summaryrefslogtreecommitdiff
diff options
context:
space:
mode:
authornfenwick <nfenwick@pglaf.org>2025-01-29 07:20:05 -0800
committernfenwick <nfenwick@pglaf.org>2025-01-29 07:20:05 -0800
commite02951f15bc10d2a0dfc92e6f2ecd7946090c6a7 (patch)
tree5f0c455f02303372be027a979eed163bb5b2a8b1
parent37bcbb9c99dfbf0b447a20acdcee8ddfd25a6cbe (diff)
NormalizeHEADmain
-rw-r--r--.gitattributes4
-rw-r--r--LICENSE.txt11
-rw-r--r--README.md2
-rw-r--r--old/61997-0.txt1964
-rw-r--r--old/61997-0.zipbin42781 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/61997-h.zipbin444516 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/61997-h/61997-h.htm2324
-rw-r--r--old/61997-h/images/bruet-henne.jpgbin95538 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/61997-h/images/cover.jpgbin100431 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/61997-h/images/ende.jpgbin99847 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/61997-h/images/kopfleiste.jpgbin94318 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/61997-h/images/titel_trenn.jpgbin5598 -> 0 bytes
12 files changed, 17 insertions, 4288 deletions
diff --git a/.gitattributes b/.gitattributes
new file mode 100644
index 0000000..d7b82bc
--- /dev/null
+++ b/.gitattributes
@@ -0,0 +1,4 @@
+*.txt text eol=lf
+*.htm text eol=lf
+*.html text eol=lf
+*.md text eol=lf
diff --git a/LICENSE.txt b/LICENSE.txt
new file mode 100644
index 0000000..6312041
--- /dev/null
+++ b/LICENSE.txt
@@ -0,0 +1,11 @@
+This eBook, including all associated images, markup, improvements,
+metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be
+in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES.
+
+Procedures for determining public domain status are described in
+the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org.
+
+No investigation has been made concerning possible copyrights in
+jurisdictions other than the United States. Anyone seeking to utilize
+this eBook outside of the United States should confirm copyright
+status under the laws that apply to them.
diff --git a/README.md b/README.md
new file mode 100644
index 0000000..5c8d435
--- /dev/null
+++ b/README.md
@@ -0,0 +1,2 @@
+Project Gutenberg (https://www.gutenberg.org) public repository for
+eBook #61997 (https://www.gutenberg.org/ebooks/61997)
diff --git a/old/61997-0.txt b/old/61997-0.txt
deleted file mode 100644
index dba5576..0000000
--- a/old/61997-0.txt
+++ /dev/null
@@ -1,1964 +0,0 @@
-Project Gutenberg's Über den Bildungstrieb, by Johann Friedrich Blumenbach
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
-most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms
-of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll
-have to check the laws of the country where you are located before using
-this ebook.
-
-
-
-Title: Über den Bildungstrieb
-
-Author: Johann Friedrich Blumenbach
-
-Release Date: May 2, 2020 [EBook #61997]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ÜBER DEN BILDUNGSTRIEB ***
-
-
-
-
-Produced by Peter Becker, Reiner Ruf, and the Online
-Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net.
-This file was produced from images generously made available
-by the Universitätsbibliothek Tübingen
-(http://idb.ub.uni-tuebingen.de/digitue/tue/).
-
-
-
-
-
-
- ####################################################################
-
- Anmerkungen zur Transkription
-
- Der vorliegende Text wurde anhand der 1789 erschienenen Buchausgabe
- so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische
- Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Rechtschreibung
- weicht teilweise stark von den heutigen Gewohnheiten ab; dennoch
- wurde die Original-Schreibweise beibehalten, solange der Text
- dadurch nicht missverständlich wird.
-
- Umlaute in Großbuchstaben (Ä, Ö, Ü) werden im Text als deren
- Umschreibungen (Ae, Oe, Ue) dargestellt. Die Fußnoten wurden der
- Übersichtlichkeit halber an das Ende der betreffenden Abschnitte
- versetzt.
-
- Besondere Schriftschnitte wurden mit Hilfe der folgenden
- Sonderzeichen gekennzeichnet:
-
- kursiv: _Unterstriche_
- gesperrt: +Pluszeichen+
- Kapitälchen: ~Tilden~
-
- Caretsymbole (^) stehen für hochgestellten Text; mehrere
- hochgestellte Zeichen werden dabei durch eine geschweifte Klammer
- zusammengefasst, z. B. 13^{ten}.
-
- ####################################################################
-
-
-
-
- Ueber den
-
- Bildungstrieb.
-
-
-
-
- Joh. Fr. Blumenbach
-
- Prof. zu Gött. und Kön. Großbrit. Hofrath
-
-
- über den
-
- Bildungstrieb.
-
- [Illustration]
-
-
- Göttingen
-
- +bey Johann Christian Dieterich.+
-
- 1789.
-
-
-
-
-Ich habe seit der Zeit, da ich den ersten Aufsatz über den
-Bildungstrieb im Göttingischen Magazin bekannt gemacht, keine
-Gelegenheit versäumt, diesen Gegenstand durch Beobachtungen und
-Nachdenken weiter zu verfolgen und in helleres Licht zu setzen, glaube
-auch alles Wichtige gelesen, geprüft und benutzt zu haben, was von
-andern seitdem für oder wider denselben in Schriften geäusert worden,
-und habe gesucht den Kern aus dem, was ich schon davon bekannt
-gemacht, und die Resultate meiner fernern zeitherigen Untersuchungen
-darüber, in diesen Blättern zusammen zu fassen: und sie bey diesen
-wesentlichen Vorzügen auch gleich im Aeusern von den vorigen unreifern
-Ausgaben gänzlich auszuzeichnen. Göttingen, den 28ten Jan. 1789.
-
-
-
-
-_Deutung der Kupfer-Verzierungen._
-
-
-1. Auf dem Titel, eine Brüt-Henne als Symbol des Bildungstriebes im
-Thierreich.
-
-2. Auf der Anfangsleiste S. 1. ein aufkeimend Saamenkorn als Bild
-dieses Triebes im Gewächsreich. Nach einer alten silbernen Münze von
-Reggio in Calabrien beym ~Goltz~.
-
-3. Am Schluß S. 108. eine anständige und doch wie Naturkenner
-wissen, sehr bedeutungsvolle Vorstellung des Genusses, der dann den
-Bildungstrieb zur Folge hat.
-
-
-
-
-[Illustration]
-
-
-
-
-Erster Abschnitt.
-
-
- _Von den verschiednen Wegen die man eingeschlagen hat, zu einigem
- Aufschluß über das Zeugungsgeschäfte zu gelangen._
-
-Was geht im Innern eines Geschöpfes vor, wenn es sich der süßesten
-aller Regungen überlassen hat, und nun von einem zweyten befruchtet
-einem dritten das Leben geben soll?
-
-Nicht leicht wird eine Frage dieser Art genannt werden können, die so
-allgemein und so zu allen Zeiten die heiße Neugierde des Menschen,
-gereizt haben muß, als eben diese. Denn so abentheuerlich es auch sonst
-scheint, die Betrachtungen und Reflexionen des ersten Menschenpaars
-bestimmen zu wollen, so natürlich bleibt doch die Voraussetzung,
-daß dieses uns allen eben durch die Befolgung jenes süßesten
-unwiderstehlichsten Triebes so wichtig gewordne Paar sehr bald erst zum
-Staunen und dann zum Nachsinnen gekommen seyn mag, wie es allgemach
-bemerkte, was dieselbe für eine große Wirkung -- eine gleichsam
-wiederholte Schöpfung -- nach sich ziehe. So geläufig ihm aber gar bald
-diese Erfahrung werden mußte, so sehr demüthigt es das menschliche
-Wissen, daß die Urenkel jenes Paars nach so langen Jahrtausenden
-über die _Erklärung_ dieser Erfahrung noch so weniges befriedigendes
-Licht haben verbreiten können, ungeachtet dieselbe in der Folge gar
-bald der allgemeinste Gegenstand für Untersuchung der nachdenkenden
-Köpfe geworden zu seyn scheint. Wenigstens betrifft das was noch
-von Bruchstücken physiologischer Lehren und Meinungen der ältesten
-Weltweisen und Aerzte[1] bey spätern Schriftstellern aufbewahrt
-worden, großentheils Untersuchungen über das Geheimnis der Zeugung:
-und seitdem vollends ist in der Litterargeschichte der Philosophie und
-Arzneywissenschaft keine Periode, worin sich nicht immer andre Männer
-auf die weitere Verfolgung derselben eingelassen haben sollten.
-
-Selbst in den düstern Jahrhunderten des mittlern Zeitalters, wo sonst
-aller übrige Forschungsgeist im tiefen Schlummer der Mönchsbarbarey
-versenkt lag, wachte doch immer die rege Neugierde über diesen
-Gegenstand, so daß uns von den geistlichen Herren jener Zeit noch
-manche sehr fleischlich abgefaßte Bücher übrig sind[2], die zum Beweise
-dienen, wie sehr sie sich auch die Theorie desselben haben angelegen
-seyn lassen.
-
-Kein Wunder also, daß sich auch die Generations-Systeme, die Versuche
-das große Problem zu lösen, nach und nach fast ins Unendliche
-mehrten, und kein Zugang unbetreten blieb, wenn man nur irgend wähnen
-konnte, daß er zu einem Aufschluß hierüber führen werde, so daß dann
-freylich auch der offenbarsten Irrwege in keinem andern Felde der
-Naturwissenschaft so viele geworden sind, als eben hier.
-
-Schon ~Boerhaave’s~ Lehrer, ~Drelincourt~, hat allein
-262 grundlose Hypothesen über das Zeugungsgeschäfte aus den Schriften
-seiner Vorgänger zusammen gestellt, -- und nichts ist gewisser, als daß
-sein eignes System die 263^{te} ausmacht.
-
-Inzwischen lassen sich doch diese unzählig-scheinenden Pfade die
-man sich zu bahnen versucht hat, um zur Lösung dieses größten aller
-physiologischen Räthsel zu gelangen, am Ende alle auf zwey Hauptwege
-hinausführen, die neuerlich unter den Namen der Evolution und der
-Epigenese allgemein bekannt worden.
-
-Entweder nemlich man nimmt an, daß der reife, übrigens aber rohe
-ungeformte Zeugungsstoff der Eltern, wenn er zu seiner Zeit und unter
-den erforderlichen Umständen an den Ort seiner Bestimmung gelangt,
-dann zum neuen Geschöpfe allmälig ausgebildet werde. Dieß lehrt die
-Epigenese.
-
-Oder aber man verwirft alle Zeugung in der Welt, und glaubt dagegen,
-daß zu allen Menschen und Thieren und Pflanzen, die je gelebt haben
-und noch leben werden, _die Keime_ gleich bey der ersten Schöpfung
-erschaffen worden, so daß sich nun eine Generation nach der andern blos
-zu _entwickeln_ braucht. Deshalb heißt dieß die Lehre der Evolution.
-
-Allein die Art und Weise dieser Evolution selbst, hat man wieder durch
-sehr verschiedne Theorien zu erklären versucht.
-
-~Heraclit~ nemlich (mit dem Zunamen, _der Düstere_) und ~Hippocrates~
-oder wer sonst der Verfasser der unter des letztern Werken befindlichen
-Bücher von der Lebensordnung seyn mag, meinten, so wie manche
-ihrer neuern Nachfolger, diese Keime seyen auf und in der ganzen
-Erde verbreitet, wo sie so lange umherschwärmten, bis jeder die
-Zeugungstheile eines seiner schon entwickelten Brüder von seiner Art
-anträfe, in ihnen gleichsam Wurzel schlagen, seine bisherige Hülle
-abwerfen, und nun selbst zur Entwickelung gelangen könne.
-
-Diese Theorie hat aber außer dem (hier freylich am wenigsten
-blendenden) Ansehen des ~Hippocrates~ so schlechterdings nichts
-vor sich, sondern ist so ganz blos aus den abentheuerlichsten
-willkührlichsten Voraussetzungen aufgebaut, daß man nicht absieht,
-was für irgend eine Hypothese man sich als unwahrscheinlich versagen
-dürfte, wenn man sich eine solche, wie diese sogenannte _Panspermie_,
-erlauben wollte. -- Auch entschuldigt unser sel. ~Gesner~ den Aufwand
-von Gelehrsamkeit, womit er diesen Roman beym ~Hippocrates~ commentirt
-hat, blos mit dem Bonmot der Königin ~Christina~: daß die Grillen der
-Alten immer doch eben soviel werth seyen, als die Grillen der Neuern.
-
-Mehr Beyfall haben zwey andere Evolutionstheorien erhalten, nach
-welchen beiden die Keime nicht umherschwärmen, sondern fein ruhig in
-einander geschachtelt und bey der ersten Schöpfung gleich in die
-ersten Stammeltern gelegt seyn sollten, so daß nun eine Generation
-derselben nach der andern durch die Paarung oder Befruchtung zur
-Entwickelung gelange. Der Unterschied zwischen beiden Theorien war blos
-der, daß diese Keime nach der einen beym Vater, nach der andern aber
-bey der Mutter liegen sollten.
-
-Wie nemlich im vorigen Jahrhundert die Vergrößerungsgläser
-erfunden waren, und sich hiedurch Aussichten in eine neue Welt von
-microscopischen Geschöpfen öffneten, so war bey der Neuheit dieser
-Erfindung und der Leichtigkeit ihres Gebrauchs nichts natürlicher als
-daß man nun aufs gerathewohl tausenderley Objecte unters Microscop
-brachte, das so sehr mannichfaltige große Ueberraschungen gewährte.
-So besah auch unter andern ein junger Danziger ~Ludw. von Hammen~,
-der damals in Leiden Medicin studirte im Aug. 1677 einen Tropfen
-männlichen Saamen von einem Hahn, den er eben geöffnet hatte, unter
-seinem Glas, und erstaunte diesen Tropfen als einen Ocean zu erblicken,
-der von unzähligen flinken, raschen kleinen Thierchen belebt war.
-Diese unerwartete Erfahrung bestätigte sich im reifen Saamen anderer
-männlichen Thiere, und nun glaubte man in diesen Saamenwürmchen die
-Keime zu künftigen vollkommnen Geschöpfen und mit ihnen folglich auch
-den Schlüssel zum Geheimnis der Zeugung gefunden zu haben. Nun begreife
-ich zwar nicht wie Naturforscher und Physiologen von Profession den
-Saamenthierchen die willkührliche Bewegung und überhaupt die Animalität
-haben absprechen können: aber noch weit unbegreiflicher ist es, wie
-andre Männer diese in einem stagnirenden thierischen Safte, (so wie
-ähnliche Infusionsthierchen in andern Säften) zu erwartenden Würmchen
-zu beseelten Keimen künftiger Menschen und Thiere haben hinaufwürdigen
-und erheben dürfen.
-
-Ohne die längst bekannten, aber nie nur leidlich gehobnen Zweifel
-zu wiederholen, die sich gegen eine so seltsame Behauptung empören,
-so begnüge ich mich hier nur einige wenige Bedenklichkeiten
-hinzuzusetzen, die doch auch ungelehrten Lesern diese vorgegebne Würde
-der Saamenthierchen sehr verdächtig machen müssen. So z. B. daß die
-Würmchen im Saamen der nächstverwandten Thiere in ihrer Bildung so
-gänzlich von einander verschieden, und andre, von den unähnlichsten
-Thieren einander so auffallend ähnlich sind! Es kan kaum eine
-größere Unähnlichkeit geben, als die zwischen den Saamenthierchen
-des Frosches beym Hrn. ~von Gleichen~ und denen vom Wassermolch
-bey Hrn. ~Spallanzani~. Hingegen kan die Aehnlichkeit zwischen
-zwey Wassertropfen nicht täuschender seyn, als die zwischen den
-Saamenthierchen des Menschen und des Esels in den Kupfern des erstern
-von jenen beiden Beobachtern.
-
-Eben dieser neuerliche, und hoffentlich letzte Verfechter jener Würde
-der Saamenthierchen, hat beym Frosche gar zweyerley Arten dieser
-Würmchen zugleich im gleichen Tropfen gesehen -- und doch sind wiederum
-beide von derjenigen Gattung die ~Rösel~ im Froschsaamen gesehen,
-gleich weit verschieden! und jene haben sich noch dazu in den Nieren
-so gut, wie in den Saamenbläsgen gefunden etc.
-
-Lauter Erscheinungen, die die zufällige Unbestimtheit dieser fremden
-_Gäste_ des männlichen Saamens so sehr erweisen, und die ihnen
-aufgedrungene Würde so ganz vernichten, daß man wenigstens eben
-so leicht hoffen darf mit dem sittsamen ~Paracelsus~[3] und dem
-Mahler ~Gautier~[4] aus bloßem männlichen Saamen einen vollkommnen
-menschlichen Embryo hervorzubringen, als ihn mit dem berühmten
-Academisten ~Hartzoeker~[5] in jedem menschlichen Saamenthierchen
-völlig schon so wie nachher im Mutterleibe krumm zusammen gebogen
-sitzen zu sehen.
-
-Schon vor Entdeckung der Saamenthierchen hatte ein sonst wenig
-bekannter Mann ~Joseph de Aromatariis~ einen dritten Weg eingeschlagen,
-das Zeugungsgeschäfte durch Evolution zu erklären, denjenigen nemlich,
-der auf die vorgeblichen im mütterlichen Eyerstock längst vor der
-Empfängnis zur Entwickelung vorräthig liegenden präformirten Keime
-hinausläuft. Auch ~Swammerdam~ hat ihn betreten, doch blieb er im
-ganzen, vollends seit nun die Saamenwürmchen das große Aufsehn machten,
-wenig besucht, bis er mit einem Male in neuern Zeiten durch die
-Bemühungen der großen Männer ~Haller~ und ~Bonnet~ am gangbarsten von
-allen gemacht ward.
-
-Nach _dieser_ Evolutionstheorie haben wir, so wie das ganze
-Menschengeschlecht in den beiden Eyerstöcken unserer ersten
-Stamm-Mutter in einander geschachtelt und wie im tiefsten Todesschlaf
-versenkt beysammen gelegen. Zwar sehr im Kleinen, als Keime, aber,
-versteht sich, als präformirte, völlig ausgebildete Miniaturen. Denn,
-sagt Hr. ~v. Haller~, „_alle Eingeweide und die Knochen selbst waren
-schon vorhero gebaut gegenwärtig, obgleich in einem fast flüssigen
-Zustande_.“ Was man Empfängnis nennt, ist nichts als das Erwachen des
-schlaftrunknen Keims durch den Reiz des auf ihn wirkenden männlichen
-Saamens, der sein Herzchen zum ersten Schlage antreibt u. s. w. Auch
-hat uns daher vor Kurzem einer der neuesten Verfechter dieser Theorie,
-ein berühmter Genfer Naturforscher, mit nichts geringerm, als einem
-Entwurf der Geschichte der organisirten Körper _vor ihrer Befruchtung_,
-beschenkt, und uns darin belehrt, daß wir 1) alle weit älter sind als
-wir geglaubt hatten; daß 2) alle Menschen in der Welt von gleichem
-Alter sind, der Großvater nicht um einen Tag älter als sein neugeborner
-Enkel etc. und daß sich 3) dieses ehrwürdige Alter aller Menschen, die
-gegenwärtig auf dem Erdenrund leben, nahe gegen 6000 Jahre erstreckt.
--- Auch tritt er ganz der Meinung bey, die schon ~Bazin~ behauptet,
-daß wir seit der lieben langen Zeit da wir mit Cain und Abel und den
-200,000 Millionen übrigen Menschen zusammen steckten, die der gemeinen
-Rechnung nach, seitdem vor uns dahin gegangen sind _quo pius Aeneas
-quo Tullus diues et Ancus_, kurz seit der ersten Schöpfung, zwar
-_incognito_ und schlaftrunken, aber doch nicht ganz ohne Bewegung brach
-gelegen haben, und daß wir während der 57 Jahrhunderte eh uns die Reihe
-traf, daß wir durch den oberwähnten Reiz entwickelt wurden, doch immer
-nach und nach sachte gewachsen sind: wir konnten uns nemlich bey Cains
-Schwester schon ein bißgen mehr ausdehnen, als bey ihrer Mutter, wo
-sie selbst nebst ihren Geschwistern noch bey uns lag und uns den Raum
-beengte; und so kriegten wir mit jeder neuen Entwickelung eines unsrer
-Vorfahren ein geräumiger Logis, und das that uns wohl, da streckten wir
-uns immer mehr und mehr, bis endlich die Reihe der Entwickelung auch an
-uns kam!
-
-So abentheuerlich romanhaft diese letztern Behauptungen scheinen
-mögen, so fließen sie doch im Grunde ziemlich natürlich aus den
-Grundsätzen jener Theorie. Für diese Grundsätze selbst aber führten
-die Verfechter derselben, Hr. ~von Haller~, Hr. ~Spallanzani~ etc.
-Erfahrungen und Beobachtungen an, die wir im nächsten Abschnitt näher
-beleuchten werden, die aber auf den ersten Blick so einleuchtend und
-entscheidend scheinen, daß sich der allgemeine Beyfall doch ganz wohl
-begreifen läßt, womit, zumal in den letztern 30 Jahren, die Präexistenz
-der präformirten Keime im weiblichen Eye lange vor ihrer Befruchtung
-und Entwickelung, aufgenommen wurde. Auch ich habe ihr vorhin
-beygepflichtet, habe sie gelehrt und in mehreren Schriften vertheidigt,
-so daß in so fern hier diese Blätter das Geständnis eigner Irthümer
-enthalten, denen ich nichts mehr wünsche, als was Hr. ~de Luc~ irgendwo
-sagt: „ein verbesserter Irthum wird oft zu einer ungleich wichtigern
-Wahrheit, als manche positive Wahrheiten, die unmittelbar als solche
-anerkannt worden.“
-
-Der unerwartete Erfolg eines kleinen Versuchs den ich doch recht in der
-Absicht angestellt hatte, um die Richtigkeit jener Evolutionstheorie
-und den Ungrund der allmäligen Bildung zu erweisen, brachte mich erst
-zum Scheideweg zurück und öffnete mir bald eine neue der vorigen sehr
-entgegengesetzte Bahn. Wer so wieder die Natur kämpft, dem geht’s doch
-leicht bey einem unversehenen Blick in ihre enthülltern Reize, wie
-dort dem Menelaus, da er ausgegangen war sein Schwerd gegen Helena zu
-zucken: kaum sah sein Auge den Busen den er durchbohren wollte, so
-sank sein gewaffneter Arm, und es war nun nicht um sie, sondern um ihn
-geschehen[6].
-
-Der Anlaß zu jenem Versuch war der: Ich fand, da ich einige Ferientage
-auf dem Lande zubrachte, in einem Mühlbache eine Art grüner Armpolypen,
-die sich durch einen langgestreckten spindelförmigen Körper, und kurze
-meist steife Arme von der gemeinen grünen Gattung auszeichneten, und
-mit deren Wundern ich meiner Gesellschaft einen Theil ihrer Zeit
-vertreiben sollte. Theils das warme trockne Sommerwetter, noch mehr
-aber die dauerhafte Constitution dieser Polypen begünstigte die
-bekannten Reproductionsversuche die wir damit anstellten so, daß die
-Wiederersetzung gleichsam zusehends von statten zu gehen schien. Schon
-den zweyten, dritten Tag waren den verstümmelten Thieren wieder Arme,
-Schwänze u. s. w. angewachsen; nur bemerkten wir immer sehr deutlich,
-daß die neuergänzten Polypen bey allem reichlichen Futter, doch weit
-_kleiner_ als vorher waren: und ein verstümmelter Rumpf, so wie er die
-verlornen Theile wieder hervortrieb, auch im gleichen Maaße, recht
-sichtlich einzukriechen, und kürzer und dünner zu werden schien
-u. s. w.[7]
-
-Einige Zeit nachdem ich wieder zur Stadt gekommen war, mußte ich einen
-Menschen besuchen, der schon lange am Winddorn krank gelegen hatte.
-Der Schade war über dem Knie, und offen, und auch die weichen Theile
-zu einer tiefen Grube ausgeeitert. Es besserte sich nachher, aber so
-wie die Lücke im Fleisch nach und nach wieder mit plastischer Lymphe
-zur Narbe angefüllt wurde, so senkte sich auch[8] das benachbarte
-gesunde Fleisch im gleichen Grade allgemach nieder, schien gleichsam
-zu schwinden, so daß endlich die Narbe in der Grube und das Fleisch
-am Rande derselben wieder fast gleich standen, und jene nur noch eine
-breite aber ziemlich flache Delle machten. Also _mutatis mutandis_ der
-gleiche Fall, wie bey meinen grünen Armpolypen aus dem Mühlgraben.
-
-Ich habe seit der Zeit einen großen Theil meiner Muße auf die weitere
-Prüfung und Untersuchung dieser damaligen Erfahrungen verwandt, und
-alles was ich darin durch Beobachten und Nachdenken gelernt habe, führt
-mich am Ende zu der Ueberzeugung:
-
- _Daß keine präformirten Keime präexistiren: sondern daß in dem
- vorher rohen ungebildeten Zeugungsstoff der organisirten Körper
- nachdem er zu seiner Reife und an den Ort seiner Bestimmung gelangt
- ist, ein besonderer, dann lebenslang thätiger Trieb rege wird, ihre
- bestimmte Gestalt anfangs anzunehmen, dann lebenslang zu erhalten,
- und wenn sie ja etwa verstümmelt worden, wo möglich wieder
- herzustellen._
-
- _Ein Trieb, der folglich zu den Lebenskräften gehört, der aber
- eben so deutlich von den übrigen Arten der Lebenskraft der
- organisirten Körper (der Contractilität, Irritabilität, Sensilität
- etc.) als von den allgemeinen physischen Kräften der Körper
- überhaupt, verschieden ist; der die erste wichtigste Kraft zu aller
- Zeugung, Ernährung, und Reproduction zu seyn scheint, und den man
- um ihn von andern Lebenskräften zu unterscheiden, mit dem Namen
- des_ Bildungstriebes (nisus formatiuus) _bezeichnen kan._
-
-Hoffentlich ist für die mehresten Leser die Erinnerung sehr
-überflüssig, daß _das Wort_ Bildungstrieb, so gut, wie _die Worte_
-Attraction[9], Schwere etc. zu nichts mehr und nichts weniger dienen
-soll, als eine Kraft zu bezeichnen, deren constante Wirkung aus der
-Erfahrung anerkannt worden, deren _Ursache_ aber so gut wie die Ursache
-der genannten, noch so allgemein anerkannten Naturkräfte, für uns
-_qualitas occulta_ ist. Es gilt von allen diesen Kräften was ~Ovid~
-sagt: -- _causa latet, vis est notissima_. Das Verdienst beym Studium
-dieser Kräfte ist nur das, ihre Wirkungen näher zu bestimmen und auf
-allgemeinere Gesetze zurück zu bringen.
-
-~d’Alembert’s~ Nachfolger, der Hr. ~M. de Condorcet~ sagt in seiner
-Lobrede auf unsern ~Haller~ bey Gelegenheit der Irritabilität: „Man
-fing wie gewöhnlich damit an, daß man die Wahrheit der Sache läugnete;
--- und da das endlich doch nicht länger mit Ehren sich thun lies, so
-endigte man damit, daß man nun sagte, das sey ja was altes längst
-bekanntes!“
-
-Da man nun neuerlich schon scharfsichtig genug worden ist, eben
-die thierische Reizbarkeit schon im ~Homer~, und den Harveyischen
-Blutumlauf im Prediger ~Salomo~ beschrieben zu finden, so müßte es
-vollends nicht gut seyn, wenn sich nicht auch zur Noth der ganze
-_nisus formativus_ aus allen den Werken über die Erzeugung, die seit
-2000 Jahren geschrieben und nun zusammen zu keiner kleinen Bibliothek
-angeschwollen sind, sollte herausdeuten lassen. Zumal da die _vis
-plastica_ der Alten (besonders der peripatetischen Schule) bey der
-Aehnlichkeit des Namens mit _nisus formativus_ zu einem solchen _qui
-pro quo_ verleiten könnte.
-
-Es soll mich aber freuen, wenn man mir einen einzigen dieser Alten
-aufstellt, der von seiner plastischen Kraft auch nur einigermaßen
-die bestimmten und den Phänomenen des Zeugungsgeschäftes so genau
-entsprechenden Begriffe gäbe[10], wie ich sie in diesen Blättern,
-(besonders im dritten Abschnitt) vom Bildungstriebe zu geben versucht
-habe.
-
-Ein sehr scharfsichtiger Physiologe Hr. ~C. F. Wolff~ in Petersburg hat
-eine andre Kraft fürs Wachsthum der Thiere und Pflanzen angenommen,
-die er _vis essentialis_ nennt: und die ebenfalls, wenn man sie blos
-vom Hörensagen kennt, auf den ersten Blick mit dem _nisus formativus_
-vermengt werden könnte.
-
-Die gänzliche Verschiedenheit zwischen beiden muß aber einem jeden
-einleuchten, sobald er sich die Mühe nimmt, den wahren Begriff den Hr.
-~Wolff~ selbst von seiner _vis essentialis_ angiebt in seiner _theoria
-generationis_ nachzulesen[11].
-
-Ihm ist seine _vis essentialis_ blos diejenige Kraft, wodurch der
-Nahrungsstoff in die Pflanze oder in das junge Thier getrieben wird.
-Dieß ist folglich zwar ein Requisit _zum_ Bildungstrieb -- aber bey
-weitem nicht der Bildungstrieb selbst. Denn jene _vis essentialis_
-wodurch die Nahrungssäfte in die Pflanze gebracht werden, zeigt
-sich auch bey den unförmlichsten, widernatürlichsten, wuchernden
-Auswüchsen der Gewächse, (an Baumstämmen etc.) wo gar kein bestimmter
-Bildungstrieb statt hat. Eben so bey Mondkälbern etc.
-
-Umgekehrt kan die _vis essentialis_ bey schlecht ernährten organischen
-Körpern sehr schwach seyn, dem eigentlichen Bildungstriebe übrigens
-unbeschadet u. s. w.
-
- * * * * *
-
-So leid es mir thut, so bringt es doch die Natur der Sache einmal
-nicht anders mit sich, als daß ich den Gründen und Erfahrungen für den
-Bildungstrieb eine Wiederlegung der theils so blendenden Argumente
-vorausschicken muß[12], deren sich zumal Hr. ~von Haller~ zu
-Gunsten der Entwickelung aus dem weiblichen Eye bedient hat. Was mir
-indeß diese Abweichung von dem Manne, dessen Schriften und dessen
-Briefwechsel ich so unendlich viel verdanke, erleichtern kan, ist
-theils die Gewißheit, daß selbst ein großer Theil des etwanigen Guten,
-welches irgend in diesen Blättern enthalten seyn mag, doch in so fern
-ihm zu verdanken ist, als es durch Prüfung und weitern Verfolg seiner
-Untersuchungen veranlaßt wurde, und theils die Ungewißheit, ob er
-nicht selbst wohl schon auf andre Spuren gekommen, und in dem noch
-nicht bekannt gemachten Theil seines letzten großen Werks[13] von
-seiner vorigen Meinung wieder abgegangen seyn mag. Auf keinen Fall
-wird aber ~Haller’s~ Ruhm das mindeste von seinem verdienten
-Glanze verlieren, wenn Er auch dennoch die eingewickelten Keime ferner
-behauptet, und sich der allmäligen Bildung noch weiter wiedersetzt
-haben sollte; so wenig als es ~Harvey’s~ und ~Newton’s~
-ewigen Nachruhm schwächen darf, daß Jener das Daseyn der Milchgefäße
-im thierischen Körper, und Dieser die Möglichkeit der farbenlosen
-Fernröhren geläugnet hat!
