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authorRoger Frank <rfrank@pglaf.org>2025-10-14 19:59:20 -0700
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+The Project Gutenberg EBook of Flaubert und die Herkunft des modernen
+Romans, by Heinrich Mann
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Flaubert und die Herkunft des modernen Romans
+
+Author: Heinrich Mann
+
+Release Date: August 2, 2010 [EBook #33328]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FLAUBERT UND DIE HERKUNFT ***
+
+
+
+
+Produced by Jens Sadowski
+
+
+
+
+Heinrich Mann
+
+Flaubert und die Herkunft des modernen Romans
+
+
+
+
+Flaubert vollbringt sein ganzes Werk im Kampf gegen sich selbst. Dieser
+endgültige Eroberer des Realismus ist kein Liebhaber der Wirklichkeit;
+dieser Moderne haßt die Bürgerwelt, dieser Erfinder des unpersönlichen
+Romanstils hat Lyrik zu verbergen.
+
+Die letzten Windstöße des romantischen Sturmes gelangten, als er jung war,
+bis in seine Provinz. Er und seine Kameraden, gesprengt von Schwärmerei,
+fühlten sich als Ausnahmen in der platten Menschheit um sie her. Sie
+träumten vom Räuberleben, von der Liebe großer Damen und dem Kampf für den
+Islam, von allem, was beim frühen Victor Hugo steht; trugen Dolche,
+benutzten sie auch und verstanden zu sterben. Eine Pariser Geistesmode hat
+sie verspätet erreicht, als man in Paris schon anfing, sie abzulegen: so
+verspätet dringt sie auch in das Kloster, worin Emma Bovary ihre
+Mädchenzeit verträumt. In ihren bildsamsten Jahren werden diese jungen
+Gehirne nach Vorstellungen und Bedürfnissen gefaltet, gegen die alsbald die
+ganze Wirklichkeit als Feind aufstehen wird. Einige erliegen ihr: so
+erliegt Emma Bovary. Vor allem darum, weil Paris, das sie nie zu sehen
+bekommt, ihr immer das Irrlicht bleibt. Flaubert sieht es, wie es ist,
+vergleicht, schämt sich, und was er von seinem Herzen zu Papier zu bringen
+sich trotzdem nicht versagen kann, Stimmungsprosa, wolkig wie Novembertage,
+Herzensdrang an Chateaubriands, seines Helden, Geburtstätte und Grab: das
+ist von diesem Augenblick ab verurteilt, verschlossen zu bleiben. Er
+unterdrückt seine Jugend, seine ganze Jugend, um reif vor die Welt
+hinzutreten, mit einem kurz vor den Dreißig begonnenen Werk, aus dem
+vermeintlich der Autor abwesend, das angeblich die unter den
+unerforschlichen Augen eines uns sichtbaren Gottes geschehene
+Selbstgestaltung der Dinge ist. Aber die wilde Ironie, die nirgends
+nachweisbar hervortritt und deren Katzenaugen man doch überall ahnt, hinter
+den Vorgängen, hinter dem Stil, hinter der verfälschten und unangemessenen
+Gefühlssucht der Heldin: wie entsteht sie? Wer hat hier gelitten, um so
+ironisch sein zu dürfen? Eine arme Frau, die sich weder ihre Sinne noch
+ihre Eindrücke selbst gab, muß, weil sie ihnen und nicht den Bürgerregeln
+folgte, ärgste Erniedrigung, bittersten Tod erdulden. Die Tatsachen hetzen
+sie, und kein Mensch ist da, dem die Wimper zucken würde, kein verstehender
+Mensch; so konnte ihr Dichter in den Ruf eines harten Erziehers kommen.
+Gewiß, er erzog. Aber er war kein Gewissensrat für Bürgerfrauen, und nicht
+eine Dame namens Emma Bovary hat ihn zum Schreiben genötigt. Er erzieht
+sein Herz. Die Éducation sentimentale, die er später beschrieb, hier
+geschieht sie. Alle Gewalt des Buches liegt darin: daß jemand mit bitterer
+Überzeugung gegen sein eigenes Herz wütet und gegen seines Herzens
+ehebrecherische Gelüste nach Poesie. Gäbe er ihnen nach, er wäre gewiß, von
+der Zeit beiseite geschoben zu werden, unwirksam zu bleiben und
+abzusterben. Die Zeit will ihn modern, wissenschaftlich und nüchtern. Sie
+erhebt ihre Forderungen in ihm selbst. Seine zunehmende Geistigkeit
+verfeindet ihn mit seinem Herzen. So ergibt er sich der Unterwerfung
+dessen, was er war, dem Kampf gegen den Jüngling, der noch in ihm lebendig
+ist. Aber dieser Jüngling scheint in denen, die als Erstes die Romantik
+sahen, ein zähes Leben gehabt zu haben. Flauberts nächster Freund, Louis
+Bouilhet, blieb all seine Dauer ein Poet aus den Boheme-Tagen und immer im
+Zorn gegen die nachkommenden Zeiten, die er mitmachen mußte. So nimmt der
+Pessimismus Flauberts seinen Ursprung in entrüsteter Romantik. Rodolphe,
+der Dichter, sitzt, hoffnungslos verdüstert, in seiner winterlichen
+Dachkammer. Das Feuer, das er, seiner Unerschöpflichkeit gewiß, mit den
+Manuskripten seiner Gedichte entfachte, erlosch im Kamin. Wo kamen die
+Genossen hin? Der Mond ist untergegangen und Mimi tot.
+
+Aus dem mißverständlichen Erfolg von Madame Bovary mag Flaubert bittere
+Genugtuung geschöpft haben. Vielleicht, er war noch jung, hat er sich auch
+berauschen und täuschen lassen, hat sich -- nach Beendigung eines Buches
+ist uns sein Keim und, was es uns war, oft ganz entfallen -- im Augenblick
+selbst für den unbeirrbaren Realisten gehalten, als den man ihn ansprach.
+Er kann den Pessimismus seines Buches für nüchternen Wirklichkeitssinn
+angesehen haben, während er leidende Rache war; kann die Form, die er
+seinem Pessimismus gegeben hatte, das Groteske, für wirkliche, überlegene
+Stärke gehalten haben; und doch verdankte er es nur seinem Drang, sich zu
+behaupten, griff an aus Not und gestand, indem er karikierte, Schwäche ein.
