summaryrefslogtreecommitdiff
diff options
context:
space:
mode:
authorRoger Frank <rfrank@pglaf.org>2025-10-14 20:05:40 -0700
committerRoger Frank <rfrank@pglaf.org>2025-10-14 20:05:40 -0700
commit8f0c691037c2c9a2c6f1727b6ca3530ac81eb212 (patch)
tree0aca07ecf32f42f398210a26452488bee16ebb47
initial commit of ebook 36382HEADmain
-rw-r--r--.gitattributes3
-rw-r--r--36382-0.txt4269
-rw-r--r--36382-0.zipbin0 -> 78775 bytes
-rw-r--r--36382-8.txt4277
-rw-r--r--36382-8.zipbin0 -> 78419 bytes
-rw-r--r--36382-h.zipbin0 -> 2383348 bytes
-rw-r--r--36382-h/36382-h.htm6694
-rw-r--r--36382-h/images/img_081.pngbin0 -> 43943 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_081h.pngbin0 -> 349695 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_085.pngbin0 -> 27971 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_085h.pngbin0 -> 187053 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_089.pngbin0 -> 18882 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_089h.pngbin0 -> 126605 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_093.pngbin0 -> 31152 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_093h.pngbin0 -> 132428 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_097.pngbin0 -> 32745 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_097h.pngbin0 -> 157256 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_101.pngbin0 -> 40455 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_101h.pngbin0 -> 196546 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_105.pngbin0 -> 36581 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_105h.pngbin0 -> 167348 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_109.pngbin0 -> 23799 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_109h.pngbin0 -> 167766 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_113.pngbin0 -> 30709 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_113h.pngbin0 -> 191088 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_117.pngbin0 -> 20618 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_117h.pngbin0 -> 149609 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_121.pngbin0 -> 10281 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_121h.pngbin0 -> 42214 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_125.pngbin0 -> 10722 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_125h.pngbin0 -> 43684 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_129.pngbin0 -> 10322 bytes
-rw-r--r--36382-h/images/img_129h.pngbin0 -> 46256 bytes
-rw-r--r--LICENSE.txt11
-rw-r--r--README.md2
35 files changed, 15256 insertions, 0 deletions
diff --git a/.gitattributes b/.gitattributes
new file mode 100644
index 0000000..6833f05
--- /dev/null
+++ b/.gitattributes
@@ -0,0 +1,3 @@
+* text=auto
+*.txt text
+*.md text
diff --git a/36382-0.txt b/36382-0.txt
new file mode 100644
index 0000000..1cc63f7
--- /dev/null
+++ b/36382-0.txt
@@ -0,0 +1,4269 @@
+The Project Gutenberg EBook of Der Unterkiefer des Homo Heidelbergensis, by
+Otto Schoetensack (1850-1912)
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Der Unterkiefer des Homo Heidelbergensis
+ Aus den Sanden von Mauer bei Heidelberg
+
+Author: Otto Schoetensack (1850-1912)
+
+Release Date: June 11, 2011 [EBook #36382]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF-8
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER UNTERKIEFER DES HOMO ***
+
+
+
+
+Produced by Frank van Drogen, Jens Nordmann and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+Anmerkungen zur Transkription:
+
+Die Originalschreibweise und kleinere Inkonsistenzen in der Schreibweise
+und Formatierung wurden prinzipiell beibehalten.
+
+
+Formatierung:
+
+Gesperrter Text wurde mit Gleichheitszeichen (=Text=), kursiver Text mit
+Unterstrichen (_Text_) und fett gedruckter Text mit Dollarzeichen
+($Text$) markiert.
+
+Bindestriche, wie "-----", ersetzen in den Beschreibungen der Abbildungen
+eine durchgezogene Linie und Unterstriche, wie "_____", eine
+gestrichelte Linie.
+
+Die Tabelle auf Seite 25 wurde geteilt.
+
+
+
+
+ DER UNTERKIEFER DES HOMO HEIDELBERGENSIS
+
+ AUS DEN SANDEN VON MAUER BEI HEIDELBERG
+
+
+ EIN BEITRAG
+
+ ZUR PALÄONTOLOGIE DES MENSCHEN
+
+
+ VON
+
+ OTTO SCHOETENSACK
+
+
+
+ MIT 13 TAFELN, DAVON 10 IN LICHTDRUCK
+
+
+ LEIPZIG
+
+ VERLAG VON WILHELM ENGELMANN
+
+ 1908
+
+
+ ALLE RECHTE, INSBESONDERE DAS DER ÜBERSETZUNG, VORBEHALTEN.
+
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ VORWORT.
+
+
+Der den Gegenstand vorliegender Abhandlung bildende menschliche
+Unterkiefer wurde in den 10 km südöstlich von Heidelberg anstehenden, in
+der Literatur als Sande von Mauer bekannten fluviatilen Ablagerungen
+aufgefunden. Das Alter dieser Sande wird nach den darin angetroffenen
+Säugetierresten gemeinhin als altdiluvial angegeben; einige darin
+vertretene Arten lassen aber auch deutliche Beziehungen zu dem jüngsten
+Abschnitte des Tertiärs, dem Pliocän, erkennen. So durfte man vermuten,
+daß etwa in diesen Schichten sich findende Menschenknochen bedeutsame
+Aufschlüsse über die Morphogenese des menschlichen sowie überhaupt des
+Primatenskelettes geben würden. Diese Annahme hat nunmehr durch den Fund
+der Mandibula Bestätigung erfahren.
+
+Ich habe mich bemüht, in dieser Schrift vor allem eine möglichst
+erschöpfende Beschreibung des Fundobjektes und der -- bei fossilen
+Menschenresten äußerst wichtigen -- Fundumstände zu geben. Bei den
+vergleichenden Studien habe ich mich im wesentlichen auf das von den
+Direktoren der hiesigen Universitätssammlungen, den Herren O. BÜTSCHLI,
+M. FÜRBRINGER und W. SALOMON, sowie von Herrn H. KLAATSCH in Breslau mir
+in entgegenkommendster Weise zur Verfügung gestellte Material gestützt.
+Letztgenannter Freund sowie Herr G. PORT standen mir bei meinen
+Untersuchungen mit ihren reichen Erfahrungen bei, die mir insbesondere
+bei den diagraphischen und Röntgenaufnahmen sehr zustatten kamen. Die
+Herren GORJANOVIĆ-KRAMBERGER in Agram und J. FRAIPONT in Brüssel
+waren so liebenswürdig, mir Gipsabgüsse fossiler Unterkiefer zu
+überlassen. Ferner lieh mir Herr Assistent W. SPITZ bei den
+photographischen Aufnahmen freundlichst seinen Beistand. -- Allen diesen
+Herren sei hiermit herzlicher Dank ausgesprochen.
+
+ Universität Heidelberg im September 1908.
+
+ OTTO SCHOETENSACK.
+
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ DER UNTERKIEFER DES HOMO HEIDELBERGENSIS
+
+
+ AUS DEN SANDEN VON MAUER BEI HEIDELBERG
+
+
+
+
+ GEOLOGISCHER TEIL
+
+ ANTHROPOLOGISCHER TEIL
+
+ ANHANG ZUM ANTHROPOLOGISCHEN TEIL
+
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ I. Geologisch paläontologischer Teil.
+
+
+Das Dorf Mauer, auf dessen Feldmark unser Fund am 21. Oktober 1907
+gemacht wurde, ist 10 km südöstlich von Heidelberg und 6 km südlich von
+Neckargemünd, dicht an der südlichen Grenze des Odenwaldgebirges
+gelegen. Dieses wird in seinem südlichen Teile von dem aus dem
+schwäbischen Muschelkalkgebiete kommenden Neckar durchbrochen, der
+unterhalb Neckarelz auf den Buntsandstein stößt, den er bis zum Eintritt
+in die Rheinebene in vielfach gewundenem Laufe erodiert hat. Diese
+Talbildung reicht, worauf E. W. BENECKE[8] zuerst hingewiesen hat und
+was auch A. SAUER[70] in den Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte
+des Großherzogtums Baden, Blatt Neckargemünd, bestätigt, bis in die
+Tertiärzeit zurück.
+
+Wenige Kilometer südlich von Neckargemünd verschwindet der Buntsandstein
+dauernd unter der Oberfläche, und das Muschelkalkgebirge stellt sich
+ein. Mannigfach zergliedert und reichlich mit Löß und Lehm bedeckt,
+bietet es fruchtbares Ackerland dar, das, von der bei Neckargemünd in
+den Neckar sich ergießenden Elsenz durchflossen, frühzeitig zur
+Besiedelung einlud. -- Schon in alter Zeit führte eine Verkehrsstraße
+von hier aus in das Schwabenland, der jetzt auch die Eisenbahnlinie
+Heidelberg-Neckargemünd-Jagstfeld folgt, die uns von Heidelberg in
+30 Minuten an den Fundort bringt.
+
+Die geologischen und topographischen Verhältnisse des unteren
+Elsenztales lassen sich an der Hand der oben genannten Karte, von der
+auf Taf. I, Fig. I ein Ausschnitt auf 1:50000 reduziert gegeben
+ist[I.], leicht übersehen. Im nördlichen Teile herrscht der
+Buntsandstein vor, der in ostwestlicher Richtung von dem Neckar
+durchfurcht wird. Senkrecht zu diesem Flusse erblicken wir zwei parallel
+verlaufende Täler, die »in ihrer engen felsigen Beschaffenheit dem
+Haupttale des Neckars unter- und oberhalb Neckargemünds gleichen«. Es
+sind dies, wie SAUER gezeigt hat, Teile einer alten =Neckarschlinge=, die
+weiter südlich, wo sie in das leichter zerstörbare Muschelkalkgebirge
+eintrat, eine beträchtliche Talerweiterung erfuhr und den
+terrassenförmigen Absatz der unter dem Namen »=Sande von Mauer=«
+bekannten, von SAUER als altdiluvial bezeichneten Aufschüttungen
+veranlaßte, deren Ursprung auch durch typische =Neckargerölle= bezeugt
+wird.
+
+ [I.] Die Signaturen auf dieser Karte sind mit Hilfe eines
+ Vergrößerungsglases lesbar.
+
+Von den beiden vom Neckar verlassenen Paralleltälern wird das westliche
+von der Elsenz zum Abfluß benutzt, während das östliche, durch welches
+jetzt die Landstraße von Wiesenbach nördlich zum Neckar führt, trocken
+liegt. Daß dies schon seit der mittel-diluvialen Zeit der Fall ist, wird
+durch die Verbreitung der Ablagerungen von älterem und jüngerem Löß
+erwiesen, die sich auf und nahe der Sohle des Wiesenbacher Tales
+vorfinden.
+
+Die »Sande von Mauer«, auf der Karte (Taf. I, Fig. 2) mit der Signatur
+»dun« versehen und großpunktiert eingezeichnet, sind namentlich an dem
+rechten Elsenzgehänge durch Gruben erschlossen, die schon zu BRONNS
+Zeiten (in den dreißiger und vierziger Jahren des vor. Jahrh.)
+paläontologisches Material lieferten.
+
+Seit 30 Jahren hat die etwa 500 m nördlich vom Dorfe Mauer im Gewann
+Grafenrain gelegene, von Herrn J. RÖSCH in Mauer zur Gewinnung von
+Bausand betriebene Sandgrube zahlreiche Tierreste ergeben, die von dem
+genannten Herrn mit großer Sorgfalt geborgen und in uneigennütziger
+Weise, hauptsächlich durch Schenkung an badische Staatssammlungen, der
+Wissenschaft zugänglich gemacht wurden.
+
+Bei dem lebhaften Abbau des Sandes, von dem nach gütiger Mitteilung des
+Herrn RÖSCH seit 1877 159750 cbm gewonnen sind, wobei 182250 cbm Abraum
+beseitigt, insgesamt also 342000 cbm bewegt werden mußten, entstehen
+beständig frische Anbrüche, die entsprechend dem wechselnden Bilde, das
+fluviatile Ablagerungen darzubieten pflegen, in den einzelnen Schichten
+wohl stark variieren, in der Gesamterscheinung aber, wie die von
+E. W. BENECKE und E. COHEN[9] gegebene Beschreibung und die von A. SAUER
+mitgeteilten Profile erkennen lassen, Übereinstimmung mit dem
+nachstehenden Profile zeigen, das 12 Tage nach Auffindung des
+menschlichen Unterkiefers unter freundlicher Mitwirkung von
+Prof. W. SALOMON, Herrn W. SPITZ und den Praktikanten des Heidelberger
+geologisch-paläontologischen Instituts aufgenommen wurde:
+
+=Profil der Sandgrube im Grafenrain (Grundstück Nr. 789), Gemarkung Mauer
+(Amtsbezirk Heidelberg), aufgenommen am 2. November 1907= (vgl. Taf. III,
+Fig. 5).
+
+Richtung der Grubenwand Nord 26 West. Fußpunkt 1,40 m nördlich von der
+Fundstelle des menschlichen Unterkiefers.
+
+ Ordnungszahl Mächtigkeit
+ der Schichten in Metern
+
+ Jüngerer { 27 5,74 Jüngerer =Löß=, unten mit kleinen
+ Löß { Lößkindeln.
+
+ { 26 2,25 Brauner =Lehm= ohne sandige Lagen.
+ { 25 1,30 Brauner =Lehm=, stellenweise etwas
+ Älterer { sandig, aber ohne ausgesprochene
+ Löß bzw. { Sandschmitzchen.
+ Sandlöß { 24 1,63 =Letten=, meist stark sandig, mit
+ { vereinzelten Sandschmitzchen und
+ { Lagen von Lößkindeln.
+
+ { 23 etwa 1,80 Grauer, mittelkörniger =Sand=, in
+ { abwechselnden Lagen ± verfestigt
+ { (etwa 15 Gesimse).
+ { 22 0,36 Graue feste =Sand=bank,
+ { mittelkörnig, mit HCl ganz schwach
+ { brausend, gesimsbildend.
+ { 21 1,30 Lockerer eisenschüssiger =Sand=,
+ { bald gröber, bald feiner, mit HCl
+ { ganz schwach brausend.
+ { 20 0,07 Festere, sehr eisenschüssige
+ { mittelkörnige =Sand=bank.
+ { 19 0,40 Eisenschüssiger =Sand=.
+ { 18 0,70 Grauer mittelkörniger =Sand=, mit
+ { HCl nicht brausend, unmittelbar
+ { über dem Letten stark
+ { eisenschüssig.
+ { 17 0,70 Brauner =sandiger Letten= und
+ { lettiger Sand; oben reiner, unten
+ { ziemlich reiner Letten;
+ { gesimsbildend.
+ { 16 0,22-0,25 =Sand=schicht mit dünnen
+ { eisenschüssigen Lagen nach S.
+ { anschwellend, nach N. auskeilend.
+ { 15 etwa 0,20-0,23 =Geröll=schicht mit
+ { Eistransportblöcken und
+ { Unioresten.
+ { 14 etwa 0,34 Grauer bis gelbbrauner =Sand= mit
+ { Andeutung von Schrägschichtung und
+ { Neigung zur Windpfeilerbildung.
+ { 13 etwa 0,50 =Sand=, reich an kleinen Geröllen,
+ { z. T. eisenschüssig.
+ { 12 etwa 0,50 Grauer mittelkörniger =Sand= mit
+ { einer schwach eisenschüssigen
+ { Schicht.
+ { Lettenbank.
+ { 11 2,25 Sehr fester =Letten=, mit HCl
+ { schwach brausend.
+ { 10 1,65 Abwechselnde Schichten von schwach
+ { eisenschüssigem =Sand= und grauem,
+ Mauerer { manchmal auch braunem Letten. Die
+ Sande. { jüngste der nach oben an
+ { Mächtigkeit zunehmenden etwa 9
+ { Lettenschichten enthält nur sehr
+ { wenig Sand.
+ { 9 etwa 0,55 Reiner =Sand= mit unregelmäßig
+ { verteilten eisenschüssigen
+ { Stellen.
+ { 8 etwa 0,25 Mittelkörniger, grauer =Sand= mit
+ { vereinzelten kleinen Geröllen und
+ { vielen Lettenbrocken.
+ { 7 1,35 Mittelkörniger =Sand= mit
+ { vereinzelten kleinen Geröllen und
+ { Lettenbröckchen.
+ { 6 0,60-0,65 Grauer, mittelkörniger =Sand= mit
+ { vereinzelten Geröllen und kleinen
+ { Geröllschmitzchen. (Die Lage mit
+ { den vereinzelten Geröllen tritt
+ { nur stellenweise auf.)
+ { 5 etwa 0,23 Grobkörniger, mit HCl nicht
+ { brausender =Sand= mit
+ { eisenschüssigen Bändern.
+ { 4 etwa 0,10 =Geröll=schicht, durch
+ { kohlensauren Kalk etwas verkittet,
+ { mit ganz dünnen Lagen von Letten,
+ { der mit HCl schwach braust.
+ { $(Fundschicht des menschlichen
+ { Unterkiefers.)$
+ { 3 0,22 Gröberer =Sand=, mit HCl nicht
+ { brausend.
+ { 2 etwa 0,20 =Geröll=schicht, z. T. deutlich
+ { zu einem Conglomerat verkittet.
+ { Der verkittende Sand ist stark
+ { eisenschüssig, mit HCl nicht
+ { brausend. Weiß-Juragerölle und
+ { Reste von Unio sind häufig.
+ { 1 etwa 0,45 Mittelkörniger, mit HCl nicht
+ { brausender =Sand=.
+
+ Grubensohle.
+
+Hiernach wurde der menschliche Unterkiefer etwa 0,87 m über der Sohle
+und etwa 24,10 m =unter der Oberkante der Sandgrube= aufgefunden, welch
+letztere Zahl der vom Geometer festgestellten 24,63 m (vgl. Taf. II,
+Fig. 3) bis auf 0,53 m nahekommt. Um diesen Punkt für die Zukunft
+festzulegen, ließ ich auf dieser Stelle einen kubischen Sandstein mit
+der eingemeißelten Inschrift »Fundstelle des menschlichen Unterkiefers
+21. Oktober 1907« errichten. Dieser Stein soll liegen bleiben, auch wenn
+die Grube wieder zugeworfen wird. Es soll dann oben ein neuer Stein mit
+entsprechender Inschrift gesetzt werden.
+
+Die in dem vorstehenden Profil mit No. 23-1 bezeichneten, von 5,18 m
+älterem Löß und 5,74 m jüngerem Löß überlagerten Mauerer Sande haben
+wegen ihres Reichtums an Tierresten seit langer Zeit die Aufmerksamkeit
+der Geologen auf sich gelenkt. So führt A. BRAUN[13] in der auf der
+Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Mainz 1842 gegebenen
+vergleichenden Zusammenstellung der lebenden und diluvialen
+Molluskenfauna des Rheintals mit der tertiären des Mainzer Beckens unter
+der Rubrik »Ältere Diluvialbildung« die Sande bei Bruchsal, =bei Mauer im
+Elsenztal= und bei Mosbach zwischen Mainz und Wiesbaden an. Während er
+von Mosbach auf Grund der Untersuchungen des Bergsekretärs RAHT
+66 Conchylienarten zu verzeichnen in der Lage ist, muß er sich für Mauer
+auf folgende Bemerkung beschränken: »Der dortige, durch seine
+interessanten Säugetierknochen bekannte, hoch von Löß bedeckte Sand
+enthält eine Menge von Unionen und größeren Helices, jedoch sämtlich so
+weich und mürbe, daß eine vollständige Herauslösung und genaue
+Bestimmung bis jetzt nicht möglich war.«
+
+FR. SANDBERGER[69] bemerkt sodann in seinem 1870/75 erschienenen Werke
+»Die Land- und Süßwasserconchylien der Vorwelt«, in dem über die
+Binnenmollusken der Mittelpleistocänschichten handelnden Kapitel
+folgendes: »Im Neckartale selbst sind in keiner sonstigen unter dem
+Tallöß gelagerten Ablagerung Binnenmollusken nachgewiesen, wohl aber in
+dem bei Neckargemünd in dasselbe einmündenden Elsenztale. Hier finden
+sich bei Mauer etwa 100' über dem Spiegel der Elsenz Sand- und
+Geröllbänke, welche schon A. BRAUN als Lagerstätte fossiler Wirbeltiere
+und Binnenmollusken bekannt waren. Im Jahre 1868 beobachtete ich hier
+von oben nach unten in einer Sandgrube:
+
+ 1. Tallöß mit zahlreichen Conchylien 20 Fuß.
+
+ 2. =Rötlichen Sand= mit diagonaler Schichtung und einzelnen
+ Stücken von =Helix rufescens=, =Helix hispida= und =Succinea
+ oblonga=, an der Grenze gegen 3 auch mit zerbrochenen Unionen 36 »
+
+ 3. Groben Kies, bestehend aus Geröllen von Buntsandstein,
+ Wellenkalk, Muschelkalk, Hornstein und Feldspatbrocken mit
+ Equus caballus und Elephas primigenius (?) 40 »
+
+Da von Binnenmollusken nur die oben genannten Arten, von Säugetieren
+aber nur noch Rhinoceros Merckii Jaeg. und Ursus spelaeus gefunden
+worden sind, so läßt sich das Alter der Sande noch nicht genauer
+feststellen, doch deutet das Fehlen von Rhinoceros tichorhinus, Felis
+spelaea und Hyaena spelaea auf ein höheres Alter, als das des
+Cannstatter Tuffes, und vielleicht hat A. BRAUN recht, wenn er den Sand
+von Mauer mit jenem von Mosbach bei Wiesbaden parallelisiert.«
+
+BENECKE und COHEN[9] erwähnen bereits 12 Conchylienarten von Mauer, die
+auf einigen Exkursionen gesammelt wurden, und weisen darauf hin, daß man
+hier eine reiche Fauna zusammenbringen könne, welche wahrscheinlich für
+die schon mehrfach gemachte Annahme, daß der Sand von Mauer mit dem
+Sande von Mosbach bei Wiesbaden gleichalterig sei, sichere Anhaltspunkte
+ergeben würde.
+
+A. ANDREAE[5] hat nun in seiner für das Gebiet der Diluvialgeologie und
+der Malakozoologie gleich wichtigen Abhandlung über den Diluvialsand von
+Hangenbieten im Unterelsaß, Straßburg 1884, dieses Desiderat namentlich
+in bezug auf die Mollusken erfüllt, indem er in einer tabellarischen
+Übersicht der Fauna des Diluvialsandes von Hangenbieten, verglichen mit
+der Fauna des Diluvialsandes von Mosbach bei Biebrich und von Mauer bei
+Heidelberg, sowie mit der recenten Fauna des Elsaß und des
+Oberrheingebietes, =von Mauer= 35 Arten angibt, welche Zahl aber, wie er
+bemerkt, noch sehr der Vervollständigung bedarf; denn von Hangenbieten
+sind 79 und aus dem Diluvialsand von Mosbach 93 Molluskenarten bekannt
+geworden. Von Mauer werden folgende angeführt, die sämtlich auch in
+Mosbach vertreten sind:
+
+ Hyalinia (Polita) nitidula Drap. sp.
+ » » radiatula Ald. sp.
+ » (Vitrea) crystallina Müll. sp.
+ * Patula (Goniodiscus) solaria Menke sp.
+ » (Patulastra) pygmaea Drap. sp.
+ Helix (Vallonia) pulchella Müll.
+ » » costata Müll.
+ * » » tenuilabris Braun.
+ * » (Petasia) bidens Chemn. sp.
+ » (Trichia) hispida L.
+ » » rufescens Penn.
+ » (Eulota) fruticum Müll.
+ » (Arionta) arbustorum L.
+ Buliminus (Ena) montanus Drap.
+ Cochlicopa (Zua) lubrica Müll. sp.
+ Pupa (Pupilla) muscorum L. sp.
+ » (Vertigo) pygmaea Drap.
+ * Clausilia (Pirostoma) pumila (Ziegl.) C. Pfeiff.?
+ Succinea (Tapada) putris L. sp.?
+ » » Pfeifferi Rossm.
+ » » oblonga Drap.
+ Valvata (Concinna) antiqua Sow.
+ » » piscinalis Müll. sp.
+ * » » naticina Menke.
+ Bythinia tentaculata L. sp.
+ Limnaeus (Limnophysa) palustris Müll. sp.
+ Planorbis (Gyraulus) Rossmaessleri [II.] (Auersw.) S. Schm.
+ Ancylus fluviatilis Müll.
+ Unio pictorum L. sp.
+ » batavus Lam.
+ * Sphaerium rivicola Leach sp.?
+ * » solidum Norm. sp.
+ Pisidium amnicum Müll. sp.
+ * » supinum A. Schm.
+ » Henslowianum Shepp.
+
+ NB. Die mit ? bezeichneten Arten sind in Fragmenten oder angezweifeltem
+ Vorkommen vorhanden.
+
+ [II.] Nach gütiger Mitteilung von O. BOETTGER eine zweifelhafte Art, auf
+ die keine Schlüsse zu bauen sind.
+
+Wie ANDREAE bemerkt, fehlen die mit einem Stern bezeichneten Mollusken
+jetzt in der Fauna des Oberrheingebietes. Um darüber Klarheit zu
+erhalten, ob dies auch auf das Neckargebiet zutrifft, wandte ich mich an
+den ausgezeichneten Kenner desselben, Herrn D. GEYER in Stuttgart, der
+so freundlich war, hierüber, sowie über die weitere Frage Auskunft zu
+geben, welche Schlüsse auf das derzeitige Klima die in den Sanden von
+Mauer abgelagerten Mollusken gestatten. Ich teile das Wesentlichste aus
+diesem Berichte hier mit: Es handelt sich bei den Ablagerungen von Mauer
+offenbar um fluviatile Bildungen, welche durch den Neckar zustande
+gekommen sind. Nun wäre es aber durchaus irrig, anzunehmen, daß die in
+den Sanden abgelagerten Schalen aus größeren Entfernungen bzw. aus einem
+weiten Gebiete hierher geführt und Vertreter der gesamten Fauna seien.
+Die große Masse stammt vielmehr aus der nächsten Nähe, da die
+zahlreichen scharfen Windungen bzw. Schleifen des Neckars ebenso viele
+Dämme bildeten, welche die auf den Fluten schwebenden leeren Schalen zur
+Ablagerung nötigten; denn nur um solche handelt es sich, da die mit
+lebenden Tieren gefüllten Schalen untersinken und im Sande und Geröll
+zerrieben werden. Felsen-, Berg-, Heide- und großenteils auch
+Waldbewohner sucht man vergeblich in Ausspülungen; diese setzen sich
+zusammen aus Wasser-, Ufer-, Wiesen- und Gebüschbewohnern, denen nur
+einzelne Waldschnecken sich zugesellen.
+
+Von den in obiger Liste angeführten 35 Arten sind 21 Land- und 14
+Wassermollusken. Von ersteren sind nur 3 Baumtiere: Helix fruticum,
+eigentlich Buschtier; Helix arbustorum, die aber auch gern auf dem
+Boden am Wasser lebt, und Buliminus montanus, der sich am meisten von
+den dreien an Bäume hält. Helix rufescens lebt meist am Boden und steigt
+nur zuweilen an Krautpflanzen auf. Die übrigen =Landschnecken= sind alle
+ausschließlich Bodentiere. Die Busch- und Baumtiere leben heute noch in
+nächster Nähe von Mauer.
+
+Die in obiger Liste mit einem Stern bezeichneten Arten fehlen heute auch
+im Neckargebiete bis auf Sphaerium rivicola, Sph. solidum und Pisidium
+supinum. Sie leben aber größtenteils noch im Osten, wie aus den in der
+Fußnote[III.] auszugsweise wiedergegebenen Mitteilungen des Herrn
+D. GEYER hervorgeht. Sein Resumé lautet: »=Sollen Folgerungen in bezug auf
+das Klima aus den in den Sanden von Mauer zur Ablagerung gelangten
+Molluskenschalen gemacht werden, so kann man allenfalls auf ein mehr
+kontinentales Klima, als wir es heute haben, schließen=.«
+
+ [III.] =Patula solaria Menke=, auch aus den diluvialen
+ Kalktuffablagerungen von Cannstatt bei Stuttgart bekannt, fehlt jetzt dem
+ ganzen Neckargebiete. Es ist eine östliche Art, verbreitet in
+ Siebenbürgen, Nordungarn, Galizien, Mähren (ferner relictoid auf dem
+ Zopten und im Moschwitzer Walde in Schlesien), Erzherzogtum Österreich
+ (von hier in die südöstliche Ecke Bayerns übergreifend), Steiermark,
+ Kärnten, Krain, Dalmatien und Lombardei. Die Art lebt am Boden, im Grase,
+ unter Laub und Steinen im Walde.
+
+ =Helix tenuilabris Braun= fehlt dem Neckargebiete, lebt in Sibirien. Man
+ hat bis in die neueste Zeit die in den schwäbischen Juratälern lebende
+ H. adela Westerl. fälschlich für tenuilabris Braun gehalten.
+
+ =Helix bidens Chemn.= gehört Mittel- und Osteuropa an, lebt in sehr
+ feuchten schattigen Orten, besonders gern an Bachrändern, im
+ Erlengebüsch. Sie fehlt dem deutschen Nordwesten, ist aber sonst in
+ Norddeutschland nicht selten, auch in Thüringen nicht; sie geht bis zum
+ Main, im Regnitztal auch über den Main nach Süden über Erlangen hinaus.
+ Aus den bayr. Alpen und dem ganzen Jurazuge ist sie nicht bekannt,
+ findet sich dagegen auf der zwischen beiden Gebirgszügen liegenden
+ bayerischen Hochebene; sie fehlt in Württemberg, Baden und im Elsaß.
+
+ =Clausilia pumila Ziegl.= lebt gern an denselben Orten wie Helix bidens.
+ Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich CLESSIN zufolge nach Osten bis
+ Siebenbürgen, nach Süden bis Kroatien, nach Norden bis Livland und
+ Schweden; in Deutschland findet sie ihre Westgrenze, die noch nicht
+ genau angegeben werden kann. Sie findet sich noch in Mecklenburg und
+ Holstein, ebenso in Thüringen und geht bis zum Main bei Koburg und
+ Ochsenfurt. Südlich des Mains ist in Deutschland noch kein Fund bekannt
+ geworden, wie sie denn jetzt im Neckargebiete sicher fehlt.
+
+ =Valvata naticina Menke= lebt in schlammigen Stellen ruhigen Wassers der
+ größeren Flüsse. Ihre Verbreitung ist eine östliche: Donau bei Budapest,
+ Südrußland, Moskau, Livland, Ostpreußen, Landsberg a. d. Warthe. Im
+ Neckargebiet fehlt sie jetzt sicher.
+
+ =Sphaerium rivicola Leach. sp.= ? lebt im Neckar, etwa von Marbach
+ an; sie steckt im Sande zwischen den Steinen der Steindämme. Dem
+ Oberlauf der Flüsse, die rasch fallen und viel Geröll führen, fehlt sie,
+ wie die meisten großen und kleinen Bivalven. Sie ist über den größten
+ Teil Europas verbreitet.
+
+ =Sphaerium solidum Normand.= hat nach CLESSIN in Deutschland fast
+ dasselbe Verbreitungsgebiet wie Sph. rivicola; ist D. GEYER aus dem
+ Neckar noch nicht bekannt, dürfte aber auch hier aufzufinden sein.
+
+ =Pisidium supinum A. Schm.= wurde von D. GEYER selbst im Neckar bei
+ Besigheim gesammelt, scheint aber selten zu sein. Nach O. BOETTGER im
+ Main zwischen Frankfurt und Mainz häufig. Da sie schwer aufzufinden ist,
+ so ist ihr Verbreitungsgebiet nur ungenügend bekannt.
+
+Die von ANDREAE a. a. O. mitgeteilte Liste der in den Mauerer Sanden
+festgestellten Säugetiere ist namentlich durch W. v. REICHENAU[64 u.
+65], Beiträge zur näheren Kenntnis der Carnivoren aus den Sanden von
+Mauer und Mosbach, erweitert und berichtigt worden, auf welche wichtige
+Arbeit bei den Bemerkungen zu den einzelnen Species Bezug genommen
+werden soll. Hinzufügen konnte ich selbst noch Sus scrofa var. cfr
+priscus Marcel de Serres, Cervus (Alces) latifrons Johns. und Felis cfr
+catus. Zwei von ANDREAE angeführte Arten: Elephas primigenius Blumenb.
+und Bos primigenius Boj. mußten ausgeschieden werden, da deren Reste
+wahrscheinlich aus der die Mauerer Sande überlagernden Lößstufe stammen.
+
+Da in letzter Zeit ausschließlich die im Profil der Sandgrube am
+Grafenrain mit 1-10 bezeichneten Sandschichten abgebaut wurden, so
+stammen die von mir selbst jüngst gesammelten Tierreste sämtlich aus
+diesem Horizonte, =in welchem, und zwar in Schicht 4 0,87 m über der
+Sohle, der menschliche Unterkiefer gefunden wurde=. Daß aber auch die
+oberen über der Lettenbank lagernden Sandschichten 12-23, die früher
+ausgebeutet wurden, ergiebig an Säugetierresten waren, kann ich aus
+eigner Erfahrung bestätigen. Auch A. SAUER[70] bekräftigt dies in bezug
+auf Elephas antiquus, der, einer Bemerkung in den Erläuterungen zu Blatt
+Neckargemünd S. 67 zufolge, »in der Sandschicht b wie d, also nicht bloß
+im Liegenden, sondern auch im Hangenden der Lehmbank c (vgl. das
+untenstehende Profil[IV.]) aufgefunden wurde«.
+
+ [IV.] Anfang des Jahres 1898 bot die Sandgrube im Grafenrain nach SAUER
+ folgendes Profil dar:
+
+ {0,5 m jüngerer Löß;
+ Lößstufe {2 m Lößlehm;
+ {3,5 m Löß und Lößlehm, in Wechsellagerung nach unten} älterer
+ {zu deutlich geschichtet und sandig werdend } Löß, bzw.
+ } Sandlöß.
+
+ Durch eine scharfe, nach NW einfallende Erosionsfläche getrennt, welche
+ z. T. noch durch Anhäufung großer Gerölle von Buntsandstein markiert ist,
+ folgen darunter:
+
+ {a. 0-2,5 m wohlgeschichteter, feiner, lichtgrauer
+ { Sand;
+ {b. 5 m licht-rötlichbrauner, scharfer Sand;
+ Altdiluviale {c. 2,5 m sandiger, fester Lehm;
+ Neckaraufschüttungen {d. 4-6 m gelb bis rotbrauner, scharfer Sand mit
+ (Mauerer Sande) { Kieslagen, in den oberen Teilen mit
+ { zwei etwa 0,5-1 dm starken Streifen
+ { eines zähen, blauen Tones.
+
+Ich lasse nun eine mit Erläuterungen versehene Aufzählung der in den
+Sanden von Mauer festgestellten Säugetiere folgen, wobei die in der
+Sammlung des Heidelberger geologisch-paläontologischen Instituts
+vorhandenen Fossilien besonders berücksichtigt sind. Um etwas
+Vollständiges zu bieten, wäre eine gründliche Bearbeitung des gesamten,
+in den verschiedenen Sammlungen vorhandenen Materials erforderlich --
+eine Aufgabe, der sich erfreulicherweise in letzter Zeit einige
+Spezialforscher zugewendet haben.
+
+=Felis leo fossilis = Felis spelaea Goldfuß?= Von einer großen Katze aus
+den Mauerer Sanden befinden sich im geologisch-paläontologischen
+Institut Heidelberg ein isolierter P 4 (Reißzahn) des Oberkiefers und
+das Bruchstück eines linken Unterkiefers mit M 1 (Reißzahn), von dem die
+vordere Zacke fehlt; von P 4 und P 3 ist außerdem die Krone abgebrochen,
+und von C steckt nur noch ein Teil der Wurzel in der Alveole[V.]. Nach
+W. v. REICHENAU[65], der diese Objekte bestimmt, in seinen Beiträgen zur
+näheren Kenntnis der Carnivoren aus den Sanden von Mauer und Mosbach
+S. 303/4 beschrieben und auf Taf. IX, Fig. 1 und Taf. X, Fig. 1 abgebildet
+hat, rühren sie von einem Individuum her, das, wie der stark abgenutzte
+P 4 sup. zeigt, in einem vorgeschrittenen Alter stand. Besagter Zahn
+weist relativ kleine Dimensionen auf: Seine Länge -- Vorderrand des
+Innentuberkels mitgemessen -- beträgt nämlich nur 36 mm, während sie
+sich sonst bei Felis spelaea zwischen 39-43 bewegt.
+
+=Felis cfr catus=. Hiervon liegt ein 3. oder 4. Rückenwirbel vor, den ich
+jüngst in dem unteren Horizonte der Mauerer Sande angetroffen habe.
+Derselbe stimmt gut überein mit dem im Heidelberger zoologischen
+Institut befindlichen Skelet einer recenten Wildkatze aus der Umgegend
+von Heidelberg, nur sind die Dimensionen bei dem Wirbel von Mauer
+beträchtlich größer. Herr H. G. STEHLIN hatte die Freundlichkeit,
+unabhängig von mir eine Bestimmung des letzteren vorzunehmen, die mit
+der meinigen übereinstimmt. Er schreibt: »Sollte Felis catus ferus auch
+in den Mosbacher Sanden festgestellt sein, so würde ich den Wirbel auf
+diese Species beziehen; anderenfalls wäre er am passendsten als Felis
+cfr catus zu rubrizieren.« In der Revision der Mosbacher Säugetierfauna
+von H. SCHRÖDER[80] ist Felis catus ferus nicht aufgeführt.
+
+=Canis Neschersensis (Croizet) de Blainville=. W. v. REICHENAU
+beschreibt in seinen Beiträgen S. 195-201 und Taf. X, Fig. 2-4 drei
+Unterkieferhälften aus den Mosbacher Sanden sowie zwei P 4 des
+Oberkiefers, einer ebendaher, der andere von Mauer -- letzterer im
+Museum Hildesheim --, die er dem C. Neschersensis zuteilt, der, in Größe
+zwischen Wolf und Schakal stehend, fast genau mit dem lebenden
+Pyrenäenwolf (C. Lycaon Erxl.) übereinstimmt.
+
+ [V.] Jüngst wurde noch ein Schädelfragment aufgefunden, dessen
+ Zusammensetzung noch nicht beendet ist.
+
+=Ursus arvernensis Croizet=. Von einem verhältnismäßig kleinen Bären
+wurden mehrfach Reste von Unterkiefern sowie auch einzelne Zähne in den
+Sanden von Mauer und Mosbach aufgefunden, die von W. v. REICHENAU
+bestimmt, in den bereits erwähnten Beiträgen beschrieben und z. T. auch
+abgebildet sind. Die mannigfachen Abweichungen, die Ursus arvernensis
+von den von RISTORI zu dem gleichen Formenkreise gestellten Ursus
+ruscinensis Depéret und Ursus etruscus Cuvier zeigt, sind in der v.
+REICHENAUSCHEN Schrift durch Maße belegt. Unter anderem geht daraus
+hervor, daß der Kiefer des Ursus arvernensis beträchtlich kleiner, bzw.
+kürzer ist, als die von RISTORI veröffentlichten italienischen.
+
+Die Reste des Ursus arvernensis von Mauer sind leider in
+alle Himmelsrichtungen zerstreut. Es befinden sich: 1) Im
+K. Naturalienkabinett in Stuttgart: eine linke Unterkieferhälfte mit der
+Zahnreihe, abgebildet bei v. REICHENAU Taf. VIII, Fig. 4. 2) Im
+Römermuseum zu Hildesheim: Bruchstück eines rechten Unterkiefers mit
+abgebrochenem Caninus, den Alveolen von P 1-3, mit P 4 und M 1
+(v. REICHENAU Taf. IX, Fig. 3); ferner isoliert: ein oberer Caninus und
+zwei untere (v. REICHENAU Taf. IX, Fig. 11-13), sowie die Krone eines
+solchen. 3) Im geologisch-paläontologischen Institut der Universität
+Heidelberg: Ein oberer dritter Incisivus (v. REICHENAU Taf. IX,
+Fig. 15), sowie die Krone eines an der Wurzel abgebrochenen Caninus, den
+ich jüngst noch in der Schicht des menschlichen Unterkiefers zu sammeln
+Gelegenheit fand.
+
+=Ursus Deningeri v. Reichenau=. Dieser neue Formenkreis von großen Bären
+ist von W. v. REICHENAU an Resten aus den altdiluvialen Sanden von Mauer
+und Mosbach erkannt, die bisher dem Ursus spelaeus Rosenmüller
+zugesprochen wurden. Allein der Ursus Deningeri weist im Vergleich mit
+den Höhlenbären beträchtliche Differenzen auf. So besitzt z. B. sein
+vierter unterer Prämolar »an der Innenseite des kräftigen Protoconids
+zwei bis drei Sekundärhöcker, die durch eine Furche vom Protoconid
+getrennt sind«, was ihn vom Höhlenbären auf den ersten Blick
+unterscheiden läßt. Ursus Deningeri hat Verwandtschaftsbeziehungen zu
+dem ihm voraufgegangenen Ursus etruscus Cuvier, an den er sich bezüglich
+der Formen- und Größenverhältnisse, namentlich auch hinsichtlich
+der starken Variation des Schädels und Kiefers anschließt.
+Insbesondere zwingt, wie v. REICHENAU bemerkt, die Vergleichung des
+Unterkiefergebisses von Ursus etruscus und Deningeri geradezu zu der
+Annahme, daß letzterer aus ersterem hervorgegangen ist. Ursus Deningeri
+erreichte eine beträchtliche Größe, die derjenigen des Höhlenbären nicht
+nachsteht, wie der im Mainzer Museum aus dem Mosbacher Sande stammende
+Schädel erkennen läßt, dessen Schädelbasis vom Vorderrande des Foramen
+magnum bis zum Vorderrande der Alveole des mittleren Schneidezahnes
+457 mm mißt. Das Profil des Ursus Deningeri-Schädels ähnelt am meisten dem
+recenten Ursus beringianus; nur sind die Nasalia des Ursus Deningeri
+mehr gewölbt und die Prämaxillaria mehr gestreckt. Die Schädelbasis des
+Ursus beringianus mißt übrigens nur 363 mm.
+
+In einem Nachtrage zu seinen Beiträgen führt W. v. REICHENAU aus, daß in
+den ihm aus der Sammlung der Senckenbergischen Naturforschenden
+Gesellschaft zugegangenen oberen Molaren von Mosbach sich Ursus
+Deningeri so sehr dem echten Höhlenbären nähert, daß ihm in ersterem
+eine Ahnenform der Spelaearctos spelaeus-Gruppe vorzuliegen scheine.
+»Aus der Etruscus-Arvernensis-Reihe würde sich zunächst die noch mehr
+polymorphe Deningeri-Reihe entwickelt haben, aus welcher dann diejenigen
+Höhlenbären hervorgingen, denen die drei vorderen Prämolaren des
+Unterkiefers fehlen.«
+
+Von Ursus Deningeri aus den Sanden von Mauer befinden sich: 1) Im
+geologisch-paläontologischen Institut Heidelberg: Ein Oberkieferfragment
+mit Gaumenplatte und Gebiß (M 2, M 1, P 4 gut erhalten, C z. T.
+abgebrochen, Incisivi fehlend); ferner die Kronen eines Caninus des
+linken Unterkiefers und eines M 2 des rechten Oberkiefers. 2) Im
+Römermuseum Hildesheim: ein Caninus. -- Die beiden letztgenannten
+Objekte sind abgebildet bei W. v. REICHENAU Taf. IX, Fig. 5 u. 10.
+
+=Sus scrofa var. cfr priscus Marcel de Serres=. Hiervon befinden sich im
+geologisch-paläontologischen Institut Heidelberg zwei noch in den
+Alveolen steckende Molaren (M 3-M 2 inf. dext.), die nach einer
+Bestimmung des Hr. W. v. REICHENAU als Sus priscus Serres bezeichnet
+sind. Auch Hr. H. G. STEHLIN, der so freundlich war, sein Urteil über
+diese Zähne abzugeben, ist der Meinung, »daß sie ihren beträchtlichen
+Dimensionen nach ganz wohl zu Sus scrofa priscus Serres gehören können,
+obwohl sie in der relativen Breite ihren Äquivalenten an der
+Typusmandibel von Lunel-Vieil etwas nachzustehen scheinen. Die Frage,
+inwiefern Sus scrofa priscus für älteres Quartär charakteristisch ist,
+bedarf noch sehr der genaueren Prüfung. Tatsache scheint zu sein, daß
+S. scrofa des älteren Quartärs meist bedeutendere Körpergröße erreichte,
+als dasjenige der späteren Zeiten. Allein ich kenne neolithische
+Suszähne vom Rinnehügel am Burtnecksee, welche in Größe und Struktur
+auffallend mit der von HARLÉ im Altquartär von Montsaunés entdeckten
+übereinstimmen. Auch wird man gut tun, nicht zu übersehen, daß unter den
+vorderhand als S. scrofa priscus zusammengefaßten Materialien gewiß
+Differenzen bestehen, welche vielleicht noch einmal zur Unterscheidung
+=mehrerer= Varietäten führen könnten. Beim gegenwärtigen Stand unserer
+Kenntnisse ist das Tier von Mauer am passendsten als Sus scrofa var. cfr
+pricus Marcel de Serres zu rubrizieren.« -- Auch in den Mosbacher Sanden
+sind mehrfach einzelne Zähne von Sus scrofa aufgefunden. NEHRING, ein
+ausgezeichneter Kenner der Quartärfaunen Mitteleuropas, gibt an, daß er
+selbst bei seinen Ausgrabungen in dem Diluvium von Thiede (unweit
+Braunschweig), Westeregeln (zwischen Magdeburg und Halberstadt),
+Oberfranken, am Rhein usw. niemals den geringsten Rest von Sus gefunden
+habe, nur aus präglacialen und aus altdiluvialen Ablagerungen seien ihm
+solche bekannt geworden. Es ist dies verständlich, wenn man in Betracht
+zieht, daß die Wildschweine durch anhaltenden Frost ganz besonders
+leiden; sie können in dem festgefrorenen Boden nicht wühlen und sind
+somit in der Aufsuchung ihrer Nahrung sehr behindert. Weiteres hierüber
+findet sich bei O. SCHOETENSACK[79], Beiträge zur Kenntnis der
+neolithischen Fauna Mitteleuropas 1904 S. 13.
+
+=Cervus (Alces) latifrons Johns=. Zu den häufigsten Resten gehören nach H.
+SCHRÖDER in den Mosbacher Sanden Skeletteile, Gebisse und Geweihe dieses
+riesenhaften Elches, dessen Schaufeln an einer sehr langen und kräftigen
+Stange sitzen. Auch mir fielen die überaus starken Molaren eines
+Cerviden in den Sanden von Mauer auf, die M. SCHLOSSER zu bestimmen die
+Freundlichkeit hatte. Einzelne Zähne dieses Elches sind schon in den
+alten Beständen der Heidelberger Sammlung vorhanden. Es gelang mir,
+solche aber auch in mehreren Exemplaren in der Fundschicht des
+menschlichen Unterkiefers festzustellen. -- So häufig wie in Mosbach
+scheint Cervus (Alces) latifrons in Mauer nicht gewesen zu sein. Von
+zwei zusammengehörigen Prämolaren des rechten Unterkiefers (Nr. 18 d.
+Heidelb. Sammlg.) mißt P 3 mesiodistal 24,7 mm und P 4 29 mm; der
+linguobuccale Durchmesser steigt bei ersterem bis zu 17,2 mm, bei
+letzterem bis zu 20,5 mm an; die Schmelzleisten sind ungemein kräftig
+ausgebildet.
+
+=Cervus elaphus L. var.= Reste des Edelhirsches sind häufig in den
+Mauerer Sanden. Außer Skeletteilen der Extremitäten finden sich
+besonders oft isolierte Zähne sowie mehr oder weniger fragmentarische
+Unterkieferhälften. Eine solche (rechte) mit vollständig erhaltener
+Zahnreihe schließt sich in bezug auf die Länge dieser genau einem uns
+vorliegenden recenten Cervus elaphus aus der Schweiz an: Die Gesamtlänge
+von 3 P + 3 M beträgt bei beiden 118 mm; dagegen beträgt die Länge vom
+Angulus bis zum Incisivrand bei dem Mauerer Exemplar etwa 320 mm, bei
+unserem recenten aber nur 285 mm. RÜTIMEYER[67], Fauna der Pfahlbauten
+S. 59, gibt für den Unterkiefer des recenten Edelhirsches 300 mm und für
+den großen Pfahlbauhirsch sogar 345 mm an. -- Von einem mitten
+durchgebrochenen, sonst aber -- auch an beiden Gelenkflächen
+-- vollkommen erhaltenen Metatarsus gebe ich nachstehend die Maße,
+verglichen mit den von RÜTIMEYER mitgeteilten:
+
+ Mauer Pfahlbauhirsch Recent
+
+ Metatarsus, volle Länge 320 370 260
+ » obere Gelenkfläche quer 38,8 38 30
+ » untere » » 45 45 34
+
+Von Geweihen, die leider nur in Bruchstücken vorliegen, scheinen sich
+hauptsächlich die kräftigsten erhalten zu haben. Diese gleichen z. T.
+den von POHLIG[62] in seiner Abhandlung »Die Cerviden des thüringischen
+Diluvial-Travertines« als Cervus (elaphus) Antiqui abgebildeten von
+Taubach; doch ist der Umfang der Stange unmittelbar über der Rose bei
+zwei von Mauer vorliegenden Exemplaren beträchtlicher (20 und 24 cm!).
+Ich möchte mir daher in der Bestimmung der Geweihreste des Edelhirsches
+von Mauer dieselbe Vorsicht auferlegen, wie sie H. SCHRÖDER »in Ansehung
+der ganz außerordentlichen Variabilität der Geweihe und der noch
+größeren Meinungsverschiedenheiten der Autoren über die Beziehungen und
+gegenseitige Abgrenzung der Varietäten, namentlich fossiler Hirsche« in
+seiner Revision der Mosbacher Säugetierfauna für geboten hält.
+
+=Cervus capreolus L.= Reste vom Reh sind in den Mauerer Sanden nicht
+häufig. In der Heidelberger Sammlung befinden sich ein oberes und ein
+unteres Ende von zwei verschiedenen Geweihstangen, die von
+ausgewachsenen Tieren herrühren; ferner das Unterkieferfragment eines
+jugendlichen. Abweichungen von dem recenten Reh vermag ich nicht daran
+zu erkennen.
+
+=Bison= sp. nov. ind. Ebenso wie in dem Mosbacher Sande ist ein Bison auch
+in Mauer häufig. Leider sind die seit Jahrzehnten hier aufgefundenen
+Reste in alle Himmelsrichtungen zerstreut, so daß ein Studium derselben
+sehr erschwert ist. Nach den Messungen, die ich an den in dem
+geologisch-paläontologischen Institut der Universität Heidelberg
+befindlichen zwei Schädelfragmenten, drei isolierten Hornzapfen und
+einem Unterkiefer vornehmen konnte, weicht der Bison von Mauer
+beträchtlich von dem in dem europäischen Diluvium weit verbreiteten
+Bison priscus Boj. ab. Er schließt sich, soweit sich dies nach den
+wenigen vorliegenden Resten beurteilen läßt, mehr an den recenten Bison
+europaeus Ow. an. Da eine erschöpfende Bearbeitung dieser Frage nicht in
+dem Rahmen dieser Abhandlung liegt, so beschränke ich mich darauf, den
+von mir genommenen Maßen einige von L. RÜTIMEYER[67], Die Fauna der
+Pfahlbauten S. 74 und H. v. MEYER[52], Nova Acta Acad. Leopold., 1835,
+S. 138 angeführte Vergleichszahlen beizufügen:
+
+ Masse des Unterkiefers[VI.] in Millimetern
+
+ Spaltenüberschriften:
+
+ A: Mauer
+ B: Bojanus }
+ C: Nordmann Paläontologie Südrußlands } nach Rütimeyer
+ D: Robenhausen Pfahlbau }
+
+ A B C D
+
+ Höhe hinter M 3 68,2 65 68 --
+ Höhe vor P 1 42 38 -- --
+ Länge der Backenzahnreihe etwa 153 164 147 145
+ M 3 Länge 42,8 45 42 42
+ Breite 19,6 -- -- 17,5
+ M 2 Länge 27,9 31 27 27
+ Breite 19,4 -- -- 17,5
+ M 1 Länge 23,9 31 22 23
+ P 1-3 Länge etwa 56 56 57 50
+
+ [VI.] An demselben sind die bereits stark abgekauten Backzähne bis auf
+ P 1 erhalten; Ast und Symphyse fehlen.
+
+ ------------------------+---------------------+----------------------+
+ | Bison von Mauer | Bison europaeus |
+ +---------------------+----------------------+
+ |Schädelfragment 1 | |
+ | |Schädelfragment 2[VII.] |
+ | | |Isolierter Hornzapfen 201 |
+ | | | |Isolierter Hornzapfen 202 |
+ | | | | |Isolierter Hornzapfen 211 |
+ | | | | | +----------------------+
+ | | | | | |Berlin |
+ | | | | | | |Paris |
+ | | | | | | | |Petersburg |
+ | | | | | | | | |Schönbrunn|
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+------+
+ Breite der Stirn | | | | | | | | | | |
+ zwischen d. über d. | | | | | | | | | | |
+ Einbiegungen | | | | | | | | | | |
+ Augenhöhlen nach einer| | | | | | | | | | |
+ geraden Linie | 264| 275| --| --| --|258|220|270|231| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Breite der Stirn | | | | | | | | | | |
+ zwischen der Basis der | | | | | | | | | | |
+ Hornzapfen | 260| -- | --| --| --|234|230|280|230| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Umfang der | | | | | | | | | | |
+ Hornzapfenbasis | -- | -- | --| --|330|290| --| --| --| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Länge der geraden Linie | | | | | | | | | | |
+ v. untern Teile der | | | | | | | | | | |
+ Hornzapfenbasis bis | | | | | | | | | | |
+ zur Spitze des Zapfens| -- | -- |300|295|230|285| --| --|230| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Dieselbe Länge nach der | | | | | | | | | | |
+ Krümmung des Zapfens | -- | -- |330|330|290|498| --| --|320| |
+ | | | | |[a]| | | | | |
+ | | | | |385| | | | | |
+ | | | | |[b]| | | | | |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Längendurchmesser des | | | | | | | | | | |
+ Hinterhauptsloches |44,5|43,5| --| --| --| 38| --| --| 30| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Entfernung vom | | | | | | | | | | |
+ Hinterhauptskamme bis | | | | | | | | | | |
+ zum oberen Rande des | | | | | | | | | | |
+ Hinterhauptsloches | 102| 101| --| --| --|100| --| --|110| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Größte Breite des | | | | | | | | | | |
+ Hinterhauptes nach | | | | | | | | | | |
+ einer geraden | | | | | | | | | | |
+ Grundlinie | 260| 260| --| --| --|246|200|265|240| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Entferng. v. ein. | | | | | | | | | | |
+ Hornzapfenbasis zur | | | | | | | | | | |
+ anderen am hintern | | | | | | | | | | |
+ Teil des Schädels nach| | | | | | | | | | |
+ ein. geraden Linie | 273| 300| --| --| --|302| --| --| --| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+------+
+ [a] vordere Curvatur [b] hintere Curvatur
+
+ ------------------------+--------------------------------------------+
+ | Bison priscus |
+ +--------------------------------------------+
+ |Diluvium (Niederterrasse Kirchheim bei |
+ |Heidelberg). Städt. Sammlungen Heidelberg. |
+ |Eig. Messung. |
+ | |Aus dem Rhein bei Sandhofen Mannheim |
+ | |Mus. Frankfurt a. M. |
+ | | |Aus dem Rhein |
+ | | |Mus. Darmstadt |
+ | | | |Aus dem Rhein |
+ | | | |Mus. Darmstadt |
+ | | | | |Aus dem Rhein |
+ | | | | |Mus. Speyer |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+------------------------+
+ Breite der Stirn | | | | | | |
+ zwischen d. über d. | | | | | | |
+ Einbiegungen | | | | | | |
+ Augenhöhlen nach einer| | | | | | |
+ geraden Linie |330|301|304|345|315| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Breite der Stirn | | | | | | |
+ zwischen der Basis der | | | | | | |
+ Hornzapfen |325|355|437|404|379| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Umfang der | | | | | | |
+ Hornzapfenbasis |390|380|364|382|458| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Länge der geraden Linie | | | | | | |
+ v. untern Teile der | | | | | | |
+ Hornzapfenbasis bis | | | | | | |
+ zur Spitze des Zapfens|460|477|448|382|351| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Dieselbe Länge nach der | | | | | | |
+ Krümmung des Zapfens |520|514|546|487|465| |
+ |[a]| | | | | |
+ |650| | | | | |
+ |[b]| | | | | |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Längendurchmesser des | | | | | | |
+ Hinterhauptsloches | 40| 48| 47| 51| 48| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Entfernung vom | | | | | | |
+ Hinterhauptskamme bis | | | | | | |
+ zum oberen Rande des | | | | | | |
+ Hinterhauptsloches |117|107|118|110|128| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Größte Breite des | | | | | | |
+ Hinterhauptes nach | | | | | | |
+ einer geraden | | | | | | |
+ Grundlinie | --|297|291|310| --| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Entferng. v. ein. | | | | | | |
+ Hornzapfenbasis zur | | | | | | |
+ anderen am hintern | | | | | | |
+ Teil des Schädels nach| | | | | | |
+ ein. geraden Linie |320|359|400|312|358| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+------------------------+
+ [a] vordere Curvatur [b] hintere Curvatur
+
+ [VII.] A. PAGENSTECHER, Frühlings landwirtschaftliche Zeitung, 1878.
+ XXVII, 2. Heft, S. 25, schätzt das Alter dieses Individuums auf Grund der
+ beiden bei dem Fossil gefundenen Backzähne -- oberer Molar und unterer
+ Milchmolar -- auf höchstens zwei Jahre. Die Zugehörigkeit des letzteren
+ zu dem Schädelfragment ist jedenfalls sehr fraglich, da sonst nichts von
+ dem Unterkiefer vorliegt.
+
+A. ANDREAE[5] führt unter der Fauna von Mauer auch Bos primigenius Boj.
+an. Ich konnte unter den im Heidelberger geologisch-paläontologischen
+Institut befindlichen Tierresten aus den Mauerer Sanden nur Bison
+priscus feststellen. Auch in den Mosbacher Sanden kommt nach
+F. KINKELIN[31 u. 38] und H. SCHRÖDER[80 u. 81] nur Bison vor. Es liegt
+daher die Vermutung nahe, daß es sich bei den von ANDREAE erwähnten
+Resten um solche handelt, die aus der Lößstufe stammen.
+
+=Equus= sp. Nach brieflicher Mitteilung des Herrn W. v. REICHENAU, der mit
+der Bearbeitung der Equidenreste aus den Sanden von Mosbach und Mauer
+beschäftigt ist, stellen die aus letzterem Fundorte vorliegenden
+einzelnen Zähne von Equus in ihrem sehr variablen Verhalten eine
+=Übergangsreihe dar, ausgehend von der Form Equus Stenonis Cocchi= (mit
+kurzachsigem vorderen Innenpfeiler der Kaufläche), bis zur Taubacher
+Form hinüberleitend. Dasselbe ist bei dem großen Equus Mosbachensis der
+Fall. Equus germanicus Wüst = E. caballus var. germanica Nehring ist in
+Mauer nicht vertreten.
+
+=Rhinoceros etruscus Falc.= ist häufig in den Sanden von Mauer.
+Namentlich vom Kopfskelet sind zahlreiche Reste aufgefunden; darunter
+Unterkieferfragmente mit Zahnreihen und isolierte Zähne. Das
+Gliedmaßenskelet ist u. a. durch ein leidlich gut erhaltenes Becken
+vertreten; von dem Rumpfskelet kommen häufig Rippen vor. Alles für die
+Bestimmung der Species wichtige Material, das sich in der Heidelberger
+Universitätssammlung vorfindet, ist zurzeit in Händen von HENRY
+SCHRÖDER, dem ausgezeichneten Kenner der Rhinozeroten, der so freundlich
+war, mir folgendes vorläufige Ergebnis seiner Untersuchungen zur
+Verfügung zu stellen: »Betreffend die =Rhinocerosreste von Mauer= kann
+ich heute noch auf meiner vor 10 Jahren in der Revision der Mosbacher
+Säugetierfauna gegebenen Bestimmung des Rhinoceros etruscus Falc.
+beharren; mir ist bisher kein Stück unter die Hände gekommen, das man
+als Rhinoceros Merckii deuten könnte, wenn man als Typus dieser Art die
+Taubacher Form annimmt.« Die von SCHRÖDER angezogene, Rhinoceros etrusc.
+Falc. betreffende Stelle lautet: »Diese aus dem oberen Pliocän des
+Arnotales und aus dem Forestbed Englands bekannte Rhinocerosart ist in
+Mosbach häufig. Die besterhaltenen Stücke besitzt das Museum der
+Landesanstalt und das Mainzer Museum, beide je einen Schädel mit
+Prämolaren und Molaren, letzteres einen vollständigen Unterkiefer und
+ersteres vollständig erhaltene Reihen des definitiven und des
+Milchgebisses. Rhinoceros etruscus unterscheidet sich durch nur sanft
+aufsteigende Parietalia, starke, fast horizontal verlaufende Cingula an
+der Innenseite der Prämolaren des Oberkiefers und größere Niedrigkeit
+der Zahnkronen von dem echten Rhinoceros Merckii, das zudem noch
+erheblich größer ist. Die Übereinstimmung der Mosbacher Zähne mit
+solchen aus dem italienischen Pliocän ist vollkommen. Übrigens vermutete
+bereits SANDBERGER Rhinoceros etruscus in Mosbach.«
+
+=Elephas antiquus Falc.= kommt häufig vor in den Sanden von Mauer.
+Ansehnliche Reste des Rumpf-, Kopf- und Gliedmaßenskelettes sind in der
+Sammlung des Heidelberger geologisch-paläontologischen Instituts
+vorhanden, die sich auf die verschiedensten Altersstadien erstrecken. Es
+erschien mir besonders wichtig, dieses Leitfossil auch aus dem gleichen
+Horizonte, aus dem der menschliche Unterkiefer stammt, nachzuweisen, was
+durch die freundliche Unterstützung des Herrn J. RÖSCH in
+befriedigendster Weise gelungen ist. Es wurde nämlich 11,5 m südlich von
+der im geologischen Profil mit einem Kreuz bezeichneten Fundstelle der
+Oberkiefer eines ganz jungen Individuums und 25 m nordwestlich von der
+genannten Stelle der Unterkiefer eines noch nicht völlig ausgewachsenen
+Individuums aufgefunden. Von letztgenannter Mandibula, die aus der
+Symphyse in zwei Teile zerfallen war, die sich leicht wieder
+zusammensetzen lassen, fehlt beiderseits der obere Teil des Ramus
+ascendens. Auf Taf. IV, Fig. 6 ist ein Teil der linken Hälfte des
+Unterkiefers so abgebildet, daß die Schmelzfiguren der Kaufläche des
+ersten Molaren zu erkennen sind. Sie sind typisch rautenförmig, am
+distalen Teile mehr als am mesialen mit zahlreichen Ausbuchtungen
+versehen. Die Stärke der Schmelzwand beträgt 1,5-2,0 mm. Von dem
+nachdrängenden M 2 ist die Kaufläche der Querjoche noch völlig intakt.
+Die Höhe des Corpus mandibulae beträgt unter M 1 148 und unter M 2 155
+mm. Die Dicke des Corpus mißt an der Basis 112 mm und steigt nach oben
+bis zu 160 mm an. Der mesiodistale Durchmesser von M 1 beträgt im
+Maximum 157, der linguobuccale 63 mm, beide Maße an der Kaufläche
+genommen. Da nach ZITTEL beim recenten (indischen) Elefanten der erste
+Molar erst im 15. Jahre mit der ganzen Zahnkrone in Funktion ist und der
+zweite Molar im 20. Jahre zum Vorschein kommt, die Altersgrenze des
+Elefanten aber weit über 100 Jahre liegen soll, so dürfen wir annehmen,
+daß die vorliegende Mauerer Mandibula von einem Individuum stammt, das
+seine Vollkraft noch nicht ganz erreicht hatte.
+
+Das auf Taf. V, Fig. 10 abgebildete Oberkieferfragment eines ganz jungen
+Tieres wurde zusammen mit anderen demselben Individuum angehörigen
+Knochen der Kieferregion und der Hirnkapsel -- wovon zwei Felsenbeine
+und das Hinterhauptsbein leidlich gut erhalten sind -- aufgefunden. Die
+Maxillae superiores und die Ossa palatina sind erhalten; ebenso auf
+jeder Seite zwei Milchmolaren, von denen der mesiale drei Lamellen, der
+distale deren sieben aufweist. Nach ZITTEL, Handbuch der Paläontologie
+V. Abt. IV. Bd. 1891. S. 468, verhält sich die Zahl der Querjoche bei
+Elephas antiquus folgendermaßen:
+
+ D 1[VIII.] D 2 D 3 M 1 M 2 M 3
+ sup. 3 5-7 8-11 9-12 12-13 15-20
+ inf. 3 6-8 9-11 10-12 12-13 16-21.
+
+ [VIII.] Da sich zu diesen drei Milchmolaren bei Elephas zuweilen ein
+ vorderster rudimentärer gesellt, so nehmen manche Autoren, z. B.
+ M. WEBER, Die Säugetiere, Jena 1904, folgende typische Formel der
+ Backenzähne für Elephas an: D (od. Pd) 4/4 M 3/3
+
+Es liegen demnach bei unserem Oberkiefer D 1 und D 2 vor. Während
+ersterer Zahn eine starke Abnutzung der Kaufläche aufweist und die
+Schmelzfiguren deutlich erkennen läßt, ist bei D 2 die Usur nicht so
+weit vorgeschritten: Die Schmelzfiguren werden distalwärts immer
+schwächer. H. POHLIG[61] bildet in Nova Acta Acad. Leopold. 1892
+Taf. IIb das Fragment einer rechtsseitigen Oberkieferhälfte des im
+städtischen Museum zu Weimar befindlichen Elephas antiquus ab »mit dem
+vollständigsten aller bekannten hintersten Milchmolaren«, und
+A. PORTIS[63] bringt in Palaeontographica N. F. V. 4 (XXV.) Taf. XIX,
+Fig. 1 die Abbildung eines im Münchener Museum befindlichen Unterkiefers
+des Elephas antiquus von Taubach »mit den beiden zweiten gut entwickelten
+und abgenutzten Milchmolaren und mit Alveolen, aus denen die Embryonen
+des dritten[IX.] Zahnes herausgefallen sind«. Der Oberkiefer von Mauer
+ergänzt die vorgenannten Objekte in erfreulicher Weise.
+
+ [IX.] Distal-mesialwärts gerechnet.
+
+Vom Elephas antiquus ist im Jahre 1887 in der Sandgrube im Grafenrain
+auch das auf Taf. IV, Fig. 7 abgebildete Schädelfragment nebst
+Unterkiefer aufgefunden, das von Herrn J. RÖSCH in Mauer dem
+zoologischen Institut der Universität Heidelberg geschenkt wurde. Da der
+Zerfall des sehr mürben Knochengewebes durch Wegnahme des es
+zusammenhaltenden Sandes zu befürchten war, so wurde auf Anordnung und
+unter Leitung des Hr. Geh. Hofrat BÜTSCHLI eine Kiste um das wichtige
+Fundstück gezimmert, in welcher die Überführung nach Heidelberg
+stattfand. Hier konnte mit aller Sorgfalt die Präparation desselben
+erfolgen. Bemerkenswert ist es, daß an dem Kiefer nur der linke
+Incisivus zur Ausbildung gelangte, während der rechte, wie die nur
+30 × 20 mm messende Alveole zeigt, sehr früh ausgefallen sein muß. Die
+Länge des linken Schneidezahnes beträgt von der Alveole bis zur Spitze
+in gerader Linie 1,16 mm, längs der äußeren Kurve gemessen 1,26 mm, der
+Umfang desselben beim Austritt aus der Alveole 0,38 mm. Es seien noch
+folgende Maße mitgeteilt: Das Hinterhauptsloch mißt zwischen den
+Condylen 80 mm, von oben nach der Schädelbasis 74 mm. Breite des
+Schädels zwischen den Jochbogen 710 mm. Die Entfernung von dem Processus
+condyloideus des Unterkiefers bis zum äußersten Punkte der Symphysis
+beträgt 720 mm; eine Senkrechte von dem genannten Processus auf die
+Fortsetzungslinie der Basis des Unterkieferkörpers mißt 458 mm. Die
+Entfernung zwischen den beiden Processus condyloidei beträgt 560 mm,
+zwischen den Processus coronoidei 360 mm; die Höhe des Körpers unter M 2
+150 mm.
+
+Von den Kauflächen der Molaren der rechten Ober- und Unterkieferhälften
+bringt Taf. IV, Fig. 8 und 9 Photographien, die von Hr. W. SPITZ nach
+einem von ihm gewonnenen Abklatsch hergestellt sind. Es sind oben wie
+unten von M 1 nur noch Reste vorhanden; M 2 beginnt bei der mit einem
+Pfeil bezeichneten Stelle. Während M 2 sup. (Fig. 8) die Schmelzfiguren
+nur undeutlich erkennen läßt, treten solche bei dem unteren Molaren
+(Fig. 9) genügend scharf hervor. Man kann außer dem mesial nur halb
+entwickelten Querjoch zehn weitere unterscheiden, die zum Teil typische
+Rautenform aufweisen. Distal werden die Schmelzfiguren undeutlicher. M 2
+sup. hat an der Kaufläche gemessen eine Länge von etwa 140 mm und eine
+Breite von 60 mm. M 2 inf. ist 197 mm lang und 55 mm breit.
+
+Elephas trogontherii ist nach H. SCHRÖDER in der Fassung, die ihm POHLIG
+gegeben hat und die von mehreren Autoren angenommen ist, für
+stratigraphische Zwecke nicht verwendbar. »Faßt man die Species enger
+und beschränkt sie auf die Zahnform, die ein Mittelding zwischen
+E. meridionalis und primigenius zu sein scheint, so kann ich nur sagen,
+daß ich E. trogontherii, wie er bei Mosbach mehrfach gefunden ist, unter
+dem Material, das ich von Mauer gesehen habe, nicht finden konnte.
+Meines Erachtens lassen sich alle Stücke auf E. antiquus beziehen.«
+Diesen Worten SCHRÖDERS pflichte ich vollkommen bei. Auch mir sind aus
+den Mauerer Sanden nur typische Reste des E. antiquus bekannt geworden.
+
+=Castor fiber L.= Bruchstücke von Unterkiefern sowie einzelne Schneide-
+und Backzähne des Bibers sind in den Mauerer Sanden öfters aufgefunden.
+Noch jüngst konnte ich eine rechte Unterkieferhälfte mit Bezahnung aus
+der Fundschicht der menschlichen Mandibula der Heidelberger Sammlung
+einverleiben. Danach schließt sich der Biber von Mauer dem recenten an,
+nur weisen die Maße der Backzähne des ersteren bedeutend höhere Zahlen
+auf.
+
+=Wie schon in dem vorstehenden Verzeichnis bemerkt, weist die Säugerfauna
+aus den Sanden von Mauer enge Beziehung zu derjenigen aus den Mosbacher
+Sanden auf. Beide aber lassen wiederum deutliche Beziehungen zu den
+präglacialen Forestbeds von Norfolk sowie zu dem südeuropäischen
+Oberpliocän erkennen. Insbesondere deuten Rhinoceros etruscus Falc. und
+das von der Form Equus Stenonis Cocchi bis zur Taubacher Form
+hinüberleitende Pferd von Mauer bestimmt auf das Pliocän hin, während
+die übrigen Mammalia zum größeren Teil dem ältesten Diluvium angehören.
+Der Unterkiefer von Mauer dürfte also von den bisher aufgefundenen
+stratigraphisch beglaubigten menschlichen Resten der älteste sein=[X.].
+
+ [X.] Die Umgegend von Heidelberg hat auch zwei Funde aus einem =späteren=
+ Abschnitte der Diluvialzeit ergeben. Es sind dies 1) das einer völlig
+ intakten Lößwand bei Dossenheim (jüngerer Löß mit Helix hispida,
+ Succinea oblonga und Pupa muscorum) entnommene proximale Ende eines
+ Metacarpalknochens eines kleinen Boviden, welches deutlich einen 4 mm
+ tiefen, transversalen Einschnitt zeigt, wie er nur durch den Menschen
+ hervorgebracht sein kann. Der Schnitt ist, wie mit der Lupe erkennbar,
+ wahrscheinlich durch öfteren Ansatz eines Feuersteinmessers ausgeführt.
+ Dieses Artefakt wurde dem geologisch-paläontologischen Institut der
+ Universität Heidelberg übergeben. 2) wurde in den diluvialen
+ Lehmablagerungen oberhalb Ziegelhausens, in beträchtlicher Tiefe, eine
+ 120 mm lange und 48 mm breite Lanzenspitze aus kieseligem Gestein
+ aufgefunden, die, unten abgestumpft, beiderseitig Einbuchtungen zeigt
+ und an den Rändern gezähnelt ist. In Form und Technik entspricht das
+ Artefakt ganz einer im Solutréen Horizonte der Grotte von Laugerie Haute
+ in der Dordogne gefundenen Lanzenspitze (vgl. ED. PIETTE, Association
+ française pour l'avancement des sciences, 26. Aug. 1875, Taf. XVII,
+ Fig. 7). Diesen Gegenstand führte ich, da damals die prähistorische
+ Abteilung der städtischen Sammlungen in Heidelberg noch nicht bestand,
+ der Staatssammlung in Karlsruhe zu. (Vgl. O. SCHOETENSACK, Über
+ paläolithische Funde in der Gegend von Heidelberg, Ber. d. Oberrhein.
+ geolog. Vereins, 35. Vers. zu Freiburg i. B. 1902.)
+
+ Endlich gelang es mir, auch die ersten Spuren einer =neolithischen=
+ Ansiedelung im Amtsbezirk Heidelberg auf dem Grunde der alten Bergheimer
+ Kirche, festzustellen (Zeitschr. f. Ethnologie 1899, Verh. S. 566-574).
+ Seitdem sind durch die von K. PFAFF ausgeführten städtischen
+ Ausgrabungen zahlreiche neolithische Funde in näherer und weiterer
+ Umgebung der Stadt gemacht. Es konnte dabei eine kontinuierliche
+ Besiedelung dieser Gegend seit der jüngeren Steinzeit bis zur Gegenwart
+ festgestellt werden.
+
+
+
+
+ II. Anthropologischer Teil.
+
+
+Aus dem vorhergehenden Abschnitte ist die stratigraphische Lagerung des
+menschlichen Unterkiefers ersichtlich, der 24,10 m unter der Oberfläche
+in der von Herrn F. RÖSCH abgebauten Sandgrube im Gewann Grafenrain zu
+Mauer, Amtsbezirk Heidelberg, aufgefunden wurde.
+
+Schon seit langer Zeit habe ich die Aufmerksamkeit auf diese Fundstätte
+gerichtet. Der Beweis der Coexistenz des Menschen mit Elephas antiquus,
+der in dem an Wirbeltierresten so reichen Kalktuff von Taubach bei
+Weimar durch die Untersuchungen von A. PORTIS erbracht war, machte es
+zur Pflicht, auch in den Mauerer Sanden auf Spuren des Menschen zu
+fahnden. Allerdings waren die Aussichten auf einen Erfolg in Mauer weit
+geringer, als in Taubach. Handelt es sich an letzterem Orte doch nach
+PORTIS[63] um menschliche Niederlassungen am Ufer stehenden Gewässers,
+auf dessen Boden die aus dem Muschelkalkgebiete kommenden Bäche Kalktuff
+ablagerten[XI.]. Von diesem wurden die weggeworfenen Gegenstände:
+abgenagte, oft auch zerschlagene oder mit Brandspuren versehene Knochen,
+Feuerstein- und Knochenartefakte u. a. m. bedeckt[XII.]. Bei Mauer aber
+sind es, wie in dem geologisch-paläontologischen Teile ausgeführt wurde,
+Aufschüttungen eines alten Neckarlaufes, die bald »eine rein sandige,
+bald schlickartig lehmige oder grobkiesige Beschaffenheit« aufweisen.
+Hier kann man von vornherein keine Anzeichen einer regelrechten
+menschlichen Ansiedelung erwarten. Der Strom, an dessen Ufern der Mensch
+sich wohl zeitweise aufgehalten haben mochte, mußte bei Hochwasser
+gründlich derartige Spuren verwischen. Die im Bereiche des
+Überschwemmungsgebietes liegenden Tierreste wurden dabei wohl eine
+Strecke fortgeführt, bis sie, vom Sand und Kies bedeckt, dauernd zur
+Ablagerung gelangten. Weit kann der Transport nicht stattgefunden haben,
+da die Knochen meist noch deutlich das Oberflächenrelief scharf
+ausgeprägt zeigen. Stets finden sich nur einzelne Teile des Skelettes
+der Säugetiere, am häufigsten isolierte Zähne und Fragmente von
+Unterkiefern, die wegen der starken Schicht kompakten Knochengewebes dem
+Verwesungsprozeß hartnäckig widerstehen.
+
+ [XI.] Nach den neueren, durch H. HAHNE und E. WÜST[34] ausgeführten
+ Untersuchungen liegen »die paläolithischen Fundschichten der Gegend von
+ Weimar im Ilmtale zwischen Weimar und dem 4 km ilmaufwärts von Weimar
+ gelegenen Dorfe Taubach in einer aus Ablagerungen des Ilmtales
+ aufgebauten Terrasse, welche durch spätere Erosion in drei Teilstücke:
+ das Taubacher auf der rechten, das Ehringsdorfer und das Weimarer auf der
+ linken Ilmseite, zerlegt ist«. Nach den genannten Forschern lassen »die
+ Entstehungsart und Altersfolge der Fundschichten von vornherein nicht
+ unbeträchtliche zeitliche Unterschiede zwischen den menschlichen Spuren
+ der verschiedenen Horizonte annehmen«. E. WÜST[102] gelangt übrigens in
+ seiner neuesten Schrift zu dem Schlusse, daß die in Rede stehenden
+ Ablagerungen von Weimar-Ehringsdorf-Taubach dem dritten Interglacial
+ zugerechnet werden müssen.
+
+ [XII.] Es gelang mir, aus dem Kalktuff von Taubach auch einen Kinderzahn
+ nachzuweisen, den ich unter den von A. WEISS daselbst gesammelten
+ Fossilien vorfand und der wissenschaftlichen Bearbeitung durch A. NEHRING
+ zuführte. Vgl. die Mitteilungen VIRCHOWS in der Berliner Anthrop. Ges.
+ Zeitschr. f. Ethnologie 1895 Verh. S. 338. Bald danach kam ein zweiter,
+ schon früher in der gleichen Schicht aufgefundener Zahn (M 1 inf.) zum
+ Vorschein, dessen bisher angezweifelter Fundbericht nunmehr Anerkennung
+ fand; ebd. S. 573.
+
+Daß uns auch vom Menschen ein Unterkiefer überliefert wurde, ist ein
+außergewöhnlich glücklicher Zufall. 30 Jahre lang fortgesetzte, bis zu
+25 m Tiefe ausgeführte Grabungen waren erforderlich, um dieses für die
+Urgeschichte des Menschen so wichtige Dokument zutage zu fördern! Seit
+nahezu zwei Jahrzehnten kontrollierte ich die Grabungen in der Sandgrube
+im Grafenrain auf Spuren des Menschen. Kohlenreste oder Brandspuren an
+Säugetierknochen suchte ich vergeblich, die kleinen, größtenteils aus
+dem Muschelkalk der Umgebung stammenden Hornsteine zeigten keine Spur
+der Bearbeitung, spitz zulaufende Knochenfragmente, die ich in der
+Hoffnung, ihre Bearbeitung feststellen zu können, daheim sorgfältig von
+der durch kohlensauren Kalk verkitteten Sanddecke befreite, erwiesen
+sich durchweg als auf natürlichem Wege entstandene Bruchstücke. So blieb
+denn die einzige Hoffnung, daß sich unter den zahlreichen
+Säugetierresten auch einmal ein menschlicher zeigen würde. Auf diese
+Möglichkeit habe ich Herrn J. RÖSCH seit zwei Jahrzehnten beständig
+hingewiesen, indem ich die Bedeutung eines solchen Fundes in den Mauerer
+Sanden in stratigraphisch durchaus gesicherter Lage betonte. Ich machte
+besonders darauf aufmerksam, daß ein derartiger Fund sofort sachgemäß
+behandelt und auch ohne Verzug alle Einzelheiten der Lagerung und der
+Fundumstände auf das zuverlässigste festgestellt werden müßten. Herr
+RÖSCH, bei dem wissenschaftliche Bestrebungen stets ein offenes Ohr und
+volles Verständnis fanden, ging in liebenswürdigster Weise auf meine
+Vorschläge ein, indem er versprach, mich von einem etwaigen Funde sofort
+zu benachrichtigen und mir diesen zur Untersuchung zu überlassen. Am 31.
+Oktober 1907 fand Herr RÖSCH Gelegenheit, sein Wort einzulösen; am
+nächsten Tage erreichte mich folgende Nachricht von ihm[XIII.]: »Schon
+vor 20 Jahren haben Sie sich bemüht, durch Funde in meiner Sandgrube
+Spuren des Urmenschen zu finden, um den Nachweis zu liefern, daß zu
+gleicher Zeit mit dem Mammut (Elephas antiquus ist gemeint) auch schon
+der Mensch in unserer Gegend gelebt hat. Gestern wurde nun dieser
+Beweis erbracht, indem über 20 m unter der Ackeroberfläche auf der Sohle
+meiner Sandgrube die untere Kinnlade, sehr gut erhalten, mit sämtlichen
+Zähnen, von einem Urmenschen stammend, gefunden wurde. Auf der linken
+Hälfte der Kinnlade werden die Zähne durch ein Conglomerat bedeckt,
+dagegen ist die rechte Hälfte frei.«
+
+ [XIII.] Auch Herr Geh. Hofrat BÜTSCHLI erhielt eine Mitteilung über den
+ Fund, die er so freundlich war mir sogleich zu übermitteln.
+
+Der nächste Zug brachte mich nach Mauer, wo ich »zu einem in der That
+ganz schröckhaften Vergnügen«[XIV.] die gewordene Kunde vollauf bestätigt
+fand. Auf Taf. VI, Fig. 11-14 ist das Fundstück, in zwei Hälften
+getrennt, so wie ich es antraf, wiedergegeben. Die Hälften waren noch
+vereinigt, als die Schaufel des Arbeiters in der Sandgrube auf den
+Gegenstand stieß. Erst bei dem Herauswerfen desselben wurde die mediane
+Verbindung aufgehoben, wobei die Schneidezähne und die Juga alveolaria
+derselben in Mitleidenschaft gezogen wurden; außerdem ist auf der
+lateralen Seite der linken Unterkieferhälfte, oberhalb der Basis, ein
+Stückchen abgesprungen. Dieses war leider nicht mehr beizubringen;
+dagegen sind sämtliche Teile der Incisivi vorhanden. Wie die Abbildung
+erkennen läßt, hafteten neben und an den Eck- und Backzähnen des
+Unterkiefers dicke verfestigte Krusten von ziemlich grobem Sand, ein
+Charakteristikum der aus den Mauerer Sanden stammenden Fossilien. Die
+Verkittung ist durch kohlensauren Kalk erfolgt. An der linken
+Kieferhälfte lag außerdem auf den Prämolaren und den beiden ersten
+Molaren, fest verbunden mit dem Sande, ein 6 cm langes und etwa 4 cm
+breites Geröll von Kalkstein, vermutlich Muschelkalk. Dieses Geröll ist,
+ebenso wie die gesamte Oberfläche des Unterkiefers, durch dendritische
+Ablagerung von Limonit und wohl auch Manganverbindungen bedeckt, die dem
+Knochen eine zum Teil ockergelbe, zum Teil schwarzbraune Färbung
+verleihen. Auch die an der Symphyse zutage tretende spongiöse Substanz
+zeigt die gleiche Erscheinung, ein Beweis, daß der Unterkiefer in der
+Medianlinie wohl schon gelockert war.
+
+ [XIV.] Worte JOH. FRIEDR. ESPERS beim Auffinden »einer Maxilla von einem
+ Menschen unter den unbekannten vierfüßigen Tieren« in der Gailenreuther
+ Höhle anno 1774.
+
+Die Fundstelle in der Sandgrube fand ich noch ganz unberührt. Der 52
+Jahre alte Arbeiter DANIEL HARTMANN bestätigte mir, daß er tags zuvor
+beim Ausheben des Sandes vermittels einer Schaufel auf den Unterkiefer
+gestoßen sei, der beim Herauswerfen in zwei Hälften vorgelegen habe. Es
+waren zur Zeit der Auffindung des Kiefers in der Sandgrube noch ein
+Arbeiter und ein Knecht, der gerade eine Fuhre Sand holte, zugegen. In
+Anbetracht der Wichtigkeit des Fundes hielt ich es für geboten, hierüber
+vom Großh. Notar WEIHRAUCH in Neckargemünd ein von den drei Arbeitern,
+Herrn J. RÖSCH und von mir unterzeichnetes Protokoll aufnehmen zu
+lassen, dem Photographien des Fundobjektes (Taf. VI, Fig. 11-14), der
+Fundstelle (Taf. II, Fig. 4) und der von dem Geometer gefertigte
+Lageplan (Taf. II, Fig. 3) angeheftet sind. Aus dieser zu den Akten des
+geologisch-paläontologischen Instituts gegebenen Urkunde, d. d.
+Neckargemünd 19. November 1907, geht auch hervor, daß Herr J. RÖSCH den
+Fund, wie ich dankerfüllt hinzufüge, schenkungsweise der Universität
+Heidelberg überlassen hat.
+
+Die nächste Sorge war nun, die Fundstelle und ihre nächste Umgebung
+genau daraufhin zu untersuchen, ob nicht noch mehr menschliche Reste
+aufzufinden seien. Nach den obigen Darlegungen waren die Aussichten
+hierfür allerdings sehr gering; aber selbst Tierreste, die in der Nähe
+des menschlichen Unterkiefers lagerten, durften nun ein höheres
+Interesse beanspruchen. Die Fundschicht selbst, die 0,10 m mächtig in
+dem geologischen Profil als »Geröllschicht, durch kohlensauren Kalk
+etwas verkittet, mit ganz dünnen Lagen von Letten, der mit HCl schwach
+braust«, bezeichnet ist, bot nichts Absonderliches. Es hatte eine
+Anhäufung von kleinen Geröllen hier stattgefunden, unter denen der
+Unterkiefer bei der Wegschwemmung wohl schließlich liegen blieb. Das
+bereits beschriebene Kalkgeröll verkittete sich dabei vollkommen mit der
+vom Sand bedeckten Zahnreihe der linken Unterkieferhälfte. Bei den durch
+die Arbeiter ohne Unterbrechung Tag für Tag fortgesetzten
+Sandaushebungen, die sich südlich und nördlich von dem Fundorte
+ausdehnten, kamen nun, teils in der Fundschicht, teils in den darüber
+gelagerten Schichten 5-10 des Profils, also bis zur Lettenbank 11,
+beständig Reste der im geologisch-paläontologischen Teil angeführten
+Säugetiere zutage. Insbesondere gelang es, vom Elephas antiquus Falc.
+zwei noch mit den Molaren versehene Unterkieferhälften eines nahezu
+erwachsenen (Taf. IV, Fig. 6) und das Oberkieferfragment eines ganz
+jungen Individuums (Taf. V, Fig. 10) als wichtige Belegstücke zu
+sichern. Näheres hierüber findet sich im geologisch-paläontologischen
+Teil.
+
+Um den menschlichen Unterkiefer dauernd zu erhalten, erschien es
+angezeigt, rasch zu einer Präparierung desselben zu schreiten. Die in
+dem feuchten Sande von Mauer gebetteten Knochen müssen zu diesem Zweck
+einige Tage der Luft ausgesetzt und dann geraume Zeit in eine Leimlösung
+gelegt werden. Damit letztere in alle Teile des menschlichen
+Unterkiefers eindringen konnte, wurden die an der Pars alveolaris
+haftenden Sandinkrustationen, sowie das der linken Kieferhälfte
+aufgelagerte Kalkgeröll entfernt. Herr Geh. Hofrat BÜTSCHLI war so
+freundlich, mich hierbei mit seinem Rate zu unterstützen und den
+Konservator des zoologischen Institutes, der auch zurzeit den im I.
+Abschnitt dieser Abhandlung beschriebenen Elephas antiquus-Schädel von
+Mauer präpariert hatte, für die Ausführung der subtilen Arbeit zur
+Verfügung zu stellen. Es wurde beschlossen, die durch kohlensauren Kalk
+verkitteten Sandkrusten teils mechanisch, teils durch Aufträufeln von
+verdünnter Salzsäure zu entfernen, was bei der rechten Kieferhälfte
+vortrefflich gelang (vgl. Taf. VII, Fig. 15 u. 16); bei der linken
+Hälfte dagegen lösten sich mit dem Geröll die Kronen der beiden
+Prämolaren und der beiden ersten Molaren ab, so daß das Objekt das durch
+Taf. VII, Fig. 17 u. 18 veranschaulichte Aussehen erhielt. Die
+Zahnkronen konnten von dem Geröll durch fortgesetzte Betupfung desselben
+mit verdünnter Salzsäure abgelöst werden; sie sind auf Taf. VIII,
+Fig. 28-31 in annähernd natürlicher Größe[XV.] wiedergegeben, und zwar
+sowohl von der oberen, als auch von der unteren, der Pulpahöhle
+zugewendeten Seite. Leider passen sie nicht mehr vollständig auf den
+Hals der betreffenden Zähne, da winzige Splitter des Schmelzes an dem
+unteren Teile der Kronen abgesprungen sind. Offenbar wurde der
+Zusammenhang der Kronen mit den Wurzeln an dem Halse der betreffenden
+Zähne durch das darauf lagernde relativ schwere Geröllstück schon
+gelockert, als der Unterkiefer mit der Schaufel herausgeworfen wurde;
+sonst hätten sich bei der Präparierung die Kronen von den Wurzeln
+schwerlich getrennt. Wie ich übrigens noch zeigen werde, ergab die also
+ermöglichte Untersuchung der Pulpahöhlen der abgebrochenen Zähne
+bemerkenswerte Resultate, die sich sonst nicht hätten gewinnen lassen.
+
+ [XV.] Die genauen Maße sind in der speziellen Beschreibung der Zähne
+ (Anhang I) angeführt.
+
+Gehen wir nun zur $Beschreibung des Unterkiefers$ über, so drängt sich die
+Eigenart unseres Objektes auf den ersten Blick auf. Es zeigt eine
+Kombination von Merkmalen, wie sie bisher weder an einer recenten noch
+fossilen menschlichen Mandibula angetroffen worden ist. Selbst dem
+Fachmanne wäre es nicht zu verargen, wenn er sie nur zögernd als
+menschliche anerkennen würde: Fehlt ihr doch dasjenige Merkmal gänzlich,
+welches als specifisch menschlich gilt, nämlich ein äußerer Vorsprung
+der Kinnregion, und findet sich doch dieser Mangel vereinigt mit äußerst
+befremdenden Dimensionen des Unterkieferkörpers und der Äste.
+
+Angenommen, nur ein Fragment wäre gefunden ohne Zähne, so würde es nicht
+möglich sein, dieses als menschlich zu diagnostizieren. Mit gutem Grunde
+würde man bei einem Teil der Symphysenregion die Zugehörigkeit zu einem
+Anthropoiden, etwa von gorilloidem Habitus, vermuten und bei einem
+Bruchstücke des Ramus ascendens an eine große Gibbon-Varietät denken.
+
+=Der absolut sichere Beweis dafür, daß wir es mit einem menschlichen
+Teile zu tun haben, liegt lediglich in der Beschaffenheit des Gebisses=.
+Die vollzählig erhaltenen Zähne tragen den Stempel »Mensch« zur
+Evidenz: Die Canini zeigen keine Spur einer stärkeren Ausprägung den
+anderen Zahngruppen gegenüber. Diesen ist insgesamt die gemäßigte und
+harmonische Ausbildung eigen, wie sie die recente Menschheit besitzt.
+
+Auch in ihren Dimensionen treten die $Zähne$ der Heidelberger Mandibula
+nicht aus der Variationsbreite des recenten Menschen heraus. Allerdings
+sind ihre Maße relativ groß, wenn man moderne europäische Objekte zur
+Vergleichung heranzieht. Sowie man aber letztere auf jetzige niedere
+Rassen ausdehnt, verschwindet die Differenz. In den Einzelmaßen werden
+vielmehr die Zähne -- nicht aber der Kiefer -- des Homo Heidelbergensis
+von manchen der jetzigen Australier übertroffen.
+
+Ein gewisses Mißverhältnis zwischen dem Kiefer und den Zähnen ist bei
+der fossilen Mandibula unverkennbar: Die Zähne sind zu klein für den
+Knochen. Der vorhandene Raum würde ihnen eine ganz andere Entfaltung
+gestatten. Am auffälligsten tritt dies beim dritten Molaren hervor, der
+hinter den beiden anderen beträchtlich zurückbleibt, obwohl gerade an
+dieser Stelle die Breite des Corpus mandibulae ein derartiges Maß
+erreicht (23,5 mm), wie es bisher noch an keinem menschlichen Objekte
+gefunden wurde, und obgleich die postmolare Grube am vorderen Abhange
+des Ramus genügend Raum für einen vierten Molaren darbot. Ob die
+relative Kleinheit des dritten Molaren unserer Mandibula mit der
+Reduktionstendenz dieses Zahnes beim modernen Europäer in Beziehung
+gebracht werden kann, soll hier unerörtert bleiben.
+
+Sämtliche Zähne sind so weit abgekaut, daß die Dentinmasse zutage tritt.
+Dadurch, daß auf der linken Seite die Kronen der Prämolaren sowie des
+ersten und zweiten Molaren an dem darauf liegenden Gesteinsstücke haften
+geblieben sind, wurde ein Einblick in die Struktur der Kronen
+ermöglicht, der in willkommener Weise die Ergebnisse der
+Röntgendurchstrahlung ergänzt.
+
+Bei der großen Bedeutung, welche jeglicher Einzelheit des Tatbestandes
+in vorliegendem Falle zukommt, erscheint es angezeigt, eine gleichsam
+protokollarische Übersicht über jeden Zahn zu geben und durch
+tabellarische Aufstellung der Maße die Vergleichung mit anderen Objekten
+vorzunehmen.
+
+Unter Hinweis auf diese im Anhang gegebene Zusammenstellung sollen
+zunächst nur diejenigen Punkte hervorgehoben werden, welche mit
+Rücksicht auf die Zähne einen Beitrag zu der Frage nach der Stellung
+unseres Unterkiefers zu verwandten Bildungen liefern können.
+
+Was zunächst die Höckerbildung der Molaren anbelangt, so läßt sich die
+ursprüngliche Fünfzahl mit Ausnahme des dritten linken bei allen Molaren
+der Heidelberger Mandibula nachweisen. Diesem Zustande nähern sich von
+den recenten Menschen, wie die Untersuchungen von M. DE TERRA[90]
+zeigen (vgl. Anhang III), am meisten die Australier. Von den
+europäischen Fossilfunden gestattet nur der von Krapina eine
+Vergleichung, da in anderen Fällen (Spy, Ochos) die Abkauung zu weit
+vorgeschritten ist. Wie aus GORJANOVIĆ-KRAMBERGERS Zusammenstellung
+hervorgeht, zeigt der Mensch von Krapina eine stärkere Tendenz zum
+Übergang in den Vierhöckertypus, als unser Fossil.
+
+Für die Beurteilung der Beziehung der Molaren des Homo Heidelbergensis
+zu denen der heutigen Menschheit ist der Einblick in das Innere der
+Kronen des ersteren wertvoll. Wie die Maßangaben des Querschnittes der
+Pulpahöhle beim modernen Europäer ergeben, die mir von Hr. cand. med.
+K. TRUEB aus seiner demnächst erscheinenden Inauguraldissertation
+freundlichst zur Verfügung gestellt wurden (vgl. Anhang IV), ist das
+Cavum pulpae der Molaren der Mandibula von Mauer von ungewöhnlicher
+Größe: Es hat beim ersten Molaren einen linguobuccalen Durchmesser von
+4,8 und einen mesiodistalen von 4,3 mm. Beim recenten Europäer sind die
+höchsten Zahlen für M 1 inf. im Alter vom 6.-9. Jahre mit 4,087 und vom
+11.-14. Jahre mit 4,125 (im Mittel) zu finden; die höchste von TRUEB
+festgestellte Zahl ist 4,8 bei einem Mädchen von 9 Jahren und die
+niedrigste 3,5 bei einem 14jährigen Knaben.
+
+Bei dem zweiten Molaren unseres Fossils steigert sich die Differenz noch
+beträchtlich, da hier der linguobuccale Durchmesser 5,7 mm und der
+mesiodistale 6,3 mm beträgt, der bei den von TRUEB gemessenen Zähnen in
+einzelnen Fällen nur bis 4,8 mm aufsteigt, im Mittel aber in allen
+Lebensaltern beträchtlich hinter Mauer M 2 zurücksteht[XVI.]. --
+Dagegen verhält sich die Dicke der die Pulpahöhle umgebenden Dentinwand
+inkl. Zement, wie die Tabelle zeigt, bei den Zähnen des Heidelberger
+Fossils ähnlich wie bei denjenigen des recenten Europäers.
+
+ [XVI.] Es sei auch auf die auf Taf. IX wiedergegebenen Röntgenbilder
+ verwiesen, die diesen Unterschied bei dem Homo Heidelbergensis (Fig.
+ 32-38) und bei einem recenten Europäer (Fig. 39 u. 40) -- das Alter
+ beider kann auf etwa 40 Jahre geschätzt werden -- deutlich
+ veranschaulichen.
+
+Es liegt auf der Hand, daß wir es bei dem Homo Heidelbergensis mit der
+Fortführung eines Merkmales zu tun haben, das heute für den
+Jugendzustand von Europäern typisch ist. Damit soll nicht eine sekundäre
+Ausprägung eines infantilen Charakters behauptet werden, sondern die
+Persistenz eines sehr primitiven Charakters überhaupt, wie er in der
+Stammesgeschichte des Primatengebisses als notwendiges Durchgangsstadium
+angenommen werden muß. Bei diesem Fortbildungsprozeß erhielt eben die
+relativ dünne Wandung eine den Höckerbildungen entsprechende Faltung und
+Biegung.
+
+Das oben schon betonte Mißverhältnis kommt hier wieder zum Ausdruck: Die
+Massivität des Knochens ließ entsprechend kräftige Wandungen der
+Pulpahöhle erwarten als Anpassung an eine gewaltige Kraftleistung. Das
+Gegenteil ist der Fall und läßt nur den Schluß zu, daß an die Zähne
+keine großen Ansprüche gestellt worden sind und demnach die kräftige
+Entfaltung des Kiefers nicht im Dienste der Zähne zustande gekommen ist.
+Ein derartiger kindlicher Charakter bei einer fossilen Form schließt
+jeden Gedanken an eine Spezialisierung der Vorfahrenform nach anderer
+Richtung aus. =Kein Anthropoidenstadium kann hier vorangegangen sein. Wir
+haben es hier vielmehr mit einem uralten gemeinsamen Urzustand zu tun,
+wie er auch dem der Anthropoiden vorangegangen sein muß=.
+
+Die Untersuchung der anderen Zahngruppen führt vollkommen zu demselben
+Ergebnis. An den Prämolaren findet sich in gleicher Weise, wie an den
+Molaren die Weite der Pulpahöhle. Der linguobuccale Durchmesser
+derselben am ersten Prämolaren des Homo Heidelbergensis (3,5 mm) wird
+von keinem der daraufhin untersuchten Europäerzähne erreicht. Die
+zwischen dem vorderen und hinteren Prämolaren bestehende Verschiedenheit
+in der Ausbildung des Reliefs, stärkerer Prominenz des lingualen Höckers
+bei P 2, fällt durchaus in die Variationsbreite des recenten Menschen.
+Dem P 1 fehlt jede Spur einer Anpassung an den oberen Caninus, wie sie
+zu erwarten wäre, wenn in der Vorfahrenreihe eine den Anthropoiden
+ähnliche Ausprägung der Canini bestanden hätte.
+
+Dieser negative Befund bei dem ältesten bisher bekannt gewordenen
+menschlichen Unterkiefer und die Übereinstimmung desselben mit den
+anderen fossilen Unterkiefern in den zwar beträchtlichen, aber
+keineswegs exzeptionellen Dimensionen der Incisivi und Canini, wobei
+letztere keine an Affen erinnernde Prominenz besitzen, stehen in vollem
+Einklang mit den von KLAATSCH vertretenen und sich mehr und mehr Bahn
+brechenden Anschauungen über die Beziehungen des Menschen zu den
+Anthropoiden. Wäre z. B. ein dem Gorilla ähnlicher Vorfahrenzustand
+anzunehmen bezüglich derjenigen Merkmale, durch welche Mensch und
+Menschenaffe sich unterscheiden, so müßte, je weiter geologisch
+zurückliegend, um so mehr eine Hinneigung zur Anthropoidenbahn sich
+kundgeben. Daß dies im Falle der Heidelberger Mandibula sich ebensowenig
+bewahrheitet, als es für die niederen Menschenrassen gilt, ist eine
+vortreffliche Bestätigung der von vorgenanntem Forscher aufgestellten
+Abstammungslehre des Menschengeschlechts.
+
+Wenden wir uns nun der Betrachtung des Unterkieferbogens der
+Heidelberger Mandibula zu, so fällt an der äußeren Fläche des $Corpus
+mandibulae$ sogleich das Fehlen einer Kinnvorragung auf (Taf. VIII,
+Fig. 19 und 20). Die völlig intakte rechte Kieferhälfte läßt darüber
+keinen Zweifel. Bei horizontaler Stellung des Alveolarrandes verläuft
+die Profillinie der Symphysenregion in sanfter Wölbung abwärts und nach
+hinten. An der Rundung, die das ganze Gebiet beherrscht, nehmen sogar
+die Incisiven teil, wie dies die laterale Ansicht der Mandibula
+(Fig. 19) und der Querschnitt in der Medianlinie (Fig. 20) erkennen
+lassen. Die teilweise freigelegten Wurzeln zeigen die Gleichartigkeit
+ihrer Krümmung mit der darunter befindlichen, nach vorn konvexen Fläche
+gerade an der Stelle, wo sich beim Europäer eine nach vorn konkave Linie
+bildet (Fig. 21).
+
+Der Basalrand der Symphyse zeigt eine auffällige Erscheinung. Legt man
+die Mandibula auf eine horizontale Unterlage und betrachtet sie von
+vorn, so erkennt man, daß nur die seitlichen Partien des Corpus
+aufliegen, während die mediane Region in einer transversalen Ausdehnung
+von 50 mm frei emporragt. Man hat den Eindruck, als sei hier ein Stück
+herausgeschnitten. Die Ausdehnung dieser morphologisch wichtigen
+Bildung, welche von KLAATSCH auch an Australierkiefern beobachtet und
+von ihm Incisura submentalis[XVII.] bezeichnet wurde, verrät einen
+Zusammenhang mit der Ausdehnung der Insertion des Musculus digastricus,
+insofern beide die gleiche laterale Begrenzung zeigen. An dieser Stelle
+befindet sich an der Außenfläche dicht über dem freien Rande ein kleines
+Höckerchen, das bereits von GORJANOVIĆ-KRAMBERGER am Kieferfragment
+Krapina H als Tuberculum beschrieben und von KLAATSCH auch an
+Australiern beobachtet worden ist. Fast genau darüber liegen die
+Foramina mentalia; in weiterer Verlängerung aufwärts erreicht die von
+dem Tuberculum aus gezogene Linie den Alveolarrand zwischen den
+Prämolaren und Molaren.
+
+ [XVII.] Vgl. den von H. KLAATSCH auf der Frankfurter Versammlung der
+ Deutschen Anthropologischen Gesellschaft 1908 gehaltenen
+ bedeutungsvollen Vortrag über Cranio-Morphologie und
+ Cranio-Trigonometrie, in welchem grundlegend die Morphologie des
+ menschlichen Unterkiefers behandelt und mit Rücksicht auf die
+ Australier-Mandibula und deren von dem Europäerkiefer abweichendes
+ Verhalten zum Teil eine ganz neue Terminologie geschaffen wird, der ich
+ -- insoweit dies bei unserm Fossil tunlich ist -- folgen werde.
