes bekannt ist. Ich sah hier den schönsten Wald, welchen ich je -im Congo zu beobachten Gelegenheit gehabt hatte. Leider war es damals -schon zu dunkel, um die Anpflanzungen der Station in Augenschein nehmen -zu können, doch tröstete ich mich damit, daß ich wußte, bei meiner -Rückkehr bessere Gelegenheit dazu zu haben.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_62">[S. 62]</span></p> - -<p>Wie gewöhnlich setzten wir am folgenden Tage mit Tagesanbruch unsere -Reise stromaufwärts fort. Da ich sehr bald eingesehen, daß ich -später nicht im Lande umherreisen dürfte, ohne das Bangala, die hier -übliche Verkehrssprache, zu verstehen, so begann ich bereits auf dem -Dampfer, tüchtig Vokabeln zu lernen, um mich wenigstens einigermaßen -mit den Eingeborenen verständigen zu können. Es wurde während der -Mittagsstunden hier auf dem vollständig windstillen Congo so heiß, daß -ein jeder bei dem müßigen Leben, welches man an Bord des Dampfers zu -führen gezwungen war, erschlaffen mußte; wie sehr sehnte ich daher das -Ende der Fahrt herbei, um doch wenigstens wieder etwas thätig sein zu -können.</p> - -<p>Irebu war unser nächstes Ziel, welches wir noch am Abend desselben -Tages erreichten. Hier befand sich ein Camp d’Instruction, in welchem -die Soldaten, welche die verschiedenen Stämme für die Schutztruppe -des Staates liefern müssen, vorgebildet und gedrillt werden. Es -befanden sich damals etwa 400 dieser Soldaten auf Irebu. Kommandant -<em class="gesperrt">Jouniaux</em>, der Kommandant der Station, führte uns am nächsten -Tage, als der Dampfer, um Holz einzunehmen, den Ausfluß des Tumba-Sees -hinaufgefahren war, umher und zeigte uns die ziemlich bedeutenden -Kaffeeplantagen, welche von der Regierung hier angelegt worden waren. -Man stand gerade vor der Haupternte. Die Plantagen waren in gutem -Zustande gehalten, was insofern für die Regierung nicht schwer fällt, -als sie Arbeiter in Überzahl erhalten kann, indem sie einfach aus den -umherliegenden Dörfern die nötigen Leute requiriert, welche dann für -eine geringe Bezahlung und für ihre Beköstigung für eine gewisse Zeit -Arbeiten zu leisten haben. Nach allem, was ich hier in Irebu wie auch -später in Equateur sah, schienen sich die Leute bei dieser Behandlung -durchaus wohl zu fühlen.</p> - -<p>Auf der Weiterfahrt wurde gegen Mittag noch einmal Halt gemacht, um -wieder Holz einzunehmen. Am Abend legten wir kurz unterhalb <a href="#ill_p2305">Wangata</a> -für die Nacht an, um dann in aller Frühe erst bis Wangata, der -Hauptniederlassung der Société Anonyme Belge, weiterzufahren. Von -Wangata bis Coquilhatville oder Equateurville hatten wir nur eine kurze -Zeit zu fahren, so daß wir bereits um 11 Uhr daselbst anlangten. Ich -war natürlich froh, daß ich nun an meinem Ziele angelangt war und den -Dampfer verlassen konnte. Am Nachmittage ließ ich meine Lasten in das -mir angewiesene Haus hineinschaffen und richtete mich dann darin so -behaglich ein, als es eben ging.</p> - -<p>Coquilhatville ist eine der größten Stationen im Innern und gehört -wohl entschieden auch mit zu den wichtigsten; die Eingeborenen<span class="pagenum" id="Seite_63">[S. 63]</span> in -dem Distrikte sind immer mehr oder minder im Aufstande begriffen. Man -hat auf der Station riesige Kaffeeplantagen angelegt, in denen eine -sehr große Zahl von Arbeitern thätig ist. Der Chef des Cultures auf -der Station schien sich nach seinen Berechnungen einen sehr großen -Verdienst von den Kaffeeplantagen zu versprechen, doch wird man das -Resultat abwarten müssen, denn der hier angepflanzte Liberia-Kaffee -erzielt sehr geringe Preise auf dem europäischen Markte.</p> - -<p>Zur Besichtigung der Kautschukpflanzungen unternahm ich in Begleitung -des Chefs des Cultures eine Exkursion, auf welcher ich alles sah, -was davon vorhanden war. Hevea hatte man meiner Meinung nach auf zu -trockenem Terrain angepflanzt, die Pflanzen wuchsen zwar recht kräftig, -doch ist zu befürchten, daß man mit ihnen dieselbe Erfahrung machen -wird, wie es in Kamerun der Fall war. Manihot Glaziovii war auch in -einigen hundert Exemplaren vorhanden und hatte sich stellenweise sogar -schon selbst ausgesät. Von <a href="#ill_p1250">Kickxia latifolia Stapf</a> hatte man eine -Plantage von etwa 5000 Pflänzchen angelegt, welche auch sehr gut zu -gedeihen schienen, doch giebt diese Art, wie ich bald festzustellen -Gelegenheit hatte, ebenso wenig Kautschuk wie <a href="#ill_p2380">Kickxia africana Bth.</a>, -ist also deshalb vollständig zu verwerfen. Von Castilhoa elastica -war ein kleines Exemplar unter großen Schwierigkeiten und mit vieler -Mühe hierher geschafft worden; dasselbe war erst vor einigen Tagen -ausgepflanzt worden, so daß man noch nicht einmal sehen konnte, wie -sich die Pflanze entwickeln würde. In einem sumpfigen Walde hatte man -das Unterholz etwas weggeschlagen und eine Landolphia-Anpflanzung -begonnen. Die Pflänzchen waren in Abständen von 5 bis 7 m einzeln -oder zu zweien am Fuße der Bäume ausgesetzt und schienen sich in -diesem feuchten Boden recht wohl zu fühlen. Auch diese Anpflanzung -war erst sehr jungen Datums, so daß die Pflänzchen erst drei bis vier -Blätter entwickelt hatten. Ich halte es nicht für möglich, daß eine -solche Landolphia-Anpflanzung in sechs bis sieben Jahren anzapfbar -sein wird, wie häufig vermutet wird. Es ist nicht zu bestreiten, daß -dieselbe, wenn sie erst einmal zum Anzapfen reif ist, einen gewissen -Wert repräsentiert, doch wird trotz aller Vorsichtsmaßregeln in wenigen -Jahren der Kautschukertrag derselben bedeutend herabsinken, da bei der -äußerst runzeligen und ungleich dicken Rinde die Schnitte nur zu leicht -bis in die Cambiumschichten hineindringen. Hier im Congostaate weicht -die Landolphia mit der fortschreitenden Civilisation in erschrecklicher -Weise zurück. In größeren Quantitäten finden sich Kautschuklianen an -leichter zugänglichen Lokalitäten nur noch da, wo der Europäer noch -nicht dem Eingeborenen den Wert des Kautschuks<span class="pagenum" id="Seite_64">[S. 64]</span> hat klarmachen können. -Die Verordnungen, welche die Regierung erlassen hat, werden natürlich, -da sie unbequem sind, bei jeder möglichen Gelegenheit umgangen, denn -dadurch würde der Ertrag der Kautschuk-Liane bedeutend verringert -werden, und der Neger würde verlieren.</p> - -<p>Die Bossanga- oder, wie sie hier allgemein genannt wurde, -Bossassangapflanze, sah ich auch in der Umgebung der Station, besonders -am Rande der Wälder, sehr häufig. Wie ich vermutet hatte, waren es -<a href="#ill_p0650">Costusarten</a>, von denen ich zwei verschiedene Spezies unter diesem -Namen feststellen konnte. Die bis acht Fuß hohen Stengel werden -entblättert und dann in etwa fußlange Stücke geschnitten; durch Drehung -und Auswringen dieser Stücke erhält man den Saft in reichlicher -Menge, und kann ihn in diesem Zustande sofort bei der Koagulation der -Kautschukmilch verwenden. Dieselben Costus-Arten hatte ich bereits -in Kamerun viel gesehen und schon damals die Plantagenleiter darauf -aufmerksam gemacht, daß ich in ihnen die Bossangapflanze des Congo -vermute. Zur Untersuchung in Europa ließ ich zwei Flaschen mit -Bossassangasaft füllen; da derselbe sehr reichlich fließt, war das eine -Arbeit von einer halben Stunde.</p> - -<p>Ich machte nun im Laufe der folgenden Tage einige Exkursionen in die -Umgebung der Station, soweit dieses auf dem sumpfigen Terrain möglich -war. Die Kautschuk liefernden Landolphien sind alle ausgeschlagen, so -daß man zu neuen Anpflanzungen nicht einmal genügend Samen erhalten -kann. Einige Ficusarten und einen großen Stamm der Kickxia latifolia -zapfte ich an, konnte aber trotz aller Versuche und Anwendung der -verschiedensten Säuren keinen brauchbaren Kautschuk gewinnen. Es gelang -mir auch, einige Früchte der Kickxia latifolia zu finden, die bis -dahin noch nicht bekannt waren. Auch die Stämme der Manihot Glaziovii -ließ ich anzapfen und erhielt kleine Quantitäten guten Kautschuks, -welche aber zu gering waren, um ein plantagenmäßiges Anbauen hier zu -rechtfertigen. Mit den mir häufig gerühmten Kautschuk-Anpflanzungen in -Coquilhatville stand es also zur Zeit meines Aufenthalts keineswegs -besser als in Kamerun, im Gegenteil sind wir den Belgiern durch unsere -Kickxiaplantagen weit vorausgeeilt. Die Landolphia-Anpflanzungen -in Soppo sind auch bedeutend weiter entwickelt, als die im Congo -angelegten.</p> - -<div class="figcenter illowe32" id="ill_p0650"> - <img class="w100" src="images/ill_p0650.jpg" alt="" /> - <div class="caption"><em class="gesperrt">Costus Lukanusianus</em> - K. Sch.</div> - <div class="caption">A Oberes Stengelstück, B Blüte, C Staubblatt, D - Griffelkopf, E derselbe von der Seite, F Längsschnitt durch den - Fruchtknoten.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p0650_gross.jpg" - id="ill_p0650_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Man begann auch im Equateur-Distrikte Kakaopflanzungen in größerem -Maßstabe anzulegen; inwieweit sich diese rentieren werden, muß die -Zukunft beweisen, es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Niederschläge -zu unbedeutend sind, um eine gute Frucht erzielen zu können. Wie -ich später von den katholischen Missionaren<span class="pagenum" id="Seite_66">[S. 66]</span> am Ruki hörte, sollen -Proben von Kakaobohnen, welche sie zur Begutachtung nach Europa -geschickt hatten, als sehr minderwertig („13. oder 14. Qualität“) -bezeichnet worden sein. Sei es nun, daß die Fermentation oder das -Dörren nicht richtig vor sich gegangen ist, sei es, daß der Boden -nicht fruchtbar genug oder die Spielart an und für sich minderwertig -gewesen ist, dort hat man jedenfalls aufgehört, neue Pflanzungen -anzulegen. Hier in Equateur versprach sich der Chef des Cultures ein -gutes Resultat. Viel wird natürlich auch davon abhängen, welchen -Frachtsatz die Eisenbahngesellschaft für den Transport vom Stanley-Pool -bis Matadi ansetzen wird, denn für derartige Qualitäten würden die -Transportunkosten sehr leicht zu hoch werden.</p> - -<p>Von Coquilhatville aus wollte ich gern eine kleine Expedition ins -Innere nach der Gegend des Tumba-Sees machen, von wo eine nicht geringe -Menge von Kautschuk des Equateur-Distriktes kommt.</p> - -<p>Da der Kommissar des Distriktes zur Zeit sich auf einem Zuge gegen -die Eingeborenen jener Gegend befand, welche einen Aufstand begonnen -hatten, glaubte sein Stellvertreter, mir nicht die nötigen Träger geben -zu können. So war ich denn gezwungen, bis zur Rückkehr des Kommissars -zu warten.</p> - -<p>Um meine Zeit möglichst auszufüllen, unternahm ich am 8. Juli eine -Fahrt in einem Canoe den Ruki hinauf nach der Missionsstation der -Trappisten. Die Missionare hatten hier verschiedene Kulturen begonnen -und waren eben dabei, die Station zu vergrößern. Der Kaffee stand recht -gut, Kakao war mit dem Kakao von Kamerun nicht zu vergleichen, doch -waren die Pflanzungen recht schön sauber gehalten, wie überhaupt die -Station einen recht netten Eindruck machte. Diese Leute leben dort -äußerst einfach und bleiben bis zu ihrem Tode in Afrika, wenn sie nicht -etwa beständiger Krankheiten halber nach Europa zurückkehren müssen; -doch das kommt selten vor. In dem mit der Missionsstation verbundenen -Kloster lebten drei Nonnen, welchen die Erziehung der Mädchen oblag.</p> - -<p>Am 9. Juli traf der Kommissar des Distrikts ein. Als ich ihn von -meinem Wunsche in Kenntnis setzte, sprach er mir sein Bedauern aus, -daß er mir nicht erlauben dürfe, meine geplante Expedition ins Innere -auszuführen, da die Gegend zu unsicher sei, und er mir augenblicklich -die zu meiner Expedition nötigen Soldaten nicht geben könne. Ich -versuchte ihn umzustimmen, sah aber bald ein, daß es nichts half. Die -Gründe zu dieser Weigerung sind mir unklar geblieben, genug, ich sah -ein, daß man mich nicht nach dem Tumba-See hineinlassen wollte, denn -der Eingeborenen-Aufstand war damals schon erledigt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_67">[S. 67]</span></p> - -<p>Da ich nun keinen Grund hatte, noch mehr Zeit zu verlieren, so packte -ich meine Sachen bald ein, um dann am 11. Juli meine Reise nach der -Sanga-Mündung den Congo hinunter anzutreten. Ich hatte ein großes -Canoe mit zwölf Ruderern bekommen, welches mich zunächst bis Irebu -bringen sollte. Gern hätte ich selbst hier ein größeres Canoe käuflich -erworben, doch das war leider nicht möglich, da die sämtlichen großen -Canoes der Eingeborenen von der Regierung in Beschlag genommen waren -und die Leute nun natürlich keine großen Canoes mehr bauen wollten, um -sich nicht noch einmal derselben Gefahr auszusetzen.</p> - -<p>Nach etwa 1½stündiger Fahrt erreichten wir die amerikanische -Missionsstation bei Wangata, wo ich bei den sehr liebenswürdigen -Missionaren mich eine kurze Zeit aufhielt. Auf der Weiterfahrt ging es -über einige Stellen hinweg, welche infolge der starken Strömung eine -große Zahl von Strudeln bildeten. Hier wurde dann immer das Kommando -gegeben „koruka makessi“ (schnell rudern), um darüber hinwegzukommen -und nicht von den Strudeln mitgerissen zu werden. Längs der Ufer -waren Kopalbäume in riesigen Mengen vorhanden. Der hier helle Kopal, -welcher einer geringeren Qualität angehört, wird von den Eingeborenen -meist im Wasser gesammelt oder bei niedrigem Wasserstande auf den -Sandbänken, wo er oft in ziemlichen Mengen angeschwemmt wird. Man -hat hin und wieder versucht, größere Quantitäten nach Europa zu -schicken, doch sollen die Transportkosten zu hoch sein, so daß der -Export den jetzt noch durch die hohen Verdienste am Kautschuk und -Elfenbein verwöhnten Handelsgesellschaften noch nicht rentabel genug -erscheint. Der Frachtsatz für diesen sogenannten „weißen“ Kopal ist -auf der Congo-Eisenbahn vom Stanley-Pool bis Matadi auf 18 Ctms. -pro Kilo angesetzt worden; da hierzu noch die nicht unbedeutenden -Transportkosten auf den Dampfern bis Stanley-Pool kommen und ferner -auch noch die Fracht von Matadi nach Europa nicht gering ist, so läßt -sich natürlich verstehen, daß ein großer Verdienst bei minderwertigem -Kopal nicht herauskommt.</p> - -<div class="figcenter illowe31" id="ill_p0680"> - <img class="w100" src="images/ill_p0680.jpg" alt="" /> - <div class="caption"><em class="gesperrt">Landolphia florida Bth.</em></div> - <div class="caption">A Zweig, B Knospe, C Blüte, D Längsschnitt durch den - unteren Teil der Blüte. E Kelch und Griffel, F Querschnitt durch den - Fruchtknoten, G Griffelkopf, H Anthere.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p0680_gross.jpg" - id="ill_p0680_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Die keinen Kautschuk liefernde Landolphia florida, welche hier im -Congo in einer besonders schönen, großblütigen Varietät auftritt, war -allenthalben längs der Ufer reichlich vorhanden. Ich stellte sowohl -hier wie später in Bonga die möglichsten Versuche an, um Kautschuk -davon zu gewinnen, doch alles war vergeblich, obgleich die Standorte -häufig recht verschieden waren. Für mich ist die Frage für Kamerun -und für den Congo so weit erledigt; Landolphia florida giebt daselbst -keinen guten Kautschuk; wo andere Angaben vorhanden sind, dürften -sie sich wohl auf einen Irrtum, sei es in der Art, sei es in der -Bezeichnung des Produktes,<span class="pagenum" id="Seite_69">[S. 69]</span> zurückführen lassen; da viele Landolphien -einander sehr ähnliche Blätter haben, so kann man sich leicht in -der Art täuschen, zumal in den Wäldern häufig Kautschuk liefernde -Arten mit anderen vermischt wachsen. Als Kautschuk sind mir häufig -Produkte gezeigt worden, welche besser als Vogelleim bezeichnet werden -würden; außerdem neigt der Laie dazu, gern eine jede in den Tropen -weißen Milchsaft liefernde Pflanze, wie z. B. Ficusarten etc., als -Kautschukpflanze anzusehen. Auch Asclepiadaceen stehen häufig bei -Laien im Verdachte, Kautschuk zu liefern. So giebt <em class="gesperrt">Baillon</em> nach -aus dem Congo kommenden Notizen bei einer seiner neuen Tacazea-Arten -an, daß eine nicht geringe Quantität des Congo-Kautschuks von dieser -Pflanze herstammen solle. Ich habe nach eigenen Versuchen sowie trotz -eifriger Erkundigungen keine Tacazea-Art zu Gesicht bekommen, welche -wirklich Kautschuk lieferte.</p> - -<p>Der Congo und seine Nebenflüsse sind ungeheuer reich an Fischen, doch -wird von den Eingeborenen, deren einzige Fleischnahrung lange Zeit -hindurch die Fische bilden, der Fang derselben ziemlich vernachlässigt. -Ein jeder kleine Wasserlauf bietet den Leuten eben eine so reichliche -Ausbeute, daß sie sich gar nicht dabei anstrengen brauchen. In vielen -Gegenden wäre es für die Handelsgesellschaften vielleicht von großem -Nutzen, wenn sie zur Ernährung ihrer eingeborenen Arbeiter durch Leute, -welche den Fischfang wirklich kennen, täglich die nötigen Mengen -fangen lassen würden, ganz besonders in solchen Gegenden, wo man von -den Eingeborenen nur schwerlich Nahrung erkaufen kann, wie z. B. im -Sanga-Ngoko-Gebiete.</p> - -<p>Am 11. Juni gegen Mittag erreichten wir Ikenge, einen Holzposten des -Staates, wo ich für meine Ruderer etwas Mais erstehen konnte, denn -dieselben hatten seit dem Morgen noch nichts gegessen. Der Uferwald, -welcher nur wenige Fuß über dem Niveau des jetzt ausnahmsweise tiefen -Wasserstandes lag, war äußerst interessant. Wir hielten uns immer, -soweit nur irgend möglich, an dem Ufer des Flusses, um uns nicht in -den vielen Kanälen und Armen des Stromes zu verfahren. Affen und -Wasservögel (Reiher, Enten und Wasserhühner) gab es in großen Mengen. -Es gelang mir, verschiedene derselben für die Leute zu schießen, -ebenso einige Affen, von denen ich auf der Fahrt bis Irebu allein fünf -verschiedene Arten beobachtete. Im Wasser gab es viele Krokodile, -doch konnte ich nicht zum Schuß kommen, da die Tiere ungemein scheu -waren. Nilpferde sahen wir gar nicht. Es war mir übrigens schon vorher -aufgefallen, daß wir auf der Reise von Irebu bis Coquilhatville -nichts von den sonst so häufigen Tieren gesehen. An vielen Stellen, -wo ich<span class="pagenum" id="Seite_70">[S. 70]</span> anlegen lassen konnte, benutzte ich die Gelegenheit, den -Wald etwas zu untersuchen, fand aber immer dieselben Zustände: die -Kautschuklianen waren alle ausgeschlagen. Calamusarten waren häufig, -besonders am Flußrande bildeten sie nicht selten undurchdringliches -Gestrüpp. Ein jeder Versuch, sich ohne Cutlas durch diese Gebüsche -hindurchzuarbeiten, würde scheitern, die zurückgebogenen Haken an der -verlängerten Blattspitze halten einen jeden Eindringling zurück. Da -ich, wenn irgend möglich, am folgenden Tage in Irebu eintreffen wollte, -so ließ ich bis gegen 7 Uhr abends rudern. In der bereits eingetretenen -Dunkelheit war es dann nicht leicht, einen geeigneten Landungsplatz zu -finden, außerdem machen die vielen Baumstämme im Strome eine Canoereise -bei der Dunkelheit sehr gefährlich. Als wir eben das Zelt aufstellen -wollten, fing es plötzlich an in Strömen zu regnen, so daß noch alle -Lasten nass wurden, ehe wir sie bergen konnten. Auch mein bereits -draußen aufgestelltes Feldbett wurde derartig durchnäßt, daß ich an -Schlaf nicht denken konnte, da mir keine trockenen Decken zur Verfügung -standen. Nachdem ich mich daher selbst trocken umgezogen hatte, ließ -ich ein Feuer im Zelte unterhalten, um mich zu erwärmen und die in -Scharen erscheinenden Moskitos durch den Rauch fortzujagen.</p> - -<p>Am nächsten Morgen ließ ich bereits um 5½ Uhr weiterfahren. Nach dem -Regen hatte sich die Temperatur gehörig abgekühlt, auch lag ein feiner -Nebel auf dem Flusse, der sich erst mit Aufgang der Sonne hob. Es war -ein herrlicher Morgen. Nach einer Stunde erreichten wir das Nachtlager -eines Inspektors der Telegraphenlinie, welche längs des rechten Ufers -vom Stanley-Pool nach Coquilhatville im Bau begriffen war. Der Herr -war am Tage vor mir von Coquilhatville abgefahren und wollte auch nach -Irebu zurückkehren. Da sein Canoe schneller lief als das meinige, lud -er mich ein, mit ihm zu fahren und mein Canoe nachkommen zu lassen. -Wir machten unterwegs einige Fahrtunterbrechungen, er, um die Linie -zu inspizieren, ich, um mir die Zusammensetzung des Waldes anzusehen. -Als wir gegen 12½ Uhr in Irebu anlangten, war von meinem Canoe -noch nichts zu sehen, dasselbe traf erst gegen 2 Uhr ein; natürlich -hatten sich die Leute, da ich nicht dabei war, auch nicht übermäßig -angestrengt. Da in Irebu zur Zeit kein größeres Canoe zu finden war, -wurde ich leider gezwungen, daselbst einige Tage Rast zu machen, bis -ein solches eintraf. Kommandant <em class="gesperrt">Jouniaux</em> versuchte, mir den -Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen; er führte mich auf der -Station umher und gab mir Aufklärung über die verschiedensten Dinge, -welche mich interessierten. Auf einigen kleinen Exkursionen, welche ich -in der Umgegend unternahm, hatte ich Gelegenheit, den Charakter der -Wälder in der Umgegend kennen<span class="pagenum" id="Seite_71">[S. 71]</span> zu lernen. Da es ziemlich ausgedehnte -Grassteppen in Fülle hier gab, in denen diese Wälder, selten größere -Komplexe bildend, zerstreut umherlagen, so war natürlich auch die -Vegetation dieser Buschwälder eine ganz andere, als ich sie im Congo -vorher kennen gelernt hatte. Landolphien waren hier und da vereinzelt -anzutreffen, aber nur in dünnstämmigen Exemplaren, welche von den -Eingeborenen noch nicht angeschnitten wurden. Landolphia florida war -längs der Flußufer sehr verbreitet. Die orangegelben Früchte werden von -den Affen gern gefressen, da die Samen von einer süßen Pulpa umgeben -sind. Costus- (Bossassanga-) Arten waren allenthalben am Rande der -Wälder und Gebüsche reichlich vorhanden. Da wo frisch Urwald geschlagen -wird, stellen sich die Pflanzen gewöhnlich sehr bald ein. Ein nicht -unerheblicher Teil der Grassavannen war mit Borassuspalmen bedeckt, -was der ganzen Landschaft einen recht imposanten Anblick verlieh. -Die Früchte der Borassuspalme werden nur selten von den Eingeborenen -gesammelt, da sie von einem süßlichen Fruchtfleische umgeben sind, doch -wird in vielen Gegenden der Stamm direkt unterhalb der Krone angebohrt -zur Gewinnung von Palmenwein. Nicht selten sieht man Strecken, in denen -die Borassuspalmen durch dieses Anbohren getötet sind.</p> - -<p>Endlich, am 17. Juli, traf das langersehnte Canoe ein, so daß ich am -18. Juli abreisen konnte. Das Canoe war sehr dick gebaut und hatte -vorn und hinten eine kleine Plattform, auf welcher noch einige Ruderer -stehen konnten; es ist dieses eine Eigentümlichkeit der Ubangi-Canoes, -von denen die größeren sogar Plattformen für sechs bis sieben Ruderer -vorn und hinten besitzen sollen. Infolge langjährigen Gebrauches -war das Fahrzeug an den Seiten etwas defekt geworden, so daß ich -zweifelte, meine sämtlichen Lasten unterbringen zu können. Als wir dann -am Nachmittage abfuhren, ragte, nachdem sich noch meine zehn Ruderer -(Congostaat-Soldaten und ein Sergeant) hineingesetzt hatten, eben nur -noch der oberste Rand an den Seiten empor, so daß ich sehr bezweifelte, -richtig in Lukulela anzukommen. Noch länger in Irebu warten wollte -ich auch nicht, da das nächste größere Canoe, welches man mir zur -Verfügung hätte stellen können, erst nach einer weiteren Woche erwartet -wurde. Das Wetter war für die Reise in dem defekten Canoe nicht gerade -das beste, denn es wehte eine ziemlich steife Brise auf dem Strome. -Von Insel zu Insel weiter zur Mitte des Flusses fahrend, machten -wir allmählich schnelleren Fortschritt, je mehr wir in den Strom -hineingelangten. Wir waren kaum eine Stunde von Irebu fortgefahren, als -sich plötzlich ein riesiges Nilpferd etwa zehn Schritte vor dem Canoe -aus dem Wasser hob und brüllte. Da wir inmitten des Flusses waren, war -die Lage nicht<span class="pagenum" id="Seite_72">[S. 72]</span> sehr angenehm, um so mehr, als ein Stoß des Tieres -genügt hätte, uns mit sämtlichen Lasten umzuwerfen. Ich ließ den Kurs -etwas ändern und hielt mein Gewehr in Bereitschaft. Das Tier tauchte -sogleich wieder unter und erschien kurz darauf wieder hinter dem Canoe. -Nun glaubte ich feuern zu müssen, denn das wütende Tier hatte offenbar -die Absicht, uns anzugreifen. Ein Schuß ertönte, und mit furchtbarem -Geheul tauchte der Riese wieder unter, ohne sich zu einer zweiten Salve -sehen zu lassen, denn nun hatte ich den Soldaten befohlen, auch ihre -Gewehre in Bereitschaft zu halten. Die Leute meinten zwar, daß ich das -Tier tödlich verletzt habe und daß es nach etwa einer Stunde wieder -oben an der Wasserfläche erscheinen würde, doch war ich nicht meines -Schusses sicher genug, um deshalb Zeit zu verlieren, zumal, da es dann -sehr fraglich gewesen wäre, ob wir noch einen Lagerplatz für die Nacht -gefunden hätten, und in meinem Canoe mir die Fahrt die Nacht hindurch -zu gefahrvoll vorkam. Von Insel zu Insel weiter vordringend, kamen -wir gegen Abend in Sicht des französischen Congo-Ufers, auf dem mir -meine Leute bald die Missionsstation Lironga zeigten. Da es bereits zu -dunkeln anfing, ließ ich auf die Station zusteuern und traf auch gegen -6½ Uhr wohlbehalten daselbst ein. Die französischen Missionare luden -mich ein, bei ihnen über Nacht zu bleiben.</p> - -<p>Bevor ich nächsten Morgen weiterfuhr, machte ich einen kleinen -Rundgang auf der Station. Alles war vorzüglich in Ordnung gehalten, -besonders die verschiedenen Anpflanzungen. Hier sah ich auch seit -längerer Zeit einmal wieder ein Batatenfeld. Die Negerjungen, welche -hier erzogen werden, werden sehr streng gehalten und sollen vor allen -Dingen zu guten Arbeitern herangebildet werden. Nach allem, was ich -hier sah, schien es, als ob man den Knaben auch schon etwas Tüchtiges -beigebracht habe. Bei Frühstück erzählten mir die Herren einige ihrer -Jagderlebnisse mit Elefanten, von denen diese Gegend noch voll ist. -Da die Tiere die Anpflanzungen nicht selten zerstören sollen, ist es -natürlich eine große Freude für die Station, wenn eins derselben erlegt -wird, ganz abgesehen davon, daß dadurch riesige Mengen von Fleisch -gewonnen werden, welches dann unter die Eingeborenen verteilt wird, -denn dasselbe wird sehr geschätzt. Als ich gegen 7 Uhr aufbrach, war -das Wasser des Stromes derartig bewegt, daß mir die Missionare rieten, -noch länger zu bleiben, ich mußte es aber ausschlagen, denn ich wollte -nicht zu viel Zeit verlieren.</p> - -<p>Die Fahrt über den Congo an jenem Tage werde ich nicht vergessen. -Anfangs ging alles gut, das Canoe wurde zwar immer hin und her -geschleudert, doch schlugen die Wellen selten über den Rand; je mehr -wir aber nach der Mitte des Stromes kamen, desto<span class="pagenum" id="Seite_73">[S. 73]</span> furchtbarer wurde -die Fahrt. Die Leute wußten vor Furcht kaum mehr meinen Befehlen -zu gehorchen, denn das Getöse war betäubend, ebenso schlugen die -Wellen beständig in das Canoe hinein, so daß zwei Leute nur immer das -eindringende Wasser ausschöpfen mußten; ich selbst glaubte nicht mehr -daran, daß wir das andere Ufer erreichen würden, denn mehr als einmal -sah ich Wellen kommen, von denen ich sicher glaubte, umgeworfen zu -werden, und nur durch plötzliche Wendungen des Canoes wurde dieses -vermieden. Ich selbst ruderte mit allen Kräften und arbeitete mich -dabei trotz des starken, kalten Windes, welcher wehte, tüchtig in -Schweiß, dabei hatte ich noch auf alles aufzupassen, denn die Leute -selbst waren ganz kopflos geworden. Es waren einige aufregende Stunden. -Endlich gegen 10 Uhr gelang es uns, eine Sandbank zu erreichen, wo -ich anlaufen ließ, um mich nicht noch einmal der Gefahr auszusetzen, -mit Mann und Maus zu ertrinken oder den Krokodilen zum Opfer zu -fallen. Kaum hatten wir das Canoe auf den Sand gezogen, als sich -ein furchtbarer Tornado mit einem echten Tropenregen erhob, der -uns in Kürze alle bis auf die Haut durchnäßte. Wären wir noch eine -halbe Stunde länger auf dem Wasser gewesen, so wäre das Canoe sicher -untergegangen. Wie ich richtig vermutet hatte, legte sich nach dem -Regen der Sturm auch bald, und das Wasser wurde allmählich ruhiger, -so daß wir um 12 Uhr unsere Fahrt wieder aufnehmen konnten. Die Leute -fanden denn auch bald ihre Courage wieder, besonders da ich auf der -Sandbank drei Enten geschossen hatte, welche ich ihnen schenkte, denn -wenn der Neger seinen Magen gefüllt hat, so ist er noch einmal so gut -zu gebrauchen. Als kurz darauf die Sonne wieder erschien, zeigten sich -bald die verschiedensten Wasservögel und Affen wieder. Es gelang mir -auch noch, einige derselben zu erlegen, worüber meine Leute derartig -in Freude gerieten, daß sie sogleich einen Gesang auf den „Mundele -na niama mingi“ (weißen Herrn, der viel Fleisch giebt) anstimmten. -Da die Leute wußten, daß sie am Abend das Fleisch der erlegten Tiere -bekommen würden, ruderten sie mit doppeltem Eifer, so daß wir im Laufe -des Nachmittags eine große Strecke zurücklegen konnten. Die Vegetation -am Flußrande blieb dieselbe, wie ich sie bereits früher beobachtet -hatte. Nilpferde wurden immer häufiger, hin und wieder zeigte sich -auch ein Krokodil auf den Sandbänken oder träge im Wasser schwimmend. -Eine Kugel, welche ich immer für diese Tiere in Bereitschaft hielt, -trieb dieselben bald aus ihrer Ruhe. Als ich am Abend einen geeigneten -Lagerplatz gefunden und mein Zelt aufgestellt war, ging ich sogleich, -ohne erst ein Abendesssen einzunehmen, zur Ruhe und verfiel sofort in -einen tiefen Schlaf, so war ich von der Aufregung des heutigen Tages -erschöpft; selbst die vielen Moskitos, welche mich umschwärmten, -konnten mich nicht aufwecken.<span class="pagenum" id="Seite_74">[S. 74]</span> Wieder vollständig erfrischt, ließ ich -am folgenden Tage, nachdem das Zelt schnell eingepackt war, gegen 6 -Uhr weiterfahren. Wir trafen heute mehr Nilpferde, als ich je vorher -gesehen; häufig schien es fast, als ob sie uns entgegenkommen wollten, -um uns anzugreifen. In solchem Falle wurde unter großem Lärm tüchtig -fortgerudert, ich stellte mich bereit, um etwa zu nahe herankommende -Tiere mit einer Kugel zu empfangen. Es ist mir merkwürdigerweise nie -passiert, daß mein Canoe von Nilpferden umgeworfen wurde, obgleich das -auf Reisen im Congo nicht selten vorkommt, und einige Herren daselbst -nur zu häufig das Unglück zu haben scheinen. — In den Gegenden, wo die -Europäer noch nicht häufig vorgedrungen sind und den Nilpferden daher -noch nicht derartig nachgestellt worden ist, sind dieselben natürlich -lange nicht so bösartig als im viel befahrenen Congo. Es ist sicher, -daß der Jahre des Vorhandenseins von Nilpferden in den afrikanischen -Flüssen nicht mehr sehr viele kommen werden, wenn man fortfährt, diese -Tiere in derselben Weise zu vernichten, wie es jetzt geschieht. Die -Jagd auf Nilpferde ist leicht und kaum sehr gefahrvoll, denn die Tiere -sind sehr dumm, es gehört also gar kein besonderer Heldenmut dazu, eins -zu töten. Am Vormittage fuhren wir zum großen Teile am Rande großer, -häufig sumpfiger Savannen entlang, in denen offenbar viele Büffel -vorhanden waren, wie die zahlreichen Spuren am Flußrande bewiesen.</p> - -<p>Als wir uns gegen 12 Uhr eben an Land begeben wollten, ging eine -Büffelherde trabend davon, die ganze Gegend war offenbar äußerst -wildreich. Ich schoß mir noch zum Frühstück eine prachtvolle große -Ente. Wir lagerten in einem herrlichen Wäldchen, dessen Bäume von den -Blüten einer wundervollen rosenroten Milletia bedeckt waren. Einige -in der Nähe unseres Lagerplatzes stehende Ficusarten untersuchte ich, -doch, wie ich erwartet, ohne ein günstiges Resultat zu erzielen. Als -wir uns eben wieder auf der Fahrt befanden, brach plötzlich ein Tornado -aus, der von einem starken Regen begleitet wurde und mich also zwang, -wieder an Land anlaufen zu lassen und das Canoe mit dem ausgebreiteten -Zelte zu überdecken. Wir wurden alle arg durchnäßt, doch das hielt uns -nicht ab, sogleich nachdem sich der Tornado gelegt hatte, weiter zu -fahren. Am Abend fanden wir einen wundervollen Lagerplatz, der aber -von Büffeln und Nilpferden vollständig zertreten war. Im Wasser vor -uns schwammen etwa 10 Nilpferde umher, welche uns eifrig beobachteten, -hier und da erhob sich eins derselben brüllend, um dann wieder für -einige Zeit zu verschwinden. Ich streifte mit einem meiner Leute -noch umher, um mir einen Abendbraten zu schießen, und hatte auch das -Glück, mich mehrmals an einen Schwarm Enten heranschleichen zu können, -von denen ich fünf erlegen konnte. Das<span class="pagenum" id="Seite_75">[S. 75]</span> gab wieder ein Fest für die -Leute. In der Nacht wurden wir derartig durch die sich immer näher an -uns heranwagenden Nilpferde, welche durch ihr Gebrüll uns im Schlafe -störten, belästigt, daß ich beschloß, den Tieren ein Andenken zu geben. -Ich schoß auf das uns im Wasser am nächsten schwimmende Tier, das -übrigens kaum 20 Meter entfernt war, und traf es so günstig, daß es mit -einem furchtbaren Geheul unterging. Ich hatte keinen Zweifel, daß ich -das Tier tödlich verwundet hatte, wodurch seine Genossen sich denn auch -wohlweislich in besserer Entfernung hielten. Meine Leute mußten dann -während der Nacht noch wiederholt auf einige allzu freche Exemplare -schießen, um dieselben wieder zu verscheuchen.</p> - -<p>Am nächsten Morgen befürchtete ich zwar einen Angriff seitens der -Hippopotamen auf mein Canoe, dieselben ließen uns aber ruhig abziehen, -offenbar froh darüber, nun auch auf die Weide gehen zu können.</p> - -<p>Das Wasser war wieder sehr bewegt, außerdem hatten wir eine sehr starke -Brise gegen uns, so daß wir nur langsam fortkamen. Das Flußbett war -zum Überflusse reichlich mit Felsen besät, so daß wir nicht selten in -Gefahr kamen, unser Canoe zu zerschellen, und häufig genug konnten -wir hören, wie wir eben an die Spitzen eines solchen scharfen Felsens -anstreiften. Gegen 9 Uhr kam der Posten Lukulela in Sicht, nach einer -weiteren Stunde trafen wir daselbst ein. Die „Hainaut“, welche bei dem -Tornado am vorhergehenden Tage etwas Havarie erlitten, lag hier vor -Anker und wurde für die Fahrt nach dem Stanley-Pool etwas repariert. -Leutnant <em class="gesperrt">Serulea</em>, der Kommandant des Postens, empfing mich sehr -liebenswürdig und wies mir eine recht angenehme Wohnung an.</p> - -<p>Nachdem die „Hainaut“ gegen Mittag abgefahren war, machte ich mit Herrn -<em class="gesperrt">Jacquier de Longprès</em>, dem Stationsassistenten, einen Rundgang -auf der Station. Der Kakao stand hier besser als in Coquilhatville, -was ich dem offenbar besseren Boden zuschreibe; der Kaffee war auch -gut gehalten; die ganze Station machte überhaupt einen recht netten -Eindruck, eine Thatsache, die um so anerkennenswerter ist, als man hier -nur eine geringere Zahl von Arbeitern beschäftigte. Kautschuksamen -waren erst ausgelegt worden, daher also war noch nichts von den -Pflanzen zu sehen. Einige alte Kautschuklianen hatte man beim Umlegen -des Waldes geschont, dieselben waren ziemlich alt und gaben guten -Kautschuk. Wenn die Eingeborenen im Walde eine solche Liane finden, so -machen sie zunächst den Baum oben von den Zweigen möglichst frei, bis -sie die ganze Liane herunterziehen können, dieselbe wird darauf längs -des Bodens möglichst ausgebreitet und durch Astgabeln oder Unterlagen -von Holzklötzen und Steinen etwa einen Fuß über den Boden erhoben, -dann<span class="pagenum" id="Seite_76">[S. 76]</span> erst werden in Abständen von etwa einem Fuß Einschnitte gemacht, -aus denen dann die Latex in die zu diesem Zwecke untergesetzten -Gefäße (meist Lehm- oder Thontöpfe) hineinläuft. Natürlich werden -die Lianen von den Eingeborenen gewöhnlich so tief angeschnitten, -daß sie bereits nach einmaligem Anzapfen zu Grunde gehen. Trotz der -verschiedenen Behauptungen und Veröffentlichungen diesbezüglich, habe -ich mich während meiner Reise überzeugen können, daß man im Congo den -Kautschukpflanzen auch nicht mehr Schonung angedeihen läßt als in den -anderen Ländern Afrikas. Die Regierung versucht zwar, durch Erlasse -aller Art gegen den Raubbau zu arbeiten, doch sind es zum Teil die -Ausführenden selbst, welche den Raubbau ermutigen, da sie dadurch -einen großen momentanen Gewinn erzielen, der sonst ihren Nachfolgern -in die Hände fallen würde. Leider waren an den Kautschuklianen hier in -Lukulela weder Blüten noch Früchte zu finden, so daß ich nicht die Art -feststellen konnte.</p> - -<p>Am Nachmittage des nächsten Tages lud mich der Kommandant zu einer -Jagd auf Büffel und Elefanten ein. Wissend, daß ich somit tiefer in -die Wälder hineinkommen würde und daselbst vieles mir Neue zu sehen -bekommen würde, sagte ich sehr gern zu. Wir fuhren daher noch am -Nachmittage über den Congo hinüber und landeten zunächst an einer mit -hohem Grase bedeckten Ebene, wo wir Büffelspuren in Menge fanden. -Nachdem die nötigsten Vorbereitungen zur Errichtung des Lagers für die -Nacht getroffen waren, brachen wir sogleich zur Jagd auf. Trotz der -ganz frischen Spuren gelang es uns jedoch dennoch nicht, innerhalb der -ersten zwei Stunden eines der Tiere zu sehen. Als dann ein plötzlich -aufgejagter Leguan noch geschossen wurde, gaben wir die Jagd auf die -Büffel auf, da die durch den Schuß gewarnte Herde sich nunmehr sicher -doppelt vorsichtig bewegen würde, wenn sie nicht überhaupt entflohen -war. Nachdem wir einen Sumpf überschritten hatten, drangen wir in einen -daran angrenzenden dichten Wald ein. Nach verschiedenen Streifzügen, -auf welchen wir sehr viele frische Elefanten- und Büffelspuren -antrafen, wurden wir von unserem eingeborenen Fährtenfinder plötzlich -gewarnt und stießen auch wirklich auf eine Herde von Wildschweinen. -Im nächsten Augenblicke krachten schon unsere Schüsse auf die Tiere -nieder. Die meisten wurden verwundet, drei gelang es zu töten. -Unterdessen war es nun auch Zeit geworden, an den Rückweg zu denken, -damit wir noch die Flußufer vor Anbruch der Dunkelheit erreichen -könnten. Erst spät am Abend kamen auch unsere Leute mit den erlegten -Wildschweinen an, von denen wir uns dann noch zum Abendessen einige -saftige Stücke braten ließen. Der Mond war bereits in seiner vollen -Pracht aufgegangen, als wir uns zum Abendessen<span class="pagenum" id="Seite_77">[S. 77]</span> niedersetzten, um -sofort durch unsere Leute auf einige auf dem Flusse dahinschießende -Canoes aufmerksam gemacht zu werden. Da uns diese fluchtähnliche Fahrt -der Canoes verdächtig vorkam, riefen wir die Insassen der Canoes -an. Dieselben ruderten daraufhin jedoch noch schneller. Leutnant -<em class="gesperrt">Serulea</em>, welcher bereits einige Zeit in der Gegend war, -vermutete daher sehr richtig, daß die Insassen des Canoes desertierte -Soldaten aus Irebu seien, welche nach dem französischen Posten -Lukulela (français) entweichen wollten, und sandte ihnen daher einige -Kugeln nach. Auch wurde sofort unser Canoe zum Einfangen der Leute -nachgeschickt. Diesen gelang es jedoch, sich im Schatten einer Insel zu -verbergen, wo sie dann nicht mehr zu finden waren. Erfolglos kehrten -daher unsere Leute zurück.</p> - -<p>Schon um 4 Uhr setzten wir am nächsten Morgen unsere Jagd weiter -fort. Da wir vermuteten, daß das durch unsere Schüsse gewarnte Wild -sich nun weiter fort begeben habe, fuhren wir den Strom etwa eine -Stunde weiter hinauf. Am Rande eines Sumpfes wurde dann ein Lager -aufgeschlagen. Das Überschreiten dieses Sumpfes, welcher uns von dem -Walde trennte, war mit einigen Schwierigkeiten verknüpft, schon bei -den ersten Schritten sank man bis über die Kniee ein. Nachdem wir -endlich in dem etwas trockneren Walde angelangt waren, gingen wir sehr -vorsichtig vor, da wir frische Elefantenspuren in Menge bemerkten und -daher die Tiere in unmittelbarer Nähe vermuteten. Nach etwa 1½ -Stunden gab unser führender eingeborener Elefantenjäger, welcher -weniger ein guter Schütze als ein vorzüglicher Fährtenfinder war, -ein Zeichen, woraufhin wir unseren Leuten zurückzubleiben befahlen -und nun mit doppelter Vorsicht vorschlichen. Bald sahen wir zwei -fressende Elefanten vor uns, welche uns noch nicht bemerkt hatten. -Bis auf 40 m gelang es uns unbemerkt heranzukommen, als das Männchen -sich plötzlich wendete und uns bemerkte. Eben schien sich das Tier mit -weitabstehenden Ohren auf uns werfen zu wollen, als auch schon unsere -Schüsse erklangen und der Riese lautlos zusammenbrach, die Zähne in den -Boden stoßend. Es war ein Anblick, den niemand vergessen wird, der je -etwas ähnliches gesehen. Das Weibchen gab nun sofort Fersengeld. Einige -ihm nachgesandte Schüsse verwundeten es zwar, konnten ihm aber keinen -besonderen Schaden zufügen, da wir nur den hinteren Teil des Tieres zum -Ziel nehmen konnten. Dem gestürzten Elefanten jagten wir nun nochmals -drei Kugeln in den Kopf, um ihm vollends den Garaus zu machen. Unsere -unterdessen herbeigekommenen Leute benahmen sich wie toll vor Freude -auf die Aussicht, nun einmal wieder tüchtig Elefantenfleisch zu essen -zu bekommen, und führten einen wahren Freudentanz um den gefällten -Riesen herum auf. Nachdem<span class="pagenum" id="Seite_78">[S. 78]</span> wir darauf den Befehl gegeben, das Tier zu -zerlegen und die Teile in unser Lager zu bringen, brachen wir auf, um -nach weiterer Beute zu suchen. Bald traten wir in einen wundervollen -Wald hinein, welcher von Elefantenpfaden nach allen Richtungen hin -durchkreuzt war. An einigen sumpfigen Stellen sah man, daß sich noch -kurz vor uns die Tiere darin herumgewälzt hatten, genug, wir sahen -hier, daß wir uns inmitten eines von Elefanten dicht belebten Striches -befanden. Unser Jagdeifer wuchs natürlich nun nach dem erfolgreichen -Morgen sehr bedeutend. An einem Baum, dessen sehr saftreiche Rinde -die Elefanten sehr gern zu fressen schienen, sahen wir sowohl an der -ganz frisch abgeschälten Rinde wie an den noch rauchenden Exkrementen, -daß wir den Tieren sehr nahe sein mußten. Eine über uns in den Bäumen -sich aufhaltende Affenherde verdarb uns aber das Vergnügen durch das -wüste Geschrei, welches die Gesellschaft, die offenbar nie vorher einen -weißen Menschen zu Gesicht bekommen, ausstieß, als sie uns bemerkte. -Wir wurden so ärgerlich über die uns nun von Baum zu Baum verfolgende -Herde, daß wir schließlich beschlossen, die Tiere zu verjagen, da sonst -weitere Erfolge unmöglich waren. Es blieb uns daher nichts anderes -übrig, als einige der Tiere herunterzuknallen. Ruhig blieben dieselben -sitzen, als unsere Kugeln um sie herumpfiffen. Als sie aber, nachdem -einige heruntergefallen, doch einsahen, daß unsere Gewehre nicht -ganz harmlose Dinge waren, entflohen sie unter entsetzlichem Geheul. -Nun erst konnten wir weiter den Spuren der Elefanten folgen. Gegen -Mittag gelang es uns denn auch wieder, an einige Tiere heranzukommen, -welche wir allerdings wegen des sehr dichten Unterholzes nur zum Teil -sehen konnten. Wir verwundeten das eine offenbar sehr schwer, denn -der Blutverlust des Tieres mußte nach den Spuren, welchen wir nachher -folgten, sehr bedeutend sein, und an verschiedenen Stellen schien es, -als sei das Tier zusammengebrochen, aber es gelang uns dennoch nicht, -die Spuren weiter zu verfolgen, da sie sich allmählich in der alten -Spur wiederfanden und uns so immer wieder irre leiteten. Nach einigen -Stunden vergeblichen Suchens nach dem verwundeten Elefanten, von dem -wir berechtigt waren zu glauben, daß er unterdessen bereits vollständig -zusammengebrochen sei, war es denn auch Zeit, an die Rückkehr zu -denken, besonders da sich in unseren Magen bald eine bedeutende Leere -bemerkbar machte. Nach einem Kompaß durch Dick und Dünn marschierend, -gelangten wir, nachdem wir einige Sümpfe überschritten hatten, in -welche wir bis über die Hüften einsanken, endlich etwa eine Meile -unterhalb unseres Lagers an die Flußufer.</p> - -<p>Wir arbeiteten uns nun bis auf Hörweite auf unser Lager zu durch -und wurden schließlich im Canoe abgeholt. Unser Koch hatte während -unserer Abwesenheit das Essen, bestehend aus Wildschweinbraten,<span class="pagenum" id="Seite_79">[S. 79]</span> -für uns zurechtgemacht, so daß wir sogleich unseren Hunger stillen -konnten. Erst um 5 Uhr hatten unsere Leute den zerlegten Elefanten -vollständig bis zum Flusse geschafft und in das Canoe eingeladen. -Natürlich stellte sich bald heraus, daß die nichtswürdigen Kerle -wieder große Mengen Fleisch im Busch versteckt hatten, um es dann -über Nacht oder am nächsten Tage abzuholen. Einige Leute, welche wir -dabei ertappen konnten, wurden bestraft, das versteckte Fleisch, -welches wir nach einigem Suchen doch bald fanden, ihnen natürlich -auch wieder abgenommen. Auf der Rückfahrt hatten wir noch das Glück, -einige Nilpferde auf einer Sandbank, vollständig außerhalb des Wassers, -beobachten zu können. Ziemlich ermüdet kamen wir am Abend in Lukulela -(bèlge) wieder an. Natürlich war der folgende Tag, an welchem das -Fleisch verteilt wurde, ein Festtag für die Leute der Station. Ein -jeder bekam da seinen Teil und hatte auch Grund, zufrieden zu sein, -denn an einem ausgewachsenen Elefanten sitzt eine enorme Masse von -Fleisch; dazu hatten wir dann ja auch noch die drei erlegten ziemlich -großen Wildschweine, von denen wir drei Europäer doch nur sehr wenig -hatten verzehren können.</p> - -<p>Da ich in Lukulela hörte, daß sich vielleicht bald eine Gelegenheit -finden werde, den Sanga von Bonga aus zu befahren, so lag mir natürlich -daran, möglichst bald nach Bonga zu kommen. Leutnant <em class="gesperrt">Serulea</em> -wollte mich bis Bonga hinübergeleiten, da er dort den Herren einen -Besuch versprochen hatte. Wir hatten unsere Abreise von Lukulela auf -den 25. Juli angesetzt, konnten aber erst am Nachmittage fortfahren, da -das Wasser im Congo am Vormittage so hohe Wellen schlug, daß gar nicht -daran zu denken war, das andere Ufer zu erreichen. Trotz des noch immer -gefährlichen Wellenganges erreichten wir bald das französische Ufer und -sprachen dort auf dem französischen Lukulela-Posten vor. Nach kurzem -Aufenthalte fuhren wir bald in den Likensi-Arm des Congo, welcher -zum Sanga hinüberführt, ein, mußten aber für die Nacht unser Lager -aufschlagen, ohne Bonga erreichen zu können, da wir von der Dunkelheit -überrascht wurden und das Fahren in dem engen, von Nilpferden -wimmelnden Kanale nicht ohne Gefahr war. In dieser Nacht bekamen wir -dann auch schon einen Vorgeschmack von den Bonga-Moskitos, so daß wir -nicht an schlafen denken konnten. Mit Tagesgrauen brachen wir am 26. -Juli wieder auf. Nach etwa einstündigem Rudern erreichten wir den -Sanga. Um 7 Uhr kam Bonga in Sicht. Ich fand bei dem Vertreter der -Société Anonyme Belge Aufnahme für die Zeit meines Aufenthaltes bis zur -Abreise nach dem Ngoko. Bis dahin sollte allerdings noch eine geraume -Zeit vergehen.</p> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_80">[S. 80]</span></p> - -<h2 class="nobreak" id="III_Kapitel"><span class="s5a">III. Kapitel.</span><br /> - -Sanga-Ngoko-Reise und Rückreise nach Kamerun.</h2> - -</div> - -<p>In Bonga hatte ich nun einen Ort erreicht, in dem ich die ersten -Nachrichten aus der Südostecke unseres Kamerun-Gebietes einziehen -konnte. Ein Angestellter der Société Anonyme Belge war gerade vom -Ngoko heruntergekommen und konnte mir die Verhältnisse daselbst -schildern. Wie sich später herausstellte, hatte er allerdings Vieles -übertrieben, doch waren einige seiner Erzählungen für mich von Nutzen. -Von Herrn Oberleutnant Dr. R. <em class="gesperrt">Plehn</em> hatte ich einen Brief in -Bonga vorgefunden, in dem er mich auf seinen Mangel an Leuten und -die Unmöglichkeit aufmerksam machte, am Ngoko Träger zu engagieren. -Er riet mir, Leute vom Congo mitzubringen. Das war nun leider nicht -mehr ausführbar, da im Congostaate erst vor kurzem ein Erlaß des -Gouverneurs erschienen war, wonach die Ausfuhr von Arbeitern aus dem -Gebiete des Staates verboten war. Hätte ich nicht in Kamerun den -Schilderungen des Herrn Oberleutnants v. <em class="gesperrt">Carnap</em> entnehmen -müssen, daß die Trägerfrage im Ngoko-Gebiete leicht zu lösen sei, so -hätte ich vom Congostaate mir die Erlaubnis erbeten, Träger nach dem -Ngoko hinaufnehmen zu dürfen; nun war das hier im Innern nicht mehr -möglich, denn eine solche Erlaubnis konnte mir nur der Gouverneur in -Boma geben. Die Verhältnisse lagen also für einen guten Fortgang der -Expedition denkbar ungünstig. Dazu kam noch, daß die Aussicht auf eine -Gelegenheit, den Sanga hinaufzukommen, immer bedenklicher wurde, um so -mehr, da das Wasser ganz bedeutend gefallen war.</p> - -<p>Am 29. Juli traf der „Frédéric“, ein Dampfer der „Nieuwe Afrikaansche -Handels-Vennootschap“ mit Elfenbein vom oberen Ubangi ein. Der Kapitän -dieses Dampfers führte ein großes Canoe bei sich, welches er am -Stanley-Pool zu verkaufen gedachte. Da ich schon seit längerer Zeit -nach einem solchen gesucht hatte, so nahm ich denn auch die Gelegenheit -wahr und erwarb mir dasselbe für 250 Frcs. Nun versuchte ich alles -mögliche, um Ruderer für das Canoe anzuwerben, damit ich dann die Fahrt -nach dem Ngoko im Canoe unternehmen könnte. Da der französische Beamte, -welcher<span class="pagenum" id="Seite_81">[S. 81]</span> in Bonga stationiert war, unter den Eingeborenen sehr wenig -Einfluß besaß, so verzögerte sich die Sache immer mehr, so daß ich -mich schließlich an das holländische Haus wendete, um von deren Leuten -eventuell einige für kurze Zeit zu erhalten. Schließlich war denn auch -alles so weit vorbereitet, daß ich schon einen bestimmten Tag zur -Abreise in Aussicht nahm, als am 2. August ein Boot aus Wesso am Sanga -eintraf, mit der Nachricht, daß der von der „Südkamerun-Gesellschaft“ -gemietete Dampfer bereits in zwei bis drei Tagen eintreffen würde. -Schon am nächsten Tage erschien derselbe mit dem Direktor der -Gesellschaft, Herrn <em class="gesperrt">Langheld</em>, und dem Hauptagenten der -„Société Anonyme Belge“ am Sanga, Herrn <em class="gesperrt">van Beers</em>, an Bord. -Herr <em class="gesperrt">Langheld</em> war direkt vom Ngoko gekommen und wollte nun -versuchen, im Congo Leute für die Gesellschaft anzuwerben. Da er noch -nicht von dem neuen Erlasse des Gouverneurs des Congostaates gehört -hatte, machte ich ihn darauf aufmerksam, daß er dort wenig Erfolg haben -werde; doch glaubte er, in den Gegenden, in denen er früher als Agent -einer belgischen Handelsgesellschaft thätig gewesen war, sehr leicht -wenigstens genügend Leute zur Equipierung seines Dampfers zu finden. -Er gedachte, in wenigen Tagen wieder zurückzukehren, um dann wieder -nach dem Ngoko hinaufzufahren. Natürlich zog ich vor, in diesem Falle -auf die Canoereise zu verzichten und bis zur Rückkehr des Dampfers zu -warten. Meine Zeit füllte ich, soweit es hier in Bonga möglich war, -durch Exkursionen und Nachholen laufender Arbeiten aus.</p> - -<p>Ich hatte in einem kleinen Buschwalde in der Nähe meines Hauses ein -Exemplar der <a href="#ill_p0830">Landolphia Klainei</a> entdeckt, welche einen sehr guten -Kautschuk liefert. Leider sind die Stämme dieser Art verhältnismäßig -dünn, so daß es immer eine geraume Zeit dauerte, ehe ich genügend -Saft zum Experimentieren einsammelte. Diesen koagulierte ich in der -verschiedensten Weise. Durch Zusatz von Bossassangasaft erzielte -ich eine sofortige Koagulation zu einer flockigen Masse, welche -dann zusammengepreßt einen Kautschuk ergab, welcher ähnlich wie der -„Kassai-rouge“-Kautschuk fast durchsichtig war. Da Landolphia florida -in der Nähe vorhanden war, sammelte ich auch von dieser Latex ein -und versuchte, auf alle mögliche Arten einen brauchbaren Kautschuk -daraus zu gewinnen, mußte die Hoffnung darauf aber bald aufgeben. Es -gelang mir nur nach Vermischung mit dem Safte der Landolphia Klainei -ein Produkt zu erzielen, welches bedeutend schlechter war als das von -der reinen Milch der L. Klainei gewonnene, sich aber doch verwerten -lassen würde. Es ist übrigens auffallend, daß die Milch der L. florida -sofort gerinnt, sobald sie mit der Luft in Berührung kommt; um sie<span class="pagenum" id="Seite_82">[S. 82]</span> -mit der der Landolphia Klainei zusammen koagulieren zu können, hatte -ich sie vorher mit Wasser zu verdünnen, damit auf diese Weise eine -bessere Verbindung der beiden Milcharten hergestellt werden konnte. -Es wäre sehr wünschenswert, daß derartige Versuche, Milch einer -kautschukliefernden Pflanze mit der verwandter Arten, welche keinen -Kautschuk geben, zu koagulieren, weiter fortgesetzt würden. Ich konnte -diese Experimente leider damals nicht fortführen, da ich bald die -vorhandenen Pflanzen der Landolphia Klainei derartig angezapft hatte, -daß ich nicht mehr genügend Latex erhielt.</p> - -<p>Die in der Umgebung von Bonga vorhandenen Ficusarten prüfte ich auch -alle auf ihren Kautschukgehalt, konnte aber unter den sämtlichen Arten -keine ausfindig machen, welche sich hätte verwenden lassen; stets war -das Endresultat ein gleiches, man erhielt selbst bei Anwendung der -schärfsten Säuren eine äußerst harzreiche, vogelleimähnliche Masse. Bei -den großblättrigen Arten aus der Verwandtschaft der <a href="#ill_p0110">Ficus Vogelii</a> und -Ficus Preussii war diese meist dicker und weniger von Harzen durchsetzt -als bei den Arten aus der Verwandtschaft der Ficus salicifolia, -während alle rauhblättrigen Arten überhaupt nicht in Betracht kommen -konnten, da sie derartig harzreich waren, daß man nur mit Mühe die -Masse von den Händen freimachen konnte. Bossassangasaft hatte bei der -Ficusmilch entweder gar keinen oder nur sehr geringen Einfluß. Die -Bossassangapflanze, welche ich nun allenthalben antreffen konnte, heißt -in ihren sämtlichen Arten bei den Bangalas und Wangatas übrigens auch -Makabo, ja sogar in einigen Gegenden im Mittelcongo-Gebiet ist sie -unter letzterem Namen bekannter.</p> - -<div class="figcenter illowe32" id="ill_p0830"> - <img class="w100" src="images/ill_p0830.jpg" alt="" /> - <div class="caption"><em class="gesperrt">Landolphia Klainei Pierre</em>.</div> - <div class="caption">A Zweig, B Knospe, C Blüte, D Längsschnitt durch die - Blüte, E Durchschnitt durch den Fruchtknoten, F Fruchtknoten und Griffel, - G Anthere von vorn, H dieselbe von der Seite.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p0830_gross.jpg" - id="ill_p0830_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Tag für Tag verging unterdessen, und doch war noch nichts von Herrn -<em class="gesperrt">Langheld</em> mit dem „Major Cambier“ oder von anderen Dampfern, -welche den Sanga hinauffuhren, zu sehen. Nach dem Ubangi schien die -Verbindung bedeutend günstiger zu sein, denn es trafen nicht weniger -als drei Dampfer auf dem Wege dorthin in Bonga ein. Diese Dampfer -kommen in Bonga meist ganz unerwartet an und gehen schon nach ein- -bis dreistündigem Aufenthalte häufig weiter flußaufwärts. So ist man -denn gezwungen, sich stets fertig zu halten, damit man beim Eintreffen -eines Dampfers die Chancen nicht verliert, mit demselben mitfahren zu -können. An längere Exkursionen ist bei diesen Zuständen dann natürlich -auch nicht zu denken. Die Umgebung von Bonga speziell war auch nicht -besonders interessant, da das Land mehr oder minder kultiviert war -oder aus Steppen mit vielen Sümpfen bestand. Ich bereute natürlich -sehr, nicht länger in Lukulela geblieben zu sein, denn dort wäre ich -persönlich viel besser aufgehoben gewesen, und hätte auch mehr zur -Erreichung der Ziele der Expedition thun können. In<span class="pagenum" id="Seite_84">[S. 84]</span> Bonga waren -die Lebensmittel auch noch sehr spärlich, so daß wir sogar Adler und -Papageien mit Genuß zum Abendessen verzehrten. Ich teilte von den -von mir mitgenommenen Lebensmitteln, soweit dies möglich, mit den -Agenten der Handelsgesellschaft, kaufte auch noch verschiedenes von -dem holländischen Hause, mußte aber auch etwas für die Sanga-Reise -mitnehmen, da ich dort erst gar nichts zu erwarten hatte. In Ngoko -hatte ich wieder genügend, da ich vorsichtigerweise vier Trägerlasten -dorthin hatte voraussenden lassen. Auch an Aufhetzungen ließ man es -in Bonga nicht fehlen; so wollte ich mich z. B. eines Tages bei einem -Unteragenten des holländischen Hauses, welcher den gerade abwesenden -Herrn <em class="gesperrt">van Zoysten</em> vertrat, erkundigen, ob denn nicht bald einer -ihrer Dampfer den Sanga hinauffahre, als ich zu meinem nicht geringen -Erstaunen hören mußte, er könne mir nicht die Erlaubnis geben, da ihm -von einem der Angestellten der Société Anonyme Belge mitgeteilt sei, -ich reise unter falschen Angaben, sei in Wirklichkeit aber nur ein -Agent der Südkamerun-Gesellschaft, und könne somit als ein Angestellter -einer Konkurrenzfirma natürlich nicht die Erlaubnis bekommen, die -Dampfer des holländischen Handelshauses zu benutzen. Selbst wenn man -also zu einem gemeinnützigen Zwecke in eine Gegend entsendet wird, -in der das Reisen äußerst strapaziös und aufreibend, ja sogar nicht -ungefährlich ist, muß man sich diesen gehässigen Neidern und Reden -aussetzen. Es ist dieses nicht das einzige derartige Beispiel, welches -ich anführen könnte, ich habe deren in Menge; ja selbst nach meiner -Rückkehr nach Europa hatte ich noch einmal ein solches kennen zu lernen.</p> - -<p>Glücklicherweise traf der „Major Cambier“ am 20. August in Bonga ein. -Herr <em class="gesperrt">Langheld</em> hatte auf seiner Reise keinen Erfolg gehabt und -kam nun mit derselben sehr schwachen Besatzung zurück. Da er erst noch -den Dampfer laden lassen mußte, so wurde unsere Abreise auf den 23. -August festgesetzt. Die beiden noch übrigen Tage benutzte ich nun noch -dazu, meine sämtlichen Lasten gründlich durchtrocknen zu lassen und -dann alles fertig zu verpacken. Von der belgischen Gesellschaft kaufte -ich noch einige Handelsartikel, welche im Ngoko-Gebiete am meisten -Absatz finden sollten. Herr <em class="gesperrt">Langheld</em> war auch so freundlich, mir -zu versprechen, etwaige noch fehlende Sachen mir später abzulassen.</p> - -<p>Am frühen Morgen des 23. August war die Fracht auf dem „Major -Cambier“ fertig gestaut, und somit stand unserer Abfahrt nichts -mehr im Wege. An der einen Seite führten wir einen großen Leichter -mit, an der anderen mein großes Canoe, welche beiden Fahrzeuge dazu -dienen mußten, das zur Heizung der Maschine nötige Holz aufzunehmen; -außerdem hatten die eingeborenen<span class="pagenum" id="Seite_85">[S. 85]</span> Passagiere und die Holzschläger, -sofern sie nicht direkt auf dem Dampfer gebraucht wurden, sich dort -aufzuhalten. Ein am Abend vorher ausgebrochener Tornado hatte die -Luft bedeutend abgekühlt, so daß der Morgen mit der eben aufgehenden -Sonne eine wirkliche Erholung nach den heißen Nächten und Tagen war. -Bald waren wir um eine vorspringende Landzunge in den wirklichen -Sanga eingebogen, und Bonga entschwand unseren Blicken. Nach kurzer -Zeit passierten wir die Ausmündung des Likensi-Kanals, dessen ganze -Umgebung aus sumpfigen Grassavannen besteht, welche aber immer mehr -verschwanden, je weiter wir flußaufwärts fuhren. Der Wald wurde bald -immer vorwiegender, ja das für uns jetzt linke Ufer war schon ohne -Unterbrechung dicht bewaldet. Am Rande der Inseln und der sumpfigen -Flußufer bildete eine Euphorbiacee, welche von den Eingeborenen -Bubandja genannt wird, häufig dichte Gebüsche, in deren Schatten die -Webervögel gern ihre Nester bauen, denn da wo diese Bubandjapflanze -am Flußrande auftritt, ist das Wasser stets tief und die Nester -sind daher weniger Verfolgungen ausgesetzt. Auf Flußkarten bilden -derartige Bubandjagestrüppe nicht selten gute Kennzeichen. Bald wurde -es bedeutend heißer, hin und wieder zeigte sich der Kopf eines trägen -Nilpferdes oder eines auf dem Sande sich sonnenden Krokodils. Wie -Herr <em class="gesperrt">Langheld</em> mir mitteilte, stieg das Wasser des Flusses sehr -bedeutend, es mußten also im Quellgebiete des Sanga oder eines seiner -bedeutenderen Nebenflüsse starke Regen gefallen sein. Wir passierten -einige Inseln, welche alle dicht mit Gebüschen oder Wald bedeckt waren. -Gegen 1 Uhr mittags liefen wir an, da wir sonst zu befürchten hatten, -daß unser Holz vollständig verbraucht werden würde. Fast die ganze -Besatzung des Dampfers wurde nun mit Beilen ausgerüstet und mußte -zum Holzschlagen in den Wald hinein. Ein jeder der Leute hatte eine -bestimmte Menge Holz zu schlagen; sobald er damit fertig war, war er -frei. Hatte irgend jemand eine härtere Strafe verdient, so wurde er -einfach zum Schlagen einer doppelten Menge von Holz verurteilt, das -half gewöhnlich. Der Wald, an welchem wir angelegt hatten, war sehr arm -an Unterholz, aber dicht mit Phrynium und Comelinaceen bedeckt, was -der ganzen Landschaft einen eigentümlichen, tropischen Anstrich gab, -besonders wenn sich hier und dort Calamusarten zeigten. Auffallend war -der Reichtum von Elefantenspuren, welche wie ein dichtes Netzwerk den -Wald nach allen Richtungen durchquerten. Offenbar hatte kein Dampfer -vor uns hier angelegt, denn die Holzverhältnisse waren hier so günstig, -daß einige unserer Leute schon vor Eintritt der Dunkelheit die ihnen -vorgeschriebene Menge zusammengebracht hatten. Diejenigen, welche noch -während der Dunkelheit zu arbeiten<span class="pagenum" id="Seite_86">[S. 86]</span> hatten, brachten nun Kopalstücke -hervor, welche sie als Fackeln verbrauchten. Dieselben geben ein -gutes Licht und verbrennen so langsam, daß ein etwa faustgroßes Stück -für die ganze Nacht ausreicht. Allenthalben sah man diese Kopalfeuer -im Walde noch bis tief in die Nacht hinein. Schon früh am nächsten -Morgen ging es weiter. Bereits um 4 Uhr mußte alles an Deck aufstehen, -um das am Nachmittage und Abend geschlagene und gespaltene Holz zum -Gebrauch zu verstauen. Moskitos summten während dieser Zeit noch in -Mengen um uns herum und benutzten jede Gelegenheit, uns zu peinigen. -Nach etwa einstündiger Fahrt passierten wir einen Ausfluß des „Likuala -aux herbes“, welcher hier in den Sanga mündet, während außerdem ein -anderer Arm in den Ubangi einlaufen soll. Es ist interessant und recht -bezeichnend für das Konzessionensystem der Franzosen, daß man hier -zwischen dem „Likuala aux herbes“, welcher, von Norden kommend, mit dem -Sanga parallel läuft, und dem Sanga eine Landkonzession ausgegeben hat, -welche fast nur aus großen Sumpfflächen, die mit Wassergras bedeckt -sind, besteht. Bedenkt man nun, daß der Hauptanziehungspunkt zum Ankauf -dieser Konzessionen der vermutliche Kautschukreichtum der Gegenden ist, -so wird man wohl begreifen können, daß die durch Ankauf von nutzlosen -Sümpfen enttäuschten Konzessionäre sobald als möglich versuchen werden, -ihre Konzessionen, auf denen sie kaum genug trockenen Boden haben, um -ein Haus zu bauen, zu verkaufen.</p> - -<p>Die beiden Ufer des Sanga sind in etwa ein Dutzend Konzessionen geteilt -worden, zu welchen kleinere oder größere Gebiete gehören, welche sich -vom Flußufer weg ins Land hinein ausdehnen. Von dem Sanga, unterhalb -der Einmündung des Ngoko, ist bis jetzt jährlich kaum mehr als eine -Tonne Elfenbein heruntergekommen; auch andere Erzeugnisse sind bisher -noch nicht in Betracht zu ziehen, denn die Fabrikation des Kautschuks -ist den Eingeborenen bis heute noch nicht bekannt. Das ganze Gebiet -steht mit Ausnahme einiger weniger Erhebungen, welche die Eingeborenen -bereits zur Errichtung ihrer Dörfer beschlagnahmt haben, für mindestens -einige Monate im Jahre unter Wasser, ist also dann nicht benutzbar. -In der trockenen Jahreszeit, selbst beim niedrigsten Wasserstande, -durchziehen tiefe Sümpfe wie ein Netzwerk die Wälder und hemmen so das -tiefere Eindringen ins Innere. Wesso, die Haupthandelsniederlassung am -Sanga, unterhalb der Ngoko-Mündung (etwa eine halbe Stunde unterhalb -derselben), dürfte fast der einzige Ort sein, von wo aus ein Vordringen -nach der Küste zu für Handelszwecke möglich und rentabel ist. Den -größten Teil seiner Produkte hat Wesso stets vom oberen Sanga und -aus den Ngoko-Faktoreien bezogen. Ich halte es somit für mindestens -sehr fraglich, ob eine<span class="pagenum" id="Seite_87">[S. 87]</span> einzige Konzessionsgesellschaft an dem -unteren Sanga große Gewinne erzielen würde, und dort sitzen nunmehr -etwa sechs verschiedene Gesellschaften. Bonga, das seinen Handel -hauptsächlich mit den Leuten vom Likuala, Likuba und eventuell vom -Alima (indirekt) treibt, schließe ich aus. Dieses würde übrigens auch -in Zukunft das ganze Elfenbein, welches die Bonga-Händler vom Sanga -und Ngoko herunterbrachten, einbüßen. Ich will hier nicht unerwähnt -lassen, daß bis jetzt über den Sanga noch recht wenig bekannt ist, -und daß die Gebiete zwischen ihm und dem Ubangi für den Europäer -noch vollständig „terra incognita“ sind; doch ist nach allem, was -die Eingeborenen erzählen, nicht viel von dorther zu erwarten. Über -die vielen Konzessionen am oberen Sanga kann ich kein Urteil fällen, -da ich diese Gebiete nicht aus eigener Anschauung kenne. Wie gut -unterrichtete Herren mir sagten, welche dort gewesen sind, liegen auch -da die Verhältnisse nicht sehr viel anders. Die Landesprodukte sind -dort wohl reicher vorhanden und das Bereisen des Landes bedeutend -einfacher, doch sollen die einzelnen Konzessionsgebiete so klein sein, -daß ein wirklich rentables Ausbeuten der Produkte nur in wenigen -möglich ist. In der näheren Zukunft wird man sich wohl auf Kautschuk -und Elfenbein als alleinige Exportartikel beschränken müssen, da die -bedeutenden Transportunkosten die Ausfuhr anderer Produkte unmöglich -machen. In Bonga spielt der Tauschhandel mit Tabak und Palmenöl vom -Likuala und Likuba augenblicklich die Hauptrolle, beides Artikel, -welche z. B. am Ngoko zu den besten Tauschwaren zählen, so daß sich -die Handelsniederlassungen in Bonga ganz gut gewissermaßen als -Zwischenhändler-Stationen rentieren. So werden z. B. die Tabakrollen -mit 2 Mitakus (= 10 Ctms.) aufgekauft, um dann etwa für 1 Frc. wieder -losgeschlagen zu werden; dabei ist nicht zu vergessen, daß der den -Tabak verkaufende Likuba- oder Likuala-Mann selten mit den erhaltenen -Mitakus fortgeht, sondern diese wieder bei dem Kaufmann gegen Stoffe -oder andere europäische Artikel eintauscht, ebenso läßt sich der -Europäer am Ngoko für seine Tabakrolle nicht einfach Geld geben, -sondern Landesprodukte, welche er zu einem von ihm bestimmten Satze -annimmt.</p> - -<p>Schon bevor wir den „Likuala aux herbes“-Ausfluß bemerken konnten, -wurde uns seine Nähe durch große Mengen treibender Wassergräser und -fortgerissener Gesträuche bereits angezeigt. Es war fast gefährlich, -zwischen den treibenden Massen den Dampfer hindurchzusteuern, denn -einige hatten eine ziemliche Ausdehnung und Stärke. Die Mündung des -Flusses ist ein Eldorado für Nilpferdjäger. Stets sind die Tiere in -dem für sie so nahrungsreichen Gebiete in Menge anzutreffen, selbst -in den Jahreszeiten, in denen<span class="pagenum" id="Seite_88">[S. 88]</span> man ihrer selten ansichtig wird, zur -Zeit der hohen Flut. Auch wir sahen einige Trupps im Wasser spielend, -konnten aber leider nicht zu Schuß kommen. Daß die Eingeborenen die -Tiere nicht allein durch Harpunieren und Schießen erlegen, bewiesen -einige große Fallen, welche wir hier sahen. Dieselben waren ähnlich -wie ein Schaffot hergestellt mit einem von oben herabhängenden Speere. -In welcher Weise die Tiere angezogen wurden und wie die Falle sonst -zusammengesetzt war, konnte ich vom Dampfer aus nicht genau sehen. -Krokodile wurden immer häufiger, je weiter wir flußaufwärts kamen. Da -Sandbänke jetzt selten waren, lagen die Tiere meist auf umgefallenen -oder überhängenden Baumstämmen in der Sonne. Herrn <em class="gesperrt">Langheld</em> -gelang es, mehrere zu schießen, da dieselben in ihren Todeszuckungen -aber stets in das Wasser zurückfielen, so konnten wir keines derselben -bekommen, so gern wir auch das Fleisch für unsere Leute gehabt hätten, -denn sämtliche Stämme am Congo verzehren Krokodilfleisch mit dem -größten Behagen. Ebenso wie das Fleisch der Elefanten und Nilpferde -wird das Krokodilfleisch langsam über Feuer getrocknet, um es haltbarer -zu machen. Zu diesem Zwecke werden kleine, etwa 1½ bis 2 Fuß hohe -Stellagen erbaut, welche oben mit dünnen Zweigen überdeckt sind; -nachdem unter der Stellage ein Feuer gemacht ist, wird das in 1 bis -2 Pfund schwere Stücke geschnittene Fleisch mit den Knochen auf die -Stellage gelegt. Nach etwa einem halben Tage ist das ganze Fleisch -dann infolge des stets unterhaltenen Feuers von einer vollständig -ausgedörrten Kruste umgeben, welche es vor Fäulnis bewahrt. Selbst wenn -das Fleisch zu faulen beginnt, verachtet es der Congo-Neger nicht, -obgleich ich mich nicht erinnern kann, je einen Congo-Neger rohes -Fleisch essend gesehen zu haben. Das Verzehren verfaulten Fleisches -und anderer in Fäulnis begriffener Nahrungsmittel hat bei den Leuten -sehr häufig höchst widerliche Hautkrankheiten zur Folge, welche von -Europäern nicht selten für Syphilis angesehen werden, obgleich sie -nicht das geringste damit zu thun haben. Auch auf dem Dampfer hatten -wir stets eine Anzahl von Leuten, die an merkwürdigen Hautkrankheiten -litten. Dieselben, wie überhaupt alle Kranken, mußten gewöhnlich um 8 -Uhr bei Herrn <em class="gesperrt">Langheld</em> antreten, um sich dann untersuchen zu -lassen. Hautkrankheiten wurden im Falle offener Wunden mit Jodoform -meist erfolgreich behandelt. Es gab so auf dem Schiffe für Herrn -<em class="gesperrt">Langheld</em>, welcher dasselbe in Ermangelung eines Kapitäns selbst -führte, stets viel zu thun; ich versuchte mich dabei so nützlich wie -möglich zu machen. Da wir genügend mit Holz versehen waren, konnten -wir am zweiten Tage unserer Reise etwas länger fahren und machten -daher erst<span class="pagenum" id="Seite_89">[S. 89]</span> um 2 Uhr Halt. Der Wald, an welchem wir damals anlegten, -war äußerst charakteristisch für die Region. Die Mehrzahl der größeren -Bäume stand, wie es die Pandanusarten zu thun pflegen, auf hohen -Stelzwurzeln. Das ließ sich auch alles sehr leicht erklären, denn schon -jetzt bei dem noch niedrigen Wasserstande konnte man kaum in irgend -welcher Richtung den Wald durchstreifen, überall stieß man auf Wasser. -Da Affen sehr häufig waren, nahm ich mein Gewehr mit und schoß einen -derselben, um für die Leute etwas Fleisch zu besorgen; da mein Junge, -Maketu, und Herrn <em class="gesperrt">Langhelds</em> Junge auch je noch einen schossen, -so konnten die Leute am Abend einen großen Schmaus abhalten, d. h. -erst nachdem sie mit dem Schlagen des Holzes fertig waren. Doch wenn -etwas derartiges in Aussicht steht, geht bei dem afrikanischen Neger -die Arbeit häufig merkwürdig schnell vor sich. Von Landolphien oder -sonstigen Kautschukpflanzen war in dem Walde nichts zu sehen, wohl -aber gab es riesige Rotholzbäume, deren Holz bei den Eingeborenen -sowohl wegen seiner Härte als auch zum Rotfärben des Körpers geschätzt -wird. Auf einer Streiferei im Walde stieß ich plötzlich auf einen -eigenartigen breiten Weg, welcher vom Flußufer direkt ins Innere -führte und mit quergelegten glatten Baumästen in Abständen bedeckt -war. Diesen Weg verfolgend, trat ich bald in eine Lichtung, wo einige -bereits halbfertige, aus Rotholz gearbeitete Canoes lagen. Leere Plätze -bewiesen, daß die Eingeborenen an dieser Stelle bereits mehrere Canoes -hergestellt hatten, und zwar, wie die beiden noch vorhandenen, von -ziemlichen Dimensionen. Auf dem mit Baumästen belegten Wege wurden -dieselben zum Wasser geschleift. Von der Bevölkerung selbst war keine -Spur zu entdecken, weder am vorhergehenden Tage, noch heute hatten -wir ein Dorf zu Gesicht bekommen. Es giebt deren wohl sicher einige, -welche versteckt in der Nähe der Flußufer liegen, sicher aber ist das -untere Sanga-Gebiet äußerst dünn bevölkert. Die Wälder sind alle von -Elefanten- und Büffelspuren durchzogen, selbst Spuren von Nilpferden -konnte man bis tief in den Wald hinein beobachten, besonders an -Stellen, wo infolge des Zusammenbrechens eines großen Urwaldbaumes -eine Lichtung entstanden war, in der junges Gras und kleine Kräuter -(wie Justicia, Impatiens und Comelinaceen) aufschossen, welche diese -Tiere gern abweiden. In der Nacht gab es wieder so viele Moskitos, -daß man nicht eine Minute lang schlafen konnte. Besonders eine hier -verbreitete sehr kleine Art, welche durch weitmaschigere Netze bequem -hindurchschlüpfen kann, ist es, welche den Menschen hier in den -Nächten das Leben verbittert, während man am Tage von hunderten von -Elefantenfliegen umschwärmt wird.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_90">[S. 90]</span></p> - -<p>Schon vor 3 Uhr morgens wurde es auf dem Schiffe lebendig. Herr -<em class="gesperrt">Langheld</em> hatte sich durch den Mond täuschen lassen, und -glaubend, es sei bereits Tagesanbruch, hatte er die Leute geweckt. Da -Nebel auf dem Flusse lag und infolgedessen die auf der provisorischen -Flußkarte angegebenen Landmale nicht zu erkennen waren, mußten wir noch -bis 5 Uhr warten, ehe wir abfahren konnten. Schon gegen 11 Uhr zwang -uns ein starker Regen, eine Zeit lang am Lande anzulegen und die Zeit -durch „Holzmachen“ auszufüllen. Ich machte eine kleine Exkursion, auf -der ich auf einige Exemplare von Landolphia Klainei stieß. Für den -Botaniker giebt es in diesen so häufig überschwemmten Wäldern nur eine -sehr spärliche Ausbeute. Unterholz oder Kräuter sind weniger vorhanden, -dagegen sind die Blüten der Urwaldbäume und die auf letzteren -wachsenden Epiphyten nur da zu erlangen, wo Wald geschlagen wird oder -einer der Riesen gefallen ist. Nach etwa zweistündigem Aufenthalte -dampften wir weiter, um nach kurzer Zeit für den Rest des Tages wieder -zum „Holzmachen“ anzulegen.</p> - -<p>Am 28. August konnten wir infolge des Nebels auch nicht so früh -abfahren, als wir es gewünscht hätten, denn an vielen Stellen ist das -Fahren infolge der Sandbänke sehr gefährlich. Der Fluß, welcher während -der letzten Tage auffallend eng gewesen war, verbreiterte sich hier -ganz auffallend und besaß häufiger Inseln als zuvor. Damals konnte -ich mir die Ursache dieser scheinbaren Verengung des Flusses nicht -erklären; auf der einige Monate später erfolgten Fahrt stromabwärts -löste sich dieses Rätsel. Ich werde später darauf zurückkommen. Die -dicht bewaldeten Ufer waren anfangs noch immer sehr niedrig, bis wir -gegen 10 Uhr das erste Dorf, N’Kunda, erreichten, welches auf einem -etwa 100 Fuß über dem damaligen Wasserspiegel sich hinziehenden -Hügelrücken liegt. Vorher passierten wir noch einige kleinere -verlassene und im Verfall begriffene Dörfer, deren Insassen wohl alle -durch die Raubzüge des alten Häuptlings Wesso, welcher ein Jahr vor -der Besitzergreifung dieser Gebiete durch die Franzosen gestorben ist, -vertrieben waren. Die Bewohner von N’Kunda schienen wenig Lust zu -haben, uns Nahrungsmittel zu verkaufen; als wir anliefen, ließen sich -nur einige neugierige Weiber und eine Schar nackter Kinder sehen, die -natürlich sofort wegliefen, als wir Europäer Miene machten, an Land zu -kommen. Das Dorf besitzt wie die meisten Dörfer dieser Gebiete nur eine -Straße, zu deren Seite sich je eine Häuserreihe hinzieht. An beiden -Enden der Straße standen je eine größere Hütte, in der die Männer zu -Beratungen oder zu allgemeinen Gelagen zusammenzukommen pflegen. Die -Bevölkerung ist mit den Bonga-Leuten nahe verwandt und setzt sich zum -großen Teile sogar<span class="pagenum" id="Seite_91">[S. 91]</span> aus direkten Abkömmlingen derselben zusammen. Die -Lebensmittel, welche wir hier erstehen konnten, waren durchaus nicht -billig und nur spärlich aufzutreiben, da die Eingeborenen ihre Hühner -oder die wenigen Ziegen, welche sie besitzen, nicht gern verkaufen. -Tabak, Salz und europäische Stoffe sind hier die begehrtesten Artikel. -Perlen und Öl scheinen weniger gut zu gehen, doch hängt das alles -von dem unberechenbaren Einfall des Negers ab. Das Fallen des Wertes -einiger sonst wertvoller Artikel wie Feuersteine und Cutlas ist -eventuell zu erklären; darauf werde ich später bei der Schilderung -meiner Ngoko-Reise zurückzukommen haben.</p> - -<p>Nach etwa dreistündigem Aufenthalte verließen wir das Dorf N’Kunda und -dampften nun den Fluß noch eine Strecke weiter hinauf, bis wir an einer -Stelle anlegen konnten, wo wir genügend Holz vermuteten. Ich machte am -Nachmittage wieder einige Streifzüge durch die Wälder, sah aber nur -Landolphien, von Kickxia dagegen keine Spur, ein Regenguß zwang mich -schließlich, bald wieder zurückzukehren. Je weiter wir flußaufwärts -gekommen waren, desto weniger wurden wir von Moskitos belästigt, ein -Umstand, der sich wohl hauptsächlich durch das Fehlen der nach der -Sanga-Mündung zu häufigen Grassteppen und Wassergrassümpfe erklären -ließe.</p> - -<p>Um am 29. August möglichst weit fahren zu können, wurde gegen Mitte des -Tages eine kurze Zeit hindurch angelegt, um etwas mehr Holz schlagen -zu lassen. An dem weniger wichtigen Dorfe Bussundi fuhren wir vorüber, -ohne auf das Geschrei der am Ufer stehenden Eingeborenen, welche uns -wohl zum Anlegen bewegen wollten, Rücksicht zu nehmen. In der Nähe der -Stelle, wo wir am Nachmittage für den Rest des Tages anlegten, gab -es nicht unbedeutende Quantitäten einer guten Kautschuk liefernden -Landolphiaart, ebenso wuchs am Flußrande eine Coffeaart, deren Früchte -leider noch nicht zum Gebrauche reif genug waren. Auch fehlten an den -Exemplaren Blüten, um die Art feststellen zu können, ich fand dieselbe -längs des Sanga und auch später im Ngoko-Gebiete häufiger.</p> - -<p>Der nächste Tag brachte uns am Vormittage nach dem Dorfe Pembe, -welches ähnlich wie N’Kunda auf einem Hügelrücken erbaut ist und -auch nur aus zwei langgestreckten Häuserreihen besteht. Hier waren -wir beim Einkaufen von Lebensmitteln bedeutend erfolgreicher als in -N’Kunda, besonders Haumesser (Cutlas) fanden guten Absatz. Das ganze -Auftreten der Leute zeigte, daß sie nicht so verwöhnt waren als die -N’Kunda-Leute. Wundervolle Schmetterlinge (Papilioniden und Euploeen) -gab es hier in Mengen. Die Tiere, welche am Flußrande gierig die -Feuchtigkeit aufsogen, ließen sich mit Leichtigkeit mit der Hand -fangen, ohne daß man<span class="pagenum" id="Seite_92">[S. 92]</span> sie dadurch lädierte. Ich versuchte, eine -Exkursion in die nahe gelegenen Buschwälder zu machen, wurde aber -allenthalben durch Sümpfe, welche zu dieser Zeit den Hügel zu umgeben -scheinen, daran verhindert.</p> - -<p>Als wir kurz nach 1 Uhr von Pembe abfuhren, sahen wir vor uns in der -Ferne den französischen Regierungsdampfer „Tirier“, wohl einen der -elendesten Dampfer, welcher den Congo befährt, von dem Dorfe Likilemba -abfahren. Schon nach kurzer Fahrt hatten wir denselben überholt. Dieser -Dampfer ist der einzige, welchen damals die französische Regierung -für den Congo besaß, obgleich sie doch eine ganze Flottille für den -Sanga sowohl wie für den Ubangi nötig gehabt hätte. Man mietete stets -für schwere Preise die Dampfer des auch in Brazzaville vertretenen -holländischen Handelshauses.</p> - -<p>Für den Nachmittag legten wir gegen 2 Uhr an einer Landzunge an, -welche sich zu unserer Freude als sehr reich an Brennholz erwies. -Der morastige Boden des Waldes daselbst war mit großen Mengen einer -kleinen, calamusähnlichen, stacheligen Palme bedeckt, welche bei meinen -Streifereien für mich sehr lästig waren. Landolphia Klainei gab es -am Flußrande reichlich, doch fehlte dieselbe, sobald man weiter in -den Wald eindrang. Zum ersten Male sah ich hier ein verlassenes Lager -von Elefantenjägern, wie sie in der Ngoko-Region besonders häufig -zu finden sind. Die sehr primitiv aufgebauten Hütten bestanden aus -zusammengesteckten Zweigen und Stöcken, welche etwa eine hingestreckte -Viertelwalze bildeten, die mit Phryniumblättern gedeckt war. Im Innern -einer jeden Hütte befand sich ein niedriges, schmales Bett, das, kaum -einen Fuß über dem Erdboden erhoben, aus zusammengebundenen Stangen -bestand. Feuerstellen waren sowohl in den Hütten als auch außerhalb -derselben vorhanden.</p> - -<p>Trotz des Nebels fuhren wir am 31. August schon früh ab. Im Laufe des -Vormittags hatten wir einige Untiefen zu passieren, bevor wir das Dorf -Boka erreichten. Diese allerdings ziemlich unbedeutende Ortschaft -war bereits zur Hälfte überschwemmt, als wir daran vorbeifuhren. -Auffallend war eine verhältnismäßig große Zahl von Ziegen, welche die -Bewohner zu besitzen schienen. Von dem Dorfe Boka an heben sich die -Ufer des Flusses allmählich, ja der Ortschaft gegenüber zieht sich -ein langer Hügelrücken hin, wie ich ihn sonst am Sanga unterhalb der -Ngoko-Mündung gar nicht kenne; auf diesem haben die Einwohner Bokas -ihre Bananenpflanzungen angelegt und besitzen daselbst wahrscheinlich -auch ihre Hütten während der Hochwasserperiode. Gegen Mittag bereits -ging unser Holz derartig auf die Neige, daß wir anlegen mußten.<span class="pagenum" id="Seite_93">[S. 93]</span> Nach -kurzer Zeit fuhren wir darauf weiter, um gegen 3 Uhr noch einmal zum -Holzfällen anzulegen, denn uns lag viel daran, endlich das nicht mehr -ferne Wesso zu erreichen. Der Holzvorrat, welchen wir nun einnahmen, -reichte gerade aus, um uns gegen 5½ Uhr am Abend nach Wesso zu -bringen, wo kurz vor uns der „Tirier“ eingelaufen war.</p> - -<p>Da wir noch während des Vormittages am nächsten Tage in Wesso zu -bleiben gedachten, verschob ich eine Besichtigung des Ortes auf den -nächsten Vormittag: außerdem brach nun die Dunkelheit ein, und einige -Zollformalitäten mußten noch bei dem hier stationierten französischen -Beamten erledigt werden.</p> - -<p>Am Abend waren wir alle in Wesso anwesenden fünf Europäer (außer dem -Gastgeber bestehend aus dem Agenten des holländischen Hauses, dem -französischen Chef de Poste, Herrn <em class="gesperrt">Langheld</em> und mir) zusammen -bei dem Agenten der Société Anonyme Belge zu gemeinsamem Abendessen -versammelt.</p> - -<p>Nachdem ich am nächsten Morgen das Dorf Wesso, welches schon ganz -den Charakter der Fan-Dörfer trug, besucht hatte, dehnte ich meine -Exkursion noch weiter ins Innere aus. Etwa 1½ Stunden war ich mit -meinem Jungen marschiert, und doch kam ich nicht aus den kultivierten -Gebieten heraus. Die früher unter Kultur gewesenen Strecken, welche -man nun nach Art der Negerkultur wieder verwildern ließ, waren mit -dichtem Busch bestanden, in dem außer Costusarten keine Pflanzen zu -finden waren, welche mich interessierten. Besonders Trema scheint in -solchen Lokalitäten neben Zingiberaceen häufig sich einzustellen. Ich -wäre gern weiter marschiert, mußte es aber aufgeben, da ich zur Zeit am -Dampfer zurück sein wollte, um dessen Abfahrt nicht zu verzögern. Ich -vermute nach allem, was ich auf jener Tour gesehen, daß Kickxia in den -noch nicht kultivierten trockneren Teilen westlich vom Wesso vorhanden -sein dürfte. Kurz nach dem Mittagsmahle fuhren wir wieder von Wesso -ab, um nun bald aus dem Sanga in den Ngoko einzubiegen, welcher sich -etwa eine halbe Stunde oberhalb Wesso in den Sanga ergießt. Nördlich -von Wesso senkt sich das Land wieder sehr bedeutend, so daß die Ufer -jetzt schon kaum über dem Wasserspiegel hervorragten. An einer kleinen, -flachen Insel vorbeifahrend, welche direkt am Zusammenflusse der beiden -Flüsse liegt, während des hohen Wasserstandes aber völlig überschwemmt -ist, bogen wir in den Ngoko ein. Man hatte mir diesen Fluß mit den -schwärzesten Farben geschildert und behauptet, daß nicht einmal ein -Vogel dort zu finden sei, doch das war natürlich arg übertrieben. Im -wesentlichen bot er denselben Anblick dar wie der Sanga, nur war er -bedeutend enger und die Strömung wohl<span class="pagenum" id="Seite_94">[S. 94]</span> etwas reißender. Gegen 4½ -Uhr, nachdem wir etwa zwei Stunden den Ngoko hinaufgefahren waren, ging -unser Feuerungsmaterial zur Neige, so daß wir gezwungen wurden, für -den Rest des Tages und die Nacht hindurch an Land anzulegen, um Holz -schlagen zu lassen. Selten hatte ich einen Wald gesehen, der derartig -von Elefanten zertreten war wie der, an welchem wir hier lagen. -Landolphia war schon ziemlich reichlich vertreten, ebenso Kaffee, -doch war für Kickxia der Boden offenbar zu feucht, denn auch hier war -der Wald schon teilweise überschwemmt. Es war zu verwundern, daß wir -auch hier trotz der Waldsümpfe fast gar nicht während der Nacht von -Moskitos zu leiden hatten. Bald passierten wir zwei unbedeutendere -Dörfer der Misanga, wie man hier die Eingeborenen nennt, und kurz -darauf gingen wir bei dem Dorfe Muntunda vor Anker. Die Bauart des -Dorfes war auch die für die Fan typische, wie ich sie bereits bei -Wesso beobachtet hatte. Die dicht aneinander stehenden Hütten waren zu -beiden Seiten einer einzigen breiten Straße aufgebaut, welche durch je -ein befestigtes Haus, in dem alle Versammlungen abgehalten werden, an -beiden Enden abgeschlossen wird. Diese Häuser, welche allgemein bei -den Europäern als Palaver-Häuser bezeichnet werden, haben statt der -bei den gewöhnlichen Hütten aus Rinde hergestellten Brüstungen eine -dicke Untermauer, welche aus verschiedenen Schichten von aufrechten -Baumstämmen gebildet wird. Hier am unteren Ngoko waren diese Häuser -nie so verstärkt wie ich sie später am Dja gesehen, denn während die -Mauern hier aus zwei bis drei Schichten von Baumstämmen bestanden, -wurden sie zum Beispiel in dem Dorfe des Häuptlings <em class="gesperrt">Lobilo</em> aus -zehn und mehr Schichten gebildet. Zum ersten Male sah ich auch hier -bemalte Thürpfosten und Schwellen, ja einige Leute hatten sich sogar -zu vollständig bemalten Hütten aufgeschwungen. Rot und Weiß waren die -verwendeten Farben. Auch hier sah ich, daß mir die Kaufleute in Bonga -die Verhältnisse zu schwarz geschildert hatten; glänzend waren sie ja -freilich nicht; wohl aber gelang es uns, von den Leuten einige Hühner -und Bananen zu kaufen. Herr <em class="gesperrt">Langheld</em> behauptete allerdings, -daß es das erste Mal sei, daß er hier einige Eßwaren erstanden hätte. -Faul sind diese Fan-Völker im Ngoko ohne Zweifel, und es mag lange -dauern, ehe man sie zur Arbeit wird erziehen können, und viel wird -auch von der Tüchtigkeit der deutschen Stationsleiter in jenem Bezirke -abhängen, wie weit und wann das gelingt. Nach sehr kurzem Aufenthalte -in Muntunda dampften wir gegen 10 Uhr wieder weiter. Bald sahen wir -die ersten etwa 300 Fuß hohen Hügel, zwischen welchen hindurch der -Ngoko sich Bahn gebrochen hat, vor uns auftauchen. Da wir nur sehr -knapp mit Holz<span class="pagenum" id="Seite_95">[S. 95]</span> versehen waren, ließ Herr <em class="gesperrt">Langheld</em> am Fuße der -ersten Hügel wieder etwas Holz schlagen. Von diesen Hügeln aus, welche -wir gegen Mittag verließen, hatten wir noch etwa vier Stunden bis zur -zweiten Ngoko-Insel zu fahren, welcher gegenüber die Station auf dem -Hügel liegt. Es wechselten während dieser Fahrt Hügel und Niederungen -beständig ab. Da unsere deutsche Station in der Nähe einer Kette von -Flußschnellen liegt, welche nur eine schmale Passage an der Seite der -Insel freiläßt, legten wir uns an der Insel vor Anker und gaben ein -Signal mit der Dampfpfeife, um unsere Ankunft auf der Station, welche -man vom Flusse aus nicht erblicken konnte, anzuzeigen. Bald erschien -auch ein Canoe, in welchem der Lazarethgehülfe Herr <em class="gesperrt">Peter</em> saß, -welcher mich nun im Auftrage des Herrn Oberleutnants Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> -willkommen hieß. Da noch eine ganze Anzahl von Lasten für mich und für -die Station mitzunehmen waren, und Herr <em class="gesperrt">Langheld</em> auch noch vor -Anbruch der Dunkelheit seine etwa zehn Minuten weiter stromauf gelegene -Faktorei erreichen wollte, so fuhr ich mit Herrn <em class="gesperrt">Peter</em> erst -noch bis zur Faktorei hinüber, um dann der Einladung des Herrn Dr. -<em class="gesperrt">Plehn</em>, bei ihm zu wohnen, Folge zu leisten. Nachdem ein Teil -meiner Lasten in mein großes Canoe hinüber gepackt war, fuhren wir über -die Schnellen hinweg zur Station zurück. Ein etwa 20 Minuten langer -Anstieg brachte mich zur Station, wo mich Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> äußerst -liebenswürdig aufnahm. Da es bereits zu dunkeln anfing, setzten wir uns -kurz darauf zum Abendessen nieder, bei welchem wir, Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em>, -Herr <em class="gesperrt">v. Lüdinghausen</em>, als stellvertretender Stationsleiter, -und ich bis tief in die Nacht hinein Neuigkeiten austauschten. Dr. -<em class="gesperrt">Plehn</em> hatte seit vielen Monaten keine Nachrichten aus Kamerun -erhalten und war daher ein dankbarer Zuhörer bei allem, was ich von -dort zu berichten hatte.</p> - -<p>Als ich mir am nächsten Tage die kaum drei Monate alte Station auf -einem kleinen Rundgange betrachtete, war ich erstaunt, zu sehen, -was alles geleistet worden. Wie anders sah es hier aus als auf den -französischen Stationen, welche ich in der letzten Zeit gesehen. Um -auch von den Eingeborenen unabhängiger zu sein, hatte man Anpflanzungen -von Mais und Bananen begonnen, sowie ein Feld Bergreis ausgesäet, das -vorzüglich stand. Alles zeigte die wunderbare Umsicht, mit welcher -Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> bei Anlage der Station vorgegangen war. Es gab -allerdings auch einen Übelstand, den zu erwähnen ich nicht unterlassen -darf, nämlich die Entfernung des Wassers, welches die Leute immer -vom Flusse her heraufzuholen hatten. Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> sprach mit mir -verschiedentlich darüber und war selbst aus diesem Grunde nicht ganz -zufrieden mit der Anlage seiner Station; doch war da nichts zu ändern -möglich,<span class="pagenum" id="Seite_96">[S. 96]</span> wenn er nicht die sicher gesundere und kühlere Lage auf dem -Hügel aufgeben wollte. Gesundheitlich war die Station trotz ihrer -guten Lage etwas vom Unglück verfolgt worden. Es waren mehrere Leute -besonders unter den Arbeitern (Weiboys aus Liberia) bereits gestorben, -doch meist an Krankheiten, welche sie noch von der Küste mitgebracht -hatten, außerdem war eine bedenklich große Zahl von Dysenteriefällen -vorgekommen, auch einige Schwarzwasserfieber, von welchem auch Herr -<em class="gesperrt">v. Lüdinghausen</em> und der Unteroffizier <em class="gesperrt">Kruschka</em>, welcher -die Soldaten zu drillen hatte, befallen worden waren. Diese große Zahl -von Krankheitsfällen ist leicht zu erklären, wenn man bedenkt, welche -Mühen die Sanga-Ngoko-Expedition auszuhalten hatte, ehe sie zum Bau -der Station schreiten konnte, und darauf die schweren Arbeiten bei zum -Teil sehr dürftiger Ernährung, denn infolge der schlechten Verbindungen -war der europäische Proviant lange Zeit am Congo liegen geblieben. -Je mehr man die Geschichte dieser Station kennt, desto mehr ist man -gezwungen, die Energie der vier Europäer, unter deren Leitung diese -Station entstand, zu bewundern, und ganz besonders die des Führers, -Dr. <em class="gesperrt">R. Plehn</em>. Mit Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> und Herrn <em class="gesperrt">Langheld</em>, -welcher zu Mittag zur Station gekommen war, besprach ich dann am -Nachmittage die Möglichkeiten meiner Exkursionen. Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> war -so liebenswürdig, mir für die Zeit meines Aufenthaltes Soldaten und -Leute zur Verfügung zu stellen.</p> - -<p>Einige Exkursionen, welche ich am nächsten Tage zuerst einmal -in die nähere Umgebung der Station machte, zeigten mir, daß die -Bossassangapflanze in ziemlichen Mengen vorhanden sei. Ebenso fand ich -Landolphien in jüngeren Exemplaren in der Nähe der Station, am Flusse -aber mit langen, dicken Ästen. Landolphia florida war längs der Ufer -auch reichlich vorhanden und durch die gelben, über apfelgroßen Früchte -schon von weitem zu erkennen.</p> - -<p>Am 5. September ging ich zusammen mit Leutnant <em class="gesperrt">Plehn</em> längs -des Flußrandes zur Faktorei der Südkamerun-Gesellschaft hinüber, um -einige dort in der Nähe bekannte Kautschukbäume zu untersuchen. Etwa -zehn Minuten von der Faktorei entfernt, brachte mich ein Marsch durch -den Wald zu den betreffenden Bäumen, in welchen ich zu meiner Freude -Kickxia elastica feststellen konnte. Auf einigen Exkursionen, welche -ich nun während der nächsten Tage unternahm, gelang es mir, die Kickxia -in ziemlicher Zahl rings um die Station herum, sowohl auf den Thälern -wie auf den Hügeln feststellen zu können. Ich schickte einige Leute -speziell aus zu dem Zwecke, eine größere Quantität Milch einzusammeln, -mit der ich experimentieren konnte. Anfangs, während der warmen<span class="pagenum" id="Seite_97">[S. 97]</span> Tage, -kamen die Leute mit weniger Milch zurück, als ich eigentlich erwartet -hatte. Als Grund dafür führten sie an, daß bei der großen Hitze die -Milch kurz nach Austritt an die Luft sehr bald koaguliere. Als ich -dieselben Leute bei kühlerem Wetter aussandte, wurden ihre Aussagen -durch die großen Quantitäten Milch, welche sie heimbrachten, bestätigt; -auf späteren Exkursionen sah ich auch die zuerst angeschnittenen -Bäume mit dem an der Luft koagulierten Kautschuk. Ich erwähne diese -Umstände besonders, da sie zeigen, daß die Kickxien vielleicht -vorteilhafter bei kaltem als bei warmem Wetter angezapft werden, was -für den plantagenmäßigen Anbau von Nutzen sein kann. Auch ist es nicht -unwahrscheinlich, daß die Kickxia bei feuchtem oder kaltem Wetter einen -größeren Ertrag an Latex liefert als bei trockenem und heißem Wetter. -Inwieweit der Prozentsatz des Kautschuks zu der gewonnenen Quantität -von Milch unter diesen verschiedenen Witterungsverhältnissen variiert, -ist noch eine offene Frage, welche erst durch jahrelange Versuche -endgültig entschieden werden kann. Während meines verhältnismäßig -kurzen Aufenthaltes im Ngoko-Gebiete konnte ich nichts sicheres in -dieser Hinsicht feststellen. Über die verschiedenen Methoden, welche -ich bei der Koagulation der Kickxiamilch angewendet habe, habe ich -schon früher einmal berichtet. Die erste Methode, welche ich anwendete, -das Einkochen der Milch, scheint mir die empfehlenswerteste. Durch -Zusatz von Bossassanga wird, wie die von mir mitgebrachten Proben -bewiesen haben, der Kautschuk nicht verbessert.</p> - -<p>Die Para-Räuchermethode ebenso wie die Centrifugivmethode sind, da -beide zu viel Arbeitskräfte bedingen, für Afrika und ganz besonders für -diesen Teil Afrikas nicht zu empfehlen.</p> - -<p>Auch ein trichterförmiges Gefäß zum Austrocknen der Milch hatte ich -mitgenommen und konnte es nun zum ersten Male gebrauchen. Ich goß -die Milch in dieses Gefäß hinein und ließ sie mehrere Tage hindurch -stehen, bis sich die Kautschukkügelchen nach oben abgesetzt hatten. -Die oberste, sehr harzreiche Schicht wurde abgenommen, nachdem die -Milch genügend in Wasser und Kautschukkügelchen gesondert war, und -das Wasser allmählich durch einen am Grunde des Gefäßes angebrachten -Hahn abgelassen. Die zurückbleibende flockige Masse blieb zum besseren -Austrocknen erst noch einige Tage stehen, um dann durch einfaches -Pressen mit der Hand endgültig in Kautschuk verwandelt zu werden. -Der auf diese Weise gewonnene Kautschuk erfordert wenig Arbeit und -ist nicht der Gefahr ausgesetzt, anzubrennen, wie es beim Kochen der -Fall ist. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß auch diese Methode -des Austrocknens sich bei Gewinnung des Kautschuks in<span class="pagenum" id="Seite_98">[S. 98]</span> den Plantagen -bewähren wird. Da ich später noch einmal auf die verschiedenen Methoden -der Koagulation einzugehen haben werde, so will ich darüber hier -nicht mehr sagen, sondern nun auf die Anzapfungsmethoden der Kickxien -übergehen. Die von mir mitgenommenen Instrumente bewährten sich nur -halb, da man mit ihnen nur langsam arbeiten konnte. Der Pikierapparat -war im Verhältnis zur Zähigkeit der Kickxiarinde leider zu schwach -gebaut, so daß sich die Zähne beim Einschlagen teils umbogen, teils -abbrachen. Ich möchte fast glauben, daß besonders bei warmem Wetter -diese Pikiermethode etwas für sich haben dürfte, besonders wenn -man durch einen am Fuße des Stammes herumgelegten Ring den etwa -herunterlaufenden Saft auffangen könnte, so daß auf diese Weise nichts -verloren geht. Diese Methode hat vor allen anderen den Vorzug, daß der -Baum dadurch nicht so leicht verletzt wird, und das ganze Jahr hindurch -in kurzen Abständen angezapft werden kann. Der Kautschuk, welcher dann -natürlich auch in der Form der <a href="#ill_p2525">Ceara-Kautschukthränen</a> exportiert werden -müßte, würde sicher durch seine Reinheit und Trockenheit einen guten -Preis erzielen.</p> - -<p>Für die verbreitetste und bei einmaligem Anzapfen rentabelste Methode -des Grätenschnittes müßte man noch passende Instrumente erfinden, mit -denen man schnell und ohne die Cambiumschichten unter der Rinde zu -verletzen, arbeiten könnte.</p> - -<p>Bei den Fantis ist zum Besteigen der geraden Kickxiastämme ein -Steiggürtel gebräuchlich, welcher wirklich verdiente, allenthalben -eingeführt zu werden. Mit Hülfe dieser Gürtel sind die Leute in der -Lage, jeden geraden Stamm ohne Mühe zu besteigen, so lange sie ihn -umspannen können. Bei Anwendung des Grätenschnittes muß natürlich -darauf gesehen werden, daß die Schnitte nicht zu tief eindringen, -denn der Schaden, welcher dadurch hervorgerufen wird, steht in keinem -Verhältnis zu der geringen Menge Kautschuks, welche man dadurch mehr -erhält. Außerdem wäre es wünschenswert, daß auch hier etwa da, wo -das Gefäß zum Auffangen des Saftes angebracht wird, ein erhabener -rinnenartiger Ring um den Stamm gelegt wird, durch welchen etwa an der -Rinde herunterlaufende Säfte aufgefangen werden können. Zum Anschneiden -der Stämme dürfte sich ein Instrument empfehlen, das ähnlich wie die -in unserer Forstwirtschaft allgemein verwendeten „Baumreißer“ gebaut -ist, aber mit einer verstellbaren zweischenkeligen Schneide versehen -ist, deren beide Schenkel sich an der scharfen Kante vereinigen und so -zwischen sich einen Hohlraum lassen, durch welchen das ausgeschälte -Rindenstück nach oben entweichen kann. Ich werde an anderer Stelle auf -dieses Instrument zurückkommen.<span class="pagenum" id="Seite_100">[S. 100]</span> Betonen möchte ich noch, daß dieser -Baumreißer nur für glatte, aufrechte Stämme, insbesondere Kickxia- und -eventuell Ceara- und Para-Bäume konstruiert sein soll. Bei Landolphien -verhindert schon die sehr unebene Rinde sowie sehr variable Dicke -derselben seine Anwendung.</p> - -<div class="figcenter illowe34" id="ill_p0990"> - <img class="w100" src="images/ill_p0990.jpg" alt="" /> - <div class="caption"><em class="gesperrt">Kickxia elastica Preuss</em>.</div> - <div class="caption">A Blühender Zweig, B Kelchblatt von innen, C - Längsschnitt durch die Blüte, D Antheren, E Fruchtknoten mit Griffel, F - Frucht, G dieselbe im Querschnitt, H dieselbe aufgesprungen, J Samen, K - Samenquerschnitt.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p0990_gross.jpg" - id="ill_p0990_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Herr Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> ließ am 13. September seine sämtlichen Arbeiter -zusammentreten, um vor ihren Augen die Bereitung eines reinen -Kautschuks demonstrieren zu lassen. Ich zeigte den Leuten damals -die für sie am leichtesten begreifliche Methode der Gewinnung des -Kautschuks durch Kochen. Um sie auf die Unterschiede der Güte des -von ihnen und von mir hergestellten Kautschuks aufmerksam zu machen, -wurde ein von den Soldaten hergestellter Kautschukball zugleich mit -den von mir angefertigten Stücken herumgegeben und die Leute zu -gleicher Zeit darauf aufmerksam gemacht, daß nur der Kautschuk in den -Faktoreien der Südkamerun-Gesellschaft zu verkaufen sei, welcher in -der von mir demonstrierten Art hergestellt ist. Ich bin sicher, daß -es Herrn Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> in nicht zu langer Zeit gelungen wäre, die -Kautschukgewinnung in seinem Bezirk einzuführen, hätte ihn nicht kurz -darauf ein so trauriges Schicksal unseren Kolonien für immer entrissen.</p> - -<p>Da bereits an den Kickxiabäumen einige reife Früchte sich zeigten, -so machte ich mit einigen Leuten am 20. September einen Ausflug ins -Innere nach der Richtung von Djimu zu, um Samen zu sammeln. Nach etwa -20 Minuten erreichten wir eines der bedeutenderen Dörfer der Umgegend, -Kataku, von wo aus ich von dem gewöhnlichen Djimu-Wege, den vor mir -Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> als erster Europäer betreten hatte, abbiegend, auf -ein nördlich von Kataku liegendes kleines Dorf zu marschierte. Auf -dem Wege dorthin stieß ich auf eine Quelle mit prachtvollem Wasser -(wohl das beste in der ganzen Umgebung), von welchem bis dahin nur -die Eingeborenen und die Soldaten der Station, welche von den Dörfern -der Eingeborenen ihren Proviant holten, Kenntnis hatten. In dem -Dorfe, welches wir nun erreichten, soll, nach Angaben der dortigen -Eingeborenen, kein Weißer vorher gewesen sein. Man sieht also, wie -sehr unbekannt diese Region unseres Schutzgebietes geblieben ist. -Dieses neue Dorf, dessen Namen ich leider nie erfahren habe, machten -wir nun zum Operationscentrum. Von hier aus drang ich in die äußerst -kickxiareichen Wälder ein und konnte so eine große Menge von Früchten -zusammenbringen. Die Eingeborenen waren mir gegenüber zwar äußerst -furchtsam und mißtrauisch; doch schienen sie zu den Soldaten, dank -dem klugen Vorgehen des Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em>, in sehr gutem Verhältnis zu -stehen. Auch einige Leute<span class="pagenum" id="Seite_101">[S. 101]</span> von der Station trafen am Nachmittage ein, -teils von einem nordöstlich gelegenen Dorfe mit Proviant reich beladen -zurückkehrend, teils von Kataku kommend, um auch hier noch Proviant zu -kaufen. Am Abend traf ich dann wieder von dieser äußerst interessanten -Exkursion mit vielen Kickxiafrüchten (vier vollen Lasten) auf der -Station ein.</p> - -<p>Da sich am 22. September eine günstige Gelegenheit bot, nach dem oberen -Dja hinaufzufahren, so benutzte ich mit Freude eine Einladung des Herrn -<em class="gesperrt">Bunge</em>, welcher mit der „Holland“ nach dem Ngoko gekommen war, um -die Faktoreien des holländischen Hauses der Südkamerun-Gesellschaft zu -übergeben, daran teilzunehmen.</p> - -<p>Wir verließen auf dem Dampfer „Holland“ am frühen Morgen die Faktorei -„Wilhelmina“, welche auf dem französischen Ufer gegenüber der -deutschen Station liegt, und fuhren den Ngoko hinauf. Ich hatte einige -Soldaten von Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> zur Begleitung und, um nachher noch -eine Canoereise machen zu können, mein großes Canoe mitgenommen. Nach -etwa einstündiger Fahrt erreichten wir einen großen, alleinstehenden -Felsen, welchen ich bereits von einer früheren Reise her kannte. -Von seiten Herrn <em class="gesperrt">Langhelds</em> war auf seiner Flußkarte dieser -Felsen mit dem Namen „Plehn-Felsen“ belegt worden, ein Name, welcher -hoffentlich, in Anbetracht der Verdienste Dr. <em class="gesperrt">Plehns</em> um diesen -Bezirk, bestehen bleiben wird. Da ich noch häufig Gelegenheit haben -werde, dieses eigentümlichen, isolierten Felsens Erwähnung zu thun, -so will ich hier gleich bemerken, daß auch ich denselben einfach als -Plehn-Felsen bezeichnen werde. Bis zur vierten Ngoko-Insel war ich -schon vorher den Fluß hinaufgefahren, heute kamen wir noch weiter -hinauf, mußten aber gegen 2½ Uhr anlegen, um für den nächsten Tag -Holz schlagen zu lassen. Mit einigen Soldaten versuchte ich tiefer -in den Wald einzudringen, wurde aber auf allen Seiten durch Sümpfe -daran verhindert. Auf dieser Streiferei gelang es mir, nicht weniger -als fünf mir neue Orchideen von einem einzigen Baume herunterzuholen. -Von Kautschuklianen oder Kickxien war an dieser Stelle nichts zu -sehen, wohl aber einige Coffeasträucher. Landolphia florida war längs -des ganzen Flußufers reichlich vertreten, allenthalben durch die -orangenähnlichen Früchte leicht kenntlich. Wir waren nun nicht mehr -weit von dem Zusammenflusse des Bumbe und des Dja entfernt, wo wir am -nächsten Tage die Faktorei der „Südkamerun-Gesellschaft“ zu erreichen -gedachten. Bevor wir dorthin kamen, passierten wir noch die Mündung -des Como-Flusses, in welchen bis dahin noch kein Europäer eingedrungen -war. Gegen Mittag trafen wir auf der Bumbe-Faktorei ein. Dieselbe war -erst vor kurzer Zeit angelegt worden, so daß man erst ein Haus hatte -fertigstellen<span class="pagenum" id="Seite_102">[S. 102]</span> können; die Vorräte an Waren und Proviant befanden sich -noch in den zu ihrer Bergung aufgestellten Zelten. Ein Europäer, Herr -<em class="gesperrt">Kalmar</em>, war zur Leitung der Faktorei hier zurückgelassen worden. -Bei unserer Ankunft beklagte sich derselbe, daß die Eingeborenen des -an der Faktorei angrenzenden Dorfes sich geweigert, das durch Herrn -<em class="gesperrt">Langheld</em> von ihnen käuflich erworbene Land abzutreten. Herr -<em class="gesperrt">Langheld</em> hatte infolgedessen mit dem Häuptling des Dorfes ein -längeres Palaver abzuhalten, um ihm zu erklären, daß der Kauf des -Landes die Gesellschaft zum Besitzer desselben gemacht; es dauerte -eine geraume Zeit, ehe die Eingeborenen das einsehen konnten. Ein sehr -starker Regen zwang uns leider, am Nachmittage auf dem Dampfer zu -verweilen, obgleich ich gern ein kleines noch vollständig unbekanntes -Flüßchen, den „Bumbesse“, welches neben dem Bumbe in den Ngoko -einmündet, befahren hätte, um so tiefer in das Land eindringen zu -können, da man sonst allenthalben durch Sümpfe daran verhindert wurde.</p> - -<p>Da sich das Wetter am 24. September (am folgenden Tage) besserte, -so konnte ich die Fahrt den Bumbesse hinauf antreten. Vorher wurden -noch zwei Herren den Bumbe hinaufgeschickt, um die Faktorei des -holländischen Hauses zu übernehmen, welche bei den Bumbe-Schnellen, von -den Eingeborenen in der Bangala-Sprache als „Mei makessi“ (scharfes -Wasser) bezeichnet, gelegen ist. Zu der Fahrt den Bumbesse hinauf -hatte ich vier Soldaten mitgenommen, welche alle mit einem Haumesser -ausgerüstet waren, denn schon an der Mündung war es ersichtlich, daß -man sich durch viel überhängendes Gestrüpp hindurchzuarbeiten habe. -Da ich auch einigermaßen die Richtung des Flüßchens festlegen wollte, -hatte ich mit dem Kompaß in der Hand tüchtig aufzupassen, daß wir nicht -irgendwo festfuhren. Unter ziemlichen Schwierigkeiten hatten wir oft -unser Canoe zwischen den durchgeschlagenen Lianen hindurchzuzwängen, -um wieder in offenes Wasser zu gelangen. Gegen 10 Uhr kamen wir an -eine Brücke, welche bewies, daß Eingeborene hier in der Nähe hausen -müssen; dieselbe war sehr primitiv, durch zwei auf Gabeln ruhende -Stangen hergestellt, welche an der Seite durch ein Zaunwerk gegen -die Gewalt des Wassers geschützt waren. Etwa zwei Meter oberhalb der -Stangen war parallel mit diesen eine Liane gespannt, welche dem die -Brücke Passierenden offenbar zur Stütze dienen sollte. Wir kamen an -diesem Hindernisse auch vorbei, indem wir das Canoe allmählich darüber -schleiften. Um 11 Uhr wurde endlich durch Fallen unserm weiteren -Vordringen ein Ziel gesteckt. Die Ufer des Flüßchens, welche hier -bedeutend näher zusammentraten, waren durch ein Zaunwerk verbunden, das -sehr geschickt durch Lianen verknotet war und nur zwei Öffnungen ließ, -durch<span class="pagenum" id="Seite_103">[S. 103]</span> welche die Tiere passieren konnten. Oberhalb dieser Öffnungen -sah man Schlingen, welche offenbar zum Anbringen von Speeren angelegt -waren. Da von diesen Fallen ein Pfad in den Wald hinein führte, der -offenbar unlängst von Menschen betreten war, so ließ ich einen Soldaten -bei dem Canoe zurück und drang nun mit den drei anderen Soldaten auf -dem Pfade vor. Zu meiner nicht geringen Freude konnte ich hier im Walde -Kickxia sowohl wie Landolphia feststellen, erstere sogar in ziemlicher -Menge. Da meine Zeit beschränkt war und noch keine weiteren Anzeichen -von Menschen zu entdecken waren, ließ ich nach etwa halbstündigem -Marsche im Walde wieder zum Canoe zurückkehren, hatte doch diese -Exkursion wenigstens zur Entdeckung der Kickxia hier am Bumbesse -geführt. Dieser Standort der Kickxia war für mich um so interessanter, -als der Wald deutliche Anzeichen einer zeitweisen Überschwemmung trug, -somit also der Baum auch in Regionen mit bedeutender Bodenfeuchtigkeit -zu gedeihen scheint. Auf der Rückfahrt ließ ich an den Stellen, wo -der Wald nicht überschwemmt war, landen, um auch dort nach Kickxia -zu fahnden, konnte aber hier nur das Vorkommen von Landolphia -konstatieren. Am Nachmittage machte ich nun noch einige Exkursionen -längs des Ngoko-Ufers, wo ich auch wieder Landolphia feststellen -konnte. Auch hier entdeckte ich wieder einige interessante Orchidaceen.</p> - -<p>Am Morgen des 25. September dampften wir weiter, jetzt den Dja hinauf, -durch dessen Zusammenfluß mit dem Bumbe der Ngoko gebildet wird. Die -Ufer waren auch hier teilweise recht niedrig, teilweise erhoben sich -etwa bis 100 Meter hohe Hügel längs derselben. Der Strom war hier noch -bedeutend stärker als auf dem Ngoko. Die Vegetation scheint üppiger zu -sein, als ich sie am Ngoko beobachtet habe. Nach etwa zweistündiger -Fahrt passierten wir das Dorf Djama auf der Insel gleichen Namens nebst -einer Abzweigung desselben auf einer daneben liegenden Insel. Die Ufer -erschienen auf unserer linken Seite nun stets mehr oder minder erhöht. -Kurz hinter Djama hatten wir einige Stromschnellen zu passieren, -welche glücklicherweise an einer Seite einen Kanal zur Durchfahrt frei -ließen. Gegen 4½ Uhr erreichten wir dann das Ziel unserer Reise, die -Faktorei Bomudali. Dieselbe liegt gegenüber der Insel Bomudali mit dem -darauf befindlichen gleichnamigen Dorfe von für dortige Verhältnisse -ziemlicher Ausdehnung. Diese Faktorei wurde durch einen Eingeborenen -geleitet. Ein recht nettes, aus hiesigem Bambus (Raphiapalmen-Rippen) -gebautes luftiges Häuschen mit einer breiten Veranda hatte man hier -aufgebaut, in dem sich ein Europäer recht gut hätte aufhalten können. -Ich unternahm sogleich eine Exkursion in den Wald, der leider auch zum -großen<span class="pagenum" id="Seite_104">[S. 104]</span> Teile überschwemmt war, so daß ich total durchnäßt gegen Abend -zum Schiffe zurückkehrte.</p> - -<p>Da mir nicht viel daran lag, dieselben Gegenden noch einmal vom Dampfer -aus zu betrachten, so hatte ich beschlossen, die Rückreise im Canoe -zu machen. Da der Dampfer von hier aus umkehren sollte, so fuhr ich -bereits um 5½ Uhr am Morgen des 26. September von Bomudali ab. Da -noch Nebel auf dem Flusse lag, konnten wir anfangs nur wenig von der -Urwaldvegetation erkennen. Erst als gegen 8 Uhr die Sonne durchdrang, -wurde das Bild interessanter und lebendiger. Die Papageien in den -Zweigen fingen ihr Geschrei an, oben sah man die Nashornvögel über die -höchsten Gipfel der Bäume dahinschweben, während die buntbefiederten -Königsfischer auf den Büschen am Wasser auf Beute warteten. Nun am -Ufer entlang fahrend, sah ich häufig riesige Kautschuklianen von den -Zweigen hängen, deren riesige, etwa kinderkopfgroße Früchte durch ihr -Gewicht die Zweige herunterzogen. Leider hingen diese Früchte meist -zu hoch, um sie zu erlangen, selbst einige Schüsse auf dieselben -hatten keine Wirkung. Doch gelang es mir nach einigen vergeblichen -Versuchen, endlich dreier derselben habhaft zu werden, um sie nach der -Station mitzunehmen. Von Kickxia konnte ich nur hin und wieder einige -Exemplare an dem höheren Ufer entdecken; doch ließ ein großer Sumpf, -welcher die Hügel von dem Flusse trennte, eine genauere Untersuchung -derselben nicht zu. Gegen Mittag erreichten wir Djama, nachdem wir -noch kurz vorher durch einen tüchtigen Regenschauer vollständig -durchnäßt worden waren. Meine Leute hatten zwar in dem Dorfe Bomudali -tüchtig Essen kaufen können, so daß sie noch reichlich versehen -waren, doch hielt ich es trotzdem für geraten, mich hier noch einmal -tüchtig zu verproviantieren, da ich nicht wußte, wie lange ich noch -bis zu meiner Ankunft auf der Station unterwegs bleiben würde, zumal -ich beabsichtigte, den N’komo zu befahren, um auch dort soweit als -möglich in die Wälder einzudringen. Ich besuchte daher die beiden -Djama-Inseln und kaufte dort an Lebensmitteln für meine wenigen Leute -nicht unbedeutende Quantitäten ein, und zwar zu äußerst billigen -Preisen. Ich will zwar nicht verleugnen, daß die Anwesenheit der -Soldaten wahrscheinlich nicht wenig dazu beitrug, doch sah ich darauf, -daß den Leuten nichts mit Gewalt abgenommen wurde. Wer nicht verkaufen -wollte, wurde in keiner Weise dazu gezwungen. Ich konnte hier Hühner -und Eier für Öl und Salz einkaufen. Etwa ein halber, ziemlich kleiner -Tassenkopf mit Öl genügte, um ein Huhn zu erstehen. Für meine Leute gab -es Büffel- und Elefantenfleisch und sehr viel Planten. So konnten wir -also, reichlich versehen, am Nachmittage unsere Weiterreise antreten.<span class="pagenum" id="Seite_105">[S. 105]</span> -Nach kurzer Zeit ließ ich an Land anfahren, um Mittag kochen zu lassen. -Wir waren kaum damit fertig, als die „Holland“ unsere Lagerstelle -passierte, auf der Rückreise nach Bumbe, welches übrigens schon von -unserem Lager aus in Sicht war. Ich unternahm nun noch eine Exkursion, -auf welcher ich wieder das Vorhandensein der Kickxia, wenn auch nur -in vereinzelten Exemplaren, konstatieren konnte; dann ließ ich den -Dja bis zum Bumbe hinunter weiterfahren, wo ich gegen 6 Uhr abends -bei dem Dampfer anlangte. Am Abend versammelten wir hier anwesende -fünf Europäer uns auf dem Dampfer, wo uns Herr <em class="gesperrt">Kalmar</em> nach dem -Abendessen durch ein Konzert auf der Violine unterhielt. Da ich am -nächsten Morgen früh aufbrechen wollte, ging ich um 10 Uhr schlafen.</p> - -<p>Der nächste war wieder einer jener prächtigen Morgen, wie ich sie -besonders nach einem Regentage schon häufig im Ngoko erlebt hatte; -lautlos glitt unser Canoe am Ufer des Flusses entlang, jedes Geräusch -wurde noch durch den dichten Nebel, welcher auf dem Flusse lag, -gedämpft. Als sich gegen 9 Uhr der Nebel gehoben, ließ ich auf -einer sandigen Stelle am Ufer das Canoe aufziehen, um den Soldaten -Zeit zum Frühstück zu geben, während ich mit meinem Jungen im Walde -umherstreifte, soweit es die uns umgebenden Sümpfe gestatteten. Auch -hier gab es viele Landolphien, besonders L. florida, deren Früchte -eine Schar Affen angelockt hatten, von welchen ich für meine Leute -zwei erlegen konnte. Während ich im Walde umhergestreift, hatte der -Koch das Frühstück fertig gemacht, so daß wir kurz darauf, ohne -großen Zeitverlust, weiterfahren konnten. Gegen 11 Uhr erreichten wir -die Mündung des N’komo-Flusses, in welchen wir nun eindrangen. Die -Strömung war hier auffallend stark, besonders da, wo Bäume in das -Wasser hineingefallen waren. An einigen Stellen mußten wir uns längs -der Ufer an dem Gesträuch entlang hinziehen, um gegen die starke -Strömung ankommen zu können. Ein riesiges Krokodil, welches auf einem -Baumstumpfe lag, schoß ich auf dieser Fahrt, doch entging uns das Tier -leider, weil es in seinem Todeskampfe vom Stamme herunter in das Wasser -fiel. Gegen 12 Uhr ließ ich an einer offenen Stelle an Land fahren, um -den Leuten, welche sich sehr stark hatten anstrengen müssen, Rast zum -Mittagessen zu geben. Elefanten-, Büffel- und Nilpferdspuren gab es -in Menge, von den Tieren selbst war leider nichts zu sehen. Die Bäume -hingen am Ufer voll von Orchideen, unter denen besonders Angraecum -pellucidum Ldl. mit seinen langen herunterhängenden Blütentrauben -auffiel. Hier und dort waren Kautschuklianen (Landolphia) zu sehen, -doch bis jetzt selten in größeren Mengen. Ich drang mit einem Soldaten -tiefer in den Wald ein, um nach Kickxia zu suchen,<span class="pagenum" id="Seite_106">[S. 106]</span> konnte davon hier -aber nichts entdecken. Als wir uns am Nachmittage kaum wieder auf der -Weiterfahrt befanden, überraschte uns wieder ein starker Regen, der -uns aber nicht hinderte, weiter zu rudern. Bald schien es, als sei -unserm weiteren Vordringen eine Schranke gesetzt, denn vor uns lagen -zwei große Bäume im Wasser. Als wir näher kamen, erkannten wir in -denselben eine Brücke der Eingeborenen. Die beiden Bäume waren von -denselben gefällt worden und die oberen Äste mittelst Lianen mit dem -Strauchwerk der anderen Seite verbunden, so daß man, von Ast zu Ast -kletternd, den Fluß überschreiten konnte. Zur Sicherung des Überganges -waren einige Lianen darüber gespannt worden, an denen man sich halten -konnte. Von menschlichen Wesen selbst war keine Spur zu entdecken. Ich -glaube sicher, daß diese Brücke von den Zwergvölkern dieser Urwälder -gelegt worden ist, denn nur diese allein bewohnen jene Wildnis. Mit -unseren Haumessern gelang es uns, eine Öffnung durch die im Wasser -liegenden Kronen der Bäume zu schlagen, durch welche wir unser Canoe -hindurchschieben konnten. Wir wurden alle dabei von einer Schar -Ameisen, welche eben den Fluß auf dem Baume zu überschreiten schienen, -arg zugerichtet. Als sich gegen Abend der Himmel aufgeklärt hatte, -begannen sich die verschiedensten Tiere hören zu lassen, besonders -Elefanten hörte man häufig. Ein Schuß, welchen ich auf eine Schar Enten -abfeuerte, rief dann plötzlich für kurze Zeit eine allgemeine Stille -hervor. Gegen 5½ Uhr ließ ich anhalten und für mein Zelt unter einem -großen Baume den Platz reinigen. Bei der dichten Bewaldung brach die -Dunkelheit überraschend schnell herein. Es war eine wundervolle Nacht, -welche nun folgte, als der Mond sein friedliches Licht über den Urwald -ergoß. Noch lange saß ich an dem Abend vor meinem Zelt und genoß die -kühle Luft. Die Stille des Waldes wurde nur hin und wieder durch das -Trompeten eines Elefanten unterbrochen.</p> - -<p>Kurz nach 6 Uhr waren wir am nächsten Morgen auf der Fahrt. Mit jeder -Minute wuchs die Stärke der Strömung, so daß ich schon mit einigem -Grauen an die Rückfahrt dachte, da dann bei den vielen Windungen des -Flusses und den vielen, in demselben liegenden, Baumstämmen unser Canoe -nur zu leicht hätte umgerissen werden können. Gegen 7½ Uhr wurde -nun leider unserem weiteren Vordringen durch einen neuen Baumstamm -eine Schranke gesetzt. Auch dieser war wieder von Menschenhand gefällt -worden und lag unglücklicherweise so im Wasser, daß für unser Canoe -keine Passage blieb. Unter Schwierigkeiten wäre es uns vielleicht -gelungen, das Canoe darüber hinweg zu ziehen oder über Land wieder -in fahrbares Gewässer zu bringen, doch glaubte ich, etwa so weit -vorgedrungen<span class="pagenum" id="Seite_107">[S. 107]</span> zu sein, als der N’komo deutsch war. Da der Zweck -meiner Mission auch nicht in geographischen Forschungen bestand, so -glaubte ich auch, hier umkehren zu müssen, hatte ich doch wenigstens -Kautschuklianen hier in ziemlichen Mengen feststellen können. Bevor -ich umkehrte, unternahm ich noch eine kleine Exploration der Wälder, -in welche ich tiefer eindrang. Dieselben enthielten Kautschuklianen in -Quantitäten, welche einen regelmäßigen Abbau wohl lohnen würden. Ehe -es jedoch zu einem solchen in diesen doch immerhin recht entfernten -Regionen kommen wird, dürften noch viele Jahre hingehen. Eine der -ersten Aufgaben des Stationsvorstehers sowohl, wie vor allen Dingen -der Kaufleute im Ngoko-Distrikte, dürfte es vor allen Dingen sein, -den Eingeborenen den Wert des Kautschuks und die Gewinnung desselben -klar zu legen, und, wenn möglich, in einer solchen Weise, daß der -Raubbau sich nicht auch hier einbürgert. Ich selbst befürchte zwar, -daß sich dieser selbst bei strengen Maßregeln nicht wird fernhalten -lassen. Doch dessenungeachtet wäre es entschieden wünschenswert, daß -im Ngoko-Gebiete ein unnötiges Umschlagen der Kickxiabäume strengstens -bestraft würde, sobald sich ein solches nachweisen läßt. Ich werde noch -einmal darauf zurückzukommen haben, da ich selbst einmal Zeuge eines -solchen Umschlagens von Kickxiastämmen gewesen bin; doch davon später.</p> - -<p>Noch im Laufe des Vormittags traten wir unsere Rückfahrt an, die -infolge der vielen Krümmungen des Flusses sowie der vielen darin -liegenden Baumstämme sehr gefährlich war. Bei der reißenden Strömung -sauste das Canoe dahin, wie ich es nie geglaubt hätte. Ich selbst hatte -ein Ruder genommen, um im Falle der Not auch beim Steuern zur Hand zu -sein. Besonders fürchtete ich die untere Baumbrücke, welche uns sehr -leicht hätte umreißen können. Genau nach der Karte, welche ich von dem -Flusse bei der Fahrt hinauf angefertigt hatte, unsere Route verfolgend, -machte ich schon vorher die Soldaten auf die kommenden scharfen Kanten -und schnellen Strömungen aufmerksam und ließ, als wir uns der Brücke -näherten, rückwärts rudern, so daß wir dem Strome entgegenarbeiteten -und dann schließlich langsam gegen die Brücke angetrieben wurden. -Nachdem wir das Canoe dann auch glücklich durch die von uns geschlagene -Öffnung hindurchgezogen hatten, ging es mit derselben Schnelligkeit -wie vorher weiter nach dem Ngoko zu. Noch eine Stelle gab es, die für -uns gefährlich werden konnte. Dort hätte auch beinahe die Fahrt ein -Ende gefunden, wenn wir nicht plötzlich von der Strömung fortgerissen -und in ein Strauchwerk hineingeschleudert worden wären, wo ich -glücklicherweise noch zur rechten Zeit einige Äste ergriff, mit Hülfe -derer ich<span class="pagenum" id="Seite_108">[S. 108]</span> das Canoe zurückhalten konnte. Nachdem wir diese Stelle dann -auch glücklich passiert hatten, hatten wir offenes, wenn auch noch -reißendes Fahrwasser. Man wird sich einen Begriff von der Macht dieser -Strömung machen können, wenn man bedenkt, daß wir die Fahrt flußabwärts -in etwa einem Viertel der Zeit machten, als die Fahrt flußaufwärts. Ich -muß offen bekennen, daß ich froh war, als wir wohlbehalten wieder im -Ngoko angelangt waren. Wir fuhren nun den Ngoko weiter hinunter, bis -wir einen verlassenen Weiler am Flußufer erreichten, wo ich zum Zwecke -des Abkochens Rast machen ließ.</p> - -<p>Das Feuer war kaum angezündet, als einer der Soldaten mit der Nachricht -kam, daß in einer Hütte ein halbverhungertes Weib liege, das kaum mehr -sprechen könne. Ich ließ die Frau nun heranbringen und ihr etwas zu -essen geben. Allmählich konnten wir denn ihren Reden entnehmen, daß sie -von ihren Stammesgenossen hier vor einigen Wochen ausgesetzt sei. Ihren -richtigen Heimatsort konnten wir nicht erfahren, wie überhaupt ihre -Aussagen häufig verwirrt waren und sich nicht selten widersprachen. -Offenbar war das Weib irrsinnig. Sei es nun, daß sie erst durch den -Hunger in diesen Zustand verfallen war, denn sie hatte sich während -der ganzen Zeit von den ölhaltigen Samen einer Leguminose ernährt, -sei es, daß sie infolge ihres Irrsinnes von ihren Stammesgenossen -ausgesetzt war, ich konnte sie hier natürlich nicht zurücklassen, denn -sie wäre sicher in wenigen Tagen verhungert, da sie schon jetzt kaum -mehr Kräfte genug besaß, sich aufrecht zu halten. Als wir dann diesen -von Flöhen wimmelnden Platz verließen, wurde die Frau mit in das Canoe -gesetzt, nachdem die Soldaten vorher vergeblich versucht hatten, sie -zu waschen. Das Wetter sah schon recht drohend aus, als wir unseren -Lagerplatz verließen, so daß wir wenig überrascht waren, als plötzlich -ein wolkenbruchartiger Regen mit starkem Sturm zu wüten begann. -Wenn selbst wir auch alle bis auf die Haut durchnäßt wurden und die -Situation nichts weniger als angenehm war, so freuten wir uns dennoch -alle, daß wenigstens auf diese Weise die würdige Matrone in unserem -Canoe einmal tüchtig gewaschen wurde, denn der Schmutz und Aschenstaub, -welcher an ihrem Körper haftete, spottete jeder Beschreibung. Da der -Sturm für unsere Weiterreise zu gefährlich zu werden schien, ließ ich -an einer sandigen Stelle unter einer alleinstehenden Sterculia an Land -fahren, um dort für die Nacht das Zelt aufschlagen zu lassen. Leider -war aber der Boden an dieser Stelle so locker, daß die Zeltpflöcke von -dem Sturme immer wieder herausgerissen wurden, so daß wir nach vielen -vergeblichen Versuchen doch schließlich die Hoffnung aufgaben, das Zelt -hier<span class="pagenum" id="Seite_109">[S. 109]</span> aufschlagen zu können. Trotz des Regens und Sturmes mußten die -Soldaten sowie die anderen Insassen des Bootes wieder zu den Rudern -greifen, um uns nach einem günstigeren Lagerplatz zu bringen, den wir -denn auch bald erreichten. Unter strömendem Regen wurde ein Platz -für das Lager im Walde freigelegt und die Zelte für mich und meine -Begleitung aufgeschlagen. Dieser furchtbare Regen hielt mit dem Sturme -fast die ganze Nacht hindurch an, so daß man bei dem Getöse, welches -durch den Regen, den Sturm und die herunterbrechenden trockenen Zweige -und Äste verursacht wurde, kaum an Schlafen denken konnte.</p> - -<p>Zu unserer Freude klärte sich der Himmel am nächsten Morgen auf, so -daß wir bereits früh weiterfahren konnten. Es lag mir daran, noch an -demselben Tage die Station zu erreichen. Meine Leute hatten daher -tüchtig zu rudern, selbst das vom Hungertode befreite Weib, welches -sich merkwürdig schnell wieder erholt hatte, mußte ein Ruder zur Hand -nehmen und helfen. Im raschen Tempo ging es nun flußabwärts an den -wenigen Inseln vorbei, welche hier im Ngoko liegen. Dieselben waren -zumeist schon durch das jetzt schnell steigende Wasser überschwemmt -worden. Als wir gegen Mittag in die Nähe des Plehn-Felsens kamen, -welcher auch nur noch um einige Fuß aus dem Wasser hervorragte, ließ -ich zum Abkochen kurze Rast machen. Ich durchstreifte während der -Zeit wieder die Wälder, ohne aber auf Kickxien zu stoßen, wie ich -gehofft hatte. Einige Ficusbäume aus der Verwandtschaft der Ficus -Vogelii, welche hier wuchsen, zapfte ich an und kochte dann die Milch, -teils nach Zusatz von Salz, teils mit Essigsäure vermischt, erhielt -aber nur eine klebrige, zähe Masse, die keinen Wert hatte. Während -des Nachmittags ging es dann ununterbrochen bis zur Faktorei der -Südkamerun-Gesellschaft weiter, welche wir mit eintretender Dunkelheit -erreichten. Von Herrn <em class="gesperrt">Langfeldt</em> erfuhr ich hier, daß Dr. -<em class="gesperrt">Briart</em> mit einem neuen Dampfer der Société Anonyme Belge, dem -„Président Urban“, in der Zwischenzeit dagewesen sei. So hatte ich -leider diese Gelegenheit verpaßt, nach dem Congo zurückzukehren. Nach -kurzer Fahrt erreichten wir dann gegen 8½ Uhr die Ngoko-Station -wieder.</p> - -<p>Da der „Président Urban“ für Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> die sämtlichen von -ihm bestellten Ausrüstungsgegenstände für eine geplante längere -Expedition ins Innere mitgebracht hatte, so setzte Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> -den Aufbruch zu dieser Expedition auf den 10. Oktober fest. Da nach -dieser Zeit zu wenig Leute auf der Station sein würden, um mich bei -meinen Exkursionen zu begleiten, so beschloß ich, die Zeit noch tüchtig -zum Sammeln von Kickxiafrüchten zu verwenden. Noch verschiedene Male -machte ich Ausflüge immer wieder in mir noch<span class="pagenum" id="Seite_110">[S. 110]</span> unbekannte Gegenden um -die Station herum. Überall konnte ich die Kickxia in Mengen feststellen -und jedesmal den Vorrat der Samen bedeutend vergrößern, so daß ich -schließlich gegen 400000 Samen haben mußte.</p> - -<p>Meine verschiedenen Experimente mit Kickxia- und Landolphiamilch -setzte ich zu derselben Zeit fort. Besonders die Methode der Gewinnung -des Kautschuks durch allmähliches Austrocknen der Milch und durch -Centrifugieren.</p> - -<p>Zusammen mit Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> unternahm ich am 4. Oktober einen Ausflug -auf die Hügel der anderen Ngoko-Seite. Von der Faktorei „Wilhelmina“, -welche nun verlassen war, ging zur Zeit der einzig mögliche Weg erst in -den Wald hinein, um sich dann langsam gegen die Hügel vorzuschlängeln. -Wiederholt mußten wir uns von unseren Leuten durch Morast und Wasser -tragen lassen, denn bei dem jetzt schon recht hohen Wasserstande war -bereits ein großer Teil des zeitweise trockenen Waldes vollständig -überschwemmt. Nachdem wir dann glücklich den Fuß des Hügels erreicht -hatten, drangen wir auf einem schmalen Eingeborenenpfade bis zur -Spitze vor, wo sich einige Leute des Kataku-Dorfes, offenbar um der zu -großen Nähe der Weißen zu entgehen, seit kurzem angesiedelt hatten. -Die Leute hatten Bananenpflanzungen angelegt, beklagten sich aber bei -uns, daß die Elefanten ihnen viel Schaden zufügten. Da Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> -möglichst bald zur Station zurückkehren wollte, blieb ich mit meinem -Jungen und einem Soldaten allein zurück, um zu versuchen, auch hier -das Vorkommen von Kickxia zu konstatieren. Als ich nach einigem Suchen -diesen Zweck erreicht hatte, kehrte auch ich wieder auf das andere Ufer -zurück, wo ich auf der Station mit dem Trocknen der Kickxiasamen und -dem Einpacken der Kautschukproben jetzt viel zu thun hatte.</p> - -<p>Da ich es für sehr wahrscheinlich hielt, daß zur weiteren Feststellung -des Verbreitungsgebietes der Kickxia eine Reise nach dem oberen Dja -von Nutzen sein würde, so entschloß ich mich, einer Einladung des -Herrn <em class="gesperrt">Langheld</em>, ihn dorthin zu begleiten, nachdem er die -<em class="gesperrt">Plehn</em>sche Expedition nach dem Bumbe gebracht hätte, Folge zu -leisten, besonders da ich wußte, daß ich vor Ende des Monats Oktober -nun keine Gelegenheit haben würde, die Rückreise nach dem Congo -anzutreten. Gern wäre ich mit Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> zusammen gegangen, um -dann nach der Küste zu durchzumarschieren, doch das war nun leider -infolge des Trägermangels unmöglich. Selbst Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> mußte sein -Gepäck schon auf das Allernotwendigste beschränken, um genügend Leute -zum Transporte seiner Sachen zu haben. Es war für mich damals nicht -leicht, auf diese Expedition zu verzichten, von der wir uns so viel -Interessantes versprachen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_111">[S. 111]</span></p> - -<p>Nachdem die Hauptmenge der Lasten der <em class="gesperrt">Plehn</em>schen Expedition -schon am 10. Oktober nach dem „Major Cambier“ zu Herrn <em class="gesperrt">Langhelds</em> -Faktorei hinübergeschafft worden waren, verließen wir, Dr. -<em class="gesperrt">Plehn</em>, Herr <em class="gesperrt">Peter</em>, welcher an der Expedition teilnehmen -sollte, und ich, am frühen Morgen mit den Soldaten und Trägern die -Ngoko-Station, um dann zum „Major Cambier“ mit dem letzten Reste der -Expeditionsgüter nachzufolgen. Ich werde diesen Morgen nie vergessen, -an dem ich damals zum letzten Male mit <em class="gesperrt">Plehn</em> zusammen den -Ngoko-Hügel hinunterstieg und mit ihm über den eventuellen Ausgang -der Expedition sprach, der nach unseren damaligen Ansichten nur ein -glücklicher und für die Erforschung unseres Schutzgebietes sehr -günstiger sein konnte. Leider hatte das Schicksal es anders beschlossen.</p> - -<p>Nachdem gegen 9 Uhr endlich alles auf dem Dampfer untergebracht war, -konnten wir abfahren. Die Scenerie war mir, der ich diese Fahrt -nun bereits wiederholt gemacht hatte, ja bekannt genug. Von dem -Plehn-Felsen war kaum noch die Spitze zu sehen; so war das Wasser in -den wenigen Tagen gestiegen. Am Nachmittage wurde eine Stunde lang -Halt gemacht, um neuen Holzvorrat zu schaffen. Dann fuhren wir bis -zum späten Nachmittag weiter und legten, bevor wir die N’komo-Mündung -erreicht hatten, uns vor Anker. Das Aufschlagen des Lagers dauerte -heute eine ziemliche Zeit, da Dr. <em class="gesperrt">Plehns</em> Soldaten mit dem -Aufstellen seines großen Zeltes noch nicht recht Bescheid wußten. -Bis zum späten Abend saßen wir Europäer noch bei der wundervollen -Beleuchtung, welche der Mond über die Landschaft warf, zusammen. Am -nächsten Morgen dampften wir dann zeitig ab, um noch vor Mittag bei -der Bumbe-Faktorei einzutreffen. Es war einer der heißesten Tage, -welche ich erlebt hatte; alles schien niedergedrückt zu sein, nur -der unermüdliche Herr <em class="gesperrt">Langheld</em> lief, ohne sich irgendwie zu -schonen, in der Sonne umher, bis alles in Ordnung war. Wir saßen alle -gerade beim Essen, als ein Soldat mit der Nachricht kam, daß auf der -anderen Seite des Bumbe ein riesiges Krokodil im Wasser schwämme. -Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> war sofort mit seiner Büchse zur Hand, und in der -nächsten Minute hatte das Tier einen Schuß im Kopfe, der es auf der -Stelle getötet haben mußte, denn das Tier blieb oben. Der Sicherheit -halber schoß Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> noch einmal und zwar noch einen solchen -Meisterschuß. Die Soldaten, welche schon die Sicherheit ihres Herrn -beim Schießen kannten, hatten auch sofort das Canoe, welches Dr. -<em class="gesperrt">Plehn</em> von mir übernommen, in den Fluß gezogen und ruderten nun -mit allen Kräften zur Stelle, um die Jagdbeute einzuholen, die dann -zur großen Freude der Leute verteilt wurde. Das Krokodil war eines der -größten, welche ich je gesehen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_112">[S. 112]</span></p> - -<p>Da Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> mit dem Packen seiner ganzen Expeditionsgüter noch -nicht vollständig fertig war, so beschloß er, erst am 14. Oktober von -Bumbe aufzubrechen; ich hatte also hier noch einen freien Tag. Ich -benutzte daher die Gelegenheit, mit Herrn <em class="gesperrt">Kalmar</em> und Herrn -<em class="gesperrt">Schultz</em>, welcher mit uns nach Bomudali fuhr, um die Faktorei -daselbst zu übernehmen, eine Canoefahrt den Bumbe hinauf zu machen, -wo zum Bau der Häuser der Bumbe-Faktorei Baumstämme gefällt werden -sollten. Die Freude, welche ich hier bei dem Anblicke der häufig -vorhandenen Kickxien empfand, wurde mir bald genommen, als ich sah, -daß Herr <em class="gesperrt">Kalmar</em> eine nach der anderen fällen ließ, da er -behauptete, daß sonst keine anderen geraden Stämme zum Häuserbau -vorhanden seien als die Kickxien. Es ist doch schade, daß selbst -die Europäer hier nicht mehr darauf achten, die Schätze, welche das -Land bietet, möglichst zu wahren; gerade deshalb wäre es auch sehr -wünschenswert, daß von der Regierung Maßregeln getroffen würden, ein -solches Treiben zu verhindern. Wie ich mich später überzeugen konnte, -sind die Befestigungen der Palaverhäuser der Fan-Stämme im Ngoko auch -vorzugsweise aus Kickxiastämmen hergestellt. Bedenkt man nun, daß -diese Dörfer bei der geringsten Gelegenheit verlassen werden und an -einer anderen Stelle ein neues errichtet wird, zu dem wieder viele -Kickxiastämme nötig sind, so kann man sich leicht vorstellen, welcher -Schaden mit der Zeit unter den Kickxiabeständen angerichtet wird, der -leicht vermieden werden könnte. Der Eingeborene fällt natürlich lieber -die weichen Kickxiastämme, als die zähen und harten Bäume, welche -seinen schlechten Instrumenten so viel Widerstand entgegensetzten, -um so mehr, als ja bei seiner Gewohnheit, die Dörfer immer wieder zu -verlegen, das Holz gar nicht besonders dauerhaft zu sein braucht.</p> - -<p>Am Morgen des 14. Oktober stand Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> mit seiner Expedition -schon zeitig fertig da. Es war arrangiert worden, daß der „Major -Cambier“ die Expedition noch eine kurze Strecke den Bumbe hinauf -bis kurz vor Kodjo bringen sollte. Die erste Hälfte, welche Herr -<em class="gesperrt">Peter</em> führte, ging gegen 7 Uhr ab. Da ich auch gern einen -Teil des Bumbe sehen wollte, fuhr ich auch mit, um dann mit dem -Dampfer wieder umzukehren. Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> führte dann den Rest auch -sogleich nach. Wir beide nahmen noch einmal Abschied voneinander und -wünschten uns gegenseitig viel Erfolg und Gesundheit auf unseren Reisen -und trennten uns dann in dem Glauben, daß wir uns beide in Europa -wiedersehen würden. „Grüßen Sie noch alle meine Freunde und Bekannten -an der Küste,“ das waren seine letzten Worte, welche er mir noch vom -Dampfer aus zurief; dann war der Dampfer um eine Landzunge gebogen, die -ihn uns verbarg.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_113">[S. 113]</span></p> - -<p>Kurz nachdem der „Major Cambier“ zurückgekehrt war, wurde alles zur -Weiterfahrt den Dja hinauf fertig gemacht. Um 1 Uhr schon fuhren wir -ab. Bei den Djama-Inseln machten wir einen kurzen Halt, um Lebensmittel -zu kaufen, da das kleine Dorf neben der Bumbe-Faktorei für die vielen -Leute, welche während der letzten Tage dort gewesen waren, nicht genug -hatte liefern können. Gegen Abend legten wir dann an einer etwas -trockeneren Uferstelle an, wo ich Kickxia sowohl wie Landolphien in -ziemlichen Quantitäten fand. Herrn <em class="gesperrt">Langheld</em> sowohl wie Herrn -<em class="gesperrt">Schultz</em> machte ich nun auf die Unterschiede aufmerksam, welche -die Kickxia unter den anderen Bäumen leicht kenntlich macht. Moskitos -gab es übrigens hier wieder reichlich. Am frühen Morgen erreichten wir -am 15. Oktober die Bomudali-Faktorei, wo wir für den Rest des Tages zu -bleiben hatten, da es hier für Herrn <em class="gesperrt">Langheld</em> viel zu thun gab, -denn es mußten vor allen Dingen viele Waren hier gelandet und gestaut -werden, welche Herr <em class="gesperrt">Schultz</em>, der die Faktorei leiten sollte, -beim Einkaufen des bis dahin einzig in Betracht kommenden Produktes, -des Elfenbeins, nötig hatte. Da ich bei meinem ersten Aufenthalte in -Bomudali in den Wäldern hinter der Faktorei vergeblich nach Kickxia -gesucht hatte, so schlug ich auf meinen Streifereien diesmal eine -andere Richtung ein und hatte auch hier wieder die Freude, Kickxia -zwischen der Bomudali-Faktorei und dem Dorfe Lobilos in Mengen zu -sehen. Je mehr ich von der Gegend sah, desto mehr gewann ich die -Überzeugung, daß hier dereinst sich ein enormer Kautschukhandel -entwickeln müsse, vorausgesetzt, daß beizeiten gegen Mißbrauch dieser -Goldgruben unserer Kolonie Kamerun Schritte gethan werden.</p> - -<p>Die Eingeborenen dieses Teiles des Dja unterscheiden sich schon ganz -bedeutend von den weiter unten wohnenden Misangas. Besonders auffallend -ist die Haartracht der Weiber. Neben einer großen Raupe von Haaren, -welche über den Scheitel bis zum Hinterkopf hinunterläuft, sind die -Haare zu beiden Seiten oberhalb der Schläfen in raupenförmige Ringe -frisiert. Um diese Frisur, welche eine sehr lange Zeit in Anspruch -nehmen muß, zu schützen, ist sowohl je oberhalb der Ohren wie an -der Haarwurzel über der Stirn eine große, muschelförmige, aus Bast -hergestellte Klappe in das Haar eingeflochten. Während des Schlafes -oder sonst bei Gelegenheiten, bei welchen diese Haarfrisur in Gefahr -kommt, zerstört zu werden, werden diese Klappen durch ein Tuch gegen -den Kopf angezogen und bedeckt und dienen so zum Schutze des Ganzen. -Die Gesichtszüge der Eingeborenen sind hier entschieden intelligenter -und ansprechender als die der Misangas. Während unseres Aufenthaltes -in Bomudali kamen auch einige Bomabassa-Leute, welche, aus<span class="pagenum" id="Seite_114">[S. 114]</span> ziemlicher -Entfernung kommend, mit den Bomudali-Leuten in Handelsbeziehungen -stehen. Dieselben zeichneten sich durch eigentümlich blaue Tättowierung -auf der Stirn und der Oberlippe aus. Im großen und ganzen schien die -Bevölkerung den Weißen gegenüber sehr scheu und furchtsam zu sein.</p> - -<p>Ein merkwürdiges Stück, welches ich hier erstand, aber später auf -meinen Reisen zerbrach, möchte ich hier erwähnen, da es ethnologisch -von Interesse sein mag, nämlich eine Flöte, die einzige, welche ich -je in diesen Gegenden gesehen. Das Instrument war aus einem mir -unbekannten hohlen Pflanzenstengel hergestellt und hatte ungefähr die -Form der in Deutschland allgemein verbreiteten Blechflöten.</p> - -<p>Da Herr <em class="gesperrt">Langheld</em> mit den Einrichtungen in seiner Faktorei so -weit fertig war, konnten wir am Morgen des nächsten Tages unsere -Reise den Dja weiter hinauf fortsetzen. Gegen 8 Uhr verließen wir am -Morgen des 16. Oktober Bomudali und dampften auf das Dorf des im Dja -von seinen sämtlichen Nachbarn gefürchteten Häuptlings <em class="gesperrt">Lobilo</em> -zu. Die Scenerie war fast dieselbe wie am Dja unterhalb Bomudali, die -Vegetation wohl etwas üppiger und die Ufer, besonders in der Nähe -des Dorfes <em class="gesperrt">Lobilos</em>, etwas höher. Schon vom Dampfer aus konnte -man die vereinzelt stehenden Kickxien sehen, besonders als wir uns -dem Dorfe <em class="gesperrt">Lobilos</em> näherten. <em class="gesperrt">Lobilo</em> hatte schon von -unserem beabsichtigten Besuche Kunde erhalten, so daß uns, als wir -sein Dorf erreichten, eine große neugierige Menschenmenge empfing. -Unterwegs hatten wir verschiedene Dörfer passiert, welche infolge -der Erpressungen dieses Negerhäuptlings verlassen waren, und was war -nun schließlich seine Macht? Etwas anderes als Hinterlist konnte es -nicht sein. Als wir in sein Dorf kamen, saß er versteckt in einem der -Palaverhäuser und zitterte am ganzen Körper, als wir ihm zur Begrüßung -die Hand gaben; wahrscheinlich hatte er wieder ein böses Gewissen. -Man sah dem Kerl in diesem Augenblicke übrigens so recht den feigen -Schurken an. Für jeden, der ihm gegenüber etwas imponierend auftreten -kann, ist dieser Feigling meiner Meinung nach wenig gefährlich. Viel -mehr als <em class="gesperrt">Lobilo</em> interessierte mich das Dorf, denn für ein -Fan-Dorf in der Ngoko-Region ist dieses ganz abnorm gebaut und dürfte -wohl einzig im ganzen Bezirke dastehen. Zunächst ist das ganze Dorf -von einem hohen Lattenzaune umgeben, welcher etwa ein Quadrat bildet; -der Zugang in das Dorf hinein ist nur durch die vollständig dunklen -Palaverhäuser möglich, deren Eingang so schmal ist, daß man nur mit -Mühe sich hineinzwängen kann. Beide Palaverhäuser waren durch viele -Schichten von Baumstämmen befestigt. Die Hütten, welche zwar nach -Art der<span class="pagenum" id="Seite_115">[S. 115]</span> Fans sich an einer einzigen Straße entlang hinzogen, waren -auch stärker gebaut, als man sie gewöhnlich im Ngoko sieht; außerdem -standen hinter denselben noch kleinere Hütten und Vorratshäuser, welche -ich sonst auch nirgends beobachtet hatte. Die unten beschriebene -Haartracht war bei den Weibern die allgemeine, die Männer hatten vorn -und hinten das sonst nicht weiter frisierte Haar in einen oder zwei -steife, abstehende Zöpfe geflochten. Außer Perlen und einigen Arm- und -Fußringen sah man von Schmuck selten etwas. Die Bekleidung bestand bei -den Männern in einem kurzen, weiten Basttuche, bei den Weibern in einer -Schürze aus demselben Stoff, der übrigens vor seinem Gebrauche mit -zerpulvertem Rotholz und Fett beschmiert wird.</p> - -<p>Ich machte eine kurze Exkursion, um die Natur des Waldes hier kennen -zu lernen, und hörte von Herrn <em class="gesperrt">Langheld</em>, als ich zurückkehrte, -daß einige Pygmäen, hier Badjiris genannt, sich im Dorfe <em class="gesperrt">Lobilos</em> -befänden. Da mir Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> viel von diesem Zwergvolke, das -sich nach Angaben der Eingeborenen Bakolos nennt, erzählt hatte und -ich bereits häufig verlassene Hütten herumziehender Trupps im Urwalde -angetroffen hatte, so war ich natürlich begierig, dieses interessante -Völkchen selbst näher kennen zu lernen. Auf meinen Wunsch ließ -<em class="gesperrt">Lobilo</em> die Leute heranholen. Es waren drei Männer, welche -ich hier sah. Dieselben waren durchaus nicht übermäßig klein, wenn -auch unter mittelgroß, aber merkwürdig robust gebaut. Ihr Blick war -äußerst scheu und listig, doch lag dessenungeachtet keine Falschheit -darin. Merkwürdig für einen Neger war der Bart, welchen ein jeder -dieser Männer hatte, da er bis auf die Brust reichte. Wie mir Dr. -<em class="gesperrt">Plehn</em> erzählte, waren sämtliche Bakolos, welche er auf seiner -Reise nach Djimu näher zu beobachten Gelegenheit gehabt hatte, bartlos; -ich erwähne dies, da auch die Mehrzahl der Männer, welche ich später -sah, sich durch einen für einen Neger merkwürdig üppigen Bartwuchs -auszeichnete. Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> gebührt die Ehre, die ersten sicheren -Nachrichten über das Vorhandensein dieses Zwergvolkes in seinem Bezirke -gegeben zu haben. Unter seinen ethnologischen Aufzeichnungen zeigte er -mir sehr viel Notizen über diese Leute, auch eine kleine Sammlung von -Wörtern ihrer Sprache. Er hatte auch bis zu dem Augenblicke, als wir -uns am 14. Oktober am Bumbe trennten, nur Männer der Badjiris gesehen; -die Weiber waren stets zur Zeit entflohen. <em class="gesperrt">Lobilo</em> hatte diese -Männer für sich gewonnen, um durch sie Elefanten jagen zu lassen, denn -das ist ihre Hauptbeschäftigung; auch sollen sie dabei eine solche -Gewandtheit haben, daß es ihnen mit ihren Lanzen immer gelingt, so -viel Elefanten zu erlegen, daß es ihnen nie an Fleisch mangelt. Wie -mir <em class="gesperrt">Plehn</em> mitteilte,<span class="pagenum" id="Seite_116">[S. 116]</span> schreiben die Fan-Stämme dem letzteren -Umstande es zu, daß die Bakolos Menschenfleisch verschmähen.</p> - -<p>Nachdem Herr <em class="gesperrt">Langheld</em> mit <em class="gesperrt">Lobilo</em> noch die Geschenke -ausgetauscht hatte, dampften wir kurz nach Mittag weiter. Nach etwa -zweistündiger, ziemlich eintöniger Fahrt erreichten wir die Mündung -des auch noch vollständig unerforschten Kudu-Flusses und das dicht -dahinter am Dja liegende Dorf N’goala, welches das Endziel der jetzigen -Flußfahrt sein sollte. Nach Dr. <em class="gesperrt">Plehns</em> Angaben dürften die -großen Schnellen, für welche er den Namen Carnap-Schnellen, zu Ehren -des Herrn Oberleutnants v. <em class="gesperrt">Carnap-Quernheimb</em>, welcher zuerst bis -in die Südostecke Kameruns vordrang, gewählt hatte, noch drei bis vier -Stunden Dampferfahrt oberhalb des Dorfes N’goala gelegen sein. Da wir -einige Zeit hier vor N’goala liegen bleiben wollten, so benutzte ich -die Gelegenheit, ein auf der anderen Seite des Kudu eine halbe Stunde -Weges im Innern gelegenes Dorf zu besuchen. Zusammen mit dem Kapitän -des Dampfers, einem Skandinavier, machte ich mich in Begleitung eines -Führers aus dem Dorfe N’goala und einiger Eingeborenen vom Dampfer -aus auf den Marsch. In einigen kleinen Canoes setzten wir über den -Kudu und traten dann in den Wald ein, der trotz seines feuchten Bodens -doch zahlreiche Kickxien enthielt. Unterwegs erzählte mir der Führer -von N’goala, daß ein Lager der Bakolos in der Nähe sei. Eine solche -Gelegenheit ließ ich mir nicht entgehen; meinen Leuten möglichst -leises Gehen gebietend, marschierte ich mit dem Führer voraus und bog -mit ihm von dem Wege ab in den Wald ein. Es gelang uns auch wirklich, -unbeachtet an das Lager heranzuschleichen, welches auf einer kleinen -Erhöhung lag. Ich stürmte dann plötzlich vor und stand nun zum großen -Schrecken der Bakolos unter ihnen. In heilloser Furcht ergriff alles -die Flucht, denn einen Weißen hatte wohl noch keiner von ihnen gesehen. -Es gelang uns aber doch, einige Männer und zwei Weiber zu halten -und schließlich so weit zu beruhigen, daß sie mir sogar eine ihrer -Elefantenlanzen verkauften. Die Weiber waren noch kleiner als die -Männer und hatten recht häßliche Gesichtszüge. Die Hütten hatten die -Form einer hingestreckten Viertelkugel und standen im Kreise herum; -sie waren nur groß genug, daß etwa zwei Personen Platz darin hatten. -Als nun auch die übrigen Leute herangekommen waren, setzten wir den -Marsch nach dem Dorfe im Innern fort. Unser Führer schien ein recht -verständiger Bursche zu sein; als wir uns dem Dorfe näherten, gebot -er den Leuten, sich möglichst leise heranzuschleichen, da sonst die -Eingeborenen fliehen würden, denn einen Weißen hätten auch diese wohl -kaum gesehen. Auch hier gelang es uns, bis zum Dorfe vorzuschleichen, -ehe wir bemerkt wurden. Dann<span class="pagenum" id="Seite_117">[S. 117]</span> erhob sich plötzlich das Geheul der -Weiber, als sie uns erblickten. Ich rief den Leuten zu, sie sollten -nur beruhigt sein, denn ich sei nur gekommen, um ihr Dorf zu sehen -und Hühner von ihnen zu kaufen. Die Weiber, welche entflohen waren, -kamen auch wieder, als sie sahen, daß wir uns mit den Männern ganz -friedlich unterhielten; schließlich wurden sie sogar ganz dreist. -Ich hatte nur wenige Tauschartikel mitgenommen, da ich glaubte, daß -hier nicht viel zu kaufen sei; die Leute boten aber so viel an, daß -ich ihnen den Vorschlag machte, bis zum Dja mitzukommen, wo sie am -Dampfer einen besseren Markt finden würden. Mit einer ganzen Kolonne -zogen wir dann zum Dampfer zurück, wo die Leute noch manches verkaufen -konnten. Herr <em class="gesperrt">Langheld</em> wollte durchaus noch wieder vor Anbruch -des Abends bis Bomudali zurück; ich hätte mich gern hier noch unter dem -Völkchen etwas länger aufgehalten, das einen viel intelligenteren und -freundlicheren Eindruck machte als die Misangas am Ngoko. Kurz nach 4 -Uhr traten wir nun die Rückfahrt an, welche bei der schnellen Strömung -des Flusses nur die Hälfte der Zeit in Anspruch nahm als die Fahrt -flußaufwärts. Vor <em class="gesperrt">Lobilos</em> Dorf wurde nicht einmal angehalten. -Schon bei eintretender Dämmerung warfen wir an der Bomudali-Faktorei -Anker. Ich habe übrigens hier noch nachzuholen, zu erwähnen, daß -Kopalbäume am Dja so weit in Menge am Flußufer vorhanden waren, als wir -gekommen waren. Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> erzählte mir auch einmal, daß er bei -den Carnap-Schnellen beobachtet hätte, daß seine Soldaten auch dort -ein Harz während der Nacht gebrannt, welches er für Kopal hielt. Es -ist also wahrscheinlich, daß dieser Kopalbaum längs des Flusses noch -weit hinaufsteigt. Interessant ist, daß man ihn sehr selten in weiterer -Entfernung vom Flußrande findet.</p> - -<p>Am Vormittage des nächsten Tages wurde die ganze Besatzung des Dampfers -ausgeschickt, um Holz zu schlagen, denn Herrn <em class="gesperrt">Langheld</em> hielt es -nicht länger hier; er wollte durchaus zu seiner Faktorei zurück. Gegen -Mittag nahmen wir Abschied von Herrn <em class="gesperrt">Schulz</em>, welcher nun hier -allein zurückbleiben soll. Mit dem größtmöglichen Dampfdruck wurde der -„Major Cambier“ den Dja hinuntergejagt, wobei uns die starke Strömung -noch Beistand leistete. Schon um 3 Uhr trafen wir an der Bumbe-Faktorei -ein. Nach nur halbstündigem Aufenthalte dampften wir weiter den Ngoko -hinunter. Diese Fahrt, welche wir nun machten, dürfte wohl für lange -Zeit die schnellste bleiben, welche je auf dem Ngoko geleistet wurde, -denn schon gegen 7 Uhr trafen wir in der Faktorei ein. Unterwegs sahen -wir noch eine Herde Büffel am Flußrande, welche aber schnell im Busche -verschwanden, als sie unserer ansichtig wurden. Da es zu spät war, um -jetzt noch die ermüdeten Leute<span class="pagenum" id="Seite_118">[S. 118]</span> zur Canoefahrt anzutreiben, schlief -ich am Abend noch auf dem Dampfer und kehrte erst am nächsten Morgen -zur Ngoko-Station zurück, wo ich bei strömendem Regen eintraf. Die -Regenzeit schien jetzt überhaupt hier einzusetzen, denn während der -letzten Zeit hatten wir auffallend starke und häufige Niederschläge -gehabt. Herr <em class="gesperrt">Gruschka</em>, welchen wir am Schwarzwasserfieber -niederliegend verlassen hatten, war wieder einigermaßen hergestellt, -doch noch immer so schwach, daß er nicht arbeiten konnte. Herrn <em class="gesperrt">v. -Lüdinghausen</em> fielen daher nun die sämtlichen Arbeiten allein zu.</p> - -<p>Die Zeit, welche ich noch auf der Station verweilte, hatte ich mit dem -Einpacken meiner Sachen und Trocknen der Kickxiasamen sowie anderen -laufenden Arbeiten auszufüllen. Dasselbe herzliche und liebenswürdige -Entgegenkommen, welches ich bei Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> gefunden, wurde mir -nun auch von Seiten des Herrn <em class="gesperrt">v. Lüdinghausen</em> zu teil. In -Zukunft konnte ich nur einige kleine Exkursionen machen, da ich kein -Personal aufzutreiben vermochte, welches mich begleiten konnte. Herr -<em class="gesperrt">v. Lüdinghausen</em> war zwar so freundlich, mir von den wenigen -Leuten, welche ihm gelassen waren, einige zur Verfügung zu stellen, -doch machte ich keinen Gebrauch davon, weil ich wußte, wie nötig er sie -selbst brauchte. Einmal noch wollte ich versuchen, auf die Hügel auf -der anderen Seite des Ngoko zu kommen, mußte es aber aufgeben, da der -ganze Wald am Fuße derselben überschwemmt war.</p> - -<p>Am Nachmittage brach während dieser Zeit mit merkwürdiger -Regelmäßigkeit ein Tornado mit Regen aus, welcher häufig so stark war, -daß die Häuser auf der Station Gefahr liefen, umgeblasen zu werden. -Herr <em class="gesperrt">v. Lüdinghausen</em> ließ zwar gerade ein neues Steinhaus -bauen, doch wäre es uns dennoch sehr unangenehm gewesen, wenn uns in -den provisorisch aufgebauten (Raphia-) Bambushäusern das Dach entführt -worden wäre. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß wir es der äußerst -luftigen Konstruktion dieser Häuser, welche den Wind von allen Seiten -hindurchfegen ließen, zu verdanken haben, daß wir einem derartigen -Zufalle entgingen.</p> - -<p>Herr <em class="gesperrt">Kruschka</em>, welchen Herr <em class="gesperrt">v. Lüdinghausen</em> zur Erholung -auf eine kleine Reise nach Djimu, die Herr <em class="gesperrt">Langheld</em> mit dem -„Major Cambier“ kurz nach unserer Rückkehr vom Dja angetreten, -mitgeschickt hatte, traf am 29. Oktober plötzlich mit der Nachricht -wieder auf der Station ein, daß am 1. November die „Holland“ von Wesso -nach dem Stanley-Pool abfahren wolle. Glücklicherweise hatte ich mich -so weit bereit gehalten, daß ich denn auch dank der liebenswürdigen -Unterstützung von seiten des Herrn <em class="gesperrt">v. Lüdinghausen</em>, welcher -mit einigen Leuten aushalf, bereits am nächsten Tage unterwegs war. -Es wurde<span class="pagenum" id="Seite_119">[S. 119]</span> mir ordentlich schwer, hier von der Ngoko-Station Abschied -zu nehmen, wo ich erst mit Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> und dann mit Herrn <em class="gesperrt">v. -Lüdinghausen</em> so angenehme Stunden verlebt hatte. Das ziemlich große -Canoe war kaum im stande, meine vielen Lasten zu tragen; doch hier galt -kein Zögern, wenn ich nicht viel Zeit verlieren wollte. Sehr hatte ich -mich noch am letzten Tage gefreut, daß Herr <em class="gesperrt">v. Lüdinghausen</em> -durch sein forsches Auftreten es so weit brachte, daß vier Misangas -einwilligten, zusammen mit einigen Leuten von der Station mich nach -Wesso zu bringen. Es war dieses das erste Mal, daß die Misangas zu -einer derartigen Arbeitsleistung gebracht worden waren.</p> - -<p>Da ich zu gleicher Zeit die Post der Station mitnehmen sollte, hatte -ich bis gegen 3 Uhr nachmittags zu warten, ehe ich am 30. Oktober -aufbrechen konnte. Wir kamen daher denn auch nicht sehr weit, -besonders da ich am Dorfe des Häuptlings <em class="gesperrt">Angojo</em> anlegen ließ, -um einige Lebensmittel zu kaufen. Ehe wir von dort aus das Dorf N’gali -erreichten, war es stockfinster geworden, außerdem hatte wieder ein -Tornado eingesetzt, so daß die Situation nicht ganz gefahrlos war. Erst -gegen 7½ Uhr trafen wir in N’gali ein. Ich wollte nicht erst mein -Zelt und das Feldbett unter den übrigen Lasten hervorsuchen lassen, und -setzte mich deshalb zum Schlaf in einen langen Stuhl. Doch, o weh! Es -gab hier Millionen von Moskitos, welche mich während der ganzen Nacht -nicht schlafen ließen. Noch müder als am Abend vorher, setzten wir -am nächsten Morgen gegen 6 Uhr unsere Reise fort. Nach einer Stunde -ließ ich einige Minuten an einem kleinen Dorfe Halt machen, wo uns die -Eingeborenen Elefantenfleisch zum Kaufe anboten. Von dort aus ging -es bis 1 Uhr ohne Unterlaß weiter, bis wir den Sanga erreichten. In -Sicht von Wesso ließ ich nun noch anhalten, um den Leuten Zeit zum -Essen zu gewähren. Kurz darauf trafen wir auch wohlbehalten in Wesso -ein, wo man mich bereits aufgegeben hatte, da man dachte, daß ich -schon am Abend vorher oder gar nicht eintreffen würde. Der Dampfer war -glücklicherweise noch nicht abgefahren. Im Laufe des Nachmittags ließ -ich meine Lasten an Bord des Dampfers unterbringen und schickte dann -das Canoe mit der Bemannung zur Ngoko-Station zurück.</p> - -<p>Da am 1. November der Nebel, welcher den ganzen Fluß bedeckte, uns -verhinderte, zu der festgesetzten Stunde zeitig abzufahren, so wurde es -ziemlich spät, ehe wir die Reise antreten konnten. Außer mir war noch -ein französischer Beamter vom oberen Sanga Passagier auf dem Dampfer; -auch er wollte zum Stanley-Pool hinunter. Da der Dampfer nur sehr -langsam fuhr und sich fast nur treiben lassen mußte, denn er hatte sich -noch während der letzten<span class="pagenum" id="Seite_120">[S. 120]</span> Ngoko-Reise einige arge Schäden zugezogen, -so kamen wir trotz der starken Strömung doch recht langsam vorwärts. -Holz wurde nur halb soviel verbraucht als auf dem „Major Cambier“. -Es war eine elende Fahrt auf einem der schlechtesten Dampfer, welche -den Congo befahren. Hätte ich Leute genug gehabt, würde ich sicher -eine Canoereise dieser Dampferfahrt vorgezogen haben, denn dann hätte -man doch wenigstens noch die Ufer besser kennen gelernt. Da wir, nach -Angabe des Kapitäns, Holz für drei volle Tage besaßen, so fuhren wir -bis 5 Uhr am Nachmittage ohne Unterbrechung. Gegen 1½ Uhr sahen wir -Likilembe und bald darauf Pembe allmählich hinter uns verschwinden. -Bei einem Dorfe, Butinda, welches wir bei der Auffahrt nicht gesehen -hatten, legten wir uns am Abend vor Anker. Auch während der Fahrt -am nächsten Vormittage sahen wir ein Dorf, welches mir auch früher -entgangen war, es wurde N’gunga genannt. Gegen Mittag erreichten wir -N’kunda, wo, seit der Zeit meiner Reise den Fluß hinauf, eine Faktorei -einer französischen Gesellschaft, in deren Konzessionsgebiet der Ort -gehörte, entstanden war. Hier befanden sich zwei Europäer, welche -sich beide sowohl darüber beklagten, daß die Eingeborenen ihnen keine -Lebensmittel verkaufen wollten, so daß sie gezwungen seien, allein von -Konserven zu leben, als auch, daß es überhaupt keinen Handel gebe, denn -bis zur Zeit (sie waren bereits zwei Monate in N’kunda) hätten sie noch -keinen Zahn Elfenbein kaufen können. Diese Aussagen bestätigten genau -meine Ansichten über die französischen Konzessionen am Sanga, wie ich -sie übrigens weiter oben und bereits auch an anderen Orten wiederholt -ausgedrückt habe. Die armen Leute wußten vor Langeweile nicht, was -sie anfangen sollten. Mit großem Eifer hatten sie einen weiten Platz -freigeschlagen, um nun daselbst ein großes Haus aufzuführen, denn bis -zu unserer Ankunft hatten sie in Zelten gewohnt.</p> - -<p>Als wir am Nachmittage N’kunda verließen, erhob sich ein solcher Sturm, -daß wir mit dem Dampfer vergeblich versuchten, umzudrehen; erst als wir -im Schutze einer Insel waren, konnten wir wieder richtig manövrieren. -Wir wurden dann bald von der Strömung ergriffen, welche uns, selbst -wenn wir keinen Dampf gehabt hätten, unserem Ziele schnell zuführte. -Gegen Abend liefen wir bei einem verlassenen Dorfe an Land. Da wir das -Holz der alten Hütten gut als Feuerungsmaterial verwenden konnten, -so ließ unser Kapitän die ganze Besatzung daran gehen, die gesamten -Holzvorräte auf dem Dampfer zu bergen. Ich sah hier übrigens einige -Mittelpfähle an den Häusern, wie ich sie früher noch nicht beobachtet -hatte. Dieselben waren am oberen Ende in drei bis fünf verkehrte, -übereinander stehende Kegel ausgeschnitzt worden und<span class="pagenum" id="Seite_121">[S. 121]</span> endeten mit zwei -kurzen Spitzen. Der das Dach tragende Querbalken war zwischen diese -zwei Spitzen aufgelegt. Unterhalb dieser kegelartigen Verzierung an -der Spitze der Pfähle war ein viereckiges Loch angebracht worden, über -dessen Bedeutung ich nie recht klar geworden bin, es sei denn, daß man -dort Pulverhörner oder sonstige Gegenstände aufhängte.</p> - -<p>Daß wir uns nun der schlimmsten Moskito-Region des Congo näherten, -wurde uns nur zu bald klar an den vielen Stichen, mit denen wir -Europäer bedeckt waren. In der Nacht konnten wir kaum schlafen. Auch -die Eingeborenen haben unter dieser Plage sehr zu leiden, da sie fast -alle mit vollständig entblößtem Körper sich zur Ruhe legen.</p> - -<p>Wieder verhinderten uns starke Nebel am 3. November, vor 9 Uhr -aufzubrechen. Wir verfolgten einen Kurs, welcher von dem, welchen wir -mit dem „Major Cambier“ bei der Fahrt flußaufwärts eingeschlagen, -etwas abwich. So kam es, daß wir auch heute gegen Mittag wieder ein -Dorf erreichten, von dem ich vorher auch nichts gehört hatte. Unserem -Kapitän war es wohlbekannt, da er dort bereits häufiger Holz gekauft -hatte. Auch diesmal versuchten wir wieder, einiges zu erhalten. Nach -langem Feilschen willigten die Dorfbewohner schließlich ein, uns etwas -von ihrem Vorrate abzulassen. Das Dorf lag an einem kleinen, dicht mit -Wassergras, Pistia, Azolla und Utricularia bedeckten Creek, welcher, -wie mir die Eingeborenen erzählten, weit aus dem Innern kommt, wo -viele Nilpferde (Ngubos) seien; nur bei sehr hohem Wasserstande sei es -möglich, dort hinzukommen. Die Leute waren äußerst mißtrauisch. Gegen -Abend setzten wir unsere Fahrt dann fort. In der Nähe des Platzes, -welchen wir zum Nachtlager erkoren hatten, fand ich viel Landolphien, -welche guten Kautschuk gaben. Auch hier wurden wir von den Moskitos arg -zugerichtet. Da der Fluß nur wenig Abwechselung bot und der Dampfer -nur langsam vorwärts kam, fing die Fahrt an, uns beiden Passagieren -äußerst langweilig zu werden. Nicht einmal ein Nilpferd oder ein -Krokodil ließ sich sehen; außerdem regnete es sehr häufig, so daß wir -uns nicht selten recht ungemütlich befanden. Weiße Edelreiher waren die -einzigen Tiere hier, welche einen Schuß Pulver wert gewesen wären; doch -diese verschwanden immer wieder, bevor wir uns auf Schußweite nähern -konnten, denn die Maschine unseres Dampfers verursachte einen solchen -Lärm, daß alle Tiere verscheucht werden mußten. Gegen Mittag langten -wir an einem Dorfe an, welches an einem breiten Arm des Sanga gelegen -war, der dem Kapitän und mir bis dahin unbekannt war. Da das Fahrwasser -günstig schien und wir vermuteten, sehr bald wieder in den alten Kurs -zurückzukommen, ließ<span class="pagenum" id="Seite_122">[S. 122]</span> sich der Kapitän bewegen, in diesen Arm des -Flusses einzufahren. Obgleich wir bis gegen Anbruch der Dunkelheit -fuhren, war doch noch keine Gelegenheit gewesen, in den Hauptstrom -zurückzukehren. Wir wären eventuell wieder umgekehrt, wenn wir nicht -aus der stark ablaufenden Strömung ersehen hätten, daß wir uns immer -noch im Sanga befanden. Von einer so großen Insel, wie wir sie hier -offenbar an unserer Seite hatten, war im Sanga gar nichts bekannt. Sehr -neugierig wurden wir schließlich, doch zu wissen, wo wir endlich wieder -in uns bekannte Gegenden kommen würden; der nächste Tag mußte ja diese -Frage lösen. Natürlich war auch die Gefahr vorhanden, daß wir infolge -schlechter Wasserverhältnisse umkehren müßten, wir hätten dann zwei -Tage Zeit verloren. Am nächsten Tage dampften wir schon zeitig ab, da -wir doch alle gespannt der Dinge harrten, welche nun kommen würden. -Das Fahrwasser war gut. Jede neue Biegung zeigte uns dasselbe Bild, zu -beiden Seiten hoher Urwald, durch den diese prachtvolle Wasserstraße -führte. So fuhren wir in diesem Kanal des Sanga hin, bis wir endlich -zu unserer Freude gegen Mittag den Hauptstrom wieder vor uns sahen. -Wie sich herausstellte, hatten wir durch diese Fahrt eine bedeutende -Verkürzung der Route erreicht, denn die Ausmündung des Kanales lag in -nicht großer Entfernung der Mündung des „Likuala aux herbes“ und war -bisher stets als eine Mündung eines Nebenflusses des Sanga betrachtet -worden. Gegen 4 Uhr erreichten wir die Mündung des „Likuala aux -herbes“ und machten dann nach etwa noch einstündiger Fahrt Halt, um -den Leuten Zeit zu geben, für den Dampfer genügend Holz zu schlagen. -Im Walde waren hier nur wenige Kautschuklianen zu sehen. Erst gegen -9 Uhr konnten wir am nächsten Tage fort, da wir nicht genügend Holz -hatten, denn, da keine richtige Aufsicht über die Leute existierte, -so benutzten dieselben natürlich auch jede Gelegenheit, um möglichst -zu faulenzen. Die Savannen waren schon seit gestern immer häufiger -geworden und waren heute sogar an der Likuala-Seite vorherrschend. -Gegen Mittag erreichten wir die Mündung des Likensi-Kanales. Hier -hatten wir noch das Glück, zu sehen, wie vier Eingeborene in zwei -kleinen Canoes ein Nilpferd, welches sie offenbar bereits vorher -verletzt hatten, harpunierten. Es war erstaunlich, daß das geängstigte -Tier nicht die Canoes umwarf. Kurz nach 1 Uhr trafen wir dann glücklich -wieder in Bonga ein.</p> - -<p>Wir hatten gehofft, in Bonga einen Holzvorrat zu finden, der es uns -ermöglichen würde, am nächsten Morgen gleich weiterzufahren, hatten -uns hierin aber getäuscht. Während des folgenden Tages mußte daher -die ganze Schiffsbesatzung für einen neuen Holzvorrat sorgen, da wir -im Congo voraussichtlich Schwierigkeiten<span class="pagenum" id="Seite_123">[S. 123]</span> haben würden, die nötigen -Holzmengen ohne großen Zeitverlust zu beschaffen. Ich hatte in Bonga -noch einiges zu ordnen und benutzte dann den Rest der Zeit dazu, eine -Exkursion zu machen, bei der ich aber nichts Neues entdecken konnte.</p> - -<p>Kurz nachdem wir am 8. November morgens Bonga verlassen hatten, um nun -nach dem Congo zu fahren, trafen wir den „M’Fumuntango“, einen größeren -Dampfer des holländischen Hauses. Unser Kapitän, welcher gern derartige -Gelegenheiten benutzte, sich eine kleine Abwechselung zu gestatten, -ließ an Land anlaufen und ging dann an Bord des „M’Fumuntango“, um -sich nach Neuigkeiten zu erkundigen. Auf dem Dampfer befand sich der -Gouverneur des Congo français, welcher mit seinem ganzen Stabe auf -einer Reise nach dem Ubangi begriffen war. Unser Kapitän, welcher -wohl hier eine Gelegenheit gefunden zu haben glaubte, sich besonders -auszeichnen zu können, benutzte einen Fieberanfall seines Kollegen -zum Vorwande, um unseren Dampfer, welcher hier nur leicht an einer -Grasbank durch einen Anker befestigt war, im Stiche zu lassen, und nun -den „M’Fumuntango“ nach Bonga zu führen, obgleich sich auf demselben -noch ein zweiter Kapitän für etwaige Notfälle befand. Da wir noch in -Sicht von Bonga waren, meiner Ansicht nach ein ebenso überflüssiger -wie gewagter Schritt, denn es war deutlich zu sehen, daß wir innerhalb -der nächsten Stunde einen starken Tornado zu erwarten haben würden. -So geschah es nun auch, daß der äußerst lose befestigte Dampfer ohne -Führung diesem Sturme preisgegeben wurde. Wenn wir losgerissen worden -wären, so wäre der Dampfer rettungslos verloren gegangen, denn seine -Steuermaschine fungierte sogar in der gewöhnlichen Strömung kaum und -wäre beim Tornado vollends nutzlos gewesen. Als der Sturm ausbrach, -ließ ich einen zweiten Anker, welcher glücklicherweise an Bord war, -vom hinteren Teile des Dampfers nach dem Ufer hinüberlegen und dann -den Dampfer soweit als möglich an die Grasbank heranziehen, so daß -er etwas sicherer lag und vom Sturme weniger zu leiden hatte. Als -der Tornado vorüber war, wäre es Zeit gewesen, daß der Kapitän hätte -wieder zurückkommen können, doch schien es diesem in Bonga so gut zu -gefallen, daß er auch am Abend noch nicht zurückkehrte. Gegen 11 Uhr -am nächsten Tage erschien ein Canoe von Bonga, welches von dem Chef de -Poste daselbst geschickt war, um drei von einer französischen Firma -entlaufene Bangalas, welche der Kapitän engagiert hatte, zurückzuholen. -Von ihm selbst war noch nichts zu sehen. Erst um 2 Uhr erschien er, -sehr vergnügt über die Unterbrechung, welche ihm die Rückreise nach -Bonga gestattet hatte. Nun hatte er natürlich Eile, fortzukommen, -um das Versäumte nachzuholen. Da ich den<span class="pagenum" id="Seite_124">[S. 124]</span> Maschinisten aufgefordert -hatte, einen gewissen Dampfdruck zu halten, damit wir sogleich nach -Ankunft des Kapitäns abfahren könnten, waren wir schon kurz nach 2 -Uhr in der Lage, abdampfen zu können. Zwischen den Inseln und dem -Festlande fuhren wir stromab. Man wußte nie recht, ob man sich hier -noch im Sanga oder im Congo befände, da die davor gelagerten Inseln -gewissermaßen die Scheide zwischen Congo und Sanga bilden, während -andererseits durch den Kanal von Likensi das herunterkommende Wasser -des Congo bei Bonga vorbeifließt. Die Mündung des Likuala, welcher mit -dem „Likuala aux herbes“ nichts zu thun hat, passierten wir gegen 3 -Uhr und gelangten dann kurz darauf in den wahren Congo, welcher dort -gerade ein recht typisches Bild darbot mit seiner breiten Wasserfläche -und den unzähligen Inseln. Als die Sonne sank, gelang es uns, in dem -Gewirr von Inseln noch eben einen Platz zum Anlegen für die Nacht zu -erreichen; Holz gab es hier allerdings nicht, so daß sich wohl bald -wieder Mangel bei uns einstellen mußte. Erst gegen 10 Uhr ließ der -Kapitän am nächsten Tage abfahren. Da ich in Eile war, nach der Küste -zur rechtzeitigen Abfahrt eines Dampfers zu kommen, um möglichst wenig -Zeit zu verlieren, war mir dieses doppelt unangenehm. Da wir zwischen -den vielen Inseln auch nicht einen direkten Kurs einhalten konnten, so -war unser Fortschritt nur ein sehr langsamer. Ein Tornado, welcher am -Nachmittage heraufzog, zwang uns, an einer Sandbank Schutz zu suchen. -Da das Wetter noch lange Zeit sehr drohend aussah, konnten wir auch -im Laufe des Nachmittags nicht weiterfahren. Nilpferde gab es nur -sehr spärlich, aber desto mehr Schlangenhalsvögel und weiße Reiher. -Ich unternahm noch am Nachmittage eine Canoefahrt zwischen den Inseln -hindurch, um zu versuchen, ob ich nicht irgendwo in den Wald eindringen -könnte, mußte diesen Versuch aber bald aufgeben, da die sämtlichen -Wälder überschwemmt waren. Am nächsten Tage fuhren wir kurz nach 6 Uhr -ab. Gegen 8 Uhr trafen wir bei der belgischen Station Bolobo ein, wo -wir uns wieder tüchtig mit Hühnern versehen konnten. Ich wollte mir -die Station näher ansehen und erkundigte mich nach dem Kommandanten. -„Er sei mit 50 Soldaten ins Innere gezogen, um die Eingeborenen zu -lehren, wie Kautschuk gemacht werde“, erhielt ich zur Antwort. Auf -einer kleinen Streiferei sah ich auch hier ein Exemplar der Kickxia -latifolia. Nachdem wir unsere Einkäufe beendet (wir hatten etwa 50 -Hühner gekauft), dampften wir weiter. Bei einem kleinen Holzposten -unterhalb der Station liefen wir an, da der Kapitän glaubte, von dem -den Posten verwaltenden Eingeborenen Holz kaufen zu können. Derselbe -gehorchte aber seinen Instruktionen genau und gab kein<span class="pagenum" id="Seite_125">[S. 125]</span> Holz ab. -Wir hielten uns nun gar nicht weiter auf, sondern suchten sogleich -nach einem Platze, wo wir genügend Holz finden würden, daß es sich -verlohnte, daselbst schlagen zu lassen. Nach etwa halbstündiger -Fahrt legten wir für einige Zeit an, bis wir uns überzeugt hatten, -daß es sich nicht verlohne, hier weiter Holz schlagen zu lassen. An -dem Abend desselben Tages erreichten wir gegen 6 Uhr die englische -Missionsstation Chumbiri, welche wir aber von Europäern verlassen -fanden. Kurz nach uns traf der Missionsdampfer „Peace“ ein, welcher -von Herrn <em class="gesperrt">Grenfell</em>, dem bekannten Congo-Forscher und Entdecker -der Ubangi-Mündung, geführt wurde. Sehr interessante Neuigkeiten sowie -verschiedenes über seine letzte Reise gab dieser noch immer äußerst -rüstige alte Missionar und Forscher an jenem Abend zum besten. Am 12. -November<span class="pagenum" id="Seite_126">[S. 126]</span> kamen wir nun endlich einmal wieder schon um 6 Uhr fort, -allerdings auch nur, um wieder eine kurze Fahrt zu machen, denn schon -um 9 Uhr wurde abermals angehalten, da unser Holzvorrat nun völlig -erschöpft war. Ich bestieg, während Holz geschlagen wurde, einen -der bewaldeten Hügel in der Nähe, fand aber keine Landolphien dort, -wie ich eigentlich erwartet hatte. Von dieser Anlegestelle bis zur -Mündung des Kassai hatten wir nur eine sehr kurze Fahrt. Gegenüber der -Kassai-Mündung hatte das holländische Haus auch eine Faktorei bei dem -Dorfe Bokabo, wohin wir nun zunächst unsern Kurs richteten. Kurz nach -dem Essen langten wir vor der Faktorei an. Ein sehr netter, junger -Holländer, welcher der Faktorei vorsteht, führte mich am Nachmittage -in der Umgebung umher, wo er einiges Interessante für mich zu finden -glaubte. Savannen wechselten hier mit Urwald ab, erstere häufig durch -Sümpfe unterbrochen. An sandigen, sonnigen Stellen im kurzen Grase -sah ich hier den Wurzelkautschuk wachsen, von dem die Bateke auch -schon anfangen sollen, Kautschuk zu bereiten. Da es unser Kapitän -mit der Zeit offenbar nicht sehr eilig hatte und am nächsten Tage in -Bokabo liegen blieb, so benutzte ich diesen gezwungenen Aufenthalt -dazu, die Umgebung näher zu untersuchen. Wurzelkautschuk war ziemlich -reichlich vertreten, verschwand aber sofort, wenn das Terrain weniger -sandig und feuchter wurde. Auf den Bäumen in den Wäldern wie auch -auf einzeln stehenden Bäumen, häufig der prallen Sonne ausgesetzt, -wuchs hier eine Orchidee, welche allerdings nicht in Blüte war, doch -noch an vertrockneten Blüten, welche sich in den Blattachseln fanden, -leicht erkennen ließ, daß man es mit dem offenbar seltenen Angraecum -ichneumoneum zu thun hatte. Auch eine Bossassanga-Art sah ich hier zum -ersten Male, welche wohl für die Wissenschaft neu sein dürfte.</p> - -<div class="figcenter illowe40" id="ill_p1250"> - <img class="w100" src="images/ill_p1250.jpg" alt="" /> - <div class="caption"><em class="gesperrt">Kickxia latifolia Stapf.</em></div> - <div class="caption">A Zweigstück, B Knospe, C Blüte, D dieselbe von - oben, E Kelchblatt von innen, F Längsschnitt durch die Blüte, G Antheren, - H Fruchtknoten mit Griffel.</div> -</div> - -<p>Bis zu dieser Faktorei bei Bokabo kommen die Bateke aus dem Innern -des Congo français, um ihren Kautschuk zu verkaufen. Am Nachmittage -erschienen auch wieder einige, welche wenige Zähne Elfenbein und einige -Taschen voll Kautschuk brachten. Der Kautschuk war in große Kugeln -geformt, welche einen ziemlich reinen Schnitt zeigten, aber doch viele -Hohlräume besaßen. Nach Angaben der Leute stammte er von Landolphien -her. Diese Bateke hatten eine interessante Haarfrisur. Die nach dem -Scheitel zusammengekämmten Haare waren zu einem langen, stumpfen Kamme -zusammengeflochten, welcher sich von der Stirn zum Hinterkopfe zog.</p> - -<p>Da von seiten dieser Faktorei oberhalb des Dorfes Bokabo Holz für -passierende Dampfer des holländischen Hauses geschlagen wird, so -beschloß unser Kapitän, dorthin zu fahren, um sich mit<span class="pagenum" id="Seite_127">[S. 127]</span> Holz zu -versehen. Am Morgen des 14. November dampften wir ab, nun wieder -stromauf. Um die Strecke bis zu dem Holzposten zurückzulegen, wozu -ein Canoe gewöhnlich 1 bis 1½ Stunden gebraucht, waren wir drei -Stunden auf der Fahrt. Erst gegen 1 Uhr war dann das Holz auf dem -Dampfer verstaut, so daß wir an die Weiterreise denken konnten. Auf -der Rückfahrt hielten wir noch bei der Bokabo-Faktorei an, um Post -nach Brazzaville mitzunehmen, dann setzten wir ohne Unterbrechung die -Fahrt bis 4 Uhr nachmittags fort. Die „Marie“, ein kleiner Dampfer -eines französischen Hauses, kam vor uns den Strom hinauf. Das gab nun -natürlich dem Kapitän unseres Dampfers wieder Grund, anzuhalten, um -zu gleicher Zeit mit dem Kapitän der „Marie“ für den Rest des Tages -sich festzulegen. Unsere Fahrt nach dem Stanley-Pool, die ja schon -allerdings eine sehr langsame war, wurde auf diese Weise immer mehr -verlängert. Am 15. November ereilte uns nun gar erst das Unglück. -Wir hatten den Dampfer „Brazzaville“ getroffen und natürlich wieder -für einige Zeit die Fahrt unterbrochen. Der Kapitän kam schließlich -in ziemlich benebeltem Zustande wieder zurück und ließ die Fahrt -fortsetzen. Ich machte ihn damals schon auf einen heraufziehenden -Tornado aufmerksam, welcher in Kürze ausbrechen mußte. Er lachte nur -und behauptete, dagegen mit der „Holland“ anfahren zu können. Der -Tornado brach bald darauf aus und trieb den Dampfer, welchen er wie -eine Feder erfaßte, gegen Felsen und Baumstämme, so daß wir ein großes -Leck erhielten und sich die ganzen unteren Räume im Vorderteile des -Schiffes bald mit Wasser füllten. Zu unserem Glücke wurden wir dann -gegen eine Sandbank aufgetrieben, so daß wir gerettet waren.</p> - -<p>Den Nachmittag sowohl des 15. November wie den ganzen Vormittag des -nächsten Tages dauerten nun die Reparaturen, welche glücklicherweise an -Ort und Stelle ausgeführt werden konnten. Unsere Fracht, welche nicht -leicht verderben konnte, denn sie bestand fast nur aus Elfenbein, mußte -ausgeladen und an Land gebracht werden. Ich benutzte wieder diesen -Zwischenfall zu Streifereien in den Wäldern, um nach Kautschuk zu -fahnden. Landolphia owarilusis war ziemlich verbreitet, außerdem noch -eine windende Carpodinusart, welche keinen Kautschuk gab. Von einer -kleinblütigen Landolphie fand ich im Walde noch auf dem Boden Blüten, -konnte der Pflanze selbst aber nicht habhaft werden, obgleich ich lange -danach suchte.</p> - -<div class="figcenter illowe31" id="ill_p1280"> - <img class="w100" src="images/ill_p1280.jpg" alt="" /> - <div class="caption"><em class="gesperrt">Landolphia owariensis P. Beauv.</em></div> - <div class="caption">A Blühender Zweig, B Knospen, C Blüte, D - Längsschnitt durch dieselbe, E Längsschnitt durch den Fruchtknoten, F - Griffel, G Anthere von vorn, H dieselbe von der Seite.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p1280_gross.jpg" - id="ill_p1280_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Endlich nach 2 Uhr konnten wir die Fahrt fortsetzen. Die hügeligen, zum -großen Teile bewaldeten Ufer boten einen recht pittoresken Anblick dar -mit ihren häufig steil abfallenden Wänden. Am Ufer des Stromes dehnten -sich mächtige Sümpfe aus, welche<span class="pagenum" id="Seite_129">[S. 129]</span> großen Scharen von Vögeln Schutz -boten. Gegen Abend legten wir uns mit einbrechender Dämmerung wieder -am Ufer fest. Der 17. November endlich brachte die Erlösung von dieser -furchtbaren Reise. Da wir früh aufgebrochen, fuhren wir schon gegen 9 -Uhr im Stanley-Pool ein und kamen endlich gegen Mittag in Brazzaville -bei der Hauptfaktorei des holländischen Hauses an. Noch an demselben -Nachmittage fuhr ich nach Kinchassa hinüber. Dort besuchte ich noch -Herrn Dr. <em class="gesperrt">Briart</em> und Herrn <em class="gesperrt">Vaalbroek</em>, um mich von diesen -Herren zu verabschieden. Hier entlief mir auch mein Bangala-Diener, -welcher wohl glaubte, daß ich ihn zu weit von seiner Heimat wegführe.</p> - -<p>Am 19. November siedelte ich darauf zur Station Dolo über, welche -nunmehr nach der sandigen Ebene hinter der ehemaligen alten Station -verlegt worden war. Ich hatte so Gelegenheit, noch einmal die -Wurzelkautschuk-Pflanze zu sehen, und ließ einige hundert Früchte -derselben sammeln, um sie zunächst einmal nach Kamerun überzuführen.</p> - -<p>Meine Kickxiasamen, welche ich in der letzten Zeit häufig -durchgetrocknet hatte, waren hier noch in gutem Zustande. In der Nacht -gab es wieder Scharen von Moskitos.