+In seiner Jugendprosa, wo er noch das gute Gewissen zu seinen ersten
+Idealen hat, gibt es kein Groteskes. Während einer Orientreise nimmt es
+überhand. Hier, wo der Romantiker sich im Burnus an der Spitze von
+Mameluken und bei Brunnen mit Rosenwasser hätte fühlen sollen, verbringt er
+ganze Tage damit, einen imaginären alten Franzosen zu parodieren. Seine
+Feinde, die Bürger, halten ihn schon belagert, lassen ihm keine volle Ruhe
+mehr zum Genuß von Träumen. Nach der Heimkehr schließt er sich ein mit den
+Phantomen der Menschheit, um sich von ihnen vorspielen zu lassen. Sein noch
+jugendlicher Übermut verdüstert sich wohl; aber kein Zweifel, daß Monsieur
+Homais früher in ihm entstanden ist als Emma Bovary und daß sein Drang,
+darzustellen, vor allem eine Sucht zu herrschen ist. -- Das Verlangen
+treibt ihn, die Welt dadurch unter sich zu bringen, daß er sie als arme
+Fratze sich gebärden läßt. Nie selbst hervortreten; die »Unpersönlichkeit«
+zu seiner Rache machen; und in seiner hohen Einsamkeit mehr als menschliche
+Genüsse feiern! Denn welchen menschlichen Genuß vermöchte er nicht durch
+Literatur zu überbieten? Von der Liebe gibt sie ihm das Beste:
+intellektuelle Wollust, Hingabe wie Beherrschung, das Selbstvergessen in
+der Umarmung des Vollkommenen, und das Fragwürdigste, Aufstachelndste,
+Genüsse wie das keuchende Entsagen in der Éducation sentimentale, oder
+Salambos Python; oder die Tochter der Herodias. Die Literatur gibt ihm,
+stärker als das Leben, die Exaltation des Zeugens; sie gibt ihm
+konzentrierter das angstvolle Heranziehen der Geschöpfe. Sie gibt ihm
+Abenteuer, Reisen, unvorhergesehene Bekanntschaften, Qualen, Krankheiten
+und Krisen jeder Art. Mehrere Tage hindurch hat er den süßlichen Geschmack
+des Giftes auf der Zunge, das die Bovary nahm.
+
+Nur will dieser Rausch, der schnell unentbehrlich wird, immer üppiger
+genährt werden. Die mitlebenden Bürger findet Flaubert längst ohne Reiz,
+ihr Groteskes kläglich. Er braucht wildere Absonderlichkeiten, eine Welt
+der Ungeheuer und Gifte, einen Himmel, der wie ein Alpdruck ist; eine Welt
+auch, wo die Worte rasseln und klirren dürfen wie Panzer und Foltern,
+trompeten wie Elefanten, hysterisch beben wie eine mit Wohlgerüchen
+durchseuchte Priesterin; wo die Worte in die Augen schreien, die Augen
+sengen, die Augen zu Göttern machen und martern dürfen gleich der
+unerbittlichen Schönheit des harten Südens. Die wirklichen Bedürfnisse, aus
+denen »Salambo« kam, sind diese. Vor sich selbst wird Flaubert den anderen
+Beweggrund ausgespielt haben: wenn bei seinem ersten Buch die Moralisten,
+Gesellschaftstheoretiker, Pädagogen sich aufgeregt hatten, -- diesmal
+sollten die Archäologen staunen, die von der gerade modernsten
+Wissenschaft! Er wollte -- da es schon Wirklichkeit sein sollte -- eine
+allen unbekannte, von ihm allein schwer errungene Wirklichkeit hinlegen, an
+der sollten sie ihre Freude haben. Auf die Geste kam es an, die herrische,
+unberührte Geste, mit der man dies alles hinausschleuderte:
+niedergestampfte Armeen und den heulenden, blutrünstigen Liebeswahnsinn
+eines Halbwilden, Baal mit Kindern auf den rotglühenden Armen und
+Felsenkessel voll Menschen und reißende Tiere darüber her! . . . Geheimnis
+bleibt es, ob der jahrelang in dieser Hölle Schmiedende nie darauf geachtet
+hat, daß es hier von den Grenzen härtester Wirklichkeit wieder in sein
+altes Traumland geht; daß sich in der Überfülle prachtvoller Landschaften
+die unausweichliche Nähe Chateaubriands erklärt, in Salambo die mystische
+Liebende Velleda -- und die unbesiegliche Zärtlichkeit des Lyrikers, der
+Hamilkars Tochter sang, in der Bezauberung, die dies kleine Mädchen, kaum
+daß es sich zeigt, an tausend Bluthunden mit Menschengesichtern übt.
+Niemand fehlt als René; und fehlt er? Der gallische General, der, erstickt
+vom Schirokko und der Schwere der Wüstenweiten, an einem Luftloch des
+verschlossenen Zeltes röchelt und nach Galliens Viehweiden, dem aus
+Walddunkel zitternden Licht seiner Strohhütte lechzt: wäre er nicht die
+Seele dessen, der sich an solche schlimme Schöpfung vergab, in diese von
+Seelen leere Einsamkeit sich verirrte?
+
+ * * *
+
+Wenn soviel Entsagen, soviel Selbstvergewaltigung wenigstens Ruhm eintrüge!
+Flaubert hatte nicht den Körper eines Skeptikers; mochte seine Geistigkeit
+das Geräusch der Gewöhnlichen verachten, seine Sinnlichkeit gierte nach
+ihrer Anerkennung. Er empfand: »Um Dauerhaftes zu schaffen, darf man über
+den Ruhm nicht lachen«, und litt heftig unter dem Achtungserfolg von
+Salambo. Damals zuerst mag er sich überblickt, mit seinem Schicksal
+abgerechnet haben: erstaunte und wehe Fragen, die niemand gehört hat.
+
+Wie kommt es, daß ich hier sitze, abseits und mit vierzig Jahren noch immer
+allein? Zwölf Jahre sind vergangen, seit ich mich einschloß. Die von meiner
+Kraft, mit meiner Bovary geschaffene Bewegung haben andere ausgenutzt;
+inzwischen war ich fern, bei dieser Salambo, die nun alle künstlich nennen.
+Es gelang mir also zu gut, euch zu täuschen. Mein überreiztes Herz habe ich
+unter Lichtgarben und Tubengebrüll so wohl versteckt, daß niemand es spürt.
+Als ich jung war, liebte ich allzu glänzende Frauen, denen ich es nie
+sagte. So habe ich dich geliebt, Salambo, und dich, grausames Afrika! Aber
+niemand weiß, daß um die schönen Dinge, um die fernen, kaum mehr
+menschlichen Gestalten gelitten werden muß. Man faselt von seelenloser
+Schönheit. Man ist so unwissend über den Künstler, daß man ihm zutraut, er
+mache leichten Herzens Schönheit; so unerfahren in der Schönheit, daß man
+für möglich hält, es sei jemals eine vollendet worden, hinter der nicht der
+Schmerz stand, den Meißel noch in der Hand. Ich werde ihnen nichts darüber
+verraten. Spricht jemand von Salambo, und wäre es meine gütigste Freundin,
+ich werde ihr antworten: Der Schmöker hätte es nötig, daß man ihn um
+gewisse Inversionen leichter macht; es sind zu viele Damals, Aber und Und
+darin: man merkt die Arbeit.