+
+Die Foramina mentalia zeigen eine beachtenswerte Komplikation durch das
+Vorhandensein von Nebenlöchern. Das linke Foramen ist vom Alveolarrande
+14,6 mm und vom Basalrande 13,5 mm entfernt. Seine mesiodistale
+Ausdehnung beträgt 6,7 mm, sein vertikaler Durchmesser 4,7 mm; 2,7 mm
+über demselben, mehr im Bereiche von P 2 gelegen, befindet sich ein
+zweites kleineres Loch (Taf. VII, Fig. 18). Das rechte Foramen, 5,4 mm
+lang und 3,5 mm hoch, liegt 15,7 mm vom Alveolar- und 14,5 mm vom
+Basalrande entfernt. Es zeigt zwei Nebenlöcher, von denen das eine in
+der Größe eines Stecknadelkopfes 4,5 mm höher, mehr unter P 2 gelegen
+ist, während das andere[XVIII.] sich 4,2 mm niedriger und mehr nach M 1
+hin befindet (Taf. VIII, Fig. 19).
+
+ [XVIII.] Dieses tritt auf der Photographie nicht deutlich genug hervor,
+ da es in der nacherwähnten Furche gelegen ist.
+
+Zwischen den Foramina mentalia und dem Basalrande, letzterem parallel
+gerichtet, zieht sich eine Furche hin, welche sich nach hinten bis über
+den zweiten Molaren hinaus, nach vorn bis über die Mitte der Insertion
+des Digastricus verfolgen läßt (Taf. VII, Fig. 15). Man hat den
+Eindruck, als sei der Kieferrand aufgewulstet worden. Diese Bildung
+wurde von KLAATSCH auch an Australierkiefern, in stark variierender
+Ausdehnung distalwärts, festgestellt und von ihm als »Sulcus
+supramarginalis oder mentalis« bezeichnet.
+
+Der Basalrand ist im Bereiche der Molaren von beträchtlicher Dicke (über
+10 mm unter M 2). Seine Profillinie beschreibt eine ganz schwach nach
+abwärts konvexe Linie. Auf der Grenze zwischen Corpus und Ramus geht
+diese Linie in eine konkave Krümmung über; zugleich verjüngt sich der
+Basalrand beträchtlich in transversaler Richtung. Folgt man ihm
+mesialwärts, so gelangt man zur Ansatzgrube des Biventer, der Fossa
+digastrica, welche links 22, rechts bis zu 26 mm lang und in maximo
+7,5 mm breit ist. Die Grube, deren Fläche bei horizontaler Stellung des
+Alveolarrandes im medialen Teile fast genau abwärts, nur ein wenig
+lingualwärts, schaut, folgt in ihrem leicht gebogenen Verlaufe der
+Krümmung des Corpus mandibulae im Bereiche der oben beschriebenen
+Incisur. Letztere wird durch einen kleinen Vorsprung, der sich zwischen
+den beiderseitigen Fossae digastricae befindet, in eine linke und rechte
+Hälfte geschieden. Diese den tiefsten Teil der Symphyse bildende »Spina
+interdigastrica« (KLAATSCH) ist auf Taf. X, Fig. 41 und 42 sichtbar.
+
+Geht man von ihr auf die Innenfläche der Symphyse über (vgl. die
+Bruchfläche Taf. VIII, Fig. 20 und Taf. XIII, Fig. 48), so erscheint die
+im oberen Teile 17 mm erreichende Dicke vom Befunde beim recenten
+Menschen ebenso abweichend, wie die Rundung der lingualen Fläche. Von
+der Innenseite der Incisivi senkt sich die mediale Fläche schräg
+abwärts. Ihre im ganzen konvexe Beschaffenheit wird durch eine ganz
+minimale, nur bei genauer Betrachtung zu bemerkende Einsenkung
+unterbrochen, die sich hinter den Incisivi befindet; links ist sie etwas
+deutlicher als rechts. Im Bereiche der Prämolaren und von M 1 und 2
+besteht eine gleichmäßige Rundung der inneren Fläche. Indem in der Nähe
+des Basalrandes sich Vertiefungen einstellen, gewinnt der darüber
+gelegene Teil das Aussehen eines Wulstes, in welchem die von WALKHOFF
+als »Lingualwulst« bezeichnete Bildung erkannt wird. In der Medianebene
+findet sie ihre untere Begrenzung durch eine queroval ausgezogene Grube.
+Hier ist die Ansatzstelle des Musculus genioglossus. Die Anheftung
+geschieht in den seitlichen Partien dieser »Fossa genioglossi«[48].
+
+Zwischen den paarigen, leicht angedeuteten Muskelfeldern und ein wenig
+darüber wird eine einem kleinen Blutgefäßkanale entsprechende Öffnung
+angetroffen. Ein ähnlicher Kanal befindet sich über der Spina
+interdigastrica. Zwischen ihm und der Fossa genioglossi bildet die
+innere Symphysenfläche einen rundlichen Höcker mit schwacher Andeutung
+bilateraler Gliederung. Hier hat der Musculus geniohyoideus seinen
+Ursprung.
+
+Eine Spina mentalis interna im Sinne der für den Europäer geltenden
+Terminologie ist an der Mandibula des Homo Heidelbergensis nicht
+vorhanden; denn gerade die Ansatzstelle des Genioglossus ist es, welche
+sensu stricto als Spina mentalis gilt. Gegen diese tritt beim Europäer
+die Insertion des Geniohyoideus ganz zurück. Da sich nun beim Homo
+Heidelbergensis lediglich im Bereiche gerade dieses Muskels eine
+Erhebung findet, so empfiehlt es sich, auf diese den von KLAATSCH für
+die entsprechende Bildung bei niederen recenten Menschenrassen
+eingeführten Ausdruck »Spina geniohyoidei« anzuwenden.
+
+Von dieser Stelle distalwärts findet sich auf der Innenfläche des Corpus
+der Heidelberger Mandibula die Fossa sublingualis, eine elliptische, in
+der Richtung des Alveolarrandes gestreckte Grube von mehr als 20 mm
+Länge und etwas weniger als 10 mm Breite. Sie reicht von der Gegend des
+P 2 bis zur Grenze zwischen M 2 und 3; ihre weite Ausdehnung besonders
+nach hinten fällt im Vergleich mit dem recenten Europäer auf. Ein
+unbedeutender flacher Wulst trennt die für die Glandula sublingualis
+bestimmte Grube von der Fossa Gland. submaxillaris, die weit auf den
+Unterkieferast hinaufreicht.
+
+Zwischen beiden Gruben sind Andeutungen der Insertion des Musculus
+mylohyoideus zu erwarten, aber abweichend von der Regel beim recenten
+Europäer ist die Linea mylohyoidea lediglich bis zum vorderen Rande des
+dritten Molaren rechts und etwa bis zur Mitte des zweiten Molaren links
+zu verfolgen. Sie verstreicht auf dem Wulst zwischen den Gruben; eine
+Muskelrauhigkeit bis zur Symphysenregion ist nicht nachweisbar.
+
+Bezüglich der =Höhe und Dicke des Corpus mandibulae= sei auf die
+nachstehenden Maximalmaße[XIX.] verwiesen:
+
+ Spaltenüberschriften:
+
+ A: Distal von M 3
+ B: zwischen M 3 u. M 2
+ C: unter M 2
+ D: zwischen M 2 u. M 1
+ E: zwischen M 1 und P 2
+ F: zwischen P 2 und P 1
+ G: zwischen P 1 u. C
+ H: zwischen C u. J 2
+ I: zwischen den mittleren Incisiven
+
+ -------------+----+----+----+----+----+----+----+----+--------------
+ | A | B | C | D | E | F | G | H | I
+ -------------+----+----+----+----+----+----+----+----+--------------
+ Höhe am | | | | | | | | |
+ freien Rande | | | | | | | | |
+ gemessen |29,9|30,6|31,8|34,3|33,0|31,4|31,3|33,3| etwa 33,5 mm
+ | | | | | | | | |
+ Dicke |23,5|21,4|20,0|18,5|19,4|19,2|19,1|19,3| etwa 17,5 mm
+ -------------+----+----+----+----+----+----+----+----+--------------
+
+ [XIX.] Diese sind am Original genommen; die am Gipsabguß genommenen Maße
+ weichen hiervon etwas ab.
+
+Die außerordentlichen Werte, die sich hieraus für die massive
+Beschaffenheit des Corpus ergeben, finden in der Region des letzten
+Molaren eine Steigerung, die für ein menschliches Gebilde äußerst
+fremdartig erscheint. Die größte Distanz ist hier gegeben durch den
+Abstand der Linea obliqua außen von der Crista buccinatoria innen.
+Erstere ist stumpf und gerundet. Sie geht in sanfter, nach vorn
+konkaver Biegung aus dem vorderen Rande des Ramus hervor und endet
+bereits am dritten Molaren. Die Crista buccinatoria erscheint hinter M 3
+als eine scharfe Leiste, welche in flachem, nach vorn konkavem Bogen auf
+der mesialen Seite des dritten Molaren sich mit dem Alveolarrande
+vereinigt. Die dachförmig die Fossa submaxillaris überlagernde Linea
+mylohyoidea erscheint wie eine Abzweigung der Crista buccinatoria. Der
+beträchtliche Raum zwischen dieser und der Linea obliqua wird von zwei
+verschiedenen Gebilden eingenommen, einem labialen und einem buccalen.
+Wie eine Fortsetzung des Alveolarrandes nach hinten stellt ersteres sich
+als ein rauhes Feld von spitzwinkeliger Dreiecksform ein. Es ist das von
+KLAATSCH auch an Australierkiefern beobachtete »Trigonum postmolare« und
+stellt das Gebiet des vierten Molaren dar, der bei dem Homo
+Heidelbergensis vollständig Platz zu seiner Entfaltung gehabt hätte. Das
+Trigonum erstreckt sich, der Crista buccinatoria entsprechend,
+bogenförmig aufwärts bis zum Niveau des Foramen mandibulare. Die flache
+Grube buccalwärts hiervon ist die von KLAATSCH als Fossa praecoronoidea
+bezeichnete Bildung. Sie beginnt auf der Innenfläche des Ramus am
+obersten Ende des Processus coronoideus in sagittaler Richtung, aus
+welcher sie, buccal von M 3 in horizontalen Verlauf übergehend, im
+Bereich des zweiten Molaren auf der Außenfläche des Corpus verstreicht.
+
+ * * * * *
+
+Die $Rami mandibulae$ (Taf. VIII, Fig. 19) zeichnen sich durch ihre
+beträchtliche Breite aus, die an den oberen Enden der Fortsätze bis zu
+60 mm beträgt, während sie bei zwölf Unterkiefern des recenten Europäers
+aus dem Heidelberger anatomischen Institut im Mittel nur 37,4 mm
+aufweist. Die Höhe des Astes vom Condylus coronoideus bis zur Basis
+beträgt 66,3 mm. Dieses Maß liegt in der Variationsbreite des recenten
+Europäers. Die Äste steigen von dem hinteren Rande des Körpers
+auffallend steil in die Höhe; der Winkel, welchen der hintere Rand
+derselben mit dem unteren Rande des Corpus bildet, beträgt 107°. -- Für
+den Ansatz der Musc. temporalis und masseter bot sich bei der gewaltigen
+Breite des Proc. coronoideus und des Angulus eine sehr ausgedehnte
+Fläche dar.
+
+Sehr auffällig ist im Gegensatz zu der Mandibula des recenten Europäers
+die nur als eine schwache Einbuchtung erscheinende Incisura semilunaris.
+In einer Entfernung von 16 mm unterhalb dieser beginnt das lang
+gespaltene, am Eingang bis zu 6,5 mm weite Foramen mandibulare. Von der
+plumpen und breiten Lingula ist beiderseits die Zacke etwas abgebrochen;
+auf der rechten Kieferhälfte scheint der Bruch alt, auf der linken neu
+zu sein.
+
+Der Sulcus mylohyoideus ist sehr schmal und tief. Der Verlauf des den
+Unterkörper durchsetzenden Canalis mandibulae ist auf dem Röntgenbilde
+Taf. IX, Fig. 32 und 36 gut zu verfolgen.
+
+Die Form des Processus coronoideus ist von derjenigen des recenten
+Europäers sehr abweichend. Der Fortsatz endet stumpf, die Ränder sind
+abgerundet. Eine Muskelinsertionsgrube, die beim recenten Europäer nicht
+selten hinter und unter der Spitze vorkommt, ist nur schwach angedeutet.
+
+Der Processus condyloideus ist vor allem bemerkenswert durch die ganz
+ungewöhnliche Größe der Gelenkfläche, welche in der Entfaltung des
+rechts 13 und links 16 mm betragenden Durchmessers zum Ausdruck kommt,
+während der transversale (22,8 mm) in die Variationsbreite des recenten
+Europäers fällt. Die Stellung der Condylen ist aus Taf. X, Fig. 41
+ersichtlich. Die Fossa pterygoidea (Insertion des Musc. pterygoid.
+extern.) ersetzt durch Ausdehnung und Rauhigkeit, was ihr an Tiefe
+abgeht.
+
+Die hintere Kante des Processus condyloideus verjüngt sich nach abwärts
+konisch, wobei die Außen- und Innenfläche in transversaler Richtung
+leicht konkav, in sagittaler schwach gewölbt sind. Etwa 30 mm unter dem
+obersten Ende des Processus beginnen die vom Musculus pterygoideus
+internus herrührenden Zackenbildungen (Taf. VII, Fig. 17). Von hier an
+gestaltet sich der Umriß des distalen Kieferrandes zu einer gleichmäßig
+gerundeten, nahezu den Teil eines Kreises darstellenden Linie, so daß
+ein Angulus nicht irgendwie scharf markiert ist (Taf. VIII, Fig. 19).
+Soweit die Muskelinsertion reicht, erscheint die etwa 4 mm dicke
+Knochenplatte des Ramus wie komprimiert. Unmittelbar vor der vordersten
+Zacke des Musc. pteryg. intern. zeigt sich jene sanfte Aushöhlung des
+unteren Randes, die auch beim recenten Europäer sich findet. In ihrem
+Bereiche verbreitet sich der Basalrand zu dem oben dargestellten
+Verhalten. Die Insertionsfläche des Pterygoideus internus ist ausgedehnt
+infolge der rundlichen Ausbuchtung der ganzen Angulusregion. Ihre
+Rauhigkeiten sind nur schwach entwickelt. Von den nach innen
+vorspringenden knopfförmigen Zacken des Pterygoideus internus gehen
+kleine Cristen aus. Die, wie oben schon festgestellt, sehr bedeutende
+Insertionsfläche des Masseter ist nur wenig durch Reliefbildung
+ausgezeichnet.
+
+Um das deskriptive Gesamtbild der Mandibula des Homo Heidelbergensis zu
+vervollständigen und um die nötige Grundlage für die $Vergleichung$ dieses
+Objektes $mit anderen Unterkiefern$ zu gewinnen, sind die von KLAATSCH[48]
+in seinem Frankfurter Vortrage angegebenen Methoden angewendet. Bei den
+hiernach gefertigten Projektionszeichnungen und diagraphischen Kurven
+ist der Alveolarrand im Bereiche der Incisiven und des letzten Molaren
+als Horizontale angenommen. Alles Weitere besagt die in Fig. 43, Taf. XI
+wiedergegebene Profilprojektion, in welcher die Meßlinien und Winkel
+nach KLAATSCHS Nomenklatur angegeben sind.
+
+Stellt man z. B. wie in Fig. 44 die Mandibula eines $recenten Europäers$
+gemeinsam mit unserem Fossil auf die die Hinterfläche des dritten
+Molaren tangierende Postmolarvertikale ein, so treten die Unterschiede
+zwischen beiden Objekten sehr deutlich hervor: Während die
+Alveolarhorizontale und die Basaltangente beim vorliegenden
+Europäerunterkiefer nahezu parallel laufen, bilden sie beim Homo
+Heidelbergensis einen nach vorn offenen spitzen Winkel von 11°. Seine
+Größe ist zu berechnen aus dem Winkel, den die Basaltangente mit der
+Symphysenvertikale bildet. Dieser beträgt 79°.
+
+Der =Ramus= des recenten Europäers bleibt fast in allen Dimensionen
+innerhalb der Ausdehnung des fossilen; nur der Processus coronoideus des
+ersteren ragt ein wenig hervor, überschreitet jedoch nicht die
+Condylocoronoidtangente des Fossils. Während diese Linie bei dem Homo
+Heidelbergensis nach vorn absinkt, steigt sie beim recenten Europäer
+stark nach vorn an. Der Condylus erscheint bei letzterem abgesunken.
+Auch die Öffnung des Mandibularkanals liegt beim recenten Europäer viel
+tiefer. Man kann sich vorstellen, daß bei diesem die schräge Stellung
+des Ramus durch teilweisen Wegfall des distalen Teiles hervorgerufen
+ist. Diese Vorstellung einer Reduktion drängt sich auch bei der
+Betrachtung der =Kinnregion= des recenten Europäers auf. Die Zahnreihe
+erscheint verkürzt, und das Kinn erscheint wie ausgeschnitten, so daß
+die Kinnprominenz nur wenig die Incisionvertikale[XX.] unseres Fossils
+nach vorn überragt.
+
+ [XX.] Dieser Ausdruck ist neuerdings von KLAATSCH anstatt des
+ bisherigen »Symphysion« eingeführt.
+
+Wenn es nach dieser Vergleichung möglich erscheint, daß der Homo
+Heidelbergensis der Vorfahrenreihe des europäischen Menschen angehört,
+so werden wir sofort an weitere Punkte erinnert, in denen sich
+Parallelen zwischen dem ontogenetischen Prozeß der Kieferbildung des
+recenten Europäers und des Homo Heidelbergensis ergeben. Die allmähliche
+Ausbildung der Kinnprominenz in der individuellen Entwicklung verlangt
+als stammesgeschichtliche Ausgangsform eine zurückweichende vordere
+Symphysenfläche. Die Spina mentalis interna entwickelt sich erst im
+Kindesalter. Lange Zeit hindurch bewahrt sich der jugendliche
+Europäerkiefer einen viel voluminöseren Condylus, als wie beim
+Erwachsenen.
+
+Diese gemeinsamen niederen Merkmale machen es notwendig, nachzuforschen,
+welche verwandtschaftliche Stellung die Mandibula des Homo
+Heidelbergensis zu den Unterkiefern der übrigen nicht europäischen
+Menschenrassen und der Anthropoiden einnimmt. Es sollen daher einige
+Beispiele herausgegriffen und zum Schluß auch die anderen bisher bekannt
+gewordenen Fossilreste des Menschen in den Kreis der Betrachtungen
+gezogen werden.
+
+Nach den in Fig. 44, Taf. XI wiedergegebenen Profildiagrammen nimmt die
+Mandibula des Homo Heidelbergensis nicht nur zu dem Unterkiefer des
+Europäers, sondern auch zu demjenigen des $afrikanischen Negers$ eine
+vermittelnde Stellung ein. Es ist bei letzterem eine Zunahme des Corpus
+in der Symphysenhöhe eingetreten. Die zurückweichende Symphysenregion
+ist beibehalten, und die Umbildung zum »negativen Kinn« ist erfolgt. Der
+Ramus hat sich verschmälert und verlängert, wobei eine Vertiefung der
+Incisur stattfand.
+
+Fig. 45, Taf. XII zeigt Profildiagramme des Unterkiefers des Homo
+Heidelbergensis, eines Australiers (Melville Island, K. 80)[XXI.] und
+eines Dajak (B. N. C. 104). Im Vergleich zu dem Heidelberger Fossil ist
+bei dem $Australier$ eine Verschmälerung des Ramus eingetreten, unter
+Beibehaltung der nach vorn absteigenden Condylocoronoidtangente; ferner
+hat sich bei letzterem ein »negatives Kinn« schwach ausgebildet. Der
+Unterkiefer des $Dajak$ bleibt in der Breite des Ramus unserem Fossil
+näher. In der Umbildung der Symphyse bietet er eine Parallele zu der
+Mandibula Spy I dar.
+
+ [XXI.] K. bedeutet Australier Kollektion KLAATSCH, B. bedeutet Breslau
+ Anatomie, und zwar N. C. = Neuer Katalog, A. C. = Alter Katalog.
+
+Von den in Fig. 46, Taf. XII dargestellten Profilprojektionen wollen wir
+zunächst die Mandibula eines weiblichen $Gorilla$ ins Auge fassen, die
+nicht so stark einseitig modifizierte Formenverhältnisse wie bei dem
+männlichen aufweist. Denkt man sich unser Fossil nahezu um die Hälfte
+der Länge des Alveolarteils nach vorn verlängert unter entsprechender
+Zunahme des mesiodistalen Durchmessers der Molaren und Prämolaren und
+kombiniert damit eine Verschmälerung des ganzen Kiefers, so entsteht die
+Gorillamandibula. Der Ramus nimmt dabei an Höhe bedeutend zu, und der
+Processus coronoideus erhebt sich etwas über den Condylus. Die breite
+Furche, welche sich buccal vom Trigonum postmolare nach oben erstreckt
+und von dem vorderen Rande des Ramus nach außen begrenzt wird, folgt der
+Verschiebung nicht, sondern endet in halber Höhe des Ramus. Die
+vergrößerten Molaren drängen nach hinten so stark vor, daß sie die
+Crista buccinatoria eine Strecke weit okkupieren. Der Vorderrand des
+Processus coronoideus, bzw. der Anfangsteil der Linea obliqua, läßt beim
+Gorilla die nach vorn konkave leichte Aushöhlung vermissen, die bei dem
+Homo Heidelbergensis vorhanden und auch beim recenten Menschen meist
+anzutreffen ist. Der Ramus des Gorilla bekommt dadurch nach vorn eine
+mehr gerade und schärfere Kante, als sie unser Fossil aufweist. Im
+oberen Teile hingegen behält der Processus coronoideus des Gorilla
+unserem Diagramme zufolge eine dem Fossil verwandte Form, jedoch mit
+vertiefter Incisura semilunaris. Bei der im Besitz des Heidelberger
+anatomischen Instituts befindlichen Mandibula eines weiblichen Gorilla
+nähert sich aber der Proc. coronoid. mehr demjenigen des recenten
+Europäers. In den Breiteverhältnissen übertrifft die in unserem Diagramm
+dargestellte Gorillamandibula nicht diejenige des Fossils.
+
+Die Condylen des Gorillakiefers bewahren sich die bedeutende Entfaltung
+und die transversale Stellung der Achsen. Die subcondyloide Aushöhlung
+des Hinterrandes ist stärker, und die Insertionsplatte der Muskeln setzt
+sich schärfer ab als bei dem Homo Heidelbergensis; umgekehrt verhält es
+sich am Basalrande, wo die Incisura praemuscularis beim Gorilla relativ
+schwach entwickelt ist. Trotzdem die Fossa praecoronoidea beim Gorilla
+lingualbuccal sehr weit ausgedehnt ist, bleibt die postmolare Breite bei
+dem im Diagramm wiedergegebenen Exemplare (21 mm) hinter derjenigen des
+Heidelberger Fossils zurück. Eine Übereinstimmung zwischen beiden
+besteht dagegen in der hohen Lage des Foramen mandibulare sowie in der
+geringen Ausprägung der Linea mylohyoidea, die sich beim Gorilla auch
+nur bis zum zweiten Molaren verfolgen läßt.
+
+Auch die Symphysenregion zeigt bei beiden eine ähnliche Rundung. Der
+Mandibula des Gorilla fehlt aber die Incisura submentalis. Ihr Raum
+erscheint ausgefüllt durch eine Verlängerung der unmittelbar vor der
+Biventerinsertion gelegenen Knochenmasse. Die rudimentäre Beschaffenheit
+des Musculus digastricus läßt die Umwandlung erkennen, die sich in der
+Vorfahrenreihe des Gorilla abgespielt haben muß. Es muß bei ihm als
+Ausgangspunkt ein ähnliches Stadium angenommen werden, wie wir es bei
+dem Heidelberger Fossil antreffen. Die Fossa genioglossi vertiefte sich,
+und die erwähnte, teils der Spina genioglossi, teils dem vorderen Rande
+der Digastricusinsertion angehörige Knochenplatte füllte den Raum
+zwischen den beiden Hälften des Corpus eine Strecke weit aus. Hierbei
+wurde der nur noch schwache Digastricus ganz auf den Basalrand gedrängt.
+Die flache Excavation hinter den Incisivi dehnte sich aus und
+verkleinerte den Lingualwulst. In allen diesen Punkten läßt sich nichts
+dagegen anführen, daß der Gorilla den sekundären, der Homo
+Heidelbergensis den primären Zustand repräsentiert. Der gemeinsame
+Ausgangszustand war dem letzteren offenbar viel näher. Die Zunahme des
+Eckzahnes in der Anthropoidenreihe ist der Faktor, der den von der Bahn
+des Menschen entfernenden Schritt verschuldete.
+
+Man kann daher auf den $Orang$ (Fig. 46, Taf. XII) nahezu die gleichen
+Betrachtungen anwenden wie auf den Gorilla. Noch primitiver bleibt
+ersterer in der mäßigen Beschaffenheit der Condylen, der geringeren
+Vertiefung der Incisura semilunaris und in dem relativ breiten Ramus.
+Hingegen bedingt der völlige Schwund des Biventer beim Orang noch
+stärkere, aber ganz in der Richtung wie beim Gorilla verlaufende
+Umformungen der Symphysenregion.
+
+Vom Schimpansen stand zum Vergleich geeignetes Material leider nicht zur
+Verfügung, wohl aber von $Gibbons$ (Fig. 46). Diese bieten in ihren
+mannigfaltigen Variationen, abgesehen von dem mehr gestreckten Corpus
+mandibulae und dessen geringerer postmaler Breite, noch nähere Anklänge
+an das Stadium des Homo Heidelbergensis, als die anderen Anthropoiden.
+Ganz besonders auffällig sind in dieser Hinsicht die Gestalt des sehr
+breiten Ramus mit der oft sehr flachen Incisura semilunaris, die starke
+Ausprägung der Incisura praemuscularis und die Symphysenregion, die im
+Relief der Vorder- und der Lingualfläche weniger modifiziert ist als bei
+den übrigen Anthropoiden. Es sind sogar Andeutungen der Incisura
+submentalis vorhanden, ein untrüglicher Beweis, daß diese einst
+gemeinsamer Besitz war. Bei Hylobates lar finden sich ferner sogar
+Andeutungen des Sulcus supramarginalis, der bei den anderen Anthropoiden
+ganz vermißt wird.
+
+=Das Resultat ist also, daß ein durch sein Gebiß als menschlich
+sichergestelltes Fossil dem Ausgangszustande der Anthropoiden nahesteht,
+wie es die von= KLAATSCH =und mir vertretenen Anschauungen erwarten
+ließen=.
+
+Es soll nun noch die Mandibula des Homo Heidelbergensis mit anderen
+fossilen menschlichen Unterkiefern verglichen werden. Von Wichtigkeit
+ist es, zu prüfen, ob sie eine morphologische Sonderstellung einnimmt.
+
+Der Beginn der Erforschung fossiler Menschenkiefer war gegeben durch die
+1866 erfolgte Entdeckung DUPONTS[15-17], der in der Höhle »La Naulette«
+am linken Ufer der Lesse in Belgien zusammen mit Knochen vom Mammut und
+Rhinoceros das Fragment eines menschlichen Unterkiefers antraf. Was
+sofort an demselben auffiel, war der sehr kräftig und gedrungen gebaute
+Körper, sowie die zurückweichende Gestaltung der Kinnregion, worin man
+Ähnlichkeiten mit Affen zu erkennen glaubte. GABRIEL DE MORTILLET[54]
+meinte sogar: Das betreffende Wesen habe noch keine Sprachfähigkeit
+besessen, da die Spina mentalis interna zu fehlen scheine. Zum erstenmal
+wurde die wissenschaftliche Welt durch Wahrnehmungen »pithecoider«
+Eigenschaften an einem Menschenkiefer beunruhigt. Die Ära der Diskussion
+über die Affenabstammung des Menschen begann. In dieser Periode der
+Unklarheit ist der Scharfblick TOPINARDS[95] hervorzuheben, der mit
+kritischem Auge die Merkmale des La Naulette-Kiefers prüfte und seine
+menschliche Natur feststellte. Zugleich zeigte dieser Forscher, daß die
+vom recenten Europäer vorhandenen Abweichungen nicht eine Annäherung im
+genetischen Sinne an die Anthropoiden bedeuten. In seinen
+Formverhältnissen, besonders in der gedrungenen Gestalt des Corpus, ist
+das Kieferfragment von $La Naulette$ demjenigen von Krapina, welches
+GORJANOVIĆ-KRAMBERGER[30] mit G bezeichnet, sehr ähnlich. Beide
+Kiefer weichen hierin beträchtlich von dem Heidelberger Fossil ab. Für
+La Naulette liegt eine weitere Differenz darin, daß die Alveolen der
+Molaren vom ersten bis zum dritten größer werden; doch handelt es sich
+bei La Naulette M 3 nach R. BAUME[7] wahrscheinlich um einen im
+Durchbruch befindlichen Zahn, bei dem die Alveole stets weiter zu sein
+pflegt.
+
+Große Erregung rief auch die Auffindung des berühmten
+Unterkieferfragments durch CH. MAŠKA 1882 in der Šipkahöhle bei
+Neutitschein in Mähren hervor. Die lebhafte Diskussion zwischen VIRCHOW
+und SCHAAFFHAUSEN über die Bedeutung der im Kiefer eingeschlossenen
+Zähne wurde erst in neuester Zeit durch WALKHOFF dahin erledigt, daß es
+sich um ein kindliches Objekt im Zahnwechsel handelt. Aus diesem Grunde
+eignet sich der Å ipkakiefer nicht gut zu vergleichenden Studien mit
+der einem erwachsenen Individuum angehörigen Mandibula des Homo
+Heidelbergensis.
+
+Hingegen ist hierfür der Unterkiefer von $Spy$ I sehr brauchbar. Mit der
+Beschreibung desselben durch J. FRAIPONT[18] in den Archives de Biologie
+1887 beginnt eigentlich erst eine wissenschaftliche Bearbeitung des
+menschlichen Unterkiefers. Bis zur Entdeckung der Reste des
+Krapinamenschen, Ende der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, war
+die Spymandibula das klassische Objekt in seiner Art. FRAIPONT
+charakterisiert sie mit den Worten: »Elle est très robuste, très haute,
+récurrente, dépourvue d'éminence mentonnière.« Leider fehlt ihr der
+obere und der distale untere Teil der Äste; jedoch wird diese Lücke
+einigermaßen ausgefüllt durch den Rekonstruktionsversuch, den KLAATSCH
+im Anschluß an denjenigen des Neandertalschädels ausgeführt und auf dem
+Berliner Anatomenkongreß 1908 demonstriert hat.
+
+Auf den ersten Blick zeigt es sich, daß zwischen Spy I und dem Homo
+Heidelbergensis viel Verwandtschaftliches besteht, aber auch manches
+Trennende. In letzterer Hinsicht fällt besonders auf, daß der Spykiefer
+seinen Ruf enormer Mächtigkeit neben dem Heidelberger Fossil einbüßt.
+Gegen letzteres erscheint das belgische grazil und gemäßigt. FRAIPONT
+gibt als Symphysenhöhe 38 mm an. An dem mir von genanntem Forscher
+freundlichst überlassenen Gipsabguß läßt sich eine solche von nur 35 mm
+feststellen, was etwa derjenigen des Heidelberger Unterkiefers
+entspricht; der Defekt der Alveolen der Incisivi erschwert bei letzterem
+die Messung. In der Symphysendicke bleibt Spy (15 mm) gegen Heidelberg
+(17,5 mm) zurück. Auffälliger ist die Schmalheit des Corpus von Spy in
+den seitlichen Teilen. Am Foramen mentale zeigt Spy 13,5 mm, Heidelberg
+18,5; die postmolare Dicke beträgt bei Spy 16, bei dem Heidelberger
+Fossil aber 23,5 mm!
+
+Unter diesen Umständen kann bei der Spymandibula von einem Mißverhältnis
+zwischen Zähnen und Kiefer, wie es der Homo Heidelbergensis zeigt, nicht
+die Rede sein. Obwohl relativ groß, haben die Zähne im Spykiefer
+genügend Raum, keinesfalls aber Überfluß daran, wie es bei dem
+Heidelberger der Fall ist. Trotz der kleinen, besonders bei M 2
+hervortretenden, Differenzen in den Größenverhältnissen der Molaren ist
+das Gesamtbild des Gebisses beider, wenn man von der stärkeren Abkauung
+bei Spy absieht, ein sehr ähnliches, der Verlauf des Alveolarrandes fast
+identisch; nur buchtet sich derjenige des Heidelberger Fossils im
+Bereiche der Incisiven und Prämolaren ein wenig vor. Dies zeigt sich
+deutlich, wenn man die Alveolarrandkurven von beiden aufeinander
+projizert. Hierbei erkennt man auch ein geringes Zurückbleiben der Kurve
+von Heidelberg gegen Spy in der Breite der Molarenregion.
+
+Ferner offenbart die Symphysengegend beider Unterkiefer eine
+fundamentale Übereinstimmung durch den gemeinsamen Besitz einer Incisura
+submentalis in einer solchen Ausdehnung, wie sie bei recenten kaum
+vorkommen dürfte. Bei Spy ist dieselbe allerdings 10 mm schmäler und
+weniger tief ausgeschnitten. Auch eine Spina interdigastrica ist bei Spy
+vorhanden. Ferner sind die Insertionsgruben des Musculus digastricus in
+ihrer halbmondförmigen Gestalt sehr ähnlich, jedoch erscheint die beim
+Heidelberger Fossil wahrnehmbare Umgestaltung der Insertionsfläche aus
+einer mesial beinahe horizontalen in eine distal mehr lingual gerichtete
+an der Spymandibula weniger ausgeprägt. Die kleine Prominenz, welche
+sich bei der Heidelberger Mandibula an der lateralen Grenze der
+Digastricusinsertion auf der Außenfläche vorfindet, ist bei Spy nur auf
+der linken Seite deutlich entwickelt. Die Bedeutung dieses Tuberculum
+mentale posterius für die Kinnbildung ist von KLAATSCH in seinem
+Frankfurter Vortrage dargelegt worden. Ebendort lenkte er die
+Aufmerksamkeit auf die Furche, welche zwischen dem vorgenannten
+Tuberculum und dem Foramen mentale, dem Kieferrande parallel laufend,
+von ihm an Australierkiefern in stark variierender Ausdehnung
+festgestellt und Sulcus supramarginalis oder mentalis benannt wurde.
+Dieser ist auch an der Spymandibula, links deutlicher als rechts,
+wahrnehmbar. Daß er mit der viel besser ausgeprägten und bedeutend
+weiter ausgedehnten Rinnenbildung identisch ist, die ich an dem
+Heidelberger Fossil beschrieben habe, bedarf nur des Hinweises. Die
+Foramina mentalia von Spy liegen, soweit der Gipsabguß dies erkennen
+läßt, unter M 1, also mehr distalwärts als bei unserem Fossil.
+
+Der vorderen Symphysenfläche der Spymandibula fehlt die das ganze Gebiet
+beherrschende Rundung. Die Gegend unter dem Alveolarrand erscheint wie
+eingedrückt. Es ist die Bildung entstanden, welche KLAATSCH in
+zahlreichen Variationen an Australierkiefern beobachten konnte und für
+die er die Bezeichnung Impressio subincisiva externa eingeführt hat.
+Hiervon zu unterscheiden ist die Impressio subincisiva interna, die bei
+dem Heidelberger Fossil nur ganz schwach angedeutet, bei Spy aber
+stärker ausgeprägt ist. So wird der Alveolarrand des letzteren lingual
+und labial verschmälert. Durch die Impressio subincisiva externa tritt
+das darunter befindliche Gebiet ein wenig hervor. Diese Prominenz ist
+es, die FRAIPONT zu dem Urteil veranlaßt: Le menton existe déjà ici
+virtuellement. Ohne daß auf diese Frage hier näher eingegangen wird,
+läßt sich doch feststellen, daß die Verschiedenheit der Symphysenregion
+der Unterkiefer von Heidelberg und Spy sich nur im Sinne einer
+sekundären Veränderung des letzteren deuten läßt. Aus dem Heidelberger
+Kiefer läßt sich der von Spy modellieren, nicht aber umgekehrt.
+
+An Stelle der Rundung der Regio mentalis der Heidelberger Mandibula,
+welche die Messung eines Symphysenwinkels gar nicht gestattet, ist bei
+Spy eine Abflachung und steilere Stellung der Vorderfläche getreten (den
+Winkel gibt FRAIPONT mit 111° an). Die allgemeine Verschmälerung des
+Corpus mandibulae von Spy erscheint nun als eine Reduktion aus einem dem
+Heidelberger Fossil ähnlichen Stadium. Das innere Relief der Symphyse
+ist dabei ziemlich unverändert geblieben; doch machen sich leichte
+Unebenheiten in der Fossa genioglossi bemerkbar: Anfänge der Bildung
+einer Spina mentalis interna.
+
+Recht abweichend vom Homo Heidelbergensis verhält sich beim Menschen von
+Spy die Linea mylohyoidea, indem sie, eine tiefe Fossa submaxillaris
+überbrückend, als sehr deutlich wahrnehmbarer Wulst sich bis zur
+Digastricusinsertion hinzieht.
+
+Die Fossa praecoronoidea bei Spy ist schwächer entwickelt und das
+Trigonum postmolare kürzer als bei dem Heidelberger Fossil. Das Diastema
+postmolare, der freie Raum zwischen dem dritten Molaren und dem vorderen
+Rande des Ramus, ist hingegen weiter bei Spy. Der fragmentarische
+Processus coronoideus bei letzterem läßt noch das Vorhandensein einer
+Incisura subcoronoidea erkennen und eine ähnliche Form des Ramus wie bei
+dem Homo Heidelbergensis vermuten.
+
+=Faßt man alle diese Tatsachen zusammen, so erhellt zweifellos ein
+Zusammenhang zwischen den beiden Unterkiefern, und zwar in dem Sinne,
+daß das Heidelberger Fossil bis in die Einzelheiten einem
+Vorfahrenstadium desjenigen von Spy I entspricht[XXII.]. Wir müssen
+daher die Mandibula des Homo Heidelbergensis als präneandertaloid
+bezeichnen. Da sie zugleich präanthropoide Merkmale aufweist, so wird
+ihre Stellung als diejenige eines ganz fundamentalen »Generalized Type«
+im Sinne Huxleys immer mehr befestigt=.
+
+ [XXII.] Fragmente einer Mandibula von Spy II sind beschrieben bei
+ FRAIPONT 1. c. p. 632: »Cette mandibule devait être plus haute, plus
+ massive, plus robuste encore que celle du sujet No. 1«. »Le bord
+ alvéolaire est très épais et en rapport avec le développement des
+ alvéoles qui logent d'énormes molaires. Les branches volumineuses ...«.
+ Hiernach ist es möglich, daß eine individuelle Variation vorlag, die
+ noch mehr von dem ursprünglichen Typus des Homo Heidelbergensis
+ bewahrte. Auffallend hingegen ist, daß FRAIPONT die Molaren als »enorm«
+ bezeichnet.
+
+Sehen wir zu, ob die Vergleichung des Heidelberger Fossils mit dem
+Unterkiefermaterial von $Krapina$ die eben geäußerte Auffassung bestätigt.
+An letzterem fällt besonders die außerordentliche individuelle Variation
+auf. Da ist zunächst der gewaltige, fast vollständig erhaltene
+Unterkiefer J, der in GORJANOVIĆ-KRAMBERGERS[30] trefflicher
+Monographie vom Jahre 1906 in Fig. 2 und 2a, Taf. VI abgebildet ist.
+Nach diesen Bildern und nach dem Text ergibt sich, daß er in seinen
+Dimensionen das Heidelberger Fossil in manchen Punkten übertrifft. Der
+Abstand der Condyli (Mittelpunkt der Flächen) voneinander beträgt bei
+Krapina J 121,8 mm, d. h. etwa ein Fünftel mehr als beim recenten
+Europäer im Durchschnitt; bei der Heidelberger Mandibula finde ich 110
+mm, ein Maß, mit dem Spy I nach dem von KLAATSCH[47] ausgeführten
+Rekonstruktionsversuch genau übereinstimmen würde. Der Abstand der
+Condylen, an der Außenfläche gemessen, der bei Heidelberg 130,4 mm
+beträgt, zeigt bei Krapina J mindestens 145 mm, wozu nach
+GORJANOVIĆ-KRAMBERGER l. c. p. 159 noch 1-2 mm hinzutreten dürften,
+da der Kiefer aus Fragmenten zusammengesetzt ist. Die Condylenflächen
+von Krapina J sind durch Arthritis deformans verändert; die linke ist
+weniger davon berührt. Sie zeigt eine ähnliche Gestaltung wie am
+Heidelberger Fossil. Während der transversale Durchmesser des linken
+Condylus bei Krapina J 28,8 mm gegen Heidelberg 22,8 mm zeigt, ist der
+sagittale Durchmesser bei beiden gleich. Die Dickendimensionen des
+Corpus sind bei Krapina J geringer als bei Heidelberg: an der Symphyse
+15 gegen 17,5 mm und distal von M 3 sogar 15 (nach der Abbildung
+gemessen) gegen 23,5 mm. Ob bei Krapina J eine Incisura submentalis
+besteht, läßt sich nach der Abbildung nicht entscheiden, ist aber nach
+der von GORJANOVIĆ-KRAMBERGER l. c. Fig. 2, Taf. VI gegebenen
+Profilansicht wahrscheinlich. Das Foramen mentale liegt relativ weit
+hinten: unter der distalen Wurzel des ersten Molaren. Die vordere, eine
+Impressio incisiva aufweisende Symphysenfläche von Krapina J ist stärker
+zurückweichend als bei Spy I; es fehlt ihr die ausgesprochene Rundung,
+welche das Heidelberger Fossil aufweist.
+
+Der Ramus von Krapina J ist in seiner Form in mancher Hinsicht der
+Heidelberger Mandibula ähnlich, läßt aber in anderer Beziehung
+Abweichungen erkennen. So hat der Processus coronoideus vorn noch ganz
+die typische Beschaffenheit, während die Incisura tiefer eingeschnitten
+ist. Ferner ragt die Spitze des Processus coronoideus höher als der
+Condylus auf, im Gegensatz zum Heidelberger Kiefer. Während bei diesem
+Basaltangente und Alveolarrand divergieren, laufen sie bei Krapina J
+fast parallel; auch ist bei letzterem eine Incisura praemuscularis nicht
+ausgeprägt. Der Ramus des Menschen von Krapina ist etwas höher als
+derjenige des Homo Heidelbergensis; dagegen ist die Breite des ersteren
+unverhältnismäßig gering, was ein Blick auf die Abbildung beider
+erkennen läßt. Die Mehrzahl der von Krapina J angeführten Merkmale
+spricht für sekundäre Abänderungen eines Urzustandes, wie ihn das
+Heidelberger Fossil noch zeigt.
+
+Ganz dasselbe Resultat ergeben die Unterkieferfragmente von
+Krapina H und G, von denen ich Gipsabgüsse der Güte des Herrn
+GORJANOVIĆ-KRAMBERGER verdanke. Das erstere, von dem das Corpus mit
+sämtlichen Zähnen erhalten ist, ähnelt dem oben beschriebenen J sehr.
+Die vordere Symphysenfläche ist jedoch noch mehr zurückweichend und
+vollständig abgeplattet, so daß man hier den Winkel messen kann, den sie
+mit der Alveolarebene bildet; er beträgt 67°, ein für menschliche
+Verhältnisse außergewöhnlich niedriger. Bei einseitiger Beurteilung
+dieser Tatsache könnte es scheinen, als liege hier ein niederer Zustand
+als bei dem Heidelberger Fossil vor; aber sorgfältige Prüfung der
+Vorderfläche des Kiefers H zeigt die Veränderungen, die er im Vergleich
+zu demjenigen des Homo Heidelbergensis erfuhr, an den er sich in anderen
+Punkten direkt anschließt.
+
+Die fundamentale Übereinstimmung der Unterkiefer von Heidelberg, Spy und
+Krapina liegt in dem Besitz der Incisura submentalis. In ihrer
+Ausprägung nähert sich Krapina H unserem Fossil mehr, als das bei Spy I
+der Fall ist. Krapina H bietet sogar eine einseitige Fortbildung des
+Zustandes der Heidelberger Mandibula durch die bedeutende Ausdehnung der
+Insertion des Digastricus, der außerordentlich entwickelt gewesen sein
+muß. Die Fossa digastrica liegt bei Krapina ganz nahe der Mittellinie,
+die eine deutliche Spina interdigastrica aufweist. Die Dicke des
+Basalrandes beträgt an der Symphyse 15,4 mm, unter dem Eckzahn sogar
+16,4 mm; alveolarwärts verjüngt sich der Körper. Es ist, als wäre die
+Symphysenregion, vom Alveolarrande anfangend, komprimiert und die
+Knochenmasse basalwärts gedrängt. So weit geht die Reduktion der
+knöchernen Hülle, daß die Juga alveolaria der Incisivi und besonders der
+Canini als starke Wülste sich markieren.
+
+Trotz der stark »fliehenden« Beschaffenheit der Kinnregion zeigt ihr
+Relief in der Medianebene schon die Anfänge der Kinnbildung, wie
+GORJANOVIĆ-KRAMBERGER ganz richtig erkannt hat. Außen eine sanfte
+Kinnschwellung, die jedoch nicht als positive Erhebung zu gelten
+braucht, sondern als eine lokale Erhaltung der ursprünglichen Wölbung
+angesehen werden kann, die nur infolge des Einsinkens der darüber
+befindlichen Knochenmasse hervortritt. Innen erhebt sich bereits aus der
+Fossa genioglossi eine kleine Spina mentalis.
+
+Die lateralen Partien des Kieferfragmentes Krapina H zeigen, ebenso wie
+bei J, die von KLAATSCH als wichtig für die Kinnbildung erkannten
+Unebenheiten: den Sulcus supramarginalis und das Tuberculum mentale
+laterale (von GORJANOVIĆ-KRAMBERGER als Tuberculum submentale
+bezeichnet). In der Bewahrung dieses Reliefs stehen Krapina H und J dem
+Heidelberger Fossil näher als Spy I.
+
+Welch ein anderes Bild bietet auf den ersten Blick das
+Unterkieferfragment Krapina G dar! Die Höhe des Corpus, das rechts bis
+zum aufsteigenden Aste, links nur bis zum ersten Molar erhalten ist,
+bleibt gegen Krapina H bedeutend zurück, so daß man an das
+Kieferfragment von La Naulette erinnert wird. Die Dickenverhältnisse des
+Körpers sind relativ bedeutende: an der Symphyse 14,4 und unter dem
+Eckzahne rechts 14,8, links 15,5 mm. Die vordere Symphysenfläche zeigt
+eine ganz schwache Rundung und die linguale Fläche eine Wulstung mit
+kaum angedeuteter Impressio incisiva interna, beides Punkte, in denen
+sich Krapina G näher an die Heidelberger Mandibula anschließt, als Spy
+oder die anderen Kiefer von Krapina. Hingegen stimmt G mit letzteren und
+mit Spy überein in der am Heidelberger Fossil fehlenden starken
+Ausprägung der Linea mylohyoidea. Daneben bestehen aber ganz eigene
+Merkmale: Der Basalrand von G ist unten von der Mitte bis zum zweiten
+Prämolaren abgeplattet. Die flachen, sehr großen Fossae digastricae
+schauen fast genau abwärts und nur ganz wenig lingual. Die Incisura
+submentalis besteht, ist aber sehr flach. Sulcus supramarginalis,
+Tubercula mentalia lateralia, und, wie GORJANOVIĆ-KRAMBERGER
+zutreffend nachweist, auch eine mediane Kinnprominenz sind gleichsam in
+statu nascendi angedeutet. -- Ganz ungewöhnlich ist offenbar die
+Stellung der Vorderzähne gewesen. Wie die vorgebogen gewesenen Alveolen
+erkennen lassen, bestand eine starke Zahnprognathie. Hierin weicht
+Krapina G vom Heidelberger Fossil und allen anderen ab.
+
+Es sind noch verschiedene Unterkieferfragmente von Krapina vorhanden,
+die teils ihres defekten Zustandes wegen, teils weil sie von
+jugendlichen Individuen herrühren, zum Vergleich nicht herangezogen
+wurden.
+
+=Im ganzen genommen folgt aus obiger Betrachtung, daß die individuellen
+Variationen der Mandibula des Menschen von Krapina auf einen
+Ausgangszustand hinweisen, der dem Heidelberger Fossil ganz nahe
+gestanden hat=.
+
+Es sei noch in Kürze des Unterkiefers von $Ochos$ gedacht, der vor zwei
+Jahren in einer Höhle des Brünner Devonkalkgebietes zusammen mit Resten
+diluvialer Tiere aufgefunden und von A. RZEHAK[68] in den Verhandlungen
+des Naturforschenden Vereins in Brünn 1906 beschrieben ist. Leider fehlt
+das Corpus mandibulae fast vollständig, so daß eigentlich nur der
+Alveolarteil erhalten ist. »Es sieht aus, als ob der Körper nicht von
+Raubtieren abgebissen, sondern von Menschenhand abgeschlagen worden
+wäre, da der Bruchrand ziemlich glatt und eine Bißspur nirgends zu sehen
+ist. An den ehemals scharfen Rändern ist der Knochen schwach, aber
+deutlich abgerollt. Die aufsteigenden Äste fehlen ebenfalls, dagegen
+sind mit Ausnahme des rechtsseitigen Weisheitszahnes alle Zähne in situ
+vorhanden.« Diese sind in der tabellarischen Aufzählung der Maße
+berücksichtigt. An dem Fragmente selbst fällt die bedeutende
+Lingualwulstung auf, die derjenigen des Heidelberger Fossils nahesteht;
+auch scheinen, soweit dies aus der Abbildung zu erkennen ist, die
+Wurzeln der Incisivi etwas von der ursprünglichen Krümmung behalten zu
+haben. Die oberhalb des Bruchrandes angedeutete Impressio subincisiva
+externa verrät bereits sekundäre Modifikationen.
+
+=Aus der Vergleichung der Mandibula des Homo Heidelbergensis mit den
+anderen besprochenen fossilen Kiefern ergibt sich, daß kein einziger von
+diesen es mit unserm Objekt hinsichtlich der morphologischen Bedeutung
+aufnehmen kann. Das Heidelberger Fossil übertrifft sie alle durch die
+Kombination primitiver Merkmale. Relativ am nächsten steht ihm der
+Unterkiefer von Spy; er erscheint noch am gleichmäßigsten in allen
+Teilen aus dem Heidelbergtypus umgeformt. Die individuellen Variationen
+von Krapina stellen einseitige (vielleicht von alten Rassen
+eingeschlagene) Entwicklungsbahnen dar=.
+
+=Daß auch die Unterkiefer heutiger Rassen sich auf eine dem
+Heidelbergtypus ganz nahe stehende Urform zurückführen lassen, wurde
+bereits an einigen Profildiagrammen gezeigt=.
+
+ * * * * *
+
+=Nachdem die morphologische Stellung unseres Fossils nach verschiedenen
+Richtungen beleuchtet worden ist, möge hier eine Zusammenfassung des
+Resultates folgen: Die Mandibula des Homo Heidelbergensis läßt den
+Urzustand erkennen, welcher dem gemeinsamen Vorfahren der Menschheit und
+der Menschenaffen zukam. Dieser Fund bedeutet den weitesten Vorstoß
+abwärts in die Morphogenese des Menschenskelettes, den wir bis heute zu
+verzeichnen haben. -- Angenommen, es würde ein geologisch noch älterer
+Unterkiefer aus der Vorfahrenlinie des Menschen gefunden, so stünde
+nicht zu erwarten, daß er viel anders aussehen würde, als unser Fossil,
+das uns bereits bis zu jener Grenze führt, wo es spezieller Beweise
+bedarf (wie hier des Gebisses), um die Zugehörigkeit zum Menschen
+darzutun. Noch weiter abwärts kämen wir zu dem gemeinsamen Ahnen
+sämtlicher Primaten. Solch einem Unterkiefer würden wir die
+Vorfahrenschaft zum heutigen Menschen wohl kaum noch ansehen können;
+seine Beziehung zu unserem Fossil würde aber bestimmt erkennbar sein.
+Das geht hervor aus den Annäherungen, welche die Unterkiefer niederer
+Affen und recenter wie fossiler Halbaffen bald in diesem, bald in jenem
+Punkte zu ihm aufweisen. Besonders der Ramus mandibulae ist in dieser
+Hinsicht sehr lehrreich. Als Beispiele seien herausgegriffen: Die
+Ähnlichkeit des Processus coronoideus und der flachen Incisura
+semilunaris bei Cynocephalus, die Andeutung einer Incisura subcoronoidea
+bei Mycetes, die Breite der Äste bei fossilen Lemuriden=.
+
+
+
+
+ ANHANG
+
+ ZUM ANTHROPOLOGISCHEN TEIL
+
+ DIE ZÄHNE DES HOMO HEIDELBERGENSIS
+
+
+
+
+ I. SPEZIELLE BESCHREIBUNG
+ II. TABELLEN DER MASZE UND VERGLEICHSZAHLEN
+ III. DIE HÖCKER DER MOLAREN
+ IV. DIE PULPAHÖHLEN
+ V. RÖNTGENBILDER
+
+
+
+
+ I. Spezielle Beschreibung.
+
+
+$J 1 dext.$ (Fig. 25 a u. b, Taf. VIII). Die Kaukante des mittleren
+rechten Schneidezahnes ist stark abgenutzt, so daß der Schmelzbelag oben
+vollständig verschwunden ist. Das Zahnbein ist hier muldenförmig
+ausgehöhlt und von einem ganz schmalen Schmelzsaume umrandet. Die
+Lippenfläche selbst bietet nichts Absonderliches. Die Zungenfläche zeigt
+an der Basis einen eben angedeuteten Schmelzwulst, der gegen die
+Schneidekante zu, sich allmählich abflachend, ausläuft. Vom unteren
+Schmelzrande 4,1 mm entfernt findet sich eine seichte Querfurche, die
+von einer Seite zur andern verläuft, sich auf die Seitenflächen
+fortsetzt und noch am Seitenrande der Lippenfläche erkennbar ist. Weiter
+aufwärts, 5,6 mm vom unteren Schmelzrande entfernt, findet sich eine
+ebenso verlaufende, aber deutlichere Furche. Die beiden Wurzelflächen
+sind der Länge nach eingefurcht, die distale tiefer als die mesiale. Die
+Wurzelspitze ist mesial etwas gekrümmt. -- Die Maße sind folgende:
+Totale Länge 23,2[XXIII.]; Kronenlänge oder -höhe 7,5[XXIII.];
+Kronenbreite (mesiodistaler Durchmesser) 5,5; Kronendicke
+(labiolingualer Durchmesser) 7,1; Wurzeldurchmesser 7,2 und 4,2 mm.
+
+$J 1 sin.$ (Fig. 26 a u. b). Der mittlere linke Schneidezahn ist ebenso
+stark abgenutzt wie J 1 dext. An der Lippenfläche findet sich 2,2 mm vom
+unteren Schmelzrande entfernt eine ganz schwache Querfurche und 3,6 mm
+höher eine gleiche. Die Zungenfläche ist derjenigen des rechten
+mittleren Schneidezahnes sehr ähnlich; sie zeigt zwei horizontal
+bogenförmig verlaufende Querfurchen, von welchen die eine 4 mm, die
+andere 5,7 mm vom unteren Schmelzrande entfernt ist. Die Seitenflächen
+zeigen keine Besonderheiten. Die Spitze der von beiden Seiten stark
+flach gedrückten Wurzel ist abgebrochen und steckt im Kiefer. Die beiden
+Wurzelflächen sind der Länge nach eingefurcht, die mesiale schwächer als
+die distale. -- Maße: Kronenlänge 6,9[XXIII.]; Kronenbreite 5,0;
+Kronendicke 7,1; Wurzeldurchmesser 7,2 und 4,1 mm.
+
+ [XXIII.] Diese niedrigen Zahlen sind durch die Abnutzung bedingt. Die
+ Kronenlänge ist stets an der Lippenfläche in der Mittellinie gemessen.
+
+$J 2 dext.$ (Fig. 24 a u. b). Die Krone des seitlichen rechten
+Schneidezahnes ist, wie bei J 1 dext. stark abgekaut; sie ist 0,5 mm
+breiter als bei letzterem. Ihre Lippenfläche weist außer einer eben
+angedeuteten Querfurchung keine Besonderheiten auf. Die Zungenfläche
+zeigt ähnlich wie bei J 1 dext. einen Basalwulst, der sich gegen die
+Schneide hin in der Weise abdacht, daß in der Mittellinie eine Erhebung
+bestehen bleibt. Distal von dieser findet sich eine deutlich erkennbare
+Einsenkung, mesial ist solche kaum wahrnehmbar. Die beiden Wurzelflächen
+sind wie bei J 1 dext. der Länge nach gefurcht. Da die Wurzel dieses
+Zahnes bei der Ausgrabung des Unterkiefers mitten durchschlagen wurde --
+die Spitze steckt noch im Kiefer --, so gewinnt man einen Einblick in
+den Wurzelkanal, der ziemlich geräumig und seitlich zusammengedrückt
+ist. Maße: Kronenlänge 8,0; Kronenbreite 6,0; Kronendicke 7,8;
+Wurzeldurchmesser 7,9 und 4,5 mm.
+
+$J 2 sin.$ (Fig. 27). Die Schmelzfläche des seitlichen linken
+Schneidezahnes ist bis in die Hälfte des Zahnes hinein abgesprengt, so
+daß die Pulpakammer ungefähr in der Mitte ihrer Tiefe eröffnet ist. Die
+Kaukante ist wie bei den übrigen Incisiven stark abgenutzt. Die
+Lippenfläche zeigt 2,5 mm von der unteren Schmelzgrenze entfernt eine
+seichte Querfurche. Die Zungenfläche weist unten eine deutliche
+Schmelzerhebung und nach oben verschiedene Grübchen und Leisten auf, die
+den Eindruck der Schmelzhyperplasie machen. -- Maße: Kronenlänge 8,2;
+Kronenbreite 6,3; Kronendicke 7,7; linguolabialer Wurzeldurchmesser 7,6
+mm.
+
+$C dext.$ (Taf. VIII, Fig. 22). Die Schneidekante des rechten Eckzahnes
+ist stark abgenutzt, so daß in der Kauebene eine halbmondförmige Figur
+entsteht, die von einem durchschnittlich 1 mm dicken Schmelzrande
+gebildet wird, innerhalb dessen etwas tiefer liegend ein dunkelbraun
+gefärbter, ebenfalls halbmondförmig gestalteter Kern von Dentin
+erscheint. Dieser ist mesiodistal 5,2 mm lang und labiolingual bis zu
+2,3 mm breit. Die Lippenfläche der Krone ist sowohl mesiodistal wie in
+der Richtung von oben nach unten gewölbt, und zwar ist die erstgenannte
+Kurve auf der mesialen Seite stärker gebogen als auf der distalen. Die
+Lippenfläche, zeigt deutlich zwei horizontale Schmelzerhebungen, welchen
+je eine Querfurche entspricht, von denen die obere deutlicher als die
+untere ausgeprägt ist.
+
+An der Basis der Zungenfläche ist ein Tuberculum angedeutet, von dem
+zwei Randleisten bis zur Kaukante ausgehen, sowie eine sich früher
+verlierende Mittelleiste. Zwischen den Randleisten und der Mittelleiste
+verläuft, distal deutlicher als mesial, je eine Furche. Am Ende der
+Mittelleiste und etwas nach der distalen Seite gerückt, findet sich eine
+grubenförmige Vertiefung. -- Sonst wäre noch zu erwähnen, daß die
+Schmelzgrenze sich an der Lippenfläche 1,2 mm tiefer herabsenkt, als an
+der Zungenfläche, sowie daß die Höhenlage des Schmelzrandes auf der
+mesialen Seite 0,9 mm über diejenige der distalen emporragt. -- Maße:
+Kronenlänge 8,7; Kronenbreite 7,6; Kronendicke 9,0 mm.
+
+$C sin.$ (Fig. 23). Die Kaukante des linken Eckzahnes verhält sich ganz
+ähnlich wie bei C 1 dext.; leider ist beim Schaufeln des den Unterkiefer
+enthaltenden Sandes von der mesialen Seitenfläche ein wenig vom Schmelz
+abgesprengt worden. Die Lippenfläche entspricht derjenigen des Caninus
+der rechten Seite; nur sind die quer verlaufenden Schmelzerhebungen und
+Furchen weniger deutlich ausgeprägt. Lingual ist ebenfalls ein basales
+Tuberculum angedeutet, von dem in gleicher Weise wie beim rechten
+Eckzahne zwei Randleisten, zwei Furchen und eine kleinere Mittelleiste
+auslaufen; jedoch fehlt das Grübchen oberhalb dieser.
+
+Die Schmelzgrenze senkt sich an der Lippenfläche 0,8 mm tiefer herab,
+als an der Zungenfläche; die Höhenlage des Schmelzrandes ragt auf der
+mesialen Seite ebenso wie bei C 1 dext. 0,9 mm über diejenige der
+distalen empor. -- Maße: Kronenlänge 8,9; Kronenbreite 7,7; Kronendicke
+9,0 mm.
+
+$P 1 dext.$ (Fig. 22). An dem rechten vorderen Prämolarzahn ist der
+Wangenhöcker ziemlich stark abgekaut, so daß das Zahnbein in einer bis
+0,5 mm breiten und 5,5 mm langen, eben bemerkbaren Einbuchtung zutage
+tritt. Der Zungenhöcker zeigt in der Mitte eine an der Basis 3,4 mm
+breite, nach oben spitz zulaufende 6,2 mm lange gratartige
+Schmelzleiste, welche die obere Kante nicht erreicht. Rechts und links
+davon sind zwei deutlich ausgeprägte Randleisten vorhanden, die von der
+Mittelleiste jederseits durch ein Grübchen getrennt sind, von denen
+jedes gegen die Basis in eine seichte Schmelzfalte ausläuft. Der
+linguale Höcker erreicht nicht vollständig die Höhe der Kauebene. Maße:
+Kronenhöhe in der Mittellinie 8,0; Kronenbreite 8,1; Kronendicke 9,0 mm.
+
+$P 1 sin.$ (Fig. 28 a u. b). An dem noch vorhandenen Rest der Krone des
+ersten linken Prämolarzahnes ist der Zungenhöcker abgebrochen. An der
+Kaufläche des Wangenhöckers sieht man eine ähnliche Abnutzung wie bei P
+1 dext. Die Schmelzschicht der Wangenseite ist in ihrem unteren Teile
+ebenfalls zerstört.
+
+$P 2 dext.$ (Fig. 22). Der rechte zweite Prämolarzahn zeigt deutlich zwei
+Höcker, von denen der buccale eine Abnutzung aufweist. Der labiale
+Höcker erreicht gerade die Höhe der Kauebene. Beide Höcker sind durch
+eine gut entwickelte Schmelzleiste verbunden, die in der Mitte vertieft
+und eingeschnitten ist. Zu beiden Seiten dieser Mittelleiste finden sich
+randständig von den Seitenwülsten begrenzt Grübchen, von denen das
+mesiale oval ist, während das distale eine V-förmige Furchenzeichnung
+aufweist. -- Maße: Kronenlänge über der Mittellinie 6,9; Kronenbreite
+7,5; Kronendicke 9,2 mm.
+
+$P 2 sin.$ (Fig. 29 a u. b). An dem noch vorhandenen Rest der Krone des
+zweiten linken Prämolarzahnes ist sowohl an der labialen und lingualen,
+wie auch an der mesialen Seite der Kaufläche der Schmelz stark
+beschädigt, so daß Messungen nicht mehr ausführbar sind. Soweit die
+Kaufläche noch erhalten ist, sieht man, daß der Zungenhöcker gut
+entwickelt ist. Derselbe ist durch eine Schmelzleiste mit dem
+Wangenhöcker verbunden. Neben dieser Leiste befindet sich ein Grübchen
+mit sternförmiger Zeichnung.
+
+$M 1 dext.$ (Fig. 22). Die fünf Höcker des ersten rechten Mahlzahnes sind
+so weit abgekaut, daß das dunkel gefärbte Dentin gleich den Augen eines
+Spielwürfels zutage tritt. Die Kaufläche zeigt eine zickzackartig
+verlaufende Längsfurche. Von dieser zweigen buccalwärts zwei
+Querfurchen, lingualwärts eine ab, welche, die Höcker voneinander
+scheidend, sich über den Seitenrand der Krone hinab bis zur
+Schmelzgrenze verfolgen lassen. -- Die Anordnung der Höcker und Furchen
+auf diesem Molar entspricht gut dem von RÖSE in »E. SELENKA,
+Menschenaffen I, S. 127, Fig. 159 c und d«, aufgestellten Idealtypus des
+menschlichen fünfhöckerigen M 1 inf. -- Maße: Kronenlänge 5,1;
+Kronenbreite 11,6; Kronendicke 11,2 mm.
+
+$M 1 sin.$ (Fig. 30 a u. b). Die Krone des ersten linken Molaren war durch
+kohlensauren Kalk so fest mit einem Kalksteingeröll verkittet (Taf. VI,
+Fig. 11 u. 14), daß sie bei der vermittelst Salzsäure bewirkten Ablösung
+des Gerölls an diesem haften blieb. Hierbei lösten sich am Rande geringe
+Mengen von Schmelz ab, die eine genaue Messung der Krone nicht mehr
+gestatten. Die Kaufläche dieses Mahlzahnes ist stärker abgenützt, als
+diejenige von M 1 dext. Sie hat eine nahezu viereckige Gestalt und zeigt
+eine ähnliche Anordnung der fünf Höcker, wie der rechte erste Molar; nur
+ist der distale Höcker ganz an der Wangenseite gelegen, so daß die ihn
+vom lingualen Höcker abtrennende Längsfurche in der Mitte des Zahnes
+verläuft. -- Das Pulpenkammerdach zeigt, von unten betrachtet, wie die
+Abbildung Taf. VIII, Fig. 30 b erkennen läßt, fünf Ausstülpungen, die
+den Höckern entsprechen. -- Die Dicke der Schmelzschicht läßt sich an
+diesem Zahne nicht zuverlässig ermitteln, da die Krone nicht glatt
+abgesprengt ist wie bei M 2 sin.
+
+$M 2 dext.$ (Fig. 22). Die Höcker des zweiten rechten Molaren sind nur im
+mesialen Teile derart abgekaut, daß lingual und buccal je ein Dentinkern
+sichtbar wird. Bei dem beträchtlichen Umfange des übrigen (distalen)
+Teiles der Kaufläche ist daher, zumal die abgetrennte Krone von M 2 sin.
+deutlich fünf Höcker erkennen läßt, zu vermuten, daß hier ebenfalls
+weitere drei Höcker zur Ausbildung gelangten. Eine Stütze für diese
+Annahme bietet das Röntgenbild, das, namentlich wenn man die Glasplatte
+gegen das Licht hält, am Dach der Pulpakammer distalwärts zwei Höcker
+dicht nebeneinander erkennen läßt, die eine ähnliche Anordnung der
+beiden buccodistalen Höcker wie bei M 1 dext. vermuten lassen, während
+der fünfte linguodistal stehende Höcker auf dem Röntgenogramm verdeckt
+wird. Bezüglich der Schmelzfurche läßt sich noch folgendes erkennen: Die
+Längsfurche ist in der Mitte durch eine quere Schmelzleiste
+durchbrochen, welche auf beiden Seiten von einer Querfurche begrenzt
+ist. Die vordere Querfurche gabelt sich buccal- und lingualwärts, die
+hintere in distaler Richtung, wobei sie sich zum Schluß nochmals gabelt.
+Die vordere Querfurche setzt sich auf der buccalen Außenwand der
+Zahnkrone bis zur Basis fort. Maße: Kronenlänge 5,2; Kronenbreite 12,7;
+Kronendicke 12,0 mm.
+
+$M 2 sin.$ (Fig. 31 a u. b). Die Kaufläche des zweiten linken Molaren
+gehört, wie insbesondere das Pulpadach deutlich erkennen läßt, dem
+Fünfhöckertypus an. Die Längsfurche beginnt mit einer mesial
+gerichteten Gabelung, verläuft dann lingualwärts gebogen bis zur
+Querfurche, die wie bei M 2 dext. von einer Querleiste begrenzt wird.
+Die Längsfurche setzt sich distal von dieser fort, zuerst buccal-, zum
+Schluß distalwärts sich gabelnd.
+
+Von unten betrachtet, zeigt das Pulpenkammerdach fünf den Höckern
+entsprechende Ausstülpungen, die eine kreuzförmige Erhebung umgeben. Der
+distale Längsschenkel des Kreuzes ist länger als der mesiale und weicht
+gegen die Zungenseite hin ab. Die Verteilung der Einsenkungen ist aus
+der Abbildung Fig. 31 b ersichtlich. -- Maße: Kronenlänge 6,0;
+Kronenbreite etwa 12,9; Kronendicke etwa 11,0 mm.
+
+$M 3 dext.$ (Fig. 22). Der dritte rechte Molar zeigt den Fünfhöckertypus.
+Die im mesialen Teile der Kaufläche stark vertiefte Längsfurche grenzt
+durch eine Umbiegung nach der lingualen Seite hin den Zungenhöcker von
+dem Wangenhöcker deutlich ab. Buccalwärts von dieser Biegung findet sich
+ein Grübchen. Die Längsfurche wird durch eine auf der Abbildung nicht so
+deutlich hervortretende Querleiste unterbrochen, von welcher distal eine
+Querfurche verläuft, die sich auf die buccale Fläche der Zahnkrone
+fortsetzt; auch lingual kerbt sie den Seitenrand deutlich ein. Sie zeigt
+mehrere kleine Verästelungen. Die Fortsetzung der Längsfurche gabelt
+sich bereits in einer Entfernung von 1,2 mm von der Querfurche. Die
+ebenfalls nur 1,2 mm langen Schenkel dieser rechtwinkeligen Gabelung
+erreichen nicht den Rand der Krone. Man sieht aber an der Seitenwand
+derselben noch Andeutungen einer Abgrenzung des Höckers, dessen
+Verschwinden offenbar auf die Abkauung zurückzuführen ist. Bemerkenswert
+ist noch, daß dieser fünfte Höcker genau am distalen Ende des Zahnes
+gelegen ist, während er sich bei M 1 dext. mehr der buccalen Seite
+zuneigt. Die auf der Abbildung an der buccalen Seite befindliche dunkle
+Stelle ist nicht vertieft, wie es den Anschein haben könnte, sondern
+schwarz gefärbt, während die Dentinkerne auf den anderen Molaren
+rostbraun sind. -- Die Kaufläche dieses Zahnes läßt eine größere
+Zersplitterung, als bei M 1 u. 2 erkennen, ähnlich wie dies auch am
+Weisheitszahn des recenten Europäers beobachtet werden kann. -- Maße:
+Kronenlänge 5,3; Kronenbreite 12,2; Kronendicke 10,9 mm.
+
+$M 3 sin.$ (Fig. 23). Der dritte linke Molar ist stärker abgekaut als der
+rechte. Infolgedessen ist die Zeichnung der Furchen undeutlicher. Die
+Längsfurche liegt näher der lingualen, als der buccalen Seite. Die
+Querfurche liegt mehr im distalen Teil der Kaufläche. Sie geht auf der
+Wangenseite bis zur Schmelzgrenze hinab, während sie auf der Zungenseite
+nur den Rand einschneidet. Die Längsfurche verläuft nicht in
+kontinuierlicher Tiefe, sondern sie wird von der Querfurche durch zwei
+Querleisten nahezu aufgehoben. Zwischen diesen Querleisten und vor der
+mesialen findet sich jeweils ein Grübchen. -- Maße: Kronenlänge 5,1;
+Kronenbreite 11,5; Kronendicke 11,3 mm.
+
+
+
+
+ II. Tabellen der Maße und Vergleichszahlen.
+
+ Alle Maße in Millimeter.
+
+
+ Spaltenüberschriften:
+ A = Totale Länge
+ B = Kronenlänge oder -höhe
+ C = Kronenbreite (mesiodistaler Durchmesser)
+ D = Kronendicke (labiolingualer Durchmesser)
+ E = Labiolingualer Wurzeldurchmesser
+ F = Mesiodistaler Wurzeldurchmesser
+
+ -------------------------------------------------------------------------
+ | A | B | C | D | E | F
+ -----------------------+-----+----------------+-------+-------+-----+----
+ $J 1 inf.$ | | | | | |
+ (Taf. VIII. | | | | | |
+ Fig. 25 u. 26) | | | | | |
+ | | | | | |
+ Homo Heidelberg. dext. |23,2 | 7,5} stark | 5,5 | 7,1 | 7,2 | 4,2
+ » » sin. | -- | 6,9} abgekaut | 5,0 | 7,1 | 7,2 | 4,1
+ | | { im | | | |
+ Krapina[XXIV.] |26,0 |10,2{ Gebrauch | 6,2 | 8,1 | -- | --
+ | | { gewesen | | | |
+ Spy I[XXV.] | -- | -- } sehr stark| 4,0 | 7,0 | -- | --
+ » II |22,5 | 5,5} abgekaut | 6,0 | 7,5 | -- | --
+ Ochos dext.[XXVI.] | -- | -- | 5,0 | 7,5 | -- | --
+ » sin. | -- | -- | 5,0 | 7,7 | -- | --
+ Recenter Europäer | | | | | |
+ nach MÜHLREITER[XXVII.]|18-27| 7,9-11,5 |4,7-6,3|5,2-6,8| -- | --
+ » BLACK[XXVIII.] | | 7,0-10,5 |5,0-6,0|5,5-6,5| -- | --
+ | | | | | |
+ $J 2 inf.$ | | | | | |
+ (Fig. 24 u. 27) | | | | | |
+ | | | | | |
+ Homo Heidelberg. dext. | -- | 8,0} stark | 6,0 | 7,8 | 7,9 | 4,5
+ » sin. | -- | 8,2} abgekaut | 6,3 | 7,7 | 7,6 | --
+ | | { im | | | |
+ Krapina |26,5 |10,0{ Gebrauch | 7,5 | 8,2 | -- | --
+ | | { gewesen | | | |
+ Spy I | -- | -- } sehr stark| 5,0 | 7,0 | -- | --
+ » II | -- | 6,0} abgekaut | 6,0 | 8,0 | -- | --
+ Ochos dext. | -- | -- | 6,5 | 8,0 | -- | --
+ » sin. | -- | -- | 5,5 | 8,2 | -- | --
+ Recenter Europäer | | | | | |
+ nach MÜHLREITER |19-29| 8,2-11,8 |5,0-7,2|5,4-7,2| -- | --
+ » BLACK | | 7,0-12,0 |5,0-6,5|6,0-7,5| -- | --
+ -------------------------------------------------------------------------
+
+ [XXIV.] Nach GORJANOVIĆ-KRAMBERGER, Der Diluviale Mensch von Krapina,
+ S. 203.
+
+ [XXV.] FRAIPONT u. LOHEST, Recherches ethnographiques sur des ossements
+ humains découverts à Spy.
+
+ [XXVI.] Alle Maße der Zähne von Ochos nach gütiger brieflicher
+ Mitteilung von Prof. A. RZEHAK in Brünn.
+
+ [XXVII.] G. MÜHLREITER, Anatomie des menschlichen Gebisses S. 121.
+
+ [XXVIII.] G. V. BLACK -- nicht BLAKE, wie einige Autoren schreiben --,
+ Descriptive Anatomy of the human teeth, zitiert von A. GYSI, Schweiz.
+ Vierteljahrsschrift Bd. V. No. 1, 1895 und von W. BRANCO, Die
+ menschenähnlichen Zähne aus dem Bohnerz der Schwäbischen Alb, Stuttgart,
+ 1898. Letzterem Werke entnehme ich auch die Zahnmaße von Dryopithecus
+ rhenanus Pohlig und den recenten Anthropoiden. Die BLACKschen Maße
+ stützen sich auf die Gebisse der weißen amerikanischen Bevölkerung,
+ welche aus einer Mischung der hauptsächlichsten europäischen Völker
+ hervorgegangen ist.
+
+
+ Spaltenüberschriften:
+ A = Totale Länge
+ B = Kronenlänge oder -höhe
+ C = Kronenbreite (mesiodistaler Durchmesser)
+ D = Kronendicke (labiolingual. bzw. buccaler Durchmesser)
+
+ -------------------------------------------------------------------------
+ | A | B | C | D
+ --------------------------+---------+----------------+---------+---------
+ $C inf.$ (Fig. 22 u. 23) | | | |
+ | | | |
+ Homo Heidelbergensis dext.| -- | 8,7} stark | 7,6 | 9,0
+ » » sin. | -- | 8,9} abgekaut | 7,7 | 9,0
+ Krapina im Gebrauch | | | |
+ gewesen | 35,2 | 13,4 | 8,0-8,4 |etwa 10,0
+ » noch nicht im | | | |
+ Gebrauch gewesen | -- | 12,3-14,0 | 7,55-8,2| 8,2-10,0
+ Spy I | -- | --} sehr stark| 6,0 | 8,0
+ » II | -- | 7,0} abgekaut | 7,5 | 9,0
+ Ochos dext. | -- | -- | 7,5 | 9,5
+ » sin. | -- | -- | 7,0 | 9,6
+ Recenter Europäer | | | |
+ nach MÜHLREITER | 20-34 | 8,5-14,5 | 5,5-8,0 | 6,9-9,5
+ » BLACK | -- | 8,0-12,0 | 5,0-9,0 | 6,0-10,0
+ Dryopithecus Fontani }| | | |
+ Lartet[XXIX.] }| -- |{ 15,5 labial }| 9,5 | 11,5
+ (Saint Gaudens) }| -- |{ 18(?) lingual}| |
+ | | | |
+ $P 1 inf.$ (Fig. 22 u. 28)| | | |
+ | | | |
+ Homo Heidelbergensis dext.| -- | 8,0}mäßig stark| 8,1 | 9,0
+ » » sin. | -- | ?} abgekaut | 7,3 | ?
+ Krapina im Gebrauch | | | |
+ gewesen |23,7-27,0| 8,6-9,0 | 7,8-8,3 | 9,0-10,0
+ » noch nicht im | | | |
+ Gebrauch gewesen | -- | 10,2 | 8,1 | 8,5
+ Spy I | -- | 5,0} sehr stark| 6,5 | 8,5
+ » II | -- | 6,0} abgekaut | 7,5 | 9,0
+ Ochos dext. | -- | -- | 7,5 | 9,6
+ » sin. | -- | -- | 7,5 | 9,9
+ Recenter Europäer | | | |
+ nach MÜHLREITER |18,5-27,0| 7,5-11,0 | 6,0-8,0 | 6,7-8,9
+ » BLACK | -- | 6,5-9,0 | 6,0-8,0 | 7,0-8,0
+ Dryopithecus Fontani }| | | |
+ Lartet }| -- | 10,0 labial | 13,0 | 7,5 [a]
+ (Saint Gaudens) }| | | |
+ | | | |
+ $P 2 inf.$ (Fig. 22 u. 29)| | | |
+ | | | |
+ Homo Heidelbergensis dext.| -- | 6,7 } etwas | 7,5 | 9,2
+ » » sin. | -- | -- } abgekaut| -- | --
+ Krapina im Gebrauch | | | |
+ gewesen | 25,9 | 8,0 | 8,5 | 9,9
+ » noch nicht im | | | |
+ Gebrauch gewesen | -- | 7,7 | 8,35 | 9,55
+ Spy I | -- | 5,0 | 6,5 | 8,0
+ » II | -- | 7,0 | 7,0-7,5 | 9,0
+ Ochos dext. | -- | -- | 7,0 | 9,7
+ » sin. | -- | -- | 6,5 | 9,3
+ Recenter Europäer | | | |
+ nach MÜHLREITER |19,0-27,5| 6,9-10,0 | 6,2-8,8 | 7,0-9,6
+ » BLACK | -- | 6,0-10,0 | 6,5-8,0 | 7,9-9,0
+ Dryopithecus Fontani }| | | |
+ Lartet }| -- |{ 7,0 labial }| 8,5 | 7,5 [b]
+ (Saint Gaudens) }| |{ 5,5 lingual }| |
+ -------------------------------------------------------------------------
+ [a] Dies. Zahn hat eine schiefe Stellung
+ [b] der Zahn steht schief wie P 1.
+
+ [XXIX.] Alle Maße der mehr oder weniger im Gebrauch gewesenen Zähne des
+ Dryopithecus Fontani Lartet nach gütiger brieflicher Mitteilung von M.
+ EDOUARD HARLÉ in Bordeaux. -- Die bei den Molaren noch hinzugefügten
+ Maße von anderen fossilen und recenten Anthropoiden dürften ein
+ willkommenes Vergleichsmaterial bieten.
+
+
+ Spaltenüberschriften:
+ A = Totale Länge
+ B = Kronenlänge oder -höhe
+ C = Kronenbreite (mesiodistaler Durchmesser)
+ D = Kronendicke (buccolingualer Durchmesser)
+ E = Breite : Dicke wie
+
+ -------------------------------------------------------------------------
+ | A | B | C | D | E
+ --------------------------+---------+--------+---------+--------+--------
+ $M 1 inf.$ | | | | |
+ (Fig. 22 u. 30) | | | | |
+ | | | | |
+ Homo Heidelbergensis | | | | |
+ dext. | -- |5,1} [b]| 11,6 | 11,2 |100:96,6
+ » » sin. | -- | --} |etwa 11,1| |
+ Krapina im Gebrauch | | | | |
+ gewesen[XXX.] |19,3-26,4|6,5-9,4 |11,2-13,8|10,5- |100:
+ | | | | 12,4| 107,1
+ » noch nicht im | | | | |
+ Gebrauch gewesen | -- |6,5-9,0 |12,4-13,4|10,8- |
+ | | | | 12,4| --
+ Spy I | -- |5,0} [c]| 10,0 | 10,5 |100:105
+ » II | -- |5,0} |11,0-11,5|11,0- |
+ | | | | 11,5|100:100
+ Ochos dext. | -- | | 11,5 | 11,0 |100:95,7
+ » sin. | -- | | 12,0 | 11,2 |100:93,3
+ Recenter Europäer | | | | |
+ nach MÜHLREITER |18,3-26,0| 7,0-9,0|10,0-12,2|9,0-11,0|
+ » BLACK größte | -- | 10,0 | 12,0 | 11,5 |
+ mittel | -- | 7,7 | 11,2 | 10,3 |100:92
+ kleinste | -- | 7,0 | 11,0 | 10,0 |
+ Taubach[XXXI.] | -- | -- | 11,7 | 9,9 |100:84,6
+ Dryopithecus Fontani }| |{5,0[d]}| | |
+ Lartet }| -- |{6,0[e]}| 10,5 | 9,0 |100:85,7
+ (Saint Gaudens) }| | | | |
+ Chimpanse | -- | -- | 11,4 | 10,3 |100:90,3
+ Orang | -- | -- | 12,8 | 11,8 |100:92,2
+ » | -- | -- | 14,9 | 13,0 |100:87,2
+ Gorilla | -- | -- | 15,3 | 13,5 |100:88,2
+ Hylobates leuciscus | -- | -- | 6,0 | 15,0 |100:83,3
+ » syndactylus | -- | -- | 8,0 | 5,8 |100:72,5
+ | | | | |
+ $M 2 inf.$ (Fig. 22 u. 31)| | | | |
+ | | | | |
+ Homo Heidelbergensis dext.| -- | 5,2}[b]| 12,7 | 12,0 |100:94,5
+ » » sin. | -- | 6,0} |etwa 12,9| ? |
+ Krapina im Gebrauch | | | | |
+ gewesen[XXXII.] |19,9-21,0| 6,8-7,5|11,4-12,5|10,6- |100:92,7
+ | | | | 11,4|
+ » noch nicht im | | | | |
+ Gebrauch | -- | 6,2-8,0|10,7-12,1| |
+ gewesen | | | |10,3- |
+ | | | | 11,0|
+ Spy I | -- | 5,0[c]}| 10,0 | 10,0 |100:100
+ » II | -- |5,5-6,0}| 11,0 | 11,0 |100:100
+ Ochos dext. | -- | -- | 12,0 | 12,2 |100:
+ | | | | | 101,6
+ » sin. | -- | -- | 12,0 | 11,5 |100:95,8
+ Recenter Europäer | | | | |
+ nach BLACK größte | -- | 8,0 | 11,0 | 10,5 |
+ mittel | -- | 6,9 | 10,7 | 10,1 |100:94,4
+ kleinste | -- | 6,0 | 10,0 | 9,5 |
+ | | | | |
+ Dryopithecus Fontani }| -- |{ 5 [g]}| 12,0 | 10,5 |100:87,5
+ Lartet (Saint Gaudens) }| |{ 6 [e]}| | |
+ Isolierter Zahn derselben}| -- |{ 6 [g]}| 11,5 | 10,5 |100:91,3
+ Species, wenig abgekaut}| |{ 6 [e]}| | |
+ Dryopithecus rhenanus | | | | |
+ Pohlig sp. | | | | |
+ BRANCO, Taf. II, Fig. 1 | | | | |
+ [XXXIII.] | -- | -- | 13,1 | 11,0 |100:84,0
+ 5 | -- | -- | 11,8 | 9,8 |100:83,0
+ 6 | -- | -- | 11,0 | 9,3 |100:84,5
+ nicht abgebildet | -- | -- | 11,0 | 9,2 |100:83,5
+ Chimpanse | -- | -- | 12,0 | 11,2 |100:93,3
+ Orang | -- | -- | 15,5 | 13,9 |100:90,0
+ Gorilla | -- | -- | 16,0 | 14,6 |100:91,3
+ Hylobates leuciscus | -- | -- | 6,7 | 5,6 |100:83,6
+ » » | -- | -- | 6,6 | 6,0 |100:90,9
+ » syndactylus | -- | -- | 8,5 | 7,0 |100:82,3
+ | | | | |
+ $M 3 inf.$ | | | | |
+ (Fig. 22 u. 23) | | | | |
+ | | | | |
+ Homo Heidelbergensis dext.| -- | 5,3[a]| 12,2 | 10,9 |100:89,3
+ » » sin. | -- | 5,1[b]| 11,5 | 11,3 |100:98,3
+ Krapina im Gebrauch | | | | |
+ gewesen |21,0-24,5| 6,8-7,6|11,1-13,6|10,0- |100:96,1
+ | |[XXXIV.]| | 11,0|[XXXV.]
+ Spy I | -- | 5,5 | 11,0 | 11,0 |100:100
+ » II | -- | 7-7,5 |11,0-12,0|11,0- |
+ | | | | 12,0|100:100
+ Ochos sin.[XXXVI.] | -- | -- | 12,0 | 12,0 |100:100
+ Recenter Europäer | | | | |
+ nach BLACK größte | -- | 8,0 | 12,0 | 10,5 |
+ mittel | -- | 6,7 | 10,7 | 9,8 |100:91,6
+ kleinste | -- | 6,0 | 8,0 | 9,0 |
+ Dryopithecus Fontani }| -- |{ 6[g] }| 11,5 | 10,5 |100:91,3
+ Lartet (Saint Gaudens) }| |{ 6[e] }| | |
+ Isolierter Zahn derselb. }| -- |{ 6[g] }| 11,5 | 10,5 |100:91,3
+ Species, nur wenig }| | }|[XXXVII.]| |
+ abgekaut }| |{6,75 }| | |
+ }| | [e]}| | |
+ Anthropodus Brancoi | | | | |
+ Schlosser n. g. | | | | |
+ (-- Neopithecus | | | | |
+ Abel n. g.)[XXXVIII.] | -- | -- | 10,5 | 8,25 |100:78,6
+ Orang | -- | -- | 14,6 | 12,8 |100:87,7
+ Gorilla | -- | -- | 16,2 | 14,0 |100:86,4
+ Hylobates leuciscus | -- | -- | 5,9 | 5,2 |100:88,1
+ » » | -- | -- | 5,1 | 5,7 |100:
+ | | | | | 111,0
+ » syndactylus | -- | -- | 8,7 | 6,9 |100:79,3
+ -------------------------------------------------------------------------
+
+ [a] mäßig stark
+ [b] stark abgekaut
+ [c] sehr stark abgekaut
+ [d] labial
+ [e] lingual
+ [g] buccal
+
+
+ [XXX.] Nach GORJANOVIĆ-KRAMBERGER, Mitt. d. anthropolog. Ges. in
+ Wien 1901 S. 195. Auf S. 190 sind folgende Maße eines anderen M 1 inf.
+ von Krapina mitgeteilt: Längsdurchmesser 13,4 mm und Querdurchmesser
+ 12,3 mm. Bei diesem verhält sich also die Breite zur Dicke wie
+ 100:91,8.
+
+ [XXXI.] Nach A. NEHRING, Zeitschr. f. Ethnologie 1895 Verh. S. 577.
+
+ [XXXII.] Siehe Anmerkung vorige Seite.
+
+ [XXXIII.] Die in Fig. 1 u. 6 von W. BRANCO abgebildeten und als M 2
+ bezeichneten Zähne können nach M. SCHLOSSER, Beiträge zur Kenntnis der
+ Säugetiere aus den süddeutschen Bohnerzen S. 11, auch M 3 sein.
+
+ [XXXIV.] Diese Zahl fehlt bei GORJANOVIĆ-KRAMBERGER, Der diluviale
+ Mensch von Krapina, in der Übersicht S. 203; sie findet sich aber S.
+ 200.
+
+ [XXXV.] Nach GORJANOVIĆ-KRAMBERGER, Mitt. d. anthrop. Ges. Wien
+ 1901, S. 193.
+
+ [XXXVI.] M 3 dext. fehlt bei dem Unterkiefer von Ochos.
+
+ [XXXVII.] Es fehlt ein kleiner Splitter am Schmelz, doch ließ sich das
+ Maß noch ermitteln.
+
+ [XXXVIII.] Die Maße nach gütiger brieflicher Mitteilung von Prof. E.
+ KOKEN, Tübingen.
+
+
+
+
+ III. Die Höcker der Molaren.
+
+
+Die =Anzahl der Höcker der Molaren= des Heidelberger Unterkiefers sind
+schon in der Beschreibung der einzelnen Zähne angegeben. Sie werden hier
+der Übersicht halber nochmals zusammengestellt:
+
+ M 1 M 2 M 3
+ Rechts 5 5? 5
+ Links 5 5 ?
+
+Ich habe schon die Gründe aufgeführt, weshalb ich es für wahrscheinlich
+halte, daß Heidelberg M 2 dext. ebenfalls fünfhöckerig ist. -- Bei den
+Unterkiefern von Spy und Ochos sind diese Verhältnisse infolge der
+starken Abnutzung der Kaufläche nicht genügend zu erkennen. Dagegen war
+es möglich, an den Zähnen des Krapinamenschen wertvolle Beobachtungen
+anzustellen, die GORJANOVIĆ-KRAMBERGER in seiner Monographie S. 194
+und 200, sowie im Anatomischen Anzeiger 1907 S. 100-103 veröffentlicht
+und bezüglich der unteren Molaren in folgende Tabelle zusammengefaßt
+hat:
+
+ M 1 M 2 M 3
+ Anzahl Anzahl
+ der Zähne Höcker der Zähne Höcker
+ 9 5 1 5 Variabel oder
+ 2 4½ 5 4½ die Krone
+ 1 4 5 4 stark gefurcht.
+
+Über die =Anzahl der Höcker der Molaren bei den recenten Menschenrassen=
+finden sich in der Literatur zahlreiche Angaben. Aus den von M. DE TERRA,
+Beiträge zu einer Odontographie der Menschenrassen, S. 136, aufgestellten
+Tabellen seien hier nur einige Zahlen angeführt, die auf den
+Fünfhöckertypus Bezug haben:
+
+ =Molaren mit fünf Höckern haben=:
+ -------------------------------------------------------------------------
+ |Anzahl| M 1 |Anzahl| M 2 |Anzahl| M 3
+ | der | % | der | % | der | %
+ |Zähne | |Zähne | |Zähne |
+ ------------------------------+------+--------+------+------+------+-----
+ Prähistorischer Schweizer | 26 | 88,4 | 26 | 7,69 | 17 |64,7
+ Recente Europäer | 26 | 88,4 | 31 | 6,25 | 31 |38,7
+ Nordamerikanische Indianer | 8 | 8mal | 8 | 6mal | 5 |5mal
+ | |[XXXIX.]| | | |
+ Südamerik. Indianer (Peruaner)| 12 | 12mal | 8 | 4mal | 4 |4mal
+ Negroide Afrikaner | 108 | 93,4 | 104 | 33,6 | 95 |68,4
+ Nicht negroide Afrikaner | 71 | 81,6 | 76 | 14,5 | 61 |47,37
+ Malaien | 49 | 100,0 | 46 | 26,1 | 43 |67,4
+ Chinesen | 26 | 88,4 | 24 | 25,0 | 25 |60,0
+ Papua | 18 | 83,3 | 20 | 30,0 | 14 |85,7
+ Australier | 15 | 100,0 | 15 | 73,3 | 9 |66,6
+
+ [XXXIX.] DE TERRA hat hier wegen der geringen Anzahl der zur Verfügung
+ gewesenen Zähne den Prozentsatz nicht ausgerechnet.
+
+
+
+
+ IV. Die Pulpahöhlen.
+
+
+Es sollen nun noch die offen liegenden =Pulpahöhlen= der auf Taf. VIII,
+Fig. 23 abgebildeten linken Unterkieferhälfte des Homo Heidelbergensis
+einer Betrachtung unterzogen werden: Bei P 1 verläuft die Bruchfläche
+auf der lingualen Seite horizontal, auf der buccalen senkt sie sich
+schräg nach unten, so daß das Cavum dentis schräg durchschnitten ist.
+Man kann aber noch die Gestalt desselben in der Horizontale an der
+Grenze zwischen Wurzel und Krone rekonstruieren, die ein linguobuccal
+3,5 mm langes und mesiodistal 1,9 mm breites Oval darstellt, das einem
+Ameisenpuppenkokon in der Form ähnelt. Die Krone von P 2 ist horizontal
+abgeschlagen. Der ähnlich wie bei P 1 gestaltete Durchschnitt mißt
+linguobuccal 4,0 mm, mesiodistal 2,0 mm. Die Stärke der Wandung schwankt
+zwischen 2,0-2,5 mm.
+
+Von den beiden Molaren sind die Kronen ebenfalls nahezu horizontal
+abgetrennt. Die linguale und buccale Wand der Pulpenkammern sind nahezu
+geradlinig und parallel zueinander. Bei M 1 zeigt die mesiale Wand eine
+distalwärts, also in das Innere des Cavum dentis gerichtete Biegung,
+während die gegenüberliegende Wand distalwärts nach außen gebogen ist.
+Infolgedessen vollzieht sich innerhalb der Zahnhöhle der Übergang in die
+Parallelwände bei der mesialen Wand in einem spitzen Winkel, bei der
+distalen stumpfwinkelig. Außerhalb der Pulpenkammer sind die Ecken
+abgerundet. Im Querschnitt zeigt diese mesiodistal gemessen 4,3 mm,
+linguobuccal sogar 4,8 mm. Die Dicke der Wandung schwankt zwischen 2,1
+und 2,2 mm.
+
+Der Boden der Pulpenkammer ist unregelmäßig höckerig. Es läßt sich nicht
+entscheiden, inwieweit fremde Ablagerungen auf demselben stattgefunden
+haben. Die Eingänge zu den Wurzelkanälen sind nicht ordentlich
+erkennbar. Das Dach der Pulpenhöhle zeigt, von unten betrachtet, wie
+bereits erwähnt, fünf der Kaufläche zugewendete Ausstülpungen, die den
+Höckern entsprechen und von einer kreuzförmigen Erhebung umgeben sind.
+
+Bei M 2 verläuft die mesiale Wand der Pulpenkammer geradlinig, während
+die gegenüberliegende distalwärts gleichmäßig gewölbt ist. Der Übergang
+von der mesialen Wand in die Parallelwände vollzieht sich daher in einem
+leicht abgerundeten rechten Winkel, während die distale Wand mit den
+Parallelwänden einen Rundbogen bildet. Diese zeigen entsprechend der
+Wurzelteilung in der Mitte eine leichte Einsenkung, die auf der buccalen
+Seite nach unten hin zu verfolgen ist, ähnlich wie bei M 1. Der
+Pulpenboden läßt deutlich traubenförmig aufgelagerte mineralische
+Bestandteile erkennen. Von unten betrachtet zeigt das Pulpenkammerdach
+die bereits erwähnten, den Höckern entsprechenden fünf Ausstülpungen,
+die wie bei M 1 von einer kreuzförmigen Erhebung umgeben sind. Im
+Querschnitt mißt das Cavum dentis mesiodistal 6,3 mm und linguobuccal
+5,7 mm. Die Dicke der Wandung schwankt zwischen 1,8 und 2,4 mm.
+
+=Maßangaben des Querschnittes der Pulpahöhle und der Dentinwand an der
+Grenze zwischen Wurzel und Krone (Kronenbasis) beim Unterkiefer des Homo
+Heidelbergensis und des recenten Europäers=.
+
+
+ Spaltenüberschriften:
+ [A] Durchmesser der Pulpahöhle
+ [B] Dicke der Wandung
+
+ -----------------------------------------------------------------------
+ | Erster | Zweiter | Erster | Zweiter
+ | unterer | unterer | unterer | unterer
+ | Prämolar | Prämolar | Molar | Molar
+ ----------------------+-----------+-----------+-------------+------------
+ | [A] | [B] | [A] | [B] | [A] | [B] | [A] | [B]
+ ----------------------+-----+-----+-----+-----+-------+-----+-----+------
+ =Homo Heidelbergensis=| | | | | | | |
+ Linguobuccal. |3,5 |2,5 |4,0 |2,1 | 4,8 |2,2 |5,7 |2,4
+ Mesiodistal. |1,9 |2,0 |2,0 |2,0 | 4,3 |2,1 |6,3 |1,8
+ =Rec. Europäer=[XL.] | | | | | | | |
+ 6-14 Jahre | -- | -- | -- | -- | 4,087 |1,687|4,000|1,700
+ | | | | | [XLI.]| | |
+ 17-23 » |2,260|2,160|2,475|2,087| 4,125 |2,012|3,900|2,037
+ | | | | |[XLII.]| | |
+ 23-32 » |2,412|2,200|2,550|2,171| 3,750 |2,200|4,275|2,087
+ 32-43 » |1,940|2,340|2,120|2,086| 3,625 |2,300|3,685|2,157
+ 44-52 » |2,050|2,200|2,166|2,133| -- | -- |3,933|2,300
+ 53-66 » |1,850|2,100|2,300|2,166| -- | -- |3,760|2,500
+
+ [XL.] Diese Zahlen geben das arithmetische Mittel an, das von K. TRUEB
+ aus Einzelmaßen (jeweils bis zu acht) an Schliffpräparaten gewonnen
+ wurde, wie solche auch J. SZABÓ für seine Arbeit »Die Größenverhältnisse
+ des Cavum pulpae nach Altersstufen«, Österr. ungar. Vierteljahrsschrift
+ für Zahnheilkunde, Wien 1901, verwendet hat. Die von TRUEB benutzten
+ Zähne wurden in dem unter Leitung von Prof. PORT stehenden
+ zahnärztlichen Institut der Universität Heidelberg extrahiert.
+
+ [XLI.] 6-9 Jahre.
+
+ [XLII.] 11-14 Jahre.
+
+
+
+
+ V. Röntgenbilder.
+
+
+Auf Taf. IX sind in Fig. 32 und 36 =Röntgenbilder= der rechten und linken
+Unterkieferhälfte des Homo Heidelbergensis wiedergegeben, denen zum
+Vergleich in Fig. 39 und 40 die mittels Röntgenstrahlen durchleuchteten
+Kieferhälften eines recenten Europäers beigefügt sind, der annähernd
+dasselbe Lebensalter erreicht hat, wie das Individuum von Heidelberg. Da
+bei der bedeutenden Dicke des Unterkieferkörpers des letzteren die
+Wurzeln der Molaren nicht deutlich genug hervortreten, so wurden die
+betreffenden Stellen nochmals durchleuchtet. Von diesen Aufnahmen, sowie
+von denjenigen der Incisiven bringen Fig. 33, 34, 35, 37 und 38 eine
+Reproduktion.
+
+Der in der Seitenansicht sehr breite Wurzelkanal der =Incisivi= (Fig. 34,
+35 und 38) zeigt am untersten Viertel eine Verbreiterung mit einer
+centralen Einlagerung, so daß es den Anschein hat, als ob sich der Kanal
+gabelt. In der Vorderansicht verschwindet die Erscheinung durch Deckung.
+
+Die =Canini= zeigen auch im Wurzelteil einen sehr breiten Kanal, der indes
+keine Andeutung einer Gabelung aufweist. Bei einem Vergleich mit Fig. 39
+tritt der beträchtliche Unterschied in der Weite der Pulpahöhle und des
+Wurzelkanals sehr deutlich hervor.
+
+Was die =Praemolares= und =Molares= unseres Fossils anbelangt, so verweisen
+wir bezüglich der Weite der Pulpahöhlen auf die von uns angeführten Maße
+von P 1 und 2, sowie M 1 und 2 der linken Kieferhälfte. Bei der
+Betrachtung des Röntgenbildes ergibt sich, daß P 1 sin. (Fig. 36) an der
+Grenze zwischen dem oberen und zweiten Drittel der Wurzel eine
+Einlagerung zeigt, welche den Wurzelkanal in zwei Teile zu trennen
+scheint. Diese Gabelung läßt sich ziemlich weit nach unten verfolgen,
+wird dann aber undeutlich. Bei P 1 dext. (Fig. 32) findet man die
+gleiche Einlagerung, aber erst in der Mitte der Wurzel beginnend. Bei
+den beiden zweiten Prämolaren ist diese Erscheinung auf dem Röntgenbilde
+nicht zu beobachten.
+
+Während bei den =ersten und zweiten Molaren= die beiden Wurzelspitzen
+(Fig. 32, 33, 36 und 37) ziemlich parallel verlaufen mit einer distal
+gerichteten Krümmung, divergieren sie nicht unbedeutend bei M 3: die
+vordere steht ziemlich senkrecht, die hintere ist distalwärts gebogen.
+Die Wurzelspitzen sind vom Canalis alveolaris bei M 1 beträchtlich weit
+entfernt, bei M 2 kommen sie dem Kanal bedeutend näher -- es ist jedoch
+immer noch eine Spongiosaschicht zwischen Wurzelspitze und Kanal zu
+erkennen --, bei M 3 ragen sie Fig. 33 und 37 zufolge in den Kanal
+hinein. Ob dies jedoch wirklich der Fall ist, oder ob nicht vielmehr
+durch die Projektion bloß der Anschein, daß dem so sei, erweckt wird,
+entzieht sich exakter Entscheidung.
+
+
+
+
+ Literatur.
+
+
+ 1. ADLOFF, P., Zur Frage nach der Entstehung der heutigen
+ Säugetierzahnformen. Zeitschr. f. Morphologie u. Anthropologie,
+ Bd. V. Heft 2. 1902.
+
+ 2. -- Einige Besonderheiten des menschlichen Gebisses u. ihre
+ stammesgeschichtliche Bedeutung. Zeitschr. f. Morphologie u.
+ Anthropologie, Bd. X. Heft 1. 1906.
+
+ 3. -- Die Zähne des Homo primigenius von Krapina und ihre Bedeutung für
+ die systematische Stellung desselben. Zeitschr. f. Morphologie u.
+ Anthropologie, Bd. X. Heft 2. 1907.
+
+ 4. -- Ausgestorbene Menschenaffen und ihre Beziehungen zum Menschen.
+ Schriften d. physik.-ökonom. Ges. zu Königsberg i. Pr., XLVIII.
+ Jahrg. 1907.
+
+ 5. ANDREAE, A., Der Diluvialsand von Hangenbieten im Unter-Elsaß, seine
+ geolog. u. paläontolog. Verhältnisse u. Vergleich seiner Fauna mit
+ der recenten Fauna des Elsaß. (Abh. z. geolog. Specialkarte von
+ Elsaß-Lothringen, Bd. IV. Heft II.) Straßburg 1884.