</p> - -<p>Am 20. November brachte mich die Eisenbahn, nach einer ziemlich -interessanten Fahrt, über die nun in vollem Blütenflor stehenden -Savannen nach Tumba, wo wir Passagiere des Zuges wieder für die Nacht -Quartier suchen mußten. Am 21. November traf ich dann gegen Abend in -Matadi ein. Da ich schon gehört hatte, daß Kapitän <em class="gesperrt">Jensen</em>, -welcher mich im Februar nach Lagos gebracht hatte, hier mit der -„Leopoldville“ liege, um über Lagos und Sierra Leone nach Antwerpen zu -fahren, so ging ich zu ihm an Bord. Da der Dampfer eigentlich keine -Passagiere vor seiner Abfahrt annahm, so lud mich Kapitän <em class="gesperrt">Jensen</em> -ein, bis zur Zeit der Abfahrt sein Gast zu sein.</p> - -<p>Am 24. November verließ die „Philippeville“ Matadi und fuhr, ohne -sonstwo anzulaufen, bis Boma, wo wir nach dreistündiger Fahrt -eintrafen. Da keine wichtigeren Telegramme in Lagos aufzugeben waren, -konnte die „Philippeville“ dort nun doch nicht anlaufen, denn sie würde -sonst zu spät in Antwerpen eingetroffen sein. Ich beschloß daher, in -Banana auf den englischen Dampfer zu warten, welcher bereits seit -einiger Zeit erwartet wurde. Mit diesem konnte ich allerdings nicht -anders nach Kamerun kommen, als daß ich die ganze Reise bis Angola -hinunter machte. Für meine Kickxiasamen war das sehr ungünstig, denn -wenn ich mit der „Philippeville“ nach Lagos hätte fahren können, so -wäre ich einen ganzen Monat früher in Kamerun eingetroffen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_130">[S. 130]</span></p> - -<p>In Boma machte ich noch Abschiedsbesuch bei Herrn Gouverneur -<em class="gesperrt">Vanghermé</em>, um mich daselbst auch für die Unterstützung zu -bedanken, welche ich auf meinen Reisen seitens des Congostaates -erhalten hatte.</p> - -<p>Am 25. November verließ der Dampfer Boma, um nach vier Stunden in -Banana einzutreffen. Hier entdeckte ich beim Ausschiffen meiner Lasten, -daß ein Kolli mit getrockneten Pflanzen abhanden gekommen sei. Alles -Suchen half nichts. Offenbar war das Paket auf der Eisenbahn verloren -worden; ich stellte natürlich sofort die nötigen Nachforschungen an.</p> - -<p>In Banana quartierte ich mich in dem „Hôtel des Magasins Généraux“ ein, -einem am Meere gelegenen Gebäude, welches infolge der angenehmen Brise, -welche mehr oder minder beständig hier weht, für Rekonvaleszenten -als Aufenthaltsort sehr zu empfehlen ist. Die ganze Einrichtung war -allerdings nicht vom allerbesten, doch gab sich der Verwalter die -größte Mühe, seinen Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu -machen. Der Aufenthalt in Banana wäre furchtbar langweilig gewesen, -da man keine Exkursionen machen konnte, weil der Dampfer stündlich -erwartet wurde, wenn nicht noch Herr Dr. <em class="gesperrt">Sucaro</em> aus Leopoldville -und der englische Missionar Mr. <em class="gesperrt">Forfeit</em> mit seiner Gemahlin -anwesend gewesen wären. In dieser angenehmen Gesellschaft verging -uns die Zeit schnell genug. Ich hatte außerdem mit dem Lüften meiner -Samenkisten und dem Durchtrocknen meiner Lasten immer mehr oder minder -zu thun.</p> - -<p>Erst am 7. Dezember erschien endlich der langersehnte Dampfer „Niger“, -welcher mich hier erlösen sollte. Um besser Erkundigungen betreffs -meines verlorenen Pflanzenpakets anstellen zu können, machte ich -die Reise nach Matadi noch einmal. Der Directeur d’Exploitation der -Eisenbahn, Herr <em class="gesperrt">Levi</em>, gab sich die größte Mühe, dasselbe für -mich zurückerlangen zu können. Solange wir in Matadi waren, allerdings -ohne Erfolg; doch erhielt ich dann später in Kamerun die Nachricht, -daß das Paket gefunden worden sei. Bis zum 12. Dezember dauerte unser -Aufenthalt in Matadi. Am Nachmittage des folgenden Tages verließen wir -die Congo-Mündung bei Banana und nahmen dann einen südlicheren Kurs an -der Küste von Angola entlang.</p> - -<p>Am frühen Morgen des 14. Dezember fuhr der „Niger“ vor Mussera an, -einem kleinen Orte, der auf einem nach dem Meere zu steil abfallenden -Hügel liegt. Die Brandung an der ganzen Angola-Küste bis Sao Paulo de -Loanda hinunter ist sehr stark und deshalb das Landen der Waren mit -ziemlichen Schwierigkeiten verknüpft. Bis zum späten Nachmittage hatten -wir zu thun, bis<span class="pagenum" id="Seite_131">[S. 131]</span> wir den für diese Niederlassung bestimmten Cargo -gelandet hatten. Von Mussera bis Kissembo dauerte die Fahrt nur zwei -Stunden. Die Ortschaft Kissembo ist ganz ähnlich wie Mussera angelegt -und fast ebenso groß. Nachdem wir am Morgen des 15. Dezember auch die -Ladung für Kissembo gelöscht und die wenigen Exportwaren, bestehend -aus Kaffee und sehr wenig Kautschuk, geladen hatten, dampften wir nach -Süden weiter und erreichten gegen 10 Uhr die Handelsniederlassung -Ambriz. Hier hatte der Dampfer bis zum Abend zu thun, da wir auch einen -nicht unbedeutenden Teil neuer Fracht für Europa mitnehmen mußten. -Schon bevor die Sonne am 16. Dezember aufging, fuhren wir in den Hafen -von Sao Paul de Loanda ein. Sogleich nach dem Frühstück fuhr ich zur -Stadt, um unserem deutschen Konsul daselbst, Herrn Dr. <em class="gesperrt">Gleim</em>, -einen Besuch abzustatten. Gern wäre ich einer Einladung desselben -gefolgt und hätte mich länger hier aufgehalten; doch das war nicht -möglich, da ich schon sehr viel Zeit im Congo verloren hatte. Auf den -Hügeln am Rande der Stadt wuchs Euphorbia rhipsaloides Welw. in großen -Quantitäten. Ich konnte mich hier davon überzeugen, daß der Milchsaft -dieser Pflanze derartig mit anderen Substanzen vermischt ist, daß -das aus ihm durch Koagulation gewonnene Produkt nicht als Kautschuk -verwendet werden kann. Ich nahm einige Zweige der Pflanze mit, um sie -nach dem botanischen Garten in Victoria (Kamerun) überzuführen. Schon -am Nachmittage dampfte der „Niger“ wieder nordwärts. Ich war gerade -noch zur rechten Zeit an Bord angekommen. Außer Kaffee und Kautschuk, -letzteren in ziemlich unbedeutenden Quantitäten, hatten wir hier -auch eine Anzahl großer Ballen geschlagener Blätter von Sanseviera -teretifolia als Ladung erhalten.</p> - -<p>Bevor wir auf der Rückreise die Congo-Mündung wieder passierten, liefen -wir am 17. Dezember noch zwei Küstenplätze an, erst Ambrizette und -darauf Mussera. In Ambrizette hatten wir fast den ganzen Tag zu thun, -so daß ich es vorzog, an Land zu fahren. Die ganze Küste Angolas litt -damals unter einer längeren Dürre, so daß die Vegetation mehr oder -minder vertrocknet war. Es gab infolgedessen nichts Interessantes hier -für mich zu sehen.</p> - -<p>Als wir in der Nacht vom 18. zum 19. Dezember etwa der Congo-Mündung -gegenüber waren, hatten wir den seltenen Anblick eines wahrhaft -wundervollen Meeresleuchtens. Auch einige Scharen phosphoreszierender -Fische zogen in der Nähe des Dampfers vorüber. Am nächsten Morgen -erreichten wir Kabinda. Von nun an hatten wir an allen Küstenplätzen -bis Kamerun hinauf Palmenkerne als Hauptfracht einzunehmen. Palmenöl -und kleinere Quantitäten von Kautschuk kamen auch noch von den meisten -Niederlassungen<span class="pagenum" id="Seite_132">[S. 132]</span> hinzu. Von Kabinda fuhren wir zunächst nach Landana -und Chiloango, wo wir eine Fracht von 6000 Säcken Palmenkerne und -250 Tonnen Öl erhielten, so daß wir drei volle Tage daselbst zu -thun hatten. Am 23. Dezember liefen wir noch Nyanga und bald darauf -Settekama an, erhielten aber keine Ladung. Nun ging es direkt auf Cape -Lopez zu, wo wir am Nachmittag des 24. Dezember eintrafen. Ich benutzte -unseren kurzen Aufenthalt daselbst zu einer Exkursion in die Sümpfe -hinter der Niederlassung. Während des heiligen Abends waren wir auf der -Fahrt nach Gabun. Am frühen Morgen des Weihnachtstages erreichten wir -Libreville, die Hauptstadt des französischen Congo-Gebietes (Gabun). -Da wir nicht die Erlaubnis bekamen, während der Feiertage Cargo -einzunehmen, so waren wir gezwungen, 2½ Tage hier zu bleiben. Gleich -am ersten Tage machte ich unserem deutschen Konsul Herrn <em class="gesperrt">Gebauer</em> -meine Visite. Einer Einladung, während der Zeit meines Aufenthaltes -in Libreville sein Gast zu sein, leistete ich gern Folge, da ich dann -nicht immer des Abends zum Dampfer zurückzukehren brauchte und so mehr -Zeit hatte, die Umgebung und den botanischen Garten kennen zu lernen. -Herr <em class="gesperrt">Gebauer</em> führte mich auch sogleich zu Herrn <em class="gesperrt">Chalot</em>, -dem Direktor des botanischen Gartens, unter dessen kundiger Führung -ich die Sehenswürdigkeiten dieses nach dem Victoria-Garten wohl besten -botanischen Gartens von Afrika besichtigen konnte. Unter anderen -interessanten Sachen erhielt ich hier Stecklinge einer mit Landolphia -sehr nahe verwandten Kautschukliane, der Ancylobotrys pyriformis -Pierre, sowie gute Samen von Coffea Chalotii, einer neuen Kaffeeart aus -der Ubangi-Region.</p> - -<p>Für den 26. Dezember hatten wir eine Besichtigung der etwa zwei Stunden -von Libreville entfernt liegenden <em class="gesperrt">Woermann</em>schen Sibange-Plantage -in Aussicht genommen. Schon früh am Morgen fuhren wir durch die Stadt, -soweit die Wege dazu geeignet waren. Als dieselben dann aber schmäler -wurden, schickten wir den Wagen zurück und setzten nun zu Fuß die -Reise weiter fort. Bald hatten wir die Zone des von den Eingeborenen -teils einst kultivierten, teils noch unter Kultur stehenden Landes um -Libreville durchschritten und traten nun in einen prachtvollen Urwald -ein, welcher an Üppigkeit mit den Wäldern am Fuße des Kamerun-Gebirges -wohl rivalisieren kann. Da wir die Sibange-Plantage noch erreichen -wollten, bevor es zu heiß werden würde, denn der Tag versprach ein -wundervoller zu werden, so hielten wir uns hier nicht erst auf, -sondern schritten rüstig weiter, bis wir gegen 10 Uhr auf der Plantage -anlangten.</p> - -<p>Bis zu der Zeit hatte man nur Kaffee angepflanzt und dann die ganze -Plantage, welche doch schließlich nichts einbrachte, mehr<span class="pagenum" id="Seite_133">[S. 133]</span> oder -minder vernachlässigt. Ein Grasbrand, welcher sich über die Plantage -ausgebreitet hatte, hatte einen großen Teil der Kaffeestämme teils -vollständig getötet, teils arg beschädigt. Seitdem Herrn <em class="gesperrt">Gebauer</em> -die Vertretung der Firma <em class="gesperrt">Woermann</em> in Gabun übergeben worden -war, hatte er sich dieser Plantage wieder etwas angenommen und -einen Europäer dorthin geschickt, der dafür sorgen mußte, daß die -vorhandenen Bestände einigermaßen rein gehalten wurden. Da infolge -eines Abkommens, welches Herr <em class="gesperrt">Gebauer</em> mit der französischen -Regierung in Gabun getroffen, sich nun für den Kaffee ein bedeutender -Preis erzielen ließ, so gewann natürlich das Vorhandensein der schon -Früchte tragenden Kaffeestämme eine ganz andere Bedeutung für die -Plantage. Herr <em class="gesperrt">Gebauer</em> behauptete, daß er in der letzten Zeit -schon einen kleinen Verdienst aus der Anlage gezogen hätte. Da er nach -seiner Aussage aber bedeutend größere Quantitäten absetzen könnte, -so würde von der Plantage in Zukunft wohl Gewinn zu erwarten sein; -natürlich vorausgesetzt, daß der ausnahmsweise gute Absatz des Kaffees -anhält. Mit Kakao hatte Herr <em class="gesperrt">Gebauer</em> auch einige Versuche machen -lassen. Die vorhandenen Pflanzen sahen sehr gesund und kräftig aus, -so daß ich es also nicht für ausgeschlossen halte, daß der Kakao hier -gedeihen wird. Der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ist hier allerdings ein -bedeutend geringerer als in den Plantagengebieten Kameruns, und deshalb -dürfte es hier sehr geraten erscheinen, mehr Schattenbäume stehen zu -lassen. Für Kickxia-Anpflanzungen würde sich der Boden sehr gut eignen. -Gegen Abend kehrten wir nach Libreville zurück. Nun hatte ich unterwegs -mehr Zeit, auf die Vegetation zu achten, fand auch bald einige -Landolphien, aber nur in sehr schwachen Exemplaren. Die sämtlichen -stärkeren Lianen werden von den in der Umgebung der Stadt wohnenden -Gabunesen sofort zur Kautschukgewinnung abgebaut, sobald sie anzapfbar -sind.</p> - -<p>Von Gabun längs der Küste weiter nach Norden fahrend, erreichte der -„Niger“ am frühen Morgen des 28. Dezember die Corisco-Bucht. In -der Nähe der Elobi-Inseln an der Mündung des Muni-Flusses an einer -englischen Faktorei, „Ukaka-Beach“ genannt, gingen wir vor Anker. -Nachdem der kleine Vorrat an Palmenkernen, Öl und Kautschuk im -Dampfer verstaut war, fuhren wir den Muni-Fluß hinauf, um daselbst an -verschiedenen Orten große Mahagoniholz-Stämme einzuladen. Ich entdeckte -während einiger Exkursionen, die ich in den Wäldern unternahm, -Ancylobotrys pyriformis in Menge und schaffte einige Exemplare an -Bord, um sie nach Victoria überzuführen. Botanisch war diese Gegend -äußerst interessant. Die Eingeborenen, welche zu der großen Familie der -Fan-Völker gehören, zeichneten sich durch sehr reichen Perlenschmuck -aus. Sie<span class="pagenum" id="Seite_134">[S. 134]</span> sollen sehr hinterlistig sein und keinen Europäer hier weit -ins Innere hineinlassen. Bis jetzt ist es offenbar auch noch keinem -gelungen, trotz der Wasserstraßen, welche vorhanden sind, weiter als -zwei Tagereisen ins Innere vorzudringen.</p> - -<p>Am 29. Dezember verließen wir den Muni-Fluß wieder und dampften nun -längs der Küste nach Norden bis in die Nähe des Benito-Flusses, wo -wir auch wieder eine große Zahl Mahagoniblöcke empfingen. Wir hatten -etwa eine englische Meile von der Küste entfernt Anker geworfen. Neun -oder zehn dieser Mahagoniblöcke wurden an der Küste immer zu einem -Floß verbunden und dann durch die Dampfpinasse des „Niger“ zum Dampfer -hinübergezogen. Am Abend des 31. Dezember erreichten wir Batta. Nachdem -wir uns noch am Neujahrstage in Groß-Batanga kurze Zeit aufgehalten -hatten, fuhren wir am 2. Januar 1900 in den Kamerun-Fluß ein und warfen -um 8 Uhr der Stadt gegenüber Anker.</p> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_135">[S. 135]</span></p> - -<h2 class="nobreak" id="IV_Kapitel"><span class="s5a">IV. Kapitel.</span><br /> - -Kamerun- und Bakossi-Expedition.</h2> - -</div> - -<p>In Kamerun angekommen, machte ich zunächst dem dortigen Richter, Herrn -Grafen <em class="gesperrt">v. Oberndorf</em>, welcher dort den Herrn Gouverneur vertrat, -meine Visite, um mich als zurückgekommen bei ihm zu melden. Von ihm -erfuhr ich nun Genaueres über die Zustände im Innern, von denen ich -schon Gerüchte in Batanga vernommen. Leutnant <em class="gesperrt">v. Queis</em> und -<em class="gesperrt">Conrau</em> waren in der Zwischenzeit ermordet worden. In Kamerun -wurde eben die Strafexpedition, welche Hauptmann <em class="gesperrt">v. Besser</em> -führen sollte, ausgerüstet; man wartete mit der Entsendung derselben -nur noch auf einige Ausrüstungen, welche der nächste Dampfer bringen -sollte. Unter diesen Umständen schien die Ausführung einer Expedition -in die Gebiete der Bakossi, welche so wie so bereits den Ruf eines -leicht erregbaren Volkes genossen, sehr in Frage zu kommen. Da ich an -der Südküste infolge der Buli-Aufstände auch nicht weiter ins Innere -vordringen konnte, hatte ich jene Bakossi-Expedition geplant, denn ich -vermutete in jenen Gegenden das Vorhandensein der Kickxia elastica.</p> - -<p>Da ich vorher keine andere Gelegenheit fand, nach Victoria zu fahren, -wartete ich bis zur Abfahrt des „Niger“, um dorthin zu gelangen. Am 5. -Januar fuhren wir aus dem Kamerun-Flusse hinaus und erreichten gegen -Mittag die Ambas-Bay, welche in der Mittagssonne sich in ihrer ganzen -Pracht zeigte. Während meiner sämtlichen Reisen hatte ich doch keinen -Platz in Afrika gesehen, welcher dieser Ambas-Bay an Üppigkeit der -Vegetation und Schönheit der Lage gleichkommt. Capetown in Südafrika -ist entschieden auch schön gelegen und würde wohl die Ambas-Bay an -Schönheit übertreffen, wenn nicht dort die Vegetation trotz ihrer -immensen Reichhaltigkeit einen so äußerst dürftigen Charakter tragen -würde. Am Nachmittage ließ ich meine sämtlichen Sachen an Land schaffen -und quartierte mich wieder im Hotel der Ambas Bay Trading Company ein, -das unterdessen bedeutend verbessert worden war, so daß man sich, dank -den Bemühungen des Herrn <em class="gesperrt">Lange</em>, hier stets sehr wohl fühlte. Zu -meiner großen Freude vernahm ich, daß Herr Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> -auch am Tage vorher angekommen sei. Am Nachmittage<span class="pagenum" id="Seite_136">[S. 136]</span> ging ich dann -noch sofort zum botanischen Garten, um dem Gärtner daselbst die von -mir mitgebrachten Pflanzen und Samen zu überweisen. Die Kickxiasamen -sahen schon recht bedenklich aus, so daß ich befürchtete, sie hätten -trotz der Sorgfalt, mit der ich sie behandelt hatte, ihre Keimfähigkeit -verloren. Leider war dieses auch wirklich der Fall, wie sich bald -herausstellte.</p> - -<p>Am Abend kam Herr Bergassessor <em class="gesperrt">Hupfeld</em>, der -Generalbevollmächtigte des Herrn <em class="gesperrt">Sholto Douglas</em>, und bat -mich, doch noch am selbigen Tage Herrn Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> -aufzusuchen, bei dem ich am Nachmittag vergeblich vorgesprochen -hatte, da sie am nächsten Morgen nach Buëa aufbrechen wollten. -Mit Herrn Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> verabredete ich nun, daß ich -zusammen mit Herrn <em class="gesperrt">Stammler</em>, dem Leiter der Moliwe-Pflanzung, -nach Buëa nachkommen wolle, um mich dann an einer Rundreise in den -Plantagengebieten des Kamerun-Gebirges zu beteiligen; ich wäre -lieber sofort mit nach Buëa gegangen, um dem Herrn Gouverneur <em class="gesperrt">v. -Puttkamer</em> Bericht über die Sanga-Ngoko-Reise zu erstatten, wollte -aber doch erst die Verteilung der Kickxiasamen erledigen, soweit dieses -möglich war.</p> - -<p>Am Sonntag, den 7. Januar, ging ich nach Kriegsschiffhafen zu Herrn -<em class="gesperrt">Friederici</em>, um dort das Resultat der von mir gemachten -Vorschläge betreffs Anpflanzung der Kickxien zu sehen. Zu meiner -großen Freude standen die Pflanzen sehr gut, und, soweit bis dahin -beurteilt werden konnte, bewährten sich die Vorschläge. Es waren beim -Umpflanzen aus den Samenbeeten in den gelichteten Wald eine Anzahl -von Pflanzen zu Grunde gegangen, besonders da, wo sich am Waldrande -zwei scheußliche Unkräuter, eine Convolvulacee und eine Momordica, -zeigten, welche mit großer Geschwindigkeit alles überwucherten und die -kleinen Pflanzen erstickten. Bis dieselben angewachsen sind, wird es -natürlich nötig sein, daß sie einigermaßen rein von Unkraut gehalten -werden, damit letzteres nicht mehr die Oberhand über sie gewinnen kann. -Herr <em class="gesperrt">Friederici</em> war mit dem Gedeihen der Pflänzchen durchaus -zufrieden. Die im Samenbeete zurückgelassenen Kickxien hatten sich -natürlich viel besser entwickelt, da sie nicht durch das Umpflanzen -in ihrem Wachstum gestört worden waren; einige derselben hatten eine -Höhe von zwei Fuß erreicht. Eine Rundfahrt in der Kakaoplantage -bewies, daß auch hier die schon günstigen Zustände sich immer mehr -vervollkommneten. Die verschiedensten neuen Anlagen sind geschaffen -worden. Besonders das Vorwerk „Wasserfall“ hatte seinen Anblick sehr -verändert, da die Kakaopflanzen, welche ich damals dort gesehen, nun -zu stattlichen Bäumchen herangewachsen waren, obgleich die spärlichen -Regen, welche während meiner Abwesenheit<span class="pagenum" id="Seite_137">[S. 137]</span> gefallen, für die -Entwickelung der Anlagen äußerst ungünstig gewesen waren. Am Abend noch -kehrte ich wieder nach Victoria zurück, da ich am 8. Januar früh zur -Moliwe-Pflanzung aufbrechen wollte.</p> - -<div class="figcenter illowe50" id="ill_p1365"> - <img class="w100" src="images/ill_p1365.jpg" alt="" /> - <div class="caption">Die „Cyclop-Grotte“ bei Kriegsschiffhafen.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p1365_gross.jpg" - id="ill_p1365_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Mit drei Trägern und meinen beiden Jungen, von denen der eine recht -gut Deutsch verstand, brach ich am 8. Januar früh am Morgen auf. Ich -fühlte mich ganz wohl und marschirte daher mit den Leuten ziemlich -schnell bis zum Limbe-Vorwerk der „Victoria“-Pflanzungsgesellschaft. -Hier befiel mich plötzlich ein starkes Unwohlsein, so daß ich gezwungen -wurde, mich daselbst einige Zeit niederzulegen. Das starke Erbrechen -schien fast ein Zeichen zu sein, daß ich mir ein heftiges Fieber -zugezogen hatte. Doch gegen 2 Uhr am Nachmittag fühlte ich mich wieder -wohl genug, um den Marsch fortsetzen zu können. Wir stiegen auf einem -breiten, noch nicht ganz vollendeten Wege bis Boniadikombe am Fuße -des Gebirges empor und marschirten dann von dort auf einem Waldwege -bis zur Moliwe-Pflanzung, welche wir gegen 4 Uhr erreichten. Herr -<em class="gesperrt">Stammler</em>, welcher bereits von meiner beabsichtigten Ankunft -benachrichtigt war, hatte schon alles so weit vorbereitet, damit wir -zeitig von Moliwe nach Buëa am nächsten Tage aufbrechen könnten. Ich -fühlte mich infolge des Marsches nach meinem kleinen Fieberanfall noch -nicht recht wohl und ging daher zeitig schlafen, um am nächsten Tage -für den anstrengenden Marsch nach Buëa frisch genug zu sein.</p> - -<p>Da es am nächsten Morgen zu regnen begann, verschoben wir unseren -Aufbruch bis um 10 Uhr. Um aber die Zeit bis dahin nicht zu verlieren, -besichtigte ich die Plantage und vor allen Dingen die mit Kickxia -bepflanzten Teile. Herr <em class="gesperrt">Stammler</em> war ganz entzückt von den -Resultaten, welche er erzielt hatte. Einige der ausgepflanzten -Bäumchen hatten auch bereits eine Höhe von zwei Fuß erreicht. Fast -möchte ich sagen, die Pflanzen standen hier noch besser als auf der -Kriegsschiffhafen-Plantage. Unkraut kam hier weniger auf, da die -Plantage nicht am Waldrande begann und daher weniger Sonne für die -Unkräuter vorhanden war.</p> - -<p>Als der Regen etwas nachgelassen hatte, brachen wir zusammen mit -acht Trägern und unseren Jungen nach Boniadikombe auf. Von dort aus -schlugen wir einen schmalen Pfad ein, welcher uns durch teilweise -kultiviertes Gebiet und durch einige Dörfer hindurch, allmählich -am Abhange des Gebirges ansteigend, oberhalb Bomana in den breiten -Victoria-Buëa-Weg brachte. Gegen 1 Uhr erreichten wir ein Hotel, -welches von einem unternehmenden Sachsen an der Buëa-Straße aufgebaut -ist, um den ermüdeten Wanderern etwas Rast und Erfrischung zu -bieten. Da Herr <em class="gesperrt">Stammler</em> mit dem Besitzer<span class="pagenum" id="Seite_138">[S. 138]</span> dieses Hotels so -wie so verschiedenes Geschäftliche abzumachen hatte (der Grund, auf -welchem es aufgebaut ist, gehörte noch zur Moliwe-Pflanzung), so -gaben wir unseren Leuten eine Stunde Ruhe, während welcher wir uns -zum Mittagessen niedersetzten. Von dem Hotel „Sachsenhof“ bis zum -Rande des Buëa-Plateaus hatten wir noch etwas über eine Stunde zu -marschieren. Selten war mir ein Marsch so schwer geworden als dieser; -offenbar hatte ich meinem nicht wieder ganz hergestellten Körper zu -viel zugemutet, denn auch für einen gesunden Menschen ist dieser -Marsch bis Buëa hinauf nicht gerade ein leichter Spaziergang. Sobald -wir auf dem Plateau waren, fühlte ich frischen Mut. Schon nach kurzer -Zeit sahen wir Buëa vor uns liegen und kamen endlich um 5 Uhr auf der -Station selbst an. Hier bekamen wir von Herrn <em class="gesperrt">Leuschner</em> unsere -Zimmer wieder im Rekonvaleszentenhause angewiesen, wo wir uns denn -gleich tüchtig reinigten und umzogen, denn von dem Marsche auf der -staubigen Straße (es hatte zwischen Bomana und Buëa am Morgen nicht -geregnet) waren wir von oben bis unten beschmutzt. Zum Abend waren wir -von Herrn Gouverneur <em class="gesperrt">v. Puttkamer</em> zum Essen eingeladen. Bei -dieser Gelegenheit äußerte sich Herr Gouverneur <em class="gesperrt">Köhler</em> von Togo, -welcher nach Kamerun berufen war, um den bald zur Erholung nach Europa -zurückkehrenden Herrn Gouverneur <em class="gesperrt">v. Puttkamer</em> zu vertreten, -daß er mich auch in Togo in jeder Weise unterstützen würde, falls -ich, den von Herrn Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> und Herrn Bergassessor -<em class="gesperrt">Hupfeld</em> gemachten Vorschlägen folgend, auch eine kurze Bereisung -des Misahöhe-Bezirkes unternehmen würde. Damals konnte ich mich noch -nicht sicher für die Sache entscheiden, doch war schließlich das -Versprechen des Herrn Gouverneurs <em class="gesperrt">Köhler</em> der Hauptgrund, welcher -mich veranlaßte, wirklich später zuzusagen.</p> - -<p>Herr Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em>, Herr Bergassessor <em class="gesperrt">Hupfeld</em> -und Herr <em class="gesperrt">Stammler</em> brachen bereits am nächsten Morgen auf, um -nach der Lisoka-Plantage zu gehen, wo ich mit den Herren am folgenden -Tage zusammenzutreffen versprach, da ich Herrn Gouverneur <em class="gesperrt">v. -Puttkamer</em> noch Bericht über die Sanga-Ngoko-Reise erstatten wollte.</p> - -<p>Den Verabredungen gemäß brach ich am 11. Januar von Buëa auf, um Herrn -Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> nach Lisoka zu folgen. Auf einer breiten, -schönen Straße, wie sie Herr <em class="gesperrt">Leuschner</em> nach allen Richtungen -von Buëa aus innerhalb seines Bezirkes hat anlegen lassen, stieg ich -langsam von dem Buëa-Plateau herab und erreichte nach etwa 1½ -Stunden das wundervolle Lisoka-Plateau, welches etwa 100 m unterhalb -des Buëa-Plateaus liegt, also in einer Höhe, welche noch für Kakaobau -geeignet ist. Das Plateau ist hauptsächlich<span class="pagenum" id="Seite_139">[S. 139]</span> mit Elefantengras bedeckt, -in welchem sich kleinere Komplexe von Wald und vor allen Dingen viele -einzeln stehende Bäume befinden, welche dann bei den Kakaokulturen -gerade genügend Schatten für die Anlagen spenden. Bei dem Dorfe Moliko -zweigte sich der Weg zur Plantage von dem Wege ab, welcher über Malende -nach Mundame führt. In der Umgebung des Dorfes Moliko sah ich, kurz -bevor ich die Lisoka-Plantage erreichte, an den größeren Baumstämmen -Kautschuklianen, deren Früchte von den Eingeborenen als „Maniongo“ -gegessen werden. Die Exemplare waren aber alle derartig von den Messern -der Eingeborenen (Baquiris) bearbeitet, daß die herausträufelnde -Milch eben noch für mich genügte, festzustellen, daß diese Art einen -brauchbaren Kautschuk liefere. Offenbar ist dies dieselbe Pflanze, -welche durch Dr. <em class="gesperrt">Preuß</em> bereits als kautschukliefernd bezeichnet -wurde. Als ich um 12 Uhr auf der Plantage eintraf, war kein Europäer -anwesend. Die Eingeborenen, welche ich beim Hause fand, gaben an, daß -die Europäer in einiger Entfernung augenblicklich dabei seien, eine -neue Anlage zu schaffen, und liefen sogleich, um jemand herbeizurufen. -Um 1 Uhr erschienen auch die zwei Herren, welche sich als Angestellte -der Lisoka-Plantage vorstellten und mir mitteilten, daß Geheimrat -<em class="gesperrt">Wohltmann</em> und die übrigen Herren, welche unter Führung des -Leiters der Plantage, Herrn <em class="gesperrt">Hilfert</em>, die weiter gelegenen -Gelände der Plantage zu besichtigen gegangen seien, gegen Abend -zurückzukommen versprochen hätten.</p> - -<p>Am Nachmittage streifte ich nun auf dem Gebiete der Plantage umher und -hatte die Freude, zu sehen, daß hier viel Landolphien vorhanden seien. -Herr <em class="gesperrt">Hilfert</em> hatte Samen dieser Art ausgesät und ging mit der -Absicht um, später die jungen Pflänzchen am Fuße der Schattenbäume -auszusetzen. Der Kautschuk, welchen diese Art liefert, ist vorzüglich. -Die Milch koaguliert sehr leicht und schnell sowohl durch einfache -Erwärmung als auch durch Einfluß der Luft. Ich sammelte einige Früchte, -um dieselben mit nach Victoria hinunterzunehmen, wo die Samen im -botanischen Garten ausgesät werden sollten.</p> - -<p>Gegen Abend trafen auch die abwesenden Herren ein. Es wurde nun -beschlossen, am nächsten Tage früh von Lisoka aufzubrechen, um über -Boanda und Buenga nach der Moliwe-Pflanzung den Berg hinabzusteigen.</p> - -<p>Um 6 Uhr wurden die Anstalten zum Aufbruch begonnen; doch kamen wir -nicht vor 8½ Uhr fort, da noch vieles zu regeln war und viele Lasten -wieder gepackt werden mußten, außerdem die Leute mit dem Abbrechen -des großen Zeltes, welches Herr Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> von Buëa -mitgenommen, noch nicht Bescheid<span class="pagenum" id="Seite_140">[S. 140]</span> wußten. Unsere Kavalkade bestand -aus fünf Europäern (Herrn Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em>, Bergassessor -<em class="gesperrt">Hupfeld</em>, Herrn <em class="gesperrt">Stammler</em>, Herrn <em class="gesperrt">Hilfert</em> und meiner -Person) und gegen 20 Eingeborenen. Herr Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> -und Herr <em class="gesperrt">Hilfert</em> waren beritten. Das Dorf Moliko ließen wir -rechts liegen und marschierten quer durch das Plantagengebiet, bis -wir die Moliko-Muëa-Straße erreichten. Der Weg von Moliko bis zum -Muëa-Marktplatze war vollständig eben und führte durch dieselbe -Parkland-Formation, wie sie bei Lisoka so verbreitet ist. Vom -Muëa-Marktplatze, auf welchem übrigens, noch vom letzten Markte -herrührend, große Mengen von Schalen der Landolphia- (Manyongo-) -Früchte umherlagen, führte der Weg mehr nach der Seeküste zu. Langsam -stiegen wir tiefer hinab. Hier und dort zeigte sich zunächst häufiger -Buschwald, aber doch noch recht viel Elefantengras. Das Terrain, über -welches wir marschierten, bestand ausschließlich aus verwittertem -Basalt, war also sehr fruchtbar. Hin und wieder traten steinigere -Stellen ein, besonders an abschüssigem Terrain, wo der Regen die -Humusschichten herabgespült hatte. Besonders häufig wurden diese -steinigen Stellen, nachdem wir den Minya-Bach passiert hatten. Herr -<em class="gesperrt">Stammler</em>, welcher eine Stunde vor uns von Lisoka abmarschiert -war, um die rechten Wege zu erkunden, wartete bereits einige Zeit -auf uns, als wir gegen 10 Uhr im Dorfe Bomaka eintrafen. Von Bomaka -bis Boanda, einem größeren Dorfe, hatten wir bloß einen Marsch von -einer halben Stunde über ein zum Teil fruchtbares, wenig abfallendes -Terrain. In Boanda, für welches wir eine Höhe von etwa 450 m über -dem Meeresspiegel konstatierten, machten wir eine längere Ruhepause, -um Mittag zu essen. Hier sahen wir übrigens einige Kokospalmen, die -hier wohl die Grenze der Höhe erreicht haben dürften, in der sie noch -gedeihen.</p> - -<p>Um 12 Uhr brachen wir wieder auf. Der Weg von Boanda über Bokoba bis -Dibanda war nicht schlecht und das Terrain teilweise noch gut; doch -dann fiel der Berg ziemlich steil bis Buenga ab. Das Maultier, welches -Herr Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> geritten, konnte nur mit größter Mühe -und Vorsicht hinabgeführt werden. Herr <em class="gesperrt">Hilfert</em> kehrte von -hier nach Lisoka zurück, um nicht seinem Pferde den Abstieg auf dem -steilen Wege zuzumuten; außerdem war es schon 3 Uhr am Nachmittage, -und er hatte einen weiten Weg vor sich, wenn er noch vor Nacht in -Lisoka eintreffen wollte. In dem Walde, welcher nun das ganze Terrain -bedeckte, fand ich auch wieder Landolphien, doch von Kickxia war -nichts zu sehen. Es wäre mir besonders lieb gewesen, wenn ich die -Kickxia auch in Basaltboden hätte nachweisen können. Da wir in Dibanda -keinen Führer bekommen konnten, welcher uns bis Fuë führen sollte, -so<span class="pagenum" id="Seite_141">[S. 141]</span> meldeten sich schließlich drei Weiber dazu, welche für sich ein -kleines Geschenk beanspruchten. Allein fürchtete sich eine jede mit -uns zu gehen. Der Abstieg von Dibanda bis Fuë, welchen wir in etwa -1¼ Stunden zurücklegten, betrug etwa 200 m. Von Fuë bis Buenga-Dorf, -zum Unterschiede von Buenga-Markt, welches an der Küste an den Creeks -liegt, die von N’Bamba zum Mungo führen, nahm der Marsch nur eine halbe -Stunde in Anspruch. Unser Barometer gab für Buenga 190 m Höhe an. Da -es zu spät war, um noch bis Moliwe weiter zu marschieren, so wurde -beschlossen, in Buenga Nachtquartier zu machen. Für Herrn Geheimrat -<em class="gesperrt">Wohltmann</em> wurde das Zelt aufgestellt. Wir übrigen Europäer -ließen unsere Feldbetten in einem geräumigen Hause der Eingeborenen -aufstellen. Da wir heute einen langen Marsch hinter uns hatten und auch -am nächsten Tage sehr zeitig weitermarschieren wollten, so begaben -wir uns bald zur Ruhe, trotz des herrlichen, mondhellen Abends. Die -Togo-Leute, welche Herr <em class="gesperrt">Stammler</em> als Träger mitgenommen, führten -noch bis tief in die Nacht hinein unter großem Lärm Tänze auf, welche -uns doch nicht abhalten konnten, sehr bald fest zu schlafen.</p> - -<p>Gegen 7½ Uhr setzte sich unsere Karawane wieder in Bewegung. Der Weg -war so steinig, daß wir mit unseren schwerbepackten Trägern langsamer -marschieren mußten. Viele Strecken dieses Terrains dürften infolge des -mit Basaltgeröll zu stark durchmischten Bodens für Kakaopflanzungen -ungeeignet sein. Unsere Reiseroute ging von Buenga in ziemlich direkter -Richtung auf das Haus der Moliwe-Pflanzung zu, auf deren Gebiete -wir uns bereits befanden. Da wir in rechtem Winkel zur Richtung der -Wasserläufe vorgingen, welche vom Gebirge kamen, so hatten wir eine -ziemliche Zahl von Bächen zu durchschreiten, welche sich übrigens -alle durch sehr felsige Läufe und kristallklares, sehr kaltes Wasser -auszeichneten. Der Ombe war der bedeutendste derselben. Wir passierten -ihn dicht hinter dem Dorfe Bonjo, einem kleinen, unbedeutenden Weiler, -welcher von Baquiris bewohnt wird. Vom Ombe-Flusse ab änderte sich -die Gestaltung der Bodenverhältnisse allmählich wieder. Das Geröll -verschwand mehr und mehr und hörte endlich wieder ganz auf, als wir -den Moliwe-Bach überschritten hatten, um nunmehr in ein herrliches, -fruchtbares Thal überzugehen, in welchem Herr <em class="gesperrt">Stammler</em> sich -angebaut hatte. Herr Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> und Herr <em class="gesperrt">Hupfeld</em> -waren beide sehr angenehm überrascht, als wir uns plötzlich in der -Plantage befanden, deren Lage und Stand der Kulturen bei weitem die -Erwartungen überstieg, welche beide Herren gehegt hatten.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_142">[S. 142]</span></p> - -<p>Für den Rest des Tages blieben wir zusammen in Moliwe. Am Nachmittag -besichtigte ich noch einmal gemeinsam mit Herrn <em class="gesperrt">Hupfeld</em> die -Kickxia-Anlage und die Arbeiterhäuser, welche hier auch recht nett -eingerichtet waren. Herr <em class="gesperrt">Stammler</em> hatte, da seine Arbeiter zur -Hälfte aus Togo-Leuten, zur anderen aus Balundus vom Elefantensee -sich zusammensetzten, zwei große Arbeiterhäuser gebaut, um die sich -schlecht vertragenden beiden Völker getrennt zu halten. Togo- und -Balundu-Leute durften auch nicht zusammen arbeiten, da sonst zu leicht -Streitigkeiten ausbrachen. Es war hier entschieden in der kurzen Zeit -seit der Einrichtung der Plantage sehr viel geleistet worden, besonders -wenn man in Betracht zieht, daß Herr <em class="gesperrt">Stammler</em> zuerst weiter -unten, am Fuße des Gebirges, eine Anpflanzung begonnen hatte, wo ich -ihn im April 1899 besucht hatte. Infolge vieler Schwierigkeiten, -welche sich ihm damals dort unten entgegenstellten, hatte er seine -Hauptpflanzungen dann an die Stelle hinauf verlegt, wo er zur Zeit -seinen Wohnsitz aufgeschlagen. Da Herr Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> -und Herr <em class="gesperrt">Hupfeld</em> noch am Abend des 17. Januar in Victoria -eintreffen wollten, so reisten beide Herren bereits am nächsten Tage -gegen Mittag ab. Ich selbst blieb noch bis zum andern Tage in Moliwe, -wo ich am Nachmittage mit Herrn <em class="gesperrt">Stammler</em> die Berechnung einer -Kickxiaplantage aufstellte und einige Rundgänge in der Plantage machte, -bei denen wir einige für neue Kakao- und Kickxia-Anpflanzungen in -Aussicht genommene Lokalitäten besuchten. Ein Umstand, welcher übrigens -das jetzige Centrum der Anlagen auf der Moliwe-Pflanzung besonders -wertvoll macht, sind die äußerst günstigen Wasserverhältnisse, welche -daselbst vorhanden sind. Der Moliwe-Bach, aus welchem sich eine sehr -bedeutende Wasserkraft gewinnen ließe, windet sich in verschiedenen -Bogen am Fuße des Hügels entlang, welchen Herr <em class="gesperrt">Stammler</em> mit -großer Umsicht für die Erbauung der für die Europäer bestimmten Häuser -gewählt hat.</p> - -<p>Am Morgen des 15. Januar folgte ich nun Herrn Geheimrat -<em class="gesperrt">Wohltmann</em> nach Victoria, um von dort aus mit ihm zusammen am -18. Januar einen nochmaligen Besuch auf der Kriegsschiffhafen-Plantage -zu machen. Die Zwischenzeit von drei Tagen benutzte ich dazu, -Vorbereitungen für die Bakossi-Expedition zu treffen, welche ich -nun doch auszuführen beschlossen hatte, und im botanischen Garten -noch einmal mit Ficus elastica Koagulationsversuche zu machen. Der -Bezirksamtmann von Victoria war so freundlich, mir bis nach Buëa Leute -des Bezirksamtes als Träger zur Verfügung zu stellen, was mir um so -angenehmer war, als gar keine Träger sonst aufzutreiben waren, denn die -Baquiris in Victoria<span class="pagenum" id="Seite_143">[S. 143]</span> zeichnen sich vor allen anderen durch Unmut zur -Arbeit ganz besonders aus.</p> - -<p>Am 18. Januar machte ich dann zusammen mit Herrn Geheimrat -<em class="gesperrt">Wohltmann</em> den verabredeten Besuch in Kriegsschiffhafen, wo -auch Herr <em class="gesperrt">Hupfeld</em>, welcher nach Kamerun gefahren war, über -N’Bamba gegen Mittag eintraf. In den Saatbeeten, auf denen die nun acht -Monate alten Kickxien standen, hatte sich auf diesen eine kleine Raupe -ausgebreitet, welche, wie ich nachweisen konnte, von einem benachbarten -Gemüsebeete hinübergewandert war und an den Kickxiablättern eine -sehr bekömmliche neue Nahrung gefunden zu haben schien. Hoffentlich -wird bei etwaigem Verpflanzen von Kickxien, welche von dieser Raupe -befallen sind, darauf geachtet werden, daß die Tiere vorher abgenommen -werden, damit sie nicht in die Kickxiabestände mit hinüber geführt und -verbreitet werden. Obgleich ich nicht glaube, daß die Raupen, welche -sonst nur auf niedrigen Kräutern auftreten, in den Beständen argen -Schaden anrichten würden, so ist es doch immerhin wünschenswert, daß -die Anlagen von Anfang an möglichst ungezieferfrei gehalten werden -und darauf geachtet wird, daß nur wirklich gesunde Pflanzen dorthin -verpflanzt werden.</p> - -<p>Während Herr Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> und Herr <em class="gesperrt">Hupfeld</em> am 19. -Januar eine Besichtigung des N’Bamba-Vorwerkes unternahmen, kehrte ich -am Vormittage nach Victoria zurück, um noch die letzten Vorbereitungen -für den am 20. Januar in Aussicht genommenen Aufbruch nach den -Bakossi-Bergen zu vollenden.</p> - -<p>Vom Bezirksamte war mir bis Buëa ein Pferd zur Verfügung gestellt -worden, so daß ich den Marsch bergan mir ersparen konnte. Mit zwölf -Trägern und meinen zwei Jungen war ich am Morgen des 20. Januar -auch bereits um 6 Uhr unterwegs. Da einer der Träger, welcher schon -vor Boana nicht mehr weiterkonnte, zurückgeschickt und seine Last -auf die schon an sich schweren Lasten der übrigen verteilt werden -mußte, machten wir nur langsame Fortschritte. Als wir dann gegen -Mittag zum „Sachsenhof“ kamen, ließ ich Halt machen und erbat mir -von den Wegebauern, welche daselbst ihr Lager aufgebaut hatten, -einen Mann als Träger für den Nachmittag. Der Vorsteher des Lagers -war so freundlich, mir sofort einen starken Mann abzugeben. Nachdem -nun die Last des Trägers, welchen ich krankheitshalber am Vormittage -zurückgeschickt hatte, wieder zusammengestellt war und ich meine -Mahlzeit im „Sachsenhof“ beendet hatte, brachen wir wieder auf. Ein -Missionar, welcher auf dem Wege nach Buëa war, gesellte sich nun auf -dem Weiterritte zu mir. Da schließlich die Träger doch zu langsam -marschierten, ritten wir voraus und erreichten gegen<span class="pagenum" id="Seite_144">[S. 144]</span> 3 Uhr das -Buëa-Plateau. Auf einem mir bis dahin noch unbekannten Wege über -Klein-Soppo kamen wir gegen 4½ Uhr auf der Station Buëa an. In dem -Rekonvaleszentenhause bei der Familie <em class="gesperrt">Leuschner</em> fand ich wieder -Unterkunft. Meine Leute trafen dann kurz darauf mit meinen Sachen auch -ein. Da ich die Träger von hier aus zurückschicken mußte, so sprach -ich gleich mit Herrn <em class="gesperrt">Leuschner</em> über die Möglichkeit, von hier -bis Mundame neue Träger zu engagieren. Herr <em class="gesperrt">Leuschner</em> war so -liebenswürdig, zu den benachbarten Dörfern zu schicken, um Träger -auftreiben zu lassen. Die ausgesandten Leute kamen gegen Mittag des -nächsten Tages, eines Sonntages, zurück mit der Nachricht, daß zeitig -am nächsten Montag die verlangte Anzahl von Trägern auf der Station -erscheinen würde. Die prompte Regelung der Trägerfrage bei einem Volke -wie die Baquiris war ein recht guter Beweis der Thatsache, daß Herr -<em class="gesperrt">Leuschner</em> es sehr gut verstanden hat, den Eingeborenen den -nötigen Respekt vor dem Weißen beizubringen und überhaupt die Leute -richtig zu behandeln. Es geht zugleich daraus hervor, daß bei einer -solchen Behandlung selbst der Baquiri zu Arbeitsleistungen herangezogen -werden kann, wie es allenthalben mit den geistig allerdings höher -stehenden Völkern in Togo der Fall ist.</p> - -<p>Ich benutzte den Sonntag zu einer Exkursion nach dem oberen Waldrande -des Kamerun-Pieks, wo ich einige interessante Gewächse sammelte. Da -die Träger erst gegen 7½ Uhr am 22. Januar eintrafen, so kamen -wir erst gegen 8 Uhr fort. Um möglichst bald aufbrechen zu können, -hatte ich die Lasten schon alle fertig auslegen lassen, so daß wir -ohne weiteren Aufenthalt unseren Marsch antreten konnten. Auf dem -schon früher beschriebenen Wege erreichten wir gegen 10 Uhr das Dorf -Moliko, wo ich nur eine Rast von 10 Minuten machen ließ. Durch zum -Teil unter Kultur stehendes Terrain marschierten wir dann, nachdem wir -auch das Muëa-Dorf passiert hatten, bis nach Mamu. Zwischen Muëa und -Mamu begann der Wald, welchen wir nun für lange Zeit zu durchziehen -hatten. Äußerst interessant, und für einen etwa später in diesen -Gegenden reisenden Botaniker eines längeren Aufenthaltes wert, ist eine -breite Wiese, welche durch einen, sie in vielen Armen durchrieselnden -Bach stellenweise etwa fußtief unter Wasser gesetzt ist. Vanilla -africana wuchs in den Gebüschen am Rande dieser Wiesen allenthalben, -leider ohne Blüten; häufig leisteten andere Orchidaceen, welche hier -bis auf die Äste der kaum mannshohen Sträucher heruntersteigen, ihr -Gesellschaft. Landolphien gab es im Walde auch hin und wieder, doch -seltener mit dickeren Stämmen. Offenbar ist diese Gegend noch zu -häufig<span class="pagenum" id="Seite_145">[S. 145]</span> von den Kautschuksammlern besucht, die alles anschneiden oder -gar abschlagen, was sie an einigermaßen anzapfbaren Lianen sehen. -Erst wenn eine solche Gegend dann derartig abgeerntet ist, daß sich -das Kautschuksammeln kaum mehr rentiert, wird den Landolphien Zeit -gelassen, wieder nachzuwachsen. Über die Art und Weise der Gewinnung -der Latex, wenigstens die häufigste derselben, werde ich weiter unten -noch Näheres zu berichten haben. Als wir das Dorf Mamu erreichten, wo -die Eingeborenen eben dabei waren, ein größeres Stück Wald abzuschlagen -und abzubrennen, gab ich den Trägern eine zweistündige Rast zum Essen. -Während wir noch in Mamu waren, kamen einige Träger zu mir, um meine -Erlaubnis zu erfragen, ob sie von dem nächsten Dorfe, Ekona, nach Buëa -zurückkehren könnten. Natürlich gewährte ich den Leuten das nicht, -sondern ließ die ganze Gesellschaft zusammentreten und notierte ihre -Namen, um sofort zu wissen, wenn jemand etwa desertieren sollte, wer -der Übelthäter sei; um aber das Desertieren zu verhüten oder wenigstens -zu erschweren, ernannte ich einen Mann, welcher mir am meisten Achtung -zu genießen schien und auch einen ganz intelligenten Eindruck machte, -zum „Headman“ und erklärte ihm nun, daß ich ihm das Doppelte bezahlen -werde, als vereinbart sei, er aber hafte mir dafür, daß niemand -desertiere. Das machte offenbar einen Eindruck auf die Gesellschaft, -denn, ohne noch einmal sich murrig zu zeigen, zog ein jeder mit seiner -Last weiter, als ich das Zeichen zum Aufbruch gab. Da ich nicht gern -sah, daß der „Headman“ auch eine Last zu tragen hatte, gab ich ihm die -Erlaubnis, zu versuchen, für seine Last einen Träger zu engagieren. Auf -diese Weise wurde es nun den Leuten klar, daß ich den Mann wirklich zum -„Headman“ gemacht; ich möchte vorausschicken, daß ich meine Wahl sehr -gut getroffen, denn der Mann bewährte sich vorzüglich und verstand es -auch sehr gut, sich bei seinen Stammesgenossen in Respekt zu halten. -Einen neuen Träger zu engagieren, gelang uns schon in Mamu. Auf dem -Marsche hier hielt ich dieselbe Marschordnung ein wie schon auf der -Yoruba-Expedition. Die sämtlichen Träger hatten vorzumarschieren, -dann kam der „Headman“ direkt vor mir, welcher meine Büchsflinte zu -tragen hatte, und hinter mir die Jungen mit einigen Kleinigkeiten, wie -Regenmantel, Mütze, Feldflasche und Aneroid. Von Mamu bis Ekona führte -uns ein kurzer Marsch. Da in Ekona die Kenntnis des Landes bei den -Leuten aufhörte, so ließ ich den Häuptling rufen und veranlaßte ihn, -mir bis zum nächsten Dorfe einen Führer gegen Bezahlung zu stellen; -natürlich wurde die Bezahlung erst dann geleistet, wenn ich den Führer -zurückschickte. Der gute Weg hörte in Ekona auf. Auf einem Waldwege<span class="pagenum" id="Seite_146">[S. 146]</span> -über hügeliges und zum Teil recht felsiges Terrain marschierten wir -weiter. Je mehr wir uns von Buëa entfernten, desto häufiger trafen -wir Kautschuklianen im Walde, welcher übrigens hier lange nicht mehr -den so üppigen Charakter trug wie an der Seeseite des Gebirges. Man -konnte hier sehr leicht erkennen, daß die Niederschläge wesentlich -geringere waren. Bis zum Dorfe Meandja hatten wir einen langen Marsch -vor uns. Kurz bevor wir dasselbe erreichten, gelangten wir an den -Meandja-Bach, an welchem die Üppigkeit der Vegetation wieder ihren -Höhepunkt erreicht. Der nicht sehr tiefe Bach floß sehr schnell dahin -und gewährte, wenn man an seinem Ufer stand, bei der Übergangsstelle -einen der schönsten Anblicke, welche ich je von derartigen Scenerien -genossen. Zum ersten Male sah ich hier, von den Bäumen am Wasserrande -herunterhängend, die langen Zweige von Vanilla africana im schönsten -Blütenflor. In Meandja ließ ich das Zelt aufschlagen, um für die -Nacht daselbst zu bleiben, denn wir hatten für den ersten Tag einen -schönen Marsch hinter uns. Bald hatten wir alles für die Nachtruhe -hergerichtet, und die Leute saßen vergnügt am Feuer, sich ihres -Lebens freuend; hatten sie doch tüchtig zu essen, das war ihnen die -Hauptsache. Nachdem ich noch in dem krystallhellen, kühlen Wasser -des Meandja-Baches ein Bad genommen, beschloß ich mein Tagewerk mit -Erledigung der laufenden Arbeiten, wie Tagebuch schreiben und Pflanzen -einlegen.</p> - -<p>Schon zeitig hatte ich am nächsten Tage die Leute zusammenkommen -lassen, um alles zum weiteren Marsche fertig zu machen. Das Zelt war -schnell abgebrochen und die Lasten wieder fertig geschnürt. Schon kurz -nach 6 Uhr konnten wir Meandja verlassen. Der Führer aus Ekona willigte -ein, uns noch eine kleine Strecke weiter zu begleiten, da er in Mujuka -Verwandte habe, welche er bei dieser Gelegenheit aufsuchen könne. Kurz -hinter Meandja kamen wir wieder an einen Bach, welcher dem Meandja-Bach -an Schönheit gleichkam; der Führer nannte ihn „Mupaba“. Langsam senkte -sich das Terrain hier, meist in kleinen Terrassen, von denen eine der -anderen folgte. In dem Walde, welcher dem bei Mamu glich, machte mich -der Führer wiederholt auf Kautschuklianen aufmerksam; von Kickxia aber -war noch nichts zu sehen, obgleich ich sehr eifrig danach ausschaute. -Der Führer erzählte, daß ihm von einem Baume, welcher Kautschuk gebe, -nichts bekannt sei; er kenne viele, die die weiße Milch geben, aber -„Maniango“ sei das nicht. Kurz nachdem wir wieder einen Bach, den -Sope, überschritten hatten, dessen Wasserfläche mit den weißen Blüten -des schönen, hier in allen Gebirgsbächen häufigen Crinum natans dicht -bedeckt war, erreichten wir das Dorf Mujuka. Durch Vermittelung<span class="pagenum" id="Seite_147">[S. 147]</span> -unseres Ekona-Führers gelang es uns bald, in Mujuka einen neuen Führer -zu bekommen, so daß wir ohne großen Zeitverlust weitermarschieren -konnten. Es war sehr gut gewesen, daß ich so vorsichtig war, einen -Führer zu nehmen, denn gleich hinter Mujuka begann ein dichter Wald, in -dem sich so viele Wege kreuzten, daß wir sicher nicht zurechtgefunden -hätten. Schon von Meandja an hatten wir viele Elefantenspuren gesehen; -hier im Mujuka-Walde gab es deren noch viel mehr, wir stießen -wiederholt auf Spuren, wo die Leute behaupteten, daß Elefanten eben -vor unserer Ankunft geflüchtet sein müßten. Nach etwa 1½stündiger -Wanderung hörten wir schon aus der Ferne das Getöse des Njoke-Baches, -der dicht bei dem Dorfe Njoke einen nicht unbedeutenden Wasserfall -besitzt. Als wir schließlich dicht unterhalb des Falles an den Bach -kamen, stellte sich heraus, daß derselbe nur in Canoes passierbar -sei. Da auf dem anderen Ufer sich einige Leute mit Canoes befanden, -so ließ ich dieselben anrufen und auffordern, die Expedition über -den Bach zu bringen, was denn auch sofort geschah, wenngleich mit -einigem Zeitaufwande, denn wir konnten in die kleinen Canoes nur -immer drei Mann mit ihren Lasten unterbringen. Vermittelst langer -Raphiablattrippen wurden die Canoes über den Bach gebracht. Da es viele -Felsen gab, war es bei der starken Strömung erforderlich, daß stets -einer der Eingeborenen dabei war, welcher das Wasser kannte. Nachdem -wir aus dem ziemlich tiefen Thale des Baches herausgetreten waren, -erreichten wir dann das Dorf Njoke, welches unter allen Dörfern, die -ich auf der Reise bis dahin gesehen, das bedeutendste war. Zum ersten -Male trafen wir hier auch Dualla-Händler an. Bei den Bewohnern von -Njoke gewahrte ich eine allgemeine Furcht, auch sah man in dem großen -Dorfe auffallend wenig Leute. Mich nach der Ursache erkundigend, erfuhr -ich von den Duallas, daß die meisten Einwohner bei meiner Annäherung -in den Busch geflohen seien; man hatte gehört, daß die Strafexpedition -(unter Hauptmann <em class="gesperrt">v. Besser</em>) bald erscheinen würde, und hielt -allgemein die meinige dafür. Natürlich hatten die Gerüchte die Stärke -meiner Expedition ungeheuer übertrieben und aus einigen Trägern mit -roten Mützen sogleich eine Schar Soldaten gemacht. In Njoke ließ ich -nur einen kurzen Aufenthalt machen, da ich mir vorgenommen, erst -in Malende den Trägern Zeit zum Essen zu geben. Der Weg von Njoke -bis Malende führte durch einen sehr interessanten, jedoch ziemlich -trockenen Urwald, in dem es sehr viele Elefanten geben soll. Von Dr. -<em class="gesperrt">Preuß</em> war hier in diesem Walde die Kickxia elastica zuerst -nachgewiesen worden. Da mir nicht besonders daran liegen konnte, die -Kickxia<span class="pagenum" id="Seite_148">[S. 148]</span> an einem bereits bekannten Standorte nochmals aufzusuchen, so -ließ ich, ohne mich weiter aufzuhalten, durchmarschieren. Landolphien -gab es auch, doch schien denselben sehr nachgestellt zu werden; nicht -selten sah man von den Bäumen Stammstücke derselben herunterhängen, -deren unteres Ende, soweit die Leute mit ihren Haumessern hinaufreichen -konnten, abgeschlagen war. Gegen 1 Uhr trafen wir bei der von der -Soppo-Plantage aufgestellten Hütte ein und kurz darauf im Dorfe Malende -selbst, wo wir uns unter einem Mangobaume lagerten.</p> - -<p>Die in der Nähe von Malende von Dr. <em class="gesperrt">Preuß</em> nachgewiesenen -Kickxiastämme waren von Herrn <em class="gesperrt">Günther</em> von der Soppo-Plantage, -wie behauptet wurde, pachtlich erworben und zu ihrer Bewachung ein -Eingeborener nach einer kleinen Faktorei in Malende geschickt worden. -Um die Stämme kenntlich zu machen, soll ein jeder damals mit einer -kleinen Blechmarke versehen worden sein. Eine plötzliche Abberufung -des Herrn <em class="gesperrt">Günther</em> hatte eine vollständige Vernachlässigung -des Malende-Unternehmens zur Folge gehabt, welches, wenn auch nicht -in der von Herrn <em class="gesperrt">Günther</em> ausgeführten Art, doch zu einem sehr -guten Resultat geführt haben könnte. Es ist sehr zu hoffen, daß dieser -Sache bald wieder mehr Interesse entgegengebracht wird, bevor die -Eingeborenen die bei Malende vorhandenen Stämme sämtlich umgeschlagen -haben.</p> - -<p>In dem Dorfe, aus dem übrigens auch die größere Menge der Einwohner -entflohen war, ließ ich nun eine zweistündige Mittagsrast machen. -Glücklicherweise hatte ich zum Tauschhandel hauptsächlich Tabak -mitgenommen, welcher hier einen reißenden Absatz fand. Für ein jedes -Blatt konnte ich ein Ei kaufen, für ein „head“ ein Huhn. Die Duallas, -deren Einfluß übrigens hier sehr bedeutend zu sein scheint, kamen alle -sogleich nach meinem Lagerplatz und boten ihre unterthänigsten Dienste -an; ein jeder glaubte, schon dafür einige Blätter Tabak geschenkt zu -bekommen. Als die Herren aber sahen, daß sie sich in der Hinsicht in -meiner Person geirrt hatten, zogen sie sich allmählich wieder zurück, -mit Ausnahme einiger weniger Unverschämter, welche mir wie die Hunde -auf Schritt und Tritt folgten. Als schließlich von diesen auch der -furchtsame Häuptling des Dorfes herangeschleppt wurde, forderte -ich letzteren auf, mir bis Bakundu einen Führer zu stellen. Er kam -zwar anfangs mit einigen Ausflüchten, welche ich nicht anerkennen -wollte, bis ich ihm ein Blatt Tabak schenkte, welches nun plötzlich -Freundschaft zwischen uns schuf. Nicht nur ging er, einen jungen Mann, -welchen er seinen Sohn nannte, als Führer herbeizuschleppen, sondern -schickte mir sogar einige Hühner als<span class="pagenum" id="Seite_149">[S. 149]</span> „Dash“; der Landessitte gemäß -schickte ich ihm auch einen „Dash“ bestehend aus 4 „head“ Tabak, -worüber er sich so freute, daß er mir noch einen schönen Ebenholzstock -brachte, für den er dann noch ein „head“ Tabak erhielt. Ich glaube, -dieses „Dash“-Austauschen hätte sich noch weiter fortgesetzt, wenn -ich ihm nicht hätte sagen lassen, daß er keinen „Dash“ mehr bringen -solle, ich sei schon genügend von seiner freundschaftlichen Gesinnung -überzeugt. Diese Dörfer Malende und Njoke, welche beide etwa gleich -groß sind, sind sonst bei Besuchen der Europäer gewöhnlich nicht -sehr zuvorkommend, doch hatte die Aussicht auf die herannahende -Strafexpedition die Leute ganz aus dem Häuschen gebracht; es dauerte -lange, ehe ich die Leute davon überzeugen konnte, daß sie von derselben -garnichts zu befürchten hätten, da sie ja stets den durchziehenden -Europäern gegenüber freundlich gesinnt gewesen seien. Unser -Mujuka-Führer kehrte hier um.</p> - -<p>Gegen 2 Uhr am Nachmittage brachen wir wieder von Malende auf. Der -Wald war genau so beschaffen wie zwischen Njoke und Malende. Der Weg, -welcher über ziemlich ebenes Terrain führte, war nicht schlecht. -Nach etwa einer halben Stunde Wanderns sahen wir am Wege die ersten -Kickxien. Es waren noch junge Pflanzen, welche etwa 8 Fuß hoch waren; -von älteren Bäumen sah ich noch nichts. Wiederholt hatten wir kleine -Bäche zu überschreiten, von denen aber keiner tief genug war, um -uns irgend welche Schwierigkeiten entgegenzustellen. Schon um 4½ -Uhr gelangten wir zum Dorfe Bakundu, das vollständig leer war. Die -gesamte Einwohnerschaft war in die Wälder geflohen. Inmitten der -breiten Dorfstraße ließ ich mein Zelt aufstellen. Die Häuser waren -hier ganz anders gebaut als bei den Stämmen, durch deren Gebiete wir -bis dahin gezogen waren. Sie waren sehr hoch und geräumig. Der ganze -Unterbau bestand aus Lehmwänden, die Dächer waren aus Elaïsblättern -hergestellt. In die Häuser hinein führten hohe, hölzerne Türme, an -welche übrigens mit Kreide, wahrscheinlich von einem schriftkundigen -Dualla, angeschrieben war, daß die Insassen vor dem Europäer in den -Busch entflohen seien. Meine Jungen, welche diese Schrift lesen -konnten und die Sachen übersetzten, freuten sich ungeheuer über -diesen Einfall. In den Wald ließ ich nun wieder hineinrufen, daß ich -in friedlicher Absicht gekommen sei, und die Bewohner auffordern, in -ihre Hütten zurückzukehren; meinen Leuten verbat ich strengstens, -sich irgend welchen Eigentums der Dorfbewohner zu bemächtigen. Die -vom umherliegenden Walde aus ihren Verstecken uns beobachtenden -Eingeborenen mußten sich wohl allmählich überzeugt haben, daß ich -wirklich keine Feindseligkeiten im Schilde führte, und kamen<span class="pagenum" id="Seite_150">[S. 150]</span> einzeln, -langsam und sehr scheu zurück. Als sich nun auch der Häuptling meldete, -schenkte ich ihm, um mir das Vertrauen der Leute zu erwerben, einige -Blätter Tabak, welche den erwünschten Erfolg auch erzielten. Bald -wurden die Leutchen zutraulicher und kamen mit ihren Geschenken an, -d. h. um auch von mir dafür ein Äquivalent in Empfang zu nehmen. Auch -für meine Leute konnte ich genügend Planten (Kochbananen) erstehen, -so daß ich hier nicht gezwungen war, mir selbst zu helfen. Hühner -und Eier waren zu billigen Preisen in Mengen zu haben. Da diese mit -Reis während meiner Expeditionen meine Hauptnahrung zu sein pflegten, -machte ich natürlich ausgiebigen Gebrauch von dieser Gelegenheit, -mich wieder zu verproviantieren. Die Weiber des Dorfes erschienen -erst spät am Abend, da sie wohl noch immer gehofft hatten, daß ich -abziehen würde. Allmählich hatte sich die ganze Bevölkerung bei -meinem Zelte zusammengefunden. Fast wäre diese Harmonie durch einen -kleinen Zwischenfall gestört worden. Einer der Leute des Dorfes wurde -ertappt, als er eben eines unserer Beile stehlen wollte. Natürlich -ergriffen ihn meine Leute sofort und wollten ihn tüchtig durchprügeln. -Da ich befürchtete, daß es dadurch zu einer ernsteren Erregung bei -den Eingeborenen kommen möchte, trat ich dazwischen und ließ den -Übelthäter zu mir vors Zelt bringen. Bestraft mußte der Mann werden, -das war unumgänglich notwendig, um neuen Diebstählen vorzubeugen. Vor -dem versammelten Volke ließ ich dem Häuptling sagen, daß es mir leid -thue, daß gerade hier bei ihm der Versuch gemacht worden sei, mich zu -bestehlen. Ich stellte es ihm trotzdem frei, um ihm zu zeigen, daß ich -Frieden wolle, den Mann selbst nach Landessitte zu bestrafen oder mir -seine Bestrafung zu überlassen. Da der Häuptling mich bat, den Mann -selbst zu bestrafen und sich auch die Eingeborenen damit einverstanden -erklärten, ließ ich dem Missethäter zur großen Belustigung der -versammelten Corona durch meinen „Headman“ eine tüchtige Tracht Prügel -geben, welche auf ihn wohl nicht so demoralisierend gewirkt haben mag -als die Verspottungen, denen er dann seitens seiner Stammesgenossen -ausgesetzt war. Am Abend führten die Bakundu-Leute mir zu Ehren noch -einen großen Tanz auf, der bis tief in die Nacht hinein dauerte, -obgleich ich mich bereits lange vorher zur Ruhe begeben hatte.</p> - -<p>Im besten Einvernehmen mit den Eingeborenen schieden wir am frühen -Morgen des folgenden Tages von Bakundu. Der Häuptling hatte mir -zwei seiner Leute als Führer mitgegeben, welche mich bis nach -Mokonye bringen sollten. Nachdem wir kurz hinter Bakundu noch kleine -Strecken kultivierten Landes durchquert<span class="pagenum" id="Seite_151">[S. 151]</span> hatten, traten wir bald in -einen Urwald ein, welcher sich durch Reichtum an Kautschuklianen -auszeichnete. Häufig sah man am Wege liegend die kleinen Häuflein von -Landolphiazweigen, welche in etwa 2 Fuß lange Stücke geschnitten waren, -um dann im Dorfe durch weiteres Zerschneiden und Auffangen der aus -ihnen erhaltenen Milch zur Kautschukfabrikation gebraucht zu werden. -Ich habe schon früher einmal dieses Frischbleiben der Milch dadurch zu -erklären versucht, daß sich nach dem Anschneiden bald die geöffneten -Milchkanäle durch die an der Luft bald koagulierende Milch verschließen -und so eine Koagulation der im Innern der Zweige enthaltenen Milch -verhüten. Auch Kickxia elastica war hin und wieder zu sehen, meist -allerdings in kleineren Exemplaren. Die ersten umgeschlagenen Bäume -sahen wir auch auf jenem Marsche. Dieselben waren in Abständen von -etwa einem Fuße mit eingeschnittenen Ringen versehen, unter denen -kleine Gefäße zum Auffangen der Milch aufgestellt worden waren. Das -Terrain war nicht selten von tiefen Thälern durchschnitten, in denen -während der Regenzeit Wasserläufe von nicht unbedeutender Stärke -vom Gebirge herunterkommen sollen. Nach etwa einstündiger Wanderung -gelangten wir nach dem Dorfe Bakumi, aus dem bei unserer Annäherung -die sämtlichen Einwohner entflohen waren. Wir zogen hier nur hindurch, -ohne uns überhaupt aufzuhalten. Der Urwald hinter Bakumi war dem -zwischen Bakundu und Bakumi in jeder Beziehung gleich. Auch dort sahen -wir wieder viele Landolphien und hin und wieder eine Kickxia. Die -Leute, besonders der „Headman“, denen ich die Kickxia gezeigt hatte, -bekamen bald einen scharfen Blick für dieselbe und machten mich immer -auf die Bäume aufmerksam, wenn wir in ihre Nähe gelangten. Gegen 11 -Uhr marschierten wir in einem Dorfe ein, welches unser Führer Batanga -nannte. Ebenso wie in Bakumi waren die Hütten wieder denen der Baquiri -ähnlich. Auch hier fanden wir kein lebendes Wesen im Dorfe, obgleich -die noch rauchenden Feuer bewiesen, daß bis vor kurzem die Einwohner -in ihren Hütten waren. Ich ließ die Leute, welche wahrscheinlich sich -wieder im Walde in der Nähe versteckt hielten, durch Rufen auffordern, -zurückzukehren, da ich Lebensmittel für meine Träger von ihnen kaufen -wollte, anderenfalls sei ich gezwungen, meinen Leuten die Erlaubnis -zu geben, sich selbst Planten abzuschlagen. Da schließlich niemand -erschien, gab ich dem „Headman“ Erlaubnis, drei Büschel Planten -abzuschlagen und unter den Trägern zu verteilen. Auch einige reife -Kokosnüsse, deren es hier viele gab, ließ ich herunterholen, um die -erfrischende Milch derselben zu trinken. Die schönen Bananenbestände -bewiesen hier, daß die Umgebung sehr fruchtbar sei.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_152">[S. 152]</span></p> - -<p>Trotz des Exempels, welches ich am vorhergehenden Abend hatte -statuieren lassen, konnte einer der Träger doch nicht der Versuchung -widerstehen, in einer Hütte eine Decke zu stehlen. Mein „Headman“, dem -ich gedroht hatte, ihn zu bestrafen statt des Übelthäters, falls er -mir derartige Vorkommnisse nicht sofort melde, zeigte mir prompt an, -daß der Mann auf frischer That ertappt sei. Da gerade aus derartigen -Kleinigkeiten, wie das Entwenden der Decke schließlich eine war, -in einem Lande wie hier, wo die Eingeborenen immerhin in Erwartung -der herannahenden Strafexpedition, deren wirkliche Ziele ihnen -unbekannt oder unverständlich waren, ziemlich aufgebracht schienen, -die unangenehmsten Feindseligkeiten entstehen können, ließ ich den -Mann mit seiner gestohlenen Decke zu mir bringen, ihm erst die Decke -abnehmen und schließlich eine tüchtige Tracht Prügel verabreichen. Als -wir gegen 2 Uhr nachmittags, nachdem sich die Träger ordentlich satt -gegessen hatten (denn die drei Büschel Planten waren für die Anzahl -der Leute so reichlich bemessen gewesen, daß sie einen großen Teil der -gekochten Nahrung in den Töpfen zurückließen), wieder zum Aufbruch -fertig waren, hatte sich kein einziger der Einwohner des Dorfes sehen -lassen. Fast befürchtete ich, daß die Leute etwas Schlimmes im Schilde -führten, so merkwürdig ruhig war alles umher. Doch ohne irgend welchen -Zwischenfall konnten wir unseren Marsch wieder fortsetzen. Kickxia -war nun schon häufiger zu sehen, obgleich ein nicht geübtes Auge die -häufig versteckten Bäume leicht übersehen mag. Der Wald zeigte eine -recht üppige Vegetation, wie ich sie, seitdem wir aus der Basaltregion -bei Nyoke herausgetreten waren, nicht wieder beobachtet hatte. Gegen -3½ Uhr erreichten wir das kleine Dorf Ediki, in welchem auch von -Einwohnern nichts zu sehen war. Kurz vor dem Dorfe hatten wir auf einem -Baumstamme den Ediki-Bach zu überschreiten. Ein langer Schwarm großer, -dunkelbrauner Ameisen benutzte zu derselben Zeit den Baumstamm als -Brücke. Meine Leute mit ihren nackten Füßen wurden von den gereizten -Tieren furchtbar gebissen, so daß einige vor Schmerz entsetzlich -heulten, besonders diejenigen, welche zuletzt den Stamm zu passieren -hatten, nachdem der Schwarm immer mehr in Aufregung gebracht worden -war. Selbst ich fühlte viele Bisse an den Beinen, obgleich meine Schuhe -noch durch dicke Ledergamaschen geschützt waren; allenthalben, wo es -nur eine Öffnung gab, schlüpften die Tiere hindurch, um ihre Wut an dem -bloßen Fleische auszulassen.</p> - -<p>In Ediki wollten die Führer für die Nacht bleiben, da Mokonye nach -ihrer Angabe zu weit entfernt sei, um den Marsch dorthin noch an -demselbigen Tage machen zu können. Da ich diesen Angaben<span class="pagenum" id="Seite_153">[S. 153]</span> nicht traute, -zwang ich die Leute, weiter zu marschieren. Der Weg bis nach Mokonye -war nun allerdings der schlimmste Teil des Weges, den wir bisher -gewandert. Abgesehen davon, daß es einen Hügel nach dem anderen hinauf- -und hinunterging, hatten wir für eine geraume Zeit in einem Bache -zwischen Felsen hindurchzuwaten, und zwar häufig über so schlüpfriges -Terrain, daß sich verschiedene Träger mit ihren Lasten plötzlich ins -Wasser setzten. Nicht selten war auch der Weg in jener Schlucht durch -umgestürzte Baumstämme derartig verbarrikadiert, daß wir gezwungen -waren, uns mit unseren Haumessern einen Weg zu bahnen. Jetzt konnte ich -natürlich auch die Abneigung der beiden Führer gegen dieses Stück Weges -verstehen. Allem Anscheine nach wird dieser Weg von Ediki nach Mokonye -selten benutzt. Wie ich auch später in Erfahrung bringen konnte, geht -von Ediki ein Weg zum Mungo hinunter, von wo aus der Verkehr bis -Mundame nur in Canoes vor sich geht. Nach etwa dreistündiger Wanderung -erreichten wir wirklich, gehörig durch diese Klettereien ermüdet, mit -eintretender Dunkelheit Mokonye, wo die an den Anblick des Europäers -bereits sehr wohl gewöhnten Eingeborenen uns mit großem Geschrei -empfingen. Die Preise für einige Lebensmittel, welche ich hier in -Mokonye für mich und meine Leute erstand, zeigten uns, daß wir nun -nicht mehr weit von den europäischen Niederlassungen bei Mundame waren, -wo die Mokonye-Leute bei den dortigen Weißen einen guten Absatz für -ihre Erzeugnisse finden. Noch in der Dunkelheit mußten meine Träger -das Zelt aufstellen und die Lasten darin unterbringen, da ich den als -Spitzbuben bekannten Mokonye-Leuten nicht Gelegenheit geben wollte, -sich an meinen Sachen zu vergreifen.</p> - -<p>Am frühen Morgen des 25. Januar waren wir bereits wieder auf -dem Marsche nach Mundame zu, wo ich die Absicht hatte, die -<em class="gesperrt">Jantzen-Thormählen</em>sche Plantage aufzusuchen. Nach Angaben der -Eingeborenen sollte Mundame noch einen kleinen Marsch entfernt liegen. -Dicht hinter Mokonye gelangten wir auf einen schönen breiten Weg, -welcher Mundame mit Johann-Albrechts-Höhe, der Station am Elefantensee, -verbindet. In den Wäldern sah ich zu meiner Freude, daß die echte -und die falsche Kickxia, beide, vorhanden waren, und zwar, wie mir -schien, auf Basaltboden wachsend. Etwa eine knappe halbe Stunde -hinter Mokonye erreichten wir das sogenannte „Mokonye-Niggerdorf“, -welches nur aus wenigen Hütten bestand. Ohne Aufenthalt marschierten -wir weiter. Nach kurzer Zeit lichtete sich der Wald vor uns, und wir -betraten bald eine recht sauber gehaltene Kakaoplantage, in der ich, -da keine zweite derartige Anlage in der Gegend vorhanden ist, die<span class="pagenum" id="Seite_154">[S. 154]</span> -<em class="gesperrt">Jantzen-Thormählen</em>sche Besitzung vermutete. Ich hatte mich -auch nicht getäuscht, denn bald darauf kamen die Arbeitshäuser und -dicht dahinter die Wohnung eines Europäers zum Vorschein, in der ich -dann auch Herrn <em class="gesperrt">Schubert</em>, unter dessen Leitung die Plantage -damals stand, begrüßen konnte. Mit seiner Genehmigung ließ ich nun -sogleich mein Zelt aufschlagen und richtete mich zu einem eintägigen -Aufenthalte ein, da mir nicht daran lag, in Mundame selbst bis zu -meiner Weiterreise zu verbleiben, denn hier konnte ich in den Wäldern -entschieden mehr für die Ausführung meiner Aufgaben thun, als in -Mundame. Meine Träger, deren Kontrakt nun gewissermaßen abgelaufen war, -löhnte ich noch am Vormittage ab und schickte dieselben dann sogleich -nach Buëa zurück. Da es unter den damals bei Mundame herrschenden -Verhältnissen unmöglich war, Arbeiter irgend welcher Art anzuwerben, -kam es mir sehr gelegen, daß Herr <em class="gesperrt">Schubert</em> sich bereit erklärte, -mir für die Weiterreise ins Bakossi-Gebiet von seinen Bakundu-Arbeitern -die nötige Anzahl als Träger zur Verfügung zu stellen.</p> - -<p>Zu meiner größten Freude sah ich hier, daß Herr <em class="gesperrt">Schubert</em> -mit großem Geschicke die Plantage leitete, trotz der vielen -entgegengesetzten Gerüchte, welche damals in Kamerun kursierten. Auch -Kickxien gab es hier in ziemlicher Anzahl. Herr <em class="gesperrt">Schubert</em> hatte -sehr verständigerweise diese Bäume stehen lassen und auch Saatbeete -zu neuen Pflanzungen angelegt, in denen die kleinen Pflänzchen -prächtig standen. Die ursprünglich von Herrn <em class="gesperrt">Conrau</em> angelegten -Kakaopflanzungen waren zwar sehr unregelmäßig und gänzlich außer Reihen -gepflanzt, doch hatte Herr <em class="gesperrt">Schubert</em> da, wo die Bäumchen zu -eng standen, die Bestände gelichtet und gereinigt, so daß auch jener -Teil der Anpflanzungen nun einen günstigeren Eindruck machte. Die von -Herrn <em class="gesperrt">Schubert</em> angelegten Pflanzungen standen vorzüglich. Um -meiner Sache ganz sicher zu sein, d. h. wirklich feststellen lassen -zu können, daß Kickxia elastica hier in verwittertem Basalt wachse, -entnahm ich an den Stellen, wo die Kickxia standen, einige Bodenproben, -welche auch später von Herrn Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em>, dem ich -dieselben vorlegte, als „schwerer verwitterter Basalt“ bezeichnet -wurden. Das Vorkommen der Kickxia in diesen Gebieten ist deshalb von -Wichtigkeit, da es beweist, daß der Baum auch auf Basaltboden gedeiht -und guten Kautschuk giebt, denn einige kleine Proben, welche ich -anfertigte, standen an Güte den Proben, welche ich im Ngoko-Gebiete -hergestellt hatte, in keiner Weise nach. Die vorhandenen Stämme waren -alle noch klein und schienen kaum älter als sieben Jahre zu sein, was -dadurch erklärlich erscheint, daß auch jetzt noch in der Umgebung -die Eingeborenen alle<span class="pagenum" id="Seite_155">[S. 155]</span> älteren Stämme, welche sie ausfindig machen -können, zur Kautschukbereitung umschlagen. Kolabäume zeigte mir Herr -<em class="gesperrt">Schubert</em> auch in einigen Exemplaren. Die Eingeborenen sollen -nach seiner Angabe auch dort die Samen dieser Bäume viel essen.</p> - -<p>Am Nachmittage ging ich zusammen mit Herrn <em class="gesperrt">Schubert</em> -nach Mundame, um auch diesen Platz kennen zu lernen und in der -<em class="gesperrt">Jantzen-Thormählen</em>schen Faktorei daselbst für die Weiterreise -Tabak zu kaufen, denn da ich nun durch die glückliche Lösung der -Trägerfrage in Stand gesetzt worden war, sofort die Expedition -weiterzuführen, wollte ich Gebrauch davon machen und sogleich am -Morgen des nächsten Tages wieder aufbrechen. Da ich gesehen hatte, wie -vorzüglich sich der Blatttabak als Tauschartikel bei den Eingeborenen -bewährte, kaufte ich in Mundame alles auf, was ich davon erstehen -konnte. Mundame ist eine kleine Handelsniederlassung der Europäer, -welche aus wenigen Faktoreien besteht, die in der Nähe des alten, -ziemlich elenden Dorfes Mundame angelegt sind. Da der Mungo bis hier -hinauf während des ganzen Jahres für Canoes und während der meisten -Monate auch für kleine Flußpinassen schiffbar ist, so daß die meisten -Lasten und Waren auf dem Flußwege bis Mundame geschafft werden können, -geht ein großer Teil der Produkte, welche aus dem Innern kommen, -von hier aus auf dem Flußwege nach Kamerun hinunter. Fast alle -kaufmännischen Unternehmungen gehen auch von hier aus ins Innere, so -daß in dem sonst unbedeutenden Plätzchen stets ein ziemlich reges Leben -herrscht. Auch zur Zeit meiner Anwesenheit in Mundame gab es nicht -weniger als fünf Europäer dort, für einen kleinen Platz in ziemlicher -Entfernung von der Küste in diesen Gegenden des Schutzgebietes eine -erhebliche Anzahl. Am Abend kehrten wir noch zur Plantage zurück, -wo ich durch meine Jungen schon einen Teil der Lasten für den -bevorstehenden Aufbruch herstellen ließ.</p> - -<p>Obgleich die Balundu-Träger, welche mir Herr <em class="gesperrt">Schubert</em> -freundlichst abgetreten hatte, schon zur frühen Zeit am nächsten Tage -erschienen waren, ging doch das Packen der noch übrigen Lasten und -das Abbrechen des Zeltes nur langsam von statten, da die Leute noch -völlig ungeschult waren. So kam es, daß wir erst um 7 Uhr aufbrechen -konnten. Auf dem mir bereits bekannten Wege marschierten wir bis -Mokonye zurück, um dann die weiter nördlich verlaufende Straße nach -Johann Albrechts-Höhe noch weiter zu verfolgen. In Mokonye nahm Herr -<em class="gesperrt">Schubert</em>, welcher mich bis dorthin begleitet hatte, Abschied -von mir. Kurz nachdem wir das Hauptdorf Mokonye hinter uns hatten, -durchzogen wir noch ein zweites Niggerdorf gleichen Namens, in -welchem ich einen<span class="pagenum" id="Seite_156">[S. 156]</span> kurzen Halt machen ließ, da viele meiner Leute -hier von Verwandten und Bekannten Geschenke an Eßwaren für den Weg -mitbekamen. Den kurzen Aufenthalt benutzte ich dazu, die Einwohner -zusammentrommeln zu lassen und ihnen eine Belohnung zu versprechen, -falls sie während meiner Abwesenheit im Bakossi-Gebirge Kickxiafrüchte -für mich sammeln würden. Zur Antwort erhielt ich hier, daß in der -Nähe ihres Dorfes Kickxia nicht mehr vorhanden sei, da sie bereits -alles zur Kautschukgewinnung ausgeschlagen hätten. Hier war also von -den Leuten nichts zu erwarten. Bei den Eingeborenen heißt die Kickxia -elastica „Fischunge“. Bald passierten wir noch zwei dicht bei einander -liegende kleine Dörfchen und bogen dann hinter dem Fischemme-Bach -von der Hauptstraße ab. Das Dorf Fikolomei, welches wir bald darauf -erreichten, war beiderseits von kultiviertem Terrain umgeben, auf -dem die Leute Erdnüsse, Bohnen und Bananen (Planten) anbauten. Auch -Manihot utilissima war hin und wieder gebaut, schien aber nicht eine so -begehrte Nahrung zu sein als die Bohnen und Planten. Auf den Feldern -sahen wir hier häufig kleine <a href="#ill_p2125">Fetischhäuschen</a>, welche kaum zwei Fuß -hoch waren; sie sind aufgestellt, um die Felddiebe fernzuhalten. Dicht -hinter dem unter Kultur stehenden Gelände bei Fikolomei betraten wir -einen dichten Wald von großer Ausdehnung, durch welchen wir eine gute -Stunde zu marschieren hatten. Der Weg war in demselben sehr schlecht -und allenthalben von darüber hinkriechenden Baumwurzeln bedeckt, -so daß es nicht leicht war, auf die Umgebung zu achten, ohne über -die Wurzeln häufig zu stolpern. Landolphien gab es hier sehr viele. -Einige Häufchen frisch aufgestapelter Zweigstücke bewiesen, daß auch -hier die Eingeborenen dieselbe Methode der Kautschukgewinnung haben -wie die weiter südlich wohnenden Stämme. Den größten Kickxiastamm, -welchen ich je gesehen, fand ich auch hier in dem Walde. Derselbe mußte -bereits seit einiger Zeit gefällt worden sein, denn seine Rinde fing -stellenweise bereits an zu verfaulen. Die herumgezogenen Ringe ließen -dennoch deutlich erkennen, daß wir es mit einer Kickxia zu thun hatten. -Nach meinen Schätzungen war der Stamm etwa 15 m lang und hatte da, wo -er gefällt war, einen Durchmesser von drei Fuß. Gegen 10 Uhr gelangten -wir an einen Bach mit felsigem Bett, welchen meine Träger Ngomolenge -nannten, und kurz darauf erreichten wir eine kleine Ortschaft, welche -den gleichen Namen führte. Dieselbe bestand nur aus drei Hütten; in -einer derselben fanden wir ganz versteckt in einer Ecke ein altes Weib -sitzend, von der wir schließlich erfuhren, daß die übrigen Bewohner -ausgerückt seien, als wir erschienen. Da ich die Absicht hatte, -hier mehr über das Vorhandensein der Kickxia in diesen<span class="pagenum" id="Seite_157">[S. 157]</span> Gegenden -auszukundschaften, und zu diesem Zwecke die Leute sehen wollte, bestach -ich die Alte mit einigen Tabaksblättern und forderte sie dann auf, die -anderen Leute herbeizurufen. Es dauerte auch gar nicht lange, so war -die ganze Gesellschaft friedlichst um uns herum versammelt, um uns -alles mögliche für Tabak zu verkaufen, sogar Kautschuk brachten sie an. -Als ich dann durch meine Leute fragen ließ, ob die Fischungepflanze -denn in der Gegend viel vorhanden sei, und eine bejahende Antwort -erhielt, forderte ich einen Mann auf, mich zu einigen hinzuführen, und -siehe da, dicht bei den Hütten standen einige Exemplare. Ich erfuhr -dann auch, daß hier die Bäume umgeschlagen würden, wenn sie stark -genug seien, um genügend Kautschuk zu liefern. Als ich die Leute dann -auffordern ließ, Früchte des Baumes für mich zu sammeln, versprachen -sie, es zu thun. Bis um 12 Uhr verblieben wir in dem Dorfe, um dann -trotz der drückenden Hitze den Marsch wieder aufzunehmen, denn ich -wußte, daß wir durch einen dichten Urwald zu marschieren haben würden, -in dem wir von der Sonne wenig merken konnten. Gleich hinter dem Dorfe -begann der Wald. Kickxia sah ich auf diesem Marsche mehr als früher an -irgend einem Platze, seitdem ich auf dieser Expedition war. Ich hatte -meinen Trägern eingeschärft, möglichst auf große Stämme zu achten, so -daß ich alle Augenblicke wieder auf solche aufmerksam gemacht wurde. -Wiederholt schnitt ich die Bäume an und konnte stets guten Kautschuk -aus der Milch gewinnen. Der Weg, auf dem wir marschierten, war in einem -sehr schlechten Zustande, was noch um so unangenehmer wurde, da er fast -gänzlich mit Achyranthes zugewachsen war, deren spitze Früchte uns bei -jedem Schritt ins Gesicht schlugen, so daß ich häufig, meine beiden -Arme vor das Gesicht legend, marschieren mußte, um mich einigermaßen zu -schützen. Für die Träger mit ihren entblößten Oberkörpern muß dieser -Marsch entsetzlich gewesen sein. Häufig machte die Vegetation über -weite Strecken hin den Eindruck, als sei das Land vor Jahren kultiviert -gewesen. Costus und Achyranthes, zwei Zeichen ehemaliger Kultur, -waren in riesigen Mengen vorhanden. Hochwald, in dem wir ohne große -Schwierigkeiten marschieren konnten, war nur strichweise anzutreffen. -Die ganze Landschaft machte einen äußerst uninteressanten Eindruck, der -für mich nur durch das Vorhandensein der Kickxia erträglich wurde. Nach -dreistündiger, ununterbrochener Wanderung erreichten wir endlich zur -großen Genugthuung der Leute unser nächstes Ziel, das Dorf Otam, das -wohl nicht vorher von einem Europäer betreten worden war, wie überhaupt -die Route, welche ich nach den Bakossi-Bergen eingeschlagen, bis dahin -den Europäern unbekannt geblieben war. Hin und wieder hatten wir -auch während des Nachmittags die von<span class="pagenum" id="Seite_158">[S. 158]</span> den Eingeborenen geschnittenen -Landolphiazweige am Wege liegen sehen, welche uns bewiesen, daß auch -hier die Eingeborenen viel Kautschuk bereiten. Da ich in Otam erfuhr, -daß das nächste Dorf in sehr großer Entfernung liege, gab ich den -Leuten die Erlaubnis, für die Nacht sich Lagerplätze zu suchen, nachdem -sie mein Zelt aufgestellt hatten. Ich selbst machte einige Exkursionen, -welche für mich äußerst interessant waren, da ich auch Exemplare der -falschen Kickxia (K. africana Bth.) dabei fand. Den Eingeborenen waren -beide Arten sehr wohl bekannt, dieselben hatten sogar verschiedene -Namen; während, wie ich schon vorhin erwähnt, Kickxia elastica bei den -Leuten „Fischunge“ hieß, führte Kickxia africana den Namen „Mukama“; -die Leute waren sogar im stande, schon am Wuchs beide Pflanzen zu -unterscheiden. Mir fiel hier übrigens auf, daß die Samen der Kickxia -africana heller gefärbt sind als die der K. elastica.</p> - -<p>Dicht bei dem Dorfe befand sich einer der in jenen Gegenden so überaus -häufigen Fetischplätze. Dieselben bestehen aus einem runden freien -Platze, welcher dicht mit Dracaenastämmen umpflanzt ist. Innerhalb des -Platzes steht ein einzelner Fetischbaum, welcher den verschiedensten -Pflanzenfamilien angehören kann, denn ich sah die verschiedensten -derartigen Bäume auf solchen Plätzen. Nicht uninteressant war mir auch -ein Grabmal, welches sich in der Nähe befand. Es waren die sämtlichen -Töpfe, Taschen und sonstigen Utensilien des Verstorbenen, auf einen -Haufen geworfen, ebenso eine große Anzahl von Makaboknollen (Xanthosoma -esculentum), darüber hing, zwischen zwei Stöcken ausgespannt, die -Kleidung des Verstorbenen. Ob der Leichnam darunter begraben war, oder -in der Hütte eingescharrt wird, darüber konnte ich nichts erfahren. Die -Eingeborenen befürchteten offenbar eine Zauberei, wenn sie mir dieses -verraten würden.</p> - -<p>An jenem Abend hatten wir viel von Moskitos und Sandfliegen zu leiden, -besonders aber die letzteren waren es, welche in diesen Gegenden -als furchtbare Landplage auftraten. Diese winzigen, kaum sichtbaren -kleinen Dipteren hinterlassen Spuren ihrer Thätigkeit, gegen welche -ein Moskitostich oft unbedeutend erscheint. Die Eingeborenen hier im -Dorfe waren am Abend so merkwürdig stille und belästigten uns so wenig -mit ihrer Anwesenheit, daß es mir sehr auffiel. Es schien überhaupt -auch hier der größere Teil der Bevölkerung sich langsam aus der Nähe -des „weißen Zauberers“ hinweggeschlichen zu haben. Von den wenigen -zurückgebliebenen Leuten erhielt ich fünf Hühner und so viel Planten -zum Geschenk, daß meine Leute wieder einmal nicht wußten, wie sie die -Vorräte verschlingen sollten. Auch Eier konnte ich hier<span class="pagenum" id="Seite_159">[S. 159]</span> kaufen; für -ein Blatt Tabak erhielt ich durch geschicktes Manövrieren meiner Jungen -drei Stück. Tabak schien für die Leute der größte Genuß geworden zu -sein, und dennoch muß es doch auffallen und ist recht charakteristisch -für den Neger dieser Waldgebiete, daß die Leute trotz des fruchtbaren -Bodens, welchen sie besaßen, nirgendwo selbst Tabak bauten, obgleich -es ihnen eine Leichtigkeit gewesen wäre, Samen davon von einigen -Bakossi-Dörfern zu erhalten.</p> - -<p>Nach der Bauart der Hütten zu urteilen, gehören die Leute in Otam -noch zu den Balundu, obgleich sie sich von diesen ziemlich fern zu -halten scheinen und ihre hauptsächlichsten Verkehrswege nach Westen -zu den Bakundu-Dörfern hinüberführen. Die Bakundu bauen jedoch ganz -andere Hütten, wie ich bereits oben bei Gelegenheit der Beschreibung -meines Eintreffens in dem Bakundu-Dorfe erwähnt habe. Unsere nähere -Kenntnis der Stämme südlich vom Elefantensee bis zum Mungo nach -Malende hinunter scheint überhaupt noch sehr im Argen zu liegen und -wäre wohl wert, einem Forscher zum Spezialstudium zu dienen. Es sitzen -in diesen Gegenden an verschiedenen Stellen, eingesprengt inmitten -anderer Stämme, kleine Gruppen von Dörfern, welche sich wohl noch -von früheren Wanderungen her an den betreffenden Orten haben halten -können, während die Hauptmasse des Stammes andere Wohnsitze aufgesucht -hat oder dazu gezwungen wurde. So ist z. B. die äußerst merkwürdige -Verbreitung der Bakundu-Dörfer für jeden, welcher in diesen Gegenden -umherreist, auffallend. Um wirklich Positives über einige dieser Fragen -bringen zu können, wäre ein längerer Aufenthalt unter diesen doch recht -wenig bekannten Völkern des Waldgebietes notwendig, als ich ihn mir -gönnen konnte. <em class="gesperrt">Conrau</em>, welcher uns mit höchst interessanten und -wichtigen Aufsätzen über die nördlich und nordöstlich vom Elefantensee -wohnenden Stämme beschenkt hat, scheint sich weniger für die Gebiete -südlich des Sees interessiert zu haben.</p> - -<p>Am 27. Januar brachen wir sehr zeitig von Otam auf, denn nach Aussage -der Otam-Leute lag das nächste Dorf sehr weit entfernt. Durch einen -dichten Wald führte der schmale Pfad, welcher in recht schlechtem -Zustande war und zeigte, daß er nur selten betreten werde. Das Gebiet -war sehr gut bewässert, aber stellenweise etwas steinig. Je weiter wir -nach dem Mungo zu vordrangen, desto üppiger wurde der Wald und desto -häufiger hatten wir teils stark fließende, teils jetzt zur Trockenzeit -dürre Bachthäler zu überschreiten, welche allerdings sich nur so weit -eingebettet hatten, daß das Land seinen ebenen Charakter nicht verlor. -Landolphia sah man recht häufig, ebenso Kickxia, doch<span class="pagenum" id="Seite_160">[S. 160]</span> schien die -Kickxia africana hier von beiden Arten die vorherrschende zu sein. Als -wir eben in eines der Bachthäler hinabstiegen, trabte ein Trupp von -acht Elefanten, welche wir wohl in ihrem Morgenbade gestört hatten, -den jenseitigen Abhang hinauf. Es war ein großartiger Anblick, zu -sehen, wie die Tiere allmählich durch das Dickicht hindurchbrachen, -wo sie unseren Augen bald entschwanden. Elefantenspuren gab es hier -in großen Mengen, auch machten mich die Leute häufig auf Spuren von -Wildschweinen aufmerksam, doch bekamen wir keines derselben zu sehen. -Als wir nach etwa dreistündigem Marsche den Mungo erreichten, welcher -übrigens hier Manya genannt wird, hatten wir bereits durch fünf nicht -unbedeutende Bäche waten müssen. Der Manya hatte zur Zeit, als wir ihn -passierten, eine Wasserfläche von etwa 30 m Breite und war an der Furt -bis zu 1½ m tief. Das ausgetrocknete Flußbett bewies, daß er bei -höherem Wasserstande bis 100 m breit sei, wenigstens an der Stelle, wo -wir ihn überschritten. Inmitten des Flußbettes befand sich eine Insel, -auf der nur Gras zu wachsen schien, welches für die Elefanten der -Gegend eine gute Lockspeise abgeben muß, denn von vielen Richtungen sah -man die Spuren der Tiere nach dieser Insel führen. An der südlichsten -Spitze der Insel machte ich eine merkwürdige Entdeckung, welche sicher -mit der vulkanischen Beschaffenheit des Bodens zusammenhängt. In dem -Flußsande hatten sich am Rande des Wasserspiegels eine größere Zahl -trichterförmiger Miniaturkrater gebildet, aus welchen eine ölige oder -fettige Substanz zum Tageslichte befördert wurde. Die Krater hatten -einen Durchmesser von etwa einem Fuße und schienen je nach der Höhe -des Wasserspiegels verschoben zu werden. Der Inhalt machte etwa den -Eindruck, als bestehe er aus Petroleum, das mit Wasser vermischt war. -Ich will damit nicht etwa sagen, daß ich die Meinung gewonnen habe, -daß es sich hier um Petroleumquellen handele, denn bei der starken -Vermischung des ausgestoßenen Produktes mit Wasser wäre es nur mit -Hülfe einer genauen chemischen Analyse möglich, festzustellen, welche -Öle in der Flüssigkeit enthalten sind.</p> - -<p>Sobald wir den Manya überschritten hatten, stiegen wir langsam auf -einen Hügelrücken hinauf. Mit jedem Schritt wurde der Weg schlechter, -so daß wir endlich nichts weiter vor uns hatten als einen kleinen -Gießbach, in dessen felsigem Bette wir nun für eine gute halbe Stunde -zu marschieren hatten, dabei immer von Felsen zu Felsen weiter -hinaufkletternd. Entsetzlich müde gelangten wir dann endlich bis über -den Hügelrücken, wo ich, um den Leuten wieder frischen Mut zu geben, -eine kleine Pause machen ließ. Der Wald wurde nun immer interessanter, -je weiter<span class="pagenum" id="Seite_161">[S. 161]</span> wir vordrangen, besonders da, wo die reißenden Bäche -größere Thäler ausgewaschen hatten. Wir mußten noch mehrere derartige -Bäche überschreiten, bis wir endlich bei Banga aus dem Walde -heraustraten. Das Gebiet, welches wir nun vor uns hatten, gehörte zu -den fruchtbarsten Geländen, welche ich gesehen. Der niedergeschlagene -Wald bewies, daß die Bakossi, in deren Gebiet wir uns nun befanden, -die Ebenen hier früher unter ausgedehnter Kultur gehabt hatten; auch -einige verfallene Hütten zeigten sich bald, die uns den gleichen Beweis -liefern konnten. Zu unserem nicht geringen Erstaunen setzte sich der -schmale Weg plötzlich in einer breiten, reingehaltenen Straße weiter -fort, und etwa eine halbe Stunde später zogen wir in Mafura, dem ersten -Bakossi-Dorfe, ein. Die Eingeborenen hatten von unserem Kommen nicht -eher etwas bemerkt, als bis wir bereits im Dorfe waren. So kam es, -daß wir fast die ganze Gesellschaft beim Mittagsschlafe antrafen. Ich -forderte die Leute nun auf, mir ihren Häuptling zu zeigen, erhielt aber -als Antwort, daß derselbe in Eko-Keyoke, dem nächsten Dorfe, sei. Als -ich dann noch einige Kleinigkeiten mit Tabak eingetauscht und mir so -die Leute gewonnen hatte, gab ich zum großen Entsetzen meiner ermüdeten -Leute den Befehl zum Aufbruch. Doch da half nun einmal nichts, erst in -Eko-Keyoke wollte ich Mittagsrast machen, und dabei blieb es.</p> - -<p>Die Hütten, welche ich hier im ersten Bakossi-Dorfe sah, setzten -mich nicht wenig in Erstaunen, denn dieselben waren nicht wie die -der übrigen Waldland-Bewohner am Kamerun-Gebirge viereckig, sondern -vollständig rund mit einem Spitzdach. Das Vorhandensein dieser runden -Bakossi-Hütten muß um so mehr auffallen, als die sämtlichen umwohnenden -Stämme die gewöhnlichen Hütten der Waldland-Völker haben. Sollten diese -Bakossi etwa erst in späterer Zeit hierher gewandert sein und diese -Form der Hütten dann noch aus ihrer früheren Heimat herstammen?