-
-
- [1] Wie z. B. des ~Orpheus~, des ~Pythagoras~, ~Anaxagoras~ etc.
-
- [2] Z. B. von Pabst ~Johann XX.~, von Bischof ~Albert~ dem Großen
- oder was sonst für ein ehrwürdiger Geistlicher der Verf. des
- schmuzigen Büchleins von den Geheimnissen der Weiber ist. So
- ~Mich. Scotus~ und viele a. m.
-
- [3] _Von Natur der Dinge an Johansen Winkelsteiner von Fryburg im
- Uchtland._ im VIten B. der Huserschen Ausg. seiner sämtlichen
- Werke. S. 263. u. f.
-
- Ein ähnliches Product beschreibt ~Amat. Lusitanus~ _curation.
- medicinal._ Cent. VI. curat. 53. schol. p. 612. „_Certo scimus
- chimico artificio puerum conflatum esse, et omnia sua membra
- perfecta contraxisse, ac motum habuisse: qui cum a vase, vbi
- continebatur, esset extractus, moueri desiit. Nouit haec
- accuratius_ ~Julius Camillus~, _vir singularis doctrinae
- et rerum occultarum et variarum hac nostra aetate magnus
- scrutator, et Hetrusca sua lingua scriptor diligentissimus et
- accuratissimus._“
-
- [4] Man sehe seine _Génération de l’homme et des animaux._ Par. 1750.
- 12. wie auch die _Observ. sur l’hist. nat._ I Th. und seinen
- freylich etwas misgestalteten Fötus selbst mit lebendigen Farben
- vorgestellt. Taf. A. fig. 3.
-
- [5] _Essay de Dioptrique._ Par. 1694. 4. S. 230. wo der
- scharfsichtige Mann eine genaue Abbildung des in die Hülle
- eines Saamenthierchens eingewickelten und auf seine Befreyung
- harrenden Kindchens gibt.
-
- [6] ~Galenus~ von den Lehrsätzen des Hippocrates und Plato: im Vten
- Band der +Chartier+. Ausg. S. 147.
-
- [7] Es ist zwar ganz wohl begreiflich, wie ein solcher kleiner
- Umstand von manchen Beobachtern entweder in der Erwartung
- größerer Merkwürdigkeiten ganz übersehen, oder aber nicht
- anmerkenswerth gefunden wurde. Doch scheint der sorgfältige
- ~Rösel~ darauf geachtet zu haben. _Hist. der Polypen._ im III B.
- der _Insectenbelustig._ S. 490.
-
- [8] Eine gleichfalls schon anderwärts bemerkte Erscheinung. Man sehe
- die Abh. der Hrn. ~Fabre~ und ~Louis~, _des playes avec perte de
- substance_ in den _Mém. de l’ac. de Chirurgie. vol IV._ S. 64.
- u. 106.
-
- [9] So sagt z. B. ~Newton~ in den Quästionen an der 2ten Ausg.
- seiner Optik, S. 380. der +Clarkischen+ Uebers. „_Hanc vocem_
- attractionis _ita hic accipi velim, vt in vniuersum solummodo_
- vim aliquam _significare intelligatur, qua corpora ad se mutuo
- tendant; cuicunque demum_ causae _attribuenda sit illa vis._“
-
- [10] Noch am bestimmtesten druckt sich doch ~F. Bonamico~ der
- bekannte Aristoteliker darüber aus, _de formatione foetus_
- p. 528. „_Spiritus in aërea seminis substantia comprehensus,
- aspersus autem a calore caelesti, et vi a patre accepta, et ea
- quam a coelo participat, in vterum foeminae coniectus, concoquit
- materias a foemina infusas et pro ratione ipsarum variis modis
- afficiens efficit instrumenta. Dum vero ea fabricat appellatur
- Facultas_ διαπλαστικη seu δημιουργικη. _Sed vbi exstructa
- fuerint instrumenta, vt iis vti queat, quae prius erat vis
- formatrix, illis vtens degenerat in animam._“
-
- [11] So z. B. S. 12. „_Vis vegetabilium essentialis ea est vis, qua
- humores ex circumiacente terra, vel aliis corporibus
- colliguntur, subire radicem coguntur, per omnem plantam
- distribuuntur, partim ad diversa loca deponuntur, partim foras
- expelluntur._“
-
- S. 13. „_Quaecunque vero sit haec vis, sive attractrix, sive
- propulsiva, sive aëri expanso debita, sive composita ex omnibus
- hisce et pluribus; modo praestet enarratos effectus, et ponatur,
- posita planta et humoribus nutritiis applicatis, id quod
- experientia confirmatum est: sufficiet ea praesenti scopo et
- vocabitur a me vis vegetabilium essentialis_“
-
- und in Anwendung auf die Erzeugung der Thiere S. 73. „_Embryonem
- hoc tempore (ovo sc. 36 horas incubato) ex substantia ovi
- nutriri demonstrant illius volumen auctum, perfectiones
- acquisitae, absentia cuiuscunque alius materiae, consumtio
- albuminis et vitelli succedens, experimenta inferius recensenda;
- consequenter: transire particulas nutrientes ex ovo ad
- embryonem: et existere vim, qua id perficitur, quae non est
- systaltica cordis et arteriarum, neque hinc facta pressio
- in venas vicinas, neque harum compressio a motu musculorum,
- dirigentem absque canalibus, viam determinantibus, adeoque
- analogam illi (§. 1.) quam aeque vocabo_ essentialem.“
-
- [12] Doch übergehe ich dabey alle diejenigen, zum Theil ausnehmend
- scharfsinnigen Gegengründe, die schon in einer kürzlich unter
- folgendem Titel erschienenen, überaus witzigen und angenehmen
- Schrift der Evolution entgegen gestellt sind: _Zweifel gegen die
- Entwickelungstheorie. Ein Brief an Hrn._ ~Senebier~ _von_ L..
- P.. (~Patrin~). _Aus der französischen Handschrift übersetzt
- von_ ~G. Forster~, _Göttingen_, 1788. 8.
-
- [13] Er schrieb mir selbst d. 28. Aug. 1776. „Ich danke der
- Vorsehung, die mir so viele Lebenszeit gegeben hat, daß ich eine
- neue Auflage der Physiologie habe ausarbeiten können, ohne die
- ich der Welt viele Fehler würde zu wiederlegen gelassen haben.“
-
-
-
-
-Zweyter Abschnitt.
-
- _Prüfung der Haupt-Gründe für die vorgegebne Präexistenz des
- präformirten Keims im weiblichen Eye, und Gegengründe zu ihrer
- Wiederlegung._
-
-
-Am 13^{ten} May 1758. ward in der Versammlung der königlichen Societät
-der Wissenschaften zu Göttingen die berühmte Abhandlung des Hrn. ~von
-Haller~ ihres damaligen Präsidenten über die Bildung des Herzens im
-bebrüteten Küchelgen abgelesen, worin man nachher das _argumentum
-crucis_ zu Gunsten der präformirten Keime zu finden geglaubt hat. Ihr
-Verfasser sagt nemlich, er habe gefunden, daß die Haut des Dotters im
-bebrüteten Ey mit den Häuten des daran hängenden Küchelgens, und die
-Blutgefäße des letztern eben so mit den Adern der sogenannten _figura
-venosa_ des Dotters continuirten. Nun aber habe der Dotter mit seiner
-Haut schon im Eyerstock der unbefruchteten Henne präexistirt, folglich
-nach aller Wahrscheinlichkeit auch zugleich mit derselben, obgleich
-unsichtbar das damit continuirende Küchelgen. -- Doch druckte sich der
-vorsichtige Mann anfangs immer noch behutsam und gleichsam schwankend
-über diese Schlußfolge aus[14].
-
-Hr. ~Bonnet~ hingegen, der bald nachher seine Betrachtungen über die
-organisirten Körper herausgab, und schon vorher für die Entwickelung
-der präformirten Keime eingenommen war, faßte gleich die Hallersche
-Bemerkung, erklärte sie für schlechterdings unwiederredlich, und hielt
-durch sie die Wahrheit jener Hypothese für ganz ausgemacht erwiesen[15].
-
-Und nun erst ließ sich auch Hr. ~von Haller~ immer mehr und mehr von
-der Wichtigkeit dieser seiner Bemerkung einnehmen, so daß er in den
-spätern Schriften kein Bedenken trug, sie für eben so entscheidend
-auszugeben, als sein Freund ~Bonnet~.
-
- * * * * *
-
-Da ich selbst ehedem in Schriften so gut wie hundert andre
-Naturforscher und Physiologen auf diese berühmte Bemerkung als auf
-den Grundpfeiler des Evolutionssystems gefußt habe, so darf ich um
-so weniger Anstand nehmen, nun jetzt meine Verwunderung zu äußern,
-wie in aller Welt wir allesammt einer im gegenwärtigen Falle so
-schlechterdings nichts beweisenden Behauptung ein so vermeintlich
-unwiederredliches Gewicht haben beylegen können!
-
-Denn -- gesetzt auch, daß jene Continuation der Häute und Blutgefäße
-des Dotters mit den Häuten und Blutgefäßen des bebrüteten Küchelgens
-seine Richtigkeit hätte (-- gesetzt nemlich; denn die Sache selbst
-ist, wie die sorgfältigste genaueste Beobachtung gelehrt hat, noch
-ganz und gar zweifelhaft, und, wie jeder zugeben wird, der selbst
-bebrütete Eyer untersucht hat, sehr schwer mit Gewißheit zu behaupten
---): so folgt ja daraus noch bey weiten nicht, daß diese Häute und
-Gefäße, wenn sie auch wirklich nun mit einander _continuirten_, deshalb
-auch von je zusammen _coëxistirt_ haben müßten! Genug Erscheinungen
-an organisirten Körpern zeigen das erstere, ohne daß man sich wird
-beykommen lassen, daraus das zweyte zu folgern. So aus dem Gewächsreich
-gleich ein Beyspiel statt vieler: die sonderbaren Vegetationen die an
-allerhand Pflanzen durch den bloßen Stich der Gallwespen verursacht
-werden, vorzüglich die sogenannten Schlafäpfel oder Bedeguar[16] an den
-wilden Rosenstöcken. Die Rinde des Rosenstocks überzieht auch diese
-ganzen moosartigen aber _zufällig_ entstandnen Gewächse, und wenn man
-frische oder einige Tage lang eingeweichte Schlafäpfel mit dem Aste,
-an welchem sie sitzen, durchschneidet, so zeigt sich der Uebergang der
-holzigen Gefäße des Rosenstocks in den holzigen Kern des Bedeguar aufs
-sichtlichste, und zuweilen mit einer ausnehmenden Sauberkeit. Sollen
-aber darum auch diese so zufälligen Producte einer kleinen Mücke von
-je mit dem Rosenstocke _coëxistirt_, und in allen Aesten und Blättern
-aller Rosenstöcke der Welt auch überall eingewickelte Keime für
-zahllose Schlafäpfel _präexistiert_ haben, die alle aufs Gerathewohl da
-gelegen hätten, bis endlich das tausendmal tausendste von ihnen durch
-den wohlthätigen Stachel eines hinzufliegenden Cynips zur Entwickelung
-angetrieben worden?
-
-Und nun im Thierreich -- Wie oft werden nach den zufälligsten
-Entzündungen von Eingeweiden etc. durch Ergießung plastischer Lymphe
-neu erzeugte Häute und in diesen, oft binnen wenigen Tagen neue
-Blutgefäße gebildet, die beiderseits mit den Häuten und Gefäßen
-der benachbarten Eingeweide _continuiren_, ohne daß man daraus
-ihre beständige _Coëxistenz_ mit denselben zu folgern, sich wird
-einfallen lassen. Und damit man nicht etwa einwende, dieß seyen blos
-widernatürliche Erscheinungen im krankhaften Zustande der Thiere,
-so erinnere man sich der neuerlich so berühmt wordnen, sogenannten
-_Hunterschen_ Haut, die jedesmal nach einer fruchtbaren Empfängnis den
-künftigen Aufenthalt der nun zu erzeugenden Leibesfrucht und ihrer
-Hüllen vom neuen auskleidet, und deren Blutgefäße, zumal da wo die
-Adern der Nabelschnur in ihr Wurzel schlagen sollen, aufs sichtlichste
-mit den Blutgefäßen der Mutter selbst continuiren.
-
-In allen diesen angeführten Fällen wuchert gleichsam die neu erzeugte
-Haut und ihre Gefäße aus den benachbarten Eingeweiden heraus, und so
-würden in der Anwendung aufs bebrütete Hühngen auch seine Gefäße und
-Häute erst aus des Dotters seinen ausgetrieben werden können.
-
-Allein es läßt sich auch noch ein zweyter Fall gedenken, den auch schon
-ein scharfsichtiger Naturforscher, Hr. ~Paul~[17] der Hallerschen
-Demonstration entgegengesetzt hat. Gesetzt, daß jene Dotterhaut mit
-ihren unsichtbaren Gefäßen schon im Eyerstock der Henne präexistirt
-habe, so kan ja demohngeachtet das Küchelgen erst während des Bebrütens
-erzeugt, und nur die Blutgefäße desselben in die Adern jener Haut
-_eingepropft_, und so beide mit einander verbunden worden seyn.
-
-Hr. ~von Haller~ hat diesen Einwurf laut und geradezu verworfen, und
-es für schlechterdings _unmöglich_ erklärt, daß die unendlich zarten
-Adern des dann noch microscopisch kleinen Küchelgens in die großen
-Gefäße des riesenmäßigen Dotters eingepfropft werden könnten[18].
-
-Nun und eben dieser unendlich verdienstvolle Mann, der diese
-Einpfropfung beym Küchelgen unmöglich nennt, der ergreift hingegen im
-nemlichen Werke[19], da wo er von der menschlichen Befruchtung handelt,
-eine völlig gleiche Einpfropfung der Blutgefäße ohne alles Bedenken! Er
-nimmt nemlich an, der unendlich kleine menschliche Keim der nun aus
-dem Eyerstocke in die Mutterhöhle angelangt sey, der solle nun mittelst
-seines Mutterkuchen an derselben befestigt werden. Und wie das? Nicht
-anders als durch Einpfropfung seiner microscopischen Nabelgefäßgen in
-die riesenmäßigen Blutgefäße der Gebärmutter. --
-
- * * * * *
-
-Die neuern Verfechter der Evolution machten, wie wir gesehen haben, den
-Eydotter zur Stütze ihrer Hypothese.
-
-Weit früher schon hat man sich des _Froschlaichs_ zu gleichem Zweck
-bedienen wollen.
-
-~Swammerdam~ nemlich verkündigte vor mehr als hundert Jahren die
-wunderbare Entdeckung, daß der schwarze Punkt im Froschlaich das in
-allen seinen Theilen vollkommen ausgebildete Fröschgen sey, das auch
-schon im Eyerstock obschon fast unsichtbar präformirt gelegen habe
-u. s. w.[20]
-
-Dem guten Mann scheint geahndet zu haben welch ein mißliches,
-vergängliches Ding es mit aller zeitlichen eitlen Ehre solcher
-Entdeckungen sey, und bekanntlich suchte er dafür bald hernach ein
-solideres Glück der Mystik im Schooße bey Mamsell ~Bourignon~. Denn
-wirklich hat nun jetzt die undankbare heutige Welt jene wunderbare
-Entdeckung dem berühmten Hrn. Abt ~Spallanzani~ zugeschrieben, der
-sie freylich in mehrern Schriften, zumal aber im zweyten Band seiner
-Abhandlungen[21] mit vieler Umständlichkeit vorgetragen hat.
-
-Auch er nennt nemlich das schwarze Fleckgen im befruchteten Froschlaich
-geradezu Kaulquappe oder junges Fröschgen[22]. Und da nun dieses
-Fleckgen im unbefruchteten Laich doch schon eben so aussieht, wie im
-befruchteten[23], so ist nach seiner Logik nichts natürlicher, als
-daß dasselbe auch im erstern und schon in Mutterleibe Kaulquappe oder
-junges Fröschgen gewesen ist[24].
-
-Ich weis nicht, was man von einem Chemiker urtheilen würde, dem es
-beliebte, ein Klümpgen Silberamalgama deswegen einen Dianenbaum zu
-nennen, weil doch wenn nun verdünnte Silberauflösung dazu käme, sich
-allerdings so ein Baum daraus bilden würde, und da nun ein solches
-Klümpgen außer der Silbersolution übrigens eben so aussähe, als nachdem
-es so eben unter dieselbe gebracht worden, so müsse folglich auch in
-jenem der _präformirte_ Dianenbaum präexistirt haben u. s. w.
-
-Man muß sich schämen, eine Behauptung noch lange wiederlegen zu wollen,
-von deren absoluten Ungrund sich jedes gesunde, präjudizlose und im
-Beobachten nur nicht ganz ungeübte Auge alle Frühjahr überzeugen kan.
-Wer sich je die kleine Mühe gegeben hat, das Froschlaich genau zu
-untersuchen, der wird gestehen müssen, daß der Einfall, das schwarze
-Fleckgen in demselben zum Kaulquappen zu demonstriren, die glücklichste
-Anwendung von der Logik des Bruder +Peter+ im Mährgen von der Tonne
-sey, der auch seinen Brüdern das hausbackne Brod für einen exquisiten
-Hammelbraten andemonstriren wollte.
-
- * * * * *
-
-Doch die Verfechter der mütterlichen Keime sind weiter gegangen. Sie
-haben sich geradezu auf Fälle berufen, wo sogar _Mädgen_ in aller ihrer
-jungfräulichen Unschuld durch die unzeitige Entwickelung eines solchen
-kleinen Keims guter Hoffnung worden.
-
-Wie doch die Dinge zuweilen sonderbar zusammentreffen müssen. Gerade
-im nemlichen Jahre, da ~Swammerdam~ seine obgedachte Entdeckung im
-Froschlaich kund that, ereignete sich, nach dem in den Tagebüchern der
-kaiserlichen Akademie der Naturforscher von einem berühmten Leibarzt
-seiner Zeit, dem Dr. ~Clauder~ gegebnen Bericht, in Sachsenland ein
-_Casus_, der mit jener Entdeckung wie Schachtel und Deckel zusammen
-paßte. Eine Müllersfrau kommt mit einem Mädgen in die Wochen, das
-einen ungewöhnlich hohen Leib mit zur Welt bringt. Acht Tage hierauf
-wird das kleine dickleibige Mädgen „mit großen Wehtagen und Unruhe
-befallen, sehr weinend und ängstlich, daß alle die Umstehende nicht
-anders vermeint, als es würde im Nu sterben. Immittelst gebieret das
-kranke Kind ordentlicher Weise ein artiges, vollständiges, lebendiges
-Töchterlein, in der Länge des mittlern Fingers, welches auch getauft
-worden. Bey und während der Geburt ist alles an Afterbürde und andrer
-Unreinigkeit abgegangen, beide Kinder aber sind kurz folgende Tage
-hierauf gestorben.“[25]
-
-Der Hr. ~von Haller~ setzt richtig diese Geschichte nebst einer anderen
-aus den Schwedischen Abhandlungen, wo man bey der Section eines Mädgen,
-Knochen, Zähne und Haare in einer Geschwulst des Gekröses gefunden,
-unter die Hauptstützen der Wahrheit der mütterlichen Keime[26].
-
-Aber auch in ~Schmucker’s~ vermischten chirurgischen Schriften
-beschreibt ein ~Anonymus~ die Leichenöffnung eines Mädgen, bey dem man
-_statt der Gebärmutter_ einen runden, harten mit Haaren bewachsenen
-Körper einer starken Wallnuß groß gefunden, der ein misgestaltnes
-Kinderköpfgen vorgestellt. Das Köpfgen habe zwey vollkommne Zähne und
-in seiner Cavität etwas Gehirn-ähnliches gehabt etc.
-
-Da die Verfechter der mütterlichen Keime immer so laut und dringend
-protestiren, daß man doch ihren _Beobachtungen_ nicht bloßes
-Räsonnement entgegen stellen solle, so enthalte ich mich auch hier
-alles Räsonnements, sondern will ihnen blos Zug für Zug, Beobachtung
-gegen Beobachtung vorlegen, nemlich von nicht minder merkwürdigen
-und unterhaltenden und ungefähr eben so glaubwürdigen Fällen, wo
-sich auch _Mannspersonen_ oder andre männliche Thiere in gesegneten
-Leibesumständen befunden haben sollen, und ich hoffe nicht, daß diese
-meine, den _mütterlichen_ Keimen gerade wiedersprechende Autoritäten,
-der Gegenpartie ihren nachstehen dürfen.
-
- * * * * *
-
-Dem Fall z. B. aus den schwedischen Abhandlungen setze ich einem aus
-der Geschichte der königl. Akad. der Wissenschaften zu Paris entgegen,
-da ein _Abbé_ mitten in einem Versuche über das Zeugungsgeschäfte sehr
-zur Unzeit unterbrochen ward, und von Stund an in gewissen Theilen die
-einmal ein andrer _Abbé_ der heil. ~Abaelard~ durch einen ähnlichen
-Anlaß ganz eingebüßt hat, eine harte Geschwulst fühlte. Es kam zur
-Operation, und sein Wundarzt versichert der königlichen Akademie,
-dem Hrn. Patienten ein verhärtetes Kindgen[27] aus besagten Theilen
-geschnitten zu haben.
-
-Die Geschichte von der Müllersfrau in den Tagebüchern der kaiserlichen
-Akad. der Naturforscher, denke ich mit einer andern in den
-_Philosophical Transactions_ aufzuwiegen, da ein männliches Windspiel
-ein lebendiges junges Hündgen _per anum_ von sich gegeben haben soll.
-Statt der Hrn. ~Clauder~ und ~Otto~ die jene Geschichte bezeugen, nenne
-ich zwey Gewährsleute, auf die England stolz seyn muß: Dr. ~Wallis~ und
-~Edm. Halley~.
-
-Endlich dem _anonymus_ bey ~Schmucker~ setze ich einen _anonymus_ beym
-ehrwürdigen ~Fr. Ruysch~ entgegen, der diesem ein ähnliches Product,
-nemlich eine knochichte Schaale wie eine halbe Wallnuß verehrte, die er
-nebst vier vollkommnen Backzähnen und einem Knaul Haare vom Magen einer
-männlichen Leiche losgeschnitten zu haben versicherte.
-
-Das wäre denn also Autorität gegen Autorität. Ich glaube man kan nicht
-gewissenhafter zu Werke gehn, als ich hier zu Werke gegangen bin; und
-in so fern, dächte ich, wären wir wenigstens quitt. Doch riethe ich,
-wenns gefällig wäre, überhaupt beym gegenwärtigen Streite, diese Art
-von Hülfstruppen vor der Hand aus dem Spiele zu lassen; ich stellte die
-meinigen blos darum auf, weil die Gegenpartie mit den ihrigen ins Feld
-zu rücken für gut befunden hatte.
-
- * * * * *
-
-Das ist das Hauptsächlichste, was ich den berühmtesten Beweisen, die
-von den Vertheidigern der präformirten mütterlichen Keime für die
-sinnlichst entscheidenden ausgegeben werden, entgegen zu setzen habe.
-
-Diesen darf ich aber nun noch einige andere aus Erfahrung
-bewiesene Gegengründe beyfügen, die ohnehin wohl den Werth jener
-Einschachtelungshypothese bey unbefangenen und nachdenkenden Lesern zu
-bestimmen, hinreichend seyn dürften.
-
-So z. B. die durchgehends bestätigte Erfahrung, daß sich auch dem
-bewaffnetesten Auge doch nie sogleich -- sondern immer erst eine
-geraume, zum Theil beträchtlich lange Zeit, nach der Befruchtung die
-erste Spur des neuempfangnen Menschen oder Thiers, oder Gewächses
-zeigt. Es lohnt sich nicht der Mühe, jetzt noch die fabelhaften Sagen
-des ~Hippocrates~ und so vieler nachherigen guten Alten zu rügen,
-die in den ersten Tagen nach der Empfängnis schon völlig kenntliche
-ausgebildete menschliche Leibesfrüchte gesehen zu haben meinten. Sie
-werden bey den wenigen Hülfsmitteln und der seltnen Gelegenheit in
-jenen Zeiten um so verzeihlicher, wenn man bedenkt, daß selbst neuere
-Aerzte von ungleich mehr ausgebreiteter Erfahrung in diesem Fache, noch
-ähnliche solche Behauptungen gewagt haben. So hat uns ~Mauriceau~ mit
-Abbildungen von Leibesfrüchten von 3⅓ Tagen, von einem Tag u. s. w.
-beschenkt, und so haben ~Malpighi~ und ~Croune~ schon im unbebrüteten
-Ey einer getretnen Henne, und letztrer sogar in Windeyern von Hünern,
-denen sich noch nie ein Hahn genaht hatte, das Küchelgen und seine
-Theile gesehn zu haben, versichern dürfen.
-
-Kein vorsichtiger und zuverlässiger Beobachter wird aber vor der
-dritten Woche der Schwangerschaft einen ungezweifelt wahren,
-menschlichen Embryo, oder im bebrüteten Hühnerey in den ersten
-zwölf Stunden auch nur eine dunkle, und vor Ende des zweyten Tages,
-eine deutliche Spur des Küchelgens gesehn haben. Vor diesem, einer
-jeden Gattung von Thieren und Gewächsen von der Natur auf längere
-oder kürzere Zeit vorgeschriebenen Termin[28], ist schlechterdings
-ihre neuempfangene Brut nicht zu erkennen: ein Umstand, der bey der
-Vollkommenheit unsrer Vergrößerungsgläser und andrer mechanischen
-Hülfsmittel und Handgriffe der Theorie der präformirten Keime gewiß
-nichts weniger als günstig seyn kan.
-
-Eben so wenig ist abzusehen, wie in aller Welt die Gönner der
-präformirten Keime, die unzähligen Fälle von Entstehung und Ausbildung
-ganz zufälliger Weise neuerzeugter, im natürlichen Bau gar nicht
-existirender organischer Theile mit ihrer Einschachtelungshypothese
-zusammen reimen wollen.
-
-Nur gleich wenige Beyspiele der Art statt vieler.
-
-Eine Frau wird guter Hoffnung, aber ihr Kind ist nicht in dem
-eigentlichen Ort seiner Bestimmung, sondern darneben in einer der
-beiden Fallopischen Röhren empfangen worden, die berstet endlich bey
-zunehmendem Wachsthum des armen verirrten Geschöpfes, und dieses fällt
-nun in die Bauchhöhle der Mutter. Was thut die Natur? Sie ergießt
-eine Menge plastischer Lymphe, die sich zu deutlich organisirten
-Häuten bildet, und den Fötus incrustirt, wie eine Mumie einwickelt und
-dadurch die der Mutter sonst tödliche Fäulung desselben verhütet; so
-daß sie nun noch lange Jahre mit dieser zwar lästigen, aber doch nicht
-gefährlichen Bürde herumgehen kan. Die nachherigen Leichenöffnungen
-aber zeigen offenbar, daß diese durch einen Zufall veranlaßten
-neuerzeugten Membranen mit zahlreichen Blutgefäßen durchwebt sind[29],
-die doch wohl schwerlich im vermeinten Keime schon präexistirt haben
-können?
-
-Ein Mensch bricht beide Röhren im Vorderarm, hält sich bey der Heilung
-nicht ruhig, so daß die Natur den Bruch nicht wie sonst durch eine
-Beinschwiele zusammen leimen kan. Was thut sie dagegen? sie bildet im
-Bruche für beide Röhren zwey neue Gelenke, im ganzen gleichsam einen
-zweyten Ellnbogen, der für sich allein und ohne Hülfe der andern Hand
-volle Beweglichkeit hat.
-
-Ein anderer verrenkt den Schenkelkopf aus dem Hüftknochen und die Natur
-bildet ihm in selbigem eine neue Pfanne[30].
-
-Ein Kind kriegt im Mutterleibe durch den zufälligsten Anlaß, z. B.
-blos durch unmäßige Liebesbezeugungen des Vaters gegen die schwangere
-Mutter, einen Wasserkopf, wodurch die Hirnschaale ungeheur
-wassersüchtig aufgetrieben wird, und mächtige leere Zwischenräume
-zwischen den ausgedehnten flachen Knochen derselben entstehen. Die
-Natur sucht zu helfen, und sprengt einzelne kleine Knochenkernchen
-in diese Zwischenräume, die zu Zwickelbeinchen werden und diese
-gefährlichen Lücken möglichst ausfüllen, die sonst so weit auseinander
-stehenden Knochen miteinander verbinden, und die Hirnschaale schließen
-helfen. Diese Zwickelbeinchen gehören aber nicht zum natürlichen Bau,
-und finden sich daher auch nur sehr selten bey Thieren oder an den
-Schedeln von wilden Völkern; können folglich auch wohl schwerlich im
-Keime präformirt gewesen seyn. Und doch sind es wahre, einzelne,
-abgesonderte Knochen, mit _ächten_ Näthen eingefaßt. Und zwar werden
-sie nicht etwa blos von den benachbarten natürlichen Näthen der flachen
-Knochen umschlossen, sondern oft liegen ihrer so viele dicht neben- und
-untereinander, daß die mittlern darunter ganz offenbar auch ihre eignen
-neuerzeugten Näthe bilden. Wie kunstreich aber ist nicht der Bau einer
-ächten Nath mit ihren doppelten und dreyfachen Reihen von Zäpfgen und
-Grübgen, die so bewundernswürdig in einander greifen.
-
-Die Schlußfolgen aus allen diesen Beyspielen ergeben sich von selbst.
-Können einmal vollkommne besondere Knochen, ganz neue ungewöhnliche
-Gelenke, neue organische Häute mit eben so neuen Blutgefäßen, _da_
-gebildet werden, wo an keinen dazu präformirten Keim zu denken ist,
-wozu brauchts denn überhaupt der ganzen Einschachtelungshypothese?
