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+The Project Gutenberg EBook of The Life of Friedrich Schiller, by
+Johann Wolfgang von Goethe and Thomas Carlyle
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: The Life of Friedrich Schiller
+ Introduction to German Translation
+
+Author: Johann Wolfgang von Goethe and Thomas Carlyle
+
+Release Date: April 2, 2006 [EBook #18101]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF-8
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK THE LIFE OF FRIEDRICH SCHILLER ***
+
+
+
+
+Produced by Louise Hope, Thierry Alberto and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+
+
+
+
+ [Illustrations / Abbildungen:
+ Relocated to end of text / Am Ende des Textes zurückgeschoben]
+
+ * * * * *
+
+ Thomas Carlyle
+
+ LEBEN SCHILLERS,
+
+ aus dem Englischen;
+
+ eingeleitet
+
+ durch
+
+ GOETHE.
+
+
+
+
+ Frankfurt am Main, 1830.
+ Verlag von Heinrich Wilmans.
+
+
+ * * * * *
+
+ Der hochansehnlichen
+ Gesellschaft
+ für ausländische
+ schöne Literatur,
+ zu
+
+ Berlin.
+
+
+ * * * * *
+
+Als gegen Ende des vergangenen Jahres ich die angenehme Nachricht
+erhielt, dass eine mir freundlich bekannte Gesellschaft, welche bisher
+ihre Aufmerksamkeit inländischer Literatur gewidmet hatte, nunmehr
+dieselbe auf die ausländische zu wenden gedenke, konnte ich in meiner
+damaligen Lage nicht ausführlich und gründlich genug darlegen, wie sehr
+ich ein Unternehmen, bey welchen man auch meiner auf das geneigteste
+gedacht hatte, zu schätzen wisse.
+
+Selbst mit gegenwärtigem öffentlichen Ausdruck meines dankbaren Antheils
+geschieht nur fragmentarisch was ich im bessern Zusammenhang zu
+überliefern gewünscht hätte. Ich will aber auch das wie es mir vorliegt
+nicht zurückweisen, indem ich meinen Hauptzweck dadurch zu erreichen
+hoffe, dass ich nämlich meine Freunde mit einem Manne in Berührung
+bringe, welchen ich unter diejenigen zähle, die in späteren Jahren sich
+an mich thätig angeschlossen, mich durch eine mitschreitende Theilnahme
+zum Handeln und Wirken aufgemuntert, und durch ein edles, reines
+wohlgerichtetes Bestreben wieder selbst verjüngt, mich, der ich sie
+heranzog, mit sich fortgezogen haben. Es ist der Verfasser des hier
+übersetzten Werkes, Herr _Thomas Carlyle_, ein Schotte, von dessen
+Thätigkeit und Vorzügen, so wie von dessen näheren Zuständen
+nachstehende Blätter ein Mehreres eröffnen werden.
+
+Wie ich denselben und meine Berliner Freunde zu kennen glaube, so wird
+zwischen ihnen und ihm eine frohe wirksame Verbindung sich einleiten und
+beide Theile werden, wie ich hoffen darf, in einer Reihe von Jahren sich
+dieses Vermächtnisses und seines fruchtbaren Erfolges zusammen erfreuen,
+so dass ich ein fortdauerndes Andenken, um welches ich hier schliesslich
+bitten möchte, schon als dauernd gegönnt, mit anmuthigen Empfindungen
+voraus geniessen kann.
+
+ in treuer Anhänglichkeit und Theilnahme.
+
+ Weimar April
+ 1830.
+
+ _J. W. v. Goethe._
+
+ * * *
+
+Es ist schon einige Zeit von einer allgemeinen Weltliteratur die Rede
+und zwar nicht mit Unrecht: denn die sämmtlichen Nationen, in den
+fürchterlichsten Kriegen durcheinander geschüttelt, sodann wieder
+auf sich selbst einzeln zurückgeführt, hatten zu bemerken, dass sie
+manches Fremde gewahr worden, in sich aufgenommen, bisher unbekannte
+geistige Bedürfnisse hie und da empfunden. Daraus entstand das
+Gefühl nachbarlicher Verhältnisse, und anstatt dass man sich bisher
+zugeschlossen hatte, kam der Geist nach und nach zu dem Verlangen, auch
+in den mehr oder weniger freyen geistigen Handelsverkehr mit aufgenommen
+zu werden.
+
+Diese Bewegung währt zwar erst eine kurze Weile, aber doch immer lang
+genug, um schon einige Betrachtungen darüber anzustellen, und aus ihr
+bald möglichst, wie man es im Waarenhandel ja auch thun muss, Vortheil
+und Genuss zu gewinnen.
+
+ * * *
+
+Gegenwärtiges, zum Andenken _Schillers_, geschriebene Werk kann,
+übersetzt, für uns kaum etwas Neues bringen; der Verfasser nahm seine
+Kenntnisse aus Schriften, die uns längst bekannt sind, so wie denn
+auch überhaupt die hier verhandelten Angelegenheiten bey uns öfters
+durchgesprochen und durchgefochten worden.
+
+Was aber den Verehrern _Schillers_, und also einem jeden Deutschen, wie
+man kühnlich sagen darf, höchst erfreulich seyn muss, ist: unmittelbar
+zu erfahren, wie ein zartfühlender, strebsamer, einsichtiger Mann über
+dem Meere, in seinen besten Jahren, durch _Schillers_ Productionen
+berührt, bewegt, erregt und nun zum weitern Studium der deutschen
+Literatur angetrieben worden.
+
+Mir wenigstens war es rührend, zu sehen, wie dieser, rein und ruhig
+denkende Fremde, selbst in jenen ersten, oft harten, fast rohen
+Productionen unsres verewigten Freundes, immer den edlen, wohldenkenden,
+wohlwollenden Mann gewahr ward und sich ein Ideal des vortrefflichsten
+Sterblichen an ihm auferbauen konnte.
+
+Ich halte deshalb dafür dass dieses Werk, als von einem Jüngling
+geschrieben, der deutschen Jugend zu empfehlen seyn möchte: denn wenn
+ein munteres Lebensalter einen Wunsch haben darf und soll, so ist es
+der: in allem Geleisteten das Löbliche, Gute, Bildsame, Hochstrebende,
+genug das Ideelle, und selbst in dem nicht Musterhaften, das allgemeine
+Musterbild der Menschheit zu erblicken.
+
+ * * *
+
+Ferner kann uns dieses Werk von Bedeutung seyn, wenn wir ernstlich
+betrachten: wie ein fremder Mann die _Schillerischen_ Werke, denen wir
+so mannigfaltige Kultur verdanken, auch als Quelle der seinigen schätzt,
+verehrt und dies, ohne irgend eine Absicht, rein und ruhig zu erkennen
+giebt.
+
+Eine Bemerkung möchte sodann hier wohl am Platze seyn: dass sogar
+dasjenige, was unter uns beynahe ausgewirkt hat, nun, gerade in dem
+Augenblicke welcher auswärts der deutschen Literatur günstig ist,
+abermals seine kräftige Wirkung beginne und dadurch zeige, wie es auf
+einer gewissen Stufe der Literatur immer nützlich und wirksam seyn
+werde.
+
+So sind z. B. _Herders_ Ideen bey uns dergestalt in die Kenntnisse der
+ganzen Masse übergegangen, dass nur wenige, die sie lesen, dadurch erst
+belehrt werden, weil sie, durch hundertfache Ableitungen, von demjenigen
+was damals von grosser Bedeutung war, in anderem Zusammenhange schon
+völlig unterrichtet worden. Dieses Werk ist vor kurzem ins Französische
+übersetzt; wohl in keiner andern Ueberzeugung als dass tausend gebildete
+Menschen in Frankreich sich immer noch an diesen Ideen zu erbauen haben.
+
+ * * *
+
+In Bezug auf das dem gegenwärtigen Bande vorgesetzte Bild sey folgendes
+gemeldet: Unser Freund, als wir mit ihm in Verhältniss traten, war
+damals in Edinburgh wohnhaft, wo er in der Stille lebend, sich im besten
+Sinne auszubilden suchte, und, wir dürfen es ohne Ruhmredigkeit sagen,
+in der deutschen Literatur hiezu die meiste Förderniss fand.
+
+Später, um sich selbst und seinen redlichen literarischen Studien
+unabhängig zu leben, begab er sich, etwa zehen deutsche Meilen
+südlicher, ein eignes Besitzthum zu bewohnen und zu benutzen, in die
+Grafschaft Dumfries. Hier, in einer gebirgigen Gegend, in welcher der
+Fluss Nithe dem nahen Meere zuströmt, ohnfern der Stadt Dumfries, an
+einer Stelle welche Craigenputtock genannt wird, schlug er mit einer
+schönen und höchst gebildeten Lebensgefährtin seine ländlich einfache
+Wohnung auf, wovon treue Nachbildungen eigentlich die Veranlassung zu
+gegenwärtigem Vorworte gegeben haben.
+
+ * * *
+
+Gebildete Geister, zartfühlende Gemüther, welche nach fernem Guten sich
+bestreben, in die Ferne Gutes zu wirken geneigt sind, erwehren sich kaum
+des Wunsches, von geehrten, geliebten, weitabgesonderten Personen das
+Portrait, sodann die Abbildung ihrer Wohnung, so wie der nächsten
+Zustände, sich vor Augen gebracht zu sehen.
+
+Wie oft wiederholt man noch heutiges Tags die Abbildung von Petrarch’s
+Aufenthalt in Vaucluse, Tasso’s Wohnung in Sorent! Und ist nicht immer
+die Bieler Insel, der Schutzort Rousseau’s, ein seinen Verehrern nie
+genugsam dargestelltes Local?
+
+In eben diesem Sinne hab’ ich mir die Umgebungen meiner entfernten
+Freunde im Bilde zu verschaffen gesucht, und ich war um so mehr auf die
+Wohnung Hrn. _Thomas Carlyle_ begierig, als er seinen Aufenthalt in
+einer fast rauhen Gebirgsgegend unter dem 55ten Grade gewählt hatte.
+
+Ich glaube durch solch eine treue Nachbildung der neulich eingesendeten
+Originalzeichnungen gegenwärtiges Buch zu zieren und dem jetzigen
+gefühlvollen Leser, vielleicht noch mehr dem künftigen, einen
+freundlichen Gefallen zu erweisen und dadurch, so wie durch
+eingeschaltete Auszüge aus den Briefen des werthen Mannes, das Interesse
+an einer edlen allgemeinen Länder- und Weltannäherung zu vermehren.
+
+ * * *
+
+ _Thomas Carlyle an Goethe._
+
+ Craigenputtock den 25. Septbr. 1828.
+
+“Sie forschen mit so warmer Neigung nach unserem gegenwärtigen
+Aufenthalt und Beschäftigung, dass ich einige Worte hierüber sagen muss,
+da noch Raum dazu übrig bleibt. Dumfries ist eine artige Stadt, mit etwa
+15000 Einwohnern und als Mittelpunct des Handels und der Gerichtsbarkeit
+anzusehen eines bedeutenden Districkts in dem schottischen
+Geschäftskreis. Unser Wohnort ist nicht darin, sondern 15 Meilen
+(zwei Stunden zu reiten) nordwestlich davon entfernt, zwischen den
+Granitgebirgen und dem schwarzen Moorgefilde, welche sich westwärts
+durch Gallovay meist bis an die irische See ziehen. In dieser Wüste von
+Heide und Felsen stellt unser Besitzthum eine grüne Oase vor, einen Raum
+von geackertem, theilweise umzäumten und geschmückten Boden, wo Korn
+reift und Bäume Schatten gewähren, obgleich ringsumher von Seemöven und
+hartwolligen Schaafen umgeben. Hier, mit nicht geringer Anstrengung,
+haben wir für uns eine reine, dauerhafte Wohnung erbaut und
+eingerichtet; hier wohnen wir in Ermangelung einer Lehr- oder andern
+öffentlichen Stelle, um uns der Literatur zu befleissigen, nach eigenen
+Kräften uns damit zu beschäftigen. Wir wünschen dass unsre Rosen und
+Gartenbüsche fröhlich heranwachsen, hoffen Gesundheit und eine
+friedliche Gemüthsstimmung, um uns zu fordern. Die Rosen sind freylich
+zum Theil noch zu pflanzen, aber sie blühen doch schon in Hoffnung.
+
+Zwei leichte Pferde, die uns überall hintragen, und die Bergluft sind
+die besten Aerzte für zarte Nerven. Diese tägliche Bewegung, der ich
+sehr ergeben bin, ist meine einzige Zerstreuung; denn dieser Winkel
+ist der einsamste in Brittanien, sechs Meilen von einer jeden Person
+entfernt die mich allenfalls besuchen möchte. Hier würde sich Rousseau
+eben so gut gefallen haben, als auf seiner Insel St. Pierre.
+
+Fürwahr meine städtischen Freunde schreiben mein Hierhergehen einer
+ähnlichen Gesinnung zu und weissagen mir nichts Gutes; aber ich zog
+hierher, allein zu dem Zweck meine Lebensweise zu vereinfachen und eine
+Unabhängigkeit zu erwerben, damit ich mir selbst treu bleiben könne.
+Dieser Erdraum ist unser, hier können wir leben, schreiben und denken
+wie es uns am besten däucht , und wenn Zoilus selbst König der Literatur
+werden sollte.
+
+Auch ist die Einsamkeit nicht so bedeutend, eine Lohnkutsche bringt uns
+leicht nach Edinburgh, das wir als unser brittisch Weimar ansehen. Habe
+ich denn nicht auch gegenwärtig eine ganze Ladung von französischen,
+deutschen, amerikanischen, englischen Journalen und Zeitschriften, von
+welchem Werth sie auch seyn mögen, auf den Tischen meiner kleinen
+Bibliothek aufgehäuft!
+
+Auch an alterthümlichen Studien fehlt es nicht. Von einigen unsrer Höhen
+entdeck’ ich, ohngefähr eine Tagereise westwärts, den Hügel, wo Agrikola
+und seine Römer ein Lager zurückliessen; am Fusse desselben war ich
+geboren, wo Vater und Mutter noch leben um mich zu lieben. Und so muss
+man die Zeit wirken lassen. Doch wo gerath ich hin! Lassen Sie mich noch
+gestehen, ich bin ungewiss über meine künftige literarische Thätigkeit,
+worüber ich gern Ihr Urtheil vernehmen möchte; gewiss schreiben Sie mir
+wieder und bald, damit ich mich immer mit Ihnen vereint fühlen möge.”
+
+ * * *
+
+Wir, nach allen Seiten hin wohlgesinnten, nach allgemeinster Bildung
+strebenden Deutschen, wir wissen schon seit vielen Jahren die Verdienste
+würdiger schottischer Männer zu schätzen. Uns blieb nicht unbekannt, was
+sie früher in den Naturwissenschaften geleistet, woraus denn nachher die
+Franzosen ein so grosses Uebergewicht erlangten.
+
+In der neuern Zeit verfehlten wir nicht den löblichen Einfluss
+anzuerkennen, den ihre Philosophie auf die Sinnesänderung der Franzosen
+ausübte, um sie von dem starren Sensualism zu einer geschmeidigern
+Denkart auf dem Wege des gemeinen Menschenverstandes hinzuleiten. Wir
+verdankten ihnen gar manche gründliche Einsicht in die wichtigsten
+Fächer brittischer Zustände und Bemühungen.
+
+Dagegen mussten wir vor nicht gar langer Zeit unsre ethisch-ästhetischen
+Bestrebungen in ihren Zeitschriften auf eine Weise behandelt sehen, wo
+es zweifelhaft blieb, ob Mangel an Einsicht oder böser Wille dabey
+obwaltete; ob eine oberflächliche, nicht genug durchdringende Ansicht,
+oder ein widerwilliges Vorurtheil im Spiele sey. Dieses Ereigniss haben
+wir jedoch geduldig abgewartet, da uns ja dergleichen im eignen
+Vaterlande zu ertragen genugsam von jeher auferlegt worden.
+
+In den letzten Jahren jedoch erfreuen uns aus jenen Gegenden die
+liebevollsten Blicke, welche zu erwiedern wir uns verpflichtet fühlen
+und worauf wir in gegenwärtigen Blättern unsre wohldenkenden Landsleute,
+insofern es nöthig seyn sollte, aufmerksam zu machen gedenken.
+
+ * * *
+
+Herr _Thomas Carlyle_ hatte schon den _Wilhelm Meister_ übersetzt und
+gab sodann vorliegendes Leben _Schillers_ im Jahre 1825 heraus.
+
+Im Jahre 1827 erschien _German Romances_ in 4 Bänden, wo er, aus den
+Erzählungen und Mährchen deutscher Schriftsteller als: _Musäus_, _La
+Motte Fouqué_, _Tieck_, _Hoffmann_, _Jean Paul_ und _Goethe_, heraushob,
+was er seiner Nation am gemässesten zu seyn glaubte.
+
+Die einer jeden Abtheilung vorausgeschickten Nachrichten von dem Leben,
+den Schriften, der Richtung des genannten Dichters und Schriftstellers
+geben ein Zeugniss von der einfach wohlwollenden Weise, wie der Freund
+sich möglichst von der Persönlichkeit und den Zuständen eines jeden zu
+unterrichten gesucht, und wie er dadurch auf den rechten Weg gelangt,
+seine Kenntnisse immer mehr zu vervollständigen.
+
+In den Edinburgher Zeitschriften, vorzüglich in denen welche eigentlich
+fremder Literatur gewidmet sind, finden sich nun, ausser den schon
+genannten deutschen Autoren, auch _Ernst Schulz_, _Klingemann_, _Franz
+Horn_, _Zacharias Werner_, Graf _Platen_ und manche andere, von
+verschiedenen Referenten, am meisten aber von unserm Freunde, beurtheilt
+und eingeführt.
+
+Höchst wichtig ist bey dieser Gelegenheit zu bemerken, dass sie
+eigentlich ein jedes Werk nur zum Text und Gelegenheit nehmen, um
+über das eigentliche Feld und Fach, so wie alsdann über das besondere
+Individuelle, ihre Gedanken zu eröffnen und ihr Gutachten meisterhaft
+abzuschliessen.
+
+Diese _Edinburgh Reviews_, sie seyen dem Innern und Allgemeinen, oder
+den auswärtigen Literaturen besonders gewidmet, haben Freunde der
+Wissenschaften aufmerksam zu beachten; denn es ist höchst merkwürdig,
+wie der gründlichste Ernst mit der freysten Uebersicht, ein strenger
+Patriotismus mit einem einfachen reinen Freysinn, in diesen Vorträgen
+sich gepaart findet.
+
+ * * *
+
+Geniessen wir nun von dort, in demjenigen was uns hier so nah
+angeht, eine reine einfache Theilnahme an unsern ethisch-ästhetischen
+Bestrebungen, welche für einen besondern Charakterzug der Deutschen
+gelten können, so haben wir uns gleichfalls nach dem umzusehen, was
+ihnen dort von dieser Art eigentlich am Herzen liegt. Wir nennen hier
+gleich den Namen _Burns_, von welchem ein Schreiben des Herrn
+_Carlyle’s_ folgende Stelle enthält.
+
+“Das einzige einigermassen Bedeutende, was ich seit meinem Hierseyn
+schrieb, ist ein Versuch über _Burns_. Vielleicht habt Ihr niemals von
+diesem Mann gehört, und doch war er einer der entschiedensten Genies;
+aber in der tiefsten Classe der Landleute geboren und durch die
+Verwicklungen sonderbarer Lagen zuletzt jammervoll zu Grunde gerichtet,
+so dass was er wirkte verhältnissmässig geringfügig ist; er starb in der
+Mitte der Manns-Jahre (1796).”
+
+“Wir Engländer, besonders wir Schottländer, lieben _Burns_ mehr als
+irgend einen Dichter seit Jahrhunderten. Oft war ich von der Bemerkung
+betroffen, er sey wenig Monate vor _Schiller_, in dem Jahr 1759 geboren
+und keiner dieser beiden habe jemals des andern Namen vernommen. Sie
+glänzten als Sterne in entgegengesetzten Hemisphären, oder, wenn man
+will, eine trübe Erdatmosphäre fing ihr gegenseitiges Licht auf.”
