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| author | Roger Frank <rfrank@pglaf.org> | 2025-10-15 04:43:13 -0700 |
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Dasselbe wird den Schuelerinnen ein treuer +Ratgeber fuer die buergerliche Kueche bleiben. Einige ueber den Rahmen des +Volks-Kochunterrichts hinausgehende Vorschriften sind zu diesem Zwecke +eingeschaltet, weshalb das Buechlein eine weite Verbreitung als Kochbuch +fuer einfache Verhaeltnisse finden duerfte. + +Die Rezepte, welche aus unterrichtlichen Gruenden fuer 2 Personen +zugeschnitten wurden, sind leicht fuer groessere Familien umzurechnen. Frau +Dr. Engelken, welche die neue Ordnung der Reihenfolge und Ergaenzung +freundlichst uebernommen hatte, sage ich meinen herzlichsten Dank. + +Neu-Babelsberg, 1905. + +Hedwig Heyl. + + * * * * * + +SUPPEN. + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +erechnet.) + + + +APFELBROTSUPPE. + +100 g altes Brot +1 Prise Salz +2 gestossene Nelken +40 g Zucker +4 mittelgrosse Aepfel (oder Abfall) +1 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Brot wird in dem Wasser erweicht. + +_Zubereitung_: Aepfel oder Apfelabfaelle, Brotmasse, Gewuerz, Salz und +Zucker werden zerkocht, durch ein Sieb geruehrt, nochmals erwaermt und +angerichtet. + + + +APFELSUPPE: Siehe BLAUBEERENKOMPOTT. + + + +BIERKALTSCHALE. + +75 g geriebenes Brot +1 Stueck Zitronen- oder Apfelsinenschale +1 Prise gestossener Zimt +65 g Zucker +1 Flasche Weissbier +65 g Korinthen + + +_Vorbereitung_: Das Brot wird gerieben, die Korinthen werden +aufgequollen. + +_Zubereitung_: Das Brot wird mit Gewuerzen und Zucker gemischt, das Bier +darauf gegossen; die aufgequollenen Korinthen werden dazu gegeben; das +Ganze wird umgeruehrt und kalt gestellt. + + + +BIERSUPPE MIT SAGO. + +1 Flasche Weissbier +65 g Zucker +1 Stueck Zitronenschale +3 Nelken 1 Prise Salz +30 g Sago + + +Das Bier wird mit Zucker und Gewuerzen zum Kochen gebracht, der Sago +hineingestreut und je nach der Koernerstaerke 15-25 Minuten in +geschlossenem Topfe gekocht; man schmeckt dann mit Salz ab und entfernt +das Gewuerz. + + +BLAUBEEREN- ODER BESINGSSUPPE: Siehe BLAUBEERENKOMPOTT. + + + +BOHNEN-, LINSEN- ODER ERBSENSUPPE. + +250 g Bohnen, Linsen oder Erbsen +1 Prise Natron +1 Essl. Selleriewuerfel +250 g Rindfleisch +1 Essl. Salz +1 Teel. gewiegtes Selleriekraut oder Porree +1 Prise Pfeffer +1/2 Essl. Zwiebelwuerfel +1/2 Essl. Mehl +2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Bohnen, Linsen oder Erbsen werden Abends vorher nach +Vorschrift eingeweicht. + +_Zubereitung_: Die Huelsenfruechte werden mit 1 l kaltem Wasser und Natron +aufgesetzt, erhitzt und abgegossen. Rindfleisch, Selleriewuerfel, Salz und +1 1 Wasser werden zu den Huelsenfruechten getan, der Topf wird fest +verschlossen und der Inhalt langsam 2 Stunden gekocht. In einem Schaelchen +schwitzt man die Zwiebeln, das gewiegte Kraut und das Mehl, fuegt einige +Loeffel Suppe hinzu und verkocht die Mehlschwitze mit dem ganzen Gericht, +welches man mit Pfeffer abschmeckt. + +Das Fleisch richtet man besonders an. + +_Bemerkung_: Anstatt Rindfleisch kann man 125 g Blutwurst zu der Suppe +gebrauchen. Wurstsuppe ist zu allen Huelsenfruchtgerichten gut verwendbar. + +Gericht fuer den Sebstkocher. + + + +BOHNEN-, LINSEN- ODER ERBSENSUPPE OHNE FLEISCH. + +175 g Bohnen, Linsen oder Erbsen +1 Prise Natron +50 g magerer Speck oder Schwarten +2 l Wasser +8 g Salz +1 Prise Pfeffer +1 kleine Zwiebel +1/4 Teel. Majoran + + +_Vorbereitung_: Bohnen, Linsen oder Erbsen werden abends vorher nach +Vorschrift eingeweicht; die Schwarten werden abgekratzt und gewaschen +oder der Speck wird in kleine Wuerfel geschnitten; die Zwiebel wird +geschaelt. + +_Zubereitung_: Die Huelsenfruechte werden mit 1 l kaltem Wasser, und Natron +aufgesetzt, erhitzt abgegossen und mit 1 l Wasser, Zwiebelwuerfeln, +Schwarten oder Speckwuerfeln, Salz und Majoran weichgekocht, nach Belieben +mit der Kelle etwas zerdrueckt oder durch ein Sieb geschlagen, dann +nochmals erwaermt, mit Pfeffer, Salz und Majoran abgeschmeckt und zu Tisch +gegeben. + +_Bemerkung_: Man kann die Huelsenfruechte anstatt mit Schwarten oder Speck +auch mit 65 g Poekelfleisch kochen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BROTSUPPE MIT BACKPFLAUMEN. + +125 g altes Brot +1/2 Essl. Butter +5 g Salz +1 l Wasser. +40 g Zucker +12 Backpflaumen +1/4 l Wasser. +Zimt und Apfelsinenschale fuer [?] + + +_Vorbereitung_: Das Brot wird zerkleinert und in einen Topf getan, 1 l +Wasser wird dazu gegossen und das Brot darin erweicht. Die Backpflaumen +werden gewaschen und mit 1/4 l Wasser in einen Topf getan, in dem sie +zugedeckt erst aufquellen. + +_Zubereitung_: Das eingeweichte Brot wird mit Salz auf den Herd +gestellt, zugedeckt, die eingeweichten Backpflaumen, denen Zimt und +Apfelsinenschale hinzugefuegt werden kann, in einem anderen Topf +ebenfalls. Ist das Brot verkocht und ganz aufgeloest, so ruehrt man bie +Suppe durch ein Sieb, gibt Butter, Zucker, die weichgekochten Pflaumen +nebst Sauce dazu und schmeckt die Suppe ab. + +_Bemerkung_: Diese Suppe kann man sehr veraendern, indem man statt +Pflaumen kleine Rosinen (_Brotsuppe mit Rosinen_) nimmt, oder +abgewaschene Apfelschalen oder auch Apfelstuecke (_Brotsuppe mit Aepfeln_) +mit dem Brot kocht und mit durchreibt, oder eine Handvoll ausgekernte +frische Hagebutten (_Brotsuppe mit Hagebutten_). Von geroestetem Weissbrot +gekocht ist sie eine gute Krankensuppe (_Semmelsuppe_). + + + +BRÜHSUPPE MIT NUDELN, GRIESS ODER EINLAUF UND RINDFLEISCH. + +250 g Rindfleisch +1 Essl. Suppengruen. +1 l Wasser. +8 g Salz +1 geriebene Karotte oder +Schale einer roten Zwiebel + + +_Vorbereitung_: Das Wasser mit dem Salz und den vorhandenen gewaschenen +Knochen wird zugedeckt auf den Herd gesetzt; das Suppengruen geputzt, +gewaschen und zerschnitten; das Rindfleisch wird gewaschen und geklopft. + +_Zubereitung_: Sobald das Wasser mit den Knochen kocht, kommt das Fleisch +hinein; hat dasselbe einige Zeit mit dem Schaum gekocht, so entfernt man +denselben, tut das geschnittene Suppengruen, sowie um die Bruehe zu faerben +eine geriebene Karotte oder rohe Zwiebelschale hinzu, deckt den Topf fest +zu und laesst das Fleisch langsam 2--2-1/2 Stunden garziehen. Ist das +Fleisch weich, so nimmt man es heraus und stellt es warm, schmeckt die +Bruehe ab, nimmt die Knochen heraus, entfettet die Bruehe und gibt Nudeln, +Griess oder Einlauf hinein, kocht die Suppe noch 10 Minuten und gibt Suppe +und Fleisch zu Tisch. + +_Bemerkung_: Es empfiehlt sich anstatt 250 g Rindfleisch gleich 1/2 kg (1 +Pfd) zu kaufen und zu kochen, wovon dann die Haelfte fuer Bouletten zu +verwenden ist. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BUTTERMILCHSUPPE. + +100 g altes Brot +1 1 Buttermilch +15 g Mehl +5 g Salz +3 Essl. Sirup od. 35 g Zucker + + +_Vorbereitung_: Das Brot wird klein geschnitten und mit 3/4 l Buttermilch +erweicht. + +_Zubereitung_: Unter Ruehren zum Kochen gebracht, dann mit dem in 1/4 l +Buttermilch verquirlten Mehl verbunden, wird die Masse mit Sirup oder +Zucker und Salz abgeschmeckt, aufgekocht, durch ein Haarsieb geruehrt, +wieder erhitzt und angerichtet. + + +ERBSENSUPPE: Siehe BOHNEN-, LINSEN- ODER ERBSENSUPPE. + + + +FISCHSUPPE. + +1 l Fischbruehe +30 g Mehl +20 g Fett oder Margarine +1 Teel. Zwiebelwuerfel +1/8 l Magermilch +1 Prise weisser Pfeffer +1/2 Essl. gewiegte Petersilie +Fischreste oder gebratene Semmelbroekchen + + +_Zubereitung_: Fischbruehe oder Kochwasser von guten, frischen Fischen +finden fuer diese Suppe gute Verwendung. Zu den, im irdenen Topfe mit dem +Fett durchgeschwitzten Zwiebelwuerfeln und Mehl fuegt man langsam unter +Ruehren durch ein Sieb die Fischbruehe, laesst 1 Stunde kochen, fuegt, um das +Salz der Bruehe auszugleichen, die Milch bei, kocht nochmals auf und +schmeckt mit Pfeffer und Petersilie ab, legt sauber beputzte +Fischrestchen hinein oder reicht Semmebroeckchen dazu. + +_Bermerkung_: Nach Belieben kann die Suppe mit einem in 2 Essloeffel Milch +oder Weisswein verquirlten Eigelb abgezogen werden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +GEMUeSEGRAUPENSUPPE. + +375 g geschaelte Kartoffeln +125 g Gemuese, gemischt +20 g Mittelgraupen +20 g magerer Speck +8 g Salz +1 1 Wasser +1 Prise Salz + + +_Vorbereitung_: Der Speck wird in Wuerfel geschnitten. Die Graupen werden +mit kaltem Wasser zweimal abgequirlt, abgegossen. + +_Zubereitung_: Mit Speckwuerfeln und Salz werden die Graupen im irdenen +Topf durchgeschwitzt; der Speck darf sich aber nicht faerben. Das Wasser +und das geputzte, in Stuecke geschnittene Gemuese, sowie die rohen +Kartoffeln, welche man in Wuerfel geschnitten und gut gewaschen hat, +werden dazugetan, Graupen und Gemuese zusammen mit Wasser uebergossen +zugedeckt 2 Stunden langsam gargekocht. Die Suppe wird mit Salz +abgeschmeckt zu Tisch gegeben. Nach Belieben kann 1 Teeloeffel gewiegte +Petersilie hinzugefuegt werden. + +_Bermerkung_: Graupen duerfen nie mit Eisen ueber Zinn in Beruehrung kommen, +sonst werden sie blaugrau und unansehnlich. + +Man kann zu dieser Suppe auch Gemuesereste verwenden und statt Graupen +Reis oder Mehl nehmen. Die Hauptsache ist langes und langsames Kochen. + +Unter "_gemischtes Gemuese_" versteht man Kohlblaetter, geputzte +Mohrruebenstueckchen, Kohlrabi, Bohnen und dergl., ueberhaupt Gemuese der +Jahreszeit. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +GRAUPENSUPPE. + +40 g Graupen +1 l Hammelbruehe oder Wasser +15 g Rinderfett oder Margarine +1/2 Ei +8 g Salz +1 Essl. Sellerie- und Zwiebelstuecke + + +_Vorbereitung_: Die Graupen werden im irdenen Topf mit Wasser abgequirlt +und mit Wasser und Salz zum Abwellen auf den Herd gestellt. Sellerie und +Zwiebel werden geputzt und kleingeschnitten; der Rindertalg wird fein +gewiegt. + +_Zubereitung_: Die Graupen werden abgegossen und mit Sellerie, +Zwiebelstuecken und dem Fett durchgeroestet; nach und nach giesst man Bruehe +oder Wasser und Salz unter Umruehren dazu und kocht die Graupen zugedeckt +langsam weich. Sind die Graupen gar, zerquirlt man das Ei mit einigen +Essloeffeln Suppe und giesst es dann in die ganze Fluessigkeit. Einige +Kartoffeln mit weichgekocht und 1 Teeloeffel Petersilie dazu gegeben, +machen die Suppe schmackhafter. Fuer Kinder und Kranke kann man sie auch +durch ein Haarsieb ruehren, "_Graupenschleimsuppe_," jedoch nimmt man dann +lieber Butter. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +GRUeNKERNSUPPE. + +30 g Gruenkernmehl +30 g Fett oder Margarine +1 l Wasser +10 g Zwiebeln +1/2 Ei +8 g Salz + + +_Vorbereitung:_ Die Zwiebel wird gewuerfelt. + +_Zubereitung:_ Zwiebelwuerfel und Fett werden geschmort, das Gruenkernmehl +kommt dazu, wird unter Ruehren mit dem Zwiebelfett durchgeroestet, das +Wasser wird nach und nach dazugegossen. Nachdem die Suppe 1-1/2 Stunde +gekocht hat, verquirlt man einige Loeffel davon mit dem Ei, das aber auch +fehlen kann, fuegt sie zu der Masse, schmeckt mit Salz ab, streicht die +Suppe durch ein Sieb und gibt sie, nochmals erhitzt, zu Tisch. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAFERGRUeTZ- ODER HAFERFLOCKENSUPPE. + +50 g Hafergruetze oder 40 g Haferflocken +1 Stueckchen Apfelsinenschale +10 g Fett +l0g Zucker +5 g Salz +1 Essl. Korinthen +1l Wasser + + +_Vorbereitung:_ Hafergruetze oder Haferflocken werden im irdenen Topf +dreimal mit kaltem Wasser abgequirlt; die Korinthen werden nach +Vorschrift ausgequollen. + +_Zubereitung:_ Die abgequirlte Hafergruetze wird mit Salz, +Apfelsinenschale und Wasser im irdenen Topf aufgesetzt und zugedeckt +langsam weichgekocht. Wenn die Hafergruetze weich ist, wird sie durch ein +Haarsieb geruehrt und die Suppe mit Fett, Zucker und Salz abgeschmeckt, +nochmals erwaermt und mit den Korinthen vermischt zu Tisch gegeben. + +_Bemerkung_: Hat man Bouillon von Knochen oder Speckbruehe, so ist sie +sehr gut anstatt Kochwasser zur Kartoffelsuppe zu verwenden, dann faellt +das Fett teilweise weg. Uebriggebliebene Kartoffeln, in Salzwasser +erwaermt, koennen auch zur Suppe verwendet werden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +KARTOFFELSUPPE MIT FLEISCH. + +125 g Rindfleisch +1/2 kg (1 Pfd.) rohe geschaelte Kartoffeln +2 Essl. Suppengruen +10 g Salz +1 Essl. Petersilie +1 Prise Pfeffer +1 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Rindfleisch wird abgewaschen, in mundrechte Wuerfel +geschnitten, in einen irdenen Topf getan. Die Kartoffeln werden in +Viertel, beliebiges geputztes Gemuese, Rueben, Porree, Kohl, Sellerie in +Wuerfel geschnitten und alles mit 1 l kochendem Wasser ueberbrueht. Mit +einem Schaumloeffel fuellt man dies zum Fleisch, streut Salz darauf und +giesst 1 l Wasser dazu. + +_Zubereitung_: Man deckt den Topf recht fest zu; nach 1/2 Stunde schaeumt +man die Suppe und richtet sie, nach 2-1/2 stuendigem langsamem Kochen, mit +frischer gewiegter Petersilie gemischt, mit Pfeffer abgeschmeckt an. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + +KIRSCHSUPPE: Siehe BLAUBEERENKOMPOTT. + + + +KUeRBISSUPPE. + +375 g Kuerbis +1 l Wasser. +2 Nelken. +1 Stueckchen Zimt +1 Stueckchen Zitronenschale +15 g Mehl +15 g Margarine +5 g Salz +4 Essl. Essig +50 g Zucker + + +Man gibt gern in kleine Wuerfel geschnittenes Weissbrot dazu, das in Fett +oben Margarine geroestet wird. + +_Bemerkung_: Haferflocken werden einfach mit Wasser weich gekocht und oft +nicht durchgeruehrt. _Hafergruetztrank_ s. naechstes Rezept. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAFERGRUeTZ- ODER HAFERFLOCKENSUPPE ODER -TRANK FUeR EINEN KRANKEN. + +30 g Haferflocken oder 40 g gewoehnliche Hafergruetze +1 Prise Salz +1 Scheibe Zitrone +5 g Zucker +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Hafergruetze oder Haferflocken werden dreimal kalt +gewaschen, indem man sie gehoerig abquirlt. + +_Zubereitung_: Man fuegt die Zitronenscheibe ohne Kern und Schale und das +Wasser zu der Hafergruetze, laesst sie unter oefterem Umruehren zugedeckt +langsam ausquellen, reibt sie durch ein Haarsieb und erwaermt sie, mit +Salz und Zucker abgeschmeckt, unter Ruehren. + +_Bemerkungen_: Metall darf mit Hafergruetze nicht in Beruehrung kommen, da +dann die Suppe grau wird. Man kann auch Hafermehl zu dieser Suppe +verwenden, _Hafermehlsuppe_, muss aber darauf achten, dass es frisch ist, +da es sonst leicht bitter schmeckt (10 g auf 1/4 l). + +_Hafergruetzsuppe_ mit _Mandelgeschmack_. Statt der Zitrone fuegt man 5 +abgezogene, fein geriebene suesse Mandeln zur Hafergruetze, kocht sie 1 +Stunde langsam mit und vollendet die Suppe wie oben. + +Mit kochendem Wasser verduennt man diese Suppen zum Trank, den man, wie +die Suppen, durch Abquirlen mit einem Eigelb nahrhafter machen kann. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HELLE GEBUNDENE SUPPE VON TAUBE, HUHN ODER KALBFLEISCH. +(Gute Krankensuppe.) + +1 alte Taube oder Taubenklein von 10 Tauben oder Huehnerklein von 2-3 + Huehnern oder 375 g Kalbfleisch +1-1/2 l Wasser +12 g Salz +2 Essl. Suppengruen +40 g Mehl +40 g Fett (fuer Kranke Butter) +1 Eigelb +1 Essl. Magermilch + + +_Vorbereitung_: Die Taube wird nach Vorschrift vorbereitet und ganz oder +zerteilt verwendet. Sie, wie auch das Taubenklein, wird geputzt, die +Maegen werden gereinigt, deren Haut abgezogen, die Herzen und Lebern +beputzt, alles wird gewaschen, einmal durchteilt und mit Wasser und Salz +aufgesetzt. Das Suppengruen wird geputzt, gewaschen und zerschnitten. + +_Zubereitung_: Nach dem Schaeumen des Fleisches legt man das geputzte +Suppengruen dazu und laesst es 1-1/2 Stunde zugedeckt langsam kochen. Wenn +das Klein weich ist, schwitzt man Mehl mit Fett gar, giesst die Bruehe nach +und nach unter Ruehren in die Mehlschwitze, laesst die Suppe seimig kochen, +legt Klein und Suppengruen wieder dazu, schmeckt mit Salz ab und fuegt das +mit Milch verruehrte Eigelb oder 1 Teeloeffel gewiegte Petersilie hinzu.-- +Man kann auch zwei geputzte, in kleine Stuecke geschnittene Spargel mit +verwenden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +KARTOFFELSUPPE + +375 g rohe Kartoffeln +2 Essl. Suppengruen +20 g Fett oder Margarine +5 g Mehl +5 g Salz +1/2 Gewuerzdosis +1/2 Essl. gewiegte Petersilie od. Sellerie od. Porree +1 Prise Pfeffer +1 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden geschaelt, das Suppengruen wird +geputzt und nicht zu klein geschnitten. + +_Zubereitung_: Die Kartoffeln werden mit kaltem Wasser aufgesetzt und +wenn sie kochen abgegossen. Dann wird 1 l Wasser darauf gefuellt, Gewuerze, +Suppengruen und Salz werden hinzugetan; das Ganze muss zugedeckt 1 Stunde +kochen. + +In einem irdenen Topf schwitzt man inzwischen Fett mit dem Mehl, bis es +schaeumt. Das Suppengruen wird aus der Suppe entfernt, die uebrige Masse +durch ein Sieb gestrichen und, unter Ruehren mit dem Holzloeffel, zur +Mehlschwitze geschuettet, mit der sie im offenen irdenen Topf wenigstens +10 Minuten verkochen muss; gewiegte Petersilie (oder Selleriekraut) +schuettet man zur Suppe, die man mit einer Prise Pfeffer abschmeckt. + +[Seite 10 fehlt!] + +_Vorbereitung_: Der Kuerbis wird geschaelt, klein geschnitten und +gewaschen. + +_Zubereitung_: Der Kuerbis wird mit Wasser und Gewuerzen weich gekocht und +durch ein Haarsieb gestrichen. Mehl und Margarine schwitzt man gar, fuegt +den Kuerbisbrei langsam hinzu, laesst die Suppe durchkochen und schmeckt sie +mit Salz, Essig und Zucker ab. Wer keine Saeure liebt fuegt statt Essig +einen Loeffel Rum oder 1 Glas Weisswein hinzu. Man kann auch 40 g +aufgequollenen Reis in die Suppe tun, dann empfiehlt sich Bereitung im +Selbstkocher. + +_Bemerkung: Hagebuttensuppe_ ebenso; auch von 100 g getrockneten +Hagebutten. + + +LINSENSUPPE: Siehe BOHNEN-, LINSEN- ODER ERBSENSUPPE. + + + +LUNGENSUPPE. + +1 l Lungenbruehe +30 g Mehl +20 g Fett oder Margarine +1 Prise Pfeffer und Salz +1 Teel. gewiegte Petersilie + + +_Vorbereitung_: Die Bruehe der Lunge wird durch ein Sieb gegossen. + +_Zubereitung_: Das Fett wird im irdenen Topf zum Kochen gebracht, das +Mehl darin gargeschwitzt, die heisse Bruehe langsam dazugeruehrt und die +Suppe offen seimig gekocht. Mit Salz, Pfeffer und Petersilie abgeschmeckt +wird sie zu Tisch gegeben. + +Man kann die Suppe durch Abziehen mit 1 Ei verbessern. + + + +MILCHKALTSCHALE. + +1 l Vollmilch +50 g Zucker +2 g Zimt +1 Essl. Zitronenzucker oder +1 Stueck Apfelsinenschale +1 Prise Salz +1 Eigelb +5 g Staerkemehl +6 Essl. Vollmilch +2 Zwiebaecke + + +_Zubereitung_: Man kocht Milch, Zucker, Gewuerze und Salz auf, quirlt das +mit Staerkemehl und 6 Essloeffel kalter Milch verschlagene Eigelb dazu, +ruehrt die Masse auf dem Feuer ein wenig seimig und laesst sie erkalten. Vor +dem Anrichten fuellt man die Suppe durch ein Sieb. Man gibt +Zwiebackbrocken dazu. + +_Erdbeerkaltschale_. Beim Anrichten fuegt man 125 g frische, mit 40 g +Zucker vermischte Walderdbeeren hinzu. + +_Fliedermilchkaltschale_. 1 Dolde Flieder- oder Hollunderbluete zieht 2 +Minuten in der Milch. + +_Pfirsichmilchkaltschale_. Statt Zitronenzucker laesst man 4 +Pfirsichblaetter 2 Minuten in der Milch ziehen. + +_Vanillekaltschale_. 1 Essloeffel Vanillezucker statt Zimt und +Zitronenzucker. + +_Bemerkung_: Nach Belieben kann man auf diesen Suppen Schneekloesse fest +werden lassen. + + + +MILCHSUPPE MIT REIS, GRIESS, MEHL, STAeRKEMEHL USW. + +1 l Vollmilch +1 Stueck Zitronen- oder Apfelsinenschale +1 Stueck Zimt +6 g Salz +30 g Reis, 40 g Griess, Mehl oder Staerkemehl + + +_Vorbereitung_: Der Reis wird gewaschen und abgewellt, der Griess +gewaschen, das Mehl angequirlt. + +_Zubereitung_: Zu der kochenden Milch mit Gewuerzen, Zucker und Salz fuegt +man Reis, Griess, Mehl oder Staerkemehl hinzu und laesst es unter oefterem +Umruehren ausquellen. Vor dem Anrichten zieht man nach Belieben die Suppe +mit Eigelb ab. + +_Bemerkung_: 125 g Schokolade in der Milch aufgeweicht und aufgekocht mit +20 g verquirltem Staerkemehl abgezogen gibt _Schokoladensuppe_. Der Zimt +kann daran fehlen. + +_Bruehsuppe mit Reis oder Griess_. Man fuegt den vorbereiteten Reis oder +Griess zur Bruehe. Durch in Salzwasser abgekochten Spargel oder Blumenkohl +laesst sich die Suppe bedeutend schmackhafter herstellen. + + + +MILCHSUPPE MIT ROGGENMEHL. + +30 g Roggenmehl +30 g Fett oder Margarine +1 l Magermilch +1 Prise Salz +10 g Zucker + + +Das Mehl wird in irdenem Topfe mit dem Fette durchgeschwitzt, die heisse +Milch langsam dazu geruehrt und noch 20 Minuten gekocht; dann wird die +Suppe mit Zucker und Salz abgeschmeckt. + + + +NUDELSUPPE. + +40 g Fassonnudeln +1 l Wasser +1 Prise Salz +5 g Butter +6 Tropfen Maggiwuerze + + +_Vorbereitung_: Die Nudeln werden kalt abgespuelt. + +_Zubereitung_: Man kocht die Nudeln in Salzwasser, dem die Butter +zugesetzt Wurde, gar und tropft vor dem Anrichten, ohne nochmals zu +kochen, die Maggiwuerze an die Suppe. + + +PFLAUMENSUPPE: Siehe BLAUBEERENKOMPOTT. + + + +PRUeNELLENSUPPE MIT HAFERGRUeTZE FUeR EINEN KRANKEN. + +25 g Hafergruetze +50 g getrocknete Pruenellen +15 g Zucker +1 Stueckchen Zimt +1 Teel. Zitronenzucker +1 Eigelb +1/8 l Weisswein +1/2 1 Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Hafergruetze und die zerschnittenen Pruenellen werden +gewaschen. + +_Zubereitung_: In einem irdenen Topfe werden die Hafergruetze und die +Pruenellen mit Wasser, Zucker, Zimt und Zitronenzucker zugedeckt +weichgekocht, durch ein Haarsieb oder Tuch gestrichen und mit dem in Wein +verruehrten Eigelb abgezogen. + +_Bemerkung_: Eigelb sowie Wein kann aber auch wegbleiben. + + + +SCHOTENSUPPE. + +1 kg (2 Pfd.) Schoten +30 g Fett +40 g Mehl +8 g Salz +1-1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Schoten werden gepalt, die Schotenschalen gebrochen, +gewaschen und in einen Topf getan. + +_Zubereitung_: Die gewaschenen Schotenschalen und die dicken Schotenkerne +werden mit Wasser und Salz aufgesetzt, weichgekocht und die Masse durch +ein Sieb gestrichen. Inzwischen ist die Mehlschwitze zu machen. Das +durchgestrichene Schotenwasser wird langsam unter Umruehren dazu gegeben; +die feinen Schotenkerne werden in der Suppe weichgekocht; nach Belieben +Mehlkloesse ebenfalls darin gargemacht und das Ganze zu Tisch gegeben. + +_Bemerkung_: Von in Wasser ausgekochten Spargelschalen und Fischwasser +kann man nach gleicher Art eine _Fischsuppe_ kochen, und, wenn man sie +noch verbessern will, mit 1 Eigelb verquirlen, als: _Gebundene +Fischsuppe_. + + + +WASSERSUPPE MIT GRIESS, MEHL, STARKENMEHL, GRAUPEN, REIS. + +1 l Wasser +1 Prise Salz +30 g Zucker +10 g Butter +1/4 Zitronenschale +1 Stueckchen Zimt +40 g Griess, 30 g Graupen, +Reis, Mehl od. Staerkemehl +1 Eigelb +1 