-
- * * * * *
-
-Allein auch selbst die Erscheinungen bey Zeugung der _Bastarde_
-wiedersprechen allen Begriffen von Präexistenz eines präformirten Keims
-so schlechterdings, daß man kaum absieht, wie bey einer reifen Erwägung
-der erstern, die letztern noch ernstliche Vertheidiger haben finden
-können. Mich dünkt eine einzige Erfahrung wie die, da Hr. ~Kölreuter~
-durch wiederholte Erzeugung fruchtbarer Bastardpflanzen, endlich
-die eine Gattung von Tabak (_+Nicotiana+ rustica_) so vollkommen in
-eine andere (_+Nicotiana+ paniculata_) verwandelt und umgeschaffen,
-daß sie nicht eine Spur von ihrer angestammten mütterlichen Bildung
-übrig behalten hat, müßte doch die eingenommensten Verfechter
-der Evolutionstheorie von ihrem Vorurtheil zurückbringen. Dieser
-vortreffliche Beobachter hatte nemlich durch die künstliche Befruchtung
-der erstern Gattung von Tabak mit dem Blumenstaube von der letztern,
-fruchtbaren Bastard-saamen erhalten, und hatte dann die daraus
-gezognen Pflanzen, (die in ihrer Bildung schon das Mittel zwischen
-ihren beiden Stammeltern hielten), vom neuen und mit gleichen Erfolg
-mit Blumenstaube von der _paniculata_ befruchtet. Da dieß wiederum
-fruchtbaren Saamen, und dieser wiederum Pflanzen gab die von der
-mütterlichen Gestaltung noch mehr abwichen, so hat er mit diesen
-letztern den nemlichen Versuch noch einmal wiederholt, und so endlich
-sechs Pflanzen erhalten, die sämmtlich, ihrer ganzen Bildung nach, mit
-der natürlichen _paniculata_ vollkommen übereinstimmten, ohne sich im
-mindesten weiter von derselben zu unterscheiden, so daß er in seinem
-classischen Werke, der Nachricht von diesen berühmten Versuchen, mit
-ganzem Rechte die Aufschrift giebt: _Gänzlich vollbrachte +Verwandlung+
-einer natürlichen Pflanzengattung in die andere._
-
-Ich weis sehr wohl, daß die Gönner der Evolution sich bey Erklärung
-der Bastarderzeugung damit auszuhelfen suchen, daß sie dem männlichen
-Zeugungsstoffe, außer der reizenden Kraft, womit er den schlafenden
-mütterlichen Keim _erwecken_ soll, in diesem Fall auch noch _bildende_
-Kräfte zugestehen, wodurch dann jene Keime freylich in etwas zur
-väterlichen Gestaltung umgeformt würden etc. Was ist aber in aller
-Welt eine solche Ausflucht anders, als ein stilles Geständnis der
-gebrechlichen Unzulänglichkeit des Keim-systems und der Nothwendigkeit
-zu Rettung desselben immer doch nebenher zu bildenden Kräften
-Zuflucht nehmen zu müssen. Und wenn nun aber diese bildenden Kräfte
-so stark sind, daß sie binnen wenigen Generationen die ganze Form des
-mütterlichen Keims gleichsam vertilgen und in eine andere umschaffen,
-so ist nicht abzusehen, wozu denn also überhaupt der Keim präformirt zu
-seyn brauchte?
-
-
- [14] „_l’evolution commence à me paroitre la plus probable etc._“
-
- [15] Man sehe z. B. die Vorrede zu diesem seinen Werke S. ~IX~ u. f.
- der Ausg. v. 1768. „_Enfin cette découverte importante“ (que le
- Germe appartenoit à la Femelle, qu’il préexistoit ainsi à la
- Fecondation, et que l’Evolution étoit la Loi universelle des
- Etres organisés) „que j’attendois et que j’avois osé prédire,
- me fut annoncée en 1757. par Mr. le Baron_ ~de Haller~, _qui la
- tenoit de la Nature elle-même._“ -- „_La découverte de Mr._ ~de
- Haller~ _prouvoit d’une manière incontestable, que le Poulet
- appartenoit originairement à la Poule, et qu’il préexistoit à la
- Conception._“
-
- und in seinem Briefe an Hrn. ~v. Haller~ v. 30. Oct. 1758: „_Vos
- Poulets m’enchantent: je n’avois pas espéré que le secret de la
- Génération commenceroit sitôt à se dévoiler. C’est bien vous,
- Monsieur, qui avez sçu prendre la Nature sur le fait._“
-
- [16] Rosenschwämme, _spongiae cynosbati_.
-
- [17] In der Vorrede zum VIIIten Bande der _collection academique, P.
- étrangere_. pag. 22 sqq.
-
- [18] „_Nunquam fieri potest, vt inter tubulum millionesies minorem,
- et millionesies maiorem continuitas oriatur._“ _Elem. physiol._
- T. VIII. P. I. p. 94. vergl. mit den _prim. lin. physiol._ §.
- 883. und den _operib. minorib._ T. II. pag. 419.
-
- [19] _Elem. physiol._ a. a. O. S. 257.
-
- [20] _Mirac. nat._ pag. 21. „_admiratione dignum est, nigrum illud
- punctum, quod in ovis ranarum videre est, ipsum ranunculum
- omnibus suis partibus absolutum; albicantem vero et circumfusum
- illum liquorem non nisi alimentum eius esse; quod ipsum sensim
- dilatatum ita attenuatur, vt exire cum velit possit_“ _etc._
-
- „_Magis mirum est, hunc ipsum ranunculum in ovario vsque adeo
- exiguum ortus et incrementi sui principium habere, vt fere visum
- effugiat, vtut ipsum animal sub hac tantula mole delitescat._“
-
- und bald hernach zieht er dann den allgemeinen Schluß: „_Nullus
- mihi in rerum natura generationi, sed soli propagationi
- vel incremento partium locus esse videtur, vbi casus omnis
- excludatur._“
-
- [21] _Dissertazioni di fisica animale, e vegetabile_ T. II. _in
- Modena_ 1780. 8.
-
- [22] „_a parlare filosoficamente l’uovo non è che il girino medesimo
- in se stesso concentrato, e ristretto, il quale mediante la
- fecondazione si sviluppa, ed acquista le fatezze di animale._“
- pag. II. §.XVII.
-
- [23] „_questi globetti non fecondati non sono per verun conto
- distinguibili dai fecondati_“ §. XVIII.
-
- [24] „_ma i globetti fecondati non sono che i feti ranini_ (§.
- XVII.): _adunque i globetti non fecondati lo saronno altresi; e
- conseguentemente nella nostra rana il feto esiste in lei pria
- che abbiasi la fecondazione del maschio._“ pag. 12. §. XIX.
-
- [25] Ich liefre die eignen Worte eines andern gleichzeitigen Arztes
- des Dr. ~Otto~, der von der Großmutter, nemlich von der
- Müllersfrau in ihrer Schwangerschaft consultirt worden, und
- dessen Enkel den ganzen Casus in einer besondern Abhandlung
- unter folgendem Titel gar gelehrt und subtil vindicirt und
- illustrirt hat. D. C. I. ~Aug. Ottonis~ _epistola de foetu
- puerpera s. de foetu in foetu. Weissenfels, 1748. 4._
-
- [26] In der _Yverduner Encyclopädie_ T. XVIII. art. FETVS. p.
- 721. „_Il y a plus, on a vu dans une vierge constamment telle
- et reconnoissable par l’integrité de son hymen, des dents, des
- ossemens et des cheveux renfermés dans une tumeur du mésentere.
- Ce phenomene rapporté dans les Mém. de l’ac. de Suede, a été
- observé depuis peu en. Un_ fétus _femelle, incapable assurément
- d’admettre le mâle est né avec un fêtus formé au dedans de lui_.“
-
- [27] „_on y distinguoit la tête, les pieds et les yeux._“
-
- [28] So zeigt sich z. B. beym trächtigen Caninchen die erste Spur der
- neuempfangnen Frucht nicht vor dem 9ten Tage; bey der
- Schaafmutter nicht vor dem 19ten; bey der Hirschkuh nicht vor
- der 7ten Woche u. s. w.
-
- [29] Ich habe einen solchen Fötus, womit die Mutter 8 Jahr schwanger
- gegangen, und den das academische Museum von meinem würdigen
- Freunde dem Hrn. Hofr. ~Büchner~ in Gotha zum Geschenk erhalten,
- im VIII B. der _Commentation. soc. reg. sc. Gottingens._
- beschrieben.
-
- [30] Ich habe von allen solchen Fällen in der _Gesch. und Beschreib.
- der Knochen des menschl. Körp._ S. 43. Beyspiele gesammelt.
-
-
-
-
-Dritter Abschnitt.
-
- _Erfahrungen zum Erweis des Bildungstriebes und zu näherer
- Bestimmung einiger Gesetze desselben._
-
-
-Einreißen ist leichter denn aufbauen: und es ist ein alter Vorwurf,
-den man manchen Reformatoren gemacht hat, daß ihnen das erstere mit
-besserm Glück als das leztre von statten gegangen. Aber in der That
-kan doch, wie Hr. ~Bonnet~ vortrefflich anmerkt[31], die Wiederlegung
-eines Irthums wichtiger seyn, als die Erfindung einer neuen Wahrheit.
-Und in so fern bliebe diesen Blättern immer einiges Verdienst, wenn
-auch blos im vorigen Abschnitt der Ungrund einer neuerlich so beliebt
-wordnen Hypothese erwiesen wäre. Allein ich hoffe, daß nun auch der
-gegenwärtige würklich etwas der Natur angemeßneres an ihrer statt geben
-soll.
-
-Man kan nicht inniger von etwas überzeugt seyn, als ich es von der
-mächtigen Kluft bin, die die Natur zwischen der belebten und unbelebten
-Schöpfung, zwischen den organisirten und unorganischen Geschöpfen
-befestigt hat; und ich sehe bey aller meiner Hochachtung für den
-Scharfsinn, womit die Verfechter der Stufenfolge oder Continuität der
-Natur ihre Leitern angelegt haben, nicht ab, wie sie beym Uebergange
-von den organisirten Reichen zum unorganischen ohne einen wirklich
-etwas gewagten Sprung durchkommen wollen. Allein dieß hindert nicht,
-daß man darum nicht Erscheinungen im einen dieser beiden Haupttheile
-der Schöpfung zur Erläuterung von Erscheinungen im andern benutzen
-dürfte: und so sehe ich es für keins der geringsten Argumente zum
-Erweis des Bildungstriebes in den organisirten Reichen an, daß auch
-im unorganischen die Spuren von bildenden Kräften so unverkennbar
-und so allgemein sind. Von bildenden Kräften -- bey weiten nicht vom
-Bildungstriebe (_nisus formativus_) in dem Sinne den dieses Wort in der
-gegenwärtigen Untersuchung bezeichnet, denn der ist eine Lebenskraft
-und folglich als solche in der unbelebten Schöpfung nicht denkbar,
--- sondern von andern bildenden Kräften, von welchen sich in diesem
-unbelebten Naturreiche die deutlichsten Beweise an so bestimmten,
-überaus regelmäßigen Gestaltungen zeigen, die aus einem vorher
-ungebildeten Stoffe geformt werden.
-
-Man kan doch, um nur ein Paar Beyspiele anzuführen, nichts ausnehmend
-eleganteres sehen, als gewisse metallische Crystallisationen, die
-in ihrer äußern Form eine so auffallende Aehnlichkeit mit gewissen
-organischen Körpern haben, daß sie ein sehr fügliches Bild geben, um
-die Vorstellung von der Formation aus ungebildeten Stoffen überhaupt
-zu erleichtern. So z. B. das gediegene sogenannte Farnkraut-silber
-zwischen dem eingebröckelten Quarz aus Peru; und um was Gemeineres zu
-nennen, das unbeschreiblich saubere moosförmige Stückmessing, so wie
-es sich nach dem ersten Gusse auf dem Bruche ausnimmt u. dergl. m.
-
- * * * * *
-
-Dieß wie gesagt nur als Beyspiele von bildenden Kräften im
-unorganisirten Naturreiche.
-
-Nun zum wahren Bildungstriebe in der belebten Schöpfung.
-
-Für ein unbefangnes Auge weis ich kein sinnlicheres Mittel, sich das
-Daseyn und die Wirksamkeit dieses Triebes anschaulich zu machen,
-als die präjudizlose Beobachtung der Entstehung und Fortpflanzung
-solcher organisirter Körper, die mit einer ganz ansehnlichen Größe ein
-schnelles, so zu sagen zusehends merkliches Wachsthum und eine so zarte
-halbdurchsichtige Textur verbinden, daß sie vollends in sattsamen
-Lichte und unter einiger Vergrößerung aufs deutlichste, klarste
-durchschaut werden können.
-
-Ein Beyspiel der Art aus dem Gewächsreiche giebt die überaus einfache
-Fortpflanzungsweise einer eben so einfachen Wasserpflanze[32], die,
-zumal im Frühjahr gar häufig am Ausfluß der Röhrenwasser, an Quellen,
-in Gräben, Teichen etc. zu finden ist, und deren sich auch wohl
-unbotanische Leser leicht aus der bloßen Beschreibung werden erinnern
-können.
-
-Das ganze Gewächs besteht nemlich aus einem einfachen, (nie getheilten)
-meist geraden, etwa einen halben Zoll langen, feinen Faden von
-hellgrüner Farbe, der gewöhnlich mit seinem untern Ende im Schlamme
-eingewurzelt ist. Da aber diese Faden meist zu vielen tausenden
-dicht neben einander stehen, so kriegen sie dann das Ansehen eines
-feinhaarichten Pelzes vom schönsten Grün, womit oft große Strecken an
-den gedachten Orten unter Wasser bewachsen sind.
-
-Ich habe die Fortpflanzung dieses so äußerst einfachen Wassermooßes,
-in den ersten Frühlingswochen beobachtet, da sie unter meinen Augen
-blos dadurch erfolgte, daß die Spitzen der Fäden zu kleinen Knöpfgen
-anschwollen, die sich zuletzt von den Fäden trennten, sich in den
-Zuckergläsern, worin ich kleine Klumpen dieses Mooßes in hellen Wasser
-liegen hatte, zu hunderten an die Wände des Glases anlegten, und nun
-im Kurzen selbst wieder eine kleine Spitze austrieben, die sich fast
-zusehends immer mehr verlängerte, bis sie endlich zu einem neuen
-vollständigen Wasserfaden ausgewachsen war. Binnen zweymal 24 Stunden,
-von der ersten Spur des Knöpfgens auf einem alten Faden an zu rechnen,
-hatte der nachher daraus erwachsene neue schon seine völlige Länge
-erreicht.
-
-Beides, sowohl das schnelle Wachsthum, als auch die durchsichtige
-Textur des Gewächses, verschafften mir den Vortheil, seine völlige
-Ausbildung ganz bequem abwarten und die mindeste in seinem Innern
-vorgehende Veränderung aufs genaueste und deutlichste bemerken zu
-können. Das innere Gewebe dieses Mooßes ist nemlich so einfach als
-seine äußere Bildung. Auch bey der stärksten Vergrößerung und im
-hellesten Lichte, ist in der ganzen Pflanze schlechterdings nichts
-weiter als ein feines bläsriges Gewebe, (beynahe wie ein grüner Gescht
-oder Schaum) zu erkennen, das durch eine äußerst feine, kaum merkliche
-äußere Haut umschlossen wird.
-
-Nun aber war bey aller dieser untrüglichen Deutlichkeit in allen grünen
-eyförmigen am Glase anliegenden Knöpfgen, doch auch nicht eine Spur,
-nicht ein Schatten irgend eines solchen als Keim eingewickelten Fadens,
-als in Kurzen aus diesen Knöpfgen gebildet werden sollte, aufzufinden:
--- sondern, wenn jetzt der Knopf seine Reife erlangt hatte, so trieb
-er aus einem seiner beiden Enden einen kleinen Auswuchs hervor, der
-blos dadurch zusehends verlängert ward, daß das im Knopf ihm zunächst
-liegende bläsrige Gewebe in ihn hinüber getrieben, und er so nach
-und nach immer mehr zu einem cylindrischen Faden ausgedehnt ward. So
-wie aber dieser Faden sich verlängerte, so ward im gleichen Maaße der
-eyförmige Knopf, kleiner, kuglichter, blaßgrüner: so daß zulezt, wenn
-das Gewächs nun seine bestimmte Größe erreicht hatte, nur noch ein kaum
-merklicher kleiner Wulst am untern Ende übrig blieb, der nun dem neuen
-Faden statt Wurzel diente.
-
-Mit der gleichen anschaulichen Klarheit aber, womit sich bey dieser
-Pflanze die würksame Thätigkeit des Bildungstriebes beobachten läßt,
-kan sie auch bey Ausbildung mancher Thiere aufs deutlichste anerkannt
-werden; besonders wiederum bey solchen, die so wie dieses Moos den
-Vortheil eines schnellen Wachsthums bey einer meist durchsichtigen
-Textur ihres Körpers gewähren. Dieß ist bekantlich der Fall bey den
-Armpolypen, diesen wegen der Wunder die die Natur in ihnen gehäuft hat,
-seit den vierziger Jahren so allgemein berühmt wordnen Geschöpfen.
-Alle bekannte Gattungen derselben haben einen gallertigen Körper, der,
-seine Farbe mag seyn welche sie will, grün, gelb, braun etc. doch
-immer durchsichtig genug ist, um in behöriger Beleuchtung und hinter
-einer guten Linse so gut wie jene Wasserfäden rein durchschaut werden
-zu können. Dabey ist ihre Textur so einfach, homogen, besteht blos
-aus gallertigen Körnchen, die durch eine zartere gemeinschaftliche
-gallertige Grundlage zusammen gehalten werden, daß auch von dieser
-Seite dem beobachtenden Auge nichts dunkel oder versteckt bleibt.
-Nun und wenn denn diese Thiere lebendige Junge austreiben wollen,
-so schwillt blos eine Stelle dieses ihres aus so einfachen Stoffe
-gebauten Körpers ein wenig an, und aus dieser ungeformten, aber
-durchsichtigen kleinen Geschwulst wird gleichsam unter unsern Augen
-zuerst der cylindrische Leib des jungen Polypen und dann auch seine
-Arme ausgebildet, wie von unsichtbaren Händen aus der durchsichtigen
-körnichten, aber übrigens ungeformten Gallerte modelirt; und das alles
-gleich in einer so ansehnlichen, schon dem bloßen Auge so deutlich
-erkennbaren Größe, die, in Verbindung mit allen den angeführten
-Umständen, doch auch keinen Schatten von wahrscheinlicher Vermuthung
-eines präformirten Keims gestattet der da vorräthig gelegen habe und
-sich nun entwickele etc.
-
-Ich berufe mich dreist auf das innere Gefühl eines jeden, der nur
-je die Fortpflanzung an so einfach gebauten Thieren und Pflanzen
-beobachtet, und sich überdem von dem im vorigen Abschnitt erwiesenen
-Ungrund der so decisiv behaupteten Präexistenz des Küchelgens am
-Eydotter belehrt hat; daß er nun beym Uebergange zum Zeugungsgeschäfte
-der sogenannten vollkommnern oder warmblütigen Thiere, (z. B. eben bey
-der strengsten Untersuchung der Phänomene am bebrüteten Küchelgen,
-des Anfangs und Fortgangs seiner Ausbildung, und überhaupt so vieler
-neuentstehenden, im unbebrüteten Eye gar nicht existirenden Theile[33]
-etc.), selbst entscheide, zu welcher von beiden Theorien ihn seine
-Ueberzeugung führt, ob zum Glauben an Präexistenz eingeschachtelter
-präformirter Keime -- oder aber an einen Bildungstrieb, der das neue
-Geschöpf aus dem ungeformten Zeugungsstoff der alten ausbildet.
-
- * * * * *
-
-Alles was bisher von Phänomenen des Zeugungsgeschäftes selbst zum
-Erweis des Bildungstriebes gesagt worden, erhält nun aber vollends ein
-neues großes Gewicht, wenn man nun zweytens auch die Phänomene der
-_Reproduction_, -- dieser, zumal in unsern Tagen so berufen wordnen
-merkwürdigen Kraft der organisirten Körper, zufällig verlorne Theile,
-Verstümmelungen ihres Leibes, von selbst wiederum hervorzutreiben und
-zu ersetzen, -- mit denselben vergleicht.
-
-Generation und Reproduction -- Zeugung und diese Wiederersetzung, sind
-beides Modificationen ein und eben derselben Kraft: die letztre ist
-nichts anders, als eine partielle Wiederholung der erstern: und ein
-Licht über die eine von beiden verbreitet, muß sicher auch die andre
-zugleich mit aufhellen.
-
-Ich habe die oben im ersten Abschnitt angeführte Erfahrung über die
-Reproduction der grünen Armpolypen, seitdem oft, und immer mit dem
-gleichem Erfolg wiederholt: d. h. allemal ward anfangs das kürzlich
-verstümmelte Thier fast im gleichen Maaße um etwas kleiner, so wie es
-seine neuen Arme oder seinen neuen Hinterleib hervortrieb. Man sah
-offenbar, wie die Natur eilte, dem verstümmelten Geschöpfe nur sobald
-als möglich seine bestimmte _Bildung_ wieder zu ersetzen: und daß in
-der Kürze der Zeit, da unmöglich schon durch die Nahrungsmittel (die
-ohnehin ein verletzter Polype nicht so häufig zu sich nimmt als ein
-gesunder) sattsamer _Stoff_ zu den neuen Gliedern wieder gesammelt seyn
-konnte, der Rumpf einen Theil seines noch übrigen Stoffes hergeben
-muß, der sich dann mittelst des ihm beywohnenden _Bildungstriebes_ in
-die Gestalt der verlornen Glieder formt, und so die zerstörte Bildung
-wieder ergänzt.
-
-Ich weis wohl, daß sich die Verfechter der präformirten Keime, hier mit
-einer Hypothese durchhelfen wollen, die doch aber in der That von allen
-unwahrscheinlichen Hypothesen wohl die allerunwahrscheinlichste und
-gewiß abentheurlich genannt werden darf, nach welcher nemlich „in allen
-Theilen jedes Polypen zerstreuete Keime so lange eingewickelt und im
-erstarrenden Todesschlaf auf Reserve liegen sollen, bis sie nach der
-Phantasie eines ihnen zu Hülfe kommenden Beobachters durch den Schnitt
-einer Scheere ermuntert, aufgeweckt, aus ihrem Kerker befreyt, und zur
-Entwickelung angereizt würden.“
-
-Nun, mit dieser wunderbaren Erklärung vergleiche man den
-nackten Augenschein bey dem obgedachten und vielen andern, an
-den (glücklicherweise so leicht zu durchschauenden) Armpolypen
-anzustellenden Versuchen, deren ich nur gleich ein Paar noch beysetze:
--- Wenn man zwey verstümmelte halbe Polypen verschiedener Art (z. B.
-die vordere Hälfte eines grünen, und das Hintertheil eines braunen) im
-Boden eines Spitzglases aneinander bringt, so heilen sie bekanntlich
-zusammen, und stellen dann, fast wie die Chimäre der Mythologie, eine
-aus verschiednen Thiergattungen zusammengesetzte Gruppe vor. -- Nach
-der angeführten Theorie der Evolution, hätten aber in diesem Fall
-durch den doppelten Schnitt aus den beiden verstümmelten Polypen, sich
-neue Keime entwickeln müssen -- allein, dieß erfolgt nicht; sondern es
-war natürlicher, daß sich zwey Hälften mittelst ihres Bildungstriebes
-zusammen paßten, und in Kurzem ein gehöriges Ganzes ausmachten, als
-daß jede dieser beiden Hälften erst auf die oben beschriebene Weise zu
-einem besondern Thiere wieder hätte ausgebildet werden sollen.
-
-Noch auffallender aber wird beides die Unwahrscheinlichkeit der
-vermeynten präformirten Keime und hingegen die Würksamkeit des
-Bildungstriebes bey dem bekannten Versuch, da man einen Armpolypen
-nicht in Stücken oder entzwey zerschneidet, sondern ihm nur mit einer
-feinen Scheere den Bauch der Länge nach aufschneidet und ausbreitet,
-so daß er alsdann gar keine Bauchhöle mehr hat, und sein Körper keine
-cylindrische Röhre, sondern ein flaches Streifgen Gallerte, wie ein
-Riemgen, vorstellt. -- Statt daß nun alsdann durch den Schnitt an
-beiden Seitenrändern dieses Riemgens zahlreiche vermeynte Keime in
-Freyheit gesetzt werden, und sich entwickeln sollten, so erfolgt
-hingegen blos einer von den beiden Fällen, die sich von selbst nach
-der Würksamkeit des Bildungstriebes erwarten lassen -- entweder
-nemlich, der aufgeschlitzte Polype _rollt_ sich wieder in seine vorige
-Gestalt zusammen, so daß die wunden Seitenränder einander wieder
-berühren und zusammen wachsen: oder aber wenn er als ein flaches
-Riemgen ausgebreitet bleibt, so schwillt er nach einiger Zeit auf,
-wird gleichsam aufgeblasen, und es bildet sich nach und nach in seinem
-Innern eine neue _Bauchhöle_, so daß er auch dann binnen kurzer Zeit
-seine angestammte Gestalt ergänzt erhält.
-
-In diesen beiden angeführten und vielen andern Fällen, braucht gar
-kein _neuer Stoff_ erzeugt, -- sondern nur die zerstörte _Bildung
-wieder hergestellt_ zu werden: eine Art von Reproduction, die um so
-sorgfältiger von den übrigen unterschieden und abgesondert werden
-muß, je weniger sie sich mit den prätendirten Keimen vergleichen
-läßt, und je größer hingegen das Uebergewicht ist, das die Lehre vom
-_Bildungstriebe_ durch sie erhält.
-
-Beym Menschen und andern warmblütigen Thieren, ist zwar die
-Reproductionskraft bey der größern Mannichfaltigkeit des Stoffes woraus
-ihr Körper gebaut ist, und bey der Verschiedenheit der Lebenskräfte
-womit die verschiednen Arten von jenem Stoff belebt sind, und bey der
-Einwürkung worin sie aufeinander stehen, ungleich eingeschränkter,
-als freylich bey den Armpolypen. Und doch zeigen sich auch bey ihnen
-zuweilen Reproductionsfälle, die alles das, weshalb die vorigen von
-den Polypen hier angeführt waren, aufs unverkennbarste bestätigen.
-Man hat z. B. mehr als einmal gesehen, daß bey Menschen die Nägel
-der Finger, wenn auch selbst die vordern Gelenke von diesen amputirt
-worden, nichts desto weniger sich an den verstümmelten Enden der
-hintern Glieder wiederum erzeugt haben[34]. Es wäre eine starke
-Zumuthung jemand überreden zu wollen, daß die Natur vorläufig auf
-solche Amputationsfälle gerechnet, und daher längst der ganzen Finger
-und Fuszehen Keime zu Nägeln auf solchen Nothfall ausgesäet hätte etc.
-Und wie natürlich erklärt sich nicht hingegen die ganze Erscheinung
-wenn man sie aus der Wirksamkeit des Bildungstriebes herleitet, dessen
-Tendenz, die äußersten Extremitäten des Körpers, nemlich die Enden
-der Finger und Fuszehen durch hornichte Nägel zu begrenzen, stark
-genug ist, um sie im Nothfall auch sogar an ungewöhnlichen Stellen zu
-reproduciren.
-
-Eine andere eben so bekannte und hier eben so sprechende Erfahrung ist
-die, wo die Natur den Verlust eines Glieds dessen mannichfaltigen
-Stoff sie nicht vollkommen hätte ersetzen können, dennoch mittelst
-einer einfachern etwa knorplichten oder knochichten Substanz zu
-vergüten sucht, die durch die Kraft des Bildungstriebes in die Gestalt
-des verlornen Glieds geformt, und so wenigstens zu einigen Gebrauch
-geschickt gemacht wird. So hat der berühmte Wundarzt ~Morand~ einen
-Hasen beschrieben, dem lange vor seinem Tode einmal der eine Vorderfus
-war abgeschossen worden, den ihm die Natur wenn gleich nicht _quoad
-materiem_ doch wenigstens _taliter qualiter quoad formam_ durch ein
-Surrogat, nemlich durch eine pfotenförmige Knochenmasse, die sie
-hervortrieb, zu ersetzen gesucht hatte[35].
-
-Wenn, wie ich mir schmeichle, schon die wenigen ausgehobnen
-Phänomene der Zeugung und Reproduction die unleugbare Existenz
-des Bildungstriebes überhaupt darthun, so giebt es nun unter den
-zahllosen übrigen verschiedene, die dann ferner dazu dienen können,
-die Würkungs-_Art_ dieser wichtigen Lebenskraft und gleichsam einige
-ihrer _Gesetze_ näher zu bestimmen; und so glaube ich lassen sich vor
-der Hand wenigstens nachstehende, als simple Resultate ungezweifelter
-Erfahrungen angeben:
-
-
-I. _Die Stärke des_ Bildungstriebes _steht mit dem zunehmenden Alter
-der organisirten Körper in umgekehrten Verhältnis._ -- Denn, so
-ausgemacht es z. B. ist, daß es wie oben gedacht, immer eine bestimmte
-Zeit braucht, bevor sich die erste Spur der neuempfangnen Frucht
-zeigen kan, eben so ausgemacht ist es hingegen, daß auch sogleich nach
-Verlauf dieser Zeit die Ausbildung derselben zum Erstaunen schnell
-und eiligst vor sich geht. Insgemein werden zwar die frühzeitigen
-menschlichen Embryonen sehr unförmlich abgebildet: allein die
-Schuld mag wohl mehr an den Zeichnern, oder auch daran liegen, daß
-dergleichen Abortus etwa äußere Gewalt erlitten, verdruckt, entstellt
-und unkenntlich worden, oder schon angefangen in Fäulnis zu gehen, und
-dadurch viel von der ausnehmenden Eleganz verloren haben, die man sonst
-an ihnen bewundern muß. Ich besitze dergleichen so ungemein saubere
-menschliche Leibesfrüchte aus den ersten Monaten der Schwangerschaft,
-zumal einige, die ich der Güte meines theuren Freundes des Hrn.
-Hofr. ~Büchner~ in Gotha verdanke, wo man z. B. bey einer aus der
-fünften Woche und von der Größe einer gemeinen Werkbiene, die völligen
-Gesichtszüge, jede Fingerspitze, jede Fuszehe, die Geschlechtstheile
-etc. aufs deutlichste erkennen kan.
-
-Und eben diese frühe Würksamkeit des Bildungstriebes erstreckt sich bey
-weiten nicht blos auf die äußere Gestalt der Embryonen, sondern ist in
-ihrem ganzen innern Bau fast noch auffallender merklich. Ich bin über
-die frühzeitige Vollkommenheit der Eingeweide u. a. Theile erstaunt,
-die ich bey der Zergliederung frischer menschlicher Leibesfrüchte
-aus den ersten Monaten nach der Empfängnis, gefunden habe. Nur einen
-Umstand anzuführen, so war im Kopf derselben, der ohngefähr die Größe
-einer Zuckererbse hatte, und dessen Gehirn noch wie ein weicher Brey
-war, schon der ganze knorplichte Boden der Hirnhöle (_basis cranii_)
-mit allen seinen Gruben, Oeffnungen und Hügeln aufs schärfste und
-deutlichste ausgewirkt, obgleich weder am Keilbein, noch am Felsenbein
-etc. auch nur die mindeste Spur eines Knochenkerns zu finden war.