+
+Gelte ich nicht als Techniker? Fast bin ich es geworden! Ich, der den
+überschäumendsten Achtzehnhundertdreißiger abgab, wäre ich so glücklich
+gewesen, mit der Hernani-Bande zur Welt zu kommen! Wie ich Verse gedonnert,
+was ich auf meiner breiten Brust für leuchtende Stoffe getragen, welchen
+Gottesdienst ich einer Frau geweiht haben würde, einer einzigen! In dieser
+nüchternen Zeit mußte ich mich in eine Werkstatt schließen, Sätze feilen,
+meinen Stolz auf die Verknüpfung einer Analyse, eines Porträts und eines
+Dialoges setzen, neue Arten erfinden, um eine Empfindung auszudrücken, und
+die Empfindung selbst für Nebensache ausgeben, mußte das Äußere am
+wichtigsten nehmen. In Wahrheit aber glaube ich nicht einmal, daß es in der
+Kunst ein Äußeres gibt. Ich erinnere mich, wie ich Herzklopfen bekam und
+eine heftige Lust empfand, als ich eine Mauer der Akropolis betrachtete,
+eine ganz nackte Mauer (die zur Linken, wenn man nach den Propyläen
+hinausgeht). Und ich frage mich, ob ein Buch, unabhängig von dem, was es
+sagt, nicht dieselbe Wirkung hervorbringen kann. Liegt nicht in der
+Genauigkeit der Wortgefüge, der Seltenheit der Bestandteile, der Glätte der
+Oberfläche, der Übereinstimmung des Ganzen, liegt darin nicht eine innere
+Tugend, eine Art göttlicher Kraft, etwas Ewiges wie ein Prinzip? (Ich
+spreche als Platoniker.) Warum besteht, zum Beispiel, eine notwendige
+Beziehung zwischen dem richtigen und musikalischen Wort? Warum kommt man
+immer auf einen Vers hinaus, wenn man seine Gedanken zu sehr
+zusammendrängt? Das Gesetz des Wohlklanges regiert also die Gefühle und die
+Bilder. Und was als das Äußere erscheint, ist gerade das Innere. . . . Ich
+bin Mystiker: ich, der Handwerker der Form. In der Form erst glüht meine
+Phantasie und wird flüssig. An einer Seite voll bunter und tönender Namen
+berausche ich mich bis zu der Gewißheit, mit den Schicksalen dieser Namen
+einst dagewesen zu sein. Ich bin alter Schönheit so voll, daß ich das
+Gefühl beginnenden Lebens, das starre Staunen eines frisch erschlossenen
+Daseins nie gekannt habe. Das in den Tiefen der Geschichte Verlorene zieht
+mich an, der ich von jeher dabei war. Mit den Priestern des Orients konnte
+ich reden, und wenn vor dem Tor meiner Stadt Zigeuner aus ihrem grünen
+Wagen lugen, regt sich in mir etwas Brüderliches. Denn ich habe -- ob mir
+das von meinen nordischen Vätern kommt? -- die Körperverfassung
+raffinierter Barbaren, überreizte Nerven in einem Riesen, eine Geistigkeit,
+die sich schwer aus den Schlacken der Sinne losringt. Ich habe eine
+ungeheure Animalität abzuschleifen, bevor Geist entstehen kann. Zu ihrer
+Bändigung bin ich auf eine Hygiene der Ungesundheit verfallen: keinen
+Schritt vors Haus und Nachtarbeit, bis mir die Augen kochen. Hinter allen
+fünf Fenstern meines Zimmers, rings um dies alte Kloster, ist weites, grau
+schlafendes Land, Mondgleiten den Fluß entlang; und in der ungeheuren
+Stille zucke ich empor bei jedem Knistern, jedem Ästeknacken: Kommst du? Es
+regt sich in den Zauberworten, die ich ansammle, und aus ihnen hervor, in
+wahnsinnig aufregenden Schleiern und auf den Sohlen verstorbener
+Tänzerinnen erscheint mir mein Werk!
+
+Betrachte dich: wie es dich schon zurichtete! In deinem kuttenähnlichen
+Rock haben deine Schultern sich gewölbt; dein Gesicht mit dem gallischen
+Schnurrbart war rund und fest, nun ist es zerfetzt durch die sich windende
+Seele; es hat sich, rot von den Ausschweifungen der Arbeit, gesenkt um die
+Augen her, deine Lider liegen in Falten vom Hohn auf das groteske Leben,
+und dein Blick ist so müde, als wäre dies Gelächter schwere Arbeit gewesen,
+eine Braue krampft sich die kahle Stirn hinan; und als übrig gebliebene
+Lüge von Jugendmut fallen dir romantische Locken über die Ohren. Du bist
+vierzig, und es ist keine Hoffnung, von dieser Galeere noch einmal zu
+entkommen. Auch würdest du nicht wollen. Ach, sobald die Qual eines Werkes
+aus ist, ist auch die Erleichterung meiner Leidenschaft vorbei. Ich
+vergleiche diese Leidenschaft einem Ausschlag, den man schreiend kratzt
+. . . Ich habe nicht gelebt und bin ein Paria. Es gibt Parias hier auf der
+Höhe, wie es welche ganz unten gibt. Warum? Der Literat war ehemals eine so
+regelrechte Existenz. Was war Herr von Voltaire? Ein geistreicher
+Großbürger, nichts weiter, mit all seinen Tugenden und Lastern, Eitelkeit,
+Habgier, physischer Furchtsamkeit, Anfällen moralischer Kühnheit, dem Trieb
+zu geistigem Fortschritt; politisch reaktionär, sobald der Despot seiner
+Ansicht war, priesterfeindlich, weil er die Priester in der Macht über das
+Volk abzulösen wünschte, aber gewillt, dem Volk den Glauben an die ewigen
+Strafen zu erhalten, aus Furcht vor seinen Lakaien. Selbst eine so
+fragwürdige Erscheinung wie Rousseau, das wühlerischste Sklavengenie, das
+je gelebt hat, konnte in die alte Gesellschaft gut aufgenommen werden,
+Gräfinnen lieben und sich zeitweilig wohlgeraten und einwandfrei fühlen.