+
+Mehr jedoch als unser Freund vermuthen mochte, war uns _Robert Burns_
+bekannt; das allerliebste Gedicht _John Barley-Corn_ war anonym zu uns
+gekommen, und verdienter Weise geschätzt, veranlasste solches manche
+Versuche unsrer Sprache es anzueignen. _Hans Gerstenkorn_, ein wackerer
+Mann, hat viele Feinde, die ihn unablässig verfolgen und beschädigen, ja
+zuletzt gar zu vernichten drohen. Aus allen diesen Unbilden geht er aber
+doch am Ende triumphirend hervor, besonders zu Heil und Fröhlichkeit der
+leidenschaftlichen Biertrinker. Gerade in diesem heitern genialischen
+Anthropomorphismus zeigt sich _Burns_ als wahrhaften Dichter.
+
+Auf weitere Nachforschung fanden wir dieses Gedicht in der Ausgabe
+seiner poetischen Werke von 1822, welcher eine Skizze seines Lebens
+voransteht, die uns wenigstens von den Aeusserlichkeiten seiner Zustände
+bis auf einen gewissen Grad belehrte. Was wir von seinen Gedichten uns
+zueignen konnten, überzeugte uns von seinem ausserordentlichen Talent,
+und wir bedauerten, dass uns die Schottische Sprache gerade da
+hinderlich war, wo er des reinsten natürlichsten Ausdrucks sich gewiss
+bemächtigt hatte. Im Ganzen jedoch haben wir unsre Studien so weit
+geführt, dass wir die nachstehende rühmliche Darstellung auch als unsrer
+Ueberzeugung gemäss unterschreiben können.
+
+Inwiefern übrigens unser _Burns_ auch in Deutschland bekannt sey, mehr
+als das Conversations-Lexicon von ihm überliefert, wüsste ich, als der
+neuen literarischen Bewegungen in Deutschland unkundig, nicht zu sagen;
+auf alle Fälle jedoch gedenke ich die Freunde auswärtiger Literatur
+auf die kürzesten Wege zu weisen: _The Life of Robert Burns. By J. G.
+Lockhart. Edinburgh 1828._ rezensirt von unserm Freunde im _Edinburgh
+Review_, December 1828.
+
+Nachfolgende Stellen daraus übersetzt, werden den Wunsch, das Ganze
+und den genannten Mann auf jede Weise zu kennen, hoffentlich lebhaft
+erregen.
+
+ * * *
+
+“_Burns_ war in einem höchst prosaischen Zeitalter, dergleichen
+Brittanien nur je erlebt hatte, geboren, in den aller ungünstigsten
+Verhältnissen, wo sein Geist nach hoher Bildung strebend ihr unter dem
+Druck täglich harter körperlicher Arbeit nach zu ringen hatte, ja unter
+Mangel und trostlosesten Aussichten auf die Zukunft; ohne Förderniss als
+die Begriffe, wie sie in eines armen Mannes Hütte wohnen, und allenfalls
+die Reime von Ferguson und Ramsay, als das Muster der Schönheit
+aufgesteckt. Aber unter diesen Lasten versinkt er nicht; durch Nebel
+und Finsterniss einer so düstern Region entdeckt sein Adlerauge die
+richtigen Verhältnisse der Welt und des Menschenlebens, er wächst an
+geistiger Kraft und drängt sich mit Gewalt zu verständiger Erfahrung.
+Angetrieben durch die unwiderstehliche Regsamkeit seines inneren Geistes
+strauchelt er vorwärts und zu allgemeinen Ansichten, und mit stolzer
+Bescheidenheit reicht er uns die Frucht seiner Bemühungen, eine Gabe
+dar, welche nunmehr durch die Zeit als unvergänglich anerkannt worden.”
+
+“Ein wahrer Dichter, ein Mann in dessen Herzen die Anlage eines reinen
+Wissens keimt, die Töne himmlischer Melodien vorklingen, ist die
+köstlichste Gabe, die einem Zeitalter mag verliehen werden. Wir sehen
+in ihm eine freyere, reinere Entwicklung alles dessen was in uns das
+Edelste zu nennen ist; sein Leben ist uns ein reicher Unterricht und
+wir betrauern seinen Tod als eines Wohlthäters, der uns liebte so wie
+belehrte.”
+
+“Solch eine Gabe hat die Natur in ihrer Güte uns an _Robert Burns_
+gegönnt; aber mit allzuvornehmer Gleichgültigkeit warf sie ihn aus der
+Hand als ein Wesen ohne Bedeutung. Es war entstellt und zerstört ehe
+wir es anerkannten, ein ungünstiger Stern hatte dem Jüngling die Gewalt
+gegeben, das menschliche Daseyn ehrwürdiger zu machen, aber ihm war eine
+weisliche Führung seines eigenen nicht geworden. Das Geschick--denn so
+müssen wir in unserer Beschränktheit reden--seine Fehler, die Fehler der
+Andern lasteten zu schwer auf ihm, und dieser Geist, der sich erhoben
+hatte, wäre es ihm nur zu wandern geglückt, sank in den Staub; seine
+herrlichen Fähigkeiten wurden in der Blüthe mit Füssen getreten. Er
+starb, wir dürfen wohl sagen, ohne jemals gelebt zu haben. Und so
+eine freundlich warme Seele, so voll von eingebornen Reichthümern,
+solcher Liebe zu allen lebendigen und leblosen Dingen! Das späte
+Tausendschönchen fällt nicht unbemerkt unter seine Pflugschar, so wenig
+als das wohlversorgte Nest der furchtsamen Feldmaus, das er hervorwühlt.
+Der wilde Anblick des Winters ergötzt ihn; mit einer trüben, oft
+wiederkehrenden Zärtlichkeit, verweilt er in diesen ernsten Scenen der
+Verwüstung; aber die Stimme des Windes wird ein Psalm in seinem Ohr;
+wie gern mag er in den sausenden Wäldern dahin wandern: denn er fühlt
+seine Gedanken erhoben zu dem, der auf den Schwingen des Windes
+einherschreitet. Eine wahre Poetenseele! sie darf nur berührt werden
+und ihr Klang ist Musik.”
+
+“Welch ein warmes allumfassendes Gleichheitsgefühl! welche
+vertrauenvolle, gränzenlose Liebe! welch edelmüthiges Ueberschätzen des
+geliebten Gegenstandes! Der Bauer, sein Freund, sein nussbraunes Mädchen
+sind nicht länger gering und dörfisch, Held vielmehr und Königin, er
+rühmt sie als gleich würdig des Höchsten auf der Erde. Die rauhen Scenen
+schottischen Lebens sieht er nicht im arkadischen Lichte, aber in dem
+Rauche, in dem unebenen Tennenboden einer solchen rohen Wirthlichkeit
+findet er noch immer Liebenswürdiges genug. Armuth fürwahr ist sein
+Gefährte, aber auch Liebe und Muth zugleich; die einfachen Gefühle, der
+Werth, der Edelsinn, welche unter dem Strohdach wohnen, sind lieb und
+ehrwürdig seinem Herzen. Und so über die niedrigsten Regionen des
+menschlichen Daseyns ergiesst er die Glorie seines eigenen Gemüths
+und sie steigen, durch Schatten und Sonnenschein gesänftigt und
+verherrlicht, zu einer Schönheit, welche sonst die Menschen kaum in
+dem Höchsten erblicken.”
+
+“Hat er auch ein Selbstbewusstseyn, welches oft in Stolz ausartet, so
+ist es ein edler Stolz, um abzuwehren, nicht um anzugreifen, kein kaltes
+misslaunisches Gefühl, ein freyes und geselliges. Dieser poetische
+Landmann beträgt sich, möchten wir sagen, wie ein König in der
+Verbannung; er ist unter die Niedrigsten gedrängt und fühlt sich gleich
+den Höchsten; er verlangt keinen Rang, damit man ihm keinen streitig
+mache. Den Zudringlichen kann er abstossen, den Stolzen demüthigen,
+Vorurtheil auf Reichthum oder Altgeschlecht haben bey ihm keinen Werth.
+In diesem dunklen Auge ist ein Feuer, woran sich eine abwürdigende
+Herablassung nicht wagen darf; in seiner Erniedrigung, in der äussersten
+Noth vergisst er nicht für einen Augenblick die Majestät der Poesie und
+Mannheit. Und doch, so hoch er sich über gewöhnlichen Menschen fühlt,
+sondert er sich nicht von ihnen ab, mit Wärme nimmt er an ihrem
+Interesse Theil, ja er wirft sich in ihre Arme und, wie sie auch seyen,
+bittet er um ihre Liebe. Es ist rührend zu sehen, wie in den düstersten
+Zuständen dieses stolze Wesen in der Freundschaft Hülfe sucht, und oft
+seinen Busen dem Unwürdigen aufschliesst; oft unter Thränen an sein
+glühendes Herz ein Herz andrückt, das Freundschaft nur als Namen kennt.
+Doch war er scharf und schnellsichtig, ein Mann vom durchdringendsten
+Blick, vor welchem gemeine Verstellung sich nicht bergen konnte. Sein
+Verstand sah durch die Tiefen des vollkommensten Betrügers, und zugleich
+war eine grossmüthige Leichtgläubigkeit in seinem Herzen. So zeigte sich
+dieser Landmann unter uns: Eine Seele wie Aeolsharfe, deren Saiten vom
+gemeinsten Winde berührt, ihn zu gesetzlicher Melodie verwandelten. Und
+ein solcher Mann war es für den die Welt kein schicklicher Geschäft zu
+finden wusste, als sich mit Schmugglern und Schenken herumzuzanken,
+Accise auf den Talg zu berechnen und Bierfässer zu visiren. In solchem
+Abmühen ward dieser mächtige Geist kummervoll vergeudet, und hundert
+Jahre mögen vorüber gehen, eh uns ein gleicher gegeben wird, um
+vielleicht ihn abermals zu vergeuden.”
+
+ * * *
+
+Und wie wir den Deutschen zu ihrem _Schiller_ Glück wünschen, so wollen
+wir in eben diesem Sinne auch die Schottländer segnen. Haben diese
+jedoch unserm Freunde so viel Aufmerksamkeit und Theilnahme erwiesen,
+so wär’ es billig, dass wir auf gleiche Weise ihren _Burns_ bey uns
+einführten. Ein junges Mitglied der hochachtbaren Gesellschaft, der wir
+gegenwärtiges im Ganzen empfohlen haben, wird Zeit und Mühe höchlich
+belohnt sehen, wenn er diesen freundlichen Gegendienst einer so
+verehrungswürdigen Nation zu leisten den Entschluss fassen und das
+Geschäft treulich durchführen will. Auch wir rechnen den belobten
+_Robert Burns_ zu den ersten Dichtergeistern, welche das vergangene
+Jahrhundert hervorgebracht hat.
+
+Im Jahr 1829 kam uns ein sehr sauber und augenfällig gedrucktes
+Octavbändchen zur Hand: _Catalogue of German Publications, selected and
+systematically arranged for W. H. Koller and Jul. Cahlmann. London._
+
+Dieses Büchlein, mit besonderer Kenntniss der deutschen Literatur, in
+einer die Uebersicht erleichternden Methode verfasst, macht demjenigen
+der es ausgearbeitet und den Buchhändlern Ehre, welche ernstlich das
+bedeutende Geschäft übernehmen eine fremde Literatur in ihr Vaterland
+einzuführen, und zwar so dass mann in allen Fächern übersehen könne
+was dort geleistet worden, um so wohl den Gelehrten den denkenden Leser
+als auch den fühlenden und Unterhaltung suchenden anzulocken und zu
+befriedigen. Neugierig wird jeder deutsche Schriftsteller und Literator,
+der sich in irgend einem Fache hervorgethan, diesen Catalog aufschlagen
+um zu forschen: ob denn auch seiner darin gedacht, seine Werke, mit
+andern Verwandten, freundlich aufgenommen worden. Allen deutschen
+Buchhändlern wird es angelegen seyn zu erfahren: wie man ihren Verlag
+über dem Canal betrachte, welchen Preis man auf das Einzelne setze
+und sie werden nichts verabsäumen um mit jenen die Angelegenheit so
+ernsthaft angreifenden Männern in Verhältniss zu kommen, und dasselbe
+immerfort lebendig erhalten.
+
+ * * *
+
+Wenn ich nun aber das von unserm Schottischen Freunde vor soviel
+Jahren verfasste Leben _Schillers_, auf das er mit einer ihm so
+wohl anstehenden Bescheidenheit zurücksieht, hiedurch einleite und
+gegenwärtig an den Tag fördere, so erlaube er mir einige seiner neusten
+Aeusserungen hinzuzufügen, welche die bisherigen gemeinsamen
+Fortschritte am besten deutlich machen möchten.
+
+ * * *
+
+ _Thomas Carlyle an Goethe._
+
+ den 22. December 1829.
+
+“Ich habe zu nicht geringer Befriedigung zum zweitenmale den
+_Briefwechsel_ gelesen und sende heute einen darauf gegründeten
+Aufsatz über _Schiller_ ab für das _Foreign Review_. Es wird Ihnen
+angenehm seyn zu hören, dass die Kentniss und Schätzung der auswärtigen,
+besonders der deutschen Literatur, sich mit wachsender Schnelle
+verbreitet so weit die englische Zunge herrscht; so dass bey den
+Antipoden, selbst in Neuholland, die Weisen Ihres Landes ihre Weisheit
+predigen. Ich habe kürzlich gehört, dass sogar in Oxford und Cambridge,
+unsern beiden englischen Universitäten, die bis jetzt als die Haltpuncte
+der insularischen eigenthümlichen Beharrlichkeit sind betrachtet worden,
+es sich in solchen Dingen zu regen anfängt. Ihr _Niebuhr_ hat in
+Cambridge einen geschickten Uebersetzer gefunden und in Oxford haben
+zwei bis drei Deutsche schon hinlängliche Beschäftigung als Lehrer ihrer
+Sprache. Das neue Licht mag für gewisse Augen zu stark seyn; jedoch kann
+Niemand an den guten Folgen zweifeln, die am Ende daraus hervorgehen
+werden. Lasst Nationen wie Individuen sich nur einander kennen und der
+gegenseitige Hass wird sich in gegenwärtige Hülfleistung verwandeln,
+und anstatt natürlicher Feinde, wie benachbarte Länder zuweilen genannt
+sind, werden wir alle natürliche Freunde seyn.”
+
+ * * *
+
+Wenn uns nach allen diesem nun die Hoffnung schmeichelt, eine
+Uebereinstimmung der Nationen, ein allgemeineres Wohlwollen werde sich
+durch nähere Kentniss der verschiedenen Sprachen und Denkweisen, nach
+und nach erzeugen; so wage ich von einem bedeutenden Einfluss der
+deutschen Literatur zu sprechen, welcher sich in einem besondern Falle
+höchst wirksam erweisen möchte.
+
+Es ist nämlich bekannt genug, dass die Bewohner der drei brittischen
+Königreiche nicht gerade in dem besten Einverständnisse leben, sondern
+dass vielmehr ein Nachbar an dem andern genugsam zu tadeln findet, um
+eine heimliche Abneigung bey sich zu rechtfertigen.
+
+Nun aber bin ich überzeugt, dass wie die deutsche ethisch-ästhetische
+Literatur durch das dreifache Brittanien sich verbreitet, zugleich auch
+eine stille Gemeinschaft von _Philogermanen_ sich bilden werde, welche
+in der Neigung zu einer vierten, so nahverwandten Völkerschaft, auch
+unter einander, als vereinigt und verschmolzen sich empfinden werden.
+
+ * * * * *
+
+ _Schillers Leben._
+
+ _Erster Abschnitt._
+
+ _Seine Jugend_ (1759-1784.)
+
+Unter allen Schriftstellern ist am Schluss des letzten Jahrhunderts
+wohl keiner der Aufmerksamkeit würdiger, als _Friedrich Schiller_.
+Ausgezeichnet durch glänzenden Geist, erhabenes Gefühl und edlen
+Geschmack liess er den schönsten Abdruck dieser selten vereinigten
+Eigenschaften in seinen Werken zurück. Der ausgebreitete Ruhm, welcher
+ihm dadurch geworden, ..........
+
+.... es sind neue Formen der Wahrheiten, neue Grundsätze der Weisheit,
+neue Bilder und Scenen der Schönheit, die er dem leeren formlosen
+unendlichen Raum abgenommen; zum κτῆμα εἰς ἀεὶ oder zum ewigen
+Eigenthum aller Geschlechter dieses Erdballs. [s. 301.]
+
+.......... die unsere Literatur, so reich sie auch schon an sich ist,
+noch ungleich mehr bereichern würde. [_Anhang_, s. 54.]
+
+ * * * * *
+
+_Nähere Bezeichnung der dargestellten Lokalitäten._
+
+Titelkupfer, Thomas Carlyles Wohnung in der Graffschaft Dumfries, des
+ südlichen Schottlands.
+
+Titel-Vignette, dieselbe in der Ferne.
+
+Vorderseite des Umschlags, Wohnung Schillers in Weimar.
+
+Rückseite des Umschlags, einsames Häuschen in Schillers Garten, über der
+ Jenaischen Leutra, von ihm selbst errichtet; wo er in vollkommenster
+ Einsamkeit manches, besonders Maria Stuart schrieb. Nach seiner
+ Entfernung und erfolgtem Scheiden, trug man es ab, wegen
+ Wandelbarkeit, und man gedachte hier das Andenken desselben zu
+ erhalten.
+
+
+ [Illustration / Abbildung (Schillers Haus)]
+
+ [Illustration / Abbildung (Carlyles Haus)]
+
+ * * * * *
+ * * * *
+ * * * * *
+
+[Errors and Anomalies / Fehler und Unregelmäßigkeiten
+
+“genugsam” (three times / drei Mal)
+ _always without umlaut_
+ _immer ohne Umlaut_
+ein Unternehmen, bey welchen man auch
+ _“welchen” in original: “welchem”?_
+etwa zehen deutsche Meilen
+ _“zehen” in original_
+westwärts // durch Gallovay
+ _“Gallovay” in original_
+_Burns_ war....
+ _quotation marks in this passage as in original_
+ _Anführungszeichen in diese Stelle wie im Original_
+glänzenden Geist, erhabenes Gefühl und edlen // Geschmack
+ _original has “Geschmach”_
+ _im Original steht “Geschmach”_]
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of The Life of Friedrich Schiller, by
+Johann Wolfgang von Goethe and Thomas Carlyle
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK THE LIFE OF FRIEDRICH SCHILLER ***
+
+***** This file should be named 18101-0.txt or 18101-0.zip *****
+This and all associated files of various formats will be found in:
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+Produced by Louise Hope, Thierry Alberto and the Online
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+Updated editions will replace the previous one--the old editions
+will be renamed.
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+one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
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+set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
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+protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
+Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
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+such as creation of derivative works, reports, performances and
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+subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
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+works. See paragraph 1.E below.
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+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
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+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
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+The Project Gutenberg EBook of The Life of Friedrich Schiller, by
+Johann Wolfgang von Goethe and Thomas Carlyle
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: The Life of Friedrich Schiller
+ Introduction to German Translation
+
+Author: Johann Wolfgang von Goethe and Thomas Carlyle
+
+Release Date: April 2, 2006 [EBook #18101]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK THE LIFE OF FRIEDRICH SCHILLER ***
+
+
+
+
+Produced by Louise Hope, Thierry Alberto and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+
+
+
+
+ [Illustrations / Abbildungen:
+ Relocated to end of text / Am Ende des Textes zurckgeschoben]
+
+ * * * * *
+
+ Thomas Carlyle
+
+ LEBEN SCHILLERS,
+
+ aus dem Englischen;
+
+ eingeleitet
+
+ durch
+
+ GOETHE.
+
+
+
+
+ Frankfurt am Main, 1830.
+ Verlag von Heinrich Wilmans.
+
+
+ * * * * *
+
+ Der hochansehnlichen
+ Gesellschaft
+ fr auslndische
+ schne Literatur,
+ zu
+
+ Berlin.
+
+
+ * * * * *
+
+Als gegen Ende des vergangenen Jahres ich die angenehme Nachricht
+erhielt, dass eine mir freundlich bekannte Gesellschaft, welche bisher
+ihre Aufmerksamkeit inlndischer Literatur gewidmet hatte, nunmehr
+dieselbe auf die auslndische zu wenden gedenke, konnte ich in meiner
+damaligen Lage nicht ausfhrlich und grndlich genug darlegen, wie sehr
+ich ein Unternehmen, bey welchen man auch meiner auf das geneigteste
+gedacht hatte, zu schtzen wisse.