+
+ 6. BAUME, R., Odontologische Forschungen. I. Teil. Versuch einer
+ Entwicklungsgeschichte des Gebisses. Leipzig 1882.
+
+ 7. -- Die Kieferfragmente von La Naulette und aus der Schipkahöhle als
+ Merkmale für die Existenz inferiorer Menschenrassen in der
+ Diluvialzeit. Leipzig 1883.
+
+ 8. BENECKE, W., Lagerung u. Zusammensetzung des geschichteten Gebirges
+ am südlichen Abhang des Odenwaldes. Heidelberg 1869.
+
+ 9. BENECKE, E. W. u. COHEN, E., Geognostische Beschreibung der Umgegend
+ von Heidelberg, zugleich als Erläuterungen zur geognostischen Karte
+ der Umgegend von Heidelberg (Sektionen Heidelberg u. Sinsheim).
+ Straßburg 1879.
+
+ 10. BLACK, G. V., Descriptive anatomy of the human teeth, Philadelphia
+ (Jahreszahl ?), zitiert von A. GYSI, Die geometrische Konstruktion
+ eines menschlichen, obern, bleibenden, normalen Gebisses mittlerer
+ Größe. Schweiz. Vierteljahrsschrift, Bd. V. No. 1. 1895.
+
+ 11. BRANCO, W., Die menschenähnlichen Zähne aus dem Bohnerz der
+ schwäbischen Alb. II. Teil: Art u. Ursache der Reduktion der Gebisse
+ bei Säugern. Programm der württemb. landwirtschaftl. Akademie
+ Hohenheim. Stuttgart 1897.
+
+ 12. -- Die menschenähnlichen Zähne aus dem Bohnerz der schwäbischen Alb.
+ I. Teil: Jahreshefte des Vereins f. vaterländ. Naturkunde in
+ Württemberg 1898.
+
+ 13. BRAUN, A., Vergleichende Zusammenstellung der lebenden u. diluvialen
+ Molluskenfauna des Rheintals mit der tertiären des Mainzer Beckens.
+ Bericht über die 20. Vers. der Ges. deutscher Naturforscher u. Ärzte
+ zu Mainz 1842. S. 142.
+
+ 14. COPE, E. D., On lemurine reversion in human dentition. The American
+ Naturalist. Vol. XX, 1886.
+
+ 15. DUPONT, E., Etudes sur les fossiles scientifiques exécutées pendant
+ l'hiver de 1865-1866 dans les cavernes des bords de la Lesse. Bull.
+ Acad. Roy. Belgique, 1866.
+
+ 16. -- Etude sur cinq cavernes de la Lesse et le ravin de Famignoul
+ pendant l'été de 1866. Bull. Acad. Roy. Belgique, 1867.
+
+ 17. -- L'homme pendant les âges de la pierre dans les environs de Dinant
+ sur Meuse. Bruxelles, 2 édit. 1872.
+
+ 18. FRAIPONT, J. u. LOHEST, M., Recherches ethnographiques sur des
+ ossements humains, découverts dans des dépôts quaternaires d'une
+ grotte à Spy et détermination de leur âge géologique. Archives de
+ Biologie. Bd. VII. Heft 3. 1887.
+
+ 19. GAUDRY, A., Le Dryopithèque. Mémoires de la soc. géol. de France.
+ Paléontologie 1890.
+
+ 20. -- Sur la similitude des dents de l'homme et de quelques animaux.
+ L'Anthropologie. XII. 1901.
+
+ 21. -- Contribution à l'histoire des hommes fossiles. L'Anthropologie.
+ XIV. 1903.
+
+ 22. GORJANOVIĆ-KRAMBERGER, Der paläolithische Mensch u. seine
+ Zeitgenossen aus dem Diluvium von Krapina in Kroatien, Vortrag;
+ Mitt. d. anthrop. Ges. Wien (Sitzungsbericht). Bd. XXIX. 1889.
+
+ 23. -- Der diluviale Mensch aus Krapina in Kroatien. Mitt. d. anthrop.
+ Ges. in Wien. Bd. XXX. 1900.
+
+ 24. -- Der paläolithische Mensch u. seine Zeitgenossen aus dem Diluvium
+ von Krapina in Kroatien. Mitt. d. anthrop. Ges. Wien. Bd. XXXI.
+ 1901. S. 164-197.
+
+ 25. -- Der paläolithische Mensch u. seine Zeitgenossen aus dem Diluvium
+ von Krapina in Kroatien. Nachtrag als II. Teil. Mitt. d. anthrop.
+ Ges. Wien. Bd. XXXII. 1902. S. 189-216.
+
+ 26. -- Der paläolithische Mensch u. seine Zeitgenossen aus dem Diluvium
+ von Krapina in Kroatien. Zweiter Nachtrag als III. Teil. Mitt. d.
+ anthropolog. Ges. Wien. Bd. XXXIV. 1904. S. 187-199.
+
+ 27. -- Die Variationen am Skelette der altdiluvialen Menschen. Vortrag,
+ gehalten auf der Wanderversammlung der Wiener anthropolog.
+ Gesellschaft in Agram am 22. Mai 1904.
+
+ 28. -- Der paläolithische Mensch u. seine Zeitgenossen aus dem Diluvium
+ von Krapina in Kroatien. Dritter Nachtrag als IV. Teil. Mitt. d.
+ anthrop. Ges. Wien 1905. S. 197-229.
+
+ 29. -- Der diluviale Mensch von Krapina u. sein Verhältnis zum Menschen
+ von Neandertal u. Spy. Biologisches Zentralblatt. Bd. XXV. 1905.
+ Nr. 23 u. 24.
+
+ 30. -- Der diluviale Mensch von Krapina in Kroatien. Ein Beitrag zur
+ Paläoanthropologie. Studien über die Entwicklungsmechanik des
+ Primatenskelettes mit bes. Berücksichtigung der Anthropologie u.
+ Deszendenzlehre, herausg. von O. WALKHOFF. II. Lieferung. Wiesbaden
+ 1906.
+
+ 31. -- Die Kronen u. Wurzeln der Mahlzähne des Homo primigenius und ihre
+ genetische Bedeutung. Anatom. Anzeiger. XXXI. Band. Nr. 4 u. 5.
+ 1907.
+
+ 32. -- 1906. Der Unterkiefer von Ochos aus Mähren und sein Verhältnis zu
+ den Unterkiefern des Homo primigenius. Referat Geolog. Zentralbl.
+ 1907. Bd. IX. S. 93.
+
+ 33. -- Bemerkungen zu ADLOFF. »Die Zähne des Homo primigenius von
+ Krapina«. Anatom. Anzeiger. XXXII. Bd. Nr. 6 u. 7. 1908. S. 145-156.
+
+ 34. HAHNE, H. u. WÜST, E., Die paläolithischen Fundschichten und Funde
+ der Gegend von Weimar. Vorläufige Mitteilung. Centralbl. f. Min.,
+ Geol. u. Paläontologie. 1908. S. 197-210.
+
+ 35. HARLÉ, EDOUARD, Une mâchoire de dryopithèque. Bull. Soc. géolog. de
+ France. 1898. p. 377.
+
+ 36. -- Nouvelles pièces de dryopithèque et quelques coquilles de
+ Saint-Gaudens (Haute Garonne). Bull. Soc. géolog. de France. 1899.
+ p. 304.
+
+ 37. KINKELIN, F., Der Pliocänsee des Rhein- u. Maintales u. die
+ ehemaligen Mainläufe, ein Beitrag zur Kenntnis der Pliocän- u.
+ Diluvial-Zeit des westlichen Mitteldeutschlands. Ber. ü. d.
+ Senckenbergische naturforschende Gesellschaft, Frankfurt a./M.
+ 1888/89. 161 S.
+
+ 38. -- Die Tertiär- u. Diluvial-Bildungen des Untermaintales, der
+ Wetterau u. d. Südabhanges des Taunus, herausg. v. d. K. Preuß.
+ geolog. Landesanstalt. Berlin 1892. 302 S.
+
+ 39. KLAATSCH, H., Die Stellung des Menschen in der Primatenreihe und der
+ Modus seiner Hervorbringung aus einer niederen Form. Korr.-Bl. d.
+ deutsch. Ges. f. Anthrop., Ethn. u. Urgesch. 1899.
+
+ 40. -- Die fossilen Knochenreste des Menschen und ihre Bedeutung für das
+ Abstammungs-Problem. MERKEL u. BONNET, Ergebnisse der Anatomie u.
+ Entwicklungsgeschichte. IX. Band. 1899. Wiesbaden 1900.
+
+ 41. -- Über die Ausprägung der spezifisch menschlichen Merkmale in
+ unserer Vorfahrenreihe. Korr.-Bl. d. Deutsch. anthropolog. Ges.
+ Nr. 10. 1901.
+
+ 42. -- Entstehung u. Entwicklung des Menschengeschlechts. Weltall u.
+ Menschheit, herausg. v. H. KRÄMER. Bd. II. 1902.
+
+ 43. -- Anthropolog. u. paläolith. Ergebnisse einer Studienreise durch
+ Deutschland, Belgien und Frankreich. Zeitschr. f. Ethnol. 1903.
+
+ 44. -- Bericht über einen anthropolog. Streifzug nach London u. auf das
+ Plateau von Süd-England. Zeitschr. f. Ethnol. 1903.
+
+ 45. -- Die Fortschritte der Lehre von den fossilen Knochenresten des
+ Menschen in den Jahren 1900 bis 1903. MERKEL u. BONNET, Ergebnisse
+ der Anatomie u. Entwicklungsgeschichte. Bd. XII. 1903.
+
+ 46. -- Schlußbericht über meine Reise nach Australien in den Jahren
+ 1904-7. Zeitschr. f. Ethnol. 1907.
+
+ 47. -- Das Gesichtsskelett der Neandertalrasse und der Australier. Verh.
+ d. anatom. Ges. auf der 22. Vers. in Berlin 1908.
+
+ 48. -- Cranio-Morphologie u. Cranio-Trigonometrie. Vortrag, gehalten auf
+ der XXXIX. allgem. Vers. d. Deutschen anthropolog. Ges. in
+ Frankfurt a. M., Korr.-Bl. d. Deutschen Gesellschaft f.
+ Anthropologie, Ethnologie u. Urgeschichte, 1908.
+
+ 49. LE DOUBLE, Traité des variations des os du crâne de l'homme et de
+ leur signification au point de vue de l'anthropologie zoologique.
+ Paris 1903.
+
+ 50. MEYER, H. v., Über fossile Reste von Ochsen. Nova acta Acad.
+ Leopold. Carol. XVII. Halle 1835.
+
+ 51. -- Mitteilungen an Prof. BRONN. Neues Jahrb. f. Min. 1842 S. 583 u.
+ 1843, S. 579.
+
+ 52. -- Die diluvialen Rhinoceros-Arten, Palaeontographica. 1864. Bd. XI.
+
+ 53. MÖLLER, H., Über Elephas antiquus Falc. u. Rhinoceros Merckii als
+ Jagdtiere des altdiluvialen Menschen in Thüringen und über das erste
+ Auftreten des Menschen in Europa. Zeitschr. f. Naturwissenschaft.
+ Jena 1900.
+
+ 54. MORTILLET, G. DE, Le Préhistorique, Origine et antiquité de l'homme.
+ 2. éd. Paris 1885.
+
+ 55. MÜHLREITER, E., Anatomie des menschlichen Gebisses. Leipzig 1891.
+
+ 56. NEHRING, A., Übersicht über 24 mitteleuropäische Quartärfaunen.
+ Zeitschr. d. Deutschen geolog. Ges. 1880.
+
+ 57. -- Über einen fossilen Menschenzahn aus dem Diluvium von Taubach bei
+ Weimar. Zeitschr. f. Ethnologie 1905. Verh. S. 338.
+
+ 58. -- Über einen diluvialen Kinderzahn von Predmost in Mähren unter
+ Bezugnahme auf den schon früher beschriebenen Kinderzahn aus dem
+ Diluvium von Taubach bei Weimar. Zeitschr. f. Ethnologie 1905. Verh.
+ S. 425.
+
+ 59. -- Über einen menschlichen Molar aus dem Diluvium von Taubach bei
+ Weimar. Zeitschr. f. Ethnologie 1905. Verh. S. 573.
+
+ 60. PAGENSTECHER, A., Studien zum Ursprung des Rindes, mit einer
+ Beschreibung der fossilen Rinderreste des Heidelberger Museums.
+ FRÜHLINGS landwirtschaftliche Zeitung. XXVII. II. Heft. Jahrg. 1878.
+
+ 61. POHLIG, H., Dentition u. Kraniologie des Elephas antiquus Falc. mit
+ Beiträgen über Elephas primigenius Blum. u. Elephas meridionalis
+ Nesti. Nova acta Acad. Leopold. Carol. LIII. u. LVII. Halle 1889 u.
+ 1892.
+
+ 62. -- Die Cerviden des thüringischen Diluvial-Travertines mit Beiträgen
+ über andere diluviale und über recente Hirschformen.
+ Palaeontographica XXXIX. Stuttgart 1892.
+
+ 63. PORTIS, A., Über die Osteologie von Rhinoceros Merckii Jaeg. u. über
+ die diluviale Säugetierfauna von Taubach bei Weimar.
+ Palaeontographica. Bd. XXV. 1878.
+
+ 64. REICHENAU, W. v., Über eine neue fossile Bären-Art Ursus Deningeri
+ mihi aus den fluviatilen Sanden von Mosbach. Jahrb. d. Nassauischen
+ Vereins f. Naturk. Jahrg. 75. 1904. S. 1-11.
+
+ 65. -- Beiträge zur näheren Kenntnis der Carnivoren aus den Sanden von
+ Mauer und Mosbach, Abh. d. Großh. Hessischen geologischen
+ Landesanstalt, Bd. IV. Heft 2. Darmstadt 1906. S. 185-313.
+
+ 66. RÖSE, C., Über die Entstehung u. Formenveränderungen der
+ menschlichen Molaren. Anatomischer Anzeiger. Jena 1892. S. 392-421.
+
+ 67. RÜTIMEYER, L., Die Fauna der Pfahlbauten. Neue Denkschr. d. schweiz.
+ naturf. Ges. XIX. Zürich 1862.
+
+ 68. RZEHAK, A., Der Unterkiefer von Ochos. Ein Beitrag zur Kenntnis des
+ altdiluvialen Menschen. Verh. d. naturf. Ver. Brünn. XLIV. Bd. 1906.
+
+ 69. SANDBERGER, C. L. F., Die Land- u. Süßwasser-Conchylien der Vorwelt.
+ Wiesbaden 1870/75.
+
+ 70. SAUER, A., Erläuterungen zu Blatt Neckargemünd Nr. 32 d. geolog.
+ Spezialkarte d. Großherzogtums Baden, herausg. v. d. Gr. Bad.
+ geolog. Landesanstalt. Heidelberg 1898.
+
+ 71. SCHEFF, JUL. jun., Über das Rudimentärwerden des Weisheitszahnes,
+ Wiener medizin. Presse Nr. 37, 1887.
+
+ 72. SCHLOSSER, M., Die neueste Literatur über die ausgestorbenen
+ Anthropomorphen. Zoolog. Anzeiger. XXIII. Bd. Nr. 616. Leipzig 1900.
+
+ 73. -- Die menschenähnlichen Zähne aus dem Bohnerz der schwäbischen Alb.
+ Zoolog. Anzeiger. XXIV. Bd. Nr. 643. Leipzig 1901.
+
+ 74. -- Beiträge zur Kenntnis der Säugetierreste aus den süddeutschen
+ Bohnerzen. Geol. u. paläontolog. Abh., herausg. von E. KOKEN. N. F.
+ Bd. V. Heft 3. Jena 1902.
+
+ 75. SCHOETENSACK, O., Diluvial-Funde von Taubach bei Weimar. Erste
+ Mitteilung über einen in dem dortigen Kalktuff aufgefundenen
+ menschlichen Milchbackenzahn. Zeitschr. f. Ethnologie. 1895. Verh.
+ S. 92 u. 338.
+
+ 76. -- Die neolithische Niederlassung bei Heidelberg. Zeitschr. f.
+ Ethnologie 1899. Verh. S. 566 ff.
+
+ 77. -- Die Bedeutung Australiens für die Heranbildung des Menschen aus
+ einer niederen Form. Verh. d. naturhistor. medizin. Ver. Heidelberg
+ N. F. VII. Bd. 8. Heft. 1901 u. Zeitschr. f. Ethnol. 33. Jahrg.
+ 1901.
+
+ 78. -- Über paläolithische Funde in der Gegend von Heidelberg. Ber. d.
+ Oberrhein. geolog. Vereins. 35. Vers. zu Freiburg i./B. 1902.
+
+ 79. -- Beiträge zur Kenntnis der neolithischen Fauna Mitteleuropas mit
+ bes. Berücksichtigung der Funde am Mittelrhein. Verh. d. naturh.
+ medizin. Vereins zu Heidelberg. N. F. VIII. Bd. 1. Heft. 1904.
+
+ 80. SCHRÖDER, H., Revision der Mosbacher Säugetierfauna. Jahrb. d.
+ Nassauischen Vereins f. Naturkunde. Jahrg. 51. Wiesbaden 1898.
+
+ 81. -- Die Wirbeltierfauna des Mosbacher Sandes. I. Die Gattung
+ Rhinoceros. Abh. d. K. Preuß. Geol. Landesanstalt. N. F. Heft 18.
+ Berlin 1903.
+
+ 82. SCHWALBE, G., Über die spezifischen Merkmale des Neandertalschädels.
+ Verh. d. anatom. Ges. in Bonn 1901.
+
+ 83. -- Die Vorgeschichte des Menschen. Braunschweig 1904.
+
+ 84. -- Studien zur Vorgeschichte des Menschen. Sonderheft der
+ Zeitschrift für Anthropologie u. Morphologie. 1906.
+
+ 85. SCOTT, W. B., The evolution of the premolar teeth in the mammals.
+ Proc. of the Academy of nat. science of Philadelphia. 1892.
+
+ 86. SELENKA, E., Menschenaffen (Anthropomorphae), Studien über
+ Entwicklung u. Schädelbau. I. Lief.: Rassen, Schädel u. Bezahnung
+ des Orang-Utan. Wiesbaden 1898.
+
+ 87. -- Menschenaffen (Anthropomorphae), Studien über Entwickelung u.
+ Schädelbau. II. Lief.: Schädel des Gorilla u. Schimpanse. Wiesbaden
+ 1899.
+
+ 88. SZABÓ, J., Die Größenverhältnisse des Cavum pulpae nach
+ Altersstufen. Österr.-ungar. Vierteljahrsschrift für Zahnheilkunde.
+ 1900. S. 12-24.
+
+ 89. TERRA, M. DE, Mitteilungen zum Krapina-Fund unter besonderer
+ Berücksichtigung der Zähne. Schweiz. Vierteljahrsschrift f.
+ Zahnheilkunde. Bd. XIII. Nr. 1 u. 2. Zürich 1903.
+
+ 90. -- Beiträge zu einer Odontographie der Menschenrassen. Berlin 1905.
+
+ 91. -- Überblick über den heutigen Stand der Phylogenie des Menschen in
+ bezug auf die Zähne. Deutsche Monatsschrift für Zahnheilkunde.
+ Jahrg. XXIII. 1905.
+
+ 92. TǑRÖK, A. v., Grundzüge einer systematischen Kraniologie.
+ Stuttgart 1890.
+
+ 93. TOLDT, C., Über einige Struktur- u. Formverhältnisse des
+ menschlichen Unterkiefers. Corr.-Bl. d. Deutschen anthropolog. Ges.
+ Nr. 10. 1904.
+
+ 94. -- Die Ossicula und ihre Bedeutung für die Bildung des menschlichen
+ Kinnes. Sitzungsber. d. k. Akademie der Wissenschaften in Wien,
+ Mathem.-naturw. Klasse. Bd. CXIV. Abt. III. Juli 1905.
+
+ 95. TOPINARD, P., Les caractères simiens de la mâchoire de La Naulette.
+ Revue d'anthropologie. 3 Sér. I. 1886. p. 385-431.
+
+ 96. -- De l'évolution des molaires et prémolaires chez les primates et
+ en particulier chez l'homme. L'Anthropologie 1892. p. 641-710.
+
+ 97. TURNER, WM., An australian skull with three supernumerary upper
+ molar teeth. Journ. of Anatomy and Physiology. London. Vol. 34.
+ 1900.
+
+ 98. VIRCHOW, R., Der Kiefer aus der Schipka-Höhle und der Kiefer von
+ La Naulette. Zeitschr. f. Ethnol. 1882. S. 277-310.
+
+ 99. WALKHOFF, O., Der Unterkiefer der Anthropomorphen u. des Menschen in
+ seiner funktionellen Entwicklung u. Gestalt (Menschenaffen --
+ Anthropomorphae --, Studien über Entwicklung u. Schädelbau, herausg.
+ von E. SELENKA). Wiesbaden 1902.
+
+ 100. WEIDENREICH, FR., Die Bildung des Kinnes und seine angebliche
+ Beziehung zur Sprache. Anatom. Anzeiger. 1904. Nr. 21.
+
+ 101. WIEDERSHEIM, R., Der Bau des Menschen als Zeugnis für seine
+ Vergangenheit. Tübingen 1908.
+
+ 102. WÜST, E., Untersuchungen über das Pliocän u. das älteste Plistocän
+ Thüringens. Abh. d. Naturf. Ges. zu Halle. Bd. XXIII. 1901.
+
+ 103. -- Neues über die paläolithischen Fundstätten in der Gegend von
+ Weimar. S.-A. aus Zeitschr. f. Naturwissenschaften 1908.
+
+ 104. ZUCKERKANDL, E., Anatomie der Mundhöhle mit besonderer
+ Berücksichtigung der Zähne. Wien 1891.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Tafel I.
+
+
+ Ausschnitt aus der Geologischen Spezialkarte
+ des Großherzogtums Baden,
+ Blatt Neckargemünd.
+
+
+ Ausschnitte aus der Geologischen Spezialkarte des Großherzogtums Baden,
+ herausgegeben von der Großh. Badischen Geologischen Landesanstalt, Blatt
+ 32 (Neckargemünd). Maßstab von Fig. 1 1:50000, Fig. 2 1:25000.
+
+ =Erläuterung der Signaturen=[XLIII.]:
+
+ _a_, Jüngste Anschwemmungen der Haupt-
+ und Nebentäler (Mergel, Lehm, Sand) Jüngste Bildungen.
+
+ _dol_, Verschwemmter Löß des Gehänges Jungdiluviale
+ Aufschüttungen.
+
+ _dlo_, Jüngerer Löß }
+ _dle_, Jüngerer Lößlehm }
+ _dla_, Älterer Lößlehm } Mitteldiluviale
+ _dlu_, Älterer Löß } Aufschüttungen.
+ _dme_, Sande und Kiese des Elsenzgebietes }
+
+ =_dun_,= (=großpunktiert=) =Sande von Mauer= }
+ (alte Neckarkiese und Sande) } Altdiluviale
+ _du_, Höchstgelegene Buntsandsteinschotter } Aufschüttungen.
+
+ _km1_, Gipskeuper Mittlerer (bunter) Keuper.
+
+ _ku3_, Obere Dolomite und Tone }
+ _ku2_, Sandstein } Unterer (grauer) Keuper,
+ _ku1_, Untere Dolomite, Kalke und } Lettenkohlengruppe.
+ Schiefertone }
+
+ _mo2_, Nodosuskalk } Oberer (Haupt-)
+ _mo1_, Trochitenkalk } Muschelkalk.
+
+ _mm_, Dolomit, Zellenkalk und Mergel Mittlerer Muschelkalk.
+
+ _mu3_, Schichten der Myophoria }
+ orbicularis, oberer Wellenkalk }
+ _mu2_, Bank mit Spiriferina fragilis und } Unterer Muschelkalk.
+ hirsuta im Wellenkalk }
+ _mu1_, Wellendolomit }
+
+ _So_, Plattensandsteine einschließlich Röt Oberer Buntsandstein.
+
+ _Sm_, (eng schraffiert) Oberer }
+ Conglomerathorizont und hangende }
+ Schichten }
+ _Sm_, (mit kleinen Kreisen) Horizont }
+ des Kugelsandsteines und } Mittlerer Buntsandstein.
+ geröllfreier Hauptbuntsandstein }
+ _Sm_, (weit schraffiert) }
+ Pseudomorphosensandstein }
+
+ [XLIII.] Auf Fig. 1 nur mit einem Vergrößerungsglase lesbar.
+
+[Illustration: Tafel I.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel II.
+
+
+ Lageplan und photographische Abbildung der Sandgrube.
+
+
+ Fig. 3. Lageplan über den Fundort des menschlichen Unterkiefers im Gewann
+ Grafenrain, Grundstück No. 789, Gemarkung Mauer, Amtsbezirk
+ Heidelberg. Maßstab 1:3000.
+
+ Fig. 4. Photographische Aufnahme der Nord 26 West gerichteten Wand der
+ Sandgrube im Grafenrain. Der menschliche Unterkiefer wurde an der
+ mit einem × bezeichneten Stelle 24,10 m unter der Oberkante
+ gefunden.
+
+
+[Illustration: Tafel II.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel III.
+
+
+ Geologisches Profil der Sandgrube.
+
+
+ Fig. 5. Geologisches Profil der Sandgrube im Grafenrain, Gemarkung Mauer,
+ Amtsbezirk Heidelberg.
+
+Die Fundstelle des menschlichen Unterkiefers in der Schicht 4 24,10 m unter
+der Oberkante und 0,87 m über der Grubensohle, ist mit einem × bezeichnet.
+
+[Illustration: Tafel III.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel IV.
+
+
+ Elephas antiquus Falc. adult.
+
+
+ Fig. 6. Mesialer Teil der linken Unterkieferhälfte von Elephas antiquus
+ Falc. Während der erste Molar die typisch rautenförmigen Schmelzfiguren
+ der Kaufläche erkennen läßt, steckt der zweite zum Teil noch in der
+ Alveole. (Geologisch-paläontolog. Institut der Univ. Heidelberg.)
+
+ Fig. 7. Schädelfragment nebst Unterkiefer von Elephas antiquus Falc., von
+ dem in Fig. 8 die Kaufläche des oberen zweiten Molaren nebst Rest des
+ ersten und in Fig. 9 die Kaufläche des zweiten unteren Molaren nebst Rest
+ des ersten abgebildet ist. Nur der linke Incisivus gelangte bei diesem
+ Individuum zur Ausbildung; der rechte ist sehr früh ausgefallen. (Zoolog.
+ Institut der Univ. Heidelberg.)
+
+Größe von Fig. 7 etwa 1/15, die übrigen etwa halbe Größe. Genauere Maße
+sind im Text angegeben.
+
+[Illustration: Tafel IV.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel V.
+
+
+ Elephas antiquus Falc. juv.
+
+
+ Fig. 10. Oberkieferfragment eines sehr jungen Elephas antiquus Falc. mit
+ zwei Milchmolaren (D 1 u. 2) auf jeder Seite. Von D 2 zeigen nur die
+ mesialen Querjoche Schmelzfiguren, während die distalen noch nicht
+ abgenutzt sind. Maßstab 2/3 nat. Gr. (Geologisch-paläontolog. Institut
+ der Univ. Heidelberg.)
+
+[Illustration: Tafel V.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel VI.
+
+
+ Mandibula des Homo Heidelbergensis
+ in zwei Hälften getrennt,
+ wie sie aufgefunden wurde.
+
+
+ Fig. 11 u. 14. Die linke Hälfte des Unterkiefers des Homo
+ Heidelbergensis in lateraler und medialer Ansicht. Auf den
+ Prämolaren sowie auf M 1 u. 2 liegt, fest mit dem Sande verbunden,
+ ein 60 mm langes und etwa 40 mm breites Kalksteingeröll, dessen
+ Oberfläche in derselben Weise wie der Knochen durch dendritische
+ Eisen-Manganverbindungen gefleckt ist.
+
+ Fig. 12 u. 13. Die rechte Hälfte des Unterkiefers in lateraler und
+ medialer Ansicht. An den Zähnen sitzen dicke verfestigte Krusten von
+ typischem, ziemlich grobem »Mauerer-Sande«. Die Verkittung ist durch
+ kohlensauren Kalk erfolgt.
+
+Sämtliche Figuren in annähernd natürlicher Größe. Die genauen Maße sind
+im Text angegeben.
+
+[Illustration: Tafel VI.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel VII.
+
+
+ Mandibula des Homo Heidelbergensis
+ in zwei Hälften getrennt, nach Entfernung
+ des mit dem Kiefer verkittet gewesenen
+ Kalksteingerölles und Sandes.
+
+
+ Fig. 15 u. 16. Die rechte Hälfte des Unterkiefers des Homo
+ Heidelbergensis in lateraler und medialer Ansicht nach Entfernung des
+ mit ihm verkittet gewesenen Sandes.
+
+ Fig. 17 u. 18. Die linke Hälfte des Unterkiefers in medialer und
+ lateraler Ansicht nach Entfernung des mit ihm verkittet gewesenen
+ Kalkgerölles und Sandes. Die dabei abgelösten Zahnkronen der beiden
+ Prämolaren und von M 1 u. 2 sind auf Taf. VIII, Fig. 28-31 abgebildet.
+
+Sämtliche Figuren in annähernd natürlicher Größe. Die genauen Maße sind
+im Text angegeben.
+
+[Illustration: Tafel VII.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel VIII.
+
+
+ Mandibula des Homo Heidelbergensis
+ in seitlicher Ansicht.
+
+ Querschnitt besagter Mandibula und derjenigen
+ eines recenten Europäers in der Medianebene.
+
+ Zahnbogen des Fossils von oben gesehen
+ und einzelne Zähne.
+
+
+ Fig. 19. Der in der Symphyse zusammengesetzte Unterkiefer des Homo
+ Heidelbergensis in lateraler Ansicht. Das Original ist im Besitz des
+ Geologisch-paläontologischen Institutes der Universität Heidelberg.
+
+ Fig. 20. Querschnitt des Unterkiefers in der Medianlinie. Die mediane
+ Verbindung der beiden Hälften war aufgehoben.
+
+ Fig. 21. Querschnitt des Unterkiefers eines recenten Europäers in der
+ Medianlinie.
+
+ Fig. 22. Rechte Zahnreihe des Homo Heidelbergensis von oben gesehen:
+ J 1 ist herausgenommen, J 2 an der Wurzel abgebrochen (vgl. Fig. 25 u.
+ 24). In situ befinden sich: C, P 1 u. 2, M 1-3.
+
+ Fig. 23. Linke Zahnreihe von oben gesehen: J 1 ist an der Wurzel
+ abgebrochen, von J 2 ist die vordere Hälfte der Krone abgebrochen
+ (vgl. Fig. 26 u. 27). C ist in situ. Von P 1 u. 2, sowie von M 1 u. 2
+ sind die Kronen abgebrochen (vgl. Fig. 28-31). M 3 ist in situ.
+
+ Fig. 24 a u. b = J 2 dext. an der Wurzel abgebrochen, Vorder- und
+ Seitenansicht.
+
+ Fig. 25 a u. b = J 1 dext., Vorder- und Seitenansicht.
+
+ Fig. 26 a u. b = J 1 sin. an der Wurzel abgebrochen, Vorder- und
+ Seitenansicht.
+
+ Fig. 27 = J 2 sin. vordere Hälfte der Krone.
+
+ Fig. 28 a u. b = P 1 sin. die Krone von oben und von unten gesehen.
+
+ Fig. 29 a u. b = P 2 sin. » » » » » » » »
+
+ Fig. 30 a u. b = M 1 sin. » » » » » » » »
+
+ Fig. 31 a u. b = M 2 sin. » » » » » » » »
+
+Von den isolierten Schneidezähnen blieben die in der Abbildung Fig. 24
+u. 26 fehlenden unteren Enden in den Alveolen.
+
+Alles in annähernd natürlicher Größe. Die genauen Maße sind im Text
+(Anhang I) angegeben.
+
+Die Gestalt des Zahnbogens ist aus Fig. 41 u. 42, Taf. X ersichtlich.
+
+[Illustration: Tafel VIII.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel IX.
+
+
+ Röntgenbilder.
+
+
+ Fig. 32. Röntgenbild der rechten Hälfte des Unterkiefers des Homo
+ Heidelbergensis.
+
+ Fig. 33. Die drei Molaren derselben Hälfte in anderer Aufnahme, welche
+ die Wurzelspitzen namentlich des dritten Molaren besser erkennen läßt.
+
+ Fig. 34 a u. b. J 2 derselben Hälfte in Vorder- und Seitenansicht.
+
+ Fig. 35. J 1 derselben Hälfte in Vorder- und Seitenansicht.
+
+ Fig. 36. Röntgenbild der linken Hälfte des Unterkiefers des Homo
+ Heidelbergensis.
+
+ Fig. 37. Die drei Molaren derselben Hälfte in anderer Aufnahme.
+
+ Fig. 38 a u. b. J 1 derselben Hälfte in Vorder- und Seitenansicht.
+
+ Fig. 39 u. 40. Röntgenbild der rechten und linken Hälfte des
+ Unterkiefers eines =recenten Europäers,= der annähernd dasselbe
+ Lebensalter erreicht hat, wie der Homo Heidelbergensis.
+
+Diese Bilder wurden mit dem Röntgenapparate des zahnärztlichen
+Institutes der Universität Heidelberg unter gütiger Mitwirkung des Herrn
+Professor PORT hergestellt.
+
+[Illustration: Tafel IX.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel X.
+
+
+ Die Mandibula des Homo Heidelbergensis
+ von oben und unten gesehen
+ zur Veranschaulichung des Zahnbogens.
+
+
+ Fig. 41 u. 42. Der Unterkiefer des Homo Heidelbergensis von oben und
+ unten gesehen zur Veranschaulichung des Zahnbogens. Beide Figuren in
+ ungefährer natürlicher Größe. Den im Text enthaltenen genauen Maßen
+ seien noch folgende hinzugefügt:
+
+ 1. Entfernung der Berührungsstelle der mittleren Incisivi
+ a) von der distalen Seite des dritten Molaren rechts 65 mm, links
+ 64 mm,
+ b) von dem distalen Ende des Condylus rechts 130,4 mm, links 127 mm.
+
+ 2. Entfernung der Außenränder des zweiten Molaren 66,5 mm.
+
+ 3. Entfernung der beiden Condyli voneinander innen gemessen 86 mm, außen
+ gemessen 131,6 mm.
+
+Man vergleiche auch die Horizontalkurven in Fig. 47, Taf. XIII.
+
+[Illustration: Tafel X.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel XI.
+
+ Diagraphische Profilkurven der Unterkiefer
+ des Homo Heidelbergensis, eines recenten
+ Europäers und eines afrikanischen Negers.
+
+
+ Fig. 43. Homo Heidelbergensis. Profilprojektion der Mandibula: _aa_ =
+ Horizontalstellung der Alveolarebene. _BB_ = Basaltangente. _RR_ =
+ Ramustangente. _CC_ = Condylocoronoidtangente. _ι_ = Inzision.
+ _ιµ_ = Inzisionvertikale. _µ_ = Schnittpunkt derselben
+ mit der Basaltangente. _pp_ = Postmolarvertikale. _vv_ =
+ Coronoidvertikale. _f_ = Lage des Foramen mentale. _cm_ = Lage des
+ Foramen mandibulare. _sl_ = Lage der Fossa sublingualis.
+
+ Fig. 44. _____ Homo Heidelbergensis. ····· Recenter Europäer
+ (B.A.C. 390). ----- Afrikan. Neger (B. N. C. 20).
+
+[Illustration: Tafel XI.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel XII.
+
+
+ Diagraphische Profilkurven der Unterkiefer
+ des Homo Heidelbergensis, eines Australiers,
+ eines Dajak und von Anthropoiden.
+
+
+ Fig. 45. _____ Homo Heidelbergensis. ----- Australier-Melville Island
+ (K. 80). ····· Dajak (B. N. C. 104).
+
+ Fig. 46. _____ Homo Heidelbergensis. ..... Hylobates syndactylus.
+ ····· Hylobates lar. ----- Gorilla ♀ (B.).
+ -.-.-. Orang ♂ (B.).
+
+[Illustration: Tafel XII.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel XIII.
+
+
+ Diagraphische Horizontalkurven
+ des Unterkiefers vom Homo Heidelbergensis
+ und vergleichende Mediankurven
+ der Symphyse.
+
+
+ Fig. 47. Homo Heidelbergensis. Horizontal-Kurven.
+
+ _I_ ····· durch den Alveolarrand:
+ _a_ = Grenze zwischen Caninus und Prämolaren.
+ _b_ = » » Prämolaren und Molaren.
+
+ _II_ ----- durch die Foramina mentalia, die mit _f_ bezeichnet
+ sind.
+
+ _III_ _____ dicht über dem Basalrand; bei _x_ defekte Stelle.
+
+ Fig. 48. Vergleichende Projektion der Mediankurven-Diagramme der Symphyse
+ (-- Homo Heidelbergensis). Gemeinsame Einstellung auf Inzision und
+ Alveolarhorizont.
+
+[Illustration: Tafel XIII.]
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem
+Originaltext vorgenommenen Korrekturen.
+
+ S. VII: Tertiärs, dem Pliozän -> Pliocän
+ S. 5: Rhinoceros Merkii -> Merckii
+ S. 11: Es befinden sich -> Es befinden sich:
+ S. 11: Fig. 4; -> Fig. 4.
+ S. 13: O. SCHOETENSACK[19] -> [79]
+ S. 13: gehören nach H. Schroeder -> Schröder
+ S. 13: Cervus (elephus) -> (elaphus)
+ S. 17: beträgt 1,5-2,0 mm. -> [Punkt hinzugefügt]
+ S. 17: unter M 2 155 mm. -> [Semikolon ersetzt durch Punkt]
+ S. 17. Der mesio-distale -> mesiodistale
+ S. 21: rechten, das Ehringdorfer -> Ehringsdorfer
+ S. 21: Weimar-Eringsdorf -> Ehringsdorf
+ S. 25: bei einem Bruchtsücke -> Bruchstücke
+ S. 35: B. -> [Punkt hinzugefügt]
+ S. 35: N. C. -> [Punkte hinzugefügt]
+ S. 35: A. C. -> [Punkt hinzugefügt bei C]
+ S. 37: Mammut und Rhinozeros -> Rhinoceros
+ S. 56: 11 -> 11,0
+ S. 58: 7,6-6,8 -> 6,8-7,6
+ S. 58: buccal. -> buccal,
+ S. 59: 10,50 -> 10,5
+ S. 60: Anzahl Zahne -> Zähne [Spalte 2]
+ S. 60: Anzahl Zahne -> Zähne [Spalte 4]
+ S. 60: Anzahl Zahne -> Zähne [Spalte 6]
+ S. 63: The American -> [Komma entfernt]
+ S. 64: Frankfurt a/M. -> Frankfurt a./M.
+ S. 64: Une machoire -> mâchoire
+ S. 65: Rhinoceros-Arten, Paläontographica -> Palaeontographica
+ S. 65: Rhinoceros Mercki -> Merckii
+ S. 65: Fühlings -> Frühlings
+ S. 65: Rhinoceros Merckii Jäg -> Jaeg
+ S. 67: Les charactères -> caractères
+ S. 89: Spezialkarte des Grossherzogtums -> Großherzogtums
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Der Unterkiefer des Homo
+Heidelbergensis, by Otto Schoetensack (1850-1912)
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER UNTERKIEFER DES HOMO ***
+
+***** This file should be named 36382-0.txt or 36382-0.zip *****
+This and all associated files of various formats will be found in:
+ http://www.gutenberg.org/3/6/3/8/36382/
+
+Produced by Frank van Drogen, Jens Nordmann and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+Updated editions will replace the previous one--the old editions
+will be renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no
+one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
+permission and without paying copyright royalties. Special rules,
+set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
+copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
+protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
+Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
+charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
+do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
+rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose
+such as creation of derivative works, reports, performances and
+research. They may be modified and printed and given away--you may do
+practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
+subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
+
+
+
+*** START: FULL LICENSE ***
+
+THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
+PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
+
+To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
+distribution of electronic works, by using or distributing this work
+(or any other work associated in any way with the phrase "Project
+Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
+Gutenberg-tm License (available with this file or online at
+http://gutenberg.org/license).
+
+
+Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
+electronic works
+
+1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
+electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
+and accept all the terms of this license and intellectual property
+(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
+the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
+all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
+If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
+Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
+terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
+entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
+
+1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
+used on or associated in any way with an electronic work by people who
+agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
+things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
+even without complying with the full terms of this agreement. See
+paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
+1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an
+individual work is in the public domain in the United States and you are
+located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
+copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
+works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
+are removed. Of course, we hope that you will support the Project
+Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
+freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
+this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
+the work. You can easily comply with the terms of this agreement by
+keeping this work in the same format with its attached full Project
+Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
+
+1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
+what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in
+a constant state of change. If you are outside the United States, check
+the laws of your country in addition to the terms of this agreement
+before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
+creating derivative works based on this work or any other Project
+Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning
+the copyright status of any work in any country outside the United
+States.
+
+1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
+
+1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate
+access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
+whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
+phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
+Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
+copied or distributed:
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
+from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
+posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
+and distributed to anyone in the United States without paying any fees
+or charges. If you are redistributing or providing access to a work
+with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
+work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
+through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
+Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
+1.E.9.
+
+1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
+with the permission of the copyright holder, your use and distribution
+must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
+terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked
+to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
+permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
+
+1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
+License terms from this work, or any files containing a part of this
+work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
+
+1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
+electronic work, or any part of this electronic work, without
+prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
+active links or immediate access to the full terms of the Project
+Gutenberg-tm License.
+
+1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
+compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
+word processing or hypertext form. However, if you provide access to or
+distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
+"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
+posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
+you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
+copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
+request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
+form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
+License as specified in paragraph 1.E.1.
+
+1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
+performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
+unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
+
+1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
+access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided
+that
+
+- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
+ you already use to calculate your applicable taxes. The fee is
+ owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
+ has agreed to donate royalties under this paragraph to the
+ Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
+ must be paid within 60 days following each date on which you
+ prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
+ returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
+ address specified in Section 4, "Information about donations to
+ the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
+- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
+ does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
+ License. You must require such a user to return or
+ destroy all copies of the works possessed in a physical medium
+ and discontinue all use of and all access to other copies of
+ Project Gutenberg-tm works.
+
+- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
+ money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days
+ of receipt of the work.
+
+- You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg-tm works.
+
+1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
+electronic work or group of works on different terms than are set
+forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
+both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
+Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
+Foundation as set forth in Section 3 below.
+
+1.F.
+
+1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
+effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
+public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
+collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
+works, and the medium on which they may be stored, may contain
+"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
+corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
+property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
+computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
+your equipment.
+
+1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
+of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
+Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
+Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
+liability to you for damages, costs and expenses, including legal
+fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
+LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
+PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
+TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
+LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
+INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
+DAMAGE.
+
+1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
+defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
+receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
+written explanation to the person you received the work from. If you
+received the work on a physical medium, you must return the medium with
+your written explanation. The person or entity that provided you with
+the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
+refund. If you received the work electronically, the person or entity
+providing it to you may choose to give you a second opportunity to
+receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
+is also defective, you may demand a refund in writing without further
+opportunities to fix the problem.
+
+1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
+in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
+warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
+If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
+law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
+interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
+the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
+provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
+
+1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
+trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
+providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
diff --git a/36382-0.zip b/36382-0.zip
new file mode 100644
index 0000000..0562cfd
--- /dev/null
+++ b/36382-0.zip
Binary files differ
diff --git a/36382-8.txt b/36382-8.txt
new file mode 100644
index 0000000..913e922
--- /dev/null
+++ b/36382-8.txt
@@ -0,0 +1,4277 @@
+The Project Gutenberg EBook of Der Unterkiefer des Homo Heidelbergensis, by
+Otto Schoetensack (1850-1912)
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Der Unterkiefer des Homo Heidelbergensis
+ Aus den Sanden von Mauer bei Heidelberg
+
+Author: Otto Schoetensack (1850-1912)
+
+Release Date: June 11, 2011 [EBook #36382]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER UNTERKIEFER DES HOMO ***
+
+
+
+
+Produced by Frank van Drogen, Jens Nordmann and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+Anmerkungen zur Transkription:
+
+Die Originalschreibweise und kleinere Inkonsistenzen in der Schreibweise
+und Formatierung wurden prinzipiell beibehalten.
+
+Die Buchstaben "C" und "c" mit Akut wurden ersetzt durch [/C] und[/c].
+
+Die Buchstaben "O" "S" und "s" mit Karet wurden ersetzt durch [vO], [vS]
+und [vs].
+
+Auf Seite 114 wurde das Symbol für "weiblich" ersetzt durch [fem.] und das
+Symbol für "männlich" durch [masc.]
+
+
+Formatierung:
+
+Gesperrter Text wurde mit Gleichheitszeichen (=Text=), kursiver Text mit
+Unterstrichen (_Text_) und fett gedruckter Text mit Dollarzeichen
+($Text$) markiert.
+
+Bindestriche, wie "-----", ersetzen in den Beschreibungen der Abbildungen
+eine durchgezogene Linie und Unterstriche, wie "_____", eine
+gestrichelte Linie.
+
+Die Tabelle auf Seite 25 wurde geteilt.
+
+
+
+
+ DER UNTERKIEFER DES HOMO HEIDELBERGENSIS
+
+ AUS DEN SANDEN VON MAUER BEI HEIDELBERG
+
+
+ EIN BEITRAG
+
+ ZUR PALÄONTOLOGIE DES MENSCHEN
+
+
+ VON
+
+ OTTO SCHOETENSACK
+
+
+
+ MIT 13 TAFELN, DAVON 10 IN LICHTDRUCK
+
+
+ LEIPZIG
+
+ VERLAG VON WILHELM ENGELMANN
+
+ 1908
+
+
+ ALLE RECHTE, INSBESONDERE DAS DER ÜBERSETZUNG, VORBEHALTEN.
+
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ VORWORT.
+
+
+Der den Gegenstand vorliegender Abhandlung bildende menschliche
+Unterkiefer wurde in den 10 km südöstlich von Heidelberg anstehenden, in
+der Literatur als Sande von Mauer bekannten fluviatilen Ablagerungen
+aufgefunden. Das Alter dieser Sande wird nach den darin angetroffenen
+Säugetierresten gemeinhin als altdiluvial angegeben; einige darin
+vertretene Arten lassen aber auch deutliche Beziehungen zu dem jüngsten
+Abschnitte des Tertiärs, dem Pliocän, erkennen. So durfte man vermuten,
+daß etwa in diesen Schichten sich findende Menschenknochen bedeutsame
+Aufschlüsse über die Morphogenese des menschlichen sowie überhaupt des
+Primatenskelettes geben würden. Diese Annahme hat nunmehr durch den Fund
+der Mandibula Bestätigung erfahren.
+
+Ich habe mich bemüht, in dieser Schrift vor allem eine möglichst
+erschöpfende Beschreibung des Fundobjektes und der -- bei fossilen
+Menschenresten äußerst wichtigen -- Fundumstände zu geben. Bei den
+vergleichenden Studien habe ich mich im wesentlichen auf das von den
+Direktoren der hiesigen Universitätssammlungen, den Herren O. BÜTSCHLI,
+M. FÜRBRINGER und W. SALOMON, sowie von Herrn H. KLAATSCH in Breslau mir
+in entgegenkommendster Weise zur Verfügung gestellte Material gestützt.
+Letztgenannter Freund sowie Herr G. PORT standen mir bei meinen
+Untersuchungen mit ihren reichen Erfahrungen bei, die mir insbesondere
+bei den diagraphischen und Röntgenaufnahmen sehr zustatten kamen. Die
+Herren GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER in Agram und J. FRAIPONT in Brüssel
+waren so liebenswürdig, mir Gipsabgüsse fossiler Unterkiefer zu
+überlassen. Ferner lieh mir Herr Assistent W. SPITZ bei den
+photographischen Aufnahmen freundlichst seinen Beistand. -- Allen diesen
+Herren sei hiermit herzlicher Dank ausgesprochen.
+
+ Universität Heidelberg im September 1908.
+
+ OTTO SCHOETENSACK.
+
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ DER UNTERKIEFER DES HOMO HEIDELBERGENSIS
+
+
+ AUS DEN SANDEN VON MAUER BEI HEIDELBERG
+
+
+
+
+ GEOLOGISCHER TEIL
+
+ ANTHROPOLOGISCHER TEIL
+
+ ANHANG ZUM ANTHROPOLOGISCHEN TEIL
+
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ I. Geologisch paläontologischer Teil.
+
+
+Das Dorf Mauer, auf dessen Feldmark unser Fund am 21. Oktober 1907
+gemacht wurde, ist 10 km südöstlich von Heidelberg und 6 km südlich von
+Neckargemünd, dicht an der südlichen Grenze des Odenwaldgebirges
+gelegen. Dieses wird in seinem südlichen Teile von dem aus dem
+schwäbischen Muschelkalkgebiete kommenden Neckar durchbrochen, der
+unterhalb Neckarelz auf den Buntsandstein stößt, den er bis zum Eintritt
+in die Rheinebene in vielfach gewundenem Laufe erodiert hat. Diese
+Talbildung reicht, worauf E. W. BENECKE[8] zuerst hingewiesen hat und
+was auch A. SAUER[70] in den Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte
+des Großherzogtums Baden, Blatt Neckargemünd, bestätigt, bis in die
+Tertiärzeit zurück.
+
+Wenige Kilometer südlich von Neckargemünd verschwindet der Buntsandstein
+dauernd unter der Oberfläche, und das Muschelkalkgebirge stellt sich
+ein. Mannigfach zergliedert und reichlich mit Löß und Lehm bedeckt,
+bietet es fruchtbares Ackerland dar, das, von der bei Neckargemünd in
+den Neckar sich ergießenden Elsenz durchflossen, frühzeitig zur
+Besiedelung einlud. -- Schon in alter Zeit führte eine Verkehrsstraße
+von hier aus in das Schwabenland, der jetzt auch die Eisenbahnlinie
+Heidelberg-Neckargemünd-Jagstfeld folgt, die uns von Heidelberg in
+30 Minuten an den Fundort bringt.
+
+Die geologischen und topographischen Verhältnisse des unteren
+Elsenztales lassen sich an der Hand der oben genannten Karte, von der
+auf Taf. I, Fig. I ein Ausschnitt auf 1:50000 reduziert gegeben
+ist[I.], leicht übersehen. Im nördlichen Teile herrscht der
+Buntsandstein vor, der in ostwestlicher Richtung von dem Neckar
+durchfurcht wird. Senkrecht zu diesem Flusse erblicken wir zwei parallel
+verlaufende Täler, die »in ihrer engen felsigen Beschaffenheit dem
+Haupttale des Neckars unter- und oberhalb Neckargemünds gleichen«. Es
+sind dies, wie SAUER gezeigt hat, Teile einer alten =Neckarschlinge=, die
+weiter südlich, wo sie in das leichter zerstörbare Muschelkalkgebirge
+eintrat, eine beträchtliche Talerweiterung erfuhr und den
+terrassenförmigen Absatz der unter dem Namen »=Sande von Mauer=«
+bekannten, von SAUER als altdiluvial bezeichneten Aufschüttungen
+veranlaßte, deren Ursprung auch durch typische =Neckargerölle= bezeugt
+wird.
+
+ [I.] Die Signaturen auf dieser Karte sind mit Hilfe eines
+ Vergrößerungsglases lesbar.
+
+Von den beiden vom Neckar verlassenen Paralleltälern wird das westliche
+von der Elsenz zum Abfluß benutzt, während das östliche, durch welches
+jetzt die Landstraße von Wiesenbach nördlich zum Neckar führt, trocken
+liegt. Daß dies schon seit der mittel-diluvialen Zeit der Fall ist, wird
+durch die Verbreitung der Ablagerungen von älterem und jüngerem Löß
+erwiesen, die sich auf und nahe der Sohle des Wiesenbacher Tales
+vorfinden.
+
+Die »Sande von Mauer«, auf der Karte (Taf. I, Fig. 2) mit der Signatur
+»dun« versehen und großpunktiert eingezeichnet, sind namentlich an dem
+rechten Elsenzgehänge durch Gruben erschlossen, die schon zu BRONNS
+Zeiten (in den dreißiger und vierziger Jahren des vor. Jahrh.)
+paläontologisches Material lieferten.
+
+Seit 30 Jahren hat die etwa 500 m nördlich vom Dorfe Mauer im Gewann
+Grafenrain gelegene, von Herrn J. RÖSCH in Mauer zur Gewinnung von
+Bausand betriebene Sandgrube zahlreiche Tierreste ergeben, die von dem
+genannten Herrn mit großer Sorgfalt geborgen und in uneigennütziger
+Weise, hauptsächlich durch Schenkung an badische Staatssammlungen, der
+Wissenschaft zugänglich gemacht wurden.
+
+Bei dem lebhaften Abbau des Sandes, von dem nach gütiger Mitteilung des
+Herrn RÖSCH seit 1877 159750 cbm gewonnen sind, wobei 182250 cbm Abraum
+beseitigt, insgesamt also 342000 cbm bewegt werden mußten, entstehen
+beständig frische Anbrüche, die entsprechend dem wechselnden Bilde, das
+fluviatile Ablagerungen darzubieten pflegen, in den einzelnen Schichten
+wohl stark variieren, in der Gesamterscheinung aber, wie die von
+E. W. BENECKE und E. COHEN[9] gegebene Beschreibung und die von A. SAUER
+mitgeteilten Profile erkennen lassen, Übereinstimmung mit dem
+nachstehenden Profile zeigen, das 12 Tage nach Auffindung des
+menschlichen Unterkiefers unter freundlicher Mitwirkung von
+Prof. W. SALOMON, Herrn W. SPITZ und den Praktikanten des Heidelberger
+geologisch-paläontologischen Instituts aufgenommen wurde:
+
+=Profil der Sandgrube im Grafenrain (Grundstück Nr. 789), Gemarkung Mauer
+(Amtsbezirk Heidelberg), aufgenommen am 2. November 1907= (vgl. Taf. III,
+Fig. 5).
+
+Richtung der Grubenwand Nord 26 West. Fußpunkt 1,40 m nördlich von der
+Fundstelle des menschlichen Unterkiefers.
+
+ Ordnungszahl Mächtigkeit
+ der Schichten in Metern
+
+ Jüngerer { 27 5,74 Jüngerer =Löß=, unten mit kleinen
+ Löß { Lößkindeln.
+
+ { 26 2,25 Brauner =Lehm= ohne sandige Lagen.
+ { 25 1,30 Brauner =Lehm=, stellenweise etwas
+ Älterer { sandig, aber ohne ausgesprochene
+ Löß bzw. { Sandschmitzchen.
+ Sandlöß { 24 1,63 =Letten=, meist stark sandig, mit
+ { vereinzelten Sandschmitzchen und
+ { Lagen von Lößkindeln.
+
+ { 23 etwa 1,80 Grauer, mittelkörniger =Sand=, in
+ { abwechselnden Lagen ± verfestigt
+ { (etwa 15 Gesimse).
+ { 22 0,36 Graue feste =Sand=bank,
+ { mittelkörnig, mit HCl ganz schwach
+ { brausend, gesimsbildend.
+ { 21 1,30 Lockerer eisenschüssiger =Sand=,
+ { bald gröber, bald feiner, mit HCl
+ { ganz schwach brausend.
+ { 20 0,07 Festere, sehr eisenschüssige
+ { mittelkörnige =Sand=bank.
+ { 19 0,40 Eisenschüssiger =Sand=.
+ { 18 0,70 Grauer mittelkörniger =Sand=, mit
+ { HCl nicht brausend, unmittelbar
+ { über dem Letten stark
+ { eisenschüssig.
+ { 17 0,70 Brauner =sandiger Letten= und
+ { lettiger Sand; oben reiner, unten
+ { ziemlich reiner Letten;
+ { gesimsbildend.
+ { 16 0,22-0,25 =Sand=schicht mit dünnen
+ { eisenschüssigen Lagen nach S.
+ { anschwellend, nach N. auskeilend.
+ { 15 etwa 0,20-0,23 =Geröll=schicht mit
+ { Eistransportblöcken und
+ { Unioresten.
+ { 14 etwa 0,34 Grauer bis gelbbrauner =Sand= mit
+ { Andeutung von Schrägschichtung und
+ { Neigung zur Windpfeilerbildung.
+ { 13 etwa 0,50 =Sand=, reich an kleinen Geröllen,
+ { z. T. eisenschüssig.
+ { 12 etwa 0,50 Grauer mittelkörniger =Sand= mit
+ { einer schwach eisenschüssigen
+ { Schicht.
+ { Lettenbank.
+ { 11 2,25 Sehr fester =Letten=, mit HCl
+ { schwach brausend.
+ { 10 1,65 Abwechselnde Schichten von schwach
+ { eisenschüssigem =Sand= und grauem,
+ Mauerer { manchmal auch braunem Letten. Die
+ Sande. { jüngste der nach oben an
+ { Mächtigkeit zunehmenden etwa 9
+ { Lettenschichten enthält nur sehr
+ { wenig Sand.
+ { 9 etwa 0,55 Reiner =Sand= mit unregelmäßig
+ { verteilten eisenschüssigen
+ { Stellen.
+ { 8 etwa 0,25 Mittelkörniger, grauer =Sand= mit
+ { vereinzelten kleinen Geröllen und
+ { vielen Lettenbrocken.
+ { 7 1,35 Mittelkörniger =Sand= mit
+ { vereinzelten kleinen Geröllen und
+ { Lettenbröckchen.
+ { 6 0,60-0,65 Grauer, mittelkörniger =Sand= mit
+ { vereinzelten Geröllen und kleinen
+ { Geröllschmitzchen. (Die Lage mit
+ { den vereinzelten Geröllen tritt
+ { nur stellenweise auf.)
+ { 5 etwa 0,23 Grobkörniger, mit HCl nicht
+ { brausender =Sand= mit
+ { eisenschüssigen Bändern.
+ { 4 etwa 0,10 =Geröll=schicht, durch
+ { kohlensauren Kalk etwas verkittet,
+ { mit ganz dünnen Lagen von Letten,
+ { der mit HCl schwach braust.
+ { $(Fundschicht des menschlichen
+ { Unterkiefers.)$
+ { 3 0,22 Gröberer =Sand=, mit HCl nicht
+ { brausend.
+ { 2 etwa 0,20 =Geröll=schicht, z. T. deutlich
+ { zu einem Conglomerat verkittet.
+ { Der verkittende Sand ist stark
+ { eisenschüssig, mit HCl nicht
+ { brausend. Weiß-Juragerölle und
+ { Reste von Unio sind häufig.
+ { 1 etwa 0,45 Mittelkörniger, mit HCl nicht
+ { brausender =Sand=.
+
+ Grubensohle.
+
+Hiernach wurde der menschliche Unterkiefer etwa 0,87 m über der Sohle
+und etwa 24,10 m =unter der Oberkante der Sandgrube= aufgefunden, welch
+letztere Zahl der vom Geometer festgestellten 24,63 m (vgl. Taf. II,
+Fig. 3) bis auf 0,53 m nahekommt. Um diesen Punkt für die Zukunft
+festzulegen, ließ ich auf dieser Stelle einen kubischen Sandstein mit
+der eingemeißelten Inschrift »Fundstelle des menschlichen Unterkiefers
+21. Oktober 1907« errichten. Dieser Stein soll liegen bleiben, auch wenn
+die Grube wieder zugeworfen wird. Es soll dann oben ein neuer Stein mit
+entsprechender Inschrift gesetzt werden.
+
+Die in dem vorstehenden Profil mit No. 23-1 bezeichneten, von 5,18 m
+älterem Löß und 5,74 m jüngerem Löß überlagerten Mauerer Sande haben
+wegen ihres Reichtums an Tierresten seit langer Zeit die Aufmerksamkeit
+der Geologen auf sich gelenkt. So führt A. BRAUN[13] in der auf der
+Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Mainz 1842 gegebenen
+vergleichenden Zusammenstellung der lebenden und diluvialen
+Molluskenfauna des Rheintals mit der tertiären des Mainzer Beckens unter
+der Rubrik »Ältere Diluvialbildung« die Sande bei Bruchsal, =bei Mauer im
+Elsenztal= und bei Mosbach zwischen Mainz und Wiesbaden an. Während er
+von Mosbach auf Grund der Untersuchungen des Bergsekretärs RAHT
+66 Conchylienarten zu verzeichnen in der Lage ist, muß er sich für Mauer
+auf folgende Bemerkung beschränken: »Der dortige, durch seine
+interessanten Säugetierknochen bekannte, hoch von Löß bedeckte Sand
+enthält eine Menge von Unionen und größeren Helices, jedoch sämtlich so
+weich und mürbe, daß eine vollständige Herauslösung und genaue
+Bestimmung bis jetzt nicht möglich war.«
+
+FR. SANDBERGER[69] bemerkt sodann in seinem 1870/75 erschienenen Werke
+»Die Land- und Süßwasserconchylien der Vorwelt«, in dem über die
+Binnenmollusken der Mittelpleistocänschichten handelnden Kapitel
+folgendes: »Im Neckartale selbst sind in keiner sonstigen unter dem
+Tallöß gelagerten Ablagerung Binnenmollusken nachgewiesen, wohl aber in
+dem bei Neckargemünd in dasselbe einmündenden Elsenztale. Hier finden
+sich bei Mauer etwa 100' über dem Spiegel der Elsenz Sand- und
+Geröllbänke, welche schon A. BRAUN als Lagerstätte fossiler Wirbeltiere
+und Binnenmollusken bekannt waren. Im Jahre 1868 beobachtete ich hier
+von oben nach unten in einer Sandgrube:
+
+ 1. Tallöß mit zahlreichen Conchylien 20 Fuß.
+
+ 2. =Rötlichen Sand= mit diagonaler Schichtung und einzelnen
+ Stücken von =Helix rufescens=, =Helix hispida= und =Succinea
+ oblonga=, an der Grenze gegen 3 auch mit zerbrochenen Unionen 36 »
+
+ 3. Groben Kies, bestehend aus Geröllen von Buntsandstein,
+ Wellenkalk, Muschelkalk, Hornstein und Feldspatbrocken mit
+ Equus caballus und Elephas primigenius (?) 40 »
+
+Da von Binnenmollusken nur die oben genannten Arten, von Säugetieren
+aber nur noch Rhinoceros Merckii Jaeg. und Ursus spelaeus gefunden
+worden sind, so läßt sich das Alter der Sande noch nicht genauer
+feststellen, doch deutet das Fehlen von Rhinoceros tichorhinus, Felis
+spelaea und Hyaena spelaea auf ein höheres Alter, als das des
+Cannstatter Tuffes, und vielleicht hat A. BRAUN recht, wenn er den Sand
+von Mauer mit jenem von Mosbach bei Wiesbaden parallelisiert.«
+
+BENECKE und COHEN[9] erwähnen bereits 12 Conchylienarten von Mauer, die
+auf einigen Exkursionen gesammelt wurden, und weisen darauf hin, daß man
+hier eine reiche Fauna zusammenbringen könne, welche wahrscheinlich für
+die schon mehrfach gemachte Annahme, daß der Sand von Mauer mit dem
+Sande von Mosbach bei Wiesbaden gleichalterig sei, sichere Anhaltspunkte
+ergeben würde.
+
+A. ANDREAE[5] hat nun in seiner für das Gebiet der Diluvialgeologie und
+der Malakozoologie gleich wichtigen Abhandlung über den Diluvialsand von
+Hangenbieten im Unterelsaß, Straßburg 1884, dieses Desiderat namentlich
+in bezug auf die Mollusken erfüllt, indem er in einer tabellarischen
+Übersicht der Fauna des Diluvialsandes von Hangenbieten, verglichen mit
+der Fauna des Diluvialsandes von Mosbach bei Biebrich und von Mauer bei
+Heidelberg, sowie mit der recenten Fauna des Elsaß und des
+Oberrheingebietes, =von Mauer= 35 Arten angibt, welche Zahl aber, wie er
+bemerkt, noch sehr der Vervollständigung bedarf; denn von Hangenbieten
+sind 79 und aus dem Diluvialsand von Mosbach 93 Molluskenarten bekannt
+geworden. Von Mauer werden folgende angeführt, die sämtlich auch in
+Mosbach vertreten sind:
+
+ Hyalinia (Polita) nitidula Drap. sp.
+ » » radiatula Ald. sp.
+ » (Vitrea) crystallina Müll. sp.
+ * Patula (Goniodiscus) solaria Menke sp.
+ » (Patulastra) pygmaea Drap. sp.
+ Helix (Vallonia) pulchella Müll.
+ » » costata Müll.
+ * » » tenuilabris Braun.
+ * » (Petasia) bidens Chemn. sp.
+ » (Trichia) hispida L.
+ » » rufescens Penn.
+ » (Eulota) fruticum Müll.
+ » (Arionta) arbustorum L.
+ Buliminus (Ena) montanus Drap.
+ Cochlicopa (Zua) lubrica Müll. sp.
+ Pupa (Pupilla) muscorum L. sp.
+ » (Vertigo) pygmaea Drap.
+ * Clausilia (Pirostoma) pumila (Ziegl.) C. Pfeiff.?
+ Succinea (Tapada) putris L. sp.?
+ » » Pfeifferi Rossm.
+ » » oblonga Drap.
+ Valvata (Concinna) antiqua Sow.
+ » » piscinalis Müll. sp.
+ * » » naticina Menke.
+ Bythinia tentaculata L. sp.
+ Limnaeus (Limnophysa) palustris Müll. sp.
+ Planorbis (Gyraulus) Rossmaessleri [II.] (Auersw.) S. Schm.
+ Ancylus fluviatilis Müll.
+ Unio pictorum L. sp.
+ » batavus Lam.
+ * Sphaerium rivicola Leach sp.?
+ * » solidum Norm. sp.
+ Pisidium amnicum Müll. sp.
+ * » supinum A. Schm.
+ » Henslowianum Shepp.
+
+ NB. Die mit ? bezeichneten Arten sind in Fragmenten oder angezweifeltem
+ Vorkommen vorhanden.
+
+ [II.] Nach gütiger Mitteilung von O. BOETTGER eine zweifelhafte Art, auf
+ die keine Schlüsse zu bauen sind.
+
+Wie ANDREAE bemerkt, fehlen die mit einem Stern bezeichneten Mollusken
+jetzt in der Fauna des Oberrheingebietes. Um darüber Klarheit zu
+erhalten, ob dies auch auf das Neckargebiet zutrifft, wandte ich mich an
+den ausgezeichneten Kenner desselben, Herrn D. GEYER in Stuttgart, der
+so freundlich war, hierüber, sowie über die weitere Frage Auskunft zu
+geben, welche Schlüsse auf das derzeitige Klima die in den Sanden von
+Mauer abgelagerten Mollusken gestatten. Ich teile das Wesentlichste aus
+diesem Berichte hier mit: Es handelt sich bei den Ablagerungen von Mauer
+offenbar um fluviatile Bildungen, welche durch den Neckar zustande
+gekommen sind. Nun wäre es aber durchaus irrig, anzunehmen, daß die in
+den Sanden abgelagerten Schalen aus größeren Entfernungen bzw. aus einem
+weiten Gebiete hierher geführt und Vertreter der gesamten Fauna seien.
+Die große Masse stammt vielmehr aus der nächsten Nähe, da die
+zahlreichen scharfen Windungen bzw. Schleifen des Neckars ebenso viele
+Dämme bildeten, welche die auf den Fluten schwebenden leeren Schalen zur
+Ablagerung nötigten; denn nur um solche handelt es sich, da die mit
+lebenden Tieren gefüllten Schalen untersinken und im Sande und Geröll
+zerrieben werden. Felsen-, Berg-, Heide- und großenteils auch
+Waldbewohner sucht man vergeblich in Ausspülungen; diese setzen sich
+zusammen aus Wasser-, Ufer-, Wiesen- und Gebüschbewohnern, denen nur
+einzelne Waldschnecken sich zugesellen.
+
+Von den in obiger Liste angeführten 35 Arten sind 21 Land- und 14
+Wassermollusken. Von ersteren sind nur 3 Baumtiere: Helix fruticum,
+eigentlich Buschtier; Helix arbustorum, die aber auch gern auf dem
+Boden am Wasser lebt, und Buliminus montanus, der sich am meisten von
+den dreien an Bäume hält. Helix rufescens lebt meist am Boden und steigt
+nur zuweilen an Krautpflanzen auf. Die übrigen =Landschnecken= sind alle
+ausschließlich Bodentiere. Die Busch- und Baumtiere leben heute noch in
+nächster Nähe von Mauer.
+
+Die in obiger Liste mit einem Stern bezeichneten Arten fehlen heute auch
+im Neckargebiete bis auf Sphaerium rivicola, Sph. solidum und Pisidium
+supinum. Sie leben aber größtenteils noch im Osten, wie aus den in der
+Fußnote[III.] auszugsweise wiedergegebenen Mitteilungen des Herrn
+D. GEYER hervorgeht. Sein Resumé lautet: »=Sollen Folgerungen in bezug auf
+das Klima aus den in den Sanden von Mauer zur Ablagerung gelangten
+Molluskenschalen gemacht werden, so kann man allenfalls auf ein mehr
+kontinentales Klima, als wir es heute haben, schließen=.«
+
+ [III.] =Patula solaria Menke=, auch aus den diluvialen
+ Kalktuffablagerungen von Cannstatt bei Stuttgart bekannt, fehlt jetzt dem
+ ganzen Neckargebiete. Es ist eine östliche Art, verbreitet in
+ Siebenbürgen, Nordungarn, Galizien, Mähren (ferner relictoid auf dem
+ Zopten und im Moschwitzer Walde in Schlesien), Erzherzogtum Österreich
+ (von hier in die südöstliche Ecke Bayerns übergreifend), Steiermark,
+ Kärnten, Krain, Dalmatien und Lombardei. Die Art lebt am Boden, im Grase,
+ unter Laub und Steinen im Walde.
+
+ =Helix tenuilabris Braun= fehlt dem Neckargebiete, lebt in Sibirien. Man
+ hat bis in die neueste Zeit die in den schwäbischen Juratälern lebende
+ H. adela Westerl. fälschlich für tenuilabris Braun gehalten.
+
+ =Helix bidens Chemn.= gehört Mittel- und Osteuropa an, lebt in sehr
+ feuchten schattigen Orten, besonders gern an Bachrändern, im
+ Erlengebüsch. Sie fehlt dem deutschen Nordwesten, ist aber sonst in
+ Norddeutschland nicht selten, auch in Thüringen nicht; sie geht bis zum
+ Main, im Regnitztal auch über den Main nach Süden über Erlangen hinaus.
+ Aus den bayr. Alpen und dem ganzen Jurazuge ist sie nicht bekannt,
+ findet sich dagegen auf der zwischen beiden Gebirgszügen liegenden
+ bayerischen Hochebene; sie fehlt in Württemberg, Baden und im Elsaß.
+
+ =Clausilia pumila Ziegl.= lebt gern an denselben Orten wie Helix bidens.
+ Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich CLESSIN zufolge nach Osten bis
+ Siebenbürgen, nach Süden bis Kroatien, nach Norden bis Livland und
+ Schweden; in Deutschland findet sie ihre Westgrenze, die noch nicht
+ genau angegeben werden kann. Sie findet sich noch in Mecklenburg und
+ Holstein, ebenso in Thüringen und geht bis zum Main bei Koburg und
+ Ochsenfurt. Südlich des Mains ist in Deutschland noch kein Fund bekannt
+ geworden, wie sie denn jetzt im Neckargebiete sicher fehlt.
+
+ =Valvata naticina Menke= lebt in schlammigen Stellen ruhigen Wassers der
+ größeren Flüsse. Ihre Verbreitung ist eine östliche: Donau bei Budapest,
+ Südrußland, Moskau, Livland, Ostpreußen, Landsberg a. d. Warthe. Im
+ Neckargebiet fehlt sie jetzt sicher.
+
+ =Sphaerium rivicola Leach. sp.= ? lebt im Neckar, etwa von Marbach
+ an; sie steckt im Sande zwischen den Steinen der Steindämme. Dem
+ Oberlauf der Flüsse, die rasch fallen und viel Geröll führen, fehlt sie,
+ wie die meisten großen und kleinen Bivalven. Sie ist über den größten
+ Teil Europas verbreitet.
+
+ =Sphaerium solidum Normand.= hat nach CLESSIN in Deutschland fast
+ dasselbe Verbreitungsgebiet wie Sph. rivicola; ist D. GEYER aus dem
+ Neckar noch nicht bekannt, dürfte aber auch hier aufzufinden sein.
+
+ =Pisidium supinum A. Schm.= wurde von D. GEYER selbst im Neckar bei
+ Besigheim gesammelt, scheint aber selten zu sein. Nach O. BOETTGER im
+ Main zwischen Frankfurt und Mainz häufig. Da sie schwer aufzufinden ist,
+ so ist ihr Verbreitungsgebiet nur ungenügend bekannt.
+
+Die von ANDREAE a. a. O. mitgeteilte Liste der in den Mauerer Sanden
+festgestellten Säugetiere ist namentlich durch W. v. REICHENAU[64 u.
+65], Beiträge zur näheren Kenntnis der Carnivoren aus den Sanden von
+Mauer und Mosbach, erweitert und berichtigt worden, auf welche wichtige
+Arbeit bei den Bemerkungen zu den einzelnen Species Bezug genommen
+werden soll. Hinzufügen konnte ich selbst noch Sus scrofa var. cfr
+priscus Marcel de Serres, Cervus (Alces) latifrons Johns. und Felis cfr
+catus. Zwei von ANDREAE angeführte Arten: Elephas primigenius Blumenb.
+und Bos primigenius Boj. mußten ausgeschieden werden, da deren Reste
+wahrscheinlich aus der die Mauerer Sande überlagernden Lößstufe stammen.
+
+Da in letzter Zeit ausschließlich die im Profil der Sandgrube am
+Grafenrain mit 1-10 bezeichneten Sandschichten abgebaut wurden, so
+stammen die von mir selbst jüngst gesammelten Tierreste sämtlich aus
+diesem Horizonte, =in welchem, und zwar in Schicht 4 0,87 m über der
+Sohle, der menschliche Unterkiefer gefunden wurde=. Daß aber auch die
+oberen über der Lettenbank lagernden Sandschichten 12-23, die früher
+ausgebeutet wurden, ergiebig an Säugetierresten waren, kann ich aus
+eigner Erfahrung bestätigen. Auch A. SAUER[70] bekräftigt dies in bezug
+auf Elephas antiquus, der, einer Bemerkung in den Erläuterungen zu Blatt
+Neckargemünd S. 67 zufolge, »in der Sandschicht b wie d, also nicht bloß
+im Liegenden, sondern auch im Hangenden der Lehmbank c (vgl. das
+untenstehende Profil[IV.]) aufgefunden wurde«.
+
+ [IV.] Anfang des Jahres 1898 bot die Sandgrube im Grafenrain nach SAUER
+ folgendes Profil dar:
+
+ {0,5 m jüngerer Löß;
+ Lößstufe {2 m Lößlehm;
+ {3,5 m Löß und Lößlehm, in Wechsellagerung nach unten} älterer
+ {zu deutlich geschichtet und sandig werdend } Löß, bzw.
+ } Sandlöß.
+
+ Durch eine scharfe, nach NW einfallende Erosionsfläche getrennt, welche
+ z. T. noch durch Anhäufung großer Gerölle von Buntsandstein markiert ist,
+ folgen darunter:
+
+ {a. 0-2,5 m wohlgeschichteter, feiner, lichtgrauer
+ { Sand;
+ {b. 5 m licht-rötlichbrauner, scharfer Sand;
+ Altdiluviale {c. 2,5 m sandiger, fester Lehm;
+ Neckaraufschüttungen {d. 4-6 m gelb bis rotbrauner, scharfer Sand mit
+ (Mauerer Sande) { Kieslagen, in den oberen Teilen mit
+ { zwei etwa 0,5-1 dm starken Streifen
+ { eines zähen, blauen Tones.
+
+Ich lasse nun eine mit Erläuterungen versehene Aufzählung der in den
+Sanden von Mauer festgestellten Säugetiere folgen, wobei die in der
+Sammlung des Heidelberger geologisch-paläontologischen Instituts
+vorhandenen Fossilien besonders berücksichtigt sind. Um etwas
+Vollständiges zu bieten, wäre eine gründliche Bearbeitung des gesamten,
+in den verschiedenen Sammlungen vorhandenen Materials erforderlich --
+eine Aufgabe, der sich erfreulicherweise in letzter Zeit einige
+Spezialforscher zugewendet haben.
+
+=Felis leo fossilis = Felis spelaea Goldfuß?= Von einer großen Katze aus
+den Mauerer Sanden befinden sich im geologisch-paläontologischen
+Institut Heidelberg ein isolierter P 4 (Reißzahn) des Oberkiefers und
+das Bruchstück eines linken Unterkiefers mit M 1 (Reißzahn), von dem die
+vordere Zacke fehlt; von P 4 und P 3 ist außerdem die Krone abgebrochen,
+und von C steckt nur noch ein Teil der Wurzel in der Alveole[V.]. Nach
+W. v. REICHENAU[65], der diese Objekte bestimmt, in seinen Beiträgen zur
+näheren Kenntnis der Carnivoren aus den Sanden von Mauer und Mosbach
+S. 303/4 beschrieben und auf Taf. IX, Fig. 1 und Taf. X, Fig. 1 abgebildet
+hat, rühren sie von einem Individuum her, das, wie der stark abgenutzte
+P 4 sup. zeigt, in einem vorgeschrittenen Alter stand. Besagter Zahn
+weist relativ kleine Dimensionen auf: Seine Länge -- Vorderrand des
+Innentuberkels mitgemessen -- beträgt nämlich nur 36 mm, während sie
+sich sonst bei Felis spelaea zwischen 39-43 bewegt.
+
+=Felis cfr catus=. Hiervon liegt ein 3. oder 4. Rückenwirbel vor, den ich
+jüngst in dem unteren Horizonte der Mauerer Sande angetroffen habe.
+Derselbe stimmt gut überein mit dem im Heidelberger zoologischen
+Institut befindlichen Skelet einer recenten Wildkatze aus der Umgegend
+von Heidelberg, nur sind die Dimensionen bei dem Wirbel von Mauer
+beträchtlich größer. Herr H. G. STEHLIN hatte die Freundlichkeit,
+unabhängig von mir eine Bestimmung des letzteren vorzunehmen, die mit
+der meinigen übereinstimmt. Er schreibt: »Sollte Felis catus ferus auch
+in den Mosbacher Sanden festgestellt sein, so würde ich den Wirbel auf
+diese Species beziehen; anderenfalls wäre er am passendsten als Felis
+cfr catus zu rubrizieren.« In der Revision der Mosbacher Säugetierfauna
+von H. SCHRÖDER[80] ist Felis catus ferus nicht aufgeführt.
+
+=Canis Neschersensis (Croizet) de Blainville=. W. v. REICHENAU
+beschreibt in seinen Beiträgen S. 195-201 und Taf. X, Fig. 2-4 drei
+Unterkieferhälften aus den Mosbacher Sanden sowie zwei P 4 des
+Oberkiefers, einer ebendaher, der andere von Mauer -- letzterer im
+Museum Hildesheim --, die er dem C. Neschersensis zuteilt, der, in Größe
+zwischen Wolf und Schakal stehend, fast genau mit dem lebenden
+Pyrenäenwolf (C. Lycaon Erxl.) übereinstimmt.
+
+ [V.] Jüngst wurde noch ein Schädelfragment aufgefunden, dessen
+ Zusammensetzung noch nicht beendet ist.
+
+=Ursus arvernensis Croizet=. Von einem verhältnismäßig kleinen Bären
+wurden mehrfach Reste von Unterkiefern sowie auch einzelne Zähne in den
+Sanden von Mauer und Mosbach aufgefunden, die von W. v. REICHENAU
+bestimmt, in den bereits erwähnten Beiträgen beschrieben und z. T. auch
+abgebildet sind. Die mannigfachen Abweichungen, die Ursus arvernensis
+von den von RISTORI zu dem gleichen Formenkreise gestellten Ursus
+ruscinensis Depéret und Ursus etruscus Cuvier zeigt, sind in der v.
+REICHENAUSCHEN Schrift durch Maße belegt. Unter anderem geht daraus
+hervor, daß der Kiefer des Ursus arvernensis beträchtlich kleiner, bzw.
+kürzer ist, als die von RISTORI veröffentlichten italienischen.
+
+Die Reste des Ursus arvernensis von Mauer sind leider in
+alle Himmelsrichtungen zerstreut. Es befinden sich: 1) Im
+K. Naturalienkabinett in Stuttgart: eine linke Unterkieferhälfte mit der
+Zahnreihe, abgebildet bei v. REICHENAU Taf. VIII, Fig. 4. 2) Im
+Römermuseum zu Hildesheim: Bruchstück eines rechten Unterkiefers mit
+abgebrochenem Caninus, den Alveolen von P 1-3, mit P 4 und M 1
+(v. REICHENAU Taf. IX, Fig. 3); ferner isoliert: ein oberer Caninus und
+zwei untere (v. REICHENAU Taf. IX, Fig. 11-13), sowie die Krone eines
+solchen. 3) Im geologisch-paläontologischen Institut der Universität
+Heidelberg: Ein oberer dritter Incisivus (v. REICHENAU Taf. IX,
+Fig. 15), sowie die Krone eines an der Wurzel abgebrochenen Caninus, den
+ich jüngst noch in der Schicht des menschlichen Unterkiefers zu sammeln
+Gelegenheit fand.
+
+=Ursus Deningeri v. Reichenau=. Dieser neue Formenkreis von großen Bären
+ist von W. v. REICHENAU an Resten aus den altdiluvialen Sanden von Mauer
+und Mosbach erkannt, die bisher dem Ursus spelaeus Rosenmüller
+zugesprochen wurden. Allein der Ursus Deningeri weist im Vergleich mit
+den Höhlenbären beträchtliche Differenzen auf. So besitzt z. B. sein
+vierter unterer Prämolar »an der Innenseite des kräftigen Protoconids
+zwei bis drei Sekundärhöcker, die durch eine Furche vom Protoconid
+getrennt sind«, was ihn vom Höhlenbären auf den ersten Blick
+unterscheiden läßt. Ursus Deningeri hat Verwandtschaftsbeziehungen zu
+dem ihm voraufgegangenen Ursus etruscus Cuvier, an den er sich bezüglich
+der Formen- und Größenverhältnisse, namentlich auch hinsichtlich
+der starken Variation des Schädels und Kiefers anschließt.
+Insbesondere zwingt, wie v. REICHENAU bemerkt, die Vergleichung des
+Unterkiefergebisses von Ursus etruscus und Deningeri geradezu zu der
+Annahme, daß letzterer aus ersterem hervorgegangen ist. Ursus Deningeri
+erreichte eine beträchtliche Größe, die derjenigen des Höhlenbären nicht
+nachsteht, wie der im Mainzer Museum aus dem Mosbacher Sande stammende
+Schädel erkennen läßt, dessen Schädelbasis vom Vorderrande des Foramen
+magnum bis zum Vorderrande der Alveole des mittleren Schneidezahnes
+457 mm mißt. Das Profil des Ursus Deningeri-Schädels ähnelt am meisten dem
+recenten Ursus beringianus; nur sind die Nasalia des Ursus Deningeri
+mehr gewölbt und die Prämaxillaria mehr gestreckt. Die Schädelbasis des
+Ursus beringianus mißt übrigens nur 363 mm.
+
+In einem Nachtrage zu seinen Beiträgen führt W. v. REICHENAU aus, daß in
+den ihm aus der Sammlung der Senckenbergischen Naturforschenden
+Gesellschaft zugegangenen oberen Molaren von Mosbach sich Ursus
+Deningeri so sehr dem echten Höhlenbären nähert, daß ihm in ersterem
+eine Ahnenform der Spelaearctos spelaeus-Gruppe vorzuliegen scheine.
+»Aus der Etruscus-Arvernensis-Reihe würde sich zunächst die noch mehr
+polymorphe Deningeri-Reihe entwickelt haben, aus welcher dann diejenigen
+Höhlenbären hervorgingen, denen die drei vorderen Prämolaren des
+Unterkiefers fehlen.«
+
+Von Ursus Deningeri aus den Sanden von Mauer befinden sich: 1) Im
+geologisch-paläontologischen Institut Heidelberg: Ein Oberkieferfragment
+mit Gaumenplatte und Gebiß (M 2, M 1, P 4 gut erhalten, C z. T.
+abgebrochen, Incisivi fehlend); ferner die Kronen eines Caninus des
+linken Unterkiefers und eines M 2 des rechten Oberkiefers. 2) Im
+Römermuseum Hildesheim: ein Caninus. -- Die beiden letztgenannten
+Objekte sind abgebildet bei W. v. REICHENAU Taf. IX, Fig. 5 u. 10.
+
+=Sus scrofa var. cfr priscus Marcel de Serres=. Hiervon befinden sich im
+geologisch-paläontologischen Institut Heidelberg zwei noch in den
+Alveolen steckende Molaren (M 3-M 2 inf. dext.), die nach einer
+Bestimmung des Hr. W. v. REICHENAU als Sus priscus Serres bezeichnet
+sind. Auch Hr. H. G. STEHLIN, der so freundlich war, sein Urteil über
+diese Zähne abzugeben, ist der Meinung, »daß sie ihren beträchtlichen
+Dimensionen nach ganz wohl zu Sus scrofa priscus Serres gehören können,
+obwohl sie in der relativen Breite ihren Äquivalenten an der
+Typusmandibel von Lunel-Vieil etwas nachzustehen scheinen. Die Frage,
+inwiefern Sus scrofa priscus für älteres Quartär charakteristisch ist,
+bedarf noch sehr der genaueren Prüfung. Tatsache scheint zu sein, daß
+S. scrofa des älteren Quartärs meist bedeutendere Körpergröße erreichte,
+als dasjenige der späteren Zeiten. Allein ich kenne neolithische
+Suszähne vom Rinnehügel am Burtnecksee, welche in Größe und Struktur
+auffallend mit der von HARLÉ im Altquartär von Montsaunés entdeckten
+übereinstimmen. Auch wird man gut tun, nicht zu übersehen, daß unter den
+vorderhand als S. scrofa priscus zusammengefaßten Materialien gewiß
+Differenzen bestehen, welche vielleicht noch einmal zur Unterscheidung
+=mehrerer= Varietäten führen könnten. Beim gegenwärtigen Stand unserer
+Kenntnisse ist das Tier von Mauer am passendsten als Sus scrofa var. cfr
+pricus Marcel de Serres zu rubrizieren.« -- Auch in den Mosbacher Sanden
+sind mehrfach einzelne Zähne von Sus scrofa aufgefunden. NEHRING, ein
+ausgezeichneter Kenner der Quartärfaunen Mitteleuropas, gibt an, daß er
+selbst bei seinen Ausgrabungen in dem Diluvium von Thiede (unweit
+Braunschweig), Westeregeln (zwischen Magdeburg und Halberstadt),
+Oberfranken, am Rhein usw. niemals den geringsten Rest von Sus gefunden
+habe, nur aus präglacialen und aus altdiluvialen Ablagerungen seien ihm
+solche bekannt geworden. Es ist dies verständlich, wenn man in Betracht
+zieht, daß die Wildschweine durch anhaltenden Frost ganz besonders
+leiden; sie können in dem festgefrorenen Boden nicht wühlen und sind
+somit in der Aufsuchung ihrer Nahrung sehr behindert. Weiteres hierüber
+findet sich bei O. SCHOETENSACK[79], Beiträge zur Kenntnis der
+neolithischen Fauna Mitteleuropas 1904 S. 13.
+
+=Cervus (Alces) latifrons Johns=. Zu den häufigsten Resten gehören nach H.
+SCHRÖDER in den Mosbacher Sanden Skeletteile, Gebisse und Geweihe dieses
+riesenhaften Elches, dessen Schaufeln an einer sehr langen und kräftigen
+Stange sitzen. Auch mir fielen die überaus starken Molaren eines
+Cerviden in den Sanden von Mauer auf, die M. SCHLOSSER zu bestimmen die
+Freundlichkeit hatte. Einzelne Zähne dieses Elches sind schon in den
+alten Beständen der Heidelberger Sammlung vorhanden. Es gelang mir,
+solche aber auch in mehreren Exemplaren in der Fundschicht des
+menschlichen Unterkiefers festzustellen. -- So häufig wie in Mosbach
+scheint Cervus (Alces) latifrons in Mauer nicht gewesen zu sein. Von
+zwei zusammengehörigen Prämolaren des rechten Unterkiefers (Nr. 18 d.
+Heidelb. Sammlg.) mißt P 3 mesiodistal 24,7 mm und P 4 29 mm; der
+linguobuccale Durchmesser steigt bei ersterem bis zu 17,2 mm, bei
+letzterem bis zu 20,5 mm an; die Schmelzleisten sind ungemein kräftig
+ausgebildet.
+
+=Cervus elaphus L. var.= Reste des Edelhirsches sind häufig in den
+Mauerer Sanden. Außer Skeletteilen der Extremitäten finden sich
+besonders oft isolierte Zähne sowie mehr oder weniger fragmentarische
+Unterkieferhälften. Eine solche (rechte) mit vollständig erhaltener
+Zahnreihe schließt sich in bezug auf die Länge dieser genau einem uns
+vorliegenden recenten Cervus elaphus aus der Schweiz an: Die Gesamtlänge
+von 3 P + 3 M beträgt bei beiden 118 mm; dagegen beträgt die Länge vom
+Angulus bis zum Incisivrand bei dem Mauerer Exemplar etwa 320 mm, bei
+unserem recenten aber nur 285 mm. RÜTIMEYER[67], Fauna der Pfahlbauten
+S. 59, gibt für den Unterkiefer des recenten Edelhirsches 300 mm und für
+den großen Pfahlbauhirsch sogar 345 mm an. -- Von einem mitten
+durchgebrochenen, sonst aber -- auch an beiden Gelenkflächen
+-- vollkommen erhaltenen Metatarsus gebe ich nachstehend die Maße,
+verglichen mit den von RÜTIMEYER mitgeteilten:
+
+ Mauer Pfahlbauhirsch Recent
+
+ Metatarsus, volle Länge 320 370 260
+ » obere Gelenkfläche quer 38,8 38 30
+ » untere » » 45 45 34
+
+Von Geweihen, die leider nur in Bruchstücken vorliegen, scheinen sich
+hauptsächlich die kräftigsten erhalten zu haben. Diese gleichen z. T.
+den von POHLIG[62] in seiner Abhandlung »Die Cerviden des thüringischen
+Diluvial-Travertines« als Cervus (elaphus) Antiqui abgebildeten von
+Taubach; doch ist der Umfang der Stange unmittelbar über der Rose bei
+zwei von Mauer vorliegenden Exemplaren beträchtlicher (20 und 24 cm!).
+Ich möchte mir daher in der Bestimmung der Geweihreste des Edelhirsches
+von Mauer dieselbe Vorsicht auferlegen, wie sie H. SCHRÖDER »in Ansehung
+der ganz außerordentlichen Variabilität der Geweihe und der noch
+größeren Meinungsverschiedenheiten der Autoren über die Beziehungen und
+gegenseitige Abgrenzung der Varietäten, namentlich fossiler Hirsche« in
+seiner Revision der Mosbacher Säugetierfauna für geboten hält.
+
+=Cervus capreolus L.= Reste vom Reh sind in den Mauerer Sanden nicht
+häufig. In der Heidelberger Sammlung befinden sich ein oberes und ein
+unteres Ende von zwei verschiedenen Geweihstangen, die von
+ausgewachsenen Tieren herrühren; ferner das Unterkieferfragment eines
+jugendlichen. Abweichungen von dem recenten Reh vermag ich nicht daran
+zu erkennen.
+
+=Bison= sp. nov. ind. Ebenso wie in dem Mosbacher Sande ist ein Bison auch
+in Mauer häufig. Leider sind die seit Jahrzehnten hier aufgefundenen
+Reste in alle Himmelsrichtungen zerstreut, so daß ein Studium derselben
+sehr erschwert ist. Nach den Messungen, die ich an den in dem
+geologisch-paläontologischen Institut der Universität Heidelberg
+befindlichen zwei Schädelfragmenten, drei isolierten Hornzapfen und
+einem Unterkiefer vornehmen konnte, weicht der Bison von Mauer
+beträchtlich von dem in dem europäischen Diluvium weit verbreiteten
+Bison priscus Boj. ab. Er schließt sich, soweit sich dies nach den
+wenigen vorliegenden Resten beurteilen läßt, mehr an den recenten Bison
+europaeus Ow. an. Da eine erschöpfende Bearbeitung dieser Frage nicht in
+dem Rahmen dieser Abhandlung liegt, so beschränke ich mich darauf, den
+von mir genommenen Maßen einige von L. RÜTIMEYER[67], Die Fauna der
+Pfahlbauten S. 74 und H. v. MEYER[52], Nova Acta Acad. Leopold., 1835,
+S. 138 angeführte Vergleichszahlen beizufügen:
+
+ Masse des Unterkiefers[VI.] in Millimetern
+
+ Spaltenüberschriften:
+
+ A: Mauer
+ B: Bojanus }
+ C: Nordmann Paläontologie Südrußlands } nach Rütimeyer
+ D: Robenhausen Pfahlbau }
+
+ A B C D
+
+ Höhe hinter M 3 68,2 65 68 --
+ Höhe vor P 1 42 38 -- --
+ Länge der Backenzahnreihe etwa 153 164 147 145
+ M 3 Länge 42,8 45 42 42
+ Breite 19,6 -- -- 17,5
+ M 2 Länge 27,9 31 27 27
+ Breite 19,4 -- -- 17,5
+ M 1 Länge 23,9 31 22 23
+ P 1-3 Länge etwa 56 56 57 50
+
+ [VI.] An demselben sind die bereits stark abgekauten Backzähne bis auf
+ P 1 erhalten; Ast und Symphyse fehlen.
+
+ ------------------------+---------------------+----------------------+
+ | Bison von Mauer | Bison europaeus |
+ +---------------------+----------------------+
+ |Schädelfragment 1 | |
+ | |Schädelfragment 2[VII.] |
+ | | |Isolierter Hornzapfen 201 |
+ | | | |Isolierter Hornzapfen 202 |
+ | | | | |Isolierter Hornzapfen 211 |
+ | | | | | +----------------------+
+ | | | | | |Berlin |
+ | | | | | | |Paris |
+ | | | | | | | |Petersburg |
+ | | | | | | | | |Schönbrunn|
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+------+
+ Breite der Stirn | | | | | | | | | | |
+ zwischen d. über d. | | | | | | | | | | |
+ Einbiegungen | | | | | | | | | | |
+ Augenhöhlen nach einer| | | | | | | | | | |
+ geraden Linie | 264| 275| --| --| --|258|220|270|231| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Breite der Stirn | | | | | | | | | | |
+ zwischen der Basis der | | | | | | | | | | |
+ Hornzapfen | 260| -- | --| --| --|234|230|280|230| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Umfang der | | | | | | | | | | |
+ Hornzapfenbasis | -- | -- | --| --|330|290| --| --| --| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Länge der geraden Linie | | | | | | | | | | |
+ v. untern Teile der | | | | | | | | | | |
+ Hornzapfenbasis bis | | | | | | | | | | |
+ zur Spitze des Zapfens| -- | -- |300|295|230|285| --| --|230| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Dieselbe Länge nach der | | | | | | | | | | |
+ Krümmung des Zapfens | -- | -- |330|330|290|498| --| --|320| |
+ | | | | |[a]| | | | | |
+ | | | | |385| | | | | |
+ | | | | |[b]| | | | | |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Längendurchmesser des | | | | | | | | | | |
+ Hinterhauptsloches |44,5|43,5| --| --| --| 38| --| --| 30| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Entfernung vom | | | | | | | | | | |
+ Hinterhauptskamme bis | | | | | | | | | | |
+ zum oberen Rande des | | | | | | | | | | |
+ Hinterhauptsloches | 102| 101| --| --| --|100| --| --|110| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Größte Breite des | | | | | | | | | | |
+ Hinterhauptes nach | | | | | | | | | | |
+ einer geraden | | | | | | | | | | |
+ Grundlinie | 260| 260| --| --| --|246|200|265|240| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+ |
+ Entferng. v. ein. | | | | | | | | | | |
+ Hornzapfenbasis zur | | | | | | | | | | |
+ anderen am hintern | | | | | | | | | | |
+ Teil des Schädels nach| | | | | | | | | | |
+ ein. geraden Linie | 273| 300| --| --| --|302| --| --| --| |
+ ------------------------+----+----+---+---+---+---+---+---+---+------+
+ [a] vordere Curvatur [b] hintere Curvatur
+
+ ------------------------+--------------------------------------------+
+ | Bison priscus |
+ +--------------------------------------------+
+ |Diluvium (Niederterrasse Kirchheim bei |
+ |Heidelberg). Städt. Sammlungen Heidelberg. |
+ |Eig. Messung. |
+ | |Aus dem Rhein bei Sandhofen Mannheim |
+ | |Mus. Frankfurt a. M. |
+ | | |Aus dem Rhein |
+ | | |Mus. Darmstadt |
+ | | | |Aus dem Rhein |
+ | | | |Mus. Darmstadt |
+ | | | | |Aus dem Rhein |
+ | | | | |Mus. Speyer |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+------------------------+
+ Breite der Stirn | | | | | | |
+ zwischen d. über d. | | | | | | |
+ Einbiegungen | | | | | | |
+ Augenhöhlen nach einer| | | | | | |
+ geraden Linie |330|301|304|345|315| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Breite der Stirn | | | | | | |
+ zwischen der Basis der | | | | | | |
+ Hornzapfen |325|355|437|404|379| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Umfang der | | | | | | |
+ Hornzapfenbasis |390|380|364|382|458| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Länge der geraden Linie | | | | | | |
+ v. untern Teile der | | | | | | |
+ Hornzapfenbasis bis | | | | | | |
+ zur Spitze des Zapfens|460|477|448|382|351| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Dieselbe Länge nach der | | | | | | |
+ Krümmung des Zapfens |520|514|546|487|465| |
+ |[a]| | | | | |
+ |650| | | | | |
+ |[b]| | | | | |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Längendurchmesser des | | | | | | |
+ Hinterhauptsloches | 40| 48| 47| 51| 48| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Entfernung vom | | | | | | |
+ Hinterhauptskamme bis | | | | | | |
+ zum oberen Rande des | | | | | | |
+ Hinterhauptsloches |117|107|118|110|128| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Größte Breite des | | | | | | |
+ Hinterhauptes nach | | | | | | |
+ einer geraden | | | | | | |
+ Grundlinie | --|297|291|310| --| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+ |
+ Entferng. v. ein. | | | | | | |
+ Hornzapfenbasis zur | | | | | | |
+ anderen am hintern | | | | | | |
+ Teil des Schädels nach| | | | | | |
+ ein. geraden Linie |320|359|400|312|358| |
+ ------------------------+---+---+---+---+---+------------------------+
+ [a] vordere Curvatur [b] hintere Curvatur
+
+ [VII.] A. PAGENSTECHER, Frühlings landwirtschaftliche Zeitung, 1878.
+ XXVII, 2. Heft, S. 25, schätzt das Alter dieses Individuums auf Grund der
+ beiden bei dem Fossil gefundenen Backzähne -- oberer Molar und unterer
+ Milchmolar -- auf höchstens zwei Jahre. Die Zugehörigkeit des letzteren
+ zu dem Schädelfragment ist jedenfalls sehr fraglich, da sonst nichts von
+ dem Unterkiefer vorliegt.
+
+A. ANDREAE[5] führt unter der Fauna von Mauer auch Bos primigenius Boj.
+an. Ich konnte unter den im Heidelberger geologisch-paläontologischen
+Institut befindlichen Tierresten aus den Mauerer Sanden nur Bison
+priscus feststellen. Auch in den Mosbacher Sanden kommt nach
+F. KINKELIN[31 u. 38] und H. SCHRÖDER[80 u. 81] nur Bison vor. Es liegt
+daher die Vermutung nahe, daß es sich bei den von ANDREAE erwähnten
+Resten um solche handelt, die aus der Lößstufe stammen.
+
+=Equus= sp. Nach brieflicher Mitteilung des Herrn W. v. REICHENAU, der mit
+der Bearbeitung der Equidenreste aus den Sanden von Mosbach und Mauer
+beschäftigt ist, stellen die aus letzterem Fundorte vorliegenden
+einzelnen Zähne von Equus in ihrem sehr variablen Verhalten eine
+=Übergangsreihe dar, ausgehend von der Form Equus Stenonis Cocchi= (mit
+kurzachsigem vorderen Innenpfeiler der Kaufläche), bis zur Taubacher
+Form hinüberleitend. Dasselbe ist bei dem großen Equus Mosbachensis der
+Fall. Equus germanicus Wüst = E. caballus var. germanica Nehring ist in
+Mauer nicht vertreten.
+
+=Rhinoceros etruscus Falc.= ist häufig in den Sanden von Mauer.
+Namentlich vom Kopfskelet sind zahlreiche Reste aufgefunden; darunter
+Unterkieferfragmente mit Zahnreihen und isolierte Zähne. Das
+Gliedmaßenskelet ist u. a. durch ein leidlich gut erhaltenes Becken
+vertreten; von dem Rumpfskelet kommen häufig Rippen vor. Alles für die
+Bestimmung der Species wichtige Material, das sich in der Heidelberger
+Universitätssammlung vorfindet, ist zurzeit in Händen von HENRY
+SCHRÖDER, dem ausgezeichneten Kenner der Rhinozeroten, der so freundlich
+war, mir folgendes vorläufige Ergebnis seiner Untersuchungen zur
+Verfügung zu stellen: »Betreffend die =Rhinocerosreste von Mauer= kann
+ich heute noch auf meiner vor 10 Jahren in der Revision der Mosbacher
+Säugetierfauna gegebenen Bestimmung des Rhinoceros etruscus Falc.
+beharren; mir ist bisher kein Stück unter die Hände gekommen, das man
+als Rhinoceros Merckii deuten könnte, wenn man als Typus dieser Art die
+Taubacher Form annimmt.« Die von SCHRÖDER angezogene, Rhinoceros etrusc.
+Falc. betreffende Stelle lautet: »Diese aus dem oberen Pliocän des
+Arnotales und aus dem Forestbed Englands bekannte Rhinocerosart ist in
+Mosbach häufig. Die besterhaltenen Stücke besitzt das Museum der
+Landesanstalt und das Mainzer Museum, beide je einen Schädel mit
+Prämolaren und Molaren, letzteres einen vollständigen Unterkiefer und
+ersteres vollständig erhaltene Reihen des definitiven und des
+Milchgebisses. Rhinoceros etruscus unterscheidet sich durch nur sanft
+aufsteigende Parietalia, starke, fast horizontal verlaufende Cingula an
+der Innenseite der Prämolaren des Oberkiefers und größere Niedrigkeit
+der Zahnkronen von dem echten Rhinoceros Merckii, das zudem noch
+erheblich größer ist. Die Übereinstimmung der Mosbacher Zähne mit
+solchen aus dem italienischen Pliocän ist vollkommen. Übrigens vermutete
+bereits SANDBERGER Rhinoceros etruscus in Mosbach.«
+
+=Elephas antiquus Falc.= kommt häufig vor in den Sanden von Mauer.
+Ansehnliche Reste des Rumpf-, Kopf- und Gliedmaßenskelettes sind in der
+Sammlung des Heidelberger geologisch-paläontologischen Instituts
+vorhanden, die sich auf die verschiedensten Altersstadien erstrecken. Es
+erschien mir besonders wichtig, dieses Leitfossil auch aus dem gleichen
+Horizonte, aus dem der menschliche Unterkiefer stammt, nachzuweisen, was
+durch die freundliche Unterstützung des Herrn J. RÖSCH in
+befriedigendster Weise gelungen ist. Es wurde nämlich 11,5 m südlich von
+der im geologischen Profil mit einem Kreuz bezeichneten Fundstelle der
+Oberkiefer eines ganz jungen Individuums und 25 m nordwestlich von der
+genannten Stelle der Unterkiefer eines noch nicht völlig ausgewachsenen
+Individuums aufgefunden. Von letztgenannter Mandibula, die aus der
+Symphyse in zwei Teile zerfallen war, die sich leicht wieder
+zusammensetzen lassen, fehlt beiderseits der obere Teil des Ramus
+ascendens. Auf Taf. IV, Fig. 6 ist ein Teil der linken Hälfte des
+Unterkiefers so abgebildet, daß die Schmelzfiguren der Kaufläche des
+ersten Molaren zu erkennen sind. Sie sind typisch rautenförmig, am
+distalen Teile mehr als am mesialen mit zahlreichen Ausbuchtungen
+versehen. Die Stärke der Schmelzwand beträgt 1,5-2,0 mm. Von dem
+nachdrängenden M 2 ist die Kaufläche der Querjoche noch völlig intakt.