-
-So wenig nun bey Voraussetzung der präformirten Keime abzusehen
-ist, was sie so lange Zeit, nachdem sie an den Ort ihrer Bestimmung
-angelangt, befruchtet, und zur Entwickelung angereizt sind,
-demohngeachtet davon zurückhalten kan; eben so wenig steht zu
-begreifen, warum sie nun nach dieser räthselhaften Pause mit einem
-mal so plötzlich und gleich zu einer so ansehnlichen Größe sich
-auswickeln sollen u. s. w. Hingegen hat es nach dem was oben von der
-nöthigen Vorbereitung der Zeugungssäfte, bevor der Bildungstrieb in
-ihnen rege werden kan, gesagt worden, nichts schwieriges, daß alsdann
-dieser neu erregte Trieb in seiner vollen Stärke, in aller seiner noch
-ungetheilten Thätigkeit die Grundlage der Bildung des neuen Geschöpfs
-so schnell bewirken kan.
-
-Wie aber auch selbst noch nach der Geburt das gleiche umgekehrte
-Verhältnis zwischen der Stärke des Bildungstriebes und dem zunehmenden
-Alter statt habe, ist aus der vorzüglichern Leichtigkeit der
-Reproductionsversuche bey jugendlichen Thieren, jungen Wassermolchen
-etc. bekannt.
-
-
-II. _Wiederum ist dieser frühe_ Bildungstrieb _doch bey den
-neuempfangenen Säugethieren noch ungleich stärker, als bey dem
-bebrüteten Küchelgen im Eye._ Beym Hühnchen z. B. zeigt sich die
-allererste Spur der neugebildeten Rippen erst in der 192ten Stunde
-des Bebrütens. Dieser Termin aber, wenn die ganze Brützeit der Henne
-mit der Schwangerschaft im Menschengeschlecht verglichen wird, fällt
-ohngefähr mit der 16ten Woche derselben zusammen. Allein ich besitze
-selbst menschliche Embryonen in meiner Sammlung, die nicht viel größer
-als eine gemeine Ameise, die folglich höchstens in die 5te Woche
-nach der Empfängnis zu setzen sind, und bey welchen sich dennoch die
-knorplichte Grundlage der bogenförmigen scharfausgewirkten Rippen aufs
-allerdeutlichste erkennen läßt. Es scheint die Natur eilt bey den
-lebendig gebärenden Thieren der Frucht so früh als möglich gleich
-bestimmte Ausbildung zu geben, und sie dadurch für vielen zufälligen
-Verunstaltungen von gewaltsamen Druck u. a. dergl. Gefahren zu sichern,
-denen hingegen das in seiner Eyerschaale festverwahrte Küchelgen bey
-weiten nicht so leicht ausgesetzt ist.
-
-
-III. _Aber auch bey Formation der einzelnen Theile des organisirten
-Körpers ist der_ Bildungstrieb _bey manchen derselben von einer
-festern, bestimmtern Wirksamkeit, als bey andern._ -- So hat z. B.
-der alte, aber um die Physiologie unendlich verdiente ~Conr. Vict.
-Schneider~ angemerkt, daß das Gehirn fast immer seine Bildung so
-constant erhalte[36]. Wie unendlich häufiger sind hingegen die
-Varietäten in der Gestaltung der Nieren, der Milchsaftröhre u. dergl.
-
-
-IV. _Unter die mancherley Abweichungen des_ Bildungstriebes _von
-seiner bestimmten Richtung gehört vorzüglich diejenige, wenn er bey
-Bildung der_ einen _Art organischer Körper, die für eine_ andere _Art
-derselben bestimmte Richtung annimmt._ -- So glaube ich mir einige
-räthselhafte Phänomene erklären zu können, davon ich nicht absehe,
-wie sie je nur irgend leidlich mit der Einschachtelungshypothese der
-präformirten Keime sollten verglichen werden können. -- Bekanntlich
-haben die Weiber nach dem ordentlichen Lauf der Natur zur Aufnahme
-ihrer neuempfangnen Frucht ein einfaches Organ. Die mehresten übrigen
-weiblichen Säugethiere hingegen ein doppeltes. Nun aber sind die Fälle
-nicht selten, wo man auch bey Frauenzimmern einen förmlichen solchen
-thierischen _vterus bicornis_ gefunden, so daß es dann von dieser
-Seite geschienen, als wenn würklich die Iphigenia verschwunden, und
-ein Reh an ihre Stelle gezaubert wäre. Irre ich nicht, so giebt hier
-dieses vierte Gesetz des Bildungstriebes den Schlüssel dazu. -- Auch
-die so oft bemerkten Beyspiele von gehörnten Haasen mit vollkommen
-ausgebildeten kleinen Rehgeweihen auf dem Kopfe würde ich hieher
-rechnen. Und vielleicht läßt sich eben dahin manche sonst räthselhafte
-Abweichung im Bau gewisser Gewächse zählen, wie z. B. die von
-~Gleditsch~ beschriebene Erle mit Eichenblättern etc.[37]
-
-
-V. _Eine andre eben so merkwürdige Abweichung des_ Bildungstriebes
-_ist, wenn bey Ausbildung der Sexualorgane, die beym_ einen _Geschlecht
-mehr oder weniger von der Gestaltung des_ andern _annehmen._ Man hat in
-unsern sceptischen Zeiten auch die Möglichkeit der Zwittergestaltung
-beym Menschen u. a. warmblütigen Thieren zu bezweifeln beliebt. Und
-doch hat Hr. ~von Haller~ hier in Göttingen und neuerlich Hr. ~Joh.
-Hunter~ in London u. a. m. die genauesten Zergliederungen von Thieren,
-zumal aus dem Ochsen- und Ziegengeschlechte gegeben, die über die
-ausgemachte Würklichkeit solcher Zwittergestaltungen keinen Zweifel
-mehr übrig lassen. In keinem dieser Fälle sind zwar würklich die
-wesentlichsten Zeugungstheile der beiden Geschlechter, z. B. männliche
-Geilen und weibliche Eyerstöcke, deutlich und vollkommen im gleichen
-Individuo verbunden; sondern die Hauptbildung stellt immer die
-Genitalien des einen von beiden Geschlechtern dar, offenbar aber zeigen
-sich dabey im einen oder dem andern Theil die unverkennbarsten Spuren
-von unvollkommnern Entwürfen zum Bau einiger Sexualorgane des andern.
-Meist nemlich liegen inwendig wahre männliche Organe, und die äußern
-hingegen haben dabey mehr oder weniger Aehnlichkeit mit den weiblichen.
-
-
-VI. _Wenn aber endlich der_ Bildungstrieb _nicht blos wie in
-den vorigen Fällen eine_ fremdartige, _sondern eine_ völlig
-wiedernatürliche _Richtung befolgt, so entstehen_ eigentlich sogenannte
-+Misgeburten+. -- Und dennoch ergiebt sich bey einer nähern Beleuchtung
-aus der bewundernswürdigen Gleichförmigkeit die unter vielen Arten
-von Monstrositäten herrscht, daß doch auch selbst die Ursachen, die
-in diesen Fällen dem Bildungstriebe die falsche Richtung geben,
-dennoch an sehr bestimmte Gesetze gebunden seyn müssen. Wer nur irgend
-Gelegenheit gehabt hat, eine beträchtlichere Anzahl von Misgeburten
-unter einander zu vergleichen, oder wer auch nur die sonst freylich so
-schaalen compilirten Bilder-Bücher davon mit einiger Aufmerksamkeit
-durchblättert hat, dem kan die auffallende Gleichheit nicht entgangen
-seyn, mit welcher diese oder jene Art von Monstrosität sich immer
-selbst bis auf Kleinigkeiten ähnlich bleibt, so daß die Stücke von so
-einer Art alle wie aus einer Form gegossen scheinen.
-
-Und hier nun noch zuletzt abermals ein Phänomen, bey dessen
-Erklärung es wieder den Lesern selbst überlassen bleiben mag,
-zwischen präformirten Keimen oder Bildungstrieb zu wählen. --
-Manche thierische Misgeburten (z. B. die mit doppelten Leibern
-und einem gemeinschaftlichen Kopf) sind von der Art, daß sie nach
-der ausdrücklichen Behauptung des Hrn. ~von Haller~ und andrer
-Verfechter der Keime nicht etwa durch das Zusammenwachsen zweyer
-Keime und andere dergleichen Zufälle entstanden seyn, sondern in der
-ursprünglich-monstrosen ersten Anlage eines einzelnen Keims ihren Grund
-haben sollen: d. h. sie waren schon von je als Misgeburt präformirt.
-Nun aber -- sind diese Misgeburten unter gewissen _Hausthieren_
-so gemein, und doch unter den wilden Thieren _derselben Art_ fast
-unerhört. Soll das also der Schöpfer so prädestinirt haben, daß von
-den in einander geschachtelten Keimen einer Gattung von Thieren, z. B.
-von Schweinen, die monstrosen gerade dann erst an die Reihe der
-Entwickelung kämen, wenn der Mensch sich diese Thiere unterjocht haben
-würde; und daß diese Keime zu Misgeburten dann auch gerade blos den
-unterjochten und nicht den zu gleicher Zeit wild lebenden Individuis
-zur Entwickelung anheim fallen müßten.
-
-Hingegen hat es hoffentlich nichts wiedersinniges anzunehmen, daß nach
-der Unterjochung der Hausthiere, wodurch ihr ganzes Naturel gleichsam
-umgeschaffen worden, ihre ganze körperliche Oekonomie so viele
-Veränderung erlitten; daß dann auch ihr Bildungstrieb etwas von seiner
-sonstigen Bestimmtheit verloren hat, und daß folglich diese Thiere,
-so wie sie dadurch in zahllose _Spielarten_ degeneriren, so auch den
-Monstrositäten häufiger unterworfen seyn können.
-
- * * * * *
-
-Dieß wären dann meines Bedünkens die vorzüglichern Beobachtungen
-und Erfahrungen, die zum Erweis des Bildungstriebes und der nähern
-Bestimmung einiger seiner Gesetze dienen können, und die mich immer
-mehr und mehr von der sonst von mir beyfälligst bewunderten Theorie
-der eingeschachtelten Keime zurückgebracht und eben auf diese ihr
-sehr entgegengesetzte Bahn geführt haben. Mit aller Hochachtung für
-den behutsamsten philosophischen Scepticismus, konnte ich bey einem
-solchen Ueberwicht von augenscheinlichen Gründen doch unmöglich meiner
-sinnlichen Ueberzeugung entgegen kämpfen; unmöglich bey solchen
-Beobachtungen so wie dort die gute Matrone in den Erzählungen der
-~Margarethe~ von Navarra, -- da sie auch eine unerwartete, und ihrem
-sonstigen System wiedersprechende Beobachtung machte die auf den
-Bildungstrieb einen sehr directen Bezug hatte, -- ausrufen: „Behüte
-mich der Himmel, daß mein Herz nicht etwa glaubt, was meine Augen
-sehen!“
-
-
- [31] „_Démontrer une erreur, c’est plus que découvrir une verité: car
- l’on peut ignorer beaucoup; mais le peu que l’on sait, il faut
- au moins le savoir bien._“ in der Vorrede zum _Ess. anal. des
- fac. de l’ame_.
-
- [32] Eine Gattung _Wasserfaden_, die ~Linné~ die _Brunnenconferve_
- (_+conferva+ fontinalis_) nennt.
-
- [33] Wie z. B. _nidus pulli_, _bulla_, _amnion_, _figura venosa_ etc.
-
- [34] ~Pechlin~ und ~Tulp~ haben dergleichen Fälle beschrieben.
-
- [35] „_c’etoit_“, wie er sich ausdruckt „_une espèce de jambe de
- bois, dont la nature seule avoit fait les frais_.“
-
- [36] „_In corpore humano_“ sagt er „_nulla pars faciem suam rarius
- mutat quam cerebrum._“
-
- [37] _+Betula+ alnus quercifolia._ s. ~Gleditsch~ _hinterlaßne
- Abhandl. das practische Forstwesen betreffend_.
-
-
-[Illustration]
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Über den Bildungstrieb, by
-Johann Friedrich Blumenbach
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ÜBER DEN BILDUNGSTRIEB ***
-
-***** This file should be named 61997-0.txt or 61997-0.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
- http://www.gutenberg.org/6/1/9/9/61997/
-
-Produced by Peter Becker, Reiner Ruf, and the Online
-Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net.
-This file was produced from images generously made available
-by the Universitätsbibliothek Tübingen
-(http://idb.ub.uni-tuebingen.de/digitue/tue/).
-
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions will
-be renamed.
-
-Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
-law means that no one owns a United States copyright in these works,
-so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
-States without permission and without paying copyright
-royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
-of this license, apply to copying and distributing Project
-Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
-concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
-and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
-specific permission. If you do not charge anything for copies of this
-eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
-for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
-performances and research. They may be modified and printed and given
-away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
-not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
-trademark license, especially commercial redistribution.
-
-START: FULL LICENSE
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
-Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
-www.gutenberg.org/license.
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
-Gutenberg-tm electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or
-destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
-possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
-Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
-by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
-person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
-1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
-agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
-electronic works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
-of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
-works in the collection are in the public domain in the United
-States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
-United States and you are located in the United States, we do not
-claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
-displaying or creating derivative works based on the work as long as
-all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
-that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
-free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
-works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
-Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
-comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
-same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
-you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
-in a constant state of change. If you are outside the United States,
-check the laws of your country in addition to the terms of this
-agreement before downloading, copying, displaying, performing,
-distributing or creating derivative works based on this work or any
-other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
-representations concerning the copyright status of any work in any
-country outside the United States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
-immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
-prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
-on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
-phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
-performed, viewed, copied or distributed:
-
- This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
- most other parts of the world at no cost and with almost no
- restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
- under the terms of the Project Gutenberg License included with this
- eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
- United States, you'll have to check the laws of the country where you
- are located before using this ebook.
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
-derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
-contain a notice indicating that it is posted with permission of the
-copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
-the United States without paying any fees or charges. If you are
-redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
-Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
-either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
-obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
-trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
-additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
-will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
-posted with the permission of the copyright holder found at the
-beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
-any word processing or hypertext form. However, if you provide access
-to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
-other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
-version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
-(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
-to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
-of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
-Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
-full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
-provided that
-
-* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
- to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
- agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
- within 60 days following each date on which you prepare (or are
- legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
- payments should be clearly marked as such and sent to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
- Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
- Literary Archive Foundation."
-
-* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or destroy all
- copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
- all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
- works.
-
-* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
- any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
- receipt of the work.
-
-* You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
-Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
-are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
-from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
-Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
-trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
-Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
-electronic works, and the medium on which they may be stored, may
-contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
-or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
-intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
-other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
-cannot be read by your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium
-with your written explanation. The person or entity that provided you
-with the defective work may elect to provide a replacement copy in
-lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
-or entity providing it to you may choose to give you a second
-opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
-the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
-without further opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
-OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
-LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of
-damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
-violates the law of the state applicable to this agreement, the
-agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
-unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
-remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
-accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
-production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
-electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
-including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
-the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
-or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
-additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
-Defect you cause.
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of
-computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
-exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
-from people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org Section 3. Information about the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
-
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit www.gutenberg.org/donate
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
-
-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
-
diff --git a/old/61997-0.zip b/old/61997-0.zip
deleted file mode 100644
index 2b9c8e6..0000000
--- a/old/61997-0.zip
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/61997-h.zip b/old/61997-h.zip
deleted file mode 100644
index ac5a8dd..0000000
--- a/old/61997-h.zip
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/61997-h/61997-h.htm b/old/61997-h/61997-h.htm
deleted file mode 100644
index ad8c10d..0000000
--- a/old/61997-h/61997-h.htm
+++ /dev/null
@@ -1,2324 +0,0 @@
-<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
- "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
-<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" xml:lang="de" lang="de">
- <head>
- <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html;charset=utf-8" />
- <meta http-equiv="Content-Style-Type" content="text/css" />
- <title>
- The Project Gutenberg eBook of Über den Bildungstrieb, by Johann Friedrich Blumenbach.
- </title>
- <link rel="coverpage" href="images/cover.jpg" />
- <style type="text/css">
-
-body {
- margin-left: 10%;
- margin-right: 10%;
-}
-
-div.chapter {page-break-before: always;}
-
-.break-before {page-break-before: always;}
-
-h1,h2 {
- text-align: center; /* all headings centered */
- clear: both;
- font-weight: normal;}
-
-h1 {font-size: 225%;}
-h2,.s2 {font-size: 175%;}
-.s3 {font-size: 125%;}
-.s4 {font-size: 110%;}
-.s7 {font-size: 50%;}
-
-h2.nobreak {
- page-break-before: avoid;
- padding-top: 3em;}
-h2.nopad {page-break-before: avoid;}
-
-p {
- margin-top: .51em;
- text-align: justify;
- margin-bottom: .49em;
- text-indent: 1.5em;}
-
-p.p0,p.center {text-indent: 0;}
-
-.mtop2 {margin-top: 2em;}
-.mtop3 {margin-top: 3em;}
-
-.mleft0_2 {margin-left: 0.2em;}
-
-.padtop2 {padding-top: 2em;}
-.padtop3 {padding-top: 3em;}
-.padbot3 {padding-bottom: 3em;}
-
-.pagenum { /* uncomment the next line for invisible page numbers */
- /* visibility: hidden; */
- position: absolute;
- left: 95%;
- font-size: 70%;
- text-align: right;
- text-indent: 0;
- letter-spacing: 0;
- font-style: normal;
- color: #999999;} /* page numbers */
-
-.blockquot {margin: 1.5em 0 1.5em 5%;}
-
-.inhalt {margin: 1em 5% 2em 5%;}
-
-.inhalt p {
- text-align: center;
- font-style: italic;
- text-indent: 0;}
-
-.center {text-align: center;}
-
-.smaller {font-size: 70%;}
-
-sup {vertical-align: 25%;}
-
-.initial {
- font-size: 200%;
- line-height: 0.8;}
-
-/* Images */
-.figcenter {
- margin: auto;
- text-align: center;}
-
-img.w20em {width: 20em; height: auto;}
-img.w22em {width: 22em; height: auto;}
-
-img {max-width: 100%; height: auto;}
-
-/* Footnotes */
-.footnotes {
- border: thin black dotted;
- background-color: #ffffcc;
- color: black;
- margin-top: 1.5em;}
-
-.footnote {
- margin-left: 10%;
- margin-right: 10%;
- font-size: 0.9em;}
-
-.footnote p {text-indent: 0;}
-
-.footnote .label {
- position: absolute;
- right: 84%;
- text-align: right;}
-
-.fnanchor {
- vertical-align: top;
- font-size: 70%;
- text-decoration: none;}
-
-/* Transcriber's notes */
-.transnote {
- background-color: #E6E6FA;
- color: black;
- font-size:smaller;
- padding:0.5em;
- margin-bottom:5em;}
-
-@media handheld {
-
-.inhalt p {
- padding-left: 1.5em;
- text-indent: -1.5em;
- font-style: italic;}
-
-}
-
- </style>
- </head>
-<body>
-
-
-<pre>
-
-Project Gutenberg's Über den Bildungstrieb, by Johann Friedrich Blumenbach
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
-most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms
-of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll
-have to check the laws of the country where you are located before using
-this ebook.
-
-
-
-Title: Über den Bildungstrieb
-
-Author: Johann Friedrich Blumenbach
-
-Release Date: May 2, 2020 [EBook #61997]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ÜBER DEN BILDUNGSTRIEB ***
-
-
-
-
-Produced by Peter Becker, Reiner Ruf, and the Online
-Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net.
-This file was produced from images generously made available
-by the Universitätsbibliothek Tübingen
-(http://idb.ub.uni-tuebingen.de/digitue/tue/).
-
-
-
-
-
-
-</pre>
-
-
-<div class="transnote">
-
-<p class="s3 center"><b>Anmerkungen zur Transkription</b></p>
-
-<p class="p0">Der vorliegende Text wurde anhand der 1789 erschienenen
-Buchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben.
-Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die
-Rechtschreibung weicht teilweise stark von den heutigen Gewohnheiten
-ab; dennoch wurde die Original-Schreibweise beibehalten, solange der
-Text dadurch nicht missverständlich wird.</p>
-
-<p class="p0">Umlaute in Großbuchstaben (Ä, Ö, Ü) werden im Text als
-deren Umschreibungen (Ae, Oe, Ue) dargestellt. Die Fußnoten wurden
-der Übersichtlichkeit halber an das Ende der betreffenden Abschnitte
-versetzt.</p>
-
-</div>
-
-<p class="s3 center padtop3 break-before">Ueber den</p>
-
-<p class="s2 center padbot3">Bildungstrieb.</p>
-
-<p class="s3 center mtop3 break-before padtop3">Joh. Fr. Blumenbach</p>
-
-<p class="center">Prof. zu Gött. und Kön. Großbrit. Hofrath</p>
-
-<h1 title="Über den Bildungstrieb"><span class="s7">über den</span><br />
-Bildungstrieb.</h1>
-
-<div class="figcenter">
- <a id="bruet-henne" name="bruet-henne">
- <img class="w20em padtop2" src="images/bruet-henne.jpg" alt="Brüt-Henne" /></a>
-</div>
-
-<div class="figcenter">
- <a id="titel_trenn" name="titel_trenn">
- <img class="w22em padtop2" src="images/titel_trenn.jpg" alt="Trennleiste" /></a>
-</div>
-
-<p class="s3 center">Göttingen</p>
-
-<p class="s4 center">bey Johann Christian Dieterich.</p>
-
-<p class="s4 center">1789.</p>
-
-<p class="p0 padtop3 mtop3 break-before"><span class="initial">I</span>ch habe seit der Zeit, da ich den ersten Aufsatz über den
-Bildungstrieb im Göttingischen Magazin bekannt gemacht, keine
-Gelegenheit versäumt, diesen Gegenstand durch Beobachtungen und
-Nachdenken weiter zu verfolgen und in helleres Licht zu setzen, glaube
-auch alles Wichtige gelesen, geprüft und benutzt zu haben, was von
-andern seitdem für oder wider denselben in Schriften geäusert worden,
-und habe gesucht den Kern aus dem, was ich schon davon bekannt
-gemacht, und die Resultate meiner fernern zeitherigen Untersuchungen
-darüber, in diesen Blättern zusammen zu fassen: und sie bey diesen
-wesentlichen Vorzügen auch gleich im Aeusern von den vorigen unreifern
-Ausgaben gänzlich auszuzeichnen. Göttingen, den 28ten Jan. 1789.</p>
-
-<div class="chapter">
-
-<h2 class="nobreak" id="Deutung_der_Kupfer-Verzierungen"><i>Deutung der
-Kupfer-Verzierungen.</i></h2>
-
-</div>
-
-<p>1. <a href="#bruet-henne">Auf dem Titel</a>, eine Brüt-Henne als Symbol des Bildungstriebes im
-Thierreich.</p>
-
-<p>2. <a href="#kopfleiste">Auf der Anfangsleiste S. 1.</a> ein aufkeimend Saamenkorn als Bild
-dieses Triebes im Gewächsreich. Nach einer alten silbernen Münze von
-Reggio in Calabrien beym G<span class="smaller">OLTZ</span>.</p>
-
-<p>3. <a href="#ende">Am Schluß S. 108.</a> eine anständige und doch wie Naturkenner
-wissen, sehr bedeutungsvolle Vorstellung des Genusses, der dann den
-Bildungstrieb zur Folge hat.</p>
-
-<div class="chapter mtop3">
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_1" id="Seite_1">[S. 1]</a></span></p>
-
-<div class="figcenter">
- <a id="kopfleiste" name="kopfleiste">
- <img class="mtop3" src="images/kopfleiste.jpg" alt="Kopfleiste" /></a>
-</div>
-
-<h2 class="nopad" id="Erster_Abschnitt">Erster Abschnitt.</h2>
-
-</div>
-
-<div class="inhalt">
-
-<p>Von den verschiednen Wegen die man eingeschlagen hat, zu einigem
-Aufschluß über das Zeugungsgeschäfte zu gelangen.</p>
-
-</div>
-
-<p class="p0"><span class="initial">W</span>as geht im Innern eines Geschöpfes vor, wenn es sich der süßesten
-aller Regungen überlassen hat, und nun von einem zweyten befruchtet
-einem dritten das Leben geben soll?</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_2" id="Seite_2">[S. 2]</a></span></p>
-
-<p>Nicht leicht wird eine Frage dieser Art genannt werden können, die so
-allgemein und so zu allen Zeiten die heiße Neugierde des Menschen,
-gereizt haben muß, als eben diese. Denn so abentheuerlich es auch sonst
-scheint, die Betrachtungen und Reflexionen des ersten Menschenpaars
-bestimmen zu wollen, so natürlich bleibt doch die Voraussetzung,
-daß dieses uns allen eben durch die Befolgung jenes süßesten
-unwiderstehlichsten Triebes so wichtig gewordne Paar sehr bald erst zum
-Staunen und dann zum Nachsinnen gekommen seyn mag, wie es allgemach
-bemerkte, was dieselbe für eine große Wirkung &mdash; eine gleichsam
-wiederholte Schöpfung &mdash; nach sich ziehe. So geläufig ihm aber gar bald
-diese Erfahrung werden mußte, so sehr demüthigt es das menschliche
-Wissen, daß die Urenkel jenes Paars nach so langen Jahr<span class="pagenum"><a name="Seite_3" id="Seite_3">[S. 3]</a></span>tausenden
-über die <i>Erklärung</i> dieser Erfahrung noch so weniges befriedigendes
-Licht haben verbreiten können, ungeachtet dieselbe in der Folge gar
-bald der allgemeinste Gegenstand für Untersuchung der nachdenkenden
-Köpfe geworden zu seyn scheint. Wenigstens betrifft das was noch
-von Bruchstücken physiologischer Lehren und Meinungen der ältesten
-Weltweisen und Aerzte<a name="FNAnker_1_1" id="FNAnker_1_1"></a><a href="#Fussnote_1_1" class="fnanchor">[1]</a> bey spätern Schriftstellern aufbewahrt
-worden, großentheils Untersuchungen über das Geheimnis der Zeugung:
-und seitdem vollends ist in der Litterargeschichte der Philosophie und
-Arzneywissenschaft keine Periode, worin sich nicht immer andre Männer
-auf die weitere Verfolgung derselben eingelassen haben sollten.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_4" id="Seite_4">[S. 4]</a></span></p>
-
-<p>Selbst in den düstern Jahrhunderten des mittlern Zeitalters, wo sonst
-aller übrige Forschungsgeist im tiefen Schlummer der Mönchsbarbarey
-versenkt lag, wachte doch immer die rege Neugierde über diesen
-Gegenstand, so daß uns von den geistlichen Herren jener Zeit noch
-manche sehr fleischlich abgefaßte Bücher übrig sind<a name="FNAnker_2_2" id="FNAnker_2_2"></a><a href="#Fussnote_2_2" class="fnanchor">[2]</a>, die zum Beweise
-dienen, wie sehr sie sich auch die Theorie desselben haben angelegen
-seyn lassen.</p>
-
-<p>Kein Wunder also, daß sich auch die Generations-Systeme, die Versuche
-das große Problem zu lösen, nach und nach fast ins Unendliche<span class="pagenum"><a name="Seite_5" id="Seite_5">[S. 5]</a></span>
-mehrten, und kein Zugang unbetreten blieb, wenn man nur irgend wähnen
-konnte, daß er zu einem Aufschluß hierüber führen werde, so daß dann
-freylich auch der offenbarsten Irrwege in keinem andern Felde der
-Naturwissenschaft so viele geworden sind, als eben hier.</p>
-
-<p>Schon B<span class="smaller">OERHAAVE</span>’<span class="smaller">S</span> Lehrer,
-D<span class="smaller">RELINCOURT</span>, hat allein
-262 grundlose Hypothesen über das Zeugungsgeschäfte aus den Schriften
-seiner Vorgänger zusammen gestellt, &mdash; und nichts ist gewisser, als daß
-sein eignes System die 263<sup>te</sup> ausmacht.</p>
-
-<p class="mtop2">Inzwischen lassen sich doch diese unzählig-scheinenden Pfade die
-man sich zu bahnen versucht hat, um zur Lösung dieses größten aller
-physiologischen Räthsel zu gelangen, am Ende alle auf zwey Hauptwege
-hinausführen, die neuerlich unter<span class="pagenum"><a name="Seite_6" id="Seite_6">[S. 6]</a></span> den Namen der Evolution und der
-Epigenese allgemein bekannt worden.</p>
-
-<p>Entweder nemlich man nimmt an, daß der reife, übrigens aber rohe
-ungeformte Zeugungsstoff der Eltern, wenn er zu seiner Zeit und unter
-den erforderlichen Umständen an den Ort seiner Bestimmung gelangt,
-dann zum neuen Geschöpfe allmälig ausgebildet werde. Dieß lehrt die
-Epigenese.</p>
-
-<p>Oder aber man verwirft alle Zeugung in der Welt, und glaubt dagegen,
-daß zu allen Menschen und Thieren und Pflanzen, die je gelebt haben
-und noch leben werden, <i>die Keime</i> gleich bey der ersten Schöpfung
-erschaffen worden, so daß sich nun eine Generation nach der andern blos
-zu <i>entwickeln</i> braucht. Deshalb heißt dieß die Lehre der Evolution.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_7" id="Seite_7">[S. 7]</a></span></p>
-
-<p>Allein die Art und Weise dieser Evolution selbst, hat man wieder durch
-sehr verschiedne Theorien zu erklären versucht.</p>
-
-<p>H<span class="smaller">ERACLIT</span> nemlich (mit dem Zunamen, <i>der Düstere</i>) und
-H<span class="smaller">IPPOCRATES</span> oder wer sonst der Verfasser der unter des
-letztern Werken befindlichen Bücher von der Lebensordnung seyn mag,
-meinten, so wie manche ihrer neuern Nachfolger, diese Keime seyen auf
-und in der ganzen Erde verbreitet, wo sie so lange umherschwärmten, bis
-jeder die Zeugungstheile eines seiner schon entwickelten Brüder von
-seiner Art anträfe, in ihnen gleichsam Wurzel schlagen, seine bisherige
-Hülle abwerfen, und nun selbst zur Entwickelung gelangen könne.</p>
-
-<p>Diese Theorie hat aber außer dem (hier freylich am wenigsten
-blendenden) Ansehen des H<span class="smaller">IPPOCRATES</span><span class="pagenum"><a name="Seite_8" id="Seite_8">[S. 8]</a></span> so schlechterdings
-nichts vor sich, sondern ist so ganz blos aus den abentheuerlichsten
-willkührlichsten Voraussetzungen aufgebaut, daß man nicht absieht,
-was für irgend eine Hypothese man sich als unwahrscheinlich versagen
-dürfte, wenn man sich eine solche, wie diese sogenannte <i>Panspermie</i>,
-erlauben wollte. &mdash; Auch entschuldigt unser sel. G<span class="smaller">ESNER</span>
-den Aufwand von Gelehrsamkeit, womit er diesen Roman beym
-H<span class="smaller">IPPOCRATES</span> commentirt hat, blos mit dem Bonmot der Königin
-C<span class="smaller">HRISTINA</span>: daß die Grillen der Alten immer doch eben soviel
-werth seyen, als die Grillen der Neuern.</p>
-
-<p>Mehr Beyfall haben zwey andere Evolutionstheorien erhalten, nach
-welchen beiden die Keime nicht umherschwärmen, sondern fein ruhig in
-einander geschachtelt und<span class="pagenum"><a name="Seite_9" id="Seite_9">[S. 9]</a></span> bey der ersten Schöpfung gleich in die
-ersten Stammeltern gelegt seyn sollten, so daß nun eine Generation
-derselben nach der andern durch die Paarung oder Befruchtung zur
-Entwickelung gelange. Der Unterschied zwischen beiden Theorien war blos
-der, daß diese Keime nach der einen beym Vater, nach der andern aber
-bey der Mutter liegen sollten.</p>
-
-<p>Wie nemlich im vorigen Jahrhundert die Vergrößerungsgläser
-erfunden waren, und sich hiedurch Aussichten in eine neue Welt von
-microscopischen Geschöpfen öffneten, so war bey der Neuheit dieser
-Erfindung und der Leichtigkeit ihres Gebrauchs nichts natürlicher als
-daß man nun aufs gerathewohl tausenderley Objecte unters Microscop
-brachte, das so sehr mannichfaltige große Ueberraschungen gewährte.<span class="pagenum"><a name="Seite_10" id="Seite_10">[S. 10]</a></span> So
-besah auch unter andern ein junger Danziger L<span class="smaller">UDW</span>.