Essl. Wasser / verquirlt + + +_Vorbereitung_: Graupen, Reis und Griess werden in kaltem Wasser sauber +abgequirtt. Mehl oder Staerkemehl werden mit 6 Essloeffeln kaltem Wasser +verquirlt. + +_Zubereitung_: 1 l Wasser wird mit Salz, Zucker, Butter und Gewuerzen +aufgekocht, die Einlage wird dazugeschuettet und unter haeufigem Ruehren in +der heissen Fluessigkeit gargekocht. Das verquirlte Eigelb schlaegt man +durch ein Sieb zur Suppe; es kann auch wegbleiben. + + * * * * * + +FLEISCH--GEFLUeGEL + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +BEEFSTEAK MIT MOSTRICHSAUCE. + +100 g gehacktes Rindfleisch +25 g Rinderfettgrieben +1 grosse gekochte Kartoffel +20 g Margarine oder gemischtes Fett +15 g Zwiebelwuerfel +1 Prise Pfeffer und Salz +1 Teel. Essig +1 Teel. Mostrich +1 Eßl. Mehl +1/4 l Wasser +Pfeffer und Salz zur Sauce + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffel wird gerieben; die Fettgrieben wiegt man. + +_Zubereitung_: Rindfleisch, Grieben, Kartoffel, Pfeffer und Salz werden +zusammengemengt und auf einem Teller mittelst zweier Kellen daraus 2 +Beefsteaks von 1-1/2 cm Dicke geformt. Mit einem Messer drueckt man +schraege Vierecke darauf, legt die Beefsteaks in das in einer Stielpfanne +heissgemachte, dampfende Fett und bratet sie 6 Minuten unter haeufigem +Wenden auf beiden Seiten. Man sticht nie in ein Beefsteak hinein, sondern +wendet es mit dem Loeffel um. Die Zwiebelwuerfel bratet man, wenn die +Beefsteaks braun sind, in dem Fett braeunlich und legt sie auf dieselben; +dann schwitzt man das Mehl in dem Fett gelb, fuellt 1/4 l Wasser, in dem +man Mostrich und Essig verruehrt hat, dazu, laesst die Sauce buendig kochen, +schmeckt sie mit Salz und Pfeffer ab und richtet sie als _Mostrichsauce_ +in einem Toepfchen besonders an. + + + +BOULETTEN. + +125 g Fleischreste +20 g Grieben +1/2 altes Broetchen +1/2 Ei +1 Prise Pfeffer +5 g Salz +1/2 Essl. geriebene Semmel +15 g Fett oder Margarine +1 Messerspitze geriebene Zwiebeln +1/8 l Wasser + + +_Vorbereitung_ : Das Broetchen wird abgerieben, zerkleinert, in einen Topf +getan und 1/8 l Wasser darauf gegossen. Mageres gekochtes Fleisch und +Grieben werden auf einem Holzbrett mit dem Wiegemesser fein gewiegt. In +einem Napf wird das in einer sauber ausgespuelten Tuchdecke oder einem +Sieb ausgedrueckte Broetchen mit Ei, Salz, Pfeffer und geriebener Zwiebel +gut verruehrt, mit der gewiegten Masse genau vermischt und abgeschmeckt. + +_Zubereitung_: Fett oder Margarine werden in einer Pfanne dampfend +gemacht, aus der Fleischmasse 4 gleich grosse Kloesse geformt, +plattgedrueckt, mit dem Messerruecken schraege Vierecke aufgedrueckt, in +geriebener Semmel gewaelzt, waehrend 6 Minuten auf beiden Seiten langsam in +dampfendem Fett zu schoener Farbe gebraten und mit dem Fett uebergossen, +angerichtet. + +_Bemerkung_: Man kann jede Art Fleisch, besonders auch rohes, dazu +verwenden, auch die ganze Masse zu einem laenglichen Brote formen und 1/2 +Stunde in einem Topfe schmoren als _Falscher Hase_ oder sie kann in +vorbereiteter Verschlussform 1-1/2 Stunde gekocht werden: +_Fleischpudding_. Letzteres kann gut im Selbstkocher geschehen. + + + +BRATWURST. + +140 g Bratwurst +15 g Fett Oder Margarine +3 g Salz +1 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Bratwurst wird gewaschen und in zwei gleichmaessige +Stuecke geteilt. + +_Zubereitung_: Ist die Bratwurst fett genug, so braucht man sie nicht in +Fett zu braten, sondern man legt sie in die Pfanne, giesst einen Loeffel +Wasser darauf und bratet die Wurst unter oefterem Wenden im eigenen Fett +zu schoener Farbe, legt die fertige Wurst auf einen Teller und gibt das +vorhandene Fett darueber. Wenn ein Gemuese mit Sauce dazugegeben wird, ist +das genuegend. Anderenfalls fuegt man zu dem Fett in der Pfanne 10 g Mehl, +1 Prise Pfeffer und Salz, macht eine braune Mehlschwitze davon, gibt +unter Ruehren 1/4 l Bruehe oder Weissbier dazu, faerbt die Sauce mit einem +Tropfen braunen Zucker und schmeckt sie ab. Oder man bereitet zuerst die +Sauce und laesst die Wurst darin 1/2 Stunde garziehen. + + + +FLEISCH, EINGESCHNITTENES. + +125 g Fleischreste +1/2 saure Gurke +20 g Speck oder Fett +20 g Zwiebeln +20 g Mehl +1 Gewuerzdosis gestossen +1/2 l Wasser +1 Tropfen Speisefarbe +5 g Zucker +5 g Salz +1 Teel. Essig + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird in saubere gleichmaessige Stuecke +geschnitten, die Gurke gewuerfelt, die Zwiebel gerieben. + +_Zuebereitung_: In irdenem Topfe schwitzt man Speck oder Fett mit Zwiebel +und Mehl gelb, fuellt unter Ruehren nach und nach das mit der Zuckerfarbe +gefaerbte Wasser dazu, ebenso die Gewuerzdosis, laesst die Sauce dick kochen, +schmeckt sie mit Salz, Zucker, Essig ab, schmort die Gurkenwuerfel darin +durch, fuegt das Fleisch, das aber nur darin heiss werden und nicht kochen +darf, dazu und richtet sogleich an. + + + +FLEISCHHACHE MIT REIS. + +200 g gekochtes Fleisch +50 g Reis +1/4 l Bruehe +15 g Margarine +1/8 l Fleischextraktbruehe +10 g Zwiebeln +Salz nach Geschmack +5 g Schweizer- oder Parmesankaese +1 Prise weisser Pfeffer +3 g Mehl + + +_Zubereitung_: Man bereitet einen Reisbrei von gewaschenem, ueberwelltem +Reis und fetter Fleischbruehe (oder 1 Teeloeffel Fett und +Fleischextraktbruehe), 1 Zwiebel, die ganz mitgekocht, spaeter entfernt +wird, dem noetigen Salz und zuletzt dem geriebenen Kaese. Das grob gewiegte +Fleisch, zu dem man auch gekochten Schinken oder Poekelfleisch nehmen +kann, laesst man einige Minuten in kochender brauner Margarine nebst 1/8 l +Fleischextraktbruehe, dem Pfeffer und Mehl durchduensten. Dann verbindet +man Fleisch und Reis. + +_Oder_: Man schichtet Reis mit Fleisch, jedes fuer sich bereitet, +lagenweise, so dass Reis die oberste Schicht bildet, auf eine mit Butter +bestrichene Schuessel, aus der das Gericht sowohl in den Ofen als auch zu +Tisch gebracht werden kann, streicht noch 1 zerklopftes Ei darueber, +bestreut die Oberflaeche mit geriebenem Kaese und laesst das Hache im Ofen +braeunen. + +_Oder_: Man drueckt beides lagenweise in eine gut eingefettete mit Semmel +bestreute Form und bringt das Gericht gestuerzt, mit einer pikanten +braunen oder hollaendischen Sauce zu Tisch. Auch kann das Fleisch nur +duennscheibig geschnitten, mit Margarinestueckchen und geriebenem Kaese +bestreut, mit dem Reis in den verschiedenen obigen Angaben bereitet +werden. (Groesserer Fett- und Kaeseverbrauch.) + + + +FLEISCHKLOESSE, GEBRATENE. + +70 g geschabtes Rindfleisch +50 g geschabtes Schweinefleisch +1 abgeschaelte Semmel +1/8 L Wasser zum Einweichen +1/2 Ei +1 Prise Pfeffer, 5 g Salz +1 Messerspitze geriebene Zwiebeln +10 g geriebene Semmel +25 g Fett oder Margarine zum Braten + + +_Vorbereitung_: Die abgeschaelte Semmel wird zerschnitten und eingeweicht. + +_Zubereitung_: Rindfleisch, Schweinefleisch, Ei, ausgedrueckte Semmel, +Pfeffer, Salz, Zwiebel werden in einem Napfe gruendlich miteinander +vermischt; aus dieser Masse formt man 4 gleichmaessige Kloesse, drueckt sie +glatt, walzt sie in geriebener Semmel und braet sie in dampfendem Fett 7 +Minuten langsam unter mehrmaligem Wenden. + +_Bemerkung_: Man kann auch statt nur rohen Fleisches halb gekochtes und +halb rohes Fleisch zu diesem Gericht verwenden. + +_Falscher Hase_. Man kann auch der obigen ganzen Masse eine laengliche +Form geben und mit 1 Essloeffel Fett in einer Pfanne 1/2 Stunde unter +haeufigem Begiessen braten; man giesst nach und nach unter den Braten einige +Loeffel Wasser und bindet die Sauce, nachdem er herausgenommen, mit 3 g +Kartoffelmehl, verquirlt in 2 Essloeffel Wasser. + +_Fleischpudding_. In gefetteter, mit Semmel ausgestreuter Verschlussform +wird die gut festgedrueckte Masse 1 1/2 Stunde im Wasserbade gekocht oder +im Selbstkocher fertig gekocht, gestuerzt und mit beliebiger Sauce zu +Tisch gegeben. Das Bratfett faellt dann fort. + +_Bemerkung_: Es empfiehlt sich zu Fleischpudding die 2- bis 3fache Menge +zu nehmen, weil der Rest sich gut zu kaltem Aufschnitt eignet; auch +gescheibt, paniert nochmals gebraten werden kann. + + + +GULASCH. + +140 g Rindfleisch ohne Fett und Knochen +1 g Kuemmel +10 g Fett +1/2 Teel. weisser Pfeffer +5 g Mehl +10 g Zwiebeln +5 g Salz +1/8 l heisses Wasser + + +_Vorbereitung_: Das sauber gewaschene Rindfleisch wird in 1-1/2 cm grosse +Wuerfel geschnitten, die Zwiebel gewuerfelt und in einem irdenen Topf in +Fett weich geschmort. + +_Zubereitung_: Das Fleisch tut man zu den geduensteten Zwiebelwuerfeln, +bratet es langsam durch, bis es etwas gebraeunt ist, staeubt Mehl darueber +und gibt 1 Prise Salz dazu. Ist das Mehl gar, so fuellt man heisses Wasser +darauf, fuegt vorbereiteten Kuemmel hinzu, verschliesst den Topf und laesst +das Gericht 3 Stunden unter oefterem Umschuetteln und Hinzufuegen von etwas +Wasser langsam schmoren, entfettet, wenn noetig, fuegt Pfeffer hinzu, prueft +die Seimigkeit der Sauce und richtet das Gericht an. Auch Ueberreste, +besonders trockene Stuecke und Abschnitte von Schmorbraten oder +Rindfleisch verwendet man fuer diese schmackhafte und kraeftige Speise. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAMMELFLEISCH. + +1/2 kg (1 Pfd.) Hammelfleisch (Schulter) +1 l Wasser +8 g oder 1 knapper Essl. Salz + + +_Vorbereitung_: Das Wasser mit dem Salz wird auf den Herd gesetzt. Das +Hammelfleisch wird schnell gewaschen und geklopft. + +_Zubereitung_: Wenn das Salzwasser kocht, wird das Fleisch hineingetan +und langsam zugedeckt gekocht, bis sich der Schaum bildet. Hat das +Fleisch ein Weilchen mit dem Schaum gekocht, wird derselbe entfernt und +das Fleisch zugedeckt in 1-1/4 bis 1-1/2 Stunde weichgekocht. Man nimmt +es mit einer Kelle heraus, begiesst es mit einigen Loeffeln von dem +Hammelfett der Bruehe, und stellt es zugedeckt heiss. + +_Bemerkungen_: Die Bruehe obigen Hammelfleisches kann man zum Kochen von +Bohnen verwenden. Man kann auch die in Salzwasser abgewellten und kalt +abgeschreckten Bohnen mit dem Hammelfleisch kochen, tut sie aber erst 3/4 +Stunden bevor das Fleisch weich ist hinzu, sonst ebenso behandelt wie +beschrieben. Will man die Fleischbruehe als Suppe verwenden, so muss man +dem Fleische 1 Essloeffel kleingeschnittenes Suppengruen als Wuerze +beifuegen. + +Groessere Stuecke Hammelfleisch muessen entsprechend laenger kochen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAMMELFLEISCH, GESCHNITTEN, MIT REIS. + +65 g mageres Hammelfleisch +20 g Zwiebeln +15 g Fett +15 g Sellerie +125 g Reis +1 Prise Pfeffer und Salz +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird gewaschen und in gleichmaessige 2 cm grosse +Stuecke geschnitten, die Zwiebel gewiegt, der Sellerie geputzt, der Reis +sauber gewaschen. + +_Zubereitung_: Fleischwuerfel und Zwiebel werden im Fett gelb gebraten, +mit Pfeffer und Salz gewuerzt; dazu fuegt man Sellerie, Reis und Wasser und +laesst alles zusammen langsam weichkochen, schmeckt aber vor dem Anrichten +noch mit Salz ab. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAMMELFLEISCH MIT KOHLRUeBEN UND KARTOFFELN. + +200 g Hammelfleisch +3/4 l Wasser +8 g Salz +3/4 kg (1/2 Pfd.) Kohlrueben +1-1/2 l Wasser zum Abwellen +250 g geschaelte Kartoffeln +Wasser und Salz +1 Gewuerzdosis +10 g Fett oder Margarine +10 g Mehl +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: 3/4 l Wasser mit 8 g Salz werden auf den Herd gestellt. +Das Fleisch wird schnell gewaschen und geklopft. Kohlrueben werden in +Wasser sauber gebuerstet, geschaelt, in gleichmaessige Streifen geschnitten. +Kartoffeln werden je nach der Groesse ein- oder zweimal durchschnitten. + +_Zubereitung_: Die Rueben wellt man in kochendem Wasser unbedeckt ueber und +schuettet sie auf ein Sieb, ebenso, aber in Salzwasser, behandelt man die +Kartoffeln. Kocht das Salzwasser zum Fleische, so wird letzteres +hinineingetan, langsam gekocht bis sich der Schaum gebildet und noch +einige Minuten mitgekocht hat. Dann entfernt man denselben, schuettet +Kartoffeln, Rueben und Gewuerzdosis zum Fleisch und kocht alles zusammen +noch 1-1/2 Stunde. Fett und Mehl werden gar geschwitzt, mit etwas Bruehe +verkocht zum Gericht getan und gruendlich damit durchgeschuettelt. Ehe es +angerichtet wird, schmeckt man mit Pfeffer und Salz ab. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAMMEL- ODER KALBSGEKROeSE. (VORRAT.) + +1 Gekroese +1 Gewuerzdosis +100 g Salz +50 g Zwiebeln +40 g Fett oder Margarine +40 g Mehl +1 Prise Safran +1 Essl. Petersilie +1 Prise Pfeffer + + +_Vorbereitung_: Das Gekroese besteht aus dem Magen und dem Netz mit den +krausen Gedaermen. Nur vom frisch geschlachteten Tiere sollte es verwendet +werden. Es wird mit warmem Wasser oft uebergossen und in kaltem Wasser +abgespult, dann, von einer Seite angefangen, scharf mit Salz abgerieben, +noch 24 Stunden gewaessert und in 4 cm lange Stuecke geschnitten. Die +Zwiebeln werden in Scheiben geschnitten. + +_Zubereitung_: Man fuegt zu dem Gekroese 1 Gewuerzdosis, die Haelfte der +Zwiebeln, Salz und 1-1/2 1 Wasser dazu und kocht es langsam in 2-3 +Stunden weich. Von Fett, mit den darin geschwitzten uebrigen Zwiebeln, dem +Mehl und der durchgegossenen Bruehe wird eine seimige Sauce gekocht, +welche durch Safran oder verruehrtes Eigelb gelb gefaerbt und mit gewiegter +Petersilie, Pfeffer und Salz abgesch meckt wird. Das auf einem Sieb +abgetropfte Gekroese wird darin heiss gemacht und angerichtet. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAMMELKEULE, GESCHMORTE (VORRAT). + +1 kleine Hammelkeule, kurz gehauen, 2 kg (4 Pfd.) +10 g Salz +20 g Fett +10 g Mehl +50 g Zwiebeln +1 Gewuerzdosis +1/4 l Wasser (od. Weissbier) + + +_Vorbereitung_: Die Keule wird gewaschen, geklopft und mit Salz +eingerieben. + +_Zubereitung_: Das Fett wird stark erhitzt, die Keule in Mehl umgewendet, +in dem Fett von allen Seiten gebraeunt; Zwiebeln und Gewuerz werden +hinzugefuegt; 1/8 l kochendes Wasser wird langsam hinzugegossen, der Topf +jetzt verschlossen und die Keule unter oefterem Begiessen und Zugiessen von +Wasser 3 Stunden ganz langsam bei gelindem Feuer geschmort. Nach dieser +Zeit ist sie sehr weich. Die Sauce wird entfettet und durch ein Sieb +gestrichen, die Keule damit ueberzogen und angerichtet. Man kann auch +einige Tomaten mitschmoren und mit der Sauce durchstreichen oder saure +Sahne oder 1 Essloeffel Cognak dazugiessen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + +_Hammelkeule, marinierte_ wird ebenso bereitet. + +Die rohe Keule kann man 3-4 Tage in folgende Marinade legen: + +100 g Suppengruen in +20 g Fett geschwitzt +1 l Wasser +1 l Essig +30 g Salz +1 Gewuerzdosis +2 Stiele Thymian + + +1/2 Stunde gekocht, zugedeckt und nach dem Erkalten verwendet. + + + +HAMMEL-, RINDER-, SCHWEINE-, KALBS-, ODER GAeNSELEBER, GEBRATENE. + +200 g Hammel- oder Rinderleber +1 Essl. Mehl +2 Essl. geriebene Semmel +1/2 Essl. Essig +40 g Fett oder Margarine +5 g Salz und Pfeffer +1 Teeloeffel Mehl +4 Essl. Wasser oder Bruehe + + +_Vorbereitung_: Die Leber wird gewaschen, gehaeutet und schraeg in 4-5 +Scheiben geschnitten, Semmel und Mehl gemischt (Panade), das Fett zum +Backen zerlassen. + +_Zubereitung_: Die geschnittene Leber wird gesalzen und gepfeffert, in +Panade gewaelzt und unter viermaligem Wenden in dampfendem Fett in 4-6 +Minuten zu schoener brauner Farbe gebraten. Man lege sie auf eine Schuessel +nebeneinander, nicht aufeinander. + +Zu dem Fett in der Pfanne fuegt man 1 Teeloeffel Mehl, ruehrt es gar, giesst +einige Loeffel Wasser ueber Bruehe und 1/2 Essloeffel Essig hinzu, schmeckt +mit Salz ab und gibt die Sauce zur Leber. + +_Bemerkungen_: Panierte Sachen duerfen nicht aufeinander liegen und auch +nicht zurechtgemacht ungebraten lange stehen, da sich die Panade mit dem +Fleischsaft verbindet, aufweicht und beim Braten abfaellt. + +Leber muss, nachdem sie gebraten ist, sofort gegessen werden, vom Stehen +wird sie hart. + +Schweine-, Kalbs- und Gaenseleber sind je nachdem erheblich teurer. + + + +HAMMELNIERE IN SCHEIBEN. + +2 rohe Hammelnieren +1 Prise Salz und Pfeffer +1/4 Zitrone +15 g Margarine +5 g Mehl +1 Essl. gewiegte Kraeuter +4 Essl. Bratensaucenreste +oder Wasser mit 1 Messerspitze Fleischextrakt +l Essl. Rotwein +1 Prise Zucker + + +_Vorbereitung_: Die Nieren werden in duenne Scheiben geschnitten und mit +etwas Salz, Pfeffer und einigen Tropfen Zitronensaft 1/4 Stunde +mariniert. + +_Zubereitung_: Die Margarine wird in einer Pfanne gebraeunt; die mit einem +Tuch abgetrockneten Nieren werden schnell, 1-2 Minuten, darin geschwenkt. +Dann nimmt man die Scheiben heraus, legt sie in einen Napf und stellt sie +ins Wasserbad. In dem Bratfett roestet man 5 g Mehl, fuegt Kraeuter und, +wenn man will, auch Pilze in Scheiben, Bratensauce oder +Fleischextraktbruehe, Rotwein, Zitronensaft und Zucker dazu, laesst alles +durchkochen und fuellt dann die Sauce ueber die Nieren. + +_Bemerkung_: Es ist zu empfehlen die Sauce vorher fertig zu machen, da +die Nieren vom zu langen Stehen leicht hart werden. + + + +HASENBRATEN FUeR 6 PERSONEN. + +1 ausgewachsener junger Hase +65 g Speck +15 g Salz +200 g Margarine +1/4 l saure Sahne oder Milch +oder Milch mit 1 Tropfen Essig +6 g Staerkemehl +1/4 l heisses Wasser + + +_Vorbereitung_: Man haengt den Hasen mit den Hinterlaeufen an 2 Haken oder +starken Naegeln auf; ist er noch nicht ausgeweidet, so schneidet man vom +Schwanz (Blume) aus den Leib der Laenge nach aus, nimmt die Eingeweide mit +dem Schlussdarm heraus, loest die Galle von der Leber, behaelt Leber, Herz +und Lunge zurueck, wirft das Uebrige fort, loest das Fell am Bauche von der +Haut, schneidet rings um die Pfoetchen die Haut mit einem scharfen Messer +ein, zieht erstere aus der Haut heraus, den ganzen Balg ueber den Ruecken +und die Keulen herunter, loest ihn an den Vorderfuessen ab, schneidet die +Ohren (Loeffel) weg und zieht die Haut ueber den Kopf. Kopf, Hals, Ruecken +werden abgehauen; Bauchhaut und Vorderlaeufe loest man ab, haeutet die Laeufe +und bratet sie spaeter mit. Nieren und Fett bleiben im Hasen, den man nun +in kaltem Wasser, ohne ihn zu waessern, recht rein waescht. Man schlaegt die +Hinterlaeufe am Gelenk ab, bricht den Schlussknochen ein, damit die Keulen +gut liegen, klopft den Hasen ueberall mit flachem Beil, haeutet ihn, zuerst +die Keulen von der unteren Seite ebenso den Ruecken, schneidet die Filets +entweder heraus oder legt 1 Scheibe Speck darunter und spickt Hasen und +Laeufe s. Spicken unter "Verschiedenes". + +_Zubereitung_: Man legt, wenn alles vorbereitet ist, zuerst die Keulen +und, weil der Braten sonst trocken wuerde, 15 Minuten spaeter den Ruecken +und die eingebogenen Laeufe in die Bratpfanne, bestreut den Hasen mit Salz +und uebergiesst ihn mit heisser Margarine. Nachdem der Hase angebraten, +giesst man nach und nach die Sahne oder Milch und etwas heisses Wasser +abwechselnd dazu und laesst ihn, unter fleissigem Begiessen, fertig braten. +Inzwischen ruehrt man Staerkemehl und einige Loeffel Sahne oder Milch an die +Sauce, ueberzieht den Hasen nach einigen Minuten damit und richtet ihn, +nachdem er in passende Stuecke gehauen wurde, auf einer langen Schuessel +an, (man kann den Hasen aber auch ganz zu Tische geben und das Fleisch in +sauberen Stuecken abtrennen, um das Knochengeruest noch zu einer Suppe zu +verwerten); den Bratensatz kocht man mit Sahne oder Milch los, bis die +Sauce dick und seimig geworden ist und streicht sie durch ein feines Sieb +in eine Sauciere, fuellt aber noch einige Essloeffel ueber den angerichteten +Hasen. Die Laenge der Bratzeit und auch die Hitze richtet sich natuerlich +danach, ob der Hase jung oder alt ist; ein junger ausgewachsener Hase +wuerde bei Mittelhitze in 35 Minuten, der Ruecken in 25 Minuten, ein alter +Hase bei geringerer Temperatur erst in 1-1/2 Stunde weich werden. In +letzterem Falle bedeckt man ihn mit einem Butterpapier. + +_Bemerkungen_: Ein Hasenruecken ist fuer 4 Personen ausreichend. Fuer eine +kleine Wirtschaft sollte man aus einem Hasen 2 Mahlzeiten bereiten. + + + +HASENPFEFFER. + +250 g Hasenfleisch: der zerspaltene Kopf, + Brust, Hals, Lunge und Herz +50 g Speckwuerfel +20 g Zwiebeln +20 g Mehl +1 Gewuerzdosis +1/4 l Fleischextraktbruehe +4 Essl. Rot- od. Maltonwein +15 g Zucker +8 g Salz und Pfeffer +2 Tropfen Speisefarbe +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Hasenklein wird zerkleinert und sauber gewaschen. + +_Zubereitung_: Man kocht es in 1/2 l Wasser ab, schneidet es dann in +Wuerfel und entfernt die Knochen. Der Speck wird im irdenen Topf +angebraten; die Fleisch- und Zwiebelwuerfel kommen dazu. Nachdem alles +angebraten, staeubt man Mehl darueber, tut Gewuerze, Bruehe, Wein, Zucker, +Salz und Pfeffer dazu und schmort das Gericht langsam gar. Das Aussehen +wird durch Speisefarbe gehoben; der Wein kann fehlen. + +_Bemerkung_: Man kann Hasenpfeffer auch von trockeneren Hasenbratenresten +bereiten. + + + +KALBSBRUST, GESCHMORTE. + +250 g. Kalbsbrust +2 Essl. Rinderfett +1 Essl. Mehl +5 g Salz +1/4 Lorbeerblatt +2 Pfefferkoerner +1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Kalbfleisch wird gewaschen, getrocknet und geklopft, +1/4 l Wasser zum Kochen hingestellt. + +_Zubereitung_: Das Fett wird zerlassen und dampfend gemacht; das +vorbereitete Kalbfleisch wird mit Salz eingerieben, mit Mehl bestaeubt, +in das dampfende Fett gelegt und unter umwenden von allen Seiten +angebraeunt; Pfefferkoerner und Lorbeerblatt werden dazu getan; die Haelfte +des kochenden Wassers wird darauf gegossen und das Fleisch zugedeckt +langsam geschmort. Das Fleisch wird oefter gewendet und in Zwischenraeumen +Wasser dazu gegossen. Ist das Fleisch weich, so schmeckt man die Sauce +ab, entfernt das Gewuerz, richtet das Fleisch an und giesst die Sauce +darueber. + +_Bemerkungen_: Man kann statt des Wassers auch Weissbier zum Schmoren des +Kalbfleisches nehmen. Groessere Stuecke muessen, nach dem Anbraeunen +gerechnet, 1-1/2--2 Stunden, kleinere Stuecke 1 Stunde schmoren. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +KALBSFRIKASSEE. + +375 g Kalbsbrust +65 g Schweinefleisch, gewiegt +65 g Rindfleisch, gewiegt +10 g Salz +20 g Mehl +25 g Margarine +1 Gewuerzdosis +10 g Suppengruen +15 g Zwiebeln +20 g getrocknete Pilze +12 g Milchbrot +1 Messerspitze geriebene Zwiebeln +1/2 Ei +8 g Salz und Pfeffer +1 Prise weisser Pfeffer +1 Essl. Kapern +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Kalbsbrust wird geklopft, in recht gleichmaessige +Stuecke (etwa 4 cm im Geviert) zerlegt (die Knorpel bleiben darin) und auf +einem Sieb ueberbrueht. Die getrockneten Pilze weicht man 2 Stunden vorher +in kaltem Wasser ein. + +_Zubereitung_: Gesalzen, mit dem Mehl bestaeubt, und mit 20 g +geschmolzener Margarine oder Kalbsfett uebergossen wird das Fleisch +durchgeschmort bis das Mehl gar ist; dann fuegt man das Wasser darauf, +bindet Gewuerze, Suppengruen und Zwiebeln in ein Mullaeppchen, legt das +Beutelchen zum Fleisch, laesst alles kochen bis das Fleisch weich ist und +schaeumt es einmal, fuegt dann dem Kalbfleisch die Pilze bei und laesst sie +langsam mit ausquellen oder verwendet auch gut vorbereitete frische +Pilze, wie Champignons, Steinpilze, Pfefferlinge. Aus dem Rind- und +Schweinefleisch, dem geweichten, in 5 g Margarine geschwitzten Milchbrot, +den geriebenen Zwiebeln, 1/2 Ei, Pfeffer und Salz wird ein Klossteig +geruehrt. Mit 2 Kellen werden gleichmaessige runde Kloesse geformt, die in +kochendem Salzwasser gar, aber nicht trocken ziehen muessen. Ist das +Kalbfleisch mit der Gabel zu durchstechen, nimmt man den Gewuerzbeutel +heraus, verruehrt Essig und Eigelb, zieht damit das Frikassee ab, schmeckt +es nach Salz, Saeure und Pfeffer ab und legt die Kloesse hinein. Alles +zusammen wird heiss gemacht, ohne es zu kochen; angerichtet bestreut man +es mit Kapern. + +_Bemerkung_: Die Pilze koennen fehlen, ebenso die Fleischkloesschen und die +Kapern. + + + +KALBSKEULE [KALBSBRATEN]. (VORRAT.) + +4 kg (8 Pfd.) Kalbskeule +125 g Fett und Margarine +50 g Speck +20 g Salz +1/4 l Milch, saure Milch oder Wasser +6 g Kartoffemehl +3 Essl. Milch oder Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Kalbskeule wird von dem dicken Gelenkknochen befreit; +die lose werdenden Hessenstuecke werden abgeschnitten, da sie im Ofen +antrocknen und der Keule die gute Form nehmen. Die Keule wird mit +feuchtem Beil langsam auf beiden Seiten geklopft, dann gehaeutet und so +gespickt, dass die Fleischfaeden der Nuesse beruecksichtigt werden, so dass +dieselben beim Spicken auf der Spicknadel liegen. Dann wird das +Fleischstueck mit einer Kelle kochenden Wassers ueberbrueht, unten und oben +gesalzen und in der Pfanne mit kochender brauner Margarine und Fett +begossen. Man tut gut einige saubere Speckschwarten unter den Braten zu +legen. Der Ofen muss zu einer Kalbskeule nicht zu heiss sein, sonst wird +der Braten bei der Laenge der Bratzeit aussen trocken und bleibt innen roh. +Die Bratzeit betraegt auf das 1/2 kg (1 Pfd.) bei einer Keule ueber 5 kg +(10 Pfd.) 8 Minuten, unter diesem Gewicht sind etwa 10 Minuten auf 1/2 kg +(1 Pfd.) zu rechnen. Langsam giesst man waehrend des Bratens Wasser oder +auch Milch dazu, die Pfanne abkratzend, doch fuellt man das fluessige Fett +alle 5-10 Minuten ueber den Braten und vollendet die Keule, indem man 3 +Essloeffel Milch oder Wasser mit Kartoffelmehl verruehrt, mit der Sauce +auskocht, diese durch ein Sieb giesst und die Keule dann mit der Sauce +ueberzieht. Man kann natuerlich das Spicken auch unterlassen. Liebt man den +Braten nicht rosa, sondern durchgebraten, rechnet man 10 Minuten aus 1/2 +kg (1 Pfd.) + +_Bemerkung_: Kalbskeulen unter 8 kg sind nicht ratsam zu kaufen. Wuenscht +man kleineres Gewicht, soll man lieber eine grosse Keule teilen lassen. + +_Resteverwertung_: Jeder kleinste Rest von Kalbsbraten ist zu verwerten. +Wenn man die Sauce erhitzt und den sauber beputzten Braten mit derselben +1/2 Stunde in heisses Wasser stellt, unterscheidet er sich wenig von +frisch gebratenem Fleisch. + + + +KALBSKOTELETTEN, GEHACKT. + +250 g Kalbfleisch +65 g Rindernierenfett +8 g Salz +1/2 Ei +30 g geriebene Semmel +5 g Mehl +30 g Margarine + +_Vorbereitung_: Fleisch und Fett werden fein gewiegt oder zweimal durch +die Fleischhackmaschine genommen. + +_Zubereitung_: Die Masse wird mit 6 g Salz gemischt und in 4 gleiche +Teile geteilt, denen man mit einem feuchten Messer auf einem Teller die +Form von Koteletten gibt. Man paniert sie mit Semmel, bratet sie in +brauner Margarine in 7 Minuten unter dreimaligem Wenden langsam gar und +zu schoener Farbe. Aus den Sehnen ist eine Bruehe zu kochen, die mit etwas +Fleischextrakt vermischt zur Herstellung der Sauce dienen kann, falls +eine solche gewuenscht wird. Zu dem Zwecke laesst man das Mehl in dem +Bratfett gar schwitzen, fuellt die Bruehe dazu, schmeckt sie mit Salz ab, +kocht unter Ruehren die Sauce auf, schuettet sie durch ein Sieb und reicht +sie zu den angerichteten Koteletten. Diese duerfen waehrend der Herstellung +der Sauce nicht zugedeckt werden, sonst werden sie weich. + + + +KALBSSCHMORBRATEN. + +3/4 kg (1 1/2 Pfd.) Nierenstueck +50 g Fett oder Margarine +8 g Salz +4 g Kartoffelmehl +1/8 l Wasser +4 Essl. saure Milch + + +_Vorbereitung_: Das Nierenstueck wird in Wasser sauber gebuerstet, geklopft +und gesalzen. + +_Zubereitung_: Das Fleisch wird mit kochendem Wasser uebergossen, dann +abgegossen. In dem gebraeunten Fett wird das Fleisch angebraeunt und unter +Begiessen und Zugiessen von Milch und Wasser in einem Schmortopf weich +geschmort. Dann ueberzieht man dar Fleisch mit Sauce, die nach dem +Herausnehmen des Bratens mit dem in etwas Wasser verquirlten +Kartoffelmehl seimig gemacht ist. + +_Bemerkung_: Falls Niere unter dem Braten ist, was sich nur bei groesseren +Stuecken Fleisch empfiehlt, wird sie, weil sie dort zu roh bleibt, +losgeloest und neben dem Fleisch liegend gebraten. Ist sie sehr fett, so +kann ein Teil des Fettes abgeschnitten, gewuerfelt, ausgelassen und +anstatt oder mit einem Teil des Fettes im Rezept, zum Braten benutzt +werden. + + + +KALBENSCHNITZEL, PANIERT, GEBRATEN. + +350 g Kalbsnuss +5 g Salz +1 Prise weisser Pfeffer +30 g geriebene Semmel +1 Eiweiss +60 g Butter oder Margarine + + +_Vorbereitung_: Kleine Stuecke der Keule koennen hierzu verwendet werden. +Nachdem sie recht gleichmaessig und nicht zu duenn geschnitten und geklopft +sind, salzt und pfeffert man sie leicht ein und paniert sie. + +_Zubereitung_: Nachdem das Fett in der Pfanne gebraeunt und still geworden +ist, legt man die Schnitzel in das dampfende Fett. Sobald sie an der +unteren Seite eine hellbraune Kruste haben, wendet man sie und bratet sie +langsam und doch rasch genug, um die Panade nicht durch bell sich +entwickelnden Fleischsaft abweichen zu lassen. Bratzeit: Auf 85 g 6 +Minuten. Die Schnitzel muessen elastisch sein, in der Pfanne nicht hart +werden. Angerichtete Schnitzel darf man nicht zudecken, weil die Kruste +sonst weich wird. + + + +KANINCHENGERICHT. + +1 Kaninchen +30 g Margarine +3 Essl. Oel +20 g Salz +1 Teel. pulveris. Majoran und Thymian +1 Gewuerzdosis +20 g gewiegte Zwiebeln +25 g Mehl +1 Bruehe oder Fleischextraktbruehe +1/8 l Apfelwein +1 Essl. gewiegte Petersilie + + +_Vorbereitung_: Das Kaninchen wird wie der Hase (s. dort) vorbereitet, +dann in 4 cm grosse Stuecke geschnitten. + +_Zubereitung_: Das Kaninchenfleisch wird gesalzen und mit dem Gewuerz 20 +Minuten in Margarine und Oel gebraten. Man nimmt das Fleisch aus der +Pfanne, schwitzt die Zwiebeln mit dem Mehl in der Butter gar, fuegt Bruehe +und Wein dazu, schmeckt die Sauce ab, laesst das Fleisch darin heiss werden, +aber nicht kochen, und streut die Petersilie vor dem Anrichten hinzu. + + + +KLOPSE, KOeNIGSBERGER. + +140 g gehacktes Rindfleisch +60 g gehacktes Schweinefleisch +1 Teel. zerlassenes Fett +1 Eiweiss oder Eigelb +1/2 Broetchen +1 Essl. Wasser. +1 Prise Salz und Pfeffer +1 Messerspitze geriebene Zwiebeln +1 l Wasser +5 g Salz + + +_Vorbereitung_: Das Wasser zum Kochen der Klopse mit Salz aufsetzen. Das +Broetchen in Wuerfel schneiden, einweichen und ausdruecken. + +_Zubereitung_: Gehacktes Rindfleisch und Schweinefleisch werden in einen +Napf getan; Eiweiss ober Eigelb, Salz, Pfeffer, Semmel, Zwiebeln