+Die Höhe des Corpus mandibulae beträgt unter M 1 148 und unter M 2 155
+mm. Die Dicke des Corpus mißt an der Basis 112 mm und steigt nach oben
+bis zu 160 mm an. Der mesiodistale Durchmesser von M 1 beträgt im
+Maximum 157, der linguobuccale 63 mm, beide Maße an der Kaufläche
+genommen. Da nach ZITTEL beim recenten (indischen) Elefanten der erste
+Molar erst im 15. Jahre mit der ganzen Zahnkrone in Funktion ist und der
+zweite Molar im 20. Jahre zum Vorschein kommt, die Altersgrenze des
+Elefanten aber weit über 100 Jahre liegen soll, so dürfen wir annehmen,
+daß die vorliegende Mauerer Mandibula von einem Individuum stammt, das
+seine Vollkraft noch nicht ganz erreicht hatte.
+
+Das auf Taf. V, Fig. 10 abgebildete Oberkieferfragment eines ganz jungen
+Tieres wurde zusammen mit anderen demselben Individuum angehörigen
+Knochen der Kieferregion und der Hirnkapsel -- wovon zwei Felsenbeine
+und das Hinterhauptsbein leidlich gut erhalten sind -- aufgefunden. Die
+Maxillae superiores und die Ossa palatina sind erhalten; ebenso auf
+jeder Seite zwei Milchmolaren, von denen der mesiale drei Lamellen, der
+distale deren sieben aufweist. Nach ZITTEL, Handbuch der Paläontologie
+V. Abt. IV. Bd. 1891. S. 468, verhält sich die Zahl der Querjoche bei
+Elephas antiquus folgendermaßen:
+
+ D 1[VIII.] D 2 D 3 M 1 M 2 M 3
+ sup. 3 5-7 8-11 9-12 12-13 15-20
+ inf. 3 6-8 9-11 10-12 12-13 16-21.
+
+ [VIII.] Da sich zu diesen drei Milchmolaren bei Elephas zuweilen ein
+ vorderster rudimentärer gesellt, so nehmen manche Autoren, z. B.
+ M. WEBER, Die Säugetiere, Jena 1904, folgende typische Formel der
+ Backenzähne für Elephas an: D (od. Pd) 4/4 M 3/3
+
+Es liegen demnach bei unserem Oberkiefer D 1 und D 2 vor. Während
+ersterer Zahn eine starke Abnutzung der Kaufläche aufweist und die
+Schmelzfiguren deutlich erkennen läßt, ist bei D 2 die Usur nicht so
+weit vorgeschritten: Die Schmelzfiguren werden distalwärts immer
+schwächer. H. POHLIG[61] bildet in Nova Acta Acad. Leopold. 1892
+Taf. IIb das Fragment einer rechtsseitigen Oberkieferhälfte des im
+städtischen Museum zu Weimar befindlichen Elephas antiquus ab »mit dem
+vollständigsten aller bekannten hintersten Milchmolaren«, und
+A. PORTIS[63] bringt in Palaeontographica N. F. V. 4 (XXV.) Taf. XIX,
+Fig. 1 die Abbildung eines im Münchener Museum befindlichen Unterkiefers
+des Elephas antiquus von Taubach »mit den beiden zweiten gut entwickelten
+und abgenutzten Milchmolaren und mit Alveolen, aus denen die Embryonen
+des dritten[IX.] Zahnes herausgefallen sind«. Der Oberkiefer von Mauer
+ergänzt die vorgenannten Objekte in erfreulicher Weise.
+
+ [IX.] Distal-mesialwärts gerechnet.
+
+Vom Elephas antiquus ist im Jahre 1887 in der Sandgrube im Grafenrain
+auch das auf Taf. IV, Fig. 7 abgebildete Schädelfragment nebst
+Unterkiefer aufgefunden, das von Herrn J. RÖSCH in Mauer dem
+zoologischen Institut der Universität Heidelberg geschenkt wurde. Da der
+Zerfall des sehr mürben Knochengewebes durch Wegnahme des es
+zusammenhaltenden Sandes zu befürchten war, so wurde auf Anordnung und
+unter Leitung des Hr. Geh. Hofrat BÜTSCHLI eine Kiste um das wichtige
+Fundstück gezimmert, in welcher die Überführung nach Heidelberg
+stattfand. Hier konnte mit aller Sorgfalt die Präparation desselben
+erfolgen. Bemerkenswert ist es, daß an dem Kiefer nur der linke
+Incisivus zur Ausbildung gelangte, während der rechte, wie die nur
+30 × 20 mm messende Alveole zeigt, sehr früh ausgefallen sein muß. Die
+Länge des linken Schneidezahnes beträgt von der Alveole bis zur Spitze
+in gerader Linie 1,16 mm, längs der äußeren Kurve gemessen 1,26 mm, der
+Umfang desselben beim Austritt aus der Alveole 0,38 mm. Es seien noch
+folgende Maße mitgeteilt: Das Hinterhauptsloch mißt zwischen den
+Condylen 80 mm, von oben nach der Schädelbasis 74 mm. Breite des
+Schädels zwischen den Jochbogen 710 mm. Die Entfernung von dem Processus
+condyloideus des Unterkiefers bis zum äußersten Punkte der Symphysis
+beträgt 720 mm; eine Senkrechte von dem genannten Processus auf die
+Fortsetzungslinie der Basis des Unterkieferkörpers mißt 458 mm. Die
+Entfernung zwischen den beiden Processus condyloidei beträgt 560 mm,
+zwischen den Processus coronoidei 360 mm; die Höhe des Körpers unter M 2
+150 mm.
+
+Von den Kauflächen der Molaren der rechten Ober- und Unterkieferhälften
+bringt Taf. IV, Fig. 8 und 9 Photographien, die von Hr. W. SPITZ nach
+einem von ihm gewonnenen Abklatsch hergestellt sind. Es sind oben wie
+unten von M 1 nur noch Reste vorhanden; M 2 beginnt bei der mit einem
+Pfeil bezeichneten Stelle. Während M 2 sup. (Fig. 8) die Schmelzfiguren
+nur undeutlich erkennen läßt, treten solche bei dem unteren Molaren
+(Fig. 9) genügend scharf hervor. Man kann außer dem mesial nur halb
+entwickelten Querjoch zehn weitere unterscheiden, die zum Teil typische
+Rautenform aufweisen. Distal werden die Schmelzfiguren undeutlicher. M 2
+sup. hat an der Kaufläche gemessen eine Länge von etwa 140 mm und eine
+Breite von 60 mm. M 2 inf. ist 197 mm lang und 55 mm breit.
+
+Elephas trogontherii ist nach H. SCHRÖDER in der Fassung, die ihm POHLIG
+gegeben hat und die von mehreren Autoren angenommen ist, für
+stratigraphische Zwecke nicht verwendbar. »Faßt man die Species enger
+und beschränkt sie auf die Zahnform, die ein Mittelding zwischen
+E. meridionalis und primigenius zu sein scheint, so kann ich nur sagen,
+daß ich E. trogontherii, wie er bei Mosbach mehrfach gefunden ist, unter
+dem Material, das ich von Mauer gesehen habe, nicht finden konnte.
+Meines Erachtens lassen sich alle Stücke auf E. antiquus beziehen.«
+Diesen Worten SCHRÖDERS pflichte ich vollkommen bei. Auch mir sind aus
+den Mauerer Sanden nur typische Reste des E. antiquus bekannt geworden.
+
+=Castor fiber L.= Bruchstücke von Unterkiefern sowie einzelne Schneide-
+und Backzähne des Bibers sind in den Mauerer Sanden öfters aufgefunden.
+Noch jüngst konnte ich eine rechte Unterkieferhälfte mit Bezahnung aus
+der Fundschicht der menschlichen Mandibula der Heidelberger Sammlung
+einverleiben. Danach schließt sich der Biber von Mauer dem recenten an,
+nur weisen die Maße der Backzähne des ersteren bedeutend höhere Zahlen
+auf.
+
+=Wie schon in dem vorstehenden Verzeichnis bemerkt, weist die Säugerfauna
+aus den Sanden von Mauer enge Beziehung zu derjenigen aus den Mosbacher
+Sanden auf. Beide aber lassen wiederum deutliche Beziehungen zu den
+präglacialen Forestbeds von Norfolk sowie zu dem südeuropäischen
+Oberpliocän erkennen. Insbesondere deuten Rhinoceros etruscus Falc. und
+das von der Form Equus Stenonis Cocchi bis zur Taubacher Form
+hinüberleitende Pferd von Mauer bestimmt auf das Pliocän hin, während
+die übrigen Mammalia zum größeren Teil dem ältesten Diluvium angehören.
+Der Unterkiefer von Mauer dürfte also von den bisher aufgefundenen
+stratigraphisch beglaubigten menschlichen Resten der älteste sein=[X.].
+
+ [X.] Die Umgegend von Heidelberg hat auch zwei Funde aus einem =späteren=
+ Abschnitte der Diluvialzeit ergeben. Es sind dies 1) das einer völlig
+ intakten Lößwand bei Dossenheim (jüngerer Löß mit Helix hispida,
+ Succinea oblonga und Pupa muscorum) entnommene proximale Ende eines
+ Metacarpalknochens eines kleinen Boviden, welches deutlich einen 4 mm
+ tiefen, transversalen Einschnitt zeigt, wie er nur durch den Menschen
+ hervorgebracht sein kann. Der Schnitt ist, wie mit der Lupe erkennbar,
+ wahrscheinlich durch öfteren Ansatz eines Feuersteinmessers ausgeführt.
+ Dieses Artefakt wurde dem geologisch-paläontologischen Institut der
+ Universität Heidelberg übergeben. 2) wurde in den diluvialen
+ Lehmablagerungen oberhalb Ziegelhausens, in beträchtlicher Tiefe, eine
+ 120 mm lange und 48 mm breite Lanzenspitze aus kieseligem Gestein
+ aufgefunden, die, unten abgestumpft, beiderseitig Einbuchtungen zeigt
+ und an den Rändern gezähnelt ist. In Form und Technik entspricht das
+ Artefakt ganz einer im Solutréen Horizonte der Grotte von Laugerie Haute
+ in der Dordogne gefundenen Lanzenspitze (vgl. ED. PIETTE, Association
+ française pour l'avancement des sciences, 26. Aug. 1875, Taf. XVII,
+ Fig. 7). Diesen Gegenstand führte ich, da damals die prähistorische
+ Abteilung der städtischen Sammlungen in Heidelberg noch nicht bestand,
+ der Staatssammlung in Karlsruhe zu. (Vgl. O. SCHOETENSACK, Über
+ paläolithische Funde in der Gegend von Heidelberg, Ber. d. Oberrhein.
+ geolog. Vereins, 35. Vers. zu Freiburg i. B. 1902.)
+
+ Endlich gelang es mir, auch die ersten Spuren einer =neolithischen=
+ Ansiedelung im Amtsbezirk Heidelberg auf dem Grunde der alten Bergheimer
+ Kirche, festzustellen (Zeitschr. f. Ethnologie 1899, Verh. S. 566-574).
+ Seitdem sind durch die von K. PFAFF ausgeführten städtischen
+ Ausgrabungen zahlreiche neolithische Funde in näherer und weiterer
+ Umgebung der Stadt gemacht. Es konnte dabei eine kontinuierliche
+ Besiedelung dieser Gegend seit der jüngeren Steinzeit bis zur Gegenwart
+ festgestellt werden.
+
+
+
+
+ II. Anthropologischer Teil.
+
+
+Aus dem vorhergehenden Abschnitte ist die stratigraphische Lagerung des
+menschlichen Unterkiefers ersichtlich, der 24,10 m unter der Oberfläche
+in der von Herrn F. RÖSCH abgebauten Sandgrube im Gewann Grafenrain zu
+Mauer, Amtsbezirk Heidelberg, aufgefunden wurde.
+
+Schon seit langer Zeit habe ich die Aufmerksamkeit auf diese Fundstätte
+gerichtet. Der Beweis der Coexistenz des Menschen mit Elephas antiquus,
+der in dem an Wirbeltierresten so reichen Kalktuff von Taubach bei
+Weimar durch die Untersuchungen von A. PORTIS erbracht war, machte es
+zur Pflicht, auch in den Mauerer Sanden auf Spuren des Menschen zu
+fahnden. Allerdings waren die Aussichten auf einen Erfolg in Mauer weit
+geringer, als in Taubach. Handelt es sich an letzterem Orte doch nach
+PORTIS[63] um menschliche Niederlassungen am Ufer stehenden Gewässers,
+auf dessen Boden die aus dem Muschelkalkgebiete kommenden Bäche Kalktuff
+ablagerten[XI.]. Von diesem wurden die weggeworfenen Gegenstände:
+abgenagte, oft auch zerschlagene oder mit Brandspuren versehene Knochen,
+Feuerstein- und Knochenartefakte u. a. m. bedeckt[XII.]. Bei Mauer aber
+sind es, wie in dem geologisch-paläontologischen Teile ausgeführt wurde,
+Aufschüttungen eines alten Neckarlaufes, die bald »eine rein sandige,
+bald schlickartig lehmige oder grobkiesige Beschaffenheit« aufweisen.
+Hier kann man von vornherein keine Anzeichen einer regelrechten
+menschlichen Ansiedelung erwarten. Der Strom, an dessen Ufern der Mensch
+sich wohl zeitweise aufgehalten haben mochte, mußte bei Hochwasser
+gründlich derartige Spuren verwischen. Die im Bereiche des
+Überschwemmungsgebietes liegenden Tierreste wurden dabei wohl eine
+Strecke fortgeführt, bis sie, vom Sand und Kies bedeckt, dauernd zur
+Ablagerung gelangten. Weit kann der Transport nicht stattgefunden haben,
+da die Knochen meist noch deutlich das Oberflächenrelief scharf
+ausgeprägt zeigen. Stets finden sich nur einzelne Teile des Skelettes
+der Säugetiere, am häufigsten isolierte Zähne und Fragmente von
+Unterkiefern, die wegen der starken Schicht kompakten Knochengewebes dem
+Verwesungsprozeß hartnäckig widerstehen.
+
+ [XI.] Nach den neueren, durch H. HAHNE und E. WÜST[34] ausgeführten
+ Untersuchungen liegen »die paläolithischen Fundschichten der Gegend von
+ Weimar im Ilmtale zwischen Weimar und dem 4 km ilmaufwärts von Weimar
+ gelegenen Dorfe Taubach in einer aus Ablagerungen des Ilmtales
+ aufgebauten Terrasse, welche durch spätere Erosion in drei Teilstücke:
+ das Taubacher auf der rechten, das Ehringsdorfer und das Weimarer auf der
+ linken Ilmseite, zerlegt ist«. Nach den genannten Forschern lassen »die
+ Entstehungsart und Altersfolge der Fundschichten von vornherein nicht
+ unbeträchtliche zeitliche Unterschiede zwischen den menschlichen Spuren
+ der verschiedenen Horizonte annehmen«. E. WÜST[102] gelangt übrigens in
+ seiner neuesten Schrift zu dem Schlusse, daß die in Rede stehenden
+ Ablagerungen von Weimar-Ehringsdorf-Taubach dem dritten Interglacial
+ zugerechnet werden müssen.
+
+ [XII.] Es gelang mir, aus dem Kalktuff von Taubach auch einen Kinderzahn
+ nachzuweisen, den ich unter den von A. WEISS daselbst gesammelten
+ Fossilien vorfand und der wissenschaftlichen Bearbeitung durch A. NEHRING
+ zuführte. Vgl. die Mitteilungen VIRCHOWS in der Berliner Anthrop. Ges.
+ Zeitschr. f. Ethnologie 1895 Verh. S. 338. Bald danach kam ein zweiter,
+ schon früher in der gleichen Schicht aufgefundener Zahn (M 1 inf.) zum
+ Vorschein, dessen bisher angezweifelter Fundbericht nunmehr Anerkennung
+ fand; ebd. S. 573.
+
+Daß uns auch vom Menschen ein Unterkiefer überliefert wurde, ist ein
+außergewöhnlich glücklicher Zufall. 30 Jahre lang fortgesetzte, bis zu
+25 m Tiefe ausgeführte Grabungen waren erforderlich, um dieses für die
+Urgeschichte des Menschen so wichtige Dokument zutage zu fördern! Seit
+nahezu zwei Jahrzehnten kontrollierte ich die Grabungen in der Sandgrube
+im Grafenrain auf Spuren des Menschen. Kohlenreste oder Brandspuren an
+Säugetierknochen suchte ich vergeblich, die kleinen, größtenteils aus
+dem Muschelkalk der Umgebung stammenden Hornsteine zeigten keine Spur
+der Bearbeitung, spitz zulaufende Knochenfragmente, die ich in der
+Hoffnung, ihre Bearbeitung feststellen zu können, daheim sorgfältig von
+der durch kohlensauren Kalk verkitteten Sanddecke befreite, erwiesen
+sich durchweg als auf natürlichem Wege entstandene Bruchstücke. So blieb
+denn die einzige Hoffnung, daß sich unter den zahlreichen
+Säugetierresten auch einmal ein menschlicher zeigen würde. Auf diese
+Möglichkeit habe ich Herrn J. RÖSCH seit zwei Jahrzehnten beständig
+hingewiesen, indem ich die Bedeutung eines solchen Fundes in den Mauerer
+Sanden in stratigraphisch durchaus gesicherter Lage betonte. Ich machte
+besonders darauf aufmerksam, daß ein derartiger Fund sofort sachgemäß
+behandelt und auch ohne Verzug alle Einzelheiten der Lagerung und der
+Fundumstände auf das zuverlässigste festgestellt werden müßten. Herr
+RÖSCH, bei dem wissenschaftliche Bestrebungen stets ein offenes Ohr und
+volles Verständnis fanden, ging in liebenswürdigster Weise auf meine
+Vorschläge ein, indem er versprach, mich von einem etwaigen Funde sofort
+zu benachrichtigen und mir diesen zur Untersuchung zu überlassen. Am 31.
+Oktober 1907 fand Herr RÖSCH Gelegenheit, sein Wort einzulösen; am
+nächsten Tage erreichte mich folgende Nachricht von ihm[XIII.]: »Schon
+vor 20 Jahren haben Sie sich bemüht, durch Funde in meiner Sandgrube
+Spuren des Urmenschen zu finden, um den Nachweis zu liefern, daß zu
+gleicher Zeit mit dem Mammut (Elephas antiquus ist gemeint) auch schon
+der Mensch in unserer Gegend gelebt hat. Gestern wurde nun dieser
+Beweis erbracht, indem über 20 m unter der Ackeroberfläche auf der Sohle
+meiner Sandgrube die untere Kinnlade, sehr gut erhalten, mit sämtlichen
+Zähnen, von einem Urmenschen stammend, gefunden wurde. Auf der linken
+Hälfte der Kinnlade werden die Zähne durch ein Conglomerat bedeckt,
+dagegen ist die rechte Hälfte frei.«
+
+ [XIII.] Auch Herr Geh. Hofrat BÜTSCHLI erhielt eine Mitteilung über den
+ Fund, die er so freundlich war mir sogleich zu übermitteln.
+
+Der nächste Zug brachte mich nach Mauer, wo ich »zu einem in der That
+ganz schröckhaften Vergnügen«[XIV.] die gewordene Kunde vollauf bestätigt
+fand. Auf Taf. VI, Fig. 11-14 ist das Fundstück, in zwei Hälften
+getrennt, so wie ich es antraf, wiedergegeben. Die Hälften waren noch
+vereinigt, als die Schaufel des Arbeiters in der Sandgrube auf den
+Gegenstand stieß. Erst bei dem Herauswerfen desselben wurde die mediane
+Verbindung aufgehoben, wobei die Schneidezähne und die Juga alveolaria
+derselben in Mitleidenschaft gezogen wurden; außerdem ist auf der
+lateralen Seite der linken Unterkieferhälfte, oberhalb der Basis, ein
+Stückchen abgesprungen. Dieses war leider nicht mehr beizubringen;
+dagegen sind sämtliche Teile der Incisivi vorhanden. Wie die Abbildung
+erkennen läßt, hafteten neben und an den Eck- und Backzähnen des
+Unterkiefers dicke verfestigte Krusten von ziemlich grobem Sand, ein
+Charakteristikum der aus den Mauerer Sanden stammenden Fossilien. Die
+Verkittung ist durch kohlensauren Kalk erfolgt. An der linken
+Kieferhälfte lag außerdem auf den Prämolaren und den beiden ersten
+Molaren, fest verbunden mit dem Sande, ein 6 cm langes und etwa 4 cm
+breites Geröll von Kalkstein, vermutlich Muschelkalk. Dieses Geröll ist,
+ebenso wie die gesamte Oberfläche des Unterkiefers, durch dendritische
+Ablagerung von Limonit und wohl auch Manganverbindungen bedeckt, die dem
+Knochen eine zum Teil ockergelbe, zum Teil schwarzbraune Färbung
+verleihen. Auch die an der Symphyse zutage tretende spongiöse Substanz
+zeigt die gleiche Erscheinung, ein Beweis, daß der Unterkiefer in der
+Medianlinie wohl schon gelockert war.
+
+ [XIV.] Worte JOH. FRIEDR. ESPERS beim Auffinden »einer Maxilla von einem
+ Menschen unter den unbekannten vierfüßigen Tieren« in der Gailenreuther
+ Höhle anno 1774.
+
+Die Fundstelle in der Sandgrube fand ich noch ganz unberührt. Der 52
+Jahre alte Arbeiter DANIEL HARTMANN bestätigte mir, daß er tags zuvor
+beim Ausheben des Sandes vermittels einer Schaufel auf den Unterkiefer
+gestoßen sei, der beim Herauswerfen in zwei Hälften vorgelegen habe. Es
+waren zur Zeit der Auffindung des Kiefers in der Sandgrube noch ein
+Arbeiter und ein Knecht, der gerade eine Fuhre Sand holte, zugegen. In
+Anbetracht der Wichtigkeit des Fundes hielt ich es für geboten, hierüber
+vom Großh. Notar WEIHRAUCH in Neckargemünd ein von den drei Arbeitern,
+Herrn J. RÖSCH und von mir unterzeichnetes Protokoll aufnehmen zu
+lassen, dem Photographien des Fundobjektes (Taf. VI, Fig. 11-14), der
+Fundstelle (Taf. II, Fig. 4) und der von dem Geometer gefertigte
+Lageplan (Taf. II, Fig. 3) angeheftet sind. Aus dieser zu den Akten des
+geologisch-paläontologischen Instituts gegebenen Urkunde, d. d.
+Neckargemünd 19. November 1907, geht auch hervor, daß Herr J. RÖSCH den
+Fund, wie ich dankerfüllt hinzufüge, schenkungsweise der Universität
+Heidelberg überlassen hat.
+
+Die nächste Sorge war nun, die Fundstelle und ihre nächste Umgebung
+genau daraufhin zu untersuchen, ob nicht noch mehr menschliche Reste
+aufzufinden seien. Nach den obigen Darlegungen waren die Aussichten
+hierfür allerdings sehr gering; aber selbst Tierreste, die in der Nähe
+des menschlichen Unterkiefers lagerten, durften nun ein höheres
+Interesse beanspruchen. Die Fundschicht selbst, die 0,10 m mächtig in
+dem geologischen Profil als »Geröllschicht, durch kohlensauren Kalk
+etwas verkittet, mit ganz dünnen Lagen von Letten, der mit HCl schwach
+braust«, bezeichnet ist, bot nichts Absonderliches. Es hatte eine
+Anhäufung von kleinen Geröllen hier stattgefunden, unter denen der
+Unterkiefer bei der Wegschwemmung wohl schließlich liegen blieb. Das
+bereits beschriebene Kalkgeröll verkittete sich dabei vollkommen mit der
+vom Sand bedeckten Zahnreihe der linken Unterkieferhälfte. Bei den durch
+die Arbeiter ohne Unterbrechung Tag für Tag fortgesetzten
+Sandaushebungen, die sich südlich und nördlich von dem Fundorte
+ausdehnten, kamen nun, teils in der Fundschicht, teils in den darüber
+gelagerten Schichten 5-10 des Profils, also bis zur Lettenbank 11,
+beständig Reste der im geologisch-paläontologischen Teil angeführten
+Säugetiere zutage. Insbesondere gelang es, vom Elephas antiquus Falc.
+zwei noch mit den Molaren versehene Unterkieferhälften eines nahezu
+erwachsenen (Taf. IV, Fig. 6) und das Oberkieferfragment eines ganz
+jungen Individuums (Taf. V, Fig. 10) als wichtige Belegstücke zu
+sichern. Näheres hierüber findet sich im geologisch-paläontologischen
+Teil.
+
+Um den menschlichen Unterkiefer dauernd zu erhalten, erschien es
+angezeigt, rasch zu einer Präparierung desselben zu schreiten. Die in
+dem feuchten Sande von Mauer gebetteten Knochen müssen zu diesem Zweck
+einige Tage der Luft ausgesetzt und dann geraume Zeit in eine Leimlösung
+gelegt werden. Damit letztere in alle Teile des menschlichen
+Unterkiefers eindringen konnte, wurden die an der Pars alveolaris
+haftenden Sandinkrustationen, sowie das der linken Kieferhälfte
+aufgelagerte Kalkgeröll entfernt. Herr Geh. Hofrat BÜTSCHLI war so
+freundlich, mich hierbei mit seinem Rate zu unterstützen und den
+Konservator des zoologischen Institutes, der auch zurzeit den im I.
+Abschnitt dieser Abhandlung beschriebenen Elephas antiquus-Schädel von
+Mauer präpariert hatte, für die Ausführung der subtilen Arbeit zur
+Verfügung zu stellen. Es wurde beschlossen, die durch kohlensauren Kalk
+verkitteten Sandkrusten teils mechanisch, teils durch Aufträufeln von
+verdünnter Salzsäure zu entfernen, was bei der rechten Kieferhälfte
+vortrefflich gelang (vgl. Taf. VII, Fig. 15 u. 16); bei der linken
+Hälfte dagegen lösten sich mit dem Geröll die Kronen der beiden
+Prämolaren und der beiden ersten Molaren ab, so daß das Objekt das durch
+Taf. VII, Fig. 17 u. 18 veranschaulichte Aussehen erhielt. Die
+Zahnkronen konnten von dem Geröll durch fortgesetzte Betupfung desselben
+mit verdünnter Salzsäure abgelöst werden; sie sind auf Taf. VIII,
+Fig. 28-31 in annähernd natürlicher Größe[XV.] wiedergegeben, und zwar
+sowohl von der oberen, als auch von der unteren, der Pulpahöhle
+zugewendeten Seite. Leider passen sie nicht mehr vollständig auf den
+Hals der betreffenden Zähne, da winzige Splitter des Schmelzes an dem
+unteren Teile der Kronen abgesprungen sind. Offenbar wurde der
+Zusammenhang der Kronen mit den Wurzeln an dem Halse der betreffenden
+Zähne durch das darauf lagernde relativ schwere Geröllstück schon
+gelockert, als der Unterkiefer mit der Schaufel herausgeworfen wurde;
+sonst hätten sich bei der Präparierung die Kronen von den Wurzeln
+schwerlich getrennt. Wie ich übrigens noch zeigen werde, ergab die also
+ermöglichte Untersuchung der Pulpahöhlen der abgebrochenen Zähne
+bemerkenswerte Resultate, die sich sonst nicht hätten gewinnen lassen.
+
+ [XV.] Die genauen Maße sind in der speziellen Beschreibung der Zähne
+ (Anhang I) angeführt.
+
+Gehen wir nun zur $Beschreibung des Unterkiefers$ über, so drängt sich die
+Eigenart unseres Objektes auf den ersten Blick auf. Es zeigt eine
+Kombination von Merkmalen, wie sie bisher weder an einer recenten noch
+fossilen menschlichen Mandibula angetroffen worden ist. Selbst dem
+Fachmanne wäre es nicht zu verargen, wenn er sie nur zögernd als
+menschliche anerkennen würde: Fehlt ihr doch dasjenige Merkmal gänzlich,
+welches als specifisch menschlich gilt, nämlich ein äußerer Vorsprung
+der Kinnregion, und findet sich doch dieser Mangel vereinigt mit äußerst
+befremdenden Dimensionen des Unterkieferkörpers und der Äste.
+
+Angenommen, nur ein Fragment wäre gefunden ohne Zähne, so würde es nicht
+möglich sein, dieses als menschlich zu diagnostizieren. Mit gutem Grunde
+würde man bei einem Teil der Symphysenregion die Zugehörigkeit zu einem
+Anthropoiden, etwa von gorilloidem Habitus, vermuten und bei einem
+Bruchstücke des Ramus ascendens an eine große Gibbon-Varietät denken.
+
+=Der absolut sichere Beweis dafür, daß wir es mit einem menschlichen
+Teile zu tun haben, liegt lediglich in der Beschaffenheit des Gebisses=.
+Die vollzählig erhaltenen Zähne tragen den Stempel »Mensch« zur
+Evidenz: Die Canini zeigen keine Spur einer stärkeren Ausprägung den
+anderen Zahngruppen gegenüber. Diesen ist insgesamt die gemäßigte und
+harmonische Ausbildung eigen, wie sie die recente Menschheit besitzt.
+
+Auch in ihren Dimensionen treten die $Zähne$ der Heidelberger Mandibula
+nicht aus der Variationsbreite des recenten Menschen heraus. Allerdings
+sind ihre Maße relativ groß, wenn man moderne europäische Objekte zur
+Vergleichung heranzieht. Sowie man aber letztere auf jetzige niedere
+Rassen ausdehnt, verschwindet die Differenz. In den Einzelmaßen werden
+vielmehr die Zähne -- nicht aber der Kiefer -- des Homo Heidelbergensis
+von manchen der jetzigen Australier übertroffen.
+
+Ein gewisses Mißverhältnis zwischen dem Kiefer und den Zähnen ist bei
+der fossilen Mandibula unverkennbar: Die Zähne sind zu klein für den
+Knochen. Der vorhandene Raum würde ihnen eine ganz andere Entfaltung
+gestatten. Am auffälligsten tritt dies beim dritten Molaren hervor, der
+hinter den beiden anderen beträchtlich zurückbleibt, obwohl gerade an
+dieser Stelle die Breite des Corpus mandibulae ein derartiges Maß
+erreicht (23,5 mm), wie es bisher noch an keinem menschlichen Objekte
+gefunden wurde, und obgleich die postmolare Grube am vorderen Abhange
+des Ramus genügend Raum für einen vierten Molaren darbot. Ob die
+relative Kleinheit des dritten Molaren unserer Mandibula mit der
+Reduktionstendenz dieses Zahnes beim modernen Europäer in Beziehung
+gebracht werden kann, soll hier unerörtert bleiben.
+
+Sämtliche Zähne sind so weit abgekaut, daß die Dentinmasse zutage tritt.
+Dadurch, daß auf der linken Seite die Kronen der Prämolaren sowie des
+ersten und zweiten Molaren an dem darauf liegenden Gesteinsstücke haften
+geblieben sind, wurde ein Einblick in die Struktur der Kronen
+ermöglicht, der in willkommener Weise die Ergebnisse der
+Röntgendurchstrahlung ergänzt.
+
+Bei der großen Bedeutung, welche jeglicher Einzelheit des Tatbestandes
+in vorliegendem Falle zukommt, erscheint es angezeigt, eine gleichsam
+protokollarische Übersicht über jeden Zahn zu geben und durch
+tabellarische Aufstellung der Maße die Vergleichung mit anderen Objekten
+vorzunehmen.
+
+Unter Hinweis auf diese im Anhang gegebene Zusammenstellung sollen
+zunächst nur diejenigen Punkte hervorgehoben werden, welche mit
+Rücksicht auf die Zähne einen Beitrag zu der Frage nach der Stellung
+unseres Unterkiefers zu verwandten Bildungen liefern können.
+
+Was zunächst die Höckerbildung der Molaren anbelangt, so läßt sich die
+ursprüngliche Fünfzahl mit Ausnahme des dritten linken bei allen Molaren
+der Heidelberger Mandibula nachweisen. Diesem Zustande nähern sich von
+den recenten Menschen, wie die Untersuchungen von M. DE TERRA[90]
+zeigen (vgl. Anhang III), am meisten die Australier. Von den
+europäischen Fossilfunden gestattet nur der von Krapina eine
+Vergleichung, da in anderen Fällen (Spy, Ochos) die Abkauung zu weit
+vorgeschritten ist. Wie aus GORJANOVI[/C]-KRAMBERGERS Zusammenstellung
+hervorgeht, zeigt der Mensch von Krapina eine stärkere Tendenz zum
+Übergang in den Vierhöckertypus, als unser Fossil.
+
+Für die Beurteilung der Beziehung der Molaren des Homo Heidelbergensis
+zu denen der heutigen Menschheit ist der Einblick in das Innere der
+Kronen des ersteren wertvoll. Wie die Maßangaben des Querschnittes der
+Pulpahöhle beim modernen Europäer ergeben, die mir von Hr. cand. med.
+K. TRUEB aus seiner demnächst erscheinenden Inauguraldissertation
+freundlichst zur Verfügung gestellt wurden (vgl. Anhang IV), ist das
+Cavum pulpae der Molaren der Mandibula von Mauer von ungewöhnlicher
+Größe: Es hat beim ersten Molaren einen linguobuccalen Durchmesser von
+4,8 und einen mesiodistalen von 4,3 mm. Beim recenten Europäer sind die
+höchsten Zahlen für M 1 inf. im Alter vom 6.-9. Jahre mit 4,087 und vom
+11.-14. Jahre mit 4,125 (im Mittel) zu finden; die höchste von TRUEB
+festgestellte Zahl ist 4,8 bei einem Mädchen von 9 Jahren und die
+niedrigste 3,5 bei einem 14jährigen Knaben.
+
+Bei dem zweiten Molaren unseres Fossils steigert sich die Differenz noch
+beträchtlich, da hier der linguobuccale Durchmesser 5,7 mm und der
+mesiodistale 6,3 mm beträgt, der bei den von TRUEB gemessenen Zähnen in
+einzelnen Fällen nur bis 4,8 mm aufsteigt, im Mittel aber in allen
+Lebensaltern beträchtlich hinter Mauer M 2 zurücksteht[XVI.]. --
+Dagegen verhält sich die Dicke der die Pulpahöhle umgebenden Dentinwand
+inkl. Zement, wie die Tabelle zeigt, bei den Zähnen des Heidelberger
+Fossils ähnlich wie bei denjenigen des recenten Europäers.
+
+ [XVI.] Es sei auch auf die auf Taf. IX wiedergegebenen Röntgenbilder
+ verwiesen, die diesen Unterschied bei dem Homo Heidelbergensis (Fig.
+ 32-38) und bei einem recenten Europäer (Fig. 39 u. 40) -- das Alter
+ beider kann auf etwa 40 Jahre geschätzt werden -- deutlich
+ veranschaulichen.
+
+Es liegt auf der Hand, daß wir es bei dem Homo Heidelbergensis mit der
+Fortführung eines Merkmales zu tun haben, das heute für den
+Jugendzustand von Europäern typisch ist. Damit soll nicht eine sekundäre
+Ausprägung eines infantilen Charakters behauptet werden, sondern die
+Persistenz eines sehr primitiven Charakters überhaupt, wie er in der
+Stammesgeschichte des Primatengebisses als notwendiges Durchgangsstadium
+angenommen werden muß. Bei diesem Fortbildungsprozeß erhielt eben die
+relativ dünne Wandung eine den Höckerbildungen entsprechende Faltung und
+Biegung.
+
+Das oben schon betonte Mißverhältnis kommt hier wieder zum Ausdruck: Die
+Massivität des Knochens ließ entsprechend kräftige Wandungen der
+Pulpahöhle erwarten als Anpassung an eine gewaltige Kraftleistung. Das
+Gegenteil ist der Fall und läßt nur den Schluß zu, daß an die Zähne
+keine großen Ansprüche gestellt worden sind und demnach die kräftige
+Entfaltung des Kiefers nicht im Dienste der Zähne zustande gekommen ist.
+Ein derartiger kindlicher Charakter bei einer fossilen Form schließt
+jeden Gedanken an eine Spezialisierung der Vorfahrenform nach anderer
+Richtung aus. =Kein Anthropoidenstadium kann hier vorangegangen sein. Wir
+haben es hier vielmehr mit einem uralten gemeinsamen Urzustand zu tun,
+wie er auch dem der Anthropoiden vorangegangen sein muß=.
+
+Die Untersuchung der anderen Zahngruppen führt vollkommen zu demselben
+Ergebnis. An den Prämolaren findet sich in gleicher Weise, wie an den
+Molaren die Weite der Pulpahöhle. Der linguobuccale Durchmesser
+derselben am ersten Prämolaren des Homo Heidelbergensis (3,5 mm) wird
+von keinem der daraufhin untersuchten Europäerzähne erreicht. Die
+zwischen dem vorderen und hinteren Prämolaren bestehende Verschiedenheit
+in der Ausbildung des Reliefs, stärkerer Prominenz des lingualen Höckers
+bei P 2, fällt durchaus in die Variationsbreite des recenten Menschen.
+Dem P 1 fehlt jede Spur einer Anpassung an den oberen Caninus, wie sie
+zu erwarten wäre, wenn in der Vorfahrenreihe eine den Anthropoiden
+ähnliche Ausprägung der Canini bestanden hätte.
+
+Dieser negative Befund bei dem ältesten bisher bekannt gewordenen
+menschlichen Unterkiefer und die Übereinstimmung desselben mit den
+anderen fossilen Unterkiefern in den zwar beträchtlichen, aber
+keineswegs exzeptionellen Dimensionen der Incisivi und Canini, wobei
+letztere keine an Affen erinnernde Prominenz besitzen, stehen in vollem
+Einklang mit den von KLAATSCH vertretenen und sich mehr und mehr Bahn
+brechenden Anschauungen über die Beziehungen des Menschen zu den
+Anthropoiden. Wäre z. B. ein dem Gorilla ähnlicher Vorfahrenzustand
+anzunehmen bezüglich derjenigen Merkmale, durch welche Mensch und
+Menschenaffe sich unterscheiden, so müßte, je weiter geologisch
+zurückliegend, um so mehr eine Hinneigung zur Anthropoidenbahn sich
+kundgeben. Daß dies im Falle der Heidelberger Mandibula sich ebensowenig
+bewahrheitet, als es für die niederen Menschenrassen gilt, ist eine
+vortreffliche Bestätigung der von vorgenanntem Forscher aufgestellten
+Abstammungslehre des Menschengeschlechts.
+
+Wenden wir uns nun der Betrachtung des Unterkieferbogens der
+Heidelberger Mandibula zu, so fällt an der äußeren Fläche des $Corpus
+mandibulae$ sogleich das Fehlen einer Kinnvorragung auf (Taf. VIII,
+Fig. 19 und 20). Die völlig intakte rechte Kieferhälfte läßt darüber
+keinen Zweifel. Bei horizontaler Stellung des Alveolarrandes verläuft
+die Profillinie der Symphysenregion in sanfter Wölbung abwärts und nach
+hinten. An der Rundung, die das ganze Gebiet beherrscht, nehmen sogar
+die Incisiven teil, wie dies die laterale Ansicht der Mandibula
+(Fig. 19) und der Querschnitt in der Medianlinie (Fig. 20) erkennen
+lassen. Die teilweise freigelegten Wurzeln zeigen die Gleichartigkeit
+ihrer Krümmung mit der darunter befindlichen, nach vorn konvexen Fläche
+gerade an der Stelle, wo sich beim Europäer eine nach vorn konkave Linie
+bildet (Fig. 21).
+
+Der Basalrand der Symphyse zeigt eine auffällige Erscheinung. Legt man
+die Mandibula auf eine horizontale Unterlage und betrachtet sie von
+vorn, so erkennt man, daß nur die seitlichen Partien des Corpus
+aufliegen, während die mediane Region in einer transversalen Ausdehnung
+von 50 mm frei emporragt. Man hat den Eindruck, als sei hier ein Stück
+herausgeschnitten. Die Ausdehnung dieser morphologisch wichtigen
+Bildung, welche von KLAATSCH auch an Australierkiefern beobachtet und
+von ihm Incisura submentalis[XVII.] bezeichnet wurde, verrät einen
+Zusammenhang mit der Ausdehnung der Insertion des Musculus digastricus,
+insofern beide die gleiche laterale Begrenzung zeigen. An dieser Stelle
+befindet sich an der Außenfläche dicht über dem freien Rande ein kleines
+Höckerchen, das bereits von GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER am Kieferfragment
+Krapina H als Tuberculum beschrieben und von KLAATSCH auch an
+Australiern beobachtet worden ist. Fast genau darüber liegen die
+Foramina mentalia; in weiterer Verlängerung aufwärts erreicht die von
+dem Tuberculum aus gezogene Linie den Alveolarrand zwischen den
+Prämolaren und Molaren.
+
+ [XVII.] Vgl. den von H. KLAATSCH auf der Frankfurter Versammlung der
+ Deutschen Anthropologischen Gesellschaft 1908 gehaltenen
+ bedeutungsvollen Vortrag über Cranio-Morphologie und
+ Cranio-Trigonometrie, in welchem grundlegend die Morphologie des
+ menschlichen Unterkiefers behandelt und mit Rücksicht auf die
+ Australier-Mandibula und deren von dem Europäerkiefer abweichendes
+ Verhalten zum Teil eine ganz neue Terminologie geschaffen wird, der ich
+ -- insoweit dies bei unserm Fossil tunlich ist -- folgen werde.
+
+Die Foramina mentalia zeigen eine beachtenswerte Komplikation durch das
+Vorhandensein von Nebenlöchern. Das linke Foramen ist vom Alveolarrande
+14,6 mm und vom Basalrande 13,5 mm entfernt. Seine mesiodistale
+Ausdehnung beträgt 6,7 mm, sein vertikaler Durchmesser 4,7 mm; 2,7 mm
+über demselben, mehr im Bereiche von P 2 gelegen, befindet sich ein
+zweites kleineres Loch (Taf. VII, Fig. 18). Das rechte Foramen, 5,4 mm
+lang und 3,5 mm hoch, liegt 15,7 mm vom Alveolar- und 14,5 mm vom
+Basalrande entfernt. Es zeigt zwei Nebenlöcher, von denen das eine in
+der Größe eines Stecknadelkopfes 4,5 mm höher, mehr unter P 2 gelegen
+ist, während das andere[XVIII.] sich 4,2 mm niedriger und mehr nach M 1
+hin befindet (Taf. VIII, Fig. 19).
+
+ [XVIII.] Dieses tritt auf der Photographie nicht deutlich genug hervor,
+ da es in der nacherwähnten Furche gelegen ist.
+
+Zwischen den Foramina mentalia und dem Basalrande, letzterem parallel
+gerichtet, zieht sich eine Furche hin, welche sich nach hinten bis über
+den zweiten Molaren hinaus, nach vorn bis über die Mitte der Insertion
+des Digastricus verfolgen läßt (Taf. VII, Fig. 15). Man hat den
+Eindruck, als sei der Kieferrand aufgewulstet worden. Diese Bildung
+wurde von KLAATSCH auch an Australierkiefern, in stark variierender
+Ausdehnung distalwärts, festgestellt und von ihm als »Sulcus
+supramarginalis oder mentalis« bezeichnet.
+
+Der Basalrand ist im Bereiche der Molaren von beträchtlicher Dicke (über
+10 mm unter M 2). Seine Profillinie beschreibt eine ganz schwach nach
+abwärts konvexe Linie. Auf der Grenze zwischen Corpus und Ramus geht
+diese Linie in eine konkave Krümmung über; zugleich verjüngt sich der
+Basalrand beträchtlich in transversaler Richtung. Folgt man ihm
+mesialwärts, so gelangt man zur Ansatzgrube des Biventer, der Fossa
+digastrica, welche links 22, rechts bis zu 26 mm lang und in maximo
+7,5 mm breit ist. Die Grube, deren Fläche bei horizontaler Stellung des
+Alveolarrandes im medialen Teile fast genau abwärts, nur ein wenig
+lingualwärts, schaut, folgt in ihrem leicht gebogenen Verlaufe der
+Krümmung des Corpus mandibulae im Bereiche der oben beschriebenen
+Incisur. Letztere wird durch einen kleinen Vorsprung, der sich zwischen
+den beiderseitigen Fossae digastricae befindet, in eine linke und rechte
+Hälfte geschieden. Diese den tiefsten Teil der Symphyse bildende »Spina
+interdigastrica« (KLAATSCH) ist auf Taf. X, Fig. 41 und 42 sichtbar.
+
+Geht man von ihr auf die Innenfläche der Symphyse über (vgl. die
+Bruchfläche Taf. VIII, Fig. 20 und Taf. XIII, Fig. 48), so erscheint die
+im oberen Teile 17 mm erreichende Dicke vom Befunde beim recenten
+Menschen ebenso abweichend, wie die Rundung der lingualen Fläche. Von
+der Innenseite der Incisivi senkt sich die mediale Fläche schräg
+abwärts. Ihre im ganzen konvexe Beschaffenheit wird durch eine ganz
+minimale, nur bei genauer Betrachtung zu bemerkende Einsenkung
+unterbrochen, die sich hinter den Incisivi befindet; links ist sie etwas
+deutlicher als rechts. Im Bereiche der Prämolaren und von M 1 und 2
+besteht eine gleichmäßige Rundung der inneren Fläche. Indem in der Nähe
+des Basalrandes sich Vertiefungen einstellen, gewinnt der darüber
+gelegene Teil das Aussehen eines Wulstes, in welchem die von WALKHOFF
+als »Lingualwulst« bezeichnete Bildung erkannt wird. In der Medianebene
+findet sie ihre untere Begrenzung durch eine queroval ausgezogene Grube.
+Hier ist die Ansatzstelle des Musculus genioglossus. Die Anheftung
+geschieht in den seitlichen Partien dieser »Fossa genioglossi«[48].
+
+Zwischen den paarigen, leicht angedeuteten Muskelfeldern und ein wenig
+darüber wird eine einem kleinen Blutgefäßkanale entsprechende Öffnung
+angetroffen. Ein ähnlicher Kanal befindet sich über der Spina
+interdigastrica. Zwischen ihm und der Fossa genioglossi bildet die
+innere Symphysenfläche einen rundlichen Höcker mit schwacher Andeutung
+bilateraler Gliederung. Hier hat der Musculus geniohyoideus seinen
+Ursprung.
+
+Eine Spina mentalis interna im Sinne der für den Europäer geltenden
+Terminologie ist an der Mandibula des Homo Heidelbergensis nicht
+vorhanden; denn gerade die Ansatzstelle des Genioglossus ist es, welche
+sensu stricto als Spina mentalis gilt. Gegen diese tritt beim Europäer
+die Insertion des Geniohyoideus ganz zurück. Da sich nun beim Homo
+Heidelbergensis lediglich im Bereiche gerade dieses Muskels eine
+Erhebung findet, so empfiehlt es sich, auf diese den von KLAATSCH für
+die entsprechende Bildung bei niederen recenten Menschenrassen
+eingeführten Ausdruck »Spina geniohyoidei« anzuwenden.
+
+Von dieser Stelle distalwärts findet sich auf der Innenfläche des Corpus
+der Heidelberger Mandibula die Fossa sublingualis, eine elliptische, in
+der Richtung des Alveolarrandes gestreckte Grube von mehr als 20 mm
+Länge und etwas weniger als 10 mm Breite. Sie reicht von der Gegend des
+P 2 bis zur Grenze zwischen M 2 und 3; ihre weite Ausdehnung besonders
+nach hinten fällt im Vergleich mit dem recenten Europäer auf. Ein
+unbedeutender flacher Wulst trennt die für die Glandula sublingualis
+bestimmte Grube von der Fossa Gland. submaxillaris, die weit auf den
+Unterkieferast hinaufreicht.
+
+Zwischen beiden Gruben sind Andeutungen der Insertion des Musculus
+mylohyoideus zu erwarten, aber abweichend von der Regel beim recenten
+Europäer ist die Linea mylohyoidea lediglich bis zum vorderen Rande des
+dritten Molaren rechts und etwa bis zur Mitte des zweiten Molaren links
+zu verfolgen. Sie verstreicht auf dem Wulst zwischen den Gruben; eine
+Muskelrauhigkeit bis zur Symphysenregion ist nicht nachweisbar.
+
+Bezüglich der =Höhe und Dicke des Corpus mandibulae= sei auf die
+nachstehenden Maximalmaße[XIX.] verwiesen:
+
+ Spaltenüberschriften:
+
+ A: Distal von M 3
+ B: zwischen M 3 u. M 2
+ C: unter M 2
+ D: zwischen M 2 u. M 1
+ E: zwischen M 1 und P 2
+ F: zwischen P 2 und P 1
+ G: zwischen P 1 u. C
+ H: zwischen C u. J 2
+ I: zwischen den mittleren Incisiven
+
+ -------------+----+----+----+----+----+----+----+----+--------------
+ | A | B | C | D | E | F | G | H | I
+ -------------+----+----+----+----+----+----+----+----+--------------
+ Höhe am | | | | | | | | |
+ freien Rande | | | | | | | | |
+ gemessen |29,9|30,6|31,8|34,3|33,0|31,4|31,3|33,3| etwa 33,5 mm
+ | | | | | | | | |
+ Dicke |23,5|21,4|20,0|18,5|19,4|19,2|19,1|19,3| etwa 17,5 mm
+ -------------+----+----+----+----+----+----+----+----+--------------
+
+ [XIX.] Diese sind am Original genommen; die am Gipsabguß genommenen Maße
+ weichen hiervon etwas ab.
+
+Die außerordentlichen Werte, die sich hieraus für die massive
+Beschaffenheit des Corpus ergeben, finden in der Region des letzten
+Molaren eine Steigerung, die für ein menschliches Gebilde äußerst
+fremdartig erscheint. Die größte Distanz ist hier gegeben durch den
+Abstand der Linea obliqua außen von der Crista buccinatoria innen.
+Erstere ist stumpf und gerundet. Sie geht in sanfter, nach vorn
+konkaver Biegung aus dem vorderen Rande des Ramus hervor und endet
+bereits am dritten Molaren. Die Crista buccinatoria erscheint hinter M 3
+als eine scharfe Leiste, welche in flachem, nach vorn konkavem Bogen auf
+der mesialen Seite des dritten Molaren sich mit dem Alveolarrande
+vereinigt. Die dachförmig die Fossa submaxillaris überlagernde Linea
+mylohyoidea erscheint wie eine Abzweigung der Crista buccinatoria. Der
+beträchtliche Raum zwischen dieser und der Linea obliqua wird von zwei
+verschiedenen Gebilden eingenommen, einem labialen und einem buccalen.
+Wie eine Fortsetzung des Alveolarrandes nach hinten stellt ersteres sich
+als ein rauhes Feld von spitzwinkeliger Dreiecksform ein. Es ist das von
+KLAATSCH auch an Australierkiefern beobachtete »Trigonum postmolare« und
+stellt das Gebiet des vierten Molaren dar, der bei dem Homo
+Heidelbergensis vollständig Platz zu seiner Entfaltung gehabt hätte. Das
+Trigonum erstreckt sich, der Crista buccinatoria entsprechend,
+bogenförmig aufwärts bis zum Niveau des Foramen mandibulare. Die flache
+Grube buccalwärts hiervon ist die von KLAATSCH als Fossa praecoronoidea
+bezeichnete Bildung. Sie beginnt auf der Innenfläche des Ramus am
+obersten Ende des Processus coronoideus in sagittaler Richtung, aus
+welcher sie, buccal von M 3 in horizontalen Verlauf übergehend, im
+Bereich des zweiten Molaren auf der Außenfläche des Corpus verstreicht.
+
+ * * * * *
+
+Die $Rami mandibulae$ (Taf. VIII, Fig. 19) zeichnen sich durch ihre
+beträchtliche Breite aus, die an den oberen Enden der Fortsätze bis zu
+60 mm beträgt, während sie bei zwölf Unterkiefern des recenten Europäers
+aus dem Heidelberger anatomischen Institut im Mittel nur 37,4 mm
+aufweist. Die Höhe des Astes vom Condylus coronoideus bis zur Basis
+beträgt 66,3 mm. Dieses Maß liegt in der Variationsbreite des recenten
+Europäers. Die Äste steigen von dem hinteren Rande des Körpers
+auffallend steil in die Höhe; der Winkel, welchen der hintere Rand
+derselben mit dem unteren Rande des Corpus bildet, beträgt 107°. -- Für
+den Ansatz der Musc. temporalis und masseter bot sich bei der gewaltigen
+Breite des Proc. coronoideus und des Angulus eine sehr ausgedehnte
+Fläche dar.
+
+Sehr auffällig ist im Gegensatz zu der Mandibula des recenten Europäers
+die nur als eine schwache Einbuchtung erscheinende Incisura semilunaris.
+In einer Entfernung von 16 mm unterhalb dieser beginnt das lang
+gespaltene, am Eingang bis zu 6,5 mm weite Foramen mandibulare. Von der
+plumpen und breiten Lingula ist beiderseits die Zacke etwas abgebrochen;
+auf der rechten Kieferhälfte scheint der Bruch alt, auf der linken neu
+zu sein.
+
+Der Sulcus mylohyoideus ist sehr schmal und tief. Der Verlauf des den
+Unterkörper durchsetzenden Canalis mandibulae ist auf dem Röntgenbilde
+Taf. IX, Fig. 32 und 36 gut zu verfolgen.
+
+Die Form des Processus coronoideus ist von derjenigen des recenten
+Europäers sehr abweichend. Der Fortsatz endet stumpf, die Ränder sind
+abgerundet. Eine Muskelinsertionsgrube, die beim recenten Europäer nicht
+selten hinter und unter der Spitze vorkommt, ist nur schwach angedeutet.
+
+Der Processus condyloideus ist vor allem bemerkenswert durch die ganz
+ungewöhnliche Größe der Gelenkfläche, welche in der Entfaltung des
+rechts 13 und links 16 mm betragenden Durchmessers zum Ausdruck kommt,
+während der transversale (22,8 mm) in die Variationsbreite des recenten
+Europäers fällt. Die Stellung der Condylen ist aus Taf. X, Fig. 41
+ersichtlich. Die Fossa pterygoidea (Insertion des Musc. pterygoid.
+extern.) ersetzt durch Ausdehnung und Rauhigkeit, was ihr an Tiefe
+abgeht.
+
+Die hintere Kante des Processus condyloideus verjüngt sich nach abwärts
+konisch, wobei die Außen- und Innenfläche in transversaler Richtung
+leicht konkav, in sagittaler schwach gewölbt sind. Etwa 30 mm unter dem
+obersten Ende des Processus beginnen die vom Musculus pterygoideus
+internus herrührenden Zackenbildungen (Taf. VII, Fig. 17). Von hier an
+gestaltet sich der Umriß des distalen Kieferrandes zu einer gleichmäßig
+gerundeten, nahezu den Teil eines Kreises darstellenden Linie, so daß
+ein Angulus nicht irgendwie scharf markiert ist (Taf. VIII, Fig. 19).
+Soweit die Muskelinsertion reicht, erscheint die etwa 4 mm dicke
+Knochenplatte des Ramus wie komprimiert. Unmittelbar vor der vordersten
+Zacke des Musc. pteryg. intern. zeigt sich jene sanfte Aushöhlung des
+unteren Randes, die auch beim recenten Europäer sich findet. In ihrem
+Bereiche verbreitet sich der Basalrand zu dem oben dargestellten
+Verhalten. Die Insertionsfläche des Pterygoideus internus ist ausgedehnt
+infolge der rundlichen Ausbuchtung der ganzen Angulusregion. Ihre
+Rauhigkeiten sind nur schwach entwickelt. Von den nach innen
+vorspringenden knopfförmigen Zacken des Pterygoideus internus gehen
+kleine Cristen aus. Die, wie oben schon festgestellt, sehr bedeutende
+Insertionsfläche des Masseter ist nur wenig durch Reliefbildung
+ausgezeichnet.
+
+Um das deskriptive Gesamtbild der Mandibula des Homo Heidelbergensis zu
+vervollständigen und um die nötige Grundlage für die $Vergleichung$ dieses
+Objektes $mit anderen Unterkiefern$ zu gewinnen, sind die von KLAATSCH[48]
+in seinem Frankfurter Vortrage angegebenen Methoden angewendet. Bei den
+hiernach gefertigten Projektionszeichnungen und diagraphischen Kurven
+ist der Alveolarrand im Bereiche der Incisiven und des letzten Molaren
+als Horizontale angenommen. Alles Weitere besagt die in Fig. 43, Taf. XI
+wiedergegebene Profilprojektion, in welcher die Meßlinien und Winkel
+nach KLAATSCHS Nomenklatur angegeben sind.
+
+Stellt man z. B. wie in Fig. 44 die Mandibula eines $recenten Europäers$
+gemeinsam mit unserem Fossil auf die die Hinterfläche des dritten
+Molaren tangierende Postmolarvertikale ein, so treten die Unterschiede
+zwischen beiden Objekten sehr deutlich hervor: Während die
+Alveolarhorizontale und die Basaltangente beim vorliegenden
+Europäerunterkiefer nahezu parallel laufen, bilden sie beim Homo
+Heidelbergensis einen nach vorn offenen spitzen Winkel von 11°. Seine
+Größe ist zu berechnen aus dem Winkel, den die Basaltangente mit der
+Symphysenvertikale bildet. Dieser beträgt 79°.
+
+Der =Ramus= des recenten Europäers bleibt fast in allen Dimensionen
+innerhalb der Ausdehnung des fossilen; nur der Processus coronoideus des
+ersteren ragt ein wenig hervor, überschreitet jedoch nicht die
+Condylocoronoidtangente des Fossils. Während diese Linie bei dem Homo
+Heidelbergensis nach vorn absinkt, steigt sie beim recenten Europäer
+stark nach vorn an. Der Condylus erscheint bei letzterem abgesunken.
+Auch die Öffnung des Mandibularkanals liegt beim recenten Europäer viel
+tiefer. Man kann sich vorstellen, daß bei diesem die schräge Stellung
+des Ramus durch teilweisen Wegfall des distalen Teiles hervorgerufen
+ist. Diese Vorstellung einer Reduktion drängt sich auch bei der
+Betrachtung der =Kinnregion= des recenten Europäers auf. Die Zahnreihe
+erscheint verkürzt, und das Kinn erscheint wie ausgeschnitten, so daß
+die Kinnprominenz nur wenig die Incisionvertikale[XX.] unseres Fossils
+nach vorn überragt.
+
+ [XX.] Dieser Ausdruck ist neuerdings von KLAATSCH anstatt des
+ bisherigen »Symphysion« eingeführt.
+
+Wenn es nach dieser Vergleichung möglich erscheint, daß der Homo
+Heidelbergensis der Vorfahrenreihe des europäischen Menschen angehört,
+so werden wir sofort an weitere Punkte erinnert, in denen sich
+Parallelen zwischen dem ontogenetischen Prozeß der Kieferbildung des
+recenten Europäers und des Homo Heidelbergensis ergeben. Die allmähliche
+Ausbildung der Kinnprominenz in der individuellen Entwicklung verlangt
+als stammesgeschichtliche Ausgangsform eine zurückweichende vordere
+Symphysenfläche. Die Spina mentalis interna entwickelt sich erst im
+Kindesalter. Lange Zeit hindurch bewahrt sich der jugendliche
+Europäerkiefer einen viel voluminöseren Condylus, als wie beim
+Erwachsenen.
+
+Diese gemeinsamen niederen Merkmale machen es notwendig, nachzuforschen,
+welche verwandtschaftliche Stellung die Mandibula des Homo
+Heidelbergensis zu den Unterkiefern der übrigen nicht europäischen
+Menschenrassen und der Anthropoiden einnimmt. Es sollen daher einige
+Beispiele herausgegriffen und zum Schluß auch die anderen bisher bekannt
+gewordenen Fossilreste des Menschen in den Kreis der Betrachtungen
+gezogen werden.
+
+Nach den in Fig. 44, Taf. XI wiedergegebenen Profildiagrammen nimmt die
+Mandibula des Homo Heidelbergensis nicht nur zu dem Unterkiefer des
+Europäers, sondern auch zu demjenigen des $afrikanischen Negers$ eine
+vermittelnde Stellung ein. Es ist bei letzterem eine Zunahme des Corpus
+in der Symphysenhöhe eingetreten. Die zurückweichende Symphysenregion
+ist beibehalten, und die Umbildung zum »negativen Kinn« ist erfolgt. Der
+Ramus hat sich verschmälert und verlängert, wobei eine Vertiefung der
+Incisur stattfand.
+
+Fig. 45, Taf. XII zeigt Profildiagramme des Unterkiefers des Homo
+Heidelbergensis, eines Australiers (Melville Island, K. 80)[XXI.] und
+eines Dajak (B. N. C. 104). Im Vergleich zu dem Heidelberger Fossil ist
+bei dem $Australier$ eine Verschmälerung des Ramus eingetreten, unter
+Beibehaltung der nach vorn absteigenden Condylocoronoidtangente; ferner
+hat sich bei letzterem ein »negatives Kinn« schwach ausgebildet. Der
+Unterkiefer des $Dajak$ bleibt in der Breite des Ramus unserem Fossil
+näher. In der Umbildung der Symphyse bietet er eine Parallele zu der
+Mandibula Spy I dar.
+
+ [XXI.] K. bedeutet Australier Kollektion KLAATSCH, B. bedeutet Breslau
+ Anatomie, und zwar N. C. = Neuer Katalog, A. C. = Alter Katalog.
+
+Von den in Fig. 46, Taf. XII dargestellten Profilprojektionen wollen wir
+zunächst die Mandibula eines weiblichen $Gorilla$ ins Auge fassen, die
+nicht so stark einseitig modifizierte Formenverhältnisse wie bei dem
+männlichen aufweist. Denkt man sich unser Fossil nahezu um die Hälfte
+der Länge des Alveolarteils nach vorn verlängert unter entsprechender
+Zunahme des mesiodistalen Durchmessers der Molaren und Prämolaren und
+kombiniert damit eine Verschmälerung des ganzen Kiefers, so entsteht die
+Gorillamandibula. Der Ramus nimmt dabei an Höhe bedeutend zu, und der
+Processus coronoideus erhebt sich etwas über den Condylus. Die breite
+Furche, welche sich buccal vom Trigonum postmolare nach oben erstreckt
+und von dem vorderen Rande des Ramus nach außen begrenzt wird, folgt der
+Verschiebung nicht, sondern endet in halber Höhe des Ramus. Die
+vergrößerten Molaren drängen nach hinten so stark vor, daß sie die
+Crista buccinatoria eine Strecke weit okkupieren. Der Vorderrand des
+Processus coronoideus, bzw. der Anfangsteil der Linea obliqua, läßt beim
+Gorilla die nach vorn konkave leichte Aushöhlung vermissen, die bei dem
+Homo Heidelbergensis vorhanden und auch beim recenten Menschen meist
+anzutreffen ist. Der Ramus des Gorilla bekommt dadurch nach vorn eine
+mehr gerade und schärfere Kante, als sie unser Fossil aufweist. Im
+oberen Teile hingegen behält der Processus coronoideus des Gorilla
+unserem Diagramme zufolge eine dem Fossil verwandte Form, jedoch mit
+vertiefter Incisura semilunaris. Bei der im Besitz des Heidelberger
+anatomischen Instituts befindlichen Mandibula eines weiblichen Gorilla
+nähert sich aber der Proc. coronoid. mehr demjenigen des recenten
+Europäers. In den Breiteverhältnissen übertrifft die in unserem Diagramm
+dargestellte Gorillamandibula nicht diejenige des Fossils.
+
+Die Condylen des Gorillakiefers bewahren sich die bedeutende Entfaltung
+und die transversale Stellung der Achsen. Die subcondyloide Aushöhlung
+des Hinterrandes ist stärker, und die Insertionsplatte der Muskeln setzt
+sich schärfer ab als bei dem Homo Heidelbergensis; umgekehrt verhält es
+sich am Basalrande, wo die Incisura praemuscularis beim Gorilla relativ
+schwach entwickelt ist. Trotzdem die Fossa praecoronoidea beim Gorilla
+lingualbuccal sehr weit ausgedehnt ist, bleibt die postmolare Breite bei
+dem im Diagramm wiedergegebenen Exemplare (21 mm) hinter derjenigen des
+Heidelberger Fossils zurück. Eine Übereinstimmung zwischen beiden
+besteht dagegen in der hohen Lage des Foramen mandibulare sowie in der
+geringen Ausprägung der Linea mylohyoidea, die sich beim Gorilla auch
+nur bis zum zweiten Molaren verfolgen läßt.
+
+Auch die Symphysenregion zeigt bei beiden eine ähnliche Rundung. Der
+Mandibula des Gorilla fehlt aber die Incisura submentalis. Ihr Raum
+erscheint ausgefüllt durch eine Verlängerung der unmittelbar vor der
+Biventerinsertion gelegenen Knochenmasse. Die rudimentäre Beschaffenheit
+des Musculus digastricus läßt die Umwandlung erkennen, die sich in der
+Vorfahrenreihe des Gorilla abgespielt haben muß. Es muß bei ihm als
+Ausgangspunkt ein ähnliches Stadium angenommen werden, wie wir es bei
+dem Heidelberger Fossil antreffen. Die Fossa genioglossi vertiefte sich,
+und die erwähnte, teils der Spina genioglossi, teils dem vorderen Rande
+der Digastricusinsertion angehörige Knochenplatte füllte den Raum
+zwischen den beiden Hälften des Corpus eine Strecke weit aus. Hierbei
+wurde der nur noch schwache Digastricus ganz auf den Basalrand gedrängt.
+Die flache Excavation hinter den Incisivi dehnte sich aus und
+verkleinerte den Lingualwulst. In allen diesen Punkten läßt sich nichts
+dagegen anführen, daß der Gorilla den sekundären, der Homo
+Heidelbergensis den primären Zustand repräsentiert. Der gemeinsame
+Ausgangszustand war dem letzteren offenbar viel näher. Die Zunahme des
+Eckzahnes in der Anthropoidenreihe ist der Faktor, der den von der Bahn
+des Menschen entfernenden Schritt verschuldete.
+
+Man kann daher auf den $Orang$ (Fig. 46, Taf. XII) nahezu die gleichen
+Betrachtungen anwenden wie auf den Gorilla. Noch primitiver bleibt
+ersterer in der mäßigen Beschaffenheit der Condylen, der geringeren
+Vertiefung der Incisura semilunaris und in dem relativ breiten Ramus.
+Hingegen bedingt der völlige Schwund des Biventer beim Orang noch
+stärkere, aber ganz in der Richtung wie beim Gorilla verlaufende
+Umformungen der Symphysenregion.
+
+Vom Schimpansen stand zum Vergleich geeignetes Material leider nicht zur
+Verfügung, wohl aber von $Gibbons$ (Fig. 46). Diese bieten in ihren
+mannigfaltigen Variationen, abgesehen von dem mehr gestreckten Corpus
+mandibulae und dessen geringerer postmaler Breite, noch nähere Anklänge
+an das Stadium des Homo Heidelbergensis, als die anderen Anthropoiden.
+Ganz besonders auffällig sind in dieser Hinsicht die Gestalt des sehr
+breiten Ramus mit der oft sehr flachen Incisura semilunaris, die starke
+Ausprägung der Incisura praemuscularis und die Symphysenregion, die im
+Relief der Vorder- und der Lingualfläche weniger modifiziert ist als bei
+den übrigen Anthropoiden. Es sind sogar Andeutungen der Incisura
+submentalis vorhanden, ein untrüglicher Beweis, daß diese einst
+gemeinsamer Besitz war. Bei Hylobates lar finden sich ferner sogar
+Andeutungen des Sulcus supramarginalis, der bei den anderen Anthropoiden
+ganz vermißt wird.
+
+=Das Resultat ist also, daß ein durch sein Gebiß als menschlich
+sichergestelltes Fossil dem Ausgangszustande der Anthropoiden nahesteht,
+wie es die von= KLAATSCH =und mir vertretenen Anschauungen erwarten
+ließen=.
+
+Es soll nun noch die Mandibula des Homo Heidelbergensis mit anderen
+fossilen menschlichen Unterkiefern verglichen werden. Von Wichtigkeit
+ist es, zu prüfen, ob sie eine morphologische Sonderstellung einnimmt.
+
+Der Beginn der Erforschung fossiler Menschenkiefer war gegeben durch die
+1866 erfolgte Entdeckung DUPONTS[15-17], der in der Höhle »La Naulette«
+am linken Ufer der Lesse in Belgien zusammen mit Knochen vom Mammut und
+Rhinoceros das Fragment eines menschlichen Unterkiefers antraf. Was
+sofort an demselben auffiel, war der sehr kräftig und gedrungen gebaute
+Körper, sowie die zurückweichende Gestaltung der Kinnregion, worin man
+Ähnlichkeiten mit Affen zu erkennen glaubte. GABRIEL DE MORTILLET[54]
+meinte sogar: Das betreffende Wesen habe noch keine Sprachfähigkeit
+besessen, da die Spina mentalis interna zu fehlen scheine. Zum erstenmal
+wurde die wissenschaftliche Welt durch Wahrnehmungen »pithecoider«
+Eigenschaften an einem Menschenkiefer beunruhigt. Die Ära der Diskussion
+über die Affenabstammung des Menschen begann. In dieser Periode der
+Unklarheit ist der Scharfblick TOPINARDS[95] hervorzuheben, der mit
+kritischem Auge die Merkmale des La Naulette-Kiefers prüfte und seine
+menschliche Natur feststellte. Zugleich zeigte dieser Forscher, daß die
+vom recenten Europäer vorhandenen Abweichungen nicht eine Annäherung im
+genetischen Sinne an die Anthropoiden bedeuten. In seinen
+Formverhältnissen, besonders in der gedrungenen Gestalt des Corpus, ist
+das Kieferfragment von $La Naulette$ demjenigen von Krapina, welches
+GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER[30] mit G bezeichnet, sehr ähnlich. Beide
+Kiefer weichen hierin beträchtlich von dem Heidelberger Fossil ab. Für
+La Naulette liegt eine weitere Differenz darin, daß die Alveolen der
+Molaren vom ersten bis zum dritten größer werden; doch handelt es sich
+bei La Naulette M 3 nach R. BAUME[7] wahrscheinlich um einen im
+Durchbruch befindlichen Zahn, bei dem die Alveole stets weiter zu sein
+pflegt.
+
+Große Erregung rief auch die Auffindung des berühmten
+Unterkieferfragments durch CH. MA[VS]KA 1882 in der [vS]ipkahöhle bei
+Neutitschein in Mähren hervor. Die lebhafte Diskussion zwischen VIRCHOW
+und SCHAAFFHAUSEN über die Bedeutung der im Kiefer eingeschlossenen
+Zähne wurde erst in neuester Zeit durch WALKHOFF dahin erledigt, daß es
+sich um ein kindliches Objekt im Zahnwechsel handelt. Aus diesem Grunde
+eignet sich der [vS]ipkakiefer nicht gut zu vergleichenden Studien mit
+der einem erwachsenen Individuum angehörigen Mandibula des Homo
+Heidelbergensis.
+
+Hingegen ist hierfür der Unterkiefer von $Spy$ I sehr brauchbar. Mit der
+Beschreibung desselben durch J. FRAIPONT[18] in den Archives de Biologie
+1887 beginnt eigentlich erst eine wissenschaftliche Bearbeitung des
+menschlichen Unterkiefers. Bis zur Entdeckung der Reste des
+Krapinamenschen, Ende der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, war
+die Spymandibula das klassische Objekt in seiner Art. FRAIPONT
+charakterisiert sie mit den Worten: »Elle est très robuste, très haute,
+récurrente, dépourvue d'éminence mentonnière.« Leider fehlt ihr der
+obere und der distale untere Teil der Äste; jedoch wird diese Lücke
+einigermaßen ausgefüllt durch den Rekonstruktionsversuch, den KLAATSCH
+im Anschluß an denjenigen des Neandertalschädels ausgeführt und auf dem
+Berliner Anatomenkongreß 1908 demonstriert hat.
+
+Auf den ersten Blick zeigt es sich, daß zwischen Spy I und dem Homo
+Heidelbergensis viel Verwandtschaftliches besteht, aber auch manches
+Trennende. In letzterer Hinsicht fällt besonders auf, daß der Spykiefer
+seinen Ruf enormer Mächtigkeit neben dem Heidelberger Fossil einbüßt.
+Gegen letzteres erscheint das belgische grazil und gemäßigt. FRAIPONT
+gibt als Symphysenhöhe 38 mm an. An dem mir von genanntem Forscher
+freundlichst überlassenen Gipsabguß läßt sich eine solche von nur 35 mm
+feststellen, was etwa derjenigen des Heidelberger Unterkiefers
+entspricht; der Defekt der Alveolen der Incisivi erschwert bei letzterem
+die Messung. In der Symphysendicke bleibt Spy (15 mm) gegen Heidelberg
+(17,5 mm) zurück. Auffälliger ist die Schmalheit des Corpus von Spy in
+den seitlichen Teilen. Am Foramen mentale zeigt Spy 13,5 mm, Heidelberg
+18,5; die postmolare Dicke beträgt bei Spy 16, bei dem Heidelberger
+Fossil aber 23,5 mm!
+
+Unter diesen Umständen kann bei der Spymandibula von einem Mißverhältnis
+zwischen Zähnen und Kiefer, wie es der Homo Heidelbergensis zeigt, nicht
+die Rede sein. Obwohl relativ groß, haben die Zähne im Spykiefer
+genügend Raum, keinesfalls aber Überfluß daran, wie es bei dem
+Heidelberger der Fall ist. Trotz der kleinen, besonders bei M 2
+hervortretenden, Differenzen in den Größenverhältnissen der Molaren ist
+das Gesamtbild des Gebisses beider, wenn man von der stärkeren Abkauung
+bei Spy absieht, ein sehr ähnliches, der Verlauf des Alveolarrandes fast
+identisch; nur buchtet sich derjenige des Heidelberger Fossils im
+Bereiche der Incisiven und Prämolaren ein wenig vor. Dies zeigt sich
+deutlich, wenn man die Alveolarrandkurven von beiden aufeinander
+projizert. Hierbei erkennt man auch ein geringes Zurückbleiben der Kurve
+von Heidelberg gegen Spy in der Breite der Molarenregion.
+
+Ferner offenbart die Symphysengegend beider Unterkiefer eine
+fundamentale Übereinstimmung durch den gemeinsamen Besitz einer Incisura
+submentalis in einer solchen Ausdehnung, wie sie bei recenten kaum
+vorkommen dürfte. Bei Spy ist dieselbe allerdings 10 mm schmäler und
+weniger tief ausgeschnitten. Auch eine Spina interdigastrica ist bei Spy
+vorhanden. Ferner sind die Insertionsgruben des Musculus digastricus in
+ihrer halbmondförmigen Gestalt sehr ähnlich, jedoch erscheint die beim
+Heidelberger Fossil wahrnehmbare Umgestaltung der Insertionsfläche aus
+einer mesial beinahe horizontalen in eine distal mehr lingual gerichtete
+an der Spymandibula weniger ausgeprägt. Die kleine Prominenz, welche
+sich bei der Heidelberger Mandibula an der lateralen Grenze der
+Digastricusinsertion auf der Außenfläche vorfindet, ist bei Spy nur auf
+der linken Seite deutlich entwickelt. Die Bedeutung dieses Tuberculum
+mentale posterius für die Kinnbildung ist von KLAATSCH in seinem
+Frankfurter Vortrage dargelegt worden. Ebendort lenkte er die
+Aufmerksamkeit auf die Furche, welche zwischen dem vorgenannten
+Tuberculum und dem Foramen mentale, dem Kieferrande parallel laufend,
+von ihm an Australierkiefern in stark variierender Ausdehnung
+festgestellt und Sulcus supramarginalis oder mentalis benannt wurde.
+Dieser ist auch an der Spymandibula, links deutlicher als rechts,
+wahrnehmbar. Daß er mit der viel besser ausgeprägten und bedeutend
+weiter ausgedehnten Rinnenbildung identisch ist, die ich an dem
+Heidelberger Fossil beschrieben habe, bedarf nur des Hinweises. Die
+Foramina mentalia von Spy liegen, soweit der Gipsabguß dies erkennen
+läßt, unter M 1, also mehr distalwärts als bei unserem Fossil.
+
+Der vorderen Symphysenfläche der Spymandibula fehlt die das ganze Gebiet
+beherrschende Rundung. Die Gegend unter dem Alveolarrand erscheint wie
+eingedrückt. Es ist die Bildung entstanden, welche KLAATSCH in
+zahlreichen Variationen an Australierkiefern beobachten konnte und für
+die er die Bezeichnung Impressio subincisiva externa eingeführt hat.
+Hiervon zu unterscheiden ist die Impressio subincisiva interna, die bei
+dem Heidelberger Fossil nur ganz schwach angedeutet, bei Spy aber
+stärker ausgeprägt ist. So wird der Alveolarrand des letzteren lingual
+und labial verschmälert. Durch die Impressio subincisiva externa tritt
+das darunter befindliche Gebiet ein wenig hervor. Diese Prominenz ist
+es, die FRAIPONT zu dem Urteil veranlaßt: Le menton existe déjà ici
+virtuellement. Ohne daß auf diese Frage hier näher eingegangen wird,
+läßt sich doch feststellen, daß die Verschiedenheit der Symphysenregion
+der Unterkiefer von Heidelberg und Spy sich nur im Sinne einer
+sekundären Veränderung des letzteren deuten läßt. Aus dem Heidelberger
+Kiefer läßt sich der von Spy modellieren, nicht aber umgekehrt.
+
+An Stelle der Rundung der Regio mentalis der Heidelberger Mandibula,
+welche die Messung eines Symphysenwinkels gar nicht gestattet, ist bei
+Spy eine Abflachung und steilere Stellung der Vorderfläche getreten (den
+Winkel gibt FRAIPONT mit 111° an). Die allgemeine Verschmälerung des
+Corpus mandibulae von Spy erscheint nun als eine Reduktion aus einem dem
+Heidelberger Fossil ähnlichen Stadium. Das innere Relief der Symphyse
+ist dabei ziemlich unverändert geblieben; doch machen sich leichte
+Unebenheiten in der Fossa genioglossi bemerkbar: Anfänge der Bildung
+einer Spina mentalis interna.
+
+Recht abweichend vom Homo Heidelbergensis verhält sich beim Menschen von
+Spy die Linea mylohyoidea, indem sie, eine tiefe Fossa submaxillaris
+überbrückend, als sehr deutlich wahrnehmbarer Wulst sich bis zur
+Digastricusinsertion hinzieht.
+
+Die Fossa praecoronoidea bei Spy ist schwächer entwickelt und das
+Trigonum postmolare kürzer als bei dem Heidelberger Fossil. Das Diastema
+postmolare, der freie Raum zwischen dem dritten Molaren und dem vorderen
+Rande des Ramus, ist hingegen weiter bei Spy. Der fragmentarische
+Processus coronoideus bei letzterem läßt noch das Vorhandensein einer
+Incisura subcoronoidea erkennen und eine ähnliche Form des Ramus wie bei
+dem Homo Heidelbergensis vermuten.
+
+=Faßt man alle diese Tatsachen zusammen, so erhellt zweifellos ein
+Zusammenhang zwischen den beiden Unterkiefern, und zwar in dem Sinne,
+daß das Heidelberger Fossil bis in die Einzelheiten einem
+Vorfahrenstadium desjenigen von Spy I entspricht[XXII.]. Wir müssen
+daher die Mandibula des Homo Heidelbergensis als präneandertaloid
+bezeichnen. Da sie zugleich präanthropoide Merkmale aufweist, so wird
+ihre Stellung als diejenige eines ganz fundamentalen »Generalized Type«
+im Sinne Huxleys immer mehr befestigt=.
+
+ [XXII.] Fragmente einer Mandibula von Spy II sind beschrieben bei
+ FRAIPONT 1. c. p. 632: »Cette mandibule devait être plus haute, plus
+ massive, plus robuste encore que celle du sujet No. 1«. »Le bord
+ alvéolaire est très épais et en rapport avec le développement des
+ alvéoles qui logent d'énormes molaires. Les branches volumineuses ...«.
+ Hiernach ist es möglich, daß eine individuelle Variation vorlag, die
+ noch mehr von dem ursprünglichen Typus des Homo Heidelbergensis
+ bewahrte. Auffallend hingegen ist, daß FRAIPONT die Molaren als »enorm«
+ bezeichnet.
+
+Sehen wir zu, ob die Vergleichung des Heidelberger Fossils mit dem
+Unterkiefermaterial von $Krapina$ die eben geäußerte Auffassung bestätigt.
+An letzterem fällt besonders die außerordentliche individuelle Variation
+auf. Da ist zunächst der gewaltige, fast vollständig erhaltene
+Unterkiefer J, der in GORJANOVI[/C]-KRAMBERGERS[30] trefflicher
+Monographie vom Jahre 1906 in Fig. 2 und 2a, Taf. VI abgebildet ist.
+Nach diesen Bildern und nach dem Text ergibt sich, daß er in seinen
+Dimensionen das Heidelberger Fossil in manchen Punkten übertrifft. Der
+Abstand der Condyli (Mittelpunkt der Flächen) voneinander beträgt bei
+Krapina J 121,8 mm, d. h. etwa ein Fünftel mehr als beim recenten
+Europäer im Durchschnitt; bei der Heidelberger Mandibula finde ich 110
+mm, ein Maß, mit dem Spy I nach dem von KLAATSCH[47] ausgeführten
+Rekonstruktionsversuch genau übereinstimmen würde. Der Abstand der
+Condylen, an der Außenfläche gemessen, der bei Heidelberg 130,4 mm
+beträgt, zeigt bei Krapina J mindestens 145 mm, wozu nach
+GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER l. c. p. 159 noch 1-2 mm hinzutreten dürften,
+da der Kiefer aus Fragmenten zusammengesetzt ist. Die Condylenflächen
+von Krapina J sind durch Arthritis deformans verändert; die linke ist
+weniger davon berührt. Sie zeigt eine ähnliche Gestaltung wie am
+Heidelberger Fossil. Während der transversale Durchmesser des linken
+Condylus bei Krapina J 28,8 mm gegen Heidelberg 22,8 mm zeigt, ist der
+sagittale Durchmesser bei beiden gleich. Die Dickendimensionen des
+Corpus sind bei Krapina J geringer als bei Heidelberg: an der Symphyse
+15 gegen 17,5 mm und distal von M 3 sogar 15 (nach der Abbildung
+gemessen) gegen 23,5 mm. Ob bei Krapina J eine Incisura submentalis
+besteht, läßt sich nach der Abbildung nicht entscheiden, ist aber nach
+der von GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER l. c. Fig. 2, Taf. VI gegebenen
+Profilansicht wahrscheinlich. Das Foramen mentale liegt relativ weit
+hinten: unter der distalen Wurzel des ersten Molaren. Die vordere, eine
+Impressio incisiva aufweisende Symphysenfläche von Krapina J ist stärker
+zurückweichend als bei Spy I; es fehlt ihr die ausgesprochene Rundung,
+welche das Heidelberger Fossil aufweist.
+
+Der Ramus von Krapina J ist in seiner Form in mancher Hinsicht der
+Heidelberger Mandibula ähnlich, läßt aber in anderer Beziehung
+Abweichungen erkennen. So hat der Processus coronoideus vorn noch ganz
+die typische Beschaffenheit, während die Incisura tiefer eingeschnitten
+ist. Ferner ragt die Spitze des Processus coronoideus höher als der
+Condylus auf, im Gegensatz zum Heidelberger Kiefer. Während bei diesem
+Basaltangente und Alveolarrand divergieren, laufen sie bei Krapina J
+fast parallel; auch ist bei letzterem eine Incisura praemuscularis nicht
+ausgeprägt. Der Ramus des Menschen von Krapina ist etwas höher als
+derjenige des Homo Heidelbergensis; dagegen ist die Breite des ersteren
+unverhältnismäßig gering, was ein Blick auf die Abbildung beider
+erkennen läßt. Die Mehrzahl der von Krapina J angeführten Merkmale
+spricht für sekundäre Abänderungen eines Urzustandes, wie ihn das
+Heidelberger Fossil noch zeigt.
+
+Ganz dasselbe Resultat ergeben die Unterkieferfragmente von
+Krapina H und G, von denen ich Gipsabgüsse der Güte des Herrn
+GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER verdanke. Das erstere, von dem das Corpus mit
+sämtlichen Zähnen erhalten ist, ähnelt dem oben beschriebenen J sehr.
+Die vordere Symphysenfläche ist jedoch noch mehr zurückweichend und
+vollständig abgeplattet, so daß man hier den Winkel messen kann, den sie
+mit der Alveolarebene bildet; er beträgt 67°, ein für menschliche
+Verhältnisse außergewöhnlich niedriger. Bei einseitiger Beurteilung
+dieser Tatsache könnte es scheinen, als liege hier ein niederer Zustand
+als bei dem Heidelberger Fossil vor; aber sorgfältige Prüfung der
+Vorderfläche des Kiefers H zeigt die Veränderungen, die er im Vergleich
+zu demjenigen des Homo Heidelbergensis erfuhr, an den er sich in anderen
+Punkten direkt anschließt.
+
+Die fundamentale Übereinstimmung der Unterkiefer von Heidelberg, Spy und
+Krapina liegt in dem Besitz der Incisura submentalis. In ihrer
+Ausprägung nähert sich Krapina H unserem Fossil mehr, als das bei Spy I
+der Fall ist. Krapina H bietet sogar eine einseitige Fortbildung des
+Zustandes der Heidelberger Mandibula durch die bedeutende Ausdehnung der
+Insertion des Digastricus, der außerordentlich entwickelt gewesen sein
+muß. Die Fossa digastrica liegt bei Krapina ganz nahe der Mittellinie,
+die eine deutliche Spina interdigastrica aufweist. Die Dicke des
+Basalrandes beträgt an der Symphyse 15,4 mm, unter dem Eckzahn sogar
+16,4 mm; alveolarwärts verjüngt sich der Körper. Es ist, als wäre die
+Symphysenregion, vom Alveolarrande anfangend, komprimiert und die
+Knochenmasse basalwärts gedrängt. So weit geht die Reduktion der
+knöchernen Hülle, daß die Juga alveolaria der Incisivi und besonders der
+Canini als starke Wülste sich markieren.
+
+Trotz der stark »fliehenden« Beschaffenheit der Kinnregion zeigt ihr
+Relief in der Medianebene schon die Anfänge der Kinnbildung, wie
+GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER ganz richtig erkannt hat. Außen eine sanfte
+Kinnschwellung, die jedoch nicht als positive Erhebung zu gelten
+braucht, sondern als eine lokale Erhaltung der ursprünglichen Wölbung
+angesehen werden kann, die nur infolge des Einsinkens der darüber
+befindlichen Knochenmasse hervortritt. Innen erhebt sich bereits aus der
+Fossa genioglossi eine kleine Spina mentalis.
+
+Die lateralen Partien des Kieferfragmentes Krapina H zeigen, ebenso wie
+bei J, die von KLAATSCH als wichtig für die Kinnbildung erkannten
+Unebenheiten: den Sulcus supramarginalis und das Tuberculum mentale
+laterale (von GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER als Tuberculum submentale
+bezeichnet). In der Bewahrung dieses Reliefs stehen Krapina H und J dem
+Heidelberger Fossil näher als Spy I.
+
+Welch ein anderes Bild bietet auf den ersten Blick das
+Unterkieferfragment Krapina G dar! Die Höhe des Corpus, das rechts bis
+zum aufsteigenden Aste, links nur bis zum ersten Molar erhalten ist,
+bleibt gegen Krapina H bedeutend zurück, so daß man an das
+Kieferfragment von La Naulette erinnert wird. Die Dickenverhältnisse des
+Körpers sind relativ bedeutende: an der Symphyse 14,4 und unter dem
+Eckzahne rechts 14,8, links 15,5 mm. Die vordere Symphysenfläche zeigt
+eine ganz schwache Rundung und die linguale Fläche eine Wulstung mit
+kaum angedeuteter Impressio incisiva interna, beides Punkte, in denen
+sich Krapina G näher an die Heidelberger Mandibula anschließt, als Spy
+oder die anderen Kiefer von Krapina. Hingegen stimmt G mit letzteren und
+mit Spy überein in der am Heidelberger Fossil fehlenden starken
+Ausprägung der Linea mylohyoidea. Daneben bestehen aber ganz eigene
+Merkmale: Der Basalrand von G ist unten von der Mitte bis zum zweiten
+Prämolaren abgeplattet. Die flachen, sehr großen Fossae digastricae
+schauen fast genau abwärts und nur ganz wenig lingual. Die Incisura
+submentalis besteht, ist aber sehr flach. Sulcus supramarginalis,
+Tubercula mentalia lateralia, und, wie GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER
+zutreffend nachweist, auch eine mediane Kinnprominenz sind gleichsam in
+statu nascendi angedeutet. -- Ganz ungewöhnlich ist offenbar die
+Stellung der Vorderzähne gewesen. Wie die vorgebogen gewesenen Alveolen
+erkennen lassen, bestand eine starke Zahnprognathie. Hierin weicht
+Krapina G vom Heidelberger Fossil und allen anderen ab.
+
+Es sind noch verschiedene Unterkieferfragmente von Krapina vorhanden,
+die teils ihres defekten Zustandes wegen, teils weil sie von
+jugendlichen Individuen herrühren, zum Vergleich nicht herangezogen
+wurden.
+
+=Im ganzen genommen folgt aus obiger Betrachtung, daß die individuellen
+Variationen der Mandibula des Menschen von Krapina auf einen
+Ausgangszustand hinweisen, der dem Heidelberger Fossil ganz nahe
+gestanden hat=.
+
+Es sei noch in Kürze des Unterkiefers von $Ochos$ gedacht, der vor zwei
+Jahren in einer Höhle des Brünner Devonkalkgebietes zusammen mit Resten
+diluvialer Tiere aufgefunden und von A. RZEHAK[68] in den Verhandlungen
+des Naturforschenden Vereins in Brünn 1906 beschrieben ist. Leider fehlt
+das Corpus mandibulae fast vollständig, so daß eigentlich nur der
+Alveolarteil erhalten ist. »Es sieht aus, als ob der Körper nicht von
+Raubtieren abgebissen, sondern von Menschenhand abgeschlagen worden
+wäre, da der Bruchrand ziemlich glatt und eine Bißspur nirgends zu sehen
+ist. An den ehemals scharfen Rändern ist der Knochen schwach, aber
+deutlich abgerollt. Die aufsteigenden Äste fehlen ebenfalls, dagegen
+sind mit Ausnahme des rechtsseitigen Weisheitszahnes alle Zähne in situ
+vorhanden.« Diese sind in der tabellarischen Aufzählung der Maße
+berücksichtigt. An dem Fragmente selbst fällt die bedeutende
+Lingualwulstung auf, die derjenigen des Heidelberger Fossils nahesteht;
+auch scheinen, soweit dies aus der Abbildung zu erkennen ist, die
+Wurzeln der Incisivi etwas von der ursprünglichen Krümmung behalten zu
+haben. Die oberhalb des Bruchrandes angedeutete Impressio subincisiva
+externa verrät bereits sekundäre Modifikationen.
+
+=Aus der Vergleichung der Mandibula des Homo Heidelbergensis mit den
+anderen besprochenen fossilen Kiefern ergibt sich, daß kein einziger von
+diesen es mit unserm Objekt hinsichtlich der morphologischen Bedeutung
+aufnehmen kann. Das Heidelberger Fossil übertrifft sie alle durch die
+Kombination primitiver Merkmale. Relativ am nächsten steht ihm der
+Unterkiefer von Spy; er erscheint noch am gleichmäßigsten in allen
+Teilen aus dem Heidelbergtypus umgeformt. Die individuellen Variationen
+von Krapina stellen einseitige (vielleicht von alten Rassen
+eingeschlagene) Entwicklungsbahnen dar=.
+
+=Daß auch die Unterkiefer heutiger Rassen sich auf eine dem
+Heidelbergtypus ganz nahe stehende Urform zurückführen lassen, wurde
+bereits an einigen Profildiagrammen gezeigt=.
+
+ * * * * *
+
+=Nachdem die morphologische Stellung unseres Fossils nach verschiedenen
+Richtungen beleuchtet worden ist, möge hier eine Zusammenfassung des
+Resultates folgen: Die Mandibula des Homo Heidelbergensis läßt den
+Urzustand erkennen, welcher dem gemeinsamen Vorfahren der Menschheit und
+der Menschenaffen zukam. Dieser Fund bedeutet den weitesten Vorstoß
+abwärts in die Morphogenese des Menschenskelettes, den wir bis heute zu
+verzeichnen haben. -- Angenommen, es würde ein geologisch noch älterer
+Unterkiefer aus der Vorfahrenlinie des Menschen gefunden, so stünde
+nicht zu erwarten, daß er viel anders aussehen würde, als unser Fossil,
+das uns bereits bis zu jener Grenze führt, wo es spezieller Beweise
+bedarf (wie hier des Gebisses), um die Zugehörigkeit zum Menschen
+darzutun. Noch weiter abwärts kämen wir zu dem gemeinsamen Ahnen
+sämtlicher Primaten. Solch einem Unterkiefer würden wir die
+Vorfahrenschaft zum heutigen Menschen wohl kaum noch ansehen können;
+seine Beziehung zu unserem Fossil würde aber bestimmt erkennbar sein.
+Das geht hervor aus den Annäherungen, welche die Unterkiefer niederer
+Affen und recenter wie fossiler Halbaffen bald in diesem, bald in jenem
+Punkte zu ihm aufweisen. Besonders der Ramus mandibulae ist in dieser
+Hinsicht sehr lehrreich. Als Beispiele seien herausgegriffen: Die
+Ähnlichkeit des Processus coronoideus und der flachen Incisura
+semilunaris bei Cynocephalus, die Andeutung einer Incisura subcoronoidea
+bei Mycetes, die Breite der Äste bei fossilen Lemuriden=.
+
+
+
+
+ ANHANG
+
+ ZUM ANTHROPOLOGISCHEN TEIL
+
+ DIE ZÄHNE DES HOMO HEIDELBERGENSIS
+
+
+
+
+ I. SPEZIELLE BESCHREIBUNG
+ II. TABELLEN DER MASZE UND VERGLEICHSZAHLEN
+ III. DIE HÖCKER DER MOLAREN
+ IV. DIE PULPAHÖHLEN
+ V. RÖNTGENBILDER
+
+
+
+
+ I. Spezielle Beschreibung.
+
+
+$J 1 dext.$ (Fig. 25 a u. b, Taf. VIII). Die Kaukante des mittleren
+rechten Schneidezahnes ist stark abgenutzt, so daß der Schmelzbelag oben
+vollständig verschwunden ist. Das Zahnbein ist hier muldenförmig
+ausgehöhlt und von einem ganz schmalen Schmelzsaume umrandet. Die
+Lippenfläche selbst bietet nichts Absonderliches. Die Zungenfläche zeigt
+an der Basis einen eben angedeuteten Schmelzwulst, der gegen die
+Schneidekante zu, sich allmählich abflachend, ausläuft. Vom unteren
+Schmelzrande 4,1 mm entfernt findet sich eine seichte Querfurche, die
+von einer Seite zur andern verläuft, sich auf die Seitenflächen
+fortsetzt und noch am Seitenrande der Lippenfläche erkennbar ist. Weiter
+aufwärts, 5,6 mm vom unteren Schmelzrande entfernt, findet sich eine
+ebenso verlaufende, aber deutlichere Furche. Die beiden Wurzelflächen
+sind der Länge nach eingefurcht, die distale tiefer als die mesiale. Die
+Wurzelspitze ist mesial etwas gekrümmt. -- Die Maße sind folgende:
+Totale Länge 23,2[XXIII.]; Kronenlänge oder -höhe 7,5[XXIII.];
+Kronenbreite (mesiodistaler Durchmesser) 5,5; Kronendicke
+(labiolingualer Durchmesser) 7,1; Wurzeldurchmesser 7,2 und 4,2 mm.
+
+$J 1 sin.$ (Fig. 26 a u. b). Der mittlere linke Schneidezahn ist ebenso
+stark abgenutzt wie J 1 dext. An der Lippenfläche findet sich 2,2 mm vom
+unteren Schmelzrande entfernt eine ganz schwache Querfurche und 3,6 mm
+höher eine gleiche. Die Zungenfläche ist derjenigen des rechten
+mittleren Schneidezahnes sehr ähnlich; sie zeigt zwei horizontal
+bogenförmig verlaufende Querfurchen, von welchen die eine 4 mm, die
+andere 5,7 mm vom unteren Schmelzrande entfernt ist. Die Seitenflächen
+zeigen keine Besonderheiten. Die Spitze der von beiden Seiten stark
+flach gedrückten Wurzel ist abgebrochen und steckt im Kiefer. Die beiden
+Wurzelflächen sind der Länge nach eingefurcht, die mesiale schwächer als
+die distale. -- Maße: Kronenlänge 6,9[XXIII.]; Kronenbreite 5,0;
+Kronendicke 7,1; Wurzeldurchmesser 7,2 und 4,1 mm.
+
+ [XXIII.] Diese niedrigen Zahlen sind durch die Abnutzung bedingt. Die
+ Kronenlänge ist stets an der Lippenfläche in der Mittellinie gemessen.
+
+$J 2 dext.$ (Fig. 24 a u. b). Die Krone des seitlichen rechten
+Schneidezahnes ist, wie bei J 1 dext. stark abgekaut; sie ist 0,5 mm
+breiter als bei letzterem. Ihre Lippenfläche weist außer einer eben
+angedeuteten Querfurchung keine Besonderheiten auf. Die Zungenfläche
+zeigt ähnlich wie bei J 1 dext. einen Basalwulst, der sich gegen die
+Schneide hin in der Weise abdacht, daß in der Mittellinie eine Erhebung
+bestehen bleibt. Distal von dieser findet sich eine deutlich erkennbare
+Einsenkung, mesial ist solche kaum wahrnehmbar. Die beiden Wurzelflächen
+sind wie bei J 1 dext. der Länge nach gefurcht. Da die Wurzel dieses
+Zahnes bei der Ausgrabung des Unterkiefers mitten durchschlagen wurde --
+die Spitze steckt noch im Kiefer --, so gewinnt man einen Einblick in
+den Wurzelkanal, der ziemlich geräumig und seitlich zusammengedrückt
+ist. Maße: Kronenlänge 8,0; Kronenbreite 6,0; Kronendicke 7,8;
+Wurzeldurchmesser 7,9 und 4,5 mm.
+
+$J 2 sin.$ (Fig. 27). Die Schmelzfläche des seitlichen linken
+Schneidezahnes ist bis in die Hälfte des Zahnes hinein abgesprengt, so
+daß die Pulpakammer ungefähr in der Mitte ihrer Tiefe eröffnet ist. Die
+Kaukante ist wie bei den übrigen Incisiven stark abgenutzt. Die
+Lippenfläche zeigt 2,5 mm von der unteren Schmelzgrenze entfernt eine
+seichte Querfurche. Die Zungenfläche weist unten eine deutliche
+Schmelzerhebung und nach oben verschiedene Grübchen und Leisten auf, die
+den Eindruck der Schmelzhyperplasie machen. -- Maße: Kronenlänge 8,2;
+Kronenbreite 6,3; Kronendicke 7,7; linguolabialer Wurzeldurchmesser 7,6
+mm.
+
+$C dext.$ (Taf. VIII, Fig. 22). Die Schneidekante des rechten Eckzahnes
+ist stark abgenutzt, so daß in der Kauebene eine halbmondförmige Figur
+entsteht, die von einem durchschnittlich 1 mm dicken Schmelzrande
+gebildet wird, innerhalb dessen etwas tiefer liegend ein dunkelbraun
+gefärbter, ebenfalls halbmondförmig gestalteter Kern von Dentin
+erscheint. Dieser ist mesiodistal 5,2 mm lang und labiolingual bis zu
+2,3 mm breit. Die Lippenfläche der Krone ist sowohl mesiodistal wie in
+der Richtung von oben nach unten gewölbt, und zwar ist die erstgenannte
+Kurve auf der mesialen Seite stärker gebogen als auf der distalen. Die
+Lippenfläche, zeigt deutlich zwei horizontale Schmelzerhebungen, welchen
+je eine Querfurche entspricht, von denen die obere deutlicher als die
+untere ausgeprägt ist.
+
+An der Basis der Zungenfläche ist ein Tuberculum angedeutet, von dem
+zwei Randleisten bis zur Kaukante ausgehen, sowie eine sich früher
+verlierende Mittelleiste. Zwischen den Randleisten und der Mittelleiste
+verläuft, distal deutlicher als mesial, je eine Furche. Am Ende der
+Mittelleiste und etwas nach der distalen Seite gerückt, findet sich eine
+grubenförmige Vertiefung. -- Sonst wäre noch zu erwähnen, daß die
+Schmelzgrenze sich an der Lippenfläche 1,2 mm tiefer herabsenkt, als an
+der Zungenfläche, sowie daß die Höhenlage des Schmelzrandes auf der
+mesialen Seite 0,9 mm über diejenige der distalen emporragt. -- Maße:
+Kronenlänge 8,7; Kronenbreite 7,6; Kronendicke 9,0 mm.
+
+$C sin.$ (Fig. 23). Die Kaukante des linken Eckzahnes verhält sich ganz
+ähnlich wie bei C 1 dext.; leider ist beim Schaufeln des den Unterkiefer
+enthaltenden Sandes von der mesialen Seitenfläche ein wenig vom Schmelz
+abgesprengt worden. Die Lippenfläche entspricht derjenigen des Caninus
+der rechten Seite; nur sind die quer verlaufenden Schmelzerhebungen und
+Furchen weniger deutlich ausgeprägt. Lingual ist ebenfalls ein basales
+Tuberculum angedeutet, von dem in gleicher Weise wie beim rechten
+Eckzahne zwei Randleisten, zwei Furchen und eine kleinere Mittelleiste
+auslaufen; jedoch fehlt das Grübchen oberhalb dieser.
+
+Die Schmelzgrenze senkt sich an der Lippenfläche 0,8 mm tiefer herab,
+als an der Zungenfläche; die Höhenlage des Schmelzrandes ragt auf der
+mesialen Seite ebenso wie bei C 1 dext. 0,9 mm über diejenige der
+distalen empor. -- Maße: Kronenlänge 8,9; Kronenbreite 7,7; Kronendicke
+9,0 mm.
+
+$P 1 dext.$ (Fig. 22). An dem rechten vorderen Prämolarzahn ist der
+Wangenhöcker ziemlich stark abgekaut, so daß das Zahnbein in einer bis
+0,5 mm breiten und 5,5 mm langen, eben bemerkbaren Einbuchtung zutage
+tritt. Der Zungenhöcker zeigt in der Mitte eine an der Basis 3,4 mm
+breite, nach oben spitz zulaufende 6,2 mm lange gratartige
+Schmelzleiste, welche die obere Kante nicht erreicht. Rechts und links
+davon sind zwei deutlich ausgeprägte Randleisten vorhanden, die von der
+Mittelleiste jederseits durch ein Grübchen getrennt sind, von denen
+jedes gegen die Basis in eine seichte Schmelzfalte ausläuft. Der
+linguale Höcker erreicht nicht vollständig die Höhe der Kauebene. Maße:
+Kronenhöhe in der Mittellinie 8,0; Kronenbreite 8,1; Kronendicke 9,0 mm.
+
+$P 1 sin.$ (Fig. 28 a u. b). An dem noch vorhandenen Rest der Krone des
+ersten linken Prämolarzahnes ist der Zungenhöcker abgebrochen. An der
+Kaufläche des Wangenhöckers sieht man eine ähnliche Abnutzung wie bei P
+1 dext. Die Schmelzschicht der Wangenseite ist in ihrem unteren Teile
+ebenfalls zerstört.