-<span class="smaller">VON</span> H<span class="smaller">AMMEN</span>,
-der damals in Leiden Medicin studirte im Aug. 1677 einen Tropfen
-männlichen Saamen von einem Hahn, den er eben geöffnet hatte, unter
-seinem Glas, und erstaunte diesen Tropfen als einen Ocean zu erblicken,
-der von unzähligen flinken, raschen kleinen Thierchen belebt war.
-Diese unerwartete Erfahrung bestätigte sich im reifen Saamen anderer
-männlichen Thiere, und nun glaubte man in diesen Saamenwürmchen die
-Keime zu künftigen vollkommnen Geschöpfen und mit ihnen folglich auch
-den Schlüssel zum Geheimnis der Zeugung gefunden zu haben. Nun begreife
-ich zwar nicht wie Naturforscher und Physiologen von Profession den
-Saamenthierchen die willkührliche Bewegung und überhaupt die Animalität
-haben absprechen können: aber noch weit unbegreifli<span class="pagenum"><a name="Seite_11" id="Seite_11">[S. 11]</a></span>cher ist es, wie
-andre Männer diese in einem stagnirenden thierischen Safte, (so wie
-ähnliche Infusionsthierchen in andern Säften) zu erwartenden Würmchen
-zu beseelten Keimen künftiger Menschen und Thiere haben hinaufwürdigen
-und erheben dürfen.</p>
-
-<p>Ohne die längst bekannten, aber nie nur leidlich gehobnen Zweifel
-zu wiederholen, die sich gegen eine so seltsame Behauptung empören,
-so begnüge ich mich hier nur einige wenige Bedenklichkeiten
-hinzuzusetzen, die doch auch ungelehrten Lesern diese vorgegebne Würde
-der Saamenthierchen sehr verdächtig machen müssen. So z.&nbsp;B. daß die
-Würmchen im Saamen der nächstverwandten Thiere in ihrer Bildung so
-gänzlich von einander verschieden, und andre, von den unähnlichsten
-Thieren einander so auffallend ähn<span class="pagenum"><a name="Seite_12" id="Seite_12">[S. 12]</a></span>lich sind! Es kan kaum eine
-größere Unähnlichkeit geben, als die zwischen den Saamenthierchen des
-Frosches beym Hrn. <span class="smaller">VON</span> G<span class="smaller">LEICHEN</span> und denen vom Wassermolch
-bey Hrn. S<span class="smaller">PALLANZANI</span>. Hingegen kan die Aehnlichkeit zwischen
-zwey Wassertropfen nicht täuschender seyn, als die zwischen den
-Saamenthierchen des Menschen und des Esels in den Kupfern des erstern
-von jenen beiden Beobachtern.</p>
-
-<p>Eben dieser neuerliche, und hoffentlich letzte Verfechter jener Würde
-der Saamenthierchen, hat beym Frosche gar zweyerley Arten dieser
-Würmchen zugleich im gleichen Tropfen gesehen &mdash; und doch sind wiederum
-beide von derjenigen Gattung die R<span class="smaller">ÖSEL</span> im Froschsaamen
-gesehen, gleich weit verschieden! und jene haben sich noch dazu in den<span class="pagenum"><a name="Seite_13" id="Seite_13">[S. 13]</a></span>
-Nieren so gut, wie in den Saamenbläsgen gefunden etc.</p>
-
-<p>Lauter Erscheinungen, die die zufällige Unbestimtheit dieser fremden
-<i>Gäste</i> des männlichen Saamens so sehr erweisen, und die ihnen
-aufgedrungene Würde so ganz vernichten, daß man wenigstens eben so
-leicht hoffen darf mit dem sittsamen P<span class="smaller">ARACELSUS</span><a name="FNAnker_3_3" id="FNAnker_3_3"></a><a href="#Fussnote_3_3" class="fnanchor">[3]</a> und
-dem Mahler<span class="pagenum"><a name="Seite_14" id="Seite_14">[S. 14]</a></span> G<span class="smaller">AUTIER</span><a name="FNAnker_4_4" id="FNAnker_4_4"></a><a href="#Fussnote_4_4" class="fnanchor">[4]</a> aus bloßem männlichen Saamen einen
-vollkommnen menschlichen Embryo hervorzubringen, als ihn mit dem
-berühmten Academisten H<span class="smaller">ARTZOEKER</span><a name="FNAnker_5_5" id="FNAnker_5_5"></a><a href="#Fussnote_5_5" class="fnanchor">[5]</a> in jedem menschlichen
-Saamenthierchen völlig schon so wie nachher im Mutterleibe krumm
-zusammen gebogen sitzen zu sehen.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_15" id="Seite_15">[S. 15]</a></span></p>
-
-<p>Schon vor Entdeckung der Saamenthierchen hatte ein sonst wenig
-bekannter Mann J<span class="smaller">OSEPH</span> <span class="smaller">DE</span> A<span class="smaller">ROMATARIIS</span> einen dritten Weg
-eingeschlagen, das Zeugungsgeschäfte durch Evolution zu erklären,
-denjenigen nemlich, der auf die vorgeblichen im mütterlichen Eyerstock
-längst vor der Empfängnis zur Entwickelung vorräthig liegenden
-präformirten Keime hinausläuft. Auch S<span class="smaller">WAMMERDAM</span> hat ihn
-betreten, doch blieb er im ganzen, vollends seit nun die Saamenwürmchen
-das große Aufsehn machten, wenig besucht, bis er mit einem Male in
-neuern Zeiten durch die Bemühungen der großen Männer H<span class="smaller">ALLER</span>
-und B<span class="smaller">ONNET</span> am gangbarsten von allen gemacht ward.</p>
-
-<p>Nach <i>dieser</i> Evolutionstheorie haben wir, so wie das ganze
-Menschengeschlecht in den beiden Eyer<span class="pagenum"><a name="Seite_16" id="Seite_16">[S. 16]</a></span>stöcken unserer ersten
-Stamm-Mutter in einander geschachtelt und wie im tiefsten Todesschlaf
-versenkt beysammen gelegen. Zwar sehr im Kleinen, als Keime, aber,
-versteht sich, als präformirte, völlig ausgebildete Miniaturen.
-Denn, sagt Hr. <span class="smaller">V</span>. H<span class="smaller">ALLER</span>, “<i>alle Eingeweide und die Knochen
-selbst waren schon vorhero gebaut gegenwärtig, obgleich in einem fast
-flüssigen Zustande</i>.” Was man Empfängnis nennt, ist nichts als das
-Erwachen des schlaftrunknen Keims durch den Reiz des auf ihn wirkenden
-männlichen Saamens, der sein Herzchen zum ersten Schlage antreibt
-u.&nbsp;s.&nbsp;w. Auch hat uns daher vor Kurzem einer der neuesten Verfechter dieser
-Theorie, ein berühmter Genfer Naturforscher, mit nichts geringerm,
-als einem Entwurf der Geschichte der organisirten Körper <i>vor ihrer
-Befruchtung</i>, beschenkt, und uns darin belehrt, daß wir 1) alle<span class="pagenum"><a name="Seite_17" id="Seite_17">[S. 17]</a></span> weit
-älter sind als wir geglaubt hatten; daß 2) alle Menschen in der Welt
-von gleichem Alter sind, der Großvater nicht um einen Tag älter als
-sein neugeborner Enkel etc. und daß sich 3) dieses ehrwürdige Alter
-aller Menschen, die gegenwärtig auf dem Erdenrund leben, nahe gegen
-6000 Jahre erstreckt. &mdash; Auch tritt er ganz der Meinung bey, die schon
-B<span class="smaller">AZIN</span> behauptet, daß wir seit der lieben langen Zeit da wir
-mit Cain und Abel und den 200,000 Millionen übrigen Menschen zusammen
-steckten, die der gemeinen Rechnung nach, seitdem vor uns dahin
-gegangen sind <i>quo pius Aeneas quo Tullus diues et Ancus</i>, kurz seit
-der ersten Schöpfung, zwar <i>incognito</i> und schlaftrunken, aber doch
-nicht ganz ohne Bewegung brach gelegen haben, und daß wir während der
-57 Jahrhunderte eh uns die Reihe traf, daß wir durch den oberwähn<span class="pagenum"><a name="Seite_18" id="Seite_18">[S. 18]</a></span>ten
-Reiz entwickelt wurden, doch immer nach und nach sachte gewachsen sind:
-wir konnten uns nemlich bey Cains Schwester schon ein bißgen mehr
-ausdehnen, als bey ihrer Mutter, wo sie selbst nebst ihren Geschwistern
-noch bey uns lag und uns den Raum beengte; und so kriegten wir mit
-jeder neuen Entwickelung eines unsrer Vorfahren ein geräumiger Logis,
-und das that uns wohl, da streckten wir uns immer mehr und mehr, bis
-endlich die Reihe der Entwickelung auch an uns kam!</p>
-
-<p>So abentheuerlich romanhaft diese letztern Behauptungen scheinen mögen,
-so fließen sie doch im Grunde ziemlich natürlich aus den Grundsätzen
-jener Theorie. Für diese Grundsätze selbst aber führten die Verfechter
-derselben, Hr. <span class="smaller">VON</span> H<span class="smaller">ALLER</span>,
-Hr. S<span class="smaller">PALLANZANI</span> etc.<span class="pagenum"><a name="Seite_19" id="Seite_19">[S. 19]</a></span>
-Erfahrungen und Beobachtungen an, die wir im nächsten Abschnitt näher
-beleuchten werden, die aber auf den ersten Blick so einleuchtend und
-entscheidend scheinen, daß sich der allgemeine Beyfall doch ganz wohl
-begreifen läßt, womit, zumal in den letztern 30 Jahren, die Präexistenz
-der präformirten Keime im weiblichen Eye lange vor ihrer Befruchtung
-und Entwickelung, aufgenommen wurde. Auch ich habe ihr vorhin
-beygepflichtet, habe sie gelehrt und in mehreren Schriften vertheidigt,
-so daß in so fern hier diese Blätter das Geständnis eigner Irthümer
-enthalten, denen ich nichts mehr wünsche, als was Hr. <span class="smaller">DE</span> L<span class="smaller">UC</span>
-irgendwo sagt: “ein verbesserter Irthum wird oft zu einer ungleich
-wichtigern Wahrheit, als manche positive Wahrheiten, die unmittelbar
-als solche anerkannt worden.”</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_20" id="Seite_20">[S. 20]</a></span></p>
-
-<p>Der unerwartete Erfolg eines kleinen Versuchs den ich doch recht in der
-Absicht angestellt hatte, um die Richtigkeit jener Evolutionstheorie
-und den Ungrund der allmäligen Bildung zu erweisen, brachte mich erst
-zum Scheideweg zurück und öffnete mir bald eine neue der vorigen sehr
-entgegengesetzte Bahn. Wer so wieder die Natur kämpft, dem geht’s doch
-leicht bey einem unversehenen Blick in ihre enthülltern Reize, wie
-dort dem Menelaus, da er ausgegangen war sein Schwerd gegen Helena zu
-zucken: kaum sah sein Auge den Busen den er durchbohren wollte, so
-sank sein gewaffneter Arm, und es war nun nicht um sie, sondern um ihn
-geschehen<a name="FNAnker_6_6" id="FNAnker_6_6"></a><a href="#Fussnote_6_6" class="fnanchor">[6]</a>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_21" id="Seite_21">[S. 21]</a></span></p>
-
-<p>Der Anlaß zu jenem Versuch war der: Ich fand, da ich einige Ferientage
-auf dem Lande zubrachte, in einem Mühlbache eine Art grüner Armpolypen,
-die sich durch einen langgestreckten spindelförmigen Körper, und kurze
-meist steife Arme von der gemeinen grünen Gattung auszeichneten, und
-mit deren Wundern ich meiner Gesellschaft einen Theil ihrer Zeit
-vertreiben sollte. Theils das warme trockne Sommerwetter, noch mehr
-aber die dauerhafte Constitution dieser Polypen begünstigte die
-bekannten Reproductionsversuche die wir damit anstellten so, daß die
-Wiederersetzung gleichsam zusehends von statten zu gehen schien. Schon
-den zweyten, dritten Tag waren den verstümmelten Thieren wieder Arme,
-Schwänze u.&nbsp;s.&nbsp;w. angewachsen; nur bemerkten wir immer sehr deutlich,
-daß die neuergänzten<span class="pagenum"><a name="Seite_22" id="Seite_22">[S. 22]</a></span> Polypen bey allem reichlichen Futter, doch weit
-<i>kleiner</i> als vorher waren: und ein verstümmelter Rumpf, so wie er die
-verlornen Theile wieder hervortrieb, auch im gleichen Maaße, recht
-sichtlich einzukriechen, und kürzer und dünner zu werden schien
-u.&nbsp;s.&nbsp;w.<a name="FNAnker_7_7" id="FNAnker_7_7"></a><a href="#Fussnote_7_7" class="fnanchor">[7]</a></p>
-
-<p>Einige Zeit nachdem ich wieder zur Stadt gekommen war, mußte ich einen
-Menschen besuchen, der schon lange am Winddorn krank gelegen hatte.
-Der Schade war<span class="pagenum"><a name="Seite_23" id="Seite_23">[S. 23]</a></span> über dem Knie, und offen, und auch die weichen Theile
-zu einer tiefen Grube ausgeeitert. Es besserte sich nachher, aber so
-wie die Lücke im Fleisch nach und nach wieder mit plastischer Lymphe
-zur Narbe angefüllt wurde, so senkte sich auch<a name="FNAnker_8_8" id="FNAnker_8_8"></a><a href="#Fussnote_8_8" class="fnanchor">[8]</a> das benachbarte
-gesunde Fleisch im gleichen Grade allgemach nieder, schien gleichsam
-zu schwinden, so daß endlich die Narbe in der Grube und das Fleisch
-am Rande derselben wieder fast gleich standen, und jene nur noch eine
-breite aber ziemlich flache Delle machten. Also <i>mutatis mutandis</i> der
-gleiche Fall, wie bey meinen grünen Armpolypen aus dem Mühlgraben.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_24" id="Seite_24">[S. 24]</a></span></p>
-
-<p>Ich habe seit der Zeit einen großen Theil meiner Muße auf die weitere
-Prüfung und Untersuchung dieser damaligen Erfahrungen verwandt, und
-alles was ich darin durch Beobachten und Nachdenken gelernt habe, führt
-mich am Ende zu der Ueberzeugung:</p>
-
-<div class="blockquot">
-
-<p><i>Daß keine präformirten Keime präexistiren: sondern daß in dem
-vorher rohen ungebildeten Zeugungsstoff der organisirten Körper
-nachdem er zu seiner Reife und an den Ort seiner Bestimmung gelangt
-ist, ein besonderer, dann lebenslang thätiger Trieb rege wird, ihre
-bestimmte Gestalt anfangs anzunehmen, dann lebenslang zu erhalten,
-und wenn sie ja etwa verstümmelt worden, wo möglich wieder
-herzustellen.</i></p>
-
-<p><i>Ein Trieb, der folglich zu den Lebenskräften gehört, der aber<span class="pagenum"><a name="Seite_25" id="Seite_25">[S. 25]</a></span>
-eben so deutlich von den übrigen Arten der Lebenskraft der
-organisirten Körper (der Contractilität, Irritabilität, Sensilität
-etc.) als von den allgemeinen physischen Kräften der Körper
-überhaupt, verschieden ist; der die erste wichtigste Kraft zu aller
-Zeugung, Ernährung, und Reproduction zu seyn scheint, und den man
-um ihn von andern Lebenskräften zu unterscheiden, mit dem Namen
-des</i> Bildungstriebes (nisus formatiuus) <i>bezeichnen kan.</i></p></div>
-
-<p>Hoffentlich ist für die mehresten Leser die Erinnerung sehr
-überflüssig, daß <i>das Wort</i> Bildungstrieb, so gut, wie <i>die Worte</i>
-Attraction<a name="FNAnker_9_9" id="FNAnker_9_9"></a><a href="#Fussnote_9_9" class="fnanchor">[9]</a>,<span class="pagenum"><a name="Seite_26" id="Seite_26">[S. 26]</a></span> Schwere etc. zu nichts mehr und nichts weniger dienen
-soll, als eine Kraft zu bezeichnen, deren constante Wirkung aus der
-Erfahrung anerkannt worden, deren <i>Ursache</i> aber so gut wie die
-Ursache der genannten, noch so allgemein anerkannten Naturkräfte,
-für uns <i>qualitas occulta</i> ist. Es gilt von allen diesen Kräften was
-O<span class="smaller">VID</span> sagt: &mdash; <i>causa latet, vis est notissima</i>. Das Verdienst
-beym Studium dieser Kräfte ist nur das, ihre Wirkungen näher zu
-bestimmen und auf allgemeinere Gesetze zurück zu bringen.</p>
-
-<p><span class="smaller">D</span>’A<span class="smaller">LEMBERT</span>’<span class="smaller">S</span> Nachfolger, der Hr.
-M. <span class="smaller">DE</span> C<span class="smaller">ONDORCET</span>
-sagt in seiner Lobrede auf unsern H<span class="smaller">ALLER</span><span class="pagenum"><a name="Seite_27" id="Seite_27">[S. 27]</a></span> bey Gelegenheit der
-Irritabilität: “Man fing wie gewöhnlich damit an, daß man die Wahrheit
-der Sache läugnete; &mdash; und da das endlich doch nicht länger mit Ehren
-sich thun lies, so endigte man damit, daß man nun sagte, das sey ja was
-altes längst bekanntes!”</p>
-
-<p>Da man nun neuerlich schon scharfsichtig genug worden ist, eben die
-thierische Reizbarkeit schon im H<span class="smaller">OMER</span>, und den Harveyischen
-Blutumlauf im Prediger S<span class="smaller">ALOMO</span> beschrieben zu finden, so müßte
-es vollends nicht gut seyn, wenn sich nicht auch zur Noth der ganze
-<i>nisus formativus</i> aus allen den Werken über die Erzeugung, die seit
-2000 Jahren geschrieben und nun zusammen zu keiner kleinen Bibliothek
-angeschwollen sind, sollte herausdeuten lassen. Zumal da die <i>vis
-plastica</i> der Alten (besonders der<span class="pagenum"><a name="Seite_28" id="Seite_28">[S. 28]</a></span> peripatetischen Schule) bey der
-Aehnlichkeit des Namens mit <i>nisus formativus</i> zu einem solchen <i>qui
-pro quo</i> verleiten könnte.</p>
-
-<p>Es soll mich aber freuen, wenn man mir einen einzigen dieser Alten
-aufstellt, der von seiner plastischen Kraft auch nur einigermaßen
-die bestimmten und den Phänomenen des Zeugungsgeschäftes so genau
-entsprechenden Begriffe gäbe<a name="FNAnker_10_10" id="FNAnker_10_10"></a><a href="#Fussnote_10_10" class="fnanchor">[10]</a>,<span class="pagenum"><a name="Seite_29" id="Seite_29">[S. 29]</a></span> wie ich sie in diesen Blättern,
-(besonders im dritten Abschnitt) vom Bildungstriebe zu geben versucht
-habe.</p>
-
-<p>Ein sehr scharfsichtiger Physiologe Hr. C. F. W<span class="smaller">OLFF</span> in
-Petersburg hat eine andre Kraft fürs Wachsthum der Thiere und Pflanzen
-angenommen, die er <i>vis essentialis</i> nennt: und die ebenfalls, wenn
-man sie blos vom Hörensagen kennt, auf den ersten Blick mit dem <i>nisus
-formativus</i> vermengt werden könnte.</p>
-
-<p>Die gänzliche Verschiedenheit zwischen beiden muß aber einem jeden
-einleuchten, sobald er sich die Mühe nimmt, den wahren Begriff den Hr.
-W<span class="smaller">OLFF</span> selbst von seiner<span class="pagenum"><a name="Seite_30" id="Seite_30">[S. 30]</a></span> <i>vis essentialis</i> angiebt in seiner
-<i>theoria generationis</i> nachzulesen<a name="FNAnker_11_11" id="FNAnker_11_11"></a><a href="#Fussnote_11_11" class="fnanchor">[11]</a>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_31" id="Seite_31">[S. 31]</a></span></p>
-
-<p>Ihm ist seine <i>vis essentialis</i> blos diejenige Kraft, wodurch der
-Nahrungsstoff in die Pflanze oder in das junge Thier getrieben wird.
-Dieß ist folglich zwar ein Requisit <i>zum</i> Bildungstrieb &mdash; aber bey
-weitem nicht der Bildungstrieb selbst. Denn jene <i>vis essentialis</i>
-wodurch die Nahrungssäfte in die Pflanze gebracht werden, zeigt
-sich auch bey den unförmlichsten, widernatürlichsten, wuchernden
-Auswüchsen der Ge<span class="pagenum"><a name="Seite_32" id="Seite_32">[S. 32]</a></span>wächse, (an Baumstämmen etc.) wo gar kein bestimmter
-Bildungstrieb statt hat. Eben so bey Mondkälbern etc.</p>
-
-<p>Umgekehrt kan die <i>vis essentialis</i> bey schlecht ernährten organischen
-Körpern sehr schwach seyn, dem eigentlichen Bildungstriebe übrigens
-unbeschadet u.&nbsp;s.&nbsp;w.</p>
-
-<p class="mtop2">So leid es mir thut, so bringt es doch die Natur der Sache einmal
-nicht anders mit sich, als daß ich den Gründen und Erfahrungen für den
-Bildungstrieb eine Wiederlegung der theils so blendenden Argumente
-vorausschicken muß<a name="FNAnker_12_12" id="FNAnker_12_12"></a><a href="#Fussnote_12_12" class="fnanchor">[12]</a>, deren sich<span class="pagenum"><a name="Seite_33" id="Seite_33">[S. 33]</a></span> zumal
-Hr. <span class="smaller">VON</span> H<span class="smaller">ALLER</span> zu
-Gunsten der Entwickelung aus dem weiblichen Eye bedient hat. Was mir
-indeß diese Abweichung von dem Manne, dessen Schriften und dessen
-Briefwechsel ich so unendlich viel verdanke, erleichtern kan, ist
-theils die Gewißheit, daß selbst ein großer Theil des etwanigen Guten,
-welches irgend in diesen Blättern enthalten seyn mag, doch in so fern
-ihm zu verdanken ist, als es durch Prüfung und weitern Verfolg seiner
-Untersuchungen veranlaßt wurde, und theils die Ungewißheit, ob er
-nicht selbst wohl schon auf andre<span class="pagenum"><a name="Seite_34" id="Seite_34">[S. 34]</a></span> Spuren gekommen, und in dem noch
-nicht bekannt gemachten Theil seines letzten großen Werks<a name="FNAnker_13_13" id="FNAnker_13_13"></a><a href="#Fussnote_13_13" class="fnanchor">[13]</a> von
-seiner vorigen Meinung wieder abgegangen seyn mag. Auf keinen Fall
-wird aber H<span class="smaller">ALLER</span>’<span class="smaller">S</span> Ruhm das mindeste von seinem verdienten
-Glanze verlieren, wenn Er auch dennoch die eingewickelten Keime ferner
-behauptet, und sich der allmäligen Bildung noch weiter wiedersetzt
-haben sollte; so wenig als es H<span class="smaller">ARVEY</span>’<span class="smaller">S</span>
-und N<span class="smaller">EWTON</span>’<span class="smaller">S</span>
-ewigen Nachruhm schwächen darf, daß Jener das Daseyn der Milchgefäße
-im thierischen Körper, und Dieser die Möglichkeit der farbenlosen
-Fernröhren geläugnet hat!</p>
-
-<div class="footnotes">
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_1_1" id="Fussnote_1_1"></a><a href="#FNAnker_1_1"><span class="label">[1]</span></a> Wie z.&nbsp;B. des O<span class="smaller">RPHEUS</span>, des
-P<span class="smaller">YTHAGORAS</span>,
-A<span class="smaller">NAXAGORAS</span> etc.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_2_2" id="Fussnote_2_2"></a><a href="#FNAnker_2_2"><span class="label">[2]</span></a> Z.&nbsp;B. von Pabst
-J<span class="smaller">OHANN</span> XX., von Bischof
-A<span class="smaller">LBERT</span> dem Großen oder was sonst für ein ehrwürdiger
-Geistlicher der Verf. des schmuzigen Büchleins von den Geheimnissen der
-Weiber ist. So M<span class="smaller">ICH. S<span class="smaller">COTUS</span></span> und viele a. m.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_3_3" id="Fussnote_3_3"></a><a href="#FNAnker_3_3"><span class="label">[3]</span></a> <i>Von Natur der Dinge an Johansen Winkelsteiner von Fryburg
-im Uchtland.</i> im VIten B. der Huserschen Ausg. seiner sämtlichen Werke.
-S. 263. u.&nbsp;f.</p>
-
-<p>Ein ähnliches Product beschreibt A<span class="smaller">MAT</span>.
-L<span class="smaller">USITANUS</span> <i>curation.
-medicinal.</i> Cent. VI. curat. 53. schol. p. 612. “<i>Certo scimus
-chimico artificio puerum conflatum esse, et omnia sua membra perfecta
-contraxisse, ac motum habuisse: qui cum a vase, vbi continebatur,
-esset extractus, moueri desiit. Nouit haec accuratius</i>
-J<span class="smaller">ULIUS</span> C<span class="smaller">AMILLUS</span>, <i>vir singularis doctrinae et rerum occultarum et
-variarum hac nostra aetate magnus scrutator, et Hetrusca sua lingua
-scriptor diligentissimus et accuratissimus.</i>”</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_4_4" id="Fussnote_4_4"></a><a href="#FNAnker_4_4"><span class="label">[4]</span></a> Man sehe seine <i>Génération de l’homme et des animaux.</i>
-Par. 1750. 12. wie auch die <i>Observ. sur l’hist. nat.</i> I Th. und seinen
-freylich etwas misgestalteten Fötus selbst mit lebendigen Farben
-vorgestellt. Taf. A. fig. 3.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_5_5" id="Fussnote_5_5"></a><a href="#FNAnker_5_5"><span class="label">[5]</span></a> <i>Essay de Dioptrique.</i> Par. 1694. 4. S. 230. wo der
-scharfsichtige Mann eine genaue Abbildung des in die Hülle eines
-Saamenthierchens eingewickelten und auf seine Befreyung harrenden
-Kindchens gibt.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_6_6" id="Fussnote_6_6"></a><a href="#FNAnker_6_6"><span class="label">[6]</span></a> G<span class="smaller">ALENUS</span> von den Lehrsätzen des Hippocrates und
-Plato: im Vten Band der C<span class="mleft0_2">h</span><span class="mleft0_2">a</span><span class="mleft0_2">r</span><span class="mleft0_2">t</span><span class="mleft0_2">i</span><span class="mleft0_2">e</span><span class="mleft0_2">r</span>. Ausg. S. 147.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_7_7" id="Fussnote_7_7"></a><a href="#FNAnker_7_7"><span class="label">[7]</span></a> Es ist zwar ganz wohl begreiflich, wie ein solcher kleiner
-Umstand von manchen Beobachtern entweder in der Erwartung größerer
-Merkwürdigkeiten ganz übersehen, oder aber nicht anmerkenswerth
-gefunden wurde. Doch scheint der sorgfältige R<span class="smaller">ÖSEL</span>
-darauf geachtet zu haben. <i>Hist. der Polypen.</i> im III B. der
-<i>Insectenbelustig.</i> S. 490.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_8_8" id="Fussnote_8_8"></a><a href="#FNAnker_8_8"><span class="label">[8]</span></a> Eine gleichfalls schon anderwärts bemerkte Erscheinung.
-Man sehe die Abh. der Hrn. F<span class="smaller">ABRE</span> und
-L<span class="smaller">OUIS</span>, <i>des
-playes avec perte de substance</i> in den <i>Mém. de l’ac. de Chirurgie. vol
-IV.</i> S. 64. u. 106.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_9_9" id="Fussnote_9_9"></a><a href="#FNAnker_9_9"><span class="label">[9]</span></a> So sagt z.&nbsp;B.
-N<span class="smaller">EWTON</span> in den Quästionen an der
-2ten Ausg. seiner Optik, S. 380. der C<span class="mleft0_2">l</span><span class="mleft0_2">a</span><span class="mleft0_2">r</span><span class="mleft0_2">k</span><span class="mleft0_2">i</span><span class="mleft0_2">s</span><span class="mleft0_2">c</span><span class="mleft0_2">h</span><span class="mleft0_2">e</span><span class="mleft0_2">n</span> Uebers. “<i>Hanc
-vocem</i> attractionis <i>ita hic accipi velim, vt in vniuersum solummodo</i>
-vim aliquam <i>significare intelligatur, qua corpora ad se mutuo tendant;
-cuicunque demum</i> causae <i>attribuenda sit illa vis.</i>”</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_10_10" id="Fussnote_10_10"></a><a href="#FNAnker_10_10"><span class="label">[10]</span></a> Noch am bestimmtesten druckt sich doch F.