+
+Selbst mit gegenwrtigem ffentlichen Ausdruck meines dankbaren Antheils
+geschieht nur fragmentarisch was ich im bessern Zusammenhang zu
+berliefern gewnscht htte. Ich will aber auch das wie es mir vorliegt
+nicht zurckweisen, indem ich meinen Hauptzweck dadurch zu erreichen
+hoffe, dass ich nmlich meine Freunde mit einem Manne in Berhrung
+bringe, welchen ich unter diejenigen zhle, die in spteren Jahren sich
+an mich thtig angeschlossen, mich durch eine mitschreitende Theilnahme
+zum Handeln und Wirken aufgemuntert, und durch ein edles, reines
+wohlgerichtetes Bestreben wieder selbst verjngt, mich, der ich sie
+heranzog, mit sich fortgezogen haben. Es ist der Verfasser des hier
+bersetzten Werkes, Herr _Thomas Carlyle_, ein Schotte, von dessen
+Thtigkeit und Vorzgen, so wie von dessen nheren Zustnden
+nachstehende Bltter ein Mehreres erffnen werden.
+
+Wie ich denselben und meine Berliner Freunde zu kennen glaube, so wird
+zwischen ihnen und ihm eine frohe wirksame Verbindung sich einleiten und
+beide Theile werden, wie ich hoffen darf, in einer Reihe von Jahren sich
+dieses Vermchtnisses und seines fruchtbaren Erfolges zusammen erfreuen,
+so dass ich ein fortdauerndes Andenken, um welches ich hier schliesslich
+bitten mchte, schon als dauernd gegnnt, mit anmuthigen Empfindungen
+voraus geniessen kann.
+
+ in treuer Anhnglichkeit und Theilnahme.
+
+ Weimar April
+ 1830.
+
+ _J. W. v. Goethe._
+
+ * * *
+
+Es ist schon einige Zeit von einer allgemeinen Weltliteratur die Rede
+und zwar nicht mit Unrecht: denn die smmtlichen Nationen, in den
+frchterlichsten Kriegen durcheinander geschttelt, sodann wieder
+auf sich selbst einzeln zurckgefhrt, hatten zu bemerken, dass sie
+manches Fremde gewahr worden, in sich aufgenommen, bisher unbekannte
+geistige Bedrfnisse hie und da empfunden. Daraus entstand das
+Gefhl nachbarlicher Verhltnisse, und anstatt dass man sich bisher
+zugeschlossen hatte, kam der Geist nach und nach zu dem Verlangen, auch
+in den mehr oder weniger freyen geistigen Handelsverkehr mit aufgenommen
+zu werden.
+
+Diese Bewegung whrt zwar erst eine kurze Weile, aber doch immer lang
+genug, um schon einige Betrachtungen darber anzustellen, und aus ihr
+bald mglichst, wie man es im Waarenhandel ja auch thun muss, Vortheil
+und Genuss zu gewinnen.
+
+ * * *
+
+Gegenwrtiges, zum Andenken _Schillers_, geschriebene Werk kann,
+bersetzt, fr uns kaum etwas Neues bringen; der Verfasser nahm seine
+Kenntnisse aus Schriften, die uns lngst bekannt sind, so wie denn
+auch berhaupt die hier verhandelten Angelegenheiten bey uns fters
+durchgesprochen und durchgefochten worden.
+
+Was aber den Verehrern _Schillers_, und also einem jeden Deutschen, wie
+man khnlich sagen darf, hchst erfreulich seyn muss, ist: unmittelbar
+zu erfahren, wie ein zartfhlender, strebsamer, einsichtiger Mann ber
+dem Meere, in seinen besten Jahren, durch _Schillers_ Productionen
+berhrt, bewegt, erregt und nun zum weitern Studium der deutschen
+Literatur angetrieben worden.
+
+Mir wenigstens war es rhrend, zu sehen, wie dieser, rein und ruhig
+denkende Fremde, selbst in jenen ersten, oft harten, fast rohen
+Productionen unsres verewigten Freundes, immer den edlen, wohldenkenden,
+wohlwollenden Mann gewahr ward und sich ein Ideal des vortrefflichsten
+Sterblichen an ihm auferbauen konnte.
+
+Ich halte deshalb dafr dass dieses Werk, als von einem Jngling
+geschrieben, der deutschen Jugend zu empfehlen seyn mchte: denn wenn
+ein munteres Lebensalter einen Wunsch haben darf und soll, so ist es
+der: in allem Geleisteten das Lbliche, Gute, Bildsame, Hochstrebende,
+genug das Ideelle, und selbst in dem nicht Musterhaften, das allgemeine
+Musterbild der Menschheit zu erblicken.
+
+ * * *
+
+Ferner kann uns dieses Werk von Bedeutung seyn, wenn wir ernstlich
+betrachten: wie ein fremder Mann die _Schillerischen_ Werke, denen wir
+so mannigfaltige Kultur verdanken, auch als Quelle der seinigen schtzt,
+verehrt und dies, ohne irgend eine Absicht, rein und ruhig zu erkennen
+giebt.
+
+Eine Bemerkung mchte sodann hier wohl am Platze seyn: dass sogar
+dasjenige, was unter uns beynahe ausgewirkt hat, nun, gerade in dem
+Augenblicke welcher auswrts der deutschen Literatur gnstig ist,
+abermals seine krftige Wirkung beginne und dadurch zeige, wie es auf
+einer gewissen Stufe der Literatur immer ntzlich und wirksam seyn
+werde.
+
+So sind z. B. _Herders_ Ideen bey uns dergestalt in die Kenntnisse der
+ganzen Masse bergegangen, dass nur wenige, die sie lesen, dadurch erst
+belehrt werden, weil sie, durch hundertfache Ableitungen, von demjenigen
+was damals von grosser Bedeutung war, in anderem Zusammenhange schon
+vllig unterrichtet worden. Dieses Werk ist vor kurzem ins Franzsische
+bersetzt; wohl in keiner andern Ueberzeugung als dass tausend gebildete
+Menschen in Frankreich sich immer noch an diesen Ideen zu erbauen haben.
+
+ * * *
+
+In Bezug auf das dem gegenwrtigen Bande vorgesetzte Bild sey folgendes
+gemeldet: Unser Freund, als wir mit ihm in Verhltniss traten, war
+damals in Edinburgh wohnhaft, wo er in der Stille lebend, sich im besten
+Sinne auszubilden suchte, und, wir drfen es ohne Ruhmredigkeit sagen,
+in der deutschen Literatur hiezu die meiste Frderniss fand.
+
+Spter, um sich selbst und seinen redlichen literarischen Studien
+unabhngig zu leben, begab er sich, etwa zehen deutsche Meilen
+sdlicher, ein eignes Besitzthum zu bewohnen und zu benutzen, in die
+Grafschaft Dumfries. Hier, in einer gebirgigen Gegend, in welcher der
+Fluss Nithe dem nahen Meere zustrmt, ohnfern der Stadt Dumfries, an
+einer Stelle welche Craigenputtock genannt wird, schlug er mit einer
+schnen und hchst gebildeten Lebensgefhrtin seine lndlich einfache
+Wohnung auf, wovon treue Nachbildungen eigentlich die Veranlassung zu
+gegenwrtigem Vorworte gegeben haben.
+
+ * * *
+
+Gebildete Geister, zartfhlende Gemther, welche nach fernem Guten sich
+bestreben, in die Ferne Gutes zu wirken geneigt sind, erwehren sich kaum
+des Wunsches, von geehrten, geliebten, weitabgesonderten Personen das
+Portrait, sodann die Abbildung ihrer Wohnung, so wie der nchsten
+Zustnde, sich vor Augen gebracht zu sehen.
+
+Wie oft wiederholt man noch heutiges Tags die Abbildung von Petrarch's
+Aufenthalt in Vaucluse, Tasso's Wohnung in Sorent! Und ist nicht immer
+die Bieler Insel, der Schutzort Rousseau's, ein seinen Verehrern nie
+genugsam dargestelltes Local?
+
+In eben diesem Sinne hab' ich mir die Umgebungen meiner entfernten
+Freunde im Bilde zu verschaffen gesucht, und ich war um so mehr auf die
+Wohnung Hrn. _Thomas Carlyle_ begierig, als er seinen Aufenthalt in
+einer fast rauhen Gebirgsgegend unter dem 55ten Grade gewhlt hatte.
+
+Ich glaube durch solch eine treue Nachbildung der neulich eingesendeten
+Originalzeichnungen gegenwrtiges Buch zu zieren und dem jetzigen
+gefhlvollen Leser, vielleicht noch mehr dem knftigen, einen
+freundlichen Gefallen zu erweisen und dadurch, so wie durch
+eingeschaltete Auszge aus den Briefen des werthen Mannes, das Interesse
+an einer edlen allgemeinen Lnder- und Weltannherung zu vermehren.
+
+ * * *
+
+ _Thomas Carlyle an Goethe._
+
+ Craigenputtock den 25. Septbr. 1828.
+
+"Sie forschen mit so warmer Neigung nach unserem gegenwrtigen
+Aufenthalt und Beschftigung, dass ich einige Worte hierber sagen muss,
+da noch Raum dazu brig bleibt. Dumfries ist eine artige Stadt, mit etwa
+15000 Einwohnern und als Mittelpunct des Handels und der Gerichtsbarkeit
+anzusehen eines bedeutenden Districkts in dem schottischen
+Geschftskreis. Unser Wohnort ist nicht darin, sondern 15 Meilen
+(zwei Stunden zu reiten) nordwestlich davon entfernt, zwischen den
+Granitgebirgen und dem schwarzen Moorgefilde, welche sich westwrts
+durch Gallovay meist bis an die irische See ziehen. In dieser Wste von
+Heide und Felsen stellt unser Besitzthum eine grne Oase vor, einen Raum
+von geackertem, theilweise umzumten und geschmckten Boden, wo Korn
+reift und Bume Schatten gewhren, obgleich ringsumher von Seemven und
+hartwolligen Schaafen umgeben. Hier, mit nicht geringer Anstrengung,
+haben wir fr uns eine reine, dauerhafte Wohnung erbaut und
+eingerichtet; hier wohnen wir in Ermangelung einer Lehr- oder andern
+ffentlichen Stelle, um uns der Literatur zu befleissigen, nach eigenen
+Krften uns damit zu beschftigen. Wir wnschen dass unsre Rosen und
+Gartenbsche frhlich heranwachsen, hoffen Gesundheit und eine
+friedliche Gemthsstimmung, um uns zu fordern. Die Rosen sind freylich
+zum Theil noch zu pflanzen, aber sie blhen doch schon in Hoffnung.
+
+Zwei leichte Pferde, die uns berall hintragen, und die Bergluft sind
+die besten Aerzte fr zarte Nerven. Diese tgliche Bewegung, der ich
+sehr ergeben bin, ist meine einzige Zerstreuung; denn dieser Winkel
+ist der einsamste in Brittanien, sechs Meilen von einer jeden Person
+entfernt die mich allenfalls besuchen mchte. Hier wrde sich Rousseau
+eben so gut gefallen haben, als auf seiner Insel St. Pierre.
+
+Frwahr meine stdtischen Freunde schreiben mein Hierhergehen einer
+hnlichen Gesinnung zu und weissagen mir nichts Gutes; aber ich zog
+hierher, allein zu dem Zweck meine Lebensweise zu vereinfachen und eine
+Unabhngigkeit zu erwerben, damit ich mir selbst treu bleiben knne.
+Dieser Erdraum ist unser, hier knnen wir leben, schreiben und denken
+wie es uns am besten ducht , und wenn Zoilus selbst Knig der Literatur
+werden sollte.
+
+Auch ist die Einsamkeit nicht so bedeutend, eine Lohnkutsche bringt uns
+leicht nach Edinburgh, das wir als unser brittisch Weimar ansehen. Habe
+ich denn nicht auch gegenwrtig eine ganze Ladung von franzsischen,
+deutschen, amerikanischen, englischen Journalen und Zeitschriften, von
+welchem Werth sie auch seyn mgen, auf den Tischen meiner kleinen
+Bibliothek aufgehuft!
+
+Auch an alterthmlichen Studien fehlt es nicht. Von einigen unsrer Hhen
+entdeck' ich, ohngefhr eine Tagereise westwrts, den Hgel, wo Agrikola
+und seine Rmer ein Lager zurckliessen; am Fusse desselben war ich
+geboren, wo Vater und Mutter noch leben um mich zu lieben. Und so muss
+man die Zeit wirken lassen. Doch wo gerath ich hin! Lassen Sie mich noch
+gestehen, ich bin ungewiss ber meine knftige literarische Thtigkeit,
+worber ich gern Ihr Urtheil vernehmen mchte; gewiss schreiben Sie mir
+wieder und bald, damit ich mich immer mit Ihnen vereint fhlen mge."
+
+ * * *
+
+Wir, nach allen Seiten hin wohlgesinnten, nach allgemeinster Bildung
+strebenden Deutschen, wir wissen schon seit vielen Jahren die Verdienste
+wrdiger schottischer Mnner zu schtzen. Uns blieb nicht unbekannt, was
+sie frher in den Naturwissenschaften geleistet, woraus denn nachher die
+Franzosen ein so grosses Uebergewicht erlangten.
+
+In der neuern Zeit verfehlten wir nicht den lblichen Einfluss
+anzuerkennen, den ihre Philosophie auf die Sinnesnderung der Franzosen
+ausbte, um sie von dem starren Sensualism zu einer geschmeidigern
+Denkart auf dem Wege des gemeinen Menschenverstandes hinzuleiten. Wir
+verdankten ihnen gar manche grndliche Einsicht in die wichtigsten
+Fcher brittischer Zustnde und Bemhungen.
+
+Dagegen mussten wir vor nicht gar langer Zeit unsre ethisch-sthetischen
+Bestrebungen in ihren Zeitschriften auf eine Weise behandelt sehen, wo
+es zweifelhaft blieb, ob Mangel an Einsicht oder bser Wille dabey
+obwaltete; ob eine oberflchliche, nicht genug durchdringende Ansicht,
+oder ein widerwilliges Vorurtheil im Spiele sey. Dieses Ereigniss haben
+wir jedoch geduldig abgewartet, da uns ja dergleichen im eignen
+Vaterlande zu ertragen genugsam von jeher auferlegt worden.
+
+In den letzten Jahren jedoch erfreuen uns aus jenen Gegenden die
+liebevollsten Blicke, welche zu erwiedern wir uns verpflichtet fhlen
+und worauf wir in gegenwrtigen Blttern unsre wohldenkenden Landsleute,
+insofern es nthig seyn sollte, aufmerksam zu machen gedenken.
+
+ * * *
+
+Herr _Thomas Carlyle_ hatte schon den _Wilhelm Meister_ bersetzt und
+gab sodann vorliegendes Leben _Schillers_ im Jahre 1825 heraus.
+
+Im Jahre 1827 erschien _German Romances_ in 4 Bnden, wo er, aus den
+Erzhlungen und Mhrchen deutscher Schriftsteller als: _Musus_, _La
+Motte Fouqu_, _Tieck_, _Hoffmann_, _Jean Paul_ und _Goethe_, heraushob,
+was er seiner Nation am gemssesten zu seyn glaubte.
+
+Die einer jeden Abtheilung vorausgeschickten Nachrichten von dem Leben,
+den Schriften, der Richtung des genannten Dichters und Schriftstellers
+geben ein Zeugniss von der einfach wohlwollenden Weise, wie der Freund
+sich mglichst von der Persnlichkeit und den Zustnden eines jeden zu
+unterrichten gesucht, und wie er dadurch auf den rechten Weg gelangt,
+seine Kenntnisse immer mehr zu vervollstndigen.
+
+In den Edinburgher Zeitschriften, vorzglich in denen welche eigentlich
+fremder Literatur gewidmet sind, finden sich nun, ausser den schon
+genannten deutschen Autoren, auch _Ernst Schulz_, _Klingemann_, _Franz
+Horn_, _Zacharias Werner_, Graf _Platen_ und manche andere, von
+verschiedenen Referenten, am meisten aber von unserm Freunde, beurtheilt
+und eingefhrt.
+
+Hchst wichtig ist bey dieser Gelegenheit zu bemerken, dass sie
+eigentlich ein jedes Werk nur zum Text und Gelegenheit nehmen, um
+ber das eigentliche Feld und Fach, so wie alsdann ber das besondere
+Individuelle, ihre Gedanken zu erffnen und ihr Gutachten meisterhaft
+abzuschliessen.
+
+Diese _Edinburgh Reviews_, sie seyen dem Innern und Allgemeinen, oder
+den auswrtigen Literaturen besonders gewidmet, haben Freunde der
+Wissenschaften aufmerksam zu beachten; denn es ist hchst merkwrdig,
+wie der grndlichste Ernst mit der freysten Uebersicht, ein strenger
+Patriotismus mit einem einfachen reinen Freysinn, in diesen Vortrgen
+sich gepaart findet.
+
+ * * *
+
+Geniessen wir nun von dort, in demjenigen was uns hier so nah
+angeht, eine reine einfache Theilnahme an unsern ethisch-sthetischen
+Bestrebungen, welche fr einen besondern Charakterzug der Deutschen
+gelten knnen, so haben wir uns gleichfalls nach dem umzusehen, was
+ihnen dort von dieser Art eigentlich am Herzen liegt. Wir nennen hier
+gleich den Namen _Burns_, von welchem ein Schreiben des Herrn
+_Carlyle's_ folgende Stelle enthlt.
+
+"Das einzige einigermassen Bedeutende, was ich seit meinem Hierseyn
+schrieb, ist ein Versuch ber _Burns_. Vielleicht habt Ihr niemals von
+diesem Mann gehrt, und doch war er einer der entschiedensten Genies;
+aber in der tiefsten Classe der Landleute geboren und durch die
+Verwicklungen sonderbarer Lagen zuletzt jammervoll zu Grunde gerichtet,
+so dass was er wirkte verhltnissmssig geringfgig ist; er starb in der
+Mitte der Manns-Jahre (1796)."
+
+"Wir Englnder, besonders wir Schottlnder, lieben _Burns_ mehr als
+irgend einen Dichter seit Jahrhunderten. Oft war ich von der Bemerkung
+betroffen, er sey wenig Monate vor _Schiller_, in dem Jahr 1759 geboren
+und keiner dieser beiden habe jemals des andern Namen vernommen. Sie
+glnzten als Sterne in entgegengesetzten Hemisphren, oder, wenn man
+will, eine trbe Erdatmosphre fing ihr gegenseitiges Licht auf."
+
+Mehr jedoch als unser Freund vermuthen mochte, war uns _Robert Burns_
+bekannt; das allerliebste Gedicht _John Barley-Corn_ war anonym zu uns
+gekommen, und verdienter Weise geschtzt, veranlasste solches manche
+Versuche unsrer Sprache es anzueignen. _Hans Gerstenkorn_, ein wackerer
+Mann, hat viele Feinde, die ihn unablssig verfolgen und beschdigen, ja
+zuletzt gar zu vernichten drohen. Aus allen diesen Unbilden geht er aber
+doch am Ende triumphirend hervor, besonders zu Heil und Frhlichkeit der
+leidenschaftlichen Biertrinker. Gerade in diesem heitern genialischen
+Anthropomorphismus zeigt sich _Burns_ als wahrhaften Dichter.
+
+Auf weitere Nachforschung fanden wir dieses Gedicht in der Ausgabe
+seiner poetischen Werke von 1822, welcher eine Skizze seines Lebens
+voransteht, die uns wenigstens von den Aeusserlichkeiten seiner Zustnde
+bis auf einen gewissen Grad belehrte. Was wir von seinen Gedichten uns
+zueignen konnten, berzeugte uns von seinem ausserordentlichen Talent,
+und wir bedauerten, dass uns die Schottische Sprache gerade da
+hinderlich war, wo er des reinsten natrlichsten Ausdrucks sich gewiss
+bemchtigt hatte. Im Ganzen jedoch haben wir unsre Studien so weit
+gefhrt, dass wir die nachstehende rhmliche Darstellung auch als unsrer
+Ueberzeugung gemss unterschreiben knnen.
+
+Inwiefern brigens unser _Burns_ auch in Deutschland bekannt sey, mehr
+als das Conversations-Lexicon von ihm berliefert, wsste ich, als der
+neuen literarischen Bewegungen in Deutschland unkundig, nicht zu sagen;
+auf alle Flle jedoch gedenke ich die Freunde auswrtiger Literatur
+auf die krzesten Wege zu weisen: _The Life of Robert Burns. By J. G.