</p> - -<p>Als wir das Dorf Mafura verließen, folgte uns ein ganzer Schwarm von -Leuten nach, die sich offenbar lebhaft über den neuen Weißen wunderten, -welcher nun wieder von einer nie geahnten Richtung in ihr Land gekommen -war, denn <em class="gesperrt">Conrau</em>, welcher auch in Mafura gewesen ist, kam von -der entgegengesetzten Seite. Bis Eko-Keyoke hatten sich von den vielen -Leuten, welche auf den Feldern arbeiteten, soweit sie, wie z. B. die -meisten Weiber, nicht sofort davongelaufen waren, noch viele Bakossi -uns angeschlossen, so daß der ganze Zug sich nun bedeutend verlängerte, -und mein „Headman“ gehörig aufpassen mußte, daß die Träger, wie es -immer mein Wunsch war, möglichst geschlossen marschierten. Die Felder, -welche man hier sah, zeugten von der riesigen Fruchtbarkeit<span class="pagenum" id="Seite_162">[S. 162]</span> des -Bodens. Außer Bananen, Manihot und Xanthosoma wurde hier eine Bohne -(eine Vigna-Art) mit großen violetten Blüten in riesigen Quantitäten -gezogen. Wie ich mich später überzeugen konnte, hatte diese Bohne einen -vorzüglichen Geschmack und dürfte sich auch, da sie reichlich Früchte -trägt, zur Kultur in anderen Distrikten Kameruns sehr empfehlen. -Die Bakundu-Leute aßen dieselben mit einer wahren Leidenschaft und -kauften sich häufig selbst für den sonst so hochgeschätzten Tabak -davon. Auch in Eko-Keyoke fand ich durchaus freundliche Aufnahme. Die -Leute räumten sofort ein Haus für mich, damit ich nicht draußen sitzen -brauchte, wo man von den vielen Elefantenfliegen, welche gierig an -jeder nackten Körperstelle den Schweiß aufsaugten, sehr stark belästigt -wurde. Für einige Blätter Tabak brachten mir die Leute einige riesige -Plantenbüschel, an welchen sich meine Leute wieder ergötzen konnten. -Sowie sie sich den Magen denn auch wieder gefüllt, waren alle Strapazen -des langen Vormittagsmarsches vergessen, so daß ich beschloß, noch am -Nachmittage bis nach Nyassosso oder wenigstens bis unter den Kupee-Berg -zu marschieren.</p> - -<p>Das ganze Gebiet um Mafura und Eko-Keyoke herum gehört zu den -prächtigsten Geländen, welche ich in Kamerun gesehen. Der Regenfall -ist allerdings nicht so reichlich wie zwischen Victoria und -Bibundi, doch ist das Land sonst so vorzüglich bewässert und auch -die Luftfeuchtigkeit eine derartige, daß meiner Ansicht nach die -sämtlichen Kulturen, welche sich bisher unten in den Küstengebieten -bewährt haben, auch hier zu guten Resultaten führen werden. Dazu -kommt noch, daß das ganze Land äußerst fruchtbar ist und große Ebenen -aufweist, welche viel leichter unter Kultur gesetzt werden könnten -als die hügeligen Plantagengebiete am Fuße des Kamerun-Gebirges. -Diesen günstigen Umständen muß man nun allerdings auch wieder die -Transportschwierigkeiten entgegenhalten, welche zuerst vorhanden sein -werden; doch auch diese würden sich leicht beseitigen lassen, denn -wenn erst einigermaßen gute und direkte Wege von diesen Gebieten nach -Mundame angelegt sein werden, so würde sich der Weg bis Mundame doch -bequem in 1½ Tagen zurücklegen lassen, die Unkosten also nicht sehr -bedeutend sein.</p> - -<p>Kurz bevor wir Eko-Keyoke erreichten, hatten wir einen der -romantischsten Plätze passiert, welchen ich seit langer Zeit gesehen. -Der Ngire-Bach wälzte sich unter furchtbarem Getöse in einer tiefen -Felsschlucht mit vollständig steilen Wänden unter uns hin; über die -Schlucht hatten die Eingeborenen eine sehr bequeme, feste<span class="pagenum" id="Seite_163">[S. 163]</span> Brücke mit -hohen Geländern gebaut, von welcher aus man in Ruhe dieses imposante -Bild betrachten konnte.</p> - -<p>Nachdem wir unser Mittagessen beendet hatten, zogen wir weiter des -Weges, unserem Ziele, dem Kupee-Berge, entgegen. Meine Leute hatten -sich mit den Bakossi merkwürdig rasch befreundet, und zwei hatten -sogar Ersatz zum Tragen ihrer Lasten gefunden. Da ich sah, daß sie -dennoch in Sicht ihrer Lasten verblieben und es den Bakossi Freude zu -machen schien, an dem Zuge teilzunehmen, ließ ich das ruhig hingehen. -Der Zug, welcher nun in rascher Reihenfolge durch verschiedene Dörfer -ging, vermehrte sich immer mehr. Mir wurde mit jedem Augenblicke -unverständlicher, wie diese lebenslustigen Bakossi an der Küste einen -so schlechten Ruf erhalten haben konnten. Dibandjó, das nächste Dorf -hinter Eko-Keyoke, war viel freier gelegen als letzteres, bot aber -sonst nichts Besonderes dar. Ohne Aufenthalt zogen wir im schnellen -Schritt weiter. Das Beispiel, welches die beiden Bakossi aus Eko-Keyoke -gegeben, wirkte sehr bald; schon als wir durch Etó kamen, sah ich -den größeren Teil meiner Lasten auf den Köpfen junger Bakossi, die -sich freiwillig meinen Leuten anboten. Kurz darauf sah ich den hohen -Gipfel des Kupee-Berges vor uns, dessen verschleierte Spitze bis -dahin von Wolken verdeckt war. In Ngusi liefen die Leute mit allen -möglichen Geschenken auf uns zu. Da ich aber den Tabak in den Lasten -verpackt hatte, so konnte ich das alles nicht annehmen, da ich ja das -landesübliche Gegengeschenk nicht machen konnte. Meine Träger liefen -nun alle frei umher, da sie schließlich alle jemanden gefunden hatten, -der ihnen die Last tragen wollte. Dass die Bakossi natürlich auf ein -Geschenk meinerseits rechneten, war mir vollständig klar, doch drückte -ich gern heute ein Auge zu, waren doch meine Leute seit 5½ Uhr -morgens auf schlechten Wegen ununterbrochen mit ihren schweren Lasten -über die Felsen und gefallenen Bäume weggeklettert, bis wir schließlich -bei Mafura in den guten Weg gelangten. Die Hitze war auch bedeutend -gewesen, so daß den Leuten ihre Märsche noch beschwerlicher erscheinen -mußten. Als wir eben durch Ngusi, ein großes, sich lang hinstreckendes -Dorf, hindurchgezogen waren, kam der Häuptling mir nachgelaufen, um -mich zu bitten, doch eine Zeit bei ihm zu verweilen. Ich bedauerte, daß -das nicht möglich sei, da meine Leute schon vorausmarschiert seien. Er -versprach mir darauf, mich in Nyassosso zu besuchen, wohin er mir auch -Eier und Hühner als Geschenk senden wollte. Schon hinter Ngusi begannen -sich steilere Steigungen im Wege zu zeigen, bis wir hinter dem Dorfe -Endumenui plötzlich unter einem großen Hügel standen. Bis dorthin war -so schnell<span class="pagenum" id="Seite_164">[S. 164]</span> marschiert worden, seitdem wir Eko-Keyoke verlassen hatten, -daß ich damals in mein Tagebuch einschrieb: „Unser Nachmittagsmarsch -von Eko-Keyoke bis hinter Endumenui artete zu einer wahren Treibjagd -aus.“ Es war wirklich ein gut Stück zu stark getrieben worden, so daß -ich nun den Leuten, die schon anfingen, übermütig zu werden, gebot, in -dem gewöhnlichen Tempo zu marschieren.</p> - -<p>Von Dibandjó bis Endumenui waren die sanft aufsteigenden Gelände -hauptsächlich mit Elefantengras bedeckt, aus dem sich teils einzeln -oder in Gruppen und kleinen Wäldchen Bäume erhoben. Zu unserem Glücke -war der Berg, welchen wir hinter Endumenui zu erklettern hatten, dicht -bewaldet, so daß die Sonne die mit ihrem schweren Gepäck langsam -emporkletternden Träger nicht erreichen konnte. Dieser Aufstieg dürfte -für meine Träger für denselben Tag zu viel geworden sein, hätten -wir nicht das Glück gehabt, in den Bakossi diese Hülfe zu finden. -Nach etwa einstündigem Emporsteigen gelangten wir auf die Ebene am -Fuße des höchsten Kegels des Kupee-Berges, und bald darauf zogen -wir in Nyassosso ein. Ich ließ sofort bis in die Nähe der Baseler -Missionsstation marschieren und daselbst mein Lager aufschlagen. Herr -<em class="gesperrt">Walker</em>, der deutsche Missionar, welchen ich bereits von meiner -Schiffsreise von Lagos nach Victoria her kannte, begrüßte mich auf das -herzlichste. Ihm sowohl wie seiner Frau Gemahlin bin ich zu großem -Danke verpflichtet für die Art, in der sie mir den kurzen Aufenthalt in -Nyassosso so angenehm gemacht haben.</p> - -<p>Von meinem Lager aus konnte ich den Kupee-Berg am Abend in seiner -ganzen Pracht bewundern, als die Sonne unterging und ihren rötlichen -Schimmer über das ganze Panorama warf. Der Berg ist bis zu seinem -Gipfel dicht bewaldet und ähnlich wie der Kamerunberg kegelförmig -aufgebaut. In den Wäldern giebt es noch viele Kautschuklianen, doch -scheint Kickxia nicht über 500 m Höhe hinaufzusteigen. Meine Befunde -über die Höhe von Nyassosso stimmten nach Aussagen der Missionare mit -denen des Geologen Herrn Dr. <em class="gesperrt">Esch</em>, welcher etwa zwei Jahre vor -mir die Bakossi-Gebirge besuchte und auch den Gipfel des Kupee-Berges -erstieg, ziemlich überein. Ich selbst hätte gern eine Besteigung -des Berges unternommen, glaubte mich aber nicht in Nyassosso lange -aufhalten zu dürfen, da ich noch vor Ende des Monats Februar von -einer beabsichtigten Reise nach der Südküste des Kamerun-Gebietes -zurückkehren mußte, um mit dem Dampfer am 4. März nach Togo zu reisen. -Es wurde mir damals ordentlich schwer, von Nyassosso wieder abzuziehen, -ohne die Bergbesteigung und eine kleine Expedition bis zur Grenze der -Grasregion im Norden, welche nach Herrn <em class="gesperrt">Walkers</em> Aussagen nur -zwei Tagemärsche von Nyassosso<span class="pagenum" id="Seite_165">[S. 165]</span> beginnen soll, gemacht zu haben. -Froh zog ich wiederum von Nyassosso weg, da ich mir sagen konnte, daß -die Aufgabe, welche ich mir für die Bakossi-Expedition gestellt hatte, -vollständig gelöst war. Ich hatte Kickxia bis in die Bakossi-Gebirge -hinein nachweisen können und hatte auch Landolphien in mehr oder minder -großen Quantitäten längs der ganzen Route gefunden. Daß die Gebiete am -Fuße des Gebirges bei Mafura und Eko-Keyoke so günstige Bedingungen zur -Anlage von Plantagen lieferten, war auch bis dahin nicht zu erwarten -gewesen, wie ja überhaupt über jene Gebiete gar nichts bekannt war, da -alle anderen Reisenden vom Wuri oder den Mungo-Fällen her auf einer -ganz anderen Route in das Bakossi-Gebiet gelangt waren. Auch Herrn -<em class="gesperrt">Walker</em>, welcher bereits seit längerer Zeit in Nyassosso lebte, -war die von mir eingeschlagene Route nicht bekannt. Gern hätte ich zu -dem Rückmarsche einen von <em class="gesperrt">Conrau</em> auf seiner Karte jener Gegenden -aufgezeichneten und von ihm benutzten Weg längs des Mungo gewählt, -mußte aber diesen Plan aufgeben, da ich keinen Eingeborenen finden -konnte, der den Weg kannte.</p> - -<div class="figcenter illowe31" id="ill_p1645"> - <img class="w100" src="images/ill_p1645.jpg" alt="" /> - <div class="caption">Kickxia-Bäume in Mundame.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p1645_gross.jpg" - id="ill_p1645_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Am 28. Januar unternahm ich unter Führung des Herrn Missionar -<em class="gesperrt">Walker</em> noch einen kleinen Spaziergang, um die etwas unterhalb -von Nyassosso liegenden Sägewerke der Station zu besichtigen, in -denen das sämtliche Bauholz für die Bakossi-Mission geschnitten wird. -Zur Herstellung von Brettern und Balken wurde hauptsächlich eine -Terminalia-Art verwendet, welche sich durch besondere Härte ihres -Holzes auszeichnen soll. Das Terrain auf dem Plateau, in welches -wir hinabstiegen, war auch vorzugsweise mit Elefantengras bedeckt, -aus dem sich verschiedene Bäume, einzeln oder in Gruppen, erhoben. -Hier und dort sah man ausgedehntere Gebüsche, besonders in der Nähe -der Waldungen. Auch hier im Bakossi-Gebiete haben die Eingeborenen -die schlechte Gewohnheit, das Gras niederzubrennen, wenn sie ihre -Pflanzungen anlegen wollen, ohne dabei die nötigen Vorsichtsmaßregeln -zu treffen, so daß nicht selten Waldbrände vorgekommen sind, welche -natürlich einen großen Schaden anrichteten, denn an Stelle der Wälder -tritt an den abgebrannten Orten gewöhnlich das Elefantengras auf, das -zu nichts nütze ist und nur das Ungeziefer der Umgegend anzieht.</p> - -<p>Da ich keine Zeit zu verlieren hatte, brach ich schon früh von -Nyassosso am 29. Januar auf, um auf demselben Wege, auf dem wir -gekommen waren, wieder nach Mundame zurückzumarschieren. Meine Träger -äußerten die Absicht, mit mir noch weiter zu ziehen, doch das ging nun -einmal nicht, ich mußte umkehren. Hätte ich allerdings damals gewußt, -wie lange ich noch an der Küste warten sollte, ehe ich nach dem Süden -reisen konnte, so hätte ich sicher<span class="pagenum" id="Seite_166">[S. 166]</span> versucht, über Land nach dem Sanaga -zu gelangen, um dann über Klein-Batanga längs der Küste nach dem Süden -zu gehen.</p> - -<p>Um 6 Uhr ließ ich schon von Nyassosso abmarschieren. Über Endumenui, -Ngusi, Etó und Dibandjó marschierten wir, ohne uns irgendwo in diesen -Dörfern aufzuhalten, direkt bis Eko-Keyoke. Vor Eko-Keyoke hatten wir -den Ebury-Bach, welcher sich in einem großen Bogen dort dem Dorfe -nähert, zu überschreiten. Derselbe erinnerte mich sehr lebhaft an den -Meandja-Bach am Kamerun-Gebirge. In Eko-Keyoke ließ ich nur wenige -Minuten rasten, da ich mit dem Häuptling noch über einige Dinge -sprechen wollte. Durch das nur aus drei Hütten bestehende Dörfchen -Dibara gelangten wir gegen 10½ Uhr wieder nach Mafura. Hier ließ -ich nun eine Rast von drei Stunden machen, um die Leute für den -langen Nachmittagsmarsch, welcher uns bevorstand, möglichst frisch -zu erhalten. Es gab hier in Mafura übrigens derartige Mengen von -Elefantenfliegen, daß ich nicht einmal mit Ruhe essen konnte, obgleich -ich rings um meinen Tisch herum kleine Feuer hatte machen lassen, -um durch den Rauch die Tiere möglichst zu verscheuchen. Leider half -dieses Mittel aber nicht, so daß ich meine Arbeiten, mit denen ich -die Lagerzeiten zu vertreiben pflegte, bis auf den Abend verschieben -mußte. Auf dem Marsche durch die hinter uns liegenden Bakossi-Dörfer -war mir übrigens damals aufgefallen, daß an jeder Palaverhütte zwei -Elefanten-Unterkiefer lagen. Ich erkundigte mich in Mafura nach der -Ursache dieser Sitte, konnte aber nichts über deren Bedeutung erfahren; -offenbar haben dieselben etwas mit dem Fetischglauben der Leute zu -thun. Am Nachmittage traten wir den Marsch durch den Urwald nach Otam -an, dessen Länge uns ja bereits bekannt war. Bis zum Etinge-Bach -befanden wir uns noch auf der wundervollen, fruchtbaren Ebene und -gutem Wege, von da ab ging es stets über Hügel und die Thäler der -kleinen Bäche. Der Abstieg zum Manya-Flusse machte uns besonders viel -zu schaffen, da die Träger auf den mit Algen bedeckten Felsen leicht -ausglitten und dann mit ihrer Last fielen. Etwa 1½ Stunde vor Otam -passierten wir die verlassenen und in Zerfall begriffenen Hütten des -ehemaligen Ortes Etamarca, dessen Einwohner nach Mafura gezogen sein -sollen. Gegen Abend trafen wir in Otam ein. Ich ließ sofort mein Zelt -aufstellen und begann dann mit einigen schriftlichen Arbeiten, welche -bis tief in die Nacht hinein dauerten. Zu meinem Erstaunen wurden wir -in der Nacht von Moskitos arg gepeinigt.</p> - -<p>Am Morgen des 30. Januar brachen wir sehr zeitig von Otam auf, um durch -den infolge der vielen Achyranthes-Büsche am Wege recht unangenehm -zu passierenden Buschwald nach Ngomolenge zu gelangen. Die Namen der -Bäche, welche wir passierten, sind<span class="pagenum" id="Seite_167">[S. 167]</span> nach Angaben der Eingeborenen Take -und N’kobe. Die Leute von Ngomolenge, welche versprochen hatten, für -mich Kickxiafrüchte zu sammeln, hatten bloß sechs derselben gefunden, -statt dessen aber einige Kilo Kautschuk in der Zeit hergestellt, -welche sie mir nun für Tabak zum Kaufe anboten. Natürlich waren sie -sehr entrüstet darüber, daß ich den Kautschuk nicht nahm. Nach kurzem -Aufenthalte zogen wir direkt bis Mokonye-Niggerdorf fort und erreichten -die Mundame-Plantage am Nachmittage. Nachdem ich daselbst mein Lager -wieder aufgeschlagen hatte, ging ich zusammen mit Herrn <em class="gesperrt">Schubert</em> -noch nach Mundame, um mich nach einer Gelegenheit zu erkundigen, -ein Canoe zu besorgen, das groß genug sein mußte, meine sämtlichen -Lasten zu befördern, da ich mich entschlossen hatte, auf dem Mungo die -Rückreise nach Victoria anzutreten. Ohne etwas ausgerichtet zu haben, -kehrten wir am Abend nach der Plantage zurück, um am nächsten Tage -unsere Bemühungen zu erneuern.</p> - -<p>Herr <em class="gesperrt">Schubert</em> hatte, seinem Versprechen gemäß, während meiner -Abwesenheit auf der Bakossi-Expedition in der Umgebung der Plantage -Kickxiafrüchte für mich sammeln lassen, welche ich nun zur Küste -mitzunehmen gedachte. Einschließlich der Samen, welche ich unterwegs -gesammelt hatte, und der, welche mir die Eingeborenen von Ngomolenge -besorgt hatten, konnte ich etwa 10000 Samen zur Küste mitnehmen.</p> - -<p>Unseren eifrigen Bemühungen gelang es doch, am 31. Januar ein, wenn -auch defektes, Canoe zu bekommen, mit dem ich es wagen wollte, die -Rückreise anzutreten. Demgemäß brach ich am 1. Februar von der Plantage -auf. Von Mundame konnte ich erst um 10 Uhr abfahren, da das defekte -Canoe sich noch im letzten Augenblicke gegen ein besseres umtauschen -liess. Ich hatte in dem Canoe nur sechs Ruderer, da man nur mit Not -in Mundame vier Leute auftreiben konnte, welche einwilligten, mich -bis N’Bamba zu bringen. Meine beiden Jungen mußten deshalb natürlich -auch tüchtig helfen. Da der Mungo einen recht niedrigen Wasserstand -hatte und deshalb die Strömung nur eine langsame war, wir außerdem -noch wiederholt auf Sandbänke gerieten, dauerte die Fahrt länger, als -ich gedacht. Erst gegen 2½ Uhr am Nachmittage trafen wir bei der -Baseler Missionsstation Bakundu ein, welche nicht mit dem Bakundu zu -verwechseln ist, das ich früher besucht hatte. Ich ließ den Leuten -nun etwas Zeit zum Essen, während ich zur Station hinaufging, um -den Missionaren Grüße aus Nyassosso zu überbringen. Von Bakundu -bis Malende-Strand war die Fahrt erst recht unangenehm, da es hier -noch viel mehr Sandbänke gab, als zuvor, auf die natürlich meine -Leute,<span class="pagenum" id="Seite_168">[S. 168]</span> welche alle ungeübte Ruderer waren, mit tödlicher Sicherheit -auffuhren, so daß ich sie immer wieder ins Wasser schicken mußte, um -das Canoe wieder flott zu machen. Da die Früchte des Wollbaumes (Ceiba -pentandra) gerade reif waren und die flockigen Samen zu Millionen vom -Winde herumgetragen wurden, war stellenweise die ganze Wasserfläche -von den Samen derartig bedeckt, daß man glauben mochte, man befinde -sich vor einem Schneefelde. Die Eingeborenen sammelten, in kleinen -Canoes umherfahrend, große Mengen dieser Flocken ein. Wie ich noch -am Abend Gelegenheit hatte, zu sehen, fertigten sie aus denselben -Kissen an, welche sich allerdings sehr gut gebrauchen ließen. Ob die -Leute noch eine besondere Verwendung für die Samen haben, konnte ich -während dieser sehr beschleunigten Flußreise nicht feststellen; da -dieselben sehr ölhaltig sind, ließen sie sich eventuell zur Ölbereitung -verwenden, besonders dort, wo sie, wie am Mungo, in riesigen Mengen -mit Leichtigkeit aufgesammelt werden können. Erst mit eintretender -Dunkelheit trafen wir in Malende-Strand ein. Da hier nur ein Haus mit -drei Abteilungen stand, so war ich gezwungen, mit meinen Leuten eine -derselben einzunehmen, denn ich wollte, um die damit verbundenen nicht -unbedeutenden Umstände zu vermeiden, nicht erst mein Zelt aufschlagen -lassen. Die in dem Hause wohnenden Eingeborenen mußten sich dann die -beiden anderen Abteilungen teilen. Während der Fahrt von Mundame bis -Malende-Strand hatte ich da, wo die Ufer etwas hügelig waren, einige -Kickxien beobachtet und von einer auch einige Früchte herunterholen -lassen. Auch Lianen, welche Kautschuk lieferten, kamen mir hin und -wieder zu Gesicht, doch war die nicht brauchbare Landolphia florida -vorherrschend.</p> - -<p>An die Nacht, welche ich in Malende-Strand nach jenem Tage -durchzumachen hatte, werde ich noch lange denken. Ein Kind der das -Haus bewohnenden Eingeborenen war krank, und man glaubte allgemein, -daß es in der Nacht sterben würde; die Mutter desselben war halb -wahnsinnig vor Verzweiflung geworden. Nachdem ich dem Jungen, welcher -einfach an einer sehr starken Verstopfung zu leiden schien und daher -immer über starke Schmerzen im Magen klagte, etwas Calomel gegeben -und den Leuten versichert hatte, daß die Sache ganz ungefährlich sei, -beruhigten sie sich einigermaßen. Froh über diesen Erfolg, legte ich -mich nieder, wurde aber derartig von Moskitos gepeinigt, daß ich trotz -einer ziemlichen Ermüdung nicht an Schlaf denken konnte. Um mich nun -erst vollends wachzuhalten, fing der Kranke wieder an zu stöhnen, und -sofort begann die ganze Gesellschaft mit einem wüsten Geheul, daß der -Junge jetzt sicher sterbe. Da die Mutter<span class="pagenum" id="Seite_169">[S. 169]</span> glaubte, daß die Medizin -des Weißen nicht helfe, nahm sie natürlich zu ihren eigenen Mitteln -Zuflucht. Wie eine Wahnsinnige schlug sie bei dem Lager des Kranken in -die Luft hinein und bewegte sich so schlagend zum Ausgange hin, als ob -sie etwas vor sich hertreibe, dabei stieß das Weib die merkwürdigsten -unartikulierten Laute aus, welche wohl Beschwörungen sein sollten; vor -der Thür erreichte diese Scene ihren Höhepunkt. Nach etwa fünf Minuten -langem Kreischen und Schimpfen, als ob sie jemand fortjagen wolle, -was in diesem Falle wohl ein böser Geist war, kehrte sie rückwärts -gehend und immer noch wie wahnsinnig vor sich herschlagend, ins Haus -zurück, wo sie erschöpft am Lager des Kranken zusammenbrach. Nach -einiger Zeit kamen noch mehrere Eingeborene, welche wohl Verwandte -des kranken Kindes sein mußten. Die Weiber klagten die ganze Nacht -hindurch. Daß man mir damals nicht vorwarf, daß meine Medizinen den -Zustand des Patienten verschlimmert haben, wunderte mich zur Zeit -sehr. Da doch nicht an Schlaf zu denken war, ließ ich schon um 4 Uhr -das Canoe zur Abfahrt bereit machen und die Lasten, welche wir im -Hause gebraucht hatten, hineinschaffen. Als ich meinen Thee trank, -kam mir der Gedanke, daß ich dem kranken Kinde davon eingeben könne, -doch die Leute hatten kein Vertrauen mehr zu den Medizinen des Weißen -und nahmen den Thee nicht an, bis zu aller Erstaunen plötzlich der -vermeintlich Halbtote aufstand und mich noch um etwas Medizin bat, die -ich ihm dann auch in Form von einer neuen Dosis Calomel eingab. Unter -großen Dankesbezeugungen der Mutter, welche nun vor Freude über die -Wiedergenesung ihres Sohnes fast noch toller wurde als vor Verzweiflung -über seine Krankheit, ließ ich um 5 Uhr abfahren, um so möglichst -schnell zu entkommen.</p> - -<p>Wir machten ziemlich schnelle Fortschritte, solange es kühl war, -doch sobald die Sonne etwas höher stieg, erschlafften die Leute sehr -merklich, so daß ich sie beständig anzufeuern hatte. Erst als ich -gegen Mittag einige Enten und Reiher geschossen, und drohte, daß ich -das für mich überflüssige Fleisch an die Eingeborenen des nächsten -Dorfes verschenken würde, wenn sie sich nicht mehr beeilten, ruderten -sie wieder kräftiger, bis ich bei einem Dorfe, welches die Leute -Mangono nannten, zum Kochen Halt machen lassen wollte. Trotz langer, -vergeblicher Bemühungen war hier außer einem einzigen Plantenbüschel -bei den Einwohnern nichts Eßbares für meine Leute aufzutreiben, so daß -ich es vorzog, noch bis 1 Uhr weiterfahren zu lassen. In dem Dorfe, -welches wir darauf erreichten, hatten wir mehr Glück und konnten -uns nun Zeit nehmen, etwas zu genießen. Als wir dann am Nachmittage -weiterfuhren, machte sich bald die Nähe des Meeres durch eine -angenehme,<span class="pagenum" id="Seite_170">[S. 170]</span> starke Brise bemerkbar, welche für uns sehr wohlthuend -war. Wir passierten eine ganze Reihe von Dörfern, in denen das -Dualla-Element sofort als das herrschende zu erkennen war. Längs der -Ufer hatten die Eingeborenen schmale Streifen des niedriger gelegenen -Landes mit Koko (Xanthosoma), Manihot und Mais bepflanzt; man erkannte -sehr schnell, daß man es hier nicht mehr mit einem der Buschvölker zu -thun hatte. An seichteren Stellen waren Reusen zum Fangen von Fischen -aufgestellt, und häufig sah man Kinder und Weiber in kleinen Canoes -dabei beschäftigt, Fische zu fangen. Gegen Abend sahen wir die ersten -Mangroven und erreichten gleich danach die Mungo-Dörfer, in deren -größtem ich für die Nacht zu kampieren gedachte. Die Eingeborenen -(Duallas), welche uns sogleich am Strande umringten, zeichneten sich -durch Unverschämtheit und Frechheit aus. Als ich den sogenannten König -zu sprechen verlangte, hieß es, daß derselbe abwesend sei, aber bald -zurückerwartet werde. Ich versuchte nun, einen Führer zu engagieren, -welcher uns durch die unzähligen Mangroven-Creeks bis N’Bamba bringen -sollte, doch stellten die Leute derartig hohe Bedingungen, daß ich -alle weiteren Verhandlungen abbrach und energisch forderte, daß man -den „König“ sofort rufe. Als die unverschämte Gesellschaft nun einsah, -daß sie sich ihre Chancen verscherzt hatte, berieten sie sich eine -Zeit lang und schickten dann ein Canoe ab, welches, wie sie sagten, -den König von meiner Anwesenheit in Kenntnis setzen sollte. Am Abend -kam derselbe endlich an, als ich bei meinem Abendessen saß. Um ihm -zu zeigen, daß er mit mir nicht so umspringen könne, wie seine Leute -zu glauben schienen, ließ ich ihn erst eine geraume Zeit warten, bis -ich mit Essen fertig war, dann beschwerte ich mich über das freche -Benehmen seiner Leute und riet ihm, ihnen zu sagen, daß sie sich besser -vorsehen müßten, sonst könnten sie eventuell den Kürzeren ziehen. Als -Führer verlangte ich dann von ihm einen jungen Mann für eine von mir -festgesetzte Bezahlung. Nach einem furchtbar langweiligen Palaver, -das bis in die Nacht hinein währte, einigten wir uns schließlich -darauf, daß er seinen Sohn, welcher die Creeks gut kannte, als Führer -mitgeben solle, wofür ich 4 Mk. zu zahlen hatte. Ein Geschenk, das mir -der Kerl noch am Abend sandte, schickte ich wieder zurück, indem ich -ihm sagen ließ, daß ich mit dem unverschämten Benehmen seiner Leute -nicht zufrieden gewesen, und da er als „König“ dafür verantwortlich -sei, wolle ich auch mit ihm keine Geschenke tauschen. Meine Leute -hatten das Canoe an einer steilen Bank an beiden Seiten festgelegt, -damit durch den Wechsel von Ebbe und Flut nicht Unheil entstände. Ich -hatte mich in das Canoe auf die Lasten während der Nacht zum Schlafen -niedergestreckt,<span class="pagenum" id="Seite_171">[S. 171]</span> erwachte aber plötzlich durch einen eigentümlichen -Ruck und sah nun zu meinem Schrecken, daß die Leute das Fahrzeug zu -kurz angebunden hatten, so daß dasselbe, da die Ebbe eingetreten war, -in freier Luft umherhing und, für mich um so unangenehmer, vollständig -schief, denn die eine Seite war auf einer vorspringenden Baumwurzel -hängen geblieben. Ich durfte mich nun nicht eher rühren, als bis es mir -gelungen, einige meiner Leute heranzurufen, mit deren Hülfe ich das -Canoe ins Wasser herablassen konnte und so aus der unangenehmen Lage -befreit wurde.</p> - -<p>Mit Sonnenaufgang ließ ich am nächsten Tage abfahren, froh, von -dieser Gesellschaft von Duallas Abschied nehmen zu können. Die -Vegetation, welche wir anfangs vor uns hatten, bestand aus einer -Übergangsvegetation, ehe wir in die Gebiete kamen, in denen wir nur -die typische Mangroven-Formation vor uns hatten. Wiederholt sahen wir -Krokodile, welche bei unserer Annäherung schleunigst sich unsichtbar -machten. Hätten wir den Führer nicht bei uns gehabt, so hätten wir uns -sicher in diesen Creeks verirrt, ein solches Labyrinth von Wasserläufen -hatten wir zu durchfahren. Wiederholt schien es, als sei ein Tornado -im Anzuge, der für uns sehr unangenehm werden konnte, da wir nirgends -anlegen konnten. Als wir über den großen Möven-See fuhren, brach auch -wirklich ein kleiner Sturm aus, der uns zwang, eine Zeit lang das Canoe -zwischen die Mangroven zu bringen, da wir sonst unfehlbar umgeworfen -worden wären. Bald erschien jedoch die Sonne wieder, so daß wir ohne -großen Zeitverlust unsere Reise fortsetzen konnten. Eine solche Fahrt -von einigen Stunden zwischen Mangrovengebüschen hindurch gehört zu -den langweiligsten Touren, welche man je unternehmen kann. Nichts als -stets dieselben Rhizophoraceen und Avicennien, selten außer Krokodilen -ein lebendes Tier, höchstens hier und dort einige behend entfliehende -Meerkatzen zu sehen, dazu die schwere, drückende Luft des Morastes und -meist eine furchtbare Hitze, das sind die Erinnerungen, welche ich von -allen derartigen Touren mit heimgenommen habe. Doch auch diese Fahrt -erreichte ihr Ende. Gegen Mittag kamen wir vor der Nikol-Insel in der -Nähe des Dorfes Dikulu in die offene See. Da meine Leute recht ungeübte -Ruderer waren, war die Fahrt nicht ungefährlich, denn auf dem Wasser -stand eine steife Brise, welche ziemlich hohe Wellen erzeugte; wir -konnten uns auch nicht der Küste zu sehr nähern, da längs derselben -große Mengen von Felsen zerstreut waren. Vor der Dikulu-Bucht ließ ich -einmal zwischen den Felsen hindurch an das Land heranfahren, um kurze -Zeit daselbst zu verweilen, denn wir hatten noch nichts genossen, und -ich wollte schnell etwas Essen für die Leute kochen lassen. Nach etwa -einstündigem<span class="pagenum" id="Seite_172">[S. 172]</span> Aufenthalte fuhren wir über die Dikulu-Bucht hinüber -und bogen dann um die nächste Spitze in die schöne Bimbia-Bucht ein, -in der wir gegen 4 Uhr bei N’Bamba landeten. Herr <em class="gesperrt">Rehbein</em>, der -Vertreter des Herrn <em class="gesperrt">Friederici</em>, war zufällig in dem Hause, so -daß ich sogleich mit ihm die nötigen Arrangements betreffs Beförderung -meiner Lasten nach Victoria treffen konnte. Er war so freundlich, die -Sachen zu übernehmen und am nächsten Tage, einem Sonntage, die Lasten -durch einige Yaunde-Arbeiter unter Führung eines meiner Jungen, den -ich zu dem Zwecke in N’Bamba zurückließ, nachzuschicken. Die vier in -Mundame gemieteten Leute und der Führer aus den Mungo-Dörfern sollten -am nächsten Tage das Canoe nach Kamerun bringen, um es daselbst bei der -Faktorei von <em class="gesperrt">Jantzen & Thormählen</em> abzugeben. Ich selbst ging -mit einem Jungen und mit einem Träger noch am Nachmittag nach Victoria -weiter über Land. In Victoria traf ich dann am Abend ein, froh, daß -alles so glücklich abgelaufen war. Leider wurde ich daselbst gleich mit -einer Nachricht empfangen, welche mich tief erschütterte, <em class="gesperrt">Plehn</em> -sei auf seiner Expedition nach den Gegenden des Yong durch einen -vergifteten Pfeil getötet worden. Fast wollte ich meinen Ohren nicht -trauen, als ich das hörte. Welch ein Schicksalsschlag war das wieder -für die Kolonie, wieder war einer der tüchtigsten Beamten verloren, -der nicht so leicht zu ersetzen sein wird, denn Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> hatte -unter den so schwierigen Verhältnissen die Sanga-Ngoko-Expedition in -einer Weise geführt, daß selbst seine Neider ihm ihre Bewunderung nicht -versagen konnten.</p> - -<p>Für die nächste Zeit war ich nun leider an Victoria gebunden, da sich -keine Gelegenheit bot, nach dem Süden zu gelangen. Es war höchst -unangenehm für mich, immer mehr von meiner kostbaren Zeit durch -unnützes Warten in dieser Weise zu verlieren. Ich benutzte daher die -Zeit mit Einpacken eines großen Teiles meiner Lasten für Togo sowohl, -als auch aller nun überflüssigen für Europa. Am 8. Februar kam endlich -die „Nachtigal“ von Kamerun mit der Strafexpedition des Herrn Hauptmann -<em class="gesperrt">v. Besser</em>, welche, von Victoria aus ins Innere marschierend, -erst die Bangwa, die Mörder des Herrn <em class="gesperrt">Conrau</em>, bestrafen und -dann nach den Cross-Schnellen vorgehen sollte, wo die Eingeborenen den -Leutnant <em class="gesperrt">v. Queiß</em> niedergemacht hatten. Am 10. Februar benutzte -ich die Gelegenheit, mit der „Nachtigal“ nach Kamerun zu fahren, von wo -aus ich eher Gelegenheit, nach dem Süden zu kommen, erhoffen konnte. -Bei dem Vertreter der Firma <em class="gesperrt">Jantzen & Thormählen</em>, welche mich in -jeder Weise während meines Aufenthaltes in Kamerun unterstützt hatte, -fand ich Aufnahme für die Zeit meiner gezwungenen Ruhe in Kamerun. -Herrn Gouverneur <em class="gesperrt">Köhler</em>, welcher den inzwischen<span class="pagenum" id="Seite_173">[S. 173]</span> nach Europa -abgereisten Herrn Gouverneur <em class="gesperrt">v. Puttkamer</em> vertrat, stattete -ich kurzen Bericht über meine Bakossi-Reise ab und besprach mit ihm -die Möglichkeit meiner Togo-Reise, auf der er mich in jeder Weise zu -unterstützen versprach.</p> - -<p>In Kamerun hatte ich während meines damaligen Aufenthaltes Gelegenheit, -die äußerst ungünstigen Handelsverhältnisse des Platzes kennen zu -lernen, welche durch die maßlose Konkurrenz der vielen dort ansässigen -Firmen hervorgerufen worden waren. Die Kaufleute hatten zwar unter sich -ein Syndikat gebildet, welches den Zweck hatte, die Preise möglichst zu -halten, doch konnte sich auch das nicht bewähren.</p> - -<p>Der Kautschuk, den ich hier von den Duallas zum Verkauf angeboten sah, -bestand aus kleinen Stücken von der Größe eines Pfennigs, so daß man -glauben sollte, ein Betrug wäre in solchem Falle nicht möglich. Doch -auch hier hatte der schlaue Negerkopf ein Mittel ausfindig gemacht, -mit dessen Hülfe er den Europäer betrügen konnte. Der nasse Kautschuk -wurde einfach mit Sand vermischt und dann dem Weißen erst verkauft. -Wenngleich man auch sofort sehen konnte, daß der Neger dieses Mittel -angewendet hatte, um mehr Gewicht in seiner Ware zu erzielen, so wußte -man doch nicht zu schätzen, wie viel Sand in der Menge vorhanden war. -Den Kautschuk zurückzuweisen, wäre auch nicht angebracht gewesen, da -der Betrüger seine Ware sicher bei einem Konkurrenten abgesetzt hätte. -Dass unter solchen Verhältnissen ein Handel in dem Orte Kamerun sich -nicht heben kann, muß jedem denkenden Menschen einleuchten. So ist es -auch zu erklären, daß die Kaufleute am Kamerun-Flusse klagen, daß sie -nichts verdienen, während ihre Kollegen an der Südküste bedeutenden -Gewinn, besonders aus dem Kautschukhandel, erzielen sollen.</p> - -<p>Nachdem ich eine volle Woche umsonst in Kamerun gewartet hatte, bot -sich mir endlich am 16. Februar eine Gelegenheit, die Reise nach der -Südküste zu machen. Wie bedauerte ich damals, daß ich mich nicht länger -im Bakossi-Gebiete oder in der Umgegend aufgehalten hatte, statt hier -in Kamerun so lange fast zwecklos umhersitzen zu müssen. Doch ich -war zur Küste gekommen, da ich unter dem Eindrucke war, daß mich die -„Nachtigal“ nach dem Süden bringen sollte.</p> - -<p>Es sollte offenbar alles nicht recht gehen, denn erstens kam der -englische Dampfer, welcher für die Fahrt nach dem Süden bestimmt war, -nicht vor dem 17. Februar fort, zweitens aber sollte er, was sonst fast -nie vorkam, die sämtlichen kleinen Plätze vor Groß-Batanga besuchen, -um dort Fracht zu löschen; ich konnte also nicht erwarten, vor dem -20. Februar in Groß-Batanga einzutreffen,<span class="pagenum" id="Seite_174">[S. 174]</span> während ich unter den -gewöhnlichen Umständen dort bereits einige Stunden nach der Abfahrt von -Kamerun angelangt wäre. Was half es, ich hatte mich zu fügen. Ob ich -bis nach Campo kommen würde, wie ich ursprünglich beabsichtigte, war -eine Frage der Umstände, die sich erst später ergeben mußte; ich hatte -allerdings sehr geringe Hoffnung, das alles noch bis Ende des Monats -ausführen zu können.</p> - -<p>Am 17. Februar lichtete die „Lagos“ die Anker und begann die Reise -flußabwärts nach der Mündung des Kamerun-Flusses. Um Kap Swellaba -herum dampften wir in die offene See hinaus, um uns dann bald wieder -der Küste zu nähern. Bei Klein-Batanga waren wir so nahe derselben, -daß wir ohne Fernglas mit Leichtigkeit die Häuser zählen konnten. -Nur langsam kamen wir fort, da es auf der See etwas neblig wurde, -bis wir gegen 4 Uhr vor Longji zu Anker gingen. Da wir in ziemlicher -Entfernung von der Küste lagen, war gar nicht daran zu denken, noch an -demselben Tage den Cargo für diesen Küstenplatz zu löschen. Wir blieben -daher über Nacht liegen, um am 18. Februar noch den Rest der Ladung -für Longji an Land zu schaffen. Erst gegen 11 Uhr konnten wir wieder -abdampfen. In Plantation, einer kleinen Handelsniederlassung, welche -wir von Longji aus bereits mit Leichtigkeit sehen konnten, wurde wieder -angehalten. Hier gab es wieder einen großen Cargo auszuladen, so daß -mir der Kapitän sogleich erklärte, daß er nicht vor Mittag des nächsten -Tages abfahren könne. Ich ging an Land. Da in den letzten Jahren -sich der Kautschukhandel der Südküste hauptsächlich nach Plantation -gezogen hatte, bot der Platz einiges Interessante für mich dar. Ich -erfuhr hier Näheres über die Distrikte, aus denen der größere Teil des -Kautschuks zu kommen schien, sowie über die Behandlung des gekauften -Produktes. Zu meiner Freude hörte ich, daß auch hier der größte Teil -des Produktes in kleinen Stücken exportiert werde, nachdem er vorher -noch gereinigt und getrocknet sei. Dem ist es wohl auch zum großen -Teile zuzuschreiben, daß der Kautschuk der Südküste im allgemeinen -einen besseren Preis auf dem europäischen Markte erzielt, als der vom -Kamerun-Flusse exportierte. Nach allem, was ich hier vernahm, scheint -ein nicht geringer Teil des von der Südküste stammenden Kautschuks -aus weiter Entfernung von der Küste zu kommen, besonders aus der -Gegend hinter Ekbolowa im Buli-Lande, welche gar nicht sehr weit von -dem oberen Dja entfernt sein kann. Über diesen Ort Ekbolowa dürfte -wohl auch in späterer Zeit, wenn wir erst das Hinterland von Kamerun -mehr geöffnet haben werden, sich ein nicht unbedeutender Handel mit -den Ngoko-Regionen entwickeln. Daß bereits einige Artikel auf diesem -Wege<span class="pagenum" id="Seite_175">[S. 175]</span> von Hand zu Hand bis in die Ngoko-Regionen vorgedrungen sind, -ist durch ein Gewehr erwiesen, welches Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> aus Kunabembe -erhielt, das nachweislich von einer Firma an der Südküste in den Handel -gebracht worden war.</p> - -<div class="figcenter illowe33" id="ill_p1745"> - <img class="w100" src="images/ill_p1745.jpg" alt="" /> - <div class="caption">Cocos-Palmen in Gr. Batanga.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p1745_gross.jpg" - id="ill_p1745_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Wie unser Kapitän versprochen, fuhren wir gegen Mittag am 19. Februar -von Plantation ab. Bei Kribi dampften wir vorbei und warfen vor einer -sehr kleinen Niederlassung, Wasserfall mit Namen, Anker. Von Kribi -aus hatte man bereits den Dampfer bei Plantation gesehen und als -den englischen erkannt, daher waren einige Herren zu Fuß von Kribi -nach Wasserfall gelaufen, um dort ihre Post an Bord des Dampfers zu -empfangen. Wir erhielten infolgedessen am Nachmittage reichlichen -Besuch. Unter anderen erschien auch Herr <em class="gesperrt">Mager</em>, der Vertreter -des Herrn <em class="gesperrt">Küderling</em>, welchen ich vor allen Dingen zu sehen -wünschte, da es meine Absicht war, die Plantage der Firma <em class="gesperrt">Küderling -& Co.</em> in Campo zu besichtigen. Mit Herrn <em class="gesperrt">Mager</em> arrangierte -ich natürlich sofort das Nötige, um eventuell ohne Zeitverlust nach -Campo zu kommen. Da Herr <em class="gesperrt">Mager</em> noch am späten Abend an Land -ging, verabredeten wir, daß wir uns am nächsten Tage in Groß-Batanga -wiedersehen wollten, wo mich Herr <em class="gesperrt">Mager</em> von dem Dampfer abholen -sollte. Herr <em class="gesperrt">Meßner</em>, der Vertreter der Firma <em class="gesperrt">Lübke & Co.</em>, -war so freundlich, mir in Groß-Batanga in seinem Hause Unterkunft -anzubieten.</p> - -<p>Als ich am Morgen des 20. Februar erwachte, lagen wir bereits vor -Groß-Batanga. Herrn <em class="gesperrt">Mager</em> mit seinem Boote konnte ich auch -kurz darauf erspähen. Schon um 7 Uhr fuhr ich mit dem Schiffsdoktor -und Herrn <em class="gesperrt">Mager</em> an Land, wo ich mich der Verabredung gemäß bei -Herrn <em class="gesperrt">Meßner</em> einquartierte. Groß-Batanga hatte ich schon früher -einmal, als ich auf der Reise nach dem Congo war, betreten, doch jetzt -entrollte sich vor meinen Augen ein ganz anderes Bild als damals, -als ich nur für eine Stunde in der <em class="gesperrt">Woermann</em>schen Faktorei -mich aufgehalten hatte. Erst jetzt lernte ich die verschiedenen -Faktoreien kennen, von denen allerdings die, in der ich wohnte, die -stattlichste und bedeutendste schien. Am Nachmittage machte ich mit -Herrn <em class="gesperrt">Mager</em> und Herrn <em class="gesperrt">Meßner</em> einen Rundgang längs des -Strandes in den verschiedenen Faktoreien. Wir hatten beschlossen, -noch am Abend desselben Tages nach Campo aufzubrechen, mußten diesen -Plan aber aufgeben, da die zu diesem Zwecke engagierten Leute nicht -erschienen. Um denselben Übelstand am nächsten Tage zu verhüten, -ließen wir den alten Häuptling des Dorfes bei Groß-Batanga rufen und -trugen ihm nun ernstlich auf, bei Zeiten für die Leute zu sorgen, -welche uns nach Campo rudern sollten. Als dieselben dann auch wirklich -am Nachmittag<span class="pagenum" id="Seite_176">[S. 176]</span> erschienen, wurden sie bis zu unserer Abfahrt in der -Faktorei zurückgehalten.</p> - -<p>Vor Jahren hatte Herr <em class="gesperrt">Küderling</em> in Groß-Batanga einige Manihot -Glaziovii-Stämme ausgesät, die unterdessen zu einer bedeutenden Größe -herangewachsen waren. Da mir daran lag, zu erfahren, wie sich dieser -Kautschukbaum in den südlichen Distrikten unseres Schutzgebietes -bewähren dürfte, zapfte ich die vorhandenen Exemplare an. Die Milch, -welche ich erhielt, floß ziemlich reichlich und enthielt bedeutend -mehr Kautschuk als in Victoria, ja sogar so viel, daß ich glaube, -eine Anlage im größeren Stile dürfte sich hier bezahlt machen. Ich -setze dabei natürlich voraus, daß eine solche Anlage in der von mir -bereits häufig vorgeschlagenen Art bewirtschaftet würde. Anzapfungen -mit dem Pickierapparat, wie ich sie hier versuchte, dürften sich an -heißen Tagen, wenn die herausquellende Milch schnell koaguliert, am -besten bewähren. Ich bin davon überzeugt, daß man durch wiederholtes -richtiges Anzapfen von den etwa sieben Jahre alten Stämmen im Jahre ein -Pfund Kautschuk gewinnen könnte. Wie mir Herr <em class="gesperrt">Mager</em> erzählte, -hatte Herr <em class="gesperrt">Küderling</em> selbst einmal derartige Anzapfungsversuche -gemacht, ohne dabei zu guten Resultaten zu gelangen, hatte aber später -sich darüber wundern müssen, daß Eingeborene, welchen er die Erlaubnis -gegeben, die Manihotstämme anzuzapfen, größere Quantitäten Kautschuks -gebracht hätten.</p> - -<div class="figcenter illowe34" id="ill_p1765"> - <img class="w100" src="images/ill_p1765.jpg" alt="" /> - <div class="caption">11 Monate alte Kickxia auf der Campo-Plantage.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p1765_gross.jpg" - id="ill_p1765_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Am Abend des 21. Februar konnte ich endlich zusammen mit Herrn -<em class="gesperrt">Mager</em> die Reise nach Campo antreten. Da der Weg längs der Küste -nur bei Ebbe zu gebrauchen und sonst auch infolge des tiefen Sandes -sehr beschwerlich ist, zogen wir es vor, in einem Boote die Strecke -bis Campo zurückzulegen. Da wir hofften, in der Nacht eine günstige -Brise zu haben, beschlossen wir, erst spät am Abend abzufahren. Die See -war ziemlich unruhig, als wir abfuhren, so daß wir gezwungen waren, -sogleich möglichst weit in die See hinauszufahren, um vor den vielen -Felsen, welche in der Nähe von Groß-Batanga längs der Küste liegen, -sicher zu sein. Die ersehnte Brise stellte sich zu unserer Enttäuschung -aber nicht ein, und wir machten nun, da die Leute rudern mußten, nur -sehr geringe Fortschritte. In der Hoffnung, am Morgen in Sicht von -Campo zu sein, legten wir uns im Boote nieder zur Ruhe, waren aber -nicht wenig enttäuscht, als wir wieder erwachten, noch nichts von Campo -sehen zu können; offenbar hatten unsere Leute im Boote die Gelegenheit -benutzt, möglichst faul zu sein. Erst gegen Mittag kam die Landspitze -vor dem Campo-Flusse in Sicht, doch begann die See nun auch so hoch zu -gehen, daß wir mehrmals glaubten, in unserem kleinen Boote von einer -herannahenden Welle<span class="pagenum" id="Seite_177">[S. 177]</span> überschwemmt zu werden. Unsere Lage wurde am -Nachmittage sogar so unangenehm, daß wir Europäer vorzogen, am Lande -anzulaufen, um dann über Land den Marsch fortzusetzen. Einen meiner -beiden Jungen nahm ich mit, den anderen ließ ich zurück, damit er -dafür sorge, daß mein Gepäck nicht zu stark von den hereinschlagenden -Wellen, denen das uns nachfolgende Boot ausgesetzt war, durchnässt -werde. Der Marsch am Strande entlang war infolge des losen Sandes -recht beschwerlich, wurde aber unerträglich, als erst die Flut stieg -und wir immer vor den höher steigenden Wellen auszuweichen hatten. Am -allerschlimmsten aber wurde unsere Situation, als die Nacht hereinbrach -und wir nun zwischen Gebüschen und dem Wasserniveau unseren Weg -suchen mußten. Am späten Abend war schließlich das Wasser derartig -gestiegen, daß wir gezwungen waren, Schuhe und Socken auszuziehen und -mit aufgerollten Hosen im Wasser am Strande entlang unseren Weg suchen -mußten. So angenehm auch die Kühle des Seewassers war, so unangenehm -wurde unser Zustand, wenn wir mit den nackten Füßen auf eine Muschel -oder eine hervorstehende Holzspitze traten, denn die Nacht war so -dunkel, daß man fast seine eigene Hand nicht sehen konnte. Herr -<em class="gesperrt">Mager</em>, welcher kurzsichtig war, lief wiederholt direkt derartig -in Büsche und umgefallene Bäume hinein, daß wir uns wundern mußten, -endlich gegen 1 Uhr beide unversehrt in Campo einzutreffen. In der -stattlichen, dort von Herrn <em class="gesperrt">Küderling</em> errichteten Faktorei -fanden wir alles verschlossen; wie wir hörten, war der Europäer gerade -abwesend, um im Innern auf einigen Zweigfaktoreien Inventar aufzunehmen -und Kautschuk und Elfenbein aufzukaufen. Zum Glücke hatte der farbige -Verwalter des Ladens Schlüssel für einige der Zimmer, so daß wir noch -unter Dach und Fach ein Lager fanden.</p> - -<p>Am frühen Morgen war das Boot mit unseren Sachen auch in Campo -angelangt und alles bereits auf der Veranda der Faktorei zum -Trocknen ausgelegt, als ich um 6 Uhr aus meinem Zimmer heraustrat. -Die sämtlichen Lasten waren furchtbar durchnässt. Am Nachmittag -fuhr ich zusammen mit Herrn <em class="gesperrt">Mager</em> nach der dicht oberhalb am -Campo-Flusse gelegenen Plantage des Herrn <em class="gesperrt">Küderling</em>, um dort -die Kickxia-Anpflanzungen in Augenschein zu nehmen. Die Plantage war -recht schön sauber gehalten, nur fiel mir auf, daß die Schattenbäume -fehlten und daß infolgedessen viele der jungen Triebe an der Spitze -verbrannt erschienen. Die Bäumchen trugen sehr reichlich Früchte -und wuchsen recht gut, solange sie im Schatten der Bananen standen, -welche zur Ernährung der Arbeiter angepflanzt waren. Es wäre sehr -wünschenswert, daß hier in Zukunft viele Schattenbäume beim Schlagen -des Waldes<span class="pagenum" id="Seite_178">[S. 178]</span> stehen bleiben, denn das schon an und für sich viel -trockenere Klima bedingt nach meiner Ansicht entschieden noch mehr -Schatten für Kakaokulturen als das am Fuße des Kamerun-Gebirges bei -Victoria. Herr <em class="gesperrt">Küderling</em> hatte, wie bekannt, für seinen Kakao -aus dieser Campo-Plantage einst den höchsten Preis bekommen, der je für -Kamerun-Kakao erzielt worden ist.</p> - -<p>Auch hier in der Campo-Plantage hatte man eine Anzahl von -Manihotstämmen angepflanzt, welche übrigens beim Anzapfen -gleichgünstige Resultate lieferten wie die in Groß-Batanga wachsenden. -Außer einigen mehrere Jahre alten Bäumchen von Kickxia africana hatte -Herr <em class="gesperrt">Küderling</em> eine größere Zahl von Pflänzchen der Kickxia -elastica auspflanzen lassen. Von den Samen, welche er im Januar -1899 von Dr. <em class="gesperrt">Preuß</em> erhalten hatte, waren nur drei Pflanzen -aufgegangen, welche man nun an Ort und Stelle in dem Samenbeete hatte -stehen lassen; dieselben hatten sich derartig entwickelt, daß ich -ihr Wachstum als ausnahmsweise günstiges bezeichnen muß. Die jetzt -einjährigen Pflanzen waren bereits höher als ein großer Neger. Auf der -Campo-Plantage befanden sich viele sumpfige Flächen, die vielleicht mit -Hevea brasiliensis bepflanzt werden könnten, denn in solchen sumpfigen -Lokalitäten dürfte die Hevea vielleicht einen reicheren Erfolg liefern -als in dem trockenen Boden, in dem sie im botanischen Garten zu -Victoria steht. Die vor einigen Monaten ausgepflanzten Kickxien, welche -aus Samen vom Mungo gezogen waren, hatte man in größeren Abständen -in der Kakaoplantage ausgepflanzt. Meiner Ansicht nach dürfte dieser -Standort für die Kickxia, welche doch eine Waldpflanze ist, nicht -sehr günstig sein, da die Stämme sich dann wahrscheinlich schlecht -entwickeln werden und nur kurz bleiben, wie man das übrigens auch schon -an den vorhandenen Exemplaren von Kickxia africana beobachten konnte.</p> - -<p>Am Abend kehrten wir zur Faktorei nach Campo zurück, um am nächsten -Morgen eine Canoefahrt bis zu den Schnellen des Campo-Flusses zu -unternehmen, wo Herr <em class="gesperrt">Küderling</em> noch eine zweite Plantage hatte -anlegen lassen. Wir brachen sehr zeitig auf, um noch vor Beginn -der heißen Tageszeit an unseren Bestimmungsort anzulangen. Anfangs -waren die Ufer des Flusses nur mit Mangroven und Avicennien bedeckt, -allmählich traten dann noch andere Pflanzen hinzu, bis schließlich -die Mangroven ganz verschwanden, um hauptsächlich Calamusgestrüppen -Platz zu machen. Gegen 9 Uhr kamen wir bei der Plantage an. Dieselbe -war in derselben Weise angelegt worden wie diejenige bei Campo. -Der Boden schien noch typischerer Laterit zu sein als dort, große -Glimmerschiefer-Blöcke erhoben sich bis über die Oberfläche an<span class="pagenum" id="Seite_179">[S. 179]</span> -verschiedenen Stellen. Auch hier hatte man leider fast gar nicht für -Schattenbäume gesorgt, und daher konnte ich auch wieder dieselbe -Erscheinung wahrnehmen wie auf der Plantage bei Campo: die Spitzen der -jungen Triebe schienen von der Sonne verbrannt zu werden. Kickxien -hatte man auch hier angepflanzt, dieselben standen recht gut und -versprachen, vorzüglich anzugehen. Im übrigen bot diese Plantage -nichts, das ich nicht schon auf der weiter unten bei Campo gelegenen -gesehen hatte. Am Nachmittage fuhren wir nach der auf der französischen -Seite des Flusses gelegenen Plantage eines Franzosen, der sich dort -mit seiner Familie angesiedelt hatte. Es war daselbst außer Kakao noch -Kaffee und Vanille angepflanzt worden, doch machte die ganze Anlage -gerade einen recht verwahrlosten Eindruck, den ihr Besitzer der bereits -seit längerer Zeit herrschenden Dürre zuschrieb. Die Vanille stand -sogar sehr schlecht. Noch gegen Abend kehrten wir dann nach Campo -zurück.</p> - -<p>Am nächsten Tage fuhren wir nun wieder in einem Boote nach Groß-Batanga -zurück. Da wir eine günstige Brise bekamen, welche uns gestattete, die -Segel aufzuspannen, hatten wir eine bedeutend günstigere Fahrt und -erreichten Batanga schon am Abend desselben Tages.</p> - -<p>Da ich auf keine andere Gelegenheit hoffen konnte, schnell nach Kamerun -zurückzukehren, hatte ich beschlossen, am 27. Februar per Boot dorthin -abzufahren. Den einen Ruhetag, welchen ich somit hatte, benutzte ich -dazu, die Manihotstämme noch einmal anzuzapfen und Samen derselben zu -sammeln, deren ich einige tausend erhielt. Als ich am frühen Morgen -des 27. Februar die Bootsleute zur Abfahrt zu rufen auf die Veranda -trat, sah ich zu meiner Freude, daß ein englischer Dampfer, der nach -Kamerun gehen sollte, dicht bei uns vor Anker lag. Natürlich ließ ich -sofort mein ganzes Gepäck an Bord bringen, um diese Gelegenheit nicht -zu versäumen. Gegen 9 Uhr verließ ich dann auf der „Boma“ diesen Ort, -in dessen Umgegend ich mich gern noch länger aufgehalten hätte. Die -Fahrt lief sehr glücklich ab, denn bereits um 5 Uhr warf die „Boma“ vor -Kamerun Anker, so daß ich noch an demselben Abend wieder zur Faktorei -der Firma <em class="gesperrt">Jantzen & Thormählen</em> übersiedeln konnte.</p> - -<p>Bis zum 2. März verblieb ich noch in Kamerun, um dann zusammen mit -Herrn Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em>, welcher von Edea dort eingetroffen -war, auf der „Nachtigal“ nach Victoria zu fahren, wo wir der Sitzung -des „Vereins Kameruner Pflanzer“ beiwohnen wollten. In einem kurzen -Vortrage legte ich daselbst den Herren, welche sehr vollzählig -erschienen waren, meine Erfahrungen und<span class="pagenum" id="Seite_180">[S. 180]</span> Ansichten noch einmal -vor, und versuchte noch einmal, zu einer möglichst energischen -Inangriffnahme der Kautschukkultur anzuregen, worin mich Herr Geheimrat -<em class="gesperrt">Wohltmann</em>, dessen letzte Bedenken nun, da es mir gelungen war, -die Kickxia auch auf Basaltboden nachzuweisen, geschwunden waren, sehr -energisch unterstützte.</p> - -<p>Am 4. März nachmittags erschien der deutsche Postdampfer „Helene -Woermann“, um die wenigen in Victoria wartenden Passagiere noch -abzuholen. Mit diesem fuhr ich dann nach Togo ab. Nur ungern nahm ich -Abschied von Kamerun, unserer schönsten Kolonie in Afrika, der bei der -immensen Fruchtbarkeit, welche fast allenthalben im Gebiete herrscht, -sicher eine glänzende Zukunft bevorsteht, wenn mit demselben Interesse -und derselben Energie wie in den letzten Jahren an ihrer Entwickelung -weiter gearbeitet wird.</p> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_181">[S. 181]</span></p> - -<h2 class="nobreak" id="V_Kapitel"><span class="s5a">V. Kapitel.</span><br /> - -Togo-Reise und Heimreise.</h2> - -</div> - -<p>Während unserer Fahrt von Kamerun nach Togo hatten wir trotz des -vorzüglichen Wetters gleich am Tage nach unserer Abreise von Victoria -leider den Tod eines unserer Mitpassagiere zu beklagen, der bereits -in sehr bedenklichem Zustande Kamerun verlassen hatte. In Lagos -trafen wir am Morgen des 6. März ein und verblieben daselbst bis -zum späten Nachmittag. Als ich am folgenden Tage an Deck erschien, -waren wir bereits vor Klein-Popo. Herr <em class="gesperrt">Wöckel</em>, welcher Herrn -Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> auf seiner Rückreise nach Europa noch -Lebewohl sagen wollte, kam hier zu uns an Bord. Von ihm erfuhr ich -interessante Thatsachen über die Manihot Glaziovii-Anpflanzungen, -welche er als Leiter der Plantage Kpemme hatte anlegen lassen. Nach -kurzem Aufenthalte in Klein-Popo dampften wir nach Lome weiter. Von -Herrn Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> nahm ich dort Abschied und begab mich -mit meinem gesamten Gepäck an Land, wo ich in der Bremer Faktorei, den -vorherigen Abmachungen gemäß, bereits eine vollzählige Trägerkolonne zu -meiner Verfügung zu finden hoffte. Herr <em class="gesperrt">Luther</em>, der Agent der -Firma, nahm mich sehr liebenswürdig auf und erklärte mir nun, daß er, -soweit es möglich war, alles vorbereitet habe, auch Träger seien da, -welche bis Misahöhe mitgehen sollten. Ich ließ daraufhin sofort die -Leute zusammenrufen und antreten. Mir schien die ganze Geschichte von -Anfang an nicht sicher genug. Nach einigem Palaver einigten wir uns -schließlich, doch kam es mir so vor, als ob einige der Leute unwillig -seien, mit einem ihnen unbekannten Europäer zu gehen. Der Sicherheit -halber sagte ich den Leuten, daß sie am Abend noch einmal antreten -sollten.</p> - -<p>Am Nachmittage machte ich Besuch bei dem stellvertretenden Gouverneur, -Herrn Assessor <em class="gesperrt">Heim</em>. Man bezweifelte damals sehr stark an der -Küste, ob es mir gelingen würde, in der kurzen Zeit, welche mir zur -Verfügung stand, bis nach Boëm hineinzukommen, wo ich das von Herrn -Assessor <em class="gesperrt">Hupfeld</em> für Herrn <em class="gesperrt">Sholto<span class="pagenum" id="Seite_182">[S. 182]</span> Douglas</em> angekaufte -Terrain besichtigen wollte. Da ich selbst mir wohl bewußt war, daß ich -keine Zeit zu verlieren habe, wäre mir eine Verzögerung meiner Abreise -von Lome äußerst unangenehm gewesen, daher geriet ich in nicht gerade -die beste Stimmung als bereits am Abend von den Trägern verschiedene -fehlten; sie seien bereits wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, hieß -es. Da wir diese entlaufenen Leute schwerlich würden ersetzen können, -erwartete ich schon mit Schrecken die Dinge, welche ich am nächsten -Tage würde auszufechten haben, da ich doch durchaus aufbrechen mußte.</p> - -<p>Wie ich es nicht anders erwartet hatte, erschienen am nächsten Morgen -8 Leute statt der 15, welche eigentlich zur Stelle sein sollten. Ich -ließ nun nach allen Seiten in der Stadt herum nach Trägern suchen, -denn so viel sagte ich mir, daß der ganze Tag verloren sein würde, -wenn ich nicht bis Mittag unterwegs sein könnte. Nach verschiedenen -Stunden Wartens hatte ich denn glücklich 12 Träger beisammen, außer -meinem Jungen, Afue, und einem „Headman“, den ich mir unter den Trägern -ausgesucht hatte. Um 10 Uhr endlich konnte ich aufbrechen. Noch in Lome -selbst kam mir der Gouvernementsgärtner, Herr <em class="gesperrt">Warnecke</em>, welcher -den Versuchsgarten bei Lome leitete, entgegen und bat mich, doch in dem -Garten eine kurze Zeit zu verweilen, da er eine Anzahl Wardscher Kästen -mit Kautschukpflanzen nach dem Agu zu senden habe, welche er gern unter -Schutz eines Europäers abschicken würde. Ich erklärte mich bereit, die -Kästchen nach der <em class="gesperrt">Douglas</em>schen Plantage am Agu mitzunehmen, -vorausgesetzt, daß er die Träger stellen könnte. Da auch diese Frage -von ihm bereits erledigt war, nahm ich die vier Träger mit den Pflanzen -am Versuchsgarten mit in meiner Karawane auf. Die Vegetation bei Lome -macht auf jeden Nichtbotaniker anfangs einen recht dürftigen Eindruck, -denn wo nicht von Menschenhand Kokospalmen gepflanzt sind, bringt der -schmale Sandgürtel, welcher sich längs der Küste hinzieht, nur kleine -Sträucher und dürftige Kräuter hervor, die an feuchteren Stellen mit -einer kurzen, halophilen Vegetation abwechseln, wie man sie an der -Meeresküste sämtlicher tropischen und subtropischen Regionen allgemein -kennt. Hat man diesen sandigen Küstenstreifen durchzogen, so gelangt -man zunächst in ein Terrain, das sich nur sehr langsam etwas hebt und -fast ausschließlich aus einem roten, ziemlich sterilen Laterit gebildet -wird. Daß sich auf diesem Boden nicht bedeutende Kulturen entwickeln -werden, wie man sie im Innern häufig antrifft, liegt klar auf der -Hand. Aber dessenungeachtet sollte die Regierung darauf hinarbeiten, -daß auch diese<span class="pagenum" id="Seite_183">[S. 183]</span> ausgedehnten Teile zur Verwertung kommen. Das könnte -aber nur durch Aufforstungen oder durch Anpflanzungen von nützlichen -Gewächsen geschehen, welche für eine derartige Buschsteppe geeignet -sind. Bei der Frage der Aufforstung kämen hauptsächlich australische -Acacia- und Eucalyptus-Arten in Betracht, deren Holz sich dann auch -noch gut verwerten ließe, was für Lome, das jetzt schon mit Holz sehr -schlecht bestellt ist, von großem Nutzen sein würde. Von anderen -nützlichen Pflanzen, welche sich außerdem hier in den Steppen hinter -Lome als auch besonders im Innern gut bewähren dürften, möchte ich -auch noch Acacia Verek erwähnen, die durch Lieferung eines guten -Gummi arabicum in Senegambien zu den hauptsächlichsten Nutzpflanzen -zählt. Ein anderer Weg, die Steppen Togos nutzbar zu machen, würde -durch Anpflanzungen von Manihot Glaziovii angebahnt werden. Die Samen -derselben wären leicht aus nächster Nähe zu beschaffen und könnten in -den Steppen, besonders da, wo diese durch vorgelagerte Waldungen oder -Hügelketten vor zu starken Winden geschützt sind, von Eingeborenen -ausgestreut oder eventuell in gewissen Abständen in den Boden -gesteckt und sich dann völlig selbst überlassen werden. So würde man -mit geringen Kosten allmählich eine gewisse Aufforstung der Gebiete -erzielen, aus denen dann nicht unerhebliche Quantitäten Kautschuk -gewonnen werden könnten. Wie mir Herr <em class="gesperrt">Wöckel</em> versicherte, -wächst Manihot bei Kpeme derartig schnell und verbreitet sich dort -in solchem Maße, selbst ohne Pflege, daß man sich dort längst daran -gewöhnt habe, es als Unkraut zu betrachten. Ich weiß, daß mir hierauf -geantwortet werden könnte, daß die Pflanze nur wenig Kautschuk gebe -und außerdem bei Stürmen sehr leicht umgebrochen werde. Darauf möchte -ich erwidern, daß derartige Pflanzungen, so dicht gewisse Strecken -bedeckend, dem Winde wohl genügend Widerstand entgegensetzen würden, -daß außerdem aber die zur Aufforstung der Steppen nötigen Kapitalien -so gering sein würden, wenn dieses mit Manihot geschieht, daß selbst -ein sehr geringer Ertrag der Stämme gewinnbringend sein müßte; zum -Überflusse aber ist nicht zu vergessen, daß eine Aufforstung dieser -Steppengegenden auf die klimatischen Verhältnisse des Landes auch einen -nicht unbedeutenden Einfluß ausüben würde, wenn sie in größerem Maße -betrieben würde. Ganz besonders geeignet für derartige Anpflanzungen -halte ich die Steppen zwischen Assaun und dem Agome-Gebirge, sowie die -der Landschaft Agotime, soweit sie nicht an zu großer Bodenfeuchtigkeit -leiden. Sind einmal größere Gebiete in dieser Weise bepflanzt, so -könnten dieselben leicht in Parzellen gestellt werden, welche dann an -einzelne Negerfamilien<span class="pagenum" id="Seite_184">[S. 184]</span> von der Regierung verpachtet werden müßten. -Diese Leute würden dann schon selbst dafür sorgen, daß sie nicht von -unberufener Hand geschädigt werden. Um aber ein zu rabiates Anzapfen -seitens der Pächter zu verhüten, könnte man Inspektoren in diesen -Distrikten herumschicken, welche alljährlich einige Male den Zustand -der Pflanzungen in Augenschein nehmen und, wo es nötig ist, in irgend -einer Weise gegen Beschädigung der Bestände einschreiten müßten. -In dieser Weise betrieben, dürfte sich eine Plantage von Manihot -Glaziovii sehr wohl bewähren, und so allein scheint mir ein derartiges -Unternehmen rentabel zu sein. Bei den durchaus nicht ungünstigen -Arbeiterverhältnissen in Togo, mit Ausnahme der Küstenbezirke, dürfte -es der Regierung ein Leichtes sein, die verschiedenen Stationsleiter -zur Anlage solcher Manihotpflanzungen zu bewegen. Die dem Lande auch -sonst viel Unheil bringenden Grasbrände müßten in der Nähe dieser -Bestände natürlich strengstens verboten werden. Für die Kolonie wären -derartige Bestände von immensem Vorteil, und deshalb sollten von -der Regierung oder von einem gemeinnützigen Komitee Schritte gethan -werden, eine derartige Aufforstung der Steppengebiete anzubahnen. Da -wir glücklicherweise in Togo derartig zu den Eingeborenen stehen, daß -in den meisten Distrikten eine Aufforderung seitens der Stationsleiter -genügt, um die Dörfer zur Stellung von Arbeitern zu veranlassen, so -dürften die Kosten einer solchen Anpflanzung sich als sehr geringe -Summen erweisen, wenn man bedenkt, welchen Nutzen die Kolonie in -späteren Jahren daraus ziehen könnte.</p> - -<p>Herr <em class="gesperrt">Warnecke</em> begleitete mich noch eine kurze Strecke durch -die Buschsteppe, um mir daselbst einige ihm interessant erscheinende -Pflanzen zu zeigen, dann sprengte ich auf meinem netten Pferdchen, -welches früher Herrn <em class="gesperrt">Mischlich</em> aus Kete-Kratschi gehört hatte -und den Ruf großer Zähigkeit und Ausdauer genoss, meinen Leuten -nach, welche nun bereits eine gute Strecke vorausmarschiert waren. -Als wir uns weiter von der Küste entfernten, nahm die Buschsteppe -allmählich einen etwas anderen Charakter an. Die höher aufschießenden -Sträucher bewiesen, daß der Boden etwas fruchtbarer wurde, auch -einjährige Kräuter zeigten sich häufiger, und hier und dort sah man -auch schon etwas Gras. Gegen 2 Uhr ließ ich eine kurze Rast machen, -als wir bei einigen Markthütten vorbeikamen, um den Leuten Zeit zu -geben, sich einige Nahrungsmittel zu kaufen. Bevor wir nach Akeppe -kamen, hatte die Buschsteppe sich allmählich vollständig verändert, -Gräser traten in großen Mengen auf, der bedeutend fruchtbarere Boden -trug viele Ölpalmen, von denen übrigens ein nicht geringer Teil von -den Eingeborenen gepflanzt<span class="pagenum" id="Seite_185">[S. 185]</span> wurde. Zu beiden Seiten des Weges lagen -viele Farmdörfer. Es war hier interessant zu sehen, welche plötzliche -Umwandlung der Vegetation in diesen Steppen ein Regen zur Folge -hat. Etwa eine Woche vor meiner Ankunft in Togo war nämlich in dem -Misahöhe-Distrikte und einem Teile des Lome-Bezirks ein Gewitterregen -gefallen, welcher sich aber nicht südlicher als etwa eine Stunde vor -Akeppe hinzog. Während das ganze Gebiet südlich dieser Küstenzone -vollständig dürr aussah, war in dem gesamten Gebiete nördlich davon -der prächtigste Graswuchs zu finden, aus dem sich häufig die bis 5 Fuß -hohen Stengel der Eulophia (Lissochilus) cristata mit ihren prächtigen -Blüten hervorhoben. Die Sträucher und Bäume waren zum großen Teile in -Blütenflor, die ganze Landschaft bot einen überaus frischen und für das -Auge eines Botanikers äußerst fesselnden Anblick dar. Dieses Gebiet vor -Akeppe wird von den Einwohnern dieser Gegenden recht eifrig bearbeitet. -Es ist sehr interessant zu sehen, mit welchem Eifer die Leute daselbst -ihre Palmenplantagen anlegen und ihre Maniokfelder bestellen. Ich will -übrigens hier gleich erwähnen, daß ich nur äußerst selten in Westafrika -Ölpalmenplantagen gesehen habe, bei weitem der größte Teil des in den -Handel kommenden Palmenöles und der Palmenkerne wird, entgegen einer -offenbar verbreiteten Ansicht, daß die Ölpalme nur noch kultiviert -oder verwildert in Afrika vorkomme, von vollständig wilden Exemplaren -gewonnen. An einigen wenigen Stellen vor Akeppe sah ich schon -Baumwolle angebaut, aber noch recht spärlich und ohne viel Verständnis -angepflanzt. In Akeppe zogen wir gegen 4 Uhr nachmittags ein.</p> - -<p>In der Nacht wurde ich durch einen großen Lärm aufgeweckt, welchen -meine Leute machten. Als ich mich nach der Ursache desselben -erkundigte, hörte ich, daß sie von Ameisen überfallen seien; nun -gewahrte ich auch zu meinem Schrecken, daß auch in meinem Hause auf dem -Boden Ameisen in großer Zahl umherliefen; daß die Tiere mich noch nicht -angegriffen hatten, war dem etwa 1½ Fuß über dem Erdboden erhabenen -Feldbett zu verdanken. Um sie zu verscheuchen, ließ ich nun, nachdem -ich das ganze Haus tüchtig hatte auskehren lassen, zwei große Feuer -anmachen, die dann auch den gewünschten Erfolg brachten.</p> - -<p>Schon früh am Morgen des 9. März ließ ich wieder aufbrechen. Etwa -nach einer halben Stunde Marsch, teils durch Gebüsch, teils durch -Steppengebiet, gelangten wir nach Noeppe. Die Steppen sind von hier ab -mehr oder minder dicht mit Bäumen bewachsen und erhielten dadurch einen -Anblick, welcher mich sehr an ähnliche Baumsteppen in Transvaal und -besonders Mozambique erinnerte,<span class="pagenum" id="Seite_186">[S. 186]</span> ein Eindruck, der noch dadurch erhöht -wurde, daß die Vegetation sich zum großen Teile aus verwandten Pflanzen -zusammensetzte. In Noeppe ließ ich eine kurze Rast machen, um zu -versuchen, einen andern Träger zu erwerben als Ersatz für einen Mann, -welcher mir in der Nacht entflohen war. Leider sah ich aber bald ein, -daß ich in diesem Dorfe nicht die geringste Aussicht auf Erfolg haben -würde, und zog daher bald wieder ab. Von Noeppe an hatten wir eine -riesige Baumsteppe vor uns, welche nur an den jetzt noch trockenen, -in der Regenzeit aber ziemliche Dimensionen annehmenden Wasserläufen -von dichten Gebüschen oder schmalen Waldstreifen durchzogen war. Da -viele der Kräuter und Bäume zur Zeit in Blüte standen, war mir diese -Steppe sehr interessant. Die großen weißen Blüten eines Cycnium -waren sehr häufig zu sehen. Hier und da erhob sich einer jener -wunderschönen Stengel der Eulophia cristata aus dem Grase, nicht selten -in Gemeinschaft mit den grüngelben tütenförmigen Inflorescenzen einer -Amorphophallusart. Unter den Bäumen traten besonders Terminalia-Arten -und eine Bignoniacee mit zierlichen Trauben rosenroter Blüten hervor. -Weiterhin gesellte sich zu diesen noch der Butterbaum, der schließlich -immer häufiger werden sollte, je mehr wir in das Land hineinkamen. -Inmitten dieser Steppen traf ich ganz unerwartet mit einer größeren -Trägerkolonne zusammen, an deren Lasten ich sofort erkennen konnte, -daß ein Europäer in der Nähe sein müsse, und richtig, bald darauf -traf ich mit dem Regierungsarzt Herrn Dr. <em class="gesperrt">Wendland</em> zusammen. -Von ihm konnte ich einige Erkundigungen über den Zustand der Wege und -die augenblicklichen Zustände am Agu- und Agome-Gebirge einziehen, -von denen er eben zurückkehrte. Zu meiner Freude hörte ich auch, daß -die Wege immer besser werden sollten, je weiter man sich von Lome -entferne. Gegen 11 Uhr erreichten wir Badja, ein Dorf von ziemlicher -Ausdehnung, wo ich meinen Leuten Zeit zum Mittagessen geben wollte. -Unter schönen Ficusbäumen lagerten wir uns. Auch hier in Badja hatte -ich keinen Erfolg im Anwerben von Trägern. Hätte ich allerdings damals -die Zustände in Togo so gekannt wie später, als ich wieder durch Badja -zog, dann wäre ich wohl sicher in meinen Bemühungen erfolgreicher -gewesen. Hier gab es auch etwas Guinea-Korn als Futter für mein Pferd -zu kaufen, das sich schneller daran zu gewöhnen schien, als an den -Mais. Nach etwa dreistündiger Rast brachen wir wieder auf. Die mächtige -Baumsteppe setzte sich hinter Badja weiter fort, die Vegetation blieb -dieselbe wie zuvor, hier und dort gesellten sich zur Eulophia cristata -noch andere auffallende Orchidaceen derselben Gattung, wie z. B.<span class="pagenum" id="Seite_187">[S. 187]</span> -die wundervolle Eulophia dilecta und die kleine Eulophia flava. Die -Gräser bestanden meist aus niedrigen Arten, die fast alle ein gutes -Viehfutter abgeben würden. Es stimmte mich oft traurig, wenn ich -sah, daß in diesen Gegenden kein Großvieh gehalten werden kann, da -die Tsetsefliege die Bestände in kurzer Zeit vernichten würde. Es -kam mir damals unwillkürlich der Gedanke, daß es doch von riesigem -Nutzen für die Kolonie sein müßte, wenn ein tüchtiger und erfahrener -Tierarzt zum Zwecke des Studiums der durch die Tsetse hervorgerufenen -Krankheit und der Verbreitung dieses Übels nach Togo entsendet werden -würde, damit uns nun endlich einmal Näheres über diese für die fernere -Entwickelung des Landes äußerst wichtigen Punkte bekannt würde. Welch -ein kolossaler Vorteil läge zum Beispiel schon allein darin, wenn -wir einmal im stande wären, von Lome bis zum Agu- und Agome-Gebirge -statt durch teure und unzuverlässige Träger die Lasten in Ochsenwagen -oder Maultierwagen zu befördern. Das Land ist mit Ausnahme einiger -Wellungen vollständig eben und würde sich zur Anlage einer Fahrstraße -vorzüglich eignen, zudem wäre Futter für die Zugtiere in reichem Maße -in den Steppen vorhanden. Wenn wir dereinst die genaue Verbreitung der -Tsetsefliege von Togo kennen werden, die sicher in vielen Gegenden des -Schutzgebietes eine äußerst lokale ist, dann werden wir wahrscheinlich -Zugtiere, wie Ochsen, Pferde und Maultiere, in Togo mit großem Erfolge -verwenden können und vielleicht auch einmal so weit kommen, daß das -Land den ganzen Bedarf selbst decken kann. Während meiner Reise nach -dem Agu-Gebirge, von Lome aus, habe ich gerade mit großem Interesse -die Möglichkeit der Anlage einer Fahrstraße verfolgt und habe an -keiner Stelle bedeutende Schwierigkeiten gefunden. Es werden einige -Wasserläufe zu überbrücken sein und einige Sümpfe trocken gelegt oder -umgangen werden müssen, doch das wären nur sehr geringe Arbeiten -im Verhältnis zu dem Nutzen, den eine solche Straße für den Handel -der Kolonie bringen würde. Im Bezirke Misahöhe sind jetzt schon mit -Ausnahme kleiner Strecken die Wege südlich des Agome-Gebirges in -so vorzüglichem Zustande, daß man sie auf weite Strecken mit Wagen -befahren könnte. An einigen wenigen Stellen befanden sich wieder -kleine Wäldchen in den Steppen hinter Badja, in denen dann größere -Bäume auftraten, während sonst außer den Affenbrotbäumen, die in Togo -nicht weit ins Innere vordringen, die Steppenbäume selten über 10 m -hoch waren. Für das Nachtquartier hatte ich den Ort Kewe ausersehen, -bei dem auch wieder ein Logierhaus für Europäer vorhanden sein sollte. -Als wir uns<span class="pagenum" id="Seite_188">[S. 188]</span> gegen 5 Uhr am Nachmittage Kewe näherten, wich die Steppe -allmählich einer dichteren Buschvegetation, deren Vorhandensein -wahrscheinlich auf ehemalige Kultivierung des Geländes zurückzuführen -ist. Die Eingeborenen waren zur Zeit gerade damit beschäftigt, neue -Farmen für die kommende Regenperiode anzulegen und die vorhandenen -Ölpalmenanpflanzungen zu säubern. Kewe selbst ist nur ein kleineres -Dorf, das auch wohl von geringerer Bedeutung ist als das in der -Nähe liegende Assaun, in dem sich besonders die Schmiede und Töpfer -niedergelassen haben. Wir hatten kaum unsere Lasten in dem geräumigen -Rasthause untergebracht, als ein starker Gewitterregen losbrach, der -für den Rest des Abends sich ohne Unterbrechung fortsetzte und in einen -allgemeinen Landregen auszuarten schien. Als der Regen dann gegen -Mitternacht aufhörte, war bald der feuchte Boden um das Haus herum -von Hunderten von Ameisen bedeckt, so daß ich schließlich gezwungen -war, mein Pferd, welches an einem der nahestehenden Bäume angebunden -war, in einem in der Nähe aufgebauten Stalle unterzubringen, in dem es -wenigstens von dieser Plage befreit war.</p> - -<p>Wie es häufig nach derartigen Gewitterregen der Fall zu sein pflegt, -hatten wir am nächsten Tage einen wundervoll kühlen und hellen Morgen, -den ich dadurch auszunutzen versuchte, daß ich bereits um 5 Uhr das -Signal zum Einpacken ertönen ließ. Da wir das Zelt nicht einzupacken -hatten, erfolgte schon kurze Zeit nach diesem Signal gewöhnlich das -zweite, welches für die Leute das Zeichen zum Aufbruch war. Sobald -wir uns etwas von Kewe entfernt hatten, traten wir wieder in die uns -nun so wohl bekannte Baumsteppenformation ein. Infolge des Regens vom -vorherigen Abend waren die Wege stark aufgeweicht und, da sie über -lehmiges Terrain führten, nicht selten so schlüpfrig, daß die Leute -mit ihren Lasten nur langsam vorwärts kommen konnten und ich auf dem -Pferde auch gehörig aufpassen mußte, damit das Tier nicht ausglitt. -Etwa eine Stunde nach unserem Abmarsch aus Kewe passierten wir das -Dorf Assaun, dessen Umgebung auch wieder mit dichtem Gebüsch bedeckt -war, in dem ich übrigens wiederholt Strophanthus beobachtete. Schier -endlos setzte sich hinter Assaun nun die Baumsteppe fort. Dieselbe bot, -da sie sich immer noch aus denselben Gewächsen zusammensetzte, wenig -Interessantes für mich dar. Der Butterbaum war hier schon bedeutend -häufiger geworden und trat an einigen Stellen bereits charakterbildend -auf. In einem schmalen Waldgürtel, welcher sich am Rande einer Kette -von Wasserlöchern gebildet hatte, sah ich die ersten Exemplare einer -Kautschuk liefernden Liane. Die wenigen Exemplare waren<span class="pagenum" id="Seite_189">[S. 189]</span> leider nicht -in Blüte, so daß ich nicht feststellen konnte, welche Art ich vor mir -hatte. Auch Bossassanga-Pflanzen (Costus) gab es an solchen Lokalitäten -in Fülle. Um 11 Uhr kamen wir in dem Dorfe Tove an. Da mir daran lag, -noch am Abend bis Gbin zu kommen, gab ich den Trägern nur eine Stunde -Zeit zum Kochen ihrer Mahlzeiten. Als ich dann aber die Signalpfeife -zum Einpacken ertönen ließ, weigerten sich die Leute, offenbar von den -Einwohnern des Dorfes dazu aufgestachelt, weiter zu marschieren, da der -Weg bis Gbin zu weit sei; einige erschienen sogar nicht einmal. Da ich -schon früher auf meinen Reisen erfahren hatte, daß ein Nachgeben hier -nur Bummelei bei den Leuten zur Folge haben würde, mußte ich hier ein -Exempel statuieren. Ich gab den Leuten daher tüchtig meine Meinung zu -hören, worauf sie sofort ihre Lasten ergriffen und abmarschierten. Als -diejenigen, welche nicht erschienen waren, von ihren Verstecken aus -sahen, daß sie mit mir sich derartige Späße nicht erlauben dürften, -kamen auch sie sofort herbeigelaufen und nahmen ihre Lasten auf, um -auch damit aufzubrechen. Sobald ich darauf zu Pferde die Karawane -wieder eingeholt hatte, ließ ich in der Steppe die Leute anhalten und -befahl denjenigen, welche auf mein Signal nicht erschienen waren, -vorzutreten. Nachdem ich deren Namen aufgeschrieben hatte, kündigte ich -ihnen an, daß ich diese Unverschämtheit durch Abzug eines Tagelohnes -von dem Trägerlohne eines jeden bestrafen werde. Diese Maßregel -wirkte besser als ich selbst gehofft hatte, denn während des uns nun -bevorstehenden Marsches zeigten die Leute mehr Eifer denn je zuvor. Bis -gegen Abend hatten wir wieder durch Baumsteppen zu ziehen, die nichts -Neues darboten. Vor uns sahen wir bereits deutlich das Agu-Gebirge -liegen, als wir gegen 6 Uhr in Gbin einmarschierten. Zu meiner Freude -fand ich hier ein sehr reinlich gehaltenes Rasthaus aufgebaut. Die -Nacht, welche diesem Tage folgte, war herrlich. Der Mond stand in -seiner ganzen Pracht am Firmamente und ergoß sein wundervolles Licht -über das stille Dorf. Lange noch blieb ich vor dem Rasthause sitzen, -nachdem ich meine laufenden Arbeiten, wie Tagebuch schreiben und -Pflanzen einlegen, erledigt hatte, um nach dem sehr heißen Tage in der -Steppe diese prachtvolle kühle Nacht zu genießen.</p> - -<p>Der kurze Marsch, den wir am nächsten Tage noch bis zur <em class="gesperrt">Sholto -Douglas</em>schen Plantage am Agu-Gebirge zurückzulegen hatten, führte -uns erst auch durch ebenes Steppengebiet, das aber bald einem dichten -Waldstreifen weichen mußte. Die nun häufigen Hügel waren zum Teile -sehr felsig, so daß ich wiederholt das Pferd führen lassen mußte. -Da, wo die Flora wieder ihren<span class="pagenum" id="Seite_190">[S. 190]</span> Steppencharakter annahm, zeigten sich -nicht selten Pflanzenformen, welche ich vorher auf der Reise noch -nicht beobachtet hatte. Nachdem wir über verschiedene Hügelrücken -gestiegen waren, stiegen wir in die Ebene direkt am Fuße des Gebirges -hinab, in der wir bald das Dorf Atigbe erreichten. Hier ließ ich -mir einen Führer vom Häuptling des Dorfes geben, der mich nach der -<em class="gesperrt">Douglas</em>schen Plantage bringen sollte. In Atigbe sah ich die -ersten Exemplare vom Ficus Vogelii in Togo. Anzapfungen, welche ich an -Ort und Stelle vornahm, zeigten, daß dieser Baum auch hier dieselbe -nicht unbrauchbare Masse gab wie im Yoruba-Lande. Von Atigbe weiter -marschierend, kamen wir bald zu dem Dorfe Tafie, in dem ich auch wieder -eine Anzahl von Exemplaren des Ficus Vogelii fand. Wie im Yoruba-Lande, -werden diese Bäume hier in Togo von den Eingeborenen allenthalben auf -den freien Plätzen der Dörfer angepflanzt, und unter ihnen versammeln -sich auch hier bei Beratungen und sonstigen Gelegenheiten die Männer -der Dörfer. Nur eine kleine Strecke hatten wir noch hinter Tafie -durch ein an Ölpalmen reiches Gebiet zu marschieren, bis wir die -Häuser der <em class="gesperrt">Douglas</em>schen Pflanzung dicht vor uns sahen. Die -beiden Herren, welche damals auf der Plantage angestellt waren, Herr -<em class="gesperrt">Thienemann</em>, der Leiter, und Herr <em class="gesperrt">Rohmer</em> waren über mein -Eintreffen gewissermaßen erstaunt, da sie sich ausgerechnet hatten, daß -ich unter günstigen Umständen erst am 12. März bei ihnen eintreffen -könnte. Da ich eigentlich meine Träger nur bis zur Tafie-Plantage -engagiert hatte, forderte ich dieselben auf, mich noch bis Misahöhe zu -begleiten, da hier schwer neue Träger zu bekommen waren. Mit Ausnahme -von dreien, welche ich als Fußkranke nicht gebrauchen konnte, waren -alle bereit dazu. Ich ließ nun den Häuptling von Tafie rufen und -forderte ihn auf, mir für die drei zurückbleibenden Leute am nächsten -Tage drei neue Träger bis Misahöhe zu stellen. Gegen ein kleines -Geschenk war der Mann bereit, dieses zu thun, und somit war die -Trägerfrage fürs Erste erledigt.</p> - -<p>Auf der Besitzung des Herrn <em class="gesperrt">Douglas</em>, deren Bearbeitung erst seit -kurzem in Angriff genommen war, hatte man bisher nur einige Saatbeete -angelegt, in denen die von Kamerun bezogene Kakaosaat eben aufzugehen -begann, und ein größeres Stück Landes, welches für Baumwoll- und -Tabakkultur in Aussicht genommen war, urbar gemacht. Es war also sonst -wenig für mich zu sehen. Die Kautschukpflanzen und Bambusasämlinge, -welche ich vom Versuchsgarten bei Lome mitgebracht hatte, waren in -vorzüglichem Zustande angekommen. Herr <em class="gesperrt">Thienemann</em>, welcher mich -von hier an auf meiner Reise nach Boëm begleiten sollte, traf nun mit -mir<span class="pagenum" id="Seite_191">[S. 191]</span> die Vorbereitungen zur Abreise, die ich am nächsten Tage vornehmen -wollte. Herr <em class="gesperrt">Rohmer</em> sollte während der Zeit unserer Abwesenheit -allein auf der Plantage verbleiben.</p> - -<p>Trotz meiner wiederholten Betonung dem Häuptling von Tafie gegenüber -kamen die versprochenen Leute natürlich nicht um 6 Uhr, sondern -erschienen erst nach 8 Uhr am nächsten Tage, so daß sich unsere -Abreise etwas verzögerte. Zurückgehend über Tafie, marschierten wir -nun durch Abegame nach Abesia durch ein Gebiet, das an Ölpalmen sehr -reich war. Die Steppenvegetation war hier wohl infolge ehemaliger und -noch vorhandener Kulturen für größere Strecken verschwunden, um einer -dichten Buschvegetation Platz zu machen. Von Abesia gelangten wir -zunächst nach Tove, wo wir wieder in die Steppe eintraten. Nach kurzem -Aufenthalt in Tove ging es nach Agome-Palime, dem Haupthandelscentrum -für die Agome-Region, einem Dorfe von ziemlicher Ausdehnung. Bei den -hier anwesenden Vertretern deutscher Kaufmannshäuser, den Herren <em class="gesperrt">v. -Bruch</em> und <em class="gesperrt">Meyer</em>, machten wir nun eine längere Ruhepause, -während der unsere Leute sich mit Proviant versehen sollten, den sie -hier, da gerade Markt abgehalten wurde, reichlich kaufen konnten. -Es ist hier in Togo wie auch in den benachbarten Ländern allgemein -Sitte, daß die Träger der Europäer sich selbst zu beköstigen haben. -Die Leute bekommen zu diesem Zwecke täglich 25 Pfennige (oder 3 d) als -Subsistenzgelder. Ganz besonders dem reisenden Europäer wird dadurch -die z. B. in Kamerun oft recht lästige Verpflegungsfrage der Leute -bedeutend erleichtert und ihm viel Ärger erspart. Hier in Togo ist eine -derartige Regelung der Verpflegungsfrage schon dadurch vereinfacht, daß -das ganze Land ziemlich dicht bevölkert ist, was in Kamerun durchaus -nicht der Fall ist, wo außerdem noch infolge der dichten Urwälder die -verschiedenen Völkerstämme unter sich sehr wenig miteinander verkehren, -sondern sich sogar recht häufig feindlich gegenüber stehen. Am -Nachmittage brachen wir wieder von Palime auf. Da meine Leute eine gute -halbe Stunde vor uns abmarschiert waren, ritt ich im Galopp hinterher, -ohne sie noch vor der Station Misahöhe erreichen zu können. Der Weg -von Palime nach dem Agome-Gebirge, auf dessen halber Höhe die Station -liegt, war in wundervollem Zustande. Schon von weitem konnte man die -Station mit ihren aus Steinen erbauten massiven Gebäuden erkennen, -alles zeugte hier von großer Ordnung. Als ich zur Station einritt, kam -mir Herr Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em>, der bereits von meiner Ankunft durch die -vorhermarschierten Träger unterrichtet war, entgegen und empfing mich -in der ihm eigenen liebenswürdigsten Weise. Herr <em class="gesperrt">Thienemann</em> -erschien auch kurz darauf in seiner Hängematte.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_192">[S. 192]</span></p> - -<p>Da ich mich nun hier in Misahöhe mit neuen Trägern zu versehen hatte, -machte ich von der gütigen Einladung des Herrn Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em>, -einige Tage bei ihm zu verweilen, sehr gern Gebrauch, wußte ich doch -auch, daß ich von ihm, dem besten Kenner unseres Schutzgebietes Togo, -sehr viele interessante Aufklärungen erhalten würde, die für die Reise -nach Boëm für mich von großem Werte sein mußten.</p> - -<p>Da Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> schon längst die Absicht gehabt hatte, in -Quamikrum eine Station zu bauen, hatte er bereits zu dem Zwecke eine -Anzahl Soldaten ausgesucht, die mich zugleich auf der Reise nach Boëm -begleiten sollten. Mit Hülfe des Herrn Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> erhielten wir -hier bald neue Träger. Die Leute, welche ich von Lome und Tafie hatte, -lohnte ich nun ab und ließ sie nach ihren Dörfern zurückkehren. Herr -<em class="gesperrt">Thienemann</em> behielt von seinen Trägern nur sechs Leute zurück, -welche er als erprobte Hängemattenträger kannte.</p> - -<p>Trotz seiner noch nicht überwundenen Krankheit ließ es sich Dr. -<em class="gesperrt">Gruner</em>, der erst seit einem Tage sich wieder von einem -schweren Schwarzwasserfieber einigermaßen erholt hatte, doch nicht -nehmen, alle Schwierigkeiten, welche die Expedition haben könnte, zu -beseitigen, so daß ich ihm wirklich nie genug Dank wissen kann für -die Unterstützung, die ich bei ihm gefunden. Diese Tage, welche ich -noch im Laufe der nächsten Wochen in seiner Gesellschaft zu verbringen -den Vorzug hatte, werden stets zu den angenehmsten und lehrreichsten -meines Lebens zählen. Ich bedauerte nur, daß Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> infolge -seiner Krankheit verhindert war, mit mir zusammen, wie er ursprünglich -beabsichtigt hatte, die Reise nach Boëm zu machen.</p> - -<p>In den Versuchsgärten, welche Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> bei der Station -hatte anlegen lassen, wurden auch einige Kautschukpflanzen gezogen. -Manihot Glaziovii, Hevea brasiliensis und einige Ficusarten waren -vorhanden und schienen gut zu gedeihen. Die Exemplare waren noch zu -jung, um an sich experimentieren zu lassen. Unterhalb der Station am -Fuße des Gebirges hatte Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em>, welcher auch früher einmal -Leiter dieser Station war, eine Kola-Anpflanzung begonnen, die aber -wahrscheinlich infolge der zu feuchten Bodenverhältnisse nur sehr -langsam heranzuwachsen schien.</p> - -<p>Zusammen mit Herrn <em class="gesperrt">Thienemann</em> unternahm ich am Morgen des 13. -März eine Besteigung des François-Passes, wo Geheimrat <em class="gesperrt">Wohltmann</em> -Kickxia-Exemplare gesehen zu haben glaubte. Es gelang mir nun auch -thatsächlich, hier in den Bergwäldern Kickxia ausfindig zu machen, -aber welche Enttäuschung — es war die falsche.<span class="pagenum" id="Seite_193">[S. 193]</span> Dessenungeachtet gab -ich die Hoffnung damals natürlich noch nicht auf, noch erfolgreich -zu sein, hatte ich doch im Bakossi-Gebiete die falsche und die echte -Kickxia nebeneinander gesehen. Die auf dem Erdboden umherliegenden -Fruchthülsen ließen mich keinen Augenblick mehr im Zweifel, daß wir -es hier mit Kickxia africana zu thun haben. Da ich diese Früchte nie -vorher gesehen und nun wirklich zu urteilen im stande war, freute -ich mich, daß auch meine letzten Bedenken geschwunden waren, daß die -Arten wirklich voneinander verschieden seien. Einige junge, dünne -Landolphien fand ich damals auch in den Wäldern; dieselben waren aber -noch zu schwach, um an ihrem Milchsafte feststellen zu können, ob sie -Kautschuk liefernden Arten angehörten oder nicht. Als wir die Höhe des -Passes erreicht hatten, wendeten wir uns dem Gipfel des Hausberges zu, -nach welchem auch ein guter Weg hinaufgelegt ist. Oben hatte man ein -Häuschen errichtet, in dem Europäer, die als Rekonvaleszenten hier -hinaufkommen wollten, es sich gemütlich einrichten können. Von dieser -Bergspitze aus genossen wir eine prachtvolle Aussicht über das Land -südlich des Agome-Gebirges sowohl als auch über die nördlich davon -gelegenen Gebiete.</p> - -<p>Von dieser Exkursion zurückgekehrt, trafen wir am Nachmittage noch -einige Vorbereitungen für unseren am nächsten Morgen bevorstehenden -Aufbruch. Die meisten Lasten waren schon vorher fertig gepackt worden, -so daß auch das bald erledigt war, zumal sowohl meine Leute als auch -diejenigen, welche Herr <em class="gesperrt">Thienemann</em> mitgenommen, erprobte und -alte Europäer-Begleiter waren, denen wir viele Sachen zur Besorgung -anvertrauen konnten. Den Abend verlebten wir noch in Dr. <em class="gesperrt">Gruners</em> -angenehmer Gesellschaft.