-B<span class="smaller">ONAMICO</span> der bekannte Aristoteliker darüber aus, <i>de formatione
-foetus</i> p. 528. “<i>Spiritus in aërea seminis substantia comprehensus,
-aspersus autem a calore caelesti, et vi a patre accepta, et ea quam a
-coelo participat, in vterum foeminae coniectus, concoquit materias a
-foemina infusas et pro ratione ipsarum variis modis afficiens efficit
-instrumenta. Dum vero ea fabricat appellatur Facultas</i> διαπλαστικη seu
-δημιουργικη. <i>Sed vbi exstructa fuerint instrumenta, vt iis vti queat,
-quae prius erat vis formatrix, illis vtens degenerat in animam.</i>”</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_11_11" id="Fussnote_11_11"></a><a href="#FNAnker_11_11"><span class="label">[11]</span></a> So z.&nbsp;B. S. 12. “<i>Vis vegetabilium essentialis ea
-est vis, qua humores ex circumiacente terra, vel aliis corporibus
-colliguntur, subire radicem coguntur, per omnem plantam distribuuntur,
-partim ad diversa loca deponuntur, partim foras expelluntur.</i>”</p>
-
-<p>S. 13. “<i>Quaecunque vero sit haec vis, sive attractrix, sive
-propulsiva, sive aëri expanso debita, sive composita ex omnibus
-hisce et pluribus; modo praestet enarratos effectus, et ponatur,
-posita planta et humoribus nutritiis applicatis, id quod experientia
-confirmatum est: sufficiet ea praesenti scopo et vocabitur a me vis
-vegetabilium essentialis</i>”</p>
-
-<p>und in Anwendung auf die Erzeugung der Thiere S. 73. “<i>Embryonem
-hoc tempore (ovo sc. 36 horas incubato) ex substantia ovi nutriri
-demonstrant illius volumen auctum, perfectiones acquisitae, absentia
-cuiuscunque alius materiae, consumtio albuminis et vitelli succedens,
-experimenta inferius recensenda; consequenter: transire particulas
-nutrientes ex ovo ad embryonem: et existere vim, qua id perficitur,
-quae non est systaltica cordis et arteriarum, neque hinc facta pressio
-in venas vicinas, neque harum compressio a motu musculorum, dirigentem
-absque canalibus, viam determinantibus, adeoque analogam illi (§. 1.)
-quam aeque vocabo</i> essentialem.”</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_12_12" id="Fussnote_12_12"></a><a href="#FNAnker_12_12"><span class="label">[12]</span></a> Doch übergehe ich dabey alle diejenigen, zum Theil
-ausnehmend scharfsinnigen Gegengründe, die schon in einer kürzlich
-unter folgendem Titel erschienenen, überaus witzigen und angenehmen
-Schrift der Evolution entgegen gestellt sind: <i>Zweifel gegen die
-Entwickelungstheorie. Ein Brief an Hrn.</i> S<span class="smaller">ENEBIER</span> <i>von</i> L..
-P.. (P<span class="smaller">ATRIN</span>). <i>Aus der französischen Handschrift übersetzt
-von</i> G. F<span class="smaller">ORSTER</span>, <i>Göttingen</i>, 1788. 8.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_13_13" id="Fussnote_13_13"></a><a href="#FNAnker_13_13"><span class="label">[13]</span></a> Er schrieb mir selbst d. 28. Aug. 1776. “Ich danke der
-Vorsehung, die mir so viele Lebenszeit gegeben hat, daß ich eine neue
-Auflage der Physiologie habe ausarbeiten können, ohne die ich der Welt
-viele Fehler würde zu wiederlegen gelassen haben.”</p>
-
-</div>
-
-</div>
-
-<div class="chapter">
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_35" id="Seite_35">[S. 35]</a></span></p>
-
-<h2 class="nobreak" id="Zweyter_Abschnitt">Zweyter Abschnitt.</h2>
-
-</div>
-
-<div class="inhalt">
-
-<p>Prüfung der Haupt-Gründe für die vorgegebne Präexistenz des
-präformirten Keims im weiblichen Eye, und Gegengründe zu ihrer
-Wiederlegung.</p>
-
-</div>
-
-<p class="p0"><span class="initial">A</span>m 13<sup>ten</sup> May 1758. ward in der Versammlung der königlichen Societät
-der Wissenschaften zu Göttingen die berühmte Abhandlung des Hrn.
-<span class="smaller">VON</span> H<span class="smaller">ALLER</span> ihres damaligen Präsidenten über die Bildung
-des Herzens im bebrüteten Küchelgen abgelesen, worin man nachher
-das <i>argumentum crucis</i> zu Gunsten der präformirten Keime zu finden
-geglaubt hat. Ihr Verfasser sagt nemlich, er habe gefunden, daß die
-Haut des Dotters im bebrüteten Ey mit den Häuten des daran hängen<span class="pagenum"><a name="Seite_36" id="Seite_36">[S. 36]</a></span>den
-Küchelgens, und die Blutgefäße des letztern eben so mit den Adern der
-sogenannten <i>figura venosa</i> des Dotters continuirten. Nun aber habe
-der Dotter mit seiner Haut schon im Eyerstock der unbefruchteten Henne
-präexistirt, folglich nach aller Wahrscheinlichkeit auch zugleich mit
-derselben, obgleich unsichtbar das damit continuirende Küchelgen. &mdash;
-Doch druckte sich der vorsichtige Mann anfangs immer noch behutsam und
-gleichsam schwankend über diese Schlußfolge aus<a name="FNAnker_14_14" id="FNAnker_14_14"></a><a href="#Fussnote_14_14" class="fnanchor">[14]</a>.</p>
-
-<p class="mtop2">Hr. B<span class="smaller">ONNET</span> hingegen, der bald nachher seine Betrachtungen
-über die organisirten Körper herausgab, und schon vorher für die
-Entwickelung der präformirten Keime<span class="pagenum"><a name="Seite_37" id="Seite_37">[S. 37]</a></span> eingenommen war, faßte gleich die
-Hallersche Bemerkung, erklärte sie für schlechterdings unwiederredlich,
-und hielt durch sie die Wahrheit jener Hypothese für ganz ausgemacht
-erwiesen<a name="FNAnker_15_15" id="FNAnker_15_15"></a><a href="#Fussnote_15_15" class="fnanchor">[15]</a>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_38" id="Seite_38">[S. 38]</a></span></p>
-
-<p>Und nun erst ließ sich auch Hr. <span class="smaller">VON</span> H<span class="smaller">ALLER</span> immer mehr und mehr
-von der Wichtigkeit dieser seiner Bemerkung einnehmen, so daß er in
-den spätern Schriften kein Bedenken trug, sie für eben so entscheidend
-auszugeben, als sein Freund B<span class="smaller">ONNET</span>.</p>
-
-<p class="mtop2">Da ich selbst ehedem in Schriften so gut wie hundert andre
-Naturforscher und Physiologen auf diese berühmte Bemerkung als auf
-den Grundpfeiler des Evolutionssystems gefußt habe, so darf ich um
-so weniger Anstand nehmen, nun jetzt meine Verwunderung zu äußern,
-wie in aller Welt wir allesammt einer im gegenwärtigen Falle so
-schlechterdings nichts beweisenden<span class="pagenum"><a name="Seite_39" id="Seite_39">[S. 39]</a></span> Behauptung ein so vermeintlich
-unwiederredliches Gewicht haben beylegen können!</p>
-
-<p>Denn &mdash; gesetzt auch, daß jene Continuation der Häute und Blutgefäße
-des Dotters mit den Häuten und Blutgefäßen des bebrüteten Küchelgens
-seine Richtigkeit hätte (&mdash; gesetzt nemlich; denn die Sache selbst
-ist, wie die sorgfältigste genaueste Beobachtung gelehrt hat, noch
-ganz und gar zweifelhaft, und, wie jeder zugeben wird, der selbst
-bebrütete Eyer untersucht hat, sehr schwer mit Gewißheit zu behaupten
-&mdash;): so folgt ja daraus noch bey weiten nicht, daß diese Häute und
-Gefäße, wenn sie auch wirklich nun mit einander <i>continuirten</i>, deshalb
-auch von je zusammen <i>coëxistirt</i> haben müßten! Genug Erscheinungen
-an organisirten Körpern zeigen das erstere, ohne daß man sich wird<span class="pagenum"><a name="Seite_40" id="Seite_40">[S. 40]</a></span>
-beykommen lassen, daraus das zweyte zu folgern. So aus dem Gewächsreich
-gleich ein Beyspiel statt vieler: die sonderbaren Vegetationen die an
-allerhand Pflanzen durch den bloßen Stich der Gallwespen verursacht
-werden, vorzüglich die sogenannten Schlafäpfel oder Bedeguar<a name="FNAnker_16_16" id="FNAnker_16_16"></a><a href="#Fussnote_16_16" class="fnanchor">[16]</a> an den
-wilden Rosenstöcken. Die Rinde des Rosenstocks überzieht auch diese
-ganzen moosartigen aber <i>zufällig</i> entstandnen Gewächse, und wenn man
-frische oder einige Tage lang eingeweichte Schlafäpfel mit dem Aste,
-an welchem sie sitzen, durchschneidet, so zeigt sich der Uebergang der
-holzigen Gefäße des Rosenstocks in den holzigen Kern des Bedeguar aufs
-sichtlichste, und zuweilen mit einer ausnehmenden Sauberkeit. Sollen
-aber darum auch diese so zu<span class="pagenum"><a name="Seite_41" id="Seite_41">[S. 41]</a></span>fälligen Producte einer kleinen Mücke von
-je mit dem Rosenstocke <i>coëxistirt</i>, und in allen Aesten und Blättern
-aller Rosenstöcke der Welt auch überall eingewickelte Keime für
-zahllose Schlafäpfel <i>präexistiert</i> haben, die alle aufs Gerathewohl da
-gelegen hätten, bis endlich das tausendmal tausendste von ihnen durch
-den wohlthätigen Stachel eines hinzufliegenden Cynips zur Entwickelung
-angetrieben worden?</p>
-
-<p>Und nun im Thierreich &mdash; Wie oft werden nach den zufälligsten
-Entzündungen von Eingeweiden etc. durch Ergießung plastischer Lymphe
-neu erzeugte Häute und in diesen, oft binnen wenigen Tagen neue
-Blutgefäße gebildet, die beiderseits mit den Häuten und Gefäßen
-der benachbarten Eingeweide <i>continuiren</i>, ohne daß man daraus
-ihre beständige <i>Coëxistenz</i> mit denselben zu folgern,<span class="pagenum"><a name="Seite_42" id="Seite_42">[S. 42]</a></span> sich wird
-einfallen lassen. Und damit man nicht etwa einwende, dieß seyen blos
-widernatürliche Erscheinungen im krankhaften Zustande der Thiere,
-so erinnere man sich der neuerlich so berühmt wordnen, sogenannten
-<i>Hunterschen</i> Haut, die jedesmal nach einer fruchtbaren Empfängnis den
-künftigen Aufenthalt der nun zu erzeugenden Leibesfrucht und ihrer
-Hüllen vom neuen auskleidet, und deren Blutgefäße, zumal da wo die
-Adern der Nabelschnur in ihr Wurzel schlagen sollen, aufs sichtlichste
-mit den Blutgefäßen der Mutter selbst continuiren.</p>
-
-<p>In allen diesen angeführten Fällen wuchert gleichsam die neu erzeugte
-Haut und ihre Gefäße aus den benachbarten Eingeweiden heraus, und so
-würden in der Anwendung aufs bebrütete Hühngen auch<span class="pagenum"><a name="Seite_43" id="Seite_43">[S. 43]</a></span> seine Gefäße und
-Häute erst aus des Dotters seinen ausgetrieben werden können.</p>
-
-<p>Allein es läßt sich auch noch ein zweyter Fall gedenken, den auch
-schon ein scharfsichtiger Naturforscher, Hr. P<span class="smaller">AUL</span><a name="FNAnker_17_17" id="FNAnker_17_17"></a><a href="#Fussnote_17_17" class="fnanchor">[17]</a> der
-Hallerschen Demonstration entgegengesetzt hat. Gesetzt, daß jene
-Dotterhaut mit ihren unsichtbaren Gefäßen schon im Eyerstock der Henne
-präexistirt habe, so kan ja demohngeachtet das Küchelgen erst während
-des Bebrütens erzeugt, und nur die Blutgefäße desselben in die Adern
-jener Haut <i>eingepropft</i>, und so beide mit einander verbunden worden
-seyn.</p>
-
-<p>Hr. <span class="smaller">VON</span> H<span class="smaller">ALLER</span> hat diesen Einwurf laut und geradezu
-verworfen,<span class="pagenum"><a name="Seite_44" id="Seite_44">[S. 44]</a></span> und es für schlechterdings <i>unmöglich</i> erklärt, daß die
-unendlich zarten Adern des dann noch microscopisch kleinen Küchelgens
-in die großen Gefäße des riesenmäßigen Dotters eingepfropft werden
-könnten<a name="FNAnker_18_18" id="FNAnker_18_18"></a><a href="#Fussnote_18_18" class="fnanchor">[18]</a>.</p>
-
-<p>Nun und eben dieser unendlich verdienstvolle Mann, der diese
-Einpfropfung beym Küchelgen unmöglich nennt, der ergreift hingegen im
-nemlichen Werke<a name="FNAnker_19_19" id="FNAnker_19_19"></a><a href="#Fussnote_19_19" class="fnanchor">[19]</a>, da wo er von der menschlichen Befruchtung handelt,
-eine völlig gleiche Einpfropfung der Blutgefäße ohne alles Bedenken! Er
-nimmt nemlich an,<span class="pagenum"><a name="Seite_45" id="Seite_45">[S. 45]</a></span> der unendlich kleine menschliche Keim der nun aus
-dem Eyerstocke in die Mutterhöhle angelangt sey, der solle nun mittelst
-seines Mutterkuchen an derselben befestigt werden. Und wie das? Nicht
-anders als durch Einpfropfung seiner microscopischen Nabelgefäßgen in
-die riesenmäßigen Blutgefäße der Gebärmutter. &mdash;</p>
-
-<p class="mtop2">Die neuern Verfechter der Evolution machten, wie wir gesehen haben, den
-Eydotter zur Stütze ihrer Hypothese.</p>
-
-<p>Weit früher schon hat man sich des <i>Froschlaichs</i> zu gleichem Zweck
-bedienen wollen.</p>
-
-<p>S<span class="smaller">WAMMERDAM</span> nemlich verkündigte vor mehr als hundert Jahren die
-wunderbare Entdeckung, daß der schwarze Punkt im Froschlaich<span class="pagenum"><a name="Seite_46" id="Seite_46">[S. 46]</a></span> das in
-allen seinen Theilen vollkommen ausgebildete Fröschgen sey, das auch
-schon im Eyerstock obschon fast unsichtbar präformirt gelegen habe u.
-s. w.<a name="FNAnker_20_20" id="FNAnker_20_20"></a><a href="#Fussnote_20_20" class="fnanchor">[20]</a></p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_47" id="Seite_47">[S. 47]</a></span></p>
-
-<p>Dem guten Mann scheint geahndet zu haben welch ein mißliches,
-vergängliches Ding es mit aller zeitlichen eitlen Ehre solcher
-Entdeckungen sey, und bekanntlich suchte er dafür bald hernach ein
-solideres Glück der Mystik im Schooße bey Mamsell B<span class="smaller">OURIGNON</span>.
-Denn wirklich hat nun jetzt die undankbare heutige Welt jene wunderbare
-Entdeckung dem berühmten Hrn. Abt S<span class="smaller">PALLANZANI</span> zugeschrieben,
-der sie freylich in mehrern Schriften, zumal aber im zweyten Band
-seiner Abhandlungen<a name="FNAnker_21_21" id="FNAnker_21_21"></a><a href="#Fussnote_21_21" class="fnanchor">[21]</a> mit vieler Umständlichkeit vorgetragen hat.</p>
-
-<p>Auch er nennt nemlich das schwarze Fleckgen im befruchteten Froschlaich
-geradezu Kaulquappe<span class="pagenum"><a name="Seite_48" id="Seite_48">[S. 48]</a></span> oder junges Fröschgen<a name="FNAnker_22_22" id="FNAnker_22_22"></a><a href="#Fussnote_22_22" class="fnanchor">[22]</a>. Und da nun dieses
-Fleckgen im unbefruchteten Laich doch schon eben so aussieht, wie im
-befruchteten<a name="FNAnker_23_23" id="FNAnker_23_23"></a><a href="#Fussnote_23_23" class="fnanchor">[23]</a>, so ist nach seiner Logik nichts natürlicher, als
-daß dasselbe auch im erstern und schon in Mutterleibe Kaulquappe oder
-junges Fröschgen gewesen ist<a name="FNAnker_24_24" id="FNAnker_24_24"></a><a href="#Fussnote_24_24" class="fnanchor">[24]</a>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_49" id="Seite_49">[S. 49]</a></span></p>
-
-<p>Ich weis nicht, was man von einem Chemiker urtheilen würde, dem es
-beliebte, ein Klümpgen Silberamalgama deswegen einen Dianenbaum zu
-nennen, weil doch wenn nun verdünnte Silberauflösung dazu käme, sich
-allerdings so ein Baum daraus bilden würde, und da nun ein solches
-Klümpgen außer der Silbersolution übrigens eben so aussähe, als nachdem
-es so eben unter dieselbe gebracht worden, so müsse folglich auch in
-jenem der <i>präformirte</i> Dianenbaum präexistirt haben u.&nbsp;s.&nbsp;w.</p>
-
-<p>Man muß sich schämen, eine Behauptung noch lange wiederlegen zu wollen,
-von deren absoluten Ungrund sich jedes gesunde, präjudizlose und im
-Beobachten nur nicht ganz ungeübte Auge alle Frühjahr überzeugen kan.
-Wer sich je die kleine Mühe gegeben hat, das<span class="pagenum"><a name="Seite_50" id="Seite_50">[S. 50]</a></span> Froschlaich genau zu
-untersuchen, der wird gestehen müssen, daß der Einfall, das schwarze
-Fleckgen in demselben zum Kaulquappen zu demonstriren, die glücklichste
-Anwendung von der Logik des Bruder <span class="mleft0_2">P</span><span class="mleft0_2">e</span><span class="mleft0_2">t</span><span class="mleft0_2">e</span><span class="mleft0_2">r</span> im Mährgen von der
-Tonne sey, der auch seinen Brüdern das hausbackne Brod für einen
-exquisiten Hammelbraten andemonstriren wollte.</p>
-
-<p class="mtop2">Doch die Verfechter der mütterlichen Keime sind weiter gegangen. Sie
-haben sich geradezu auf Fälle berufen, wo sogar <i>Mädgen</i> in aller ihrer
-jungfräulichen Unschuld durch die unzeitige Entwickelung eines solchen
-kleinen Keims guter Hoffnung worden.</p>
-
-<p>Wie doch die Dinge zuweilen sonderbar zusammentreffen müssen.<span class="pagenum"><a name="Seite_51" id="Seite_51">[S. 51]</a></span> Gerade
-im nemlichen Jahre, da S<span class="smaller">WAMMERDAM</span> seine obgedachte Entdeckung
-im Froschlaich kund that, ereignete sich, nach dem in den Tagebüchern
-der kaiserlichen Akademie der Naturforscher von einem berühmten
-Leibarzt seiner Zeit, dem Dr. C<span class="smaller">LAUDER</span> gegebnen Bericht, in
-Sachsenland ein <i>Casus</i>, der mit jener Entdeckung wie Schachtel und
-Deckel zusammen paßte. Eine Müllersfrau kommt mit einem Mädgen in
-die Wochen, das einen ungewöhnlich hohen Leib mit zur Welt bringt.
-Acht Tage hierauf wird das kleine dickleibige Mädgen “mit großen
-Wehtagen und Unruhe befallen, sehr weinend und ängstlich, daß alle
-die Umstehende nicht anders vermeint, als es würde im Nu sterben.
-Immittelst gebieret das kranke Kind ordentlicher Weise ein artiges,
-vollständiges, lebendiges Töchterlein, in der Länge des mitt<span class="pagenum"><a name="Seite_52" id="Seite_52">[S. 52]</a></span>lern
-Fingers, welches auch getauft worden. Bey und während der Geburt ist
-alles an Afterbürde und andrer Unreinigkeit abgegangen, beide Kinder
-aber sind kurz folgende Tage hierauf gestorben.”<a name="FNAnker_25_25" id="FNAnker_25_25"></a><a href="#Fussnote_25_25" class="fnanchor">[25]</a></p>
-
-<p>Der Hr. <span class="smaller">VON</span> H<span class="smaller">ALLER</span> setzt richtig diese Geschichte nebst einer
-anderen aus den Schwedischen Abhandlungen, wo man bey der Section
-eines Mädgen, Knochen, Zähne<span class="pagenum"><a name="Seite_53" id="Seite_53">[S. 53]</a></span> und Haare in einer Geschwulst des
-Gekröses gefunden, unter die Hauptstützen der Wahrheit der mütterlichen
-Keime<a name="FNAnker_26_26" id="FNAnker_26_26"></a><a href="#Fussnote_26_26" class="fnanchor">[26]</a>.</p>
-
-<p>Aber auch in S<span class="smaller">CHMUCKER</span>’<span class="smaller">S</span> vermischten chirurgischen Schriften
-beschreibt ein A<span class="smaller">NONYMUS</span> die Leichenöffnung eines Mädgen,
-bey dem man <i>statt der Gebärmutter</i> einen runden, harten mit Haaren
-bewachsenen Körper einer starken Wall<span class="pagenum"><a name="Seite_54" id="Seite_54">[S. 54]</a></span>nuß groß gefunden, der ein
-misgestaltnes Kinderköpfgen vorgestellt. Das Köpfgen habe zwey
-vollkommne Zähne und in seiner Cavität etwas Gehirn-ähnliches gehabt
-etc.</p>
-
-<p>Da die Verfechter der mütterlichen Keime immer so laut und dringend
-protestiren, daß man doch ihren <i>Beobachtungen</i> nicht bloßes
-Räsonnement entgegen stellen solle, so enthalte ich mich auch hier
-alles Räsonnements, sondern will ihnen blos Zug für Zug, Beobachtung
-gegen Beobachtung vorlegen, nemlich von nicht minder merkwürdigen
-und unterhaltenden und ungefähr eben so glaubwürdigen Fällen, wo
-sich auch <i>Mannspersonen</i> oder andre männliche Thiere in gesegneten
-Leibesumständen befunden haben sollen, und ich hoffe nicht, daß diese
-meine, den <i>mütterlichen</i> Keimen gerade wiedersprechende Autoritäten,<span class="pagenum"><a name="Seite_55" id="Seite_55">[S. 55]</a></span>
-der Gegenpartie ihren nachstehen dürfen.</p>
-
-<p class="mtop2">Dem Fall z.&nbsp;B. aus den schwedischen Abhandlungen setze ich einem aus
-der Geschichte der königl. Akad. der Wissenschaften zu Paris entgegen,
-da ein <i>Abbé</i> mitten in einem Versuche über das Zeugungsgeschäfte sehr
-zur Unzeit unterbrochen ward, und von Stund an in gewissen Theilen
-die einmal ein andrer <i>Abbé</i> der heil. A<span class="smaller">BAELARD</span> durch einen
-ähnlichen Anlaß ganz eingebüßt hat, eine harte Geschwulst fühlte.
-Es kam zur Operation, und sein Wundarzt versichert der königlichen
-Akademie, dem Hrn. Patienten ein verhärtetes Kindgen<a name="FNAnker_27_27" id="FNAnker_27_27"></a><a href="#Fussnote_27_27" class="fnanchor">[27]</a> aus besagten
-Theilen geschnitten zu haben.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_56" id="Seite_56">[S. 56]</a></span></p>
-
-<p>Die Geschichte von der Müllersfrau in den Tagebüchern der kaiserlichen
-Akad. der Naturforscher, denke ich mit einer andern in den
-<i>Philosophical Transactions</i> aufzuwiegen, da ein männliches Windspiel
-ein lebendiges junges Hündgen <i>per anum</i> von sich gegeben haben soll.
-Statt der Hrn. C<span class="smaller">LAUDER</span> und
-O<span class="smaller">TTO</span> die jene Geschichte
-bezeugen, nenne ich zwey Gewährsleute, auf die England stolz seyn muß:
-Dr. W<span class="smaller">ALLIS</span> und
-E<span class="smaller">DM</span>. H<span class="smaller">ALLEY</span>.</p>
-
-<p>Endlich dem <i>anonymus</i> bey S<span class="smaller">CHMUCKER</span> setze ich einen
-<i>anonymus</i> beym ehrwürdigen F<span class="smaller">R</span>. R<span class="smaller">UYSCH</span> entgegen, der diesem
-ein ähnliches Product, nemlich eine knochichte Schaale wie eine halbe
-Wallnuß verehrte, die er nebst vier vollkommnen Backzähnen und einem
-Knaul Haare vom Magen einer männlichen Leiche losgeschnitten zu haben
-versicherte.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_57" id="Seite_57">[S. 57]</a></span></p>
-
-<p>Das wäre denn also Autorität gegen Autorität. Ich glaube man kan nicht
-gewissenhafter zu Werke gehn, als ich hier zu Werke gegangen bin; und
-in so fern, dächte ich, wären wir wenigstens quitt. Doch riethe ich,
-wenns gefällig wäre, überhaupt beym gegenwärtigen Streite, diese Art
-von Hülfstruppen vor der Hand aus dem Spiele zu lassen; ich stellte die
-meinigen blos darum auf, weil die Gegenpartie mit den ihrigen ins Feld
-zu rücken für gut befunden hatte.</p>
-
-<p class="mtop2">Das ist das Hauptsächlichste, was ich den berühmtesten Beweisen, die
-von den Vertheidigern der präformirten mütterlichen Keime für die
-sinnlichst entscheidenden ausgegeben werden, entgegen zu setzen habe.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_58" id="Seite_58">[S. 58]</a></span></p>
-
-<p>Diesen darf ich aber nun noch einige andere aus Erfahrung
-bewiesene Gegengründe beyfügen, die ohnehin wohl den Werth jener
-Einschachtelungshypothese bey unbefangenen und nachdenkenden Lesern zu
-bestimmen, hinreichend seyn dürften.</p>
-
-<p>So z.&nbsp;B. die durchgehends bestätigte Erfahrung, daß sich auch dem
-bewaffnetesten Auge doch nie sogleich &mdash; sondern immer erst eine
-geraume, zum Theil beträchtlich lange Zeit, nach der Befruchtung die
-erste Spur des neuempfangnen Menschen oder Thiers, oder Gewächses
-zeigt. Es lohnt sich nicht der Mühe, jetzt noch die fabelhaften
-Sagen des H<span class="smaller">IPPOCRATES</span> und so vieler nachherigen guten Alten
-zu rügen, die in den ersten Tagen nach der Empfängnis schon völlig
-kenntliche ausgebildete menschliche Leibesfrüchte<span class="pagenum"><a name="Seite_59" id="Seite_59">[S. 59]</a></span> gesehen zu haben
-meinten. Sie werden bey den wenigen Hülfsmitteln und der seltnen
-Gelegenheit in jenen Zeiten um so verzeihlicher, wenn man bedenkt, daß
-selbst neuere Aerzte von ungleich mehr ausgebreiteter Erfahrung in
-diesem Fache, noch ähnliche solche Behauptungen gewagt haben. So hat
-uns M<span class="smaller">AURICEAU</span> mit Abbildungen von Leibesfrüchten von 3&#8531; Tagen,
-von einem Tag u.&nbsp;s.&nbsp;w. beschenkt, und so haben M<span class="smaller">ALPIGHI</span>
-und C<span class="smaller">ROUNE</span> schon im unbebrüteten Ey einer getretnen Henne,
-und letztrer sogar in Windeyern von Hünern, denen sich noch nie ein
-Hahn genaht hatte, das Küchelgen und seine Theile gesehn zu haben,
-versichern dürfen.</p>
-
-<p>Kein vorsichtiger und zuverlässiger Beobachter wird aber vor der
-dritten Woche der Schwangerschaft einen ungezweifelt wahren,
-mensch<span class="pagenum"><a name="Seite_60" id="Seite_60">[S. 60]</a></span>lichen Embryo, oder im bebrüteten Hühnerey in den ersten
-zwölf Stunden auch nur eine dunkle, und vor Ende des zweyten Tages,
-eine deutliche Spur des Küchelgens gesehn haben. Vor diesem, einer
-jeden Gattung von Thieren und Gewächsen von der Natur auf längere
-oder kürzere Zeit vorgeschriebenen Termin<a name="FNAnker_28_28" id="FNAnker_28_28"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a>, ist schlechterdings
-ihre neuempfangene Brut nicht zu erkennen: ein Umstand, der bey der
-Vollkommenheit unsrer Vergrößerungsgläser und andrer mechanischen
-Hülfsmittel und Handgriffe der Theorie der präformirten Keime gewiß
-nichts weniger als günstig seyn kan.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_61" id="Seite_61">[S. 61]</a></span></p>
-
-<p>Eben so wenig ist abzusehen, wie in aller Welt die Gönner der
-präformirten Keime, die unzähligen Fälle von Entstehung und Ausbildung
-ganz zufälliger Weise neuerzeugter, im natürlichen Bau gar nicht
-existirender organischer Theile mit ihrer Einschachtelungshypothese
-zusammen reimen wollen.</p>
-
-<p>Nur gleich wenige Beyspiele der Art statt vieler.</p>
-
-<p>Eine Frau wird guter Hoffnung, aber ihr Kind ist nicht in dem
-eigentlichen Ort seiner Bestimmung, sondern darneben in einer der
-beiden Fallopischen Röhren empfangen worden, die berstet endlich bey
-zunehmendem Wachsthum des armen verirrten Geschöpfes, und dieses fällt
-nun in die Bauchhöhle der Mutter. Was thut die Natur? Sie ergießt
-eine Menge plastischer Lymphe, die sich zu deutlich organisirten<span class="pagenum"><a name="Seite_62" id="Seite_62">[S. 62]</a></span>
-Häuten bildet, und den Fötus incrustirt, wie eine Mumie einwickelt und
-dadurch die der Mutter sonst tödliche Fäulung desselben verhütet; so
-daß sie nun noch lange Jahre mit dieser zwar lästigen, aber doch nicht
-gefährlichen Bürde herumgehen kan. Die nachherigen Leichenöffnungen
-aber zeigen offenbar, daß diese durch einen Zufall veranlaßten
-neuerzeugten Membranen mit zahlreichen Blutgefäßen durchwebt sind<a name="FNAnker_29_29" id="FNAnker_29_29"></a><a href="#Fussnote_29_29" class="fnanchor">[29]</a>,
-die doch wohl schwerlich im vermeinten Keime schon präexistirt haben
-können?</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_63" id="Seite_63">[S. 63]</a></span></p>
-
-<p>Ein Mensch bricht beide Röhren im Vorderarm, hält sich bey der Heilung
-nicht ruhig, so daß die Natur den Bruch nicht wie sonst durch eine
-Beinschwiele zusammen leimen kan. Was thut sie dagegen? sie bildet im
-Bruche für beide Röhren zwey neue Gelenke, im ganzen gleichsam einen
-zweyten Ellnbogen, der für sich allein und ohne Hülfe der andern Hand
-volle Beweglichkeit hat.</p>
-
-<p>Ein anderer verrenkt den Schenkelkopf aus dem Hüftknochen und die Natur
-bildet ihm in selbigem eine neue Pfanne<a name="FNAnker_30_30" id="FNAnker_30_30"></a><a href="#Fussnote_30_30" class="fnanchor">[30]</a>.</p>
-
-<p>Ein Kind kriegt im Mutterleibe durch den zufälligsten Anlaß,
-z.&nbsp;B.<span class="pagenum"><a name="Seite_64" id="Seite_64">[S. 64]</a></span> blos durch unmäßige Liebesbezeugungen des Vaters gegen die
-schwangere Mutter, einen Wasserkopf, wodurch die Hirnschaale ungeheur
-wassersüchtig aufgetrieben wird, und mächtige leere Zwischenräume
-zwischen den ausgedehnten flachen Knochen derselben entstehen. Die
-Natur sucht zu helfen, und sprengt einzelne kleine Knochenkernchen
-in diese Zwischenräume, die zu Zwickelbeinchen werden und diese
-gefährlichen Lücken möglichst ausfüllen, die sonst so weit auseinander
-stehenden Knochen miteinander verbinden, und die Hirnschaale schließen
-helfen. Diese Zwickelbeinchen gehören aber nicht zum natürlichen Bau,
-und finden sich daher auch nur sehr selten bey Thieren oder an den
-Schedeln von wilden Völkern; können folglich auch wohl schwerlich im
-Keime präformirt gewesen seyn. Und doch sind es<span class="pagenum"><a name="Seite_65" id="Seite_65">[S. 65]</a></span> wahre, einzelne,
-abgesonderte Knochen, mit <i>ächten</i> Näthen eingefaßt. Und zwar werden
-sie nicht etwa blos von den benachbarten natürlichen Näthen der flachen
-Knochen umschlossen, sondern oft liegen ihrer so viele dicht neben- und
-untereinander, daß die mittlern darunter ganz offenbar auch ihre eignen
-neuerzeugten Näthe bilden. Wie kunstreich aber ist nicht der Bau einer
-ächten Nath mit ihren doppelten und dreyfachen Reihen von Zäpfgen und
-Grübgen, die so bewundernswürdig in einander greifen.</p>
-
-<p>Die Schlußfolgen aus allen diesen Beyspielen ergeben sich von selbst.