+Lockhart. Edinburgh 1828._ rezensirt von unserm Freunde im _Edinburgh
+Review_, December 1828.
+
+Nachfolgende Stellen daraus bersetzt, werden den Wunsch, das Ganze
+und den genannten Mann auf jede Weise zu kennen, hoffentlich lebhaft
+erregen.
+
+ * * *
+
+"_Burns_ war in einem hchst prosaischen Zeitalter, dergleichen
+Brittanien nur je erlebt hatte, geboren, in den aller ungnstigsten
+Verhltnissen, wo sein Geist nach hoher Bildung strebend ihr unter dem
+Druck tglich harter krperlicher Arbeit nach zu ringen hatte, ja unter
+Mangel und trostlosesten Aussichten auf die Zukunft; ohne Frderniss als
+die Begriffe, wie sie in eines armen Mannes Htte wohnen, und allenfalls
+die Reime von Ferguson und Ramsay, als das Muster der Schnheit
+aufgesteckt. Aber unter diesen Lasten versinkt er nicht; durch Nebel
+und Finsterniss einer so dstern Region entdeckt sein Adlerauge die
+richtigen Verhltnisse der Welt und des Menschenlebens, er wchst an
+geistiger Kraft und drngt sich mit Gewalt zu verstndiger Erfahrung.
+Angetrieben durch die unwiderstehliche Regsamkeit seines inneren Geistes
+strauchelt er vorwrts und zu allgemeinen Ansichten, und mit stolzer
+Bescheidenheit reicht er uns die Frucht seiner Bemhungen, eine Gabe
+dar, welche nunmehr durch die Zeit als unvergnglich anerkannt worden."
+
+"Ein wahrer Dichter, ein Mann in dessen Herzen die Anlage eines reinen
+Wissens keimt, die Tne himmlischer Melodien vorklingen, ist die
+kstlichste Gabe, die einem Zeitalter mag verliehen werden. Wir sehen
+in ihm eine freyere, reinere Entwicklung alles dessen was in uns das
+Edelste zu nennen ist; sein Leben ist uns ein reicher Unterricht und
+wir betrauern seinen Tod als eines Wohlthters, der uns liebte so wie
+belehrte."
+
+"Solch eine Gabe hat die Natur in ihrer Gte uns an _Robert Burns_
+gegnnt; aber mit allzuvornehmer Gleichgltigkeit warf sie ihn aus der
+Hand als ein Wesen ohne Bedeutung. Es war entstellt und zerstrt ehe
+wir es anerkannten, ein ungnstiger Stern hatte dem Jngling die Gewalt
+gegeben, das menschliche Daseyn ehrwrdiger zu machen, aber ihm war eine
+weisliche Fhrung seines eigenen nicht geworden. Das Geschick--denn so
+mssen wir in unserer Beschrnktheit reden--seine Fehler, die Fehler der
+Andern lasteten zu schwer auf ihm, und dieser Geist, der sich erhoben
+hatte, wre es ihm nur zu wandern geglckt, sank in den Staub; seine
+herrlichen Fhigkeiten wurden in der Blthe mit Fssen getreten. Er
+starb, wir drfen wohl sagen, ohne jemals gelebt zu haben. Und so
+eine freundlich warme Seele, so voll von eingebornen Reichthmern,
+solcher Liebe zu allen lebendigen und leblosen Dingen! Das spte
+Tausendschnchen fllt nicht unbemerkt unter seine Pflugschar, so wenig
+als das wohlversorgte Nest der furchtsamen Feldmaus, das er hervorwhlt.
+Der wilde Anblick des Winters ergtzt ihn; mit einer trben, oft
+wiederkehrenden Zrtlichkeit, verweilt er in diesen ernsten Scenen der
+Verwstung; aber die Stimme des Windes wird ein Psalm in seinem Ohr;
+wie gern mag er in den sausenden Wldern dahin wandern: denn er fhlt
+seine Gedanken erhoben zu dem, der auf den Schwingen des Windes
+einherschreitet. Eine wahre Poetenseele! sie darf nur berhrt werden
+und ihr Klang ist Musik."
+
+"Welch ein warmes allumfassendes Gleichheitsgefhl! welche
+vertrauenvolle, grnzenlose Liebe! welch edelmthiges Ueberschtzen des
+geliebten Gegenstandes! Der Bauer, sein Freund, sein nussbraunes Mdchen
+sind nicht lnger gering und drfisch, Held vielmehr und Knigin, er
+rhmt sie als gleich wrdig des Hchsten auf der Erde. Die rauhen Scenen
+schottischen Lebens sieht er nicht im arkadischen Lichte, aber in dem
+Rauche, in dem unebenen Tennenboden einer solchen rohen Wirthlichkeit
+findet er noch immer Liebenswrdiges genug. Armuth frwahr ist sein
+Gefhrte, aber auch Liebe und Muth zugleich; die einfachen Gefhle, der
+Werth, der Edelsinn, welche unter dem Strohdach wohnen, sind lieb und
+ehrwrdig seinem Herzen. Und so ber die niedrigsten Regionen des
+menschlichen Daseyns ergiesst er die Glorie seines eigenen Gemths
+und sie steigen, durch Schatten und Sonnenschein gesnftigt und
+verherrlicht, zu einer Schnheit, welche sonst die Menschen kaum in
+dem Hchsten erblicken."
+
+"Hat er auch ein Selbstbewusstseyn, welches oft in Stolz ausartet, so
+ist es ein edler Stolz, um abzuwehren, nicht um anzugreifen, kein kaltes
+misslaunisches Gefhl, ein freyes und geselliges. Dieser poetische
+Landmann betrgt sich, mchten wir sagen, wie ein Knig in der
+Verbannung; er ist unter die Niedrigsten gedrngt und fhlt sich gleich
+den Hchsten; er verlangt keinen Rang, damit man ihm keinen streitig
+mache. Den Zudringlichen kann er abstossen, den Stolzen demthigen,
+Vorurtheil auf Reichthum oder Altgeschlecht haben bey ihm keinen Werth.
+In diesem dunklen Auge ist ein Feuer, woran sich eine abwrdigende
+Herablassung nicht wagen darf; in seiner Erniedrigung, in der ussersten
+Noth vergisst er nicht fr einen Augenblick die Majestt der Poesie und
+Mannheit. Und doch, so hoch er sich ber gewhnlichen Menschen fhlt,
+sondert er sich nicht von ihnen ab, mit Wrme nimmt er an ihrem
+Interesse Theil, ja er wirft sich in ihre Arme und, wie sie auch seyen,
+bittet er um ihre Liebe. Es ist rhrend zu sehen, wie in den dstersten
+Zustnden dieses stolze Wesen in der Freundschaft Hlfe sucht, und oft
+seinen Busen dem Unwrdigen aufschliesst; oft unter Thrnen an sein
+glhendes Herz ein Herz andrckt, das Freundschaft nur als Namen kennt.
+Doch war er scharf und schnellsichtig, ein Mann vom durchdringendsten
+Blick, vor welchem gemeine Verstellung sich nicht bergen konnte. Sein
+Verstand sah durch die Tiefen des vollkommensten Betrgers, und zugleich
+war eine grossmthige Leichtglubigkeit in seinem Herzen. So zeigte sich
+dieser Landmann unter uns: Eine Seele wie Aeolsharfe, deren Saiten vom
+gemeinsten Winde berhrt, ihn zu gesetzlicher Melodie verwandelten. Und
+ein solcher Mann war es fr den die Welt kein schicklicher Geschft zu
+finden wusste, als sich mit Schmugglern und Schenken herumzuzanken,
+Accise auf den Talg zu berechnen und Bierfsser zu visiren. In solchem
+Abmhen ward dieser mchtige Geist kummervoll vergeudet, und hundert
+Jahre mgen vorber gehen, eh uns ein gleicher gegeben wird, um
+vielleicht ihn abermals zu vergeuden."
+
+ * * *
+
+Und wie wir den Deutschen zu ihrem _Schiller_ Glck wnschen, so wollen
+wir in eben diesem Sinne auch die Schottlnder segnen. Haben diese
+jedoch unserm Freunde so viel Aufmerksamkeit und Theilnahme erwiesen,
+so wr' es billig, dass wir auf gleiche Weise ihren _Burns_ bey uns
+einfhrten. Ein junges Mitglied der hochachtbaren Gesellschaft, der wir
+gegenwrtiges im Ganzen empfohlen haben, wird Zeit und Mhe hchlich
+belohnt sehen, wenn er diesen freundlichen Gegendienst einer so
+verehrungswrdigen Nation zu leisten den Entschluss fassen und das
+Geschft treulich durchfhren will. Auch wir rechnen den belobten
+_Robert Burns_ zu den ersten Dichtergeistern, welche das vergangene
+Jahrhundert hervorgebracht hat.
+
+Im Jahr 1829 kam uns ein sehr sauber und augenfllig gedrucktes
+Octavbndchen zur Hand: _Catalogue of German Publications, selected and
+systematically arranged for W. H. Koller and Jul. Cahlmann. London._
+
+Dieses Bchlein, mit besonderer Kenntniss der deutschen Literatur, in
+einer die Uebersicht erleichternden Methode verfasst, macht demjenigen
+der es ausgearbeitet und den Buchhndlern Ehre, welche ernstlich das
+bedeutende Geschft bernehmen eine fremde Literatur in ihr Vaterland
+einzufhren, und zwar so dass mann in allen Fchern bersehen knne
+was dort geleistet worden, um so wohl den Gelehrten den denkenden Leser
+als auch den fhlenden und Unterhaltung suchenden anzulocken und zu
+befriedigen. Neugierig wird jeder deutsche Schriftsteller und Literator,
+der sich in irgend einem Fache hervorgethan, diesen Catalog aufschlagen
+um zu forschen: ob denn auch seiner darin gedacht, seine Werke, mit
+andern Verwandten, freundlich aufgenommen worden. Allen deutschen
+Buchhndlern wird es angelegen seyn zu erfahren: wie man ihren Verlag
+ber dem Canal betrachte, welchen Preis man auf das Einzelne setze
+und sie werden nichts verabsumen um mit jenen die Angelegenheit so
+ernsthaft angreifenden Mnnern in Verhltniss zu kommen, und dasselbe
+immerfort lebendig erhalten.
+
+ * * *
+
+Wenn ich nun aber das von unserm Schottischen Freunde vor soviel
+Jahren verfasste Leben _Schillers_, auf das er mit einer ihm so
+wohl anstehenden Bescheidenheit zurcksieht, hiedurch einleite und
+gegenwrtig an den Tag frdere, so erlaube er mir einige seiner neusten
+Aeusserungen hinzuzufgen, welche die bisherigen gemeinsamen
+Fortschritte am besten deutlich machen mchten.
+
+ * * *
+
+ _Thomas Carlyle an Goethe._
+
+ den 22. December 1829.
+
+"Ich habe zu nicht geringer Befriedigung zum zweitenmale den
+_Briefwechsel_ gelesen und sende heute einen darauf gegrndeten
+Aufsatz ber _Schiller_ ab fr das _Foreign Review_. Es wird Ihnen
+angenehm seyn zu hren, dass die Kentniss und Schtzung der auswrtigen,
+besonders der deutschen Literatur, sich mit wachsender Schnelle
+verbreitet so weit die englische Zunge herrscht; so dass bey den
+Antipoden, selbst in Neuholland, die Weisen Ihres Landes ihre Weisheit
+predigen. Ich habe krzlich gehrt, dass sogar in Oxford und Cambridge,
+unsern beiden englischen Universitten, die bis jetzt als die Haltpuncte
+der insularischen eigenthmlichen Beharrlichkeit sind betrachtet worden,
+es sich in solchen Dingen zu regen anfngt. Ihr _Niebuhr_ hat in
+Cambridge einen geschickten Uebersetzer gefunden und in Oxford haben
+zwei bis drei Deutsche schon hinlngliche Beschftigung als Lehrer ihrer
+Sprache. Das neue Licht mag fr gewisse Augen zu stark seyn; jedoch kann
+Niemand an den guten Folgen zweifeln, die am Ende daraus hervorgehen
+werden. Lasst Nationen wie Individuen sich nur einander kennen und der
+gegenseitige Hass wird sich in gegenwrtige Hlfleistung verwandeln,
+und anstatt natrlicher Feinde, wie benachbarte Lnder zuweilen genannt
+sind, werden wir alle natrliche Freunde seyn."
+
+ * * *
+
+Wenn uns nach allen diesem nun die Hoffnung schmeichelt, eine
+Uebereinstimmung der Nationen, ein allgemeineres Wohlwollen werde sich
+durch nhere Kentniss der verschiedenen Sprachen und Denkweisen, nach
+und nach erzeugen; so wage ich von einem bedeutenden Einfluss der
+deutschen Literatur zu sprechen, welcher sich in einem besondern Falle
+hchst wirksam erweisen mchte.
+
+Es ist nmlich bekannt genug, dass die Bewohner der drei brittischen
+Knigreiche nicht gerade in dem besten Einverstndnisse leben, sondern
+dass vielmehr ein Nachbar an dem andern genugsam zu tadeln findet, um
+eine heimliche Abneigung bey sich zu rechtfertigen.
+
+Nun aber bin ich berzeugt, dass wie die deutsche ethisch-sthetische
+Literatur durch das dreifache Brittanien sich verbreitet, zugleich auch
+eine stille Gemeinschaft von _Philogermanen_ sich bilden werde, welche
+in der Neigung zu einer vierten, so nahverwandten Vlkerschaft, auch
+unter einander, als vereinigt und verschmolzen sich empfinden werden.
+
+ * * * * *
+
+ _Schillers Leben._
+
+ _Erster Abschnitt._
+
+ _Seine Jugend_ (1759-1784.)
+
+Unter allen Schriftstellern ist am Schluss des letzten Jahrhunderts
+wohl keiner der Aufmerksamkeit wrdiger, als _Friedrich Schiller_.
+Ausgezeichnet durch glnzenden Geist, erhabenes Gefhl und edlen
+Geschmack liess er den schnsten Abdruck dieser selten vereinigten
+Eigenschaften in seinen Werken zurck. Der ausgebreitete Ruhm, welcher
+ihm dadurch geworden, ..........
+
+.... es sind neue Formen der Wahrheiten, neue Grundstze der Weisheit,
+neue Bilder und Scenen der Schnheit, die er dem leeren formlosen
+unendlichen Raum abgenommen; zum +ktma eis aei+ oder zum ewigen
+Eigenthum aller Geschlechter dieses Erdballs. [s. 301.]
+
+.......... die unsere Literatur, so reich sie auch schon an sich ist,
+noch ungleich mehr bereichern wrde. [_Anhang_, s. 54.]
+
+ * * * * *
+
+_Nhere Bezeichnung der dargestellten Lokalitten._
+
+Titelkupfer, Thomas Carlyles Wohnung in der Graffschaft Dumfries, des
+ sdlichen Schottlands.
+
+Titel-Vignette, dieselbe in der Ferne.
+
+Vorderseite des Umschlags, Wohnung Schillers in Weimar.
+
+Rckseite des Umschlags, einsames Huschen in Schillers Garten, ber der
+ Jenaischen Leutra, von ihm selbst errichtet; wo er in vollkommenster
+ Einsamkeit manches, besonders Maria Stuart schrieb. Nach seiner
+ Entfernung und erfolgtem Scheiden, trug man es ab, wegen
+ Wandelbarkeit, und man gedachte hier das Andenken desselben zu
+ erhalten.
+
+
+ [Illustration / Abbildung (Schillers Haus)]
+
+ [Illustration / Abbildung (Carlyles Haus)]
+
+ * * * * *
+ * * * *
+ * * * * *
+
+[Errors and Anomalies / Fehler und Unregelmigkeiten
+
+"genugsam" (three times / drei Mal)
+ _always without umlaut_
+ _immer ohne Umlaut_
+ein Unternehmen, bey welchen man auch
+ _"welchen" in original: "welchem"?_
+etwa zehen deutsche Meilen
+ _"zehen" in original_
+westwrts // durch Gallovay
+ _"Gallovay" in original_
+_Burns_ war....
+ _quotation marks in this passage as in original_
+ _Anfhrungszeichen in diese Stelle wie im Original_
+glnzenden Geist, erhabenes Gefhl und edlen // Geschmack
+ _original has "Geschmach"_
+ _im Original steht "Geschmach"_]
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of The Life of Friedrich Schiller, by
+Johann Wolfgang von Goethe and Thomas Carlyle
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK THE LIFE OF FRIEDRICH SCHILLER ***
+
+***** This file should be named 18101-8.txt or 18101-8.zip *****
+This and all associated files of various formats will be found in:
+ http://www.gutenberg.org/1/8/1/0/18101/
+
+Produced by Louise Hope, Thierry Alberto and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+Updated editions will replace the previous one--the old editions
+will be renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no
+one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
+permission and without paying copyright royalties. Special rules,
+set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
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+- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
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+ prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
+ returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
+ address specified in Section 4, "Information about donations to
+ the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
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+1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
+trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
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+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
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+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
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+<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN">
+<html>
+<head>
+<title>Goethe Introduction to Life of Schiller</title>
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+<pre>
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+The Project Gutenberg EBook of The Life of Friedrich Schiller, by
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+
+Title: The Life of Friedrich Schiller
+ Introduction to German Translation
+
+Author: Johann Wolfgang von Goethe and Thomas Carlyle
+
+Release Date: April 2, 2006 [EBook #18101]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF-8
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK THE LIFE OF FRIEDRICH SCHILLER ***
+
+
+
+
+Produced by Louise Hope, Thierry Alberto and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+
+
+
+
+</pre>
+
+
+<div class = "mynote">
+A few typographical errors have been corrected. They have been
+marked in the text with <ins class = "correction" title =
+"like this">mouse-hover popups</ins>.