</p> - -<p>Am Morgen des 13. März war alles zum Aufbruch fertig. Herr -<em class="gesperrt">Franke</em>, der Stationsassistent des Herrn Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em>, -hatte die Liebenswürdigkeit, mir viele kleine mit dem Aufbruche -solcher Expeditionen zusammenhängende Arbeiten abzunehmen, so daß wir -schon früh die Träger, deren wir 25 hatten, unter Begleitung eines -von Herrn <em class="gesperrt">Thienemann</em> mitgenommenen zuverlässigen Aufsehers, -vorausschicken konnten. Mit unseren Jungen und den Soldaten, welche von -einem äußerst intelligenten Togo-Mann, dem Stations-Hülfsassistenten -<em class="gesperrt">Amusso Bruce</em>, geführt wurden, folgten wir der Träger-Karawane -etwa eine Stunde später nach. Auf dem François-Passe ging es über das -Agome-Gebirge hinunter nach dem kleinen Dörfchen Agome-Tongbe, dicht -vor dem wir auf einer breiten Holzbrücke den Tii-Bach überschritten. -Ohne uns in Tongbe aufzuhalten, setzten wir den Marsch fort. Zunächst -gelangten wir in ein mehr<span class="pagenum" id="Seite_194">[S. 194]</span> oder minder kultiviertes Gebiet, in dem -Maniok, Baumwolle und Cajanus indicus gepflanzt waren. Allmählich wurde -jedoch das Terrain bergiger und der Weg schmaler, wir stiegen in die -Kame-Schlucht hinab. Vorher hatten wir noch Gelegenheit zu sehen, daß -auch hier in Togo die Heuschreckenplage nicht unbedeutende Dimensionen -anzunehmen vermag; gegenüber dem Dorfe Agome-Tongbe hatten wir einen -riesigen Heuschreckenschwarm zu durchziehen, der die Felder des Dorfes -arg bedrängte. Durch Rauch und Lärm suchten die Eingeborenen die Tiere -zu verscheuchen. In der romantischen Kame-Schlucht durchzogen wir -noch einmal den Bach und stiegen dann wieder empor, dem Dorfe Kame -zu. In den dichten Wäldern, welche das Thal bedeckten, war Kickxia -africana in Unmengen vorhanden, von der Kautschuk liefernden Kickxia -elastica aber auch hier nichts zu sehen. Auch in Kame wurde nicht erst -angehalten, war doch das nun gar nicht mehr weite Dörfchen Liati die -Heimat meiner Träger und Trägerinnen, wo dieselben doch sicher noch -einmal von ihren Verwandten und Bekannten Abschied nehmen wollten. -Hinter Kame hörte der Wald wieder auf. Das hügelige Terrain war mit -Gras und Sträuchern bewachsen, und an geeigneten Stellen waren größere -Flächen von den Eingeborenen urbar gemacht und mit Baumwolle, Maniok -und Cajanus bepflanzt. Bohnen und Bataten sah man nur sehr selten. In -Liati ließ ich die Leute zusammentreten und sonderte die schwächsten -derselben aus, denn es waren mehr Träger erschienen, als wir nötig -hatten. Dann bezahlte ich den Leuten ihre tägliche Subsistenz von -25 Pf., damit sie sich noch möglichst viele Lebensmittel mitnehmen -könnten, und machte die Gesellschaft darauf aufmerksam, daß sie -sämmtlich sich an unserem Lagerplatze einzufinden hätten, sobald meine -Signalpfeife dreimal langgezogen ertöne. (Ich hatte für den Koch und -den Leibjungen ähnliche, aber kurze Signale.) Wir verblieben hier -in Liati ungefähr eine Stunde. Schon vorher hatten die meisten der -Trägerinnen sich eingefunden, als das Signal aber ertönte, wurde es -merkwürdig lebendig in dem Dorfe. Von allen Seiten strömten Träger und -Trägerinnen herbei, begleitet von ihren Angehörigen, die ihnen noch -allerlei Lebensmittel heranschleppten. Es war äußerst interessant, -diese einfachen, zufriedenen Leutchen in ihrer familiären Harmlosigkeit -zu beobachten. Da zwei der Leute fehlten, mußte ich den Häuptling -auffordern, sofort zwei andere zu stellen. Als auch das erledigt war, -setzte sich unser Zug in Bewegung. Auf der ganzen Reise behielt ich nun -dieselbe Marschordnung bei. Erst hatten die Träger und Trägerinnen vor -uns zu marschieren, nicht selten geführt von Herrn <em class="gesperrt">Thienemann</em>, -dahinter<span class="pagenum" id="Seite_195">[S. 195]</span> kam ich selbst mit ein oder zwei Jungen, welche etwaige -notwendige Gegenstände zu tragen hatten. <em class="gesperrt">Amusso Bruce</em> -marschierte gewöhnlich neben meinem Pferde her, denn ich unterhielt -mich gern mit ihm, da er mir viel von den Expeditionen <em class="gesperrt">Kundt</em> -und <em class="gesperrt">Tappenbeck</em>, bei welchem Ersteren er Diener gewesen war, zu -erzählen wußte, auch selbst vorzüglich die verschiedensten Verhältnisse -Togos kannte und ein recht gesundes Urteil über dieselben zu fällen -wußte. Er sprach deutsch vollständig fließend. Hinter meinem Pferde kam -die Hängematte <em class="gesperrt">Amussos</em> und hinter dieser die zwölf Soldaten, -geführt von ihrem Unteroffizier. Dicht hintereinander hatten wir die -Dörfer Sagba, Pekehi und Dafong zu passieren. Dieselben bestanden -zumeist aus wenigen Hütten und lagen inmitten der Buschsteppe. Hinter -Dafong wurde das Land stellenweise offener, doch im ganzen begleitete -uns der Busch bis nach Fodome, wo ich Nachtquartier zu machen -beschlossen hatte. Unter der Hitze hatten wir alle an jenem Nachmittage -furchtbar zu leiden. Ein typischer Harmattan hatte sich über die Steppe -ausgebreitet und infolgedessen eine Hitze hervorgerufen, die fast -unerträglich wurde. Mit Freuden begrüßte die Karawane daher gegen 4 -Uhr unser Eintreffen in Fodome. Unter einem schattigen Ficusbaum ließ -ich sofort hier mein Zelt aufstellen und erlaubte den Leuten, sich -Nachtquartiere zu suchen. Da das Zelt zu klein war, hatten wir beide -Europäer es so arrangiert, daß ich nach dem Abendessen, das vor meinem -Zelte eingenommen wurde, in demselben zur Ruhe ging, während Herr -<em class="gesperrt">Thienemann</em> eines der Häuser im Dorfe für die Nacht mietete.</p> - -<p>Auf dem Marsche von Dafong nach Fodome hatte ich am Nachmittage -eine überschenkeldicke Kautschuk liefernde Liane gesehen, von -der <em class="gesperrt">Amusso</em> mir erzählte, daß von ihr der sogenannte -Kpando-Silkrubber gewonnen werde. Ich werde später noch Gelegenheit -haben, auf diese Pflanzen zurückzukommen, und erwähne daher ihr -Vorkommen hier nur des Standortes wegen, weil dieser der südwestlichste -mir bekannt gewordene ist.</p> - -<p>Wir waren kaum in Fodome eingezogen, als auch schon verschiedene Leute -kamen, um mich zu bitten, für sie Palaver zu schlichten. Da das nicht -meine Sache war und ich mich nicht in Angelegenheiten hineinmischen -wollte, welche mich nichts angingen, so ließ ich den Leuten sagen, daß -sie damit warten müßten, bis Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> käme, oder sie müßten -sich nach Misahöhe begeben, wo der „Doktor“ ihnen Recht sprechen würde. -Tief betrübt zog die Gesellschaft von dannen. Ein Weib, das durchaus -von ihrem Mann getrennt werden wollte, machte noch einen verzweifelten -Versuch, bei Herrn <em class="gesperrt">Thienemann</em><span class="pagenum" id="Seite_196">[S. 196]</span> Recht zu bekommen, doch wies -auch dieser sie natürlich ab. Gegen Abend wurde hier ein Verstorbener -beerdigt. Mit ihren langen Steinschloßgewehren versehen, zog die Schar -der trauernden Männer und klagenden Weiber mit dem Leichnam in den -Busch, wo er beigesetzt werden sollte. Unter unaufhörlichem Abknallen -ihrer Gewehre und dem grauenhaften Klagen der Weiber wurde die Leiche -beerdigt. Während die trauernde Schar nun sich ruhig in ihre Häuser -verfügte, zog die Witwe des Verstorbenen unter ekelhaftem Gewimmer von -Haus zu Haus, um sich eine Beileidsgabe zu erbetteln. Alles, was sie -erhielt, wanderte in einen Sack hinein, den sie bei sich trug.</p> - -<p>Gegen 5½ Uhr gab ich am Morgen des 15. März das Signal zum Sammeln. -Schon nach einer weiteren Viertelstunde verließen wir Fodome, nachdem -ich noch von dem Häuptling ein kleines Geschenk von Hühnern und -Yams erhalten, wofür ich natürlich das übliche Gegengeschenk zu -machen hatte. Von Fodome nach Fodome-Oue gebrauchten wir kaum eine -Viertelstunde. Von Fodome-Oue aus zogen wir teils durch ausgedehnte, -spärlich mit Bäumen bedeckte Grassteppen, teils durch Buschwälder, -die sich durch Reichtum an Kickxia africana auszeichneten, nach dem -kleinen Dörfchen Atabu. Nach wenigen Minuten Rast ging es dann weiter -durch Steppengebiet, das außer einigen an einem Wasserloche wachsenden, -offenbar wirklich wilden Bambussen, nur für den Botaniker in Form -einiger seltener und unbekannter Pflanzen Interessantes darbot. Diese -im mittleren Togo offenbar ziemlich verbreitete Bambusart scheint sich -nicht besonders verwenden zu lassen, da das Rohr zu brüchig ist. Selbst -dünne Stöckchen, welche ich mir häufig als Reitgerte schneiden ließ, -brachen bei der geringsten Gelegenheit. Von Atabu nach Djakke und dann -nach Akokhoë führte der breite Weg auch durch Steppen, die aber nur -selten Bäume aufwiesen, sondern hauptsächlich etwa mannshohe Sträucher. -Da es hier auch gut geregnet hatte, zeigten sich viele Blumen im Grase, -doch fing infolge der letzten sehr heißen Tage und des Harmattans, -der bereits seit einigen Tagen regelmäßig am Nachmittag erschien, -die Vegetation bereits in bedenklicher Weise an, noch vollständig -unentwickelt dahinzuwelken.</p> - -<div class="figcenter illowe50" id="ill_p1965"> - <img class="w100" src="images/ill_p1965.jpg" alt="" /> - <div class="caption">Rast der Expedition unter einem - Ficus-Vogelii-Kautschukbaum im Dorfe Lolobi.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p1965_gross.jpg" - id="ill_p1965_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>In Akokhoë angekommen, ließ ich eine Rast von zwei Stunden machen. -Nachdem die Träger ihre Subsistenzgelder erhalten hatten, zerstreuten -sie sich im Dorfe, um einen Platz zu suchen, wo sie ihre Nahrungsmittel -kochen könnten. Der Häuptling des Dorfes erschien nun mit seinen -Geschenken, welche auch wieder aus Yam und Hühnern bestanden. Als -Gegengeschenk schien diesen Leuten Tabak große Freude zu bereiten. -<em class="gesperrt">Amusso</em>, der mit diesem Häuptling<span class="pagenum" id="Seite_197">[S. 197]</span> noch verschiedene -Streitfragen und sonstige Geschäfte in Dr. <em class="gesperrt">Gruners</em> Auftrage -zu erledigen hatte, ließ ich hier mit neun Soldaten zurück, als wir -gegen 11 Uhr wieder abzogen, bis er seine Sachen erledigt habe. Durch -ein heißes Buschsteppen-Gebiet zogen wir in der Mittagshitze weiter. -Meinen Trägern lief der Schweiß vom Körper derartig herunter, wie -ich es sonst selten gesehen. Doch was half das alles, ich hatte mir -vorgenommen, die Nacht auf dem Beika-Berge zuzubringen, und so mußten -wir noch einen langen Marsch am Nachmittag machen. Gegen 1 Uhr trafen -wir im Dorfe Lolobi ein, das dicht am Dai-Flusse gelegen ist. Hier sah -ich zum ersten Male die in Boëm verbreiteten Häuser mit vollständig -flachem Dache. Diese Häuser sind am Tage furchtbar heiß, und fast ist -es unmöglich für einen Europäer, sich in denselben aufzuhalten, doch -sind sie äußerst reinlich gehalten. Der Fußboden ist gewöhnlich mit -Lehm glatt ausgeschmiert und nicht selten wie die Wände weiß getüncht. -Fast ein jedes Haus hat seinen eigenen Feuerplatz, der durch drei -kleine konische Säulchen erkenntlich ist, welche dazu dienen, die Töpfe -oder sonstige zum Kochen verwendeten Gefäße oberhalb des Feuers zu -halten; ebenso besitzt jedes Haus seine kleinen aus Lehm hergestellten -Hausgötzen, wie man sie auch sonst noch in größeren Darstellungen in -Togo in den verschiedensten Dörfern finden kann. Der Fetischglaube -spielt auch hier eine große Rolle. Außer den größeren Götzenhütten, -unter denen nicht selten drei bis fünf aus Lehm hergestellte plumpe -Nachahmungen des menschlichen Körpers in einer Reihe sitzend -dargestellt sind, habe ich recht häufig auf Feldern oder an Wegen -Miniatur-Nachahmungen dieser Götzen gesehen, die wohl die betreffenden -Lokalitäten beschirmen sollen. Es wäre sehr wünschenswert, daß man noch -möglichst viel Erkundigungen über die Einzelheiten dieser Fetisch- -und Götzen-Religion einsammele, ehe gerade die interessantesten und -eigenartigsten Gebräuche vor der vorschreitenden Kultur verschwinden, -und gerade hier in Togo, wo wir es mit einer viel intelligenteren -Bevölkerung zu thun haben als in Kamerun, werden diese Eigenarten -schneller aufgegeben werden als in den meisten anderen Ländern.</p> - -<p>In Lolobi machte ich unter verschiedenen wundervollen Exemplaren des -Ficus Vogelii Halt und erlaubte meinen Leuten, sich eine Zeit lang -auszuruhen, da wir den hohen Beika-Berg zu ersteigen hatten, der nun -dicht vor uns sich erhob. Auch hier bekam ich wieder von dem Häuptling -Geschenke an Yams.</p> - -<p>Gegen 2 Uhr nahmen wir wieder unsern Marsch auf. Der Beika-Berg, -welcher sich vor uns erhob, war dicht bewaldet;<span class="pagenum" id="Seite_198">[S. 198]</span> anfangs, d. h. -soweit der Weg von den Einwohnern von Lolobi zu besorgen war, war er -in ziemlich schlechtem Zustande, er wurde aber zusehends besser, als -wir in das Gebiet von Beika eintraten. Landolphien gab es in diesen -Wäldern zerstreut, Kickxia africana war in Mengen vorhanden und bildete -einen nicht unerheblichen Prozentsatz der Urwaldbäume. Nach fast -dreistündigem, für die Träger sehr ermüdendem Klettern langten wir -gegen 5 Uhr auf der Spitze des Berges in dem Dorfe Beika an. Ich hatte -auch den größten Teil des Marsches zu Fuß zurücklegen müssen, da der -Weg zum Reiten zu steil war.</p> - -<p>Das Dorf Beika ist vollständig auf Felsen erbaut. Unter einem großen -Feigenbaume ließ ich zwar zuerst die Leute lagern, sah aber bald -ein, daß es unmöglich war, das Zelt irgendwo aufzustellen, und ließ -daher für mich ein reinliches Haus suchen, in dem dann die Lasten -untergebracht wurden. Da infolge der Hitze, die in den Häusern noch -herrschte, keiner von uns Europäern Lust hatte, länger als dringend -notwendig in denselben sich aufzuhalten, ließ ich Tische und Stühle -unter dem Feigenbaum aufstellen, wo wir auch beschlossen, zu Abend -zu essen. Der Häuptling mit einem großen Trosse kam bald, um mir -die obligaten Geschenke, bestehend aus Yams, Bergreis und Hühnern, -zu überbringen, von denen wie gewöhnlich der Yams unter meine Leute -verteilt wurde, der Bergreis ein gut verwendbares Futter für mein -Pferdchen bildete, die Hühner aber in unsere Küche wanderten. Kurze -Zeit darauf erschien der Häuptling wieder und beklagte sich darüber, -daß meine Leute durchaus zum Wasser gehen wollten, obgleich er ihnen -verboten hatte, es zu thun. Mir lag der Grund zu diesem Verbot -allerdings klar vor den Augen, denn zu dieser Zeit badeten sich ja -gewöhnlich die Holden des Dorfes. Meine Leute konnten schließlich -auch nicht ohne Wasser bleiben, deshalb befahl ich dem Häuptling, für -mein sämmtliches Personal Wasser heranschaffen zu lassen, und verbot -meinen Leuten dann, selbst zum Wasser herunterzugehen. Damit waren -beide Parteien schließlich befriedigt. Aus Dankbarkeit schickte mir -der Häuptling sogar noch eine ganze Anzahl Yamsknollen, welche ich nun -wieder verteilte. Einige der Träger mußte ich hier übrigens bestrafen, -da dieselben so unverschämt waren, einigen Trägerweibern die leichteren -Lasten abzunehmen und ihnen statt dessen schwere aufzupacken. Diese -Übelthäter hatten mehrere Tage hindurch die schwersten Lasten zu -tragen. Noch vor Eintritt der Dunkelheit kam <em class="gesperrt">Amusso</em> mit den -Soldaten in Beika an.</p> - -<p>Da wir am 16. März wieder einen Berg zu erklimmen haben sollten, ließ -ich schon um 5 Uhr antreten. Es war interessant, des<span class="pagenum" id="Seite_199">[S. 199]</span> Morgens diese -Scene zu beobachten. Gewöhnlich ließ ich mir gegen 4 Uhr morgens durch -den Koch schon den Kaffee bringen und setzte mich dann noch bis 5 Uhr -zu schriftlichen Arbeiten oder einer Zigarre nieder. Nachdem mein -Junge unterdessen meine Sachen etwas zusammengeräumt hatte, ließ ich -in dem noch vollständig stillen Dorfe die Signalpfeife ertönen. Sofort -entwickelte sich nun ein reges Leben. Von allen Seiten strömten die -Leute herbei, um ihre Lasten fertig zu packen, oder die Einwohner des -Dorfes in großer Anzahl, um beim Aufbruche zuzugaffen. Sah ich, daß -alles fertig war, wobei der Headman zur nötigen Eile anzutreiben hatte, -dann ertönte das zweite Signal, und in der bereits oben beschriebenen -Ordnung setzte sich der Zug in Bewegung. Dasselbe Schauspiel -wiederholte sich fast allmorgentlich.</p> - -<p>Von Beika stiegen wir nun auf einem für die beladenen Träger nicht -gerade gefahrlosen Wege wieder in ein tiefes Thal hinab. Der Grund des -Thales schien aus sehr fruchtbarem Boden zu bestehen, der übrigens mit -Elefantengras reich bedeckt war. Allmählich stiegen wir von dieser -Ebene auf einem immer steiler ansteigenden Pfade zum Dorfe Tetemang -empor, das ähnlich wie Beika auf einer dicht bewaldeten Bergkuppe lag, -aber nicht so auf Felsen stand wie die letztere Ortschaft. Hühner und -Eier konnten wir für unsere Küche auch reichlich einkaufen. Unser -Koch <em class="gesperrt">Quodjo</em>, welcher früher einmal der Junge des in Kamerun -ermordeten Oberleutnants Dr. <em class="gesperrt">Plehn</em> gewesen war, war in solchen -Sachen äußerst geschickt und erfahren, so daß wir ihm diese Einkäufe -vollständig allein überlassen konnten. Dieser Mensch war überhaupt -trotz seines Hanges zum Leichtsinn, wenn er unter strenger Zucht -war, vorzüglich zu gebrauchen und als Dolmetscher für uns hier sehr -wertvoll. Lügen konnte er übrigens in staunenerregender Weise, doch das -war nicht unsere Sache, solange er uns nicht belog, und davor hütete er -sich.</p> - -<p>Nach Beendigung unseres Frühstücks verließen wir mit den Geiseln das -Dorf Tetemang und stiegen wieder in ein tiefes Thal hinab. Durch -ziemlich dichten, an Landolphien und falschen Kickxien sehr reichen -Wald führte der teilweise steile, nicht selten mit Geröll bedeckte Weg -der Hauptstadt Boëms, Borada, zu, wo wir, nachdem wir noch ein kleines -Hügelland durchzogen hatten, gegen Mittag eintrafen.</p> - -<p>Die Häuser in Borada waren, wie es mit wenigen Ausnahmen in ganz Boëm -der Fall ist, in derselben Weise erbaut, wie die von Lolobi, dem Dorfe -am Dai-Flusse, das man eigentlich nicht mehr zu Boëm rechnet, meiner -Meinung nach aber entschieden noch dazu gehört. Auch die Dörfer Beika -und Tetemang bestehen aus solchen<span class="pagenum" id="Seite_200">[S. 200]</span> Häusern. Im allgemeinen muß man -sagen, daß die Häuser hier in Boëm von den Eingeborenen sehr reinlich -gehalten werden, derart sogar, daß ein Europäer eigentlich ohne Zelt -umherreisen kann, da er mit einem Nachtquartier, wie es ihm die Häuser -bieten, vollständig zufrieden sein kann. Nicht selten haben diese -Boëm-Häuser, besonders diejenigen in Borada, eine Art Veranda an der -Frontseite, welche an beiden Seiten durch die verlängerten Giebelwände -und oben durch das überhängende Dach geschützt ist. Die in Boëm -verbreitete Sprache ist das „Schi“, eine Sprache, welche westlich und -nördlich der Landschaft eine größere Verbreitung haben soll. Einen -eigentümlichen Schmuck sah ich übrigens hier in Borada und später auch -in vielen anderen Ortschaften Boëms, nämlich weite Halsketten, die aus -ovalen Gliedern bestanden und aus Eisen verfertigt waren. Die einzelnen -Glieder waren gewöhnlich vierkantig im Durchschnitt und bis 3 mm stark. -Mir wurde gesagt, daß diese Ketten von den Wora-Wora-Leuten gemacht -werden, die allgemein als gute Eisenschmiede einen großen Ruf genießen.</p> - -<p>Gegen Mittag wurden wir, als ich eben das Signal zum Packen gegeben -hatte, durch einen starken Gewitterregen überrascht, der eine gute -halbe Stunde andauerte und bald die Straßen des Dorfes in ein -Gemisch von Bächen und Wassertümpeln verwandelte. Meine sämtlichen -Lasten, welche ich schleunigst im Zelte unterbringen ließ, blieben -glücklicherweise vollständig trocken. Als nach Beendigung des -Regens der Aufbruch endlich erfolgen konnte, stellte sich heraus, -daß <em class="gesperrt">Akpanje</em> noch verschiedenes mit <em class="gesperrt">Amusso</em> besprechen -wollte. Da ich mich dadurch nicht aufhalten lassen wollte, ließ -ich ihn mit zwei Soldaten zurück und die Karawane aufbrechen. Wir -durchzogen zunächst ein hügeliges, fruchtbares Savannengebiet, in -dem die Eingeborenen viele Farmen angelegt hatten. Später gelangten -wir in einen dichten Buschwald, in welchem die falsche Kickxia in -riesigen Mengen vorhanden war. Die Stämme derselben schienen von -den Eingeborenen viel als Nutzholz verwendet zu werden; so waren -die Pfosten der Häuser und Brücken, über welche der Weg führte, -vorzugsweise aus diesem Holze hergestellt. Dasselbe ist wie das der -Kickxia elastica ziemlich weich, und daher sind die Bäume leicht -zu fällen. Nach einem Marsche von 1½ Stunden erreichten wir das -Dorf Kyasekang, das für Boëm das Centrum des Ackerbaues sein soll. -Der alte Häuptling schien ein recht vernünftiger Bursche zu sein und -that alles für meine Leute, was in seiner Macht stand. Als Geschenk -brachte er mir ein schönes Schaf und eine große Zahl Yamsknollen -sowie Bergreis und Guinea-Hirse. Da das Dorf und die Bevölkerung mir -sehr gut gefielen, beschloß ich, über Nacht hier<span class="pagenum" id="Seite_201">[S. 201]</span> zu bleiben und ließ -mein Zelt wieder unter einem Ficus aufschlagen. Das Dorf Kyasekang -machte in vieler Hinsicht einen bedeutend angenehmeren Eindruck als -Borada. Die Straßen waren bedeutend reinlicher und die Häuser auch -nicht selten weiß getüncht; dazu kam noch die Zuvorkommenheit der -Bevölkerung im allgemeinen. Herr <em class="gesperrt">Thienemann</em>, der schon früher -einmal hier gewesen war, wurde von einem alten Weibe, das noch ein -Geschenk aus Erdnüssen (Arachis) brachte, sehr freudig begrüßt. Wie er -mir sagte, hatte er der Alten früher einmal einen Gefallen erweisen -können, für den sie ihn aus Dankbarkeit nicht im Stiche ließ. Herr -<em class="gesperrt">Thienemann</em> verstand es überhaupt ausgezeichnet, die Eingeborenen -an sich zu fesseln.</p> - -<p>Schon während der letzten Tage waren wir allenthalben mit Palmenwein -von den Häuptlingen, deren Gebiet wir durchzogen, versehen worden. Auch -heute erhielten wir wiederum eine große Kalebasse dieses Getränkes, -das, in mäßigen Quantitäten getrunken, hier in dem heißen Klima -entschieden eine erfrischende Wirkung hat, wenn es nicht abgestanden -ist.</p> - -<p>Am frühen Morgen des 18. März waren wir wieder auf dem Marsche. -Die Steppe, welche mit dichtem Buschwalde abwechselte, gewann bald -wieder einen trockenen Anblick. Der Weg war in tadellosem Zustande. -An den Seiten sah man sogar nicht selten in den tiefer gelegenen -Gegenden Wassergräben gezogen, die den Weg trocken halten sollten. -Zu meiner großen Freude sah ich auch in der Nähe des Dorfes Versuche -der Eingeborenen, Kaffee und Kakao zu kultivieren. Die Pflanzungen -waren noch zu jung, als daß man von etwaigen Erfolgen oder Mißerfolgen -hier sprechen könnte. Nach einer guten Stunde Marsches erreichten -wir den kleinen Ort Guamang. Hier gab es ein reges Leben. Vor zwei -Tagen hatte einer der Jäger des Dorfes einen Elefanten geschossen, -dessen Fleisch nun hereingebracht wurde. Natürlich hätten meine Träger -daher zu gern gesehen, daß ich ihnen Zeit lassen würde, von diesem -Elefantenfleische etwas zu kaufen, doch ich ließ, ohne Rast machen -zu lassen, weitermarschieren, da ich wohl wußte, daß die Leute von -dem erlegten Tiere nichts verkaufen würden, denn das Dorf hatte eine -ziemliche Anzahl von Einwohnern, für welche ein selbst großer Elefant -lange nicht genügen konnte. Nach einer weiteren Stunde Marsches durch -ein Gemisch von kurzgrasigen Steppen und Buschwäldern erreichten wir -das kleine Dorf Monda, wo ich eine Rast von 10 Minuten machen ließ. -Dieser kleine Ort zeichnete sich durch besondere Reinlichkeit aus. -Ficus Vogelii scheint auch in diesen Gebieten nicht selten zu sein, ich -sah auf dem Wege von Guamang nach Monda<span class="pagenum" id="Seite_202">[S. 202]</span> sogar viele wilde Exemplare. -Von Monda nach Kadyebi, dem in Aussicht genommenen Endziele meiner -Reise, hatten wir auch wieder ein gemischtes Gebiet zu durchziehen, -das kleinere Baumsteppen und Urwälder besaß. In allen diesen Wäldern -ist die Kickxia africana sehr verbreitet, ja man könnte fast sagen, -der häufigste Urwaldbaum; doch trotz meines sehr eifrigen Suchens habe -ich von der brauchbaren Kickxia elastica keine Spur entdecken können. -Ich schnitt täglich eine große Zahl von Bäumen an, um zu sehen, ob -etwa an einigen Lokalitäten diese Kickxia africana doch Kautschuk -geben könnte, gab diese Hoffnung aber bald auf. Die Bodenverhältnisse -hier in Boëm sind ganz ähnlich denen, unter welchen im Yoruba-Lande -die Kickxia elastica auftritt. Ich bin daher fest davon überzeugt, daß -Anpflanzungen der letzteren sich hier vorzüglich entwickeln werden. -Landolphien sind übrigens auch hier in den Wäldern vorhanden, doch -stellen die Eingeborenen ihnen sehr nach, so daß dieselben schon -selten geworden sind. Gegen 10 Uhr trafen wir in Kadyebi ein. Ich ließ -daselbst unter einem Ficus-Baume sogleich mein Zelt aufschlagen, da ich -die Absicht hatte, erst am nächsten Tage das Dorf wieder zu verlassen. -Der Häuptling des Dorfes schien ein machtloser alter Herr zu sein, -der sich von seinen Verwandten offenbar viel gefallen lassen mußte. -Auffallend demutsvoll kam er zu mir, um mir sein Geschenk zu bringen, -dabei betonend, daß er zu arm sei, um mehr als Hühner, Reis und Yams -geben zu können. Die Leute hatten hier sowohl wie in den letzten von -uns passierten Dörfern kleine Kornspeicher, die gewöhnlich walzenförmig -und mit konischen Dächern überdeckt waren. Nur wenige Häuser hatten die -für Boëm typischen flachen Dächer. Die zu beiden Seiten abfallenden -Strohdächer waren entschieden vorherrschend.</p> - -<div class="figcenter illowe35" id="ill_p2025"> - <img class="w100" src="images/ill_p2025.jpg" alt="" /> - <div class="caption">R. Schlechter vor seinem Zelte in Kadyebi.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p2025_gross.jpg" - id="ill_p2025_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Zusammen mit Herrn <em class="gesperrt">Thienemann</em> unternahm ich kurz nach meiner -Ankunft in Kadyebi eine Exkursion, um mir das von Herrn Bergassessor -<em class="gesperrt">Hupfeld</em> für Herrn <em class="gesperrt">Sholto Douglas</em> angekaufte Terrain -anzusehen, besonders auf Anbaufähigkeit für Kickxia elastica und andere -Kautschukpflanzen. Wir hatten auf einem nicht schlechten Pfade etwa -¾ Stunde zu marschieren. Längs des Weges vorgehend, untersuchte -ich zunächst die Vegetation und fand dieselben Verhältnisse, wie -im Yoruba-Lande, nur mit dem Unterschiede, daß die falsche Kickxia -reichlich vertreten war. Auch Sanseviera war vorhanden, an einer Stelle -sogar in großen Mengen. Von dem Wege in das Dickicht eindringend, -sahen wir, daß die Vegetationsverhältnisse dieselben blieben. An -einer Stelle, wo schwerlich sich äußerliche Einflüsse hätten geltend -machen können, entnahmen wir darauf<span class="pagenum" id="Seite_203">[S. 203]</span> noch eine Bodenprobe, welche -übrigens auf nicht schlechten Boden schließen ließ, in dem Kickxia -elastica gut gedeihen würde. Für Tabak dürfte sich dieser Boden des -Boëm-Waldgebietes wohl kaum bewähren, wenn er nicht alljährlich -künstlich gedüngt würde, wohl aber für Baumwolle, an welche jedoch, -solange die Transportkosten zur Küste dieselben bleiben werden, wohl -nicht gedacht werden kann. Etwas anderes wäre es auch mit Kola, doch -kennen wir das Wachstum dieser wichtigen Pflanze bis jetzt noch viel zu -wenig, um schon Schlüsse auf ihre Ertragsfähigkeit zu ziehen. Nach den -Exemplaren zu urteilen, welche ich in Misahöhe gesehen, scheint diese -Kultur nicht sehr aussichtsvoll für Plantagen, die in nicht zu langer -Zeit doch mit einer gewissen Einnahme herauskommen sollen, wohl aber -als Nebenkultur möglicherweise vorteilhaft zu sein.</p> - -<p>Am Nachmittage kehrten wir nach Kadyebi zurück, wo ich für meine Leute -einen Festschmaus gab, bei dem die Schafe von Borada und das vom -Häuptling von Kyasekang erhaltene ihr Leben lassen mußten.</p> - -<p>In schnellem Marschtempo verließen wir am Morgen des 19. März Kadyebi -wieder, um auf demselben Wege, auf dem wir gekommen waren, nach -Kyasekang zurückzukehren. In Monda und Guamang ließ ich je eine -Viertelstunde Rast machen, und dennoch trafen wir schon vor 10 Uhr in -Kyasekang ein.</p> - -<p>Ein alter Haussa-Malam, der hier ansässig war und mir schon bei meinem -ersten Durchzuge durch das Dorf einige Yams und ein Huhn als Geschenk -gebracht hatte, ließ es sich nicht nehmen, hier wieder mit einem -Geschenke zu kommen. Er warf sich dabei immer in ehrfurchtsvoller Weise -auf die Kniee und berührte mit seiner Stirn den Boden, dabei murmelte -er alle möglichen Segenswünsche vor sich hin. Es ist merkwürdig, daß -die Haussa, die sich doch sonst hier für höhergestellt halten als die -Neger, einem Europäer gegenüber so unterwürfig sind, wie man es nie bei -den anderen Eingeborenen sehen wird. Auch unter den Leuten, die mit -Kautschuk aus dem Innern kommen, sind viele Haussa, welche dem Europäer -sich entweder stets zu Füßen werfen, oder aber stolz, kaum ein „Salaam“ -wünschend, vorüberziehen.</p> - -<p>Gegen 1 Uhr ließ ich wieder aufbrechen. Unser Weg führte nun bedeutend -mehr nach Westen. Auf einem vorzüglichen Wege, der auch wieder gut -drainiert war, ging es zunächst durch eine Niederung und dann über -hügelige Baumsteppen, allmählich emporsteigend nach Kyasekang-Akora, -einem Schwesterdorfe des von uns eben verlassenen Kyasekang, das etwa -1½ Stunden entfernt lag. Auf einem großen Marktplatze ließ ich -unter einem wundervollen Feigenbaum das Zelt<span class="pagenum" id="Seite_204">[S. 204]</span> aufschlagen, da wir erst -am nächsten Morgen nach Quamikrum weitermarschieren wollten. Akora -ist ein kleineres Dorf, welches etwa 200 Hütten besitzen dürfte. Die -Eingeborenen machten einen weniger günstigen Eindruck als die des von -uns am Nachmittage verlassenen Kyasekang. Bis in die Nacht hinein -saß ich mit Herrn <em class="gesperrt">Thienemann</em> zusammen bei Mondschein vor dem -Zelte, über die verschiedensten Fragen unsere Ansichten und Gedanken -austauschend, bis uns doch die späte Stunde zur Ruhe mahnte, zumal da -wir wußten, daß wir am nächsten Tage bis Quamikrum einen langen Marsch -zu machen haben würden.</p> - -<p>Am Morgen des 20. März waren wir schon zeitig wieder auf dem Wege. Herr -<em class="gesperrt">Thienemann</em> und die Träger marschierten weit voraus, da ich mit -<em class="gesperrt">Amusso</em> und den Soldaten zurückgeblieben war, um den Häuptling -von Akora zu sprechen. Durch einen ziemlich dichten Wald marschierend, -in dem die falsche Kickxia und Landolphien viel vorhanden waren, -gelangten wir nach etwa einer Stunde zu dem Dörfchen Tomegbe, das nur -aus wenigen Hütten bestand und nach Angabe der Eingeborenen erst seit -kurzer Zeit erbaut sein soll. Hier wartete Herr <em class="gesperrt">Thienemann</em> mit -den Trägern auf mein Eintreffen. Nach kurzer Rast ging es weiter durch -dichten Wald, der nur hin und wieder von kleinen Savannen unterbrochen -war. Die Wege waren schmal und nicht selten durch gefallene Baumstämme -versperrt oder von hohen Wurzeln überlaufen, so daß ich auf dem Pferde -tüchtig aufzupassen hatte, damit das Tier nicht zu Falle komme. -An den Lianen und dünnen Baumzweigen hing hier in dem Walde nicht -selten eine epiphytische Orchidacee, die gerade einen reichen Flor -grünlicher Blüten darbot. Sonst war bei der Art unseres Zuges durch -diesen botanisch sicher hochinteressanten Wald recht wenig zu sehen, -da wir unsere ganze Aufmerksamkeit dem Wege zuzuwenden hatten. Hin und -wieder blieb ich etwas zurück, um an den Kickxien Anzapfungsversuche zu -machen, hatte aber keinen Erfolg mit denselben; immer wieder ergaben -die Untersuchungen jene klebrige, wertlose Masse, welche auch bei -vielen Ficusarten zu finden ist. Einige Landolphien lieferten guten -Kautschuk, doch da Blüten und Früchte nicht zu finden waren, ließ -sich leider die Art nicht feststellen, außerdem sah ich mit wenigen -Ausnahmen nur dünne Stämme derselben; die dickeren schienen alle -bereits von den Eingeborenen ausgeschlagen worden zu sein.</p> - -<p>Gegen 9 Uhr erreichten wir ein kleines Farmdörfchen, welches uns die -daselbst wohnenden Eingeborenen als „Indzimaqua“ bezeichneten. Auch -dieses war erst seit kurzer Zeit erbaut worden. Unsern etwa 1½ -Stunden währenden Aufenthalt daselbst benutzte<span class="pagenum" id="Seite_205">[S. 205]</span> ich dazu, um mir die -Farmen der Leute anzusehen. Es wurden Manihot utilissima, Baumwolle, -etwas Mais, Cajanus indicus und Yams gebaut. Für die Yamsknollen -erbauen die Leute aus dünnen Stangen luftige Häuschen, in denen die -Knollen, welche äußerst leicht faulen und daher sehr vorsichtig -behandelt werden müssen, teils an den Wänden einzeln aufgehängt, -teils auf einem ebenfalls aus Stangen hergestellten Tische liegend, -aufbewahrt wurden. Auf diese Weise trocknen dieselben nach Regen -sofort durch den Wind oder sonstigen Luftzug wieder ab und sind daher -besser vor Fäulnis geschützt. Dieselbe Art von Yamsspeichern sah ich -auch zwischen Liati und Fodome, hatte damals aber keine Gelegenheit, -sie näher zu besichtigen. Auf unserm Weitermarsche zogen wir über -größere Savannen, welche teils ziemlich regelmäßig mit zerstreuten -Bäumen besetzt, teils von kleinen Busch- und Baumgruppen unterbrochen -waren. Die Flora auf diesen Savannen war schon interessanter, da nach -einigen Grasbränden verschiedene Kräuter erschienen waren. Außer der -über das ganze südliche und mittlere Togo weit verbreiteten Eulophia -cristata waren Vernonien, eine Helichrysumart, Cycnium, Striga, -Oldenlandia, Acalypha und der prachtvolle Haemanthus Kalbreyeri sehr -verbreitet. Besonders der letztere war ein wundervoller Schmuck -der saftig-grünen Steppen. Auf den Bäumen, unter denen besonders -Terminalen, Combretumarten und Butterbäume häufig waren, wuchsen nicht -selten Loranthus- oder Viccumarten und eine epiphytische Orchidacee, -welche zwar nicht in Blüte war, aber wohl sicher zu Polystachia -golungensis gehört, die in Afrika eine merkwürdig weite Verbreitung zu -haben scheint. Nach einem Marsche von etwa zwei Stunden erreichten wir -den Mkunsu-Fluß, welcher sich hier ein sehr tiefes Bett gegraben hat; -derselbe führte zur Zeit nicht viel Wasser, soll aber zur Regenzeit -nicht unbedeutende Dimensionen annehmen. Nachdem wir den Mkunsu -überschritten hatten, sahen wir bald darauf das Dorf Quamikrum vor uns -liegen, wo ich <em class="gesperrt">Amusso</em> mit den Soldaten zurücklassen sollte.</p> - -<p>Das Dorf Quamikrum soll früher eine nicht unbedeutende Ortschaft -gewesen sein, in der sich hauptsächlich Haussa-Leute auf der Durchreise -von dem Innern zur Küste längere Zeit aufzuhalten pflegten. Als wir -damals dort eintrafen, fanden sich nur wenige Familien daselbst, von -denen der größere Teil auch durchziehende Haussa waren. Die Hütten -waren zum großen Teil stark im Verfall begriffen oder sogar schon -vollständig unbewohnbar. Auf dem Marktplatze ließ ich sofort mein -Zelt aufschlagen und den Platz umher etwas reinigen, da derselbe wüst -mit Schmutz und<span class="pagenum" id="Seite_206">[S. 206]</span> Unkraut bedeckt war. Auch ließ ich sogleich einige -der Wege zu beiden Seiten reinigen, da dieselben häufig nur aus einem -schmalen Pfade bestanden, der zu beiden Seiten derartig mit stachligen -Amarantusbüschen bedeckt war, daß man beim Betreten derselben von den -Stacheln arg gepeinigt wurde. Auch <em class="gesperrt">Amusso</em> ließ alsbald durch die -Soldaten einen geeigneten Platz frei machen, auf welchem er die für -die Station zu erbauenden Häuser aufzuführen gedachte, und konnte mir -schon am Abend mitteilen, daß diese erste Arbeit vollendet sei. Zum Bau -der Häuser waren Einwohner umherliegender Ortschaften beordert worden, -welche am folgenden Tage eintreffen sollten. Am Nachmittage untersuchte -ich die Wälder zu beiden Seiten des Mkunsu-Flusses, konnte aber außer -einigen Exemplaren des Ficus Vogelii, von der übrigens im Dorfe -Quamikrum selbst verschiedene größere Exemplare standen, nichts finden, -das für mich von mehr als rein botanischem Interesse gewesen wäre. In -letzterer Hinsicht war ich allerdings glücklicher. Eine interessante -großblättrige Strychnosart, welche sich hoch in die Bäume hineinwand -und in großen Guirlanden über den Mkunsu hinunterhing, war nicht -selten. Auf den grasigen Hügeln bei dem Dorfe fand ich außer einigen -Scrophulariaceen eine für mich besonders interessante Asclepiadacee -(eine Raphionacme) und die für die Steppen so typischen aufrechten -Cissusarten, die aus großen unterirdischen Knollen entspringen. Am -Abend erschienen noch verschiedene Haussa-Karawanen, deren Führer -behaupteten, auf dem Wege nach Lome zu sein. Einige führten Kühe bei -sich, welche aus Kratschi kommen sollten und nach <em class="gesperrt">Amussos</em> -Ansicht sicher nach Acra, nicht nach Lome gebracht wurden.</p> - -<p>Am nächsten Morgen ließen wir die Soldaten mit <em class="gesperrt">Amusso</em> zurück und -zogen nun auf der großen Straße nach Kpandu in fast südliche Richtung. -Das Gelände wurde etwas hügeliger und bot einen Anblick dar, der mich -lebhaft an einige Gegenden in Natal erinnerte. Zu beiden Seiten hatten -wir Savannen, welche mit spärlichen Gesträuchen oder kleinen Bäumchen -bedeckt waren; später, nachdem wir ein kleines Farmdörfchen Adenkutschu -passiert hatten, traten wir in einen Buschwald ein, in dem sich riesige -Mengen der falschen Kickxia zeigten. Auch hier machte ich wiederholt -Versuche, ein brauchbares Produkt aus dem Milchsafte derselben zu -gewinnen. Nach etwa dreistündigem Marsche erreichten wir das Dorf -Wuropong. Dasselbe soll ungefähr 300 Hütten besitzen. Der Häuptling -des Dorfes kam, uns zu begrüßen, und brachte einige Kalebassen mit -Palmenwein sowie einige Eier. Den Palmenwein verteilten wir zum großen -Teile unter den Leuten, während wir für<span class="pagenum" id="Seite_207">[S. 207]</span> uns einen kleinen Teil -zurückbehielten, der, mit Cognak vermischt, uns vortrefflich schmeckte, -da er erst soeben eingebracht und daher noch ganz frisch und kühl -war. Bis gegen Mittag ließ ich hier in Wuropong rasten, dann setzten -wir den Marsch weiter nach Süden fort. Die nun gut geschulten Träger -marschierten jetzt vorzüglich, auch die Weiber blieben nicht zurück, -so daß die ganze Karawane sich gut geschlossen vorwärts bewegte. Herr -<em class="gesperrt">Thienemann</em> mit seiner Hängematte zog gewöhnlich voraus, ich -beschloß mit einem oder zwei Jungen den Zug, damit ich, ohne Störung -zu verursachen, nach Belieben zu etwaigen Untersuchungen zurückbleiben -könnte. Das Gebiet war anfangs hauptsächlich mit Buschwald bedeckt, wo -es nicht von den Eingeborenen unter Kultur gesetzt worden war, später -wurden größere Savannenkomplexe, in denen besonders eine Imperataart -das vorherrschende Gras war, häufiger. Bald zogen wir durch das kleine -Dorf Tapo und nach einer weiteren halben Stunde durch Antumda. Die -Gebiete schienen hier fruchtbarer zu werden. Buschwald wechselte mit -Elefantengras. Allenthalben waren auch von den Eingeborenen Farmen -angelegt, die einen recht günstigen Eindruck machten. Außer den bereits -oben erwähnten Kulturpflanzen sah ich hier auch Hibiscus esculentus -angepflanzt und sogar einige Tomaten. Ich glaube, daß sich hier -eine geeignete Gegend findet, die später einmal, wenn sich erst der -Baumwollbau, zu dessen Hebung vom Kolonialwirtschaftlichen Komitee -eine Expedition entsendet werden soll, besser entwickelt hat, bei -einer größeren Anlage in Betracht gezogen werden dürfte. Das Land -ist ziemlich eben und offenbar leicht zu bearbeiten. Gegen 2 Uhr -nachmittags erreichten wir das kleine Dorf Kadyevi und gleich darauf -N’tschumuru, wo ich beschlossen hatte, Lager für die Nacht zu machen. -Auf dem wunderschönen Marktplatze, der durch ein dichtes Dach von -Ficusarten beschattet wurde, ließ ich zunächst die ganze Trägerschar -einen großen Raum gehörig reinigen und dann das Zelt aufstellen. -Für Herrn <em class="gesperrt">Thienemann</em> wurde wieder ein nahe gelegenes Haus -gemietet. Nachdem ich meine laufenden Arbeiten erledigt hatte, machte -ich einen Ausflug in die Umgebung, welcher aber infolge der dichten -Elefantengrasdecke wenig anderes aufkommen ließ als vereinzelt stehende -Bäume, unter denen besonders Wollbäume auffielen, und wenige Sträucher. -In dem Dorfe selbst waren verschiedene Ficus Vogelii angepflanzt. Gegen -Abend stattete mir der Häuptling des Dorfes einen Besuch ab. Als ich -bei dieser Gelegenheit fragte, ob der Weg vor uns in gutem Zustande -sei, sagte er, daß er denselben noch schnell zu reinigen befohlen habe, -denn seine Leute seien in den letzten<span class="pagenum" id="Seite_208">[S. 208]</span> Wochen viel auf den Feldern -beschäftigt gewesen und daher habe sich Gras im Wege eingefunden.</p> - -<p>Daß die Umgebung hier allgemein fruchtbar sein müsse, schien schon -aus den großen, dreifüßigen Kornspeichern hervorzugehen, welche wir -heute in den meisten Dörfern sahen. Wir bekamen hier auch allenthalben -Reis, Mais und Guinea-Hirse für mein Pferd, das sich übrigens nicht -viel aus denselben zu machen schien, sondern das saftige frische Gras -vorzog. Bald erschien auch der Häuptling von N’Kunya, um sich durch ein -Geschenk von Yams, zwei Hühnern und einigen Kalebassen Palmenwein meine -Freundschaft zu erwerben. Am Abend mußte ich unter meinen Trägern gegen -einige sehr energisch auftreten, weil dieselben kamen und mich darauf -aufmerksam machten, daß ihre Heimat nun nur wenige Stunden entfernt -sei und daß sie am folgenden Morgen dorthin zurückkehren wollten. Ein -solches Gelüste mußte ich den Leuten natürlich nehmen. Ich ließ sofort -die Namen der Leute notieren und ihnen nun sagen, daß ich sie bestrafen -würde.</p> - -<div class="figcenter illowe37" id="ill_p2085"> - <img class="w100" src="images/ill_p2085.jpg" alt="" /> - <div class="caption">Die Expedition in Kadyebi.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p2085_gross.jpg" - id="ill_p2085_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Schon vor 4 Uhr war ich am nächsten Morgen wieder auf, um noch vor -unserm Aufbruche einige schriftliche Arbeiten erledigen zu können. Um -5 Uhr gab ich dann das Signal zum Sammeln, so daß wir mit Tagesanbruch -auf dem Wege waren. Ich ritt heute voran. Am Kunya-Gebirge entlang -führte unser Weg, zunächst durch Kunya-Klaba und weiter durch ein mit -Elefantengras und Imperata bestandenes Savannengebiet. Wie mir der -Häuptling von N’tschumuru versprochen, waren bereits eine größere -Anzahl von Leuten dabei, den stark mit Imperatagräsern bewachsenen Weg -zu reinigen und an feuchten Stellen zu drainieren. Von allen Seiten -kamen immer neue Leute hinzu, um bei dieser Arbeit zu helfen. Noch -vor 6 Uhr erreichten wir das Dorf Dafo, in dem eben ein kleiner Markt -begonnen hatte. Um meinen Leuten Gelegenheit zu geben, hier billig -Nahrungsmittel zu kaufen, ließ ich eine halbstündige Rast machen und -zahlte ihnen bereits hier die Subsistenzgelder aus. Als wir dann -wieder Dafo hinter uns hatten, traten wir in Savannen von ziemlicher -Ausdehnung ein, die auch nicht unfruchtbar schienen. Auch hier war -das Land etwas hügelig, was ich der Nähe des Volta-Flusses zuschrieb. -Da ich auf meinem Pferde vorausgeritten war, traf ich in dem Orte -Agbonohoe schon vor der Karawane ein. Ohne Rast machen zu lassen, ging -es dann nach Fesi weiter, wieder durch fruchtbare Elefantengras- und -Imparatasavannen mit zerstreuten Bäumen und Sträuchern. Da der letzte -Teil des Weges ziemlich von Unkraut überwuchert war, ließ ich den -Häuptling von Fesi kommen und forderte ihn auf, den Weg reinigen zu -lassen, was<span class="pagenum" id="Seite_209">[S. 209]</span> er sofort zu thun versprach, sobald seine Leute, die -zu Arbeiten nach Kpandu gerufen waren, zurückkehren würden. Nachdem -meine Karawane, welche unterdessen eingetroffen war, eine kurze Rast -gemacht hatte und sich an Kokosnußmilch gestärkt hatte, ließ ich wieder -aufbrechen, um durch Abehung und Alöe nach Kpandu zu gelangen. Die -Vegetation und die Bodenverhältnisse blieben dieselben bis kurz vor -Kpandu. Erst als wir in die Ebene, in der Kpandu liegt, hinabstiegen, -wurde der Boden steiniger und offenbar unfruchtbarer. Von der -Missionsstation aus konnten wir das Dorf und, auf einem hohen Felsen -oberhalb gelegen, die Regierungsstation Kpandu bewundern. Ohne durch -das Dorf hindurchzuziehen, ließ ich zur Station hinausmarschieren, -wo wir kurz nach 9 Uhr anlangten. Da die Station nicht von Europäern -bewohnt war und der farbige Assistent, dem die Verwaltung derselben -übertragen war, in den dahinterliegenden Arbeiter- und Soldatenhäusern -seine Wohnung hatte, nahm ich mit Herrn <em class="gesperrt">Thienemann</em> von -den beiden für Europäer bestimmten Räumen in dem Stationsgebäude -Besitz. Unsere Lasten ließ ich ebendaselbst unterbringen. Die -Träger und Trägerinnen wurden in verschiedene leerstehende Häuser -des Stationshofes einquartiert. Bald sah es nun sehr lebendig auf -der Station aus. Herr <em class="gesperrt">Thienemann</em> und ich stärkten uns nach -längerer Zeit einmal wieder an einem guten Glase Bier, das wir hier -in Kpandu bekommen hatten. Ich ließ sofort das Essen fertigmachen, da -ich die Absicht hatte, zur Volta hinüberzureiten, um auch das Thal -des Flusses kennen gelernt zu haben. Gegen 11 Uhr ritt ich, gefolgt -von einem Soldaten, der mir als Führer dienen sollte, zur Station -hinaus. Unser Weg führte zunächst über den Hügelrücken, auf dem die -Station gelegen ist. Von der Kante dieses Rückens, der plötzlich steil -abfällt, hatten wir einen wundervollen Blick über das Thal der Volta, -die sich in einiger Entfernung wie ein Silberfaden dahinschlängelte. -Mit dem Pferde war der Abstieg in die Ebenen, welche sich unter uns -hinstreckten, nicht leicht, besonders da der Weg an einigen Stellen -mit Gerölle bedeckt war, auf dem das Tier keinen festen Halt hatte. -Ich mußte daher während des ganzen Abstieges das Tier sehr vorsichtig -führen. Als wir in der Ebene angelangt waren, machte sich bald eine -Hitze bemerkbar, wie ich sie vorher erlebt zu haben mich nicht erinnern -konnte; es war gerade, als ob wir vor einem Backofen standen. Die -ganze Ebene trug den Charakter einer typischen Togo-Baumsteppe; das -Gras war niedrig, kaum über 1½ Fuß hoch, von einigen Kräutern und -Halbsträuchern wie Vernonia, Acalypha, Sopubia, Cycnium, Striga, -Eriosemma, Cryptolepis nigritana etc., durchsetzt und war von zerstreut -stehenden Bäumen überdeckt. Ganz besonders fiel mir hier der<span class="pagenum" id="Seite_210">[S. 210]</span> Reichtum -an Butterbäumen auf, von denen häufig behauptet worden ist, daß sie ein -brauchbares Guttapercha liefern, das aber, so viel ich erfahren, von -sehr minderwertiger Qualität ist und einen so geringen Preis bringt, -daß es sich kaum verlohnen würde, dasselbe einzusammeln. Da die Bäume -außerdem nur einen kleinen Ertrag geben, so würde die Arbeit, welche -mit dem Einsammeln dieses guttaähnlichen Produktes verbunden ist, sich -wohl schlecht lohnen, denn, wie ich hörte, werden am Niger, wo man das -Gutta auf Veranlassung der Niger-Compagnie einsammelte, die Bäume erst -gefällt. In einem Lande wie Togo, wo nur wenig Wälder vorhanden sind -und der Baumwuchs in den Steppen auch ein äußerst spärlicher ist, kann -uns gar nichts daran liegen, die wenigen Bäume umzuschlagen, um dadurch -eine Einnahme zu erzielen, die zu dem Schaden, der durch ein solches -Vorgehen herbeigeführt wird, in keinem Verhältnisse steht. Als wir -uns nach etwa 1½ Stunden der Volta näherten, hatten wir einige zur -Zeit ausgetrocknete Bachbetten zu durchqueren, deren Ufer mit dichtem -Gebüsch bedeckt waren. Die Vegetation einiger Sümpfe, die in der Nähe -des Flusses lagen, ließ mich vermuten, daß der Boden salzhaltig sein -müsse, denn mit wenigen Ausnahmen traten dort nur ausgeprägte halophile -Typen auf. Gegen 1 Uhr erreichten wir endlich die Volta selbst bei dem -kleinen Flecken Dogbadja. Nach meiner Schätzung war der Fluß etwa 300 m -breit. Inmitten desselben lag eine Sandbank, auf der sich vorübergehend -Fischer angesiedelt hatten. Ich war erstaunt, den riesigen Verkehr -hier zu sehen. Allenthalben sah man kleinere und größere Canoes -daherschießen, die ersteren durch Ruder, die letzteren durch große -Segel fortgetrieben.</p> - -<p>Nach kurzer Umschau an der Volta ließ ich mein Pferd wieder satteln -und ritt dann zur Station Kpandu zurück. Da ich mein Pferd gehörig zur -Eile angetrieben, um endlich die heiße Steppe hinter mir zu haben, -langte ich schon früh am Nachmittage daselbst wieder an. Da ich in -dem Dorfe Kpandu noch verschiedene Einkäufe machen zu können hoffte, -benutzte ich die noch übrige Tageszeit zu einem Ritte dorthin. Viel -war hier allerdings nicht einzukaufen, doch wurden wir durch einige -Dinge, wie Zucker, Bier und andere Kleinigkeiten, wieder aus momentaner -Verlegenheit befreit.</p> - -<p>In den Faktoreien, die übrigens sämtlich unter Leitung von Farbigen -standen, sah ich hier die auch als Silkrubber gehenden Kautschukkuchen, -die nicht, wie ich schon oben erwähnt, von einer Kickxia gewonnen -werden, sondern von der dickstämmigen Landolphiaart, welche ich bereits -beim Liati gesehen hatte. Auch an den Bergabhängen hinter Kpandu hatte -ich die Pflanze gefunden,<span class="pagenum" id="Seite_211">[S. 211]</span> aber auch hier ohne Blüten und Früchte, so -daß ich nicht die Art feststellen konnte. Auf dem Kunya-Gebirge ist -nach Angaben der Kautschuksammler diese Liane noch häufig, wird aber -auch dort jetzt in einer Weise ausgebeutet, daß zu befürchten ist, daß -sie nur noch kurze Zeit daselbst vorhanden sein wird.</p> - -<p>Gegen 6 Uhr verließen wir am Morgen des 23. März die Station Kpandu, -um im Dorfe die von mir am Tage vorher gekauften Sachen aufzunehmen; -dann ging es unserem nächsten Ziele Misahöhe entgegen. Gleich hinter -Kpandu betraten wir wieder eine trockene Baumsteppe, welche auffallend -eben sich weithin auszustrecken schien. Offenbar war der Boden hier -weniger fruchtbar als zwischen Wuropong und Kpandu, auch sah man von -Eingeborenenkulturen recht wenig. In der sonnigen Steppe, wo das Laub -der Schattenbäume fast gar keinen Schatten abgab, machte sich die -Hitze des Tages bald unangenehm bemerkbar, so daß wir froh waren, als -wir das Dorf Sobuesante erreichten, in dem wir eine kurze Rast machen -konnten. Der Häuptling erschien auch sofort mit einem Huhn und einigen -Kalebassen Palmenwein, welcher uns nach dem Marsche durch die trockene, -heiße Steppe ganz besonders gut mundete. Nach kurzem Aufenthalt in -diesem kleinen Dorfe setzten wir mit frischen Kräften unsern Marsch -durch die Steppe fort, die denselben Charakter beibehielt wie vor -Sobuesante. Es war ein heißer Tag, vielleicht einer der heißesten, -welche ich auf der Togo-Reise zu durchleben hatte. Die Träger und -Trägerinnen mit ihren schweren Lasten kamen nur langsam vorwärts. Kurz -vor Mittag erreichten wir den Ort Bevi, an dem der Daï-Fluß dicht -vorbeifließt. Auch hier kam der Häuptling mit einem kleinen Geschenke, -um uns zu empfangen. Da die Hitze des Tages eine zu drückende war -und ich befürchtete, daß von meinen Trägern einige übermüdet werden -könnten, ließ ich in Bevi eine zweistündige Rast machen, so daß die -Leute genügend Zeit hatten, ihre erhitzten Körper im Flusse gehörig -abzukühlen. Der alte Häuptling schien ein sehr bescheidener Mensch -zu sein und nicht viel Achtung zu genießen. Sobald er Geschenke mit -mir gewechselt, setzte er sich in der Nähe unter einen Ficusbaum und -betrachtete das Leben und Treiben aus der Entfernung. Zu allerdings -unverschämten Preisen wurden hier meinen Leuten getrocknete und -gedörrte Fische zum Kauf angeboten. Die Eingeborenen fangen dieselben -im Daï-Flusse und benutzen sie im Tausche mit den durchziehenden -Karawanen. Da ich aber hörte, daß sie unseretwegen die Preise -hochgeschlagen hatten, befahl ich meinen Leuten, zu dem geforderten -Preise keine Fische zu kaufen. Das half insofern, als nun die Leute von -Bevi auch von ihren unverschämten Preisen Abstand nahmen und normale<span class="pagenum" id="Seite_212">[S. 212]</span> -Preise forderten, zu welchen meine Leute verschiedenes erstehen konnten.</p> - -<p>Während des Marsches von Bevi nach Vime wurde die Hitze in der -ausgedörrten Steppe fast unerträglich. Erst als wir uns Vime gegen 4 -Uhr näherten, gewann die Gegend an Interesse. Der Boden wurde wieder -fruchtbarer, hier und dort hatten die Eingeborenen Farmen angelegt, auf -denen wir wiederholt größere Komplexe mit Baumwolle bepflanzt sahen. -Im Dorfe Vime, wo ich eine Rast von etwa einer Viertelstunde machen -ließ, sahen wir wieder verschiedene Prachtexemplare von Ficus Vogelii. -In der Nähe unseres Lagerplatzes standen einige Kokospalmen und einige -Stauden Zuckerrohr, welche sehr üppig aussahen. Nach weiteren 20 -Minuten Marsch durch fruchtbares, ebenes Terrain gelangten wir nach -We-Demme, wo ich mein Nachtquartier aufzuschlagen beschlossen hatte. -Nach der Begrüßung des Häuptlings, der mit seinem ganzen Gefolge vor -meinem Zelte erschien, um seine Geschenke zu bringen, machte ich einen -Rundgang durch das Dorf, wobei ich Gelegenheit hatte, einige Webereien -in Augenschein zu nehmen. Die Leute können mit ihren Webstühlen nur -schmale Streifen Zeug weben, die dann zu breiten, äußerst haltbaren -Tüchern zusammengenäht werden. Das Drehen der Fäden, das ich besonders -in Boëm schon zu beobachten Gelegenheit hatte, bringen die Leute an -einer Handspindel mit großem Geschicke zu stande. Ist ein solcher -Faden von der gewünschten Länge fertiggestellt, so wird er erst -etwas angefeuchtet und dann gespannt, was entweder durch Umspannen -zwischen zwei oder mehreren Bäumen geschieht oder dadurch, daß an den -zusammengelegten Fäden ein größeres Gewicht aus Steinen angehängt -und dadurch die nötige Spannung erzielt wird. Die Weber arbeiteten -hier sowohl wie in den benachbarten Häusern zumeist in Gesellschaft, -in offenen Schuppen, die gewöhnlich zwei Webstühle umschlossen. Von -den Eingeborenen werden diese festen, im Lande selbst gewebten, -allerdings auch bedeutend teureren Stoffe den in Europa verfertigten -meist minderwertigen Artikeln bedeutend vorgezogen. In der Nähe des -Dorfes sah ich auch hier in dem Busche wieder einige Exemplare der -dickstämmigen Liane, welche den Kpandu-Silkrubber liefert. Am Abend -veranstaltete der Häuptling von We-Demme vor meinem Zelte uns zu -Ehren einen Tanz der jungen Männer und Weiber, dem ich mit Herrn -<em class="gesperrt">Thienemann</em> beiwohnte.</p> - -<div class="figcenter illowe50" id="ill_p2125"> - <img class="w100" src="images/ill_p2125.jpg" alt="" /> - <div class="caption">Fetischhäuschen im Dorfe Bevi.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p2125_gross.jpg" - id="ill_p2125_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Gegen 6 Uhr früh am 24. März waren wir wieder auf dem Wege über -hügeliges Terrain, das sich wegen seiner Fruchtbarkeit bei Anlage von -Baumwollplantagen auch empfehlen dürfte, und ganz besonders, da hier -schon jetzt das Centrum der Baumwollkulturen<span class="pagenum" id="Seite_213">[S. 213]</span> für die Agome-Region -liegt. Wir marschierten durch die nahe bei einander gelegenen Dörfer -Leglebi-Fiapi und Leglebi-Duga und darauf, in bergigere, bewaldete -Regionen eintretend, nach Kame, das uns ja schon von der Reise -landeinwärts her bekannt war. Unsere Träger und Trägerinnen, welche -hier in Kame viele Freunde und Verwandte hatten, gerieten außer sich -vor Freude, als sie wieder in die ihnen wohlbekannte Gegend eintraten. -Gern hätte ich mit angehört, was sie den Kame-Leuten erzählten, denn -diese rissen nicht selten vor Erstaunen die Augen weit auf. Ganz -besonders aber schien es unser Koch <em class="gesperrt">Quodjo</em> zu verstehen, seine -Erlebnisse auszuschmücken, denn um ihn sammelte sich bald ein großer -Zuhörerkreis, in dessen Mitte er sich wie ein junger Gott bewundern -ließ, nicht achtend auf das Kichern der Reisegenossen, die sich über -die Erfindungsgabe des Burschen nicht genug amüsieren konnten. Nach -kurzem Aufenthalte in Kame ließ ich bis Agome-Tongbe weitermarschieren, -wo ich eine Frühstücksrast machen ließ. Auf dem bereits beschriebenen -Wege über den François-Paß gelangten wir dann alle frisch und munter -gegen 11 Uhr wieder in Misahöhe an, wo mich Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> aufs -freundlichste aufnahm.</p> - -<p>Da nun der Kontrakt mit meinen Trägern und Trägerinnen abgelaufen -war, entließ ich noch am Vormittage die ganze Gesellschaft, nachdem -sie außer ihrem Lohne noch den üblichen kleinen „Dash“ erhalten -hatten. Herr Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> sorgte gütigst sofort wieder für neues -Trägerpersonal, das er, da ich nun nur eine kleine Rundreise im -Agome-Gebirge unternehmen wollte und daher nur zehn Träger benötigte, -aus Agome-Tongbe beorderte. Herr <em class="gesperrt">Thienemann</em>, welcher begierig -war, zu sehen, ob auf der Agu-Plantage alles beim Rechten sei, brach -am Nachmittag dorthin auf, nachdem wir vorher verabredet hatten, daß -er bis zum Abend des nächsten Tages wieder nach Misahöhe kommen würde, -sofern er sich kräftig genug dazu fühlte, denn sein Gesundheitszustand -erschien nicht sehr gut. Ich verblieb auf der Station, wo ich den Rest -des Tages in Dr. <em class="gesperrt">Gruners</em> und Herrn <em class="gesperrt">Frankes</em> angenehmer -Gesellschaft verbrachte.</p> - -<p>Am Sonntag, den 25. März, ritt ich bald nach Frühstück nach Palime, wo -ich hoffte, noch meine Lebensmittel durch Ankauf etwa dort vorhandener -etwas ergänzen zu können. Fast in Palime angelangt, traf ich auch die -Herren <em class="gesperrt">Meyer</em> und <em class="gesperrt">v. Bruch</em>, welche eben nach Misahöhe -hinüberreiten wollten, um Herrn Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> einen Besuch -abzustatten. Als ich ihnen meine Absichten mitteilte, kehrten sie auch -wieder nach Palime zurück, wo wir nun zusammensuchten, was an Eßwaren -abzugeben war, um dann gemeinsam nach Misahöhe zu reiten, wo wir -gegen Mittag eintrafen. Ich ließ am Nachmittag noch die verschiedenen -Lasten zusammenpacken und<span class="pagenum" id="Seite_214">[S. 214]</span> bereit legen, welche ich auf der Rundreise -im Agome-Gebirge zu benötigen glaubte. Den Abend verbrachten wir -in sehr interessanter Unterhaltung mit Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> und Herrn -<em class="gesperrt">Martin</em> von der Baseler Mission, der auch auf der Durchreise war -und die Gelegenheit benutzte, mit Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> über verschiedene -Fragen eingehende Rücksprache zu nehmen. Es war äußerst interessant -zu sehen, wie genau Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> in jedem Winkelchen seines -Distriktes Bescheid wußte, und wie er gewissermaßen die Seele des -Distriktes war, ein jeder, groß und klein, kam, um sich bei ihm Rat zu -holen, und überall wußte er zu helfen. Noch spät an jenem Abend kam -ein Eilbote von Herrn <em class="gesperrt">Thienemann</em>, welcher einen Brief desselben -für mich brachte mit der Nachricht, daß er erst am nächsten Morgen -eintreffen werde.</p> - -<p>Als Herr <em class="gesperrt">Thienemann</em> gegen 7 Uhr am Morgen des 26. März erschien, -war auch ich bereits fertig zum Aufbruch. Die Träger, unter denen -wieder sieben Trägerinnen waren, waren der Aufforderung gemäß schon am -Abend erschienen, und so stand unserem Aufbruche nichts mehr im Wege. -Doch bald stellte sich heraus, daß Herr <em class="gesperrt">Thienemann</em>, der heftig -fieberte, nicht im stande sein würde, die beschwerliche Reise, bei der -wir fast kaum Pferd oder Hängematte benutzen konnten, da die Wege über -steile und felsige Bergrücken gingen, mitzumachen. Schwer folgte er Dr. -<em class="gesperrt">Gruners</em> und meinem Rate, zurückzubleiben und sich tüchtig zu -erholen. Ich hatte die Träger unter Leitung des Agu-Headmans bereits -nach Tongbe vorausgeschickt und den Leuten einschärfen lassen, daß -sie sich wieder sammeln müßten, sobald meine Signalpfeife in Tongbe -erschallen würde. Begleitet von dem Koch <em class="gesperrt">Quodjo</em> und meinem -Jungen <em class="gesperrt">Afue</em>, verließ ich die Station erst um 10 Uhr. Auf dem -schon zweimal zurückgelegten Wege ritt ich nun über den François-Paß -nach Tongbe hinüber, wo ich die Trägertruppe zusammenrief, um ihnen -die Subsistenzgelder zu geben, damit sie sich in ihrem Heimatsdorfe -mit Eßvorräten versehen könnten. Da wir von Tongbe über schlechte -Wege nach Ashanti-Kpoeta zu marschieren beabsichtigten, so schickte -ich meinen Jungen <em class="gesperrt">Afue</em> mit dem Pferde nach Leglebi-Abesia, wo -ich ihm befahl, spätestens am nächsten Morgen einzutreffen, da ich -glaubte, in der Zeit über das Gebirge dorthin zu kommen. Um 11 Uhr -brach ich dann mit meiner Karawane selbst auf. Dicht hinter Tongbe -stieg der Weg ziemlich steil an über einen grasigen Rücken. Einige -ebenere Teile dieses Gebietes und besonders einige der feuchteren -Thäler dürften sich für Baumwoll- und Tabakkultur eignen, während die -bewaldeten Rücken mir für Kickxiakultur wie geschaffen erschienen. Es -war eine grausame Tour über diese Berge und Thäler für die Leute mit<span class="pagenum" id="Seite_215">[S. 215]</span> -ihren Lasten; steile Berge und tiefe Thäler wechselten beständig. Nur -selten konnten wir über ebeneres Terrain marschieren. In den Wäldern -waren falsche Kickxien und Landolphien, die guten Kautschuk gaben, -häufig anzutreffen. Bei etwaigen Kulturanlagen hier in dem Gebiete, -das zum größten Teile Besitz des Herrn <em class="gesperrt">Sholto Douglas</em> ist, wäre -es wohl wünschenswert, daß man diese Lianen möglichst schonte, denn -wenn einmal vorhanden, bedürfen sie gar keiner Pflege mehr und dürften -bei vorsichtigem Anzapfen doch immerhin eine gute Nebeneinnahmequelle -der Plantage bilden. Nach Überschreiten verschiedener Bäche, unter -denen der Avhliva-Bach der bedeutendste war, gelangten wir an den Rand -eines großen Thalkessels, in dem die Kpoeta-Dörfer zu sehen waren. -Der Abstieg in diesen Kessel war recht beschwerlich und konnte nur -langsam vor sich gehen. Unten angekommen, erreichten wir bald das Dorf -Akhim-Kpoeta, in einer fruchtbaren Ebene gelegen, und nach weiterem -kurzen Marsche das heutige Endziel unserer Reise, Ashanti-Kpoeta. -Es war auffallend, daß sich bei unserem Einzuge daselbst keine -Menschenseele sehen ließ. Ich ließ ruhig unter einem großen -Lecaniodiscus-Baume einen Platz reinigen und forderte dann die Träger -auf, sich mit den Kpoeta-Leuten anzufreunden und sich ein Nachtlager in -den Hütten zu suchen. Da meine Träger aus der näheren Umgebung stammten -und auch Bekannte unter den Kpoeta-Leuten hatten, war auch dieses -bald gethan, doch immerhin blieb es merkwürdig, daß die sämtlichen -Leute in ihren Häusern verblieben. Ich schrieb dieses Verhalten nicht -dem bösen Willen zu, sondern der Furcht vor den Weißen, und wunderte -mich daher auch nicht, als mein Koch und der Headman kamen, um mir -mitzuteilen, daß die Leute mir weder Eier noch Hühner verkaufen -wollten. Es ist unter den Negern Afrikas eine allgemein verbreitete -Ansicht, daß ein böser Zauberer im stande ist, jemandem Böses anzuthun, -sobald er in Besitz eines Gegenstandes kommt, welcher dem Betreffenden -gehört. So erklärte ich mir häufig auf meinen Reisen die Abneigung -der Eingeborenen, dem Europäer irgend welche Artikel zu verkaufen, -obgleich er doch häufig eine für seine Verhältnisse sehr hohe Bezahlung -dafür bekommen würde. Hier in Kpoeta vermutete ich ähnliches. Wie -ich erwartet hatte, hieß es, niemand sei da. Den Nachmittag benutzte -ich dazu, um das Terrain, auf dem die Kpoeta-Dörfer erbaut sind, -näher in Augenschein zu nehmen. Der größere Teil der Fläche bei -Ashanti-Kpoeta besteht aus sehr fruchtbarem Boden, der für ausgedehnte -Kulturen wohl geeignet wäre. Die sämtlichen Wälder des Agome-Gebietes -sind für Kickxia-Anpflanzungen wohl ohne Zweifel sehr gut geeignet -und infolge der einfachen Transportverhältnisse zur Küste besonders -für ein derartiges Unternehmen zu empfehlen. Gerade<span class="pagenum" id="Seite_216">[S. 216]</span> die doch nicht -unbedeutenden Transportunkosten sind es, welche bei irgend welchen -kolonialwirtschaftlichen Unternehmungen fast alle Distrikte im Innern -mit Ausnahme des Misahöhe-Distriktes ausschließen. Was würde es nützen, -wenn wir wissen würden, daß irgend welche landwirtschaftlichen Produkte -im Innern reichlich vorhanden sind oder angezogen werden könnten, -wenn sich die Transportunkosten höher stellen, als das betreffende -Produkt wert ist. Mit Kautschuk und Kola wäre es nun allerdings etwas -anders, da ersteres seines Wertes wegen einen Transport aus dem Innern -wohl verlohnt, für Kolanüsse aber gute Absatzgebiete im Lande selbst -vorhanden wären.</p> - -<p>Später erschienen Kpoetaleute um mir Geschenke zu bringen, doch war -ich erstaunt, daß sich der Häuptling nicht sehen ließ. Als ich mich -am Abend bereits schlafen gelegt hatte, kam endlich ein alter Neger -mit einer ganzen Schar von Leuten, um mir Geschenke zu bringen. Da ich -nicht die Absicht hatte, mich nochmals anzukleiden, ließ ich ihm sagen, -er solle nur am nächsten Morgen zeitig wiederkommen, jetzt sei es schon -zu spät.</p> - -<p>Am nächsten Morgen, noch bevor die Sonne aufgegangen, kam die ganze -Gesellschaft wieder mit ihren Geschenken. Der alte Mann bat nun um -Entschuldigung, daß man mir kein Huhn geschickt habe, doch es gäbe in -letzter Zeit keinen richtigen Häuptling mehr bei ihnen, und daher habe -niemand gewußt, wer die Sache übernehmen solle, nun seien sie gekommen, -alles wieder gut zu machen. Ich bekam dann vier Hühner und eine Anzahl -Yamsknollen sowie Reis als Geschenk, das ich durch ein Geschenk von -Tabak zur großen Freude der Leute erwiderte.</p> - -<div class="figcenter illowe50" id="ill_p2165"> - <img class="w100" src="images/ill_p2165.jpg" alt="" /> - <div class="caption">Feigenbäume im Dorfe Bevi.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p2165_gross.jpg" - id="ill_p2165_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Von Ashanti-Kpoeta um 6 Uhr aufbrechend, stiegen wir wieder langsam -auf die Berge und gelangten dann in ein ziemlich zerrissenes, dicht -bewaldetes Terrain, auf dem die falsche Kickxia wieder einer der -hauptsächlichsten Urwaldbäume zu sein schien. Auch Landolphien und -Strophanthus, besonders die erstere häufig, waren anzutreffen. Nachdem -wir verschiedene Thäler überschritten hatten, gelangten wir auf ein -ziemlich großes, dicht bewaldetes Plateau, von dessen Rande aus wir -eine wundervolle Aussicht über die Leglebi-Ebene bis hinter Kpandu und -zum Kunya-Gebirge hatten. Ich ließ hier eine kurze Rast machen, um dann -den sehr schwierigen steilen Abstieg zu beginnen, der für die Leute mit -ihren Lasten nicht ohne Gefahr war. Der ganze steile Bergabhang war mit -dichtem Buschwald bedeckt, der so niedrig war, daß die Lasten der Leute -nicht selten zwischen den Zweigen festsaßen, so daß schon deshalb ein -vorsichtiger Abstieg geboten war. An vielen Stellen<span class="pagenum" id="Seite_217">[S. 217]</span> war der Pfad -so steil, daß ich mich wundern mußte, daß alle Leute, ohne Schaden -erlitten zu haben, schließlich unten in der Ebene anlangten. Die -Ebene, welche wir nun zu durchziehen hatten, bevor wir Leglebi-Abesia -erreichten, war offenbar sehr fruchtbar, besonders in der Nähe des -Gebirges. Da, wo nicht Wald das Terrain bedeckte, war es dicht mit -den riesigen Halmen des Elefantengrases bewachsen. Überall zeigte -sich eine wunderbare Üppigkeit. Kurz nachdem wir das ehemalige nun -abgebrannte Dorf passiert hatten, zogen wir in dem neuen Leglebi-Abesia -ein. <em class="gesperrt">Afue</em> mit dem Pferde war bereits am frühen Morgen -eingetroffen und hatte schon für ein schattiges Haus für mich gesorgt, -da das erst in jüngerer Zeit wieder aufgebaute Dorf noch gar keine -Schattenbäume besaß, unter denen man einigermaßen vor den Strahlen der -Sonne geschützt gewesen wäre. Ich hatte mit Herrn <em class="gesperrt">Thienemann</em> -verabredet, daß er, falls eine Besserung in seinem Gesundheitszustande -eintreten sollte, mir nach Leglebi-Abesia nachkommen solle, doch -war von ihm hier nichts zu sehen noch sonst eine Nachricht für mich -eingelaufen. Ich machte hier einige kleine Ausflüge, um mich über die -Kautschukverhältnisse der Wälder zu orientieren, fand aber die Aussagen -der Eingeborenen, daß die Lianen meist schon ausgeschlagen seien, -bestätigt. Am Nachmittage setzten wir auch über kulturfähiges Land -unsere Reise nach Leglebi-Fiapi fort und machten dann in Leglebi-Duga -Halt, um unser Nachtlager daselbst aufzuschlagen.</p> - -<p>Zeitig am Morgen des 28. März ließ ich wieder aufbrechen. Über Kame -ging es in die Kame-Schlucht hinein, wo ich mich plötzlich über -Hämmern und Schlagen in der Nähe wundern mußte. Als wir uns dem -Tii-Flusse näherten, sah ich dann zu meiner Überraschung, daß Dr. -<em class="gesperrt">Gruner</em> mit Tongbe-Leuten im Begriffe stand, eine Brücke über -den zur Regenzeit nicht selten unpassierbaren Bach zu bauen. Auch er -hatte mich noch nicht zurückerwartet. Ich ließ meine Leute nun hier -rasten, um mit Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> einige Zeit verweilen zu können. Herr -<em class="gesperrt">Thienemann</em> und Herr <em class="gesperrt">Franke</em> erschienen auch bald auf der -Bildfläche. Ersterer sah furchtbar angegriffen aus. Die ungewohnte -lange Boëm-Reise hatte ihn offenbar mehr angegriffen, als er sich -selbst eingestehen wollte. Meine Karawane schickte ich gegen Mittag -nach Tongbe voraus und folgte dann selbst mit Herrn <em class="gesperrt">Thienemann</em> -am Nachmittage. In Agome-Tongbe trafen wir mit den Herren aus Palime -zusammen, die auf der Reise nach Kpandu waren, um daselbst in den -Faktoreien ihrer Firmen Inventar aufzunehmen. Um 3 Uhr ließ ich die -Karawane wieder zusammentreten und nach Misahöhe aufbrechen, wo wir -bald darauf eintrafen. Herr Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> und Herr <em class="gesperrt">Franke</em> -erschienen kurz nach uns. Noch am Nachmittage lohnte ich meine<span class="pagenum" id="Seite_218">[S. 218]</span> Träger -und Trägerinnen ab und schickte sie wieder nach Tongbe zurück, da Dr. -<em class="gesperrt">Gruner</em> für die Reise nach der Küste bereits neue Leute für mich -bestellt hatte.</p> - -<p>Bei dem rastlosen Arbeiten des Herrn Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> war es nach -seiner Krankheit durchaus notwendig, daß er sich eine kurze Erholung -gönne und sei es nur für einige Tage. Ich setzte daher alle Hebel in -Bewegung, um ihn zu bewegen, mich nach Amedjovhe zu begleiten, wohin -er schon längst eine kleine Erholungsreise zu machen beabsichtigt -hatte. Zu meiner Freude war er schließlich doch dazu bereit, falls ich -bis zum 30. März auf ihn warten würde. Gern willigte ich natürlich -darin ein, denn eine Reise mit ihm mußte für mich von ganz besonderem -Interesse sein. Schon am Abend des 28. März kamen meine neuen Träger -(fünf ausgesucht starke Männer aus Kpime) an. Am 29. März ritt ich -zusammen mit Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> zur Kame-Schlucht, wo er den Brückenbau -leiten wollte. Soweit dieses in meinen Kräften stand, half ich ihm -dabei. Am Nachmittage war dann die Sache so weit gediehen, daß wir die -Eingeborenen allein die Arbeit fortsetzen lassen konnten.</p> - -<p>Schon am Morgen des 30. März hatte ich die Träger vorausgeschickt, um -dann selbst der Karawane nachzufolgen. Herr <em class="gesperrt">Thienemann</em> blieb -auf Misahöhe zurück, um, sobald er wieder hergestellt sei, nach dem -Agu zurückzukehren. Mit Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em>, welcher noch vor seiner -Abreise sehr viel Amtsgeschäfte zu erledigen hatte, wollte ich in -Agome-Palime wieder zusammentreffen. In Kussundu, einem Dörfchen vor -Palime, holte ich meine Träger-Karawane wieder ein und zog nun mit -derselben nach Palime, wo ich noch verschiedene Einkäufe machte, -während ich auf Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> wartete, der etwa eine Stunde später -eintraf. Das ganze Gebiet um Agome-Palime herum würde sich zur Anlage -von Baumwoll-Versuchsplantagen eignen. Vor allen Dingen würden von -hier aus die Transportkosten nach der Küste nicht so bedeutend sein. -Ich habe zwar die Überzeugung, daß wahrscheinlich die Umgebung der -Leglebi-Dörfer noch geeigneter zu den Versuchen sein würde, da dort -auch der Boden besser zu sein scheint, doch hätte man beim Transporte -von dort nach der Küste pro 30 Kilo einen Tageslohn mehr für die Träger -in Verrechnung zu bringen.</p> - -<p>Die Reise des Herrn Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> nach Amedjovhe war für die -Eingeborenen sehr überraschend gewesen. Durch Folove und Kpalave -marschierten wir hindurch und bogen dann von der Straße nach Ho ab. -Erst durch fruchtbares Gelände marschierend, dann über einen steinigen -Hügelrücken steigend, gelangten wir, nachdem wir noch das Dörfchen -Ahudju passiert, gegen 4½ Uhr nachmittags nach Wuamme. Hier -beschlossen wir über Nacht zu bleiben. Ich gab<span class="pagenum" id="Seite_219">[S. 219]</span> nun sofort den noch -ungeschulten Kpime-Leuten Instruktionen im Aufstellen des Zeltes. Bald -stand alles in bester Ordnung; meine Lasten wurden, wie gewöhnlich, -in meinem Zelte untergebracht. Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> hatte für sich und -seine Soldaten einige Häuser in der Nähe erstanden. Nachdem wir unser -Abendessen eingenommen hatten, saßen wir beide Europäer noch gemütlich -plaudernd bis 1 Uhr vor meinem Zelte.</p> - -<p>Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> hatte mich gebeten, das Signal zum Sammeln am Morgen -zu geben. Ich rief daher die Leute um 5½ Uhr am folgenden Morgen -zusammen, und nachdem die Lasten fertig gepackt waren, schickten wir -die Träger unter Leitung eines Soldaten voraus. Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> -und ich folgten mit den Soldaten bald nach. Wir hatten zunächst ein -hügeliges Land vor uns, das bald in eine prachtvolle, fruchtbare Ebene -abfiel, auf die ich hier ganz besonders aufmerksam machen möchte. Diese -Ebene ist gut bewässert und würde bei Anlagen von Baumwoll-, Tabak- -und Sisalplantagen sicher einer näheren Beachtung wert sein. Besonders -gutes Gelände durchzogen wir, nachdem wir Moendu passiert hatten. Auch -vor Khonuta sahen wir wieder ganze Strecken, welche sich vorzüglich -für bessere Kulturen eignen würden. In Khonuta warteten unsere Träger -auf uns. Wir schickten das Gros derselben aber weiter nach Aflime und -behielten nur wenige Lasten zurück, welche wir nötig hatten, da wir -hier eine kleine Frühstückspause machen wollten.</p> - -<p>Auch das Gebiet zwischen Khonuta und dem Fuße des Amedjovhe-Gebirges -bei den Kpedje-Dörfern scheint recht fruchtbar und einer Beachtung wohl -wert. In dem Dorfe Aflime gab es viele Kokospalmen, an deren Früchten -sich unsere Träger ergötzten. Auch Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> und ich ließen -uns einige Nüsse öffnen, um die erfrischende „Milch“ derselben zu -trinken. Um 11 Uhr brachen wir wieder auf. Der Marsch auf das Gebirge -war recht anstrengend für die Leute, da der Weg sehr steil war, wir -mußten auch von den Pferden herunter, um sie hinauf führen zu lassen. -Oben angelangt, traten wir in einen großen Wald, der sich über den -ganzen Höhenrücken erstreckte. Nach etwas ¾stündigem Marsche, welcher -auch fast ausschließlich durch ein an falschen Kickxien sehr reiches -Waldgebiet führte, in dem die Eingeborenen leider bereits anfingen, -größere Strecken zur Anlage von Bananenpflanzungen niederzubrennen, -gelangten wir an den Fuß der kleinen Bergkuppe, auf der 770 m über -dem Meeresspiegel die Missionsstation Amedjovhe erbaut ist. Von -dem Missionar, welcher die Station leitete, wurden wir äußerst -liebenswürdig empfangen.</p> - -<p>Da ich nicht Zeit genug hatte, mich länger hier aufzuhalten und daher -bereits am nächsten Morgen die Reise nach der Küste, welche<span class="pagenum" id="Seite_220">[S. 220]</span> ich auf -Dr. <em class="gesperrt">Gruners</em> Wunsch durch die Landschaft Agotime zurückzulegen -beabsichtigte, antreten wollte, so unternahm ich noch unter der -Führung unseres liebenswürdigen Wirtes am Nachmittage einen kleinen -Spaziergang zur Besichtigung der Station. Landwirtschaftliches war -weniger zu sehen. Vor allen Dingen war Kaffee angepflanzt, der sehr -gut zu gedeihen schien und reichlich Früchte angesetzt hatte. Es -waren zwei Arten hier in Kultur, die erstere, der Liberia-Kaffee, -stand zwar gut, doch erschien an den meisten Beeren kurz vor ihrer -Reife ein Pilz, der dieselben dann in Kürze zerstörte und vollständig -schwarz färbte. Anders war es mit der zweiten Art; dieselbe ging als -Coffea arabica, schien mir aber von dieser verschieden zu sein; über -und über waren die Bäumchen mit Blüten und Früchten schwer beladen. -Auch schien die Frucht sehr gut zu sein, und das daraus hergestellte -Getränk hatte einen sehr guten Geschmack und ein vorzügliches Aroma. -Inwieweit sich die Kultur dieser Kaffeevarietät im großen lohnen -würde, läßt sich nicht sagen, da meines Wissens nie Proben dieses -Kaffees zur Begutachtung nach Europa geschickt worden sind. Da die -klimatischen und geologischen Verhältnisse des Amedjovhe-Gebirges denen -des Agome-Gebirges vollständig gleichen, so kann wohl mit ziemlicher -Sicherheit angenommen werden, daß diese Kaffeespezies auch dort sehr -gut gedeihen werde. Mit großem Erfolge wurde hier auch Rinderzucht -getrieben; vor allem gediehen die Kühe ausgezeichnet. Die Pferde, -welche auch vorzüglich heranwuchsen, zeichneten sich durch guten, -kräftigen Körperbau aus, wurden aber häufig von einer eigentümlichen -Krankheit befallen, die nach den Schilderungen unseres Wirtes der -Pferdekrankheit von Südost-Afrika ähnlich zu sein scheint. Auch die -Schafe sahen gesund aus, gehörten aber einer kleineren Art an, die sich -wohl bei Vergrößerung der Zucht weniger empfehlen würde.</p> - -<p>Gern wäre ich noch am nächsten Tage in Amedjovhe verblieben, um die -Wälder der Umgebung näher kennen zu lernen, doch bei derartigen Reisen -muß man mit Eventualitäten rechnen, die einem unterwegs manchmal -ziemliche Zeit rauben können; deshalb zog ich es vor, bei meiner -ursprünglichen Absicht zu bleiben und wirklich abzuziehen. Dem von -mir erhaltenen Befehle gemäß, erschienen meine Träger auch um 6 Uhr -morgens am 1. April aus dem nahe gelegenen Eingeborenen-Dorfe, in dem -sie während der Nacht untergebracht worden waren. Ich schickte die -Karawane voraus und folgte dann um 6½ Uhr selbst zu Pferde nach. -Der Abschied von Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em>, dem ich den glatten Verlauf meiner -ganzen Togo-Reise zu verdanken hatte, wurde mir ordentlich schwer. In -Salame, dem ersten kleinen Dorfe am Fuße des Gebirges, holte ich meine -Leute ein und marschierte nun mit ihnen nach Aflime, wo<span class="pagenum" id="Seite_221">[S. 221]</span> ich noch -einige Stämme des Ficus Vogelii anzapfte. Darauf ging es in schnellem -Marsche bis Moëndu, wo ich meinen Leuten zwei Stunden Zeit gab, Essen -zu kochen. Kaum hier angekommen, wurden wir von einem Eilboten des -Herrn Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> eingeholt, der mir noch einen Abschiedsgruß in -Form eines Paketes Cigarren überbrachte, die mir besonders willkommen -waren, da ich vor einigen Tagen die letzte der meinigen aufgeraucht -hatte. Von Moëndu um Mittag abmarschierend, zogen wir fast direkt -nach Süden, auf einem auf der Sprigadeschen Karte von Süd-Togo nicht -aufgezeichneten Wege, der direkt nach Klave führt. Der Weg war nicht -in besonders gutem Zustande, doch immerhin gut genug, daß man ihn zu -Pferde zurücklegen konnte. Dicht hinter Moëndu überschritten wir zum -ersten Male den Todjië-Bach, welchen wir noch häufig sehen sollten. -Die Vegetation des ersten Teiles zu beiden Seiten des Weges bestand -aus Buschwald, der eine große Menge Ölpalmen beherbergte. In diesem -Buschwalde war auch Ficus Vogelii ziemlich verbreitet. Nachdem wir etwa -eine Stunde marschiert waren, trafen wir auf einen Trupp eingeborener -Jäger, welche soeben drei Pinselohr-Schweine geschossen hatten. Ich -verabredete mit den Leuten, daß ich ihnen in Klave einen Teil eines -Schweines abkaufen werde, falls sie sich beeilen würden, eines der -Tiere dorthin zu bringen. Nachdem wir aus dem Buschwalde herausgetreten -waren, kamen wir in eine steinige Baumsteppe, welche für mich, als -Botaniker, manches Interessante geboten, wenn ich die Zeit gehabt -hätte, mich dort aufzuhalten. In Klave ließ ich nun eine kurze Rast -machen, bis die Eingeborenen mit dem erlegten Schweine erschienen, -von dem ich für mich und meine Träger eine Hälfte erstand. Von Klave -bis Shia war nur eine gute Marschstunde über ein Baumsteppengebiet, -ähnlich dem zwischen Moëndu und Klave, aber weniger steinig. Ich ließ -in Shia gar nicht rasten, da ich nicht wußte, wie lange wir noch bis -Nyive zu marschieren haben würden, wo ich das Nachtlager machen wollte. -Auch hinter Shia setzte sich anfangs die Steppe weiter fort, doch -bald wurde das Land wieder fruchtbarer, als wir uns dem Todjië wieder -näherten; denselben hatten wir vor Nyive noch zweimal zu überschreiten. -Zu unserem nicht geringen Erstaunen mündete unser Fußweg plötzlich -in einen wundervoll reingehaltenen breiten Weg, der uns über einen -kleinen Hügel direkt auf Nyive zu führte. Unterdessen hatte sich der -Himmel bedenklich verdunkelt, so daß ich meine Leute zu möglichster -Eile antrieb, da ich jeden Augenblick einen heftigen Gewitterregen -erwartete. In Nyive angekommen, ließ ich sofort das Zelt unter einem -wundervollen Milletiabaum aufschlagen und die Lasten, da der Regen eben -begann, hineinbringen. Dieser Gewitterregen muß eine Wohlthat<span class="pagenum" id="Seite_222">[S. 222]</span> für die -Umgebung gewesen sein, denn zwischen Klave und Nyive begannen die nach -dem ersten Regen aufgesprossenen Kräuter bereits wieder zu welken. Der -Regen dauerte bis gegen 5 Uhr am nächsten Morgen in mehr oder minder -leichten Schauern an.</p> - -<p>Als ich am 2. April sah, daß sich der Himmel klärte, ließ ich die -Leute wieder antreten, und weiter ging es, ohne auf den Wunsch des -Häuptlings zu hören, der mich bat, doch noch zu verweilen, da er mir -ein Geschenk schicken wolle. Da wir den Weg von Nyive nach Atikpui -nicht kannten, bat ich den Häuptling um einen Führer dorthin. Ohne -lange dadurch aufgehalten zu werden, erhielt ich einen jungen Mann, -der uns führen konnte. Infolge des Regens war das Gras in den Steppen -noch vollständig naß, so daß ich, als ich vom Pferde abstieg, um -einige interessante Pflanzen zu sammeln, total durchnäßt wurde. Die -Steppe wechselte hier mit kleinen Buschpartien, zwischen deren nassen -Büschen wir uns manchmal derartig hindurchwinden mußten, daß bereits -einige der Lasten ganz durchnäßt schienen; doch bald war dieser Schaden -wieder geheilt, als die Sonne höher stieg und alles abtrocknete. In -Atikpui hatte ich mich eine halbe Stunde aufzuhalten, da ich mir -einen neuen Führer bis Nyitoe suchen mußte. Da von den umherstehenden -Leuten keiner einwilligte, mußte ich erst den Häuptling rufen lassen, -der mir dann sofort den gewünschten Mann stellte. Ein großer Teil der -Strecke, welche wir nun vor uns hatten, besonders nach Nyitoe zu, -dürfte zu den fruchtbarsten Teilen der Landschaft Agotime gehören, -soweit ich sie kennen gelernt habe. Anfangs hatten wir wieder eine -sterilere Baumsteppe vor uns, doch nachdem wir den Todjië abermals -überschritten hatten, wurde das Terrain recht interessant. Hier dürften -sich große Strecken für Baumwoll- und vielleicht auch für Tabakbau -eignen. Besonders gut schien das Gebiet zwischen dem Todjië und dem -Kedjo. Ich möchte hier jedoch, um Mißverständnisse zu vermeiden, -darauf aufmerksam machen, daß ich, wenn ich von gutem fruchtbaren -Gebiete schreibe, nur die Togo-Verhältnisse im Auge habe, da es sich -hier nur um die eventuelle landwirtschaftliche Entwickelung dieser -Kolonie handelt. In einem von der Natur so reich beschenkten Lande, -wie dasjenige am Kamerun-Gebirge, würden natürlich selbst die für Togo -fruchtbar geltenden Orte als geringwertig angesehen werden. Ich möchte -daher besonders davor warnen, etwa die wirtschaftlichen Verhältnisse -des Gebietes am Kamerun-Gebirge auf Togo zu übertragen, denn dies müßte -notwendigerweise zu einem Fiasko führen, schon da, abgesehen von der -sehr verschiedenen Beschaffenheit des Bodens, die meteorologischen -Verhältnisse ganz andere sind.</p> - -<p>Kurz vor unserm Einzuge in Nyitoe überschritten wir noch den Kedjo, -der sich hier mit dem Todjië vereinigt. Wie fast alle Dörfer<span class="pagenum" id="Seite_223">[S. 223]</span> im -südlichen Togo, hat auch Nyitoe seinen Fetischplatz, bevor man in -die Stadt kommt. Eine besonders wichtige Rolle scheint an solchen -Plätzen eine Jatrophaart zu spielen, welche man stets als Umrandung -dieser Fetischplätze angepflanzt sieht. Die Form der Plätze ist sehr -verschieden, ebenso die Lage derselben. Überall werden sie sehr -reinlich gehalten. In Nyitoe sah ich zum ersten Male die für Agotime -charakteristischen merkwürdigen Thorhäuser, welche, größer als die -anderen Häuser erbaut, den Eingang zum Marktplatze bilden. Auch ein -Eisenschmied war dicht neben unserm Lager auf dem Marktplatze in -voller Thätigkeit und bewies trotz seiner recht primitiven Instrumente -eine große Geschicklichkeit. Gegen 12 Uhr von Nyitoe aufbrechend, -marschierten wir durch Sukpe, ein Dorf, das ebenso groß wie Nyitoe -und von diesem nur durch einen schmalen Buschwaldstreifen getrennt -ist. Allenthalben, wo ich mich hier in Agotime zu Pferde sehen ließ, -liefen die Frauen und Kinder davon, als ob der Gottseibeiuns käme, -und wurden erst wieder beruhigt und zutraulicher, wenn sie sahen, -daß auch meine Leute sich an das Pferd heranwagten. Interessant war -übrigens, daß in den sämtlichen Buschwäldern, welche wir südlich vom -Amedjovhe-Gebirge durchzogen, keine Spur der falschen Kickxia zu -finden war. Es scheint, daß ihre Südgrenze etwa die Gegend am Fuße des -Amedjovhe-Gebirges ist. Landolphien waren hin und wieder zu sehen, -doch selten in stärkeren Exemplaren. Ficus Vogelii ist allenthalben -in den Dörfern von Süd-Togo wie Mittel-Togo als Schattenbaum auf -Marktplätzen angepflanzt. Von Sukpe nach Apegame ging der Weg über -ziemlich trockene Savannengebiete, die mehr oder minder spärlich mit -kurzen Bäumen bedeckt waren, an einem kleinen Farmdorfe vorbei, für -welches uns die dort wohnenden Leute den Namen Kpadjakho angaben. In -der Steppe gab es sehr viele Borassuspalmen, deren Früchte von den -Eingeborenen hin und wieder genossen werden. Die Kinder saugen gern -die süßliche, fleischige Pulpa aus, welche die Nüsse, deren stets drei -zusammensitzen, umschließen. Als wir kurz hinter Apegame eben den -Todjië wieder überschritten hatten, wurden wir inmitten der Steppe -von einem sehr starken Regen überrascht, der uns bald vollständig -durchnäßte. Da wir bereits eine ziemliche Strecke von den letzten -Häusern entfernt waren, war es unnütz, erst wieder umzukehren; ich -ließ deshalb trotz des Regens, der übrigens bald vorübergezogen war, -den Marsch fortsetzen. Die Savanne vor Bottoe war ziemlich steriler -Natur und dürfte daher weniger für europäische Plantagenanlagen -geeignet sein, würde aber doch zur Bepflanzung mit Manihot Glaziovii -zu empfehlen sein. Etwa eine halbe Stunde vor Bottoe erreichten wir -die unter Leitung<span class="pagenum" id="Seite_224">[S. 224]</span> eines eingeborenen Negers stehende Außenstation der -Bremer Mission. In Bottoc kamen wir gegen 4 Uhr am Nachmittage an. -Trotz des schlechten Rufes, welchen die Eingeborenen dieser Ortschaft -haben, wurden wir daselbst sehr freundlich aufgenommen. Der Häuptling -brachte mir ein Geschenk von drei Hühnern und etwas Mais. Ich hatte -während der letzten Zeit vorzugsweise von Eiern gelebt, welche wir -allenthalben in den Dörfern für Tabak reichlich kaufen konnten, da ich -gegen Konserven und das ewige Hühnerfleisch eine furchtbare Abneigung -bekommen hatte. Am Morgen des 3. April brachen wir um 6 Uhr wieder auf. -Der Häuptling des Dorfes hatte mir bereitwilligst einen Führer bis -Batome bestellt, von wo aus ich dann einen neuen Führer bis Assahun zu -nehmen gedachte. Über eine sterile Savanne, welche sich wohl nur zur -Bepflanzung mit Manihot Glaziovii eignen dürfte, führte der Weg. Die -infolge der ersten Regen hervorgesprossene Vegetation fing schon wieder -an bedenklich zu vertrocknen. In einem kleinen Farmdorfe, welches wir -passierten, beklagten sich die Eingeborenen über die ausbleibenden -Regen. Das Wasser hatten sie von ziemlicher Distanz herbeizuschaffen, -da die sämtlichen Quellen und sonstigen Wasserplätze in der Umgebung -ausgetrocknet waren. Etwa eine halbe Stunde vor Batome marschierten -wir durch das Dorf Seva. In Batome machte sich der Wassermangel erst -recht bemerkbar, wir hatten hier viel Geld für das von den Eingeborenen -herbeigeschaffte Wasser zu zahlen.</p> - -<p>Von einigen Weibern kaufte ich hier eine Anzahl Finger- und Armringe, -ebenso gelang es mir, einige Exemplare ovaler Messingringe zu erstehen, -welche am Fuße über dem Spanne getragen werden. Die Fingerringe -und ein Teil der Armringe waren aus Nickel verfertigt. Nach Angabe -der Eingeborenen waren sie in Assahun hergestellt. Es ist wohl -nicht unwahrscheinlich, daß ein Teil der nach Togo importierten -Fünfpfennigstücke zu derartigen Arbeiten verwendet wird. Um 12 Uhr ließ -ich wieder aufbrechen, diesmal ohne Führer. Es war in der trockenen -Steppe drückend heiß, dazu schien der Weg immer unkenntlicher zu -werden. An einigen verlassenen Farmdörfern zogen wir vorbei, bis -allmählich die Gegend einen interessanteren Charakter annahm. Hin und -wieder zeigten sich kleine Buschwäldchen, die immer häufiger zu werden -schienen, und dazwischen lagen die Farmen der Eingeborenen. In Agorome -floh die ganze Bevölkerung, als sie des Weißen auf dem Pferde ansichtig -wurde, nur mit Mühe konnte ich einige Leute bewegen, zurückzukehren, -um mir den Weg zu zeigen. Nach etwa einer weiteren Stunde gelangten -wir nach Seve, wo ich für die Nacht geblieben wäre, wenn nicht die -Einwohner behauptet hätten,<span class="pagenum" id="Seite_225">[S. 225]</span> weder genügend Wasser noch Nahrung zu -haben. Es blieb uns also nichts übrig, als den Marsch bis Assahun -fortzusetzen. Etwa 20 Minuten vor Assahun kamen wir wieder auf die -breite Lome-Misahöhe-Straße und trafen dann mit Einbruch der Dunkelheit -in Assahun ein. Ich ließ sofort das Zelt aufschlagen, um für die Nacht -hier rasten zu können, meine Leute fanden Unterkommen in den Häusern -der Eingeborenen.