+
+$P 2 dext.$ (Fig. 22). Der rechte zweite Prämolarzahn zeigt deutlich zwei
+Höcker, von denen der buccale eine Abnutzung aufweist. Der labiale
+Höcker erreicht gerade die Höhe der Kauebene. Beide Höcker sind durch
+eine gut entwickelte Schmelzleiste verbunden, die in der Mitte vertieft
+und eingeschnitten ist. Zu beiden Seiten dieser Mittelleiste finden sich
+randständig von den Seitenwülsten begrenzt Grübchen, von denen das
+mesiale oval ist, während das distale eine V-förmige Furchenzeichnung
+aufweist. -- Maße: Kronenlänge über der Mittellinie 6,9; Kronenbreite
+7,5; Kronendicke 9,2 mm.
+
+$P 2 sin.$ (Fig. 29 a u. b). An dem noch vorhandenen Rest der Krone des
+zweiten linken Prämolarzahnes ist sowohl an der labialen und lingualen,
+wie auch an der mesialen Seite der Kaufläche der Schmelz stark
+beschädigt, so daß Messungen nicht mehr ausführbar sind. Soweit die
+Kaufläche noch erhalten ist, sieht man, daß der Zungenhöcker gut
+entwickelt ist. Derselbe ist durch eine Schmelzleiste mit dem
+Wangenhöcker verbunden. Neben dieser Leiste befindet sich ein Grübchen
+mit sternförmiger Zeichnung.
+
+$M 1 dext.$ (Fig. 22). Die fünf Höcker des ersten rechten Mahlzahnes sind
+so weit abgekaut, daß das dunkel gefärbte Dentin gleich den Augen eines
+Spielwürfels zutage tritt. Die Kaufläche zeigt eine zickzackartig
+verlaufende Längsfurche. Von dieser zweigen buccalwärts zwei
+Querfurchen, lingualwärts eine ab, welche, die Höcker voneinander
+scheidend, sich über den Seitenrand der Krone hinab bis zur
+Schmelzgrenze verfolgen lassen. -- Die Anordnung der Höcker und Furchen
+auf diesem Molar entspricht gut dem von RÖSE in »E. SELENKA,
+Menschenaffen I, S. 127, Fig. 159 c und d«, aufgestellten Idealtypus des
+menschlichen fünfhöckerigen M 1 inf. -- Maße: Kronenlänge 5,1;
+Kronenbreite 11,6; Kronendicke 11,2 mm.
+
+$M 1 sin.$ (Fig. 30 a u. b). Die Krone des ersten linken Molaren war durch
+kohlensauren Kalk so fest mit einem Kalksteingeröll verkittet (Taf. VI,
+Fig. 11 u. 14), daß sie bei der vermittelst Salzsäure bewirkten Ablösung
+des Gerölls an diesem haften blieb. Hierbei lösten sich am Rande geringe
+Mengen von Schmelz ab, die eine genaue Messung der Krone nicht mehr
+gestatten. Die Kaufläche dieses Mahlzahnes ist stärker abgenützt, als
+diejenige von M 1 dext. Sie hat eine nahezu viereckige Gestalt und zeigt
+eine ähnliche Anordnung der fünf Höcker, wie der rechte erste Molar; nur
+ist der distale Höcker ganz an der Wangenseite gelegen, so daß die ihn
+vom lingualen Höcker abtrennende Längsfurche in der Mitte des Zahnes
+verläuft. -- Das Pulpenkammerdach zeigt, von unten betrachtet, wie die
+Abbildung Taf. VIII, Fig. 30 b erkennen läßt, fünf Ausstülpungen, die
+den Höckern entsprechen. -- Die Dicke der Schmelzschicht läßt sich an
+diesem Zahne nicht zuverlässig ermitteln, da die Krone nicht glatt
+abgesprengt ist wie bei M 2 sin.
+
+$M 2 dext.$ (Fig. 22). Die Höcker des zweiten rechten Molaren sind nur im
+mesialen Teile derart abgekaut, daß lingual und buccal je ein Dentinkern
+sichtbar wird. Bei dem beträchtlichen Umfange des übrigen (distalen)
+Teiles der Kaufläche ist daher, zumal die abgetrennte Krone von M 2 sin.
+deutlich fünf Höcker erkennen läßt, zu vermuten, daß hier ebenfalls
+weitere drei Höcker zur Ausbildung gelangten. Eine Stütze für diese
+Annahme bietet das Röntgenbild, das, namentlich wenn man die Glasplatte
+gegen das Licht hält, am Dach der Pulpakammer distalwärts zwei Höcker
+dicht nebeneinander erkennen läßt, die eine ähnliche Anordnung der
+beiden buccodistalen Höcker wie bei M 1 dext. vermuten lassen, während
+der fünfte linguodistal stehende Höcker auf dem Röntgenogramm verdeckt
+wird. Bezüglich der Schmelzfurche läßt sich noch folgendes erkennen: Die
+Längsfurche ist in der Mitte durch eine quere Schmelzleiste
+durchbrochen, welche auf beiden Seiten von einer Querfurche begrenzt
+ist. Die vordere Querfurche gabelt sich buccal- und lingualwärts, die
+hintere in distaler Richtung, wobei sie sich zum Schluß nochmals gabelt.
+Die vordere Querfurche setzt sich auf der buccalen Außenwand der
+Zahnkrone bis zur Basis fort. Maße: Kronenlänge 5,2; Kronenbreite 12,7;
+Kronendicke 12,0 mm.
+
+$M 2 sin.$ (Fig. 31 a u. b). Die Kaufläche des zweiten linken Molaren
+gehört, wie insbesondere das Pulpadach deutlich erkennen läßt, dem
+Fünfhöckertypus an. Die Längsfurche beginnt mit einer mesial
+gerichteten Gabelung, verläuft dann lingualwärts gebogen bis zur
+Querfurche, die wie bei M 2 dext. von einer Querleiste begrenzt wird.
+Die Längsfurche setzt sich distal von dieser fort, zuerst buccal-, zum
+Schluß distalwärts sich gabelnd.
+
+Von unten betrachtet, zeigt das Pulpenkammerdach fünf den Höckern
+entsprechende Ausstülpungen, die eine kreuzförmige Erhebung umgeben. Der
+distale Längsschenkel des Kreuzes ist länger als der mesiale und weicht
+gegen die Zungenseite hin ab. Die Verteilung der Einsenkungen ist aus
+der Abbildung Fig. 31 b ersichtlich. -- Maße: Kronenlänge 6,0;
+Kronenbreite etwa 12,9; Kronendicke etwa 11,0 mm.
+
+$M 3 dext.$ (Fig. 22). Der dritte rechte Molar zeigt den Fünfhöckertypus.
+Die im mesialen Teile der Kaufläche stark vertiefte Längsfurche grenzt
+durch eine Umbiegung nach der lingualen Seite hin den Zungenhöcker von
+dem Wangenhöcker deutlich ab. Buccalwärts von dieser Biegung findet sich
+ein Grübchen. Die Längsfurche wird durch eine auf der Abbildung nicht so
+deutlich hervortretende Querleiste unterbrochen, von welcher distal eine
+Querfurche verläuft, die sich auf die buccale Fläche der Zahnkrone
+fortsetzt; auch lingual kerbt sie den Seitenrand deutlich ein. Sie zeigt
+mehrere kleine Verästelungen. Die Fortsetzung der Längsfurche gabelt
+sich bereits in einer Entfernung von 1,2 mm von der Querfurche. Die
+ebenfalls nur 1,2 mm langen Schenkel dieser rechtwinkeligen Gabelung
+erreichen nicht den Rand der Krone. Man sieht aber an der Seitenwand
+derselben noch Andeutungen einer Abgrenzung des Höckers, dessen
+Verschwinden offenbar auf die Abkauung zurückzuführen ist. Bemerkenswert
+ist noch, daß dieser fünfte Höcker genau am distalen Ende des Zahnes
+gelegen ist, während er sich bei M 1 dext. mehr der buccalen Seite
+zuneigt. Die auf der Abbildung an der buccalen Seite befindliche dunkle
+Stelle ist nicht vertieft, wie es den Anschein haben könnte, sondern
+schwarz gefärbt, während die Dentinkerne auf den anderen Molaren
+rostbraun sind. -- Die Kaufläche dieses Zahnes läßt eine größere
+Zersplitterung, als bei M 1 u. 2 erkennen, ähnlich wie dies auch am
+Weisheitszahn des recenten Europäers beobachtet werden kann. -- Maße:
+Kronenlänge 5,3; Kronenbreite 12,2; Kronendicke 10,9 mm.
+
+$M 3 sin.$ (Fig. 23). Der dritte linke Molar ist stärker abgekaut als der
+rechte. Infolgedessen ist die Zeichnung der Furchen undeutlicher. Die
+Längsfurche liegt näher der lingualen, als der buccalen Seite. Die
+Querfurche liegt mehr im distalen Teil der Kaufläche. Sie geht auf der
+Wangenseite bis zur Schmelzgrenze hinab, während sie auf der Zungenseite
+nur den Rand einschneidet. Die Längsfurche verläuft nicht in
+kontinuierlicher Tiefe, sondern sie wird von der Querfurche durch zwei
+Querleisten nahezu aufgehoben. Zwischen diesen Querleisten und vor der
+mesialen findet sich jeweils ein Grübchen. -- Maße: Kronenlänge 5,1;
+Kronenbreite 11,5; Kronendicke 11,3 mm.
+
+
+
+
+ II. Tabellen der Maße und Vergleichszahlen.
+
+ Alle Maße in Millimeter.
+
+
+ Spaltenüberschriften:
+ A = Totale Länge
+ B = Kronenlänge oder -höhe
+ C = Kronenbreite (mesiodistaler Durchmesser)
+ D = Kronendicke (labiolingualer Durchmesser)
+ E = Labiolingualer Wurzeldurchmesser
+ F = Mesiodistaler Wurzeldurchmesser
+
+ -------------------------------------------------------------------------
+ | A | B | C | D | E | F
+ -----------------------+-----+----------------+-------+-------+-----+----
+ $J 1 inf.$ | | | | | |
+ (Taf. VIII. | | | | | |
+ Fig. 25 u. 26) | | | | | |
+ | | | | | |
+ Homo Heidelberg. dext. |23,2 | 7,5} stark | 5,5 | 7,1 | 7,2 | 4,2
+ » » sin. | -- | 6,9} abgekaut | 5,0 | 7,1 | 7,2 | 4,1
+ | | { im | | | |
+ Krapina[XXIV.] |26,0 |10,2{ Gebrauch | 6,2 | 8,1 | -- | --
+ | | { gewesen | | | |
+ Spy I[XXV.] | -- | -- } sehr stark| 4,0 | 7,0 | -- | --
+ » II |22,5 | 5,5} abgekaut | 6,0 | 7,5 | -- | --
+ Ochos dext.[XXVI.] | -- | -- | 5,0 | 7,5 | -- | --
+ » sin. | -- | -- | 5,0 | 7,7 | -- | --
+ Recenter Europäer | | | | | |
+ nach MÜHLREITER[XXVII.]|18-27| 7,9-11,5 |4,7-6,3|5,2-6,8| -- | --
+ » BLACK[XXVIII.] | | 7,0-10,5 |5,0-6,0|5,5-6,5| -- | --
+ | | | | | |
+ $J 2 inf.$ | | | | | |
+ (Fig. 24 u. 27) | | | | | |
+ | | | | | |
+ Homo Heidelberg. dext. | -- | 8,0} stark | 6,0 | 7,8 | 7,9 | 4,5
+ » sin. | -- | 8,2} abgekaut | 6,3 | 7,7 | 7,6 | --
+ | | { im | | | |
+ Krapina |26,5 |10,0{ Gebrauch | 7,5 | 8,2 | -- | --
+ | | { gewesen | | | |
+ Spy I | -- | -- } sehr stark| 5,0 | 7,0 | -- | --
+ » II | -- | 6,0} abgekaut | 6,0 | 8,0 | -- | --
+ Ochos dext. | -- | -- | 6,5 | 8,0 | -- | --
+ » sin. | -- | -- | 5,5 | 8,2 | -- | --
+ Recenter Europäer | | | | | |
+ nach MÜHLREITER |19-29| 8,2-11,8 |5,0-7,2|5,4-7,2| -- | --
+ » BLACK | | 7,0-12,0 |5,0-6,5|6,0-7,5| -- | --
+ -------------------------------------------------------------------------
+
+ [XXIV.] Nach GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER, Der Diluviale Mensch von Krapina,
+ S. 203.
+
+ [XXV.] FRAIPONT u. LOHEST, Recherches ethnographiques sur des ossements
+ humains découverts à Spy.
+
+ [XXVI.] Alle Maße der Zähne von Ochos nach gütiger brieflicher
+ Mitteilung von Prof. A. RZEHAK in Brünn.
+
+ [XXVII.] G. MÜHLREITER, Anatomie des menschlichen Gebisses S. 121.
+
+ [XXVIII.] G. V. BLACK -- nicht BLAKE, wie einige Autoren schreiben --,
+ Descriptive Anatomy of the human teeth, zitiert von A. GYSI, Schweiz.
+ Vierteljahrsschrift Bd. V. No. 1, 1895 und von W. BRANCO, Die
+ menschenähnlichen Zähne aus dem Bohnerz der Schwäbischen Alb, Stuttgart,
+ 1898. Letzterem Werke entnehme ich auch die Zahnmaße von Dryopithecus
+ rhenanus Pohlig und den recenten Anthropoiden. Die BLACKschen Maße
+ stützen sich auf die Gebisse der weißen amerikanischen Bevölkerung,
+ welche aus einer Mischung der hauptsächlichsten europäischen Völker
+ hervorgegangen ist.
+
+
+ Spaltenüberschriften:
+ A = Totale Länge
+ B = Kronenlänge oder -höhe
+ C = Kronenbreite (mesiodistaler Durchmesser)
+ D = Kronendicke (labiolingual. bzw. buccaler Durchmesser)
+
+ -------------------------------------------------------------------------
+ | A | B | C | D
+ --------------------------+---------+----------------+---------+---------
+ $C inf.$ (Fig. 22 u. 23) | | | |
+ | | | |
+ Homo Heidelbergensis dext.| -- | 8,7} stark | 7,6 | 9,0
+ » » sin. | -- | 8,9} abgekaut | 7,7 | 9,0
+ Krapina im Gebrauch | | | |
+ gewesen | 35,2 | 13,4 | 8,0-8,4 |etwa 10,0
+ » noch nicht im | | | |
+ Gebrauch gewesen | -- | 12,3-14,0 | 7,55-8,2| 8,2-10,0
+ Spy I | -- | --} sehr stark| 6,0 | 8,0
+ » II | -- | 7,0} abgekaut | 7,5 | 9,0
+ Ochos dext. | -- | -- | 7,5 | 9,5
+ » sin. | -- | -- | 7,0 | 9,6
+ Recenter Europäer | | | |
+ nach MÜHLREITER | 20-34 | 8,5-14,5 | 5,5-8,0 | 6,9-9,5
+ » BLACK | -- | 8,0-12,0 | 5,0-9,0 | 6,0-10,0
+ Dryopithecus Fontani }| | | |
+ Lartet[XXIX.] }| -- |{ 15,5 labial }| 9,5 | 11,5
+ (Saint Gaudens) }| -- |{ 18(?) lingual}| |
+ | | | |
+ $P 1 inf.$ (Fig. 22 u. 28)| | | |
+ | | | |
+ Homo Heidelbergensis dext.| -- | 8,0}mäßig stark| 8,1 | 9,0
+ » » sin. | -- | ?} abgekaut | 7,3 | ?
+ Krapina im Gebrauch | | | |
+ gewesen |23,7-27,0| 8,6-9,0 | 7,8-8,3 | 9,0-10,0
+ » noch nicht im | | | |
+ Gebrauch gewesen | -- | 10,2 | 8,1 | 8,5
+ Spy I | -- | 5,0} sehr stark| 6,5 | 8,5
+ » II | -- | 6,0} abgekaut | 7,5 | 9,0
+ Ochos dext. | -- | -- | 7,5 | 9,6
+ » sin. | -- | -- | 7,5 | 9,9
+ Recenter Europäer | | | |
+ nach MÜHLREITER |18,5-27,0| 7,5-11,0 | 6,0-8,0 | 6,7-8,9
+ » BLACK | -- | 6,5-9,0 | 6,0-8,0 | 7,0-8,0
+ Dryopithecus Fontani }| | | |
+ Lartet }| -- | 10,0 labial | 13,0 | 7,5 [a]
+ (Saint Gaudens) }| | | |
+ | | | |
+ $P 2 inf.$ (Fig. 22 u. 29)| | | |
+ | | | |
+ Homo Heidelbergensis dext.| -- | 6,7 } etwas | 7,5 | 9,2
+ » » sin. | -- | -- } abgekaut| -- | --
+ Krapina im Gebrauch | | | |
+ gewesen | 25,9 | 8,0 | 8,5 | 9,9
+ » noch nicht im | | | |
+ Gebrauch gewesen | -- | 7,7 | 8,35 | 9,55
+ Spy I | -- | 5,0 | 6,5 | 8,0
+ » II | -- | 7,0 | 7,0-7,5 | 9,0
+ Ochos dext. | -- | -- | 7,0 | 9,7
+ » sin. | -- | -- | 6,5 | 9,3
+ Recenter Europäer | | | |
+ nach MÜHLREITER |19,0-27,5| 6,9-10,0 | 6,2-8,8 | 7,0-9,6
+ » BLACK | -- | 6,0-10,0 | 6,5-8,0 | 7,9-9,0
+ Dryopithecus Fontani }| | | |
+ Lartet }| -- |{ 7,0 labial }| 8,5 | 7,5 [b]
+ (Saint Gaudens) }| |{ 5,5 lingual }| |
+ -------------------------------------------------------------------------
+ [a] Dies. Zahn hat eine schiefe Stellung
+ [b] der Zahn steht schief wie P 1.
+
+ [XXIX.] Alle Maße der mehr oder weniger im Gebrauch gewesenen Zähne des
+ Dryopithecus Fontani Lartet nach gütiger brieflicher Mitteilung von M.
+ EDOUARD HARLÉ in Bordeaux. -- Die bei den Molaren noch hinzugefügten
+ Maße von anderen fossilen und recenten Anthropoiden dürften ein
+ willkommenes Vergleichsmaterial bieten.
+
+
+ Spaltenüberschriften:
+ A = Totale Länge
+ B = Kronenlänge oder -höhe
+ C = Kronenbreite (mesiodistaler Durchmesser)
+ D = Kronendicke (buccolingualer Durchmesser)
+ E = Breite : Dicke wie
+
+ -------------------------------------------------------------------------
+ | A | B | C | D | E
+ --------------------------+---------+--------+---------+--------+--------
+ $M 1 inf.$ | | | | |
+ (Fig. 22 u. 30) | | | | |
+ | | | | |
+ Homo Heidelbergensis | | | | |
+ dext. | -- |5,1} [b]| 11,6 | 11,2 |100:96,6
+ » » sin. | -- | --} |etwa 11,1| |
+ Krapina im Gebrauch | | | | |
+ gewesen[XXX.] |19,3-26,4|6,5-9,4 |11,2-13,8|10,5- |100:
+ | | | | 12,4| 107,1
+ » noch nicht im | | | | |
+ Gebrauch gewesen | -- |6,5-9,0 |12,4-13,4|10,8- |
+ | | | | 12,4| --
+ Spy I | -- |5,0} [c]| 10,0 | 10,5 |100:105
+ » II | -- |5,0} |11,0-11,5|11,0- |
+ | | | | 11,5|100:100
+ Ochos dext. | -- | | 11,5 | 11,0 |100:95,7
+ » sin. | -- | | 12,0 | 11,2 |100:93,3
+ Recenter Europäer | | | | |
+ nach MÜHLREITER |18,3-26,0| 7,0-9,0|10,0-12,2|9,0-11,0|
+ » BLACK größte | -- | 10,0 | 12,0 | 11,5 |
+ mittel | -- | 7,7 | 11,2 | 10,3 |100:92
+ kleinste | -- | 7,0 | 11,0 | 10,0 |
+ Taubach[XXXI.] | -- | -- | 11,7 | 9,9 |100:84,6
+ Dryopithecus Fontani }| |{5,0[d]}| | |
+ Lartet }| -- |{6,0[e]}| 10,5 | 9,0 |100:85,7
+ (Saint Gaudens) }| | | | |
+ Chimpanse | -- | -- | 11,4 | 10,3 |100:90,3
+ Orang | -- | -- | 12,8 | 11,8 |100:92,2
+ » | -- | -- | 14,9 | 13,0 |100:87,2
+ Gorilla | -- | -- | 15,3 | 13,5 |100:88,2
+ Hylobates leuciscus | -- | -- | 6,0 | 15,0 |100:83,3
+ » syndactylus | -- | -- | 8,0 | 5,8 |100:72,5
+ | | | | |
+ $M 2 inf.$ (Fig. 22 u. 31)| | | | |
+ | | | | |
+ Homo Heidelbergensis dext.| -- | 5,2}[b]| 12,7 | 12,0 |100:94,5
+ » » sin. | -- | 6,0} |etwa 12,9| ? |
+ Krapina im Gebrauch | | | | |
+ gewesen[XXXII.] |19,9-21,0| 6,8-7,5|11,4-12,5|10,6- |100:92,7
+ | | | | 11,4|
+ » noch nicht im | | | | |
+ Gebrauch | -- | 6,2-8,0|10,7-12,1| |
+ gewesen | | | |10,3- |
+ | | | | 11,0|
+ Spy I | -- | 5,0[c]}| 10,0 | 10,0 |100:100
+ » II | -- |5,5-6,0}| 11,0 | 11,0 |100:100
+ Ochos dext. | -- | -- | 12,0 | 12,2 |100:
+ | | | | | 101,6
+ » sin. | -- | -- | 12,0 | 11,5 |100:95,8
+ Recenter Europäer | | | | |
+ nach BLACK größte | -- | 8,0 | 11,0 | 10,5 |
+ mittel | -- | 6,9 | 10,7 | 10,1 |100:94,4
+ kleinste | -- | 6,0 | 10,0 | 9,5 |
+ | | | | |
+ Dryopithecus Fontani }| -- |{ 5 [g]}| 12,0 | 10,5 |100:87,5
+ Lartet (Saint Gaudens) }| |{ 6 [e]}| | |
+ Isolierter Zahn derselben}| -- |{ 6 [g]}| 11,5 | 10,5 |100:91,3
+ Species, wenig abgekaut}| |{ 6 [e]}| | |
+ Dryopithecus rhenanus | | | | |
+ Pohlig sp. | | | | |
+ BRANCO, Taf. II, Fig. 1 | | | | |
+ [XXXIII.] | -- | -- | 13,1 | 11,0 |100:84,0
+ 5 | -- | -- | 11,8 | 9,8 |100:83,0
+ 6 | -- | -- | 11,0 | 9,3 |100:84,5
+ nicht abgebildet | -- | -- | 11,0 | 9,2 |100:83,5
+ Chimpanse | -- | -- | 12,0 | 11,2 |100:93,3
+ Orang | -- | -- | 15,5 | 13,9 |100:90,0
+ Gorilla | -- | -- | 16,0 | 14,6 |100:91,3
+ Hylobates leuciscus | -- | -- | 6,7 | 5,6 |100:83,6
+ » » | -- | -- | 6,6 | 6,0 |100:90,9
+ » syndactylus | -- | -- | 8,5 | 7,0 |100:82,3
+ | | | | |
+ $M 3 inf.$ | | | | |
+ (Fig. 22 u. 23) | | | | |
+ | | | | |
+ Homo Heidelbergensis dext.| -- | 5,3[a]| 12,2 | 10,9 |100:89,3
+ » » sin. | -- | 5,1[b]| 11,5 | 11,3 |100:98,3
+ Krapina im Gebrauch | | | | |
+ gewesen |21,0-24,5| 6,8-7,6|11,1-13,6|10,0- |100:96,1
+ | |[XXXIV.]| | 11,0|[XXXV.]
+ Spy I | -- | 5,5 | 11,0 | 11,0 |100:100
+ » II | -- | 7-7,5 |11,0-12,0|11,0- |
+ | | | | 12,0|100:100
+ Ochos sin.[XXXVI.] | -- | -- | 12,0 | 12,0 |100:100
+ Recenter Europäer | | | | |
+ nach BLACK größte | -- | 8,0 | 12,0 | 10,5 |
+ mittel | -- | 6,7 | 10,7 | 9,8 |100:91,6
+ kleinste | -- | 6,0 | 8,0 | 9,0 |
+ Dryopithecus Fontani }| -- |{ 6[g] }| 11,5 | 10,5 |100:91,3
+ Lartet (Saint Gaudens) }| |{ 6[e] }| | |
+ Isolierter Zahn derselb. }| -- |{ 6[g] }| 11,5 | 10,5 |100:91,3
+ Species, nur wenig }| | }|[XXXVII.]| |
+ abgekaut }| |{6,75 }| | |
+ }| | [e]}| | |
+ Anthropodus Brancoi | | | | |
+ Schlosser n. g. | | | | |
+ (-- Neopithecus | | | | |
+ Abel n. g.)[XXXVIII.] | -- | -- | 10,5 | 8,25 |100:78,6
+ Orang | -- | -- | 14,6 | 12,8 |100:87,7
+ Gorilla | -- | -- | 16,2 | 14,0 |100:86,4
+ Hylobates leuciscus | -- | -- | 5,9 | 5,2 |100:88,1
+ » » | -- | -- | 5,1 | 5,7 |100:
+ | | | | | 111,0
+ » syndactylus | -- | -- | 8,7 | 6,9 |100:79,3
+ -------------------------------------------------------------------------
+
+ [a] mäßig stark
+ [b] stark abgekaut
+ [c] sehr stark abgekaut
+ [d] labial
+ [e] lingual
+ [g] buccal
+
+
+ [XXX.] Nach GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER, Mitt. d. anthropolog. Ges. in
+ Wien 1901 S. 195. Auf S. 190 sind folgende Maße eines anderen M 1 inf.
+ von Krapina mitgeteilt: Längsdurchmesser 13,4 mm und Querdurchmesser
+ 12,3 mm. Bei diesem verhält sich also die Breite zur Dicke wie
+ 100:91,8.
+
+ [XXXI.] Nach A. NEHRING, Zeitschr. f. Ethnologie 1895 Verh. S. 577.
+
+ [XXXII.] Siehe Anmerkung vorige Seite.
+
+ [XXXIII.] Die in Fig. 1 u. 6 von W. BRANCO abgebildeten und als M 2
+ bezeichneten Zähne können nach M. SCHLOSSER, Beiträge zur Kenntnis der
+ Säugetiere aus den süddeutschen Bohnerzen S. 11, auch M 3 sein.
+
+ [XXXIV.] Diese Zahl fehlt bei GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER, Der diluviale
+ Mensch von Krapina, in der Übersicht S. 203; sie findet sich aber S.
+ 200.
+
+ [XXXV.] Nach GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER, Mitt. d. anthrop. Ges. Wien
+ 1901, S. 193.
+
+ [XXXVI.] M 3 dext. fehlt bei dem Unterkiefer von Ochos.
+
+ [XXXVII.] Es fehlt ein kleiner Splitter am Schmelz, doch ließ sich das
+ Maß noch ermitteln.
+
+ [XXXVIII.] Die Maße nach gütiger brieflicher Mitteilung von Prof. E.
+ KOKEN, Tübingen.
+
+
+
+
+ III. Die Höcker der Molaren.
+
+
+Die =Anzahl der Höcker der Molaren= des Heidelberger Unterkiefers sind
+schon in der Beschreibung der einzelnen Zähne angegeben. Sie werden hier
+der Übersicht halber nochmals zusammengestellt:
+
+ M 1 M 2 M 3
+ Rechts 5 5? 5
+ Links 5 5 ?
+
+Ich habe schon die Gründe aufgeführt, weshalb ich es für wahrscheinlich
+halte, daß Heidelberg M 2 dext. ebenfalls fünfhöckerig ist. -- Bei den
+Unterkiefern von Spy und Ochos sind diese Verhältnisse infolge der
+starken Abnutzung der Kaufläche nicht genügend zu erkennen. Dagegen war
+es möglich, an den Zähnen des Krapinamenschen wertvolle Beobachtungen
+anzustellen, die GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER in seiner Monographie S. 194
+und 200, sowie im Anatomischen Anzeiger 1907 S. 100-103 veröffentlicht
+und bezüglich der unteren Molaren in folgende Tabelle zusammengefaßt
+hat:
+
+ M 1 M 2 M 3
+ Anzahl Anzahl
+ der Zähne Höcker der Zähne Höcker
+ 9 5 1 5 Variabel oder
+ 2 4½ 5 4½ die Krone
+ 1 4 5 4 stark gefurcht.
+
+Über die =Anzahl der Höcker der Molaren bei den recenten Menschenrassen=
+finden sich in der Literatur zahlreiche Angaben. Aus den von M. DE TERRA,
+Beiträge zu einer Odontographie der Menschenrassen, S. 136, aufgestellten
+Tabellen seien hier nur einige Zahlen angeführt, die auf den
+Fünfhöckertypus Bezug haben:
+
+ =Molaren mit fünf Höckern haben=:
+ -------------------------------------------------------------------------
+ |Anzahl| M 1 |Anzahl| M 2 |Anzahl| M 3
+ | der | % | der | % | der | %
+ |Zähne | |Zähne | |Zähne |
+ ------------------------------+------+--------+------+------+------+-----
+ Prähistorischer Schweizer | 26 | 88,4 | 26 | 7,69 | 17 |64,7
+ Recente Europäer | 26 | 88,4 | 31 | 6,25 | 31 |38,7
+ Nordamerikanische Indianer | 8 | 8mal | 8 | 6mal | 5 |5mal
+ | |[XXXIX.]| | | |
+ Südamerik. Indianer (Peruaner)| 12 | 12mal | 8 | 4mal | 4 |4mal
+ Negroide Afrikaner | 108 | 93,4 | 104 | 33,6 | 95 |68,4
+ Nicht negroide Afrikaner | 71 | 81,6 | 76 | 14,5 | 61 |47,37
+ Malaien | 49 | 100,0 | 46 | 26,1 | 43 |67,4
+ Chinesen | 26 | 88,4 | 24 | 25,0 | 25 |60,0
+ Papua | 18 | 83,3 | 20 | 30,0 | 14 |85,7
+ Australier | 15 | 100,0 | 15 | 73,3 | 9 |66,6
+
+ [XXXIX.] DE TERRA hat hier wegen der geringen Anzahl der zur Verfügung
+ gewesenen Zähne den Prozentsatz nicht ausgerechnet.
+
+
+
+
+ IV. Die Pulpahöhlen.
+
+
+Es sollen nun noch die offen liegenden =Pulpahöhlen= der auf Taf. VIII,
+Fig. 23 abgebildeten linken Unterkieferhälfte des Homo Heidelbergensis
+einer Betrachtung unterzogen werden: Bei P 1 verläuft die Bruchfläche
+auf der lingualen Seite horizontal, auf der buccalen senkt sie sich
+schräg nach unten, so daß das Cavum dentis schräg durchschnitten ist.
+Man kann aber noch die Gestalt desselben in der Horizontale an der
+Grenze zwischen Wurzel und Krone rekonstruieren, die ein linguobuccal
+3,5 mm langes und mesiodistal 1,9 mm breites Oval darstellt, das einem
+Ameisenpuppenkokon in der Form ähnelt. Die Krone von P 2 ist horizontal
+abgeschlagen. Der ähnlich wie bei P 1 gestaltete Durchschnitt mißt
+linguobuccal 4,0 mm, mesiodistal 2,0 mm. Die Stärke der Wandung schwankt
+zwischen 2,0-2,5 mm.
+
+Von den beiden Molaren sind die Kronen ebenfalls nahezu horizontal
+abgetrennt. Die linguale und buccale Wand der Pulpenkammern sind nahezu
+geradlinig und parallel zueinander. Bei M 1 zeigt die mesiale Wand eine
+distalwärts, also in das Innere des Cavum dentis gerichtete Biegung,
+während die gegenüberliegende Wand distalwärts nach außen gebogen ist.
+Infolgedessen vollzieht sich innerhalb der Zahnhöhle der Übergang in die
+Parallelwände bei der mesialen Wand in einem spitzen Winkel, bei der
+distalen stumpfwinkelig. Außerhalb der Pulpenkammer sind die Ecken
+abgerundet. Im Querschnitt zeigt diese mesiodistal gemessen 4,3 mm,
+linguobuccal sogar 4,8 mm. Die Dicke der Wandung schwankt zwischen 2,1
+und 2,2 mm.
+
+Der Boden der Pulpenkammer ist unregelmäßig höckerig. Es läßt sich nicht
+entscheiden, inwieweit fremde Ablagerungen auf demselben stattgefunden
+haben. Die Eingänge zu den Wurzelkanälen sind nicht ordentlich
+erkennbar. Das Dach der Pulpenhöhle zeigt, von unten betrachtet, wie
+bereits erwähnt, fünf der Kaufläche zugewendete Ausstülpungen, die den
+Höckern entsprechen und von einer kreuzförmigen Erhebung umgeben sind.
+
+Bei M 2 verläuft die mesiale Wand der Pulpenkammer geradlinig, während
+die gegenüberliegende distalwärts gleichmäßig gewölbt ist. Der Übergang
+von der mesialen Wand in die Parallelwände vollzieht sich daher in einem
+leicht abgerundeten rechten Winkel, während die distale Wand mit den
+Parallelwänden einen Rundbogen bildet. Diese zeigen entsprechend der
+Wurzelteilung in der Mitte eine leichte Einsenkung, die auf der buccalen
+Seite nach unten hin zu verfolgen ist, ähnlich wie bei M 1. Der
+Pulpenboden läßt deutlich traubenförmig aufgelagerte mineralische
+Bestandteile erkennen. Von unten betrachtet zeigt das Pulpenkammerdach
+die bereits erwähnten, den Höckern entsprechenden fünf Ausstülpungen,
+die wie bei M 1 von einer kreuzförmigen Erhebung umgeben sind. Im
+Querschnitt mißt das Cavum dentis mesiodistal 6,3 mm und linguobuccal
+5,7 mm. Die Dicke der Wandung schwankt zwischen 1,8 und 2,4 mm.
+
+=Maßangaben des Querschnittes der Pulpahöhle und der Dentinwand an der
+Grenze zwischen Wurzel und Krone (Kronenbasis) beim Unterkiefer des Homo
+Heidelbergensis und des recenten Europäers=.
+
+
+ Spaltenüberschriften:
+ [A] Durchmesser der Pulpahöhle
+ [B] Dicke der Wandung
+
+ -----------------------------------------------------------------------
+ | Erster | Zweiter | Erster | Zweiter
+ | unterer | unterer | unterer | unterer
+ | Prämolar | Prämolar | Molar | Molar
+ ----------------------+-----------+-----------+-------------+------------
+ | [A] | [B] | [A] | [B] | [A] | [B] | [A] | [B]
+ ----------------------+-----+-----+-----+-----+-------+-----+-----+------
+ =Homo Heidelbergensis=| | | | | | | |
+ Linguobuccal. |3,5 |2,5 |4,0 |2,1 | 4,8 |2,2 |5,7 |2,4
+ Mesiodistal. |1,9 |2,0 |2,0 |2,0 | 4,3 |2,1 |6,3 |1,8
+ =Rec. Europäer=[XL.] | | | | | | | |
+ 6-14 Jahre | -- | -- | -- | -- | 4,087 |1,687|4,000|1,700
+ | | | | | [XLI.]| | |
+ 17-23 » |2,260|2,160|2,475|2,087| 4,125 |2,012|3,900|2,037
+ | | | | |[XLII.]| | |
+ 23-32 » |2,412|2,200|2,550|2,171| 3,750 |2,200|4,275|2,087
+ 32-43 » |1,940|2,340|2,120|2,086| 3,625 |2,300|3,685|2,157
+ 44-52 » |2,050|2,200|2,166|2,133| -- | -- |3,933|2,300
+ 53-66 » |1,850|2,100|2,300|2,166| -- | -- |3,760|2,500
+
+ [XL.] Diese Zahlen geben das arithmetische Mittel an, das von K. TRUEB
+ aus Einzelmaßen (jeweils bis zu acht) an Schliffpräparaten gewonnen
+ wurde, wie solche auch J. SZABÓ für seine Arbeit »Die Größenverhältnisse
+ des Cavum pulpae nach Altersstufen«, Österr. ungar. Vierteljahrsschrift
+ für Zahnheilkunde, Wien 1901, verwendet hat. Die von TRUEB benutzten
+ Zähne wurden in dem unter Leitung von Prof. PORT stehenden
+ zahnärztlichen Institut der Universität Heidelberg extrahiert.
+
+ [XLI.] 6-9 Jahre.
+
+ [XLII.] 11-14 Jahre.
+
+
+
+
+ V. Röntgenbilder.
+
+
+Auf Taf. IX sind in Fig. 32 und 36 =Röntgenbilder= der rechten und linken
+Unterkieferhälfte des Homo Heidelbergensis wiedergegeben, denen zum
+Vergleich in Fig. 39 und 40 die mittels Röntgenstrahlen durchleuchteten
+Kieferhälften eines recenten Europäers beigefügt sind, der annähernd
+dasselbe Lebensalter erreicht hat, wie das Individuum von Heidelberg. Da
+bei der bedeutenden Dicke des Unterkieferkörpers des letzteren die
+Wurzeln der Molaren nicht deutlich genug hervortreten, so wurden die
+betreffenden Stellen nochmals durchleuchtet. Von diesen Aufnahmen, sowie
+von denjenigen der Incisiven bringen Fig. 33, 34, 35, 37 und 38 eine
+Reproduktion.
+
+Der in der Seitenansicht sehr breite Wurzelkanal der =Incisivi= (Fig. 34,
+35 und 38) zeigt am untersten Viertel eine Verbreiterung mit einer
+centralen Einlagerung, so daß es den Anschein hat, als ob sich der Kanal
+gabelt. In der Vorderansicht verschwindet die Erscheinung durch Deckung.
+
+Die =Canini= zeigen auch im Wurzelteil einen sehr breiten Kanal, der indes
+keine Andeutung einer Gabelung aufweist. Bei einem Vergleich mit Fig. 39
+tritt der beträchtliche Unterschied in der Weite der Pulpahöhle und des
+Wurzelkanals sehr deutlich hervor.
+
+Was die =Praemolares= und =Molares= unseres Fossils anbelangt, so verweisen
+wir bezüglich der Weite der Pulpahöhlen auf die von uns angeführten Maße
+von P 1 und 2, sowie M 1 und 2 der linken Kieferhälfte. Bei der
+Betrachtung des Röntgenbildes ergibt sich, daß P 1 sin. (Fig. 36) an der
+Grenze zwischen dem oberen und zweiten Drittel der Wurzel eine
+Einlagerung zeigt, welche den Wurzelkanal in zwei Teile zu trennen
+scheint. Diese Gabelung läßt sich ziemlich weit nach unten verfolgen,
+wird dann aber undeutlich. Bei P 1 dext. (Fig. 32) findet man die
+gleiche Einlagerung, aber erst in der Mitte der Wurzel beginnend. Bei
+den beiden zweiten Prämolaren ist diese Erscheinung auf dem Röntgenbilde
+nicht zu beobachten.
+
+Während bei den =ersten und zweiten Molaren= die beiden Wurzelspitzen
+(Fig. 32, 33, 36 und 37) ziemlich parallel verlaufen mit einer distal
+gerichteten Krümmung, divergieren sie nicht unbedeutend bei M 3: die
+vordere steht ziemlich senkrecht, die hintere ist distalwärts gebogen.
+Die Wurzelspitzen sind vom Canalis alveolaris bei M 1 beträchtlich weit
+entfernt, bei M 2 kommen sie dem Kanal bedeutend näher -- es ist jedoch
+immer noch eine Spongiosaschicht zwischen Wurzelspitze und Kanal zu
+erkennen --, bei M 3 ragen sie Fig. 33 und 37 zufolge in den Kanal
+hinein. Ob dies jedoch wirklich der Fall ist, oder ob nicht vielmehr
+durch die Projektion bloß der Anschein, daß dem so sei, erweckt wird,
+entzieht sich exakter Entscheidung.
+
+
+
+
+ Literatur.
+
+
+ 1. ADLOFF, P., Zur Frage nach der Entstehung der heutigen
+ Säugetierzahnformen. Zeitschr. f. Morphologie u. Anthropologie,
+ Bd. V. Heft 2. 1902.
+
+ 2. -- Einige Besonderheiten des menschlichen Gebisses u. ihre
+ stammesgeschichtliche Bedeutung. Zeitschr. f. Morphologie u.
+ Anthropologie, Bd. X. Heft 1. 1906.
+
+ 3. -- Die Zähne des Homo primigenius von Krapina und ihre Bedeutung für
+ die systematische Stellung desselben. Zeitschr. f. Morphologie u.
+ Anthropologie, Bd. X. Heft 2. 1907.
+
+ 4. -- Ausgestorbene Menschenaffen und ihre Beziehungen zum Menschen.
+ Schriften d. physik.-ökonom. Ges. zu Königsberg i. Pr., XLVIII.
+ Jahrg. 1907.
+
+ 5. ANDREAE, A., Der Diluvialsand von Hangenbieten im Unter-Elsaß, seine
+ geolog. u. paläontolog. Verhältnisse u. Vergleich seiner Fauna mit
+ der recenten Fauna des Elsaß. (Abh. z. geolog. Specialkarte von
+ Elsaß-Lothringen, Bd. IV. Heft II.) Straßburg 1884.
+
+ 6. BAUME, R., Odontologische Forschungen. I. Teil. Versuch einer
+ Entwicklungsgeschichte des Gebisses. Leipzig 1882.
+
+ 7. -- Die Kieferfragmente von La Naulette und aus der Schipkahöhle als
+ Merkmale für die Existenz inferiorer Menschenrassen in der
+ Diluvialzeit. Leipzig 1883.
+
+ 8. BENECKE, W., Lagerung u. Zusammensetzung des geschichteten Gebirges
+ am südlichen Abhang des Odenwaldes. Heidelberg 1869.
+
+ 9. BENECKE, E. W. u. COHEN, E., Geognostische Beschreibung der Umgegend
+ von Heidelberg, zugleich als Erläuterungen zur geognostischen Karte
+ der Umgegend von Heidelberg (Sektionen Heidelberg u. Sinsheim).
+ Straßburg 1879.
+
+ 10. BLACK, G. V., Descriptive anatomy of the human teeth, Philadelphia
+ (Jahreszahl ?), zitiert von A. GYSI, Die geometrische Konstruktion
+ eines menschlichen, obern, bleibenden, normalen Gebisses mittlerer
+ Größe. Schweiz. Vierteljahrsschrift, Bd. V. No. 1. 1895.
+
+ 11. BRANCO, W., Die menschenähnlichen Zähne aus dem Bohnerz der
+ schwäbischen Alb. II. Teil: Art u. Ursache der Reduktion der Gebisse
+ bei Säugern. Programm der württemb. landwirtschaftl. Akademie
+ Hohenheim. Stuttgart 1897.
+
+ 12. -- Die menschenähnlichen Zähne aus dem Bohnerz der schwäbischen Alb.
+ I. Teil: Jahreshefte des Vereins f. vaterländ. Naturkunde in
+ Württemberg 1898.
+
+ 13. BRAUN, A., Vergleichende Zusammenstellung der lebenden u. diluvialen
+ Molluskenfauna des Rheintals mit der tertiären des Mainzer Beckens.
+ Bericht über die 20. Vers. der Ges. deutscher Naturforscher u. Ärzte
+ zu Mainz 1842. S. 142.
+
+ 14. COPE, E. D., On lemurine reversion in human dentition. The American
+ Naturalist. Vol. XX, 1886.
+
+ 15. DUPONT, E., Etudes sur les fossiles scientifiques exécutées pendant
+ l'hiver de 1865-1866 dans les cavernes des bords de la Lesse. Bull.
+ Acad. Roy. Belgique, 1866.
+
+ 16. -- Etude sur cinq cavernes de la Lesse et le ravin de Famignoul
+ pendant l'été de 1866. Bull. Acad. Roy. Belgique, 1867.
+
+ 17. -- L'homme pendant les âges de la pierre dans les environs de Dinant
+ sur Meuse. Bruxelles, 2 édit. 1872.
+
+ 18. FRAIPONT, J. u. LOHEST, M., Recherches ethnographiques sur des
+ ossements humains, découverts dans des dépôts quaternaires d'une
+ grotte à Spy et détermination de leur âge géologique. Archives de
+ Biologie. Bd. VII. Heft 3. 1887.
+
+ 19. GAUDRY, A., Le Dryopithèque. Mémoires de la soc. géol. de France.
+ Paléontologie 1890.
+
+ 20. -- Sur la similitude des dents de l'homme et de quelques animaux.
+ L'Anthropologie. XII. 1901.
+
+ 21. -- Contribution à l'histoire des hommes fossiles. L'Anthropologie.
+ XIV. 1903.
+
+ 22. GORJANOVI[/C]-KRAMBERGER, Der paläolithische Mensch u. seine
+ Zeitgenossen aus dem Diluvium von Krapina in Kroatien, Vortrag;
+ Mitt. d. anthrop. Ges. Wien (Sitzungsbericht). Bd. XXIX. 1889.
+
+ 23. -- Der diluviale Mensch aus Krapina in Kroatien. Mitt. d. anthrop.
+ Ges. in Wien. Bd. XXX. 1900.
+
+ 24. -- Der paläolithische Mensch u. seine Zeitgenossen aus dem Diluvium
+ von Krapina in Kroatien. Mitt. d. anthrop. Ges. Wien. Bd. XXXI.
+ 1901. S. 164-197.
+
+ 25. -- Der paläolithische Mensch u. seine Zeitgenossen aus dem Diluvium
+ von Krapina in Kroatien. Nachtrag als II. Teil. Mitt. d. anthrop.
+ Ges. Wien. Bd. XXXII. 1902. S. 189-216.
+
+ 26. -- Der paläolithische Mensch u. seine Zeitgenossen aus dem Diluvium
+ von Krapina in Kroatien. Zweiter Nachtrag als III. Teil. Mitt. d.
+ anthropolog. Ges. Wien. Bd. XXXIV. 1904. S. 187-199.
+
+ 27. -- Die Variationen am Skelette der altdiluvialen Menschen. Vortrag,
+ gehalten auf der Wanderversammlung der Wiener anthropolog.
+ Gesellschaft in Agram am 22. Mai 1904.
+
+ 28. -- Der paläolithische Mensch u. seine Zeitgenossen aus dem Diluvium
+ von Krapina in Kroatien. Dritter Nachtrag als IV. Teil. Mitt. d.
+ anthrop. Ges. Wien 1905. S. 197-229.
+
+ 29. -- Der diluviale Mensch von Krapina u. sein Verhältnis zum Menschen
+ von Neandertal u. Spy. Biologisches Zentralblatt. Bd. XXV. 1905.
+ Nr. 23 u. 24.
+
+ 30. -- Der diluviale Mensch von Krapina in Kroatien. Ein Beitrag zur
+ Paläoanthropologie. Studien über die Entwicklungsmechanik des
+ Primatenskelettes mit bes. Berücksichtigung der Anthropologie u.
+ Deszendenzlehre, herausg. von O. WALKHOFF. II. Lieferung. Wiesbaden
+ 1906.
+
+ 31. -- Die Kronen u. Wurzeln der Mahlzähne des Homo primigenius und ihre
+ genetische Bedeutung. Anatom. Anzeiger. XXXI. Band. Nr. 4 u. 5.
+ 1907.
+
+ 32. -- 1906. Der Unterkiefer von Ochos aus Mähren und sein Verhältnis zu
+ den Unterkiefern des Homo primigenius. Referat Geolog. Zentralbl.
+ 1907. Bd. IX. S. 93.
+
+ 33. -- Bemerkungen zu ADLOFF. »Die Zähne des Homo primigenius von
+ Krapina«. Anatom. Anzeiger. XXXII. Bd. Nr. 6 u. 7. 1908. S. 145-156.
+
+ 34. HAHNE, H. u. WÜST, E., Die paläolithischen Fundschichten und Funde
+ der Gegend von Weimar. Vorläufige Mitteilung. Centralbl. f. Min.,
+ Geol. u. Paläontologie. 1908. S. 197-210.
+
+ 35. HARLÉ, EDOUARD, Une mâchoire de dryopithèque. Bull. Soc. géolog. de
+ France. 1898. p. 377.
+
+ 36. -- Nouvelles pièces de dryopithèque et quelques coquilles de
+ Saint-Gaudens (Haute Garonne). Bull. Soc. géolog. de France. 1899.
+ p. 304.
+
+ 37. KINKELIN, F., Der Pliocänsee des Rhein- u. Maintales u. die
+ ehemaligen Mainläufe, ein Beitrag zur Kenntnis der Pliocän- u.
+ Diluvial-Zeit des westlichen Mitteldeutschlands. Ber. ü. d.
+ Senckenbergische naturforschende Gesellschaft, Frankfurt a./M.
+ 1888/89. 161 S.
+
+ 38. -- Die Tertiär- u. Diluvial-Bildungen des Untermaintales, der
+ Wetterau u. d. Südabhanges des Taunus, herausg. v. d. K. Preuß.
+ geolog. Landesanstalt. Berlin 1892. 302 S.
+
+ 39. KLAATSCH, H., Die Stellung des Menschen in der Primatenreihe und der
+ Modus seiner Hervorbringung aus einer niederen Form. Korr.-Bl. d.
+ deutsch. Ges. f. Anthrop., Ethn. u. Urgesch. 1899.
+
+ 40. -- Die fossilen Knochenreste des Menschen und ihre Bedeutung für das
+ Abstammungs-Problem. MERKEL u. BONNET, Ergebnisse der Anatomie u.
+ Entwicklungsgeschichte. IX. Band. 1899. Wiesbaden 1900.
+
+ 41. -- Über die Ausprägung der spezifisch menschlichen Merkmale in
+ unserer Vorfahrenreihe. Korr.-Bl. d. Deutsch. anthropolog. Ges.
+ Nr. 10. 1901.
+
+ 42. -- Entstehung u. Entwicklung des Menschengeschlechts. Weltall u.
+ Menschheit, herausg. v. H. KRÄMER. Bd. II. 1902.
+
+ 43. -- Anthropolog. u. paläolith. Ergebnisse einer Studienreise durch
+ Deutschland, Belgien und Frankreich. Zeitschr. f. Ethnol. 1903.
+
+ 44. -- Bericht über einen anthropolog. Streifzug nach London u. auf das
+ Plateau von Süd-England. Zeitschr. f. Ethnol. 1903.
+
+ 45. -- Die Fortschritte der Lehre von den fossilen Knochenresten des
+ Menschen in den Jahren 1900 bis 1903. MERKEL u. BONNET, Ergebnisse
+ der Anatomie u. Entwicklungsgeschichte. Bd. XII. 1903.
+
+ 46. -- Schlußbericht über meine Reise nach Australien in den Jahren
+ 1904-7. Zeitschr. f. Ethnol. 1907.
+
+ 47. -- Das Gesichtsskelett der Neandertalrasse und der Australier. Verh.
+ d. anatom. Ges. auf der 22. Vers. in Berlin 1908.
+
+ 48. -- Cranio-Morphologie u. Cranio-Trigonometrie. Vortrag, gehalten auf
+ der XXXIX. allgem. Vers. d. Deutschen anthropolog. Ges. in
+ Frankfurt a. M., Korr.-Bl. d. Deutschen Gesellschaft f.
+ Anthropologie, Ethnologie u. Urgeschichte, 1908.
+
+ 49. LE DOUBLE, Traité des variations des os du crâne de l'homme et de
+ leur signification au point de vue de l'anthropologie zoologique.
+ Paris 1903.
+
+ 50. MEYER, H. v., Über fossile Reste von Ochsen. Nova acta Acad.
+ Leopold. Carol. XVII. Halle 1835.
+
+ 51. -- Mitteilungen an Prof. BRONN. Neues Jahrb. f. Min. 1842 S. 583 u.
+ 1843, S. 579.
+
+ 52. -- Die diluvialen Rhinoceros-Arten, Palaeontographica. 1864. Bd. XI.
+
+ 53. MÖLLER, H., Über Elephas antiquus Falc. u. Rhinoceros Merckii als
+ Jagdtiere des altdiluvialen Menschen in Thüringen und über das erste
+ Auftreten des Menschen in Europa. Zeitschr. f. Naturwissenschaft.
+ Jena 1900.
+
+ 54. MORTILLET, G. DE, Le Préhistorique, Origine et antiquité de l'homme.
+ 2. éd. Paris 1885.
+
+ 55. MÜHLREITER, E., Anatomie des menschlichen Gebisses. Leipzig 1891.
+
+ 56. NEHRING, A., Übersicht über 24 mitteleuropäische Quartärfaunen.
+ Zeitschr. d. Deutschen geolog. Ges. 1880.
+
+ 57. -- Über einen fossilen Menschenzahn aus dem Diluvium von Taubach bei
+ Weimar. Zeitschr. f. Ethnologie 1905. Verh. S. 338.
+
+ 58. -- Über einen diluvialen Kinderzahn von Predmost in Mähren unter
+ Bezugnahme auf den schon früher beschriebenen Kinderzahn aus dem
+ Diluvium von Taubach bei Weimar. Zeitschr. f. Ethnologie 1905. Verh.
+ S. 425.
+
+ 59. -- Über einen menschlichen Molar aus dem Diluvium von Taubach bei
+ Weimar. Zeitschr. f. Ethnologie 1905. Verh. S. 573.
+
+ 60. PAGENSTECHER, A., Studien zum Ursprung des Rindes, mit einer
+ Beschreibung der fossilen Rinderreste des Heidelberger Museums.
+ FRÜHLINGS landwirtschaftliche Zeitung. XXVII. II. Heft. Jahrg. 1878.
+
+ 61. POHLIG, H., Dentition u. Kraniologie des Elephas antiquus Falc. mit
+ Beiträgen über Elephas primigenius Blum. u. Elephas meridionalis
+ Nesti. Nova acta Acad. Leopold. Carol. LIII. u. LVII. Halle 1889 u.
+ 1892.
+
+ 62. -- Die Cerviden des thüringischen Diluvial-Travertines mit Beiträgen
+ über andere diluviale und über recente Hirschformen.
+ Palaeontographica XXXIX. Stuttgart 1892.
+
+ 63. PORTIS, A., Über die Osteologie von Rhinoceros Merckii Jaeg. u. über
+ die diluviale Säugetierfauna von Taubach bei Weimar.
+ Palaeontographica. Bd. XXV. 1878.
+
+ 64. REICHENAU, W. v., Über eine neue fossile Bären-Art Ursus Deningeri
+ mihi aus den fluviatilen Sanden von Mosbach. Jahrb. d. Nassauischen
+ Vereins f. Naturk. Jahrg. 75. 1904. S. 1-11.
+
+ 65. -- Beiträge zur näheren Kenntnis der Carnivoren aus den Sanden von
+ Mauer und Mosbach, Abh. d. Großh. Hessischen geologischen
+ Landesanstalt, Bd. IV. Heft 2. Darmstadt 1906. S. 185-313.
+
+ 66. RÖSE, C., Über die Entstehung u. Formenveränderungen der
+ menschlichen Molaren. Anatomischer Anzeiger. Jena 1892. S. 392-421.
+
+ 67. RÜTIMEYER, L., Die Fauna der Pfahlbauten. Neue Denkschr. d. schweiz.
+ naturf. Ges. XIX. Zürich 1862.
+
+ 68. RZEHAK, A., Der Unterkiefer von Ochos. Ein Beitrag zur Kenntnis des
+ altdiluvialen Menschen. Verh. d. naturf. Ver. Brünn. XLIV. Bd. 1906.
+
+ 69. SANDBERGER, C. L. F., Die Land- u. Süßwasser-Conchylien der Vorwelt.
+ Wiesbaden 1870/75.
+
+ 70. SAUER, A., Erläuterungen zu Blatt Neckargemünd Nr. 32 d. geolog.
+ Spezialkarte d. Großherzogtums Baden, herausg. v. d. Gr. Bad.
+ geolog. Landesanstalt. Heidelberg 1898.
+
+ 71. SCHEFF, JUL. jun., Über das Rudimentärwerden des Weisheitszahnes,
+ Wiener medizin. Presse Nr. 37, 1887.
+
+ 72. SCHLOSSER, M., Die neueste Literatur über die ausgestorbenen
+ Anthropomorphen. Zoolog. Anzeiger. XXIII. Bd. Nr. 616. Leipzig 1900.
+
+ 73. -- Die menschenähnlichen Zähne aus dem Bohnerz der schwäbischen Alb.
+ Zoolog. Anzeiger. XXIV. Bd. Nr. 643. Leipzig 1901.
+
+ 74. -- Beiträge zur Kenntnis der Säugetierreste aus den süddeutschen
+ Bohnerzen. Geol. u. paläontolog. Abh., herausg. von E. KOKEN. N. F.
+ Bd. V. Heft 3. Jena 1902.
+
+ 75. SCHOETENSACK, O., Diluvial-Funde von Taubach bei Weimar. Erste
+ Mitteilung über einen in dem dortigen Kalktuff aufgefundenen
+ menschlichen Milchbackenzahn. Zeitschr. f. Ethnologie. 1895. Verh.
+ S. 92 u. 338.
+
+ 76. -- Die neolithische Niederlassung bei Heidelberg. Zeitschr. f.
+ Ethnologie 1899. Verh. S. 566 ff.
+
+ 77. -- Die Bedeutung Australiens für die Heranbildung des Menschen aus
+ einer niederen Form. Verh. d. naturhistor. medizin. Ver. Heidelberg
+ N. F. VII. Bd. 8. Heft. 1901 u. Zeitschr. f. Ethnol. 33. Jahrg.
+ 1901.
+
+ 78. -- Über paläolithische Funde in der Gegend von Heidelberg. Ber. d.
+ Oberrhein. geolog. Vereins. 35. Vers. zu Freiburg i./B. 1902.
+
+ 79. -- Beiträge zur Kenntnis der neolithischen Fauna Mitteleuropas mit
+ bes. Berücksichtigung der Funde am Mittelrhein. Verh. d. naturh.
+ medizin. Vereins zu Heidelberg. N. F. VIII. Bd. 1. Heft. 1904.
+
+ 80. SCHRÖDER, H., Revision der Mosbacher Säugetierfauna. Jahrb. d.
+ Nassauischen Vereins f. Naturkunde. Jahrg. 51. Wiesbaden 1898.
+
+ 81. -- Die Wirbeltierfauna des Mosbacher Sandes. I. Die Gattung
+ Rhinoceros. Abh. d. K. Preuß. Geol. Landesanstalt. N. F. Heft 18.
+ Berlin 1903.
+
+ 82. SCHWALBE, G., Über die spezifischen Merkmale des Neandertalschädels.
+ Verh. d. anatom. Ges. in Bonn 1901.
+
+ 83. -- Die Vorgeschichte des Menschen. Braunschweig 1904.
+
+ 84. -- Studien zur Vorgeschichte des Menschen. Sonderheft der
+ Zeitschrift für Anthropologie u. Morphologie. 1906.
+
+ 85. SCOTT, W. B., The evolution of the premolar teeth in the mammals.
+ Proc. of the Academy of nat. science of Philadelphia. 1892.
+
+ 86. SELENKA, E., Menschenaffen (Anthropomorphae), Studien über
+ Entwicklung u. Schädelbau. I. Lief.: Rassen, Schädel u. Bezahnung
+ des Orang-Utan. Wiesbaden 1898.
+
+ 87. -- Menschenaffen (Anthropomorphae), Studien über Entwickelung u.
+ Schädelbau. II. Lief.: Schädel des Gorilla u. Schimpanse. Wiesbaden
+ 1899.
+
+ 88. SZABÓ, J., Die Größenverhältnisse des Cavum pulpae nach
+ Altersstufen. Österr.-ungar. Vierteljahrsschrift für Zahnheilkunde.
+ 1900. S. 12-24.
+
+ 89. TERRA, M. DE, Mitteilungen zum Krapina-Fund unter besonderer
+ Berücksichtigung der Zähne. Schweiz. Vierteljahrsschrift f.
+ Zahnheilkunde. Bd. XIII. Nr. 1 u. 2. Zürich 1903.
+
+ 90. -- Beiträge zu einer Odontographie der Menschenrassen. Berlin 1905.
+
+ 91. -- Überblick über den heutigen Stand der Phylogenie des Menschen in
+ bezug auf die Zähne. Deutsche Monatsschrift für Zahnheilkunde.
+ Jahrg. XXIII. 1905.
+
+ 92. T[vO]RÖK, A. v., Grundzüge einer systematischen Kraniologie.
+ Stuttgart 1890.
+
+ 93. TOLDT, C., Über einige Struktur- u. Formverhältnisse des
+ menschlichen Unterkiefers. Corr.-Bl. d. Deutschen anthropolog. Ges.
+ Nr. 10. 1904.
+
+ 94. -- Die Ossicula und ihre Bedeutung für die Bildung des menschlichen
+ Kinnes. Sitzungsber. d. k. Akademie der Wissenschaften in Wien,
+ Mathem.-naturw. Klasse. Bd. CXIV. Abt. III. Juli 1905.
+
+ 95. TOPINARD, P., Les caractères simiens de la mâchoire de La Naulette.
+ Revue d'anthropologie. 3 Sér. I. 1886. p. 385-431.
+
+ 96. -- De l'évolution des molaires et prémolaires chez les primates et
+ en particulier chez l'homme. L'Anthropologie 1892. p. 641-710.
+
+ 97. TURNER, WM., An australian skull with three supernumerary upper
+ molar teeth. Journ. of Anatomy and Physiology. London. Vol. 34.
+ 1900.
+
+ 98. VIRCHOW, R., Der Kiefer aus der Schipka-Höhle und der Kiefer von
+ La Naulette. Zeitschr. f. Ethnol. 1882. S. 277-310.
+
+ 99. WALKHOFF, O., Der Unterkiefer der Anthropomorphen u. des Menschen in
+ seiner funktionellen Entwicklung u. Gestalt (Menschenaffen --
+ Anthropomorphae --, Studien über Entwicklung u. Schädelbau, herausg.
+ von E. SELENKA). Wiesbaden 1902.
+
+ 100. WEIDENREICH, FR., Die Bildung des Kinnes und seine angebliche
+ Beziehung zur Sprache. Anatom. Anzeiger. 1904. Nr. 21.
+
+ 101. WIEDERSHEIM, R., Der Bau des Menschen als Zeugnis für seine
+ Vergangenheit. Tübingen 1908.
+
+ 102. WÜST, E., Untersuchungen über das Pliocän u. das älteste Plistocän
+ Thüringens. Abh. d. Naturf. Ges. zu Halle. Bd. XXIII. 1901.
+
+ 103. -- Neues über die paläolithischen Fundstätten in der Gegend von
+ Weimar. S.-A. aus Zeitschr. f. Naturwissenschaften 1908.
+
+ 104. ZUCKERKANDL, E., Anatomie der Mundhöhle mit besonderer
+ Berücksichtigung der Zähne. Wien 1891.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+ Tafel I.
+
+
+ Ausschnitt aus der Geologischen Spezialkarte
+ des Großherzogtums Baden,
+ Blatt Neckargemünd.
+
+
+ Ausschnitte aus der Geologischen Spezialkarte des Großherzogtums Baden,
+ herausgegeben von der Großh. Badischen Geologischen Landesanstalt, Blatt
+ 32 (Neckargemünd). Maßstab von Fig. 1 1:50000, Fig. 2 1:25000.
+
+ =Erläuterung der Signaturen=[XLIII.]:
+
+ _a_, Jüngste Anschwemmungen der Haupt-
+ und Nebentäler (Mergel, Lehm, Sand) Jüngste Bildungen.
+
+ _dol_, Verschwemmter Löß des Gehänges Jungdiluviale
+ Aufschüttungen.
+
+ _dlo_, Jüngerer Löß }
+ _dle_, Jüngerer Lößlehm }
+ _dla_, Älterer Lößlehm } Mitteldiluviale
+ _dlu_, Älterer Löß } Aufschüttungen.
+ _dme_, Sande und Kiese des Elsenzgebietes }
+
+ =_dun_,= (=großpunktiert=) =Sande von Mauer= }
+ (alte Neckarkiese und Sande) } Altdiluviale
+ _du_, Höchstgelegene Buntsandsteinschotter } Aufschüttungen.
+
+ _km1_, Gipskeuper Mittlerer (bunter) Keuper.
+
+ _ku3_, Obere Dolomite und Tone }
+ _ku2_, Sandstein } Unterer (grauer) Keuper,
+ _ku1_, Untere Dolomite, Kalke und } Lettenkohlengruppe.
+ Schiefertone }
+
+ _mo2_, Nodosuskalk } Oberer (Haupt-)
+ _mo1_, Trochitenkalk } Muschelkalk.
+
+ _mm_, Dolomit, Zellenkalk und Mergel Mittlerer Muschelkalk.
+
+ _mu3_, Schichten der Myophoria }
+ orbicularis, oberer Wellenkalk }
+ _mu2_, Bank mit Spiriferina fragilis und } Unterer Muschelkalk.
+ hirsuta im Wellenkalk }
+ _mu1_, Wellendolomit }
+
+ _So_, Plattensandsteine einschließlich Röt Oberer Buntsandstein.
+
+ _Sm_, (eng schraffiert) Oberer }
+ Conglomerathorizont und hangende }
+ Schichten }
+ _Sm_, (mit kleinen Kreisen) Horizont }
+ des Kugelsandsteines und } Mittlerer Buntsandstein.
+ geröllfreier Hauptbuntsandstein }
+ _Sm_, (weit schraffiert) }
+ Pseudomorphosensandstein }
+
+ [XLIII.] Auf Fig. 1 nur mit einem Vergrößerungsglase lesbar.
+
+[Illustration: Tafel I.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel II.
+
+
+ Lageplan und photographische Abbildung der Sandgrube.
+
+
+ Fig. 3. Lageplan über den Fundort des menschlichen Unterkiefers im Gewann
+ Grafenrain, Grundstück No. 789, Gemarkung Mauer, Amtsbezirk
+ Heidelberg. Maßstab 1:3000.
+
+ Fig. 4. Photographische Aufnahme der Nord 26 West gerichteten Wand der
+ Sandgrube im Grafenrain. Der menschliche Unterkiefer wurde an der
+ mit einem × bezeichneten Stelle 24,10 m unter der Oberkante
+ gefunden.
+
+
+[Illustration: Tafel II.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel III.
+
+
+ Geologisches Profil der Sandgrube.
+
+
+ Fig. 5. Geologisches Profil der Sandgrube im Grafenrain, Gemarkung Mauer,
+ Amtsbezirk Heidelberg.
+
+Die Fundstelle des menschlichen Unterkiefers in der Schicht 4 24,10 m unter
+der Oberkante und 0,87 m über der Grubensohle, ist mit einem × bezeichnet.
+
+[Illustration: Tafel III.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel IV.
+
+
+ Elephas antiquus Falc. adult.
+
+
+ Fig. 6. Mesialer Teil der linken Unterkieferhälfte von Elephas antiquus
+ Falc. Während der erste Molar die typisch rautenförmigen Schmelzfiguren
+ der Kaufläche erkennen läßt, steckt der zweite zum Teil noch in der
+ Alveole. (Geologisch-paläontolog. Institut der Univ. Heidelberg.)
+
+ Fig. 7. Schädelfragment nebst Unterkiefer von Elephas antiquus Falc., von
+ dem in Fig. 8 die Kaufläche des oberen zweiten Molaren nebst Rest des
+ ersten und in Fig. 9 die Kaufläche des zweiten unteren Molaren nebst Rest
+ des ersten abgebildet ist. Nur der linke Incisivus gelangte bei diesem
+ Individuum zur Ausbildung; der rechte ist sehr früh ausgefallen. (Zoolog.
+ Institut der Univ. Heidelberg.)
+
+Größe von Fig. 7 etwa 1/15, die übrigen etwa halbe Größe. Genauere Maße
+sind im Text angegeben.
+
+[Illustration: Tafel IV.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel V.
+
+
+ Elephas antiquus Falc. juv.
+
+
+ Fig. 10. Oberkieferfragment eines sehr jungen Elephas antiquus Falc. mit
+ zwei Milchmolaren (D 1 u. 2) auf jeder Seite. Von D 2 zeigen nur die
+ mesialen Querjoche Schmelzfiguren, während die distalen noch nicht
+ abgenutzt sind. Maßstab 2/3 nat. Gr. (Geologisch-paläontolog. Institut
+ der Univ. Heidelberg.)
+
+[Illustration: Tafel V.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel VI.
+
+
+ Mandibula des Homo Heidelbergensis
+ in zwei Hälften getrennt,
+ wie sie aufgefunden wurde.
+
+
+ Fig. 11 u. 14. Die linke Hälfte des Unterkiefers des Homo
+ Heidelbergensis in lateraler und medialer Ansicht. Auf den
+ Prämolaren sowie auf M 1 u. 2 liegt, fest mit dem Sande verbunden,
+ ein 60 mm langes und etwa 40 mm breites Kalksteingeröll, dessen
+ Oberfläche in derselben Weise wie der Knochen durch dendritische
+ Eisen-Manganverbindungen gefleckt ist.
+
+ Fig. 12 u. 13. Die rechte Hälfte des Unterkiefers in lateraler und
+ medialer Ansicht. An den Zähnen sitzen dicke verfestigte Krusten von
+ typischem, ziemlich grobem »Mauerer-Sande«. Die Verkittung ist durch
+ kohlensauren Kalk erfolgt.
+
+Sämtliche Figuren in annähernd natürlicher Größe. Die genauen Maße sind
+im Text angegeben.
+
+[Illustration: Tafel VI.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel VII.
+
+
+ Mandibula des Homo Heidelbergensis
+ in zwei Hälften getrennt, nach Entfernung
+ des mit dem Kiefer verkittet gewesenen
+ Kalksteingerölles und Sandes.
+
+
+ Fig. 15 u. 16. Die rechte Hälfte des Unterkiefers des Homo
+ Heidelbergensis in lateraler und medialer Ansicht nach Entfernung des
+ mit ihm verkittet gewesenen Sandes.
+
+ Fig. 17 u. 18. Die linke Hälfte des Unterkiefers in medialer und
+ lateraler Ansicht nach Entfernung des mit ihm verkittet gewesenen
+ Kalkgerölles und Sandes. Die dabei abgelösten Zahnkronen der beiden
+ Prämolaren und von M 1 u. 2 sind auf Taf. VIII, Fig. 28-31 abgebildet.
+
+Sämtliche Figuren in annähernd natürlicher Größe. Die genauen Maße sind
+im Text angegeben.
+
+[Illustration: Tafel VII.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel VIII.
+
+
+ Mandibula des Homo Heidelbergensis
+ in seitlicher Ansicht.
+
+ Querschnitt besagter Mandibula und derjenigen
+ eines recenten Europäers in der Medianebene.
+
+ Zahnbogen des Fossils von oben gesehen
+ und einzelne Zähne.
+
+
+ Fig. 19. Der in der Symphyse zusammengesetzte Unterkiefer des Homo
+ Heidelbergensis in lateraler Ansicht. Das Original ist im Besitz des
+ Geologisch-paläontologischen Institutes der Universität Heidelberg.
+
+ Fig. 20. Querschnitt des Unterkiefers in der Medianlinie. Die mediane
+ Verbindung der beiden Hälften war aufgehoben.
+
+ Fig. 21. Querschnitt des Unterkiefers eines recenten Europäers in der
+ Medianlinie.
+
+ Fig. 22. Rechte Zahnreihe des Homo Heidelbergensis von oben gesehen:
+ J 1 ist herausgenommen, J 2 an der Wurzel abgebrochen (vgl. Fig. 25 u.
+ 24). In situ befinden sich: C, P 1 u. 2, M 1-3.
+
+ Fig. 23. Linke Zahnreihe von oben gesehen: J 1 ist an der Wurzel
+ abgebrochen, von J 2 ist die vordere Hälfte der Krone abgebrochen
+ (vgl. Fig. 26 u. 27). C ist in situ. Von P 1 u. 2, sowie von M 1 u. 2
+ sind die Kronen abgebrochen (vgl. Fig. 28-31). M 3 ist in situ.
+
+ Fig. 24 a u. b = J 2 dext. an der Wurzel abgebrochen, Vorder- und
+ Seitenansicht.
+
+ Fig. 25 a u. b = J 1 dext., Vorder- und Seitenansicht.
+
+ Fig. 26 a u. b = J 1 sin. an der Wurzel abgebrochen, Vorder- und
+ Seitenansicht.
+
+ Fig. 27 = J 2 sin. vordere Hälfte der Krone.
+
+ Fig. 28 a u. b = P 1 sin. die Krone von oben und von unten gesehen.
+
+ Fig. 29 a u. b = P 2 sin. » » » » » » » »
+
+ Fig. 30 a u. b = M 1 sin. » » » » » » » »
+
+ Fig. 31 a u. b = M 2 sin. » » » » » » » »
+
+Von den isolierten Schneidezähnen blieben die in der Abbildung Fig. 24
+u. 26 fehlenden unteren Enden in den Alveolen.
+
+Alles in annähernd natürlicher Größe. Die genauen Maße sind im Text
+(Anhang I) angegeben.
+
+Die Gestalt des Zahnbogens ist aus Fig. 41 u. 42, Taf. X ersichtlich.
+
+[Illustration: Tafel VIII.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel IX.
+
+
+ Röntgenbilder.
+
+
+ Fig. 32. Röntgenbild der rechten Hälfte des Unterkiefers des Homo
+ Heidelbergensis.
+
+ Fig. 33. Die drei Molaren derselben Hälfte in anderer Aufnahme, welche
+ die Wurzelspitzen namentlich des dritten Molaren besser erkennen läßt.
+
+ Fig. 34 a u. b. J 2 derselben Hälfte in Vorder- und Seitenansicht.
+
+ Fig. 35. J 1 derselben Hälfte in Vorder- und Seitenansicht.
+
+ Fig. 36. Röntgenbild der linken Hälfte des Unterkiefers des Homo
+ Heidelbergensis.
+
+ Fig. 37. Die drei Molaren derselben Hälfte in anderer Aufnahme.
+
+ Fig. 38 a u. b. J 1 derselben Hälfte in Vorder- und Seitenansicht.
+
+ Fig. 39 u. 40. Röntgenbild der rechten und linken Hälfte des
+ Unterkiefers eines =recenten Europäers,= der annähernd dasselbe
+ Lebensalter erreicht hat, wie der Homo Heidelbergensis.
+
+Diese Bilder wurden mit dem Röntgenapparate des zahnärztlichen
+Institutes der Universität Heidelberg unter gütiger Mitwirkung des Herrn
+Professor PORT hergestellt.
+
+[Illustration: Tafel IX.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel X.
+
+
+ Die Mandibula des Homo Heidelbergensis
+ von oben und unten gesehen
+ zur Veranschaulichung des Zahnbogens.
+
+
+ Fig. 41 u. 42. Der Unterkiefer des Homo Heidelbergensis von oben und
+ unten gesehen zur Veranschaulichung des Zahnbogens. Beide Figuren in
+ ungefährer natürlicher Größe. Den im Text enthaltenen genauen Maßen
+ seien noch folgende hinzugefügt:
+
+ 1. Entfernung der Berührungsstelle der mittleren Incisivi
+ a) von der distalen Seite des dritten Molaren rechts 65 mm, links
+ 64 mm,
+ b) von dem distalen Ende des Condylus rechts 130,4 mm, links 127 mm.
+
+ 2. Entfernung der Außenränder des zweiten Molaren 66,5 mm.
+
+ 3. Entfernung der beiden Condyli voneinander innen gemessen 86 mm, außen
+ gemessen 131,6 mm.
+
+Man vergleiche auch die Horizontalkurven in Fig. 47, Taf. XIII.
+
+[Illustration: Tafel X.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel XI.
+
+ Diagraphische Profilkurven der Unterkiefer
+ des Homo Heidelbergensis, eines recenten
+ Europäers und eines afrikanischen Negers.
+
+
+ Fig. 43. Homo Heidelbergensis. Profilprojektion der Mandibula: _aa_ =
+ Horizontalstellung der Alveolarebene. _BB_ = Basaltangente. _RR_ =
+ Ramustangente. _CC_ = Condylocoronoidtangente. _[iota]_ = Inzision.
+ _[iota]µ_ = Inzisionvertikale. _µ_ = Schnittpunkt derselben
+ mit der Basaltangente. _pp_ = Postmolarvertikale. _vv_ =
+ Coronoidvertikale. _f_ = Lage des Foramen mentale. _cm_ = Lage des
+ Foramen mandibulare. _sl_ = Lage der Fossa sublingualis.
+
+ Fig. 44. _____ Homo Heidelbergensis. ····· Recenter Europäer
+ (B.A.C. 390). ----- Afrikan. Neger (B. N. C. 20).
+
+[Illustration: Tafel XI.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel XII.
+
+
+ Diagraphische Profilkurven der Unterkiefer
+ des Homo Heidelbergensis, eines Australiers,
+ eines Dajak und von Anthropoiden.
+
+
+ Fig. 45. _____ Homo Heidelbergensis. ----- Australier-Melville Island
+ (K. 80). ····· Dajak (B. N. C. 104).
+
+ Fig. 46. _____ Homo Heidelbergensis. ..... Hylobates syndactylus.
+ ····· Hylobates lar. ----- Gorilla [fem.] (B.).
+ -.-.-. Orang [masc.] (B.).
+
+[Illustration: Tafel XII.]
+
+ * * * * *
+
+
+ Tafel XIII.
+
+
+ Diagraphische Horizontalkurven
+ des Unterkiefers vom Homo Heidelbergensis
+ und vergleichende Mediankurven
+ der Symphyse.
+
+
+ Fig. 47. Homo Heidelbergensis. Horizontal-Kurven.
+
+ _I_ ····· durch den Alveolarrand:
+ _a_ = Grenze zwischen Caninus und Prämolaren.
+ _b_ = » » Prämolaren und Molaren.
+
+ _II_ ----- durch die Foramina mentalia, die mit _f_ bezeichnet
+ sind.
+
+ _III_ _____ dicht über dem Basalrand; bei _x_ defekte Stelle.
+
+ Fig. 48. Vergleichende Projektion der Mediankurven-Diagramme der Symphyse
+ (-- Homo Heidelbergensis). Gemeinsame Einstellung auf Inzision und
+ Alveolarhorizont.
+
+[Illustration: Tafel XIII.]
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem
+Originaltext vorgenommenen Korrekturen.
+
+ S. VII: Tertiärs, dem Pliozän -> Pliocän
+ S. 5: Rhinoceros Merkii -> Merckii
+ S. 11: Es befinden sich -> Es befinden sich:
+ S. 11: Fig. 4; -> Fig. 4.
+ S. 13: O. SCHOETENSACK[19] -> [79]
+ S. 13: gehören nach H. Schroeder -> Schröder
+ S. 13: Cervus (elephus) -> (elaphus)
+ S. 17: beträgt 1,5-2,0 mm. -> [Punkt hinzugefügt]
+ S. 17: unter M 2 155 mm. -> [Semikolon ersetzt durch Punkt]
+ S. 17. Der mesio-distale -> mesiodistale
+ S. 21: rechten, das Ehringdorfer -> Ehringsdorfer
+ S. 21: Weimar-Eringsdorf -> Ehringsdorf
+ S. 25: bei einem Bruchtsücke -> Bruchstücke
+ S. 35: B. -> [Punkt hinzugefügt]
+ S. 35: N. C. -> [Punkte hinzugefügt]
+ S. 35: A. C. -> [Punkt hinzugefügt bei C]
+ S. 37: Mammut und Rhinozeros -> Rhinoceros
+ S. 56: 11 -> 11,0
+ S. 58: 7,6-6,8 -> 6,8-7,6
+ S. 58: buccal. -> buccal,
+ S. 59: 10,50 -> 10,5
+ S. 60: Anzahl Zahne -> Zähne [Spalte 2]
+ S. 60: Anzahl Zahne -> Zähne [Spalte 4]
+ S. 60: Anzahl Zahne -> Zähne [Spalte 6]
+ S. 63: The American -> [Komma entfernt]
+ S. 64: Frankfurt a/M. -> Frankfurt a./M.
+ S. 64: Une machoire -> mâchoire
+ S. 65: Rhinoceros-Arten, Paläontographica -> Palaeontographica
+ S. 65: Rhinoceros Mercki -> Merckii
+ S. 65: Fühlings -> Frühlings
+ S. 65: Rhinoceros Merckii Jäg -> Jaeg
+ S. 67: Les charactères -> caractères
+ S. 89: Spezialkarte des Grossherzogtums -> Großherzogtums
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Der Unterkiefer des Homo
+Heidelbergensis, by Otto Schoetensack (1850-1912)
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER UNTERKIEFER DES HOMO ***
+
+***** This file should be named 36382-8.txt or 36382-8.zip *****
+This and all associated files of various formats will be found in:
+ http://www.gutenberg.org/3/6/3/8/36382/
+
+Produced by Frank van Drogen, Jens Nordmann and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+Updated editions will replace the previous one--the old editions
+will be renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no
+one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
+permission and without paying copyright royalties. Special rules,
+set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
+copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
+protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
+Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
+charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
+do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
+rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose
+such as creation of derivative works, reports, performances and
+research. They may be modified and printed and given away--you may do
+practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
+subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
+
+
+
+*** START: FULL LICENSE ***
+
+THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
+PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
+
+To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
+distribution of electronic works, by using or distributing this work
+(or any other work associated in any way with the phrase "Project
+Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
+Gutenberg-tm License (available with this file or online at
+http://gutenberg.org/license).
+
+
+Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
+electronic works
+
+1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
+electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
+and accept all the terms of this license and intellectual property
+(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
+the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
+all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
+If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
+Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
+terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
+entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
+
+1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
+used on or associated in any way with an electronic work by people who
+agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
+things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
+even without complying with the full terms of this agreement. See
+paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
+1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an
+individual work is in the public domain in the United States and you are
+located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
+copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
+works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
+are removed. Of course, we hope that you will support the Project
+Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
+freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
+this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
+the work. You can easily comply with the terms of this agreement by
+keeping this work in the same format with its attached full Project
+Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
+
+1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
+what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in
+a constant state of change. If you are outside the United States, check
+the laws of your country in addition to the terms of this agreement
+before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
+creating derivative works based on this work or any other Project
+Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning
+the copyright status of any work in any country outside the United
+States.
+
+1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
+
+1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate
+access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
+whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
+phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
+Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
+copied or distributed:
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
+from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
+posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
+and distributed to anyone in the United States without paying any fees
+or charges. If you are redistributing or providing access to a work
+with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
+work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
+through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
+Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
+1.E.9.
+
+1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
+with the permission of the copyright holder, your use and distribution
+must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
+terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked
+to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
+permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
+
+1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
+License terms from this work, or any files containing a part of this
+work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
+
+1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
+electronic work, or any part of this electronic work, without
+prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
+active links or immediate access to the full terms of the Project
+Gutenberg-tm License.
+
+1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
+compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
+word processing or hypertext form. However, if you provide access to or
+distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
+"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
+posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
+you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
+copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
+request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
+form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
+License as specified in paragraph 1.E.1.
+
+1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
+performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
+unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
+
+1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
+access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided
+that
+
+- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
+ you already use to calculate your applicable taxes. The fee is
+ owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
+ has agreed to donate royalties under this paragraph to the
+ Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
+ must be paid within 60 days following each date on which you
+ prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
+ returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
+ address specified in Section 4, "Information about donations to
+ the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
+- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
+ does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
+ License. You must require such a user to return or
+ destroy all copies of the works possessed in a physical medium
+ and discontinue all use of and all access to other copies of
+ Project Gutenberg-tm works.
+
+- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
+ money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days
+ of receipt of the work.
+
+- You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg-tm works.
+
+1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
+electronic work or group of works on different terms than are set
+forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
+both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
+Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
+Foundation as set forth in Section 3 below.
+
+1.F.
+
+1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
+effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
+public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
+collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
+works, and the medium on which they may be stored, may contain
+"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
+corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
+property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
+computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
+your equipment.
+
+1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
+of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
+Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
+Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
+liability to you for damages, costs and expenses, including legal
+fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
+LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
+PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
+TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
+LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
+INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
+DAMAGE.
+
+1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
+defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
+receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
+written explanation to the person you received the work from. If you
+received the work on a physical medium, you must return the medium with
+your written explanation. The person or entity that provided you with
+the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
+refund. If you received the work electronically, the person or entity
+providing it to you may choose to give you a second opportunity to
+receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
+is also defective, you may demand a refund in writing without further
+opportunities to fix the problem.
+
+1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
+in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
+warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
+If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
+law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
+interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
+the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
+provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
+
+1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
+trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
+providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
diff --git a/36382-8.zip b/36382-8.zip
new file mode 100644
index 0000000..cdac551
--- /dev/null
+++ b/36382-8.zip
Binary files differ
diff --git a/36382-h.zip b/36382-h.zip
new file mode 100644
index 0000000..b2ebccd
--- /dev/null
+++ b/36382-h.zip
Binary files differ
diff --git a/36382-h/36382-h.htm b/36382-h/36382-h.htm
new file mode 100644
index 0000000..6a7a733
--- /dev/null
+++ b/36382-h/36382-h.htm
@@ -0,0 +1,6694 @@
+<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
+ "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
+
+<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
+ <head>
+ <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html;charset=iso-8859-1" />
+ <title>
+ The Project Gutenberg eBook of Der Unterkiefer des Homo Heidelbergensis by Otto Schoetensack.
+ </title>
+ <style type="text/css">
+
+ p {margin-top: 1em;
+ margin-bottom: 0em;
+ text-align: justify;
+ font-size: 1em;
+ line-height: 1.4em;
+ text-indent: 1em;
+ }
+
+ h1 {text-align: center;
+ margin-top: 5em;
+ margin-bottom: 2em;
+ font-weight: bold;
+ font-size: 3em;
+ clear: both;
+ }
+
+ h2 {text-align: center;
+ margin-top: 2em;
+ margin-bottom: 2em;
+ font-size: 2em;
+ clear: both;
+ }
+
+ h3 {text-align: center;
+ margin-top: 2em;
+ font-weight: bold;
+ font-size: 1.5em;
+ clear: both;
+ }
+
+ p.title {text-align: center; text-indent: 0;
+ font-weight: bold; line-height: 1.4em;
+ margin-bottom: 3em;
+ }
+
+ hr.hr20 { width: 20%;
+ margin-top: 2em;
+ margin-bottom: 2em;
+ margin-left: auto;
+ margin-right: auto;
+ clear: both;
+ }
+
+ hr.hr45 { width: 45%;
+ margin-top: 2em;
+ margin-bottom: 2em;
+ margin-left: auto;
+ margin-right: auto;
+ clear: both;
+ }
+
+ hr.hr65 { width: 65%;
+ margin-top: 2em;
+ margin-bottom: 2em;
+ margin-left: auto;
+ margin-right: auto;
+ clear: both;
+ }
+
+ body {margin-left: 10%;
+ margin-right: 10%;
+ }
+
+ .pagenum { /* uncomment the next line for invisible page numbers */
+ visibility: hidden;
+ position: absolute;
+ left: 92%;
+ font-size: 75%;
+ text-align: right;
+ } /* page numbers */
+
+ table {margin-left: auto; margin-right: auto; margin-top: 1em; empty-cells: show;}
+
+ .tdlbr {text-align: center;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ .tdlb {text-align: left;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ .tdfirst {border-top: 1px solid black;
+ border-left: 1px solid black;
+ text-align: center;}
+
+ .tdtbr {border-top: 1px solid black;
+ text-align: center;}
+
+ .tdtbrl {border-top: 1px solid black;
+ text-align: left;}
+
+ table#p12 {margin: 2em auto; border-collapse: collapse;}
+
+ table#p19 {margin: 2em auto; border-collapse: collapse;}
+
+ table#p25 {margin: 2em auto; border-collapse: collapse;}
+
+ table#p25 td.td1 {border-top: 3px solid black;}
+
+ table#p25 td.td2 {text-align: center;
+ border-top: 3px solid black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p25 td.td3 {text-align: center;
+ border-top: 1px solid black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p25 td.td4 {text-align: center;
+ border-top: 1px solid black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p25 td.td5 {text-align: left;
+ border-top: 3px double black;}
+
+ table#p25 td.td6 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p25 td.td7 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p25 td.td8 {text-align: center;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p25 td.td9 {text-align: center;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p41 {margin: 2em auto; border-collapse: collapse;}
+
+ table#p41 td.td1 {border-top: 3px solid black;}
+
+ table#p41 td.td2 {text-align: center;
+ border-top: 3px solid black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p41 td.td3 {text-align: center;
+ border-top: 3px solid black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p41 td.td4 {text-align: left;
+ border-top: 3px double black;}
+
+ table#p41 td.td5 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p41 td.td6 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p41 td.td7 {text-align: center;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p41 td.td8 {text-align: center;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p64 {margin: 2em auto; border-collapse: collapse;}
+
+ table#p64 td.td1 {border-top: 3px solid black;}
+
+ table#p64 td.td2 {text-align: center;
+ border-top: 3px solid black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p64 td.td3 {text-align: center;
+ border-top: 3px solid black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p64 td.td4 {text-align: left;
+ border-top: 3px double black;}
+
+ table#p64 td.td5 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p64 td.td6 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p64 td.td7 {text-align: center;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p64 td.td8 {text-align: center;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p65 {margin: 2em auto; border-collapse: collapse;}
+
+ table#p65 td.td1 {border-top: 3px solid black;}
+
+ table#p65 td.td2 {text-align: center;
+ border-top: 3px solid black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p65 td.td3 {text-align: center;
+ border-top: 3px solid black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p65 td.td4 {text-align: left;
+ border-top: 3px double black;}
+
+ table#p65 td.td5 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p65 td.td6 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p65 td.td7 {text-align: center;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p65 td.td8 {text-align: center;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p66 {margin: 2em auto; border-collapse: collapse;}
+
+ table#p66 td.td1 {border-top: 3px solid black;}
+
+ table#p66 td.td2 {text-align: center;
+ border-top: 3px solid black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p66 td.td3 {text-align: center;
+ border-top: 3px solid black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p66 td.td4 {text-align: left;
+ border-top: 3px double black;}
+
+ table#p66 td.td5 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p66 td.td6 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p66 td.td7 {text-align: center;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p66 td.td8 {text-align: center;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p70 {margin: 2em auto; border-collapse: collapse;}
+
+ table#p70 td.td1 {border-top: 3px solid black;}
+
+ table#p70 td.td2 {text-align: center;
+ border-top: 3px solid black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p70 td.td3 {text-align: center;
+ border-top: 3px solid black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p70 td.td4 {text-align: left;
+ border-top: 3px double black;}
+
+ table#p70 td.td5 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p70 td.td6 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p70 td.td7 {text-align: center;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p70 td.td8 {text-align: center;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p71 {margin: 2em auto; border-collapse: collapse;}
+
+ table#p71 td.td1 {border-top: 3px solid black;}
+
+ table#p71 td.td2a {text-align: center;
+ border-top: 3px solid black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p71 td.td2b {text-align: center;
+ border-top: 3px solid black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p71 td.td3 {text-align: center;
+ border-top: 1px solid black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p71 td.td4 {text-align: center;
+ border-top: 1px solid black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p71 td.td5 {text-align: left;
+ border-top: 3px double black;}
+
+ table#p71 td.td6 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p71 td.td7 {text-align: center;
+ border-top: 3px double black;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p71 td.td8 {text-align: center;
+ border-left: 3px double black;}
+
+ table#p71 td.td9 {text-align: center;
+ border-left: 1px solid black;}
+
+ table#p79 {margin-left: 0em; border-collapse: collapse;}
+
+ div.center {text-align: center;}
+
+ div.right {text-align: right;}
+
+ div.note {border-right: black 1px dashed; padding-right: 0.5em; border-top: black 1px dashed; padding-left: 0.5em; font-size: smaller; padding-bottom: 0.5em; margin: 4em 10% 0px; border-left: black 1px dashed; color: black; padding-top: 0px; border-bottom: black 1px dashed; background-color: rgb(204,255,204)}
+
+ a:link {
+ text-decoration: none;
+ color: rgb(10%,30%,60%);
+ background-color: inherit;
+ }
+
+ em.gesperrt {
+ font-style: normal;
+ font-weight: normal;
+ letter-spacing: 0.2em;
+ margin-right: -0.2em;
+ }
+
+ .blockquot{margin-left: 10%; margin-right: 10%;}
+
+ .titlebox {border: 3px double black; margin-top: 5em;}
+
+ .center {text-align: center;}
+ .right {text-align: right;}
+ .smcap {font-variant: small-caps;}
+
+ .caption {font-weight: bold; text-align: center;}
+
+ .figcenter {margin: auto; text-align: center;}
+
+ .footnotes {border: dashed 1px;
+ margin-top: 1em;
+ padding: 1em;
+ }
+
+ .footnote {font-size: 90%;
+ }
+ .footnote .label {float: left;
+ text-align: left;
+ width: 5em;
+ }
+ .fnanchor {vertical-align: 0.25em;
+ font-size: 80%;
+ text-decoration: none;
+ background-color: #DDD
+ }
+
+ </style>
+ </head>
+<body>
+
+
+<pre>
+
+The Project Gutenberg EBook of Der Unterkiefer des Homo Heidelbergensis, by
+Otto Schoetensack (1850-1912)
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Der Unterkiefer des Homo Heidelbergensis
+ Aus den Sanden von Mauer bei Heidelberg
+
+Author: Otto Schoetensack (1850-1912)
+
+Release Date: June 11, 2011 [EBook #36382]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER UNTERKIEFER DES HOMO ***
+
+
+
+
+Produced by Frank van Drogen, Jens Nordmann and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+
+
+
+
+</pre>
+
+
+<div class="note">
+<p class="center"><b>Anmerkungen zur Transkription</b></p>
+<p style="text-indent: 0;">Die Originalschreibweise und kleinere
+Inkonsistenzen in der Rechtschreibung und Formatierung wurden beibehalten. Offensichtliche
+Druckfehler wurden korrigiert. Änderungen sind im Text <ins title="so wie hier">gekennzeichnet</ins>,
+der Originaltext erscheint beim Überfahren mit der Maus.</p>
+</div>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<div class="titlebox">
+<h1>DER UNTERKIEFER DES<br />
+HOMO HEIDELBERGENSIS</h1>
+
+<p class="title"><big>AUS DEN SANDEN VON<br />
+MAUER BEI HEIDELBERG</big><br /><br />
+EIN BEITRAG<br />
+ZUR PALÄONTOLOGIE DES MENSCHEN<br /><br />
+<small>VON</small><br /><br />
+OTTO SCHOETENSACK<br /><br />
+MIT 13 TAFELN, DAVON 10 IN LICHTDRUCK<br /><br />
+<small>LEIPZIG<br />
+VERLAG VON WILHELM ENGELMANN<br />
+1908</small></p>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_v" id="Page_v"></a></span></p>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_vi" id="Page_vi"></a></span></p>
+
+<p class="title" style="margin-top: 5em;"><small>ALLE RECHTE, INSBESONDERE DAS DER ÜBERSETZUNG, VORBEHALTEN.</small></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_vii" id="Page_vii">[Pg vii]</a></span></p>
+
+<h2><a name="VORWORT" id="VORWORT"></a>VORWORT.</h2>
+
+<p>Der den Gegenstand vorliegender Abhandlung bildende menschliche Unterkiefer wurde
+in den 10 km südöstlich von Heidelberg anstehenden, in der Literatur als Sande
+von Mauer bekannten fluviatilen Ablagerungen aufgefunden. Das Alter dieser Sande
+wird nach den darin angetroffenen Säugetierresten gemeinhin als altdiluvial angegeben;
+einige darin vertretene Arten lassen aber auch deutliche Beziehungen zu dem jüngsten
+Abschnitte des Tertiärs, dem <ins title="Pliozän">Pliocän</ins>, erkennen. So durfte man vermuten, daß etwa in
+diesen Schichten sich findende Menschenknochen bedeutsame Aufschlüsse über die Morphogenese
+des menschlichen sowie überhaupt des Primatenskelettes geben würden. Diese
+Annahme hat nunmehr durch den Fund der Mandibula Bestätigung erfahren.</p>
+
+<p>Ich habe mich bemüht, in dieser Schrift vor allem eine möglichst erschöpfende Beschreibung
+des Fundobjektes und der &mdash; bei fossilen Menschenresten äußerst wichtigen &mdash; Fundumstände
+zu geben. Bei den vergleichenden Studien habe ich mich im wesentlichen
+auf das von den Direktoren der hiesigen Universitätssammlungen, den Herren O. <span class="smcap">Bütschli</span>,
+M. <span class="smcap">Fürbringer</span> und W. <span class="smcap">Salomon</span>, sowie von Herrn H. <span class="smcap">Klaatsch</span> in Breslau mir in entgegenkommendster
+Weise zur Verfügung gestellte Material gestützt. Letztgenannter Freund
+sowie Herr G. <span class="smcap">Port</span> standen mir bei meinen Untersuchungen mit ihren reichen Erfahrungen
+bei, die mir insbesondere bei den diagraphischen und Röntgenaufnahmen sehr zustatten
+kamen. Die Herren <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span> in Agram und J. <span class="smcap">Fraipont</span> in Brüssel
+waren so liebenswürdig, mir Gipsabgüsse fossiler Unterkiefer zu überlassen. Ferner lieh
+mir Herr Assistent W. <span class="smcap">Spitz</span> bei den photographischen Aufnahmen freundlichst seinen
+Beistand. &mdash; Allen diesen Herren sei hiermit herzlicher Dank ausgesprochen.</p>
+
+<p>Universität Heidelberg im September 1908.</p>
+
+<div class="right">
+<span class="smcap">Otto Schoetensack</span>.
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_ix" id="Page_ix"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p class="title" style="margin-top: 5em;"><big>DER UNTERKIEFER DES<br />
+HOMO HEIDELBERGENSIS</big><br /><br />
+AUS DEN SANDEN VON<br />
+MAUER BEI HEIDELBERG</p>
+
+<hr class="hr45" />
+
+<div class="center">
+<table border="0" summary="Inhaltsverzeichnis" width="600">
+
+<tr><td align="center"><a href="#I_Geologisch_palaontologischer_Teil">GEOLOGISCHER TEIL</a></td></tr>
+<tr><td align="center"><a href="#II_Anthropologischer_Teil">ANTHROPOLOGISCHER TEIL</a></td></tr>
+<tr><td align="center"><a href="#Anhang">ANHANG ZUM ANTHROPOLOGISCHEN TEIL</a></td></tr>
+</table></div>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_1" id="Page_1">[Pg 1]</a></span></p>
+
+<h2><a name="I_Geologisch_palaontologischer_Teil" id="I_Geologisch_palaontologischer_Teil"></a>I. Geologisch paläontologischer Teil.</h2>
+
+<p>Das Dorf Mauer, auf dessen Feldmark unser Fund am 21. Oktober 1907 gemacht
+wurde, ist 10 km südöstlich von Heidelberg und 6 km südlich von Neckargemünd, dicht an
+der südlichen Grenze des Odenwaldgebirges gelegen. Dieses wird in seinem südlichen Teile
+von dem aus dem schwäbischen Muschelkalkgebiete kommenden Neckar durchbrochen, der
+unterhalb Neckarelz auf den Buntsandstein stößt, den er bis zum Eintritt in die Rheinebene
+in vielfach gewundenem Laufe erodiert hat. Diese Talbildung reicht, worauf E. W.
+<span class="smcap">Benecke</span><a href="#lv8">[8]</a> zuerst hingewiesen hat und was auch A. <span class="smcap">Sauer</span><a href="#lv70">[70]</a> in den Erläuterungen zur
+geologischen Spezialkarte des Großherzogtums Baden, Blatt Neckargemünd, bestätigt, bis
+in die Tertiärzeit zurück.</p>
+
+<p>Wenige Kilometer südlich von Neckargemünd verschwindet der Buntsandstein
+dauernd unter der Oberfläche, und das Muschelkalkgebirge stellt sich ein. Mannigfach
+zergliedert und reichlich mit Löß und Lehm bedeckt, bietet es fruchtbares Ackerland dar,
+das, von der bei Neckargemünd in den Neckar sich ergießenden Elsenz durchflossen, frühzeitig
+zur Besiedelung einlud. &mdash; Schon in alter Zeit führte eine Verkehrsstraße von hier
+aus in das Schwabenland, der jetzt auch die Eisenbahnlinie Heidelberg-Neckargemünd-Jagstfeld
+folgt, die uns von Heidelberg in 30&nbsp;Minuten an den Fundort bringt.</p>
+
+<p>Die geologischen und topographischen Verhältnisse des unteren Elsenztales lassen
+sich an der Hand der oben genannten Karte, von der auf <a href="#Tafel_1">Taf. I</a>, Fig. I ein Ausschnitt auf
+1:50000 reduziert gegeben ist<a name="FNanchor_I._1" id="FNanchor_I._1"></a><a href="#Footnote_I._1" class="fnanchor">[I.]</a>, leicht übersehen. Im nördlichen Teile herrscht der Buntsandstein
+vor, der in ostwestlicher Richtung von dem Neckar durchfurcht wird. Senkrecht
+zu diesem Flusse erblicken wir zwei parallel verlaufende Täler, die &bdquo;in ihrer engen felsigen
+Beschaffenheit dem Haupttale des Neckars unter- und oberhalb Neckargemünds gleichen&ldquo;.