+</div>
+<br>
+<br>
+
+<p class = "illustration">
+<span class = "pagenum">387</span>
+<img src = "images/GermanCover.jpg" width = "423" height = "630"
+alt = "cover of book with distant view of Carlyle's house">
+</p>
+
+<hr class = "divider">
+
+<span class = "pagenum">389</span>
+
+<h3>Thomas Carlyle</h3>
+
+<h1><span class = "extended">Leben Schiller</span>s,</h1>
+
+<h4><span class = "extended">aus dem Englische</span>n;</h4>
+
+<h6 class = "extended">eingeleitet</h6>
+
+<h6>durch</h6>
+
+<h3><span class = "extended">Goeth</span>e.</h3>
+
+<hr class = "tiny">
+<hr class = "mid">
+
+<h5>Frankfurt am Main, 1830.</h5>
+<h6><span class = "extended">Verlag von Heinrich Wilman</span>s.</h6>
+
+<hr class = "divider">
+
+<span class = "pagenum">391</span>
+
+<h6 class = "extended">Der hochansehnlichen</h6>
+
+<h3 class = "extended">Gesellschaft</h3>
+
+<h6>für ausländische</h6>
+
+<h4><span class = "extended">schöne Literatu</span>r,</h4>
+
+<h6>zu</h6>
+
+<h5><span class = "extended">Berli</span>n.</h5>
+
+<hr class = "divider">
+
+<p>
+<span class = "pagenum">393</span>
+Als gegen Ende des vergangenen Jahres ich die angenehme Nachricht
+erhielt, dass eine mir freundlich bekannte Gesellschaft, welche bisher
+ihre Aufmerksamkeit inländischer Literatur gewidmet hatte, nunmehr
+dieselbe auf die ausländische zu wenden gedenke, konnte ich in meiner
+damaligen Lage nicht ausführlich und gründlich genug darlegen, wie sehr
+ich ein Unternehmen, bey <ins class = "correction" title =
+"so im Original: ‘welchem’?">welchen</ins> man auch meiner auf das
+geneigteste gedacht hatte, zu schätzen wisse.</p>
+
+<p>
+Selbst mit gegenwärtigem öffentlichen Ausdruck meines dankbaren Antheils
+geschieht nur fragmentarisch was ich im bessern Zusammenhang zu
+überliefern gewünscht hätte. Ich will aber auch das wie es mir vorliegt
+nicht zurückweisen, indem ich meinen Hauptzweck dadurch zu erreichen
+hoffe, dass ich nämlich meine Freunde mit einem Manne in Berührung
+bringe, welchen ich unter diejenigen zähle, die in späteren Jahren sich
+an mich thätig angeschlossen, mich
+<span class = "pagenum">394</span>
+durch eine mitschreitende Theilnahme zum Handeln und Wirken
+aufgemuntert, und durch ein edles, reines wohlgerichtetes Bestreben
+wieder selbst verjüngt, mich, der ich sie heranzog, mit sich fortgezogen
+haben. Es ist der Verfasser des hier übersetzten Werkes, Herr <em>Thomas
+Carlyle</em>, ein Schotte, von dessen Thätigkeit und Vorzügen, so wie
+von dessen näheren Zuständen nachstehende Blätter ein Mehreres eröffnen
+werden.</p>
+
+<p>
+Wie ich denselben und meine Berliner Freunde zu kennen glaube, so wird
+zwischen ihnen und ihm eine frohe wirksame Verbindung sich einleiten und
+beide Theile werden, wie ich hoffen darf, in einer Reihe von Jahren sich
+dieses Vermächtnisses und seines fruchtbaren Erfolges zusammen erfreuen,
+so dass ich ein fortdauerndes Andenken, um welches ich hier schliesslich
+bitten möchte, schon als dauernd gegönnt, mit anmuthigen Empfindungen
+voraus geniessen kann.</p>
+
+<p align = "right">
+in treuer Anhänglichkeit und Theilnahme.</p>
+
+<p class = "inset1">
+Weimar April</p>
+<p class = "inset2">
+1830.</p>
+
+<p align = "right">
+<em>J. W. v. Goethe.</em></p>
+
+<hr class = "divider">
+
+<p>
+<span class = "pagenum">395</span>
+Es ist schon einige Zeit von einer allgemeinen Weltliteratur die Rede
+und zwar nicht mit Unrecht: denn die sämmtlichen Nationen, in den
+fürchterlichsten Kriegen durcheinander geschüttelt, sodann wieder auf
+sich selbst einzeln zurückgeführt, hatten zu bemerken, dass sie manches
+Fremde gewahr worden, in sich aufgenommen, bisher unbekannte geistige
+Bedürfnisse hie und da empfunden. Daraus entstand das Gefühl
+nachbarlicher Verhältnisse, und anstatt dass man sich bisher
+zugeschlossen hatte, kam der Geist nach und nach zu dem Verlangen, auch
+in den mehr oder weniger freyen geistigen Handelsverkehr mit aufgenommen
+zu werden.</p>
+
+<p>
+Diese Bewegung währt zwar erst eine kurze Weile, aber doch immer lang
+genug, um schon einige Betrachtungen darüber anzustellen, und aus ihr
+bald möglichst, wie man es im Waarenhandel ja auch thun muss, Vortheil
+und Genuss zu gewinnen.</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<p>
+Gegenwärtiges, zum Andenken <em>Schillers</em>, geschriebene Werk kann,
+übersetzt, für uns kaum etwas Neues bringen;
+<span class = "pagenum">396</span>
+der Verfasser nahm seine Kenntnisse aus Schriften, die uns längst
+bekannt sind, so wie denn auch überhaupt die hier verhandelten
+Angelegenheiten bey uns öfters durchgesprochen und durchgefochten
+worden.</p>
+
+<p>
+Was aber den Verehrern <em>Schillers</em>, und also einem jeden
+Deutschen, wie man kühnlich sagen darf, höchst erfreulich seyn muss,
+ist: unmittelbar zu erfahren, wie ein zartfühlender, strebsamer,
+einsichtiger Mann über dem Meere, in seinen besten Jahren, durch
+<em>Schillers</em> Productionen berührt, bewegt, erregt und nun zum
+weitern Studium der deutschen Literatur angetrieben worden.</p>
+
+<p>
+Mir wenigstens war es rührend, zu sehen, wie dieser, rein und ruhig
+denkende Fremde, selbst in jenen ersten, oft harten, fast rohen
+Productionen unsres verewigten Freundes, immer den edlen, wohldenkenden,
+wohlwollenden Mann gewahr ward und sich ein Ideal des vortrefflichsten
+Sterblichen an ihm auferbauen konnte.</p>
+
+<p>
+Ich halte deshalb dafür dass dieses Werk, als von einem Jüngling
+geschrieben, der deutschen Jugend zu empfehlen seyn möchte: denn wenn
+ein munteres Lebensalter einen Wunsch haben darf und soll, so ist es
+der: in allem Geleisteten das Löbliche, Gute, Bildsame, Hochstrebende,
+genug das Ideelle, und selbst in dem nicht Musterhaften, das allgemeine
+Musterbild der Menschheit zu erblicken.</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<p>
+Ferner kann uns dieses Werk von Bedeutung seyn, wenn wir ernstlich
+betrachten: wie ein fremder Mann die <em>Schillerischen</em> Werke,
+denen wir so mannigfaltige Kultur verdanken, auch als Quelle der
+seinigen schätzt, verehrt
+<span class = "pagenum">397</span>
+und dies, ohne irgend eine Absicht, rein und ruhig zu erkennen
+giebt.</p>
+
+<p>
+Eine Bemerkung möchte sodann hier wohl am Platze seyn: dass sogar
+dasjenige, was unter uns beynahe ausgewirkt hat, nun, gerade in dem
+Augenblicke welcher auswärts der deutschen Literatur günstig ist,
+abermals seine kräftige Wirkung beginne und dadurch zeige, wie es auf
+einer gewissen Stufe der Literatur immer nützlich und wirksam seyn
+werde.</p>
+
+<p>
+So sind z. B. <em>Herders</em> Ideen bey uns dergestalt in die
+Kenntnisse der ganzen Masse übergegangen, dass nur wenige, die sie
+lesen, dadurch erst belehrt werden, weil sie, durch hundertfache
+Ableitungen, von demjenigen was damals von grosser Bedeutung war, in
+anderem Zusammenhange schon völlig unterrichtet worden. Dieses Werk ist
+vor kurzem ins Französische übersetzt; wohl in keiner andern
+Ueberzeugung als dass tausend gebildete Menschen in Frankreich sich
+immer noch an diesen Ideen zu erbauen haben.</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<p>
+In Bezug auf das dem gegenwärtigen Bande vorgesetzte Bild sey folgendes
+gemeldet: Unser Freund, als wir mit ihm in Verhältniss traten, war
+damals in Edinburgh wohnhaft, wo er in der Stille lebend, sich im besten
+Sinne auszubilden suchte, und, wir dürfen es ohne Ruhmredigkeit sagen,
+in der deutschen Literatur hiezu die meiste Förderniss fand.</p>
+
+<p>
+Später, um sich selbst und seinen redlichen literarischen Studien
+unabhängig zu leben, begab er sich, etwa <ins class = "correction" title
+= "so im Original">zehen</ins> deutsche Meilen südlicher, ein eignes
+Besitzthum zu
+<span class = "pagenum">398</span>
+bewohnen und zu benutzen, in die Grafschaft Dumfries. Hier, in einer
+gebirgigen Gegend, in welcher der Fluss Nithe dem nahen Meere zuströmt,
+ohnfern der Stadt Dumfries, an einer Stelle welche Craigenputtock
+genannt wird, schlug er mit einer schönen und höchst gebildeten
+Lebensgefährtin seine ländlich einfache Wohnung auf, wovon treue
+Nachbildungen eigentlich die Veranlassung zu gegenwärtigem Vorworte
+gegeben haben.</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<p>
+Gebildete Geister, zartfühlende Gemüther, welche nach fernem Guten sich
+bestreben, in die Ferne Gutes zu wirken geneigt sind, erwehren sich kaum
+des Wunsches, von geehrten, geliebten, weitabgesonderten Personen das
+Portrait, sodann die Abbildung ihrer Wohnung, so wie der nächsten
+Zustände, sich vor Augen gebracht zu sehen.</p>
+
+<p>
+Wie oft wiederholt man noch heutiges Tags die Abbildung von Petrarch’s
+Aufenthalt in Vaucluse, Tasso’s Wohnung in Sorent! Und ist nicht immer
+die Bieler Insel, der Schutzort Rousseau’s, ein seinen Verehrern nie
+genugsam dargestelltes Local?</p>
+
+<p>
+In eben diesem Sinne hab’ ich mir die Umgebungen meiner entfernten
+Freunde im Bilde zu verschaffen gesucht, und ich war um so mehr auf die
+Wohnung Hrn. <em>Thomas Carlyle</em> begierig, als er seinen Aufenthalt
+in einer fast rauhen Gebirgsgegend unter dem 55ten Grade gewählt
+hatte.</p>
+
+<p>
+Ich glaube durch solch eine treue Nachbildung der neulich eingesendeten
+Originalzeichnungen gegenwärtiges Buch zu zieren und dem jetzigen
+gefühlvollen Leser, vielleicht
+<span class = "pagenum">399</span>
+noch mehr dem künftigen, einen freundlichen Gefallen zu erweisen und
+dadurch, so wie durch eingeschaltete Auszüge aus den Briefen des werthen
+Mannes, das Interesse an einer edlen allgemeinen Länder- und
+Weltannäherung zu vermehren.</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<h4><span class = "extended">Thomas Carlyle an Goeth</span>e.</h4>
+
+<p align = "right">
+Craigenputtock den 25. Septbr. 1828.</p>
+
+<p>
+“Sie forschen mit so warmer Neigung nach unserem gegenwärtigen
+Aufenthalt und Beschäftigung, dass ich einige Worte hierüber sagen muss,
+da noch Raum dazu übrig bleibt. Dumfries ist eine artige Stadt, mit etwa
+15000 Einwohnern und als Mittelpunct des Handels und der Gerichtsbarkeit
+anzusehen eines bedeutenden Districkts in dem schottischen
+Geschäftskreis. Unser Wohnort ist nicht darin, sondern 15 Meilen (zwei
+Stunden zu reiten) nordwestlich davon entfernt, zwischen den
+Granitgebirgen und dem schwarzen Moorgefilde, welche sich westwärts
+durch <ins class = "correction" title = "so im Original">Gallovay</ins>
+meist bis an die irische See ziehen. In dieser Wüste von Heide und
+Felsen stellt unser Besitzthum eine grüne Oase vor, einen Raum von
+geackertem, theilweise umzäumten und geschmückten Boden, wo Korn reift
+und Bäume Schatten gewähren, obgleich ringsumher von Seemöven und
+hartwolligen Schaafen umgeben. Hier, mit nicht geringer Anstrengung,
+haben wir für uns eine reine, dauerhafte Wohnung erbaut und
+eingerichtet; hier wohnen wir in Ermangelung einer Lehr- oder andern
+öffentlichen Stelle, um uns der Literatur zu befleissigen, nach eigenen
+Kräften uns damit zu beschäftigen. Wir wünschen
+<span class = "pagenum">400</span>
+dass unsre Rosen und Gartenbüsche fröhlich heranwachsen, hoffen
+Gesundheit und eine friedliche Gemüthsstimmung, um uns zu fordern. Die
+Rosen sind freylich zum Theil noch zu pflanzen, aber sie blühen doch
+schon in Hoffnung.</p>
+
+<p>
+Zwei leichte Pferde, die uns überall hintragen, und die Bergluft sind
+die besten Aerzte für zarte Nerven. Diese tägliche Bewegung, der ich
+sehr ergeben bin, ist meine einzige Zerstreuung; denn dieser Winkel ist
+der einsamste in Brittanien, sechs Meilen von einer jeden Person
+entfernt die mich allenfalls besuchen möchte. Hier würde sich Rousseau
+eben so gut gefallen haben, als auf seiner Insel St. Pierre.</p>
+
+<p>
+Fürwahr meine städtischen Freunde schreiben mein Hierhergehen einer
+ähnlichen Gesinnung zu und weissagen mir nichts Gutes; aber ich zog
+hierher, allein zu dem Zweck meine Lebensweise zu vereinfachen und eine
+Unabhängigkeit zu erwerben, damit ich mir selbst treu bleiben könne.
+Dieser Erdraum ist unser, hier können wir leben, schreiben und denken
+wie es uns am besten däucht, und wenn Zoilus selbst König der Literatur
+werden sollte.</p>
+
+<p>
+Auch ist die Einsamkeit nicht so bedeutend, eine Lohnkutsche bringt uns
+leicht nach Edinburgh, das wir als unser brittisch Weimar ansehen. Habe
+ich denn nicht auch gegenwärtig eine ganze Ladung von französischen,
+deutschen, amerikanischen, englischen Journalen und Zeitschriften, von
+welchem Werth sie auch seyn mögen, auf den Tischen meiner kleinen
+Bibliothek aufgehäuft!</p>
+
+<p>
+Auch an alterthümlichen Studien fehlt es nicht. Von einigen unsrer Höhen
+entdeck’ ich, ohngefähr eine Tagereise westwärts, den Hügel, wo Agrikola
+und seine
+<span class = "pagenum">401</span>
+Römer ein Lager zurückliessen; am Fusse desselben war ich geboren, wo
+Vater und Mutter noch leben um mich zu lieben. Und so muss man die Zeit
+wirken lassen. Doch wo gerath ich hin! Lassen Sie mich noch gestehen,
+ich bin ungewiss über meine künftige literarische Thätigkeit, worüber
+ich gern Ihr Urtheil vernehmen möchte; gewiss schreiben Sie mir wieder
+und bald, damit ich mich immer mit Ihnen vereint fühlen möge.”</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<p>
+Wir, nach allen Seiten hin wohlgesinnten, nach allgemeinster Bildung
+strebenden Deutschen, wir wissen schon seit vielen Jahren die Verdienste
+würdiger schottischer Männer zu schätzen. Uns blieb nicht unbekannt, was
+sie früher in den Naturwissenschaften geleistet, woraus denn nachher die
+Franzosen ein so grosses Uebergewicht erlangten.</p>
+
+<p>
+In der neuern Zeit verfehlten wir nicht den löblichen Einfluss
+anzuerkennen, den ihre Philosophie auf die Sinnesänderung der Franzosen
+ausübte, um sie von dem starren Sensualism zu einer geschmeidigern
+Denkart auf dem Wege des gemeinen Menschenverstandes hinzuleiten. Wir
+verdankten ihnen gar manche gründliche Einsicht in die wichtigsten
+Fächer brittischer Zustände und Bemühungen.</p>
+
+<p>
+Dagegen mussten wir vor nicht gar langer Zeit unsre ethisch-ästhetischen
+Bestrebungen in ihren Zeitschriften auf eine Weise behandelt sehen, wo
+es zweifelhaft blieb, ob Mangel an Einsicht oder böser Wille dabey
+obwaltete; ob eine oberflächliche, nicht genug durchdringende Ansicht,
+<span class = "pagenum">402</span>
+oder ein widerwilliges Vorurtheil im Spiele sey. Dieses Ereigniss haben
+wir jedoch geduldig abgewartet, da uns ja dergleichen im eignen
+Vaterlande zu ertragen genugsam von jeher auferlegt worden.</p>
+
+<p>
+In den letzten Jahren jedoch erfreuen uns aus jenen Gegenden die
+liebevollsten Blicke, welche zu erwiedern wir uns verpflichtet fühlen
+und worauf wir in gegenwärtigen Blättern unsre wohldenkenden Landsleute,
+insofern es nöthig seyn sollte, aufmerksam zu machen gedenken.</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<p>
+Herr <em>Thomas Carlyle</em> hatte schon den <em>Wilhelm Meister</em>
+übersetzt und gab sodann vorliegendes Leben <em>Schillers</em> im Jahre
+1825 heraus.</p>
+
+<p>
+Im Jahre 1827 erschien <i>German Romances</i> in 4 Bänden, wo er, aus
+den Erzählungen und Mährchen deutscher Schriftsteller als:
+<em>Musäus</em>, <em>La Motte Fouqué</em>, <em>Tieck</em>,
+<em>Hoffmann</em>, <em>Jean Paul</em> und <em>Goethe</em>, heraushob,
+was er seiner Nation am gemässesten zu seyn glaubte.</p>
+
+<p>
+Die einer jeden Abtheilung vorausgeschickten Nachrichten von dem Leben,
+den Schriften, der Richtung des genannten Dichters und Schriftstellers
+geben ein Zeugniss von der einfach wohlwollenden Weise, wie der Freund
+sich möglichst von der Persönlichkeit und den Zuständen eines jeden zu
+unterrichten gesucht, und wie er dadurch auf den rechten Weg gelangt,
+seine Kenntnisse immer mehr zu vervollständigen.</p>
+
+<p>
+In den Edinburgher Zeitschriften, vorzüglich in denen welche eigentlich
+fremder Literatur gewidmet sind, finden sich nun, ausser den schon
+genannten deutschen Autoren,
+<span class = "pagenum">403</span>
+auch <em>Ernst Schulz</em>, <em>Klingemann</em>, <em>Franz Horn</em>,
+<em>Zacharias Werner</em>, Graf <em>Platen</em> und manche andere, von
+verschiedenen Referenten, am meisten aber von unserm Freunde, beurtheilt
+und eingeführt.</p>
+
+<p>
+Höchst wichtig ist bey dieser Gelegenheit zu bemerken, dass sie
+eigentlich ein jedes Werk nur zum Text und Gelegenheit nehmen, um über
+das eigentliche Feld und Fach, so wie alsdann über das besondere
+Individuelle, ihre Gedanken zu eröffnen und ihr Gutachten meisterhaft
+abzuschliessen.</p>
+
+<p>
+Diese <i>Edinburgh Reviews</i>, sie seyen dem Innern und Allgemeinen,
+oder den auswärtigen Literaturen besonders gewidmet, haben Freunde der
+Wissenschaften aufmerksam zu beachten; denn es ist höchst merkwürdig,
+wie der gründlichste Ernst mit der freysten Uebersicht, ein strenger
+Patriotismus mit einem einfachen reinen Freysinn, in diesen Vorträgen
+sich gepaart findet.</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<p>
+Geniessen wir nun von dort, in demjenigen was uns hier so nah angeht,
+eine reine einfache Theilnahme an unsern ethisch-ästhetischen
+Bestrebungen, welche für einen besondern Charakterzug der Deutschen
+gelten können, so haben wir uns gleichfalls nach dem umzusehen, was
+ihnen dort von dieser Art eigentlich am Herzen liegt. Wir nennen hier
+gleich den Namen <em>Burns</em>, von welchem ein Schreiben des Herrn
+<em>Carlyle’s</em> folgende Stelle enthält.</p>
+
+<p>
+“Das einzige einigermassen Bedeutende, was ich seit meinem Hierseyn
+schrieb, ist ein Versuch über <em>Burns</em>.
+<span class = "pagenum">404</span>
+Vielleicht habt Ihr niemals von diesem Mann gehört, und doch war er
+einer der entschiedensten Genies; aber in der tiefsten Classe der
+Landleute geboren und durch die Verwicklungen sonderbarer Lagen zuletzt
+jammervoll zu Grunde gerichtet, so dass was er wirkte verhältnissmässig
+geringfügig ist; er starb in der Mitte der Manns-Jahre (1796).”</p>
+
+<p>
+“Wir Engländer, besonders wir Schottländer, lieben <em>Burns</em> mehr
+als irgend einen Dichter seit Jahrhunderten. Oft war ich von der
+Bemerkung betroffen, er sey wenig Monate vor <em>Schiller</em>, in dem
+Jahr 1759 geboren und keiner dieser beiden habe jemals des andern Namen
+vernommen. Sie glänzten als Sterne in entgegengesetzten Hemisphären,
+oder, wenn man will, eine trübe Erdatmosphäre fing ihr gegenseitiges
+Licht auf.”</p>
+
+<p>
+Mehr jedoch als unser Freund vermuthen mochte, war uns <em>Robert
+Burns</em> bekannt; das allerliebste Gedicht <i>John Barley-Corn</i> war
+anonym zu uns gekommen, und verdienter Weise geschätzt, veranlasste
+solches manche Versuche unsrer Sprache es anzueignen. <i>Hans
+Gerstenkorn</i>, ein wackerer Mann, hat viele Feinde, die ihn unablässig
+verfolgen und beschädigen, ja zuletzt gar zu vernichten drohen. Aus
+allen diesen Unbilden geht er aber doch am Ende triumphirend hervor,
+besonders zu Heil und Fröhlichkeit der leidenschaftlichen Biertrinker.