</p> - -<p>Gegen 5½ Uhr rief am 4. April meine Signalpfeife unsere Schar wieder -zusammen. Da ich die Absicht hatte, bloß bis Badja zu marschieren, -ließ ich heute nicht so zur Eile antreiben. In Kewe ließ ich am -Logirhause eine halbe Stunde Rast machen und dann direkt nach Badja -vorgehen, wo wir schon um 10 Uhr unter Ficus- und Affenbrotbäumen das -Zelt aufstellen konnten. Es schien hier ein großer Palavertag zu sein, -denn in der Nähe meines Zeltes wurde eine lange Gerichtsverhandlung -vom Häuptlinge abgehalten. Ich wurde zwar aufgefordert, auch daran -teilzunehmen, schlug diese Einladung aber ab, da ich mich nicht in die -Angelegenheiten der Leute mischen wollte. Gegen Abend mußte ich den -Häuptling rufen lassen, um ihn aufzufordern, für einen Polizeisoldaten, -dessen Träger entlaufen war, einen neuen Träger zu stellen. Wie sich -herausstellte, hatte eigentlich der Soldat selbst Schuld an der Sache, -und deshalb waren die Badja-Leute gegen ihn aufgebracht, doch gelang -es mir, den Streit zur Zufriedenheit beider Parteien beizulegen, so -daß sich der Häuptling verpflichtete, in aller Frühe am nächsten -Tage den gewünschten Träger bis Palime zu stellen. Unsern Aufenthalt -am Nachmittage in Badja benutzte ich dazu, die Steppen botanisch zu -untersuchen, wobei es mir gelang, einige recht interessante Funde zu -machen. Am Abend begann ein sehr starker Regen, welcher die ganze -Nacht hindurch nicht endete und unsern Aufbruch am nächsten Morgen bis -7 Uhr verzögerte. Kaum waren wir auf dem Wege wieder in der Steppe, -als der Regen mit erneuter Heftigkeit wiederum begann. Doch wollte -ich mich dadurch nicht mehr in unserm Fortkommen behindern lassen -und ließ nun unter diesen nicht gerade sehr angenehmen Zuständen den -Marsch fortsetzen. Waren wir und die Lasten doch bereits vollständig -durchnäßt, so konnte etwas Regen mehr oder minder weiter keinen -bedeutenden Schaden anrichten. Die Wege waren allerdings infolge -ihrer lehmigen Beschaffenheit so schlüpfrig, daß mehrere Male Träger -mit ihren Lasten stürzten. Ebenso hatte ich mit meinem Pferde gut -aufzupassen, denn auch das Tier konnte nicht sicher treten. Nachdem -wir Noeppe passiert, trafen wir gegen 11 Uhr vollständig durchnäßt in -Akeppe ein. Zu unserm Glück hatte der Regen nachgelassen, so daß wir -in den nichts weniger<span class="pagenum" id="Seite_226">[S. 226]</span> als regendichten Rasthütten daselbst verbleiben -konnten. Am Nachmittage klärte sich zu unserer Freude der Himmel auf, -ja, die Sonne trat sogar hervor und gab uns somit Gelegenheit, einen -Teil der Lasten zu trocknen. Leider gesellte sich eine neue Plage -wieder zu uns, nämlich die Ameisen, die nun nach dem Regen unsern -Lagerplatz zu Hunderten umschwärmten und, wo sie nur Gelegenheit -fanden, ihre Wut an den nackten Füßen der Träger ausließen. Auch ich -machte am Abend, nachdem ich mir die hohen Stiefel abgezogen hatte, -wiederholt ihre Bekanntschaft.</p> - -<p>Am nächsten Morgen stand die Karawane schon um 5 Uhr reisefertig -da. Um 7 Uhr ließ ich noch einmal bei einem Farmdorfe eine kurze -Frühstücksrast machen und ritt dann nach Lome voraus, wo ich um 10½ -Uhr eintraf, während meine Karawane um 11 Uhr anlangte. Ich traf -umgehend meine Vorbereitungen zur Abreise und erledigte einige mir von -Dr. <em class="gesperrt">Gruner</em> mitgegebene Aufträge. Den Abend verbrachte ich noch -in einer gemütlichen Gesellschaft bei Herrn Dr. <em class="gesperrt">Wendland</em>.</p> - -<p>Pünktlich erschien gegen Mittag am 7. April der Dampfer „Eduard -Bohlen“, der mich nach Europa bringen sollte. Gern wäre ich noch -länger in Togo geblieben, wenn ich mir nicht hätte sagen müssen, daß -in Europa viele Arbeiten während der Monate meiner harrten, welche ich -daselbst zu verbringen gedachte. Die Fahrt durch die Brandung verlief -auch glücklich, obgleich dieselbe nicht ganz gefahrlos war. Um 2 Uhr -lichtete der Dampfer die Anker, und fort ging es, der Heimat zu.</p> - -<p>In den ersten Tagen der Heimreise verlief unsere Fahrt noch -einigermaßen zu unserer Zufriedenheit, doch bald verringerte sich die -Geschwindigkeit immer mehr, so daß wir mit der Zeit unsere Ankunft in -Europa immer weiter verschieben mußten. Die Fahrt war keineswegs eine -gemütliche und zufriedenstellende, so daß alle Passagiere aufatmeten, -als wir am 1. Mai mit einer fünftägigen Verspätung in die Elbe -eindampften.</p> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_227">[S. 227]</span></p> - -<h2 class="nobreak" id="VI_Kapitel"><span class="s5a">VI. Kapitel.</span><br /> - -Allgemeines und Untersuchungen.</h2> - -</div> - -<p>Als kurz nach der Entdeckung Amerikas nach Europa die Kunde gelangte, -daß die Eingeborenen von Haïti sich bei ihren Spielen kleiner -elastischer Bälle bedienten, die aus dem Safte von Bäumen hergestellt -wurden, da konnte wohl niemand ahnen, welche epochemachenden -Entdeckungen später noch von diesem vegetabilischen Produkte abhängen -sollten und welch ein begehrter Handelsartikel dasselbe noch werden -sollte. Nach dem einheimischen Namen des Produktes Caú-cho bildeten -sich in Europa bald die Worte Caoutchouc oder Kautschuk aus, und unter -diesem Namen wurde es zunächst in Europa als Merkwürdigkeit bekannt. -Nachdem man dann seine Fähigkeit entdeckt hatte, Bleistiftstriche -auf Papier auszuradieren, wurde es in England allgemein Rubber oder -India-Rubber genannt. Auch um Wasserdichtigkeit bei Stoffen zu -erzielen, fand der Kautschuk schon vor Ende des letzten Jahrhunderts -Verwendung; doch da noch nicht seine Vulkanisationsfähigkeit entdeckt -war, hatte man solche Stoffe vor Wärme und vor allen Dingen vor -Sonnenstrahlen zu schützen, da dieselben infolge der eintretenden -Oxydation des Kautschuks klebrig wurden.</p> - -<p>Auch in Indien und später in Afrika gelang es schließlich, Bäume und -Lianen ausfindig zu machen, aus deren Milch man Kautschuk herstellen -konnte. Es würde zu weit führen, wenn ich hier näher auf die -Entdeckungsgeschichte der einzelnen Pflanzen eingehen würde; sie ist -schon wiederholt genauer behandelt worden.</p> - -<p>Nach der Entdeckung der wunderbaren Fähigkeiten des Kautschuks wuchs -natürlich der Bedarf in unerwarteter Weise und mit ihm sein Wert. -Infolgedessen suchten die Kautschuksammler die ihnen zugänglichen -Kautschukgebiete möglichst auszubeuten, und so kam es, daß die -Pflanzen in der rohesten Weise angezapft wurden, sogar derartig, daß -ganze Bestände allmählich dahinstarben. Allerdings wurden bei dieser -gewissenlosen Ausbeutungsmethode in den folgenden Jahren riesige -Quantitäten in den Handel gebracht, doch zeigte sich sehr bald in den -darauf von Jahr zu Jahr geringer werdenden Mengen das Endresultat. Mit -Ausnahme des Congostaates<span class="pagenum" id="Seite_228">[S. 228]</span> sind in Afrika die sämtlichen Kautschuk -liefernden Kolonien in ihrer Produktion zurückgegangen. Bei dem -Congostaate ist das entgegengesetzte Faktum nicht etwa in einer -vorsichtigeren Behandlung der Kautschukbestände zu suchen, wie man -häufig versucht hat, die Sachlage darzustellen, sondern ist einzig und -allein durch das Erschließen immer neuer Gebiete zu erklären. Es werden -zwar von der dortigen Regierung den übrigen Handelsgesellschaften, -welche Kautschuk exportieren, gewisse Verpflichtungen auferlegt, -wie z. B. Anpflanzen neuer Bestände etc., doch erstens werden diese -Verordnungen keineswegs sehr streng genommen, zweitens aber dürften -lange nicht genügend Sämlinge beschaffbar sein, um die daselbst im -Innern allgemein stattfindenden Verwüstungen wieder gut zu machen. -Wenn man sieht, wie bereits seit Jahren z. B. in der Lagos-Kolonie der -Engländer sowie an der Goldküste die Produktion von Kautschuk infolge -des unverantwortlichen Vorgehens der Kautschuksammler zurückgegangen -ist, so muß man sich wundern, daß nicht schon lange durch Anpflanzungen -dieser Schaden gut zu machen versucht worden ist. Dass man bei solchen -Anpflanzungen vor allen Dingen Bäume, welche Kautschuk liefern, den -Lianen vorziehen sollte, ist leicht dadurch zu begründen, daß die -Lianen erst nach langen Jahren anzapfbar sind und selbst dann nur -geringere Quantitäten Kautschuk liefern; außerdem aber lassen sich bei -ihnen nicht so leicht Vorkehrungen treffen, um schadloses Anzapfen -möglich zu machen. Der Abbau solcher Bestände wird daher stets ein -mehr oder minder ausgeprägter Raubbau bleiben. Ganz anders liegen die -Verhältnisse bei den Bäumen. Dieselben weisen ein viel schnelleres -Dickenwachstum auf und geben entschieden viel größere Quantitäten -Kautschuk liefernder Milch. Es sollte aus diesem Grunde nicht allein -von Seiten privater Plantagengesellschaften alles versucht werden, -ausgedehnte Kautschukplantagen zu schaffen, sondern es sollten auch -derartige Unternehmungen in jeder Weise von der Regierung unterstützt -werden. An der Goldküste haben im letzten Jahre die Engländer begonnen, -dieser Frage ein besonderes Interesse entgegenzubringen, und dort -bereits ausgedehnte Kickxia-Anpflanzungen angelegt. Da nun gerade -von deutscher Seite viel, man könnte sagen am meisten zur näheren -Kenntnis der für derartige Anlagen eventuell brauchbaren Kautschukbäume -beigetragen ist, so wäre es doch recht betrübend für unsere Nation, -wenn uns auch hierin wieder die Engländer zuvorkommen würden und so -gewissermaßen wieder die Früchte deutscher Arbeiten und deutscher -Forschungen genießen würden.</p> - -<p>Betrachten wir einmal die in Afrika heimischen Kautschuk liefernden -Gewächse in Bezug auf ihre Anbaufähigkeiten. Bei<span class="pagenum" id="Seite_229">[S. 229]</span> weitem der größte -Teil des afrikanischen Kautschuks wird von Landolphia-Arten gewonnen. -Da die Angaben der Sammler sich häufig widersprechen, ist man in -vielen Fällen noch keineswegs genau unterrichtet über die Möglichkeit, -aus dem Milchsaft einiger Arten wirklich Kautschuk zu gewinnen. Ganz -besonders ist dieses der Fall bei den Arten mit großen Blüten, aus -der Verwandtschaft der Landolphia comorensis, und es wäre daher sehr -erwünscht, wenn die in Afrika lebenden Sammler gerade dieser Frage -spezielle Aufmerksamkeit schenken und von den einzelnen Arten genau -feststellen würden, ob sie Kautschuk liefern oder nicht. Als sicher -Kautschuk gebend sind uns bisher aus Afrika die folgenden Arten bekannt:</p> - -<p>1. Landolphia tomentosa A. Dew. aus Senegambien, welche die größte -Menge des dorther stammenden Kautschuks liefern soll.</p> - -<p>2. Landolphia Heudelotii D. C., welche vielleicht von L. tomentosa nur -als Abart verschieden ist.</p> - -<p>3. Landolphia comorensis K. Sch. aus Ostafrika, von der höchst -wahrscheinlich die von verschiedenen Autoren als mit ihr identisch -betrachtete, keinen Kautschuk liefernde Pflanze spezifisch verschieden -ist.</p> - -<p>4. Landolphia Klainei Pierre aus dem Flußgebiete des Congo.</p> - -<p>5. <a href="#ill_p1280">Landolphia owariensis Pal. de Beauv.</a> mit einer weiten Verbreitung -über den westlichen Teil Afrikas und im Sudan. Mit dieser Art ist L. -Klainei häufig verwechselt worden.</p> - -<p>6. Landolphia Kirkii Th. Dyer aus dem südöstlichen Afrika.</p> - -<p>Von diesen hier aufgezählten Arten ist der von Landolphia Klainei -gewonnene Kautschuk der beste und wohl überhaupt der beste aus Afrika -bisher bekannt gewordene. Von ihr wird auch das als „Kassai rouge“ in -den Handel kommende Produkt gewonnen. Im Congostaate hat aus diesem -Grunde die Regierung auch da, wo sie Landolphia-Anpflanzungen begonnen -hat, hauptsächlich diese Art heranziehen lassen. Es sind meines Wissens -Resultate derartiger Anpflanzungen noch nicht bekannt, da dieselben -alle viel zu jung sind, um einen Ertrag liefern zu können. Es wird auch -noch eine lange Reihe von Jahren vergehen, ehe man mit dem Abernten -der Lianen beginnen kann, ohne sogleich einen empfindlichen Schaden -herbeizuführen. Ich bin persönlich der Ansicht, daß eine Liane etwa 15 -Jahre alt sein müßte, ehe ihr Hauptstamm anzapfungsfähig ist. Bei dem -immensen Längenwachstum, welches diese tropischen Lianen besitzen, ist -es nicht zu verwundern, daß die Pflanze zu gleicher Zeit ein stärkeres -Dickenwachstum nicht aufweisen kann.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_230">[S. 230]</span></p> - -<p>In Kamerun hat Herr <em class="gesperrt">Günther</em> auf der Soppo-Plantage vor -einigen Jahren eine Landolphia-Anpflanzung begonnen, welche, als -ich sie zum letzten Male zu sehen Gelegenheit hatte, recht gesund -aussah, doch hatten die etwa 2½jährigen Stämme noch nicht 1 cm -im Durchmesser erreicht; einige derselben hatten dabei allerdings -bereits eine Länge von 5 m aufzuweisen. Die Kultur der Lianen -wäre keineswegs zu verwerfen, wenn man aus irgend welchen Gründen -gezwungen ist, Waldpartien in den Plantagengebieten stehen zu -lassen, in denen bereits Kautschuklianen vorhanden sind. Da wäre -durch jährliches Nachpflanzen die Möglichkeit vorhanden, mit der -Zeit eine regelrechte Landolphia-Schonung zu erziehen, welche dann -eine gute Nebeneinnahmequelle für die Plantage bilden würde. Ebenso -ist es keineswegs zu übersehen, daß sich Landolphien auch an den -Schattenbäumen in den Kakaoplantagen anpflanzen ließen. Da man, wenn -die Pflänzchen erst einmal die Höhe von einem Fuß erreicht haben, -gar keine Arbeit mit ihnen hat, und die Anpflanzungen somit fast gar -nichts kosten würden, so ließe sich eventuell auch diese Art von -Kautschuk-Nebenkultur empfehlen. Die Früchte der am Kamerun-Gebirge -einen guten Kautschuk liefernden Liane, welche fälschlich wiederholt -als Landolphia florida bezeichnet worden ist, sind auf den Märkten der -Baquiri unter dem Namen „Maniongo“ in den Monaten Dezember, Januar -und Februar mit Leichtigkeit in Mengen zu erstehen; Schwierigkeiten -im Beschaffen der Samen lägen also nicht vor. Leider enthalten die -Blätter und die jüngeren Teile der Landolphien keinen brauchbaren -Kautschuk, sonst ließe sich ja eventuell in ähnlicher Weise, wie -der Wurzelkautschuk im Congo- und Angola-Gebiete hergestellt wird, -aus ihnen das Produkt gewinnen, und dann würde allerdings eine -Landolphiaplantage ein äußerst empfehlenswertes Unternehmen sein. Ich -habe während meiner Expedition gerade dieser Frage der Möglichkeit des -Ausziehens von Kautschuk aus den jüngeren Teilen der Kautschukpflanzen -ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet und habe dabei immer mehr die -Überzeugung gewonnen, daß bei Landolphien und Kickxien dieses unmöglich -sei. Die Kautschukpflanzen scheiden in sämtlichen jüngeren Teilen einen -Milchsaft aus, aus dem sich kein brauchbarer Kautschuk, sondern nur -ein dem Vogelleim ähnliches Produkt der Ficusarten gleiches Material -herstellen läßt.</p> - -<div class="figcenter illowe50" id="ill_p2305"> - <img class="w100" src="images/ill_p2305.jpg" alt="" /> - <div class="caption">Eingeborene von Wangata.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p2305_gross.jpg" - id="ill_p2305_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Inwiefern die amerikanischen Kautschukpflanzen, vor allen Dingen -die Hevea, bei Gewinnung von Kautschuk aus den jüngeren Teilen in -Betracht kommen können, habe ich bisher leider noch nicht Gelegenheit -gehabt, feststellen zu können. Es wäre sehr wünschenswert, daß auch -mit dem Ceara-Kautschuk ähnliche<span class="pagenum" id="Seite_231">[S. 231]</span> Versuche gemacht werden würden, -da bei diesem die Kautschuk liefernde Latex höher in die jüngeren -Teile hinaufsteigt als bei Landolphien und Kickxien. Die Verwandlung -der Latex in solche, welche wirklich guten Kautschuk liefert, geht -also innerhalb der Pflanze vor sich. Sollte sich da nicht ein sehr -interessantes und vielleicht auch höchst erfolgreiches Studium für -einen sich in den Kautschukgegenden Afrikas aufhaltenden Chemiker -darbieten? Aus der Verschiedenheit der chemischen Zusammensetzung -der Latex in den verschieden alten Teilen der Pflanze ließen sich da -wahrscheinlich höchst wichtige Schlüsse ziehen, die uns der wirklichen -Erkenntnis des Kautschuks um ein Beträchtliches näher bringen könnten. -Ich entsinne mich übrigens auch, daß bei Landolphia Kirkii die wirklich -brauchbare Kautschuk liefernde Milch fast bis in die jüngsten Teile -hinein steigt. Ich selbst habe aus den Fruchtschalen dieser Art -im Hinterlande von Inhambane einen durchaus brauchbaren Kautschuk -herausziehen können. Also auch diese Art dürfte, wenn es sich darum -handelt, aus den jüngeren Teilen der Pflanzen Kautschuk zu gewinnen, -einer Beachtung wert sein. Ich würde vorschlagen, zu diesem Zwecke eine -größere Quantität der jüngeren Zweige mit ihren Blättern und Blüten -zu einem Brei zu stampfen oder sonstwie stark zu zermalmen und dann -vollständig zu trocknen. Zum Zwecke der Untersuchung wären mindestens -50 Pfund dieses Materials nötig. In Europa ließe sich dann mit -Leichtigkeit der etwa in dieser Masse enthaltene Kautschuk auswaschen, -und die Qualität und Quantität des gewonnenen Produktes wäre dann -leicht festzustellen.</p> - -<p>Man hat in letzter Zeit den Gedanken in Erwägung gezogen, ob sich eine -vorteilhaftere Kautschukgewinnung ergeben könne, wenn von Kickxien -oder Manihot Glaziovii die Rinde geschält würde und dann aus ihr, -sei es an Ort und Stelle, sei es in Europa, der darin enthaltene -Kautschuk gewonnen würde. Daß dieses Verfahren möglich ist, liegt auf -der Hand. Ich bin auch der Überzeugung, daß, obgleich beim Abschälen -der Rinde eine enorme Menge des Milchsaftes verloren gehen würde, die -in derselben bleibende Quantität eine größere Menge Kautschuk ergeben -würde, als man sonst bei einmaligem Anzapfen erhalten könnte. Aber -hieße dies nicht den Raubbau, gegen den seit Jahren versucht wird, -anzukämpfen, da man bereits zur Genüge kennen gelernt hat, welche -Folgen er nach sich zieht, noch bedeutend unterstützen? Welcher Gewinn -läge darin, wenn wir allerdings bei einmaligem Abschälen des Baumes -eine große Quantität des erwünschten Produktes gewännen, während -nach mehrjährigem vorsichtigen Anzapfen derselbe Baum eine bedeutend -größere Menge desselben geliefert haben würde? Es<span class="pagenum" id="Seite_232">[S. 232]</span> kann uns doch nicht -daran liegen, möglichst schnell eine bedeutende Kautschukproduktion -zu erlangen, sondern vielmehr sollte es meiner Ansicht nach unser -Bestreben sein, eine dauernde genügende Produktionsfähigkeit der -Kautschukländer zu schaffen.</p> - -<p>Meiner Ansicht nach kann nur da ein Abschälen der Rinde zum Zwecke der -Kautschukbereitung in Betracht kommen, wo infolge zu hohen Alters oder -übermäßiger Anzapfung- durch Anschneiden der Bäume gar kein und nicht -genügend Kautschuk gewonnen werden kann.</p> - -<p>Von den Pflanzen, welche im Rufe stehen, den Wurzelkautschuk von -Angola und vom Congo zu liefern, hatte ich nur Gelegenheit, Carpodinus -lanceolatus K. Sch. kennen zu lernen. Diese Pflanze wächst in sandigen, -kurzgrasigen Savannen, in denen sie während des ganzen Tages den vollen -Sonnenstrahlen ausgesetzt ist. Für eine Kolonie wie Kamerun kann sie -also als anbaufähig gar nicht in Betracht kommen. Der Kautschuk, -welcher von ihr gewonnen wird, ist keineswegs von so guter Qualität wie -häufig geschildert wird. Überhaupt sind in neuerer Zeit die Angaben -über die Güte dieses sowohl wie auch ähnlicher Produkte recht häufig -übertrieben worden. Die Art der Gewinnung des Kautschuks von Carpodinus -lanceolatus ist außerdem eine solche, die viele Arbeitskräfte -erfordert, und daher schon wäre der Verdienst für den Europäer zu -gering, wenn er nicht die fertige Ware von dem Eingeborenen kaufen -kann, der die zur Herstellung derselben nötige Zeit und Arbeit beim -Verkaufe nicht rechnet. Was die Pflanze aber besonders für Kulturen -ungeeignet erscheinen läßt, ist ihre auffallende Empfindlichkeit gegen -jede Wachstumsstörung. Selbst Wurzelstöcke von bedeutender Länge -sterben bei leichter Verletzung bald ab, vielleicht an Verblutung durch -Austreten des Milchsaftes. Während meines Aufenthaltes in Dolo-Ebenen -am Stanley-Pool habe ich diesbezüglich die verschiedensten Versuche -gemacht. Selbst Pflanzen mit über fußlangen Wurzelstöcken starben -trotz reichlicher Bewässerung in wenigen Tagen ab. Keinen besseren -Erfolg hatte ich beim Ausstechen von Rasenstücken mit Carpodinus, die -etwa einen Fuß im Durchmesser hatten. Die darin enthaltenen Pflanzen -siechten auch allmählich dahin. Auch einige nach Kamerun geschickte -Rasen und Wurzelstöcke starben trotz guter Pflege in Victoria wie -in Buea langsam ab. Entgegen verschiedenen Behauptungen enthält der -oberirdische Teil von Carpodinus lanceolatus keine Milch, die zur -Bereitung eines guten Kautschuks verwendet werden kann. Ich habe -denselben mit den verschiedensten Koagulationsmitteln behandelt und -konnte doch nie ein besseres Produkt herstellen als von den als nicht -kautschukgebend bekannten anderen Apocynaceen.<span class="pagenum" id="Seite_233">[S. 233]</span> Ich also kann diese -Pflanze für Kulturen irgend welcher Art nicht empfehlen. Das aus den -Wurzelstöcken gewonnene Quantum Kautschuks ist außerdem ein geringes -und entspricht in keiner Weise der Mühe und Arbeit, welche zu seiner -Herstellung erforderlich sind.</p> - -<p>Nach den Angaben von verschiedenen Reisenden sollen im Kwango-Gebiete -und Angola Wurzelkautschuk-Arten vorkommen, die ein wirklich gutes -Produkt liefern, doch bin ich davon überzeugt, daß es sich dann um -andere Pflanzen handeln muß als um Carpodinus lanceolatus. Einige -getrocknete Wurzelstöcke des Carpodinus lanceolatus, welche ich im -Berliner botanischen Museum untersuchte, zeigten auch nur geringe -Spuren ihres Kautschukgehaltes.</p> - -<p>Von den übrigen windenden Carpodinusarten, deren im Stromgebiete des -Congo eine größere Anzahl vorkommt, ist mir keine begegnet, welche -brauchbaren Kautschuk liefert. Die Milchsäfte sämtlicher Apocynaceen -und Asclepiadaceen enthalten eine gewisse Quantität Kautschuk, doch -ist bei fast allen eine so große Menge von Harzen vorhanden, daß die -wirkliche Kautschuknatur der koagulierten Milch durch die zähen, -klebrigen Harze vollständig verdrängt wird.</p> - -<p>Mit Ausnahme der Ficus Vogelii sind bis jetzt aus Afrika noch -keine Feigenbäume bekannt geworden, deren Milchsaft sich zur -Kautschukfabrikation eignet. Bei allen diesen ist die Latex sehr stark -mit Harzen vermischt, welche das durch die Koagulation gewonnene -Produkt zu einem zähen Leim verwandeln, welcher sogar in einigen -Gegenden Afrikas als Vogelleim verwendet wird. Hin und wieder werden -von einigen Firmen der Westküste einige Tonnen dieses Stoffes -nach Europa geschickt und finden dort, da sie ja selten kommen, -in einigen Kautschukfabriken Absatz. Allerdings zu einem geringen -Preise, da sie nur für wenige Artikel zu verwenden sind. So zum -Beispiel, um Wasserdichtigkeit von Stoffen etc. zu erzeugen. Von einer -unserer ersten Autoritäten in der Kautschukfabrikation erfuhr ich -diesbezüglich, daß es billiger sei, durch Hinzufügung von Harzen, wie -z. B. Kolophonium zu gutem Kautschuk, diese vogelleimähnliche Masse -in Europa herzustellen, als sie von Afrika zu importieren, wo dann -noch die Frachtspesen etc. bezahlt werden müssen. Es scheint also, als -ob für das Produkt jener Ficusarten kein großer Absatz zu erwarten -ist. Anders würde es allerdings sein, wenn nicht mehr genügend guter -Kautschuk auf den Markt gebracht werden würde, dann müßte man natürlich -auch diesen mit Harzen vermischten Kautschuk verwenden, um den besseren -Kautschuk für besondere Artikel verarbeiten zu können. In einer -Kautschukfabrik sah ich einst ganze Fässer dieses klebrigen<span class="pagenum" id="Seite_234">[S. 234]</span> Produktes -der Ficusarten, und hörte damals, daß dasselbe für die Herstellung -verschiedener Artikel zu verwenden sei. Man hatte 1,50 Mark für das -Kilo dieses Kautschuks bezahlt und teilte mir mit, daß sich bei diesem -Preise eine Einfuhr nach Europa wohl bezahlt machen könnte. Wo also -genügend solcher Ficusarten vorhanden sind, so daß von den in Afrika -ansässigen Firmen diese Ware zum Preise von 75 Pfennigen pro Pfund auf -den europäischen Markt gebracht werden kann, wäre es daher vielleicht -empfehlenswert, dem Abbau der Ficuswaldungen (wie z. B. im Hinterlande -von Inhambane) einiges Interesse entgegenzubringen, doch vorher ist es -erwünscht, festzustellen, wie viel dieser Ware absetzbar sein würde.</p> - -<p>Bei Ficus Vogelii liegen die Verhältnisse etwas günstiger. Diese Art -liefert einen Kautschuk, der zwar nicht harzfrei ist, aber doch nicht -klebt. Infolge seines doch noch bedeutenden Harzgehaltes hat dieser -Kautschuk weniger Elastizität als der der Landolphien und Kickxia und -kann nicht in derselben Weise verwendet werden. Er ist aber bedeutend -besser als der anderer afrikanischer Ficusarten. Nach den Angaben -verschiedener Reisenden wird aus der Ficus Vogelii in den Gebieten -südlich des Niger viel Kautschuk bereitet. Ich habe selbst nie während -meiner Reisen gesehen, daß Eingeborene aus dem reinen Milchsafte dieses -Baumes Kautschuk anfertigten, noch habe ich von den Kaufleuten gehört, -daß dieser minderwertige Kautschuk auch nur die geringste Rolle im -Handel spielte. Daß häufig die Milch mit der der Kickxia elastica -vermischt koaguliert wird und als reiner „Silk-Rubber“ in den Handel -kommt, haben mir die Eingeborenen, welche doch derartige Fälschungen -selbst vornehmen, wiederholt eingestanden. Ob der „Silk-Rubber“ durch -diese Beimischung des Milchsaftes der Ficus Vogelii sehr leidet, -habe ich nicht feststellen können, da ich keine Proben einer solchen -Kautschukart gesehen. Die Kaufleute versicherten mir, daß sie mit -Ausnahme grober Fälschungen an dem „Silk-Rubber“ nie Spuren gesehen -haben, welche als derartige Milchsaftmischungen gedeutet werden -könnten. Im Yoruba-Lande sowohl wie in unserer Kolonie Togo ist diese -Ficusart sehr verbreitet, und daher wären leicht größere Quantitäten -Milch zu erhalten. Es wäre daher wünschenswert, daß von seiten dort -lebender Interessenten Versuche dieser Art unternommen werden würden. -Ich konnte dieselben nicht ausführen, da mir im Yoruba-Lande wie in -Togo keine Kickxiamilch, wenigstens nicht in der nötigen Quantität, zur -Verfügung stand.</p> - -<p>Ähnlich wie dieser Kautschuk von Ficus Vogelii ist der von einer -bei Buea wachsenden Ficusart beschaffen, von der ich leider<span class="pagenum" id="Seite_235">[S. 235]</span> -kein Fruchtmaterial besitze. Die Art gehört offenbar auch in die -Verwandtschaft des Ficus Vogelii. Auch der aus ihr gewonnene Kautschuk -ist infolge seines Harzgehaltes sehr wenig elastisch und wenig -klebrig und dürfte daher auch nur geringe Preise erzielen. Natürlich, -zu Anlagen ausgedehnterer Art sind diese beiden Ficusarten nicht -geschaffen, da das aus ihnen gewonnene Produkt in größeren Quantitäten -auf dem europäischen Markte wohl schwerlich Absatz finden dürfte. Wenn -eine Vermischung mit dem Milchsafte der Kickxien oder Landolphien -zulässig wäre, würden die Arten allerdings an Bedeutung gewinnen, da -sie große Mengen Milchsaft geben. Als Alleebaum ist die Ficus Vogelii -für Plantagen schon seines dichten Schattens wegen zu empfehlen. Die -Buëa-Ficusart habe ich nur epiphytisch auf Bäumen angetroffen, doch -beweisen Exemplare, welche ich nach Victoria brachte, daß auch sie im -reinen Boden gedeihen würde. Für Kamerun scheint sich Ficus Vogelii -dagegen nicht zu eignen. Das Klima scheint ihr zu feucht zu sein. -Einige Stecklinge, welche ich von Lagos nach Victoria überführte, -siechten, obgleich sie anfangs ganz gut anwuchsen, allmählich dahin. -Auf Ficus elastica, welche auch in Kamerun angepflanzt ist, werde ich -weiter unten Gelegenheit haben, näher einzugehen.</p> - -<p>Als zuerst der Silk-Rubber von Lagos bekannt wurde, von dem es hieß, -daß er von einem Baume herrühre, gelang es nach vielen Bemühungen, -als Stammpflanze dieses Produktes die Kickxia zu ermitteln. Anfangs -glaubte man stets, es hier mit der Kickxia africana zu thun zu -haben. Bald aber wurden Behauptungen laut, daß die als Kickxia -africana von <em class="gesperrt">Bentham</em> beschriebene Pflanze keinen Kautschuk -gebe. Diese Behauptung wurde von Dr. <em class="gesperrt">Preuß</em> sowohl wie von -Monsieur <em class="gesperrt">Chalot</em>, dem Direktor des botanischen Gartens zu Gabun, -bestätigt. Trotzdem wurde von englischer Seite noch stets behauptet, -daß die Kickxia africana im Hinterlande von Lagos sowohl wie in der -Gold-Coast-Colony guten Kautschuk liefere. Als ich damals aufgefordert -wurde, die Kautschuk-Expedition zu führen, sollte eine der Aufgaben der -Expedition sein, diese Frage endgültig zu lösen. Da, im Januar 1899, -etwa 10 Tage vor meiner Abreise von Europa, traf Dr. <em class="gesperrt">Preuß</em> aus -Kamerun ein mit der Nachricht, daß er die Frage bereits gelöst habe. Am -Mungo in Kamerun habe er die Kautschuk liefernde Kickxia gefunden und -feststellen können, daß dieselbe spezifisch von der Kickxia africana -verschieden sei; die Früchte sowohl wie die Blätter seien verschieden. -Nun konnte auch festgestellt werden, daß die bisherigen Abbildungen der -Kickxia africana falsch seien. Man hatte gewöhnlich die Früchte der -Kautschuk liefernden Art zusammen mit Zweigen und Blättern der Kickxia -africana abgebildet. Dr. <em class="gesperrt">Preuß</em> beschrieb dann im<span class="pagenum" id="Seite_236">[S. 236]</span> Juli-Hefte -des Notizblattes des Königlichen Botanischen Gartens zu Berlin noch -in demselben Jahre die von ihm neu entdeckte Kickxia als Kickxia -elastica und gab zugleich eine gute Beschreibung der beiden anderen -bekannten Arten, der Kickxia africana Benth. und Kickxia latifolia -Stapf, welch letztere besonders der Kickxia elastica nahe steht. Herr -Dr. <em class="gesperrt">Stapf</em> vom Kew Herbarium wies bald darauf hin, daß die -afrikanischen Kickxiaarten nicht mit der von <em class="gesperrt">Blume</em> aufgestellten -Gattung Kickxia kongenerisch seien, wie <em class="gesperrt">Bentham</em> glaubte, als -er die erste afrikanische Art, Kickxia africana, beschrieb. Auf Grund -einer Anzahl von ihm im Kew Bull. näher ausgeführten Merkmale trennte -Dr. <em class="gesperrt">Stapf</em> die afrikanischen Kickxiaarten ab und stellte die neue -Gattung Funtuma auf, mit den drei Arten: F. africana, F. latifolia und -F. elastica. Den Namen Funtuma leitete er von dem Namen der Fantis für -die Kickxia „ofuntum“ ab. Wenngleich ich mit Herrn Dr. <em class="gesperrt">Stapf</em> -vollständig darin übereinstimme, daß die afrikanischen Arten von der -malayischen Gattung Kickxia generisch verschieden sind, so habe ich -dennoch in dieser Arbeit wie in meinen Berichten den Namen Kickxia -beibehalten, da die Pflanze unter diesem Namen schon weit bekannt ist, -während selbst in wissenschaftlichen Kreisen der Name Funtuma wenig -Verbreitung gefunden hat.</p> - -<p>Was nun die geographische Verbreitung der drei Kickxiaarten anbelangt, -so ist Kickxia africana von Liberia an nach Osten vorgehend in -den Wäldern bis Kamerun zu finden, von wo aus sie dann bis in das -Gabun-Gebiet nach Süden vordringt. Kickxia latifolia ist bisher nur -aus dem Stromgebiete des Mittelcongo und seiner Nebenflüsse bekannt. -Die weiteste Verbreitung scheint Kickxia elastica zu haben. Ihr -Verbreitungsgebiet scheint mit dem der Kickxia africana im Norden -zusammenzufallen. Nach Süden aber dehnt es sich bis in die äußerste -Südostecke des Kamerun-Gebietes am Sanga und Ngoko aus. Auch im -Gabun-Gebiete in den Hinterländern von Corisko-Bai soll es letzthin -geglückt sein, diese Art festzustellen. Im Congo-Gebiete sollen am -Mungala-Flusse auch Kickxiabestände vorhanden sein, aus denen ein -guter Kautschuk gewonnen wird, doch bedarf dieses Gerücht noch der -Bestätigung. Außerdem ist es nicht ausgeschlossen, daß es sich in dem -Falle um eine andere Art handelt als um Kickxia elastica. In Ostafrika -soll in letzterer Zeit auch eine Kickxia aufgefunden worden sein, -doch habe ich Exemplare dieser Art noch nicht zu Gesicht bekommen.<a id="FNAnker_1" href="#Fussnote_1" class="fnanchor">[1]</a> -Auffallend in der geographischen Verbreitung der Kickxia elastica<span class="pagenum" id="Seite_237">[S. 237]</span> ist -der Umstand, daß es bis jetzt noch nicht gelungen ist, sie in Togo -südlich von dem Kratschi-Distrikte nachzuweisen. Ob die bei Kratschi -von dem Herrn Grafen <em class="gesperrt">Zech</em> aufgefundene Kickxia wirklich zu -Kickxia elastica zu rechnen ist, kann erst festgestellt werden, wenn -Blüten vorliegen. Die an das Berliner botanische Museum gesandten -Zweige, welche ich gesehen habe, enthalten weder Blüten noch Früchte.</p> - -<p>Von den drei Kickxiaarten, welche somit bis jetzt aus Afrika bekannt -geworden sind, enthält nur die Kickxia elastica einen Milchsaft, aus -dem guter Kautschuk gewonnen werden kann. Das aus der koagulierten -Milch der anderen beiden Arten gewonnene Produkt ist infolge seines -sehr großen Harzgehaltes und seiner Klebrigkeit nur wie die Ficussäfte -verwendbar, auf welche ich bereits oben aufmerksam gemacht habe.</p> - -<p>Die einzigen Versuche, festzustellen, wie viel Milchsaft eine Kickxia -im Jahre geben kann, dürften wohl diejenigen sein, welche ich am -Ngoko unternahm, als es mir gelungen, daselbst ganze Bestände dieses -wichtigen Baumes aufzufinden. Ich ließ damals einen etwa siebenjährigen -Stamm von einem Fanti anzapfen, welcher ein sehr geschickter -Kautschuksammler war und schon von seiner Heimat her die Kickxia sehr -wohl kannte. Die Anzapfung geschah in der rohesten Art, doch so, daß -die Cambiumschichten unter der Rinde des Stammes nicht beschädigt -wurden. Der Ertrag war ein solcher, daß ich damals meine kühnsten -Hoffnungen übertroffen sah. Es gelang, nicht weniger als gegen 3400 -ccm Milchsaft von dem einen Baume zu gewinnen, aus denen sich gegen -2000 g Kautschuk herstellen ließen. Auf 150 ccm Milchsaft erhielt ich -im Ngoko-Gebiete stets etwa 90 g frischen Kautschuks. Durch gutes -Austrocknen dieses Produktes würden etwa noch 20% Wasser entfernt -werden, so daß man aus 150 ccm Milchsaft 70 g guten Kautschuks erhalten -würde. Auf der Reise nach Europa geht durch Oxydation und sonstige -Schäden davon natürlich noch einiges verloren, doch wäre dennoch der -Gewinn als ein recht vorteilhafter zu bezeichnen. Durch vorsichtigeres, -wiederholtes Anzapfen wäre es nicht unmöglich, jährlich eine ebenso -große Menge Milchsaft zu gewinnen, ohne dem Baume dadurch besonderen -Schaden zuzufügen. Der von dem Fanti damals angezapfte Stamm, der -allerdings vorher noch vollständig unversehrt war, hatte, als ich die -Ngoko-Station etwa 1½ Monate später verließ, noch dasselbe gesunde -Aussehen wie vorher. Ich muß allerdings hier hinzufügen, daß die Zeit -infolge häufiger Regen für das fernere Gedeihen des Baumes günstig -gewesen war. Um zu sehen, wie viel Latex die Leute täglich einzusammeln -im stande sein würden, schickte ich zwei Leute aus. Dieselben brachten -nach<span class="pagenum" id="Seite_239">[S. 239]</span> etwa neunstündiger Abwesenheit so viel Milchsaft ein, daß ich -aus ihm etwa 2500 g Kautschuk anfertigen konnte.</p> - -<div class="figcenter illowe34" id="ill_p2380"> - <img class="w100" src="images/ill_p2380.jpg" alt="" /> - <div class="caption"><em class="gesperrt">Kickxia africana</em> Bth.</div> - <div class="caption">A Blühender Zweig, B Kelchblatt von innen, C - Längsschnitt durch die Blüte, D Antheren, E Fruchtknoten mit Griffel, F - Frucht, G dieselbe im Querschnitt, H dieselbe aufgesprungen, J Samen, K - Samenquerschnitt.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p2380_gross.jpg" - id="ill_p2380_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Über die Schnelligkeit des Dickenwachstums der Kickxia liegen -bestimmte Angaben bis jetzt nicht vor. Ich habe versucht, einiges -darüber festzustellen, konnte natürlich aber nur zu mehr oder minder -vagen Vermutungen kommen. Unter den Leuten des Herrn Oberleutnant Dr. -<em class="gesperrt">Plehn</em> war es auch nur jener Fanti, welcher sich schon vorher in -seiner Heimat mit Einsammeln von Kickxia-Kautschuk abgegeben hatte. -Von diesem hörte ich, daß etwa sechsjährige Stämme anzapfbar seien und -etwa zehnjährige beim ersten Anzapfen den reichsten Ertrag lieferten. -Das Alter der Anzapfungsfähigkeit stimmte mit meinen Vermutungen -überein; erstaunt war ich dagegen über die Mitteilung, daß ältere -Bäume allmählich ganz aufhören sollten, Kautschuk zu liefern. Sowohl -den Angaben, welche ich im Yoruba-Lande gesammelt, wie meinen eigenen -Beobachtungen in der Ngoko-Region widersprach dieses entschieden. Die -vier- bis fünfjährigen Stämme von Kickxia africana, welche ich auf -der <em class="gesperrt">Küderling</em>schen Plantage bei Campo gesehen habe, die aber -wohl infolge zu starker Sonne sich mehr buschartig entwickelt hatten, -hatten trotzdem Hauptstämme von einem halben Fuß Durchmesser. Wenn -man nun bedenkt, daß durch die unzähligen Seitenstämme und Zweige ein -großer Teil der Wachstumskraft vom Hauptstamme abgelenkt wird, so ist -wohl anzunehmen, daß bei regulärer Entwickelung die Stämme in diesem -Zeitraum bedeutend dicker sein dürften. Hevea brasiliensis, eine -Pflanze, welche auch anfangs mehr Längen- als Dickenwachstum aufweist, -hat, nach den Exemplaren im botanischen Garten zu Victoria zu urteilen, -auch nach fünfjährigem Wachstum schon recht ansehnliche Stämme -gebildet. Ein solches Wachstum, wie ich es auf der Campo-Plantage bei -den drei bereits früher erwähnten <a href="#ill_p1765">elf Monate alten Bäumchen</a> von Kickxia -elastica gesehen und hier abgebildet habe, dürfte allerdings nicht -normal sein, doch beweist es, welche Wachstumskraft in der Pflanze -steckt, sobald sie unter günstigen Verhältnissen aufwachsen kann.</p> - -<p>Nach den Erfahrungen, welche uns jetzt betreffs Anlagen von -Kickxia-Plantagen zu Gebote stehen, und das sind allerdings nur sehr -geringe, scheint es, als ob die Pflanze durch Auspflanzen aus den -Samenbeeten bedeutend leidet, und daher wäre es sehr wünschenswert, -daß, sobald genügend Samen zu beschaffen sind, auch Versuche gemacht -werden sollten, die Pflanze sogleich an Ort und Stelle auszusäen, -ähnlich wie es jetzt auf vielen Kakaoplantagen mit der Kakaosaat -gemacht wird. Die Pflanzen würden so nicht durch Verpflanzen in ihrem -Wachstum gestört werden und schon früher genügend festen Fuß fassen, um -besser äußeren Einflüssen Widerstand leisten zu können.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_240">[S. 240]</span></p> - -<p>Was die Anzapfungsmethoden für Kickxia anbetrifft, so sind in den -Ländern, wo dieser Baum ausgebeutet wird, bis jetzt nur zwei Arten der -Gewinnung des Milchsaftes bekannt. Die eine derselben, das Umschlagen -der Bäume, ist natürlich von vornherein verwerflich. In den Ländern, -wo dieses geschieht, also hauptsächlich bei den Völkern im Osten -und Nordosten des Kamerun-Gebirges um den Barombi-See herum, werden -die Stämme umgeschlagen und mehr oder minder ihrer Kronen beraubt. -Durch untergeschobene Steine oder Holzblöcke wird dann der gefällte -Stamm ein wenig über den Boden gehalten und in mehr oder minder -großen Abständen (gewöhnlich von etwa einem Fuße) werden quer um den -Stamm herum Ringe ausgeschnitten. Der infolge dieser Verwundungen -austretende Milchsaft wird in den unter den Ringen aufgestellten -Gefäßen aufgefangen. Natürlich bleibt bei dieser Methode eine große -Menge von Milchsaft in der dem Stamm noch anhaftenden Rinde zurück, -und selbst durch nochmaliges Anzapfen der unversehrten Teile kann -nur ein geringer Teil desselben herausgezogen werden. Natürlich ist -diese Art von Raubbau, bei welcher auf Kosten einer unzureichenden -einmaligen Anzapfung ein ganzer Stamm getötet wird, die verwerflichste -Art der Kautschukgewinnung, welche bekannt ist, und daher wäre es -sehr wünschenswert, wenn von seiten der Regierung Schritte gegen ein -derartiges unverantwortliches Vorgehen seitens der Kautschuksammler -gethan und eventuell durch strenge Strafen die an den Tag kommenden -Fälle dieser Art von Ausbeutung der in unseren Kolonien vorhandenen -Schätze gerügt würden. Schon Dr. <em class="gesperrt">Preuß</em> hat vor einigen Jahren -darauf aufmerksam gemacht, daß der Kautschukbaum in der Nähe der -Barombi-Station infolge dieser rohen Art der Gewinnung des Produktes -fast gänzlich verschwunden sei. Ich weiß sehr gut, daß mir auf meinen -Vorschlag geantwortet werden könnte, daß ein solches Vorgehen seitens -der Regierung noch nicht möglich wäre, weil nicht genügend Europäer im -Lande seien, um die Aufsicht über die Eingeborenen zu führen. Das ist -aber kein Grund, das Verbot des Abschlagens der Kickxiastämme nicht -zu erlassen, denn wenn ein solches nicht existiert, ist ein jeder -Neger berechtigt, öffentlich in frevelhafter Weise die Bäume zu töten, -während im anderen Falle bei den eventuell zu Tage kommenden Fällen -durch die Bestrafung der Übelthäter ein Exempel statuiert werden würde, -das auf die Negerbevölkerung jener Gebiete nicht ohne Eindruck bleiben -würde.</p> - -<p>Die andere, jetzt schon weit verbreitete Anzapfungsmethode bei den -Kickxien ist die aus Amerika stammende Methode des Grätenschnittes. Um -die schlanken Stämme der Kickxia ersteigen zu können, bedienen sich die -Fantis eines ebenso praktischen wie vorzüglichen<span class="pagenum" id="Seite_241">[S. 241]</span> Kletterapparates. -Derselbe besteht aus zwei Ringen, von denen der eine den Oberkörper -des Hinaufkletternden und den Baumstamm zugleich umspannt, der -andere aber nur um den Stamm geschlungen wird. Von beiden hängen in -ungleicher Höhe gewissermaßen Steigbügel herab, welche zur Sicherheit -als Ruhepunkt für die Füße dienen. Durch abwechselndes Emporschieben -dieser beiden Ringe und der daran befindlichen Steigbügel erklettert -der Fanti mit bedeutender Geschwindigkeit selbst hohe Baumstämme, -sofern er im stande ist, mit seinen Ringen dieselben zu umspannen. Oben -beginnend, wird zum Zwecke des Grätenschnittes zunächst eine Längsrinne -aus der Rinde ausgeschnitten, in welche dann die verschiedenen zu -beiden Seiten der Längsrinne aufsteigenden, den Stamm von jeder Seite -halb umspannenden Querrinnen einmünden. Wenn man sich diese Rinnen -plastisch dargestellt denken würde, so erhielte man also etwa das Bild -eines Rückgrates mit den Rippen. In einem dicht oberhalb des Grundes -des Baumstammes angebrachten Gefäße wird dann die Milch aufgefangen. -Da die Eingeborenen beim Einschneiden der Rinnen in die Rinde meist -nicht vorsichtig genug zu Werke gehen und daher die unter der Rinde -liegenden Cambiumschichten versehren, gehen viele Exemplare der Kickxia -schon nach einmaligem Anzapfen zu Grunde. Die Instrumente, welche -ich mitgenommen hatte, d. h. die Messer und Äxte, auf welche ich die -Blechhülsen aufsetzen konnte, um ein zu tiefes Eindringen der Schneide -in die Rinde zu verhüten, bewährten sich daher sehr gut. Es ist -allerdings bei Stämmen verschiedenen Alters nötig, diese Schneiden zu -ändern, da die jüngeren Bäume eine dünnere Rinde haben als die älteren.</p> - -<p>Eine dritte Methode, welche allerdings bis jetzt meines Wissens -nicht versucht worden ist, aber empfehlenswert erscheint, ist die -Pickiermethode. Ich konnte persönlich in dieser Hinsicht nur schwache -Versuche machen, da sich der Pickierapparat, welchen ich mitgenommen, -an der zähen Kickxiarinde als zu schwach erwies. Da schon bei -Stichen von geringer Tiefe der Saft reichlich fließt, könnte man -durch wiederholtes Pickieren jährlich eine nicht unbedeutende Menge -Kautschuk gewinnen, ohne den Baum ernstlich zu verletzen. Der am -Stamme herunterlaufende Milchsaft könnte, wie es beim Gewinnen des -Para-Milchsaftes häufig gehandhabt wird, unten am Stamm durch eine -Lehmrinne aufgefangen und in ein Gefäß hineingeleitet werden. Das -am Stamm koagulierte Produkt müßte dann natürlich extra abgewickelt -werden. Geschieht diese Art der Ausbeutung jährlich verschiedene Male, -so dürfte sich wohl eine gute Ernte erwarten lassen, ohne daß der Baum -in seinem Wachstum empfindlich gestört werden würde. Das Anzapfen -der horizontal<span class="pagenum" id="Seite_242">[S. 242]</span> abstehenden Äste dürfte mit größeren Schwierigkeiten -verknüpft sein, als das der senkrechten Stämme, und es werden sich in -diesem Falle wohl keine anderen Methoden ausfindig machen lassen, als -das Auffangen des Milchsaftes in darunter aufgehängte Gefäße. Zu diesem -Zwecke würde es am vorteilhaftesten sein, in gewissen Abständen die -Äste zu verwunden und unter jeder dieser Anzapfungsstellen ein Gefäß -zum Auffangen des Milchsaftes anzubringen. Wie ich schon weiter oben -angab, enthalten die noch nicht verholzten Teile der Kickxia elastica -keinen Milchsaft, aus dem sich brauchbarer Kautschuk bereiten läßt. Es -kommen beim Anzapfen der Äste und Zweige daher also nur die älteren -in Betracht. An etwa senkrecht stehenden Ästen ließen sich natürlich -auch die an den Stämmen praktizierten Anzapfungsmethoden zur Anwendung -bringen.</p> - -<p>Die Umwandlung des gewonnenen Milchsaftes in Kautschuk kann in -verschiedener Weise betrieben werden. Nach den von mir selbst im -Sanga-Ngoko-Gebiete erprobten Methoden dürfte sich das Kochen der Milch -am besten empfehlen lassen. Zu diesem Zwecke müßte man sich irdene -Gefäße anschaffen, da an den Metalltöpfen die sehr bald anhaftende -Milch leicht anbrennt und dann eine schnelle Oxydation des Kautschuks -zur Folge haben würde. Nachdem die zu koagulierende Milch, um ein -zu schnelles Kochen und Anbrennen zu verhüten, mit der drei- bis -sechsfachen Menge Wasser vermischt worden ist, muß sie in den irdenen -Töpfen unter einem nicht zu scharfen Feuer langsam zum Kochen gebracht -werden. Sobald sich dann ein zartes Häutchen auf der Oberfläche der -kochenden Flüssigkeit bildet, muß sie stets durch Rühren in Bewegung -gehalten werden, damit sich keine koagulierenden Teile an dem heißen -Topf ansetzen können und daselbst anbrennen. Bald wird sich die -Flüssigkeit in ein helles, milchiges Wasser und eine schneeweiße, -flockige Masse gesondert haben, welche man nun behufs Abkühlung in ein -Bassin mit kaltem Wasser wirft. Durch weiteres Kochen des Rückstandes -wird sich derselbe infolge weiterer Koagulation allmählich klären und -noch weitere Partikel der flockigen Masse absondern, die dann der -bereits entfernten hinzugefügt oder für sich gehalten werden können, da -sie gewöhnlich ein offenbar weniger gutes, wenn auch noch vorzüglich -verwendbares Produkt darstellen. Sind die flockigen Massen genügend -durchgekühlt, so werden sie am besten möglichst stark zusammengepreßt -und in wurstähnliche Formen ausgezogen, wodurch die größte Menge des -noch eingeschlossenen Wassers ausgepreßt und somit ein gleichmäßiges -Material erzeugt wird. Nachdem so aus dem Kautschuk das Wasser -soweit als möglich entfernt ist, werden jene wurstähnlichen Stücke -zerschnitten und sollten dann eine geraume Zeit ausgetrocknet werden, -ehe sie nach Europa verschifft,<span class="pagenum" id="Seite_243">[S. 243]</span> werden. Wenn es sich um Ausbeutung -von Plantagen handelt, wo man dann größere Quantitäten Kautschuks -zur Zeit anfertigt, wäre es vielleicht sehr praktisch, nachdem die -erkaltete Masse in Kuchenform gepreßt ist, dieselbe behufs besserer -Entwässerung durch eine Walze gehen zu lassen und dann die dadurch -entstehenden Kautschukfelle hängend zu trocknen. Je dünner dann diese -Felle hergestellt würden, desto schneller und besser würden sie -natürlich durchtrocknen und dadurch die Güte des Kautschuks bedeutend -erhöht werden, und desto besser würde sich der Kautschuk bei seiner -Verschiffung nach Europa halten.</p> - -<p>Ob es angebracht ist, beim Kochen etwaige Koagulationsmittel, wie den -Saft der Bossassangapflanze, oder Säuren hinzuzufügen, muß später die -Praxis lehren. Die von mir nach Zusatz derartiger Koagulationsmittel -angefertigten Proben unterschieden sich an Güte in keiner Weise von -denjenigen, welche einfach durch Kochen hergestellt worden waren. -Bei meinen Versuchen fand ich dagegen, daß es besser sei, möglichst -viel Wasser der Milch beizusetzen, bevor sie gekocht wird. Der -Kautschukgehalt bleibt ja dessenungeachtet in der Masse derselbe, und -die koagulierenden Kautschukflocken sind weniger der Gefahr ausgesetzt, -anzubrennen.</p> - -<p>Eine zweite Methode der Bereitung des Kickxia-Kautschuks, welche sich -vielleicht bewähren dürfte, ist die folgende: Auf möglichst große -Schalen, welche von unten gleichmäßig warm gehalten werden könnten, -gieße man die Kautschukmilch aus und lasse die darin enthaltenen -Wassermengen allmählich verdunsten. Natürlich dürfen diese Schalen nie -derartig erhitzt werden, daß sie die Milch zum Kochen bringen würden, -da sonst sofort der sich bildende Kautschuk verbrennen würde. Auch -in dieser Weise würde man dünne Kautschukfelle erhalten, welche dann -schnell durchgetrocknet werden könnten.</p> - -<p>Dieser letzteren ist eine Methode verwandt, für welche sich insofern -einiges sagen läßt, da nur wenig Arbeitskräfte dazu nötig sind, doch -ist sie ebenso wie die eben beschriebene langwieriger als die des -Einkochens der Milch. Ein größeres Gefäß mit trichterförmigem Boden, -welcher durch einen Abflußhahn geöffnet werden kann, fülle man mit -der frischen Kickxiamilch und lasse es dann einige Tage ruhig stehen. -Nach etwa acht Tagen werden sich dann die in der Milch enthaltenen -Kautschukkügelchen nach der Oberfläche der Flüssigkeit zusammendrängen, -und allmählich kann man das am Grunde des Gefäßes fast reine Wasser -durch das verschließbare Abzugrohr herausfließen lassen, so daß man -nach etwa zwei Wochen nur die mehr oder minder zusammenhängende -Kautschukmasse zurückbehält, welche dann durch Pressen von dem -größeren<span class="pagenum" id="Seite_244">[S. 244]</span> Teile der sich darin noch befindenden Wassermengen befreit -werden kann. Die sich zuerst an der Oberfläche bildende Kautschukhaut -scheint einen großen Teil der Kautschukharze zu enthalten und könnte -deshalb, vielleicht gesondert, als andere Qualität in den Handel -gebracht werden. Leider ist es ohne Laboratorium nicht möglich, in -Westafrika die Berechtigung dieser meiner Vermutung zu prüfen und -festzustellen, wie weit die Kautschukmasse von Harzen befreit ist, -nachdem die sich zuerst bildende obere Schicht entfernt worden ist. -Auch mit Wasser kann man die Milch verdünnen, doch scheint dadurch das -Abscheiden der Kautschukkügelchen nicht eher vor sich zu gehen.</p> - -<p>Während meines Aufenthaltes auf der Ngoko-Station in Südost-Kamerun -machte ich auch Versuche, Kickxia-Kautschuk nach der -Para-Räuchermethode herzustellen. Ich ließ mir zu diesem Zwecke aus -hartem Holze eine ruderförmige Spatel anfertigen, ähnlich wie sie in -Para gebräuchlich ist. Leider standen mir damals keine Palmennüsse -zur Verfügung, so daß ich gezwungen war, über einem einfachen -Holzfeuer die Räucherversuche zu machen. Dieselben fielen durchaus -nicht zu meiner Zufriedenheit aus. Die Milch der Kickxia koaguliert -offenbar zu langsam, um sich für diese Methode zu eignen. Ich war -trotz eifriger Arbeit nach mehreren Stunden erst im stande, eine -kaum 4 mm dicke Kautschukschicht um die Spatel herumzulegen. Die -Eingeborenen, welche ich dann mit dieser Arbeit betraute, hatten schon -gar keine Lust dazu, da eine solche mühsame Methode ihnen von Natur -aus zuwider ist. Selbst wenn man die Leute zu dieser Arbeit fände, -dürfte sich doch das Resultat in kein Verhältnis zu dem Kostenaufwand -an Arbeitermaterial stellen. Es ist wissenschaftlich interessant, -daß sich der Kickxia-Kautschuk in dieser Weise anfertigen läßt und -auch von brauchbarer Qualität ist, doch befürchte ich, daß wir uns -mit diesem Resultat zufriedenstellen müssen. Nach meinen Erfahrungen -ist also diese Methode für Westafrika nicht angebracht. Ob eventuell -über einem Feuer von Palmennüssen ein besseres Resultat herbeigeführt -werden kann, muß ich noch dahingestellt sein lassen, doch glaube ich, -daß ein solches auch nicht besonders zu einer schnelleren Koagulation -führen wird, da die Kickxiamilch, abweichend von den Milchsäften der -meisten anderen Kautschukarten, gegen Einfluß von den gewöhnlichen -Koagulationsmitteln vollständig unverändert bleibt, solange nicht ein -gewisser Wärmegrad hinzutritt.</p> - -<p>Um auch die <em class="gesperrt">Biffen</em>sche Centrifugiermethode anwenden zu können, -hatte ich auf der Expedition eine kleine Rahm-Centrifuge mitgeführt. -Mit dieser Centrifuge stellte ich auf der Ngoko-Station auch Versuche -an. Ich fand, daß sich die Kickxiamilch leicht centrifugieren läßt, -aber<span class="pagenum" id="Seite_245">[S. 245]</span> nur bis zu einem gewissen Grade. Man hatte die sich oben an den -Tuben sammelnde flockige Masse stets wieder zu entfernen, um eine -einigermaßen gute Scheidung der Kautschukkügelchen zu erzielen, und -dennoch enthielt schließlich der Rückstand noch so viel Kautschuk, -daß ich gezwungen war, die letzten Reste durch Kochen auszuziehen. -Man hatte also trotz langwieriger Arbeit nachher noch die zuerst -geschilderte Methode zu wiederholen, um das zu erreichen, was man -durch Abkochen in wenigen Minuten erreicht hätte. Es scheint also, -als ob das Centrifugieren praktisch von geringem Werte und nur als -wissenschaftliches Experiment interessant ist, da durchaus nicht alle -Milchsäfte durch Centrifugieren in dieser Weise sich behandeln lassen. -Ich muß hier allerdings erwähnen, daß meine Centrifuge zu klein war, um -Experimente in größerem Maßstabe zuzulassen, doch ist kaum zu erwarten, -daß hier, wo sich die Koagulation in dieser Weise nicht einmal im -kleinen lohnt, eine solche in größerem Maßstabe betrieben, zu anderen -Resultaten führen würde.</p> - -<p>Aus dem oben Gesagten scheint also hervorzugehen, daß die Methode -des Einkochens der Kickxiamilch zur Koagulation derselben die -empfehlenswerteste ist. Ich würde ihr jedenfalls vor jeder anderen den -Vorzug geben. Inwieweit die Methode des Eintrocknens sich bewähren -wird, müssen weitere Versuche feststellen.</p> - -<p>Ich habe bereits wiederholt Vorschläge über Anlagen von -Kickxiaplantagen und deren Instandhaltung gemacht und bin stets -dafür eingetreten, daß man möglichst bald dieser Frage nähertreten -solle. Es ist mir ja gelungen, im Victoria-Gebiete in Kamerun einige -Plantagenleiter für eine solche Unternehmung günstig zu stimmen und sie -zur Inangriffnahme des Planes zu bewegen. Doch bis jetzt sind solche -Pflanzungen nur am Kamerun-Gebirge entstanden, obgleich die Regionen -südlich des Kamerun-Flusses für derartige Unternehmungen auch durchaus -günstig, wenn nicht sogar infolge ihres weniger schweren Bodens -noch günstiger sind. Jedenfalls müßte das Projekt eine viel weitere -Verbreitung finden.</p> - -<p>Da bis jetzt das Beschaffen großer Quantitäten von Samen noch immer -mit einigen Schwierigkeiten verknüpft ist, so hatte ich bisher -vorgeschlagen, dieselben erst in Saatbeeten auszusäen, damit möglichst -wenig verloren gehen können; doch wenn wir erst Verbindungen besitzen, -durch welche die Samen in größeren Quantitäten leicht zu erhalten -sind, so wäre es vielleicht ratsam, an Ort und Stelle einige derselben -auszusäen, um dann die kräftigste Pflanze der aufgegangenen stehen -zu lassen, die anderen könnten dann ja zum Ausfüllen etwaiger Lücken -verwendet werden. Sind die Pflanzen in Saatbeeten ausgesät, so -müssen sie, anfangs beschattet,<span class="pagenum" id="Seite_246">[S. 246]</span> in denselben verbleiben, bis sie -vier bis sechs Blättchen entwickelt haben. Dann könnten sie im Walde -ausgepflanzt werden. Um den Pflänzchen in ihrer Jugend genügend -Luft und Licht angedeihen zu lassen, muß der Wald zu diesem Zwecke -etwas gelichtet, d. h. das Unterholz und die jüngeren Stämme, soweit -sie mit wenigen Axtschlägen zu fällen sind, entfernt werden. Eine -solche Lichtung des Waldes zum Zwecke von Kickxiaplantagen würde -also nicht mit sehr großen Kosten verknüpft sein. Zusammen mit Herrn -<em class="gesperrt">Stammler</em>, dem Leiter der Moliwe-Pflanzung, berechnete ich die -dadurch entstehenden Unkosten. Er hatte gefunden, daß er mit fünfzig -guten Arbeitern in der oben vorgeschlagenen Weise ein Hektar zur -Aufnahme der jungen Pflänzchen in einem Tage herrichten konnte. Da er -zu diesem Zwecke die teuren Togo-Arbeiter verwendet hatte, welche alles -in allem 1,35 Mk. pro Tag kosteten, so würden sich die Ausgaben für -die Arbeiter selbst auf 67 Mk. 50 Pf. belaufen. Da zur Aufsicht dieser -Arbeiter ein Europäer nötig ist, der einschließlich seiner Beköstigung -ungefähr 12 Mk. pro Tag kosten würde, so ergäbe sich als Endresultat -eines Kostenanschlages für die Lichtung eines Hektars die Summe von -79 Mk. 50 Pf., also rund 80 Mk. In Abständen von etwa fünf Metern -könnten die Pflänzchen in den so gelichteten Wald eingepflanzt werden, -da die Kickxia ein Baum ist, der nur eine kleine aufrechte Krone -besitzt. Es wäre vielleicht sehr angebracht, wenn man die einzelnen -Samen in tütenförmig aufgerollte, mit Erde gefüllte Kakaoblätter oder -in kleine Körbchen aus Ölpalmen-Blattfiedern, in deren Anfertigung -die Eingeborenen eine große Geschicklichkeit besitzen, aussäen würde, -in denen sie dann an Ort und Stelle übertragen werden könnten, -sobald sie das nötige Alter erreicht haben. Da das Kakaoblatt oder -das Körbchen aus Palmen-Blattfiedern im Boden bald verfaulen würde, -würden die Wurzeln keinen Widerstand an der ehemaligen Wandung finden -und somit gar keine Wachstumsstörung eintreten. Bei Kakao habe ich -diese Methode mit großem Erfolge zur Anwendung bringen sehen. Herr -<em class="gesperrt">Stammler</em> teilte mir mit, daß zum Bepflanzen eines Hektares des -so gelichteten Waldes auch wieder fünfzig Leute unter Aufsicht eines -Europäers einen Tag thätig sein würden. Die Bepflanzungskosten würden -sich mithin also auch auf 79 Mk. 50 Pf., also rund 80 Mk. belaufen. -Ein eben mit Kickxia elastica bepflanzter Hektar würde somit also eine -Auslage von 159 bezw. 160 Mk. erfordern. Da bei einem Abstande von -fünf Metern auf einem Hektar Landes 400 Pflänzchen stehen würden, so -würde eine Pflanze 40 Pf. kosten. Wenn man bedenkt, welche riesigen -Unkosten das Urbarmachen des Landes bei Anlage einer Kakaoplantage -erfordert, da nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der<span class="pagenum" id="Seite_247">[S. 247]</span> stärkeren -Urwaldbäume stehen bleiben kann, so ist es leicht erklärlich, daß -eine Kakaopflanze, an Ort und Stelle ausgepflanzt, bedeutend mehr -kosten muß. Bis die so ausgepflanzten Kickxien eine genügende Stärke -erreicht haben, um sich selbst überlassen zu werden, d. h. bis zu -Beginn ihres dritten Lebensjahres, müßte die Pflanzung in der Nähe der -jungen Bäumchen genügend rein gehalten werden, damit dieselben nicht -von den aufsprießenden Unkräutern überwuchert und erstickt werden. -In einem nur mäßig gelichteten Urwalde wird der Kampf gegen etwa -aufsprießende Unkräuter ein nicht so schwieriger sein als in einem -offenen, sonnigen Terrain, daher dürfte eine Reinigung der Plantage -nur drei- oder viermal im Jahre nötig sein. Also auch hier wären die -Unkosten nur geringe, denn zur Reinigung des Hektars würden nach Herrn -<em class="gesperrt">Stammler</em> etwa zehn Leute einen Tag lang beschäftigt werden -müssen.</p> - -<p>Vorausgesetzt nun, daß der Baum erst nach sechs Jahren angezapft werden -kann, so stände der Bruttoertrag desselben, wenn er nur ein Kilo -Kautschuk lieferte, in einem so hohen Verhältnisse zu den geringen -Ausgaben, daß man die Kickxiakultur nur als eine ungeheuer lohnende -bezeichnen könnte.</p> - -<p>Wenn wir dann erst einmal so weit gekommen sind, daß wir in den -Plantagen Kautschuk gewinnen können, dann werden sich auch noch viele -Verbesserungen in der rationellen Anzapfungsmethode der Bäume und in -der Bereitung eines guten Kautschuks finden, denn dann können an Ort -und Stelle wichtige Versuche gemacht werden, für welche der Reisende -nicht genügend Zeit hat.</p> - -<p>Ich möchte gerade die Kickxia zum Anbau in Westafrika besonders -empfehlen, da sie im Lande heimisch ist und deshalb sicher mehr -Aussicht auf Erfolg zu bieten scheint, als die verschiedenen -Kautschukbäume anderer Erdteile.</p> - -<p>Bei Gelegenheit der Schilderung meiner Togo-Reise habe ich bereits -des Manihot Glaziovii Erwähnung gethan und Vorschläge für seine -Anpflanzung gemacht. Die Pflanze ist meiner Ansicht nach mit Unrecht -in letzterer Zeit häufig als wertlos bezeichnet worden. Wenn sie nur -richtig angepflanzt und ausgebeutet wird, dann wäre eine größere mit -Manihot Glaziovii bedeckte Fläche eine durchaus nicht zu verachtende -Besitzung, welche sicher mehr einbringen dürfte, als viele der -afrikanischen Kaffeeplantagen, deren Unterhaltung ganz bedeutende -Kosten verursacht. Ich möchte hier noch einmal betonen, daß ich nur -dann für die Anpflanzung des Manihot Glaziovii eintrete, wenn diese -sowohl wie das Abernten der Bestände in der von mir vorgeschlagenen -Weise betrieben wird. Sobald die Anlage größere Kosten verursacht, -kann Manihot<span class="pagenum" id="Seite_248">[S. 248]</span> Glaziovii nicht als Kulturpflanze in Betracht kommen, -denn bei den geringen Mengen Kautschuk, welche der Baum liefert, -würde sich ein regelrechter Plantagenbetrieb nie lohnen. Für die -sehr regenreichen Gebiete am Kamerun-Gebirge würde ich den Baum, -welcher in seiner Heimat eine Steppenpflanze ist, nicht empfehlen. In -den Gegenden, wo, wie z. B. in den Steppen Togos, die Eingeborenen -alljährlich das Gras niederbrennen, müßten die Brände natürlich in der -Nähe solcher Manihotbestände verboten und im Falle der Übertretung die -den Brand verursachenden Eingeborenen bestraft werden. Überhaupt wäre -es sehr wünschenswert, daß diese vollständig nutzlosen Grasbrände, die -besonders in Togo, wo schon an und für sich die Bewaldung des Gebietes -eine sehr spärliche ist, in den Baumbeständen riesige Verheerungen -anrichten, verboten oder doch bedeutend erschwert würden. Es wäre -doch ein großer Triumph europäischer Kultur, wenn es uns gelänge, die -sonst vollständig wertlosen immensen Steppengebiete durch Bepflanzung -mit nützlichen Gewächsen wertvoll machen zu können. Manihot Glaziovii -ist eine Pflanze, die bei dieser Frage große Beachtung verdient. -Auch in anderer Hinsicht wäre ein Bepflanzen der Steppen mit diesem -Kautschukbaume von Wichtigkeit. Da bekanntlich der Baum ziemlich -große Laubblätter besitzt, die, wenn sie herabfallen, allmählich den -Boden mit einer Humusschicht überdecken würden, so würde mit der Zeit -der Steppencharakter der mit diesem bepflanzten Gebiete vollständig -verloren gehen und schon dadurch der Wert der Gebiete bedeutend erhöht -werden.</p> - -<p>Auch der Ficus elastica habe ich bereits Erwähnung gethan. Entgegen -der Manihot Glaziovii haben wir in ihr eine Pflanze vor uns, welche -zu ihrem Gedeihen einer feuchteren Atmosphäre bedarf. Dennoch ist -es merkwürdig, daß die bisher in Kamerun vorhandenen Exemplare -einen recht minderwertigen Kautschuk liefern, obgleich auch dort -der Baum vorzüglich gedeiht. Sollte dieses etwa in der chemischen -Zusammensetzung des Bodens liegen? Oder sollten die im Victoria-Garten -vorhandenen Exemplare von einer bereits degenerierten Pflanze -abstammen? Es wird nötig sein, um dieser Frage auf den Grund zu gehen, -mit möglichst guten Spielarten neue Versuche zu machen. Schlagen auch -diese nicht ein, dann dürfte wohl erwiesen sein, daß die Pflanze -in Kamerun nur einen minderwertigen Kautschuk hervorzubringen im -stande ist. Wie einige aus Kairo entstammende, von Herrn Prof. -<em class="gesperrt">Schweinfurth</em> angefertigte Proben beweisen, liefern die dort -angezapften Bäume ein wirklich vorzügliches Produkt, das wohl mit den -besten Penang-Qualitäten konkurrieren könnte. Sollten sich Spielarten -dieser Ficus finden<span class="pagenum" id="Seite_249">[S. 249]</span> lassen, welche auch in Kamerun ein wirklich gutes -Produkt erzeugen. so sollte mit ihrer Anpflanzung nicht gezögert werden.</p> - -<p>Zur Zeit meiner Anwesenheit in Westafrika waren von Castilhoa elastica -in Kamerun nur einige wenige, sehr junge Exemplare vorhanden, aus deren -Alter natürlich gar nicht zu schließen war, ob sie sich gut bewähren -würden oder nicht. Nach den letzthin von Kamerun eingetroffenen -Nachrichten sollen sich die Exemplare sehr gut entwickeln. Inwieweit -sich ein Kautschukertrag späterhin rentieren wird, muß natürlich der -Zukunft überlassen werden zu entscheiden.</p> - -<p>Im botanischen Garten zu Victoria standen die einzigen Bäume von Hevea, -welche bereits anzapfbar waren. Der Boden, in dem diese Exemplare -wuchsen, war ziemlich trocken, und diesem Umstande ist es wohl -zuzuschreiben, daß die Stämme auffallend wenig Kautschuk gaben. Es -ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß die Pflanze in feuchterer Lage -oder in höherem Alter, wie es sich in Ceylon zeigte, einen bedeutend -besseren Ertrag bringen und sich dann bezahlt machen würde. Außerdem -ist es noch nicht erwiesen, daß die in Victoria stehenden Bäume -wirklich einer besseren Hevea-Art angehören, die auch in der Heimat -größere Erträge liefert. Also auch über sie läßt sich, soweit Kamerun -in Betracht kommt, noch nicht viel sagen.</p> - -<div class="section"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_250">[S. 250]</span></p> - -<h3 class="padtop1" id="Anhang_I">Anhang I.</h3> - -</div> - -<p class="s4 center mbot1"><b>Denkschrift des Herrn Prof. O. Warburg zur -Begründung der Kautschuk-Expedition.</b><a id="FNAnker_2" href="#Fussnote_2" class="fnanchor"><span class="s5">[2]</span></a></p> - -<p>Eine wie große Bedeutung der Kautschukhandel namentlich infolge der -Entwickelung der Elektrotechnik und des Radsports erreicht hat, ist -bekannt genug. Es braucht nur darauf hingewiesen zu werden, daß, -während 1830 erst 230 Tons nach Europa eingeführt wurden und 1840 (im -Jahre der Entdeckung der Vulkanisation des Kautschuks) 400 Tons (von -Para kommend) den gesamten Weltbedarf deckten, der Konsum im Jahre 1896 -schon auf 31541 Tons gestiegen ist, welche Summe einen Wert von 200 -Millionen Mark repräsentiert.</p> - -<p>Nacheinander wurden sämtliche tropische Gegenden für die Gewinnung -von Kautschuk in Anspruch genommen, in den meisten Gegenden freilich -in derart ruchloser Weise, daß nach wenigen Jahren steigender -Ausbeute die natürlichen Bestände so gut wie vernichtet waren. -<em class="gesperrt">Centralamerika</em>, die Heimat des schönen Castilloa-Kautschuks, -liefert nur noch ganz geringe Mengen, so daß man sich daselbst jetzt -mit Energie auf die Kultur dieser Bäume zu werfen beginnt. Der gesamte -Export <em class="gesperrt">Süd- und Mittelamerikas</em>, abgesehen von Brasilien, betrug -1896 mir 1773 Tons, d. h. nur 5.6 pCt. der Totalproduktion. Der nie -sehr bedeutend gewesene Kautschukexport <em class="gesperrt">Südasiens</em> befindet -sich seit Jahren in Abnahme und betrug 1896 etwa 1393 Tons, d. h. -4.4 pCt. der Weltproduktion. Für Brasilien liegen die Verhältnisse -insofern günstig, als im Amazonas-Gebiet den feinen Para-Kautschuk -große Bäume (Hevea) liefern, die recht widerstandsfähig sind; außerdem -hat sich daselbst eine immer mehr vervollkommnete Methode des -Anzapfens ausgebildet, so daß die Produktion dieses gewaltigen, zwei -Drittel Europas gleichkommenden Gebietes stets wächst und von 10018 -Tons 1882/83 auf 22290 Tons (etwa 140 Millionen Mark) im Jahre 1896 -gestiegen ist. Die im Amazonas-Gebiet lebenden Sachverständigen sind -allgemein der Ansicht, daß von einer Erschöpfung des Vorrates noch für -lange hinaus keine Rede sein kann.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_251">[S. 251]</span></p> - -<p>In aufsteigender Richtung bewegt sich augenblicklich auch noch die -Kautschukausfuhr <em class="gesperrt">Afrikas</em>, die aber 1896 erst 9111 Tons, das -sind 28.9 pCt. Gesamtproduktion betrug, wovon nicht weniger als 6933 -Tons nach Liverpool gingen, und zwar 1890 Tons von der Nordwestküste -(Senegambien, Liberia, Gold-, Elfenbein- und Sklavenküste), 2352 Tons -aus Lagos, 975 Tons aus Sierra Leone, 1716 Tons von Madagaskar und -Mozambique. Dazu kommen 501 Tons vom Congostaat, meist nach Antwerpen -gehend, und 675 Tons der deutschen Schutzgebiete, meist nach Hamburg -gehend.</p> - -<p>Was die <em class="gesperrt">deutschen Kolonien</em> in Afrika betrifft, so bildet der -Kautschuk zwar einen der bedeutendsten Ausfuhrartikel Kameruns und -Ostafrikas, und auch Togo exportiert nicht unbeträchtliche Quantitäten; -die Zeit des Aufschwunges in Bezug auf diesen Artikel ist aber schon -für unsere Kolonien vorbei, Togo und Kamerun zeigen schon wieder -beträchtliche Abnahmen, in Ostafrika hat zwar noch im letzten Jahre die -Quantität etwas zugenommen, aber nur noch sehr wenig und wahrscheinlich -nur infolge der vermehrten Anfuhren aus Portugiesisch-Ostafrika; es -dürfte kaum einem Zweifel unterliegen, daß sich auch hier schon in -einem der nächsten Jahre ein bedeutender Minderexport zeigen wird.</p> - -<p>Kamerun exportierte</p> - -<table> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1893</div> - </td> - <td> - 413758 - </td> - <td> - <div class="center">kg</div> - </td> - <td> - <div class="center">im</div> - </td> - <td> - <div class="center">Werte</div> - </td> - <td> - <div class="center">von</div> - </td> - <td> - 1426874 - </td> - <td> - <div class="center">Mk.</div> - </td> - <td> - <div class="center"> </div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1894</div> - </td> - <td> - 409061 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - 1304218 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center"> </div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1895</div> - </td> - <td> - 352502 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - 1102802 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center"> </div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1896</div> - </td> - <td> - 340301 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - 1077776 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a id="FNAnker_3" href="#Fussnote_3" class="fnanchor">[3]</a></div> - </td> - </tr> -</table> - -<p>Togo exportierte:</p> - -<table> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1893</div> - </td> - <td> - 28637 - </td> - <td> - <div class="center">kg</div> - </td> - <td> - <div class="center">im</div> - </td> - <td> - <div class="center">Werte</div> - </td> - <td> - <div class="center">von</div> - </td> - <td> -  99254 - </td> - <td> - <div class="center">Mk.</div> - </td> - <td> - <div class="center"> </div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1894</div> - </td> - <td> - 30582 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - 115621 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center"> </div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1895</div> - </td> - <td> - 87498 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - 306123 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center"> </div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1896</div> - </td> - <td> - 82645 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - 297524 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center"> </div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1897</div> - </td> - <td> - 66156 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - 245369 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a id="FNAnker_4" href="#Fussnote_4" class="fnanchor">[4]</a></div> - </td> - </tr> -</table> - -<p>Deutsch-Ostafrika exportierte:</p> - -<table> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1893</div> - </td> - <td> - 499994 - </td> - <td> - <div class="center">engl.</div> - </td> - <td> - <div class="center">Pf.</div> - </td> - <td> - <div class="center">im</div> - </td> - <td> - <div class="center">Werte</div> - </td> - <td> - <div class="center">von</div> - </td> - <td> - 232598 - </td> - <td> - <div class="center">Dollar</div> - </td> - <td> - <div class="center"> </div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1894</div> - </td> - <td> - 415429 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - 247470 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center"> </div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1895</div> - </td> - <td> - 503320 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - 683260 - </td> - <td> - <div class="center">Rupies</div> - </td> - <td> - <div class="center"> </div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1896</div> - </td> - <td> - 611446 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - 721896 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center"> </div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1897</div> - </td> - <td> - 619264 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - 851298 - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center"><a id="FNAnker_5" href="#Fussnote_5" class="fnanchor">[5]</a></div> - </td> - </tr> -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_252">[S. 252]</span></p> - -<p>Noch schlimmer ist der Rückgang in anderen afrikanischen Gegenden, -und zwar gerade in solchen, wo der Kautschuk zuerst in größeren -Mengen exportiert wurde. So betrug der Gesamtexport des berühmten -altbekannten <em class="gesperrt">Madagaskar-Kautschuks</em> im Jahre 1896 nur noch -536783 Frcs., und der <em class="gesperrt">Mozambique-Kautschuk</em>, von dem schon 1887 -445567 kg exportiert wurden, war 1894 und 1895 schon auf 2500 Säcke, -1896 auf 2000 Säcke zurückgegangen, während der Export des Jahres -1897 auf nur 50 pCt. der Ausfuhr des vorhergehenden Jahres angegeben -wird. Dabei besteht (Kolonialblatt 1898 S. 359) „fast 75 pCt. der -Gummiausfuhr aus sogenanntem gekochten Gummi, dessen Qualität sich von -Jahr zu Jahr verschlechtert hat, so daß derselbe kaum noch einen Wert -für den europäischen Markt besitzt“. Auch an der <em class="gesperrt">Goldküste</em>, -von wo 1893 für 218162 Pf. Sterl., 1894 sogar für 322070 Pf. Sterl. -Kautschuk exportiert wurden, hat sich die Ausfuhr 1896 etwas verringert -(Kolonialblatt 1898 S. 145), ebenso im <em class="gesperrt">französischen Congo</em>, von -wo der Export betrug</p> - -<table> - <tr> - <td> - <div class="padright2">1895</div> - </td> - <td> - <div class="center">574146</div> - </td> - <td> - <div class="center">kg</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright2">1896</div> - </td> - <td> - <div class="center">546355</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright2">1897</div> - </td> - <td> - <div class="center">518270</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p>Auch in Angola scheint sich jetzt schon ein Rückgang oder wenigstens -ein Stillstand vorzubereiten. Während der Kautschukexport von 14607 kg -im Jahre 1870 auf 2105771 kg im Jahre 1895 gestiegen war, betrug der -Export im Jahre 1896 erst 2285995 kg, also nur sehr wenig mehr, und von -den südlichen Provinzen ist sogar ein merklicher Rückgang erkennbar, in -<em class="gesperrt">Mosamedes</em> von 44586 auf 12740 kg, in <em class="gesperrt">Ambriz</em> von 4186 kg -auf 2094 kg in den beiden Jahren 1894 und 1895.</p> - -<p>Für <em class="gesperrt">Britisch-Centralafrika</em>, welches 1893 539 englische -Pfund (33 Pf. Sterl.), 1894 noch 144 englische Pf. (6 Pf. Sterl.) -exportierte, wird Kautschuk jetzt gar nicht mehr erwähnt, vom <em class="gesperrt">Niger -Coast Protectorate</em> kommt nur gelegentlich etwas Kautschuk. -<em class="gesperrt">Portugiesisch-Guinea</em> exportierte 1895 nur für 90287 Milrs. -(1 Milrs. etwa 3 Mk.). Selbst in <em class="gesperrt">Lagos</em>, welches infolge der -Entdeckung des Silkrubber (des angeblichen Kickxia-Kautschuk) zu so -plötzlicher Bedeutung gelangte, daß 1895, d. h. ein Jahr nach der -Entdeckung, 5069504 englische Pfund im Werte von 269892 Pf. Sterl. -exportiert wurden, ist seitdem infolge der maßlosen und ungeregelten -Ausbeutung der dortigen Kautschukbäume die Gummigewinnung wieder auf -einen kleinen Betrag zusammengeschmolzen. (Kolonialblatt 1897 S. 637.)</p> - -<div class="figcenter illowe37" id="ill_p2525"> - <img class="w100" src="images/ill_p2525.jpg" alt="" /> - <div class="caption">Ceara-Kautschukbaum in Gr. Batanga.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p2525_gross.jpg" - id="ill_p2525_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Die einzige große Zunahme zeigt der <em class="gesperrt">Congostaat</em>, wie aus -folgender Tabelle hervorgeht (Kolonialblatt 1895 S. 20):</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_253">[S. 253]</span></p> - -<table id="congostaat"> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1886</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 18069</div> - </td> - <td> - <div class="center">kg</div> - </td> - <td> - <div class="center">im</div> - </td> - <td> - <div class="center">Werte</div> - </td> - <td> - <div class="center">von</div> - </td> - <td> - <div class="center"> </div> - </td> - <td> - <div class="center">Frcs.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1887</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 30050</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">116768</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1888</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 74294</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">260029</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1889</div> - </td> - <td> - <div class="center">131113</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">458895</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1890</div> - </td> - <td> - <div class="center">123666</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">556497</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1891</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 81680</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">326720</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1892</div> - </td> - <td> - <div class="center">156339</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">625356</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p>Dann stieg der Export rapide, betrug 1895 schon über 500000 kg (im -Werte von 2882585 Frcs.) und 1896 bereits 1195000 kg. Für 1897 wird der -Export auf 1500000 kg (1500 Tonnen) geschätzt. Man erwartet sogar für -die Zukunft einen Export von 4000 Tonnen pro Jahr aus dem Congostaat.<a id="FNAnker_6" href="#Fussnote_6" class="fnanchor">[6]</a></p> - -<p>Die Ursachen der auffälligen Erscheinung der <em class="gesperrt">Abnahme des Kautschuks -in den meisten Teilen Afrikas gegenüber der Zunahme in Brasilien</em> -sind in der unvernünftigen Ausbeutung durch die Eingeborenen Afrikas -zu suchen; wobei freilich zuzugeben ist, daß es viel schwieriger -ist, Lianen (wie in Afrika) rationell anzuzapfen, als die großen, -den Para-Kautschuk liefernden Bäume. Aber auch wo es sich um Bäume -handelt, wie beim Silkrubber in Lagos, hat man in Afrika (ebenso wie in -Centralamerika auch die Castilloa) die Bäume in kurzer Zeit vernichtet. -Der Congostaat ist bisher von der Abnahme des Exportes an Kautschuk -verschont geblieben, einerseits, weil die Ausbeutung dort noch zu -jung ist und jetzt erst anfängt, weiter ins Land hinein vorzudringen; -dann aber auch, weil die Regierung bemüht ist, durch Belehrung und -Strafen eine rationelle Ausbeutung zu erzwingen. Namentlich ist -hierdurch teilweise eine Güte des Produktes erzielt wie fast nirgends -in Afrika, am allerwenigsten in unseren Schutzgebieten, so daß manche -Kautschuksorten des Congo-Gebietes neuerdings dem guten Para-Kautschuk -an Wert kaum nachstehen sollen.</p> - -<p>Von welcher Bedeutung diese enorme Zunahme der Kautschukausfuhr des -Congostaates für das belgische Mutterland ist, sieht man an dem -zunehmenden Kautschukhandel Antwerpens, welcher Platz jetzt auch sogar -schon beginnt, Kautschuk anderer Provinzen (z. B. der Goldküste und -Angolas) an sich zu ziehen. Der Kautschukimport Antwerpens betrug</p> - -<table> - <tr> - <td> - <div class="padright2">1889</div> - </td> - <td> - <div class="center">   5</div> - </td> - <td> - <div class="center">Tonnen</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1890</div> - </td> - <td> - <div class="center">  30</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1891</div> - </td> - <td> - <div class="center">  21</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1892</div> - </td> - <td> - <div class="center">  63</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1893</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 167</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1894</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 275</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1895</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 531</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1896</div> - </td> - <td> - <div class="center">1116</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_254">[S. 254]</span></p> - -<p>Nach Hamburg wurden an Kautschuk eingeführt:</p> - -<table> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1894</div> - </td> - <td> - <div class="center">4771</div> - </td> - <td> - <div class="center">Tonnen</div> - </td> - <td> - <div class="center">im</div> - </td> - <td> - <div class="center">Werte</div> - </td> - <td> - <div class="center">von</div> - </td> - <td> - <div class="center">16148120</div> - </td> - <td> - <div class="center">Mk</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1895</div> - </td> - <td> - <div class="center">5424</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">18819850</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="padright1">1896</div> - </td> - <td> - <div class="center">7191</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">25108210</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p class="p0">so daß also unser großes Emporium augenblicklich einen mehr als -sechsfach so bedeutenden Kautschukhandel hat als Antwerpen und fast ein -Viertel der gesamten Weltproduktion nach Hamburg gelangt.</p> - -<p>Weit weniger erfreulich stellt sich aber die Sache dar, wenn wir den -Herkunftsländern des in den Hamburger Handel gelangenden Kautschuks -nachgehen. Nicht weniger als 3832 Tonnen, also über die Hälfte -der gesamten Einfuhr, gelangt erst über andere europäische (nicht -deutsche) und nordamerikanische Häfen nach Hamburg, darunter 2895 -über Großbritannien, 209 über Belgien, 174 über Frankreich, 117 über -Portugal, 138 über die Niederlande, 131 über die Vereinigten Staaten -etc. Aus Brasilien kommen nur 69 Tonnen direkt, aus Afrika dagegen -2864, d. h. fast ein Drittel der gesamten afrikanischen Ausfuhr, -darunter</p> - -<table> - <tr> - <td> - <div class="center">aus</div> - </td> - <td> - <div class="left padright1">Deutsch-Westafrika</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 305</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="left padright1">Deutsch-Ostafrika</div> - </td> - <td> - <div class="center">1700</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="left padright1">dem übrigen Westafrika</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 204</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="left padright1">Sansibar</div> - </td> - <td> - <div class="center">  51</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="left padright1">dem übrigen Ostafrika</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 326</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="left padright1">Madagaskar</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 276</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p>Es wird hierdurch also die auch sonst, geltende Regel bestätigt, -daß der Handel der Flagge folgt; nur Westafrika teilweise, sowie -Madagaskar, wo gerade viele deutsche Häuser ansässig sind, machen -darin eine Ausnahme; schon Sansibar exportiert trotz der vielen dort -ansässigen deutschen Häuser den größten Teil nach England, und nur von -den deutschen Schutzgebieten geht der größte Teil (⅔ bis ¾) direkt -nach Deutschland.</p> - -<p>Wir sehen also aus diesen Erörterungen, daß</p> - -<ol class="kautschukexport"> - <li>der Kautschukhandel stetig und rapide wächst,</li> - <li>Deutschland im Kautschukhandel eine hervorragende Stellung einnimmt,</li> - <li>der Kautschukhandel sich im allgemeinen nach der Flagge des Landes - richtet,</li> - <li>der Kautschukexport Brasiliens stetig zunimmt,</li> - <li>der Kautschukexport in Afrika nur noch im Congostaat beträchtlich - zunimmt, in den meisten Ländern hingegen abnimmt,</li> - <li>der Kautschukexport Deutsch-Westafrikas schon bedeutend - abnimmt, derjenige Ostafrikas kaum mehr zunimmt.</li> -</ol> - -<div class="section"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_255">[S. 255]</span></p> - -<h3 class="padtop1" id="Anhang_II">Anhang II.</h3> - -</div> - -<p class="s4 center mbot1"><b>Gutachten über die von Lagos eingesandten -Kautschukproben des chemischen Laboratoriums für Handel und Industrie -(Dr. Rob. Henriques). Berlin.</b></p> - -<p>Die von Herrn <em class="gesperrt">Schlechter</em> am 1. März übersandten Proben, -bestehend aus:</p> - -<ol class="proben"> - <li>Milch einer Ficusart von Lagos,</li> - <li>daraus gewonnener Kautschuk, kalt koaguliert,</li> - <li>   „  <span class="mleft2"> „</span> <span class="mleft4"> „</span> <span class="mleft2"> kochend</span> koaguliert,</li> - <li>kleine Probe Kickxiamilch von Lagos,</li> -</ol> - -<p class="p0">habe ich mit folgendem Resultat untersucht:</p> - -<p>Zu 1. Die Ficusmilch stellte eine dünne, leicht bewegliche Flüssigkeit -vom spezifischen Gewicht 0.98 dar. Eingesandt waren 75 ccm.</p> - -<p>Die Milch koaguliert beim Ansäuern mit Essig- oder Mineralsäure nicht -in der Kälte, wohl aber rasch in der Wärme, wobei sich der Kautschuk in -Form eines Klumpens in bräunlich gefärbten Serum ausscheidet und aus -diesem herausgenommen und gewaschen werden kann. Es wurden so gewonnen -aus 50 ccm: 13.5 g feuchtes = 9.3 g trockenes Rohprodukt.</p> - -<table> - <tr> - <td> - <div class="center">Gehalt</div> - </td> - <td> - <div class="center">des</div> - </td> - <td> - <div class="center">trocknen</div> - </td> - <td> - <div class="center">Rohprodukts</div> - </td> - <td> - <div class="center">an</div> - </td> - <td> - <div class="left">Asche: 0.18 pCt.,</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="left"> Kautschukharzen: 22.6 pCt.</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p>Der entharzte Ficus-Kautschuk war zwar kein erstklassiges Produkt, -immerhin aber ein echter, mäßige Elastizität zeigender Kautschuk. -Die sogenannten Kautschukharze bildeten eine weiße, anscheinend -krystallisierte, in heißem Aceton lösliche feste Masse.</p> - -<p>Die Proben sub 2 und 3 ergaben:</p> - -<table> - <tr> - <td> - <div class="left padright1">Zu 2.</div> - </td> - <td> - <div class="left padright2">Wasser</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 8.21</div> - </td> - <td> - <div class="center"> pCt.,</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left padright1"> </div> - </td> - <td> - <div class="left padright2">Asche</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 1.70</div> - </td> - <td> - <div class="center"> „</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left padright1"> </div> - </td> - <td> - <div class="left padright2">Kautschukharz</div> - </td> - <td> - <div class="center">31.02</div> - </td> - <td> - <div class="center"> „</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left padright1">Zu 3.</div> - </td> - <td> - <div class="left padright2">Wasser</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 4.84</div> - </td> - <td> - <div class="center"> pCt.,</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left padright1"> </div> - </td> - <td> - <div class="left padright2">Asche</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 1.04</div> - </td> - <td> - <div class="center"> „</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left padright1"> </div> - </td> - <td> - <div class="left padright2">Kautschukharz</div> - </td> - <td> - <div class="center">23.09</div> - </td> - <td> - <div class="center"> „</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_256">[S. 256]</span></p> - -<p>Die Probe 3 (kochend koaguliert) stimmte mithin mit dem von mir aus der -Milch erhaltenen Produkt im wesentlichen überein. Die Ficusmilch durch -Verdunstenlassen an der Luft zu koagulieren (wie No. 2), empfiehlt sich -mithin nicht. Der aus 2 und 3 gewonnene entharzte Kautschuk stimmte -unter sich und mit dem aus der Milch gewonnenen völlig überein.</p> - -<p>In Anbetracht dessen, daß das Entharzen eines solchen Ficus-Kautschuks -sich technisch sehr wohl ausführen läßt und daß das dann gewonnene -Produkt ein weit brauchbarerer Kautschuk ist als der aus guten Flakes -und derartigen Waren herzustellende, möchte ich den eventuellen -Wert einer Rohware wie No. 3 auf etwa 4.50 Mark pro Kilo normieren. -Kautschukhändler und -fabrikanten werden ihn aber wahrscheinlich etwas -niedriger taxieren. Was die Taxen von dieser Seite betrifft, so möchte -ich noch darauf hinweisen, daß größere Mengen von den Eingeborenen -kaum so trocken hergestellt werden könnten wie diese kleinen von Herrn -<em class="gesperrt">Schlechter</em> koagulierten Mengen. Nasse Rohware von einem so -großen Harzgehalt wie der vorliegende repräsentiert sich aber sehr -schlecht und wird vorerst recht niedrig bewertet werden.