+Das geht nicht mehr. Die Revolution hat uns allzusehr befreit. In der
+romantischen Zeit genossen wir die zynische Poesie unserer Losgelöstheit
+von der Bürgerwelt, von der gent épicière, und da nun der erste Übermut
+dahin ist, sind wir mit unserer allen Guten unverständlichen Sensibilität
+zurückgeblieben. Denke ich nach, ist es mir, als wäre ich noch Jüngling,
+ein verbrauchter, überreizter Jüngling, aber ohne die Fähigkeit, reif zu
+werden. Ich bin, sobald ich es einmal wage, zu handeln, noch immer
+Enttäuschungen ausgesetzt, denn ich habe noch immer die uninteressierten
+Ideale eines Zwanzigjährigen, sein ungebundenes Denken, nicht spezialisiert
+und rein spielerisch, zusammen mit dem theoretischen Pessimismus derer, die
+am Leben noch nicht tätigen Anteil nahmen und bisher nirgends eingereiht
+sind: werde ich es doch niemals werden. Ich stehe, sozial gesprochen, auf
+demselben Fleck wie beim Verlassen der Schule. So will ich denn die Welt
+der Zwanzigjährigen schildern. Ein gut veranlagter Zwanzigjähriger ist mir
+verwandt, ist immer ein Stück Künstler, eine Spur Dichter.
+
+Da werde ich also dichten dürfen! Und lieben! Die romantische Liebe, die
+ich in der Bovary verhöhnt und weggejagt habe, aus Härte gegen mich selbst,
+nun soll sie zurückkehren, tiefernst und unbesieglich. Ah! Die Lyrismen,
+die ich mir gönnen will! Den Bürger sollen sie außer sich bringen. Ich
+werde ihm ins Gesicht sagen, wie ein junger Mensch mit Idealen im Herzen
+ihn ansieht. Er geht nur über die Straße und fühlt sich, werde ich sagen,
+übel von der Niedrigkeit der Gesichter, den dummen Reden, der einfältigen
+Genugtuung, die auf all den schwitzenden Stirnen durchbricht. Zwar werde
+ich hinzufügen: >Indessen, das Bewußtsein, mehr wert zu sein als diese
+Menschen, erleichterte die Mühe des Anblickes< und derart ironisch
+feststellen, daß ich immerhin über meinen Zwanzigjährigen hinaus bin. Auch
+werde ich Sorge tragen, daß für jenen Liebesgesang nicht ich verantwortlich
+bleibe. Und wenn ich, den alle zum Pontifex des Realismus machen, einmal
+mit meiner Meinung über ihn herauskomme, lasse ich sie natürlich von einem
+vorbringen, den ich so eingerichtet habe, daß keiner ihm glauben wird.
+>Laßt mich in Ruhe mit eurer abscheulichen Wirklichkeit! Was soll das
+heißen: Wirklichkeit? Die einen sehen schwarz, andere blau, die Menge sieht
+dumm. Nichts ist weniger natürlich als Michelangelo und nichts stärker! Die
+Sorge um äußere Wahrheit ist bezeichnend für die niedrige Gesinnung dieser
+Zeit; und die Kunst wird, geht es so weiter, ich weiß nicht was für ein
+Plunder werden, weniger poetisch als die Religion und weniger interessant
+als die Politik. Ihr Ziel -- jawohl, ihr Ziel! --, das darin besteht, eine
+unpersönliche Exaltation in uns zu bewirken, erreicht ihr nie mit kleinen
+Werken, trotz aller feinsäuberlichen Ausführung. Ohne Gedanken nichts
+Großes! Ohne Größe nichts Schönes! Der Olymp ist ein Berg! Das kühnste
+Denkmal bleiben immer die Pyramiden. Besser Überschwang als Geschmack,
+besser die Wüste als ein Trottoir, besser ein Wilder als ein Friseur!<
+
+Das erleichtert! In diesem Buche werde ich endlich sagen dürfen, was ich
+gelitten habe. Daß ich eure gemeine Herzlichkeit nie teilen konnte, und wie
+meine Liebe beschaffen ist. Es handelt sich darum, Bilder zu finden dafür,
+wie das Anschauen einer Frau uns schwach machen und erregen kann, gleich
+dem Gebrauch eines zu starken Parfüms. Eine nervenzerrüttende
+Enthaltsamkeit wird dem Buch die tiefere, fragwürdige Wollust eintränken.
+Wenn die Liebenden beim Krachen einer Täfelung zusammenfahren, als wären
+sie schuldig, wenn ihr überreiztes Gefühl sie Abgründen zutreibt, um sie
+her eine Sturmluft gießt, dann schildere ich meine Nächte. Die Nächte
+zwischen mir und meinem Werk. Und mit der Liebe jener romantischen Tage
+soll alle Bitterkeit der geschlagenen Illusionen sich vermischen, die
+Achtundvierzig endeten. Ich will schwelgen; aber niemand darf es merken.
+Ich muß unsere größten Worte von damals einem Bramarbas der Freiheit und
+des Patriotismus zuschreiben, einem Idioten mit einem pomphaften Namen; wie
+sage ich? Regimbart! Der und eine zappelnde Mauer von Grotesken wird meine
+Zärtlichkeit verstecken. Nicht ganz: ich ertrüge es nicht! Ein Mensch soll
+dabei sein, ein schlichter Mensch, etwas wie ein Kommis, nichts weiter. Der
+soll Gerechtigkeit für möglich halten, den Staat hassen, sich eine einzige
+Liebe wünschen, für das ganze Leben, und an einem gewissen Punkt einen --
+o, wie weise herbeigeführten! -- Schrei ausstoßen: >Es lebe die Republik!<
+Alles soll er sein, was ich hätte bleiben wollen, und das Kindergemüt
+obendrein haben, mit dem man den letzten Enttäuschungen immer entgeht, sei
+es auch, indem man sich rechtzeitig von der Polizei niedersäbeln läßt. Die
+aber leben bleiben: was werden sie gehabt haben, woran werden sie, den
+Fünfzig nah, mit wirklicher Dankbarkeit gegen das Leben einander erinnern?
+Der Ehrgeizige und der Liebende, beide an nichts als an einen Abend ihrer
+frühsten Zeit, als sie sich aufmachten, um ihre Keuschheit herzugeben. Ein
+wenig platte Leiblichkeit ist alles, was übrigbleibt nach so viel
+verpuffter Seele. Es wird das Buch der Enttäuschungen sein, worin trotz
+vielem Hin und Her nichts geschieht, nichts je ans Ende gelangt, nur aus
+Fließen Sickern wird, -- und kein schmerzlicheres wird geschrieben worden
+sein . . .
+
+
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Flaubert und die Herkunft des modernen
+Romans, by Heinrich Mann
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FLAUBERT UND DIE HERKUNFT ***
+
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+set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
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+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
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+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
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+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
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+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
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+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
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+Literary Archive Foundation
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+increasing the number of public domain and licensed works that can be
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+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
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+
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+
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+<title>Flaubert und die Herkunft des modernen Romans</title>
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+Title: Flaubert und die Herkunft des modernen Romans
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+Author: Heinrich Mann
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+Release Date: August 2, 2010 [EBook #33328]
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+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FLAUBERT UND DIE HERKUNFT ***
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+
+Produced by Jens Sadowski
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+<p>
+
+</p><p>Flaubert vollbringt sein ganzes Werk im Kampf gegen
+sich selbst. Dieser endgültige Eroberer des Realismus
+ist kein Liebhaber der Wirklichkeit; dieser Moderne
+haßt die Bürgerwelt, dieser Erfinder des unpersönlichen
+Romanstils hat Lyrik zu verbergen.