+Gerade in diesem heitern genialischen Anthropomorphismus zeigt sich
+<em>Burns</em> als wahrhaften Dichter.</p>
+
+<p>
+Auf weitere Nachforschung fanden wir dieses Gedicht in der Ausgabe
+seiner poetischen Werke von 1822, welcher eine Skizze seines Lebens
+voransteht, die uns wenigstens
+<span class = "pagenum">405</span>
+von den Aeusserlichkeiten seiner Zustände bis auf einen gewissen Grad
+belehrte. Was wir von seinen Gedichten uns zueignen konnten, überzeugte
+uns von seinem ausserordentlichen Talent, und wir bedauerten, dass uns
+die Schottische Sprache gerade da hinderlich war, wo er des reinsten
+natürlichsten Ausdrucks sich gewiss bemächtigt hatte. Im Ganzen jedoch
+haben wir unsre Studien so weit geführt, dass wir die nachstehende
+rühmliche Darstellung auch als unsrer Ueberzeugung gemäss unterschreiben
+können.</p>
+
+<p>
+Inwiefern übrigens unser <em>Burns</em> auch in Deutschland bekannt sey,
+mehr als das Conversations-Lexicon von ihm überliefert, wüsste ich, als
+der neuen literarischen Bewegungen in Deutschland unkundig, nicht zu
+sagen; auf alle Fälle jedoch gedenke ich die Freunde auswärtiger
+Literatur auf die kürzesten Wege zu weisen: <i>The Life of Robert Burns.
+By J.&nbsp;G. Lockhart. Edinburgh 1828.</i> rezensirt von unserm Freunde
+im <i>Edinburgh Review</i>, December 1828.</p>
+
+<p>
+Nachfolgende Stellen daraus übersetzt, werden den Wunsch, das Ganze und
+den genannten Mann auf jede Weise zu kennen, hoffentlich lebhaft
+erregen.</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<p>
+“<em>Burns</em> war in einem höchst prosaischen Zeitalter, dergleichen
+Brittanien nur je erlebt hatte, geboren, in den aller ungünstigsten
+Verhältnissen, wo sein Geist nach hoher Bildung strebend ihr unter dem
+Druck täglich harter körperlicher Arbeit nach zu ringen hatte, ja unter
+Mangel und trostlosesten Aussichten auf die Zukunft; ohne Förderniss als
+die Begriffe, wie sie in eines armen Mannes Hütte wohnen, und allenfalls
+die Reime von Ferguson
+<span class = "pagenum">406</span>
+und Ramsay, als das Muster der Schönheit aufgesteckt. Aber unter diesen
+Lasten versinkt er nicht; durch Nebel und Finsterniss einer so düstern
+Region entdeckt sein Adlerauge die richtigen Verhältnisse der Welt und
+des Menschenlebens, er wächst an geistiger Kraft und drängt sich mit
+Gewalt zu verständiger Erfahrung. Angetrieben durch die unwiderstehliche
+Regsamkeit seines inneren Geistes strauchelt er vorwärts und zu
+allgemeinen Ansichten, und mit stolzer Bescheidenheit reicht er uns die
+Frucht seiner Bemühungen, eine Gabe dar, welche nunmehr durch die Zeit
+als unvergänglich anerkannt worden.”</p>
+
+<p>
+“Ein wahrer Dichter, ein Mann in dessen Herzen die Anlage eines reinen
+Wissens keimt, die Töne himmlischer Melodien vorklingen, ist die
+köstlichste Gabe, die einem Zeitalter mag verliehen werden. Wir sehen in
+ihm eine freyere, reinere Entwicklung alles dessen was in uns das
+Edelste zu nennen ist; sein Leben ist uns ein reicher Unterricht und wir
+betrauern seinen Tod als eines Wohlthäters, der uns liebte so wie
+belehrte.”</p>
+
+<p>
+“Solch eine Gabe hat die Natur in ihrer Güte uns an <em>Robert
+Burns</em> gegönnt; aber mit allzuvornehmer Gleichgültigkeit warf sie
+ihn aus der Hand als ein Wesen ohne Bedeutung. Es war entstellt und
+zerstört ehe wir es anerkannten, ein ungünstiger Stern hatte dem
+Jüngling die Gewalt gegeben, das menschliche Daseyn ehrwürdiger zu
+machen, aber ihm war eine weisliche Führung seines eigenen nicht
+geworden. Das Geschick&mdash;denn so müssen wir in unserer
+Beschränktheit reden&mdash;seine Fehler, die Fehler der Andern lasteten
+zu schwer auf ihm, und dieser Geist, der sich erhoben hatte, wäre
+<span class = "pagenum">407</span>
+es ihm nur zu wandern geglückt, sank in den Staub; seine herrlichen
+Fähigkeiten wurden in der Blüthe mit Füssen getreten. Er starb, wir
+dürfen wohl sagen, ohne jemals gelebt zu haben. Und so eine freundlich
+warme Seele, so voll von eingebornen Reichthümern, solcher Liebe zu
+allen lebendigen und leblosen Dingen! Das späte Tausendschönchen fällt
+nicht unbemerkt unter seine Pflugschar, so wenig als das wohlversorgte
+Nest der furchtsamen Feldmaus, das er hervorwühlt. Der wilde Anblick des
+Winters ergötzt ihn; mit einer trüben, oft wiederkehrenden Zärtlichkeit,
+verweilt er in diesen ernsten Scenen der Verwüstung; aber die Stimme des
+Windes wird ein Psalm in seinem Ohr; wie gern mag er in den sausenden
+Wäldern dahin wandern: denn er fühlt seine Gedanken erhoben zu dem, der
+auf den Schwingen des Windes einherschreitet. Eine wahre Poetenseele!
+sie darf nur berührt werden und ihr Klang ist Musik.”</p>
+
+<p>
+“Welch ein warmes allumfassendes Gleichheitsgefühl! welche
+vertrauenvolle, gränzenlose Liebe! welch edelmüthiges Ueberschätzen des
+geliebten Gegenstandes! Der Bauer, sein Freund, sein nussbraunes Mädchen
+sind nicht länger gering und dörfisch, Held vielmehr und Königin, er
+rühmt sie als gleich würdig des Höchsten auf der Erde. Die rauhen Scenen
+schottischen Lebens sieht er nicht im arkadischen Lichte, aber in dem
+Rauche, in dem unebenen Tennenboden einer solchen rohen Wirthlichkeit
+findet er noch immer Liebenswürdiges genug. Armuth fürwahr ist sein
+Gefährte, aber auch Liebe und Muth zugleich; die einfachen Gefühle, der
+Werth, der Edelsinn, welche unter dem Strohdach wohnen, sind lieb und
+ehrwürdig
+<span class = "pagenum">408</span>
+seinem Herzen. Und so über die niedrigsten Regionen des menschlichen
+Daseyns ergiesst er die Glorie seines eigenen Gemüths und sie steigen,
+durch Schatten und Sonnenschein gesänftigt und verherrlicht, zu einer
+Schönheit, welche sonst die Menschen kaum in dem Höchsten
+erblicken.”</p>
+
+<p>
+“Hat er auch ein Selbstbewusstseyn, welches oft in Stolz ausartet, so
+ist es ein edler Stolz, um abzuwehren, nicht um anzugreifen, kein kaltes
+misslaunisches Gefühl, ein freyes und geselliges. Dieser poetische
+Landmann beträgt sich, möchten wir sagen, wie ein König in der
+Verbannung; er ist unter die Niedrigsten gedrängt und fühlt sich gleich
+den Höchsten; er verlangt keinen Rang, damit man ihm keinen streitig
+mache. Den Zudringlichen kann er abstossen, den Stolzen demüthigen,
+Vorurtheil auf Reichthum oder Altgeschlecht haben bey ihm keinen Werth.
+In diesem dunklen Auge ist ein Feuer, woran sich eine abwürdigende
+Herablassung nicht wagen darf; in seiner Erniedrigung, in der äussersten
+Noth vergisst er nicht für einen Augenblick die Majestät der Poesie und
+Mannheit. Und doch, so hoch er sich über gewöhnlichen Menschen fühlt,
+sondert er sich nicht von ihnen ab, mit Wärme nimmt er an ihrem
+Interesse Theil, ja er wirft sich in ihre Arme und, wie sie auch seyen,
+bittet er um ihre Liebe. Es ist rührend zu sehen, wie in den düstersten
+Zuständen dieses stolze Wesen in der Freundschaft Hülfe sucht, und oft
+seinen Busen dem Unwürdigen aufschliesst; oft unter Thränen an sein
+glühendes Herz ein Herz andrückt, das Freundschaft nur als Namen kennt.
+Doch war er scharf und schnellsichtig, ein Mann vom durchdringendsten
+<span class = "pagenum">409</span>
+Blick, vor welchem gemeine Verstellung sich nicht bergen konnte. Sein
+Verstand sah durch die Tiefen des vollkommensten Betrügers, und zugleich
+war eine grossmüthige Leichtgläubigkeit in seinem Herzen. So zeigte sich
+dieser Landmann unter uns: Eine Seele wie Aeolsharfe, deren Saiten vom
+gemeinsten Winde berührt, ihn zu gesetzlicher Melodie verwandelten. Und
+ein solcher Mann war es für den die Welt kein schicklicher Geschäft zu
+finden wusste, als sich mit Schmugglern und Schenken herumzuzanken,
+Accise auf den Talg zu berechnen und Bierfässer zu visiren. In solchem
+Abmühen ward dieser mächtige Geist kummervoll vergeudet, und hundert
+Jahre mögen vorüber gehen, eh uns ein gleicher gegeben wird, um
+vielleicht ihn abermals zu vergeuden.”</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<p>
+Und wie wir den Deutschen zu ihrem <em>Schiller</em> Glück wünschen, so
+wollen wir in eben diesem Sinne auch die Schottländer segnen. Haben
+diese jedoch unserm Freunde so viel Aufmerksamkeit und Theilnahme
+erwiesen, so wär’ es billig, dass wir auf gleiche Weise ihren
+<em>Burns</em> bey uns einführten. Ein junges Mitglied der hochachtbaren
+Gesellschaft, der wir gegenwärtiges im Ganzen empfohlen haben, wird Zeit
+und Mühe höchlich belohnt sehen, wenn er diesen freundlichen Gegendienst
+einer so verehrungswürdigen Nation zu leisten den Entschluss fassen und
+das Geschäft treulich durchführen will. Auch wir rechnen den belobten
+<em>Robert Burns</em> zu den ersten Dichtergeistern, welche das
+vergangene Jahrhundert hervorgebracht hat.</p>
+
+<p>
+<span class = "pagenum">410</span>
+Im Jahr 1829 kam uns ein sehr sauber und augenfällig gedrucktes
+Octavbändchen zur Hand: <i>Catalogue of German Publications, selected
+and systematically arranged for W.&nbsp;H. Koller and Jul. Cahlmann.
+London.</i></p>
+
+<p>
+Dieses Büchlein, mit besonderer Kenntniss der deutschen Literatur, in
+einer die Uebersicht erleichternden Methode verfasst, macht demjenigen
+der es ausgearbeitet und den Buchhändlern Ehre, welche ernstlich das
+bedeutende Geschäft übernehmen eine fremde Literatur in ihr Vaterland
+einzuführen, und zwar so dass mann in allen Fächern übersehen könne was
+dort geleistet worden, um so wohl den Gelehrten den denkenden Leser als
+auch den fühlenden und Unterhaltung suchenden anzulocken und zu
+befriedigen. Neugierig wird jeder deutsche Schriftsteller und Literator,
+der sich in irgend einem Fache hervorgethan, diesen Catalog aufschlagen
+um zu forschen: ob denn auch seiner darin gedacht, seine Werke, mit
+andern Verwandten, freundlich aufgenommen worden. Allen deutschen
+Buchhändlern wird es angelegen seyn zu erfahren: wie man ihren Verlag
+über dem Canal betrachte, welchen Preis man auf das Einzelne setze und
+sie werden nichts verabsäumen um mit jenen die Angelegenheit so
+ernsthaft angreifenden Männern in Verhältniss zu kommen, und dasselbe
+immerfort lebendig erhalten.</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<p>
+Wenn ich nun aber das von unserm Schottischen Freunde vor soviel Jahren
+verfasste Leben <em>Schillers</em>, auf das er mit einer ihm so wohl
+anstehenden Bescheidenheit zurücksieht, hiedurch einleite und
+gegenwärtig an
+<span class = "pagenum">411</span>
+den Tag fördere, so erlaube er mir einige seiner neusten Aeusserungen
+hinzuzufügen, welche die bisherigen gemeinsamen Fortschritte am besten
+deutlich machen möchten.</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+
+<h4><span class = "extended">Thomas Carlyle an Goeth</span>e.</h4>
+
+<p align = "right">
+den 22. December 1829.</p>
+
+<p>
+“Ich habe zu nicht geringer Befriedigung zum zweitenmale den
+<em>Briefwechsel</em> gelesen und sende heute einen darauf gegründeten
+Aufsatz über <em>Schiller</em> ab für das <i>Foreign Review</i>. Es wird
+Ihnen angenehm seyn zu hören, dass die Kentniss und Schätzung der
+auswärtigen, besonders der deutschen Literatur, sich mit wachsender
+Schnelle verbreitet so weit die englische Zunge herrscht; so dass bey
+den Antipoden, selbst in Neuholland, die Weisen Ihres Landes ihre
+Weisheit predigen. Ich habe kürzlich gehört, dass sogar in Oxford und
+Cambridge, unsern beiden englischen Universitäten, die bis jetzt als die
+Haltpuncte der insularischen eigenthümlichen Beharrlichkeit sind
+betrachtet worden, es sich in solchen Dingen zu regen anfängt. Ihr
+<em>Niebuhr</em> hat in Cambridge einen geschickten Uebersetzer gefunden
+und in Oxford haben zwei bis drei Deutsche schon hinlängliche
+Beschäftigung als Lehrer ihrer Sprache. Das neue Licht mag für gewisse
+Augen zu stark seyn; jedoch kann Niemand an den guten Folgen zweifeln,
+die am Ende daraus hervorgehen werden. Lasst Nationen wie Individuen
+sich nur einander kennen und der gegenseitige Hass wird sich in
+gegenwärtige Hülfleistung verwandeln, und anstatt
+<span class = "pagenum">412</span>
+natürlicher Feinde, wie benachbarte Länder zuweilen genannt sind, werden
+wir alle natürliche Freunde seyn.”</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<p>
+Wenn uns nach allen diesem nun die Hoffnung schmeichelt, eine
+Uebereinstimmung der Nationen, ein allgemeineres Wohlwollen werde sich
+durch nähere Kentniss der verschiedenen Sprachen und Denkweisen, nach
+und nach erzeugen; so wage ich von einem bedeutenden Einfluss der
+deutschen Literatur zu sprechen, welcher sich in einem besondern Falle
+höchst wirksam erweisen möchte.</p>
+
+<p>
+Es ist nämlich bekannt genug, dass die Bewohner der drei brittischen
+Königreiche nicht gerade in dem besten Einverständnisse leben, sondern
+dass vielmehr ein Nachbar an dem andern genugsam zu tadeln findet, um
+eine heimliche Abneigung bey sich zu rechtfertigen.</p>
+
+<p>
+Nun aber bin ich überzeugt, dass wie die deutsche ethisch-ästhetische
+Literatur durch das dreifache Brittanien sich verbreitet, zugleich auch
+eine stille Gemeinschaft von <em>Philogermanen</em> sich bilden werde,
+welche in der Neigung zu einer vierten, so nahverwandten Völkerschaft,
+auch unter einander, als vereinigt und verschmolzen sich empfinden
+werden.</p>
+
+<hr class = "divider">
+
+<hr class = "tiny">
+
+<span class = "pagenum">413</span>
+<h4><span class = "extended">Schillers Lebe</span>n.</h4>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<h5><span class = "extended">Erster Abschnit</span>t.</h5>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<h5><span class = "extended">Seine Jugend</span> (1759-1784.)</h5>
+
+<p>
+Unter allen Schriftstellern ist am Schluss des letzten Jahrhunderts wohl
+keiner der Aufmerksamkeit würdiger, als <em>Friedrich Schiller</em>.
+Ausgezeichnet durch glänzenden Geist, erhabenes Gefühl und edlen <ins
+class = "correction" title = "original: Geschmach">Geschmack</ins>,
+liess er den schönsten Abdruck dieser selten vereinigten Eigenschaften
+in seinen Werken zurück. Der ausgebreitete Ruhm, welcher ihm dadurch
+geworden, ..........</p>
+
+<p>
+.... es sind neue Formen der Wahrheiten, neue Grundsätze der Weisheit,
+neue Bilder und Scenen der Schönheit, die er dem leeren formlosen
+unendlichen Raum abgenommen; zum <span title =
+"Greek: ktêma eis aei">κτῆμα εἰς ἀεὶ</span> oder zum ewigen Eigenthum
+aller Geschlechter dieses Erdballs. [s.&nbsp;301.]</p>
+
+<p>
+.......... die unsere Literatur, so reich sie auch schon an sich ist,
+noch ungleich mehr bereichern würde. [<i>Anhang</i>, s.&nbsp;54.]</p>
+
+<hr class = "divider">
+
+<p class = "illustration">
+<span class = "pagenum"><ins class = "correction" title =
+"section moved from beginning of text">383</ins></span>
+<img src = "images/SchillerHouse.jpg" width = "403" height = "592"
+alt = "Schiller's house in Weimar" title = "Schiller's house">
+</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<span class = "pagenum">384</span>
+<h4>Nähere Bezeichnung der dargestellten Lokalitäten.</h4>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<p class = "hanging">
+Titelkupfer, Thomas Carlyles Wohnung in der Graffschaft Dumfries, des
+südlichen Schottlands.</p>
+
+<p class = "hanging">
+Titel-Vignette, dieselbe in der Ferne.</p>
+
+<p class = "hanging">
+Vorderseite des Umschlags, Wohnung Schillers in Weimar.</p>
+
+<p class = "hanging">
+Rückseite des Umschlags, einsames Häuschen in Schillers Garten, über der
+Jenaischen Leutra, von ihm selbst errichtet; wo er in vollkommenster
+Einsamkeit manches, besonders Maria Stuart schrieb. Nach seiner
+Entfernung und erfolgtem Scheiden, trug man es ab, wegen
+Wandelbarkeit, und man gedachte hier das Andenken desselben zu
+erhalten.</p>
+
+<hr class = "tiny">
+
+<p class = "illustration">
+<span class = "pagenum">385</span>
+<img src = "images/CarlyleHouse.jpg" width = "523" height = "321"
+alt = "view of Carlyle's house" title = "Carlyle's house">
+</p>
+
+
+
+
+
+
+
+
+<pre>
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of The Life of Friedrich Schiller, by
+Johann Wolfgang von Goethe and Thomas Carlyle
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK THE LIFE OF FRIEDRICH SCHILLER ***
+
+***** This file should be named 18101-h.htm or 18101-h.zip *****
+This and all associated files of various formats will be found in:
+ http://www.gutenberg.org/1/8/1/0/18101/
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+Produced by Louise Hope, Thierry Alberto and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
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+Updated editions will replace the previous one--the old editions
+will be renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no
+one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
+permission and without paying copyright royalties. Special rules,
+set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
+copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
+protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
+Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
+charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
+do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
+rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose
+such as creation of derivative works, reports, performances and
+research. They may be modified and printed and given away--you may do
+practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
+subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
+
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+
+*** START: FULL LICENSE ***
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+THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
+PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
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+electronic works
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+electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
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+the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
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+If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
+Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
+terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
+entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
+
+1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
+used on or associated in any way with an electronic work by people who
+agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
+things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
+even without complying with the full terms of this agreement. See
+paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
+1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an
+individual work is in the public domain in the United States and you are
+located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
+copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
+works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
+are removed. Of course, we hope that you will support the Project
+Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
+freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
+this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
+the work. You can easily comply with the terms of this agreement by
+keeping this work in the same format with its attached full Project
+Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
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+1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
+what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in
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+the laws of your country in addition to the terms of this agreement
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+through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
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+
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+must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
+terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked
+to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
+permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
+
+1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
+License terms from this work, or any files containing a part of this
+work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
+
+1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
+electronic work, or any part of this electronic work, without
+prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
+active links or immediate access to the full terms of the Project
+Gutenberg-tm License.
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+you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
+copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
+request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
+form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
+License as specified in paragraph 1.E.1.
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+1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
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+that
+
+- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
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+ has agreed to donate royalties under this paragraph to the
+ Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
+ must be paid within 60 days following each date on which you
+ prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
+ returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
+ address specified in Section 4, "Information about donations to
+ the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
+- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
+ does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
+ License. You must require such a user to return or
+ destroy all copies of the works possessed in a physical medium
+ and discontinue all use of and all access to other copies of
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+- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
+ money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days
+ of receipt of the work.
+
+- You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg-tm works.