-Können einmal vollkommne besondere Knochen, ganz neue ungewöhnliche
-Gelenke, neue organische Häute mit eben so neuen Blutgefäßen, <i>da</i>
-gebildet werden, wo an keinen dazu präformirten Keim<span class="pagenum"><a name="Seite_66" id="Seite_66">[S. 66]</a></span> zu denken ist,
-wozu brauchts denn überhaupt der ganzen Einschachtelungshypothese?</p>
-
-<p class="mtop2">Allein auch selbst die Erscheinungen bey Zeugung der <i>Bastarde</i>
-wiedersprechen allen Begriffen von Präexistenz eines präformirten
-Keims so schlechterdings, daß man kaum absieht, wie bey einer reifen
-Erwägung der erstern, die letztern noch ernstliche Vertheidiger
-haben finden können. Mich dünkt eine einzige Erfahrung wie die,
-da Hr. K<span class="smaller">ÖLREUTER</span> durch wiederholte Erzeugung fruchtbarer
-Bastardpflanzen, endlich die eine Gattung von Tabak (<i>N<span class="mleft0_2">i</span><span class="mleft0_2">c</span><span class="mleft0_2">o</span><span class="mleft0_2">t</span><span class="mleft0_2">i</span><span class="mleft0_2">a</span><span class="mleft0_2">n</span><span class="mleft0_2">a</span>
-rustica</i>) so vollkommen in eine andere (<i>N<span class="mleft0_2">i</span><span class="mleft0_2">c</span><span class="mleft0_2">o</span><span class="mleft0_2">t</span><span class="mleft0_2">i</span><span class="mleft0_2">a</span><span class="mleft0_2">n</span><span class="mleft0_2">a</span> paniculata</i>)
-verwandelt und umgeschaffen, daß sie nicht eine Spur von ihrer
-angestammten mütterlichen Bildung übrig behalten hat, müßte doch die
-ein<span class="pagenum"><a name="Seite_67" id="Seite_67">[S. 67]</a></span>genommensten Verfechter der Evolutionstheorie von ihrem Vorurtheil
-zurückbringen. Dieser vortreffliche Beobachter hatte nemlich durch
-die künstliche Befruchtung der erstern Gattung von Tabak mit dem
-Blumenstaube von der letztern, fruchtbaren Bastard-saamen erhalten, und
-hatte dann die daraus gezognen Pflanzen, (die in ihrer Bildung schon
-das Mittel zwischen ihren beiden Stammeltern hielten), vom neuen und
-mit gleichen Erfolg mit Blumenstaube von der <i>paniculata</i> befruchtet.
-Da dieß wiederum fruchtbaren Saamen, und dieser wiederum Pflanzen gab
-die von der mütterlichen Gestaltung noch mehr abwichen, so hat er mit
-diesen letztern den nemlichen Versuch noch einmal wiederholt, und so
-endlich sechs Pflanzen erhalten, die sämmtlich, ihrer ganzen Bildung
-nach, mit der natürlichen <i>paniculata</i> vollkommen<span class="pagenum"><a name="Seite_68" id="Seite_68">[S. 68]</a></span> übereinstimmten,
-ohne sich im mindesten weiter von derselben zu unterscheiden, so daß
-er in seinem classischen Werke, der Nachricht von diesen berühmten
-Versuchen, mit ganzem Rechte die Aufschrift giebt: <i>Gänzlich
-vollbrachte V<span class="mleft0_2">e</span><span class="mleft0_2">r</span><span class="mleft0_2">w</span><span class="mleft0_2">a</span><span class="mleft0_2">n</span><span class="mleft0_2">d</span><span class="mleft0_2">l</span><span class="mleft0_2">u</span><span class="mleft0_2">n</span><span class="mleft0_2">g</span> einer natürlichen Pflanzengattung in die
-andere.</i></p>
-
-<p>Ich weis sehr wohl, daß die Gönner der Evolution sich bey Erklärung
-der Bastarderzeugung damit auszuhelfen suchen, daß sie dem männlichen
-Zeugungsstoffe, außer der reizenden Kraft, womit er den schlafenden
-mütterlichen Keim <i>erwecken</i> soll, in diesem Fall auch noch <i>bildende</i>
-Kräfte zugestehen, wodurch dann jene Keime freylich in etwas zur
-väterlichen Gestaltung umgeformt würden etc. Was ist aber in aller
-Welt eine solche Ausflucht anders, als ein stilles Geständ<span class="pagenum"><a name="Seite_69" id="Seite_69">[S. 69]</a></span>nis der
-gebrechlichen Unzulänglichkeit des Keim-systems und der Nothwendigkeit
-zu Rettung desselben immer doch nebenher zu bildenden Kräften
-Zuflucht nehmen zu müssen. Und wenn nun aber diese bildenden Kräfte
-so stark sind, daß sie binnen wenigen Generationen die ganze Form des
-mütterlichen Keims gleichsam vertilgen und in eine andere umschaffen,
-so ist nicht abzusehen, wozu denn also überhaupt der Keim präformirt zu
-seyn brauchte?</p>
-
-<div class="footnotes">
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_14_14" id="Fussnote_14_14"></a><a href="#FNAnker_14_14"><span class="label">[14]</span></a> “<i>l’evolution commence à me paroitre la plus probable
-etc.</i>”</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_15_15" id="Fussnote_15_15"></a><a href="#FNAnker_15_15"><span class="label">[15]</span></a> Man sehe z.&nbsp;B. die Vorrede zu diesem seinen Werke
-S. <span class="smaller">IX</span> u.&nbsp;f. der Ausg. v. 1768. “<i>Enfin cette découverte
-importante” (que le Germe appartenoit à la Femelle, qu’il préexistoit
-ainsi à la Fecondation, et que l’Evolution étoit la Loi universelle des
-Etres organisés) “que j’attendois et que j’avois osé prédire, me fut
-annoncée en 1757. par Mr. le Baron</i> <span class="smaller">DE</span> H<span class="smaller">ALLER</span>, <i>qui la tenoit
-de la Nature elle-même.</i>” &mdash; “<i>La découverte de Mr.</i> <span class="smaller">DE</span> H<span class="smaller">ALLER</span>
-<i>prouvoit d’une manière incontestable, que le Poulet appartenoit
-originairement à la Poule, et qu’il préexistoit à la Conception.</i>”</p>
-
-<p>und in seinem Briefe an Hrn. <span class="smaller">V.</span> H<span class="smaller">ALLER</span> v. 30. Oct. 1758:
-“<i>Vos Poulets m’enchantent: je n’avois pas espéré que le secret de la
-Génération commenceroit sitôt à se dévoiler. C’est bien vous, Monsieur,
-qui avez sçu prendre la Nature sur le fait.</i>”</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_16_16" id="Fussnote_16_16"></a><a href="#FNAnker_16_16"><span class="label">[16]</span></a> Rosenschwämme, <i>spongiae cynosbati</i>.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_17_17" id="Fussnote_17_17"></a><a href="#FNAnker_17_17"><span class="label">[17]</span></a> In der Vorrede zum VIIIten Bande der <i>collection
-academique, P. étrangere</i>. pag. 22 sqq.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_18_18" id="Fussnote_18_18"></a><a href="#FNAnker_18_18"><span class="label">[18]</span></a> “<i>Nunquam fieri potest, vt inter tubulum millionesies
-minorem, et millionesies maiorem continuitas oriatur.</i>” <i>Elem.
-physiol.</i> T. VIII. P. I. p. 94. vergl. mit den <i>prim. lin. physiol.</i> §.
-883. und den <i>operib. minorib.</i> T. II. pag. 419.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_19_19" id="Fussnote_19_19"></a><a href="#FNAnker_19_19"><span class="label">[19]</span></a> <i>Elem. physiol.</i> a.&nbsp;a.&nbsp;O. S. 257.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_20_20" id="Fussnote_20_20"></a><a href="#FNAnker_20_20"><span class="label">[20]</span></a> <i>Mirac. nat.</i> pag. 21. “<i>admiratione dignum est, nigrum
-illud punctum, quod in ovis ranarum videre est, ipsum ranunculum
-omnibus suis partibus absolutum; albicantem vero et circumfusum illum
-liquorem non nisi alimentum eius esse; quod ipsum sensim dilatatum ita
-attenuatur, vt exire cum velit possit</i>” <i>etc.</i></p>
-
-<p>“<i>Magis mirum est, hunc ipsum ranunculum in ovario vsque adeo exiguum
-ortus et incrementi sui principium habere, vt fere visum effugiat, vtut
-ipsum animal sub hac tantula mole delitescat.</i>”</p>
-
-<p>und bald hernach zieht er dann den allgemeinen Schluß: “<i>Nullus mihi in
-rerum natura generationi, sed soli propagationi vel incremento partium
-locus esse videtur, vbi casus omnis excludatur.</i>”</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_21_21" id="Fussnote_21_21"></a><a href="#FNAnker_21_21"><span class="label">[21]</span></a> <i>Dissertazioni di fisica animale, e vegetabile</i> T. II.
-<i>in Modena</i> 1780. 8.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_22_22" id="Fussnote_22_22"></a><a href="#FNAnker_22_22"><span class="label">[22]</span></a> “<i>a parlare filosoficamente l’uovo non è che il girino
-medesimo in se stesso concentrato, e ristretto, il quale mediante la
-fecondazione si sviluppa, ed acquista le fatezze di animale.</i>” pag. II.
-§. XVII.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_23_23" id="Fussnote_23_23"></a><a href="#FNAnker_23_23"><span class="label">[23]</span></a> “<i>questi globetti non fecondati non sono per verun conto
-distinguibili dai fecondati</i>” §. XVIII.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_24_24" id="Fussnote_24_24"></a><a href="#FNAnker_24_24"><span class="label">[24]</span></a> “<i>ma i globetti fecondati non sono che i feti ranini</i>
-(§. XVII.): <i>adunque i globetti non fecondati lo saronno altresi; e
-conseguentemente nella nostra rana il feto esiste in lei pria che
-abbiasi la fecondazione del maschio.</i>” pag. 12. §. XIX.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_25_25" id="Fussnote_25_25"></a><a href="#FNAnker_25_25"><span class="label">[25]</span></a> Ich liefre die eignen Worte eines andern gleichzeitigen
-Arztes des Dr. O<span class="smaller">TTO</span>, der von der Großmutter, nemlich von der
-Müllersfrau in ihrer Schwangerschaft consultirt worden, und dessen
-Enkel den ganzen Casus in einer besondern Abhandlung unter folgendem
-Titel gar gelehrt und subtil vindicirt und illustrirt hat. D. C. I.
-A<span class="smaller">UG</span>. O<span class="smaller">TTONIS</span> <i>epistola de foetu puerpera s. de foetu in foetu.
-Weissenfels, 1748. 4.</i></p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_26_26" id="Fussnote_26_26"></a><a href="#FNAnker_26_26"><span class="label">[26]</span></a> In der <i>Yverduner Encyclopädie</i> T. XVIII. art. FETVS.
-p. 721. “<i>Il y a plus, on a vu dans une vierge constamment telle et
-reconnoissable par l’integrité de son hymen, des dents, des ossemens
-et des cheveux renfermés dans une tumeur du mésentere. Ce phenomene
-rapporté dans les Mém. de l’ac. de Suede, a été observé depuis peu en.
-Un</i> fétus <i>femelle, incapable assurément d’admettre le mâle est né avec
-un fêtus formé au dedans de lui</i>.”</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_27_27" id="Fussnote_27_27"></a><a href="#FNAnker_27_27"><span class="label">[27]</span></a> “<i>on y distinguoit la tête, les pieds et les yeux.</i>”</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_28_28" id="Fussnote_28_28"></a><a href="#FNAnker_28_28"><span class="label">[28]</span></a> So zeigt sich z.&nbsp;B. beym trächtigen Caninchen die
-erste Spur der neuempfangnen Frucht nicht vor dem 9ten Tage; bey der
-Schaafmutter nicht vor dem 19ten; bey der Hirschkuh nicht vor der 7ten
-Woche u.&nbsp;s.&nbsp;w.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_29_29" id="Fussnote_29_29"></a><a href="#FNAnker_29_29"><span class="label">[29]</span></a> Ich habe einen solchen Fötus, womit die Mutter 8 Jahr
-schwanger gegangen, und den das academische Museum von meinem würdigen
-Freunde dem Hrn. Hofr. B<span class="smaller">ÜCHNER</span> in Gotha zum Geschenk erhalten,
-im VIII B. der <i>Commentation. soc. reg. sc. Gottingens.</i> beschrieben.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_30_30" id="Fussnote_30_30"></a><a href="#FNAnker_30_30"><span class="label">[30]</span></a> Ich habe von allen solchen Fällen in der <i>Gesch. und
-Beschreib. der Knochen des menschl. Körp.</i> S. 43. Beyspiele gesammelt.</p>
-
-</div>
-
-</div>
-
-<div class="chapter">
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_70" id="Seite_70">[S. 70]</a></span></p>
-
-<h2 class="nobreak" id="Dritter_Abschnitt">Dritter Abschnitt.</h2>
-
-</div>
-
-<div class="inhalt">
-
-<p><i>Erfahrungen zum Erweis des Bildungstriebes und zu näherer
-Bestimmung einiger Gesetze desselben.</i></p></div>
-
-<p class="p0"><span class="initial">E</span>inreißen ist leichter denn aufbauen: und es ist ein alter Vorwurf, den
-man manchen Reformatoren gemacht hat, daß ihnen das erstere mit besserm
-Glück als das leztre von statten gegangen. Aber in der That kan doch,
-wie Hr. B<span class="smaller">ONNET</span> vortrefflich anmerkt<a name="FNAnker_31_31" id="FNAnker_31_31"></a><a href="#Fussnote_31_31" class="fnanchor">[31]</a>, die Wiederlegung
-eines Irthums wich<span class="pagenum"><a name="Seite_71" id="Seite_71">[S. 71]</a></span>tiger seyn, als die Erfindung einer neuen Wahrheit.
-Und in so fern bliebe diesen Blättern immer einiges Verdienst, wenn
-auch blos im vorigen Abschnitt der Ungrund einer neuerlich so beliebt
-wordnen Hypothese erwiesen wäre. Allein ich hoffe, daß nun auch der
-gegenwärtige würklich etwas der Natur angemeßneres an ihrer statt geben
-soll.</p>
-
-<p>Man kan nicht inniger von etwas überzeugt seyn, als ich es von der
-mächtigen Kluft bin, die die Natur zwischen der belebten und unbelebten
-Schöpfung, zwischen den organisirten und unorganischen Geschöpfen
-befestigt hat; und ich sehe bey aller meiner Hochachtung für den
-Scharfsinn, womit die Verfechter der Stufenfolge oder Continuität der
-Natur ihre Leitern angelegt haben, nicht ab, wie sie beym Uebergange<span class="pagenum"><a name="Seite_72" id="Seite_72">[S. 72]</a></span>
-von den organisirten Reichen zum unorganischen ohne einen wirklich
-etwas gewagten Sprung durchkommen wollen. Allein dieß hindert nicht,
-daß man darum nicht Erscheinungen im einen dieser beiden Haupttheile
-der Schöpfung zur Erläuterung von Erscheinungen im andern benutzen
-dürfte: und so sehe ich es für keins der geringsten Argumente zum
-Erweis des Bildungstriebes in den organisirten Reichen an, daß auch
-im unorganischen die Spuren von bildenden Kräften so unverkennbar
-und so allgemein sind. Von bildenden Kräften &mdash; bey weiten nicht vom
-Bildungstriebe (<i>nisus formativus</i>) in dem Sinne den dieses Wort in der
-gegenwärtigen Untersuchung bezeichnet, denn der ist eine Lebenskraft
-und folglich als solche in der unbelebten Schöpfung nicht denkbar,
-&mdash; sondern von andern bilden<span class="pagenum"><a name="Seite_73" id="Seite_73">[S. 73]</a></span>den Kräften, von welchen sich in diesem
-unbelebten Naturreiche die deutlichsten Beweise an so bestimmten,
-überaus regelmäßigen Gestaltungen zeigen, die aus einem vorher
-ungebildeten Stoffe geformt werden.</p>
-
-<p>Man kan doch, um nur ein Paar Beyspiele anzuführen, nichts ausnehmend
-eleganteres sehen, als gewisse metallische Crystallisationen, die
-in ihrer äußern Form eine so auffallende Aehnlichkeit mit gewissen
-organischen Körpern haben, daß sie ein sehr fügliches Bild geben, um
-die Vorstellung von der Formation aus ungebildeten Stoffen überhaupt
-zu erleichtern. So z.&nbsp;B. das gediegene sogenannte Farnkraut-silber
-zwischen dem eingebröckelten Quarz aus Peru; und um was Gemeineres zu
-nennen, das unbeschreiblich saubere moosförmige Stückmes<span class="pagenum"><a name="Seite_74" id="Seite_74">[S. 74]</a></span>sing, so wie
-es sich nach dem ersten Gusse auf dem Bruche ausnimmt u. dergl. m.</p>
-
-<p class="mtop2">Dieß wie gesagt nur als Beyspiele von bildenden Kräften im
-unorganisirten Naturreiche.</p>
-
-<p>Nun zum wahren Bildungstriebe in der belebten Schöpfung.</p>
-
-<p>Für ein unbefangnes Auge weis ich kein sinnlicheres Mittel, sich das
-Daseyn und die Wirksamkeit dieses Triebes anschaulich zu machen,
-als die präjudizlose Beobachtung der Entstehung und Fortpflanzung
-solcher organisirter Körper, die mit einer ganz ansehnlichen Größe ein
-schnelles, so zu sagen zusehends merkliches Wachsthum und eine so zarte
-halbdurchsichtige Textur ver<span class="pagenum"><a name="Seite_75" id="Seite_75">[S. 75]</a></span>binden, daß sie vollends in sattsamen
-Lichte und unter einiger Vergrößerung aufs deutlichste, klarste
-durchschaut werden können.</p>
-
-<p>Ein Beyspiel der Art aus dem Gewächsreiche giebt die überaus einfache
-Fortpflanzungsweise einer eben so einfachen Wasserpflanze<a name="FNAnker_32_32" id="FNAnker_32_32"></a><a href="#Fussnote_32_32" class="fnanchor">[32]</a>, die,
-zumal im Frühjahr gar häufig am Ausfluß der Röhrenwasser, an Quellen,
-in Gräben, Teichen etc. zu finden ist, und deren sich auch wohl
-unbotanische Leser leicht aus der bloßen Beschreibung werden erinnern
-können.</p>
-
-<p>Das ganze Gewächs besteht nemlich aus einem einfachen, (nie getheilten)
-meist geraden, etwa einen halben Zoll langen, feinen Faden<span class="pagenum"><a name="Seite_76" id="Seite_76">[S. 76]</a></span> von
-hellgrüner Farbe, der gewöhnlich mit seinem untern Ende im Schlamme
-eingewurzelt ist. Da aber diese Faden meist zu vielen tausenden
-dicht neben einander stehen, so kriegen sie dann das Ansehen eines
-feinhaarichten Pelzes vom schönsten Grün, womit oft große Strecken an
-den gedachten Orten unter Wasser bewachsen sind.</p>
-
-<p>Ich habe die Fortpflanzung dieses so äußerst einfachen Wassermooßes,
-in den ersten Frühlingswochen beobachtet, da sie unter meinen Augen
-blos dadurch erfolgte, daß die Spitzen der Fäden zu kleinen Knöpfgen
-anschwollen, die sich zuletzt von den Fäden trennten, sich in den
-Zuckergläsern, worin ich kleine Klumpen dieses Mooßes in hellen Wasser
-liegen hatte, zu hunderten an die Wände des Glases anlegten, und nun
-im Kurzen selbst wieder<span class="pagenum"><a name="Seite_77" id="Seite_77">[S. 77]</a></span> eine kleine Spitze austrieben, die sich fast
-zusehends immer mehr verlängerte, bis sie endlich zu einem neuen
-vollständigen Wasserfaden ausgewachsen war. Binnen zweymal 24 Stunden,
-von der ersten Spur des Knöpfgens auf einem alten Faden an zu rechnen,
-hatte der nachher daraus erwachsene neue schon seine völlige Länge
-erreicht.</p>
-
-<p>Beides, sowohl das schnelle Wachsthum, als auch die durchsichtige
-Textur des Gewächses, verschafften mir den Vortheil, seine völlige
-Ausbildung ganz bequem abwarten und die mindeste in seinem Innern
-vorgehende Veränderung aufs genaueste und deutlichste bemerken zu
-können. Das innere Gewebe dieses Mooßes ist nemlich so einfach als
-seine äußere Bildung. Auch bey der stärksten Vergrößerung und im
-hellesten Lichte, ist in<span class="pagenum"><a name="Seite_78" id="Seite_78">[S. 78]</a></span> der ganzen Pflanze schlechterdings nichts
-weiter als ein feines bläsriges Gewebe, (beynahe wie ein grüner Gescht
-oder Schaum) zu erkennen, das durch eine äußerst feine, kaum merkliche
-äußere Haut umschlossen wird.</p>
-
-<p>Nun aber war bey aller dieser untrüglichen Deutlichkeit in allen grünen
-eyförmigen am Glase anliegenden Knöpfgen, doch auch nicht eine Spur,
-nicht ein Schatten irgend eines solchen als Keim eingewickelten Fadens,
-als in Kurzen aus diesen Knöpfgen gebildet werden sollte, aufzufinden:
-&mdash; sondern, wenn jetzt der Knopf seine Reife erlangt hatte, so trieb
-er aus einem seiner beiden Enden einen kleinen Auswuchs hervor, der
-blos dadurch zusehends verlängert ward, daß das im Knopf ihm zunächst
-liegende bläsrige Gewebe in ihn hinüber ge<span class="pagenum"><a name="Seite_79" id="Seite_79">[S. 79]</a></span>trieben, und er so nach
-und nach immer mehr zu einem cylindrischen Faden ausgedehnt ward. So
-wie aber dieser Faden sich verlängerte, so ward im gleichen Maaße der
-eyförmige Knopf, kleiner, kuglichter, blaßgrüner: so daß zulezt, wenn
-das Gewächs nun seine bestimmte Größe erreicht hatte, nur noch ein kaum
-merklicher kleiner Wulst am untern Ende übrig blieb, der nun dem neuen
-Faden statt Wurzel diente.</p>
-
-<p>Mit der gleichen anschaulichen Klarheit aber, womit sich bey dieser
-Pflanze die würksame Thätigkeit des Bildungstriebes beobachten läßt,
-kan sie auch bey Ausbildung mancher Thiere aufs deutlichste anerkannt
-werden; besonders wiederum bey solchen, die so wie dieses Moos den
-Vortheil eines schnellen Wachs<span class="pagenum"><a name="Seite_80" id="Seite_80">[S. 80]</a></span>thums bey einer meist durchsichtigen
-Textur ihres Körpers gewähren. Dieß ist bekantlich der Fall bey den
-Armpolypen, diesen wegen der Wunder die die Natur in ihnen gehäuft hat,
-seit den vierziger Jahren so allgemein berühmt wordnen Geschöpfen.
-Alle bekannte Gattungen derselben haben einen gallertigen Körper, der,
-seine Farbe mag seyn welche sie will, grün, gelb, braun etc. doch
-immer durchsichtig genug ist, um in behöriger Beleuchtung und hinter
-einer guten Linse so gut wie jene Wasserfäden rein durchschaut werden
-zu können. Dabey ist ihre Textur so einfach, homogen, besteht blos
-aus gallertigen Körnchen, die durch eine zartere gemeinschaftliche
-gallertige Grundlage zusammen gehalten werden, daß auch von dieser
-Seite dem beobachtenden Auge nichts dunkel oder versteckt bleibt.
-Nun und wenn<span class="pagenum"><a name="Seite_81" id="Seite_81">[S. 81]</a></span> denn diese Thiere lebendige Junge austreiben wollen,
-so schwillt blos eine Stelle dieses ihres aus so einfachen Stoffe
-gebauten Körpers ein wenig an, und aus dieser ungeformten, aber
-durchsichtigen kleinen Geschwulst wird gleichsam unter unsern Augen
-zuerst der cylindrische Leib des jungen Polypen und dann auch seine
-Arme ausgebildet, wie von unsichtbaren Händen aus der durchsichtigen
-körnichten, aber übrigens ungeformten Gallerte modelirt; und das alles
-gleich in einer so ansehnlichen, schon dem bloßen Auge so deutlich
-erkennbaren Größe, die, in Verbindung mit allen den angeführten
-Umständen, doch auch keinen Schatten von wahrscheinlicher Vermuthung
-eines präformirten Keims gestattet der da vorräthig gelegen habe und
-sich nun entwickele etc.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_82" id="Seite_82">[S. 82]</a></span></p>
-
-<p>Ich berufe mich dreist auf das innere Gefühl eines jeden, der nur
-je die Fortpflanzung an so einfach gebauten Thieren und Pflanzen
-beobachtet, und sich überdem von dem im vorigen Abschnitt erwiesenen
-Ungrund der so decisiv behaupteten Präexistenz des Küchelgens am
-Eydotter belehrt hat; daß er nun beym Uebergange zum Zeugungsgeschäfte
-der sogenannten vollkommnern oder warmblütigen Thiere, (z.&nbsp;B. eben bey
-der strengsten Untersuchung der Phänomene am bebrüteten Küchelgen,
-des Anfangs und Fortgangs seiner Ausbildung, und überhaupt so vieler
-neuentstehenden, im unbebrüteten Eye gar nicht existirenden Theile<a name="FNAnker_33_33" id="FNAnker_33_33"></a><a href="#Fussnote_33_33" class="fnanchor">[33]</a>
-etc.), selbst entscheide, zu welcher von beiden Theorien ihn seine
-Ueber<span class="pagenum"><a name="Seite_83" id="Seite_83">[S. 83]</a></span>zeugung führt, ob zum Glauben an Präexistenz eingeschachtelter
-präformirter Keime &mdash; oder aber an einen Bildungstrieb, der das neue
-Geschöpf aus dem ungeformten Zeugungsstoff der alten ausbildet.</p>
-
-<p class="mtop2">Alles was bisher von Phänomenen des Zeugungsgeschäftes selbst zum
-Erweis des Bildungstriebes gesagt worden, erhält nun aber vollends ein
-neues großes Gewicht, wenn man nun zweytens auch die Phänomene der
-<i>Reproduction</i>, &mdash; dieser, zumal in unsern Tagen so berufen wordnen
-merkwürdigen Kraft der organisirten Körper, zufällig verlorne Theile,
-Verstümmelungen ihres Leibes, von selbst wiederum hervorzutreiben und
-zu ersetzen, &mdash; mit denselben vergleicht.</p>
-
-<p>Generation und Reproduction &mdash; Zeugung und diese Wiederer<span class="pagenum"><a name="Seite_84" id="Seite_84">[S. 84]</a></span>setzung, sind
-beides Modificationen ein und eben derselben Kraft: die letztre ist
-nichts anders, als eine partielle Wiederholung der erstern: und ein
-Licht über die eine von beiden verbreitet, muß sicher auch die andre
-zugleich mit aufhellen.</p>
-
-<p>Ich habe die oben im ersten Abschnitt angeführte Erfahrung über die
-Reproduction der grünen Armpolypen, seitdem oft, und immer mit dem
-gleichem Erfolg wiederholt: d.&nbsp;h. allemal ward anfangs das kürzlich
-verstümmelte Thier fast im gleichen Maaße um etwas kleiner, so wie es
-seine neuen Arme oder seinen neuen Hinterleib hervortrieb. Man sah
-offenbar, wie die Natur eilte, dem verstümmelten Geschöpfe nur sobald
-als möglich seine bestimmte <i>Bildung</i> wieder zu ersetzen: und daß in
-der Kürze der Zeit, da unmöglich schon durch die Nah<span class="pagenum"><a name="Seite_85" id="Seite_85">[S. 85]</a></span>rungsmittel (die
-ohnehin ein verletzter Polype nicht so häufig zu sich nimmt als ein
-gesunder) sattsamer <i>Stoff</i> zu den neuen Gliedern wieder gesammelt seyn
-konnte, der Rumpf einen Theil seines noch übrigen Stoffes hergeben
-muß, der sich dann mittelst des ihm beywohnenden <i>Bildungstriebes</i> in
-die Gestalt der verlornen Glieder formt, und so die zerstörte Bildung
-wieder ergänzt.</p>
-
-<p>Ich weis wohl, daß sich die Verfechter der präformirten Keime, hier mit
-einer Hypothese durchhelfen wollen, die doch aber in der That von allen
-unwahrscheinlichen Hypothesen wohl die allerunwahrscheinlichste und
-gewiß abentheurlich genannt werden darf, nach welcher nemlich “in allen
-Theilen jedes Polypen zerstreuete Keime so lange eingewickelt und im
-erstar<span class="pagenum"><a name="Seite_86" id="Seite_86">[S. 86]</a></span>renden Todesschlaf auf Reserve liegen sollen, bis sie nach der
-Phantasie eines ihnen zu Hülfe kommenden Beobachters durch den Schnitt
-einer Scheere ermuntert, aufgeweckt, aus ihrem Kerker befreyt, und zur
-Entwickelung angereizt würden.”</p>
-
-<p>Nun, mit dieser wunderbaren Erklärung vergleiche man den
-nackten Augenschein bey dem obgedachten und vielen andern, an
-den (glücklicherweise so leicht zu durchschauenden) Armpolypen
-anzustellenden Versuchen, deren ich nur gleich ein Paar noch beysetze:
-&mdash; Wenn man zwey verstümmelte halbe Polypen verschiedener Art (z.&nbsp;B.