+Es sind dies, wie <span class="smcap">Sauer</span> gezeigt hat, Teile einer alten <em class="gesperrt">Neckarschlinge</em>, die weiter
+südlich, wo sie in das leichter zerstörbare Muschelkalkgebirge eintrat, eine beträchtliche
+Talerweiterung erfuhr und den terrassenförmigen Absatz der unter dem Namen &bdquo;<em class="gesperrt">Sande
+von Mauer</em>&ldquo; bekannten, von <span class="smcap">Sauer</span> als altdiluvial bezeichneten Aufschüttungen veranlaßte,
+deren Ursprung auch durch typische <em class="gesperrt">Neckargerölle</em> bezeugt wird.</p>
+
+<p>Von den beiden vom Neckar verlassenen Paralleltälern wird das westliche von der<span class='pagenum'><a name="Page_2" id="Page_2">[Pg 2]</a></span>
+Elsenz zum Abfluß benutzt, während das östliche, durch welches jetzt die Landstraße
+von Wiesenbach nördlich zum Neckar führt, trocken liegt. Daß dies schon seit der mittel-diluvialen
+Zeit der Fall ist, wird durch die Verbreitung der Ablagerungen von älterem
+und jüngerem Löß erwiesen, die sich auf und nahe der Sohle des Wiesenbacher Tales
+vorfinden.</p>
+
+<p>Die &bdquo;Sande von Mauer&ldquo;, auf der Karte (<a href="#Tafel_1">Taf. I</a>, Fig. 2) mit der Signatur &bdquo;dun&ldquo; versehen
+und großpunktiert eingezeichnet, sind namentlich an dem rechten Elsenzgehänge
+durch Gruben erschlossen, die schon zu <span class="smcap">Bronns</span> Zeiten (in den dreißiger und vierziger
+Jahren des vor. Jahrh.) paläontologisches Material lieferten.</p>
+
+<p>Seit 30 Jahren hat die etwa 500 m nördlich vom Dorfe Mauer im Gewann Grafenrain
+gelegene, von Herrn J. <span class="smcap">Rösch</span> in Mauer zur Gewinnung von Bausand betriebene Sandgrube
+zahlreiche Tierreste ergeben, die von dem genannten Herrn mit großer Sorgfalt geborgen
+und in uneigennütziger Weise, hauptsächlich durch Schenkung an badische Staatssammlungen,
+der Wissenschaft zugänglich gemacht wurden.</p>
+
+<p>Bei dem lebhaften Abbau des Sandes, von dem nach gütiger Mitteilung des Herrn
+<span class="smcap">Rösch</span> seit 1877 159750 cbm gewonnen sind, wobei 182250 cbm Abraum beseitigt, insgesamt
+also 342000 cbm bewegt werden mußten, entstehen beständig frische Anbrüche,
+die entsprechend dem wechselnden Bilde, das fluviatile Ablagerungen darzubieten pflegen,
+in den einzelnen Schichten wohl stark variieren, in der Gesamterscheinung aber, wie die
+von E. W. <span class="smcap">Benecke</span> und E. <span class="smcap">Cohen</span><a href="#lv9">[9]</a> gegebene Beschreibung und die von A. <span class="smcap">Sauer</span> mitgeteilten
+Profile erkennen lassen, Übereinstimmung mit dem nachstehenden Profile zeigen,
+das 12 Tage nach Auffindung des menschlichen Unterkiefers unter freundlicher Mitwirkung
+von Prof. W. <span class="smcap">Salomon</span>, Herrn W. <span class="smcap">Spitz</span> und den Praktikanten des Heidelberger geologisch-paläontologischen
+Instituts aufgenommen wurde:</p>
+
+<p style="text-indent: 0;"><em class="gesperrt">Profil der Sandgrube im Grafenrain (Grundstück Nr. 789), Gemarkung
+Mauer (Amtsbezirk Heidelberg), aufgenommen am 2. November 1907</em></p>
+<p style="text-align: center; margin-top: 0;">(vgl. <a href="#Tafel_3">Taf. III</a>, Fig. 5).</p>
+
+<p>Richtung der Grubenwand Nord 26 West. Fußpunkt 1,40 m nördlich von der
+Fundstelle des menschlichen Unterkiefers.</p>
+
+<table id="p12" cellpadding="4" summary="Profil der Sandgrube in Grafenrain">
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">Ordnungszahl<br />der Schichten</td>
+ <td align="center">Mächtigkeit<br />in Metern</td>
+ <td>&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td class="tdtbr">Jüngerer Löß</td>
+ <td class="tdfirst">27</td>
+ <td class="tdtbr">5,74</td>
+ <td class="tdtbrl">Jüngerer <em class="gesperrt">Löß</em>, unten mit kleinen Lößkindeln.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td class="tdtbr">&nbsp;</td>
+ <td class="tdfirst">26</td>
+ <td class="tdtbr">2,25</td>
+ <td class="tdtbrl">Brauner <em class="gesperrt">Lehm</em> ohne sandige Lagen.<span class='pagenum'><a name="Page_3" id="Page_3">[Pg 3]</a></span></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">Älterer Löß bzw. Sandlöß</td>
+ <td class="tdlbr">25</td>
+ <td align="center">1,30</td>
+ <td align="left">Brauner <em class="gesperrt">Lehm</em>, stellenweise etwas sandig, aber ohne ausgesprochene Sandschmitzchen.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">24</td>
+ <td align="center">1,63</td>
+ <td align="left"><em class="gesperrt">Letten</em>, meist stark sandig, mit vereinzelten Sandschmitzchen und Lagen von Lößkindeln.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td class="tdtbr">&nbsp;</td>
+ <td class="tdfirst">23</td>
+ <td class="tdtbr">etwa 1,80</td>
+ <td class="tdtbrl">Grauer, mittelkörniger <em class="gesperrt">Sand</em>, in abwechselnden Lagen &plusmn; verfestigt (etwa 15 Gesimse).</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">22</td>
+ <td align="center">0,36</td>
+ <td align="left">Graue feste <em class="gesperrt">Sand</em>bank, mittelkörnig, mit HCl ganz schwach brausend, gesimsbildend.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">21</td>
+ <td align="center">1,30</td>
+ <td align="left">Lockerer eisenschüssiger <em class="gesperrt">Sand</em>, bald gröber, bald feiner, mit HCl ganz schwach brausend.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">20</td>
+ <td align="center">0,07</td>
+ <td align="left">Festere, sehr eisenschüssige mittelkörnige <em class="gesperrt">Sand</em>bank.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">19</td>
+ <td align="center">0,40</td>
+ <td align="left">Eisenschüssiger <em class="gesperrt">Sand</em>.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">18</td>
+ <td align="center">0,70</td>
+ <td align="left">Grauer mittelkörniger <em class="gesperrt">Sand</em>, mit HCl nicht brausend, unmittelbar über dem Letten stark eisenschüssig.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">17</td>
+ <td align="center">0,70</td>
+ <td align="left">Brauner <em class="gesperrt">sandiger Letten</em> und lettiger Sand; oben reiner, unten ziemlich reiner Letten; gesimsbildend.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">16</td>
+ <td align="center">0,22&ndash;0,25</td>
+ <td align="left"><em class="gesperrt">Sand</em>schicht mit dünnen eisenschüssigen Lagen nach S. anschwellend, nach N. auskeilend.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">15</td>
+ <td align="center">etwa 0,20&ndash;0,23</td>
+ <td align="left"><em class="gesperrt">Geröll</em>schicht mit Eistransportblöcken und Unioresten.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">14</td>
+ <td align="center">etwa 0,34</td>
+ <td align="left">Grauer bis gelbbrauner <em class="gesperrt">Sand</em> mit Andeutung von Schrägschichtung und Neigung zur Windpfeilerbildung.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">13</td>
+ <td align="center">etwa 0,50</td>
+ <td align="left"><em class="gesperrt">Sand</em>, reich an kleinen Geröllen, z. T. eisenschüssig.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">Mauerer Sande.</td>
+ <td class="tdlbr">12</td>
+ <td align="center">etwa 0,50</td>
+ <td align="left">Grauer mittelkörniger <em class="gesperrt">Sand</em> mit einer schwach eisenschüssigen Schicht.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">Lettenbank.&nbsp;11</td>
+ <td align="center">2,25</td>
+ <td align="left">Sehr fester <em class="gesperrt">Letten</em>, mit HCl schwach brausend.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr" valign="top">10</td>
+ <td align="center" valign="top">1,65</td>
+ <td align="left">Abwechselnde Schichten von schwach eisenschüssigem <em class="gesperrt">Sand</em> und grauem, manchmal auch braunem Letten.
+ Die jüngste der nach oben an Mächtigkeit zunehmenden etwa 9 Lettenschichten enthält nur sehr wenig Sand.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">9</td>
+ <td align="center">etwa 0,55</td>
+ <td align="left">Reiner <em class="gesperrt">Sand</em> mit unregelmäßig verteilten eisenschüssigen Stellen.<span class='pagenum'><a name="Page_4" id="Page_4">[Pg 4]</a></span></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">8</td>
+ <td align="center">etwa 0,25</td>
+ <td align="left">Mittelkörniger, grauer <em class="gesperrt">Sand</em> mit vereinzelten kleinen Geröllen und vielen Lettenbrocken.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">7</td>
+ <td align="center">1,35</td>
+ <td align="left">Mittelkörniger <em class="gesperrt">Sand</em> mit vereinzelten kleinen Geröllen und Lettenbröckchen.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr" valign="top">6</td>
+ <td align="center" valign="top">0,60&ndash;0,65</td>
+ <td align="left">Grauer, mittelkörniger <em class="gesperrt">Sand</em> mit vereinzelten Geröllen und kleinen Geröllschmitzchen. (Die Lage
+ mit den vereinzelten Geröllen tritt nur stellenweise auf.)</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">5</td>
+ <td align="center">etwa 0,23</td>
+ <td align="left">Grobkörniger, mit HCl nicht brausender <em class="gesperrt">Sand</em> mit eisenschüssigen Bändern.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr" valign="top">4</td>
+ <td align="center" valign="top">etwa 0,10</td>
+ <td align="left"><em class="gesperrt">Geröll</em>schicht, durch kohlensauren Kalk etwas verkittet, mit ganz dünnen Lagen von Letten, der mit
+ HCl schwach braust. <b>(Fundschicht des menschlichen Unterkiefers.)</b></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">3</td>
+ <td align="center">0,22</td>
+ <td align="left">Gröberer <em class="gesperrt">Sand</em>, mit HCl nicht brausend.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr" valign="top">2</td>
+ <td align="center" valign="top">etwa 0,20</td>
+ <td align="left"><em class="gesperrt">Geröll</em>schicht, z. T. deutlich zu einem Conglomerat verkittet. Der verkittende Sand ist stark
+ eisenschüssig, mit HCl nicht brausend. Weiß-Juragerölle und Reste von Unio sind häufig.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlbr">1</td>
+ <td align="center">etwa 0,45</td>
+ <td align="left">Mittelkörniger, mit HCl nicht brausender <em class="gesperrt">Sand</em>.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="left">Grubensohle.</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Hiernach wurde der menschliche Unterkiefer etwa 0,87 m über der Sohle und etwa
+24,10 m <em class="gesperrt">unter der Oberkante der Sandgrube</em> aufgefunden, welch letztere
+Zahl der vom Geometer festgestellten 24,63 m (vgl. <a href="#Tafel_2">Taf. II</a>, Fig. 3) bis auf 0,53 m nahekommt.
+Um diesen Punkt für die Zukunft festzulegen, ließ ich auf dieser Stelle einen
+kubischen Sandstein mit der eingemeißelten Inschrift &bdquo;Fundstelle des menschlichen Unterkiefers
+21. Oktober 1907&ldquo; errichten. Dieser Stein soll liegen bleiben, auch wenn die Grube
+wieder zugeworfen wird. Es soll dann oben ein neuer Stein mit entsprechender Inschrift
+gesetzt werden.</p>
+
+<p>Die in dem vorstehenden Profil mit No. 23-1 bezeichneten, von 5,18 m älterem
+Löß und 5,74 m jüngerem Löß überlagerten Mauerer Sande haben wegen ihres Reichtums
+an Tierresten seit langer Zeit die Aufmerksamkeit der Geologen auf sich gelenkt. So führt<span class='pagenum'><a name="Page_5" id="Page_5">[Pg 5]</a></span>
+A. <span class="smcap">Braun</span><a href="#lv13">[13]</a> in der auf der Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Mainz
+1842 gegebenen vergleichenden Zusammenstellung der lebenden und diluvialen Molluskenfauna
+des Rheintals mit der tertiären des Mainzer Beckens unter der Rubrik &bdquo;Ältere Diluvialbildung&ldquo;
+die Sande bei Bruchsal, <em class="gesperrt">bei Mauer im Elsenztal</em> und bei Mosbach
+zwischen Mainz und Wiesbaden an. Während er von Mosbach auf Grund der Untersuchungen
+des Bergsekretärs <span class="smcap">Raht</span> 66 Conchylienarten zu verzeichnen in der Lage ist,
+muß er sich für Mauer auf folgende Bemerkung beschränken: &bdquo;Der dortige, durch seine
+interessanten Säugetierknochen bekannte, hoch von Löß bedeckte Sand enthält eine Menge
+von Unionen und größeren Helices, jedoch sämtlich so weich und mürbe, daß eine vollständige
+Herauslösung und genaue Bestimmung bis jetzt nicht möglich war.&ldquo;</p>
+
+<p><span class="smcap">Fr. Sandberger</span><a href="#lv69">[69]</a> bemerkt sodann in seinem 1870/75 erschienenen Werke &bdquo;Die
+Land- und Süßwasserconchylien der Vorwelt&ldquo;, in dem über die Binnenmollusken der Mittelpleistocänschichten
+handelnden Kapitel folgendes: &bdquo;Im Neckartale selbst sind in keiner
+sonstigen unter dem Tallöß gelagerten Ablagerung Binnenmollusken nachgewiesen, wohl
+aber in dem bei Neckargemünd in dasselbe einmündenden Elsenztale. Hier finden sich bei
+Mauer etwa 100' über dem Spiegel der Elsenz Sand- und Geröllbänke, welche schon
+A. <span class="smcap">Braun</span> als Lagerstätte fossiler Wirbeltiere und Binnenmollusken bekannt waren. Im
+Jahre 1868 beobachtete ich hier von oben nach unten in einer Sandgrube:</p>
+
+<table width="600" summary="Sandgrube">
+ <tr>
+ <td>1.</td>
+ <td align="left">Tallöß mit zahlreichen Conchylien</td>
+ <td>20</td>
+ <td align="center">Fuß.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td valign="top">2.</td>
+ <td align="left"><em class="gesperrt">Rötlichen Sand</em> mit diagonaler Schichtung und einzelnen Stücken
+ von <em class="gesperrt">Helix rufescens</em>, <em class="gesperrt">Helix hispida</em> und <em class="gesperrt">Succinea oblonga</em>,
+ an der Grenze gegen 3 auch mit zerbrochenen Unionen</td>
+ <td valign="bottom">36</td>
+ <td align="center" valign="bottom">&raquo;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td valign="top">3.</td>
+ <td align="left">Groben Kies, bestehend aus Geröllen von Buntsandstein, Wellenkalk,
+ Muschelkalk, Hornstein und Feldspatbrocken mit Equus caballus und
+ Elephas primigenius&nbsp;(?)</td>
+ <td valign="bottom">40</td>
+ <td align="center" valign="bottom">&raquo;</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Da von Binnenmollusken nur die oben genannten Arten, von Säugetieren aber nur
+noch Rhinoceros <ins title="Merkii">Merckii</ins> Jaeg. und Ursus spelaeus gefunden worden sind, so läßt sich das
+Alter der Sande noch nicht genauer feststellen, doch deutet das Fehlen von Rhinoceros
+tichorhinus, Felis spelaea und Hyaena spelaea auf ein höheres Alter, als das des Cannstatter
+Tuffes, und vielleicht hat A. <span class="smcap">Braun</span> recht, wenn er den Sand von Mauer mit jenem
+von Mosbach bei Wiesbaden parallelisiert.&ldquo;</p>
+
+<p><span class="smcap">Benecke</span> und <span class="smcap">Cohen</span><a href="#lv9_1">[9]</a> erwähnen bereits 12 Conchylienarten von Mauer, die auf
+einigen Exkursionen gesammelt wurden, und weisen darauf hin, daß man hier eine reiche
+Fauna zusammenbringen könne, welche wahrscheinlich für die schon mehrfach gemachte
+Annahme, daß der Sand von Mauer mit dem Sande von Mosbach bei Wiesbaden gleichalterig<span class='pagenum'><a name="Page_6" id="Page_6">[Pg 6]</a></span>
+sei, sichere Anhaltspunkte ergeben würde.</p>
+
+<p>A. <span class="smcap">Andreae</span><a href="#lv5">[5]</a> hat nun in seiner für das Gebiet der Diluvialgeologie und der Malakozoologie
+gleich wichtigen Abhandlung über den Diluvialsand von Hangenbieten im Unterelsaß,
+Straßburg 1884, dieses Desiderat namentlich in bezug auf die Mollusken erfüllt,
+indem er in einer tabellarischen Übersicht der Fauna des Diluvialsandes von Hangenbieten,
+verglichen mit der Fauna des Diluvialsandes von Mosbach bei Biebrich und von Mauer
+bei Heidelberg, sowie mit der recenten Fauna des Elsaß und des Oberrheingebietes, <em class="gesperrt">von
+Mauer</em> 35 Arten angibt, welche Zahl aber, wie er bemerkt, noch sehr der Vervollständigung
+bedarf; denn von Hangenbieten sind 79 und aus dem Diluvialsand von Mosbach 93 Molluskenarten
+bekannt geworden. Von Mauer werden folgende angeführt, die sämtlich auch
+in Mosbach vertreten sind:</p>
+
+<table summary="Fauna des Dilivialsandes">
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">Hyalinia</td>
+ <td align="center">(Polita)</td>
+ <td align="left">nitidula Drap. sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">radiatula Ald. sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">(Vitrea) crystallina Müll. sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>*</td>
+ <td align="center">Patula</td>
+ <td colspan="2" align="left">(Goniodiscus) solaria Menke sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">(Patulastra) pygmaea Drap. sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">Helix</td>
+ <td align="center">(Vallonia)</td>
+ <td align="left">pulchella Müll.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">costata Müll.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>*</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">tenuilabris Braun.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>*</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">(Petasia) bidens Chemn. sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">(Trichia)</td>
+ <td align="left">hispida L.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">rufescens Penn.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">(Eulota) fruticum Müll.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">(Arionta) arbustorum L.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td colspan="3" align="left">Buliminus (Ena) montanus Drap.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td colspan="3" align="left">Cochlicopa (Zua) lubrica Müll. sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">Pupa</td>
+ <td colspan="2" align="left">(Pupilla) muscorum L. sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">(Vertigo) pygmaea Drap.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>*</td>
+ <td colspan="3" align="left">Clausilia (Pirostoma) pumila (Ziegl.) C. Pfeiff.?</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">Succinea</td>
+ <td align="center">(Tapada)</td>
+ <td align="left">putris L. sp.?</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">Pfeifferi Rossm.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">oblonga Drap.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">Valvata</td>
+ <td align="center">(Concinna)</td>
+ <td align="left">antiqua Sow.<span class='pagenum'><a name="Page_7" id="Page_7">[Pg 7]</a></span></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">piscinalis Müll. sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>*</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">naticina Menke.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td colspan="3" align="left">Bythinia tentaculata L. sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td colspan="3" align="left">Limnaeus (Limnophysa) palustris Müll. sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td colspan="3" align="left">Planorbis (Gyraulus) Rossmaessleri <a name="FNanchor_II._2" id="FNanchor_II._2"></a><a href="#Footnote_II._2" class="fnanchor">[II.]</a> (Auersw.) S. Schm.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td colspan="3" align="left">Ancylus fluviatilis Müll.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">Unio</td>
+ <td colspan="2" align="left">pictorum L. sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">batavus Lam.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>*</td>
+ <td align="center">Sphaerium</td>
+ <td colspan="2" align="left">rivicola Leach sp.?</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>*</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">solidum Norm. sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">Pisidium</td>
+ <td colspan="2" align="left">amnicum Müll. sp.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>*</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">supinum A. Schm.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">Henslowianum Shepp.</td>
+ </tr>
+</table>
+<p style="font-size: 80%;">NB. Die mit ? bezeichneten Arten sind in Fragmenten oder angezweifeltem Vorkommen
+vorhanden.</p>
+
+<p>Wie <span class="smcap">Andreae</span> bemerkt, fehlen die mit einem Stern bezeichneten Mollusken jetzt
+in der Fauna des Oberrheingebietes. Um darüber Klarheit zu erhalten, ob dies auch auf
+das Neckargebiet zutrifft, wandte ich mich an den ausgezeichneten Kenner desselben,
+Herrn D. <span class="smcap">Geyer</span> in Stuttgart, der so freundlich war, hierüber, sowie über die weitere Frage
+Auskunft zu geben, welche Schlüsse auf das derzeitige Klima die in den Sanden von Mauer
+abgelagerten Mollusken gestatten. Ich teile das Wesentlichste aus diesem Berichte hier
+mit: Es handelt sich bei den Ablagerungen von Mauer offenbar um fluviatile Bildungen,
+welche durch den Neckar zustande gekommen sind. Nun wäre es aber durchaus irrig, anzunehmen,
+daß die in den Sanden abgelagerten Schalen aus größeren Entfernungen bzw.
+aus einem weiten Gebiete hierher geführt und Vertreter der gesamten Fauna seien. Die
+große Masse stammt vielmehr aus der nächsten Nähe, da die zahlreichen scharfen Windungen
+bzw. Schleifen des Neckars ebenso viele Dämme bildeten, welche die auf den Fluten schwebenden
+leeren Schalen zur Ablagerung nötigten; denn nur um solche handelt es sich, da
+die mit lebenden Tieren gefüllten Schalen untersinken und im Sande und Geröll zerrieben
+werden. Felsen-, Berg-, Heide- und großenteils auch Waldbewohner sucht man vergeblich
+in Ausspülungen; diese setzen sich zusammen aus Wasser-, Ufer-, Wiesen- und Gebüschbewohnern,
+denen nur einzelne Waldschnecken sich zugesellen.</p>
+
+<p>Von den in obiger Liste angeführten 35 Arten sind 21 Land- und 14 Wassermollusken.
+Von ersteren sind nur 3 Baumtiere: Helix fruticum, eigentlich Buschtier; Helix
+arbustorum, die aber auch gern auf dem Boden am Wasser lebt, und Buliminus montanus, der<span class='pagenum'><a name="Page_8" id="Page_8">[Pg 8]</a></span>
+sich am meisten von den dreien an Bäume hält. Helix rufescens lebt meist am Boden und
+steigt nur zuweilen an Krautpflanzen auf. Die übrigen <em class="gesperrt">Landschnecken</em> sind alle ausschließlich
+Bodentiere. Die Busch- und Baumtiere leben heute noch in nächster Nähe von Mauer.</p>
+
+<p>Die in obiger Liste mit einem Stern bezeichneten Arten fehlen heute auch im Neckargebiete
+bis auf Sphaerium rivicola, Sph. solidum und Pisidium supinum. Sie leben aber
+größtenteils noch im Osten, wie aus den in der Fußnote<a name="FNanchor_III._3" id="FNanchor_III._3"></a><a href="#Footnote_III._3" class="fnanchor">[III.]</a> auszugsweise wiedergegebenen
+Mitteilungen des Herrn D. <span class="smcap">Geyer</span> hervorgeht. Sein Resum&eacute; lautet: &bdquo;<em class="gesperrt">Sollen Folgerungen
+in bezug auf das Klima aus den in den Sanden von Mauer zur Ablagerung
+gelangten Molluskenschalen gemacht werden, so kann man allenfalls
+auf ein mehr kontinentales Klima, als wir es heute haben, schließen</em>.&ldquo;</p>
+
+<p>Die von <span class="smcap">Andreae</span> a. a. O. mitgeteilte Liste der in den Mauerer Sanden festgestellten<span class='pagenum'><a name="Page_9" id="Page_9">[Pg 9]</a></span>
+Säugetiere ist namentlich durch W. v. <span class="smcap">Reichenau</span>[<a href="#lv64">64</a> u. <a href="#lv65">65</a>], Beiträge zur näheren Kenntnis
+der Carnivoren aus den Sanden von Mauer und Mosbach, erweitert und berichtigt worden,
+auf welche wichtige Arbeit bei den Bemerkungen zu den einzelnen Species Bezug genommen
+werden soll. Hinzufügen konnte ich selbst noch Sus scrofa var. cfr priscus Marcel de
+Serres, Cervus (Alces) latifrons Johns. und Felis cfr catus. Zwei von <span class="smcap">Andreae</span> angeführte
+Arten: Elephas primigenius Blumenb. und Bos primigenius Boj. mußten ausgeschieden
+werden, da deren Reste wahrscheinlich aus der die Mauerer Sande überlagernden
+Lößstufe stammen.</p>
+
+<p>Da in letzter Zeit ausschließlich die im Profil der Sandgrube am Grafenrain mit
+1-10 bezeichneten Sandschichten abgebaut wurden, so stammen die von mir selbst jüngst
+gesammelten Tierreste sämtlich aus diesem Horizonte, <em class="gesperrt">in welchem, und zwar in
+Schicht 4 0,87 m über der Sohle, der menschliche Unterkiefer
+gefunden wurde</em>. Daß aber auch die oberen über der Lettenbank lagernden Sandschichten
+12-23, die früher ausgebeutet wurden, ergiebig an Säugetierresten waren, kann
+ich aus eigner Erfahrung bestätigen. Auch A. <span class="smcap">Sauer</span><a href="#lv70_1">[70]</a> bekräftigt dies in bezug auf Elephas
+antiquus, der, einer Bemerkung in den Erläuterungen zu Blatt Neckargemünd S. 67
+zufolge, &bdquo;in der Sandschicht b wie d, also nicht bloß im Liegenden, sondern auch im
+Hangenden der Lehmbank c (vgl. das untenstehende Profil<a name="FNanchor_IV._4" id="FNanchor_IV._4"></a><a href="#Footnote_IV._4" class="fnanchor">[IV.]</a>) aufgefunden wurde&ldquo;.</p>
+
+<p>Ich lasse nun eine mit Erläuterungen versehene Aufzählung der in den Sanden von
+Mauer festgestellten Säugetiere folgen, wobei die in der Sammlung des Heidelberger
+geologisch-paläontologischen Instituts vorhandenen Fossilien besonders berücksichtigt sind.
+Um etwas Vollständiges zu bieten, wäre eine gründliche Bearbeitung des gesamten, in den
+verschiedenen Sammlungen vorhandenen Materials erforderlich &mdash; eine Aufgabe, der sich
+erfreulicherweise in letzter Zeit einige Spezialforscher zugewendet haben.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Felis leo fossilis = Felis spelaea Goldfuß?</em> Von einer großen<span class='pagenum'><a name="Page_10" id="Page_10">[Pg 10]</a></span>
+Katze aus den Mauerer Sanden befinden sich im geologisch-paläontologischen Institut Heidelberg
+ein isolierter P&nbsp;4 (Reißzahn) des Oberkiefers und das Bruchstück eines linken Unterkiefers
+mit M&nbsp;1 (Reißzahn), von dem die vordere Zacke fehlt; von P&nbsp;4 und P&nbsp;3 ist außerdem
+die Krone abgebrochen, und von C steckt nur noch ein Teil der Wurzel in der Alveole<a name="FNanchor_V._5" id="FNanchor_V._5"></a><a href="#Footnote_V._5" class="fnanchor">[V.]</a>.
+Nach W. v. <span class="smcap">Reichenau</span><a href="#lv65_1">[65]</a>, der diese Objekte bestimmt, in seinen Beiträgen zur näheren
+Kenntnis der Carnivoren aus den Sanden von Mauer und Mosbach S. 303/4 beschrieben
+und auf Taf. IX, Fig. 1 und Taf. X, Fig. 1 abgebildet hat, rühren sie von einem Individuum
+her, das, wie der stark abgenutzte P&nbsp;4 sup. zeigt, in einem vorgeschrittenen Alter stand.
+Besagter Zahn weist relativ kleine Dimensionen auf: Seine Länge &mdash; Vorderrand des Innentuberkels
+mitgemessen &mdash; beträgt nämlich nur 36&nbsp;mm, während sie sich sonst bei Felis
+spelaea zwischen 39&ndash;43 bewegt.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Felis cfr catus</em>. Hiervon liegt ein 3. oder 4. Rückenwirbel vor, den ich jüngst in
+dem unteren Horizonte der Mauerer Sande angetroffen habe. Derselbe stimmt gut überein
+mit dem im Heidelberger zoologischen Institut befindlichen Skelet einer recenten Wildkatze
+aus der Umgegend von Heidelberg, nur sind die Dimensionen bei dem Wirbel von Mauer
+beträchtlich größer. Herr H. G. <span class="smcap">Stehlin</span> hatte die Freundlichkeit, unabhängig von mir
+eine Bestimmung des letzteren vorzunehmen, die mit der meinigen übereinstimmt. Er
+schreibt: &bdquo;Sollte Felis catus ferus auch in den Mosbacher Sanden festgestellt sein, so würde
+ich den Wirbel auf diese Species beziehen; anderenfalls wäre er am passendsten als Felis
+cfr catus zu rubrizieren.&ldquo; In der Revision der Mosbacher Säugetierfauna von H. <span class="smcap">Schröder</span><a href="#lv80">[80]</a>
+ist Felis catus ferus nicht aufgeführt.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Canis Neschersensis (Croizet) de Blainville</em>. W. v. <span class="smcap">Reichenau</span>
+beschreibt in seinen Beiträgen S. 195&ndash;201 und Taf. X, Fig. 2&ndash;4 drei Unterkieferhälften
+aus den Mosbacher Sanden sowie zwei P&nbsp;4 des Oberkiefers, einer ebendaher, der andere
+von Mauer &mdash; letzterer im Museum Hildesheim &mdash;, die er dem C. Neschersensis zuteilt,
+der, in Größe zwischen Wolf und Schakal stehend, fast genau mit dem lebenden Pyrenäenwolf
+(C. Lycaon Erxl.) übereinstimmt.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Ursus arvernensis Croizet</em>. Von einem verhältnismäßig kleinen Bären
+wurden mehrfach Reste von Unterkiefern sowie auch einzelne Zähne in den Sanden von
+Mauer und Mosbach aufgefunden, die von W. v. <span class="smcap">Reichenau</span> bestimmt, in den bereits erwähnten
+Beiträgen beschrieben und z. T. auch abgebildet sind. Die mannigfachen Abweichungen,
+die Ursus arvernensis von den von <span class="smcap">Ristori</span> zu dem gleichen Formenkreise
+gestellten Ursus ruscinensis Dep&eacute;ret und Ursus etruscus Cuvier zeigt, sind in der v. <span class="smcap">Reichenauschen</span><span class='pagenum'><a name="Page_11" id="Page_11">[Pg 11]</a></span>
+Schrift durch Maße belegt. Unter anderem geht daraus hervor, daß der Kiefer
+des Ursus arvernensis beträchtlich kleiner, bzw. kürzer ist, als die von <span class="smcap">Ristori</span> veröffentlichten
+italienischen.</p>
+
+<p>Die Reste des Ursus arvernensis von Mauer sind leider in alle Himmelsrichtungen
+zerstreut. Es befinden <ins title="sich">sich:</ins> 1) Im K. Naturalienkabinett in Stuttgart: eine linke Unterkieferhälfte
+mit der Zahnreihe, abgebildet bei v. <span class="smcap">Reichenau</span> Taf. VIII, Fig. <ins title="4;">4.</ins> 2) Im
+Römermuseum zu Hildesheim: Bruchstück eines rechten Unterkiefers mit abgebrochenem
+Caninus, den Alveolen von P&nbsp;1&ndash;3, mit P&nbsp;4 und M&nbsp;1 (v. <span class="smcap">Reichenau</span> Taf. IX, Fig. 3); ferner
+isoliert: ein oberer Caninus und zwei untere (v. <span class="smcap">Reichenau</span> Taf. IX, Fig. 11&ndash;13), sowie
+die Krone eines solchen. 3) Im geologisch-paläontologischen Institut der Universität
+Heidelberg: Ein oberer dritter Incisivus (v. <span class="smcap">Reichenau</span> Taf. IX, Fig. 15), sowie die Krone
+eines an der Wurzel abgebrochenen Caninus, den ich jüngst noch in der Schicht des menschlichen
+Unterkiefers zu sammeln Gelegenheit fand.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Ursus Deningeri v. Reichenau</em>. Dieser neue Formenkreis von großen
+Bären ist von W. v. <span class="smcap">Reichenau</span> an Resten aus den altdiluvialen Sanden von Mauer und
+Mosbach erkannt, die bisher dem Ursus spelaeus Rosenmüller zugesprochen wurden. Allein
+der Ursus Deningeri weist im Vergleich mit den Höhlenbären beträchtliche Differenzen auf.
+So besitzt z.&nbsp;B. sein vierter unterer Prämolar &bdquo;an der Innenseite des kräftigen Protoconids
+zwei bis drei Sekundärhöcker, die durch eine Furche vom Protoconid getrennt sind&ldquo;, was
+ihn vom Höhlenbären auf den ersten Blick unterscheiden läßt. Ursus Deningeri hat Verwandtschaftsbeziehungen
+zu dem ihm voraufgegangenen Ursus etruscus Cuvier, an den
+er sich bezüglich der Formen- und Größenverhältnisse, namentlich auch hinsichtlich
+der starken Variation des Schädels und Kiefers anschließt. Insbesondere zwingt, wie
+v. <span class="smcap">Reichenau</span> bemerkt, die Vergleichung des Unterkiefergebisses von Ursus etruscus und
+Deningeri geradezu zu der Annahme, daß letzterer aus ersterem hervorgegangen ist. Ursus
+Deningeri erreichte eine beträchtliche Größe, die derjenigen des Höhlenbären nicht nachsteht,
+wie der im Mainzer Museum aus dem Mosbacher Sande stammende Schädel erkennen
+läßt, dessen Schädelbasis vom Vorderrande des Foramen magnum bis zum Vorderrande
+der Alveole des mittleren Schneidezahnes 457&nbsp;mm mißt. Das Profil des Ursus Deningeri-Schädels
+ähnelt am meisten dem recenten Ursus beringianus; nur sind die Nasalia des
+Ursus Deningeri mehr gewölbt und die Prämaxillaria mehr gestreckt. Die Schädelbasis
+des Ursus beringianus mißt übrigens nur 363&nbsp;mm.</p>
+
+<p>In einem Nachtrage zu seinen Beiträgen führt W. v. <span class="smcap">Reichenau</span> aus, daß in den
+ihm aus der Sammlung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft zugegangenen
+oberen Molaren von Mosbach sich Ursus Deningeri so sehr dem echten Höhlenbären nähert,<span class='pagenum'><a name="Page_12" id="Page_12">[Pg 12]</a></span>
+daß ihm in ersterem eine Ahnenform der Spelaearctos spelaeus-Gruppe vorzuliegen scheine.
+&bdquo;Aus der Etruscus-Arvernensis-Reihe würde sich zunächst die noch mehr polymorphe
+Deningeri-Reihe entwickelt haben, aus welcher dann diejenigen Höhlenbären hervorgingen,
+denen die drei vorderen Prämolaren des Unterkiefers fehlen.&ldquo;</p>
+
+<p>Von Ursus Deningeri aus den Sanden von Mauer befinden sich: 1) Im geologisch-paläontologischen
+Institut Heidelberg: Ein Oberkieferfragment mit Gaumenplatte und
+Gebiß (M&nbsp;2, M&nbsp;1, P&nbsp;4 gut erhalten, C z. T. abgebrochen, Incisivi fehlend); ferner die Kronen
+eines Caninus des linken Unterkiefers und eines M&nbsp;2 des rechten Oberkiefers. 2) Im Römermuseum
+Hildesheim: ein Caninus. &mdash; Die beiden letztgenannten Objekte sind abgebildet
+bei W. v. <span class="smcap">Reichenau</span> Taf. IX, Fig. 5 u. 10.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Sus scrofa var. cfr priscus Marcel de Serres</em>. Hiervon befinden
+sich im geologisch-paläontologischen Institut Heidelberg zwei noch in den Alveolen
+steckende Molaren (M&nbsp;3&ndash;M&nbsp;2 inf. dext.), die nach einer Bestimmung des Hr. W. v. <span class="smcap">Reichenau</span>
+als Sus priscus Serres bezeichnet sind. Auch Hr. H. G. <span class="smcap">Stehlin</span>, der so freundlich
+war, sein Urteil über diese Zähne abzugeben, ist der Meinung, &bdquo;daß sie ihren beträchtlichen
+Dimensionen nach ganz wohl zu Sus scrofa priscus Serres gehören können, obwohl sie in
+der relativen Breite ihren Äquivalenten an der Typusmandibel von Lunel-Vieil etwas nachzustehen
+scheinen. Die Frage, inwiefern Sus scrofa priscus für älteres Quartär charakteristisch
+ist, bedarf noch sehr der genaueren Prüfung. Tatsache scheint zu sein, daß S.
+scrofa des älteren Quartärs meist bedeutendere Körpergröße erreichte, als dasjenige der
+späteren Zeiten. Allein ich kenne neolithische Suszähne vom Rinnehügel am Burtnecksee,
+welche in Größe und Struktur auffallend mit der von <span class="smcap">Harl&eacute;</span> im Altquartär von Montsaun&eacute;s
+entdeckten übereinstimmen. Auch wird man gut tun, nicht zu übersehen, daß unter den
+vorderhand als S. scrofa priscus zusammengefaßten Materialien gewiß Differenzen bestehen,
+welche vielleicht noch einmal zur Unterscheidung <em class="gesperrt">mehrerer</em> Varietäten führen
+könnten. Beim gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse ist das Tier von Mauer am passendsten
+als Sus scrofa var. cfr pricus Marcel de Serres zu rubrizieren.&ldquo; &mdash; Auch in den Mosbacher
+Sanden sind mehrfach einzelne Zähne von Sus scrofa aufgefunden. <span class="smcap">Nehring</span>, ein
+ausgezeichneter Kenner der Quartärfaunen Mitteleuropas, gibt an, daß er selbst bei seinen
+Ausgrabungen in dem Diluvium von Thiede (unweit Braunschweig), Westeregeln (zwischen
+Magdeburg und Halberstadt), Oberfranken, am Rhein usw. niemals den geringsten Rest
+von Sus gefunden habe, nur aus präglacialen und aus altdiluvialen Ablagerungen seien ihm
+solche bekannt geworden. Es ist dies verständlich, wenn man in Betracht zieht, daß die
+Wildschweine durch anhaltenden Frost ganz besonders leiden; sie können in dem festgefrorenen
+Boden nicht wühlen und sind somit in der Aufsuchung ihrer Nahrung sehr behindert.<span class='pagenum'><a name="Page_13" id="Page_13">[Pg 13]</a></span>
+Weiteres hierüber findet sich bei O. <span class="smcap">Schoetensack</span><a href="#lv79">[<ins title="19">79</ins>]</a>, Beiträge zur Kenntnis
+der neolithischen Fauna Mitteleuropas 1904 S. 13.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Cervus (Alces) latifrons Johns</em>. Zu den häufigsten Resten gehören
+nach H. <ins title="SCHROEDER"><span class="smcap">Schröder</span></ins> in den Mosbacher Sanden Skeletteile, Gebisse und Geweihe dieses
+riesenhaften Elches, dessen Schaufeln an einer sehr langen und kräftigen Stange sitzen.
+Auch mir fielen die überaus starken Molaren eines Cerviden in den Sanden von Mauer auf,
+die M. <span class="smcap">Schlosser</span> zu bestimmen die Freundlichkeit hatte. Einzelne Zähne dieses Elches
+sind schon in den alten Beständen der Heidelberger Sammlung vorhanden. Es gelang
+mir, solche aber auch in mehreren Exemplaren in der Fundschicht des menschlichen Unterkiefers
+festzustellen. &mdash; So häufig wie in Mosbach scheint Cervus (Alces) latifrons in Mauer
+nicht gewesen zu sein. Von zwei zusammengehörigen Prämolaren des rechten Unterkiefers
+(Nr. 18 d. Heidelb. Sammlg.) mißt P&nbsp;3 mesiodistal 24,7&nbsp;mm und P&nbsp;4 29&nbsp;mm; der linguobuccale
+Durchmesser steigt bei ersterem bis zu 17,2&nbsp;mm, bei letzterem bis zu 20,5&nbsp;mm an;
+die Schmelzleisten sind ungemein kräftig ausgebildet.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Cervus <ins title="elephus">elaphus</ins></em> L. <em class="gesperrt">var</em>. Reste des Edelhirsches sind häufig in den Mauerer
+Sanden. Außer Skeletteilen der Extremitäten finden sich besonders oft isolierte Zähne
+sowie mehr oder weniger fragmentarische Unterkieferhälften. Eine solche (rechte) mit
+vollständig erhaltener Zahnreihe schließt sich in bezug auf die Länge dieser genau einem
+uns vorliegenden recenten Cervus elaphus aus der Schweiz an: Die Gesamtlänge von
+3&nbsp;P&nbsp;+&nbsp;3&nbsp;M beträgt bei beiden 118&nbsp;mm; dagegen beträgt die Länge vom Angulus bis zum
+Incisivrand bei dem Mauerer Exemplar etwa 320&nbsp;mm, bei unserem recenten aber nur 285&nbsp;mm.
+<span class="smcap">Rütimeyer</span><a href="#lv67">[67]</a>, Fauna der Pfahlbauten S. 59, gibt für den Unterkiefer des recenten Edelhirsches
+300&nbsp;mm und für den großen Pfahlbauhirsch sogar 345&nbsp;mm an. &mdash; Von einem mitten
+durchgebrochenen, sonst aber &mdash; auch an beiden Gelenkflächen &mdash; vollkommen erhaltenen
+Metatarsus gebe ich nachstehend die Maße, verglichen mit den von <span class="smcap">Rütimeyer</span> mitgeteilten:</p>
+
+<table summary="Maße des Metatarsus">
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">Mauer</td>
+ <td align="center">Pfahlbauhirsch</td>
+ <td align="center">Recent</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">Metatarsus,</td>
+ <td align="left">volle Länge</td>
+ <td align="center">320</td>
+ <td align="center">370</td>
+ <td align="center">260</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">obere Gelenkfläche quer</td>
+ <td align="center"><span style="margin-left: 1em;">38,8</span></td>
+ <td align="center">&nbsp; 38</td>
+ <td align="center">&nbsp; 30</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">untere<span style="margin-left: 3em;">&raquo;</span><span style="margin-left: 2.5em;">&raquo;</span></td>
+ <td align="center">&nbsp; 45</td>
+ <td align="center">&nbsp; 45</td>
+ <td align="center">&nbsp; 34</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Von Geweihen, die leider nur in Bruchstücken vorliegen, scheinen sich hauptsächlich
+die kräftigsten erhalten zu haben. Diese gleichen z. T. den von <span class="smcap">Pohlig</span><a href="#lv62">[62]</a> in seiner
+Abhandlung &bdquo;Die Cerviden des thüringischen Diluvial-Travertines&laquo; als Cervus (elaphus)
+Antiqui abgebildeten von Taubach; doch ist der Umfang der Stange unmittelbar über
+der Rose bei zwei von Mauer vorliegenden Exemplaren beträchtlicher (20 und 24 cm!).<span class='pagenum'><a name="Page_14" id="Page_14">[Pg 14]</a></span>
+Ich möchte mir daher in der Bestimmung der Geweihreste des Edelhirsches von Mauer
+dieselbe Vorsicht auferlegen, wie sie H. <span class="smcap">Schröder</span> &bdquo;in Ansehung der ganz außerordentlichen
+Variabilität der Geweihe und der noch größeren Meinungsverschiedenheiten der
+Autoren über die Beziehungen und gegenseitige Abgrenzung der Varietäten, namentlich
+fossiler Hirsche&ldquo; in seiner Revision der Mosbacher Säugetierfauna für geboten hält.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Cervus capreolus</em> L. Reste vom Reh sind in den Mauerer Sanden nicht
+häufig. In der Heidelberger Sammlung befinden sich ein oberes und ein unteres Ende von
+zwei verschiedenen Geweihstangen, die von ausgewachsenen Tieren herrühren; ferner das
+Unterkieferfragment eines jugendlichen. Abweichungen von dem recenten Reh vermag
+ich nicht daran zu erkennen.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Bison</em> sp. nov. ind. Ebenso wie in dem Mosbacher Sande ist ein Bison auch in
+Mauer häufig. Leider sind die seit Jahrzehnten hier aufgefundenen Reste in alle Himmelsrichtungen
+zerstreut, so daß ein Studium derselben sehr erschwert ist. Nach den Messungen,
+die ich an den in dem geologisch-paläontologischen Institut der Universität Heidelberg
+befindlichen zwei Schädelfragmenten, drei isolierten Hornzapfen und einem Unterkiefer
+vornehmen konnte, weicht der Bison von Mauer beträchtlich von dem in dem europäischen
+Diluvium weit verbreiteten Bison priscus Boj. ab. Er schließt sich, soweit sich
+dies nach den wenigen vorliegenden Resten beurteilen läßt, mehr an den recenten Bison
+europaeus Ow. an. Da eine erschöpfende Bearbeitung dieser Frage nicht in dem Rahmen
+dieser Abhandlung liegt, so beschränke ich mich darauf, den von mir genommenen Maßen
+einige von L. <span class="smcap">Rütimeyer</span><a href="#lv67_1">[67]</a>, Die Fauna der Pfahlbauten S. 74 und H. v. <span class="smcap">Meyer</span><a href="#lv52">[52]</a>, Nova
+Acta Acad. Leopold., 1835, S. 138 angeführte Vergleichszahlen beizufügen:</p>
+
+<table cellpadding="4" summary="Maße des Unterkiefers">
+ <tr>
+ <td align="center" colspan="2">Masse des Unterkiefers<a name="FNanchor_VI._6" id="FNanchor_VI._6"></a><a href="#Footnote_VI._6" class="fnanchor">[VI.]</a>in Millimetern</td>
+ <td align="center">Mauer</td>
+ <td align="center">Bojanus</td>
+ <td align="center">Nordmann<br />Paläontologie<br />Südrußlands</td>
+ <td align="center">Robenhausen<br />Pfahlbau</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdtbr" align="center" colspan="3">nach Rütimeyer</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" colspan="2">Höhe hinter M&nbsp;3</td>
+ <td align="center">68,2</td>
+ <td align="center">65</td>
+ <td align="center">68</td>
+ <td align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" colspan="2">Höhe vor P&nbsp;1</td>
+ <td align="center">42</td>
+ <td align="center">38</td>
+ <td align="center">&mdash;</td>
+ <td align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" colspan="2">Länge der Backenzahnreihe</td>
+ <td align="center">etwa 153</td>
+ <td align="center">164</td>
+ <td align="center">147</td>
+ <td align="center">145</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">M&nbsp;3</td>
+ <td align="left">Länge</td>
+ <td align="center">42,8</td>
+ <td align="center">45</td>
+ <td align="center">42</td>
+ <td align="center">42</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="left">Breite</td>
+ <td align="center">19,6</td>
+ <td align="center">&mdash;</td>
+ <td align="center">&mdash;</td>
+ <td align="center">17,5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">M&nbsp;2</td>
+ <td align="left">Länge</td>
+ <td align="center">27,9</td>
+ <td align="center">31</td>
+ <td align="center">27</td>
+ <td align="center">27</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="left">Breite</td>
+ <td align="center">19,4</td>
+ <td align="center">&mdash;</td>
+ <td align="center">&mdash;</td>
+ <td align="center">17,5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">M&nbsp;1</td>
+ <td align="left">Länge</td>
+ <td align="center">23,9</td>
+ <td align="center">31</td>
+ <td align="center">22</td>
+ <td align="center">23</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">P&nbsp;1&ndash;3</td>
+ <td align="left">Länge</td>
+ <td align="center">etwa 56</td>
+ <td align="center">56</td>
+ <td align="center">57</td>
+ <td align="center">50</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_15" id="Page_15">[Pg 15]</a></span></p>
+
+<table id="p25" summary="Maße der Schädel">
+ <tr>
+ <td class="td1">&nbsp;</td>
+ <td class="td2" colspan="5">Bison von Mauer</td>
+ <td class="td2" colspan="4">Bison europaeus</td>
+ <td class="td2" colspan="5">Bison priscus</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="td3">Schädel-<br />fragment<br />1</td>
+ <td class="td4">Schädel-<br />fragment<br />2<a name="FNanchor_VII._7" id="FNanchor_VII._7"></a><a href="#Footnote_VII._7" class="fnanchor">[VII.]</a></td>
+ <td class="td4">Isolierter Horn-<br />zapfen<br />201</td>
+ <td class="td4">Isolierter Horn-<br />zapfen<br />202</td>
+ <td class="td4">Isolierter Horn-<br />zapfen<br />211</td>
+ <td class="td3">Berlin</td>
+ <td class="td4">Paris</td>
+ <td class="td4">Petersburg</td>
+ <td class="td4">Schönbrunn</td>
+ <td class="td3">Diluvium (Niederterrasse Kirchheim bei Heidelberg). Städt. Sammlungen Heidelberg. Eig. Messung.</td>
+ <td class="td4">Aus dem Rhein bei Sandhofen Mannheim Mus. Frankfurt a. M.</td>
+ <td class="td4">Aus dem Rhein Mus. Darmstadt</td>
+ <td class="td4">Aus dem Rhein Mus. Darmstadt</td>
+ <td class="td4">Aus dem Rhein Mus. Speyer</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td class="td5">Breite der Stirn zwischen d. Einbiegungen über d. Augenhöhlen nach einer geraden Linie</td>
+ <td class="td6" valign="bottom">264</td>
+ <td class="td7" valign="bottom">275</td>
+ <td class="td7" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td7" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td7" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td6" valign="bottom">258</td>
+ <td class="td7" valign="bottom">220</td>
+ <td class="td7" valign="bottom">270</td>
+ <td class="td7" valign="bottom">231</td>
+ <td class="td6" valign="bottom">330</td>
+ <td class="td7" valign="bottom">301</td>
+ <td class="td7" valign="bottom">304</td>
+ <td class="td7" valign="bottom">345</td>
+ <td class="td7" valign="bottom">315</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Breite der Stirn zwischen der Basis der Hornzapfen</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">260</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">234</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">230</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">280</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">230</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">325</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">355</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">437</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">404</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">379</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Umfang der Hornzapfenbasis</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">330</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">290</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">390</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">380</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">364</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">382</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">458</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Länge der geraden Linie v. untern Teile der Hornzapfenbasis bis zur Spitze des Zapfens</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">300</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">295</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">230</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">285</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">230</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">460</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">477</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">448</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">382</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">351</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Dieselbe Länge nach der Krümmung des Zapfens</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">330</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">330</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">290<br />vordere Curvatur<br />385<br />hintere Curvatur</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">498</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">320</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">520<br />vordere<br />Curvatur<br />650<br />hintere<br />Curvatur</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">514</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">546</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">487</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">465</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Längendurchmesser des Hinterhauptsloches</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">44,5</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">43,5</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">38</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">30</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">40</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">48</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">47</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">51</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">48</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Entfernung vom Hinterhauptskamme bis zum oberen Rande des Hinterhauptsloches</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">102</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">101</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">100</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">110</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">117</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">107</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">118</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">110</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">128</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Größte Breite des Hinterhauptes nach einer geraden Grundlinie</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">260</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">260</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">246</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">200</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">265</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">240</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">297</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">291</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">310</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Entferng. v. ein. Hornzapfenbasis zur anderen am hintern Teil des Schädels nach ein. geraden Linie</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">273</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">300</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">302</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td8" valign="bottom">320</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">359</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">400</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">312</td>
+ <td class="td9" valign="bottom">358</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>A. <span class="smcap">Andreae</span><a href="#lv5_1">[5]</a> führt unter der Fauna von Mauer auch Bos primigenius Boj. an. Ich<span class='pagenum'><a name="Page_16" id="Page_16">[Pg 16]</a></span>
+konnte unter den im Heidelberger geologisch-paläontologischen Institut befindlichen Tierresten
+aus den Mauerer Sanden nur Bison priscus feststellen. Auch in den Mosbacher
+Sanden kommt nach F. <span class="smcap">Kinkelin</span>[<a href="#lv31">31</a> u. <a href="#lv38">38</a>] und H. <span class="smcap">Schröder</span>[<a href="#lv80_1">80</a> u. <a href="#lv81">81</a>] nur Bison vor. Es liegt
+daher die Vermutung nahe, daß es sich bei den von <span class="smcap">Andreae</span> erwähnten Resten um solche
+handelt, die aus der Lößstufe stammen.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Equus</em> sp. Nach brieflicher Mitteilung des Herrn W. v. <span class="smcap">Reichenau</span>, der mit der
+Bearbeitung der Equidenreste aus den Sanden von Mosbach und Mauer beschäftigt ist,
+stellen die aus letzterem Fundorte vorliegenden einzelnen Zähne von Equus in ihrem
+sehr variablen Verhalten eine <em class="gesperrt">Übergangsreihe dar, ausgehend von der
+Form Equus Stenonis Cocchi</em> (mit kurzachsigem vorderen Innenpfeiler der
+Kaufläche), bis zur Taubacher Form hinüberleitend. Dasselbe ist bei dem großen Equus
+Mosbachensis der Fall. Equus germanicus Wüst = E. caballus var. germanica Nehring
+ist in Mauer nicht vertreten.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Rhinoceros etruscus Falc</em>. ist häufig in den Sanden von Mauer. Namentlich
+vom Kopfskelet sind zahlreiche Reste aufgefunden; darunter Unterkieferfragmente
+mit Zahnreihen und isolierte Zähne. Das Gliedmaßenskelet ist u. a. durch ein
+leidlich gut erhaltenes Becken vertreten; von dem Rumpfskelet kommen häufig Rippen
+vor. Alles für die Bestimmung der Species wichtige Material, das sich in der Heidelberger
+Universitätssammlung vorfindet, ist zurzeit in Händen von <span class="smcap">Henry Schröder</span>, dem ausgezeichneten
+Kenner der Rhinozeroten, der so freundlich war, mir folgendes vorläufige
+Ergebnis seiner Untersuchungen zur Verfügung zu stellen: &bdquo;Betreffend die <em class="gesperrt">Rhinocerosreste
+von Mauer</em> kann ich heute noch auf meiner vor 10 Jahren in der Revision
+der Mosbacher Säugetierfauna gegebenen Bestimmung des Rhinoceros etruscus Falc.
+beharren; mir ist bisher kein Stück unter die Hände gekommen, das man als Rhinoceros
+Merckii deuten könnte, wenn man als Typus dieser Art die Taubacher Form annimmt.&ldquo;
+Die von <span class="smcap">Schröder</span> angezogene, Rhinoceros etrusc. Falc. betreffende Stelle lautet: &bdquo;Diese
+aus dem oberen Pliocän des Arnotales und aus dem Forestbed Englands bekannte Rhinocerosart
+ist in Mosbach häufig. Die besterhaltenen Stücke besitzt das Museum der Landesanstalt
+und das Mainzer Museum, beide je einen Schädel mit Prämolaren und Molaren,
+letzteres einen vollständigen Unterkiefer und ersteres vollständig erhaltene Reihen des
+definitiven und des Milchgebisses. Rhinoceros etruscus unterscheidet sich durch nur sanft
+aufsteigende Parietalia, starke, fast horizontal verlaufende Cingula an der Innenseite der
+Prämolaren des Oberkiefers und größere Niedrigkeit der Zahnkronen von dem echten
+Rhinoceros Merckii, das zudem noch erheblich größer ist. Die Übereinstimmung der Mosbacher
+Zähne mit solchen aus dem italienischen Pliocän ist vollkommen. Übrigens vermutete<span class='pagenum'><a name="Page_17" id="Page_17">[Pg 17]</a></span>
+bereits <span class="smcap">Sandberger</span> Rhinoceros etruscus in Mosbach.&ldquo;</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Elephas antiquus Falc</em>. kommt häufig vor in den Sanden von Mauer.
+Ansehnliche Reste des Rumpf-, Kopf- und Gliedmaßenskelettes sind in der Sammlung des
+Heidelberger geologisch-paläontologischen Instituts vorhanden, die sich auf die verschiedensten
+Altersstadien erstrecken. Es erschien mir besonders wichtig, dieses Leitfossil auch
+aus dem gleichen Horizonte, aus dem der menschliche Unterkiefer stammt, nachzuweisen,
+was durch die freundliche Unterstützung des Herrn J. <span class="smcap">Rösch</span> in befriedigendster Weise
+gelungen ist. Es wurde nämlich 11,5 m südlich von der im geologischen Profil mit einem
+Kreuz bezeichneten Fundstelle der Oberkiefer eines ganz jungen Individuums und 25 m
+nordwestlich von der genannten Stelle der Unterkiefer eines noch nicht völlig ausgewachsenen
+Individuums aufgefunden. Von letztgenannter Mandibula, die aus der Symphyse
+in zwei Teile zerfallen war, die sich leicht wieder zusammensetzen lassen, fehlt beiderseits
+der obere Teil des Ramus ascendens. Auf <a href="#Tafel_4">Taf. IV</a>, Fig. 6 ist ein Teil der linken Hälfte des
+Unterkiefers so abgebildet, daß die Schmelzfiguren der Kaufläche des ersten Molaren zu
+erkennen sind. Sie sind typisch rautenförmig, am distalen Teile mehr als am mesialen
+mit zahlreichen Ausbuchtungen versehen. Die Stärke der Schmelzwand beträgt
+1,5&ndash;2,0 <ins title="mm">mm.</ins> Von dem nachdrängenden M&nbsp;2 ist die Kaufläche der Querjoche noch völlig
+intakt. Die Höhe des Corpus mandibulae beträgt unter M&nbsp;1 148 und unter M&nbsp;2 155 <ins title="mm;">mm.</ins>
+Die Dicke des Corpus mißt an der Basis 112&nbsp;mm und steigt nach oben bis zu 160&nbsp;mm
+an. Der <ins title="mesio-distale">mesiodistale</ins> Durchmesser von M&nbsp;1 beträgt im Maximum 157, der linguobuccale
+63&nbsp;mm, beide Maße an der Kaufläche genommen. Da nach <span class="smcap">Zittel</span> beim recenten
+(indischen) Elefanten der erste Molar erst im 15. Jahre mit der ganzen Zahnkrone in
+Funktion ist und der zweite Molar im 20. Jahre zum Vorschein kommt, die Altersgrenze
+des Elefanten aber weit über 100 Jahre liegen soll, so dürfen wir annehmen, daß die
+vorliegende Mauerer Mandibula von einem Individuum stammt, das seine Vollkraft noch
+nicht ganz erreicht hatte.</p>
+
+<p>Das auf <a href="#Tafel_5">Taf. V</a>, Fig. 10 abgebildete Oberkieferfragment eines ganz jungen Tieres
+wurde zusammen mit anderen demselben Individuum angehörigen Knochen der Kieferregion
+und der Hirnkapsel &mdash; wovon zwei Felsenbeine und das Hinterhauptsbein leidlich
+gut erhalten sind &mdash; aufgefunden. Die Maxillae superiores und die Ossa palatina sind erhalten;
+ebenso auf jeder Seite zwei Milchmolaren, von denen der mesiale drei Lamellen,
+der distale deren sieben aufweist. Nach <span class="smcap">Zittel</span>, Handbuch der Paläontologie V. Abt.
+IV. Bd. 1891. S. 468, verhält sich die Zahl der Querjoche bei Elephas antiquus folgendermaßen:</p>
+
+<table cellpadding="4" summary="Maße der Querjoche">
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">D&nbsp;1<a name="FNanchor_VIII._8" id="FNanchor_VIII._8"></a><a href="#Footnote_VIII._8" class="fnanchor">[VIII.]</a><span class='pagenum'><a name="Page_18" id="Page_18">[Pg 18]</a></span></td>
+ <td align="center">D&nbsp;2</td>
+ <td align="center">D&nbsp;3</td>
+ <td align="center">M&nbsp;1</td>
+ <td align="center">M&nbsp;2</td>
+ <td align="center">M&nbsp;3</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">sup.</td>
+ <td align="center">3</td>
+ <td align="center">5&ndash;7</td>
+ <td align="center">8&ndash;11</td>
+ <td align="center">9&ndash;12</td>
+ <td align="center">12&ndash;13</td>
+ <td align="center">15&ndash;20</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">inf.</td>
+ <td align="center">3</td>
+ <td align="center">6&ndash;8</td>
+ <td align="center">9&ndash;11</td>
+ <td align="center">10&ndash;12</td>
+ <td align="center">12&ndash;13</td>
+ <td align="center">16&ndash;21</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Es liegen demnach bei unserem Oberkiefer D&nbsp;1 und D&nbsp;2 vor. Während ersterer Zahn eine
+starke Abnutzung der Kaufläche aufweist und die Schmelzfiguren deutlich erkennen läßt,
+ist bei D&nbsp;2 die Usur nicht so weit vorgeschritten: Die Schmelzfiguren werden distalwärts
+immer schwächer. H. <span class="smcap">Pohlig</span><a href="#lv61">[61]</a> bildet in Nova Acta Acad. Leopold. 1892 Taf. IIb das
+Fragment einer rechtsseitigen Oberkieferhälfte des im städtischen Museum zu Weimar
+befindlichen Elephas antiquus ab &bdquo;mit dem vollständigsten aller bekannten hintersten
+Milchmolaren&ldquo;, und A. <span class="smcap">Portis</span><a href="#lv63">[63]</a> bringt in Palaeontographica N.&nbsp;F.&nbsp;V. 4 (XXIV.) Taf. XIX,
+Fig. 1 die Abbildung eines im Münchener Museum befindlichen Unterkiefers des Elephas
+antiquus von Taubach &bdquo;mit den beiden zweiten gut entwickelten und abgenutzten
+Milchmolaren und mit Alveolen, aus denen die Embryonen des dritten<a name="FNanchor_IX._9" id="FNanchor_IX._9"></a><a href="#Footnote_IX._9" class="fnanchor">[IX.]</a> Zahnes
+herausgefallen sind&ldquo;. Der Oberkiefer von Mauer ergänzt die vorgenannten Objekte in
+erfreulicher Weise.</p>
+
+<p>Vom Elephas antiquus ist im Jahre 1887 in der Sandgrube im Grafenrain auch das
+auf <a href="#Tafel_4">Taf. IV</a>, Fig. 7 abgebildete Schädelfragment nebst Unterkiefer aufgefunden, das von
+Herrn J. <span class="smcap">Rösch</span> in Mauer dem zoologischen Institut der Universität Heidelberg geschenkt
+wurde. Da der Zerfall des sehr mürben Knochengewebes durch Wegnahme des es zusammenhaltenden
+Sandes zu befürchten war, so wurde auf Anordnung und unter Leitung des
+Hr. Geh. Hofrat <span class="smcap">Bütschli</span> eine Kiste um das wichtige Fundstück gezimmert, in welcher die
+Überführung nach Heidelberg stattfand. Hier konnte mit aller Sorgfalt die Präparation desselben
+erfolgen. Bemerkenswert ist es, daß an dem Kiefer nur der linke Incisivus zur Ausbildung
+gelangte, während der rechte, wie die nur 30 &times; 20&nbsp;mm messende Alveole zeigt, sehr
+früh ausgefallen sein muß. Die Länge des linken Schneidezahnes beträgt von der Alveole
+bis zur Spitze in gerader Linie 1,16&nbsp;mm, längs der äußeren Kurve gemessen 1,26&nbsp;mm, der
+Umfang desselben beim Austritt aus der Alveole 0,38&nbsp;mm. Es seien noch folgende Maße
+mitgeteilt: Das Hinterhauptsloch mißt zwischen den Condylen 80&nbsp;mm, von oben nach der
+Schädelbasis 74&nbsp;mm. Breite des Schädels zwischen den Jochbogen 710&nbsp;mm. Die Entfernung
+von dem Processus condyloideus des Unterkiefers bis zum äußersten Punkte der
+Symphysis beträgt 720&nbsp;mm; eine Senkrechte von dem genannten Processus auf die Fortsetzungslinie
+der Basis des Unterkieferkörpers mißt 458&nbsp;mm. Die Entfernung zwischen<span class='pagenum'><a name="Page_19" id="Page_19">[Pg 19]</a></span>
+den beiden Processus condyloidei beträgt 560&nbsp;mm, zwischen den Processus coronoidei
+360&nbsp;mm; die Höhe des Körpers unter M&nbsp;2 150&nbsp;mm.</p>
+
+<p>Von den Kauflächen der Molaren der rechten Ober- und Unterkieferhälften bringt
+<a href="#Tafel_4">Taf. IV</a>, Fig. 8 und 9 Photographien, die von Hr. W. <span class="smcap">Spitz</span> nach einem von ihm gewonnenen
+Abklatsch hergestellt sind. Es sind oben wie unten von M&nbsp;1 nur noch Reste vorhanden;
+M&nbsp;2 beginnt bei der mit einem Pfeil bezeichneten Stelle. Während M&nbsp;2 sup. (Fig. 8) die
+Schmelzfiguren nur undeutlich erkennen läßt, treten solche bei dem unteren Molaren
+(Fig. 9) genügend scharf hervor. Man kann außer dem mesial nur halb entwickelten
+Querjoch zehn weitere unterscheiden, die zum Teil typische Rautenform aufweisen.
+Distal werden die Schmelzfiguren undeutlicher. M&nbsp;2 sup. hat an der Kaufläche gemessen
+eine Länge von etwa 140&nbsp;mm und eine Breite von 60&nbsp;mm. M&nbsp;2 inf. ist 197&nbsp;mm
+lang und 55&nbsp;mm breit.</p>
+
+<p>Elephas trogontherii ist nach H. <span class="smcap">Schröder</span> in der Fassung, die ihm <span class="smcap">Pohlig</span> gegeben
+hat und die von mehreren Autoren angenommen ist, für stratigraphische Zwecke nicht
+verwendbar. &bdquo;Faßt man die Species enger und beschränkt sie auf die Zahnform, die ein
+Mittelding zwischen E. meridionalis und primigenius zu sein scheint, so kann ich nur sagen,
+daß ich E. trogontherii, wie er bei Mosbach mehrfach gefunden ist, unter dem Material,
+das ich von Mauer gesehen habe, nicht finden konnte. Meines Erachtens lassen sich alle
+Stücke auf E. antiquus beziehen.&ldquo; Diesen Worten <span class="smcap">Schröders</span> pflichte ich vollkommen
+bei. Auch mir sind aus den Mauerer Sanden nur typische Reste des E. antiquus bekannt
+geworden.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Castor fiber</em> L. Bruchstücke von Unterkiefern sowie einzelne Schneide- und
+Backzähne des Bibers sind in den Mauerer Sanden öfters aufgefunden. Noch jüngst konnte
+ich eine rechte Unterkieferhälfte mit Bezahnung aus der Fundschicht der menschlichen
+Mandibula der Heidelberger Sammlung einverleiben. Danach schließt sich der Biber von
+Mauer dem recenten an, nur weisen die Maße der Backzähne des ersteren bedeutend höhere
+Zahlen auf.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Wie schon in dem vorstehenden Verzeichnis bemerkt, weist die
+Säugerfauna aus den Sanden von Mauer enge Beziehung zu derjenigen
+aus den Mosbacher Sanden auf. Beide aber lassen wiederum deutliche
+Beziehungen zu den präglacialen Forestbeds von Norfolk sowie zu
+dem südeuropäischen Oberpliocän erkennen. Insbesondere deuten
+Rhinoceros etruscus Falc. und das von der Form Equus Stenonis Cocchi
+bis zur Taubacher Form hinüberleitende Pferd von Mauer bestimmt auf<span class='pagenum'><a name="Page_20" id="Page_20">[Pg 20]</a></span>
+das Pliocän hin, während die übrigen Mammalia zum größeren Teil dem
+ältesten Diluvium angehören. Der Unterkiefer von Mauer dürfte also
+von den bisher aufgefundenen stratigraphisch beglaubigten menschlichen
+Resten der älteste sein</em><a name="FNanchor_X._10" id="FNanchor_X._10"></a><a href="#Footnote_X._10" class="fnanchor">[X.]</a>.</p>
+
+<div class="footnotes">
+<p style="text-indent: 0;">Fußnoten:</p>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_I._1" id="Footnote_I._1"></a><a href="#FNanchor_I._1"><span class="label">[I.]</span></a>
+Die Signaturen auf dieser Karte sind mit Hilfe eines Vergrößerungsglases lesbar.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_II._2" id="Footnote_II._2"></a><a href="#FNanchor_II._2"><span class="label">[II.]</span></a> Nach gütiger Mitteilung von O. <span class="smcap">Boettger</span> eine zweifelhafte Art, auf die keine Schlüsse zu
+bauen sind.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_III._3" id="Footnote_III._3"></a><a href="#FNanchor_III._3"><span class="label">[III.]</span></a> <em class="gesperrt">Patula solaria Menke</em>, auch aus den diluvialen Kalktuffablagerungen von Cannstatt bei
+Stuttgart bekannt, fehlt jetzt dem ganzen Neckargebiete. Es ist eine östliche Art, verbreitet in Siebenbürgen,
+Nordungarn, Galizien, Mähren (ferner relictoid auf dem Zopten und im Moschwitzer Walde
+in Schlesien), Erzherzogtum Österreich (von hier in die südöstliche Ecke Bayerns übergreifend), Steiermark,
+Kärnten, Krain, Dalmatien und Lombardei. Die Art lebt am Boden, im Grase, unter Laub
+und Steinen im Walde.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Helix tenuilabris Braun</em> fehlt dem Neckargebiete, lebt in Sibirien. Man hat bis in die
+neueste Zeit die in den schwäbischen Juratälern lebende H. adela Westerl. fälschlich für tenuilabris
+Braun gehalten.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Helix bidens Chemn</em>. gehört Mittel- und Osteuropa an, lebt in sehr feuchten schattigen
+Orten, besonders gern an Bachrändern, im Erlengebüsch. Sie fehlt dem deutschen Nordwesten, ist
+aber sonst in Norddeutschland nicht selten, auch in Thüringen nicht; sie geht bis zum Main, im Regnitztal
+auch über den Main nach Süden über Erlangen hinaus. Aus den bayr. Alpen und dem ganzen
+Jurazuge ist sie nicht bekannt, findet sich dagegen auf der zwischen beiden Gebirgszügen liegenden
+bayerischen Hochebene; sie fehlt in Württemberg, Baden und im Elsaß.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Clausilia pumila Ziegl</em>. lebt gern an denselben Orten wie Helix bidens. Ihr Verbreitungsgebiet
+erstreckt sich <span class="smcap">Clessin</span> zufolge nach Osten bis Siebenbürgen, nach Süden bis Kroatien,
+nach Norden bis Livland und Schweden; in Deutschland findet sie ihre Westgrenze, die noch nicht
+genau angegeben werden kann. Sie findet sich noch in Mecklenburg und Holstein, ebenso in Thüringen
+und geht bis zum Main bei Koburg und Ochsenfurt. Südlich des Mains ist in Deutschland noch kein
+Fund bekannt geworden, wie sie denn jetzt im Neckargebiete sicher fehlt.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Valvata naticina Menke</em> lebt in schlammigen Stellen ruhigen Wassers der größeren
+Flüsse. Ihre Verbreitung ist eine östliche: Donau bei Budapest, Südrußland, Moskau, Livland, Ostpreußen,
+Landsberg a. d. Warthe. Im Neckargebiet fehlt sie jetzt sicher.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Sphaerium rivicola Leach</em>. <em class="gesperrt">sp</em>.&nbsp;? lebt im Neckar, etwa von Marbach an; sie steckt
+im Sande zwischen den Steinen der Steindämme. Dem Oberlauf der Flüsse, die rasch fallen und viel
+Geröll führen, fehlt sie, wie die meisten großen und kleinen Bivalven. Sie ist über den größten Teil
+Europas verbreitet.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Sphaerium solidum Normand</em>. hat nach <span class="smcap">Clessin</span> in Deutschland fast dasselbe
+Verbreitungsgebiet wie Sph. rivicola; ist D. <span class="smcap">Geyer</span> aus dem Neckar noch nicht bekannt, dürfte aber
+auch hier aufzufinden sein.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Pisidium supinum</em> A. <em class="gesperrt">Schm</em>. wurde von D. <span class="smcap">Geyer</span> selbst im Neckar bei Besigheim gesammelt,
+scheint aber selten zu sein. Nach O. <span class="smcap">Boettger</span> im Main zwischen Frankfurt und Mainz
+häufig. Da sie schwer aufzufinden ist, so ist ihr Verbreitungsgebiet nur ungenügend bekannt.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_IV._4" id="Footnote_IV._4"></a><a href="#FNanchor_IV._4"><span class="label">[IV.]</span></a>
+Anfang des Jahres 1898 bot die Sandgrube im Grafenrain nach <span class="smcap">Sauer</span> folgendes Profil dar:</p>
+
+<table id="p19" cellpadding="4" summary="Profil der Sandgrube">
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlb" colspan="2">0,5 m jüngerer Löß;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">Lößstufe</td>
+ <td class="tdlb" colspan="2">2&nbsp; m Lößlehm;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td class="tdlb" valign="top">3,5 m Löß und Lößlehm, in Wechsellagerung nach unten zu deutlich geschichtet und sandig werdend</td>
+ <td class="tdlb">älterer Löß, bzw. Sandlöß.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="left" colspan="2">Durch eine scharfe, nach NW einfallende Erosionsfläche getrennt, welche
+ z. T. noch durch Anhäufung großer Gerölle von Buntsandstein markiert
+ ist, folgen darunter:</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&nbsp;</td>
+ <td class="tdlb" colspan="2">a. 0&ndash;2,5 m wohlgeschichteter, feiner, lichtgrauer Sand;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">Altdiluviale</td>
+ <td class="tdlb" colspan="2">b. 5 m licht-rötlichbrauner, scharfer Sand;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">Neckaraufschüttungen</td>
+ <td class="tdlb" colspan="2">c. 2,5 m sandiger, fester Lehm;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">(Mauerer Sande)</td>
+ <td class="tdlb" colspan="2">d. 4&ndash;6 m gelb bis rotbrauner, scharfer Sand mit Kieslagen, in den oberen
+ Teilen mit zwei etwa 0,5&ndash;1 dm starken Streifen eines zähen,
+ blauen Tones.</td>
+ </tr>
+</table>
+</div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_V._5" id="Footnote_V._5"></a><a href="#FNanchor_V._5"><span class="label">[V.]</span></a> Jüngst wurde noch ein Schädelfragment aufgefunden, dessen Zusammensetzung noch nicht
+beendet ist.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_VI._6" id="Footnote_VI._6"></a><a href="#FNanchor_VI._6"><span class="label">[VI.]</span></a> An demselben sind die bereits stark abgekauten Backzähne bis auf P&nbsp;1 erhalten; Ast und
+Symphyse fehlen.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_VII._7" id="Footnote_VII._7"></a><a href="#FNanchor_VII._7"><span class="label">[VII.]</span></a> A. <span class="smcap">Pagenstecher</span>,
+
+Frühlings landwirtschaftliche Zeitung, 1878. XXVII, 2. Heft, S. 25, schätzt das Alter dieses Individuums
+auf Grund der beiden bei dem Fossil gefundenen Backzähne &mdash; oberer Molar und unterer Milchmolar &mdash; auf höchstens zwei Jahre.
+Die Zugehörigkeit des letzteren zu dem Schädelfragment ist jedenfalls sehr fraglich, da sonst nichts von dem Unterkiefer vorliegt.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_VIII._8" id="Footnote_VIII._8"></a><a href="#FNanchor_VIII._8"><span class="label">[VIII.]</span></a> Da sich zu diesen drei Milchmolaren bei Elephas zuweilen ein vorderster rudimentärer
+gesellt, so nehmen manche Autoren, z.&nbsp;B. M. <span class="smcap">Weber</span>, Die Säugetiere, Jena 1904, folgende typische
+Formel der Backenzähne für Elephas an: D (od. Pd) 4&#8260;4 M&nbsp;3&#8260;3</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_IX._9" id="Footnote_IX._9"></a><a href="#FNanchor_IX._9"><span class="label">[IX.]</span></a> Distal-mesialwärts gerechnet.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_X._10" id="Footnote_X._10"></a><a href="#FNanchor_X._10"><span class="label">[X.]</span></a>
+Die Umgegend von Heidelberg hat auch zwei Funde aus einem <em class="gesperrt">späteren</em> Abschnitte
+der Diluvialzeit ergeben. Es sind dies 1) das einer völlig intakten Lößwand bei Dossenheim (jüngerer
+Löß mit Helix hispida, Succinea oblonga und Pupa muscorum) entnommene proximale Ende eines
+Metacarpalknochens eines kleinen Boviden, welches deutlich einen 4&nbsp;mm tiefen, transversalen Einschnitt
+zeigt, wie er nur durch den Menschen hervorgebracht sein kann. Der Schnitt ist, wie mit der
+Lupe erkennbar, wahrscheinlich durch öfteren Ansatz eines Feuersteinmessers ausgeführt. Dieses
+Artefakt wurde dem geologisch-paläontologischen Institut der Universität Heidelberg übergeben.
+2) wurde in den diluvialen Lehmablagerungen oberhalb Ziegelhausens, in beträchtlicher Tiefe, eine
+120&nbsp;mm lange und 48&nbsp;mm breite Lanzenspitze aus kieseligem Gestein aufgefunden, die, unten abgestumpft,
+beiderseitig Einbuchtungen zeigt und an den Rändern gezähnelt ist. In Form und Technik
+entspricht das Artefakt ganz einer im Solutr&eacute;en Horizonte der Grotte von Laugerie Haute in der
+Dordogne gefundenen Lanzenspitze (vgl. <span class="smcap">Ed. Piette</span>, Association fran&ccedil;aise pour l'avancement des
+sciences, 26. Aug. 1875, Taf. XVII, Fig. 7). Diesen Gegenstand führte ich, da damals die prähistorische
+Abteilung der städtischen Sammlungen in Heidelberg noch nicht bestand, der Staatssammlung in Karlsruhe
+zu. (Vgl. O. <span class="smcap">Schoetensack</span>, Über paläolithische Funde in der Gegend von Heidelberg, Ber. d.
+Oberrhein. geolog. Vereins, 35. Vers. zu Freiburg i. B. 1902.)
+</p>
+
+<p>
+Endlich gelang es mir, auch die ersten Spuren einer <em class="gesperrt">neolithischen</em> Ansiedelung im Amtsbezirk
+Heidelberg auf dem Grunde der alten Bergheimer Kirche, festzustellen (Zeitschr. f. Ethnologie
+1899, Verh. S. 566&ndash;574). Seitdem sind durch die von K. <span class="smcap">Pfaff</span> ausgeführten städtischen Ausgrabungen
+zahlreiche neolithische Funde in näherer und weiterer Umgebung der Stadt gemacht. Es
+konnte dabei eine kontinuierliche Besiedelung dieser Gegend seit der jüngeren Steinzeit bis zur Gegenwart
+festgestellt werden.</p></div>
+</div>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_21" id="Page_21">[Pg 21]</a></span></p>
+
+<h2><a name="II_Anthropologischer_Teil" id="II_Anthropologischer_Teil"></a>II. Anthropologischer Teil.</h2>
+
+<p>Aus dem vorhergehenden Abschnitte ist die stratigraphische Lagerung des menschlichen
+Unterkiefers ersichtlich, der 24,10 m unter der Oberfläche in der von Herrn F. <span class="smcap">Rösch</span>
+abgebauten Sandgrube im Gewann Grafenrain zu Mauer, Amtsbezirk Heidelberg, aufgefunden
+wurde.</p>
+
+<p>Schon seit langer Zeit habe ich die Aufmerksamkeit auf diese Fundstätte gerichtet.
+Der Beweis der Coexistenz des Menschen mit Elephas antiquus, der in dem an Wirbeltierresten
+so reichen Kalktuff von Taubach bei Weimar durch die Untersuchungen von
+A. <span class="smcap">Portis</span> erbracht war, machte es zur Pflicht, auch in den Mauerer Sanden auf Spuren
+des Menschen zu fahnden. Allerdings waren die Aussichten auf einen Erfolg in Mauer
+weit geringer, als in Taubach. Handelt es sich an letzterem Orte doch nach <span class="smcap">Portis</span><a href="#lv63_1">[63]</a>
+um menschliche Niederlassungen am Ufer stehenden Gewässers, auf dessen Boden die aus
+dem Muschelkalkgebiete kommenden Bäche Kalktuff ablagerten<a name="FNanchor_XI._11" id="FNanchor_XI._11"></a><a href="#Footnote_XI._11" class="fnanchor">[XI.]</a>. Von diesem wurden
+die weggeworfenen Gegenstände: abgenagte, oft auch zerschlagene oder mit Brandspuren
+versehene Knochen, Feuerstein- und Knochenartefakte u. a. m. bedeckt<a name="FNanchor_XII._12" id="FNanchor_XII._12"></a><a href="#Footnote_XII._12" class="fnanchor">[XII.]</a>. Bei Mauer
+aber sind es, wie in dem geologisch-paläontologischen Teile ausgeführt wurde, Aufschüttungen
+eines alten Neckarlaufes, die bald &bdquo;eine rein sandige, bald schlickartig lehmige oder
+grobkiesige Beschaffenheit&ldquo; aufweisen. Hier kann man von vornherein keine Anzeichen
+einer regelrechten menschlichen Ansiedelung erwarten. Der Strom, an dessen Ufern der<span class='pagenum'><a name="Page_22" id="Page_22">[Pg 22]</a></span>
+Mensch sich wohl zeitweise aufgehalten haben mochte, mußte bei Hochwasser gründlich
+derartige Spuren verwischen. Die im Bereiche des Überschwemmungsgebietes liegenden
+Tierreste wurden dabei wohl eine Strecke fortgeführt, bis sie, vom Sand und Kies bedeckt,
+dauernd zur Ablagerung gelangten. Weit kann der Transport nicht stattgefunden haben,
+da die Knochen meist noch deutlich das Oberflächenrelief scharf ausgeprägt zeigen. Stets
+finden sich nur einzelne Teile des Skelettes der Säugetiere, am häufigsten isolierte Zähne
+und Fragmente von Unterkiefern, die wegen der starken Schicht kompakten Knochengewebes
+dem Verwesungsprozeß hartnäckig widerstehen.</p>
+
+<p>Daß uns auch vom Menschen ein Unterkiefer überliefert wurde, ist ein außergewöhnlich
+glücklicher Zufall. 30 Jahre lang fortgesetzte, bis zu 25 m Tiefe ausgeführte Grabungen
+waren erforderlich, um dieses für die Urgeschichte des Menschen so wichtige Dokument
+zutage zu fördern! Seit nahezu zwei Jahrzehnten kontrollierte ich die Grabungen in der
+Sandgrube im Grafenrain auf Spuren des Menschen. Kohlenreste oder Brandspuren an
+Säugetierknochen suchte ich vergeblich, die kleinen, größtenteils aus dem Muschelkalk
+der Umgebung stammenden Hornsteine zeigten keine Spur der Bearbeitung, spitz zulaufende
+Knochenfragmente, die ich in der Hoffnung, ihre Bearbeitung feststellen zu können,
+daheim sorgfältig von der durch kohlensauren Kalk verkitteten Sanddecke befreite, erwiesen
+sich durchweg als auf natürlichem Wege entstandene Bruchstücke. So blieb denn
+die einzige Hoffnung, daß sich unter den zahlreichen Säugetierresten auch einmal ein menschlicher
+zeigen würde. Auf diese Möglichkeit habe ich Herrn J. <span class="smcap">Rösch</span> seit zwei Jahrzehnten
+beständig hingewiesen, indem ich die Bedeutung eines solchen Fundes in den Mauerer
+Sanden in stratigraphisch durchaus gesicherter Lage betonte. Ich machte besonders darauf
+aufmerksam, daß ein derartiger Fund sofort sachgemäß behandelt und auch ohne Verzug
+alle Einzelheiten der Lagerung und der Fundumstände auf das zuverlässigste festgestellt
+werden müßten. Herr <span class="smcap">Rösch</span>, bei dem wissenschaftliche Bestrebungen stets ein offenes
+Ohr und volles Verständnis fanden, ging in liebenswürdigster Weise auf meine Vorschläge
+ein, indem er versprach, mich von einem etwaigen Funde sofort zu benachrichtigen und
+mir diesen zur Untersuchung zu überlassen. Am 31. Oktober 1907 fand Herr <span class="smcap">Rösch</span> Gelegenheit,
+sein Wort einzulösen; am nächsten Tage erreichte mich folgende Nachricht
+von ihm<a name="FNanchor_XIII._13" id="FNanchor_XIII._13"></a><a href="#Footnote_XIII._13" class="fnanchor">[XIII.]</a>: &bdquo;Schon vor 20 Jahren haben Sie sich bemüht, durch Funde in meiner Sandgrube
+Spuren des Urmenschen zu finden, um den Nachweis zu liefern, daß zu gleicher Zeit mit
+dem Mammut (Elephas antiquus ist gemeint) auch schon der Mensch in unserer Gegend
+gelebt hat. Gestern wurde nun dieser Beweis erbracht, indem über 20 m unter der Ackeroberfläche<span class='pagenum'><a name="Page_23" id="Page_23">[Pg 23]</a></span>
+auf der Sohle meiner Sandgrube die untere Kinnlade, sehr gut erhalten, mit
+sämtlichen Zähnen, von einem Urmenschen stammend, gefunden wurde. Auf der linken
+Hälfte der Kinnlade werden die Zähne durch ein Conglomerat bedeckt, dagegen ist die
+rechte Hälfte frei.&ldquo;</p>
+
+<p>Der nächste Zug brachte mich nach Mauer, wo ich &bdquo;zu einem in der That ganz
+schröckhaften Vergnügen&ldquo;<a name="FNanchor_XIV._14" id="FNanchor_XIV._14"></a><a href="#Footnote_XIV._14" class="fnanchor">[XIV.]</a> die gewordene Kunde vollauf bestätigt fand. Auf <a href="#Tafel_6">Taf. VI</a>,
+Fig. 11&ndash;14 ist das Fundstück, in zwei Hälften getrennt, so wie ich es antraf, wiedergegeben.
+Die Hälften waren noch vereinigt, als die Schaufel des Arbeiters in der Sandgrube auf den
+Gegenstand stieß. Erst bei dem Herauswerfen desselben wurde die mediane Verbindung
+aufgehoben, wobei die Schneidezähne und die Juga alveolaria derselben in Mitleidenschaft
+gezogen wurden; außerdem ist auf der lateralen Seite der linken Unterkieferhälfte, oberhalb
+der Basis, ein Stückchen abgesprungen. Dieses war leider nicht mehr beizubringen;
+dagegen sind sämtliche Teile der Incisivi vorhanden. Wie die Abbildung erkennen läßt,
+hafteten neben und an den Eck- und Backzähnen des Unterkiefers dicke verfestigte
+Krusten von ziemlich grobem Sand, ein Charakteristikum der aus den Mauerer Sanden
+stammenden Fossilien. Die Verkittung ist durch kohlensauren Kalk erfolgt. An der linken
+Kieferhälfte lag außerdem auf den Prämolaren und den beiden ersten Molaren, fest verbunden
+mit dem Sande, ein 6 cm langes und etwa 4 cm breites Geröll von Kalkstein, vermutlich
+Muschelkalk. Dieses Geröll ist, ebenso wie die gesamte Oberfläche des Unterkiefers,
+durch dendritische Ablagerung von Limonit und wohl auch Manganverbindungen bedeckt,
+die dem Knochen eine zum Teil ockergelbe, zum Teil schwarzbraune Färbung verleihen.
+Auch die an der Symphyse zutage tretende spongiöse Substanz zeigt die gleiche Erscheinung,
+ein Beweis, daß der Unterkiefer in der Medianlinie wohl schon gelockert war.</p>
+
+<p>Die Fundstelle in der Sandgrube fand ich noch ganz unberührt. Der 52 Jahre
+alte Arbeiter <span class="smcap">Daniel Hartmann</span> bestätigte mir, daß er tags zuvor beim Ausheben des
+Sandes vermittels einer Schaufel auf den Unterkiefer gestoßen sei, der beim Herauswerfen
+in zwei Hälften vorgelegen habe. Es waren zur Zeit der Auffindung des Kiefers
+in der Sandgrube noch ein Arbeiter und ein Knecht, der gerade eine Fuhre Sand holte,
+zugegen. In Anbetracht der Wichtigkeit des Fundes hielt ich es für geboten, hierüber
+vom Großh. Notar <span class="smcap">Weihrauch</span> in Neckargemünd ein von den drei Arbeitern, Herrn J.
+<span class="smcap">Rösch</span> und von mir unterzeichnetes Protokoll aufnehmen zu lassen, dem Photographien
+des Fundobjektes (<a href="#Tafel_6">Taf. VI</a>, Fig. 11&ndash;14), der Fundstelle (<a href="#Tafel_2">Taf. II</a>, Fig. 4) und der von dem<span class='pagenum'><a name="Page_24" id="Page_24">[Pg 24]</a></span>
+Geometer gefertigte Lageplan (<a href="#Tafel_2">Taf. II</a>, Fig. 3) angeheftet sind. Aus dieser zu den Akten
+des geologisch-paläontologischen Instituts gegebenen Urkunde, d. d. Neckargemünd
+19. November 1907, geht auch hervor, daß Herr J. <span class="smcap">Rösch</span> den Fund, wie ich dankerfüllt
+hinzufüge, schenkungsweise der Universität Heidelberg überlassen hat.</p>
+
+<p>Die nächste Sorge war nun, die Fundstelle und ihre nächste Umgebung genau
+daraufhin zu untersuchen, ob nicht noch mehr menschliche Reste aufzufinden seien.
+Nach den obigen Darlegungen waren die Aussichten hierfür allerdings sehr gering; aber
+selbst Tierreste, die in der Nähe des menschlichen Unterkiefers lagerten, durften nun ein
+höheres Interesse beanspruchen. Die Fundschicht selbst, die 0,10 m mächtig in dem geologischen
+Profil als &bdquo;Geröllschicht, durch kohlensauren Kalk etwas verkittet, mit ganz
+dünnen Lagen von Letten, der mit HCl schwach braust&ldquo;, bezeichnet ist, bot nichts Absonderliches.
+Es hatte eine Anhäufung von kleinen Geröllen hier stattgefunden, unter
+denen der Unterkiefer bei der Wegschwemmung wohl schließlich liegen blieb. Das bereits
+beschriebene Kalkgeröll verkittete sich dabei vollkommen mit der vom Sand bedeckten
+Zahnreihe der linken Unterkieferhälfte. Bei den durch die Arbeiter ohne Unterbrechung
+Tag für Tag fortgesetzten Sandaushebungen, die sich südlich und nördlich von dem Fundorte
+ausdehnten, kamen nun, teils in der Fundschicht, teils in den darüber gelagerten
+Schichten 5&ndash;10 des Profils, also bis zur Lettenbank 11, beständig Reste der im geologisch-paläontologischen
+Teil angeführten Säugetiere zutage. Insbesondere gelang es, vom
+Elephas antiquus Falc. zwei noch mit den Molaren versehene Unterkieferhälften eines
+nahezu erwachsenen (<a href="#Tafel_4">Taf. IV</a>, Fig. 6) und das Oberkieferfragment eines ganz jungen Individuums
+(<a href="#Tafel_5">Taf. V</a>, Fig. 10) als wichtige Belegstücke zu sichern. Näheres hierüber findet
+sich im geologisch-paläontologischen Teil.</p>
+
+<p>Um den menschlichen Unterkiefer dauernd zu erhalten, erschien es angezeigt, rasch
+zu einer Präparierung desselben zu schreiten. Die in dem feuchten Sande von Mauer
+gebetteten Knochen müssen zu diesem Zweck einige Tage der Luft ausgesetzt und dann
+geraume Zeit in eine Leimlösung gelegt werden. Damit letztere in alle Teile des menschlichen
+Unterkiefers eindringen konnte, wurden die an der Pars alveolaris haftenden
+Sandinkrustationen, sowie das der linken Kieferhälfte aufgelagerte Kalkgeröll entfernt.
+Herr Geh. Hofrat <span class="smcap">Bütschli</span> war so freundlich, mich hierbei mit seinem Rate zu unterstützen
+und den Konservator des zoologischen Institutes, der auch zurzeit den im I. Abschnitt
+dieser Abhandlung beschriebenen Elephas antiquus-Schädel von Mauer präpariert
+hatte, für die Ausführung der subtilen Arbeit zur Verfügung zu stellen. Es wurde beschlossen,
+die durch kohlensauren Kalk verkitteten Sandkrusten teils mechanisch, teils
+durch Aufträufeln von verdünnter Salzsäure zu entfernen, was bei der rechten Kieferhälfte<span class='pagenum'><a name="Page_25" id="Page_25">[Pg 25]</a></span>
+vortrefflich gelang (vgl. <a href="#Tafel_7">Taf. VII</a>, Fig. 15 u. 16); bei der linken Hälfte dagegen lösten sich
+mit dem Geröll die Kronen der beiden Prämolaren und der beiden ersten Molaren ab, so
+daß das Objekt das durch <a href="#Tafel_7">Taf. VII</a>, Fig. 17 u. 18 veranschaulichte Aussehen erhielt. Die
+Zahnkronen konnten von dem Geröll durch fortgesetzte Betupfung desselben mit verdünnter
+Salzsäure abgelöst werden; sie sind auf <a href="#Tafel_8">Taf. VIII</a>, Fig. 28&ndash;31 in annähernd natürlicher
+Größe<a name="FNanchor_XV._15" id="FNanchor_XV._15"></a><a href="#Footnote_XV._15" class="fnanchor">[XV.]</a> wiedergegeben, und zwar sowohl von der oberen, als auch von der unteren,
+der Pulpahöhle zugewendeten Seite. Leider passen sie nicht mehr vollständig auf den
+Hals der betreffenden Zähne, da winzige Splitter des Schmelzes an dem unteren Teile
+der Kronen abgesprungen sind. Offenbar wurde der Zusammenhang der Kronen mit den
+Wurzeln an dem Halse der betreffenden Zähne durch das darauf lagernde relativ schwere
+Geröllstück schon gelockert, als der Unterkiefer mit der Schaufel herausgeworfen wurde;
+sonst hätten sich bei der Präparierung die Kronen von den Wurzeln schwerlich getrennt.
+Wie ich übrigens noch zeigen werde, ergab die also ermöglichte Untersuchung der Pulpahöhlen
+der abgebrochenen Zähne bemerkenswerte Resultate, die sich sonst nicht hätten
+gewinnen lassen.</p>
+
+<p>Gehen wir nun zur <b>Beschreibung des Unterkiefers</b> über, so drängt sich die
+Eigenart unseres Objektes auf den ersten Blick auf. Es zeigt eine Kombination von
+Merkmalen, wie sie bisher weder an einer recenten noch fossilen menschlichen Mandibula
+angetroffen worden ist. Selbst dem Fachmanne wäre es nicht zu verargen, wenn er sie
+nur zögernd als menschliche anerkennen würde: Fehlt ihr doch dasjenige Merkmal gänzlich,
+welches als specifisch menschlich gilt, nämlich ein äußerer Vorsprung der Kinnregion,
+und findet sich doch dieser Mangel vereinigt mit äußerst befremdenden Dimensionen
+des Unterkieferkörpers und der Äste.</p>
+
+<p>Angenommen, nur ein Fragment wäre gefunden ohne Zähne, so würde es nicht
+möglich sein, dieses als menschlich zu diagnostizieren. Mit gutem Grunde würde man bei
+einem Teil der Symphysenregion die Zugehörigkeit zu einem Anthropoiden, etwa von
+gorilloidem Habitus, vermuten und bei einem <ins title="Bruchtsücke">Bruchstücke</ins> des Ramus ascendens an eine
+große Gibbon-Varietät denken.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Der absolut sichere Beweis dafür, daß wir es mit einem
+menschlichen Teile zu tun haben, liegt lediglich in der Beschaffenheit
+des Gebisses</em>. Die vollzählig erhaltenen Zähne tragen den Stempel
+&bdquo;Mensch&ldquo; zur Evidenz: Die Canini zeigen keine Spur einer stärkeren Ausprägung den<span class='pagenum'><a name="Page_26" id="Page_26">[Pg 26]</a></span>
+anderen Zahngruppen gegenüber. Diesen ist insgesamt die gemäßigte und harmonische
+Ausbildung eigen, wie sie die recente Menschheit besitzt.</p>
+
+<p>Auch in ihren Dimensionen treten die <b>Zähne</b> der Heidelberger Mandibula nicht
+aus der Variationsbreite des recenten Menschen heraus. Allerdings sind ihre Maße relativ
+groß, wenn man moderne europäische Objekte zur Vergleichung heranzieht. Sowie man
+aber letztere auf jetzige niedere Rassen ausdehnt, verschwindet die Differenz. In den
+Einzelmaßen werden vielmehr die Zähne &mdash; nicht aber der Kiefer &mdash; des Homo Heidelbergensis
+von manchen der jetzigen Australier übertroffen.</p>
+
+<p>Ein gewisses Mißverhältnis zwischen dem Kiefer und den Zähnen ist bei der fossilen
+Mandibula unverkennbar: Die Zähne sind zu klein für den Knochen. Der vorhandene
+Raum würde ihnen eine ganz andere Entfaltung gestatten. Am auffälligsten tritt dies
+beim dritten Molaren hervor, der hinter den beiden anderen beträchtlich zurückbleibt,
+obwohl gerade an dieser Stelle die Breite des Corpus mandibulae ein derartiges Maß erreicht
+(23,5&nbsp;mm), wie es bisher noch an keinem menschlichen Objekte gefunden wurde, und
+obgleich die postmolare Grube am vorderen Abhange des Ramus genügend Raum für
+einen vierten Molaren darbot. Ob die relative Kleinheit des dritten Molaren unserer
+Mandibula mit der Reduktionstendenz dieses Zahnes beim modernen Europäer in Beziehung
+gebracht werden kann, soll hier unerörtert bleiben.</p>
+
+<p>Sämtliche Zähne sind so weit abgekaut, daß die Dentinmasse zutage tritt. Dadurch,
+daß auf der linken Seite die Kronen der Prämolaren sowie des ersten und zweiten Molaren
+an dem darauf liegenden Gesteinsstücke haften geblieben sind, wurde ein Einblick in die
+Struktur der Kronen ermöglicht, der in willkommener Weise die Ergebnisse der Röntgendurchstrahlung
+ergänzt.</p>
+
+<p>Bei der großen Bedeutung, welche jeglicher Einzelheit des Tatbestandes in vorliegendem
+Falle zukommt, erscheint es angezeigt, eine gleichsam protokollarische Übersicht
+über jeden Zahn zu geben und durch tabellarische Aufstellung der Maße die Vergleichung
+mit anderen Objekten vorzunehmen.</p>
+
+<p>Unter Hinweis auf diese im Anhang gegebene Zusammenstellung sollen zunächst
+nur diejenigen Punkte hervorgehoben werden, welche mit Rücksicht auf die Zähne einen
+Beitrag zu der Frage nach der Stellung unseres Unterkiefers zu verwandten Bildungen
+liefern können.</p>
+
+<p>Was zunächst die Höckerbildung der Molaren anbelangt, so läßt sich die ursprüngliche
+Fünfzahl mit Ausnahme des dritten linken bei allen Molaren der Heidelberger
+Mandibula nachweisen. Diesem Zustande nähern sich von den recenten Menschen, wie
+die Untersuchungen von M. <span class="smcap">de Terra</span><a href="#lv90">[90]</a> zeigen (vgl. <a href="#III">Anhang III</a>), am meisten die Australier.<span class='pagenum'><a name="Page_27" id="Page_27">[Pg 27]</a></span>
+Von den europäischen Fossilfunden gestattet nur der von Krapina eine Vergleichung,
+da in anderen Fällen (Spy, Ochos) die Abkauung zu weit vorgeschritten ist. Wie aus
+<span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Krambergers</span> Zusammenstellung hervorgeht, zeigt der Mensch von Krapina
+eine stärkere Tendenz zum Übergang in den Vierhöckertypus, als unser Fossil.</p>
+
+<p>Für die Beurteilung der Beziehung der Molaren des Homo Heidelbergensis zu denen
+der heutigen Menschheit ist der Einblick in das Innere der Kronen des ersteren wertvoll.
+Wie die Maßangaben des Querschnittes der Pulpahöhle beim modernen Europäer ergeben,
+die mir von Hr. cand. med. K. <span class="smcap">Trueb</span> aus seiner demnächst erscheinenden Inauguraldissertation
+freundlichst zur Verfügung gestellt wurden (vgl. <a href="#IV">Anhang IV</a>), ist das Cavum pulpae
+der Molaren der Mandibula von Mauer von ungewöhnlicher Größe: Es hat beim ersten
+Molaren einen linguobuccalen Durchmesser von 4,8 und einen mesiodistalen von 4,3&nbsp;mm.
+Beim recenten Europäer sind die höchsten Zahlen für M&nbsp;1 inf. im Alter vom 6.&ndash;9. Jahre
+mit 4,087 und vom 11.&ndash;14. Jahre mit 4,125 (im Mittel) zu finden; die höchste von <span class="smcap">Trueb</span>
+festgestellte Zahl ist 4,8 bei einem Mädchen von 9 Jahren und die niedrigste 3,5 bei einem
+14jährigen Knaben.</p>
+
+<p>Bei dem zweiten Molaren unseres Fossils steigert sich die Differenz noch beträchtlich,
+da hier der linguobuccale Durchmesser 5,7&nbsp;mm und der mesiodistale 6,3&nbsp;mm beträgt,
+der bei den von <span class="smcap">Trueb</span> gemessenen Zähnen in einzelnen Fällen nur bis 4,8&nbsp;mm aufsteigt,
+im Mittel aber in allen Lebensaltern beträchtlich hinter Mauer M&nbsp;2 zurücksteht<a name="FNanchor_XVI._16" id="FNanchor_XVI._16"></a><a href="#Footnote_XVI._16" class="fnanchor">[XVI.]</a>. &mdash; Dagegen
+verhält sich die Dicke der die Pulpahöhle umgebenden Dentinwand inkl. Zement,
+wie die Tabelle zeigt, bei den Zähnen des Heidelberger Fossils ähnlich wie bei denjenigen
+des recenten Europäers.</p>
+
+<p>Es liegt auf der Hand, daß wir es bei dem Homo Heidelbergensis mit der Fortführung
+eines Merkmales zu tun haben, das heute für den Jugendzustand von Europäern typisch
+ist. Damit soll nicht eine sekundäre Ausprägung eines infantilen Charakters behauptet
+werden, sondern die Persistenz eines sehr primitiven Charakters überhaupt, wie er in der
+Stammesgeschichte des Primatengebisses als notwendiges Durchgangsstadium angenommen
+werden muß. Bei diesem Fortbildungsprozeß erhielt eben die relativ dünne Wandung eine
+den Höckerbildungen entsprechende Faltung und Biegung.</p>
+
+<p>Das oben schon betonte Mißverhältnis kommt hier wieder zum Ausdruck: Die Massivität
+des Knochens ließ entsprechend kräftige Wandungen der Pulpahöhle erwarten als
+Anpassung an eine gewaltige Kraftleistung. Das Gegenteil ist der Fall und läßt nur den<span class='pagenum'><a name="Page_28" id="Page_28">[Pg 28]</a></span>
+Schluß zu, daß an die Zähne keine großen Ansprüche gestellt worden sind und demnach
+die kräftige Entfaltung des Kiefers nicht im Dienste der Zähne zustande gekommen ist.
+Ein derartiger kindlicher Charakter bei einer fossilen Form schließt jeden Gedanken an eine
+Spezialisierung der Vorfahrenform nach anderer Richtung aus. <em class="gesperrt">Kein Anthropoidenstadium
+kann hier vorangegangen sein. Wir haben es
+hier vielmehr mit einem uralten gemeinsamen Urzustand zu
+tun, wie er auch dem der Anthropoiden vorangegangen sein muß</em>.</p>
+
+<p>Die Untersuchung der anderen Zahngruppen führt vollkommen zu demselben Ergebnis.
+An den Prämolaren findet sich in gleicher Weise, wie an den Molaren die Weite der
+Pulpahöhle. Der linguobuccale Durchmesser derselben am ersten Prämolaren des Homo
+Heidelbergensis (3,5&nbsp;mm) wird von keinem der daraufhin untersuchten Europäerzähne
+erreicht. Die zwischen dem vorderen und hinteren Prämolaren bestehende Verschiedenheit
+in der Ausbildung des Reliefs, stärkerer Prominenz des lingualen Höckers bei P&nbsp;2,
+fällt durchaus in die Variationsbreite des recenten Menschen. Dem P&nbsp;1 fehlt jede Spur
+einer Anpassung an den oberen Caninus, wie sie zu erwarten wäre, wenn in der Vorfahrenreihe
+eine den Anthropoiden ähnliche Ausprägung der Canini bestanden hätte.</p>
+
+<p>Dieser negative Befund bei dem ältesten bisher bekannt gewordenen menschlichen
+Unterkiefer und die Übereinstimmung desselben mit den anderen fossilen Unterkiefern
+in den zwar beträchtlichen, aber keineswegs exzeptionellen Dimensionen der Incisivi
+und Canini, wobei letztere keine an Affen erinnernde Prominenz besitzen, stehen in vollem
+Einklang mit den von <span class="smcap">Klaatsch</span> vertretenen und sich mehr und mehr Bahn brechenden
+Anschauungen über die Beziehungen des Menschen zu den Anthropoiden. Wäre z.&nbsp;B.
+ein dem Gorilla ähnlicher Vorfahrenzustand anzunehmen bezüglich derjenigen Merkmale,
+durch welche Mensch und Menschenaffe sich unterscheiden, so müßte, je weiter geologisch
+zurückliegend, um so mehr eine Hinneigung zur Anthropoidenbahn sich kundgeben.