</p> - -<p>Sollte sich diese Lagos-Ficus auch in unseren Kolonien finden, so wären -die Eingeborenen zu einem fleißigen Sammeln und Verarbeiten des Saftes -anzuhalten, der immer ein billiges, für Sekundawaren wohl verwendbares -Produkt liefern würde. Einen derartigen Baum aber plantagenmäßig -anzupflanzen, dazu könnte ich nicht raten, selbst wenn die Ficus, -worüber wohl nichts bekannt ist, besonders rasch anzapfungsfähig wäre. -Für Anbau und Kultur sollten vorerst meines Erachtens nur solche -Pflanzen in Frage kommen, die ein gutes, elastisches, auch ohne weitere -Reinigung wenig Harz enthaltendes Produkt geben.</p> - -<p>Zu 4. Die mit eingeschickte kleine Probe Kickxiamilch reichte eben -hin, um daraus etwas Kautschuk zu koagulieren und mit dem der -<em class="gesperrt">Preuß</em>schen Kickxiamilch von Kamerun zu vergleichen. Die Lagos- -und Kamerun-Milch verhielten sich, betreffend die Art des Koagulierens, -völlig gleich, und auch die daraus gefertigten Kautschukproben waren -von gleicher Vorzüglichkeit.</p> - -<p>Die wichtigsten der von Herrn <em class="gesperrt">Schlechter</em> aus Westafrika -mitgebrachten Kautschuk- und Kautschuksaftproben habe ich nunmehr -untersucht, und erlaube ich mir, darüber folgenden Bericht zur -Verfügung zu stellen:</p> - -<div class="blockquot"> - -<p class="center mtop1">1. <em class="gesperrt">Landolphia von Ngoko.</em></p> - -<p>Spezies unbestimmt. Am 21. Oktober 1899 an Ort und Stelle koaguliert: -45 ccm der Milch wurden mit ebenso viel Wasser verdünnt und nach Zusatz -von 5 ccm Bossassangasaft gekocht. Erhaltener<span class="pagenum" id="Seite_257">[S. 257]</span> Kautschuk: 16 g. — -Aussehen: Wurstförmiges Stück, sehr elastisch. Trocken und gut. Weiß -mit dunkeler Außenschicht.</p> - -<table class="analysen"> - <tr> - <td class="padright1"> - <em class="gesperrt">Analyse</em>: - </td> - <td> - <div class="left">Kautschuk:</div> - </td> - <td> - <div class="center">82.28</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">pCt.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Wasser:</div> - </td> - <td> - <div class="center">11.26</div> - </td> - <td> - <div class="center">pCt.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padright1"> -   - </td> - <td> - <div class="left">Kautschukharze:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 5.32</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">„</div> - </td> - <td> - <div class="left">Asche:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 1.14</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">2. Landolphia von Bonga am Sanga.</em></p> - -<p>Spezies unbestimmt. Am 16. August 1899 an Ort und Stelle koaguliert. -Aus 20 ccm erhalten 12 g Kautschuk. — Aussehen: Kleiner Kuchen von -gleicher Farbe wie 1. Ebenfalls sehr elastisch und gut; wenn auch stark -wasserhaltig, doch erstklassiges Produkt.</p> - -<table class="analysen"> - <tr> - <td class="padright1"> - <em class="gesperrt">Analyse</em>: - </td> - <td> - <div class="left">Kautschuk:</div> - </td> - <td> - <div class="center">72.43</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">pCt.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Wasser:</div> - </td> - <td> - <div class="center">21.20</div> - </td> - <td> - <div class="center">pCt.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padright1"> -   - </td> - <td> - <div class="left">Kautschukharze:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 1.06</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">„</div> - </td> - <td> - <div class="left">Asche:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 0.31</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">3. Kickxia elastica.</em></p> - -<p>a) Milch derselben. In Ngoko direkt von dem Baum abgelassen und 700 -ccm, versetzt mit 35 ccm Salmiakgeist (30 pCt.), in eine sofort -versiegelte Weinflasche gefüllt. Trotz dieser Vorsichtsmaßregeln ist -die Milch nicht unverändert in meinen Besitz gekommen. Ein großer -Teil Kautschuk war freiwillig koaguliert. Von diesem wurde die Milch -abgegossen, von der noch 300 ccm isoliert werden konnten; diese -verhielt sich genau wie die im vorigen Jahre von mir untersuchte -Kickxiamilch von Dr. <em class="gesperrt">Preuß</em> (siehe „Tropenpflanzer“ 1899, S. 257 -und „Gummizeitung“, XIII, 1899, No. 26). Spezifisches Gewicht: 0.990. -Weder Mineral- noch organische Säuren fällen Kautschuk aus, ebenso -wenig gelingt es mit dem zum Koagulieren der Landolphia verwendeten -Bossassangasaft, die Kickxiamilch zum Koagulieren zu bringen, man muß -vielmehr, wie ich schon früher schrieb, den Saft zum Kochen bringen -(was sich auch mit dem Verfahren der Eingeborenen deckt) und gewinnt -dann unter Rühren der mit Wasser verdünnten Milch, angesäuert oder -nicht, den festen Kickxia-Kautschuk.</p> - -<p>Über die eigentümlichen Koagulationserscheinungen, die dabei die Milch -zeigt, soll an anderer Stelle berichtet werden. Der fertig koagulierte -Kautschuk wurde in Stücke geschnitten, ordentlich gewaschen und an der -Luft getrocknet. Zerschneidet man die größeren Stücke mit Scheren in -kleinere (vielleicht Würfel von 2 bis 3 cm Seitenlänge), so gelingt es, -selbst hier bei warmer Witterung in acht bis zehn Tagen den Kautschuk -auf etwa 10 pCt. Wassergehalt zu trocknen, ohne daß man eine Oxydation -zu befürchten hätte, besonders wenn man die trocknenden Massen öfter -umschaufelt. Dies Verfahren dürfte sich zur Einführung bei den Wilden -empfehlen, die oftmals monatelang trocknen, um eine trockene, bessere -Ware zu erzielen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_258">[S. 258]</span></p> - -<p>Die 300 ccm Milch — es wurde nur eine gemessene Menge verarbeitet — -enthalten 104.5 g Kautschuk von der Zusammensetzung:</p> - -<table class="analysen"> - <tr> - <td> - <div class="left">Kautschuk:</div> - </td> - <td> - <div class="center">82.17</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">pCt.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Wasser:</div> - </td> - <td> - <div class="center">10.10</div> - </td> - <td> - <div class="center">pCt.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Kautschukharze:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 6.72</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">„</div> - </td> - <td> - <div class="left">Asche:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 1.01</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p>Der freiwillig koagulierte Kautschuk aus der Milch wog nach dem Waschen -und Trocknen 217 g und enthielt:</p> - -<table class="analysen"> - <tr> - <td> - <div class="left">Kautschuk:</div> - </td> - <td> - <div class="center">82.39</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">pCt.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Wasser:</div> - </td> - <td> - <div class="center">10.57</div> - </td> - <td> - <div class="center">pCt.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Kautschukharze:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 6.35</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">„</div> - </td> - <td> - <div class="left">Asche:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 0.69</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p>Es ergaben also 700 ccm Milch 321½ g Verkaufsware mit rund 10 pCt. -Wasser = rund 46 pCt. vom Milchvolum.</p> - -<p>b) 1.628 l Kickxiasaft, von <em class="gesperrt">Schlechter</em> am 13. September 1899 -in Ngoko durch Kochen der verdünnten Milch koaguliert, gaben 870 g -Kautschuk folgender Zusammensetzung:</p> - -<table class="analysen"> - <tr> - <td> - <div class="left">Kautschuk:</div> - </td> - <td> - <div class="center">84.86</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">pCt.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Wasser:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 9.99</div> - </td> - <td> - <div class="center">pCt.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Kautschukharze:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 4.96</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">„</div> - </td> - <td> - <div class="left">Asche:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 0.19</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p>Diese sowie die folgenden Sorten c) und d) dürften aber zur Zeit -der Wägung bedeutend wasserreicher gewesen sein, als sie es in dem -Zustand waren, wo sie analysiert wurden. Vergl. die Ausbeute aus Milch -(desselben Baumes) und <em class="gesperrt">Schlechters</em> Angaben.</p> - -<p>c) 1.575 l Kickxiasaft, am 10. September 1899 von <em class="gesperrt">Schlechter</em> -durch Kochen mit Bossassangasaft koaguliert. Erhalten 835 g Kautschuk.</p> - -<p>Die Analyse ergab:</p> - -<table class="analysen"> - <tr> - <td> - <div class="left">Kautschuk:</div> - </td> - <td> - <div class="center">82.56</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">pCt.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Wasser:</div> - </td> - <td> - <div class="center">11.19</div> - </td> - <td> - <div class="center">pCt.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Kautschukharze:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 5.80</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">„</div> - </td> - <td> - <div class="left">Asche:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 0.45</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p>d) 130 ccm derselben Milch wurden (13. September 1899) auf Lehm -ausgegossen, der Kautschuk nach zwei Tagen gesammelt. Erhalten 74 g.</p> - -<p>Die Analyse ergab:</p> - -<table class="analysen"> - <tr> - <td> - <div class="left">Kautschuk:</div> - </td> - <td> - <div class="center">76.13</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">pCt.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Wasser:</div> - </td> - <td> - <div class="center">15.11</div> - </td> - <td> - <div class="center">pCt.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Kautschukharze:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 4.89</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">„</div> - </td> - <td> - <div class="left">Asche:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 3.85</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p>e) Ein Kautschukstück endlich, das <em class="gesperrt">Schlechter</em> am 14. September -in Ngoko nach Art der Para-Kautschuk-Gewinnung räucherte (Gewicht: 215 -g), ergab folgende Zahlen:</p> - -<table class="analysen"> - <tr> - <td> - <div class="left">Kautschuk:</div> - </td> - <td> - <div class="center">80.20</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">pCt.</div> - </td> - <td> - <div class="left">Wasser:</div> - </td> - <td> - <div class="center">13.53</div> - </td> - <td> - <div class="center">pCt.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td> - <div class="left">Kautschukharze:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 4.75</div> - </td> - <td> - <div class="center padright1">„</div> - </td> - <td> - <div class="left">Asche:</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 1.52</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -<p>Praktischen Wert hat das Verfahren für den Kickxia-Kautschuk -natürlich nicht; es bestätigt sich nur so eine Vermutung, die ich -ebenfalls früher äußerte („Tropenpfl.“ 1898, S. 259), daß sich der -Kickxia-Kautschuk wahrscheinlich gut räuchern ließe.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_259">[S. 259]</span></p> - -<p>Die Proben b) bis d) von <em class="gesperrt">Schlechter</em> waren zumeist cylindrische -Stücke von durchschnittlich 4 cm Durchmesser und 2 cm Höhe, ebenfalls -an der Oberfläche gebräunt, mit weißem Kern, wie die kleiner -geschnittene Ware, die ich aus der Milch gewinnen konnte. Der Kautschuk -stellt sich den besten Congo-Sorten zur Seite, soweit man darüber nach -Laboratoriumsversuchen urteilen kann. Fabrikationsversuche müssen -entscheiden, wie sich der Kickxia-Kautschuk dabei bewährt, denn zwei -von verschiedenen Pflanzenfamilien stammende Kautschuke sind nicht -chemisch identische Körper, sondern nur nahe Verwandte und können sich -chemisch gewaltig unterscheiden, so auch bei der Vulkanisation ein -recht verschiedenes Verhalten zeigen. Vorsicht bei der Einführung neuer -Sorten ist also zu empfehlen.</p> - -<p>Der Bossassangasaft, der Saft verschiedener Cactusarten, der überall im -Congo-Gebiet zum Koagulieren der Landolphiamilch verwendet wird, erwies -sich, wie zu erwarten stand, als stark saurer Pflanzensaft (100 ccm -Saft neutralisiert mit 19.75 ccm n/2 Alkali). Von diesen Säuren sind -nicht ganz ein Fünftel mit Wasserdämpfen leicht flüchtig und zeigen -den Charakter der Essigsäure, der nicht flüchtige Rest besteht aus -hochmolekularen Säuren, sowie aus niedrigermolekularen vom Charakter -der Oxalsäure, deren Kalksalze mit Chlorcalium aus dem Saft fallen. -Die nähere Untersuchung des Saftes, erschwert dadurch, daß leicht -Zersetzungen durch Schimmelpilze in dem ohne Zusätze transportierten -Material eintreten, steht noch aus.</p> - -</div> - -<div class="chapter"> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_260">[S. 260]</span></p> - -<h2 class="nobreak" id="VII_Kapitel"><span class="s5a">VII. Kapitel.</span><br /> - -Die botanischen Ergebnisse der Expedition.</h2> - -</div> - -<p>In den nachstehenden Zeilen habe ich versucht, eine kurze Schilderung -der Vegetationsverhältnisse der von mir auf meiner westafrikanischen -Reise durchzogenen Gebiete zu geben. Da diese Reise sehr beschleunigt -werden mußte und vor allen Dingen die botanische Erforschung der -Gebiete erst in zweiter Linie in Betracht kam, so ist es natürlich, daß -manche Eindrücke, welche ich bei einem so flüchtigen Durchzuge gewonnen -habe, nicht durchaus die richtige Beurteilung treffen werden. Um eine -pflanzengeographische Skizze eines Gebietes aber geben zu können, -dazu gehört meiner Ansicht nach mehr als ein Aufenthalt, der so kurz -bemessen war, wie ich ihn leider nur hatte.</p> - -<p>Unter den nördlicheren von mir bereisten Gebieten muß Togo vor allen -Dingen das Interesse des Pflanzengeographen in Anspruch nehmen, da -die Zone an der Küste und im Innern mehr Verschiedenheiten aufweist -als die der angrenzenden Gebiete. Es wird eine interessante Frage in -der Zukunft sein, zu erforschen, welche Ursachen die Steppengebiete -in Togo so weit bis zur Küste vorgeschoben haben, während doch die -Nachbargebiete mit Ausnahme eines Teiles der Goldküste einen viele -Meilen breiten Urwaldgürtel an der Küste aufweisen. Die Kenntnis -der Flora dieses Schutzgebietes liegt bei uns noch recht im Argen, -und steht weit hinter jener zurück, welche wir bereits über die der -Küstenländer von Kamerun erlangt haben.</p> - -<p>Dem Reisenden, welcher von der Küste kommt, fallen drei verschiedene -Vegetationszonen auf, welche in kurzen Abständen hintereinander folgen. -Die erste dieser Zonen ist ein schmaler Buschsteppengürtel, welcher -sich längs der Küste hinzieht, darauf folgt die gemischte Gras- -und Baumsteppen-Zone, die durch das zum Teil bewaldete Agome- und -Agu-Gebirge unterbrochen wird, und schließlich die Waldzone, welche -aber keine regelmäßige Ausdehnung hat.</p> - -<div class="figcenter illowe50" id="ill_p2605"> - <img class="w100" src="images/ill_p2605.jpg" alt="" /> - <div class="caption">Pflanzungen der Victorianer-Neger auf dem Wege nach - Kriegsschiffhafen.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p2605_gross.jpg" - id="ill_p2605_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>Die Buschsteppe der Küste hat einen ausgesprochen xerophytischen -Charakter und ist vor allen Dingen gekennzeichnet durch das Fehlen<span class="pagenum" id="Seite_261">[S. 261]</span> -der Ölpalme und die auffallende Spärlichkeit der Gräser. An der Stelle, -wo ich diese Zone durchschritten habe, wies sie nur eine Breite von -etwa drei Marschstunden auf. Die Vegetation setzt sich zunächst nur aus -mannshohen Büschen oder aus noch kleinerem Gesträuch zusammen. Nur hin -und wieder zeigt sich ein verkrüppelter Baum, oder, wenn wir tiefer -in diesen Buschgürtel eingedrungen sind, eine Säule, welche selbst -den stärksten Stürmen Trotz bietet, ein <em class="gesperrt">Baobab</em> (<em class="gesperrt">Adansonia -digitata</em>). Die Sträucher gehören vorzugsweise den Euphorbiaceen -und Rubiaceen an, unter welch letzteren die <em class="gesperrt">Gardenia Thunbergia</em> -durch ihren sparrigen Wuchs und ihre stark duftenden, anfangs weißen, -später gelblichen Blüten besonders ins Auge fällt. Nicht selten finden -sich die fleischigen Zweige von <em class="gesperrt">Sarcostemma aphyllum</em> R. Br. -oder anderer Asclepiadaceen; dickstämmige Senecio-Arten winden sich -über die Sträucher hin. Auch die Tiliaceen-Gattung <em class="gesperrt">Grewia</em> in -sehr sparrigen Formen zeigt hin und wieder ihre gelben Blüten im -Verein mit stacheligen Akazien. Uns ist über die Flora gerade dieser -Küsten-Buschsteppe noch recht wenig bekannt, da keiner der wenigen -Sammler des Gebietes derselben Interesse entgegengebracht zu haben -scheint. Ich selbst durchzog diesen Teil des Landes zu einer Zeit, als -nach langer Dürre die mit Staub dicht bedeckten Gebüsche gar keine -Blüten zeigten. Nach dem Regen sollen auch einige kleinere Kräuter -auftreten, doch sind uns dieselben und ihre Verwandtschaften noch gar -nicht bekannt.</p> - -<p>Eine viel weitere Ausdehnung besitzt die zweite, die Gras- und -Baumsteppen-Zone. Dieselbe begann auf meiner Reiseroute bei dem -Dorfe Akeppe. Ölpalmen treten in dieser häufig auf. Vor allen -Dingen aber charakteristisch für sie sind die weiten Glasflächen, -welche mit einzelnen Bäumen bedeckt sind. Da wo die Läufe der nur -periodisch fließenden Bäche es zulassen, haben sich wohl auch kleine -Buschwaldgruppen gebildet, welche für den Botaniker stets eine Fülle -interessanter Formen bergen. Ich bin fest davon überzeugt, daß sich die -Flora dieser Grassteppen, wenn sie erst besser bekannt sein wird, als -sehr reichhaltig erweisen wird. Außer einer Fülle von Gramineen und -Cyperaceen finden wir hier besonders viele Scrophulariaceen. In kleinen -Büschen leuchtet allenthalben das prachtvolle <em class="gesperrt">Cycnium camporum -Engl</em>. mit seinen großen weißen Blüten aus dem Grase hervor. -<em class="gesperrt">Striga</em> ist in mehreren Arten vertreten, unter denen besonders -diejenigen mit scharlachroten Blüten unser Auge fesseln. <em class="gesperrt">Sopubia -Dregeana</em> bildet kleine Büsche mit Trauben rosenroter Blüten. -Compositen sind nur schwach vertreten. Besonders sind es die Aspilien, -welche uns mit ihren weißen oder gelben Strahlblüten auffallen. Hier -und dort<span class="pagenum" id="Seite_262">[S. 262]</span> erhebt sich auch eine schlanke <em class="gesperrt">Coreopsis</em> oder eine -seltene Aedesia, die mit ihren langen, grasähnlichen Blättern bei -oberflächlicher Betrachtung alles andere hinter sich vermuten läßt, -als eine Composite. Nächst den Scrophulariaceen sind es die Rubiaceen, -welche hier sich durch Formenreichtum auszeichnen, und unter ihnen -besonders die <em class="gesperrt">Oldenlandien</em>, von denen uns die verschiedensten -Typen von der schlanken O. virgata W. bis zu der zierlichen -O. <em class="gesperrt">Heynei</em> Oliv. begegnen. Außerdem fallen dem flüchtig -Durchreisenden noch Euphorbiaceen, Gentianaceen, kleine Leguminosen, -besonders <em class="gesperrt">Cassia</em> und <em class="gesperrt">Indigofera</em>-Arten, sowie Malvaceen -und Asclepiadaceen auf. Unter den letzteren finden sich einige Typen, -die mit Formen der ost- und südafrikanischen Steppen verwandt sind. -An Monocotyledonen fehlt es auch nicht. Vor allen Dingen müssen unter -diesen die Orchidaceen erwähnt werden, welche mit ihren prachtvollen -schlanken Blütenständen der Steppe zur Zierde gereichen; unter diesen -sind es besonders <em class="gesperrt">Eulophia</em>-Arten (<em class="gesperrt">E. cristata</em> Stend. -und <em class="gesperrt">E. dilecta</em> Schltr.), welche sich auszeichnen. Selten lugt -aus dem Grase eine weiß- oder grünblütige <em class="gesperrt">Habenaria</em> oder an -schattigeren Stellen eine <em class="gesperrt">Nervilia</em> hervor. Zwei andere sogleich -ins Auge fallende Pflanzen möchte ich hier nicht unerwähnt lassen. Die -Anchomanes-Arten, welche durch ihre gefleckten, stachligen Stengel und -die hellgrünen oder violetten Spathen auffallen, sind sehr verbreitet, -obgleich sonst Araceen nicht zu den häufigeren Repräsentanten der -Steppenfloren gehören. Eine andere auch nicht selten anzutreffende -Pflanze ist die merkwürdige <em class="gesperrt">Tacca pinnatifida</em>. Es würde mich -zu weit führen, wollte ich hier in dieser kurzen Skizze alle die -interessanten und schönen Pflanzen erwähnen, welche ich in jenen -Steppen beobachtet habe.</p> - -<p>Die Baumvegetation setzt sich vorzugsweise aus Leguminosen, -Sterculiaceen, Euphorbiaceen und vor allen Dingen Combretum-Arten und -Bassiastämmen zusammen.</p> - -<p>Da, wo sich längs der Wasserläufe Buschwald gebildet hat. finden -wir eine Flora, welche der der dritten Zone auffallend ähnlich ist. -Nur eines ist mir in jenen Buschwäldern südlich des Agome-Gebirges -aufgefallen, nämlich das vollständige Fehlen der <em class="gesperrt">Kickxia -africana</em>.</p> - -<p>Wie ich schon oben erwähnte, hat die dritte Vegetationszone, die -Urwaldzone, eine sehr unregelmäßige Ausdehnung. Diese Erscheinung -ist wohl zum großen Teile auf die ausgedehnten Wald- und Grasbrände -zurückzuführen, welche von den Eingeborenen gewohnheitsgemäß angesteckt -werden, teils um das Wild aus seinen Verstecken hervorzujagen, teils um -neuen fruchtbaren Boden für die Anpflanzungen zu gewinnen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_263">[S. 263]</span></p> - -<p>In diesem Walde finden wir eine ziemlich dichte Unterholzvegetation, -so daß wir denselben fast als Buschwald bezeichnen müssen. Nicht -selten ist der Boden über weite Strecken hin mit <em class="gesperrt">Alpinien</em>, die -häufig Manneshöhe erreichen, bedeckt. An lichteren Stellen gesellen -sich zu diesen die <em class="gesperrt">Costus</em>-Arten, und hier und dort läßt die -<em class="gesperrt">Sanseviera</em> ihre schön marmorierten, breiten Blätter aus dem -Dickicht hervorleuchten. In der Bildung des Unterholzes spielen die -Rubiaceen und Euphorbiaceen die Hauptrolle. <em class="gesperrt">Cissus</em>-Arten, -zierliche Asclepiadaceen und Apocynaceen und seltener Menispermaceen -bedecken diese Büsche häufig vollständig; an den Stämmen aber winden -sich die riesigen Lianen empor, welche ihren Blütenflor in den hohen -Baumkronen entwickeln.</p> - -<p>Der ganze Buschwald ist mehr oder minder dicht bestanden mit Kickxia -africana und anderen kleineren Bäumen aus den Familien der Apocynaceen, -Rubiaceen, Euphorbiaceen, Combretaceen etc. Diese wiederum werden -überragt durch die Waldriesen, welche über sie noch ein Schutzdach -bilden. Die letzteren setzen sich zusammen aus Leguminosen, Moraceen -(Chlorophora), Euphorbiaceen und Combretaceen. Über die einzelnen Arten -dieser Familien ist noch viel zu erkunden, da es sehr schwer ist, von -ihnen Blüten und Früchte zu erlangen.</p> - -<p>Dem Waldgebiet Togos ist dasjenige der Hinterländer von Lagos sehr -ähnlich, doch bildet die Waldzone daselbst einen breiten Gürtel, -welcher direkt an der Küste beginnt. Erst hinter diesem Gürtel -erstreckt sich dann die Graszone in einer Entfernung von mindestens 60 -km von der Küste. Die Flora des westafrikanischen Waldes ist auffallend -arm an Formationsverschiedenheiten, es sei denn, daß solche durch hohe -Gebirge oder sonstige klimatische Einflüsse in ihrer Entwickelung -begünstigt werden. Auch in den Wäldern des Yoruba-Landes finden wir -dieselben Pflanzen wieder, welche wir bereits aus Togo kennen gelernt -haben. Häufiger sind daselbst die Leguminosen und Apocynaceen; statt -der Kickxia africana Bth. ist Kickxia elastica Preuß verbreitet. -Da die Urwaldkomplexe einen bedeutend größeren Umfang besitzen, -haben sich mehr Baumriesen erhalten: vor allen Dingen sind Ceiba- -und Bombax-Arten, sowie andere Sterculiaceen in riesigen Exemplaren -verbreitet.</p> - -<p>Das Grasgebiet, welches auf der von mir begangenen Route kurz vor -Ibadan beginnt, zeigt einen mehr hügeligen Charakter als die Steppen -von Togo, und häufiger als dort finden wir Unkräuter, welche wohl -durch die Menschen über weite Regionen des Niger-Gebietes verbreitet -sind. Zu ihnen zählen die verschiedenen Amarantaceen und Compositen, -Acalypha-Arten, Malvaceen und Tiliaceen.<span class="pagenum" id="Seite_264">[S. 264]</span> Mit Ausnahme der wenigen aus -dem Sudan bis in die Yoruba-Länder herabsteigenden Arten ist die Flora -jener Steppen denen von Togo sehr ähnlich, aber entschieden erheblich -ärmer an Arten.</p> - -<p>Von dem Waldgebiete Kameruns habe ich nur die Gegenden am -Kamerun-Gebirge kennen gelernt und dann die riesigen Wälder der -Sanga-Ngoko-Region. Wie es bei einem Gebirge von derartigen -Dimensionen vorauszusetzen ist, hat das Kamerun-Gebirge einen höchst -bemerkenswerten Einfluß auf die Niederschläge jener Regionen, und -diesen sowohl wie der Elevation des Terrains ist es zu verdanken, -daß wir hier eine äußerst üppige Flora vorfinden, welche sehr -reich an bisher noch nicht aus anderen Gegenden des Schutzgebietes -bekannt gewordenen Arten ist. Vor allen Dingen ist es der Reichtum -an Farnen und Epiphyten aller Art, welcher das Auge des Forschers -hier entzückt. In den Regionen zwischen 1000 und 2000 m Höhe -finden wir sogar Baumfarnen. Die Epiphyten gehören außer zu den -Farnen (<em class="gesperrt">Polypodium</em>, <em class="gesperrt">Aspidium</em>, <em class="gesperrt">Davallia</em>, -<em class="gesperrt">Trichomanes</em>, <em class="gesperrt">Hymenophyllum</em> und den interessanten -<em class="gesperrt">Platycerien</em>) vorzugsweise den Orchidaceen an. Die in diesem -Gebiete auftretenden epiphytischen Orchidaceen nehmen ihrer Zahl -nach einen sehr umfangreichen Platz in der Zusammensetzung der -Flora ein. Hauptsächlich sind es die Gattungen <em class="gesperrt">Angraecum</em> -(<em class="gesperrt">Mystacidium</em>, <em class="gesperrt">Listrostachys</em>), <em class="gesperrt">Bubbophyllum</em> -(<em class="gesperrt">Megadinium</em>), <em class="gesperrt">Polystachya</em>, <em class="gesperrt">Eulophia</em> (1 Art), -<em class="gesperrt">Ancistrochilus</em> (1 Art) und <em class="gesperrt">Liparis</em>, welche hier -auftreten. In dem Humus der Wälder finden wir außerdem eine große -Zahl terrestrischer, zum Teil saprophytischer Arten. Die Vegetation, -welche sich im tiefen Schatten dieser Wälder verbreitet hat, besteht -vorzugsweise aus Rubiaceen, unter denen die <em class="gesperrt">Poychotria</em>-Arten -eine sehr bedeutende Rolle spielen, aus Acanthaceen mit prachtvoll -gefärbten Blüten. Dorstenien mit ihren eigenartigen Inflorescenzen, -schattenliebende Gräsern und Cyperaceen stellen ein anderes -umfangreiches Kontingent. Die sonst mehr oder minder epiphytischen -<em class="gesperrt">Culcasia</em>-Arten kriechen nur an feuchteren Stellen über -weite Flächen am Boden hin und scheinen ein recht behagliches -Dasein zu führen, aber seltener Blüten zu entwickeln. An felsigeren -Stellen zeigen sich häufig kleine Scrophulariaceen und Cyrtandreen -(<em class="gesperrt">Streptocarpus</em>) und hier und da auch einige Labiaten -(<em class="gesperrt">Coleus</em>) und Begonien.</p> - -<p>Längs der Gebirgsbäche finden wir vor allen Dingen eine äußerst -üppige Flora. Nicht nur Epiphyten sind an den überhängenden Ästen -und Zweigen der Bäume in besonders reicher Zahl anzutreffen, sondern -auch eine große Zahl teils unter Wasser wachsender Pflanzen, unter -denen besonders das prachtvolle Crinum natans mit seinen schneeweißen -Blüten Erwähnung verdient. Höchst<span class="pagenum" id="Seite_265">[S. 265]</span> beachtenswert sind ferner jene -Gewächse, welche während einer mehr oder minder kurzen Zeit im -Jahre bei dem hohen Wasserstande von den Fluten erreicht werden. Zu -diesen gehören außer Araceen, Cyperaceen und Urticaceen vor allen -Dingen die prachtvollen <em class="gesperrt">Impatiens</em>-Arten, welche in ihren -Blüten interessante, an Orchidaceen erinnernde Formen aufweisen. Die -Leguminosen, welche hier weniger reichlich vertreten sind, werden durch -die <em class="gesperrt">Aeschynomeen</em>- und <em class="gesperrt">Desmodium</em>-Arten repräsentiert. -Melastomaceen suchen die Ränder der Bäche mit Vorliebe auf, da sie dort -die ihnen zusagende Feuchtigkeit und genügend Licht finden.</p> - -<p>Die Urwaldbäume setzen sich aus ähnlichen Elementen zusammen wie die -des Yoruba-Waldes, nur treten hier bedeutend mehr Arten hinzu, und die -Entwickelung derselben ist eine üppigere. Besonders Leguminosen sind -vorherrschend. Für den Botaniker liegt gerade in der Ermittelung der -Urwaldbäume noch ein großes Arbeitsfeld vor.</p> - -<p>Da in der Ngoko-Region meine Zeit durch andere Arbeiten sehr -stark in Anspruch genommen war, konnte ich dort der Flora nicht -die Aufmerksamkeit schenken, welche ich ihr gern entgegengebracht -hätte. Nach meinen oberflächlichen Beobachtungen scheint sie der des -Yaunde-Gebietes sehr ähnlich zu sein, doch treten bei ihr einige Arten -hinzu, deren Hauptverbreitungsgebiet eigentlich in dem großen Urwalde -des Congo-Beckens liegt. Zu diesen gehören hauptsächlich die auf die -Flußränder und die, dem Congo-Becken eigenen, Sumpfwälder beschränkten -Arten.</p> - -<p>Entgegen den Ansichten vieler Botaniker möchte ich glauben, daß die -Congo-Flora sehr arm an endemischen Arten ist. Endemismen finden sich -hauptsächlich in der ersten von mir oben erwähnten Vegetationszone -des Gebietes. Diese erstreckt sich von der Küste bis zum Stanley-Pool -einerseits und dem Kassai-Kwango-Gebiete andererseits. Im Süden geht -die Zone vollständig in die Angola-Benguella-Flora über. Wenn ich -einerseits hier den Stanley-Pool als Grenze angebe, so meine ich damit -nur die politische Grenze des Congostaates, denn nach Norden geht -das Gebiet so weit in die französischen Besitzungen hinein, wie die -Ausläufer der von Angola kommenden Sierra do Crystal, also fast bis in -das Ogowe-Gebiet.</p> - -<p>Die Vegetation dieser Zone, welche sich durch hügelige Physiognomie -auszeichnet, ist mit der Flora der Angola-Hochländer eng verwandt, -und viele, ja ich möchte sagen sehr viele Arten treten hier noch auf, -welche ursprünglich von dem Huilla-Plateau bekannt geworden sind. -In den Thälern, zwischen den Hügeln oder längs der Flußläufe haben -sich Galerie- und Buschwälder gebildet, deren Elemente teils, wie in -den Galeriewäldern des unteren Congo, der Flora des Congo-Beckens -entstammen, teils dieselben Arten aufweisen, wie die Buschwälder von -Angola.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_266">[S. 266]</span></p> - -<p>Auf den grasigen Hügeln finden wir ein reiches Gemisch von Arten -der verschiedensten Familien. Außer Gräsern und Cyperaceen -begegnen wir besonders Leguminosen (mit vielen <em class="gesperrt">Indigofera</em>- -und <em class="gesperrt">Crotalaria</em>-Arten) Compositen (besonders Vernonien -und sogar <em class="gesperrt">Helichrysum</em>-Arten), Rubiaceen, Gentianaceen, -viele Scrophulariaceen etc., kurzum eine typische afrikanische -Grassteppenflora, wie wir sie aus Transvaal, Angola und Ostafrika -bereits sehr wohl kennen. In den Sümpfen oder am Rande derselben -fehlen weder Utricularien noch die Eriocaulonaceen, sonst wiederholen -sich dieselben Erscheinungen, Rubiaceen, Scrophulariaceen, Iridaceen, -Araceen, Orchidaceen und die prachtvollen Melastomataceen, alle -Familien sind vertreten.</p> - -<p>Als ich in den sandigen Ebenen bei Dolo am Stanley-Pool sammelte, -war ich über die Flora im höchsten Maße überrascht, fast glaubte -ich mich in die Hoogeveld-Steppen von Transvaal zurückversetzt, so -ähnlich war die Flora derjenigen, welche ich im Sommer 1893/94 dort -beobachtet hatte. Hier liegt ein neuer Beweis für die Verwandtschaft -der Floren ähnlicher Gebiete in Afrika vor. Die Arten sind zwar in -demselben verschieden, doch kann man dessenungeachtet eine wirklich -auffallende Gleichförmigkeit der Steppenfloren sowohl wie der typischen -Urwaldfloren konstatieren. Westafrika besitzt gewiß mit seinen -bedeutenden Niederschlägen eine recht typische Flora; doch sind die -Hauptvertreter mit den ostafrikanischen Typen immer mehr oder minder -nahe verwandt.</p> - -<p>Die zweite Vegetationszone, welche ich im Congo zu beobachten -Gelegenheit hatte, möchte ich als typische Flora des Congo-Beckens -bezeichnen. Sie bildet im allgemeinen die Flora des sogenannten -Äquatorialwaldes und der Ufer des Congo und seiner Nebenflüsse. Oben -habe ich bereits angedeutet, wie arm diese Flora an typischen Arten ist.</p> - -<p>Wenn wir annehmen, daß die Flora des Congo-Beckens noch jüngeren Alters -ist, so wird diese ihre Armut leichter erklärlich, und es lassen sich -einige recht interessante Beispiele der Einwanderung verschiedener -Arten noch heute feststellen. Leider ist es mir nicht möglich, im -Innern des Gebietes, vor allen Dingen nach Osten, die Grenzen dieser -Florenzone auch nur annähernd festzulegen, da ich nicht weit genug ins -Innere desselben gekommen bin, und deshalb wäre es sehr wünschenswert, -wenn wir dereinst von kompetenterer Seite etwas darüber erfahren -könnten.</p> - -<p>Die Flora des Congo-Beckens besitzt sehr ausgesprochene Anklänge -an die Flora des Kamerun-Gebietes und des französischen Congo. Ich -halte es daher für sehr wahrscheinlich, daß von dort aus die größere -Zahl der Pflanzen eingewandert ist. Noch heute<span class="pagenum" id="Seite_267">[S. 267]</span> finden wir gegenüber -der Mündung des Sanga, bei Lukulela, eine Urwaldflora, welche sich -durch eine merkwürdige Reichhaltigkeit und Verwandtschaft oder -Gleichheit mit Südkamerun-Typen auszeichnet. Wenn wir nun in Betracht -ziehen, daß eine nicht unerhebliche Menge des vom Sanga in den Congo -fließenden Wassers aus jenen Gegenden entstammt, so glaube ich diese -Florenverwandtschaften darauf zurückführen zu können. — Ebenso finden -wir am Unterlaufe des Kassai und in der Nähe der Mündung desselben eine -erhebliche Anzahl von Arten, deren Ursprung auf die südlich gelegenen -Gebiete zurückzuführen ist. Leider kann ich mir kein Urteil erlauben -über die Gebiete östlich der Stanley-Fälle, doch bin ich fest davon -überzeugt, daß ein großer Prozentsatz der Pflanzen des Congo-Beckens -von dorther stammt. Ein anderes Verhältnis darf ja auch in einem -Stromgebiete von der geringen Elevation des Congo-Beckens nicht -erwartet werden. Alljährlich zur Zeit des hohen Wasserstandes werden, -ähnlich wie im Gebiete des Amazonas, die Wälder mehr oder minder hoch -vom Wasser überspült.</p> - -<p>Diesen Verhältnissen passen sich eine Anzahl von Bäumen an, indem sie -ihre Stämme wie die Pandanusarten durch Stützwurzeln über den Boden -emporheben. Wie schon oben bemerkt, besteht die Urwaldflora fast -ausschließlich aus Gewächsen, welche im Kamerun-Urwalde anzutreffen -sind. Anders dagegen setzt sich die Flora der Flußufer zusammen. Häufig -finden wir dort noch im Wasser stehend Impatiens- und Aschynomene-Arten -und eine als „Bubandja“ bekannte Euphorbiacee. <em class="gesperrt">Calamus</em>-Arten -bilden am Waldrande oft undurchdringliche Gestrüppe, in deren Schatten -sich mit Vorliebe <em class="gesperrt">Alpinia</em>-Arten ansiedeln. Besonders typisch -für die Flußufer sind unter den Bäumen <em class="gesperrt">Copaifera</em>-Arten und -<em class="gesperrt">Irvingia Smithii Hk. f.</em>, die sich sehr gern mit Orchidaceen -bekleidet.</p> - -<p>In der folgenden Aufzählung bin ich dem <em class="gesperrt">Engler</em>schen System -gefolgt, sowohl in der Anordnung der Familien wie der Gattungen. Die -einzelnen Arten sind alphabetisch aufgezählt.</p> - -<p>Allen den Herren, welche sich an der Bestimmung meiner Sammlungen -beteiligt haben, vor allen Dingen Herrn Geheimrat Professor Dr. A. -<em class="gesperrt">Engler</em>, welcher mir stets in liebenswürdigster Weise die -Benutzung des reichen Berliner Herbariums gestattete, spreche ich -hiermit meinen besten Dank aus.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Gramineae.</b> (Det. R. <em class="gesperrt">Pilger</em>.)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Andropogon L.</em></p> - -<p>1. A. brevifolius Sw.?</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12514.</p> - -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_268">[S. 268]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Anthephora Schreb.</em></p> - -<p>1. A. elegans Schreber var. africana Pilger n. var.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In avenosis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — -No. 12508.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Melinis Beauv.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">M. gracilis Pilger</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus arenosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 12338.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Panicum L.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">P. bongaënse Pilger</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12647.</p> - -<p>Zur Sektion Ptychophyllum gehörig.</p> - -</div> - -<p>2. P. brizanthum Hochst.?</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12663.</p> -</div> - -<p>3. P. ovalifolium Porir.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie avenosa prope Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — -No. 12496.</p> -</div> - -<p>4. P. uncinatum Raddi.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In cultis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12419.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Olyra L.</em></p> - -<p>1. O. brevifolia Schum.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis ac ad margines silvarum juxta flumen Ngoko (Kamerun). -IX. 1899 — No. 12750.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Leptaspis</em> R. Br.</p> - -<p>1. L. conchifera Hack.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12998.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Sporobolus</em> R. Br.</p> - -<p>1. S. Molleri Hack.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis pone Leopoldville (Congo). VI. 1899 — No. 12552.</p> -</div> - -<p>2. S. strictus Franch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12448.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Microchloa</em> R. Br.</p> - -<p>1. M. setacea R. Br.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In apertis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1900 — -No. 12585.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Leptochloa Beauv.</em></p> - -<p>1. L. chinensis Nees.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12680.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_269">[S. 269]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Eragrostis Host.</em></p> - -<p>1. E. ciliaris Lk.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12680.</p> -</div> - -<p>2. E. pilosa P. B.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 13018.</p> -</div> - -<p>3. E. plumosa Retz.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis prope Ibadan (Yoruba-Land), III. 1899 — No. -12328.</p> -</div> - -<p>4. <em class="gesperrt">E. sabulicola Pilger</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In dunis maritimis prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 — -No. 12817.</p> -</div> - -<p>5. E. tremula Hochst.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In umbrosis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — -No. 12507.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Streptogyne Beauv.</em></p> - -<p>1. S. crinita P. B.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Dja (Kamerun). X. 1899 — No. 11778.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Centotheca Desv.</em></p> - -<p>1. C. lappacea Deso.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 — No. -12395. In planitie arenosa prope Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. -1899 — No. 12499.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Guaduella Franch.</em></p> - -<p>1. G. marantifolia Franch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta „Muni-River“ pone Corisco Bay. XII. 1899 — -No. 12827.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Cyperaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">K. Schumann.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cyperus Michx.</em></p> - -<p>1. C. amabilis Vahl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In sabulosis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12533.</p> -</div> - -<p>2. C. caracasanus H. B. et Kth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 13017.</p> -</div> - -<p>3. C. cuspidatus H. B. et Kth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis prope Leopoldville ad Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — -No. 12517.</p> -</div> - -<p>4. C. diffusus Vahl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12605.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_270">[S. 270]</span></p> - -<p>5. C. rotundus L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In humidis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 12297. In -arenosis prope Leopoldville, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — -No. 12515.</p> -</div> - -<p>6. C. radiatus Vahl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Noki (Congo). V. 1899 — No. 12439; In humidis -prope Leopoldville, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. 12513.</p> -</div> - -<p>7. C. Smithianus Ridl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12608.</p> -</div> - -<p>8. C. umbellatus C. B. Cl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis inter Ibadan et Aberkuta (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 12336.</p> -</div> - -<p>9. C. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In humidis prope Irebu (Congo). VII. 1899 — No. 12641.</p> -</div> - -<p>10. C. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In humidis prope Leopoldville, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 — -No. 12577.</p> -</div> - -<p>11. C. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In humidis prope Leopoldville, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -— No. 12511.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Killingia Rottb.</em></p> - -<p>1. K. humilis Michx.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In humidis prope Irebu (Congo). VII. 1899 — No. 12642.</p> -</div> - -<p>2. K. pumila Michx.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus arenosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 12348. In arenosis prope Coquilhatville (Congo). VII. -1899 — No. 12603.</p> -</div> - -<p>3. K. triceps Rottb.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In humidis prope Irebu (Congo). VII. 1899 — No. 12642.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Scirpus Tournef.</em></p> - -<p>1. S. barbatus.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In avenosis humidis prope Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. 12568.</p> -</div> - -<p>2. S. spec. nov.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In insulis sabulosis in flumine Congo, loco Stanley-Pool appellato. -VI. 1899 — No. 12569.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Fimbristylis Vahl.</em></p> - -<p>1. F. diphylla Vahl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 12346.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_271">[S. 271]</span></p> - -<p>2. F. Philosa Vahl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In clivis graminosis montium Agome alt. c. 300 m (Togo). III. 1900 — -No. 12967.</p> -</div> - -<p>3. F. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis inter Ibadan et Aberkuta (Yoruba-Land). IV. 1899. — No. -12347.</p> -</div> - -<p>4. F. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In insulis fluminis Congo, loco Stanley-Pool appellato. VI. 1899 — -No. 12558.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Hypolytrum L. C. Rich.</em></p> - -<p>1. H. nemorosum P. de Beauv.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In umbrosis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -—No. 12583.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Araceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Culcasia Beauv.</em></p> - -<p>1. C. scandens P. Beauv.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad truncos arborum scandens in silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). -III. 1899 — No. 12304. In silvis primaevis prope Kriegsschiffhafen -(Kamerun). IV. 1899 — No. 123997. In umbrosis prope Leopoldville, -pone Stanley-Pool (Congo). IV. 1899 — No. 12561.</p> -</div> - -<p>2. C. striolata Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad truncos arborum in umbrosis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 -— No. 12522; No. 12581.</p> -</div> - -<p>3. C. tenuifolia Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad truncos arborum scandens prope Leopoldville pone Stanley-Pool -(Congo). VI. 1899 — No. 12565.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Anchomanes Schott.</em></p> - -<p>1. A. dubius Schott.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — -No. 13028.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Hydrosme Schott.</em></p> - -<p>1. H. Baumannii Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Badja (Togo). IV. 1900 — No. 12977.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Nephthytis Schott.</em></p> - -<p>1. N. Poissonii Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Mundame et Otam (Kamerun), alt. c. 200 m. -I. 1900 — No. 12886.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Anubias Schott.</em></p> - -<p>1. A. Afzelii Schott.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In rivulis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1900 — No. 12412.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_272">[S. 272]</span></p> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Eriocaulonaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">Ruhland.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Syngonanthus Ruhl.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">S. Schlechteri Ruhl.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In sabulosis humidis prope Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12453.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Commelinaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">K. Schumann.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Pollia Thbg.</em></p> - -<p>1. P. condensata C. B. Cl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. -12753.</p> -</div> - -<p>2. P. Mannii C. Bl. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 — No. 12768.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Palisota Rchb.</em></p> - -<p>1. P. acuminata C. B. Cl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12613.</p> -</div> - -<p>2. P. thyrsiflora Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ishagamo (Yoruba-Land). IV. 1899 — No. -13007.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Commelina Glum.</em></p> - -<p>1. C. capitata Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Mundame (Kamerun). I. 1900 — No. 12930.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Polyspatha Bth.</em></p> - -<p>1. P. paniculata Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12714.</p> -</div> - -<p>2. P.? spec.?</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Ngoko (Kamerun). XI. 1899 — No. -12741.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Aneilema R. Br.</em></p> - -<p>1. A. beninense Kth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 12303.</p> -</div> - -<p>2. A. ovato-oblongum P. de Beauv.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Dja et Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — -No. 12761, 12783. In umbrosis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 — -No. 12530.</p> -</div> - -<p>3. <em class="gesperrt">A. setulosa K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Badja (Togo). IV. 1899 — No. 12973.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_273">[S. 273]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Buforrestia C. B. Cl.</em></p> - -<p>1. B. imperforata C. B. Cl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 — No. 12761.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Forrestia A. Rich.</em></p> - -<p>1. F. Preussii K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 — -No. 12389.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Floscopa Lour.</em></p> - -<p>1. F. africana C. B. Cl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis juxta flumen Sanga inter Bonga et Wesso (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12691.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Amaryllidaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">H. Harms.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Haemanthus Tourn.</em></p> - -<p>1. H. cinnabarinus Deue.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -13005.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Crinum L.</em></p> - -<p>1. C. natans Bkr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In rivulis lapidosis prope Muea (Kamerun) alt. c. 600 m., I. 1900 — -No. 12851.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Dioscoreaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">H. Harms.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Dioscorea Plum.</em></p> - -<p>1. D. Preussii Pax.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Wesso ad flumen Sanga (Congo français). VIII. -1899 — No. 12722.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">D. Schlechteri Harms</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville ad Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — -No. 12548.</p> - -<p>Ist mit D. Dusenii Uline verwandt, verschieden durch schmälere -Blätter.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Cyanastraceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cyanastrum Oliv.</em></p> - -<p>1. C. cordifolium.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Iridaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">R. Schlechter.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Gladiolus Tourn.</em></p> - -<p>1. G. spec. aff. brevifolio Jacq.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo) VI. 1899 — -No. 12445.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_274">[S. 274]</span></p> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Zingiberaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">K. Schumann.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Amomum L.</em></p> - -<p>1. A. granum paradisi L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 12993.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Burmanniaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">R. Schlechter.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Gymnosiphon Bl.</em></p> - -<p>1. G. squamatus Wright.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Saprophyt auf faulendem Laube in den Urwäldern bei Corisco Bay -(Gabron). XII. 1899 — No. 12831.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Orchidaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">R. Schlechter.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Platanthera L. C. Rich.</em></p> - -<p>1. P. pleistophylla Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Kinchassa pone Stanley-Pool (Congo). XI. 1899 — -No. 12797.</p> - -<p>Brachycorythis Leopoldi Krzl., welche sich in keiner Weise von -Brachycorythis pleistophylla, dem Typus der vorliegenden Art, -unterscheidet, gehört auch hierher.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Habenaria W.</em></p> - -<p>1. H. Guingangae Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis humidis prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 — -No. 12816.</p> - -<p>H. Poggeana Krzl. kann ich spezifisch von dieser Art nicht trennen. -Die Blüten sind orangegelb.</p> -</div> - -<p>2. H. macrandra Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Sanga (Congo français). XI. 1899 — -No. 12991.</p> - -<p>Nach genauen Untersuchungen an lebendem Material kann ich die -Rolfesche Gattung Podandria nicht annehmen. Wir müßten sonst die -Gattung Habenaria in viele kleine Gattungen zerlegen.</p> -</div> - -<p>3. <em class="gesperrt">H. stenoloba Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis prope Libreville (Congo français). XII. 1899 -— No. 12824.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Disperis Sw.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">D. togoensis Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In rupibus montium Agome prope Ashanti-Kpoeta (Togo). III. 1900 — -No. 12990.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Nervilia Geaud.</em></p> - -<p>1. N. umbrosa Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Kewe (Togo). III. 1900 — No. 12947.</p> - -<p>In fruticetis prope Atikpui (Togo), IV. 1900 — No. 12984.</p> - -<p>Pogonia umbrosa Rchb. f. P. viridiflava. Rchb. f. scheint auch nicht -verschieden.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_275">[S. 275]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Vanilla Sw.</em></p> - -<p>1. V. africana Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Juxta rivum Meandja (Kamerun), alt. 600 m. I. 1900 — No. 12862.</p> - -<p>Ich kann V. cucullata Krel. nicht von dieser Art getrennt halten. Das -im Berliner Herbar vorhandene Original stimmt mit V. africana Ldl. -vollständig überein.</p> -</div> - -<p>2. V. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis juxta flumen Sanga inter Bonga et Wesso (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12701.</p> - -<p>Ein Exemplar ohne Blüten.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Epipogon Gmel.</em></p> - -<p>1. E. nutans Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Mafura (Kamerun), alt. 400 m. I. 1900 — -No. 12910.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Auxopus Schltr. n. gen.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">A. kamerunensis Schltr.</em></p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Nyoke et Mundame (Kamerun), alt. c. 200 m. -I. 1900 — No. 12875.</p> - -<p>Eine sehr interessante neue Gattung, welche mit Didymoplexis verwandt -ist, sich aber durch freie Petalen und die Columna unterscheidet. Die -Blütenstiele der winzigen Blüten verlängern sich bis zur Fruchtreife -sehr bedeutend.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Zeuxine Ldl.</em></p> - -<p>1. Z. Batesii Rolfe.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Buea (Kamerun), alt. c. 600 m. I. 1900 — -No. 12839.</p> -</div> - -<p>2. Z. elongata Rolfe.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Lukulela (Congo). VII. 1899 — No. 12644.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cheirostylis Bl.</em></p> - -<p>1. C. lepida Rolfe.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis supra Buea (Kamerun), alt. c. 1100 m. I. 1900 — -No. 12845.</p> - -<p>Ich neige der Ansicht zu, daß diese Pflanze richtiger bei Zeuxine -verblieben wäre. Mir selbst ist die Gattung Cheirostylis zu wenig -bekannt, um mir ein endgültiges Urteil bilden zu können.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Hetaeria Bl.</em></p> - -<p>1. H. Mannii Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Victoria (Kamerun), alt. c. 100 m. II. 1900 -— No. 12946.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_276">[S. 276]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Maniella Rchb. f.</em></p> - -<p>1. M. Gustavi Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Victoria (Kamerun), alt. c. 200 m. II. 1900 -— No. 12945.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Corymbis Thou.</em></p> - -<p>1. C. Welwitschii Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Kriegsschiffhafen, alt. 20 m (Kamerun). IV. 1899 — -No. 12381.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Microstylis Nutt.</em></p> - -<p>1. M. stelidostachya Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Mungo (Kamerun), alt. c. 100 m. I. -1900 — No. 12944.</p> - -<p>Abweichend von den anderen Microstylis-Arten, ist hier das Labellum -nach unten gekehrt.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Liparis L. C. Rich.</em></p> - -<p>1. L. guineensis Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis prope Libreville (Congo français). XII. 1899 -— No. 12825. In paludibus prope Cape Lopez (Congo français). XII. -1899 — No. 12810.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">L. epiphytica Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus juxta flumen Sanga prope N’Kundi (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12694; juxta flumen Ngoko et Dja -(Kamerun). IX.–X. 1899.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Polystachya Ldl.</em></p> - -<p>1. P. Adansoniae Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ramis arborum in silvis primaevis prope Bibundi (Kamerun). IV. -1899 — No. 12409.</p> - -<p>P. albo-violacea Krzl. und P. Dusenii Krzl. sind von dieser Art nicht -verschieden.</p> -</div> - -<p>2. P. bifida Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus silvae supra Buea (Kamerun). I. 1900 — No. 13043.</p> - -<p>Die vorliegende Pflanze wurde von Kränzlin als P. farinosa -beschrieben, doch unterscheidet sie sich nur durch etwas stärkeren -Wuchs von den Originalexemplaren der P. bifida. Die Blütenteile -beider sind vollkommen gleichgestaltet.</p> -</div> - -<p>3. P. caloglossa Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in ramis arborum prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. -12359.</p> -</div> - -<p>4. P. coriscensis Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta „Muni-River“ (Corisco Bay). XII. 1899 — No. 12829.</p> - -<p>P. biglandulosa Krzl. gehört hierher.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_277">[S. 277]</span></p> - -<p>5. <em class="gesperrt">P. crassifolia Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus prope Moliwe (Kamerun), I. 1900 — No. 12841.</p> - -<p>Eine merkwürdige Novität, welche sich von allen anderen Arten durch -die dicken Blätter und die sitzenden Blüten unterscheidet.</p> -</div> - -<p>6. P. cultriformis Sprgl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus prope Nyassosso (Kamerun). I. 1900 — No. -13044.</p> - -<p>Die Verbreitung dieser Art ist sehr interessant. Ursprünglich -wurde sie aus Madagascar beschrieben, dann auf dem östlichen Teile -des afrikanischen Kontinents aufgefunden, nun liegt sie sogar aus -Westafrika vor. P. Kirkii Rolfe ist mit ihr identisch, ebenso P. -gracilenta Krzl. Die Behauptung des letzteren Autors, daß sich -P. gracilenta von P. cultriformis durch doppelt längere Blüten -unterscheide, ist dadurch erklärlich, daß sich die Ovarien bei -unserer Art nach der Befruchtung bedeutend verlängern.</p> -</div> - -<p>7. <em class="gesperrt">P. dolichophylla Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Buea (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 — No. -12837.</p> -</div> - -<p>8. P. elastica Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Victoria (Kamerun), alt. c. 50 m. I. 1900 — No. -12833.</p> -</div> - -<p>9. P. cucullata Dur. et Schinz.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ramis arborum prope Nyassosso (Kamerun), alt. 800 m. I. 1900 — -No. 13045.</p> -</div> - -<p>10. P. golungensis Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Mundame (Kamerun), alt. c. 150 m. I. 1900 — No. -12880.</p> -</div> - -<p>11. P. laxiflora Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12422.</p> -</div> - -<p>12. P. leonensis Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Mungo (Kamerun), alt. c. 100 m. I. 1900 — -No. 12943.</p> -</div> - -<p>13. P. nitidula Reichb. f. var.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus in silvis primaevis juxta flumen Ngoko -(Kamerun). IX. 1899 — No. 12734.</p> - -<p>Die vorliegenden Exemplare unterscheiden sich von dem Original der P. -nitidula durch deutlicher ausgebildete Seitenlappen des Labellums.</p> -</div> - -<p>14. <em class="gesperrt">P. Plehniana Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. -12748.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_278">[S. 278]</span></p> - -<p>Es ist mir ein großes Vergnügen, diese Art dem Andenken des Leiters -der Ngoko-Station, des Oberleutnants Dr. R. Plehn, widmen zu können.</p> -</div> - -<p>15. P. polychaete Krzl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Buea (Kamerun). I. 1900 — No. 12842.</p> -</div> - -<p>16. P. puberula Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12431. In -arboribus in silvis primaevis juxta flumen Sanga (Congo français). -XI. 1899 — No. 12793.</p> - -<p>P. odorata Lindl. kann ich von der vorliegenden Art nicht trennen.</p> -</div> - -<p>17. P. ensifolia Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in fruticetis prope Muea (Kamerun), alt. c. 700 m. I. 1900 -— No. 12852.</p> - -<p>P. pyramidalis Ldl., P. rhodoptera Rchb. f. und P. sulfurea Brogn. -gehören alle zu dieser Art.</p> -</div> - -<p>18. P. elastica Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>P. expansa Ridl. sowohl, wie P. Victoriae Krzl. gehören zu dieser Art.</p> -</div> - -<p>19. P. ramulosa Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 — No. 12774. In -arboribus juxta flumen Sanga inter Bonga et Wesso (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12695.</p> -</div> - -<p>20. P. Stuhlmannii Krzl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12740.</p> - -<p>Sehr interessant ist die Verbreitung der sowohl in Ost- wie in -Westafrika vorkommenden Pflanze. P. Ridleyi Rolfe gehört auch -hierher. Das Originalexemplar der P. Stuhlmannii Krzl. ist im -Herb. Schweinfurth wie im Herb. Berol. von Kränzlin selbst als P. -polychaete Krzl. nachträglich bestimmt worden, doch ist die Art von -P. polychaete durchaus verschieden.</p> -</div> - -<p>21. <em class="gesperrt">P. Supfiana Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12415.</p> - -<p>Ich erlaube mir, diese Art zu Ehren des Herrn Supf, Vorsitzenden des -Kolonialwirtschaftlichen Komitees, zu benennen.</p> -</div> - -<p>22. P. tessalata Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Sanga inter Bonga et Wesso (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12711. In arboribus inter Irebu et -Lukulela (Congo). No. 12638. In arboribus pone Stanley-Pool (Congo). -VI. 1899 — No. 12501.</p> -</div> - -<p>23. P. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12416.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_279">[S. 279]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Ancistrochilus Rolfe.</em></p> - -<p>1. A. Thomsonianus Rolfe.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Culta in Horto botanico Gabunensi, com. Chalot. XII. 1899 — No. -13040.</p> - -<p>Ich führe diese Pflanze mit auf, da ich später am Mungo wiederholt -Exemplare angetroffen habe.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Eulophia R. Br.</em></p> - -<p>1. E. antennisepala Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Kinchassa pone Stanley-Pool (Congo). XI. 1898 — -No. 12806.</p> - -<p>Von Reichenbach fil. als Lissochilus antennisepalus beschrieben. Die -Pflanze ist mit E. Lindleyana Schltr. (Lissochilus Lindleyanus Rchb. -f.) nahe verwandt.</p> -</div> - -<p>2. E. cristata Steud.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yorubaland). III. -1899 — No. 12351.</p> -</div> - -<p>3. <em class="gesperrt">E. cyrtosioides Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Saprophytica in silvis prope Lukalela (Congo). VII. 1899 — No. 12643.</p> - -<p>Mit E. galeoloides Krzl. verwandt.</p> -</div> - -<p>4. E. dilecta Schltr. (Lissochilus dilectus Rchb. f.)</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Gbin (Togo). III. 1900 — No. 12951; In -graminosis prope Kinchassa pone Stanley-Pool (Congo). XI. 1899 — No. -12805.</p> - -<p>var. β. minor.</p> - -<p>In graminosis prope Badja (Togo). IV. 1900 — No. 12970, Lissochilus -Büttneri Krzl. gehört hierher.</p> -</div> - -<p>5. E. gigantea N. E. Br.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Ukaka Beach (Corisco Bay). XII. 1899 — No. 12826. -In paludibus prope Libreville (Congo français). IV. 1899 — No. 12432.</p> - -<p>Die Prachtpflanze ist in den Salzsümpfen an der westafrikanischen -Küste das ganze Jahr hindurch in Blüte zu finden.</p> -</div> - -<p>6. E. gracilis Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Ikorudu (Yorubaland). III. 1899 — No. 12995. In -umbrosis prope Kinchassa pone Stanley-Pool (Congo). XI. 1899 — No. -12798.</p> - -<p>Eulophia Laurentiana Krzl. gehört hierher.</p> -</div> - -<p>7. E. Lindleyana Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Kinchassa (Congo). XI. 1899 — No. 12800.</p> - -<p>Mit E. Buchanani Bol. nahe verwandt. Von Reichenbach fil. als -Lissochilus Lindleyanus beschrieben.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_280">[S. 280]</span></p> - -<p>8. E. lucida Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Buea (Kamerun), alt. 700 m. I. 1900 — No. 12838; -In truncis prope Borassorum prope Irebu (Congo). VII. 1899 — No. -12634.</p> -</div> - -<p>9. E. lutea Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Badja (Togo). IV. 1900 — 12771.</p> -</div> - -<p>10. E. porphyroglossa Bol.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Kinchassa (Congo). XI. 1899 — No. 12811. In -paludibus prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12593.</p> -</div> - -<p>11. E. Saundersiana Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ishagamo (Yorubaland). III. 1899 — No. -13006.</p> -</div> - -<p>12. E. tuberifera Krzl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Kewe (Togo). III. 1900 — No. 12948.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Genyorchis Schltr.</em> n. gen.</p> - -<p>1. G. pumila Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun), IX. 1899 — No. 12737. In -arboribus juxta flumen Sanga prope Likilemba (Congo français). VIII. -1899 — No. 12702.</p> - -<p>Ich sehe mich gezwungen, hier eine neue Gattung aufzustellen, welche -ich einstweilen bei den Bulbophyllinae unterbringe. Von den anderen -Gattungen daselbst unterscheidet sie sich wesentlich durch die beiden -Pollinien, welche einem mit einer Klebscheibe versehenen Stipes -ansitzen. Von Polystachia wird sie durch die sehr stark reduzierten -Petalen und die basilare Infloreszenz unterschieden. Außer der -obigen, von Swarz Dendrobium pumilum genannten Pflanze gehörten noch -hierher G. micropetala Schltr. (Bulbophyllum micropetalum Ldl.).</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Bulbophyllum Thou.</em></p> - -<p>1. B. aurantiacum Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Nyassosso (Kamerun), alt. 800 m. I. 1900 — No. -13041.</p> -</div> - -<p>2. B. (§ <em class="gesperrt">Megaclinium</em>) <em class="gesperrt">Bakossorum Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Nyassosso, in terra Bakossorum (Kamerun), alt. c. -800 m. I. 1900 — No. 12898.</p> -</div> - -<p>3. B. barbigerum Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Dja (Kamerun). X. 1899 — No. 12787.</p> -</div> - -<p>4. B. bifarium Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ramis arborum prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12418. In -arboribus prope Nyassosso (Kamerun), alt. 800 m. I. 1900 — No. 12896.</p> -</div> - -<div class="figcenter illowe50" id="ill_p2805"> - <img class="w100" src="images/ill_p2805.jpg" alt="" /> - <div class="caption">Junge Kakao-Anpflanzung am Vorwerk Wasserfall der - Kriegsschiffhafen-Plantage.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p2805_gross.jpg" - id="ill_p2805_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p>5. B. Calamaria Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Nyassosso (Kamerun), alt. 800 m. I. 1900 — No. -12934. In ramis arborum juxta flumen Ngoko (Kamerun), IX. 1899 — No. -12725.</p> -</div> - -<p>6. B. calyptratum Krzl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in silvis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 — No. 12369.</p> -</div> - -<p>7. B. cocoinum Batem.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. -12361.</p> - -<p>Ich kann B. porphyroglossum Krzl. spezifisch von dieser Art nicht -trennen.</p> -</div> - -<p>8. B. (§ <em class="gesperrt">Megaclinium</em>) <em class="gesperrt">congolanum Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ramis arborum juxta flumen Sanga prope N’Kundi (Congo français), -VIII. 1899 — No. 12693. In ramis arborum juxta flumen Ngoko -(Kamerun). X. 1899 — No. 12781.</p> - -<p>Ich habe diese Art im ganzen Flußgebiete des Congo sehr häufig -beobachtet.</p> -</div> - -<p>9. B. (§ <em class="gesperrt">Megaclinium</em>) <em class="gesperrt">decipiens Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun), X. 1899 — No. 12789.</p> -</div> - -<p>10. B. filiforme Krzl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. -1899 — No. 12400. In arboribus juxta flumen Mungo prope Mundame -(Kamerun), alt. c. 100 m. I. 1900 — No. 12941.</p> -</div> - -<p>11. B. fuscum Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Victoria (Kamerun). I. 1900 — No. 12834.</p> -</div> - -<p>12. B. (§ <em class="gesperrt">Megaclinium</em>) <em class="gesperrt">gabunense Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 — No. -12819.</p> -</div> - -<p>13. B. (§ <em class="gesperrt">Megaclinium</em>) <em class="gesperrt">kamerunense Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1900 — No. 12430.</p> -</div> - -<p>14. B. (§ <em class="gesperrt">Megaclinium</em>) <em class="gesperrt">leptorrhachis Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ramis arborum prope Moliwe (Kamerun). I. 1900 — No. 12992.</p> -</div> - -<p>15. B. (§ <em class="gesperrt">Megaclinium</em>) <em class="gesperrt">longibulbum Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ramis arborum prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 — -No. 12893.</p> -</div> - -<p>16. B. lupulinum Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ramis arborum prope Buea (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 — No. -12844.</p> - -<p>Mit der vorliegenden Pflanze ist P. Urbanianum Krzl. in allen Punkten -identisch.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_282">[S. 282]</span></p> - -<p>17. B. Mannii Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Buea, alt. c. 800 m. (Kamerun). I. 1900 — No. -12836.</p> -</div> - -<p>18. B. Oreonastes Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus prope Buea (Kamerun), alt. 900 m. IV. 1900 — -No. 12377.</p> -</div> - -<p>19. <em class="gesperrt">B. oxychilum Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Mafura (Kamerun), alt. 400 m. I. 1900 — No. 13042.</p> -</div> - -<p>20. B. (§ <em class="gesperrt">Megaclinium</em>) <em class="gesperrt">oxypterum Rchb. f.</em></p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12428.</p> -</div> - -<p>21. B. Rhizophorae Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 — No. -12373.</p> -</div> - -<p>22. <em class="gesperrt">B. Sangae Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Sanga prope N’Kundi (Congo français). VIII. -1899 — No. 12687.</p> -</div> - -<p>23. B. stenopetalum Krzl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. -12358.</p> -</div> - -<p>24. <em class="gesperrt">B. teretifolium Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. -12362.</p> -</div> - -<p>25. B. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Mundame (Kamerun), alt. 200 m. I. 1900 — No. -12879.</p> -</div> - -<p>26. B. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12427.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Angraecum Thou.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">A. affine Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. -12744.</p> -</div> - -<p>2. A. arcuatum Ldl. var. Chailluanum (Hk.) Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 — No. -12820; in arboribus juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 — No. -12764; in arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. -12735.</p> - -<p>Ich muß Lindley vollständig Recht geben, wenn er diese -westafrikanische Pflanze als Varietät des A. arcuatum Ldl. -betrachtet. A. arcuatum scheint eine derjenigen afrikanischen -Orchidaceen zu sein, welche in vielen Varietäten über ein sehr großes -Gebiet verbreitet sind.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_283">[S. 283]</span></p> - -<p>3. A. ashantense Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Sanga prope Wesso, (Congo français). VIII. -1899 — No. 12720; in arboribus juxta flumen Ruki pone Coquilhatville -(Congo). VIII. 1899 — No. 12668.</p> -</div> - -<p>4. A. Batesii Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12747.</p> - -<p>Von Rolfe als Mystacidium Batesii beschrieben.</p> -</div> - -<p>5. <em class="gesperrt">A. calanthum Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Sanga prope Likilemba (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12700; in ramis arborum juxta flumen Ngoko -(Kamerun). IX. 1899 —</p> -</div> - -<p>6. A. capitatatum Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Irebu (Congo). VIII. 1899 — No. 12639.</p> -</div> - -<p>7. A. clandestinum Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Dja (Kamerun). X. 1899 — No. 12788.</p> - -<p>Var. β. Durandianum Schltr.</p> - -<p>In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12736.</p> - -<p>Von Kränzlin als eigene Art beschrieben worden.</p> - -<p><em class="gesperrt">Var. γ. stenophyllum Schltr. n. var.</em></p> - -<p>In arboribus prope Buea, alt. e. 900 m (Kamerun). I. 1900 — No. -12843.</p> -</div> - -<p>8. A. clavatum Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Quamikrum (Togo). III. 1900 — No. 12952.</p> - -<p>In arboribus in silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 12354.</p> - -<p>Listrostachys clavata Rendle muß hier untergebracht werden. Die -Pflanze ist ein guter Beweis für die höchst unnatürliche Zerteilung -der Gattung Angraecum in Listrostachys, Mystacidium und Aeranthus. -Nach den Pollinien gehörte A. clavatum zu Mystacidium, wo Rolfe sie -auch untergebracht hat, während das sehr nahe verwandte A. affine -Schltr. ein Listrostachys wäre. Es giebt derartiger ähnlicher -Beispiele noch sehr viele.</p> -</div> - -<p><em class="gesperrt">9. A. curvipes Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). X. 1899 — No. 12784.</p> -</div> - -<p>10. A. dactyloceras Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus prope Buea (Kamerun). al. c. 900 m IV. 1899 -— No. 12378.</p> - -<p>Von Reichenbach als Listrostachys dactyloceras beschrieben. Kränzlins -Listrostachys forcipata ist spezifisch nicht verschieden.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_284">[S. 284]</span></p> - -<p>11. A. distichum Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Sanga (Congo français). XI. 1899 — No. -12790.</p> - -<p>In ganz West-Afrika weit verbreitet.</p> -</div> - -<p>12. A. Eichlerianum Krzl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta Muni-River (Corisco Bay). XII. 1899 — No. 12829.</p> -</div> - -<p>13. <em class="gesperrt">A. filifolium Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Sanga (Congo français). XI. 1899 — No. -12791.</p> -</div> - -<p>14. <em class="gesperrt">A. filipes Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Bumbesse, in regione Ngoko (Kamerun). IX. -1899 — No. 12757.</p> -</div> - -<p>15. A. fimbriatum Rendle.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 — No. -12818.</p> - -<p>Die Pflanze besitzt eine merkwürdige geographische Verbreitung.</p> -</div> - -<p>16. A. lepidotum Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1900 — No. 12743; in -arboribus juxta flumen Ruki pone Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — -No. 22619.</p> -</div> - -<p>17. A. ichneumoneum Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Bokabo (Congo). XI. 1899 — No. 12714.</p> -</div> - -<p>18. A. imbricatum Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -13022; in arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. -12755.</p> -</div> - -<p>19. A. infundibulare Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12724.</p> - -<p>Es giebt auf dem afrikanischen Festlande wohl keine Art, welche -größere Blüten besitzt, als die vorliegenden. Am nächsten mit ihr -verwandt ist A. Eichlerianum Krzl.</p> -</div> - -<p>20. <em class="gesperrt">A. macrorhynchium Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Dja (Kamerun). X. 1899 — No. 12785.</p> -</div> - -<p>21. <em class="gesperrt">A. micropetalum Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Eko-Keyoke, alt. c. 400 m (Kamerun). I. 1900 — -No. 12892; in arboribus juxta flumen Dja (Kamerun). IX.-X. 1899 — -No. 12779; No. 12786.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_285">[S. 285]</span></p> - -<p>22. A. oeonioides Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12752.</p> - -<p>Hierher gehören Angraecum clavatum Rolfe und Saccolabium oeonioides -Krzl.</p> -</div> - -<p>23. A. pellucidum Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12733.</p> -</div> - -<p>24. <em class="gesperrt">A. Plehnianum Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). X. 1899 — No. 12780.</p> -</div> - -<p>25. A. rhipsalisocium Rchb. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). IV. 1899 -— No. 13031; in arboribus prope Victoria (Kamerun). I. 1900 — No. -12835.</p> -</div> - -<p>26. <em class="gesperrt">A. scandens Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices et ramos arborum scandens juxta flumen Ngoko -(Kamerun). IX. 1899 — No. 12739.</p> -</div> - -<p>27. A. subulatum Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Mungo, alt. c. 100 m. (Kamerun). I. 1900; -in arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12749.</p> -</div> - -<p>28. A. tridactylites Rolfe.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Buea (Kamerun), alt. c. 900 m. I. 1900 — No. -12840; in arboribus prope Nyassosso (Kamerun). I. 1900 — No. 12935.</p> -</div> - -<p>29. A. vesicatum Ldl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12732.</p> -</div> - -<p>30. A. Woodianum Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12726.</p> -</div> - -<p>31. A. Zenkeri Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 — No. -12900; in arboribus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. -12745.</p> -</div> - -<p>32. A. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Epiphytica in arboribus juxta flumen Ruki prope Coquilhatville -(Congo). VII. 1899 — No. 12620.</p> - -<p>Hierher gehören: Listrostachys Zenkeri Krat. L. Batesii Rolfe & L. -iridifolia Rolfe.</p> -</div> - -<p>33. A. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arboribus juxta flumen Mungo (Kamerun), alt. c. 100 m. I. 1900 — -No. 12942.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_286">[S. 286]</span></p> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Ulmaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Trema Leur.</em></p> - -<p>1. T. guineensis Engl. var. parvifolia Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — -No. 13019.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Moraceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Dorstenia L.</em></p> - -<p>1. D. ciliata Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Eko-Keyoke (Kamerun), alt. 400 m. I. 1900 -— No. 12891.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">D. Harmsiana Engl. n. op.</em></p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Mundame et Mafura (Kamerun), alt. c. 300 m. -I. 1900 — No. 12888.</p> -</div> - -<p>3. D. frutescens Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Eko-Keyoke (Kamerun), alt c. 400 m. I. 1900 — No. -12890.</p> -</div> - -<p>4. D. intermedia Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 — No. 12368.</p> -</div> - -<p>5. <em class="gesperrt">D. mundamensis Engl. n. op.</em></p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Mundame (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 -— No. 12883.</p> -</div> - -<p>6. D. scabra Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12607.</p> -</div> - -<p>7. D. subtriangularis Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Victoria et Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — -No. 12375; No. 12424.</p> -</div> - -<p>8. D. tennifolia Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun). I. 1900 — No. -12920.</p> -</div> - -<p>9. D. turbinata Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Nyoke et Mundame (Kamerun). I. 1900 — No. -12871.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Trymatococcus Poepp & Endl.</em></p> - -<p>1. T. africanus H. Baill.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Nyoke et Mundame (Kamerun). I. 1900 — No. -12870.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Urticaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Fleurya Gaudich.</em></p> - -<p>1. F. interrupta Gaud.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12537.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_287">[S. 287]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Pouzolzia Gaudich.</em></p> - -<p>1. P. guineensis Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12729.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Olacaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Olax L.</em></p> - -<p>1. V. Durandii, Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12705.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Balanophoraceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Thonningia Vahl.</em></p> - -<p>1. T. sanguinea Vahl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Sanga, prope Wesso (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12721; in umbrosis juxta flumen Congo prope -Kinchassa (Congo). XI. 1899 — No. 12803.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Amaranthaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">Lopriore.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Celosia L.</em></p> - -<p>1. C. argentea L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In cultis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12609.</p> -</div> - -<p>2. C. laxa Schum. et Thonn.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum inter Ibadan et Aberkuta (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 13039.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Amarantus L.</em></p> - -<p>1. A. spinosus L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus cultisque juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 — No. -12772.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Alternanthera Forsk.</em></p> - -<p>1. A. repens O. Ktze.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus argillaceis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 13033.</p> -</div> - -<p>2. A. sessilis R. Br.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In humidis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12672.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Iresine P. Br.</em></p> - -<p>1. I. portulacoides Mog.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In rupibus in litore maris prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. -12420.</p> -</div> - -<div class="figcenter illowe32" id="ill_p2880"> - <img class="w100" src="images/ill_p2880.jpg" alt="" /> - <div class="caption"><em class="gesperrt">Landolphia humilis K. Sch.</em> n. sp.</div> - <div class="caption">A Zweig, B Blütenzweig, C Blüte, D dieselbe geöffnet, E - Fruchtknoten mit Griffel, F Längsschnitt durch den Fruchtknoten, G Anthere von vorn, - H dieselbe von der Seite.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p2880_gross.jpg" - id="ill_p2880_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_289">[S. 289]</span></p> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Phytolaccaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.)</em></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Mohlana Mart.</em></p> - -<p>1. M. apetala Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -13003.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Caryophyllaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Drymaria Willd.</em></p> - -<p>1. D. cordata Willd.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Meandja (Kamerun), alt. c. 700 m. I. 1900 — No. -12858.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Polycarpon Loefl.</em></p> - -<p>1. P. depressum Rohlb.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In insulis sabulosis fluminis Congo, in lacu Stanley-Pool appellato -(Congo). III. 1899 — No. 12556.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Menispermaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cissampelos L.</em></p> - -<p>1. C. pareira L. subspec. owariensis (Beauv.).</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter fruticides scandens prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — -No. 12302.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Cruciferae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cardamine L.</em></p> - -<p>1. C. trichocarpa Hochst.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis fruticetisque inter Ngusi et Mafura (Kamerun), alt. c. -400 m. I. 1900 — No. 12904.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Capparidaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">E. Gilg.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cleome L.</em></p> - -<p>1. C. cilitia Schum. et Thonn.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In cultis prope Victoria et prope Kriegsschiffhafen, satis frequens -(Kamerun). III. 1899 — No. 12391.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Podostemaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">R. Schlechter.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Dicraea Wedd.</em></p> - -<p>1. Dicraea spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In lacu Stanley-Pool prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 — No. -12574.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Crassulaceae.</b> (<em class="gesperrt">Det A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Kalanchoe Adams.</em></p> - -<p>1. K. crenata Harv.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis inter Ngusi et Mafura (Kamerun), alt. c. 400 m. I. 1900 -— No. 12911.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_290">[S. 290]</span></p> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Rosaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Parinarium Juss.</em></p> - -<p>1. P. curatellifolium Planch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis prope Kinchassa, juxta Stanley-Pool (Congo). -IX. 1899 — No. 12796.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Connaraceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">E. Gilg.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Rourea Aubl.</em></p> - -<p>1. R. adiantoides Gilg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12712.</p> -</div> - -<p>2. R. coccinea Hook. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — -No. 13030.</p> -</div> - -<p>3. R. Dinklagei Gilg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899. — No. 12765.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Agelaea Soland.</em></p> - -<p>1. A. obliqua Raill.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VII. 1899 — No. 12653.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cnestis Juss.</em></p> - -<p>1. C. iomalla Gilg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville ad „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -— No. 12550.</p> -</div> - -<p>2. C. oblongifolia Bkr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville ad „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -— No. 12545.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Leguminosae.</b> (Det. <em class="gesperrt">H. Harms.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Albizia Durazz.</em></p> - -<p>1. A. Brownei Oliv.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Ishagamo et Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12315.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Mimosa L.</em></p> - -<p>1. M. asperata L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ripis fluminis Congo ad „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 — No. -12512.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cynometra L.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">C. Schlechteri Harms</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ripis fluminis Congo ad „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 — No. -12659.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_291">[S. 291]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cassia L.