+
+1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
+electronic work or group of works on different terms than are set
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+both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
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+Foundation as set forth in Section 3 below.
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+1.F.
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+INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
+DAMAGE.
+
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+defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
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+received the work on a physical medium, you must return the medium with
+your written explanation. The person or entity that provided you with
+the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
+refund. If you received the work electronically, the person or entity
+providing it to you may choose to give you a second opportunity to
+receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
+is also defective, you may demand a refund in writing without further
+opportunities to fix the problem.
+
+1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
+in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
+warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
+If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
+law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
+interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
+the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
+provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
+
+1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
+trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
+providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
+
+
+</pre>
+
+</body>
+</html>
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@@ -0,0 +1,1022 @@
+The Project Gutenberg EBook of The Life of Friedrich Schiller, by
+Johann Wolfgang von Goethe and Thomas Carlyle
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: The Life of Friedrich Schiller
+ Introduction to German Translation
+
+Author: Johann Wolfgang von Goethe and Thomas Carlyle
+
+Release Date: April 2, 2006 [EBook #18101]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ASCII
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK THE LIFE OF FRIEDRICH SCHILLER ***
+
+
+
+
+Produced by Louise Hope, Thierry Alberto and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+
+
+
+
+ [Illustrations / Abbildungen:
+ Relocated to end of text / Am Ende des Textes zurueckgeschoben]
+
+ * * * * *
+
+ Thomas Carlyle
+
+ LEBEN SCHILLERS,
+
+ aus dem Englischen;
+
+ eingeleitet
+
+ durch
+
+ GOETHE.
+
+
+
+
+ Frankfurt am Main, 1830.
+ Verlag von Heinrich Wilmans.
+
+
+ * * * * *
+
+ Der hochansehnlichen
+ Gesellschaft
+ fuer auslaendische
+ schoene Literatur,
+ zu
+
+ Berlin.
+
+
+ * * * * *
+
+Als gegen Ende des vergangenen Jahres ich die angenehme Nachricht
+erhielt, dass eine mir freundlich bekannte Gesellschaft, welche bisher
+ihre Aufmerksamkeit inlaendischer Literatur gewidmet hatte, nunmehr
+dieselbe auf die auslaendische zu wenden gedenke, konnte ich in meiner
+damaligen Lage nicht ausfuehrlich und gruendlich genug darlegen, wie sehr
+ich ein Unternehmen, bey welchen man auch meiner auf das geneigteste
+gedacht hatte, zu schaetzen wisse.
+
+Selbst mit gegenwaertigem oeffentlichen Ausdruck meines dankbaren Antheils
+geschieht nur fragmentarisch was ich im bessern Zusammenhang zu
+ueberliefern gewuenscht haette. Ich will aber auch das wie es mir vorliegt
+nicht zurueckweisen, indem ich meinen Hauptzweck dadurch zu erreichen
+hoffe, dass ich naemlich meine Freunde mit einem Manne in Beruehrung
+bringe, welchen ich unter diejenigen zaehle, die in spaeteren Jahren sich
+an mich thaetig angeschlossen, mich durch eine mitschreitende Theilnahme
+zum Handeln und Wirken aufgemuntert, und durch ein edles, reines
+wohlgerichtetes Bestreben wieder selbst verjuengt, mich, der ich sie
+heranzog, mit sich fortgezogen haben. Es ist der Verfasser des hier
+uebersetzten Werkes, Herr _Thomas Carlyle_, ein Schotte, von dessen
+Thaetigkeit und Vorzuegen, so wie von dessen naeheren Zustaenden
+nachstehende Blaetter ein Mehreres eroeffnen werden.
+
+Wie ich denselben und meine Berliner Freunde zu kennen glaube, so wird
+zwischen ihnen und ihm eine frohe wirksame Verbindung sich einleiten und
+beide Theile werden, wie ich hoffen darf, in einer Reihe von Jahren sich
+dieses Vermaechtnisses und seines fruchtbaren Erfolges zusammen erfreuen,
+so dass ich ein fortdauerndes Andenken, um welches ich hier schliesslich
+bitten moechte, schon als dauernd gegoennt, mit anmuthigen Empfindungen
+voraus geniessen kann.
+
+ in treuer Anhaenglichkeit und Theilnahme.
+
+ Weimar April
+ 1830.
+
+ _J. W. v. Goethe._
+
+ * * *
+
+Es ist schon einige Zeit von einer allgemeinen Weltliteratur die Rede
+und zwar nicht mit Unrecht: denn die saemmtlichen Nationen, in den
+fuerchterlichsten Kriegen durcheinander geschuettelt, sodann wieder
+auf sich selbst einzeln zurueckgefuehrt, hatten zu bemerken, dass sie
+manches Fremde gewahr worden, in sich aufgenommen, bisher unbekannte
+geistige Beduerfnisse hie und da empfunden. Daraus entstand das
+Gefuehl nachbarlicher Verhaeltnisse, und anstatt dass man sich bisher
+zugeschlossen hatte, kam der Geist nach und nach zu dem Verlangen, auch
+in den mehr oder weniger freyen geistigen Handelsverkehr mit aufgenommen
+zu werden.
+
+Diese Bewegung waehrt zwar erst eine kurze Weile, aber doch immer lang
+genug, um schon einige Betrachtungen darueber anzustellen, und aus ihr
+bald moeglichst, wie man es im Waarenhandel ja auch thun muss, Vortheil
+und Genuss zu gewinnen.
+
+ * * *
+
+Gegenwaertiges, zum Andenken _Schillers_, geschriebene Werk kann,
+uebersetzt, fuer uns kaum etwas Neues bringen; der Verfasser nahm seine
+Kenntnisse aus Schriften, die uns laengst bekannt sind, so wie denn
+auch ueberhaupt die hier verhandelten Angelegenheiten bey uns oefters
+durchgesprochen und durchgefochten worden.
+
+Was aber den Verehrern _Schillers_, und also einem jeden Deutschen, wie
+man kuehnlich sagen darf, hoechst erfreulich seyn muss, ist: unmittelbar
+zu erfahren, wie ein zartfuehlender, strebsamer, einsichtiger Mann ueber
+dem Meere, in seinen besten Jahren, durch _Schillers_ Productionen
+beruehrt, bewegt, erregt und nun zum weitern Studium der deutschen
+Literatur angetrieben worden.
+
+Mir wenigstens war es ruehrend, zu sehen, wie dieser, rein und ruhig
+denkende Fremde, selbst in jenen ersten, oft harten, fast rohen
+Productionen unsres verewigten Freundes, immer den edlen, wohldenkenden,
+wohlwollenden Mann gewahr ward und sich ein Ideal des vortrefflichsten
+Sterblichen an ihm auferbauen konnte.
+
+Ich halte deshalb dafuer dass dieses Werk, als von einem Juengling
+geschrieben, der deutschen Jugend zu empfehlen seyn moechte: denn wenn
+ein munteres Lebensalter einen Wunsch haben darf und soll, so ist es
+der: in allem Geleisteten das Loebliche, Gute, Bildsame, Hochstrebende,
+genug das Ideelle, und selbst in dem nicht Musterhaften, das allgemeine
+Musterbild der Menschheit zu erblicken.
+
+ * * *
+
+Ferner kann uns dieses Werk von Bedeutung seyn, wenn wir ernstlich
+betrachten: wie ein fremder Mann die _Schillerischen_ Werke, denen wir
+so mannigfaltige Kultur verdanken, auch als Quelle der seinigen schaetzt,
+verehrt und dies, ohne irgend eine Absicht, rein und ruhig zu erkennen
+giebt.
+
+Eine Bemerkung moechte sodann hier wohl am Platze seyn: dass sogar
+dasjenige, was unter uns beynahe ausgewirkt hat, nun, gerade in dem
+Augenblicke welcher auswaerts der deutschen Literatur guenstig ist,
+abermals seine kraeftige Wirkung beginne und dadurch zeige, wie es auf
+einer gewissen Stufe der Literatur immer nuetzlich und wirksam seyn
+werde.
+
+So sind z. B. _Herders_ Ideen bey uns dergestalt in die Kenntnisse der
+ganzen Masse uebergegangen, dass nur wenige, die sie lesen, dadurch erst
+belehrt werden, weil sie, durch hundertfache Ableitungen, von demjenigen
+was damals von grosser Bedeutung war, in anderem Zusammenhange schon
+voellig unterrichtet worden. Dieses Werk ist vor kurzem ins Franzoesische
+uebersetzt; wohl in keiner andern Ueberzeugung als dass tausend gebildete
+Menschen in Frankreich sich immer noch an diesen Ideen zu erbauen haben.
+
+ * * *
+
+In Bezug auf das dem gegenwaertigen Bande vorgesetzte Bild sey folgendes
+gemeldet: Unser Freund, als wir mit ihm in Verhaeltniss traten, war
+damals in Edinburgh wohnhaft, wo er in der Stille lebend, sich im besten
+Sinne auszubilden suchte, und, wir duerfen es ohne Ruhmredigkeit sagen,
+in der deutschen Literatur hiezu die meiste Foerderniss fand.
+
+Spaeter, um sich selbst und seinen redlichen literarischen Studien
+unabhaengig zu leben, begab er sich, etwa zehen deutsche Meilen
+suedlicher, ein eignes Besitzthum zu bewohnen und zu benutzen, in die
+Grafschaft Dumfries. Hier, in einer gebirgigen Gegend, in welcher der
+Fluss Nithe dem nahen Meere zustroemt, ohnfern der Stadt Dumfries, an
+einer Stelle welche Craigenputtock genannt wird, schlug er mit einer
+schoenen und hoechst gebildeten Lebensgefaehrtin seine laendlich einfache
+Wohnung auf, wovon treue Nachbildungen eigentlich die Veranlassung zu
+gegenwaertigem Vorworte gegeben haben.
+
+ * * *
+
+Gebildete Geister, zartfuehlende Gemuether, welche nach fernem Guten sich
+bestreben, in die Ferne Gutes zu wirken geneigt sind, erwehren sich kaum
+des Wunsches, von geehrten, geliebten, weitabgesonderten Personen das
+Portrait, sodann die Abbildung ihrer Wohnung, so wie der naechsten
+Zustaende, sich vor Augen gebracht zu sehen.
+
+Wie oft wiederholt man noch heutiges Tags die Abbildung von Petrarch's
+Aufenthalt in Vaucluse, Tasso's Wohnung in Sorent! Und ist nicht immer
+die Bieler Insel, der Schutzort Rousseau's, ein seinen Verehrern nie
+genugsam dargestelltes Local?
+
+In eben diesem Sinne hab' ich mir die Umgebungen meiner entfernten
+Freunde im Bilde zu verschaffen gesucht, und ich war um so mehr auf die
+Wohnung Hrn. _Thomas Carlyle_ begierig, als er seinen Aufenthalt in
+einer fast rauhen Gebirgsgegend unter dem 55ten Grade gewaehlt hatte.
+
+Ich glaube durch solch eine treue Nachbildung der neulich eingesendeten
+Originalzeichnungen gegenwaertiges Buch zu zieren und dem jetzigen
+gefuehlvollen Leser, vielleicht noch mehr dem kuenftigen, einen
+freundlichen Gefallen zu erweisen und dadurch, so wie durch
+eingeschaltete Auszuege aus den Briefen des werthen Mannes, das Interesse
+an einer edlen allgemeinen Laender- und Weltannaeherung zu vermehren.
+
+ * * *
+
+ _Thomas Carlyle an Goethe._
+
+ Craigenputtock den 25. Septbr. 1828.
+
+"Sie forschen mit so warmer Neigung nach unserem gegenwaertigen
+Aufenthalt und Beschaeftigung, dass ich einige Worte hierueber sagen muss,
+da noch Raum dazu uebrig bleibt. Dumfries ist eine artige Stadt, mit etwa
+15000 Einwohnern und als Mittelpunct des Handels und der Gerichtsbarkeit
+anzusehen eines bedeutenden Districkts in dem schottischen
+Geschaeftskreis. Unser Wohnort ist nicht darin, sondern 15 Meilen
+(zwei Stunden zu reiten) nordwestlich davon entfernt, zwischen den
+Granitgebirgen und dem schwarzen Moorgefilde, welche sich westwaerts
+durch Gallovay meist bis an die irische See ziehen. In dieser Wueste von
+Heide und Felsen stellt unser Besitzthum eine gruene Oase vor, einen Raum
+von geackertem, theilweise umzaeumten und geschmueckten Boden, wo Korn
+reift und Baeume Schatten gewaehren, obgleich ringsumher von Seemoeven und
+hartwolligen Schaafen umgeben. Hier, mit nicht geringer Anstrengung,
+haben wir fuer uns eine reine, dauerhafte Wohnung erbaut und
+eingerichtet; hier wohnen wir in Ermangelung einer Lehr- oder andern
+oeffentlichen Stelle, um uns der Literatur zu befleissigen, nach eigenen
+Kraeften uns damit zu beschaeftigen. Wir wuenschen dass unsre Rosen und
+Gartenbuesche froehlich heranwachsen, hoffen Gesundheit und eine
+friedliche Gemuethsstimmung, um uns zu fordern. Die Rosen sind freylich
+zum Theil noch zu pflanzen, aber sie bluehen doch schon in Hoffnung.
+
+Zwei leichte Pferde, die uns ueberall hintragen, und die Bergluft sind
+die besten Aerzte fuer zarte Nerven. Diese taegliche Bewegung, der ich
+sehr ergeben bin, ist meine einzige Zerstreuung; denn dieser Winkel
+ist der einsamste in Brittanien, sechs Meilen von einer jeden Person
+entfernt die mich allenfalls besuchen moechte. Hier wuerde sich Rousseau
+eben so gut gefallen haben, als auf seiner Insel St. Pierre.
+
+Fuerwahr meine staedtischen Freunde schreiben mein Hierhergehen einer
+aehnlichen Gesinnung zu und weissagen mir nichts Gutes; aber ich zog
+hierher, allein zu dem Zweck meine Lebensweise zu vereinfachen und eine
+Unabhaengigkeit zu erwerben, damit ich mir selbst treu bleiben koenne.
+Dieser Erdraum ist unser, hier koennen wir leben, schreiben und denken
+wie es uns am besten daeucht , und wenn Zoilus selbst Koenig der Literatur
+werden sollte.
+
+Auch ist die Einsamkeit nicht so bedeutend, eine Lohnkutsche bringt uns
+leicht nach Edinburgh, das wir als unser brittisch Weimar ansehen. Habe
+ich denn nicht auch gegenwaertig eine ganze Ladung von franzoesischen,
+deutschen, amerikanischen, englischen Journalen und Zeitschriften, von
+welchem Werth sie auch seyn moegen, auf den Tischen meiner kleinen
+Bibliothek aufgehaeuft!
+
+Auch an alterthuemlichen Studien fehlt es nicht. Von einigen unsrer Hoehen
+entdeck' ich, ohngefaehr eine Tagereise westwaerts, den Huegel, wo Agrikola
+und seine Roemer ein Lager zurueckliessen; am Fusse desselben war ich
+geboren, wo Vater und Mutter noch leben um mich zu lieben. Und so muss
+man die Zeit wirken lassen. Doch wo gerath ich hin! Lassen Sie mich noch
+gestehen, ich bin ungewiss ueber meine kuenftige literarische Thaetigkeit,
+worueber ich gern Ihr Urtheil vernehmen moechte; gewiss schreiben Sie mir
+wieder und bald, damit ich mich immer mit Ihnen vereint fuehlen moege."
+
+ * * *
+
+Wir, nach allen Seiten hin wohlgesinnten, nach allgemeinster Bildung
+strebenden Deutschen, wir wissen schon seit vielen Jahren die Verdienste
+wuerdiger schottischer Maenner zu schaetzen. Uns blieb nicht unbekannt, was
+sie frueher in den Naturwissenschaften geleistet, woraus denn nachher die
+Franzosen ein so grosses Uebergewicht erlangten.
+
+In der neuern Zeit verfehlten wir nicht den loeblichen Einfluss
+anzuerkennen, den ihre Philosophie auf die Sinnesaenderung der Franzosen
+ausuebte, um sie von dem starren Sensualism zu einer geschmeidigern
+Denkart auf dem Wege des gemeinen Menschenverstandes hinzuleiten. Wir
+verdankten ihnen gar manche gruendliche Einsicht in die wichtigsten
+Faecher brittischer Zustaende und Bemuehungen.
+
+Dagegen mussten wir vor nicht gar langer Zeit unsre ethisch-aesthetischen
+Bestrebungen in ihren Zeitschriften auf eine Weise behandelt sehen, wo
+es zweifelhaft blieb, ob Mangel an Einsicht oder boeser Wille dabey
+obwaltete; ob eine oberflaechliche, nicht genug durchdringende Ansicht,
+oder ein widerwilliges Vorurtheil im Spiele sey. Dieses Ereigniss haben
+wir jedoch geduldig abgewartet, da uns ja dergleichen im eignen
+Vaterlande zu ertragen genugsam von jeher auferlegt worden.
+
+In den letzten Jahren jedoch erfreuen uns aus jenen Gegenden die
+liebevollsten Blicke, welche zu erwiedern wir uns verpflichtet fuehlen
+und worauf wir in gegenwaertigen Blaettern unsre wohldenkenden Landsleute,
+insofern es noethig seyn sollte, aufmerksam zu machen gedenken.
+
+ * * *
+
+Herr _Thomas Carlyle_ hatte schon den _Wilhelm Meister_ uebersetzt und
+gab sodann vorliegendes Leben _Schillers_ im Jahre 1825 heraus.
+
+Im Jahre 1827 erschien _German Romances_ in 4 Baenden, wo er, aus den
+Erzaehlungen und Maehrchen deutscher Schriftsteller als: _Musaeus_, _La
+Motte Fouque_, _Tieck_, _Hoffmann_, _Jean Paul_ und _Goethe_, heraushob,
+was er seiner Nation am gemaessesten zu seyn glaubte.
+
+Die einer jeden Abtheilung vorausgeschickten Nachrichten von dem Leben,
+den Schriften, der Richtung des genannten Dichters und Schriftstellers
+geben ein Zeugniss von der einfach wohlwollenden Weise, wie der Freund
+sich moeglichst von der Persoenlichkeit und den Zustaenden eines jeden zu
+unterrichten gesucht, und wie er dadurch auf den rechten Weg gelangt,
+seine Kenntnisse immer mehr zu vervollstaendigen.
+
+In den Edinburgher Zeitschriften, vorzueglich in denen welche eigentlich
+fremder Literatur gewidmet sind, finden sich nun, ausser den schon
+genannten deutschen Autoren, auch _Ernst Schulz_, _Klingemann_, _Franz
+Horn_, _Zacharias Werner_, Graf _Platen_ und manche andere, von
+verschiedenen Referenten, am meisten aber von unserm Freunde, beurtheilt
+und eingefuehrt.
+
+Hoechst wichtig ist bey dieser Gelegenheit zu bemerken, dass sie
+eigentlich ein jedes Werk nur zum Text und Gelegenheit nehmen, um
+ueber das eigentliche Feld und Fach, so wie alsdann ueber das besondere
+Individuelle, ihre Gedanken zu eroeffnen und ihr Gutachten meisterhaft
+abzuschliessen.
+
+Diese _Edinburgh Reviews_, sie seyen dem Innern und Allgemeinen, oder
+den auswaertigen Literaturen besonders gewidmet, haben Freunde der
+Wissenschaften aufmerksam zu beachten; denn es ist hoechst merkwuerdig,
+wie der gruendlichste Ernst mit der freysten Uebersicht, ein strenger
+Patriotismus mit einem einfachen reinen Freysinn, in diesen Vortraegen
+sich gepaart findet.
+
+ * * *
+
+Geniessen wir nun von dort, in demjenigen was uns hier so nah
+angeht, eine reine einfache Theilnahme an unsern ethisch-aesthetischen
+Bestrebungen, welche fuer einen besondern Charakterzug der Deutschen
+gelten koennen, so haben wir uns gleichfalls nach dem umzusehen, was
+ihnen dort von dieser Art eigentlich am Herzen liegt. Wir nennen hier
+gleich den Namen _Burns_, von welchem ein Schreiben des Herrn
+_Carlyle's_ folgende Stelle enthaelt.