+Daß dies im Falle der Heidelberger Mandibula sich ebensowenig bewahrheitet, als es für
+die niederen Menschenrassen gilt, ist eine vortreffliche Bestätigung der von vorgenanntem
+Forscher aufgestellten Abstammungslehre des Menschengeschlechts.</p>
+
+<p>Wenden wir uns nun der Betrachtung des Unterkieferbogens der Heidelberger Mandibula
+zu, so fällt an der äußeren Fläche des <b>Corpus mandibulae</b> sogleich das Fehlen einer
+Kinnvorragung auf (<a href="#Tafel_8">Taf. VIII</a>, Fig. 19 und 20). Die völlig intakte rechte Kieferhälfte läßt
+darüber keinen Zweifel. Bei horizontaler Stellung des Alveolarrandes verläuft die Profillinie
+der Symphysenregion in sanfter Wölbung abwärts und nach hinten. An der Rundung,
+die das ganze Gebiet beherrscht, nehmen sogar die Incisiven teil, wie dies die laterale
+Ansicht der Mandibula (Fig. 19) und der Querschnitt in der Medianlinie (Fig. 20) erkennen<span class='pagenum'><a name="Page_29" id="Page_29">[Pg 29]</a></span>
+lassen. Die teilweise freigelegten Wurzeln zeigen die Gleichartigkeit ihrer Krümmung mit
+der darunter befindlichen, nach vorn konvexen Fläche gerade an der Stelle, wo sich beim
+Europäer eine nach vorn konkave Linie bildet (Fig. 21).</p>
+
+<p>Der Basalrand der Symphyse zeigt eine auffällige Erscheinung. Legt man die
+Mandibula auf eine horizontale Unterlage und betrachtet sie von vorn, so erkennt man,
+daß nur die seitlichen Partien des Corpus aufliegen, während die mediane Region in
+einer transversalen Ausdehnung von 50&nbsp;mm frei emporragt. Man hat den Eindruck, als
+sei hier ein Stück herausgeschnitten. Die Ausdehnung dieser morphologisch wichtigen
+Bildung, welche von <span class="smcap">Klaatsch</span> auch an Australierkiefern beobachtet und von ihm Incisura
+submentalis<a name="FNanchor_XVII._17" id="FNanchor_XVII._17"></a><a href="#Footnote_XVII._17" class="fnanchor">[XVII.]</a> bezeichnet wurde, verrät einen Zusammenhang mit der Ausdehnung
+der Insertion des Musculus digastricus, insofern beide die gleiche laterale Begrenzung zeigen.
+An dieser Stelle befindet sich an der Außenfläche dicht über dem freien Rande ein kleines
+Höckerchen, das bereits von <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span> am Kieferfragment Krapina H
+als Tuberculum beschrieben und von <span class="smcap">Klaatsch</span> auch an Australiern beobachtet worden
+ist. Fast genau darüber liegen die Foramina mentalia; in weiterer Verlängerung aufwärts
+erreicht die von dem Tuberculum aus gezogene Linie den Alveolarrand zwischen
+den Prämolaren und Molaren.</p>
+
+<p>Die Foramina mentalia zeigen eine beachtenswerte Komplikation durch das Vorhandensein
+von Nebenlöchern. Das linke Foramen ist vom Alveolarrande 14,6&nbsp;mm und
+vom Basalrande 13,5&nbsp;mm entfernt. Seine mesiodistale Ausdehnung beträgt 6,7&nbsp;mm, sein
+vertikaler Durchmesser 4,7&nbsp;mm; 2,7&nbsp;mm über demselben, mehr im Bereiche von P&nbsp;2 gelegen,
+befindet sich ein zweites kleineres Loch (<a href="#Tafel_7">Taf. VII</a>, Fig. 18). Das rechte Foramen, 5,4&nbsp;mm
+lang und 3,5&nbsp;mm hoch, liegt 15,7&nbsp;mm vom Alveolar- und 14,5&nbsp;mm vom Basalrande entfernt.
+Es zeigt zwei Nebenlöcher, von denen das eine in der Größe eines Stecknadelkopfes 4,5&nbsp;mm
+höher, mehr unter P&nbsp;2 gelegen ist, während das andere<a name="FNanchor_XVIII._18" id="FNanchor_XVIII._18"></a><a href="#Footnote_XVIII._18" class="fnanchor">[XVIII.]</a> sich 4,2&nbsp;mm niedriger und mehr
+nach M&nbsp;1 hin befindet (<a href="#Tafel_8">Taf. VIII</a>, Fig. 19).</p>
+
+<p>Zwischen den Foramina mentalia und dem Basalrande, letzterem parallel gerichtet,
+zieht sich eine Furche hin, welche sich nach hinten bis über den zweiten Molaren hinaus,
+nach vorn bis über die Mitte der Insertion des Digastricus verfolgen läßt (<a href="#Tafel_7">Taf. VII</a>, Fig. 15).<span class='pagenum'><a name="Page_30" id="Page_30">[Pg 30]</a></span>
+Man hat den Eindruck, als sei der Kieferrand aufgewulstet worden. Diese Bildung wurde
+von <span class="smcap">Klaatsch</span> auch an Australierkiefern, in stark variierender Ausdehnung distalwärts,
+festgestellt und von ihm als &bdquo;Sulcus supramarginalis oder mentalis&ldquo; bezeichnet.</p>
+
+<p>Der Basalrand ist im Bereiche der Molaren von beträchtlicher Dicke (über 10&nbsp;mm
+unter M&nbsp;2). Seine Profillinie beschreibt eine ganz schwach nach abwärts konvexe Linie.
+Auf der Grenze zwischen Corpus und Ramus geht diese Linie in eine konkave Krümmung
+über; zugleich verjüngt sich der Basalrand beträchtlich in transversaler Richtung. Folgt
+man ihm mesialwärts, so gelangt man zur Ansatzgrube des Biventer, der Fossa digastrica,
+welche links 22, rechts bis zu 26&nbsp;mm lang und in maximo 7,5&nbsp;mm breit ist. Die Grube,
+deren Fläche bei horizontaler Stellung des Alveolarrandes im medialen Teile fast genau
+abwärts, nur ein wenig lingualwärts, schaut, folgt in ihrem leicht gebogenen Verlaufe der
+Krümmung des Corpus mandibulae im Bereiche der oben beschriebenen Incisur. Letztere
+wird durch einen kleinen Vorsprung, der sich zwischen den beiderseitigen Fossae digastricae
+befindet, in eine linke und rechte Hälfte geschieden. Diese den tiefsten Teil der Symphyse
+bildende &bdquo;Spina interdigastrica&ldquo; (<span class="smcap">Klaatsch</span>) ist auf <a href="#Tafel_10">Taf. X</a>, Fig. 41 und 42 sichtbar.</p>
+
+<p>Geht man von ihr auf die Innenfläche der Symphyse über (vgl. die Bruchfläche
+<a href="#Tafel_8">Taf. VIII</a>, Fig. 20 und <a href="#Tafel_13">Taf. XIII</a>, Fig. 48), so erscheint die im oberen Teile 17&nbsp;mm erreichende
+Dicke vom Befunde beim recenten Menschen ebenso abweichend, wie die Rundung der
+lingualen Fläche. Von der Innenseite der Incisivi senkt sich die mediale Fläche schräg
+abwärts. Ihre im ganzen konvexe Beschaffenheit wird durch eine ganz minimale, nur bei
+genauer Betrachtung zu bemerkende Einsenkung unterbrochen, die sich hinter den Incisivi
+befindet; links ist sie etwas deutlicher als rechts. Im Bereiche der Prämolaren und von
+M&nbsp;1 und 2 besteht eine gleichmäßige Rundung der inneren Fläche. Indem in der Nähe
+des Basalrandes sich Vertiefungen einstellen, gewinnt der darüber gelegene Teil das Aussehen
+eines Wulstes, in welchem die von <span class="smcap">Walkhoff</span> als &bdquo;Lingualwulst&ldquo; bezeichnete
+Bildung erkannt wird. In der Medianebene findet sie ihre untere Begrenzung durch eine
+queroval ausgezogene Grube. Hier ist die Ansatzstelle des Musculus genioglossus. Die
+Anheftung geschieht in den seitlichen Partien dieser &bdquo;Fossa genioglossi&ldquo;<a href="#lv48">[48]</a>.</p>
+
+<p>Zwischen den paarigen, leicht angedeuteten Muskelfeldern und ein wenig darüber
+wird eine einem kleinen Blutgefäßkanale entsprechende Öffnung angetroffen. Ein ähnlicher
+Kanal befindet sich über der Spina interdigastrica. Zwischen ihm und der Fossa
+genioglossi bildet die innere Symphysenfläche einen rundlichen Höcker mit schwacher Andeutung
+bilateraler Gliederung. Hier hat der Musculus geniohyoideus seinen Ursprung.</p>
+
+<p>Eine Spina mentalis interna im Sinne der für den Europäer geltenden Terminologie<span class='pagenum'><a name="Page_31" id="Page_31">[Pg 31]</a></span>
+ist an der Mandibula des Homo Heidelbergensis nicht vorhanden; denn gerade die Ansatzstelle
+des Genioglossus ist es, welche sensu stricto als Spina mentalis gilt. Gegen diese tritt
+beim Europäer die Insertion des Geniohyoideus ganz zurück. Da sich nun beim Homo
+Heidelbergensis lediglich im Bereiche gerade dieses Muskels eine Erhebung findet, so
+empfiehlt es sich, auf diese den von <span class="smcap">Klaatsch</span> für die entsprechende Bildung bei niederen
+recenten Menschenrassen eingeführten Ausdruck &bdquo;Spina geniohyoidei&ldquo; anzuwenden.</p>
+
+<p>Von dieser Stelle distalwärts findet sich auf der Innenfläche des Corpus der Heidelberger
+Mandibula die Fossa sublingualis, eine elliptische, in der Richtung des Alveolarrandes
+gestreckte Grube von mehr als 20&nbsp;mm Länge und etwas weniger als 10&nbsp;mm Breite.
+Sie reicht von der Gegend des P&nbsp;2 bis zur Grenze zwischen M&nbsp;2 und 3; ihre weite Ausdehnung
+besonders nach hinten fällt im Vergleich mit dem recenten Europäer auf. Ein
+unbedeutender flacher Wulst trennt die für die Glandula sublingualis bestimmte Grube
+von der Fossa Gland. submaxillaris, die weit auf den Unterkieferast hinaufreicht.</p>
+
+<p>Zwischen beiden Gruben sind Andeutungen der Insertion des Musculus mylohyoideus
+zu erwarten, aber abweichend von der Regel beim recenten Europäer ist die Linea
+mylohyoidea lediglich bis zum vorderen Rande des dritten Molaren rechts und etwa bis
+zur Mitte des zweiten Molaren links zu verfolgen. Sie verstreicht auf dem Wulst zwischen
+den Gruben; eine Muskelrauhigkeit bis zur Symphysenregion ist nicht nachweisbar.</p>
+
+<p>Bezüglich der <em class="gesperrt">Höhe und Dicke des Corpus mandibulae</em> sei auf
+die nachstehenden Maximalmaße<a name="FNanchor_XIX._19" id="FNanchor_XIX._19"></a><a href="#Footnote_XIX._19" class="fnanchor">[XIX.]</a> verwiesen:</p>
+
+<table id="p41" summary="Corpus mandibulae">
+ <tr>
+ <td class="td1">&nbsp;</td>
+ <td class="td2" align="center">Distal von M&nbsp;3</td>
+ <td class="td3" align="center">zwischen M&nbsp;3 u. M&nbsp;2</td>
+ <td class="td3" align="center">unter M&nbsp;2</td>
+ <td class="td3" align="center">zwischen M&nbsp;2 u. M&nbsp;1</td>
+ <td class="td3" align="center">zwischen M&nbsp;1 und P&nbsp;2</td>
+ <td class="td3" align="center">zwischen P&nbsp;2 und P&nbsp;1</td>
+ <td class="td3" align="center">zwischen P&nbsp;1 u. C</td>
+ <td class="td3" align="center">zwischen C u. J&nbsp;2</td>
+ <td class="td3" align="center">zwischen den mittleren Incisiven</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td class="td4" align="left">Höhe am freien Rande gemessen</td>
+ <td class="td5" align="center">29,9</td>
+ <td class="td6" align="center">30,6</td>
+ <td class="td6" align="center">31,8</td>
+ <td class="td6" align="center">34,3</td>
+ <td class="td6" align="center">33,0</td>
+ <td class="td6" align="center">31,4</td>
+ <td class="td6" align="center">31,3</td>
+ <td class="td6" align="center">33,3</td>
+ <td class="td6" align="center">etwa 33,5&nbsp;mm</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Höhe am freien Rande gemessen</td>
+ <td class="td7" align="center">23,5</td>
+ <td class="td8" align="center">21,4</td>
+ <td class="td8" align="center">20,0</td>
+ <td class="td8" align="center">18,5</td>
+ <td class="td8" align="center">19,4</td>
+ <td class="td8" align="center">19,2</td>
+ <td class="td8" align="center">19,1</td>
+ <td class="td8" align="center">19,3</td>
+ <td class="td8" align="center">etwa 17,5&nbsp;mm</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Die außerordentlichen Werte, die sich hieraus für die massive Beschaffenheit des
+Corpus ergeben, finden in der Region des letzten Molaren eine Steigerung, die für ein menschliches
+Gebilde äußerst fremdartig erscheint. Die größte Distanz ist hier gegeben durch
+den Abstand der Linea obliqua außen von der Crista buccinatoria innen. Erstere ist stumpf
+und gerundet. Sie geht in sanfter, nach vorn konkaver Biegung aus dem vorderen Rande<span class='pagenum'><a name="Page_32" id="Page_32">[Pg 32]</a></span>
+des Ramus hervor und endet bereits am dritten Molaren. Die Crista buccinatoria erscheint
+hinter M&nbsp;3 als eine scharfe Leiste, welche in flachem, nach vorn konkavem Bogen auf der
+mesialen Seite des dritten Molaren sich mit dem Alveolarrande vereinigt. Die dachförmig
+die Fossa submaxillaris überlagernde Linea mylohyoidea erscheint wie eine Abzweigung
+der Crista buccinatoria. Der beträchtliche Raum zwischen dieser und der Linea obliqua
+wird von zwei verschiedenen Gebilden eingenommen, einem labialen und einem buccalen.
+Wie eine Fortsetzung des Alveolarrandes nach hinten stellt ersteres sich als ein rauhes
+Feld von spitzwinkeliger Dreiecksform ein. Es ist das von <span class="smcap">Klaatsch</span> auch an Australierkiefern
+beobachtete &bdquo;Trigonum postmolare&ldquo; und stellt das Gebiet des vierten Molaren dar,
+der bei dem Homo Heidelbergensis vollständig Platz zu seiner Entfaltung gehabt hätte.
+Das Trigonum erstreckt sich, der Crista buccinatoria entsprechend, bogenförmig aufwärts
+bis zum Niveau des Foramen mandibulare. Die flache Grube buccalwärts hiervon ist die
+von <span class="smcap">Klaatsch</span> als Fossa praecoronoidea bezeichnete Bildung. Sie beginnt auf der Innenfläche
+des Ramus am obersten Ende des Processus coronoideus in sagittaler Richtung,
+aus welcher sie, buccal von M&nbsp;3 in horizontalen Verlauf übergehend, im Bereich des
+zweiten Molaren auf der Außenfläche des Corpus verstreicht.</p>
+
+<hr class="hr45" />
+
+<p>Die <b>Rami mandibulae</b> (<a href="#Tafel_8">Taf. VIII</a>, Fig. 19) zeichnen sich durch ihre beträchtliche
+Breite aus, die an den oberen Enden der Fortsätze bis zu 60&nbsp;mm beträgt, während sie bei
+zwölf Unterkiefern des recenten Europäers aus dem Heidelberger anatomischen Institut
+im Mittel nur 37,4&nbsp;mm aufweist. Die Höhe des Astes vom Condylus coronoideus bis zur
+Basis beträgt 66,3&nbsp;mm. Dieses Maß liegt in der Variationsbreite des recenten Europäers.
+Die Äste steigen von dem hinteren Rande des Körpers auffallend steil in die Höhe; der
+Winkel, welchen der hintere Rand derselben mit dem unteren Rande des Corpus bildet,
+beträgt 107&deg;. &mdash; Für den Ansatz der Musc. temporalis und masseter bot sich bei der gewaltigen
+Breite des Proc. coronoideus und des Angulus eine sehr ausgedehnte Fläche dar.</p>
+
+<p>Sehr auffällig ist im Gegensatz zu der Mandibula des recenten Europäers die nur als
+eine schwache Einbuchtung erscheinende Incisura semilunaris. In einer Entfernung von
+16&nbsp;mm unterhalb dieser beginnt das lang gespaltene, am Eingang bis zu 6,5&nbsp;mm weite
+Foramen mandibulare. Von der plumpen und breiten Lingula ist beiderseits die Zacke etwas
+abgebrochen; auf der rechten Kieferhälfte scheint der Bruch alt, auf der linken neu zu sein.</p>
+
+<p>Der Sulcus mylohyoideus ist sehr schmal und tief. Der Verlauf des den Unterkörper
+durchsetzenden Canalis mandibulae ist auf dem Röntgenbilde <a href="#Tafel_9">Taf. IX</a>, Fig. 32 und 36 gut
+zu verfolgen.</p>
+
+<p>Die Form des Processus coronoideus ist von derjenigen des recenten Europäers<span class='pagenum'><a name="Page_33" id="Page_33">[Pg 33]</a></span>
+sehr abweichend. Der Fortsatz endet stumpf, die Ränder sind abgerundet. Eine Muskelinsertionsgrube,
+die beim recenten Europäer nicht selten hinter und unter der Spitze vorkommt,
+ist nur schwach angedeutet.</p>
+
+<p>Der Processus condyloideus ist vor allem bemerkenswert durch die ganz ungewöhnliche
+Größe der Gelenkfläche, welche in der Entfaltung des rechts 13 und links 16&nbsp;mm betragenden
+Durchmessers zum Ausdruck kommt, während der transversale (22,8&nbsp;mm) in
+die Variationsbreite des recenten Europäers fällt. Die Stellung der Condylen ist aus <a href="#Tafel_10">Taf. X</a>,
+Fig. 41 ersichtlich. Die Fossa pterygoidea (Insertion des Musc. pterygoid. extern.) ersetzt
+durch Ausdehnung und Rauhigkeit, was ihr an Tiefe abgeht.</p>
+
+<p>Die hintere Kante des Processus condyloideus verjüngt sich nach abwärts konisch,
+wobei die Außen- und Innenfläche in transversaler Richtung leicht konkav, in sagittaler
+schwach gewölbt sind. Etwa 30&nbsp;mm unter dem obersten Ende des Processus beginnen
+die vom Musculus pterygoideus internus herrührenden Zackenbildungen (<a href="#Tafel_7">Taf. VII</a>, Fig. 17).
+Von hier an gestaltet sich der Umriß des distalen Kieferrandes zu einer gleichmäßig gerundeten,
+nahezu den Teil eines Kreises darstellenden Linie, so daß ein Angulus nicht irgendwie
+scharf markiert ist (<a href="#Tafel_8">Taf. VIII</a>, Fig. 19). Soweit die Muskelinsertion reicht, erscheint die
+etwa 4&nbsp;mm dicke Knochenplatte des Ramus wie komprimiert. Unmittelbar vor der
+vordersten Zacke des Musc. pteryg. intern. zeigt sich jene sanfte Aushöhlung des unteren
+Randes, die auch beim recenten Europäer sich findet. In ihrem Bereiche verbreitet sich
+der Basalrand zu dem oben dargestellten Verhalten. Die Insertionsfläche des Pterygoideus
+internus ist ausgedehnt infolge der rundlichen Ausbuchtung der ganzen Angulusregion. Ihre
+Rauhigkeiten sind nur schwach entwickelt. Von den nach innen vorspringenden knopfförmigen
+Zacken des Pterygoideus internus gehen kleine Cristen aus. Die, wie oben schon
+festgestellt, sehr bedeutende Insertionsfläche des Masseter ist nur wenig durch Reliefbildung
+ausgezeichnet.</p>
+
+<p>Um das deskriptive Gesamtbild der Mandibula des Homo Heidelbergensis zu vervollständigen
+und um die nötige Grundlage für die <b>Vergleichung</b> dieses Objektes
+<b>mit anderen Unterkiefern</b> zu gewinnen, sind die von <span class="smcap">Klaatsch</span><a href="#lv48_1">[48]</a> in seinem Frankfurter
+Vortrage angegebenen Methoden angewendet. Bei den hiernach gefertigten Projektionszeichnungen
+und diagraphischen Kurven ist der Alveolarrand im Bereiche der Incisiven
+und des letzten Molaren als Horizontale angenommen. Alles Weitere besagt die in Fig. 43,
+<a href="#Tafel_11">Taf. XI</a> wiedergegebene Profilprojektion, in welcher die Meßlinien und Winkel nach
+<span class="smcap">Klaatschs</span> Nomenklatur angegeben sind.</p>
+
+<p>Stellt man z.&nbsp;B. wie in Fig. 44 die Mandibula eines <b>recenten Europäers</b> gemeinsam<span class='pagenum'><a name="Page_34" id="Page_34">[Pg 34]</a></span>
+mit unserem Fossil auf die die Hinterfläche des dritten Molaren tangierende Postmolarvertikale
+ein, so treten die Unterschiede zwischen beiden Objekten sehr deutlich hervor:
+Während die Alveolarhorizontale und die Basaltangente beim vorliegenden Europäerunterkiefer
+nahezu parallel laufen, bilden sie beim Homo Heidelbergensis einen nach vorn
+offenen spitzen Winkel von 11&deg;. Seine Größe ist zu berechnen aus dem Winkel, den die
+Basaltangente mit der Symphysenvertikale bildet. Dieser beträgt 79&deg;.</p>
+
+<p>Der <em class="gesperrt">Ramus</em> des recenten Europäers bleibt fast in allen Dimensionen innerhalb der
+Ausdehnung des fossilen; nur der Processus coronoideus des ersteren ragt ein wenig hervor,
+überschreitet jedoch nicht die Condylocoronoidtangente des Fossils. Während diese Linie
+bei dem Homo Heidelbergensis nach vorn absinkt, steigt sie beim recenten Europäer stark
+nach vorn an. Der Condylus erscheint bei letzterem abgesunken. Auch die Öffnung des
+Mandibularkanals liegt beim recenten Europäer viel tiefer. Man kann sich vorstellen, daß
+bei diesem die schräge Stellung des Ramus durch teilweisen Wegfall des distalen Teiles
+hervorgerufen ist. Diese Vorstellung einer Reduktion drängt sich auch bei der Betrachtung
+der <em class="gesperrt">Kinnregion</em> des recenten Europäers auf. Die Zahnreihe erscheint verkürzt, und
+das Kinn erscheint wie ausgeschnitten, so daß die Kinnprominenz nur wenig die Incisionvertikale<a name="FNanchor_XX._20" id="FNanchor_XX._20"></a><a href="#Footnote_XX._20" class="fnanchor">[XX.]</a>
+unseres Fossils nach vorn überragt.</p>
+
+<p>Wenn es nach dieser Vergleichung möglich erscheint, daß der Homo Heidelbergensis
+der Vorfahrenreihe des europäischen Menschen angehört, so werden wir sofort an weitere
+Punkte erinnert, in denen sich Parallelen zwischen dem ontogenetischen Prozeß der Kieferbildung
+des recenten Europäers und des Homo Heidelbergensis ergeben. Die allmähliche
+Ausbildung der Kinnprominenz in der individuellen Entwicklung verlangt als stammesgeschichtliche
+Ausgangsform eine zurückweichende vordere Symphysenfläche. Die Spina
+mentalis interna entwickelt sich erst im Kindesalter. Lange Zeit hindurch bewahrt sich
+der jugendliche Europäerkiefer einen viel voluminöseren Condylus, als wie beim Erwachsenen.</p>
+
+<p>Diese gemeinsamen niederen Merkmale machen es notwendig, nachzuforschen,
+welche verwandtschaftliche Stellung die Mandibula des Homo Heidelbergensis zu den
+Unterkiefern der übrigen nicht europäischen Menschenrassen und der Anthropoiden
+einnimmt. Es sollen daher einige Beispiele herausgegriffen und zum Schluß auch die
+anderen bisher bekannt gewordenen Fossilreste des Menschen in den Kreis der Betrachtungen
+gezogen werden.</p>
+
+<p>Nach den in Fig. 44, <a href="#Tafel_11">Taf. XI</a> wiedergegebenen Profildiagrammen nimmt die Mandibula<span class='pagenum'><a name="Page_35" id="Page_35">[Pg 35]</a></span>
+des Homo Heidelbergensis nicht nur zu dem Unterkiefer des Europäers, sondern auch zu
+demjenigen des <b>afrikanischen Negers</b> eine vermittelnde Stellung ein. Es ist bei letzterem
+eine Zunahme des Corpus in der Symphysenhöhe eingetreten. Die zurückweichende Symphysenregion
+ist beibehalten, und die Umbildung zum &bdquo;negativen Kinn&ldquo; ist erfolgt. Der
+Ramus hat sich verschmälert und verlängert, wobei eine Vertiefung der Incisur stattfand.</p>
+
+<p>Fig. 45, <a href="#Tafel_12">Taf. XII</a> zeigt Profildiagramme des Unterkiefers des Homo Heidelbergensis,
+eines Australiers (Melville Island, K. 80)<a name="FNanchor_XXI._21" id="FNanchor_XXI._21"></a><a href="#Footnote_XXI._21" class="fnanchor">[XXI.]</a> und eines Dajak (B. N. C. 104). Im Vergleich
+zu dem Heidelberger Fossil ist bei dem <b>Australier</b> eine Verschmälerung des Ramus
+eingetreten, unter Beibehaltung der nach vorn absteigenden Condylocoronoidtangente;
+ferner hat sich bei letzterem ein &bdquo;negatives Kinn&ldquo; schwach ausgebildet. Der Unterkiefer
+des <b>Dajak</b> bleibt in der Breite des Ramus unserem Fossil näher. In der Umbildung der
+Symphyse bietet er eine Parallele zu der Mandibula Spy I dar.</p>
+
+<p>Von den in Fig. 46, <a href="#Tafel_12">Taf. XII</a> dargestellten Profilprojektionen wollen wir zunächst
+die Mandibula eines weiblichen <b>Gorilla</b> ins Auge fassen, die nicht so stark einseitig modifizierte
+Formenverhältnisse wie bei dem männlichen aufweist. Denkt man sich unser Fossil
+nahezu um die Hälfte der Länge des Alveolarteils nach vorn verlängert unter entsprechender
+Zunahme des mesiodistalen Durchmessers der Molaren und Prämolaren und kombiniert
+damit eine Verschmälerung des ganzen Kiefers, so entsteht die Gorillamandibula. Der
+Ramus nimmt dabei an Höhe bedeutend zu, und der Processus coronoideus erhebt sich etwas
+über den Condylus. Die breite Furche, welche sich buccal vom Trigonum postmolare nach
+oben erstreckt und von dem vorderen Rande des Ramus nach außen begrenzt wird, folgt
+der Verschiebung nicht, sondern endet in halber Höhe des Ramus. Die vergrößerten
+Molaren drängen nach hinten so stark vor, daß sie die Crista buccinatoria eine Strecke
+weit okkupieren. Der Vorderrand des Processus coronoideus, bzw. der Anfangsteil der
+Linea obliqua, läßt beim Gorilla die nach vorn konkave leichte Aushöhlung vermissen,
+die bei dem Homo Heidelbergensis vorhanden und auch beim recenten Menschen meist
+anzutreffen ist. Der Ramus des Gorilla bekommt dadurch nach vorn eine mehr gerade
+und schärfere Kante, als sie unser Fossil aufweist. Im oberen Teile hingegen behält
+der Processus coronoideus des Gorilla unserem Diagramme zufolge eine dem Fossil verwandte
+Form, jedoch mit vertiefter Incisura semilunaris. Bei der im Besitz des Heidelberger
+anatomischen Instituts befindlichen Mandibula eines weiblichen Gorilla nähert
+sich aber der Proc. coronoid. mehr demjenigen des recenten Europäers. In den Breiteverhältnissen<span class='pagenum'><a name="Page_36" id="Page_36">[Pg 36]</a></span>
+übertrifft die in unserem Diagramm dargestellte Gorillamandibula nicht diejenige
+des Fossils.</p>
+
+<p>Die Condylen des Gorillakiefers bewahren sich die bedeutende Entfaltung und die
+transversale Stellung der Achsen. Die subcondyloide Aushöhlung des Hinterrandes ist
+stärker, und die Insertionsplatte der Muskeln setzt sich schärfer ab als bei dem Homo Heidelbergensis;
+umgekehrt verhält es sich am Basalrande, wo die Incisura praemuscularis beim
+Gorilla relativ schwach entwickelt ist. Trotzdem die Fossa praecoronoidea beim Gorilla
+lingualbuccal sehr weit ausgedehnt ist, bleibt die postmolare Breite bei dem im Diagramm
+wiedergegebenen Exemplare (21&nbsp;mm) hinter derjenigen des Heidelberger Fossils zurück.
+Eine Übereinstimmung zwischen beiden besteht dagegen in der hohen Lage des Foramen
+mandibulare sowie in der geringen Ausprägung der Linea mylohyoidea, die sich beim Gorilla
+auch nur bis zum zweiten Molaren verfolgen läßt.</p>
+
+<p>Auch die Symphysenregion zeigt bei beiden eine ähnliche Rundung. Der Mandibula
+des Gorilla fehlt aber die Incisura submentalis. Ihr Raum erscheint ausgefüllt durch eine
+Verlängerung der unmittelbar vor der Biventerinsertion gelegenen Knochenmasse. Die
+rudimentäre Beschaffenheit des Musculus digastricus läßt die Umwandlung erkennen, die
+sich in der Vorfahrenreihe des Gorilla abgespielt haben muß. Es muß bei ihm als Ausgangspunkt
+ein ähnliches Stadium angenommen werden, wie wir es bei dem Heidelberger
+Fossil antreffen. Die Fossa genioglossi vertiefte sich, und die erwähnte, teils der Spina
+genioglossi, teils dem vorderen Rande der Digastricusinsertion angehörige Knochenplatte
+füllte den Raum zwischen den beiden Hälften des Corpus eine Strecke weit aus. Hierbei
+wurde der nur noch schwache Digastricus ganz auf den Basalrand gedrängt. Die flache
+Excavation hinter den Incisivi dehnte sich aus und verkleinerte den Lingualwulst. In
+allen diesen Punkten läßt sich nichts dagegen anführen, daß der Gorilla den sekundären,
+der Homo Heidelbergensis den primären Zustand repräsentiert. Der gemeinsame Ausgangszustand
+war dem letzteren offenbar viel näher. Die Zunahme des Eckzahnes in der
+Anthropoidenreihe ist der Faktor, der den von der Bahn des Menschen entfernenden
+Schritt verschuldete.</p>
+
+<p>Man kann daher auf den <b>Orang</b> (Fig. 46, <a href="#Tafel_12">Taf. XII</a>) nahezu die gleichen Betrachtungen
+anwenden wie auf den Gorilla. Noch primitiver bleibt ersterer in der mäßigen Beschaffenheit
+der Condylen, der geringeren Vertiefung der Incisura semilunaris und in dem
+relativ breiten Ramus. Hingegen bedingt der völlige Schwund des Biventer beim Orang
+noch stärkere, aber ganz in der Richtung wie beim Gorilla verlaufende Umformungen der
+Symphysenregion.</p>
+
+<p>Vom Schimpansen stand zum Vergleich geeignetes Material leider nicht zur Verfügung,<span class='pagenum'><a name="Page_37" id="Page_37">[Pg 37]</a></span>
+wohl aber von <b>Gibbons</b> (Fig. 46). Diese bieten in ihren mannigfaltigen Variationen,
+abgesehen von dem mehr gestreckten Corpus mandibulae und dessen geringerer postmaler
+Breite, noch nähere Anklänge an das Stadium des Homo Heidelbergensis, als die anderen
+Anthropoiden. Ganz besonders auffällig sind in dieser Hinsicht die Gestalt des sehr breiten
+Ramus mit der oft sehr flachen Incisura semilunaris, die starke Ausprägung der Incisura
+praemuscularis und die Symphysenregion, die im Relief der Vorder- und der Lingualfläche
+weniger modifiziert ist als bei den übrigen Anthropoiden. Es sind sogar Andeutungen der
+Incisura submentalis vorhanden, ein untrüglicher Beweis, daß diese einst gemeinsamer
+Besitz war. Bei Hylobates lar finden sich ferner sogar Andeutungen des Sulcus supramarginalis,
+der bei den anderen Anthropoiden ganz vermißt wird.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Das Resultat ist also, daß ein durch sein Gebiß als menschlich
+sichergestelltes Fossil dem Ausgangszustande der Anthropoiden
+nahesteht, wie es die von</em> <span class="smcap">Klaatsch</span> <em class="gesperrt">und mir vertretenen
+Anschauungen erwarten ließen</em>.</p>
+
+<p>Es soll nun noch die Mandibula des Homo Heidelbergensis mit anderen fossilen
+menschlichen Unterkiefern verglichen werden. Von Wichtigkeit ist es, zu prüfen, ob sie
+eine morphologische Sonderstellung einnimmt.</p>
+
+<p>Der Beginn der Erforschung fossiler Menschenkiefer war gegeben durch die 1866
+erfolgte Entdeckung <span class="smcap">Duponts</span>[<a href="#lv15">15</a>&ndash;<a href="#lv17">17</a>], der in der Höhle &bdquo;La Naulette&ldquo; am linken Ufer der
+Lesse in Belgien zusammen mit Knochen vom Mammut und <ins title="Rhinozeros">Rhinoceros</ins> das Fragment
+eines menschlichen Unterkiefers antraf. Was sofort an demselben auffiel, war der sehr kräftig
+und gedrungen gebaute Körper, sowie die zurückweichende Gestaltung der Kinnregion,
+worin man Ähnlichkeiten mit Affen zu erkennen glaubte. <span class="smcap">Gabriel de Mortillet</span><a href="#lv54">[54]</a>
+meinte sogar: Das betreffende Wesen habe noch keine Sprachfähigkeit besessen, da die
+Spina mentalis interna zu fehlen scheine. Zum erstenmal wurde die wissenschaftliche Welt
+durch Wahrnehmungen &bdquo;pithecoider&ldquo; Eigenschaften an einem Menschenkiefer beunruhigt.
+Die Ära der Diskussion über die Affenabstammung des Menschen begann. In dieser Periode
+der Unklarheit ist der Scharfblick <span class="smcap">Topinards</span><a href="#lv95">[95]</a> hervorzuheben, der mit kritischem Auge
+die Merkmale des La Naulette-Kiefers prüfte und seine menschliche Natur feststellte. Zugleich
+zeigte dieser Forscher, daß die vom recenten Europäer vorhandenen Abweichungen
+nicht eine Annäherung im genetischen Sinne an die Anthropoiden bedeuten. In seinen
+Formverhältnissen, besonders in der gedrungenen Gestalt des Corpus, ist das Kieferfragment
+von <b>La Naulette</b> demjenigen von Krapina, welches <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span><a href="#lv30">[30]</a>
+mit G bezeichnet, sehr ähnlich. Beide Kiefer weichen hierin beträchtlich von dem Heidelberger
+Fossil ab. Für La Naulette liegt eine weitere Differenz darin, daß die Alveolen der<span class='pagenum'><a name="Page_38" id="Page_38">[Pg 38]</a></span>
+Molaren vom ersten bis zum dritten größer werden; doch handelt es sich bei La Naulette
+M&nbsp;3 nach R. <span class="smcap">Baume</span><a href="#lv7">[7]</a> wahrscheinlich um einen im Durchbruch befindlichen Zahn, bei dem
+die Alveole stets weiter zu sein pflegt.</p>
+
+<p>Große Erregung rief auch die Auffindung des berühmten Unterkieferfragments durch
+<span class="smcap">Ch. Ma&#353;ka</span> 1882 in der &#352;ipkahöhle bei Neutitschein in Mähren hervor. Die lebhafte Diskussion
+zwischen <span class="smcap">Virchow</span> und <span class="smcap">Schaaffhausen</span> über die Bedeutung der im Kiefer eingeschlossenen
+Zähne wurde erst in neuester Zeit durch <span class="smcap">Walkhoff</span> dahin erledigt, daß es sich
+um ein kindliches Objekt im Zahnwechsel handelt. Aus diesem Grunde eignet sich der
+&#352;ipkakiefer nicht gut zu vergleichenden Studien mit der einem erwachsenen Individuum
+angehörigen Mandibula des Homo Heidelbergensis.</p>
+
+<p>Hingegen ist hierfür der Unterkiefer von <b>Spy</b> I sehr brauchbar. Mit der Beschreibung
+desselben durch J. <span class="smcap">Fraipont</span><a href="#lv18">[18]</a> in den Archives de Biologie 1887 beginnt eigentlich erst
+eine wissenschaftliche Bearbeitung des menschlichen Unterkiefers. Bis zur Entdeckung
+der Reste des Krapinamenschen, Ende der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts,
+war die Spymandibula das klassische Objekt in seiner Art. <span class="smcap">Fraipont</span> charakterisiert sie
+mit den Worten: &bdquo;Elle est tr&egrave;s robuste, tr&egrave;s haute, r&eacute;currente, d&eacute;pourvue d'&eacute;minence
+mentonni&egrave;re.&ldquo; Leider fehlt ihr der obere und der distale untere Teil der Äste; jedoch wird
+diese Lücke einigermaßen ausgefüllt durch den Rekonstruktionsversuch, den <span class="smcap">Klaatsch</span>
+im Anschluß an denjenigen des Neandertalschädels ausgeführt und auf dem Berliner Anatomenkongreß
+1908 demonstriert hat.</p>
+
+<p>Auf den ersten Blick zeigt es sich, daß zwischen Spy I und dem Homo Heidelbergensis
+viel Verwandtschaftliches besteht, aber auch manches Trennende. In
+letzterer Hinsicht fällt besonders auf, daß der Spykiefer seinen Ruf enormer Mächtigkeit
+neben dem Heidelberger Fossil einbüßt. Gegen letzteres erscheint das belgische
+grazil und gemäßigt. <span class="smcap">Fraipont</span> gibt als Symphysenhöhe 38&nbsp;mm an. An dem mir
+von genanntem Forscher freundlichst überlassenen Gipsabguß läßt sich eine solche von
+nur 35&nbsp;mm feststellen, was etwa derjenigen des Heidelberger Unterkiefers entspricht;
+der Defekt der Alveolen der Incisivi erschwert bei letzterem die Messung. In der
+Symphysendicke bleibt Spy (15&nbsp;mm) gegen Heidelberg (17,5&nbsp;mm) zurück. Auffälliger
+ist die Schmalheit des Corpus von Spy in den seitlichen Teilen. Am Foramen mentale
+zeigt Spy 13,5&nbsp;mm, Heidelberg 18,5; die postmolare Dicke beträgt bei Spy 16, bei dem
+Heidelberger Fossil aber 23,5&nbsp;mm!</p>
+
+<p>Unter diesen Umständen kann bei der Spymandibula von einem Mißverhältnis zwischen
+Zähnen und Kiefer, wie es der Homo Heidelbergensis zeigt, nicht die Rede sein. Obwohl
+relativ groß, haben die Zähne im Spykiefer genügend Raum, keinesfalls aber Überfluß<span class='pagenum'><a name="Page_39" id="Page_39">[Pg 39]</a></span>
+daran, wie es bei dem Heidelberger der Fall ist. Trotz der kleinen, besonders bei M&nbsp;2 hervortretenden,
+Differenzen in den Größenverhältnissen der Molaren ist das Gesamtbild des
+Gebisses beider, wenn man von der stärkeren Abkauung bei Spy absieht, ein sehr ähnliches,
+der Verlauf des Alveolarrandes fast identisch; nur buchtet sich derjenige des Heidelberger
+Fossils im Bereiche der Incisiven und Prämolaren ein wenig vor. Dies zeigt sich deutlich,
+wenn man die Alveolarrandkurven von beiden aufeinander projizert. Hierbei erkennt
+man auch ein geringes Zurückbleiben der Kurve von Heidelberg gegen Spy in der Breite
+der Molarenregion.</p>
+
+<p>Ferner offenbart die Symphysengegend beider Unterkiefer eine fundamentale Übereinstimmung
+durch den gemeinsamen Besitz einer Incisura submentalis in einer solchen
+Ausdehnung, wie sie bei recenten kaum vorkommen dürfte. Bei Spy ist dieselbe allerdings
+10&nbsp;mm schmäler und weniger tief ausgeschnitten. Auch eine Spina interdigastrica ist bei Spy
+vorhanden. Ferner sind die Insertionsgruben des Musculus digastricus in ihrer halbmondförmigen
+Gestalt sehr ähnlich, jedoch erscheint die beim Heidelberger Fossil wahrnehmbare
+Umgestaltung der Insertionsfläche aus einer mesial beinahe horizontalen in eine distal
+mehr lingual gerichtete an der Spymandibula weniger ausgeprägt. Die kleine Prominenz,
+welche sich bei der Heidelberger Mandibula an der lateralen Grenze der Digastricusinsertion
+auf der Außenfläche vorfindet, ist bei Spy nur auf der linken Seite deutlich entwickelt.
+Die Bedeutung dieses Tuberculum mentale posterius für die Kinnbildung ist von <span class="smcap">Klaatsch</span>
+in seinem Frankfurter Vortrage dargelegt worden. Ebendort lenkte er die Aufmerksamkeit
+auf die Furche, welche zwischen dem vorgenannten Tuberculum und dem Foramen mentale,
+dem Kieferrande parallel laufend, von ihm an Australierkiefern in stark variierender Ausdehnung
+festgestellt und Sulcus supramarginalis oder mentalis benannt wurde. Dieser
+ist auch an der Spymandibula, links deutlicher als rechts, wahrnehmbar. Daß er mit der
+viel besser ausgeprägten und bedeutend weiter ausgedehnten Rinnenbildung identisch ist,
+die ich an dem Heidelberger Fossil beschrieben habe, bedarf nur des Hinweises. Die Foramina
+mentalia von Spy liegen, soweit der Gipsabguß dies erkennen läßt, unter M&nbsp;1, also
+mehr distalwärts als bei unserem Fossil.</p>
+
+<p>Der vorderen Symphysenfläche der Spymandibula fehlt die das ganze Gebiet beherrschende
+Rundung. Die Gegend unter dem Alveolarrand erscheint wie eingedrückt. Es ist
+die Bildung entstanden, welche <span class="smcap">Klaatsch</span> in zahlreichen Variationen an Australierkiefern
+beobachten konnte und für die er die Bezeichnung Impressio subincisiva externa eingeführt
+hat. Hiervon zu unterscheiden ist die Impressio subincisiva interna, die bei dem Heidelberger
+Fossil nur ganz schwach angedeutet, bei Spy aber stärker ausgeprägt ist. So wird
+der Alveolarrand des letzteren lingual und labial verschmälert. Durch die Impressio subincisiva<span class='pagenum'><a name="Page_40" id="Page_40">[Pg 40]</a></span>
+externa tritt das darunter befindliche Gebiet ein wenig hervor. Diese Prominenz
+ist es, die <span class="smcap">Fraipont</span> zu dem Urteil veranlaßt: Le menton existe d&eacute;j&agrave; ici virtuellement.
+Ohne daß auf diese Frage hier näher eingegangen wird, läßt sich doch feststellen, daß die
+Verschiedenheit der Symphysenregion der Unterkiefer von Heidelberg und Spy sich nur
+im Sinne einer sekundären Veränderung des letzteren deuten läßt. Aus dem Heidelberger
+Kiefer läßt sich der von Spy modellieren, nicht aber umgekehrt.</p>
+
+<p>An Stelle der Rundung der Regio mentalis der Heidelberger Mandibula, welche
+die Messung eines Symphysenwinkels gar nicht gestattet, ist bei Spy eine Abflachung
+und steilere Stellung der Vorderfläche getreten (den Winkel gibt <span class="smcap">Fraipont</span> mit 111&deg; an).
+Die allgemeine Verschmälerung des Corpus mandibulae von Spy erscheint nun als eine
+Reduktion aus einem dem Heidelberger Fossil ähnlichen Stadium. Das innere Relief
+der Symphyse ist dabei ziemlich unverändert geblieben; doch machen sich leichte Unebenheiten
+in der Fossa genioglossi bemerkbar: Anfänge der Bildung einer Spina
+mentalis interna.</p>
+
+<p>Recht abweichend vom Homo Heidelbergensis verhält sich beim Menschen von Spy
+die Linea mylohyoidea, indem sie, eine tiefe Fossa submaxillaris überbrückend, als sehr deutlich
+wahrnehmbarer Wulst sich bis zur Digastricusinsertion hinzieht.</p>
+
+<p>Die Fossa praecoronoidea bei Spy ist schwächer entwickelt und das Trigonum postmolare
+kürzer als bei dem Heidelberger Fossil. Das Diastema postmolare, der freie Raum
+zwischen dem dritten Molaren und dem vorderen Rande des Ramus, ist hingegen weiter
+bei Spy. Der fragmentarische Processus coronoideus bei letzterem läßt noch das Vorhandensein
+einer Incisura subcoronoidea erkennen und eine ähnliche Form des Ramus wie bei
+dem Homo Heidelbergensis vermuten.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Faßt man alle diese Tatsachen zusammen, so erhellt zweifellos
+ein Zusammenhang zwischen den beiden Unterkiefern, und zwar
+in dem Sinne, daß das Heidelberger Fossil bis in die Einzelheiten einem
+Vorfahrenstadium desjenigen von Spy I entspricht<a name="FNanchor_XXII._22" id="FNanchor_XXII._22"></a><a href="#Footnote_XXII._22" class="fnanchor">[XXII.]</a>. Wir müssen
+daher die Mandibula des Homo Heidelbergensis als präneandertaloid
+bezeichnen. Da sie zugleich präanthropoide Merkmale aufweist, so
+wird ihre Stellung als diejenige eines ganz fundamentalen &bdquo;Generalized<span class='pagenum'><a name="Page_41" id="Page_41">[Pg 41]</a></span>
+Type&ldquo; im Sinne Huxleys immer mehr befestigt</em>.</p>
+
+<p>Sehen wir zu, ob die Vergleichung des Heidelberger Fossils mit dem Unterkiefermaterial
+von <b>Krapina</b> die eben geäußerte Auffassung bestätigt. An letzterem fällt besonders
+die außerordentliche individuelle Variation auf. Da ist zunächst der gewaltige, fast
+vollständig erhaltene Unterkiefer J, der in <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Krambergers</span><a href="#lv30_1">[30]</a> trefflicher Monographie
+vom Jahre 1906 in Fig. 2 und 2a, Taf. VI abgebildet ist. Nach diesen Bildern und
+nach dem Text ergibt sich, daß er in seinen Dimensionen das Heidelberger Fossil in manchen
+Punkten übertrifft. Der Abstand der Condyli (Mittelpunkt der Flächen) voneinander beträgt
+bei Krapina J 121,8&nbsp;mm, d.&nbsp;h. etwa ein Fünftel mehr als beim recenten Europäer im Durchschnitt;
+bei der Heidelberger Mandibula finde ich 110&nbsp;mm, ein Maß, mit dem Spy I nach
+dem von <span class="smcap">Klaatsch</span><a href="#lv47">[47]</a> ausgeführten Rekonstruktionsversuch genau übereinstimmen würde.
+Der Abstand der Condylen, an der Außenfläche gemessen, der bei Heidelberg 130,4&nbsp;mm
+beträgt, zeigt bei Krapina J mindestens 145&nbsp;mm, wozu nach <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span>
+l. c. p. 159 noch 1&ndash;2&nbsp;mm hinzutreten dürften, da der Kiefer aus Fragmenten zusammengesetzt
+ist. Die Condylenflächen von Krapina J sind durch Arthritis deformans verändert;
+die linke ist weniger davon berührt. Sie zeigt eine ähnliche Gestaltung wie am Heidelberger
+Fossil. Während der transversale Durchmesser des linken Condylus bei Krapina J 28,8&nbsp;mm
+gegen Heidelberg 22,8&nbsp;mm zeigt, ist der sagittale Durchmesser bei beiden gleich. Die Dickendimensionen
+des Corpus sind bei Krapina J geringer als bei Heidelberg: an der Symphyse
+15 gegen 17,5&nbsp;mm und distal von M&nbsp;3 sogar 15 (nach der Abbildung gemessen) gegen 23,5&nbsp;mm.
+Ob bei Krapina J eine Incisura submentalis besteht, läßt sich nach der Abbildung nicht
+entscheiden, ist aber nach der von <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span> l. c. Fig. 2, Taf. VI gegebenen
+Profilansicht wahrscheinlich. Das Foramen mentale liegt relativ weit hinten: unter der
+distalen Wurzel des ersten Molaren. Die vordere, eine Impressio incisiva aufweisende
+Symphysenfläche von Krapina J ist stärker zurückweichend als bei Spy I; es fehlt ihr die
+ausgesprochene Rundung, welche das Heidelberger Fossil aufweist.</p>
+
+<p>Der Ramus von Krapina J ist in seiner Form in mancher Hinsicht der Heidelberger
+Mandibula ähnlich, läßt aber in anderer Beziehung Abweichungen erkennen. So
+hat der Processus coronoideus vorn noch ganz die typische Beschaffenheit, während die
+Incisura tiefer eingeschnitten ist. Ferner ragt die Spitze des Processus coronoideus höher
+als der Condylus auf, im Gegensatz zum Heidelberger Kiefer. Während bei diesem Basaltangente
+und Alveolarrand divergieren, laufen sie bei Krapina J fast parallel; auch ist bei
+letzterem eine Incisura praemuscularis nicht ausgeprägt. Der Ramus des Menschen von
+Krapina ist etwas höher als derjenige des Homo Heidelbergensis; dagegen ist die Breite
+des ersteren unverhältnismäßig gering, was ein Blick auf die Abbildung beider erkennen<span class='pagenum'><a name="Page_42" id="Page_42">[Pg 42]</a></span>
+läßt. Die Mehrzahl der von Krapina J angeführten Merkmale spricht für sekundäre Abänderungen
+eines Urzustandes, wie ihn das Heidelberger Fossil noch zeigt.</p>
+
+<p>Ganz dasselbe Resultat ergeben die Unterkieferfragmente von Krapina H und G,
+von denen ich Gipsabgüsse der Güte des Herrn <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span> verdanke. Das
+erstere, von dem das Corpus mit sämtlichen Zähnen erhalten ist, ähnelt dem oben beschriebenen
+J sehr. Die vordere Symphysenfläche ist jedoch noch mehr zurückweichend
+und vollständig abgeplattet, so daß man hier den Winkel messen kann, den sie mit der
+Alveolarebene bildet; er beträgt 67&deg;, ein für menschliche Verhältnisse außergewöhnlich
+niedriger. Bei einseitiger Beurteilung dieser Tatsache könnte es scheinen, als liege hier ein
+niederer Zustand als bei dem Heidelberger Fossil vor; aber sorgfältige Prüfung der
+Vorderfläche des Kiefers H zeigt die Veränderungen, die er im Vergleich zu demjenigen
+des Homo Heidelbergensis erfuhr, an den er sich in anderen Punkten direkt anschließt.</p>
+
+<p>Die fundamentale Übereinstimmung der Unterkiefer von Heidelberg, Spy und Krapina
+liegt in dem Besitz der Incisura submentalis. In ihrer Ausprägung nähert sich Krapina
+H unserem Fossil mehr, als das bei Spy I der Fall ist. Krapina H bietet sogar eine
+einseitige Fortbildung des Zustandes der Heidelberger Mandibula durch die bedeutende
+Ausdehnung der Insertion des Digastricus, der außerordentlich entwickelt gewesen sein
+muß. Die Fossa digastrica liegt bei Krapina ganz nahe der Mittellinie, die eine deutliche
+Spina interdigastrica aufweist. Die Dicke des Basalrandes beträgt an der Symphyse 15,4&nbsp;mm,
+unter dem Eckzahn sogar 16,4&nbsp;mm; alveolarwärts verjüngt sich der Körper. Es ist, als
+wäre die Symphysenregion, vom Alveolarrande anfangend, komprimiert und die Knochenmasse
+basalwärts gedrängt. So weit geht die Reduktion der knöchernen Hülle, daß die
+Juga alveolaria der Incisivi und besonders der Canini als starke Wülste sich markieren.</p>
+
+<p>Trotz der stark &bdquo;fliehenden&ldquo; Beschaffenheit der Kinnregion zeigt ihr Relief in der
+Medianebene schon die Anfänge der Kinnbildung, wie <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span> ganz
+richtig erkannt hat. Außen eine sanfte Kinnschwellung, die jedoch nicht als positive Erhebung
+zu gelten braucht, sondern als eine lokale Erhaltung der ursprünglichen Wölbung
+angesehen werden kann, die nur infolge des Einsinkens der darüber befindlichen Knochenmasse
+hervortritt. Innen erhebt sich bereits aus der Fossa genioglossi eine kleine Spina
+mentalis.</p>
+
+<p>Die lateralen Partien des Kieferfragmentes Krapina H zeigen, ebenso wie bei J,
+die von <span class="smcap">Klaatsch</span> als wichtig für die Kinnbildung erkannten Unebenheiten: den Sulcus
+supramarginalis und das Tuberculum mentale laterale (von <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span> als
+Tuberculum submentale bezeichnet). In der Bewahrung dieses Reliefs stehen Krapina H<span class='pagenum'><a name="Page_43" id="Page_43">[Pg 43]</a></span>
+und J dem Heidelberger Fossil näher als Spy I.</p>
+
+<p>Welch ein anderes Bild bietet auf den ersten Blick das Unterkieferfragment Krapina G
+dar! Die Höhe des Corpus, das rechts bis zum aufsteigenden Aste, links nur bis
+zum ersten Molar erhalten ist, bleibt gegen Krapina H bedeutend zurück, so daß man an
+das Kieferfragment von La Naulette erinnert wird. Die Dickenverhältnisse des Körpers
+sind relativ bedeutende: an der Symphyse 14,4 und unter dem Eckzahne rechts 14,8, links
+15,5&nbsp;mm. Die vordere Symphysenfläche zeigt eine ganz schwache Rundung und die linguale
+Fläche eine Wulstung mit kaum angedeuteter Impressio incisiva interna, beides
+Punkte, in denen sich Krapina G näher an die Heidelberger Mandibula anschließt, als
+Spy oder die anderen Kiefer von Krapina. Hingegen stimmt G mit letzteren und mit Spy
+überein in der am Heidelberger Fossil fehlenden starken Ausprägung der Linea mylohyoidea.
+Daneben bestehen aber ganz eigene Merkmale: Der Basalrand von G ist unten von der
+Mitte bis zum zweiten Prämolaren abgeplattet. Die flachen, sehr großen Fossae digastricae
+schauen fast genau abwärts und nur ganz wenig lingual. Die Incisura submentalis besteht,
+ist aber sehr flach. Sulcus supramarginalis, Tubercula mentalia lateralia, und, wie <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span>
+zutreffend nachweist, auch eine mediane Kinnprominenz sind gleichsam
+in statu nascendi angedeutet. &mdash; Ganz ungewöhnlich ist offenbar die Stellung der Vorderzähne
+gewesen. Wie die vorgebogen gewesenen Alveolen erkennen lassen, bestand eine
+starke Zahnprognathie. Hierin weicht Krapina G vom Heidelberger Fossil und allen anderen
+ab.</p>
+
+<p>Es sind noch verschiedene Unterkieferfragmente von Krapina vorhanden, die teils
+ihres defekten Zustandes wegen, teils weil sie von jugendlichen Individuen herrühren, zum
+Vergleich nicht herangezogen wurden.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Im ganzen genommen folgt aus obiger Betrachtung, daß die
+individuellen Variationen der Mandibula des Menschen von Krapina
+auf einen Ausgangszustand hinweisen, der dem Heidelberger Fossil
+ganz nahe gestanden hat</em>.</p>
+
+<p>Es sei noch in Kürze des Unterkiefers von <b>Ochos</b> gedacht, der vor zwei Jahren in einer
+Höhle des Brünner Devonkalkgebietes zusammen mit Resten diluvialer Tiere aufgefunden
+und von A. <span class="smcap">Rzehak</span><a href="#lv68">[68]</a> in den Verhandlungen des Naturforschenden Vereins in Brünn 1906
+beschrieben ist. Leider fehlt das Corpus mandibulae fast vollständig, so daß eigentlich
+nur der Alveolarteil erhalten ist. &bdquo;Es sieht aus, als ob der Körper nicht von Raubtieren
+abgebissen, sondern von Menschenhand abgeschlagen worden wäre, da der Bruchrand
+ziemlich glatt und eine Bißspur nirgends zu sehen ist. An den ehemals scharfen Rändern
+ist der Knochen schwach, aber deutlich abgerollt. Die aufsteigenden Äste fehlen ebenfalls,<span class='pagenum'><a name="Page_44" id="Page_44">[Pg 44]</a></span>
+dagegen sind mit Ausnahme des rechtsseitigen Weisheitszahnes alle Zähne in situ vorhanden.&ldquo;
+Diese sind in der tabellarischen Aufzählung der Maße berücksichtigt. An dem Fragmente
+selbst fällt die bedeutende Lingualwulstung auf, die derjenigen des Heidelberger Fossils
+nahesteht; auch scheinen, soweit dies aus der Abbildung zu erkennen ist, die Wurzeln der
+Incisivi etwas von der ursprünglichen Krümmung behalten zu haben. Die oberhalb des
+Bruchrandes angedeutete Impressio subincisiva externa verrät bereits sekundäre Modifikationen.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Aus der Vergleichung der Mandibula des Homo Heidelbergensis
+mit den anderen besprochenen fossilen Kiefern ergibt sich, daß kein
+einziger von diesen es mit unserm Objekt hinsichtlich der morphologischen
+Bedeutung aufnehmen kann. Das Heidelberger Fossil übertrifft
+sie alle durch die Kombination primitiver Merkmale. Relativ am
+nächsten steht ihm der Unterkiefer von Spy; er erscheint noch am
+gleichmäßigsten in allen Teilen aus dem Heidelbergtypus umgeformt.
+Die individuellen Variationen von Krapina stellen einseitige (vielleicht
+von alten Rassen eingeschlagene) Entwicklungsbahnen dar</em>.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Daß auch die Unterkiefer heutiger Rassen sich auf eine dem
+Heidelbergtypus ganz nahe stehende Urform zurückführen lassen,
+wurde bereits an einigen Profildiagrammen gezeigt</em>.</p>
+
+<hr class="hr45" />
+
+<p><em class="gesperrt">Nachdem die morphologische Stellung unseres Fossils nach verschiedenen
+Richtungen beleuchtet worden ist, möge hier eine Zusammenfassung
+des Resultates folgen: Die Mandibula des Homo Heidelbergensis
+läßt den Urzustand erkennen, welcher dem gemeinsamen
+Vorfahren der Menschheit und der Menschenaffen zukam. Dieser
+Fund bedeutet den weitesten Vorstoß abwärts in die Morphogenese
+des Menschenskelettes, den wir bis heute zu verzeichnen haben. &mdash;
+Angenommen, es würde ein geologisch noch älterer Unterkiefer aus
+der Vorfahrenlinie des Menschen gefunden, so stünde nicht zu erwarten,
+daß er viel anders aussehen würde, als unser Fossil, das uns
+bereits bis zu jener Grenze führt, wo es spezieller Beweise bedarf (wie
+hier des Gebisses), um die Zugehörigkeit zum Menschen darzutun. Noch
+weiter abwärts kämen wir zu dem gemeinsamen Ahnen sämtlicher Primaten.
+Solch einem Unterkiefer würden wir die Vorfahrenschaft zum
+heutigen Menschen wohl kaum noch ansehen können; seine Beziehung<span class='pagenum'><a name="Page_45" id="Page_45">[Pg 45]</a></span>
+zu unserem Fossil würde aber bestimmt erkennbar sein. Das geht
+hervor aus den Annäherungen, welche die Unterkiefer niederer Affen
+und recenter wie fossiler Halbaffen bald in diesem, bald in jenem
+Punkte zu ihm aufweisen. Besonders der Ramus mandibulae ist in
+dieser Hinsicht sehr lehrreich. Als Beispiele seien herausgegriffen:
+Die Ähnlichkeit des Processus coronoideus und der flachen Incisura
+semilunaris bei Cynocephalus, die Andeutung einer Incisura subcoronoidea
+bei Mycetes, die Breite der Äste bei fossilen Lemuriden</em>.</p>
+
+<div class="footnotes">
+
+<p style="text-indent: 0;">Fußnoten:</p>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XI._11" id="Footnote_XI._11"></a><a href="#FNanchor_XI._11"><span class="label">[XI.]</span></a> Nach den neueren, durch H. <span class="smcap">Hahne</span> und E. <span class="smcap">Wüst</span><a href="#lv34">[34]</a> ausgeführten Untersuchungen liegen
+&bdquo;die paläolithischen Fundschichten der Gegend von Weimar im Ilmtale zwischen Weimar und dem 4 km
+ilmaufwärts von Weimar gelegenen Dorfe Taubach in einer aus Ablagerungen des Ilmtales aufgebauten
+Terrasse, welche durch spätere Erosion in drei Teilstücke: das Taubacher auf der rechten, das <ins title="Ehringdorfer">Ehringsdorfer</ins>
+und das Weimarer auf der linken Ilmseite, zerlegt ist&ldquo;. Nach den genannten Forschern lassen
+&bdquo;die Entstehungsart und Altersfolge der Fundschichten von vornherein nicht unbeträchtliche zeitliche
+Unterschiede zwischen den menschlichen Spuren der verschiedenen Horizonte annehmen&ldquo;.
+E. <span class="smcap">Wüst</span><a href="#lv103">[103]</a> gelangt übrigens in seiner neuesten Schrift zu dem Schlusse, daß die in Rede stehenden
+Ablagerungen von Weimar-<ins title="Eringsdorf">Ehringsdorf</ins>-Taubach dem dritten Interglacial zugerechnet werden müssen.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XII._12" id="Footnote_XII._12"></a><a href="#FNanchor_XII._12"><span class="label">[XII.]</span></a> Es gelang mir, aus dem Kalktuff von Taubach auch einen Kinderzahn nachzuweisen, den
+ich unter den von A. <span class="smcap">Weiss</span> daselbst gesammelten Fossilien vorfand und der wissenschaftlichen Bearbeitung
+durch A. <span class="smcap">Nehring</span> zuführte. Vgl. die Mitteilungen <span class="smcap">Virchows</span> in der Berliner Anthrop. Ges.
+Zeitschr. f. Ethnologie 1895 Verh. S. 338. Bald danach kam ein zweiter, schon früher in der gleichen
+Schicht aufgefundener Zahn (M&nbsp;1 inf.) zum Vorschein, dessen bisher angezweifelter Fundbericht nunmehr
+Anerkennung fand; ebd. S. 573.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XIII._13" id="Footnote_XIII._13"></a><a href="#FNanchor_XIII._13"><span class="label">[XIII.]</span></a> Auch Herr Geh. Hofrat <span class="smcap">Bütschli</span> erhielt eine Mitteilung über den Fund, die er so freundlich
+war mir sogleich zu übermitteln.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XIV._14" id="Footnote_XIV._14"></a><a href="#FNanchor_XIV._14"><span class="label">[XIV.]</span></a> Worte <span class="smcap">Joh. Friedr. Espers</span> beim Auffinden &bdquo;einer Maxilla von einem Menschen unter
+den unbekannten vierfüßigen Tieren&ldquo; in der Gailenreuther Höhle anno 1774.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XV._15" id="Footnote_XV._15"></a><a href="#FNanchor_XV._15"><span class="label">[XV.]</span></a> Die genauen Maße sind in der speziellen Beschreibung der Zähne (<a href="#I">Anhang I</a>) angeführt.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XVI._16" id="Footnote_XVI._16"></a><a href="#FNanchor_XVI._16"><span class="label">[XVI.]</span></a> Es sei auch auf die auf <a href="#Tafel_9">Taf. IX</a> wiedergegebenen Röntgenbilder verwiesen, die diesen Unterschied
+bei dem Homo Heidelbergensis (Fig. 32&ndash;38) und bei einem recenten Europäer (Fig. 39 u. 40) &mdash; das
+Alter beider kann auf etwa 40 Jahre geschätzt werden &mdash; deutlich veranschaulichen.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XVII._17" id="Footnote_XVII._17"></a><a href="#FNanchor_XVII._17"><span class="label">[XVII.]</span></a> Vgl. den von H. <span class="smcap">Klaatsch</span> auf der Frankfurter Versammlung der Deutschen Anthropologischen
+Gesellschaft 1908 gehaltenen bedeutungsvollen Vortrag über Cranio-Morphologie und
+Cranio-Trigonometrie, in welchem grundlegend die Morphologie des menschlichen Unterkiefers behandelt
+und mit Rücksicht auf die Australier-Mandibula und deren von dem Europäerkiefer abweichendes
+Verhalten zum Teil eine ganz neue Terminologie geschaffen wird, der ich &mdash; insoweit
+dies bei unserm Fossil tunlich ist &mdash; folgen werde.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XVIII._18" id="Footnote_XVIII._18"></a><a href="#FNanchor_XVIII._18"><span class="label">[XVIII.]</span></a> Dieses tritt auf der Photographie nicht deutlich genug hervor, da es in der nacherwähnten
+Furche gelegen ist.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XIX._19" id="Footnote_XIX._19"></a><a href="#FNanchor_XIX._19"><span class="label">[XIX.]</span></a> Diese sind am Original genommen; die am Gipsabguß genommenen Maße weichen hiervon
+etwas ab.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XX._20" id="Footnote_XX._20"></a><a href="#FNanchor_XX._20"><span class="label">[XX.]</span></a> Dieser Ausdruck ist neuerdings von <span class="smcap">Klaatsch</span> anstatt des bisherigen &bdquo;Symphysion&ldquo; eingeführt.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXI._21" id="Footnote_XXI._21"></a><a href="#FNanchor_XXI._21"><span class="label">[XXI.]</span></a> K. bedeutet Australier Kollektion <span class="smcap">Klaatsch</span>, <ins title="B">B.</ins> bedeutet Breslau Anatomie, und zwar
+<ins title="N C">N. C.</ins> = Neuer Katalog, A. <ins title="C">C.</ins> = Alter Katalog.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXII._22" id="Footnote_XXII._22"></a><a href="#FNanchor_XXII._22"><span class="label">[XXII.]</span></a> Fragmente einer Mandibula von Spy II sind beschrieben bei <span class="smcap">Fraipont</span> 1. c. p. 632:
+&bdquo;Cette mandibule devait &ecirc;tre plus haute, plus massive, plus robuste encore que celle du sujet No. 1&ldquo;.
+&bdquo;Le bord alv&eacute;olaire est tr&egrave;s &eacute;pais et en rapport avec le d&eacute;veloppement des alv&eacute;oles qui logent d'&eacute;normes
+molaires. Les branches volumineuses &hellip;&ldquo;. Hiernach ist es möglich, daß eine individuelle Variation
+vorlag, die noch mehr von dem ursprünglichen Typus des Homo Heidelbergensis bewahrte. Auffallend
+hingegen ist, daß <span class="smcap">Fraipont</span> die Molaren als &bdquo;enorm&ldquo; bezeichnet.</p></div>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_46" id="Page_46"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_47" id="Page_47">[Pg 47]</a></span></p>
+
+<h2><a name="Anhang" id="Anhang"></a>ANHANG<br />ZUM ANTHROPOLOGISCHEN TEIL</h2>
+
+<p class="title" style="margin-top: 5em;"><big>DIE ZÄHNE DES HOMO HEIDELBERGENSIS</big></p>
+
+<div class="center">
+<table summary="Inhaltsverzeichnis Anhang">
+ <tr>
+ <td align="right">I.</td>
+ <td align="left"><a href="#I">SPEZIELLE BESCHREIBUNG</a></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right">II.</td>
+ <td align="left"><a href="#II">TABELLEN DER MASZE UND VERGLEICHSZAHLEN</a></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right">III.</td>
+ <td align="left"><a href="#III">DIE HÖCKER DER MOLAREN</a></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right">IV.</td>
+ <td align="left"><a href="#IV">DIE PULPAHÖHLEN</a></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right">V.</td>
+ <td align="left"><a href="#V">RÖNTGENBILDER</a></td>
+ </tr>
+</table></div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_48" id="Page_48"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_49" id="Page_49">[Pg 49]</a></span></p>
+
+<h3><a name="I" id="I"></a>I. Spezielle Beschreibung.</h3>
+
+<p><b>J 1 dext.</b> (Fig. 25 a u. b, <a href="#Tafel_8">Taf. VIII</a>). Die Kaukante des mittleren rechten Schneidezahnes
+ist stark abgenutzt, so daß der Schmelzbelag oben vollständig verschwunden ist. Das
+Zahnbein ist hier muldenförmig ausgehöhlt und von einem ganz schmalen Schmelzsaume umrandet.
+Die Lippenfläche selbst bietet nichts Absonderliches. Die Zungenfläche zeigt an der
+Basis einen eben angedeuteten Schmelzwulst, der gegen die Schneidekante zu, sich allmählich
+abflachend, ausläuft. Vom unteren Schmelzrande 4,1&nbsp;mm entfernt findet sich eine seichte
+Querfurche, die von einer Seite zur andern verläuft, sich auf die Seitenflächen fortsetzt und
+noch am Seitenrande der Lippenfläche erkennbar ist. Weiter aufwärts, 5,6&nbsp;mm vom unteren
+Schmelzrande entfernt, findet sich eine ebenso verlaufende, aber deutlichere Furche. Die
+beiden Wurzelflächen sind der Länge nach eingefurcht, die distale tiefer als die mesiale. Die
+Wurzelspitze ist mesial etwas gekrümmt. &mdash; Die Maße sind folgende: Totale Länge 23,2<a name="FNanchor_XXIII._23_1" id="FNanchor_XXIII._23_1"></a><a href="#Footnote_XXIII._23_1" class="fnanchor">[XXIII.]</a>;
+Kronenlänge oder -höhe 7,5<a name="FNanchor_XXIII._23_2" id="FNanchor_XXIII._23_2"></a><a href="#Footnote_XXIII._23_2" class="fnanchor">[XXIII.]</a>; Kronenbreite (mesiodistaler Durchmesser) 5,5; Kronendicke
+(labiolingualer Durchmesser) 7,1; Wurzeldurchmesser 7,2 und 4,2&nbsp;mm.</p>
+
+<p><b>J 1 sin.</b> (Fig. 26 a u. b). Der mittlere linke Schneidezahn ist ebenso stark abgenutzt
+wie J 1 dext. An der Lippenfläche findet sich 2,2&nbsp;mm vom unteren Schmelzrande entfernt
+eine ganz schwache Querfurche und 3,6&nbsp;mm höher eine gleiche. Die Zungenfläche ist derjenigen
+des rechten mittleren Schneidezahnes sehr ähnlich; sie zeigt zwei horizontal bogenförmig
+verlaufende Querfurchen, von welchen die eine 4&nbsp;mm, die andere 5,7&nbsp;mm vom
+unteren Schmelzrande entfernt ist. Die Seitenflächen zeigen keine Besonderheiten. Die
+Spitze der von beiden Seiten stark flach gedrückten Wurzel ist abgebrochen und steckt
+im Kiefer. Die beiden Wurzelflächen sind der Länge nach eingefurcht, die mesiale schwächer
+als die distale. &mdash; Maße: Kronenlänge 6,9<a name="FNanchor_XXIII._23" id="FNanchor_XXIII._23"></a><a href="#Footnote_XXIII._23" class="fnanchor">[XXIII.]</a>; Kronenbreite 5,0; Kronendicke 7,1; Wurzeldurchmesser
+7,2 und 4,1&nbsp;mm.</p>
+
+<p><b>J 2 dext.</b> (Fig. 24 a u. b). Die Krone des seitlichen rechten Schneidezahnes ist,
+wie bei J 1 dext. stark abgekaut; sie ist 0,5&nbsp;mm breiter als bei letzterem. Ihre Lippenfläche
+weist außer einer eben angedeuteten Querfurchung keine Besonderheiten auf. Die
+Zungenfläche zeigt ähnlich wie bei J 1 dext. einen Basalwulst, der sich gegen die Schneide
+hin in der Weise abdacht, daß in der Mittellinie eine Erhebung bestehen bleibt. Distal<span class='pagenum'><a name="Page_50" id="Page_50">[Pg 50]</a></span>
+von dieser findet sich eine deutlich erkennbare Einsenkung, mesial ist solche kaum wahrnehmbar.
+Die beiden Wurzelflächen sind wie bei J 1 dext. der Länge nach gefurcht. Da
+die Wurzel dieses Zahnes bei der Ausgrabung des Unterkiefers mitten durchschlagen wurde
+&mdash; die Spitze steckt noch im Kiefer &mdash;, so gewinnt man einen Einblick in den Wurzelkanal,
+der ziemlich geräumig und seitlich zusammengedrückt ist. Maße: Kronenlänge 8,0;
+Kronenbreite 6,0; Kronendicke 7,8; Wurzeldurchmesser 7,9 und 4,5&nbsp;mm.</p>
+
+<p><b>J 2 sin.</b> (Fig. 27). Die Schmelzfläche des seitlichen linken Schneidezahnes ist bis in die
+Hälfte des Zahnes hinein abgesprengt, so daß die Pulpakammer ungefähr in der Mitte ihrer Tiefe
+eröffnet ist. Die Kaukante ist wie bei den übrigen Incisiven stark abgenutzt. Die Lippenfläche
+zeigt 2,5&nbsp;mm von der unteren Schmelzgrenze entfernt eine seichte Querfurche. Die
+Zungenfläche weist unten eine deutliche Schmelzerhebung und nach oben verschiedene
+Grübchen und Leisten auf, die den Eindruck der Schmelzhyperplasie machen. &mdash; Maße: Kronenlänge
+8,2; Kronenbreite 6,3; Kronendicke 7,7; linguolabialer Wurzeldurchmesser 7,6&nbsp;mm.</p>
+
+<p><b>C dext.</b> (<a href="#Tafel_8">Taf. VIII</a>, Fig. 22). Die Schneidekante des rechten Eckzahnes ist stark abgenutzt,
+so daß in der Kauebene eine halbmondförmige Figur entsteht, die von einem durchschnittlich
+1&nbsp;mm dicken Schmelzrande gebildet wird, innerhalb dessen etwas tiefer liegend
+ein dunkelbraun gefärbter, ebenfalls halbmondförmig gestalteter Kern von Dentin erscheint.
+Dieser ist mesiodistal 5,2&nbsp;mm lang und labiolingual bis zu 2,3&nbsp;mm breit. Die Lippenfläche
+der Krone ist sowohl mesiodistal wie in der Richtung von oben nach unten gewölbt, und
+zwar ist die erstgenannte Kurve auf der mesialen Seite stärker gebogen als auf der distalen.
+Die Lippenfläche, zeigt deutlich zwei horizontale Schmelzerhebungen, welchen je eine Querfurche
+entspricht, von denen die obere deutlicher als die untere ausgeprägt ist.</p>
+
+<p>An der Basis der Zungenfläche ist ein Tuberculum angedeutet, von dem zwei Randleisten
+bis zur Kaukante ausgehen, sowie eine sich früher verlierende Mittelleiste. Zwischen
+den Randleisten und der Mittelleiste verläuft, distal deutlicher als mesial, je eine Furche.
+Am Ende der Mittelleiste und etwas nach der distalen Seite gerückt, findet sich eine grubenförmige
+Vertiefung. &mdash; Sonst wäre noch zu erwähnen, daß die Schmelzgrenze sich an der
+Lippenfläche 1,2&nbsp;mm tiefer herabsenkt, als an der Zungenfläche, sowie daß die Höhenlage
+des Schmelzrandes auf der mesialen Seite 0,9&nbsp;mm über diejenige der distalen emporragt. &mdash;
+Maße: Kronenlänge 8,7; Kronenbreite 7,6; Kronendicke 9,0&nbsp;mm.</p>
+
+<p><b>C sin.</b> (Fig. 23). Die Kaukante des linken Eckzahnes verhält sich ganz ähnlich wie
+bei C 1 dext.; leider ist beim Schaufeln des den Unterkiefer enthaltenden Sandes von der mesialen
+Seitenfläche ein wenig vom Schmelz abgesprengt worden. Die Lippenfläche entspricht
+derjenigen des Caninus der rechten Seite; nur sind die quer verlaufenden Schmelzerhebungen
+und Furchen weniger deutlich ausgeprägt. Lingual ist ebenfalls ein basales Tuberculum<span class='pagenum'><a name="Page_51" id="Page_51">[Pg 51]</a></span>
+angedeutet, von dem in gleicher Weise wie beim rechten Eckzahne zwei Randleisten, zwei
+Furchen und eine kleinere Mittelleiste auslaufen; jedoch fehlt das Grübchen oberhalb dieser.</p>
+
+<p>Die Schmelzgrenze senkt sich an der Lippenfläche 0,8&nbsp;mm tiefer herab, als an der
+Zungenfläche; die Höhenlage des Schmelzrandes ragt auf der mesialen Seite ebenso wie
+bei C 1 dext. 0,9&nbsp;mm über diejenige der distalen empor. &mdash; Maße: Kronenlänge 8,9; Kronenbreite
+7,7; Kronendicke 9,0&nbsp;mm.</p>
+
+<p><b>P&nbsp;1 dext.</b> (Fig. 22). An dem rechten vorderen Prämolarzahn ist der Wangenhöcker
+ziemlich stark abgekaut, so daß das Zahnbein in einer bis 0,5&nbsp;mm breiten und
+5,5&nbsp;mm langen, eben bemerkbaren Einbuchtung zutage tritt. Der Zungenhöcker zeigt in
+der Mitte eine an der Basis 3,4&nbsp;mm breite, nach oben spitz zulaufende 6,2&nbsp;mm lange gratartige
+Schmelzleiste, welche die obere Kante nicht erreicht. Rechts und links davon sind
+zwei deutlich ausgeprägte Randleisten vorhanden, die von der Mittelleiste jederseits durch
+ein Grübchen getrennt sind, von denen jedes gegen die Basis in eine seichte Schmelzfalte
+ausläuft. Der linguale Höcker erreicht nicht vollständig die Höhe der Kauebene. Maße:
+Kronenhöhe in der Mittellinie 8,0; Kronenbreite 8,1; Kronendicke 9,0&nbsp;mm.</p>
+
+<p><b>P&nbsp;1 sin.</b> (Fig. 28 a u. b). An dem noch vorhandenen Rest der Krone des ersten
+linken Prämolarzahnes ist der Zungenhöcker abgebrochen. An der Kaufläche des Wangenhöckers
+sieht man eine ähnliche Abnutzung wie bei P&nbsp;1 dext. Die Schmelzschicht der
+Wangenseite ist in ihrem unteren Teile ebenfalls zerstört.</p>
+
+<p><b>P&nbsp;2 dext.</b> (Fig. 22). Der rechte zweite Prämolarzahn zeigt deutlich zwei Höcker,
+von denen der buccale eine Abnutzung aufweist. Der labiale Höcker erreicht gerade die
+Höhe der Kauebene. Beide Höcker sind durch eine gut entwickelte Schmelzleiste verbunden,
+die in der Mitte vertieft und eingeschnitten ist. Zu beiden Seiten dieser Mittelleiste
+finden sich randständig von den Seitenwülsten begrenzt Grübchen, von denen das
+mesiale oval ist, während das distale eine V-förmige Furchenzeichnung aufweist. &mdash; Maße:
+Kronenlänge über der Mittellinie 6,9; Kronenbreite 7,5; Kronendicke 9,2&nbsp;mm.</p>
+
+<p><b>P&nbsp;2 sin.</b> (Fig. 29 a u. b). An dem noch vorhandenen Rest der Krone des zweiten
+linken Prämolarzahnes ist sowohl an der labialen und lingualen, wie auch an der mesialen
+Seite der Kaufläche der Schmelz stark beschädigt, so daß Messungen nicht mehr ausführbar
+sind. Soweit die Kaufläche noch erhalten ist, sieht man, daß der Zungenhöcker gut
+entwickelt ist. Derselbe ist durch eine Schmelzleiste mit dem Wangenhöcker verbunden.
+Neben dieser Leiste befindet sich ein Grübchen mit sternförmiger Zeichnung.</p>
+
+<p><b>M&nbsp;1 dext.</b> (Fig. 22). Die fünf Höcker des ersten rechten Mahlzahnes sind so weit abgekaut,
+daß das dunkel gefärbte Dentin gleich den Augen eines Spielwürfels zutage tritt. Die
+Kaufläche zeigt eine zickzackartig verlaufende Längsfurche. Von dieser zweigen buccalwärts<span class='pagenum'><a name="Page_52" id="Page_52">[Pg 52]</a></span>
+zwei Querfurchen, lingualwärts eine ab, welche, die Höcker voneinander scheidend, sich über
+den Seitenrand der Krone hinab bis zur Schmelzgrenze verfolgen lassen. &mdash; Die Anordnung
+der Höcker und Furchen auf diesem Molar entspricht gut dem von <span class="smcap">Röse</span> in &bdquo;E. <span class="smcap">Selenka</span>,
+Menschenaffen I, S. 127, Fig. 159 c und d&ldquo;, aufgestellten Idealtypus des menschlichen fünfhöckerigen
+M&nbsp;1 inf. &mdash; Maße: Kronenlänge 5,1; Kronenbreite 11,6; Kronendicke 11,2&nbsp;mm.</p>
+
+<p><b>M&nbsp;1 sin.</b> (Fig. 30 a u. b). Die Krone des ersten linken Molaren war durch kohlensauren
+Kalk so fest mit einem Kalksteingeröll verkittet (<a href="#Tafel_6">Taf. VI</a>, Fig. 11 u. 14), daß sie
+bei der vermittelst Salzsäure bewirkten Ablösung des Gerölls an diesem haften blieb. Hierbei
+lösten sich am Rande geringe Mengen von Schmelz ab, die eine genaue Messung der
+Krone nicht mehr gestatten. Die Kaufläche dieses Mahlzahnes ist stärker abgenützt, als
+diejenige von M&nbsp;1 dext. Sie hat eine nahezu viereckige Gestalt und zeigt eine ähnliche
+Anordnung der fünf Höcker, wie der rechte erste Molar; nur ist der distale Höcker ganz
+an der Wangenseite gelegen, so daß die ihn vom lingualen Höcker abtrennende Längsfurche
+in der Mitte des Zahnes verläuft. &mdash; Das Pulpenkammerdach zeigt, von unten betrachtet,
+wie die Abbildung <a href="#Tafel_8">Taf. VIII</a>, Fig. 30 b erkennen läßt, fünf Ausstülpungen, die den Höckern
+entsprechen. &mdash; Die Dicke der Schmelzschicht läßt sich an diesem Zahne nicht zuverlässig
+ermitteln, da die Krone nicht glatt abgesprengt ist wie bei M&nbsp;2 sin.</p>
+
+<p><b>M&nbsp;2 dext.</b> (Fig. 22). Die Höcker des zweiten rechten Molaren sind nur im mesialen
+Teile derart abgekaut, daß lingual und buccal je ein Dentinkern sichtbar wird. Bei dem
+beträchtlichen Umfange des übrigen (distalen) Teiles der Kaufläche ist daher, zumal die
+abgetrennte Krone von M&nbsp;2 sin. deutlich fünf Höcker erkennen läßt, zu vermuten, daß
+hier ebenfalls weitere drei Höcker zur Ausbildung gelangten. Eine Stütze für diese Annahme
+bietet das Röntgenbild, das, namentlich wenn man die Glasplatte gegen das Licht
+hält, am Dach der Pulpakammer distalwärts zwei Höcker dicht nebeneinander erkennen
+läßt, die eine ähnliche Anordnung der beiden buccodistalen Höcker wie bei M&nbsp;1 dext. vermuten
+lassen, während der fünfte linguodistal stehende Höcker auf dem Röntgenogramm
+verdeckt wird. Bezüglich der Schmelzfurche läßt sich noch folgendes erkennen: Die
+Längsfurche ist in der Mitte durch eine quere Schmelzleiste durchbrochen, welche auf
+beiden Seiten von einer Querfurche begrenzt ist. Die vordere Querfurche gabelt sich
+buccal- und lingualwärts, die hintere in distaler Richtung, wobei sie sich zum Schluß nochmals
+gabelt. Die vordere Querfurche setzt sich auf der buccalen Außenwand der Zahnkrone
+bis zur Basis fort. Maße: Kronenlänge 5,2; Kronenbreite 12,7; Kronendicke 12,0&nbsp;mm.</p>
+
+<p><b>M&nbsp;2 sin.</b> (Fig. 31 a u. b). Die Kaufläche des zweiten linken Molaren gehört, wie
+insbesondere das Pulpadach deutlich erkennen läßt, dem Fünfhöckertypus an. Die Längsfurche
+beginnt mit einer mesial gerichteten Gabelung, verläuft dann lingualwärts gebogen<span class='pagenum'><a name="Page_53" id="Page_53">[Pg 53]</a></span>
+bis zur Querfurche, die wie bei M&nbsp;2 dext. von einer Querleiste begrenzt wird. Die Längsfurche
+setzt sich distal von dieser fort, zuerst buccal-, zum Schluß distalwärts sich gabelnd.</p>
+
+<p>Von unten betrachtet, zeigt das Pulpenkammerdach fünf den Höckern entsprechende
+Ausstülpungen, die eine kreuzförmige Erhebung umgeben. Der distale Längsschenkel
+des Kreuzes ist länger als der mesiale und weicht gegen die Zungenseite hin ab. Die Verteilung
+der Einsenkungen ist aus der Abbildung Fig. 31 b ersichtlich. &mdash; Maße: Kronenlänge
+6,0; Kronenbreite etwa 12,9; Kronendicke etwa 11,0&nbsp;mm.</p>
+
+<p><b>M&nbsp;3 dext.</b> (Fig. 22). Der dritte rechte Molar zeigt den Fünfhöckertypus. Die im
+mesialen Teile der Kaufläche stark vertiefte Längsfurche grenzt durch eine Umbiegung nach
+der lingualen Seite hin den Zungenhöcker von dem Wangenhöcker deutlich ab. Buccalwärts
+von dieser Biegung findet sich ein Grübchen. Die Längsfurche wird durch eine auf
+der Abbildung nicht so deutlich hervortretende Querleiste unterbrochen, von welcher distal
+eine Querfurche verläuft, die sich auf die buccale Fläche der Zahnkrone fortsetzt; auch
+lingual kerbt sie den Seitenrand deutlich ein. Sie zeigt mehrere kleine Verästelungen. Die
+Fortsetzung der Längsfurche gabelt sich bereits in einer Entfernung von 1,2&nbsp;mm von
+der Querfurche. Die ebenfalls nur 1,2&nbsp;mm langen Schenkel dieser rechtwinkeligen Gabelung
+erreichen nicht den Rand der Krone. Man sieht aber an der Seitenwand derselben noch Andeutungen
+einer Abgrenzung des Höckers, dessen Verschwinden offenbar auf die Abkauung
+zurückzuführen ist. Bemerkenswert ist noch, daß dieser fünfte Höcker genau am distalen
+Ende des Zahnes gelegen ist, während er sich bei M&nbsp;1 dext. mehr der buccalen Seite zuneigt.
+Die auf der Abbildung an der buccalen Seite befindliche dunkle Stelle ist nicht vertieft, wie
+es den Anschein haben könnte, sondern schwarz gefärbt, während die Dentinkerne auf
+den anderen Molaren rostbraun sind. &mdash; Die Kaufläche dieses Zahnes läßt eine größere
+Zersplitterung, als bei M&nbsp;1 u. 2 erkennen, ähnlich wie dies auch am Weisheitszahn des
+recenten Europäers beobachtet werden kann. &mdash; Maße: Kronenlänge 5,3; Kronenbreite 12,2;
+Kronendicke 10,9&nbsp;mm.</p>
+
+<p><b>M&nbsp;3 sin.</b> (Fig. 23). Der dritte linke Molar ist stärker abgekaut als der rechte.
+Infolgedessen ist die Zeichnung der Furchen undeutlicher. Die Längsfurche liegt näher
+der lingualen, als der buccalen Seite. Die Querfurche liegt mehr im distalen Teil der Kaufläche.
+Sie geht auf der Wangenseite bis zur Schmelzgrenze hinab, während sie auf der
+Zungenseite nur den Rand einschneidet. Die Längsfurche verläuft nicht in kontinuierlicher
+Tiefe, sondern sie wird von der Querfurche durch zwei Querleisten nahezu aufgehoben.
+Zwischen diesen Querleisten und vor der mesialen findet sich jeweils ein Grübchen.