+
+</p><p>Die letzten Windstöße des romantischen Sturmes gelangten,
+als er jung war, bis in seine Provinz. Er und
+seine Kameraden, gesprengt von Schwärmerei, fühlten
+sich als Ausnahmen in der platten Menschheit um sie her.
+Sie träumten vom Räuberleben, von der Liebe großer
+Damen und dem Kampf für den Islam, von allem, was
+beim frühen Victor Hugo steht; trugen Dolche, benutzten
+sie auch und verstanden zu sterben. Eine Pariser Geistesmode
+hat sie verspätet erreicht, als man in Paris schon
+anfing, sie abzulegen: so verspätet dringt sie auch in das
+Kloster, worin Emma Bovary ihre Mädchenzeit verträumt.
+In ihren bildsamsten Jahren werden diese jungen
+Gehirne nach Vorstellungen und Bedürfnissen gefaltet,
+gegen die alsbald die ganze Wirklichkeit als Feind aufstehen
+wird. Einige erliegen ihr: so erliegt Emma Bovary.
+Vor allem darum, weil Paris, das sie nie zu sehen
+bekommt, ihr immer das Irrlicht bleibt. Flaubert sieht
+es, wie es ist, vergleicht, schämt sich, und was er von
+seinem Herzen zu Papier zu bringen sich trotzdem nicht
+versagen kann, Stimmungsprosa, wolkig wie Novembertage,
+Herzensdrang an Chateaubriands, seines Helden,
+Geburtstätte und Grab: das ist von diesem Augenblick
+ab verurteilt, verschlossen zu bleiben. Er unterdrückt seine
+Jugend, seine ganze Jugend, um reif vor die Welt hinzutreten,
+mit einem kurz vor den Dreißig begonnenen Werk,
+aus dem vermeintlich der Autor abwesend, das angeblich
+die unter den unerforschlichen Augen eines uns
+sichtbaren Gottes geschehene Selbstgestaltung der Dinge
+ist. Aber die wilde Ironie, die nirgends nachweisbar
+hervortritt und deren Katzenaugen man doch überall
+ahnt, hinter den Vorgängen, hinter dem Stil, hinter
+der verfälschten und unangemessenen Gefühlssucht der
+Heldin: wie entsteht sie? Wer hat hier gelitten, um so
+ironisch sein zu dürfen? Eine arme Frau, die sich weder
+ihre Sinne noch ihre Eindrücke selbst gab, muß, weil sie
+ihnen und nicht den Bürgerregeln folgte, ärgste Erniedrigung,
+bittersten Tod erdulden. Die Tatsachen hetzen
+sie, und kein Mensch ist da, dem die Wimper zucken würde,
+kein verstehender Mensch; so konnte ihr Dichter in den
+Ruf eines harten Erziehers kommen. Gewiß, er erzog.
+Aber er war kein Gewissensrat für Bürgerfrauen, und
+nicht eine Dame namens Emma Bovary hat ihn zum
+Schreiben genötigt. Er erzieht sein Herz. Die Éducation
+sentimentale, die er später beschrieb, hier geschieht sie.
+Alle Gewalt des Buches liegt darin: daß jemand mit
+bitterer Überzeugung gegen sein eigenes Herz wütet und
+gegen seines Herzens ehebrecherische Gelüste nach Poesie.
+Gäbe er ihnen nach, er wäre gewiß, von der Zeit beiseite
+geschoben zu werden, unwirksam zu bleiben und abzusterben.
+Die Zeit will ihn modern, wissenschaftlich und
+nüchtern. Sie erhebt ihre Forderungen in ihm selbst.
+Seine zunehmende Geistigkeit verfeindet ihn mit seinem
+Herzen. So ergibt er sich der Unterwerfung dessen, was
+er war, dem Kampf gegen den Jüngling, der noch in ihm
+lebendig ist. Aber dieser Jüngling scheint in denen, die
+als Erstes die Romantik sahen, ein zähes Leben gehabt
+zu haben. Flauberts nächster Freund, Louis Bouilhet,
+blieb all seine Dauer ein Poet aus den Boheme-Tagen
+und immer im Zorn gegen die nachkommenden Zeiten,
+die er mitmachen mußte. So nimmt der Pessimismus
+Flauberts seinen Ursprung in entrüsteter Romantik. Rodolphe,
+der Dichter, sitzt, hoffnungslos verdüstert, in seiner
+winterlichen Dachkammer. Das Feuer, das er, seiner
+Unerschöpflichkeit gewiß, mit den Manuskripten seiner
+Gedichte entfachte, erlosch im Kamin. Wo kamen die
+Genossen hin? Der Mond ist untergegangen und Mimi
+tot.
+
+</p><p>Aus dem mißverständlichen Erfolg von Madame Bovary
+mag Flaubert bittere Genugtuung geschöpft haben.
+Vielleicht, er war noch jung, hat er sich auch berauschen
+und täuschen lassen, hat sich &mdash; nach Beendigung eines
+Buches ist uns sein Keim und, was es uns war, oft ganz
+entfallen &mdash; im Augenblick selbst für den unbeirrbaren
+Realisten gehalten, als den man ihn ansprach. Er kann
+den Pessimismus seines Buches für nüchternen Wirklichkeitssinn
+angesehen haben, während er leidende Rache
+war; kann die Form, die er seinem Pessimismus gegeben
+hatte, das Groteske, für wirkliche, überlegene Stärke
+gehalten haben; und doch verdankte er es nur seinem
+Drang, sich zu behaupten, griff an aus Not und gestand,
+indem er karikierte, Schwäche ein. In seiner Jugendprosa,
+wo er noch das gute Gewissen zu seinen ersten
+Idealen hat, gibt es kein Groteskes. Während einer
+Orientreise nimmt es überhand. Hier, wo der Romantiker
+sich im Burnus an der Spitze von Mameluken und
+bei Brunnen mit Rosenwasser hätte fühlen sollen, verbringt
+er ganze Tage damit, einen imaginären alten Franzosen
+zu parodieren. Seine Feinde, die Bürger, halten
+ihn schon belagert, lassen ihm keine volle Ruhe mehr zum
+Genuß von Träumen. Nach der Heimkehr schließt er sich
+ein mit den Phantomen der Menschheit, um sich von ihnen
+vorspielen zu lassen. Sein noch jugendlicher Übermut
+verdüstert sich wohl; aber kein Zweifel, daß Monsieur Homais
+früher in ihm entstanden ist als Emma Bovary und
+daß sein Drang, darzustellen, vor allem eine Sucht zu herrschen
+ist. &mdash; Das Verlangen treibt ihn, die Welt dadurch
+unter sich zu bringen, daß er sie als arme Fratze sich gebärden
+läßt. Nie selbst hervortreten; die &bdquo;Unpersönlichkeit&ldquo;
+zu seiner Rache machen; und in seiner hohen Einsamkeit
+mehr als menschliche Genüsse feiern! Denn welchen
+menschlichen Genuß vermöchte er nicht durch Literatur
+zu überbieten? Von der Liebe gibt sie ihm das Beste:
+intellektuelle Wollust, Hingabe wie Beherrschung, das
+Selbstvergessen in der Umarmung des Vollkommenen,
+und das Fragwürdigste, Aufstachelndste, Genüsse wie
+das keuchende Entsagen in der Éducation sentimentale,
+oder Salambos Python; oder die Tochter der Herodias.