+
+"Das einzige einigermassen Bedeutende, was ich seit meinem Hierseyn
+schrieb, ist ein Versuch ueber _Burns_. Vielleicht habt Ihr niemals von
+diesem Mann gehoert, und doch war er einer der entschiedensten Genies;
+aber in der tiefsten Classe der Landleute geboren und durch die
+Verwicklungen sonderbarer Lagen zuletzt jammervoll zu Grunde gerichtet,
+so dass was er wirkte verhaeltnissmaessig geringfuegig ist; er starb in der
+Mitte der Manns-Jahre (1796)."
+
+"Wir Englaender, besonders wir Schottlaender, lieben _Burns_ mehr als
+irgend einen Dichter seit Jahrhunderten. Oft war ich von der Bemerkung
+betroffen, er sey wenig Monate vor _Schiller_, in dem Jahr 1759 geboren
+und keiner dieser beiden habe jemals des andern Namen vernommen. Sie
+glaenzten als Sterne in entgegengesetzten Hemisphaeren, oder, wenn man
+will, eine truebe Erdatmosphaere fing ihr gegenseitiges Licht auf."
+
+Mehr jedoch als unser Freund vermuthen mochte, war uns _Robert Burns_
+bekannt; das allerliebste Gedicht _John Barley-Corn_ war anonym zu uns
+gekommen, und verdienter Weise geschaetzt, veranlasste solches manche
+Versuche unsrer Sprache es anzueignen. _Hans Gerstenkorn_, ein wackerer
+Mann, hat viele Feinde, die ihn unablaessig verfolgen und beschaedigen, ja
+zuletzt gar zu vernichten drohen. Aus allen diesen Unbilden geht er aber
+doch am Ende triumphirend hervor, besonders zu Heil und Froehlichkeit der
+leidenschaftlichen Biertrinker. Gerade in diesem heitern genialischen
+Anthropomorphismus zeigt sich _Burns_ als wahrhaften Dichter.
+
+Auf weitere Nachforschung fanden wir dieses Gedicht in der Ausgabe
+seiner poetischen Werke von 1822, welcher eine Skizze seines Lebens
+voransteht, die uns wenigstens von den Aeusserlichkeiten seiner Zustaende
+bis auf einen gewissen Grad belehrte. Was wir von seinen Gedichten uns
+zueignen konnten, ueberzeugte uns von seinem ausserordentlichen Talent,
+und wir bedauerten, dass uns die Schottische Sprache gerade da
+hinderlich war, wo er des reinsten natuerlichsten Ausdrucks sich gewiss
+bemaechtigt hatte. Im Ganzen jedoch haben wir unsre Studien so weit
+gefuehrt, dass wir die nachstehende ruehmliche Darstellung auch als unsrer
+Ueberzeugung gemaess unterschreiben koennen.
+
+Inwiefern uebrigens unser _Burns_ auch in Deutschland bekannt sey, mehr
+als das Conversations-Lexicon von ihm ueberliefert, wuesste ich, als der
+neuen literarischen Bewegungen in Deutschland unkundig, nicht zu sagen;
+auf alle Faelle jedoch gedenke ich die Freunde auswaertiger Literatur
+auf die kuerzesten Wege zu weisen: _The Life of Robert Burns. By J. G.
+Lockhart. Edinburgh 1828._ rezensirt von unserm Freunde im _Edinburgh
+Review_, December 1828.
+
+Nachfolgende Stellen daraus uebersetzt, werden den Wunsch, das Ganze
+und den genannten Mann auf jede Weise zu kennen, hoffentlich lebhaft
+erregen.
+
+ * * *
+
+"_Burns_ war in einem hoechst prosaischen Zeitalter, dergleichen
+Brittanien nur je erlebt hatte, geboren, in den aller unguenstigsten
+Verhaeltnissen, wo sein Geist nach hoher Bildung strebend ihr unter dem
+Druck taeglich harter koerperlicher Arbeit nach zu ringen hatte, ja unter
+Mangel und trostlosesten Aussichten auf die Zukunft; ohne Foerderniss als
+die Begriffe, wie sie in eines armen Mannes Huette wohnen, und allenfalls
+die Reime von Ferguson und Ramsay, als das Muster der Schoenheit
+aufgesteckt. Aber unter diesen Lasten versinkt er nicht; durch Nebel
+und Finsterniss einer so duestern Region entdeckt sein Adlerauge die
+richtigen Verhaeltnisse der Welt und des Menschenlebens, er waechst an
+geistiger Kraft und draengt sich mit Gewalt zu verstaendiger Erfahrung.
+Angetrieben durch die unwiderstehliche Regsamkeit seines inneren Geistes
+strauchelt er vorwaerts und zu allgemeinen Ansichten, und mit stolzer
+Bescheidenheit reicht er uns die Frucht seiner Bemuehungen, eine Gabe
+dar, welche nunmehr durch die Zeit als unvergaenglich anerkannt worden."
+
+"Ein wahrer Dichter, ein Mann in dessen Herzen die Anlage eines reinen
+Wissens keimt, die Toene himmlischer Melodien vorklingen, ist die
+koestlichste Gabe, die einem Zeitalter mag verliehen werden. Wir sehen
+in ihm eine freyere, reinere Entwicklung alles dessen was in uns das
+Edelste zu nennen ist; sein Leben ist uns ein reicher Unterricht und
+wir betrauern seinen Tod als eines Wohlthaeters, der uns liebte so wie
+belehrte."
+
+"Solch eine Gabe hat die Natur in ihrer Guete uns an _Robert Burns_
+gegoennt; aber mit allzuvornehmer Gleichgueltigkeit warf sie ihn aus der
+Hand als ein Wesen ohne Bedeutung. Es war entstellt und zerstoert ehe
+wir es anerkannten, ein unguenstiger Stern hatte dem Juengling die Gewalt
+gegeben, das menschliche Daseyn ehrwuerdiger zu machen, aber ihm war eine
+weisliche Fuehrung seines eigenen nicht geworden. Das Geschick--denn so
+muessen wir in unserer Beschraenktheit reden--seine Fehler, die Fehler der
+Andern lasteten zu schwer auf ihm, und dieser Geist, der sich erhoben
+hatte, waere es ihm nur zu wandern geglueckt, sank in den Staub; seine
+herrlichen Faehigkeiten wurden in der Bluethe mit Fuessen getreten. Er
+starb, wir duerfen wohl sagen, ohne jemals gelebt zu haben. Und so
+eine freundlich warme Seele, so voll von eingebornen Reichthuemern,
+solcher Liebe zu allen lebendigen und leblosen Dingen! Das spaete
+Tausendschoenchen faellt nicht unbemerkt unter seine Pflugschar, so wenig
+als das wohlversorgte Nest der furchtsamen Feldmaus, das er hervorwuehlt.
+Der wilde Anblick des Winters ergoetzt ihn; mit einer trueben, oft
+wiederkehrenden Zaertlichkeit, verweilt er in diesen ernsten Scenen der
+Verwuestung; aber die Stimme des Windes wird ein Psalm in seinem Ohr;
+wie gern mag er in den sausenden Waeldern dahin wandern: denn er fuehlt
+seine Gedanken erhoben zu dem, der auf den Schwingen des Windes
+einherschreitet. Eine wahre Poetenseele! sie darf nur beruehrt werden
+und ihr Klang ist Musik."
+
+"Welch ein warmes allumfassendes Gleichheitsgefuehl! welche
+vertrauenvolle, graenzenlose Liebe! welch edelmuethiges Ueberschaetzen des
+geliebten Gegenstandes! Der Bauer, sein Freund, sein nussbraunes Maedchen
+sind nicht laenger gering und doerfisch, Held vielmehr und Koenigin, er
+ruehmt sie als gleich wuerdig des Hoechsten auf der Erde. Die rauhen Scenen
+schottischen Lebens sieht er nicht im arkadischen Lichte, aber in dem
+Rauche, in dem unebenen Tennenboden einer solchen rohen Wirthlichkeit
+findet er noch immer Liebenswuerdiges genug. Armuth fuerwahr ist sein
+Gefaehrte, aber auch Liebe und Muth zugleich; die einfachen Gefuehle, der
+Werth, der Edelsinn, welche unter dem Strohdach wohnen, sind lieb und
+ehrwuerdig seinem Herzen. Und so ueber die niedrigsten Regionen des
+menschlichen Daseyns ergiesst er die Glorie seines eigenen Gemueths
+und sie steigen, durch Schatten und Sonnenschein gesaenftigt und
+verherrlicht, zu einer Schoenheit, welche sonst die Menschen kaum in
+dem Hoechsten erblicken."
+
+"Hat er auch ein Selbstbewusstseyn, welches oft in Stolz ausartet, so
+ist es ein edler Stolz, um abzuwehren, nicht um anzugreifen, kein kaltes
+misslaunisches Gefuehl, ein freyes und geselliges. Dieser poetische
+Landmann betraegt sich, moechten wir sagen, wie ein Koenig in der
+Verbannung; er ist unter die Niedrigsten gedraengt und fuehlt sich gleich
+den Hoechsten; er verlangt keinen Rang, damit man ihm keinen streitig
+mache. Den Zudringlichen kann er abstossen, den Stolzen demuethigen,
+Vorurtheil auf Reichthum oder Altgeschlecht haben bey ihm keinen Werth.
+In diesem dunklen Auge ist ein Feuer, woran sich eine abwuerdigende
+Herablassung nicht wagen darf; in seiner Erniedrigung, in der aeussersten
+Noth vergisst er nicht fuer einen Augenblick die Majestaet der Poesie und
+Mannheit. Und doch, so hoch er sich ueber gewoehnlichen Menschen fuehlt,
+sondert er sich nicht von ihnen ab, mit Waerme nimmt er an ihrem
+Interesse Theil, ja er wirft sich in ihre Arme und, wie sie auch seyen,
+bittet er um ihre Liebe. Es ist ruehrend zu sehen, wie in den duestersten
+Zustaenden dieses stolze Wesen in der Freundschaft Huelfe sucht, und oft
+seinen Busen dem Unwuerdigen aufschliesst; oft unter Thraenen an sein
+gluehendes Herz ein Herz andrueckt, das Freundschaft nur als Namen kennt.
+Doch war er scharf und schnellsichtig, ein Mann vom durchdringendsten
+Blick, vor welchem gemeine Verstellung sich nicht bergen konnte. Sein
+Verstand sah durch die Tiefen des vollkommensten Betruegers, und zugleich
+war eine grossmuethige Leichtglaeubigkeit in seinem Herzen. So zeigte sich
+dieser Landmann unter uns: Eine Seele wie Aeolsharfe, deren Saiten vom
+gemeinsten Winde beruehrt, ihn zu gesetzlicher Melodie verwandelten. Und
+ein solcher Mann war es fuer den die Welt kein schicklicher Geschaeft zu
+finden wusste, als sich mit Schmugglern und Schenken herumzuzanken,
+Accise auf den Talg zu berechnen und Bierfaesser zu visiren. In solchem
+Abmuehen ward dieser maechtige Geist kummervoll vergeudet, und hundert
+Jahre moegen vorueber gehen, eh uns ein gleicher gegeben wird, um
+vielleicht ihn abermals zu vergeuden."
+
+ * * *
+
+Und wie wir den Deutschen zu ihrem _Schiller_ Glueck wuenschen, so wollen
+wir in eben diesem Sinne auch die Schottlaender segnen. Haben diese
+jedoch unserm Freunde so viel Aufmerksamkeit und Theilnahme erwiesen,
+so waer' es billig, dass wir auf gleiche Weise ihren _Burns_ bey uns
+einfuehrten. Ein junges Mitglied der hochachtbaren Gesellschaft, der wir
+gegenwaertiges im Ganzen empfohlen haben, wird Zeit und Muehe hoechlich
+belohnt sehen, wenn er diesen freundlichen Gegendienst einer so
+verehrungswuerdigen Nation zu leisten den Entschluss fassen und das
+Geschaeft treulich durchfuehren will. Auch wir rechnen den belobten
+_Robert Burns_ zu den ersten Dichtergeistern, welche das vergangene
+Jahrhundert hervorgebracht hat.
+
+Im Jahr 1829 kam uns ein sehr sauber und augenfaellig gedrucktes
+Octavbaendchen zur Hand: _Catalogue of German Publications, selected and
+systematically arranged for W. H. Koller and Jul. Cahlmann. London._
+
+Dieses Buechlein, mit besonderer Kenntniss der deutschen Literatur, in
+einer die Uebersicht erleichternden Methode verfasst, macht demjenigen
+der es ausgearbeitet und den Buchhaendlern Ehre, welche ernstlich das
+bedeutende Geschaeft uebernehmen eine fremde Literatur in ihr Vaterland
+einzufuehren, und zwar so dass mann in allen Faechern uebersehen koenne
+was dort geleistet worden, um so wohl den Gelehrten den denkenden Leser
+als auch den fuehlenden und Unterhaltung suchenden anzulocken und zu
+befriedigen. Neugierig wird jeder deutsche Schriftsteller und Literator,
+der sich in irgend einem Fache hervorgethan, diesen Catalog aufschlagen
+um zu forschen: ob denn auch seiner darin gedacht, seine Werke, mit
+andern Verwandten, freundlich aufgenommen worden. Allen deutschen
+Buchhaendlern wird es angelegen seyn zu erfahren: wie man ihren Verlag
+ueber dem Canal betrachte, welchen Preis man auf das Einzelne setze
+und sie werden nichts verabsaeumen um mit jenen die Angelegenheit so
+ernsthaft angreifenden Maennern in Verhaeltniss zu kommen, und dasselbe
+immerfort lebendig erhalten.
+
+ * * *
+
+Wenn ich nun aber das von unserm Schottischen Freunde vor soviel
+Jahren verfasste Leben _Schillers_, auf das er mit einer ihm so
+wohl anstehenden Bescheidenheit zuruecksieht, hiedurch einleite und
+gegenwaertig an den Tag foerdere, so erlaube er mir einige seiner neusten
+Aeusserungen hinzuzufuegen, welche die bisherigen gemeinsamen
+Fortschritte am besten deutlich machen moechten.
+
+ * * *
+
+ _Thomas Carlyle an Goethe._
+
+ den 22. December 1829.
+
+"Ich habe zu nicht geringer Befriedigung zum zweitenmale den
+_Briefwechsel_ gelesen und sende heute einen darauf gegruendeten
+Aufsatz ueber _Schiller_ ab fuer das _Foreign Review_. Es wird Ihnen
+angenehm seyn zu hoeren, dass die Kentniss und Schaetzung der auswaertigen,
+besonders der deutschen Literatur, sich mit wachsender Schnelle
+verbreitet so weit die englische Zunge herrscht; so dass bey den
+Antipoden, selbst in Neuholland, die Weisen Ihres Landes ihre Weisheit
+predigen. Ich habe kuerzlich gehoert, dass sogar in Oxford und Cambridge,
+unsern beiden englischen Universitaeten, die bis jetzt als die Haltpuncte
+der insularischen eigenthuemlichen Beharrlichkeit sind betrachtet worden,
+es sich in solchen Dingen zu regen anfaengt. Ihr _Niebuhr_ hat in
+Cambridge einen geschickten Uebersetzer gefunden und in Oxford haben
+zwei bis drei Deutsche schon hinlaengliche Beschaeftigung als Lehrer ihrer
+Sprache. Das neue Licht mag fuer gewisse Augen zu stark seyn; jedoch kann
+Niemand an den guten Folgen zweifeln, die am Ende daraus hervorgehen
+werden. Lasst Nationen wie Individuen sich nur einander kennen und der
+gegenseitige Hass wird sich in gegenwaertige Huelfleistung verwandeln,
+und anstatt natuerlicher Feinde, wie benachbarte Laender zuweilen genannt
+sind, werden wir alle natuerliche Freunde seyn."
+
+ * * *
+
+Wenn uns nach allen diesem nun die Hoffnung schmeichelt, eine
+Uebereinstimmung der Nationen, ein allgemeineres Wohlwollen werde sich
+durch naehere Kentniss der verschiedenen Sprachen und Denkweisen, nach
+und nach erzeugen; so wage ich von einem bedeutenden Einfluss der
+deutschen Literatur zu sprechen, welcher sich in einem besondern Falle
+hoechst wirksam erweisen moechte.
+
+Es ist naemlich bekannt genug, dass die Bewohner der drei brittischen
+Koenigreiche nicht gerade in dem besten Einverstaendnisse leben, sondern
+dass vielmehr ein Nachbar an dem andern genugsam zu tadeln findet, um
+eine heimliche Abneigung bey sich zu rechtfertigen.
+
+Nun aber bin ich ueberzeugt, dass wie die deutsche ethisch-aesthetische
+Literatur durch das dreifache Brittanien sich verbreitet, zugleich auch
+eine stille Gemeinschaft von _Philogermanen_ sich bilden werde, welche
+in der Neigung zu einer vierten, so nahverwandten Voelkerschaft, auch
+unter einander, als vereinigt und verschmolzen sich empfinden werden.
+
+ * * * * *
+
+ _Schillers Leben._
+
+ _Erster Abschnitt._
+
+ _Seine Jugend_ (1759-1784.)
+
+Unter allen Schriftstellern ist am Schluss des letzten Jahrhunderts
+wohl keiner der Aufmerksamkeit wuerdiger, als _Friedrich Schiller_.
+Ausgezeichnet durch glaenzenden Geist, erhabenes Gefuehl und edlen
+Geschmack liess er den schoensten Abdruck dieser selten vereinigten
+Eigenschaften in seinen Werken zurueck. Der ausgebreitete Ruhm, welcher
+ihm dadurch geworden, ..........
+
+.... es sind neue Formen der Wahrheiten, neue Grundsaetze der Weisheit,
+neue Bilder und Scenen der Schoenheit, die er dem leeren formlosen
+unendlichen Raum abgenommen; zum +ktema eis aei+ oder zum ewigen
+Eigenthum aller Geschlechter dieses Erdballs. [s. 301.]
+
+.......... die unsere Literatur, so reich sie auch schon an sich ist,
+noch ungleich mehr bereichern wuerde. [_Anhang_, s. 54.]
+
+ * * * * *
+
+_Naehere Bezeichnung der dargestellten Lokalitaeten._
+
+Titelkupfer, Thomas Carlyles Wohnung in der Graffschaft Dumfries, des
+ suedlichen Schottlands.
+
+Titel-Vignette, dieselbe in der Ferne.
+
+Vorderseite des Umschlags, Wohnung Schillers in Weimar.
+
+Rueckseite des Umschlags, einsames Haeuschen in Schillers Garten, ueber der
+ Jenaischen Leutra, von ihm selbst errichtet; wo er in vollkommenster
+ Einsamkeit manches, besonders Maria Stuart schrieb. Nach seiner
+ Entfernung und erfolgtem Scheiden, trug man es ab, wegen
+ Wandelbarkeit, und man gedachte hier das Andenken desselben zu
+ erhalten.
+
+
+ [Illustration / Abbildung (Schillers Haus)]
+
+ [Illustration / Abbildung (Carlyles Haus)]
+
+ * * * * *
+ * * * *
+ * * * * *
+
+[Errors and Anomalies / Fehler und Unregelmaessigkeiten
+
+"genugsam" (three times / drei Mal)
+ _always without umlaut_
+ _immer ohne Umlaut_
+ein Unternehmen, bey welchen man auch
+ _"welchen" in original: "welchem"?_
+etwa zehen deutsche Meilen
+ _"zehen" in original_
+westwaerts // durch Gallovay
+ _"Gallovay" in original_
+_Burns_ war....
+ _quotation marks in this passage as in original_
+ _Anfuehrungszeichen in diese Stelle wie im Original_
+glaenzenden Geist, erhabenes Gefuehl und edlen // Geschmack
+ _original has "Geschmach"_
+ _im Original steht "Geschmach"_]
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of The Life of Friedrich Schiller, by
+Johann Wolfgang von Goethe and Thomas Carlyle
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK THE LIFE OF FRIEDRICH SCHILLER ***
+
+***** This file should be named 18101.txt or 18101.zip *****
+This and all associated files of various formats will be found in:
+ http://www.gutenberg.org/1/8/1/0/18101/
+
+Produced by Louise Hope, Thierry Alberto and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+Updated editions will replace the previous one--the old editions
+will be renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no
+one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
+permission and without paying copyright royalties. Special rules,
+set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
+copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
+protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
+Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
+charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
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+such as creation of derivative works, reports, performances and
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+practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
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+
+
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+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
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+ money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
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+ distribution of Project Gutenberg-tm works.
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+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
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+This eBook, including all associated images, markup, improvements,
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+the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org.
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+this eBook outside of the United States should confirm copyright
+status under the laws that apply to them.
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