+&mdash; Maße: Kronenlänge 5,1; Kronenbreite 11,5; Kronendicke 11,3&nbsp;mm.</p>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_54" id="Page_54">[Pg 54]</a></span></p>
+
+<h3><a name="II" id="II"></a>II. Tabellen der Maße und Vergleichszahlen.</h3>
+
+<p style="text-align: center;">Alle Maße in Millimeter.</p>
+
+<table id="p64" cellpadding="2" summary="Maße und Vergleichszahlen">
+ <tr>
+ <td class="td1" colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td2" align="center">Totale Länge</td>
+ <td class="td3" colspan="2" align="center">Kronenlänge<br /> oder -höhe</td>
+ <td class="td3" align="center">Kronenbreite<br />(mesiodistaler Durchmesser)</td>
+ <td class="td3" align="center">Kronendicke<br />(labiolingualer Durchmesser)</td>
+ <td class="td3" align="center">Labiolingualer Wurzeldurchmesser</td>
+ <td class="td3" align="center">Mesiodistaler Wurzeldurchmesser</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td class="td4" colspan="3" align="left"><b>J 1 inf.</b></td>
+ <td class="td5">&nbsp;</td>
+ <td class="td6" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td6">&nbsp;</td>
+ <td class="td6">&nbsp;</td>
+ <td class="td6">&nbsp;</td>
+ <td class="td6">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="right">(<a href="#Tafel_8">Taf. VIII</a>. Fig. 25 u. 26)</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Homo</td>
+ <td align="left">Heidelberg.</td>
+ <td align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">23,2</td>
+ <td class="td8" align="center">7,5</td>
+ <td class="td8" rowspan="2" align="center">&nbsp;stark<br />&nbsp;abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">5,5</td>
+ <td class="td8" align="center">7,1</td>
+ <td class="td8" align="center">7,2</td>
+ <td class="td8" align="center">4,2</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">6,9</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0</td>
+ <td class="td8" align="center">7,1</td>
+ <td class="td8" align="center">7,2</td>
+ <td class="td8" align="center">4,1</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Krapina<a name="FNanchor_XXIV._24" id="FNanchor_XXIV._24"></a><a href="#Footnote_XXIV._24" class="fnanchor">[XXIV.]</a></td>
+ <td class="td7" align="center">26,0</td>
+ <td class="td8" align="center">10,2</td>
+ <td class="td8" align="center">&nbsp;im<br />&nbsp;Gebrauch<br />&nbsp;gewesen</td>
+ <td class="td8" align="center">6,2</td>
+ <td class="td8" align="center">8,1</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Spy</td>
+ <td colspan="2" align="left">I<a name="FNanchor_XXV._25" id="FNanchor_XXV._25"></a><a href="#Footnote_XXV._25" class="fnanchor">[XXV.]</a></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" rowspan="2" align="center">&nbsp;sehr stark<br />&nbsp;abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">4,0</td>
+ <td class="td8" align="center">7,0</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">II</td>
+ <td class="td7" align="center">22,5</td>
+ <td class="td8" align="center">5,5</td>
+ <td class="td8" align="center">6,0</td>
+ <td class="td8" align="center">7,5</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Ochos</td>
+ <td colspan="2" align="left">dext.<a name="FNanchor_XXVI._26" id="FNanchor_XXVI._26"></a><a href="#Footnote_XXVI._26" class="fnanchor">[XXVI.]</a></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0</td>
+ <td class="td8" align="center">7,5</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0</td>
+ <td class="td8" align="center">7,7</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Recenter Europäer</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">nach</td>
+ <td colspan="2" align="left"><span class="smcap">Mühlreiter&nbsp;</span><a name="FNanchor_XXVII._27" id="FNanchor_XXVII._27"></a><a href="#Footnote_XXVII._27" class="fnanchor">[XXVII.]</a></td>
+ <td class="td7" align="center">18&ndash;27</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">7,9&ndash;11,5</td>
+ <td class="td8" align="center">4,7&ndash;6,3</td>
+ <td class="td8" align="center">5,2&ndash;6,8</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left"><span class="smcap">Black</span><a name="FNanchor_XXVIII._28" id="FNanchor_XXVIII._28"></a><a href="#Footnote_XXVIII._28" class="fnanchor">[XXVIII.]</a></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">7,0&ndash;10,5</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0&ndash;6,0</td>
+ <td class="td8" align="center">5,5&ndash;6,5</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left"><b>J 2 inf.</b></td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left"><span style="margin-left: 2em;">(Fig. 24 u. 27)</span></td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Homo</td>
+ <td align="left">Heidelberg.</td>
+ <td align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">8,0</td>
+ <td class="td8" rowspan="2" align="center">stark<br />abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">6,0</td>
+ <td class="td8" align="center">7,8</td>
+ <td class="td8" align="center">7,9</td>
+ <td class="td8" align="center">4,5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">8,2</td>
+ <td class="td8" align="center">6,3</td>
+ <td class="td8" align="center">7,7</td>
+ <td class="td8" align="center">7,6</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Krapina</td>
+ <td class="td7" align="center">26,5</td>
+ <td class="td8" align="center">10,0</td>
+ <td class="td8" align="center">im<br />Gebrauch<br />gewesen</td>
+ <td class="td8" align="center">7,5</td>
+ <td class="td8" align="center">8,2</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Spy</td>
+ <td colspan="2" align="left">I</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" rowspan="2" align="center">sehr stark<br />abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0</td>
+ <td class="td8" align="center">7,0</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">II</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">6,0</td>
+ <td class="td8" align="center">6,0</td>
+ <td class="td8" align="center">8,0</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Ochos</td>
+ <td colspan="2" align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">6,5</td>
+ <td class="td8" align="center">8,0</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,5</td>
+ <td class="td8" align="center">8,2</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Recenter Europäer</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">nach</td>
+ <td colspan="2" align="left"><span class="smcap">Mühlreiter&nbsp;</span></td>
+ <td class="td7" align="center">19&ndash;29</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">8,2&ndash;11,8</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0&ndash;7,2</td>
+ <td class="td8" align="center">5,4&ndash;7,2</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left"><span class="smcap">Black</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">7,0&ndash;12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0&ndash;6,5</td>
+ <td class="td8" align="center">6,0&ndash;7,5</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_55" id="Page_55">[Pg 55]</a></span></p>
+
+<table id="p65" cellpadding="2" summary="Maße und Vergleichszahlen">
+ <tr>
+ <td class="td1" colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td2" align="center">Totale Länge</td>
+ <td class="td3" colspan="2" align="center">Kronenlänge<br /> oder -höhe</td>
+ <td class="td3" align="center">Kronenbreite<br />(mesiodistaler<br />Durchmesser)</td>
+ <td class="td3" colspan="2" align="center">Kronendicke<br />(labiolingual.<br />bzw. buccaler<br />Durchmesser)</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td class="td4" colspan="3" align="left"><b>C inf.</b> (Fig. 22 u. 23)</td>
+ <td class="td5">&nbsp;</td>
+ <td class="td6" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td6">&nbsp;</td>
+ <td class="td6" colspan="2">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Homo</td>
+ <td align="left">Heidelbergensis</td>
+ <td align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">8,7</td>
+ <td class="td8" rowspan="2" align="center">stark<br />abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">7,6</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">8,9</td>
+ <td class="td8" align="center">7,7</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Krapina</td>
+ <td colspan="2" align="left">im Gebrauch gewesen</td>
+ <td class="td7" align="center">35,2</td>
+ <td colspan="2" class="td8" align="center">13,4</td>
+ <td class="td8" align="center">8,0&ndash;8,4</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">etwa 10,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Krapina</td>
+ <td colspan="2" align="left">noch nicht im Gebrauch<br />gewesen</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td colspan="2" class="td8" align="center">12,3&ndash;14,0</td>
+ <td class="td8" align="center">7,55&ndash;8,2</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">8,2&ndash;10,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Spy</td>
+ <td colspan="2" align="left">I</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" rowspan="2" align="center">sehr stark<br />abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">6,0</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">8,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 0.5em;">&raquo;</span></td>
+ <td colspan="2" align="left">II</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">7,0</td>
+ <td class="td8" align="center">7,5</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Ochos</td>
+ <td colspan="2" align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">7,5</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">7,0</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,6</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Recenter Europäer</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">nach</td>
+ <td colspan="2" align="left"><span class="smcap">Mühlreiter&nbsp;</span></td>
+ <td class="td7" align="center">20&ndash;34</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">8,5&ndash;14,5</td>
+ <td class="td8" align="center">5,5&ndash;8,0</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">6,9&ndash;9,5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 1em;">&raquo;</span></td>
+ <td colspan="2" align="left"><span class="smcap">Black</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">8,0&ndash;12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0&ndash;9,0</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">6,0&ndash;10,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Dryopithecus Fontani Lartet<a name="FNanchor_XXIX._29" id="FNanchor_XXIX._29"></a><a href="#Footnote_XXIX._29" class="fnanchor">[XXIX.]</a><br /><span style="margin-left: 2em;">(Saint Gaudens)</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">15,5<br />18(?)</td>
+ <td class="td8" align="center">labial<br />lingual</td>
+ <td class="td8" align="center">9,5</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">11,5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left"><b>P&nbsp;1 inf.</b> (Fig. 22 u. 28)</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Homo</td>
+ <td align="left">Heidelbergensis</td>
+ <td align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">8,0</td>
+ <td class="td8" rowspan="2" align="center">&nbsp;mäßig stark<br />abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">8,1</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">?</td>
+ <td class="td8" align="center">7,3</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">?</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Krapina</td>
+ <td colspan="2" align="left">im Gebrauch gewesen</td>
+ <td class="td7" align="center">23,7&ndash;27,0</td>
+ <td colspan="2" class="td8" align="center">8,6&ndash;9,0</td>
+ <td class="td8" align="center">7,8&ndash;8,3</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,0&ndash;10,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Krapina</td>
+ <td colspan="2" align="left">noch nicht im Gebrauch<br />gewesen</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td colspan="2" class="td8" align="center">10,2</td>
+ <td class="td8" align="center">8,1</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">8,5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Spy</td>
+ <td colspan="2" align="left">I</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0</td>
+ <td class="td8" rowspan="2" align="center">sehr stark<br />abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">6,5</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">8,5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 0.5em;">&raquo;</span></td>
+ <td colspan="2" align="left">II</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">6,0</td>
+ <td class="td8" align="center">7,5</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Ochos</td>
+ <td colspan="2" align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">7,5</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,6</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">7,0</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,9</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Recenter Europäer</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">nach</td>
+ <td colspan="2" align="left"><span class="smcap">Mühlreiter&nbsp;</span></td>
+ <td class="td7" align="center">18,5&ndash;27,0</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">7,5&ndash;11,0</td>
+ <td class="td8" align="center">6,0&ndash;8,0</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">6,7&ndash;8,9</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 1em;">&raquo;</span></td>
+ <td colspan="2" align="left"><span class="smcap">Black</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">6,5&ndash;9,0</td>
+ <td class="td8" align="center">6,0&ndash;8,0</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">7,0&ndash;8,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Dryopithecus Fontani Lartet<a name="FNanchor_XXIX._29_1" id="FNanchor_XXIX._29_1"></a><a href="#Footnote_XXIX._29_1" class="fnanchor">[XXIX.]</a><br /><span style="margin-left: 2em;">(Saint Gaudens)</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">10,0 labial</td>
+ <td class="td8" align="center">13,0</td>
+ <td class="td8" align="center">7,5</td>
+ <td class="td8" align="left">Dies. Zahn<br />hat eine<br />schiefe<br />Stellung</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left"><b>P&nbsp;2 inf.</b> (Fig. 22 u. 29)<span class='pagenum'><a name="Page_56" id="Page_56">[Pg 56]</a></span></td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Homo</td>
+ <td align="left">Heidelbergensis</td>
+ <td align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">6,7</td>
+ <td class="td8" rowspan="2" align="center">etwas<br />abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">7,5</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,2</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Krapina</td>
+ <td colspan="2" align="left">im Gebrauch gewesen</td>
+ <td class="td7" align="center">25,9</td>
+ <td colspan="2" class="td8" align="center">8,0</td>
+ <td class="td8" align="center">8,5</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,9</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Krapina</td>
+ <td colspan="2" align="left">noch nicht im Gebrauch<br />gewesen</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td colspan="2" class="td8" align="center">7,7</td>
+ <td class="td8" align="center">8,35</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,55</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Spy</td>
+ <td colspan="2" align="left">I</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">5,0</td>
+ <td class="td8" align="center">6,5</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">8,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 0.5em;">&raquo;</span></td>
+ <td colspan="2" align="left">II</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">7,0</td>
+ <td class="td8" align="center">7,0&ndash;7,5</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Ochos</td>
+ <td colspan="2" align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">7,0</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,7</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">6,5</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">9,3</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Recenter Europäer</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">nach</td>
+ <td colspan="2" align="left"><span class="smcap">Mühlreiter&nbsp;</span></td>
+ <td class="td7" align="center">19,0&ndash;27,5</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">6,9&ndash;10,0</td>
+ <td class="td8" align="center">6,2&ndash;8,8</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">7,9&ndash;9,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 1em;">&raquo;</span></td>
+ <td colspan="2" align="left"><span class="smcap">Black</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">6,0&ndash;10,0</td>
+ <td class="td8" align="center">6,5&ndash;8,0</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">7,9&ndash;9,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Dryopithecus Fontani Lartet<a name="FNanchor_XXIX._29_2" id="FNanchor_XXIX._29_2"></a><a href="#Footnote_XXIX._29_2" class="fnanchor">[XXIX.]</a><br /><span style="margin-left: 2em;">(Saint Gaudens)</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">7,0<br />5,5</td>
+ <td class="td8" align="center">labial<br />lingual</td>
+ <td class="td8" align="center">8,5</td>
+ <td class="td8" align="center">7,5</td>
+ <td class="td8" align="left">der Zahn<br />steht<br />schief wie<br />P&nbsp;1</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<table id="p66" cellpadding="2" summary="Maße und Vergleichszahlen">
+ <tr>
+ <td class="td1" colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td2" align="center">Totale Länge</td>
+ <td class="td3" colspan="2" align="center">Kronenlänge<br /> oder -höhe</td>
+ <td class="td3" align="center">Kronenbreite<br />(mesiodistaler<br />Durchmesser)</td>
+ <td class="td3" align="center">Kronendicke<br />(buccolingualer<br />Durchmesser)</td>
+ <td class="td3" align="center">Breite:Dicke<br />wie</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td class="td4" colspan="3" align="left"><b>M&nbsp;1 inf.</b> (Fig. 22 u. 30)</td>
+ <td class="td5">&nbsp;</td>
+ <td class="td6" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td6">&nbsp;</td>
+ <td class="td6">&nbsp;</td>
+ <td class="td6">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Homo</td>
+ <td align="left">Heidelbergens.</td>
+ <td align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,1</td>
+ <td class="td8" rowspan="2" align="center">stark<br />abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">11,6</td>
+ <td class="td8" align="center">11,2</td>
+ <td class="td8" align="center">100:96,6</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">etwa 11,1</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Krapina</td>
+ <td colspan="2" align="left">im Gebrauch gewesen</td>
+ <td class="td7" align="center">19,3&ndash;26,4</td>
+ <td colspan="2" class="td8" align="center">6,5&ndash;9,4</td>
+ <td class="td8" align="center">11,2&ndash;13,8</td>
+ <td class="td8" align="center">10,5&ndash;12,4</td>
+ <td class="td8" align="center">100:107,1<a name="FNanchor_XXX._30" id="FNanchor_XXX._30"></a><a href="#Footnote_XXX._30" class="fnanchor">[XXX.]</a></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">noch nicht im Gebrauch<br />gewesen</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td colspan="2" class="td8" align="center">6,5&ndash;9,0</td>
+ <td class="td8" align="center">12,4&ndash;13,4</td>
+ <td class="td8" align="center">10,8&ndash;12,4</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Spy</td>
+ <td colspan="2" align="left">I</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0</td>
+ <td class="td8" rowspan="2" align="center">sehr stark<br />abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">10,0</td>
+ <td class="td8" align="center">10,5</td>
+ <td class="td8" align="center">100:105</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 0.5em;">&raquo;</span></td>
+ <td colspan="2" align="left">II</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0</td>
+ <td class="td8" align="center">11,0&ndash;11,5</td>
+ <td class="td8" align="center">11,0&ndash;11,5</td>
+ <td class="td8" align="center">100:100</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Ochos</td>
+ <td colspan="2" align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">11,5</td>
+ <td class="td8" align="center"><ins title="11">11,0</ins></td>
+ <td class="td8" align="center">100:95,7</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">11,2</td>
+ <td class="td8" align="center">100:93,3</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Recenter Europäer</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;<span class='pagenum'><a name="Page_57" id="Page_57">[Pg 57]</a></span></td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">nach</td>
+ <td colspan="2" align="left"><span class="smcap">Mühlreiter&nbsp;</span></td>
+ <td class="td7" align="center">18,3&ndash;26,0</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">7,0&ndash;9,0</td>
+ <td class="td8" align="center">10,0&ndash;12,2</td>
+ <td class="td8" align="center">9,0&ndash;11,0</td>
+ <td class="td8" align="center">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 1em;">&raquo;</span></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Black</span></td>
+ <td align="left">größte</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">10,0</td>
+ <td class="td8" align="center">12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">11,5</td>
+ <td class="td8" align="center">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">&nbsp;</td>
+ <td align="left">&nbsp;</td>
+ <td align="left">mittel</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">7,7</td>
+ <td class="td8" align="center">11,2</td>
+ <td class="td8" align="center">10,3</td>
+ <td class="td8" align="center">100:92</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">&nbsp;</td>
+ <td align="left">&nbsp;</td>
+ <td align="left">kleinste</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">7,0</td>
+ <td class="td8" align="center">11,0</td>
+ <td class="td8" align="center">10,0</td>
+ <td class="td8" align="center">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Taubach<a name="FNanchor_XXXI._31" id="FNanchor_XXXI._31"></a><a href="#Footnote_XXXI._31" class="fnanchor">[XXXI]</a></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">11,7</td>
+ <td class="td8" align="center">9,9</td>
+ <td class="td8" align="center">100:84,6</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Dryopithecus Fontani Lartet<br /><span style="margin-left: 2em;">(Saint Gaudens)</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0<br />6,0</td>
+ <td class="td8" align="center">labial<br />lingual</td>
+ <td class="td8" align="center">10,5</td>
+ <td class="td8" align="center">9,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:84,6</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Chimpanse</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">11,4</td>
+ <td class="td8" align="center">10,3</td>
+ <td class="td8" align="center">100:90,3</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Orang</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">12,8</td>
+ <td class="td8" align="center">11,8</td>
+ <td class="td8" align="center">100:92,2</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">14,9</td>
+ <td class="td8" align="center">13,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:87,2</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Gorilla</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">15,3</td>
+ <td class="td8" align="center">13,5</td>
+ <td class="td8" align="center">100:88,2</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Hylobates</td>
+ <td colspan="2" align="left">leuciscus</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">6,0</td>
+ <td class="td8" align="center">15,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:83,3</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2">syndactylus</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">8,0</td>
+ <td class="td8" align="center">5,8</td>
+ <td class="td8" align="center">100:72,5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left"><b>M&nbsp;2 inf.</b> (Fig. 22 u. 31)</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Homo</td>
+ <td align="left">Heidelbergens.</td>
+ <td align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,2</td>
+ <td class="td8" rowspan="2" align="center">stark<br />abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">12,7</td>
+ <td class="td8" align="center">12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:94,5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">6,0</td>
+ <td class="td8" align="center">etwa 12,9</td>
+ <td class="td8" align="center">?</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Krapina</td>
+ <td colspan="2" align="left">im Gebrauch gewesen</td>
+ <td class="td7" align="center">19,9&ndash;21,0</td>
+ <td colspan="2" class="td8" align="center">6,8&ndash;7,5</td>
+ <td class="td8" align="center">11,4&ndash;12,5</td>
+ <td class="td8" align="center">10,6&ndash;11,4</td>
+ <td class="td8" align="center">100:92,7<a name="FNanchor_XXXII._32" id="FNanchor_XXXII._32"></a><a href="#Footnote_XXXII._32" class="fnanchor">[XXXII.]</a></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">noch nicht im Gebrauch<br />gewesen</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td colspan="2" class="td8" align="center">6,2&ndash;8,0</td>
+ <td class="td8" align="center">10,7&ndash;12,1</td>
+ <td class="td8" align="center">10,3&ndash;11,0</td>
+ <td class="td8" align="center">&mdash;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Spy</td>
+ <td colspan="2" align="left">I</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,0</td>
+ <td class="td8" rowspan="2" align="center">sehr stark<br />abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">10,0</td>
+ <td class="td8" align="center">10,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:100</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 0.5em;">&raquo;</span></td>
+ <td colspan="2" align="left">II</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,5&ndash;6,0</td>
+ <td class="td8" align="center">11,0</td>
+ <td class="td8" align="center">11,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:100</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Ochos</td>
+ <td colspan="2" align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">12,2</td>
+ <td class="td8" align="center">100:101,6</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">11,5</td>
+ <td class="td8" align="center">100:95,8</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Recenter Europäer</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">nach</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Black</span></td>
+ <td align="left">größte</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">8,0</td>
+ <td class="td8" align="center">11,0</td>
+ <td class="td8" align="center">10,5</td>
+ <td class="td8" align="center">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">&nbsp;</td>
+ <td align="left">&nbsp;</td>
+ <td align="left">mittel</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">6,9</td>
+ <td class="td8" align="center">10,7</td>
+ <td class="td8" align="center">10,1</td>
+ <td class="td8" align="center">100:94,4</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">&nbsp;</td>
+ <td align="left">&nbsp;</td>
+ <td align="left">kleinste</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">6,0</td>
+ <td class="td8" align="center">10,0</td>
+ <td class="td8" align="center">9,5</td>
+ <td class="td8" align="center">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Dryopithecus Fontani Lartet<br /><span style="margin-left: 2em;">(Saint Gaudens)</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5<br />6</td>
+ <td class="td8" align="center">buccal,<br />lingual</td>
+ <td class="td8" align="center">12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">10,5</td>
+ <td class="td8" align="center">100:87,5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Isolierter Zahn derselben<br /><span style="margin-left: 2em;">Species, wenig abgekaut</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">6<br />6</td>
+ <td class="td8" align="center">buccal,<br />lingual</td>
+ <td class="td8" align="center">11,5</td>
+ <td class="td8" align="center">10,5</td>
+ <td class="td8" align="center">100:91,3</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Dryopithecus rhenanus<br /><span style="margin-left: 2em;">Pohlig sp.</span></td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left"><span class="smcap">Branco</span>, Taf. II, Fig. 1<a name="FNanchor_XXXIII._33" id="FNanchor_XXXIII._33"></a><a href="#Footnote_XXXIII._33" class="fnanchor">[XXXIII.]</a></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">13,1</td>
+ <td class="td8" align="center">11,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:84,0<span class='pagenum'><a name="Page_58" id="Page_58">[Pg 58]</a></span></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="right"><span style="margin-right: 4em">5</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">11,8</td>
+ <td class="td8" align="center">9,8</td>
+ <td class="td8" align="center">100:83,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="right"><span style="margin-right: 4em">6</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">11,0</td>
+ <td class="td8" align="center">9,3</td>
+ <td class="td8" align="center">100:84,5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left"><span style="margin-left: 2em;">nicht abgebildet</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">11,0</td>
+ <td class="td8" align="center">9,2</td>
+ <td class="td8" align="center">100:83,5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Chimpanse</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">11,2</td>
+ <td class="td8" align="center">100:93,9</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Orang</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">15,5</td>
+ <td class="td8" align="center">13,9</td>
+ <td class="td8" align="center">100:90,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Gorilla</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">16,0</td>
+ <td class="td8" align="center">14,6</td>
+ <td class="td8" align="center">100:88,2</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Hylobates</td>
+ <td colspan="2" align="left">leuciscus</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">6,7</td>
+ <td class="td8" align="center">5,6</td>
+ <td class="td8" align="center">100:83,6</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">&raquo;</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">6,6</td>
+ <td class="td8" align="center">6,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:90,9</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2">syndactylus</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">8,5</td>
+ <td class="td8" align="center">7,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:82,3</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left"><b>M&nbsp;3 inf.</b> (Fig. 22 u. 23)</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Homo</td>
+ <td align="left">Heidelbergens.</td>
+ <td align="left">dext.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,3</td>
+ <td class="td8" align="center">mäßig stark<br />abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">12,2</td>
+ <td class="td8" align="center">10,9</td>
+ <td class="td8" align="center">100:89,3</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td align="left">sin.</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,1</td>
+ <td class="td8" align="center">&nbsp;stark abgekaut</td>
+ <td class="td8" align="center">etwa 11,5</td>
+ <td class="td8" align="center">11,3</td>
+ <td class="td8" align="center">100:98,3</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Krapina</td>
+ <td colspan="2" align="left">im Gebrauch gewesen</td>
+ <td class="td7" align="center">21,0&ndash;24,5</td>
+ <td colspan="2" class="td8" align="center"><ins title="7,6&ndash;6,8">6,8&ndash;7,6</ins><a name="FNanchor_XXXIV._34" id="FNanchor_XXXIV._34"></a><a href="#Footnote_XXXIV._34" class="fnanchor">[XXXIV.]</a></td>
+ <td class="td8" align="center">11,1&ndash;13,6</td>
+ <td class="td8" align="center">10,0&ndash;11,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:96,1<a name="FNanchor_XXXV._35" id="FNanchor_XXXV._35"></a><a href="#Footnote_XXXV._35" class="fnanchor">[XXXV.]</a></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Spy</td>
+ <td colspan="2" align="left">I</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">5,5</td>
+ <td class="td8" align="center">10,0</td>
+ <td class="td8" align="center">10,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:100</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 0.5em;">&raquo;</span></td>
+ <td colspan="2" align="left">II</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">7,0&ndash;7,5</td>
+ <td class="td8" align="center">11,0&ndash;12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">11,0&ndash;12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:100</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Ochos sin.<a name="FNanchor_XXXVI._36" id="FNanchor_XXXVI._36"></a><a href="#Footnote_XXXVI._36" class="fnanchor">[XXXVI.]</a></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:100</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Recenter Europäer</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">nach</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Black</span></td>
+ <td align="left">größte</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">8,0</td>
+ <td class="td8" align="center">12,0</td>
+ <td class="td8" align="center">10,5</td>
+ <td class="td8" align="center">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">&nbsp;</td>
+ <td align="left">&nbsp;</td>
+ <td align="left">mittel</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">6,7</td>
+ <td class="td8" align="center">10,7</td>
+ <td class="td8" align="center">9,8</td>
+ <td class="td8" align="center">100:91,6</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">&nbsp;</td>
+ <td align="left">&nbsp;</td>
+ <td align="left">kleinste</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">6,0</td>
+ <td class="td8" align="center">8,0</td>
+ <td class="td8" align="center">9,0</td>
+ <td class="td8" align="center">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td8" colspan="2">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Dryopithecus Fontani Lartet<br /><span style="margin-left: 2em;">(Saint Gaudens)</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">6<br />6</td>
+ <td class="td8" align="center">buccal<ins title=".">,</ins><br />lingual</td>
+ <td class="td8" align="center">11,5</td>
+ <td class="td8" align="center">10,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:91,3</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Isolierter Zahn derselb. Spezies,<br /><span style="margin-left: 2em;">nur wenig abgekaut</span></td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">6<br />6</td>
+ <td class="td8" align="center">buccal,<br />lingual</td>
+ <td class="td8" align="center">11,5<a name="FNanchor_XXXVII._37" id="FNanchor_XXXVII._37"></a><a href="#Footnote_XXXVII._37" class="fnanchor">[XXXVII.]</a></td>
+ <td class="td8" align="center">10,5</td>
+ <td class="td8" align="center">100:91,3</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Anthropodus Brancoi<br /><span style="margin-left: 2em;">Schlosser n. g.</span><br /><span style="margin-left: 2em;">(&mdash; Neopithecus</span><br /><span style="margin-left: 2em;">Abel n. g.)</span><a name="FNanchor_XXXVIII._38" id="FNanchor_XXXVIII._38"></a><a href="#Footnote_XXXVIII._38" class="fnanchor">[XXXVIII.]</a></td>
+ <td class="td7" align="center" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center" valign="bottom">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center" valign="bottom"><ins title="10,50">10,5</ins></td>
+ <td class="td8" align="center" valign="bottom">8,25</td>
+ <td class="td8" align="center" valign="bottom">100:78,6<span class='pagenum'><a name="Page_59" id="Page_59">[Pg 59]</a></span></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Orang</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">14,6</td>
+ <td class="td8" align="center">12,8</td>
+ <td class="td8" align="center">100:87,7</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="3" align="left">Gorilla</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">16,2</td>
+ <td class="td8" align="center">14,0</td>
+ <td class="td8" align="center">100:86,4</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Hylobates</td>
+ <td colspan="2" align="left">leuciscus</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,9</td>
+ <td class="td8" align="center">5,2</td>
+ <td class="td8" align="center">100:88,1</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2" align="left">&raquo;</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">5,1</td>
+ <td class="td8" align="center">5,7</td>
+ <td class="td8" align="center">100:111</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">&raquo;</td>
+ <td colspan="2">syndactylus</td>
+ <td class="td7" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" colspan="2" align="center">&mdash;</td>
+ <td class="td8" align="center">8,7</td>
+ <td class="td8" align="center">6,9</td>
+ <td class="td8" align="center">100:79,3</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<h3><a name="III" id="III"></a>III. Die Höcker der Molaren.</h3>
+
+<p>Die <em class="gesperrt">Anzahl der Höcker der Molaren</em> des Heidelberger Unterkiefers sind
+schon in der Beschreibung der einzelnen Zähne angegeben. Sie werden hier der Übersicht
+halber nochmals zusammengestellt:</p>
+
+<table cellpadding="4" summary="Anzahl der Höcker der Molaren">
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="center">M&nbsp;1</td>
+ <td align="center">M&nbsp;2</td>
+ <td align="center">M&nbsp;3</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Rechts</td>
+ <td align="center">5</td>
+ <td align="center">5?</td>
+ <td align="center">5</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Links</td>
+ <td align="center">5</td>
+ <td align="center">5</td>
+ <td align="center">?</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Ich habe schon die Gründe aufgeführt, weshalb ich es für wahrscheinlich halte, daß Heidelberg
+M&nbsp;2 dext. ebenfalls fünfhöckerig ist. &mdash; Bei den Unterkiefern von Spy und Ochos
+sind diese Verhältnisse infolge der starken Abnutzung der Kaufläche nicht genügend zu
+erkennen. Dagegen war es möglich, an den Zähnen des Krapinamenschen wertvolle Beobachtungen
+anzustellen, die <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span> in seiner Monographie S. 194 und 200,
+sowie im Anatomischen Anzeiger 1907 S. 100&ndash;103 veröffentlicht und bezüglich der unteren
+Molaren in folgende Tabelle zusammengefaßt hat:</p>
+
+<table cellpadding="4" summary="Anzahl der Höcker der unteren Molaren">
+ <tr>
+ <td colspan="2" align="center">M&nbsp;1</td>
+ <td colspan="2" align="center">M&nbsp;2</td>
+ <td align="center">M&nbsp;3</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">Anzahl<br />der Zähne</td>
+ <td align="center" valign="bottom">Höcker</td>
+ <td align="center">Anzahl<br />der Zähne</td>
+ <td align="center" valign="bottom">Höcker</td>
+ <td>&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">9</td>
+ <td align="center">5</td>
+ <td align="center">1</td>
+ <td align="center">5</td>
+ <td align="center">Variabel oder</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">2</td>
+ <td align="center">4&frac12;</td>
+ <td align="center">5</td>
+ <td align="center">4&frac12;</td>
+ <td align="center">die Krone</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="center">1</td>
+ <td align="center">4</td>
+ <td align="center">5</td>
+ <td align="center">4</td>
+ <td align="center">stark gefurcht</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Über die <em class="gesperrt">Anzahl der Höcker der Molaren bei den recenten Menschenrassen</em> finden
+sich in der Literatur zahlreiche Angaben. Aus den von M. <span class="smcap">De Terra</span>,
+Beiträge zu einer Odontographie der Menschenrassen, S. 136, aufgestellten Tabellen seien
+hier nur einige Zahlen angeführt, die auf den Fünfhöckertypus Bezug haben:</p>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_60" id="Page_60">[Pg 60]</a></span></p>
+
+<table id="p70" cellpadding="4" summary="Molare mit Fünfhöckertypus">
+<caption><em class="gesperrt">Molaren mit fünf Höckern haben</em>:</caption>
+ <tr>
+ <td class="td1">&nbsp;</td>
+ <td class="td2" align="center">Anzahl<br />der<br /><ins title="Zahne">Zähne</ins></td>
+ <td class="td3" align="center">M&nbsp;1<br />%</td>
+ <td class="td3" align="center">Anzahl<br />der<br /><ins title="Zahne">Zähne</ins></td>
+ <td class="td3" align="center">M&nbsp;2<br />%</td>
+ <td class="td3" align="center">Anzahl<br />der<br /><ins title="Zahne">Zähne</ins></td>
+ <td class="td3" align="center">M&nbsp;3<br />%</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td class="td4" align="left">Prähistorischer Schweizer</td>
+ <td class="td5" align="center">26</td>
+ <td class="td6" align="center">88,4</td>
+ <td class="td6" align="center">26</td>
+ <td class="td6" align="center">7,69</td>
+ <td class="td6" align="center">17</td>
+ <td class="td6" align="center">64,7</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Recente Europäer</td>
+ <td class="td7" align="center">26</td>
+ <td class="td8" align="center">88,4</td>
+ <td class="td8" align="center">31</td>
+ <td class="td8" align="center">6,25</td>
+ <td class="td8" align="center">31</td>
+ <td class="td8" align="center">38,7</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Nordamerikanische Indianer</td>
+ <td class="td7" align="center">8</td>
+ <td class="td8" align="center">8mal<a name="FNanchor_XXXIX._39" id="FNanchor_XXXIX._39"></a><a href="#Footnote_XXXIX._39" class="fnanchor">[XXXIX.]</a></td>
+ <td class="td8" align="center">8</td>
+ <td class="td8" align="center">6mal</td>
+ <td class="td8" align="center">5</td>
+ <td class="td8" align="center">5mal</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Südamerik. Indianer (Peruaner)</td>
+ <td class="td7" align="center">12</td>
+ <td class="td8" align="center">12mal</td>
+ <td class="td8" align="center">8</td>
+ <td class="td8" align="center">4mal</td>
+ <td class="td8" align="center">4</td>
+ <td class="td8" align="center">4mal</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Negroide Afrikaner</td>
+ <td class="td7" align="center">108</td>
+ <td class="td8" align="center">93,4</td>
+ <td class="td8" align="center">104</td>
+ <td class="td8" align="center">33,6</td>
+ <td class="td8" align="center">95</td>
+ <td class="td8" align="center">68,4</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Nicht negroide Afrikaner</td>
+ <td class="td7" align="center">71</td>
+ <td class="td8" align="center">81,6</td>
+ <td class="td8" align="center">76</td>
+ <td class="td8" align="center">14,5</td>
+ <td class="td8" align="center">61</td>
+ <td class="td8" align="center">47,37</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Malaien</td>
+ <td class="td7" align="center">49</td>
+ <td class="td8" align="center">100,0</td>
+ <td class="td8" align="center">46</td>
+ <td class="td8" align="center">26,1</td>
+ <td class="td8" align="center">43</td>
+ <td class="td8" align="center">67,4</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Chinesen</td>
+ <td class="td7" align="center">26</td>
+ <td class="td8" align="center">88,4</td>
+ <td class="td8" align="center">24</td>
+ <td class="td8" align="center">25,0</td>
+ <td class="td8" align="center">25</td>
+ <td class="td8" align="center">60,0</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Papua</td>
+ <td class="td7" align="center">18</td>
+ <td class="td8" align="center">83,3</td>
+ <td class="td8" align="center">20</td>
+ <td class="td8" align="center">30,0</td>
+ <td class="td8" align="center">14</td>
+ <td class="td8" align="center">85,7</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left">Australier</td>
+ <td class="td7" align="center">15</td>
+ <td class="td8" align="center">100,0</td>
+ <td class="td8" align="center">15</td>
+ <td class="td8" align="center">73,3</td>
+ <td class="td8" align="center">9</td>
+ <td class="td8" align="center">66,6</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<h3><a name="IV" id="IV"></a>IV. Die Pulpahöhlen.</h3>
+
+<p>Es sollen nun noch die offen liegenden <em class="gesperrt">Pulpahöhlen</em> der auf <a href="#Tafel_8">Taf. VIII</a>, Fig. 23 abgebildeten
+linken Unterkieferhälfte des Homo Heidelbergensis einer Betrachtung unterzogen
+werden: Bei P&nbsp;1 verläuft die Bruchfläche auf der lingualen Seite horizontal, auf der buccalen
+senkt sie sich schräg nach unten, so daß das Cavum dentis schräg durchschnitten ist. Man
+kann aber noch die Gestalt desselben in der Horizontale an der Grenze zwischen Wurzel und
+Krone rekonstruieren, die ein linguobuccal 3,5&nbsp;mm langes und mesiodistal 1,9&nbsp;mm breites
+Oval darstellt, das einem Ameisenpuppenkokon in der Form ähnelt. Die Krone von P&nbsp;2 ist
+horizontal abgeschlagen. Der ähnlich wie bei P&nbsp;1 gestaltete Durchschnitt mißt linguobuccal
+4,0&nbsp;mm, mesiodistal 2,0&nbsp;mm. Die Stärke der Wandung schwankt zwischen 2,0&ndash;2,5&nbsp;mm.</p>
+
+<p>Von den beiden Molaren sind die Kronen ebenfalls nahezu horizontal abgetrennt.
+Die linguale und buccale Wand der Pulpenkammern sind nahezu geradlinig und parallel
+zueinander. Bei M&nbsp;1 zeigt die mesiale Wand eine distalwärts, also in das Innere des Cavum
+dentis gerichtete Biegung, während die gegenüberliegende Wand distalwärts nach außen
+gebogen ist. Infolgedessen vollzieht sich innerhalb der Zahnhöhle der Übergang in die
+Parallelwände bei der mesialen Wand in einem spitzen Winkel, bei der distalen stumpfwinkelig.
+Außerhalb der Pulpenkammer sind die Ecken abgerundet. Im Querschnitt
+zeigt diese mesiodistal gemessen 4,3&nbsp;mm, linguobuccal sogar 4,8&nbsp;mm. Die Dicke der Wandung
+schwankt zwischen 2,1 und 2,2&nbsp;mm.</p>
+
+<p>Der Boden der Pulpenkammer ist unregelmäßig höckerig. Es läßt sich nicht entscheiden,
+inwieweit fremde Ablagerungen auf demselben stattgefunden haben. Die Eingänge
+zu den Wurzelkanälen sind nicht ordentlich erkennbar. Das Dach der Pulpenhöhle
+zeigt, von unten betrachtet, wie bereits erwähnt, fünf der Kaufläche zugewendete Ausstülpungen,<span class='pagenum'><a name="Page_61" id="Page_61">[Pg 61]</a></span>
+die den Höckern entsprechen und von einer kreuzförmigen Erhebung umgeben sind.</p>
+
+<p>Bei M&nbsp;2 verläuft die mesiale Wand der Pulpenkammer geradlinig, während die
+gegenüberliegende distalwärts gleichmäßig gewölbt ist. Der Übergang von der mesialen
+Wand in die Parallelwände vollzieht sich daher in einem leicht abgerundeten rechten Winkel,
+während die distale Wand mit den Parallelwänden einen Rundbogen bildet. Diese zeigen
+entsprechend der Wurzelteilung in der Mitte eine leichte Einsenkung, die auf der buccalen
+Seite nach unten hin zu verfolgen ist, ähnlich wie bei M&nbsp;1. Der Pulpenboden läßt deutlich
+traubenförmig aufgelagerte mineralische Bestandteile erkennen. Von unten betrachtet
+zeigt das Pulpenkammerdach die bereits erwähnten, den Höckern entsprechenden fünf
+Ausstülpungen, die wie bei M&nbsp;1 von einer kreuzförmigen Erhebung umgeben sind. Im
+Querschnitt mißt das Cavum dentis mesiodistal 6,3&nbsp;mm und linguobuccal 5,7&nbsp;mm. Die
+Dicke der Wandung schwankt zwischen 1,8 und 2,4&nbsp;mm.</p>
+
+<table id="p71" cellpadding="4" summary="Vergleich der Pulpahöhlen">
+<caption><em class="gesperrt">Maßangaben des Querschnittes der Pulpahöhle und der Dentinwand an
+der Grenze zwischen Wurzel und Krone (Kronenbasis) beim Unterkiefer
+des Homo Heidelbergensis und des recenten Europäers</em>.</caption>
+ <tr>
+ <td colspan="2" class="td1">&nbsp;</td>
+ <td class="td2a" colspan="2">Erster unterer<br />Prämolar</td>
+ <td class="td2b" colspan="2">Zweiter unterer<br />Prämolar</td>
+ <td class="td2b" colspan="2">Erster unterer<br />Molar</td>
+ <td class="td2b" colspan="2">Zweiter unterer<br />Molar</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="2">&nbsp;</td>
+ <td class="td3">Durchmesser<br />der<br />Pulpahöhle</td>
+ <td class="td4">Dicke<br />der<br />Wandung</td>
+ <td class="td4">Durchmesser<br />der<br />Pulpahöhle</td>
+ <td class="td4">Dicke<br />der<br />Wandung</td>
+ <td class="td4">Durchmesser<br />der<br />Pulpahöhle</td>
+ <td class="td4">Dicke<br />der<br />Wandung</td>
+ <td class="td4">Durchmesser<br />der<br />Pulpahöhle</td>
+ <td class="td4">Dicke<br />der<br />Wandung</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="2" class="td5"><em class="gesperrt">Homo Heidelbergensis</em></td>
+ <td class="td6">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ <td class="td7">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="2" align="left">Linguobuccal.</td>
+ <td align="center" class="td8">3,5</td>
+ <td align="center" class="td9">2,5</td>
+ <td align="center" class="td9">4,0</td>
+ <td align="center" class="td9">2,1</td>
+ <td align="center" class="td9">4,8</td>
+ <td align="center" class="td9">2,2</td>
+ <td align="center" class="td9">5,7</td>
+ <td align="center" class="td9">2,4</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="2" align="left">Mesiodistal.</td>
+ <td align="center" class="td8">1,9</td>
+ <td align="center" class="td9">2,0</td>
+ <td align="center" class="td9">2,0</td>
+ <td align="center" class="td9">2,0</td>
+ <td align="center" class="td9">4,3</td>
+ <td align="center" class="td9">2,1</td>
+ <td align="center" class="td9">6,3</td>
+ <td align="center" class="td9">1,8</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td colspan="2" align="left"><em class="gesperrt">Rec</em>. <em class="gesperrt">Europäer</em><a name="FNanchor_XL._40" id="FNanchor_XL._40"></a><a href="#Footnote_XL._40" class="fnanchor">[XL.]</a></td>
+ <td class="td8">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ <td class="td9">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right">6&ndash;14</td>
+ <td align="left">Jahre</td>
+ <td align="center" class="td8">&mdash;</td>
+ <td align="center" class="td9">&mdash;</td>
+ <td align="center" class="td9">&mdash;</td>
+ <td align="center" class="td9">&mdash;</td>
+ <td align="center" class="td9">4,087<a name="FNanchor_XLI._41" id="FNanchor_XLI._41"></a><a href="#Footnote_XLI._41" class="fnanchor">[XLI.]</a></td>
+ <td align="center" class="td9">1,687</td>
+ <td align="center" class="td9">4,000</td>
+ <td align="center" class="td9">1,700</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right">17&ndash;23</td>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 0.5em;">&raquo;</span></td>
+ <td align="center" class="td8">2,260</td>
+ <td align="center" class="td9">2,160</td>
+ <td align="center" class="td9">2,475</td>
+ <td align="center" class="td9">2,087</td>
+ <td align="center" class="td9">4,125<a name="FNanchor_XLII._42" id="FNanchor_XLII._42"></a><a href="#Footnote_XLII._42" class="fnanchor">[XLII.]</a></td>
+ <td align="center" class="td9">2,012</td>
+ <td align="center" class="td9">3,900</td>
+ <td align="center" class="td9">2,037</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right">23&ndash;32</td>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 0.5em;">&raquo;</span></td>
+ <td align="center" class="td8">2,412</td>
+ <td align="center" class="td9">2,200</td>
+ <td align="center" class="td9">2,550</td>
+ <td align="center" class="td9">2,171</td>
+ <td align="center" class="td9">3,750</td>
+ <td align="center" class="td9">2,200</td>
+ <td align="center" class="td9">4,275</td>
+ <td align="center" class="td9">2,087</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right">32&ndash;43</td>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 0.5em;">&raquo;</span></td>
+ <td align="center" class="td8">1,940</td>
+ <td align="center" class="td9">2,340</td>
+ <td align="center" class="td9">2,120</td>
+ <td align="center" class="td9">2,086</td>
+ <td align="center" class="td9">3,625</td>
+ <td align="center" class="td9">2,300</td>
+ <td align="center" class="td9">3,685</td>
+ <td align="center" class="td9">2,157</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right">44&ndash;52</td>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 0.5em;">&raquo;</span></td>
+ <td align="center" class="td8">2,050</td>
+ <td align="center" class="td9">2,200</td>
+ <td align="center" class="td9">2,166</td>
+ <td align="center" class="td9">2,133</td>
+ <td align="center" class="td9">&mdash;</td>
+ <td align="center" class="td9">&mdash;</td>
+ <td align="center" class="td9">3,933</td>
+ <td align="center" class="td9">2,300</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right">53&ndash;66</td>
+ <td align="left"><span style="margin-left: 0.5em;">&raquo;</span></td>
+ <td align="center" class="td8">1,850</td>
+ <td align="center" class="td9">2,100</td>
+ <td align="center" class="td9">2,300</td>
+ <td align="center" class="td9">2,166</td>
+ <td align="center" class="td9">&mdash;</td>
+ <td align="center" class="td9">&mdash;</td>
+ <td align="center" class="td9">3,760</td>
+ <td align="center" class="td9">2,500</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_62" id="Page_62">[Pg 62]</a></span></p>
+
+<h3><a name="V" id="V"></a>V. Röntgenbilder.</h3>
+
+<p>Auf <a href="#Tafel_9">Taf. IX</a> sind in Fig. 32 und 36 <em class="gesperrt">Röntgenbilder</em> der rechten und linken
+Unterkieferhälfte des Homo Heidelbergensis wiedergegeben, denen zum Vergleich in Fig. 39
+und 40 die mittels Röntgenstrahlen durchleuchteten Kieferhälften eines recenten Europäers
+beigefügt sind, der annähernd dasselbe Lebensalter erreicht hat, wie das Individuum von
+Heidelberg. Da bei der bedeutenden Dicke des Unterkieferkörpers des letzteren die
+Wurzeln der Molaren nicht deutlich genug hervortreten, so wurden die betreffenden Stellen
+nochmals durchleuchtet. Von diesen Aufnahmen, sowie von denjenigen der Incisiven
+bringen Fig. 33, 34, 35, 37 und 38 eine Reproduktion.</p>
+
+<p>Der in der Seitenansicht sehr breite Wurzelkanal der <em class="gesperrt">Incisivi</em> (Fig. 34, 35 und 38)
+zeigt am untersten Viertel eine Verbreiterung mit einer centralen Einlagerung, so daß es
+den Anschein hat, als ob sich der Kanal gabelt. In der Vorderansicht verschwindet die
+Erscheinung durch Deckung.</p>
+
+<p>Die <em class="gesperrt">Canini</em> zeigen auch im Wurzelteil einen sehr breiten Kanal, der indes keine
+Andeutung einer Gabelung aufweist. Bei einem Vergleich mit Fig. 39 tritt der beträchtliche
+Unterschied in der Weite der Pulpahöhle und des Wurzelkanals sehr deutlich hervor.</p>
+
+<p>Was die <em class="gesperrt">Praemolares</em> und <em class="gesperrt">Molares</em> unseres Fossils anbelangt, so verweisen
+wir bezüglich der Weite der Pulpahöhlen auf die von uns angeführten Maße von P&nbsp;1 und 2,
+sowie M&nbsp;1 und 2 der linken Kieferhälfte. Bei der Betrachtung des Röntgenbildes ergibt
+sich, daß P&nbsp;1 sin. (Fig. 36) an der Grenze zwischen dem oberen und zweiten Drittel der
+Wurzel eine Einlagerung zeigt, welche den Wurzelkanal in zwei Teile zu trennen scheint.
+Diese Gabelung läßt sich ziemlich weit nach unten verfolgen, wird dann aber undeutlich.
+Bei P&nbsp;1 dext. (Fig. 32) findet man die gleiche Einlagerung, aber erst in der Mitte der Wurzel
+beginnend. Bei den beiden zweiten Prämolaren ist diese Erscheinung auf dem Röntgenbilde
+nicht zu beobachten.</p>
+
+<p>Während bei den <em class="gesperrt">ersten und zweiten Molaren</em> die beiden Wurzelspitzen
+(Fig. 32, 33, 36 und 37) ziemlich parallel verlaufen mit einer distal gerichteten Krümmung,
+divergieren sie nicht unbedeutend bei M&nbsp;3: die vordere steht ziemlich senkrecht, die hintere
+ist distalwärts gebogen. Die Wurzelspitzen sind vom Canalis alveolaris bei M&nbsp;1 beträchtlich
+weit entfernt, bei M&nbsp;2 kommen sie dem Kanal bedeutend näher &mdash; es ist jedoch immer
+noch eine Spongiosaschicht zwischen Wurzelspitze und Kanal zu erkennen &mdash;, bei M&nbsp;3
+ragen sie Fig. 33 und 37 zufolge in den Kanal hinein. Ob dies jedoch wirklich der Fall
+ist, oder ob nicht vielmehr durch die Projektion bloß der Anschein, daß dem so sei, erweckt
+wird, entzieht sich exakter Entscheidung.</p>
+
+<div class="footnotes">
+
+<p style="text-indent: 0;">Fußnoten:</p>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXIII._23" id="Footnote_XXIII._23"></a><a href="#FNanchor_XXIII._23"></a><a name="Footnote_XXIII._23_1" id="Footnote_XXIII._23_1"></a><a href="#FNanchor_XXIII._23_1"></a><a name="Footnote_XXIII._23_2" id="Footnote_XXIII._23_2"></a><a href="#FNanchor_XXIII._23_2"><span class="label">[XXIII.]</span></a> Diese niedrigen Zahlen sind durch die Abnutzung bedingt. Die Kronenlänge ist stets an
+der Lippenfläche in der Mittellinie gemessen.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXIV._24" id="Footnote_XXIV._24"></a><a href="#FNanchor_XXIV._24"><span class="label">[XXIV.]</span></a> Nach <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span>, Der Diluviale Mensch von Krapina, S. 203.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXV._25" id="Footnote_XXV._25"></a><a href="#FNanchor_XXV._25"><span class="label">[XXV.]</span></a> <span class="smcap">Fraipont</span> u. <span class="smcap">Lohest</span>, Recherches ethnographiques sur des ossements humains d&eacute;couverts &agrave; Spy.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXVI._26" id="Footnote_XXVI._26"></a><a href="#FNanchor_XXVI._26"><span class="label">[XXVI.]</span></a> Alle Maße der Zähne von Ochos nach gütiger brieflicher Mitteilung von Prof. A. <span class="smcap">Rzehak</span> in Brünn.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXVII._27" id="Footnote_XXVII._27"></a><a href="#FNanchor_XXVII._27"><span class="label">[XXVII.]</span></a> G. <span class="smcap">Mühlreiter</span>, Anatomie des menschlichen Gebisses S. 121.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXVIII._28" id="Footnote_XXVIII._28"></a><a href="#FNanchor_XXVIII._28"><span class="label">[XXVIII.]</span></a> G. V. <span class="smcap">Black</span> &mdash; nicht <span class="smcap">Blake</span>, wie einige Autoren schreiben &mdash;, Descriptive Anatomy of
+the human teeth, zitiert von A. <span class="smcap">Gysi</span>, Schweiz. Vierteljahrsschrift Bd. V. No. 1, 1895 und von W. <span class="smcap">Branco</span>,
+Die menschenähnlichen Zähne aus dem Bohnerz der Schwäbischen Alb, Stuttgart, 1898. Letzterem
+Werke entnehme ich auch die Zahnmaße von Dryopithecus rhenanus Pohlig und den recenten Anthropoiden.
+Die <span class="smcap">Black</span>schen Maße stützen sich auf die Gebisse der weißen amerikanischen Bevölkerung,
+welche aus einer Mischung der hauptsächlichsten europäischen Völker hervorgegangen ist.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXIX._29" id="Footnote_XXIX._29"></a><a href="#FNanchor_XXIX._29"></a><a name="Footnote_XXIX._29_1" id="Footnote_XXIX._29_1"></a><a href="#FNanchor_XXIX._29_1"></a><a name="Footnote_XXIX._29_2" id="Footnote_XXIX._29_2"></a><a href="#FNanchor_XXIX._29_2"><span class="label">[XXIX.]</span></a> Alle Maße der mehr oder weniger im Gebrauch gewesenen Zähne des Dryopithecus Fontani
+Lartet nach gütiger brieflicher Mitteilung von M. <span class="smcap">Edouard Harl&eacute;</span> in Bordeaux. &mdash; Die bei den Molaren
+noch hinzugefügten Maße von anderen fossilen und recenten Anthropoiden dürften ein willkommenes
+Vergleichsmaterial bieten.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXX._30" id="Footnote_XXX._30"></a><a href="#FNanchor_XXX._30"><span class="label">[XXX.]</span></a> Nach <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span>, Mitt. d. anthropolog. Ges. in Wien 1901 S. 195. Auf
+S. 190 sind folgende Maße eines anderen M&nbsp;1 inf. von Krapina mitgeteilt: Längsdurchmesser 13,4&nbsp;mm
+und Querdurchmesser 12,3&nbsp;mm. Bei diesem verhält sich also die Breite zur Dicke wie 100:91,8.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXXI._31" id="Footnote_XXXI._31"></a><a href="#FNanchor_XXXI._31"><span class="label">[XXXI.]</span></a> Nach A. <span class="smcap">Nehring</span>, Zeitschr. f. Ethnologie 1895 Verh. S. 577.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXXII._32" id="Footnote_XXXII._32"></a><a href="#FNanchor_XXXII._32"><span class="label">[XXXII.]</span></a> Siehe Anmerkung vorige Seite.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXXIII._33" id="Footnote_XXXIII._33"></a><a href="#FNanchor_XXXIII._33"><span class="label">[XXXIII.]</span></a> Die in Fig. 1 u. 6 von W. <span class="smcap">Branco</span> abgebildeten und als M&nbsp;2 bezeichneten Zähne können nach
+M. <span class="smcap">Schlosser</span>, Beiträge zur Kenntnis der Säugetiere aus den süddeutschen Bohnerzen S. 11, auch
+M&nbsp;3 sein.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXXIV._34" id="Footnote_XXXIV._34"></a><a href="#FNanchor_XXXIV._34"><span class="label">[XXXIV.]</span></a> Diese Zahl fehlt bei <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span>, Der diluviale Mensch von Krapina, in der
+Übersicht S. 203; sie findet sich aber S. 200.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXXV._35" id="Footnote_XXXV._35"></a><a href="#FNanchor_XXXV._35"><span class="label">[XXXV.]</span></a> Nach <span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span>, Mitt. d. anthrop. Ges. Wien 1901, S. 193.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXXVI._36" id="Footnote_XXXVI._36"></a><a href="#FNanchor_XXXVI._36"><span class="label">[XXXVI.]</span></a> M&nbsp;3 dext. fehlt bei dem Unterkiefer von Ochos.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXXVII._37" id="Footnote_XXXVII._37"></a><a href="#FNanchor_XXXVII._37"><span class="label">[XXXVII.]</span></a> Es fehlt ein kleiner Splitter am Schmelz, doch ließ sich das Maß noch ermitteln.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXXVIII._38" id="Footnote_XXXVIII._38"></a><a href="#FNanchor_XXXVIII._38"><span class="label">[XXXVIII.]</span></a> Die Maße nach gütiger brieflicher Mitteilung von Prof. E. <span class="smcap">Koken</span>, Tübingen.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XXXIX._39" id="Footnote_XXXIX._39"></a><a href="#FNanchor_XXXIX._39"><span class="label">[XXXIX.]</span></a> <span class="smcap">De Terra</span> hat hier wegen der geringen Anzahl der zur Verfügung gewesenen Zähne den
+Prozentsatz nicht ausgerechnet.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XL._40" id="Footnote_XL._40"></a><a href="#FNanchor_XL._40"><span class="label">[XL.]</span></a> Diese Zahlen geben das arithmetische Mittel an, das von K. <span class="smcap">Trueb</span> aus Einzelmaßen (jeweils
+bis zu acht) an Schliffpräparaten gewonnen wurde, wie solche auch J. <span class="smcap">Szab&oacute;</span> für seine Arbeit &bdquo;Die
+Größenverhältnisse des Cavum pulpae nach Altersstufen&ldquo;, Österr. ungar. Vierteljahrsschrift für Zahnheilkunde,
+Wien 1901, verwendet hat. Die von <span class="smcap">Trueb</span> benutzten Zähne wurden in dem unter Leitung
+von Prof. <span class="smcap">Port</span> stehenden zahnärztlichen Institut der Universität Heidelberg extrahiert.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XLI._41" id="Footnote_XLI._41"></a><a href="#FNanchor_XLI._41"><span class="label">[XLI.]</span></a>6&ndash;9 Jahre.</p></div>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XLII._42" id="Footnote_XLII._42"></a><a href="#FNanchor_XLII._42"><span class="label">[XLII.]</span></a>11&ndash;14 Jahre.</p></div>
+</div>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_63" id="Page_63">[Pg 63]</a></span></p>
+
+<h3>Literatur.</h3>
+
+<table cellpadding="2" summary="Literaturverzeichnis">
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">1.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Adloff</span>, P., Zur Frage nach der Entstehung der heutigen Säugetierzahnformen. Zeitschr. f.
+Morphologie u. Anthropologie, Bd. V. Heft 2. 1902.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">2.</td>
+ <td align="left">&mdash; Einige Besonderheiten des menschlichen Gebisses u. ihre stammesgeschichtliche Bedeutung.
+Zeitschr. f. Morphologie u. Anthropologie, Bd. X. Heft 1. 1906.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">3.</td>
+ <td align="left">&mdash; Die Zähne des Homo primigenius von Krapina und ihre Bedeutung für die systematische Stellung
+desselben. Zeitschr. f. Morphologie u. Anthropologie, Bd. X. Heft 2. 1907.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">4.</td>
+ <td align="left">&mdash; Ausgestorbene Menschenaffen und ihre Beziehungen zum Menschen. Schriften d. physik.-ökonom.
+Ges. zu Königsberg i. Pr., XLVIII. Jahrg. 1907.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv5" id="lv5">5.</a><a name="lv5_1" id="lv5_1"></a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Andreae</span>, A., Der Diluvialsand von Hangenbieten im Unter-Elsaß, seine geolog. u. paläontolog.
+Verhältnisse u. Vergleich seiner Fauna mit der recenten Fauna des Elsaß. (Abh. z. geolog.
+Specialkarte von Elsaß-Lothringen, Bd. IV. Heft II.) Straßburg 1884.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">6.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Baume</span>, R., Odontologische Forschungen. I. Teil. Versuch einer Entwicklungsgeschichte des
+Gebisses. Leipzig 1882.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv7" id="lv7">7.</a></td>
+ <td align="left">&mdash; Die Kieferfragmente von La Naulette und aus der Schipkahöhle als Merkmale für die Existenz
+inferiorer Menschenrassen in der Diluvialzeit. Leipzig 1883.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv8" id="lv8">8.</a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Benecke</span>, W., Lagerung u. Zusammensetzung des geschichteten Gebirges am südlichen Abhang
+des Odenwaldes. Heidelberg 1869.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv9" id="lv9">9.</a><a name="lv9_1" id="lv9_1"></a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Benecke</span>, E. W. u. <span class="smcap">Cohen</span>, E., Geognostische Beschreibung der Umgegend von Heidelberg,
+zugleich als Erläuterungen zur geognostischen Karte der Umgegend von Heidelberg (Sektionen
+Heidelberg u. Sinsheim). Straßburg 1879.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">10.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Black</span>, G. V., Descriptive anatomy of the human teeth, Philadelphia (Jahreszahl ?), zitiert
+von A. <span class="smcap">Gysi</span>, Die geometrische Konstruktion eines menschlichen, obern, bleibenden, normalen
+Gebisses mittlerer Größe. Schweiz. Vierteljahrsschrift, Bd. V. No. 1. 1895.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">11.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Branco</span>, W., Die menschenähnlichen Zähne aus dem Bohnerz der schwäbischen Alb. II. Teil:
+Art u. Ursache der Reduktion der Gebisse bei Säugern. Programm der württemb. landwirtschaftl.
+Akademie Hohenheim. Stuttgart 1897.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">12.</td>
+ <td align="left">&mdash; Die menschenähnlichen Zähne aus dem Bohnerz der schwäbischen Alb. I. Teil: Jahreshefte
+des Vereins f. vaterländ. Naturkunde in Württemberg 1898.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv13" id="lv13">13.</a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Braun</span>, A., Vergleichende Zusammenstellung der lebenden u. diluvialen Molluskenfauna des
+Rheintals mit der tertiären des Mainzer Beckens. Bericht über die 20. Vers. der Ges. deutscher
+Naturforscher u. Ärzte zu Mainz 1842. S. 142.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">14.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Cope</span>, E. D., On lemurine reversion in human dentition. <ins title="The American,">The American</ins> Naturalist. Vol. XX, 1886.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv15" id="lv15">15.</a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Dupont</span>, E., Etudes sur les fossiles scientifiques ex&eacute;cut&eacute;es pendant l'hiver de 1865&ndash;1866 dans
+les cavernes des bords de la Lesse. Bull. Acad. Roy. Belgique, 1866.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">16.</td>
+ <td align="left">&mdash; Etude sur cinq cavernes de la Lesse et le ravin de Famignoul pendant l'&eacute;t&eacute; de 1866. Bull.
+Acad. Roy. Belgique, 1867.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv17" id="lv17">17.</a></td>
+ <td align="left">&mdash; L'homme pendant les &acirc;ges de la pierre dans les environs de Dinant sur Meuse. Bruxelles,
+2 &eacute;dit. 1872.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv18" id="lv18">18.</a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Fraipont</span>, J. u. <span class="smcap">Lohest</span>, M., Recherches ethnographiques sur des ossements humains, d&eacute;couverts
+dans des d&eacute;p&ocirc;ts quaternaires d'une grotte &agrave; Spy et d&eacute;termination de leur &acirc;ge g&eacute;ologique.
+Archives de Biologie. Bd. VII. Heft 3. 1887.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">19.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Gaudry</span>, A., Le Dryopith&egrave;que. M&eacute;moires de la soc. g&eacute;ol. de France. Pal&eacute;ontologie 1890.<span class='pagenum'><a name="Page_64" id="Page_64">[Pg 64]</a></span></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">20.</td>
+ <td align="left">&mdash; Sur la similitude des dents de l'homme et de quelques animaux. L'Anthropologie. XII. 1901.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">21.</td>
+ <td align="left">&mdash; Contribution &agrave; l'histoire des hommes fossiles. L'Anthropologie. XIV. 1903.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">22.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Gorjanovi&#263;-Kramberger</span>, Der paläolithische Mensch u. seine Zeitgenossen aus dem Diluvium
+von Krapina in Kroatien, Vortrag; Mitt. d. anthrop. Ges. Wien (Sitzungsbericht). Bd. XXIX.
+1889.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">23.</td>
+ <td align="left">&mdash; Der diluviale Mensch aus Krapina in Kroatien. Mitt. d. anthrop. Ges. in Wien. Bd. XXX. 1900.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">24.</td>
+ <td align="left">&mdash; Der paläolithische Mensch u. seine Zeitgenossen aus dem Diluvium von Krapina in Kroatien.
+Mitt. d. anthrop. Ges. Wien. Bd. XXXII. 1901. S. 164&ndash;197.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">25.</td>
+ <td align="left">&mdash; Der paläolithische Mensch u. seine Zeitgenossen aus dem Diluvium von Krapina in Kroatien.
+Nachtrag als II. Teil. Mitt. d. anthrop. Ges. Wien. Bd. XXXII. 1902. S. 189&ndash;216.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">26.</td>
+ <td align="left">&mdash; Der paläolithische Mensch u. seine Zeitgenossen aus dem Diluvium von Krapina in Kroatien.
+Zweiter Nachtrag als III. Teil. Mitt. d. anthropolog. Ges. Wien. Bd. XXXIV. 1904. S. 187&ndash;199.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">27.</td>
+ <td align="left">&mdash; Die Variationen am Skelette der altdiluvialen Menschen. Vortrag, gehalten auf der Wanderversammlung
+der Wiener anthropolog. Gesellschaft in Agram am 22. Mai 1904.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">28.</td>
+ <td align="left">&mdash; Der paläolithische Mensch u. seine Zeitgenossen aus dem Diluvium von Krapina in Kroatien.
+Dritter Nachtrag als IV. Teil. Mitt. d. anthrop. Ges. Wien 1905. S. 197&ndash;229.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">29.</td>
+ <td align="left">&mdash; Der diluviale Mensch von Krapina u. sein Verhältnis zum Menschen von Neandertal u. Spy.
+Biologisches Zentralblatt. Bd. XXV. 1905. Nr. 23 u. 24.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv30" id="lv30">30.</a><a name="lv30_1" id="lv30_1"></a></td>
+ <td align="left">&mdash; Der diluviale Mensch von Krapina in Kroatien. Ein Beitrag zur Paläoanthropologie. Studien
+über die Entwicklungsmechanik des Primatenskelettes mit bes. Berücksichtigung der Anthropologie
+u. Deszendenzlehre, herausg. von O. <span class="smcap">Walkhoff</span>. II. Lieferung. Wiesbaden 1906.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv31" id="lv31">31.</a></td>
+ <td align="left">&mdash; Die Kronen u. Wurzeln der Mahlzähne des Homo primigenius und ihre genetische Bedeutung.
+Anatom. Anzeiger. XXX. Band. Nr. 4 u. 5. 1907.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">32.</td>
+ <td align="left">&mdash; 1906. Der Unterkiefer von Ochos aus Mähren und sein Verhältnis zu den Unterkiefern des
+Homo primigenius. Referat Geolog. Zentralbl. 1907. Bd. IX. S. 93.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">33.</td>
+ <td align="left">&mdash; Bemerkungen zu <span class="smcap">Adloff</span>. &bdquo;Die Zähne des Homo primigenius von Krapina&ldquo;. Anatom. Anzeiger.
+XXXII. Bd. Nr. 6 u. 7. 1908. S. 145&ndash;156.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv34" id="lv34">34.</a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Hahne</span>, H. u. <span class="smcap">Wüst</span>, E., Die paläolithischen Fundschichten und Funde der Gegend von Weimar.
+Vorläufige Mitteilung. Centralbl. f. Min., Geol. u. Paläontologie. 1908. S. 197&ndash;210.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">35.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Harl&eacute;, Edouard</span>, Une <ins title="machoire">m&acirc;choire</ins> de dryopith&egrave;que. Bull. Soc. g&eacute;olog. de France. 1898. p. 377.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">36.</td>
+ <td align="left">&mdash; Nouvelles pi&egrave;ces de dryopith&egrave;que et quelques coquilles de Saint-Gaudens (Haute Garonne).
+Bull. Soc. g&eacute;olog. de France. 1899. p. 304.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">37.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Kinkelin</span>, F., Der Pliocänsee des Rhein- u. Maintales u. die ehemaligen Mainläufe, ein Beitrag
+zur Kenntnis der Pliocän- u. Diluvial-Zeit des westlichen Mitteldeutschlands. Ber. ü. d.
+Senckenbergische naturforschende Gesellschaft, Frankfurt <ins title="a/M.">a./M.</ins> 1888/89. 161 S.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv38" id="lv38">38.</a></td>
+ <td align="left">&mdash; Die Tertiär- u. Diluvial-Bildungen des Untermaintales, der Wetterau u. d. Südabhanges des
+Taunus, herausg. v. d. K. Preuß. geolog. Landesanstalt. Berlin 1892. 302 S.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">39.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Klaatsch</span>, H., Die Stellung des Menschen in der Primatenreihe und der Modus seiner Hervorbringung
+aus einer niederen Form. Korr.-Bl. d. deutsch. Ges. f. Anthrop., Ethn. u. Urgesch. 1899.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">40.</td>
+ <td align="left">&mdash; Die fossilen Knochenreste des Menschen und ihre Bedeutung für das Abstammungs-Problem.
+<span class="smcap">Merkel</span> u. <span class="smcap">Bonnet</span>, Ergebnisse der Anatomie u. Entwicklungsgeschichte. IX. Band. 1899. Wiesbaden 1900.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">41.</td>
+ <td align="left">&mdash; Über die Ausprägung der spezifisch menschlichen Merkmale in unserer Vorfahrenreihe. Korr.-Bl.
+d. Deutsch. anthropolog. Ges. Nr. 10. 1901.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">42.</td>
+ <td align="left">&mdash; Entstehung u. Entwicklung des Menschengeschlechts. Weltall u. Menschheit, herausg. v.
+H. <span class="smcap">Krämer</span>. Bd. II. 1902.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">43.</td>
+ <td align="left">&mdash; Anthropolog. u. paläolith. Ergebnisse einer Studienreise durch Deutschland, Belgien und Frankreich.
+Zeitschr. f. Ethnol. 1903.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">44.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Klaatsch</span>, H., Bericht über einen anthropolog. Streifzug nach London u. auf das Plateau von Süd-England.
+Zeitschr. f. Ethnol. 1903.<span class='pagenum'><a name="Page_65" id="Page_65">[Pg 65]</a></span></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">45.</td>
+ <td align="left">&mdash; Die Fortschritte der Lehre von den fossilen Knochenresten des Menschen in den Jahren 1900
+bis 1903. <span class="smcap">Merkel</span> u. <span class="smcap">Bonnet</span>, Ergebnisse der Anatomie u. Entwicklungsgeschichte. Bd. XII. 1903.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">46.</td>
+ <td align="left">&mdash; Schlußbericht über meine Reise nach Australien in den Jahren 1904&ndash;7. Zeitschr. f. Ethnol. 1907.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv47" id="lv47">47.</a></td>
+ <td align="left">&mdash; Das Gesichtsskelett der Neandertalrasse und der Australier. Verh. d. anatom. Ges. auf der 22. Vers. in Berlin 1908.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv48" id="lv48">48.</a><a name="lv48_1" id="lv48_1"></a></td>
+ <td align="left">&mdash; Cranio-Morphologie u. Cranio-Trigonometrie. Vortrag, gehalten auf der XXXIX. allgem.
+Vers. d. Deutschen anthropolog. Ges. in Frankfurt a. M., Korr.-Bl. d. Deutschen Gesellschaft
+f. Anthropologie, Ethnologie u. Urgeschichte, 1908.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">49.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Le Double</span>, Trait&eacute; des variations des os du cr&acirc;ne de l'homme et de leur signification au point
+de vue de l'anthropologie zoologique. Paris 1903.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">50.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Meyer, H. v.</span>, Über fossile Reste von Ochsen. Nova acta Acad. Leopold. Carol. XVII. Halle 1835.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">51.</td>
+ <td align="left">&mdash; Mitteilungen an Prof. <span class="smcap">Bronn</span>. Neues Jahrb. f. Min. 1842 S. 583 u. 1843, S. 579.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv52" id="lv52">52.</a></td>
+ <td align="left">&mdash; Die diluvialen Rhinoceros-Arten, <ins title="Paläontographica">Palaeontographica</ins>. 1864. Bd. XI.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">53.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Möller</span>, H., Über Elephas antiquus Falc. u. Rhinoceros <ins title="Mercki">Merckii</ins> als Jagdtiere des altdiluvialen
+Menschen in Thüringen und über das erste Auftreten des Menschen in Europa. Zeitschr.
+f. Naturwissenschaft. Jena 1900.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv54" id="lv54">54.</a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Mortillet, G. De</span>, Le Pr&eacute;historique, Origine et antiquit&eacute; de l'homme. 2. &eacute;d. Paris 1885.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">55.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Mühlreiter</span>, E., Anatomie des menschlichen Gebisses. Leipzig 1891.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">56.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Nehring</span>, A., Übersicht über 24 mitteleuropäische Quartärfaunen. Zeitschr. d. Deutschen geolog.
+Ges. 1880.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">57.</td>
+ <td align="left">&mdash; Über einen fossilen Menschenzahn aus dem Diluvium von Taubach bei Weimar. Zeitschr.
+f. Ethnologie 1905. Verh. S. 338.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">58.</td>
+ <td align="left">&mdash; Über einen diluvialen Kinderzahn von Predmost in Mähren unter Bezugnahme auf den schon
+früher beschriebenen Kinderzahn aus dem Diluvium von Taubach bei Weimar. Zeitschr. f.
+Ethnologie 1905. Verh. S. 425.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">59.</td>
+ <td align="left">&mdash; Über einen menschlichen Molar aus dem Diluvium von Taubach bei Weimar. Zeitschr. f.
+Ethnologie 1905. Verh. S. 573.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">60.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Pagenstecher</span>, A., Studien zum Ursprung des Rindes, mit einer Beschreibung der fossilen Rinderreste
+des Heidelberger Museums. <ins title="FÜHLINGS"><span class="smcap">Frühlings</span></ins> landwirtschaftliche Zeitung. XXVII. II. Heft.
+Jahrg. 1878.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv61" id="lv61">61.</a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Pohlig</span>, H., Dentition u. Kraniologie des Elephas antiquus Falc. mit Beiträgen über Elephas
+primigenius Blum. u. Elephas meridionalis Nesti. Nova acta Acad. Leopold. Carol. LIII.
+u. LVII. Halle 1889 u. 1892.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv62" id="lv62">62.</a></td>
+ <td align="left">&mdash; Die Cerviden des thüringischen Diluvial-Travertines mit Beiträgen über andere diluviale und
+über recente Hirschformen. Palaeontographica XXXIX. Stuttgart 1892.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv63" id="lv63">63.</a><a name="lv63_1" id="lv63_1"></a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Portis</span>, A., Über die Osteologie von Rhinoceros Merckii <ins title="Jäg">Jaeg</ins>. u. über die diluviale Säugetierfauna
+von Taubach bei Weimar. Palaeontographica. Bd. XXV. 1878.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv64" id="lv64">64.</a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Reichenau</span>, W. v., Über eine neue fossile Bären-Art Ursus Deningeri mihi aus den fluviatilen
+Sanden von Mosbach. Jahrb. d. Nassauischen Vereins f. Naturk. Jahrg. 75. 1904. S. 1&ndash;11.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv65" id="lv65">65.</a><a name="lv65_1" id="lv65_1"></a></td>
+ <td align="left">&mdash; Beiträge zur näheren Kenntnis der Carnivoren aus den Sanden von Mauer und Mosbach,
+Abh. d. Großh. Hessischen geologischen Landesanstalt, Bd. IV. Heft 2. Darmstadt 1906.
+S. 185&ndash;313.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">66.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Röse</span>, C., Über die Entstehung u. Formenveränderungen der menschlichen Molaren. Anatomischer
+Anzeiger. Jena 1892. S. 392&ndash;421.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv67" id="lv67">67.</a><a name="lv67_1" id="lv67_1"></a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Rütimeyer</span>, L., Die Fauna der Pfahlbauten. Neue Denkschr. d. schweiz. naturf. Ges. XIX.
+Zürich 1862.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv68" id="lv68">68.</a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Rzehak</span>, A., Der Unterkiefer von Ochos. Ein Beitrag zur Kenntnis des altdiluvialen Menschen.
+Verh. d. naturf. Ver. Brünn. XLIV. Bd. 1906.<span class='pagenum'><a name="Page_66" id="Page_66">[Pg 66]</a></span></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv69" id="lv69">69.</a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Sandberger</span>, C. L. F., Die Land- u. Süßwasser-Conchylien der Vorwelt. Wiesbaden 1870/75.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv70" id="lv70">70.</a><a name="lv70_1" id="lv70_1"></a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Sauer</span>, A., Erläuterungen zu Blatt Neckargemünd Nr. 32 d. geolog. Spezialkarte d. Großherzogtums
+Baden, herausg. v. d. Gr. Bad. geolog. Landesanstalt. Heidelberg 1898.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">71.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Scheff, Jul</span>. jun., Über das Rudimentärwerden des Weisheitszahnes, Wiener medizin. Presse
+Nr. 37, 1887.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">72.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Schlosser</span>, M., Die neueste Literatur über die ausgestorbenen Anthropomorphen. Zoolog. Anzeiger.
+XXIII. Bd. Nr. 616. Leipzig 1900.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">73.</td>
+ <td align="left">&mdash; Die menschenähnlichen Zähne aus dem Bohnerz der schwäbischen Alb. Zoolog. Anzeiger.
+XXIV. Bd. Nr. 643. Leipzig 1901.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">74.</td>
+ <td align="left">&mdash; Beiträge zur Kenntnis der Säugetierreste aus den süddeutschen Bohnerzen. Geol. u. paläontolog.
+Abh., herausg. von E. <span class="smcap">Koken</span>. N. F. Bd. V. Heft 3. Jena 1902.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">75.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Schoetensack</span>, O., Diluvial-Funde von Taubach bei Weimar. Erste Mitteilung über einen in
+dem dortigen Kalktuff aufgefundenen menschlichen Milchbackenzahn. Zeitschr. f. Ethnologie.
+1895. Verh. S. 92 u. 338.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">76.</td>
+ <td align="left">&mdash; Die neolithische Niederlassung bei Heidelberg. Zeitschr. f. Ethnologie 1899. Verh. S. 566 ff.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">77.</td>
+ <td align="left">&mdash; Die Bedeutung Australiens für die Heranbildung des Menschen aus einer niederen Form. Verh.
+d. naturhistor. medizin. Ver. Heidelberg N. F. VII. Bd. 8. Heft. 1901 u. Zeitschr. f. Ethnol.
+33. Jahrg. 1901.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">78.</td>
+ <td align="left">&mdash; Über paläolithische Funde in der Gegend von Heidelberg. Ber. d. Oberrhein. geolog. Vereins.
+35. Vers. zu Freiburg i./B. 1902.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv79" id="lv79">79.</a></td>
+ <td align="left">&mdash; Beiträge zur Kenntnis der neolithischen Fauna Mitteleuropas mit bes. Berücksichtigung der
+Funde am Mittelrhein. Verh. d. naturh. medizin. Vereins zu Heidelberg. N. F. VIII. Bd.
+1. Heft. 1904.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv80" id="lv80">80.</a><a name="lv80_1" id="lv80_1"></a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Schröder</span>, H., Revision der Mosbacher Säugetierfauna. Jahrb. d. Nassauischen Vereins f. Naturkunde.
+Jahrg. 51. Wiesbaden 1898.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv81" id="lv81">81.</a></td>
+ <td align="left">&mdash; Die Wirbeltierfauna des Mosbacher Sandes. I. Die Gattung Rhinoceros. Abh. d. K. Preuß.
+Geol. Landesanstalt. N. F. Heft 18. Berlin 1903.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">82.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Schwalbe</span>, G., Über die spezifischen Merkmale des Neandertalschädels. Verh. d. anatom. Ges.
+in Bonn 1901.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">83.</td>
+ <td align="left">&mdash; Die Vorgeschichte des Menschen. Braunschweig 1904.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">84.</td>
+ <td align="left">&mdash; Studien zur Vorgeschichte des Menschen. Sonderheft der Zeitschrift für Anthropologie u.
+Morphologie. 1906.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">85.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Scott</span>, W. B., The evolution of the premolar teeth in the mammals. Proc. of the Academy of
+nat. science of Philadelphia. 1892.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">86.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Selenka</span>, E., Menschenaffen (Anthropomorphae), Studien über Entwicklung u. Schädelbau.
+I. Lief.: Rassen, Schädel u. Bezahnung des Orang-Utan. Wiesbaden 1898.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">87.</td>
+ <td align="left">&mdash; Menschenaffen (Anthropomorphae), Studien über Entwickelung u. Schädelbau. II. Lief.:
+Schädel des Gorilla u. Schimpanse. Wiesbaden 1899.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">88.</td>
+ <td align="left">&mdash; Menschenaffen (Anthropomorphae), Studien über Entwickelung u. Schädelbau. II. Lief.:
+Schädel des Gorilla u. Schimpanse. Wiesbaden 1899.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">89.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Terra, M. de</span>, Mitteilungen zum Krapina-Fund unter besonderer Berücksichtigung der Zähne.
+Schweiz. Vierteljahrsschrift f. Zahnheilkunde. Bd. XIII. Nr. 1 u. 2. Zürich 1903.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv90" id="lv90">90.</a></td>
+ <td align="left">&mdash; Beiträge zu einer Odontographie der Menschenrassen. Berlin 1905.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">91.</td>
+ <td align="left">&mdash; Überblick über den heutigen Stand der Phylogenie des Menschen in bezug auf die Zähne.
+Deutsche Monatsschrift für Zahnheilkunde. Jahrg. XXIII. 1905.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">92.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">T&#466;rök</span>, A. v., Grundzüge einer systematischen Kraniologie. Stuttgart 1890.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">93.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Toldt</span>, C., Über einige Struktur- u. Formverhältnisse des menschlichen Unterkiefers. Corr.-Bl.
+d. Deutschen anthropolog. Ges. Nr. 10. 1904.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">94.</td>
+ <td align="left">&mdash; Die Ossicula und ihre Bedeutung für die Bildung des menschlichen Kinnes. Sitzungsber.
+d. k. Akademie der Wissenschaften in Wien, Mathem.-naturw. Klasse. Bd. CXIV. Abt. III. Juli 1905.<span class='pagenum'><a name="Page_67" id="Page_67">[Pg 67]</a></span></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv95" id="lv95">95.</a></td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Topinard</span>, P., Les <ins title="charact&egrave;res">caract&egrave;res</ins> simiens de la m&acirc;choire de La Naulette. Revue d'anthropologie.
+3 S&eacute;r. I. 1886. p. 385&ndash;431.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">96.</td>
+ <td align="left">&mdash; De l'&eacute;volution des molaires et pr&eacute;molaires chez les primates et en particulier chez l'homme.
+L'Anthropologie 1892. p. 641&ndash;710.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">97.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Turner, Wm</span>., An australian skull with three supernumerary upper molar teeth. Journ. of Anatomy
+and Physiology. London. Vol. 34. 1900.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">98.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Virchow</span>, R., Der Kiefer aus der Schipka-Höhle und der Kiefer von La Naulette. Zeitschr.
+f. Ethnol. 1882. S. 277&ndash;310.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">99.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Walkhoff</span>, O., Der Unterkiefer der Anthropomorphen u. des Menschen in seiner funktionellen
+Entwicklung u. Gestalt (Menschenaffen &mdash; Anthropomorphae &mdash;, Studien über Entwicklung
+u. Schädelbau, herausg. von E. <span class="smcap">Selenka</span>). Wiesbaden 1902.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">100.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Weidenreich, Fr.</span>, Die Bildung des Kinnes und seine angebliche Beziehung zur Sprache. Anatom.
+Anzeiger. 1904. Nr. 21.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">101.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Wiedersheim</span>, R., Der Bau des Menschen als Zeugnis für seine Vergangenheit. Tübingen 1908.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">102.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Wüst</span>, E., Untersuchungen über das Pliocän u. das älteste Plistocän Thüringens. Abh. d.
+Naturf. Ges. zu Halle. Bd. XXIII. 1901.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top"><a name="lv103" id="lv103">103.</a></td>
+ <td align="left">&mdash; Neues über die paläolithischen Fundstätten in der Gegend von Weimar. S.-A. aus Zeitschr.
+f. Naturwissenschaften 1908.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">104.</td>
+ <td align="left"><span class="smcap">Zuckerkandl</span>, E., Anatomie der Mundhöhle mit besonderer Berücksichtigung der Zähne. Wien
+1891.</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_68" id="Page_68"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_69" id="Page_69">[Pg 69]</a></span></p>
+
+<h3>Tafel I.</h3>
+
+<h3>Ausschnitt aus der Geologischen Spezialkarte<br />
+des <ins title="Grossherzogtums">Großherzogtums</ins> Baden,<br />
+Blatt Neckargemünd.</h3>
+
+<hr class="hr20" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_70" id="Page_70">[Pg 70]</a></span></p>
+
+<p style="text-align: center; font-size: 125%;"><b>Tafel I.</b></p>
+
+<div class="blockquot">Ausschnitte aus der Geologischen Spezialkarte des Großherzogtums Baden, herausgegeben von
+der Großh. Badischen Geologischen Landesanstalt, Blatt 32 (Neckargemünd). Maßstab von
+Fig. 1 1:50000, Fig. 2 1:25000.</div>
+
+<p style="text-align: center;"><em class="gesperrt">Erläuterung der Signaturen</em><a name="FNanchor_XLIII._43" id="FNanchor_XLIII._43"></a><a href="#Footnote_XLIII._43" class="fnanchor">[XLIII.]</a>:</p>
+
+<table id="p80" cellpadding="4" summary="Tafel 1">
+ <tr>
+ <td align="left"><i>a</i>,</td>
+ <td align="left">Jüngste Anschwemmungen der Haupt- und Nebentäler (Mergel, Lehm, Sand)</td>
+ <td align="left">Jüngste Bildungen.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>dol</i>,</td>
+ <td align="left">Verschwemmter Löß des Gehänges</td>
+ <td align="left">Jungdiluviale Aufschüttungen.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>dlo</i>,</td>
+ <td align="left">Jüngerer Löß</td>
+ <td class="tdlb">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>dle</i>,</td>
+ <td align="left">Jüngerer Lößlehm</td>
+ <td class="tdlb">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>dla</i>,</td>
+ <td align="left">Älterer Lößlehm</td>
+ <td class="tdlb">Mitteldiluviale Aufschüttungen.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>dlu</i>,</td>
+ <td align="left">Älterer Löß</td>
+ <td class="tdlb">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>dme</i>,</td>
+ <td align="left">Sande und Kiese des Elsenzgebietes</td>
+ <td class="tdlb">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><em class="gesperrt"><i>dun</i>,</em></td>
+ <td align="left">(<em class="gesperrt">großpunktiert</em>) <em class="gesperrt">Sande von Mauer</em> (alte Neckarkiese und Sande)</td>
+ <td class="tdlb" rowspan="2">Altdiluviale Aufschüttungen.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>du</i>,</td>
+ <td align="left">Höchstgelegene Buntsandsteinschotter</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>km1</i>,</td>
+ <td align="left">Gipskeuper</td>
+ <td align="left">Mittlerer (bunter) Keuper.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>ku3</i>,</td>
+ <td align="left">Obere Dolomite und Tone</td>
+ <td class="tdlb">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>ku2</i>,</td>
+ <td align="left">Sandstein</td>
+ <td class="tdlb">Unterer (grauer) Keuper, Lettenkohlengruppe.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>ku1</i>,</td>
+ <td align="left">Untere Dolomite, Kalke und Schiefertone</td>
+ <td class="tdlb">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>mo2</i>,</td>
+ <td align="left">Nodosuskalk</td>
+ <td class="tdlb" rowspan="2">Oberer (Haupt-) Muschelkalk.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>mo1</i>,</td>
+ <td align="left">Trochitenkalk</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>mm</i>,</td>
+ <td align="left">Dolomit, Zellenkalk und Mergel</td>
+ <td align="left">Mittlerer Muschelkalk.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>mu3</i>,</td>
+ <td align="left">Schichten der Myophoria orbicularis, oberer Wellenkalk</td>
+ <td class="tdlb">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>mu2</i>,</td>
+ <td align="left">Bank mit Spiriferina fragilis und hirsuta im Wellenkalk</td>
+ <td class="tdlb">Unterer Muschelkalk.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>mu1</i>,</td>
+ <td align="left">Wellendolomit</td>
+ <td class="tdlb">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>So</i>,</td>
+ <td align="left">Plattensandsteine einschließlich Röt</td>
+ <td align="left">Oberer Buntsandstein.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>Sm</i>,</td>
+ <td align="left">(eng schraffiert) Oberer Conglomerathorizont und hangende Schichten</td>
+ <td class="tdlb">&nbsp;</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>Sm</i>,</td>
+ <td align="left">(mit kleinen Kreisen) Horizont des Kugelsandsteines und geröllfreier Hauptbuntsandstein</td>
+ <td class="tdlb">Mittlerer Buntsandstein.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left"><i>Sm</i>,</td>
+ <td align="left">(weit schraffiert) Pseudomorphosensandstein</td>
+ <td class="tdlb">&nbsp;</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<div class="footnotes">
+
+<p style="text-indent: 0;">Fußnote:</p>
+
+<div class="footnote"><p><a name="Footnote_XLIII._43" id="Footnote_XLIII._43"></a><a href="#FNanchor_XLIII._43"><span class="label">[XLIII.]</span></a>Auf Fig. 1 nur mit einem Vergrößerungsglase lesbar.</p></div>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_71" id="Page_71">[Pg 71]</a></span></p>
+
+<div class="figcenter">
+<a name="Tafel_1" id="Tafel_1"></a>
+ <a id="img_081"></a>
+ <a href="images/img_081h.png">
+ <img src="images/img_081.png" width="400" height="324"
+ alt="siehe Bildunterschrift"
+ title="siehe Bildunterschrift" />
+ </a>
+<p class="caption">TAFEL I.</p>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_72" id="Page_72"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_73" id="Page_73">[Pg 73]</a></span></p>
+
+<h3>Tafel II.</h3>
+
+<h3>Lageplan und photographische Abbildung<br />der Sandgrube.</h3>
+
+<hr class="hr20" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_74" id="Page_74">[Pg 74]</a></span></p>
+
+<p style="text-align: center; font-size: 125%;"><b>Tafel II.</b></p>
+
+<table summary="Tafel 2">
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;3.</td>
+ <td align="left">Lageplan über den Fundort des menschlichen Unterkiefers im Gewann Grafenrain, Grundstück
+No. 789, Gemarkung Mauer, Amtsbezirk Heidelberg. Maßstab 1:3000.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;4.</td>
+ <td align="left">Photographische Aufnahme der Nord 26 West gerichteten Wand der Sandgrube im Grafenrain.
+Der menschliche Unterkiefer wurde an der mit einem &times; bezeichneten Stelle 24,10 m
+unter der Oberkante gefunden.</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_75" id="Page_75">[Pg 75]</a></span></p>
+
+<div class="figcenter">
+<a name="Tafel_2" id="Tafel_2"></a>
+ <a id="img_085"></a>
+ <a href="images/img_085h.png">
+ <img src="images/img_085.png" width="307" height="400"
+ alt="siehe Bildunterschrift"
+ title="siehe Bildunterschrift" />
+ </a>
+<p class="caption">TAFEL II.</p>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_76" id="Page_76"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_77" id="Page_77">[Pg 77]</a></span></p>
+
+<h3>Tafel III.</h3>
+
+<h3>Geologisches Profil der Sandgrube.</h3>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_78" id="Page_78">[Pg 78]</a></span></p>
+
+<hr class="hr20" />
+
+<p style="text-align: center; font-size: 125%;"><b>Tafel III.</b></p>
+
+<table id="p79" summary="Tafel 3">
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;5.</td>
+ <td align="left">Geologisches Profil der Sandgrube im Grafenrain, Gemarkung Mauer, Amtsbezirk Heidelberg.</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Die Fundstelle des menschlichen Unterkiefers in der Schicht 4 24,10 m unter der Oberkante
+und 0,87 m über der Grubensohle, ist mit einem &times; bezeichnet.</p>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_79" id="Page_79">[Pg 79]</a></span></p>
+
+<div class="figcenter">
+<a name="Tafel_3" id="Tafel_3"></a>
+ <a id="img_089"></a>
+ <a href="images/img_089h.png">
+ <img src="images/img_089.png" width="286" height="400"
+ alt="siehe Bildunterschrift"
+ title="siehe Bildunterschrift" />
+ </a>
+<p class="caption">TAFEL III.</p>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_80" id="Page_80"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_81" id="Page_81">[Pg 81]</a></span></p>
+
+<h3>Tafel IV.</h3>
+
+<h3>Elephas antiquus Falc. adult.</h3>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_82" id="Page_82">[Pg 82]</a></span></p>
+
+<hr class="hr20" />
+
+<p style="text-align: center; font-size: 125%;"><b>Tafel IV.</b></p>
+
+<table summary="Tafel 4">
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;6.</td>
+ <td align="left">Mesialer Teil der linken Unterkieferhälfte von Elephas antiquus Falc. Während der
+erste Molar die typisch rautenförmigen Schmelzfiguren der Kaufläche erkennen läßt,
+steckt der zweite zum Teil noch in der Alveole. (Geologisch-paläontolog. Institut der
+Univ. Heidelberg.)</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;7.</td>
+ <td align="left">Schädelfragment nebst Unterkiefer von Elephas antiquus Falc., von dem in Fig. 8 die
+Kaufläche des oberen zweiten Molaren nebst Rest des ersten und in Fig. 9 die Kaufläche
+des zweiten unteren Molaren nebst Rest des ersten abgebildet ist. Nur der linke Incisivus
+gelangte bei diesem Individuum zur Ausbildung; der rechte ist sehr früh ausgefallen.
+(Zoolog. Institut der Univ. Heidelberg.)</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Größe von Fig. 7 etwa <sup>1</sup>&#8260;<sub>15</sub>, die übrigen etwa halbe Größe. Genauere Maße sind im Text
+angegeben.</p>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_83" id="Page_83">[Pg 83]</a></span></p>
+
+<div class="figcenter">
+<a name="Tafel_4" id="Tafel_4"></a>
+ <a id="img_093"></a>
+ <a href="images/img_093h.png">
+ <img src="images/img_093.png" width="275" height="400"
+ alt="siehe Bildunterschrift"
+ title="siehe Bildunterschrift" />
+ </a>
+<p class="caption">TAFEL IV.</p>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_84" id="Page_84"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_85" id="Page_85">[Pg 85]</a></span></p>
+
+<h3>Tafel V.</h3>
+
+<h3>Elephas antiquus Falc. juv.</h3>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_86" id="Page_86">[Pg 86]</a></span></p>
+
+<hr class="hr20" />
+
+<p style="text-align: center; font-size: 125%;"><b>Tafel V.</b></p>
+
+<table summary="Tafel 5">
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;10.</td>
+ <td align="left">Oberkieferfragment eines sehr jungen Elephas antiquus Falc. mit zwei Milchmolaren
+(D&nbsp;1 u. 2) auf jeder Seite. Von D&nbsp;2 zeigen nur die mesialen Querjoche Schmelzfiguren,
+während die distalen noch nicht abgenutzt sind. Maßstab &#8532; nat. Gr. (Geologisch-paläontolog.
+Institut der Univ. Heidelberg.)</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_87" id="Page_87">[Pg 87]</a></span></p>
+
+<div class="figcenter">
+<a name="Tafel_5" id="Tafel_5"></a>
+ <a id="img_097"></a>
+ <a href="images/img_097h.png">
+ <img src="images/img_097.png" width="400" height="336"
+ alt="siehe Bildunterschrift"
+ title="siehe Bildunterschrift" />
+ </a>
+<p class="caption">TAFEL V.</p>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_88" id="Page_88"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_89" id="Page_89">[Pg 89]</a></span></p>
+
+<h3>Tafel VI.</h3>
+
+<h3>Mandibula des Homo Heidelbergensis<br />
+in zwei Hälften getrennt,<br />
+wie sie aufgefunden wurde.</h3>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_90" id="Page_90">[Pg 90]</a></span></p>
+
+<hr class="hr20" />
+
+<p style="text-align: center; font-size: 125%;"><b>Tafel VI.</b></p>
+
+<table summary="Tafel 6">
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;11&nbsp;u.&nbsp;14.</td>
+ <td align="left">Die linke Hälfte des Unterkiefers des Homo Heidelbergensis in lateraler und medialer
+Ansicht. Auf den Prämolaren sowie auf M&nbsp;1 u. 2 liegt, fest mit dem Sande verbunden,
+ein 60&nbsp;mm langes und etwa 40&nbsp;mm breites Kalksteingeröll, dessen Oberfläche
+in derselben Weise wie der Knochen durch dendritische Eisen-Manganverbindungen
+gefleckt ist.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;12&nbsp;u.&nbsp;13.</td>
+ <td align="left">Die rechte Hälfte des Unterkiefers in lateraler und medialer Ansicht. An den
+Zähnen sitzen dicke verfestigte Krusten von typischem, ziemlich grobem &bdquo;Mauerer-Sande&ldquo;.
+Die Verkittung ist durch kohlensauren Kalk erfolgt.</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Sämtliche Figuren in annähernd natürlicher Größe. Die genauen Maße sind im Text
+angegeben.</p>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_91" id="Page_91">[Pg 91]</a></span></p>
+
+<div class="figcenter">
+<a name="Tafel_6" id="Tafel_6"></a>
+ <a id="img_101"></a>
+ <a href="images/img_101h.png">
+ <img src="images/img_101.png" width="316" height="400"
+ alt="siehe Bildunterschrift"
+ title="siehe Bildunterschrift" />
+ </a>
+<p class="caption">TAFEL VI.</p>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_92" id="Page_92"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_93" id="Page_93">[Pg 93]</a></span></p>
+
+<h3>Tafel VII.</h3>
+
+<h3>Mandibula des Homo Heidelbergensis<br />
+in zwei Hälften getrennt, nach Entfernung<br />
+des mit dem Kiefer verkittet gewesenen<br />
+Kalksteingerölles und Sandes.</h3>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_94" id="Page_94">[Pg 94]</a></span></p>
+
+<hr class="hr20" />
+
+<p style="text-align: center; font-size: 125%;"><b>Tafel VII.</b></p>
+
+<table summary="Tafel 7">
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;15&nbsp;u.&nbsp;16.</td>
+ <td align="left">Die rechte Hälfte des Unterkiefers des Homo Heidelbergensis in lateraler und
+medialer Ansicht nach Entfernung des mit ihm verkittet gewesenen Sandes.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;17&nbsp;u.&nbsp;18.</td>
+ <td align="left">Die linke Hälfte des Unterkiefers in medialer und lateraler Ansicht nach Entfernung
+des mit ihm verkittet gewesenen Kalkgerölles und Sandes. Die dabei abgelösten Zahnkronen
+der beiden Prämolaren und von M&nbsp;1 u. 2 sind auf <a href="#Tafel_8">Taf. VIII</a>, Fig. 28&ndash;31 abgebildet.</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Sämtliche Figuren in annähernd natürlicher Größe. Die genauen Maße sind im Text
+angegeben.</p>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_95" id="Page_95">[Pg 95]</a></span></p>
+
+<div class="figcenter">
+<a name="Tafel_7" id="Tafel_7"></a>
+ <a id="img_105"></a>
+ <a href="images/img_105h.png">
+ <img src="images/img_105.png" width="315" height="400"
+ alt="siehe Bildunterschrift"
+ title="siehe Bildunterschrift" />
+ </a>
+<p class="caption">TAFEL VII.</p>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_96" id="Page_96"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_97" id="Page_97">[Pg 97]</a></span></p>
+
+<h3>Tafel VIII.</h3>
+
+<h3>Mandibula des Homo Heidelbergensis<br />
+in seitlicher Ansicht.</h3>
+
+<h3>Querschnitt besagter Mandibula und derjenigen<br />
+eines recenten Europäers in der Medianebene.</h3>
+
+<h3>Zahnbogen des Fossils von oben gesehen<br />
+und einzelne Zähne.</h3>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_98" id="Page_98">[Pg 98]</a></span></p>
+
+<hr class="hr20" />
+
+<p style="text-align: center; font-size: 125%;"><b>Tafel VIII.</b></p>
+
+<table summary="Tafel 8">
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;19.</td>
+ <td align="left">Der in der Symphyse zusammengesetzte Unterkiefer des Homo Heidelbergensis in lateraler Ansicht.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="left">Das Original ist im Besitz des Geologisch-paläontologischen Institutes der Universität Heidelberg.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;20.</td>
+ <td align="left">Querschnitt des Unterkiefers in der Medianlinie. Die mediane Verbindung der beiden Hälften war aufgehoben.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;21.</td>
+ <td align="left">Querschnitt des Unterkiefers eines recenten Europäers in der Medianlinie.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;22.</td>
+ <td align="left">Rechte Zahnreihe des Homo Heidelbergensis von oben gesehen: J 1 ist herausgenommen, J 2 an der Wurzel abgebrochen (vgl. Fig. 25 u. 24). In situ befinden sich: C, P&nbsp;1 u. 2, M&nbsp;1&ndash;3.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;23.</td>
+ <td align="left">Linke Zahnreihe von oben gesehen: J 1 ist an der Wurzel abgebrochen, von J 2 ist die vordere Hälfte der Krone abgebrochen (vgl. Fig. 26 u. 27). C ist in situ. Von P&nbsp;1 u. 2, sowie von M&nbsp;1 u. 2 sind die Kronen abgebrochen (vgl. Fig. 28&ndash;31). M&nbsp;3 ist in situ.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;24&nbsp;a&nbsp;u.&nbsp;b</td>
+ <td align="left">= J 2 dext. an der Wurzel abgebrochen, Vorder- und Seitenansicht.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;25&nbsp;a&nbsp;u.&nbsp;b</td>
+ <td align="left">= J 1 dext., Vorder- und Seitenansicht.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;26&nbsp;a&nbsp;u.&nbsp;b</td>
+ <td align="left">= J 1 sin. an der Wurzel abgebrochen, Vorder- und Seitenansicht.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;27</td>
+ <td align="left">= J 2 sin. vordere Hälfte der Krone.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;28&nbsp;a&nbsp;u.&nbsp;b</td>
+ <td align="left">= P&nbsp;1 sin. die Krone von oben und von unten gesehen.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;29&nbsp;a&nbsp;u.&nbsp;b</td>
+ <td align="left">= P&nbsp;2 sin. die Krone von oben und von unten gesehen.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;30&nbsp;a&nbsp;u.&nbsp;b</td>
+ <td align="left">= M&nbsp;1 sin. die Krone von oben und von unten gesehen.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;31&nbsp;a&nbsp;u.&nbsp;b</td>
+ <td align="left">= M&nbsp;2 sin. die Krone von oben und von unten gesehen.</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Alles in annähernd natürlicher Größe. Die genauen Maße sind im Text (<a href="#I">Anhang I</a>) angegeben.</p>
+
+<p>Die Gestalt des Zahnbogens ist aus Fig. 41 u. 42, <a href="#Tafel_10">Taf. X</a> ersichtlich.</p>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_99" id="Page_99">[Pg 99]</a></span></p>
+
+<div class="figcenter">
+<a name="Tafel_8" id="Tafel_8"></a>
+ <a id="img_109"></a>
+ <a href="images/img_109h.png">
+ <img src="images/img_109.png" width="315" height="400"
+ alt="siehe Bildunterschrift"
+ title="siehe Bildunterschrift" />
+ </a>
+<p class="caption">TAFEL VIII.</p>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_100" id="Page_100"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_101" id="Page_101">[Pg 101]</a></span></p>
+
+<h3>Tafel IX.</h3>
+
+<h3>Röntgenbilder.</h3>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_102" id="Page_102">[Pg 102]</a></span></p>
+
+<hr class="hr20" />
+
+<p style="text-align: center; font-size: 125%;"><b>Tafel IX.</b></p>
+
+<table summary="Tafel 9">
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;32.</td>
+ <td align="left">Röntgenbild der rechten Hälfte des Unterkiefers des Homo Heidelbergensis.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;33.</td>
+ <td align="left">Die drei Molaren derselben Hälfte in anderer Aufnahme, welche die Wurzelspitzen namentlich des dritten Molaren besser erkennen läßt.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;34&nbsp;a&nbsp;u.&nbsp;b</td>
+ <td align="left">J 2 derselben Hälfte in Vorder- und Seitenansicht.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;35.</td>
+ <td align="left">J 1 derselben Hälfte in Vorder- und Seitenansicht.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;36.</td>
+ <td align="left">Röntgenbild der linken Hälfte des Unterkiefers des Homo Heidelbergensis.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;37.</td>
+ <td align="left">Die drei Molaren derselben Hälfte in anderer Aufnahme.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;38&nbsp;a&nbsp;u.&nbsp;b</td>
+ <td align="left">J 1 derselben Hälfte in Vorder- und Seitenansicht.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;39&nbsp;u.&nbsp;40.</td>
+ <td align="left">Röntgenbild der rechten und linken Hälfte des Unterkiefers eines <em class="gesperrt">recenten Europäers</em>, der annähernd dasselbe Lebensalter erreicht hat, wie der Homo Heidelbergensis.</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Diese Bilder wurden mit dem Röntgenapparate des zahnärztlichen Institutes der Universität Heidelberg unter gütiger Mitwirkung des Herrn Professor <span class="smcap">Port</span> hergestellt.</p>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_103" id="Page_103">[Pg 103]</a></span></p>
+
+<div class="figcenter">
+<a name="Tafel_9" id="Tafel_9"></a>
+ <a id="img_113"></a>
+ <a href="images/img_113h.png">
+ <img src="images/img_113.png" width="309" height="400"
+ alt="siehe Bildunterschrift"
+ title="siehe Bildunterschrift" />
+ </a>
+<p class="caption">TAFEL IX.</p>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_104" id="Page_104"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_105" id="Page_105">[Pg 105]</a></span></p>
+
+<h3>Tafel X.</h3>
+
+<h3>Die Mandibula des Homo Heidelbergensis<br />
+von oben und unten gesehen<br />
+zur Veranschaulichung des Zahnbogens.</h3>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_106" id="Page_106">[Pg 106]</a></span></p>
+
+<hr class="hr20" />
+
+<p style="text-align: center; font-size: 125%;"><b>Tafel X.</b></p>
+
+<table summary="Tafel 10">
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;41&nbsp;u.&nbsp;42.</td>
+ <td align="left">Der Unterkiefer des Homo Heidelbergensis von oben und unten gesehen zur Veranschaulichung des Zahnbogens. Beide Figuren in ungefährer natürlicher Größe. Den im Text enthaltenen genauen Maßen seien noch folgende hinzugefügt:</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">1.</td>
+ <td align="left">Entfernung der Berührungsstelle der mittleren Incisivi</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="left">a) von der distalen Seite des dritten Molaren rechts 65&nbsp;mm, links 64&nbsp;mm,</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="left">b) von dem distalen Ende des Condylus rechts 130,4&nbsp;mm, links 127&nbsp;mm.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">2.</td>
+ <td align="left">Entfernung der Außenränder des zweiten Molaren 66,5&nbsp;mm.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="right" valign="top">3.</td>
+ <td align="left">Entfernung der beiden Condyli voneinander innen gemessen 86&nbsp;mm, außen gemessen 131,6&nbsp;mm.</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p>Man vergleiche auch die Horizontalkurven in Fig. 47, <a href="#Tafel_8">Taf. XIII</a>.</p>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_107" id="Page_107">[Pg 107]</a></span></p>
+
+<div class="figcenter">
+<a name="Tafel_10" id="Tafel_10"></a>
+ <a id="img_117"></a>
+ <a href="images/img_117h.png">
+ <img src="images/img_117.png" width="276" height="400"
+ alt="siehe Bildunterschrift"
+ title="siehe Bildunterschrift" />
+ </a>
+<p class="caption">TAFEL X.</p>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_108" id="Page_108"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_109" id="Page_109">[Pg 109]</a></span></p>
+
+<h3>Tafel XI.</h3>
+
+<h3>Diagraphische Profilkurven der Unterkiefer<br />
+des Homo Heidelbergensis, eines recenten<br />
+Europäers und eines afrikanischen Negers.</h3>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_110" id="Page_110">[Pg 110]</a></span></p>
+
+<hr class="hr20" />
+
+<p style="text-align: center; font-size: 125%;"><b>Tafel XI.</b></p>
+
+<table summary="Tafel 11">
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;43.</td>
+ <td align="left">Homo Heidelbergensis. Profilprojektion der Mandibula: <i>aa</i> = Horizontalstellung der
+Alveolarebene. <i>BB</i> = Basaltangente. <i>RR</i> = Ramustangente. <i>CC</i> = Condylocoronoidtangente.
+<i>&#953;</i> = Inzision. <i>&#953;&#956;</i> = Inzisionvertikale. <i>&#956;</i> = Schnittpunkt derselben mit der Basaltangente.
+<i>pp</i> = Postmolarvertikale. <i>vv</i> = Coronoidvertikale. <i>f</i> = Lage des Foramen
+mentale. <i>cm</i> = Lage des Foramen mandibulare. <i>sl</i> = Lage der Fossa sublingualis.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;44.</td>
+ <td align="left">&#9472;&#9472;&#9472; Homo Heidelbergensis. &#9480;&#9480;&#9480; Recenter Europäer (B.A.C. 390). - - - Afrikan. Neger (B. N. C. 20).</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_111" id="Page_111">[Pg 111]</a></span></p>
+
+<div class="figcenter">
+<a name="Tafel_11" id="Tafel_11"></a>
+ <a id="img_121"></a>
+ <a href="images/img_121h.png">
+ <img src="images/img_121.png" width="300" height="400"
+ alt="siehe Bildunterschrift"
+ title="siehe Bildunterschrift" />
+ </a>
+<p class="caption">TAFEL XI.</p>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_112" id="Page_112"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_113" id="Page_113">[Pg 113]</a></span></p>
+
+<h3>Tafel XII.</h3>
+
+<h3>Diagraphische Profilkurven der Unterkiefer<br />
+des Homo Heidelbergensis, eines Australiers,<br />
+eines Dajak und von Anthropoiden.</h3>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_114" id="Page_114">[Pg 114]</a></span></p>
+
+<hr class="hr20" />
+
+<p style="text-align: center; font-size: 125%;"><b>Tafel XII.</b></p>
+
+<table summary="Tafel 12">
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;45.</td>
+ <td align="left">&#9472;&#9472;&#9472; Homo Heidelbergensis.
+- - - Australier-Melville Island (K. 80). &#9480;&#9480;&#9480; Dajak (B. N. C. 104).</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;46.</td>
+ <td align="left">&#9472;&#9472;&#9472; Homo Heidelbergensis. &#9480;&#9480;&#9480; Hylobates syndactylus. Hylobates lar.
+- - - Gorilla &#9792; (B.). _._._. Orang &#9794; (B.).</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_115" id="Page_115">[Pg 115]</a></span></p>
+
+<div class="figcenter">
+<a name="Tafel_12" id="Tafel_12"></a>
+ <a id="img_125"></a>
+ <a href="images/img_125h.png">
+ <img src="images/img_125.png" width="327" height="400"
+ alt="siehe Bildunterschrift"
+ title="siehe Bildunterschrift" />
+ </a>
+<p class="caption">TAFEL XII.</p>
+</div>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_116" id="Page_116"></a></span></p>
+
+<hr class="hr65" />
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_117" id="Page_117">[Pg 117]</a></span></p>
+
+<h3>Tafel XIII.</h3>
+
+<h3>Diagraphische Horizontalkurven<br />
+des Unterkiefers vom Homo Heidelbergensis<br />
+und vergleichende Mediankurven<br />
+der Symphyse.</h3>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_118" id="Page_118">[Pg 118]</a></span></p>
+
+<hr class="hr20" />
+
+<p style="text-align: center; font-size: 125%;"><b>Tafel XIII.</b></p>
+
+<table summary="Tafel 13">
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;47.</td>
+ <td colspan="3" align="left">Homo Heidelbergensis. Horizontal-Kurven.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="right"><i>I</i></td>
+ <td align="left">&#9480;&#9480;&#9480; durch den Alveolarrand:</td>
+ <td align="left"><i>a</i> = Grenze zwischen Caninus und Prämolaren.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="left"><i>b</i> = Grenze zwischen Prämolaren und Molaren.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="right"><i>II</i></td>
+ <td colspan="2" align="left">&#9472;&#9472;&#9472; durch die Foramina mentalia, die mit <i>f</i> bezeichnet sind.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>&nbsp;</td>
+ <td align="right"><i>III</i></td>
+ <td colspan="2" align="left">- - - dicht über dem Basalrand; bei <i>x</i> defekte Stelle.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td align="left" valign="top">Fig.&nbsp;48.</td>
+ <td colspan="3" align="left">Vergleichende Projektion der Mediankurven-Diagramme der Symphyse (&mdash; Homo
+Heidelbergensis). Gemeinsame Einstellung auf Inzision und Alveolarhorizont.</td>
+ </tr>
+</table>
+
+<p><span class='pagenum'><a name="Page_119" id="Page_119">[Pg 119]</a></span></p>
+
+<div class="figcenter">
+<a name="Tafel_13" id="Tafel_13"></a>
+ <a id="img_129"></a>
+ <a href="images/img_129h.png">
+ <img src="images/img_129.png" width="400" height="350"
+ alt="siehe Bildunterschrift"
+ title="siehe Bildunterschrift" />
+ </a>
+<p class="caption">TAFEL XIII.</p>
+</div>
+
+
+
+
+
+
+
+
+<pre>
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Der Unterkiefer des Homo
+Heidelbergensis, by Otto Schoetensack (1850-1912)
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER UNTERKIEFER DES HOMO ***
+
+***** This file should be named 36382-h.htm or 36382-h.zip *****
+This and all associated files of various formats will be found in:
+ http://www.gutenberg.org/3/6/3/8/36382/
+
+Produced by Frank van Drogen, Jens Nordmann and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+Updated editions will replace the previous one--the old editions
+will be renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no
+one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
+permission and without paying copyright royalties. Special rules,
+set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
+copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
+protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
+Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
+charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
+do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
+rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose
+such as creation of derivative works, reports, performances and
+research. They may be modified and printed and given away--you may do
+practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
+subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
+
+
+
+*** START: FULL LICENSE ***
+
+THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
+PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
+
+To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
+distribution of electronic works, by using or distributing this work
+(or any other work associated in any way with the phrase "Project
+Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
+Gutenberg-tm License (available with this file or online at
+http://gutenberg.org/license).
+
+
+Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
+electronic works
+
+1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
+electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
+and accept all the terms of this license and intellectual property
+(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
+the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
+all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
+If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
+Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
+terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
+entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
+
+1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
+used on or associated in any way with an electronic work by people who
+agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
+things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
+even without complying with the full terms of this agreement. See
+paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
+1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an
+individual work is in the public domain in the United States and you are
+located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
+copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
+works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
+are removed. Of course, we hope that you will support the Project
+Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
+freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
+this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
+the work. You can easily comply with the terms of this agreement by
+keeping this work in the same format with its attached full Project
+Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
+
+1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
+what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in
+a constant state of change. If you are outside the United States, check
+the laws of your country in addition to the terms of this agreement
+before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
+creating derivative works based on this work or any other Project
+Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning
+the copyright status of any work in any country outside the United
+States.
+
+1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
+
+1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate
+access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
+whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
+phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
+Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
+copied or distributed:
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
+from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
+posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
+and distributed to anyone in the United States without paying any fees
+or charges. If you are redistributing or providing access to a work
+with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
+work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
+through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
+Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
+1.E.9.
+
+1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
+with the permission of the copyright holder, your use and distribution
+must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
+terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked
+to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
+permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
+
+1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
+License terms from this work, or any files containing a part of this
+work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
+
+1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
+electronic work, or any part of this electronic work, without
+prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
+active links or immediate access to the full terms of the Project
+Gutenberg-tm License.
+
+1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
+compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
+word processing or hypertext form. However, if you provide access to or
+distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
+"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
+posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
+you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
+copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
+request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
+form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
+License as specified in paragraph 1.E.1.
+
+1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
+performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
+unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
+
+1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
+access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided
+that
+
+- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
+ you already use to calculate your applicable taxes. The fee is
+ owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
+ has agreed to donate royalties under this paragraph to the
+ Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
+ must be paid within 60 days following each date on which you
+ prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
+ returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
+ address specified in Section 4, "Information about donations to
+ the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
+- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
+ does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
+ License. You must require such a user to return or
+ destroy all copies of the works possessed in a physical medium
+ and discontinue all use of and all access to other copies of
+ Project Gutenberg-tm works.
+
+- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
+ money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days
+ of receipt of the work.
+
+- You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg-tm works.
+
+1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
+electronic work or group of works on different terms than are set
+forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
+both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
+Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
+Foundation as set forth in Section 3 below.
+
+1.F.
+
+1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
+effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
+public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
+collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
+works, and the medium on which they may be stored, may contain
+"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
+corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
+property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
+computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
+your equipment.
+
+1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
+of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
+Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
+Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
+liability to you for damages, costs and expenses, including legal
+fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
+LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
+PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
+TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
+LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
+INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
+DAMAGE.
+
+1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
+defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
+receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
+written explanation to the person you received the work from. If you
+received the work on a physical medium, you must return the medium with
+your written explanation. The person or entity that provided you with
+the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
+refund. If you received the work electronically, the person or entity
+providing it to you may choose to give you a second opportunity to
+receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
+is also defective, you may demand a refund in writing without further
+opportunities to fix the problem.
+
+1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
+in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
+warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
+If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
+law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
+interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
+the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
+provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
+
+1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
+trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
+providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
+
+
+</pre>
+
+</body>
+</html>
diff --git a/36382-h/images/img_081.png b/36382-h/images/img_081.png
new file mode 100644
index 0000000..a20a79e
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_081.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_081h.png b/36382-h/images/img_081h.png
new file mode 100644
index 0000000..1245d86
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_081h.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_085.png b/36382-h/images/img_085.png
new file mode 100644
index 0000000..386a582
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_085.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_085h.png b/36382-h/images/img_085h.png
new file mode 100644
index 0000000..c79902e
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_085h.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_089.png b/36382-h/images/img_089.png
new file mode 100644
index 0000000..ccf5015
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_089.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_089h.png b/36382-h/images/img_089h.png
new file mode 100644
index 0000000..cf21db7
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_089h.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_093.png b/36382-h/images/img_093.png
new file mode 100644
index 0000000..879fc23
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_093.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_093h.png b/36382-h/images/img_093h.png
new file mode 100644
index 0000000..830cec1
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_093h.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_097.png b/36382-h/images/img_097.png
new file mode 100644
index 0000000..96187a0
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_097.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_097h.png b/36382-h/images/img_097h.png
new file mode 100644
index 0000000..0e628a5
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_097h.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_101.png b/36382-h/images/img_101.png
new file mode 100644
index 0000000..0330501
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_101.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_101h.png b/36382-h/images/img_101h.png
new file mode 100644
index 0000000..fc14cd0
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_101h.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_105.png b/36382-h/images/img_105.png
new file mode 100644
index 0000000..effba82
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_105.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_105h.png b/36382-h/images/img_105h.png
new file mode 100644
index 0000000..c4769e5
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_105h.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_109.png b/36382-h/images/img_109.png
new file mode 100644
index 0000000..7f7e9f7
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_109.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_109h.png b/36382-h/images/img_109h.png
new file mode 100644
index 0000000..d7b1fd2
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_109h.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_113.png b/36382-h/images/img_113.png
new file mode 100644
index 0000000..e55d23b
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_113.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_113h.png b/36382-h/images/img_113h.png
new file mode 100644
index 0000000..8654b84
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_113h.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_117.png b/36382-h/images/img_117.png
new file mode 100644
index 0000000..179b5a1
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_117.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_117h.png b/36382-h/images/img_117h.png
new file mode 100644
index 0000000..50a960f
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_117h.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_121.png b/36382-h/images/img_121.png
new file mode 100644
index 0000000..5ce3b75
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_121.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_121h.png b/36382-h/images/img_121h.png
new file mode 100644
index 0000000..8b20934
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_121h.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_125.png b/36382-h/images/img_125.png
new file mode 100644
index 0000000..f9622a9
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_125.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_125h.png b/36382-h/images/img_125h.png
new file mode 100644
index 0000000..40f278d
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_125h.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_129.png b/36382-h/images/img_129.png
new file mode 100644
index 0000000..f0ec349
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_129.png
Binary files differ
diff --git a/36382-h/images/img_129h.png b/36382-h/images/img_129h.png
new file mode 100644
index 0000000..ca31274
--- /dev/null
+++ b/36382-h/images/img_129h.png
Binary files differ
diff --git a/LICENSE.txt b/LICENSE.txt
new file mode 100644
index 0000000..6312041
--- /dev/null
+++ b/LICENSE.txt
@@ -0,0 +1,11 @@
+This eBook, including all associated images, markup, improvements,
+metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be
+in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES.
+
+Procedures for determining public domain status are described in
+the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org.
+
+No investigation has been made concerning possible copyrights in
+jurisdictions other than the United States. Anyone seeking to utilize
+this eBook outside of the United States should confirm copyright
+status under the laws that apply to them.
diff --git a/README.md b/README.md
new file mode 100644
index 0000000..4497482
--- /dev/null
+++ b/README.md
@@ -0,0 +1,2 @@
+Project Gutenberg (https://www.gutenberg.org) public repository for
+eBook #36382 (https://www.gutenberg.org/ebooks/36382)