+Die Literatur gibt ihm, stärker als das Leben, die Exaltation
+des Zeugens; sie gibt ihm konzentrierter das angstvolle
+Heranziehen der Geschöpfe. Sie gibt ihm Abenteuer,
+Reisen, unvorhergesehene Bekanntschaften, Qualen,
+Krankheiten und Krisen jeder Art. Mehrere Tage
+hindurch hat er den süßlichen Geschmack des Giftes auf
+der Zunge, das die Bovary nahm.
+
+</p><p>Nur will dieser Rausch, der schnell unentbehrlich wird,
+immer üppiger genährt werden. Die mitlebenden Bürger
+findet Flaubert längst ohne Reiz, ihr Groteskes kläglich.
+Er braucht wildere Absonderlichkeiten, eine Welt
+der Ungeheuer und Gifte, einen Himmel, der wie ein
+Alpdruck ist; eine Welt auch, wo die Worte rasseln und
+klirren dürfen wie Panzer und Foltern, trompeten wie
+Elefanten, hysterisch beben wie eine mit Wohlgerüchen
+durchseuchte Priesterin; wo die Worte in die Augen
+schreien, die Augen sengen, die Augen zu Göttern machen
+und martern dürfen gleich der unerbittlichen Schönheit
+des harten Südens. Die wirklichen Bedürfnisse, aus
+denen &bdquo;Salambo&ldquo; kam, sind diese. Vor sich selbst wird
+Flaubert den anderen Beweggrund ausgespielt haben:
+wenn bei seinem ersten Buch die Moralisten, Gesellschaftstheoretiker,
+Pädagogen sich aufgeregt hatten, &mdash;
+diesmal sollten die Archäologen staunen, die von der gerade
+modernsten Wissenschaft! Er wollte &mdash; da es schon
+Wirklichkeit sein sollte &mdash; eine allen unbekannte, von ihm
+allein schwer errungene Wirklichkeit hinlegen, an der
+sollten sie ihre Freude haben. Auf die Geste kam es an,
+die herrische, unberührte Geste, mit der man dies alles
+hinausschleuderte: niedergestampfte Armeen und den
+heulenden, blutrünstigen Liebeswahnsinn eines Halbwilden,
+Baal mit Kindern auf den rotglühenden Armen
+und Felsenkessel voll Menschen und reißende Tiere darüber
+her! .&nbsp;.&nbsp;. Geheimnis bleibt es, ob der jahrelang
+in dieser Hölle Schmiedende nie darauf geachtet hat, daß
+es hier von den Grenzen härtester Wirklichkeit wieder in
+sein altes Traumland geht; daß sich in der Überfülle
+prachtvoller Landschaften die unausweichliche Nähe
+Chateaubriands erklärt, in Salambo die mystische Liebende
+Velleda &mdash; und die unbesiegliche Zärtlichkeit des
+Lyrikers, der Hamilkars Tochter sang, in der Bezauberung,
+die dies kleine Mädchen, kaum daß es sich zeigt,
+an tausend Bluthunden mit Menschengesichtern übt.
+Niemand fehlt als René; und fehlt er? Der gallische
+General, der, erstickt vom Schirokko und der Schwere
+der Wüstenweiten, an einem Luftloch des verschlossenen
+Zeltes röchelt und nach Galliens Viehweiden, dem aus
+Walddunkel zitternden Licht seiner Strohhütte lechzt:
+wäre er nicht die Seele dessen, der sich an solche schlimme
+Schöpfung vergab, in diese von Seelen leere Einsamkeit
+sich verirrte?
+
+</p><p class="tb">&nbsp;
+
+</p><p>Wenn soviel Entsagen, soviel Selbstvergewaltigung
+wenigstens Ruhm eintrüge! Flaubert hatte nicht den
+Körper eines Skeptikers; mochte seine Geistigkeit das
+Geräusch der Gewöhnlichen verachten, seine Sinnlichkeit
+gierte nach ihrer Anerkennung. Er empfand: &bdquo;Um
+Dauerhaftes zu schaffen, darf man über den Ruhm nicht
+lachen&ldquo;, und litt heftig unter dem Achtungserfolg von
+Salambo. Damals zuerst mag er sich überblickt, mit
+seinem Schicksal abgerechnet haben: erstaunte und wehe
+Fragen, die niemand gehört hat.
+
+</p><p>Wie kommt es, daß ich hier sitze, abseits und mit vierzig
+Jahren noch immer allein? Zwölf Jahre sind vergangen,
+seit ich mich einschloß. Die von meiner Kraft,
+mit meiner Bovary geschaffene Bewegung haben andere
+ausgenutzt; inzwischen war ich fern, bei dieser Salambo,
+die nun alle künstlich nennen. Es gelang mir also zu gut,
+euch zu täuschen. Mein überreiztes Herz habe ich unter
+Lichtgarben und Tubengebrüll so wohl versteckt, daß niemand
+es spürt. Als ich jung war, liebte ich allzu glänzende
+Frauen, denen ich es nie sagte. So habe ich dich geliebt,
+Salambo, und dich, grausames Afrika! Aber niemand
+weiß, daß um die schönen Dinge, um die fernen, kaum
+mehr menschlichen Gestalten gelitten werden muß. Man
+faselt von seelenloser Schönheit. Man ist so unwissend
+über den Künstler, daß man ihm zutraut, er mache leichten
+Herzens Schönheit; so unerfahren in der Schönheit,
+daß man für möglich hält, es sei jemals eine vollendet
+worden, hinter der nicht der Schmerz stand, den Meißel
+noch in der Hand. Ich werde ihnen nichts darüber verraten.
+Spricht jemand von Salambo, und wäre es meine
+gütigste Freundin, ich werde ihr antworten: Der Schmöker
+hätte es nötig, daß man ihn um gewisse Inversionen
+leichter macht; es sind zu viele Damals, Aber und Und
+darin: man merkt die Arbeit.
+
+</p><p>Gelte ich nicht als Techniker? Fast bin ich es geworden!