-die vordere Hälfte eines grünen, und das Hintertheil eines braunen) im
-Boden eines Spitzglases aneinander bringt, so heilen sie bekanntlich
-zusammen, und stellen dann, fast wie die Chi<span class="pagenum"><a name="Seite_87" id="Seite_87">[S. 87]</a></span>märe der Mythologie, eine
-aus verschiednen Thiergattungen zusammengesetzte Gruppe vor. &mdash; Nach
-der angeführten Theorie der Evolution, hätten aber in diesem Fall
-durch den doppelten Schnitt aus den beiden verstümmelten Polypen, sich
-neue Keime entwickeln müssen &mdash; allein, dieß erfolgt nicht; sondern es
-war natürlicher, daß sich zwey Hälften mittelst ihres Bildungstriebes
-zusammen paßten, und in Kurzem ein gehöriges Ganzes ausmachten, als
-daß jede dieser beiden Hälften erst auf die oben beschriebene Weise zu
-einem besondern Thiere wieder hätte ausgebildet werden sollen.</p>
-
-<p>Noch auffallender aber wird beides die Unwahrscheinlichkeit der
-vermeynten präformirten Keime und hingegen die Würksamkeit des
-Bildungstriebes bey dem bekannten Ver<span class="pagenum"><a name="Seite_88" id="Seite_88">[S. 88]</a></span>such, da man einen Armpolypen
-nicht in Stücken oder entzwey zerschneidet, sondern ihm nur mit einer
-feinen Scheere den Bauch der Länge nach aufschneidet und ausbreitet,
-so daß er alsdann gar keine Bauchhöle mehr hat, und sein Körper keine
-cylindrische Röhre, sondern ein flaches Streifgen Gallerte, wie ein
-Riemgen, vorstellt. &mdash; Statt daß nun alsdann durch den Schnitt an
-beiden Seitenrändern dieses Riemgens zahlreiche vermeynte Keime in
-Freyheit gesetzt werden, und sich entwickeln sollten, so erfolgt
-hingegen blos einer von den beiden Fällen, die sich von selbst nach
-der Würksamkeit des Bildungstriebes erwarten lassen &mdash; entweder
-nemlich, der aufgeschlitzte Polype <i>rollt</i> sich wieder in seine vorige
-Gestalt zusammen, so daß die wunden Seitenränder einander wieder
-berühren und zusammen wachsen: oder aber<span class="pagenum"><a name="Seite_89" id="Seite_89">[S. 89]</a></span> wenn er als ein flaches
-Riemgen ausgebreitet bleibt, so schwillt er nach einiger Zeit auf,
-wird gleichsam aufgeblasen, und es bildet sich nach und nach in seinem
-Innern eine neue <i>Bauchhöle</i>, so daß er auch dann binnen kurzer Zeit
-seine angestammte Gestalt ergänzt erhält.</p>
-
-<p>In diesen beiden angeführten und vielen andern Fällen, braucht gar
-kein <i>neuer Stoff</i> erzeugt, &mdash; sondern nur die zerstörte <i>Bildung
-wieder hergestellt</i> zu werden: eine Art von Reproduction, die um so
-sorgfältiger von den übrigen unterschieden und abgesondert werden
-muß, je weniger sie sich mit den prätendirten Keimen vergleichen
-läßt, und je größer hingegen das Uebergewicht ist, das die Lehre vom
-<i>Bildungstriebe</i> durch sie erhält.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_90" id="Seite_90">[S. 90]</a></span></p>
-
-<p>Beym Menschen und andern warmblütigen Thieren, ist zwar die
-Reproductionskraft bey der größern Mannichfaltigkeit des Stoffes woraus
-ihr Körper gebaut ist, und bey der Verschiedenheit der Lebenskräfte
-womit die verschiednen Arten von jenem Stoff belebt sind, und bey der
-Einwürkung worin sie aufeinander stehen, ungleich eingeschränkter,
-als freylich bey den Armpolypen. Und doch zeigen sich auch bey ihnen
-zuweilen Reproductionsfälle, die alles das, weshalb die vorigen von
-den Polypen hier angeführt waren, aufs unverkennbarste bestätigen.
-Man hat z.&nbsp;B. mehr als einmal gesehen, daß bey Menschen die Nägel
-der Finger, wenn auch selbst die vordern Gelenke von diesen amputirt
-worden, nichts desto weniger sich an den verstümmelten Enden der
-hintern Glieder wiederum er<span class="pagenum"><a name="Seite_91" id="Seite_91">[S. 91]</a></span>zeugt haben<a name="FNAnker_34_34" id="FNAnker_34_34"></a><a href="#Fussnote_34_34" class="fnanchor">[34]</a>. Es wäre eine starke
-Zumuthung jemand überreden zu wollen, daß die Natur vorläufig auf
-solche Amputationsfälle gerechnet, und daher längst der ganzen Finger
-und Fuszehen Keime zu Nägeln auf solchen Nothfall ausgesäet hätte etc.
-Und wie natürlich erklärt sich nicht hingegen die ganze Erscheinung
-wenn man sie aus der Wirksamkeit des Bildungstriebes herleitet, dessen
-Tendenz, die äußersten Extremitäten des Körpers, nemlich die Enden
-der Finger und Fuszehen durch hornichte Nägel zu begrenzen, stark
-genug ist, um sie im Nothfall auch sogar an ungewöhnlichen Stellen zu
-reproduciren.</p>
-
-<p>Eine andere eben so bekannte und hier eben so sprechende Erfahrung ist
-die, wo die Natur den<span class="pagenum"><a name="Seite_92" id="Seite_92">[S. 92]</a></span> Verlust eines Glieds dessen mannichfaltigen
-Stoff sie nicht vollkommen hätte ersetzen können, dennoch mittelst
-einer einfachern etwa knorplichten oder knochichten Substanz zu
-vergüten sucht, die durch die Kraft des Bildungstriebes in die Gestalt
-des verlornen Glieds geformt, und so wenigstens zu einigen Gebrauch
-geschickt gemacht wird. So hat der berühmte Wundarzt M<span class="smaller">ORAND</span>
-einen Hasen beschrieben, dem lange vor seinem Tode einmal der eine
-Vorderfus war abgeschossen worden, den ihm die Natur wenn gleich nicht
-<i>quoad materiem</i> doch wenigstens <i>taliter qualiter quoad formam</i> durch
-ein Surrogat, nemlich durch eine pfotenförmige Knochenmasse, die sie
-hervortrieb, zu ersetzen gesucht hatte<a name="FNAnker_35_35" id="FNAnker_35_35"></a><a href="#Fussnote_35_35" class="fnanchor">[35]</a>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_93" id="Seite_93">[S. 93]</a></span></p>
-
-<p>Wenn, wie ich mir schmeichle, schon die wenigen ausgehobnen
-Phänomene der Zeugung und Reproduction die unleugbare Existenz
-des Bildungstriebes überhaupt darthun, so giebt es nun unter den
-zahllosen übrigen verschiedene, die dann ferner dazu dienen können,
-die Würkungs-<i>Art</i> dieser wichtigen Lebenskraft und gleichsam einige
-ihrer <i>Gesetze</i> näher zu bestimmen; und so glaube ich lassen sich vor
-der Hand wenigstens nachstehende, als simple Resultate ungezweifelter
-Erfahrungen angeben:</p>
-
-<p class="mtop2">I. <i>Die Stärke des</i> Bildungstriebes <i>steht mit dem zunehmenden Alter
-der organisirten Körper in umgekehrten Verhältnis.</i> &mdash; Denn, so
-ausgemacht es z.&nbsp;B. ist, daß es wie oben gedacht, immer eine bestimmte
-Zeit braucht, bevor sich die erste Spur<span class="pagenum"><a name="Seite_94" id="Seite_94">[S. 94]</a></span> der neuempfangnen Frucht
-zeigen kan, eben so ausgemacht ist es hingegen, daß auch sogleich nach
-Verlauf dieser Zeit die Ausbildung derselben zum Erstaunen schnell
-und eiligst vor sich geht. Insgemein werden zwar die frühzeitigen
-menschlichen Embryonen sehr unförmlich abgebildet: allein die
-Schuld mag wohl mehr an den Zeichnern, oder auch daran liegen, daß
-dergleichen Abortus etwa äußere Gewalt erlitten, verdruckt, entstellt
-und unkenntlich worden, oder schon angefangen in Fäulnis zu gehen, und
-dadurch viel von der ausnehmenden Eleganz verloren haben, die man sonst
-an ihnen bewundern muß. Ich besitze dergleichen so ungemein saubere
-menschliche Leibesfrüchte aus den ersten Monaten der Schwangerschaft,
-zumal einige, die ich der Güte meines theuren Freundes des Hrn. Hofr.<span class="pagenum"><a name="Seite_95" id="Seite_95">[S. 95]</a></span>
-B<span class="smaller">ÜCHNER</span> in Gotha verdanke, wo man z.&nbsp;B. bey einer aus der
-fünften Woche und von der Größe einer gemeinen Werkbiene, die völligen
-Gesichtszüge, jede Fingerspitze, jede Fuszehe, die Geschlechtstheile
-etc. aufs deutlichste erkennen kan.</p>
-
-<p>Und eben diese frühe Würksamkeit des Bildungstriebes erstreckt sich bey
-weiten nicht blos auf die äußere Gestalt der Embryonen, sondern ist in
-ihrem ganzen innern Bau fast noch auffallender merklich. Ich bin über
-die frühzeitige Vollkommenheit der Eingeweide u.&nbsp;a. Theile erstaunt,
-die ich bey der Zergliederung frischer menschlicher Leibesfrüchte
-aus den ersten Monaten nach der Empfängnis, gefunden habe. Nur einen
-Umstand anzuführen, so war im Kopf derselben, der ohngefähr die Größe
-einer Zuckererbse hatte, und dessen Ge<span class="pagenum"><a name="Seite_96" id="Seite_96">[S. 96]</a></span>hirn noch wie ein weicher Brey
-war, schon der ganze knorplichte Boden der Hirnhöle (<i>basis cranii</i>)
-mit allen seinen Gruben, Oeffnungen und Hügeln aufs schärfste und
-deutlichste ausgewirkt, obgleich weder am Keilbein, noch am Felsenbein
-etc. auch nur die mindeste Spur eines Knochenkerns zu finden war.</p>
-
-<p>So wenig nun bey Voraussetzung der präformirten Keime abzusehen
-ist, was sie so lange Zeit, nachdem sie an den Ort ihrer Bestimmung
-angelangt, befruchtet, und zur Entwickelung angereizt sind,
-demohngeachtet davon zurückhalten kan; eben so wenig steht zu
-begreifen, warum sie nun nach dieser räthselhaften Pause mit einem
-mal so plötzlich und gleich zu einer so ansehnlichen Größe sich
-auswickeln sollen u.&nbsp;s.&nbsp;w. Hingegen hat es nach dem<span class="pagenum"><a name="Seite_97" id="Seite_97">[S. 97]</a></span> was oben von der
-nöthigen Vorbereitung der Zeugungssäfte, bevor der Bildungstrieb in
-ihnen rege werden kan, gesagt worden, nichts schwieriges, daß alsdann
-dieser neu erregte Trieb in seiner vollen Stärke, in aller seiner noch
-ungetheilten Thätigkeit die Grundlage der Bildung des neuen Geschöpfs
-so schnell bewirken kan.</p>
-
-<p>Wie aber auch selbst noch nach der Geburt das gleiche umgekehrte
-Verhältnis zwischen der Stärke des Bildungstriebes und dem zunehmenden
-Alter statt habe, ist aus der vorzüglichern Leichtigkeit der
-Reproductionsversuche bey jugendlichen Thieren, jungen Wassermolchen
-etc. bekannt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_98" id="Seite_98">[S. 98]</a></span></p>
-
-<p class="mtop2">II. <i>Wiederum ist dieser frühe</i> Bildungstrieb <i>doch bey den
-neuempfangenen Säugethieren noch ungleich stärker, als bey dem
-bebrüteten Küchelgen im Eye.</i> Beym Hühnchen z.&nbsp;B. zeigt sich die
-allererste Spur der neugebildeten Rippen erst in der 192ten Stunde
-des Bebrütens. Dieser Termin aber, wenn die ganze Brützeit der Henne
-mit der Schwangerschaft im Menschengeschlecht verglichen wird, fällt
-ohngefähr mit der 16ten Woche derselben zusammen. Allein ich besitze
-selbst menschliche Embryonen in meiner Sammlung, die nicht viel größer
-als eine gemeine Ameise, die folglich höchstens in die 5te Woche
-nach der Empfängnis zu setzen sind, und bey welchen sich dennoch die
-knorplichte Grundlage der bogenförmigen scharfausgewirkten Rippen aufs
-allerdeutlichste erkennen läßt. Es scheint die Natur eilt bey den
-lebendig ge<span class="pagenum"><a name="Seite_99" id="Seite_99">[S. 99]</a></span>bärenden Thieren der Frucht so früh als möglich gleich
-bestimmte Ausbildung zu geben, und sie dadurch für vielen zufälligen
-Verunstaltungen von gewaltsamen Druck u.&nbsp;a.&nbsp;dergl. Gefahren zu sichern,
-denen hingegen das in seiner Eyerschaale festverwahrte Küchelgen bey
-weiten nicht so leicht ausgesetzt ist.</p>
-
-<p class="mtop2">III. <i>Aber auch bey Formation der einzelnen Theile des organisirten
-Körpers ist der</i> Bildungstrieb <i>bey manchen derselben von einer
-festern, bestimmtern Wirksamkeit, als bey andern.</i> &mdash; So hat z.&nbsp;B.
-der alte, aber um die Physiologie unendlich verdiente C<span class="smaller">ONR</span>. V<span class="smaller">ICT</span>.
-S<span class="smaller">CHNEIDER</span> angemerkt, daß das Gehirn fast immer seine Bildung
-so constant erhalte<a name="FNAnker_36_36" id="FNAnker_36_36"></a><a href="#Fussnote_36_36" class="fnanchor">[36]</a>.<span class="pagenum"><a name="Seite_100" id="Seite_100">[S. 100]</a></span> Wie unendlich häufiger sind hingegen die
-Varietäten in der Gestaltung der Nieren, der Milchsaftröhre u. dergl.</p>
-
-<p class="mtop2">IV. <i>Unter die mancherley Abweichungen des</i> Bildungstriebes <i>von
-seiner bestimmten Richtung gehört vorzüglich diejenige, wenn er bey
-Bildung der</i> einen <i>Art organischer Körper, die für eine</i> andere <i>Art
-derselben bestimmte Richtung annimmt.</i> &mdash; So glaube ich mir einige
-räthselhafte Phänomene erklären zu können, davon ich nicht absehe,
-wie sie je nur irgend leidlich mit der Einschachtelungshypothese der
-präformirten Keime sollten verglichen werden können. &mdash; Bekanntlich
-haben die Weiber nach dem ordentlichen Lauf der Natur zur Aufnahme
-ihrer neuempfangnen Frucht ein einfaches Organ. Die mehresten übrigen
-weiblichen Säugethiere hingegen ein<span class="pagenum"><a name="Seite_101" id="Seite_101">[S. 101]</a></span> doppeltes. Nun aber sind die Fälle
-nicht selten, wo man auch bey Frauenzimmern einen förmlichen solchen
-thierischen <i>vterus bicornis</i> gefunden, so daß es dann von dieser
-Seite geschienen, als wenn würklich die Iphigenia verschwunden, und
-ein Reh an ihre Stelle gezaubert wäre. Irre ich nicht, so giebt hier
-dieses vierte Gesetz des Bildungstriebes den Schlüssel dazu. &mdash; Auch
-die so oft bemerkten Beyspiele von gehörnten Haasen mit vollkommen
-ausgebildeten kleinen Rehgeweihen auf dem Kopfe würde ich hieher
-rechnen. Und vielleicht läßt sich eben dahin manche sonst räthselhafte
-Abweichung im Bau gewisser Gewächse zählen, wie z.&nbsp;B. die von
-G<span class="smaller">LEDITSCH</span> beschriebene Erle mit Eichenblättern etc.<a name="FNAnker_37_37" id="FNAnker_37_37"></a><a href="#Fussnote_37_37" class="fnanchor">[37]</a></p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_102" id="Seite_102">[S. 102]</a></span></p>
-
-<p class="mtop2">V. <i>Eine andre eben so merkwürdige Abweichung des</i> Bildungstriebes
-<i>ist, wenn bey Ausbildung der Sexualorgane, die beym</i> einen <i>Geschlecht
-mehr oder weniger von der Gestaltung des</i> andern <i>annehmen.</i> Man hat in
-unsern sceptischen Zeiten auch die Möglichkeit der Zwittergestaltung
-beym Menschen u.&nbsp;a. warmblütigen Thieren zu bezweifeln beliebt. Und
-doch hat Hr. <span class="smaller">VON</span> H<span class="smaller">ALLER</span> hier in Göttingen und neuerlich Hr.
-<span class="smaller">JOH</span>. H<span class="smaller">UNTER</span> in London u.&nbsp;a.&nbsp;m. die genauesten Zergliederungen
-von Thieren, zumal aus dem Ochsen- und Ziegengeschlechte gegeben, die
-über die ausgemachte Würklichkeit solcher Zwittergestaltungen keinen
-Zweifel mehr übrig lassen. In keinem dieser Fälle sind zwar würklich
-die wesentlichsten Zeugungstheile der beiden Geschlechter, z.&nbsp;B.
-männliche Geilen und weibliche Eyerstöcke, deutlich und vollkommen<span class="pagenum"><a name="Seite_103" id="Seite_103">[S. 103]</a></span> im
-gleichen Individuo verbunden; sondern die Hauptbildung stellt immer die
-Genitalien des einen von beiden Geschlechtern dar, offenbar aber zeigen
-sich dabey im einen oder dem andern Theil die unverkennbarsten Spuren
-von unvollkommnern Entwürfen zum Bau einiger Sexualorgane des andern.
-Meist nemlich liegen inwendig wahre männliche Organe, und die äußern
-hingegen haben dabey mehr oder weniger Aehnlichkeit mit den weiblichen.</p>
-
-<p class="mtop2">VI. <i>Wenn aber endlich der</i> Bildungstrieb <i>nicht blos wie in
-den vorigen Fällen eine</i> fremdartige, <i>sondern eine</i> völlig
-wiedernatürliche <i>Richtung befolgt, so entstehen</i> eigentlich sogenannte
-M<span class="mleft0_2">i</span><span class="mleft0_2">s</span><span class="mleft0_2">g</span><span class="mleft0_2">e</span><span class="mleft0_2">b</span><span class="mleft0_2">u</span><span class="mleft0_2">r</span><span class="mleft0_2">t</span><span class="mleft0_2">e</span><span class="mleft0_2">n</span>. &mdash; Und dennoch ergiebt sich bey einer nähern
-Beleuchtung aus der bewundernswürdigen Gleichförmigkeit die<span class="pagenum"><a name="Seite_104" id="Seite_104">[S. 104]</a></span> unter
-vielen Arten von Monstrositäten herrscht, daß doch auch selbst die
-Ursachen, die in diesen Fällen dem Bildungstriebe die falsche Richtung
-geben, dennoch an sehr bestimmte Gesetze gebunden seyn müssen. Wer
-nur irgend Gelegenheit gehabt hat, eine beträchtlichere Anzahl von
-Misgeburten unter einander zu vergleichen, oder wer auch nur die sonst
-freylich so schaalen compilirten Bilder-Bücher davon mit einiger
-Aufmerksamkeit durchblättert hat, dem kan die auffallende Gleichheit
-nicht entgangen seyn, mit welcher diese oder jene Art von Monstrosität
-sich immer selbst bis auf Kleinigkeiten ähnlich bleibt, so daß die
-Stücke von so einer Art alle wie aus einer Form gegossen scheinen.</p>
-
-<p>Und hier nun noch zuletzt abermals ein Phänomen, bey dessen<span class="pagenum"><a name="Seite_105" id="Seite_105">[S. 105]</a></span>
-Erklärung es wieder den Lesern selbst überlassen bleiben mag,
-zwischen präformirten Keimen oder Bildungstrieb zu wählen. &mdash;
-Manche thierische Misgeburten (z.&nbsp;B. die mit doppelten Leibern und
-einem gemeinschaftlichen Kopf) sind von der Art, daß sie nach der
-ausdrücklichen Behauptung des Hrn. <span class="smaller">VON</span> H<span class="smaller">ALLER</span> und andrer
-Verfechter der Keime nicht etwa durch das Zusammenwachsen zweyer
-Keime und andere dergleichen Zufälle entstanden seyn, sondern in der
-ursprünglich-monstrosen ersten Anlage eines einzelnen Keims ihren Grund
-haben sollen: d.&nbsp;h. sie waren schon von je als Misgeburt präformirt.
-Nun aber &mdash; sind diese Misgeburten unter gewissen <i>Hausthieren</i>
-so gemein, und doch unter den wilden Thieren <i>derselben Art</i> fast
-unerhört. Soll das also der Schöpfer so prädestinirt haben, daß von
-den in einander ge<span class="pagenum"><a name="Seite_106" id="Seite_106">[S. 106]</a></span>schachtelten Keimen einer Gattung von Thieren,
-z.&nbsp;B. von Schweinen, die monstrosen gerade dann erst an die Reihe der
-Entwickelung kämen, wenn der Mensch sich diese Thiere unterjocht haben
-würde; und daß diese Keime zu Misgeburten dann auch gerade blos den
-unterjochten und nicht den zu gleicher Zeit wild lebenden Individuis
-zur Entwickelung anheim fallen müßten.</p>
-
-<p>Hingegen hat es hoffentlich nichts wiedersinniges anzunehmen, daß nach
-der Unterjochung der Hausthiere, wodurch ihr ganzes Naturel gleichsam
-umgeschaffen worden, ihre ganze körperliche Oekonomie so viele
-Veränderung erlitten; daß dann auch ihr Bildungstrieb etwas von seiner
-sonstigen Bestimmtheit verloren hat, und daß folglich diese Thiere,
-so wie sie dadurch in zahllose <i>Spielarten</i> degeneriren, so auch<span class="pagenum"><a name="Seite_107" id="Seite_107">[S. 107]</a></span> den
-Monstrositäten häufiger unterworfen seyn können.</p>
-
-<p class="mtop2">Dieß wären dann meines Bedünkens die vorzüglichern Beobachtungen
-und Erfahrungen, die zum Erweis des Bildungstriebes und der nähern
-Bestimmung einiger seiner Gesetze dienen können, und die mich immer
-mehr und mehr von der sonst von mir beyfälligst bewunderten Theorie
-der eingeschachtelten Keime zurückgebracht und eben auf diese ihr
-sehr entgegengesetzte Bahn geführt haben. Mit aller Hochachtung für
-den behutsamsten philosophischen Scepticismus, konnte ich bey einem
-solchen Ueberwicht von augenscheinlichen Gründen doch unmöglich meiner
-sinnlichen Ueberzeugung entgegen kämpfen; unmöglich bey solchen
-Beobachtungen so wie dort die gute Matrone in den<span class="pagenum"><a name="Seite_108" id="Seite_108">[S. 108]</a></span> Erzählungen der
-M<span class="smaller">ARGARETHE</span> von Navarra, &mdash; da sie auch eine unerwartete, und
-ihrem sonstigen System wiedersprechende Beobachtung machte die auf den
-Bildungstrieb einen sehr directen Bezug hatte, &mdash; ausrufen: “Behüte
-mich der Himmel, daß mein Herz nicht etwa glaubt, was meine Augen
-sehen!”</p>
-
-<div class="footnotes">
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_31_31" id="Fussnote_31_31"></a><a href="#FNAnker_31_31"><span class="label">[31]</span></a> “<i>Démontrer une erreur, c’est plus que découvrir une
-verité: car l’on peut ignorer beaucoup; mais le peu que l’on sait, il
-faut au moins le savoir bien.</i>” in der Vorrede zum <i>Ess. anal. des fac.
-de l’ame</i>.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_32_32" id="Fussnote_32_32"></a><a href="#FNAnker_32_32"><span class="label">[32]</span></a> Eine Gattung <i>Wasserfaden</i>, die L<span class="smaller">INNÉ</span> die
-<i>Brunnenconferve</i> (<i>c<span class="mleft0_2">o</span><span class="mleft0_2">n</span><span class="mleft0_2">f</span><span class="mleft0_2">e</span><span class="mleft0_2">r</span><span class="mleft0_2">v</span><span class="mleft0_2">a</span> fontinalis</i>) nennt.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_33_33" id="Fussnote_33_33"></a><a href="#FNAnker_33_33"><span class="label">[33]</span></a> Wie z.&nbsp;B. <i>nidus pulli</i>, <i>bulla</i>, <i>amnion</i>, <i>figura
-venosa</i> etc.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_34_34" id="Fussnote_34_34"></a><a href="#FNAnker_34_34"><span class="label">[34]</span></a>
-P<span class="smaller">ECHLIN</span> und T<span class="smaller">ULP</span> haben dergleichen
-Fälle beschrieben.</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_35_35" id="Fussnote_35_35"></a><a href="#FNAnker_35_35"><span class="label">[35]</span></a> “<i>c’etoit</i>”, wie er sich ausdruckt “<i>une espèce de jambe
-de bois, dont la nature seule avoit fait les frais</i>.”</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_36_36" id="Fussnote_36_36"></a><a href="#FNAnker_36_36"><span class="label">[36]</span></a> “<i>In corpore humano</i>” sagt er “<i>nulla pars faciem suam
-rarius mutat quam cerebrum.</i>”</p>
-
-</div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_37_37" id="Fussnote_37_37"></a><a href="#FNAnker_37_37"><span class="label">[37]</span></a> <i>B<span class="mleft0_2">e</span><span class="mleft0_2">t</span><span class="mleft0_2">u</span><span class="mleft0_2">l</span><span class="mleft0_2">a</span> alnus quercifolia.</i> s.
-G<span class="smaller">LEDITSCH</span>
-<i>hinterlaßne Abhandl. das practische Forstwesen betreffend</i>.</p>
-
-</div>
-
-</div>
-
-<div class="figcenter">
- <a id="ende" name="ende">
- <img class="padtop3" src="images/ende.jpg" alt="Schluß" /></a>
-</div>
-
-
-
-
-
-
-
-
-<pre>
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Über den Bildungstrieb, by
-Johann Friedrich Blumenbach
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ÜBER DEN BILDUNGSTRIEB ***
-
-***** This file should be named 61997-h.htm or 61997-h.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
- http://www.gutenberg.org/6/1/9/9/61997/
-
-Produced by Peter Becker, Reiner Ruf, and the Online
-Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net.
-This file was produced from images generously made available
-by the Universitätsbibliothek Tübingen
-(http://idb.ub.uni-tuebingen.de/digitue/tue/).
-
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions will
-be renamed.
-
-Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
-law means that no one owns a United States copyright in these works,
-so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
-States without permission and without paying copyright
-royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
-of this license, apply to copying and distributing Project
-Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
-concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
-and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
-specific permission. If you do not charge anything for copies of this
-eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
-for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
-performances and research. They may be modified and printed and given
-away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
-not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
-trademark license, especially commercial redistribution.
-
-START: FULL LICENSE
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
-Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
-www.gutenberg.org/license.
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
-Gutenberg-tm electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or
-destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
-possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
-Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
-by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
-person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
-1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
-agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
-electronic works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
-of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
-works in the collection are in the public domain in the United
-States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
-United States and you are located in the United States, we do not
-claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
-displaying or creating derivative works based on the work as long as
-all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
-that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
-free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
-works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
-Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
-comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
-same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
-you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
-in a constant state of change. If you are outside the United States,
-check the laws of your country in addition to the terms of this
-agreement before downloading, copying, displaying, performing,
-distributing or creating derivative works based on this work or any
-other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
-representations concerning the copyright status of any work in any
-country outside the United States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
-immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
-prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
-on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
-phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
-performed, viewed, copied or distributed:
-
- This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
- most other parts of the world at no cost and with almost no
- restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
- under the terms of the Project Gutenberg License included with this
- eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
- United States, you'll have to check the laws of the country where you
- are located before using this ebook.
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
-derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
-contain a notice indicating that it is posted with permission of the
-copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
-the United States without paying any fees or charges. If you are
-redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
-Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
-either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
-obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
-trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
-additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
-will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
-posted with the permission of the copyright holder found at the
-beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
-any word processing or hypertext form. However, if you provide access
-to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
-other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
-version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
-(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
-to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
-of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
-Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
-full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
-provided that
-
-* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
- to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
- agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
- within 60 days following each date on which you prepare (or are
- legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
- payments should be clearly marked as such and sent to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
- Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
- Literary Archive Foundation."
-
-* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or destroy all
- copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
- all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
- works.
-
-* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
- any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
- receipt of the work.
-
-* You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
-Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
-are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
-from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
-Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
-trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
-Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
-electronic works, and the medium on which they may be stored, may
-contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
-or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
-intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
-other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
-cannot be read by your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium
-with your written explanation. The person or entity that provided you
-with the defective work may elect to provide a replacement copy in
-lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
-or entity providing it to you may choose to give you a second
-opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
-the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
-without further opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
-OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
-LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of
-damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
-violates the law of the state applicable to this agreement, the
-agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
-unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
-remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
-accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
-production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
-electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
-including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
-the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
-or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
-additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
-Defect you cause.
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of
-computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
-exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
-from people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org Section 3. Information about the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
-
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit www.gutenberg.org/donate
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
-
-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
-
-
-
-</pre>
-
-</body>
-</html>
diff --git a/old/61997-h/images/bruet-henne.jpg b/old/61997-h/images/bruet-henne.jpg
deleted file mode 100644
index 2fb7fa5..0000000
--- a/old/61997-h/images/bruet-henne.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/61997-h/images/cover.jpg b/old/61997-h/images/cover.jpg
deleted file mode 100644
index 93af2ad..0000000
--- a/old/61997-h/images/cover.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/61997-h/images/ende.jpg b/old/61997-h/images/ende.jpg
deleted file mode 100644
index 11deef9..0000000
--- a/old/61997-h/images/ende.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/61997-h/images/kopfleiste.jpg b/old/61997-h/images/kopfleiste.jpg
deleted file mode 100644
index 900080e..0000000
--- a/old/61997-h/images/kopfleiste.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/61997-h/images/titel_trenn.jpg b/old/61997-h/images/titel_trenn.jpg
deleted file mode 100644
index 3e482ae..0000000
--- a/old/61997-h/images/titel_trenn.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