</em></p> - -<p>1. C. Sieberiana D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12342.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Angylocalyx Taub.</em></p> - -<p>1. A. ramiflorus Taub.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12994.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Crotalaria L.</em></p> - -<p>1. C. lanceolata E. Mey.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 — -No. 12476; No. 12482.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">C. ononoides Bth.</em></p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12625.</p> -</div> - -<p>3. C. retusa L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus arenosis prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12326.</p> -</div> - -<p>4. C. striata D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In campis arenosis prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -— No. 12497; In apertis fruticetorum prope Coquilhatville (Congo). -VII. 1899 — No. 12621.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Indigofera L.</em></p> - -<p>1. I. capitata Kotschy.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -— No. 12470.</p> -</div> - -<p>2. I. erythrogramma Weber.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -— No. 12470.</p> -</div> - -<p>3. I. macrocarpa Lep.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12329.</p> -</div> - -<p>4. <em class="gesperrt">I. oligantha Harms</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie graminosa prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12666.</p> -</div> - -<p>5. I. polysphaera Bkr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis prope Libreville (Congo français). V. 1899 — No. 12433.</p> - -<p>I. Dewevrei Micheli in Bull. Soc. bot. Belg. XXXVI. 2 (1897) 54 et -Illustr. fl. Congo t. 30 ist von dieser Art nicht spezifisch zu -trennen.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_292">[S. 292]</span></p> - -<p>6. <em class="gesperrt">I. sangana Harms</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12670.</p> -</div> - -<p>7. I. tetrasperma Schum. et Thonn.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 12333; In -planitie arenosa prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 — -No. 12477.</p> -</div> - -<p>8. I. trita L. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ripis fluminis Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo français). VIII. -1899 — No. 12713.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Tephrosia L.</em></p> - -<p>1. T. bracteolata G. et Perr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie sabulosa prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12466.</p> -</div> - -<p>2. T. elegans Schum. et Thonn.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus prope Libreville (Congo français). V. 1899 — No. 12436; -In planitie arenosa prope Dolo (Congo). VI. 1899 — No. 12500.</p> -</div> - -<p>3. T. lupinifolia D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In dunio sabulosis prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — -No. 12467.</p> - -<p>Diese Form der weitverbreiteten Pflanze ist besonders interessant -durch ihre Heterocarpie. Viele der Blütenstände dringen in den Sand -ein, ähnlich wie bei Arachis, und bilden dort kurze 1–2samige Hülsen.</p> -</div> - -<p>4. T. Vogelii Hook. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In apertis silvarum fruticetorumque prope Wesso ad flumen Sanga -(Congo français). VIII. 1899 — No. 12717.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Millettia Wight & Arn.</em></p> - -<p>1. M. Thonningii Bkr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis juxta flumen Congo prope Irebu (Congo). VII. 1889 — No. -12640; In silvis prope Wesso juxta flumen Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12718.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Ormocarpum D. C.</em></p> - -<p>1. O. sennoides D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis apertis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). VI. 1899 — -No. 12385.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Aeschynomene L.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">A. brachycarpa Harms</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In sabulosis prope Leopoldville ad „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -— No. 12524.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_293">[S. 293]</span></p> - -<p>2. A. cristata Vatke.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ripis fluminis Sanga prope Bonga (Congo français). VII. 1899 — -No. 12648.</p> -</div> - -<p>3. A. pulchella Planch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In clivis graminosis montium Agome, prope Ashanti-Kpoeta (Togo). III. -1900 — No. 12958.</p> -</div> - -<p>4. A. sensitiva Sm.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12483.</p> -</div> - -<p>5. <em class="gesperrt">A. Schlechteri Harms</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In rivulis prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12491.</p> -</div> - -<p>6. A. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Irebu (Congo). VII. 1899 — No. 12635.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cyclocarpa Afz.</em></p> - -<p>1. C. stellaris Afz.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis humidis prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. -1899 — No. 12484.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Desmodium Desv.</em></p> - -<p>1. D. mauritianum D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1889 — No. 12330.</p> -</div> - -<p>2. D. incanum D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In apertis prope villam Kataku juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 -— No. 12760. Prope villam N’Kunda juxta flumen Sanga inter Wesso et -Bonga (Congo français). VIII. 1899 — No. 12708.</p> -</div> - -<p>3. D. triflorum D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12335.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Uraria Desv.</em></p> - -<p>1. U. picta Desv.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12481.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Rhynchosia L.</em></p> - -<p>1. R. delibis Hook. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens juxta rivulum Meanja (Kamerun), alt. c. 600 -m. I. 1900 — No. 12856.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Eriosema D. C.</em></p> - -<p>1. E. glomeratum Hook. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In campis arenosis prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -— No. 12464; In paludibus prope Dolo juxta „Stanley-Pool“<span class="pagenum" id="Seite_294">[S. 294]</span> (Congo). -VI. 1899 — No. 12473. In fruticetis prope Leopoldville juxta -„Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 — No. 12588</p> - -<p>(Meiner Ansicht nach liegen hier 3 verschiedene Arten vor. R. -Schltr.).</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Vigna Savi.</em></p> - -<p>1. V. micrantha Harms.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In sabulosis inter Dolo et Kinchassa ad „Stanley-Pool“ satis frequens -(Congo). VI. 1899 — No. 12592.</p> -</div> - -<p>2. V. luteola Bth. var. villosa (Savi).</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville ad Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — -No. 12576; In fruticetis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12657.</p> - -<p>(Diese Form dürfte wohl spezifisch von V. luteola Bth. verschieden -sein. Die Blüten sind rosenrot gefärbt. R. Schltr.)</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Rutaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Clausena Burm.</em></p> - -<p>1. C. anisata Oliv.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum inter Ishagamo et Ibadan (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 12318.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Meliaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">H. Harms.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Turraea. L.</em></p> - -<p>1. T. Vogelii Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 — No. 12771; In -fruticetis ad ostium fluminis Sanga prope Bonga (Congo français). -VII. 1899 — No. 12650.</p> -</div> - -<p>2. T. aff. Vogelii Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 — No. 12763.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Malpighiaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Egler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Acridocarpus Guill.</em></p> - -<p>1. A. Smeathmanii Guill. et Perr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12300.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Polygalaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">Gürke.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Polygala L.</em></p> - -<p>1. P. acicularis Oliv.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prope Dolo, juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. -1899 — No. 12494.</p> -</div> - -<p>2. P. arenaria Willd.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus lapidosis juxta flumen Congo prope Noki. V. 1899 — No. -12438.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_295">[S. 295]</span></p> - -<p>3. <em class="gesperrt">P. congoënsis Gürke</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines paludum prope Dolo juxta Stanley-Pool. XI. 1899 — No. -12809.</p> - -<p>Scheint nur selten und stets vereinzelt aufzutreten.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Carpolobia Don.</em></p> - -<p>1. C. alba Don.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Nyoke (Kamerun), alt. 200–300 ped. I. 1900 — No. -12864.</p> -</div> - -<p>2. C. lutea Don.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — -No. 13030.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Euphorbiaceae.</b> (Det. F. Pax.)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Phyllanthus. L.</em></p> - -<p>1. P. capillaris Schum. & Thonn.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis juxta flumen Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12699. In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). -VII. 1899 — No. 12604.</p> -</div> - -<p>2. P. reticulatus Poir.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Juxta flumen Sanga inter Bonga et Wesso (Congo français). — No. -12689. In silvis inter Mundame et Otam, alt. 200–300 m. (Kamerun). I. -1900 — No. 12887.</p> - -<p>(Ich halte diese beiden Nummern für spezifisch verschieden. Schltr.).</p> -</div> - -<p>3. P. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — -No. 12345.</p> -</div> - -<p>4. P. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 13014.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Antidesma L.</em></p> - -<p>1. A. laciniatum M. Arg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 — No. 12363.</p> -</div> - -<p>2. A. venosum Tul.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis ad ostium fluminis Sanga, prope Bonga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12669.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Croton L.</em></p> - -<p>1. C. lobatus L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12331.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_296">[S. 296]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Manniophyton M. Arg.</em></p> - -<p>1. M. africanum M. Arg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12615.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Micrococca Bth.</em></p> - -<p>1. M. Mercurialis Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In cultis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 — No. 12394.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Erythrococca Bth.</em></p> - -<p>1. E. aculeata Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 13012.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Mallotus Lour.</em></p> - -<p>1. M. oppositifolius M. Arg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -13025. In collibus juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 No. 12766.</p> -</div> - -<p>2. M. subulatus M. Arg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12402.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Acalypha L.</em></p> - -<p>1. A. paniculata Mig.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12742.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Dalechampsia L.</em></p> - -<p>1. D. ipomeifolia Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). -VI. 1899 — No. 12538.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Bridelia Willd.</em></p> - -<p>1. B. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -— No. 12356.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Chaetocarpus Thw.</em></p> - -<p>1. C. africanus Pax.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. -1899 — No. 12554 (mas.), No. 12546 (fem.).</p> - -<p>In fruticetis prope Kinchassa pone Stanley-Pool (Congo). IV. 1899 — -No. 12802.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Sebastiania Sprgl.</em></p> - -<p>1. S. Chamaemeles M. Arg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prope Agome-Palime (Togo). III. 1900 — No. 12965.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Ricinodendron M. Arg.</em></p> - -<p>1. R. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12321.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_297">[S. 297]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Sapium L.</em></p> - -<p>1. S. oblongifolium Pax.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. -1899 — No. 12540.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Anacardiaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Irvingia Hook f.</em></p> - -<p>1. I. Smithii Hook. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ripis fluminis Congo prope Irebu (Congo). VII. 1899 — No. 12633; -In ripis fluminis Congo prope Kinchassa (Congo). XI. 1899 — No. -12795.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Hippocrateaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">Th. Loesener.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Hippocratea L.</em></p> - -<p>1. H. Rowlandii Loes.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 13001.</p> -</div> - -<p>2. H. velutina Afz.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12606.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Salacia L.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">S. Schlechteri Loes.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 — No. 12365.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Icacinaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Iodes Bl.</em></p> - -<p>1. I. africana Webw.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ripis fluminis Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo français). VIII. -1899 — No. 12710.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Pyrenacantha Hook.</em></p> - -<p>1. P. Staudtii Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12601.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Alsodeiopsis Oliv.</em></p> - -<p>1. A. Staudtii Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -13011. In silvis primaevis inter Bonga et Wesso, juxta flumen Sanga -(Congo français). VII. 1899 — No. 12696.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Sapindaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">E. Gilg.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Allophylus L.</em></p> - -<p>1. A. africanus P. B.?</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12664.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_298">[S. 298]</span></p> - -<p>2. A. Welwitschii Gilg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12674.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Deinbollia Schum. et Thonn.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">D. leptophylla Gilg.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yorubaland). III. -1899 — No. 13026.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Lecaniodiscus Pl.</em></p> - -<p>1. L. cupanioides Pl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Culta in villa Atikpui (Togo). IV. 1900 — No. 12985.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Balsaminaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">E. Gilg.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Impatiens L.</em></p> - -<p>1. I. bicolor Hook. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Nyassosso (Kamerun). I. 1900 — No. 12937.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">I. fulvo-pilosa Gilg</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Nyassosso (Kamerun). I. 1900 — No. 12939.</p> -</div> - -<p>3. I. hians Hook f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12688.</p> -</div> - -<p>4. I. Irvingii Hook f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In umbrosis prope Leopoldville pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -— No. 12527.</p> -</div> - -<p>5. I. macroptera Hook. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Meandja (Kamerun). I. 1900 — No. 12860.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Vitaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">E. Gilg.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cissus L.</em></p> - -<p>1. C. Esaso Gilg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 — No. 12762.</p> -</div> - -<p>2. C. Guerkeana Gilg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prode Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — -No. 12463.</p> -</div> - -<p>3. C. producta Afz.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ripis rivulorum inter Ngusi et Mafura (Kamerun), alt. c. 400 m. I. -1900 — No. 12908.</p> -</div> - -<p>4. <em class="gesperrt">C. stenopoda Gilg.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis prope Quamikrum (Togo). III. 1900 — No. 12955.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_299">[S. 299]</span></p> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Malvaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">Gürke, p. p. K. Schumann.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Wissadula Medik.</em></p> - -<p>1. W. hernandioides Garke.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -13038.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Sida L.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">S. brachyphylla K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie graminosa prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12675.</p> -</div> - -<p>2. S. linifolia Cav.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis prope Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12357.</p> -</div> - -<p>3. S. rhombifolia L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 — No. 12573.</p> -</div> - -<p>4. S. rotundifolia L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 — No. 12562.</p> -</div> - -<p>5. S. urens L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 — No. 12575.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Urena L.</em></p> - -<p>1. U. lobata L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 — No. 12503.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Tiliaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">K. Schumann.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Glyphaea Hk. f.</em></p> - -<p>1. G. grewioides Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In umbrosis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12408.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cephalonema K. Sch.</em></p> - -<p>1. C. polyandrum K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis et ad margines silvarum prope Coquilhatville (Congo) -VII. 1899 — No. 12594.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Leptonychia</em>.</p> - -<p>1. L. multiflora K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. -12600.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Grewia L.</em></p> - -<p>1. G. carpinifolia Juss.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12314.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">G. microdelphys K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12682.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_300">[S. 300]</span></p> - -<p>3. <em class="gesperrt">G. Schlechteri K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum inter Ishagamo et Ibadan (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 12316.</p> -</div> - -<p>4. G. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12730.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Triumfetta L.</em></p> - -<p>1. T. semitriloba L. var. africana K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. -12611.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Sterculiaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">K. Schumann.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Melochia L.</em></p> - -<p>1. M. corchorifolia L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis prope Dolo, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 — No. -12498.</p> -</div> - -<p>2. M. melissifolia Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In humidis prope Ibadan (Yoruba-Land). IV. 1899 — No. 12337.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cola Schott.</em></p> - -<p>1. C. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12738.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Dilleniaceae.</b> (Det.<em class="gesperrt">E. Gilg.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Tetracera L.</em></p> - -<p>1. T. alnifolia Willd.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ripis fluminis Congo prope Lukulela (Congo). VII. 1889 — No. -12646.</p> - -<p>Die Pflanze ist im Ufergebüsch des Congo und seiner Nebenflüsse sehr -verbreitet. Für eine längere Periode im Jahre steht sie daselbst -nicht selten vollständig unter Wasser.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Ochnaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Ouratea Aubl.</em></p> - -<p>1. O. affinis Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis silvisque prope Leopoldville pone „Stanley-Pool“ -(Congo). VI. 1899 — No. 12535; No. 12584.</p> -</div> - -<p>2. O. reticulata Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). VI. 1899 — No. -13022; in fruticetis prope Wesso juxta flumen Sanga (Congo français). -IX. 1899 — No. 12719.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_301">[S. 301]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Sauvagesia L.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">S. congoensis Engl.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Dolo, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 — No. -12443.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Violaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Rinorea Aubl.</em></p> - -<p>1. R. dentata O. Ktze.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 13013.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Ionidium L.</em></p> - -<p>1. I. enneaspermum Vent.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 12334.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Turneraceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">J. Urban.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Wormskioldia Schum. & Thonn.</em></p> - -<p>1. W. lobata Urb.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Auf grasigen Ebenen am „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 — No. 12567.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Passifloraceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">H. Harms.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Ophiocaulon</em> Hk f.</p> - -<p>1. O. cissampeloides Hook. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — -No. 12614.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Adenia Forsk.</em></p> - -<p>1. A. lobata Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In apertis silvarum inter Ishagamo et Ibadan (Yoruba-Land). III 1899 -— No. 12323; inter frutices scandens prope Bonga ad ostium fluminis -Sanga (Congo français). VIII. 1899 — No. 12686.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Begoniaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">E. Gilg.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Begonia L.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">B. macrura Gilg</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. 400 m. -I. 1900 — No. 12918.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">B. Schlechteri Gilg</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. 400 m. -I. 1900 — No. 12915.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Thymelaeaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">E. Gilg.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Dicranolepis Planch.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">D. polygaloides Gilg</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Mundame et Malende, alt. c. 200 m. (Kamerun). I. 1900 -— No. 12889.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_302">[S. 302]</span></p> - -<p>2. D. vestita Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Ngusi et Mafura (Kamerun), alt. 400 m. I. 1900 — No. -12907.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Combretaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Combretum L.</em></p> - -<p>1. C. auriculatum, Engl. et Diels var. Schlechteri Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus lapidosis prope Matadi (Congo). XI. 1899 — No. 12812.</p> -</div> - -<p>2. C. latialatum Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 — -No. 12382.</p> -</div> - -<p>3. C. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12509.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Melastomaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">E. Gilg.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Osbeckia L.</em></p> - -<p>1. O. congolensis Cogn.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12564.</p> -</div> - -<p>2. O. drepanosepala Gilg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie prope Dolo pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 — No. -12468.</p> -</div> - -<p>3. O. saxicola Gilg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12677.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Tristemma Juss.</em></p> - -<p>1. T. incompletum R. Br.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In campis apertis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 No. 12407; in -humidis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12542.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">T. Schlechteri Gilg.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus juxta flumen Ngoko (Kamerun). X. 1899 — No. 12782.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Dinophora Bth.</em></p> - -<p>1. D. spenneroides Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 — -No. 12388.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Dissotis Bth.</em></p> - -<p>1. D. gracilis Cogn.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus in planitie arenosa prope Dolo pone Stanley-Pool -(Congo). VI. 1899 — No. 12461; in paludibus prope Leopoldville ad -Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. 12555.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_303">[S. 303]</span></p> - -<p>2. D. multiflora Triana.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 — No. 12579; in -fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12598; in -silvis prope Irebu (Congo). VII. 1899 — No. 12629.</p> -</div> - -<p>3. D. rotundifolia Triana.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. -1899 — No. 12531.</p> -</div> - -<p>4. D. Thollonii Cogn.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prope Dolo pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -— No. 12459.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Memecylon L.</em></p> - -<p>1. M. heterophyllum Gilg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ripis fluminis Sanga inter Wesso et Bonga (Congo français). VIII. -1899 — No. 12697.</p> -</div> - -<p>2. M. myrianthum Gilg.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ripis fluminis Congo ad „Stanley-Pool“ (Congo). VII. 1899 — No. -12520.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Oenotheraceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Jussiaea.</em></p> - -<p>1. J. linifolia Vahl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In stagnis prope Leopoldville juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 -— No. 12510.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Myrsinaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">E. Gilg.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Maesa Forsk.</em></p> - -<p>1. M. cordifolia Bkr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 — -No. 12901.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Ardisia Sw.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">A. Schlechteri Gilg.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis ad pedem montis Kamerunberg prope Bibundi -(Kamerun), alt. c. 100 m. IV. 1899 — No. 12417.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Primulaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">R. Schlechter.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Ardisiandra Hk. f.</em></p> - -<p>1. A. sibthorpioides Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis supra Buea (Kamerun), alt. 1100 m. 1. 1900 — No. 12846.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Plumbaginaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Plumbago L.</em></p> - -<p>1. P. zeylanica L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Dolo, juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12489.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_304">[S. 304]</span></p> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Oleaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">E. Gilg</em>.)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Jasminum L.</em></p> - -<p>1. J. pauciflorum Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Akeppe (Togo). IV. 1900 — No. 12988.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Loganiaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">G. Gilg.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Mostuea Didrichs.</em></p> - -<p>1. M. Buchholzii Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Nyoke et Malende (Kamerun), alt. c. 200 m. -I. 1900 — No. 12876.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">M. Schlechteri Gilg.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 — No. -12936.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Strychnos L.</em></p> - -<p>1. S. pungens Solered.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prope Dolo (Congo). VI. 1899 — No. 12472.</p> - -<p>Ein kurzer, gedrungener Steppenbaum.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">S. ciliicalyx Gilg.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Alte scandens in silvis prope Quamikrum (Togo). III. 1900 — No. -12957.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Gentianaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">E. Gilg.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Exacum L.</em></p> - -<p>1. E. quinquenervium Griseb.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899.</p> - -<p>Blüten hellblau.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Neurotheca Salisb.</em></p> - -<p>1. N. loeselioides Bth. et Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12495.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">N. exacoides Gilg.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis humidis prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 — -No. 12814.</p> - -<p>Blüten hellblau.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Limnanthemum S. P. Gmel.</em></p> - -<p>1. L. indicum Griseb.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus juxta flumen Congo prope Lukulela (Congo). VII. 1899 — -No. 12645.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Apocynaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">U. Schumann, p. p. H. Hallier</em>.)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Arduina L.</em></p> - -<p>1. A. edulis Vahl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Atikpui (Togo). IV. 1899 — No. 12980.</p> -</div> - -<div class="figcenter illowe30" id="ill_p3050"> - <img class="w100" src="images/ill_p3050.jpg" alt="" /> - <div class="caption"><em class="gesperrt">Carpodinus Schlechteri</em> K. Sch. n. sp.</div> - <div class="caption">A Blühender Zweig. B Knospe, C Blüte, D geöffnete Blütenröhre. E - Fruchtknoten mit Griffel, F Längsschnitt durch den Fruchtknoten. G Griffelkopf. H - Anthere von vorn, J dieselbe von der Seite.</div> - <div class="caption_gross x-ebookmaker-drop"><a href="images/ill_p3050_gross.jpg" - id="ill_p3050_gross" rel="nofollow">⇒<br /> - <span class="s6">GRÖSSERES BILD</span></a></div> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_306">[S. 306]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Landolphia P. Beaur.</em></p> - -<p>1. L. florida Bth. var leiantha Oliv.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines fluvii Sanga, prope Bonga (Congo français). VIII. 1899 — -No. 12679.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">L. humilis K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 — No. 12544.</p> -</div> - -<p>3. L. Klainei Pierre.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga. (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12660. In ripis fluminis Sanga inter -Bonga et Wesso (Congo français). VIII. 1899 — No. 12698. In ripis -fluminis Dja (Kamerun). IX. 1899 — No. 12770.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Carpodinus</em> R. Br.</p> - -<p>1. C. lanceolatus K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie sabulosa prope Dolo, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. -1899 — No. 12447.</p> -</div> - -<p>2. C. <em class="gesperrt">Schlechteri</em> K. Sch. n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis silvisque prope Kinchassa pone „Stanley-Pool“ (Congo). -alte scandens. XI 1899 — No. 12804.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Holarrhena</em> R. Br.</p> - -<p>1. H. africana A. D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12296. In fruticetis prope Badja (Togo). IV. 1900 — No. 12969.</p> - -<p>Blüten weiß. Habituell macht die Pflanze den Eindruck einer kleinen -Kickxia.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Alafia Thon.</em></p> - -<p>1. A. Barteri Oliv.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 12311.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Tabernaemontana L.</em></p> - -<p>1. T. Barteri Oliv.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12301.</p> - -<p>Ein 1 bis 1½ m hoher Strauch, mit schönen stark riechenden weißen -Blüten, welche an Gardenia erinnern.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Hunteria Rexb.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">H. breviloba Hallier f.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Sanga, inter Wesso et Bonga (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12706.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_307">[S. 307]</span></p> - -<p>2. R. obscura K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 22534.</p> -</div> - -<p>3. R. Preussii Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Mundame (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 -— No. 12929.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Rauwolfia L.</em></p> - -<p>1. R. pleiosciadica K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Abeokuta et Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 -— No. 13037.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Motandra A. D. C.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">M. rostrata K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12312.</p> - -<p>Eine sehr reich mit weißen Blüten bedeckte Liane.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Kickxia Bl.</em></p> - -<p>1. K. africana Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis montis Amedjovhe (Togo). IV. 1899 — No. 12979.</p> -</div> - -<p>2. K. elastica Preuß.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Ishagamo et Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12319. In silvis primaevis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — -No. 12746.</p> -</div> - -<p>3. K. latifolia Stapf.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12596.</p> - -<p>Über die Verbreitung der einzelnen Kickxia- und Landolphiaarten sind -nähere Angaben in den vorhergehenden Kapiteln zu finden.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Oncinotis Bth.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">O. chlorogena K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12996.</p> - -<p>Eine Liane mit gelblichen Blüten.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">O. subsessilis K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12310.</p> - -<p>Blüten weißlich mit fünf purpurroten Streifen im Schlunde.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Strophanthus D. C.</em></p> - -<p>1. S. Preussii Pax et Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 12313.</p> -</div> - -<p>2. S. sarmentosus A. D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum montium Agome (Togo). III. 1899 — No. 12962.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_308">[S. 308]</span></p> - -<p>3. <em class="gesperrt">S. Schlechteri K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. 300 m. I. -1900 — No. 12919.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Wrightia R. Br.</em></p> - -<p>1. W. parviflora Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -13008.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Isonema R. Br.</em></p> - -<p>1. I. infundibuliformis Stapf.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12602.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Asclepiadaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">R. Schlechter.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Periploca L.</em></p> - -<p>1. P. nigricans Afz.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens ad margines silvarum prope Libreville (Congo -français). XII. 1899 — No. 12822.</p> - -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cryptolepis R. Br.</em></p> - -<p>1. C. sanguinolenta Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis scandens prope Akeppe (Togo). IV. 1900 — No. 12986.</p> - -<p>Diese Pflanze ist ursprünglich als Pergularia sanguinolenta -beschrieben und abgebildet worden. In neuerer Zeit scheint sie sonst -nicht wieder aufgefunden worden zu sein.</p> -</div> - -<p>2. C. scandens Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter fruticulos scandens in solo arenoso prope Dolo, pone -Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. 12451.</p> - -<p>Identisch mit Ectadiopsis scandens K. Sch. Die Blüten sind creamgelb -gefärbt.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Raphionacme Harv.</em></p> - -<p>1. R. Brownii Scott Elliot.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis prope Quamikrum (Togo). III. 1900 — No. 12956.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Schizoglossum E. Mey.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">S. togoense Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Badja (Togo). IV. 1900 — No. 12972.</p> - -<p>Eine sehr schlanke, zierliche Pflanze mit grünlichen Blüten.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Asclepias L.</em></p> - -<p>1. A. lineolata Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In campis graminosis prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). XI. 1899 -— No. 12807.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_309">[S. 309]</span></p> - -<p>2. A. dissoluta Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In campis graminosis prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). XI. 1899 -— No. 12808.</p> - -<p>Ausgezeichnet durch kurze, dicke, undeutlich dreilappige -Coronaschuppen. Von Schumann als Xyomalobium beschrieben.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cynanchum L.</em></p> - -<p>1. C. acuminatum K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens, ad pedem montis Kamerunberg (Kamerun), -alt. c. 100 m. IV. 1899 — No. 12413. Inter frutices scandens -prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 — No. 12938. In -fruticetis prope Wesso, juxta flumen Sanga (Congo français). IX. 1899 -— No. 12723.</p> - -<p>Ursprünglich von Bentham als Cynoctonum acuminatum beschrieben. Die -Pflanze scheint sehr verbreitet zu sein.</p> -</div> - -<p>2. C. schistoglossum Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12484.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Tylophora R. Br.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">T. congoensis Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens prope Leopoldville, juxta Stanley-Pool -(Congo). VI. 1899 — No. 12551.</p> - -<p>Ausgezeichnet durch die wenigblütigen Inflorescenzen.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">T. dahomensis K. Sch.</em> n. sp. (Mss. in Herb. Berol.)</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens prope Akeppe (Togo), una cum Cryptolepide -sanguinolenta Schltr. IV. 1900 — No. 12987.</p> -</div> - -<p>3. T. silvatica Dcne.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — -No. 12610.</p> - -<p>Sonst auch noch an verschiedenen anderen Lokalitäten im Congo-Gebiete -von mir beobachtet.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Marsdenia R. Br.</em></p> - -<p>1. M. latifolia Schltr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens prope Ikorodu (Yoruba-Land.) III. 1899 — No. -13000. Inter frutices scandens prope Libreville (Congo français). -XII. 1899 — No. 12823.</p> - -<p>Diese von Bentham zu Gongronema gestellte Art kann ich generisch -nicht von Marsdenia trennen. Die Gattung Gongronema bedarf überhaupt -einer genaueren Durcharbeitung, da offenbar Verschiedenes dort -untergebracht ist, was nicht zu ihr gehört.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_310">[S. 310]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Pergularia L.</em></p> - -<p>1. P. africana R. Br.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Ishagamo et Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12317.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Brachystelma R. Br.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">B. togoense Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis ad pedem montium Agome (Togo). III. 1900 — No. 12961.</p> - -<p>Die Blüten sind dunkelweinrot gefärbt und sitzen in Dolden am Ende -der Zweige.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Ceropegia R. Br.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">C. yorubana Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 13016.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Neoschumannia Schltr. n. gen.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">N. kamerunensis Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens prope Kriegsschiffhafen ad margines silvarum -(Kamerun). IV. 1899 — No. 12384.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Boraginaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">Gürke.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cordia</em>.</p> - -<p>1. C. odorata Gürke.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 12999.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Verbenaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">Gürke.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Clerodendron L.</em></p> - -<p>1. C. yaundense Gürke.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Irebu (Congo). VII. 1899 — No. 12627.</p> -</div> - -<p>2. C. scandens G. B.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In campis apertis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 — No. 12372; In -fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12612.</p> -</div> - -<p>3. <em class="gesperrt">C. Schlechteri Gürke</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis juxta Stanley-Pool prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 -— No. 12504.</p> -</div> - -<p>4. C. splendens Don.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum prope Mundame (Kamerun). I. 1900 — No. 12931.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Kalaharia Baill.</em></p> - -<p>1. K. spinescens Gürke.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In campis arenosis prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 — No. 12589.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_311">[S. 311]</span></p> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Labiatae.</b> (Det. <em class="gesperrt">Gürke.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Leonotis Pers.</em></p> - -<p>1. L. nepetifolia R. Br.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VII. 1899 — No. 12655.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Leucas R. Br.</em></p> - -<p>1. L. deflexa Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum viarumque inter Ngusi et Mafura (Kamerun), alt. -c. 400 m. I. 1900 — No. 12909.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Achyrospermum Bl.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">A. Schlechteri Gürke</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 — No. -12769. In silvis primaevis prope Muea (Kamerun), alt c. 600 m. I. -1900 — No. 12850.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Elsholtzia Willd.</em></p> - -<p>1. E. Schimperi Hochst.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. 300 m. -I. 1900 — No. 12914.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Hyptis Jacq.</em></p> - -<p>1. H. pectinata Poit.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12478.</p> -</div> - -<p>2. H. spicigera Lam.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In cultis et ad margines fruticetorum prope Leopoldville juxta -Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. 12505.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Alvesia Welw.</em></p> - -<p>1. A. rosmarinifolia Welw.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis juxta Stanley-Pool prope Dolo (Congo). VI. -1899 — No. 12492.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Solenostemon Schum et Thonn.</em></p> - -<p>1. S. ocymoides Schum et Thonn.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In axilis foliorum palmae Elaeis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). -III. 1899 — No. 12396.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Plectranthus L’Her.</em></p> - -<p>1. P. ramosissimus Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis graminosisque prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. -I. 1900 — No. 12897.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">P. Schlechteri Gürke</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In humidis prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12490.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_312">[S. 312]</span></p> - -<p>3. P. spec. I.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Atikpui (Togo). IV. 1900 — No. 12982.</p> -</div> - -<p>4. P. spec. II.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Akeppe (Togo). IV. 1900 — No. 12989.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Platostoma Beauv.</em></p> - -<p>1. P. africanum.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In cultis prope Bibundi (Kamerun). III. 1899 — No. 12421. In -fruticetis juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 — No. 12776. Ad -margines silvarum fruticetorumque prope Coquilhatville (Congo). VII. -1899 — No. 12623.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Acrocephalus Bth.</em></p> - -<p>1. A. coeruleus Oliv.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines paludum prope Dolo juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12446.</p> - -<p>Blüten weisslich.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Geniosporum Wall.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">G. congoense Gürke</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Dolo juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 — No. -12469.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Moschosma Bchb.</em></p> - -<p>1. M. polystachyum Benth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12668.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Ocimum L.</em></p> - -<p>1. O. gratissimum L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Victoria (Kamerun). III. 1899 — No. 12370.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Solanaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">U. Dammer.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Solanum L.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">S. togoense Dammer.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens prope Badja (Togo). IV. 1900 — No. 12974.</p> -</div> - -<p>2. S. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -13004.</p> - -<p>Die von Wright im Kew. Bull. veröffentlichten Solanum-Arten sind so -schlecht beschrieben, daß es unmöglich ist, sie ohne Original zu -erkennen. Verschiedene der Diagnosen würden auf ein Dutzend Arten -passen.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_313">[S. 313]</span></p> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Scrophulariaceae.</b> (<em class="gesperrt">Determ. A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Lindernia All.</em></p> - -<p>1. L. diffusa Wettst.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In humidis collium inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 -— No. 12341.</p> -</div> - -<p>2. L. latibracteata Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12440.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Bacopa Aubl.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">B. alternifolia Engl.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis humidis insularum in lacu Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12571. In paludibus prope Bonga (Congo français). VII. 1899 — -No. 12651.</p> - -<p>Die Blüten sind hellblau gefärbt.</p> -</div> - -<p>2. B. calycina Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis humidis prope Leopoldville, pone Stanley-Pool (Congo). -VI. 1899 — No. 12559.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Artanema Don.</em></p> - -<p>1. A. longifolium Wettst.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 13009.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Torrenia L.</em></p> - -<p>1. T. parviflora Hiern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12339.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Scoparia L.</em></p> - -<p>1. S. dulcis L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12337.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Melasma Berg.</em></p> - -<p>1. M. indicum Wettst.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In apertis humidis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. 300 m. -I. 1900 — No. 12922.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Sopubia Ham.</em></p> - -<p>1. S. Dregeana Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In clivis graminosis montium Agome (Togo). III. 1900 — No. 12959.</p> -</div> - -<p>2. S. trifida Ham.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12667.</p> - -<p>Var. ramosa (Hochst.).</p> - -<p>In graminosis prope Dolo, juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12487.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_314">[S. 314]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Buechnera L.</em></p> - -<p>1. B. Buettneri Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Dolo, juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12488.</p> -</div> - -<p>2. B. capitata Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12457.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cycnium E. Mey.</em></p> - -<p>1. C. camporum Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Kewe (Togo). III. 1900 — No. 12949.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Rhamphicarpa Bth.</em></p> - -<p>1. R. fistulosa Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In insulis sabulosis in lacu Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12557.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Striga Lour.</em></p> - -<p>1. S. Baumannii Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis prope Quamikrum (Togo). III. 1900 — No. 12954.</p> -</div> - -<p>2. S. canescens Engl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis prope Quamikrum (Togo). III. 1900 — No. 12953.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Acanthaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">G. Lindau.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Elytraria Dahl.</em></p> - -<p>1. E. squamosa Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum prope Kriegschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 — -No. 12386.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Nelsonia R. Br.</em></p> - -<p>1. N. brunelloides O. K.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Juxta rivulos prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 12308; -in arenosis fruticetorum prope Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12506.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Brillantaisia P. Beauv.</em></p> - -<p>1. B. Preussii Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12728.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Hygrophila R. Br.</em></p> - -<p>1. H. ciliata Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In humidis prope Bonga (Congo français). VIII. 1899 — No. 12678.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_315">[S. 315]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Phaulopsis W.</em></p> - -<p>1. P. obliqua S. Moore.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Dolo (Congo). VI. 1899 — No. 12486.</p> -</div> - -<p>2. P. oppositifolia Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In umbrosis prope Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. 12541.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Paulowilhemia Hochst.</em></p> - -<p>1. P. togoensis Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Muea (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 — No. -12848.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Dyschoriste Nees.</em></p> - -<p>1. D. Perrottetii O. K.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — -No. 13035; in fruticetis prope Bonga (Congo). VII. 1899 — No. 12654.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Physacanthus Bth.</em></p> - -<p>1. P. batanganus Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Muni-River (Corisco Bay). XII. 1899 -— No. 12832.</p> - -<p>Blüten wunderschön hellblau gefärbt.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Lankesteria Ldl.</em></p> - -<p>1. L. elegans T. Aud.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Meandja (Kamerun), alt. c. 600 m. I. 1900 -— No. 12859; in silvis primaevis prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. -800 m. I. 1900 — No. 12902.</p> - -<p>Blüten weiß.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Crossandra Salisb.</em></p> - -<p>1. C. flava Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Nyoke (Kamerun), alt. c. 300 m. — No. 12865.</p> - -<p>Blüten dunkel-schwefelgelb.</p> -</div> - -<p>2. C. guineensis Nees.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Sanga, inter Wesso et Bonga (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12703.</p> - -<p>Blüten hellblau.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Asystasia Bl.</em></p> - -<p>1. A. gangetica T. Aud.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899.</p> -</div> - -<p>2. A. longituba Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Muea (Kamerun), alt. 600 m. I. 1900 — No. -12854.</p> - -<p>Blüten hellblau.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_316">[S. 316]</span></p> - -<p>3. A. macrophylla Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Buea (Kamerun), alt. 900 m. IV. 1899 — No. 12379.</p> - -<p>Blüten hellviolett.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Graptophyllum Nees.</em></p> - -<p>1. G. pictum Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m.</p> - -<p>Ein Strauch im Urwalde mit wunderschönen, dunkel-purpurroten Blüten. -Die Art ist sicher im Gebiete vollständig wild, daher ist ihr -Auftreten in Papu-Asien sehr erstaunlich.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Chlamydocardia Lindau.</em></p> - -<p>1. C. Buettneri Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In saxis rivulorum inter Mundame et Mafura (Kamerun), alt. c. 300 m. -I. 1900 — No. 12925.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Pseuderanthemum Radk.</em></p> - -<p>1. P. Ludovicianum Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum prope Muea (Kamerun), 600 m. I. 1900 — No. -12853. In silvis primaevis inter Ngusi et Mafura (Kamerun), alt. 400 -m. I. 1900 — No. 12905.</p> - -<p>Blüten weiß, mit blauen Punkten und Flecken am Corolla-Schlunde.</p> -</div> - -<p>2. P. nigritianum Radk.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Meandja (Kamerun), alt. c. 600 m. I. 1900 -— No. 12861.</p> - -<p>Blüten ziegelrot.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Rungia Nees.</em></p> - -<p>1. R. Baumannii Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In cultis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12411. In humidis -umbrosisque juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 — No. 12777.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Dicliptera Juss.</em></p> - -<p>1. D. alternans Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In umbrosis inter Malende et Mundame (Kamerun). I. 1900 — No. 12884.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">D. laxispica Lindau</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Nyoke (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 — -No. 12863.</p> -</div> - -<p>3. D. spec. verosim. umbellata Juss.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. 12529.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Hypoestes R. Br.</em></p> - -<p>1. H. cancellata Nees.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. 12551.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_317">[S. 317]</span></p> - -<p>2. H. violaceo-tincta Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. I. 1900 -— No. 12899.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Filetia Mig.</em></p> - -<p>1. F. africana Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. -12759.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Rhinacanthus Nees.</em></p> - -<p>1. R. parviflorus T. And.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 — No. 12383. -In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. 300 -m. I. 1900 — No. 1921. In silvis juxta flumen Sanga inter Bonga et -Wesso (Congo français). VIII. 1899 — No. 12715.</p> -</div> - -<p>Blüten weiß.</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Duvernoia E. Mey.</em></p> - -<p>1. D. Buchholzii Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. 300 m. -I. 1900 — No. 12917.</p> -</div> - -<p>2. D. robusta Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Mundame, alt. c. 200 m. (Kamerun). I. 1900 -— No. 12928.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Oreacanthus Bth.</em></p> - -<p>1. O. Mannii Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis umbrosis inter Malende et Mundame (Kamerun), alt. c. 200 m. -I. 1900 — 12882.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Justicia L.</em></p> - -<p>1. J. flava Vahl.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12758.</p> -</div> - -<p>2. J. grandis Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Malende et Mundame, alt. c. 200 m. -(Kamerun). I. 1900 — No. 12878.</p> -</div> - -<p>3. J. insularis T. And.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. 12526.</p> -</div> - -<p>4. J. Paxiana Lindau.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Mundame et Otam (Kamerun), alt. 200–300 m. I. 1900 — -No. 12885.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Rubiaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">K. Schumann.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Oldenlandia L.</em></p> - -<p>1. O. angolensis K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis prope Leopoldville, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1897 -— No. 12532.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_318">[S. 318]</span></p> - -<p>2. <em class="gesperrt">O. asperuliflora K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12597.</p> -</div> - -<p>3. O. corymbosa L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -13036.</p> -</div> - -<p>4. O. Crepiniana K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — -No. 12622.</p> -</div> - -<p>5. O. Heynei Oliv.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In insulis sabulosis fluminis Congo, in lacu „Stanley-Pool“ (Congo). -VI. 1899 — No. 12572.</p> -</div> - -<p>6. O. lancifolia Schweinf.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus sabulosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 12344.</p> -</div> - -<p>7. O. virgata D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Badja (Togo). IV. 1900 — No. 12978.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Hekistocarpa Hk. f.</em></p> - -<p>1. H. minutiflora Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum prope Nyoke (Kamerun), alt. c. 300 m. I. 1900 — -No. 12860.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Virecta Sm.</em></p> - -<p>1. V. multiflora Sm.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Leopoldville, pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. -1899 — No. 12553. In humidis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 -— No. 12599.</p> -</div> - -<p>2. V. procumbens Sm.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In humidis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12404. In -paludibus prope Leopoldville (Congo). VI. 1899 — No. 12528.</p> -</div> - -<p>3. V. setigera Hiern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12405.</p> -</div> - -<p>4. V. suffruticosa K. Sch. n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In rupibus rivulorum inter Mafura et Mundame alt. c. 300 m (Kamerun). -I. 1900 — No. 12926.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Otomeria Benth.</em></p> - -<p>1. O. dilatata Hiern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 No. -12462.</p> -</div> - -<p>2. O. guineensis Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis cultisque prope Leopoldville pone „Stanley-Pool“ (Congo). -VI. 1899 — No. 12516.</p> -</div> - -<p>3. O. micrantha K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum juxta flumen Dja (Kamerun). IX. 1899 — No. -12773.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_319">[S. 319]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Sarcocephalus Afz.</em></p> - -<p>1. S. sambucinus K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis prope Kinchassa, pone Stanley-Pool (Congo). -XI. 1899 — No. 12779.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Pentaloncha Hook. fil.</em></p> - -<p>1. P. humilis Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12661.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Urophyllum Wall.</em></p> - -<p>1. U. hirtellum Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 — -No. 12380.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Sabicea Aubl.</em></p> - -<p>1. S. calycina Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — -No. 13024.</p> -</div> - -<p>2. S. venosa Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VII. 1899 — No. 12658.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Tarenna Gaertn.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">T. platyptera K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Nyoke et Malende, alt. 200 m (Kamerun). I. 1900 — -No. 12868.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Randia Linn.</em></p> - -<p>1. R. acuminata Btt.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Irebu (Congo). VII. 1899 — No. 12628.</p> -</div> - -<p>2. R. malleiflora Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines silvarum juxta flumen Sanga inter Bonga et Wesso (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12708.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Macrosphyra Hk. f.</em></p> - -<p>1. M. longistyla Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Ibadan et Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12320.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Oxyanthus P. Dc.</em></p> - -<p>1. O. speciosus D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Badja (Togo). IV. 1900 — No. 12975.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Bertiera Aubl.</em></p> - -<p>1. B. aethiopica Hiern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — No. 12617.</p> -</div> - -<p>2. B. macrocarpa Hiern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VII. 1899 — No. 12652.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_320">[S. 320]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Heinsia Dan.</em></p> - -<p>1. H. pulchella K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12656. In collibus apertis juxta „Stanley-Pool“, -pone Leopoldville (Congo). VI. 1899 — No. 12587.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Vangueria Juss.</em></p> - -<p>1. V. canthioides Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12322. In fruticetis prope Leopoldville, juxta Stanley-Pool (Congo). -VI. 1899 — No. 12543.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Plectronia Linn.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">P. strychnoides K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Badja (Togo). IV. 1900 — No. 12976.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cremaspora Bth.</em></p> - -<p>1. C. africana K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12676.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Coffea Linn.</em></p> - -<p>1. C. divaricata K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis silvisque montium Agome (Togo). III. 1900 — No. 12963.</p> -</div> - -<p>2. C.? spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Mundame (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 -— No. 12932.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Ixora Linn.</em></p> - -<p>1. I. riparia Hiern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12665.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Pavetta Linn.</em></p> - -<p>1. P. Baconia Hiern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 12299.</p> -</div> - -<p>2. P. bidentata Hiern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Nyoke et Mundame (Kamerun). I. 1900 — No. -12872.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Rutidea D. C.</em></p> - -<p>1. R. Loeseriana K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun). I. 1900 — No. -12923.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">R. Schlechteri</em> K. Sch. n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Irebu (Congo). VII. 1899 — No. 12632.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_321">[S. 321]</span></p> - -<p>3. <em class="gesperrt">R. tomentosa K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12298.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Psychotria L.</em></p> - -<p>1. P. brachyantha Hiern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 — No. 12387. -In silvis primaevis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. -300 m. I. 1900 — No. 12913. In umbrosis prope Leopoldville pone -Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. 12566.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">P. cardiophylla K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12426.</p> -</div> - -<p>3. P. cataractarum K. Sch. n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12406.</p> -</div> - -<p>4. P. latistipula Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Victoria et Kriegsschiffhafen (Kamerun). IV. 1899 — -No. 12374; No. 12390.</p> -</div> - -<p>5. <em class="gesperrt">P. microthyrsus K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis inter Mundame et Otam (Kamerun), alt. 200–300 -m. I. 1900 — No. 12884. In silvis primaevis juxta flumen Ngoko -(Kamerun). IX. 1899 — No. 12731.</p> -</div> - -<p>6. P. refractiloba K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 12305.</p> -</div> - -<p>7. <em class="gesperrt">P. Schlechteri K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 — No. 12366.</p> -</div> - -<p>8. <em class="gesperrt">P. Supfiana K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis prope Mundame (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 -— No. 12933.</p> -</div> - -<p>9. P. Vogeliana Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Gbin (Togo). III. 1900 — No. 12950. In silvis -inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 13034.</p> -</div> - -<p>10. P. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Buea (Kamerun). IV. 1899 — No. 12376.</p> -</div> - -<p>11. P.? spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Nyoke et Malende (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 — -No. 12873.</p> -</div> - -<p>12. P. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In ripis fluminis Congo prope Stanley-Pool. VI. 1899 — No. 12547.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_322">[S. 322]</span></p> - -<p>13. P. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis prope Victoria (Kamerun). IV. 1899 — No. 12364.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Chassalia.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">C. yorubensis K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -13029.</p> -</div> - -<p>2. C.? spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Mundame et Malende (Kamerun), alt. c. 200 m. I. 1900 -— No. 12877.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Uragoga L.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">U. sphaerocrater K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus prope Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — No. 13015.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Gaertnera Lam.</em></p> - -<p>1. G. paniculata Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus juxta Stanley-Pool, pone Leopoldville (Congo). VI. 1899 -— No. 12553.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">G. plagiocalyx K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville juxta Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12586.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Borreria G. F. W. Mey.</em></p> - -<p>1. B. ocymoides K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In cultis prope Bibundi (Kamerun). IV. 1899 — No. 12425.</p> -</div> - -<p>2. <em class="gesperrt">B. oligantha K. Sch.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Cape Lopez (Congo français). XII. 1899 — No. -12913.</p> -</div> - -<p>3. B. Ruellia K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12340.</p> -</div> - -<p>4. B. stricta K. Sch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prope Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — -No. 12458.</p> -</div> - -<p>5. B. tetradon K. Sch. n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus prope Dolo, juxta „Stanley-Pool“ (Congo). VI. 1899 — -No. 12475.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Mitracarpus Zucc.</em></p> - -<p>1. M. verticillatus Vatke.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus arenosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. -1899 — No. 12353. In collibus graminosis prope Ibadan (Yoruba-Land). -III. 1899 — No. 12324. In arenosis prope Leopoldville (Congo). VI. -1899 — No. 12591.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_323">[S. 323]</span></p> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Cucurbitaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">H. Herms.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Melothria L.</em></p> - -<p>1. M. spec. aff. tridactylae Hook. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens prope Coquilhatville (Congo). VII. 1899 — -No. 12626.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Momordica L.</em></p> - -<p>1. M. cissoides Planch.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12307.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Campanulaceae.</b> (Det. <em class="gesperrt">A. Engler.</em>)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Cephalostigma A. D. C.</em></p> - -<p>1. C. Perrottetii A. D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus lapidosis prope Noki (Congo). V. 1899 — No. 12437.</p> -</div> - -<p class="s4 center mtop2"><b>Compositae.</b> (Det. <em class="gesperrt">O. Hoffmann, p. p. R. Schlechter</em>.)</p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Bothriocline Oliv.</em></p> - -<p>1. B. misera O. Hoffm.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis prope Stanley-Pool ad villam Leopoldville (Congo). VI. -1899 — No. 12560.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Aedesia O. Hoffm.</em></p> - -<p>1. A. Baumannii O. Hoffm.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Agome-Palime (Togo). III. 1900 — No. 12966.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Vernonia Schoeb.</em></p> - -<p>1. V. Biafrae O. & H.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens prope Muea (Kamerun), alt. c. 600 m. I. 1900 -— No. 12849.</p> -</div> - -<p>2. V. Calvoana Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis inter Mafura et Mundame (Kamerun), alt. c. 300 m. I. -1900 — No. 12912.</p> -</div> - -<p>3. V. cinerea Less.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In sabulosis humidis prope Dolo pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. -1899. — No. 12479.</p> -</div> - -<p>4. V. glaberrima Welw.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis humidis prope Dolo pone „Stanley-Pool“ (Congo). VI. -1899 — No. 12452.</p> -</div> - -<p>5. V. guineensis Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus graminosis montium Agome (Togo). III. 1900 — No. 12964.</p> -</div> - -<p>6. V. undulata Oliv. et Hiern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis humidis prope Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12480.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_324">[S. 324]</span></p> - -<p>7. V. spec.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Meandja (Kamerun), alt. 600 m. I. 1900 — No. -12855.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Herderia Cass.</em></p> - -<p>1. H. stellulifera Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Ad margines fruticetorum prope Ishagamo (Yoruba-Land). III. 1899 — -No. 12309.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Elephantopus L.</em></p> - -<p>1. E. scaber L.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Nyoke et Malende (Kamerun), alt. 200 m. I. 1900 — -No. 12869.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Mikania Willd.</em></p> - -<p>1. M. scandens Willd.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>Inter frutices scandens pone Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). -VI. 1899 — No. 12518.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Dichrocephala D. C.</em></p> - -<p>1. D. latifolia D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In humidis prope Bonga ad ostium fluminis Sanga (Congo français). -VIII. 1899 — No. 12662.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Microglossa D. C.</em></p> - -<p>1. M. volubilis D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis inter Abeokuta et Ibadan (Yoruba-Land). III. 1899 — -No. 13021; In ripis fluminis Sanga, inter Bonga et Wesso (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12079.</p> -</div> - -<p>2. M. angolensis O. et H.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie graminosa prope Bonga, ad ostium fluminis Sanga (Congo -français). VIII. 1899 — No. 12673.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Conyza Less.</em></p> - -<p>1. C. aegyptiaca Ait.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Irebu (Congo). VII. 1899 — No. 12630.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Laggera Schulz Bip.</em></p> - -<p>1. L. alata Schulz Bip.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Irebu (Congo). VII. 1899 — No. 12631.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Helichrysum Gaertn.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">H. congolanum Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Dolo pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — No. -12465.</p> -</div> - -<p>2. H. Mechowianum Klatt.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In clivis graminosis montium Agome (Togo). III. 1900 — No. 12960.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_325">[S. 325]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Acanthospermum D. C.</em></p> - -<p>1. A. hispidum D. C.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In cultis prope Atikpui (Togo). IV. 1900 — No. 12981.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Epaltes Cass.</em></p> - -<p>1. E. alba Hassk.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In collibus prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 — -No. 12563.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Sclerocarpus Jacq.</em></p> - -<p>1. S. africanus Jacq.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis atque ad margines silvarum prope Irebu (Congo). VII. -1899 — No. 12637.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Hoffmanniella Schltr. n. gen.</em></p> - -<p>1. <em class="gesperrt">H. silvatica Schltr.</em> n. sp.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis primaevis juxta flumen Dja, locis humidis (Kamerun). IX. -1899 — No. 12775.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Aspilia Thou.</em></p> - -<p>1. A. helianthoides Oliv. et Hiern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In graminosis prope Atikpui (Togo). IV. 1900 — No. 12983. In -graminosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12350. Ad margines fruticetorum prope Libreville (Congo français). V. -1899 — No. 12435.</p> - -<p>Strahlblüten weiß.</p> -</div> - -<p>2. A. Kotschyi Pth. et Hk. f.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis cultisque prope Leopoldville, pone Stanley-Pool -(Congo). VI. 1899 — No. 12536.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Synedrella Gaert.</em></p> - -<p>1. S. nodiflora Grtn.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In silvis ac juxta vias prope Ikorodu (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12997.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Chrysanthellum Rich.</em></p> - -<p>1. C. procumbens Pers.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In arenosis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — No. -12349.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Gynura Cass.</em></p> - -<p>1. G. crepidioides Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In cultis juxta flumen Ngoko (Kamerun). IX. 1899 — No. 12277.</p> -</div> - -<p>2. G. vitellina Bth.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In paludibus fruticetisque prope Nyassosso (Kamerun), alt. c. 800 m. -I. 1900 — No. 12895.</p> -</div> - -<p><span class="pagenum" id="Seite_326">[S. 326]</span></p> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Emilia Cass.</em></p> - -<p>1. E. integrifolia Bkr.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In planitie arenosa prope Dolo, pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12449.</p> -</div> - -<p class="center mtop1"><em class="gesperrt">Senecio L.</em></p> - -<p>1. S. gabonicus Oliv. et Hiern.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis inter Ibadan et Abeokuta (Yoruba-Land). III. 1899 — -No. 13023.</p> -</div> - -<p>2. S. Quartinianus Aschs.</p> - -<div class="blockquot"> - -<p>In fruticetis prope Leopoldville pone Stanley-Pool (Congo). VI. 1899 -— No. 12502.</p> -</div> - -</div> - -<div class="figcenter illowe10" id="ill_p3260"> - <img class="w100" src="images/ill_p3260.jpg" alt="Dekoration, Ende" /> -</div> - -<p class="s5 center padtop3 mbot3">Gedruckt in der Königlichen Hofbuchdruckerei von -<em class="gesperrt">E. S. Mittler & Sohn</em>, Berlin SW., Kochstrasse 68–71.</p> - -<div class="footnotes"> - -<p class="s3 center mtop1 break-before"><b>Fußnoten:</b></p> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_1" href="#FNAnker_1" class="label">[1]</a> Diese Art ist zugleich mit einer fünften jetzt in neuester -Zeit im Notizblatte des Königl. Botanischen Gartens zu Berlin von -Professor <em class="gesperrt">Schumann</em> als neu beschrieben worden.</p> - -<p class="right mright2">Der Verfasser.</p> - -</div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_2" href="#FNAnker_2" class="label">[2]</a> Die ausführliche Statistik sämtlicher für -den Kautschukexport in Betracht kommenden Länder siehe -Warburg: Die Kautschukpflanzen und ihre Kultur. Berlin 1900. -Kolonial-Wirtschaftliches Komitee, Unter den Linden 40.</p> - -</div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_3" href="#FNAnker_3" class="label">[3]</a> Im Jahre 1897 wurden 372273 kg im Werte von 887572 Mk. -exportiert.</p> - -</div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_4" href="#FNAnker_4" class="label">[4]</a> In den beiden letzten Jahren fand folgender Export statt:</p> - -<table> - <tr> - <td class="padright1"> - 1898 - </td> - <td> - <div class="center">87277</div> - </td> - <td> - <div class="center">kg</div> - </td> - <td> - <div class="center">im</div> - </td> - <td> - <div class="center">Werte</div> - </td> - <td class="padright1"> - <div class="center">von</div> - </td> - <td> - <div class="center">421169</div> - </td> - <td> - <div class="center">Mk.</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padright1"> - 1899 - </td> - <td> - <div class="center">68239</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td class="padright1"> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">366075</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -</div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_5" href="#FNAnker_5" class="label">[5]</a> In den beiden letzten Jahren fand folgender Export statt:</p> - -<table> - <tr> - <td class="padright1"> - 1898 - </td> - <td> - <div class="center">186891</div> - </td> - <td> - <div class="center">kg</div> - </td> - <td> - <div class="center">im</div> - </td> - <td> - <div class="center">Werte</div> - </td> - <td class="padright1"> - <div class="center">von</div> - </td> - <td> - <div class="center"> 970109</div> - </td> - <td> - <div class="center">Rupies</div> - </td> - </tr> - <tr> - <td class="padright1"> - 1899 - </td> - <td> - <div class="center">267505</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - <td class="padright1"> - <div class="center">„</div> - </td> - <td> - <div class="center">1337181</div> - </td> - <td> - <div class="center">„</div> - </td> - </tr> -</table> - -</div> - -<div class="footnote"> - -<p><a id="Fussnote_6" href="#FNAnker_6" class="label">[6]</a> In der That betrug der Export 1897 schon 1662380 kg im -Werte von 8311900 Frcs. und stieg 1898 sogar auf 2113465 kg im Werte -von 15850987 Frcs.</p> - -</div> -</div> - -<div lang='en' xml:lang='en'> -<div style='display:block; margin-top:4em'>*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK <span lang='de' xml:lang='de'>WESTAFRIKANISCHE KAUTSCHUK-EXPEDITION</span> ***</div> -<div style='text-align:left'> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Updated editions will replace the previous one—the old editions will -be renamed. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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Redistribution is subject to the trademark -license, especially commercial redistribution. -</div> - -<div style='margin-top:1em; font-size:1.1em; text-align:center'>START: FULL LICENSE</div> -<div style='text-align:center;font-size:0.9em'>THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE</div> -<div style='text-align:center;font-size:0.9em'>PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -To protect the Project Gutenberg™ mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase “Project -Gutenberg”), you agree to comply with all the terms of the Full -Project Gutenberg™ License available with this file or online at -www.gutenberg.org/license. -</div> - -<div style='display:block; font-size:1.1em; margin:1em 0; font-weight:bold'> -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg™ electronic works -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg™ -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all -the terms of this agreement, you must cease using and return or -destroy all copies of Project Gutenberg™ electronic works in your -possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a -Project Gutenberg™ electronic work and you do not agree to be bound -by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the person -or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -1.B. “Project Gutenberg” is a registered trademark. 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Information about the Mission of Project Gutenberg™ -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Project Gutenberg™ is synonymous with the free distribution of -electronic works in formats readable by the widest variety of -computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It -exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations -from people in all walks of life. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg™’s -goals and ensuring that the Project Gutenberg™ collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg™ and future -generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see -Sections 3 and 4 and the Foundation information page at www.gutenberg.org. -</div> - -<div style='display:block; font-size:1.1em; margin:1em 0; font-weight:bold'> -Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non-profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation’s EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by -U.S. federal laws and your state’s laws. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -The Foundation’s business office is located at 809 North 1500 West, -Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up -to date contact information can be found at the Foundation’s website -and official page at www.gutenberg.org/contact -</div> - -<div style='display:block; font-size:1.1em; margin:1em 0; font-weight:bold'> -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without widespread -public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine-readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. Compliance requirements are not uniform and it takes a -considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up -with these requirements. We do not solicit donations in locations -where we have not received written confirmation of compliance. To SEND -DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state -visit <a href="https://www.gutenberg.org/donate/">www.gutenberg.org/donate</a>. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -While we cannot and do not solicit contributions from states where we -have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition -against accepting unsolicited donations from donors in such states who -approach us with offers to donate. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -International donations are gratefully accepted, but we cannot make -any statements concerning tax treatment of donations received from -outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Please check the Project Gutenberg web pages for current donation -methods and addresses. 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Thus, we do not -necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper -edition. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -Most people start at our website which has the main PG search -facility: <a href="https://www.gutenberg.org">www.gutenberg.org</a>. -</div> - -<div style='display:block; margin:1em 0'> -This website includes information about Project Gutenberg™, -including how to make donations to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to -subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. -</div> - -</div> -</div> -</body> -</html> diff --git a/old/69081-h/images/cover.jpg b/old/69081-h/images/cover.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 2ff6076..0000000 --- a/old/69081-h/images/cover.jpg +++ /dev/null diff --git a/old/69081-h/images/ill_a005.jpg b/old/69081-h/images/ill_a005.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index f35918c..0000000 --- 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