+Ich, der den überschäumendsten Achtzehnhundertdreißiger
+abgab, wäre ich so glücklich gewesen, mit der
+Hernani-Bande zur Welt zu kommen! Wie ich Verse
+gedonnert, was ich auf meiner breiten Brust für leuchtende
+Stoffe getragen, welchen Gottesdienst ich einer Frau
+geweiht haben würde, einer einzigen! In dieser nüchternen
+Zeit mußte ich mich in eine Werkstatt schließen,
+Sätze feilen, meinen Stolz auf die Verknüpfung einer
+Analyse, eines Porträts und eines Dialoges setzen, neue
+Arten erfinden, um eine Empfindung auszudrücken, und
+die Empfindung selbst für Nebensache ausgeben, mußte
+das Äußere am wichtigsten nehmen. In Wahrheit aber
+glaube ich nicht einmal, daß es in der Kunst ein Äußeres
+gibt. Ich erinnere mich, wie ich Herzklopfen bekam und
+eine heftige Lust empfand, als ich eine Mauer der Akropolis
+betrachtete, eine ganz nackte Mauer (die zur Linken,
+wenn man nach den Propyläen hinausgeht). Und ich
+frage mich, ob ein Buch, unabhängig von dem, was es
+sagt, nicht dieselbe Wirkung hervorbringen kann. Liegt
+nicht in der Genauigkeit der Wortgefüge, der Seltenheit
+der Bestandteile, der Glätte der Oberfläche, der
+Übereinstimmung des Ganzen, liegt darin nicht eine
+innere Tugend, eine Art göttlicher Kraft, etwas Ewiges
+wie ein Prinzip? (Ich spreche als Platoniker.) Warum
+besteht, zum Beispiel, eine notwendige Beziehung zwischen
+dem richtigen und musikalischen Wort? Warum
+kommt man immer auf einen Vers hinaus, wenn man
+seine Gedanken zu sehr zusammendrängt? Das Gesetz
+des Wohlklanges regiert also die Gefühle und die Bilder.
+Und was als das Äußere erscheint, ist gerade das
+Innere.&nbsp;.&nbsp;.&nbsp;. Ich bin Mystiker: ich, der Handwerker der
+Form. In der Form erst glüht meine Phantasie und
+wird flüssig. An einer Seite voll bunter und tönender
+Namen berausche ich mich bis zu der Gewißheit, mit den
+Schicksalen dieser Namen einst dagewesen zu sein. Ich
+bin alter Schönheit so voll, daß ich das Gefühl beginnenden
+Lebens, das starre Staunen eines frisch erschlossenen
+Daseins nie gekannt habe. Das in den Tiefen der Geschichte
+Verlorene zieht mich an, der ich von jeher dabei
+war. Mit den Priestern des Orients konnte ich reden,
+und wenn vor dem Tor meiner Stadt Zigeuner aus
+ihrem grünen Wagen lugen, regt sich in mir etwas Brüderliches.
+Denn ich habe &mdash; ob mir das von meinen nordischen
+Vätern kommt? &mdash; die Körperverfassung raffinierter
+Barbaren, überreizte Nerven in einem Riesen, eine
+Geistigkeit, die sich schwer aus den Schlacken der Sinne
+losringt. Ich habe eine ungeheure Animalität abzuschleifen,
+bevor Geist entstehen kann. Zu ihrer Bändigung
+bin ich auf eine Hygiene der Ungesundheit verfallen:
+keinen Schritt vors Haus und Nachtarbeit, bis mir die
+Augen kochen. Hinter allen fünf Fenstern meines Zimmers,
+rings um dies alte Kloster, ist weites, grau schlafendes
+Land, Mondgleiten den Fluß entlang; und in der
+ungeheuren Stille zucke ich empor bei jedem Knistern,
+jedem Ästeknacken: Kommst du? Es regt sich in den
+Zauberworten, die ich ansammle, und aus ihnen hervor,
+in wahnsinnig aufregenden Schleiern und auf den Sohlen
+verstorbener Tänzerinnen erscheint mir mein Werk!
+
+</p><p>Betrachte dich: wie es dich schon zurichtete! In
+deinem kuttenähnlichen Rock haben deine Schultern
+sich gewölbt; dein Gesicht mit dem gallischen Schnurrbart
+war rund und fest, nun ist es zerfetzt durch die sich
+windende Seele; es hat sich, rot von den Ausschweifungen
+der Arbeit, gesenkt um die Augen her, deine Lider liegen
+in Falten vom Hohn auf das groteske Leben, und dein
+Blick ist so müde, als wäre dies Gelächter schwere Arbeit
+gewesen, eine Braue krampft sich die kahle Stirn hinan;
+und als übrig gebliebene Lüge von Jugendmut fallen dir
+romantische Locken über die Ohren. Du bist vierzig, und
+es ist keine Hoffnung, von dieser Galeere noch einmal zu
+entkommen. Auch würdest du nicht wollen. Ach, sobald
+die Qual eines Werkes aus ist, ist auch die Erleichterung
+meiner Leidenschaft vorbei. Ich vergleiche diese Leidenschaft
+einem Ausschlag, den man schreiend kratzt .&nbsp;.&nbsp;. Ich
+habe nicht gelebt und bin ein Paria. Es gibt Parias hier
+auf der Höhe, wie es welche ganz unten gibt. Warum?
+Der Literat war ehemals eine so regelrechte Existenz.
+Was war Herr von Voltaire? Ein geistreicher Großbürger,
+nichts weiter, mit all seinen Tugenden und Lastern,
+Eitelkeit, Habgier, physischer Furchtsamkeit, Anfällen
+moralischer Kühnheit, dem Trieb zu geistigem Fortschritt;
+politisch reaktionär, sobald der Despot seiner Ansicht war,
+priesterfeindlich, weil er die Priester in der Macht über
+das Volk abzulösen wünschte, aber gewillt, dem Volk
+den Glauben an die ewigen Strafen zu erhalten, aus
+Furcht vor seinen Lakaien. Selbst eine so fragwürdige
+Erscheinung wie Rousseau, das wühlerischste Sklavengenie,
+das je gelebt hat, konnte in die alte Gesellschaft
+gut aufgenommen werden, Gräfinnen lieben und sich zeitweilig
+wohlgeraten und einwandfrei fühlen. Das geht
+nicht mehr. Die Revolution hat uns allzusehr befreit.
+In der romantischen Zeit genossen wir die zynische Poesie
+unserer Losgelöstheit von der Bürgerwelt, von der gent
+épicière, und da nun der erste Übermut dahin ist, sind
+wir mit unserer allen Guten unverständlichen Sensibilität
+zurückgeblieben. Denke ich nach, ist es mir, als wäre ich
+noch Jüngling, ein verbrauchter, überreizter Jüngling,
+aber ohne die Fähigkeit, reif zu werden. Ich bin, sobald
+ich es einmal wage, zu handeln, noch immer Enttäuschungen
+ausgesetzt, denn ich habe noch immer die uninteressierten
+Ideale eines Zwanzigjährigen, sein ungebundenes
+Denken, nicht spezialisiert und rein spielerisch,
+zusammen mit dem theoretischen Pessimismus derer, die
+am Leben noch nicht tätigen Anteil nahmen und bisher
+nirgends eingereiht sind: werde ich es doch niemals werden.
+Ich stehe, sozial gesprochen, auf demselben Fleck wie
+beim Verlassen der Schule. So will ich denn die Welt
+der Zwanzigjährigen schildern. Ein gut veranlagter
+Zwanzigjähriger ist mir verwandt, ist immer ein Stück
+Künstler, eine Spur Dichter.
+
+</p><p>Da werde ich also dichten dürfen! Und lieben! Die
+romantische Liebe, die ich in der Bovary verhöhnt und
+weggejagt habe, aus Härte gegen mich selbst, nun soll sie
+zurückkehren, tiefernst und unbesieglich. Ah! Die Lyrismen,
+die ich mir gönnen will! Den Bürger sollen sie außer
+sich bringen. Ich werde ihm ins Gesicht sagen, wie ein
+junger Mensch mit Idealen im Herzen ihn ansieht. Er
+geht nur über die Straße und fühlt sich, werde ich sagen,
+übel von der Niedrigkeit der Gesichter, den dummen
+Reden, der einfältigen Genugtuung, die auf all den
+schwitzenden Stirnen durchbricht. Zwar werde ich hinzufügen:
+&sbquo;Indessen, das Bewußtsein, mehr wert zu sein als
+diese Menschen, erleichterte die Mühe des Anblickes&lsquo; und
+derart ironisch feststellen, daß ich immerhin über meinen
+Zwanzigjährigen hinaus bin. Auch werde ich Sorge
+tragen, daß für jenen Liebesgesang nicht ich verantwortlich
+bleibe. Und wenn ich, den alle zum Pontifex des
+Realismus machen, einmal mit meiner Meinung über
+ihn herauskomme, lasse ich sie natürlich von einem vorbringen,
+den ich so eingerichtet habe, daß keiner ihm
+glauben wird. &sbquo;Laßt mich in Ruhe mit eurer abscheulichen
+Wirklichkeit! Was soll das heißen: Wirklichkeit?
+Die einen sehen schwarz, andere blau, die Menge sieht
+dumm. Nichts ist weniger natürlich als Michelangelo
+und nichts stärker! Die Sorge um äußere Wahrheit ist
+bezeichnend für die niedrige Gesinnung dieser Zeit; und
+die Kunst wird, geht es so weiter, ich weiß nicht was für
+ein Plunder werden, weniger poetisch als die Religion
+und weniger interessant als die Politik. Ihr Ziel &mdash; jawohl,
+ihr Ziel! &mdash;, das darin besteht, eine unpersönliche
+Exaltation in uns zu bewirken, erreicht ihr nie mit
+kleinen Werken, trotz aller feinsäuberlichen Ausführung.
+Ohne Gedanken nichts Großes! Ohne Größe nichts
+Schönes! Der Olymp ist ein Berg! Das kühnste Denkmal
+bleiben immer die Pyramiden. Besser Überschwang
+als Geschmack, besser die Wüste als ein Trottoir, besser
+ein Wilder als ein Friseur!&lsquo;
+
+</p><p>Das erleichtert! In diesem Buche werde ich endlich
+sagen dürfen, was ich gelitten habe. Daß ich eure gemeine
+Herzlichkeit nie teilen konnte, und wie meine Liebe
+beschaffen ist. Es handelt sich darum, Bilder zu finden dafür,
+wie das Anschauen einer Frau uns schwach machen
+und erregen kann, gleich dem Gebrauch eines zu starken
+Parfüms. Eine nervenzerrüttende Enthaltsamkeit wird
+dem Buch die tiefere, fragwürdige Wollust eintränken.
+Wenn die Liebenden beim Krachen einer Täfelung zusammenfahren,
+als wären sie schuldig, wenn ihr überreiztes
+Gefühl sie Abgründen zutreibt, um sie her eine
+Sturmluft gießt, dann schildere ich meine Nächte. Die
+Nächte zwischen mir und meinem Werk. Und mit der
+Liebe jener romantischen Tage soll alle Bitterkeit der geschlagenen
+Illusionen sich vermischen, die Achtundvierzig
+endeten. Ich will schwelgen; aber niemand darf es merken.
+Ich muß unsere größten Worte von damals einem
+Bramarbas der Freiheit und des Patriotismus zuschreiben,
+einem Idioten mit einem pomphaften Namen;
+wie sage ich? Regimbart! Der und eine zappelnde Mauer
+von Grotesken wird meine Zärtlichkeit verstecken. Nicht
+ganz: ich ertrüge es nicht! Ein Mensch soll dabei sein,
+ein schlichter Mensch, etwas wie ein Kommis, nichts
+weiter. Der soll Gerechtigkeit für möglich halten, den
+Staat hassen, sich eine einzige Liebe wünschen, für das
+ganze Leben, und an einem gewissen Punkt einen &mdash; o,
+wie weise herbeigeführten! &mdash; Schrei ausstoßen: &sbquo;Es
+lebe die Republik!&lsquo; Alles soll er sein, was ich hätte bleiben
+wollen, und das Kindergemüt obendrein haben, mit
+dem man den letzten Enttäuschungen immer entgeht, sei es
+auch, indem man sich rechtzeitig von der Polizei niedersäbeln
+läßt. Die aber leben bleiben: was werden sie gehabt
+haben, woran werden sie, den Fünfzig nah, mit wirklicher
+Dankbarkeit gegen das Leben einander erinnern?
+Der Ehrgeizige und der Liebende, beide an nichts als
+an einen Abend ihrer frühsten Zeit, als sie sich aufmachten,
+um ihre Keuschheit herzugeben. Ein wenig platte Leiblichkeit
+ist alles, was übrigbleibt nach so viel verpuffter
+Seele. Es wird das Buch der Enttäuschungen sein,
+worin trotz vielem Hin und Her nichts geschieht, nichts je
+ans Ende gelangt, nur aus Fließen Sickern wird, &mdash; und
+kein schmerzlicheres wird geschrieben worden sein .&nbsp;.&nbsp;.
+
+
+
+</p>
+
+
+
+
+
+
+
+<pre>
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Flaubert und die Herkunft des modernen
+Romans, by Heinrich Mann
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FLAUBERT UND DIE HERKUNFT ***
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+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
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+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
+
+
+</pre>
+
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+This eBook, including all associated images, markup, improvements,
+metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be
+in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES.
+
+Procedures for determining public domain status are described in
+the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org.
+
+No investigation has been made concerning possible copyrights in
+jurisdictions other than the United States. Anyone seeking to utilize
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