und Fett +werden dazugetan, alles gruendlich untereinander gemischt, 4 Kloesse daraus +geformt, welche in dem Salzwasser 10-15 Minuten offen langsam gar ziehen +muessen. Man gibt zu den Klopsen Heringssauce (s. dort). Man nimmt die +Klopse aus dem Wasser, laesst sie abtropfen, tut sie in einen Napf und +stellt sie warm, bis die Sauce, die dann darueber gegossen wird, fertig +gemacht ist. + + + +LUNGEN ZU KOCHEN. + +1/2 Lunge mit Herz +2 Essl. Suppengruen +1 Gewuerzdosis +15 g Salz +2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Lunge und Herz werden gruendlich gewaschen und in +handgrosse Stuecke geschnitten. Das Suppengruen wird geputzt, gewaschen und +in Stuecke geschnitten. + +_Zubereitung_: Wasser, Salz, Lungen- und Herzstuecke werden in einen Topf +getan und zugedeckt gekocht. Hat sich Schaum gebildet und hat derselbe +eine Weile mitgekocht, so nimmt man ihn ab, tut das Suppengruen und die +Gewuerzdosis dazu und laesst die Fleischstuecke zugedeckt weiter kochen. Um +zu sehen ob sie gar sind sticht man mit einem Hoelzchen in das Herz, ist +dieses weich, so nimmt man das ganze Fleisch heraus und verwendet Bruehe +und Lunge weiter nach der Vorschrift des Rezeptes Lungenhache. + + + +LUNGENHACHE. + +1/2 Lunge und Herz (gekocht) +20 g Fett +10 g Mehl +20 g Zwiebeln +1 Prise Pfeffer und Salz +1 Essl. Essig + + +_Vorbereitung_: Die Fleischstuecke werden von Haeuten, Sehnen und Knorpeln +befreit und nicht zu fein gewiegt. Die Zwiebeln werden geschaelt, in +kleine Wuerfel geschnitten oder gewiegt. 1/8 l Lungenbruehe wird +heissgestellt. + +_Zubereitung_: Das Fett wird aufgekocht; die Zwiebeln werden darin +weichgeschwitzt, die gewiegte Lunge und daruebergestaeubtes Mehl darin +durchgeschmort und hieraus die Bruehe und Essig dazugetan und damit +ausgekocht. Man schmeckt das Hache mit Pfeffer und Salz ab und gibt es zu +Einige gewiegte Kraeuter und Bratensauce, wenn man sie vorraetig hat, +machen das Hache schmackhafter. Es ist vorteilhaft, die Lunge schon tags +zuvor zu kochen. + +_Bemerkung_: Den Rest der Lungenbruehe kann man zu Lungensuppe (s. dort) +verwenden. Zu Hache kann man auch allerlei gebratene oder gekochte +Fleischreste verwenden (_Fleischhache_). Man bereitet das Fleischhache +genau wie das Lungenhache. + + + +REHBLATT, GESCHMORTES, FUeR 4 PERSONEN. + +1 grosses Rehblatt +1 mittelgrosse Zwiebel +1 Mohrruebe +1 Gewuerzdosis +1/4 l Bruehe, Milch oder Wasser +3 Essl. Essig +30 g Brotrinde +50 g Margarine +30 g Speck +5 g Salz + + +_Vorbereitung_: Das Rehblatt wird (mit Ausnahme des Beins, welches man +nur kuerzt) so viel wie moeglich von den Knochen befreit, geklopft, +gewaschen, gehaeutet mit Nadel und Faden zu guter Form zusammengezogen, +gespickt und gesalzen. Die Knochen schlaegt man klein. + +_Zubereitung_: Man legt die Knochen nach dem Anbraeunen des Blattes in +heissem Fett mit in den Schmortopf, fuegt Zwiebel, Mohrruebenscheiben, +Gewuerze und Brotrinde bei, giesst nach dem Anbraten nach und nach Essig +und Bruehe oder Milch oder Wasser dazu und schmort das Blatt in 1 1/2-2 +Stunden unter oefterem Begiessen langsam weich. Man streicht die Sauce +durch ein Sieb, ueberzieht das fertige Blatt mit Sauce und reicht die +uebrige Sauce daneben. + +_Bemerkung_: Rehblatt kann man auch sehr gut geschabt (wie Beefsteak +zubereitet) als Wildsteak verwenden. + +Hirschblatt ist ebenso zu bereiten, nur 3 Stunden zu schmoren. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +RINDERROULADEN. + +200 g Rindfleisch +1 kleine Zwiebel +30 g Speck, geschabt +20 g Rinderfett +1 Teel. Salz +1 Prise Pfeffer +20 g Mehl +1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Rindfleischscheiben von der Groesse einer Handflaeche und +3/4 cm dick, werden geklopft, die Zwiebeln fein gewiegt; der Speck wird +geschabt. Speck, Zwiebeln, Salz und Pfeffer werden vermischt, die +Scheiben damit bestrichen, dann zusammengerollt, mit Baumwolle umbunden +und in Mehl gewaelzt. Das Rinderfett wird in einen Topf getan. + +_Zubereitung_: Das Fett im Topf wird dampfend gemacht, die in Mehl +gewaelzten Rollen werden hineingelegt und von allen Seiten schoen +angebraeunt; 1/4 l Wasser wird nach und nach dazu gegeben, der Topf aber +wieder zugedeckt, und so werden die Rouladen langsam 2 Stunden geschmort. +Ab und zu werden die Rouladen gewendet und begossen. Sollte noch +Fluessigkeit fehlen, so wird noch etwas Wasser zugegossen. Die weichen +Rouladen werden aus dem Topf genommen, in einen Napf gelegt, die +Baumwolle wird entfernt, die Sauce abgeschmeckt und ueber die Rouladen +gegossen; dann werden sie zu Tisch gegeben. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +RINDERSCHMORBRATEN FUeR 6 PERSONEN. + +1-1/2 kg (3 Pfd.) Rindfleisch +30 g fetter Speck +20 g Mehl +1 Gewuerzdosis +30 g Brotrinde +30 g Fett oder Margarine +20 g Zwiebeln +15 g Salz +Wasser nach Bedarf + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird geklopft und mit Bindfaden zu guter Form +gebunden. Der Speck wird in 4 cm lange, 8 mm dicke Streifen geschnitten +und in dem gestossenen, mit Salz vermischten Gewuerz umgekehrt. Mit einem +spitzen Holzstiel werden die Speckstreifen in gleichmaessiger Entfernung +dem Fleischstueck eingefuegt und dieses dann in mit etwas Salz vermischtem +Mehl umgewendet. + +_Zubereitung_: Inzwischen macht man in einem irdenen Topf Fett--auch +Speckreste--heiss und braun, braeunt das Fleisch von allen Seiten, wobei +zum Wenden immer ein Schaumloeffel und eine Kelle gebraucht werden, fuegt +dann Zwiebeln, zerkleinerte Brotrinde und das uebrig gebliebene Gewuerz +hinzu, giesst nach und nach 1/4 l heisses Wasser darauf, deckt den Topf +fest zu, beschwert ihn mit einem Bolzen und laesst das Fleisch langsam an +der Seite des Feuers schmoren. Alle halbe Stunde wendet man es nach einer +anderen Seite und ergaenzt durch heisses Wasser die eingekochte Sauce. Zu +dieser Ergaenzung kann man nach Belieben Bier, oder, falls das Stueck in +einer Essigmarinade lag, etwas von dieser zugiessen. Nach Verlauf von 3 +Stunden nimmt man das weiche Schmorstueck aus dem Topf, deckt es mit einer +tiefen Schuessel zu, entfettet die Sauce und prueft sie aus ihre +Bindigkeit, nach der man sie entweder mit beliebigen Fluessigkeiten +verduennt oder mit ein wenig Staerkemehl, kalt angeruehrt, verdickt. Dann +wird sie durch ein Sieb geruehrt und nachdem alles Angesetzte im +Schmortopf abgekocht wurde, wird die Sauce in den Schmortopf +zurueckgeschuettet, der Schmorbraten hineingelegt, darin erwaermt und mit +der Sauce ueberfuellt, damit er ein glaenzendes Aussehen erhaelt. Die Sauce +muss auf jeden Fall eine reine braune Farbe haben, der man, wenn noetig, +durch 2-3 Tropfen Speisefarbe nachhelfen kann. Menge der Sauce: 1/4 l fuer +diesen Braten. + +_Bemerkungen_: Gekochtes Rindfleisch kann man als falschen _Schmorbraten_ +ebenso behandeln, nur laesst man diesen nach dem Braeunen etwa 1 Stunde +schmoren und gibt statt Wasser uebrige Bratensaucen oder Weissbier dazu. + +Rinderschmorstueck kann auch 4-10 Tage in eine Mischung von duennem +Zwiebelscheiben und Gewuerzen gelegt werden und wird dann wie Schmorbraten +als _Sauerbraten_ bereitet. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +RINDFLEISCH MIT BRUeHKARTOFFELN. + +200 g Rindfleisch +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) geschaelte Kartoffeln, + Wasser und Salz zum Abwellen +15 g Suppengruen +3/4 l Wasser +10 g Salz +1 Teel. Petersilie oder + 1/4 Teel. getrodneter Majoran +1 Prise Salz + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird gewaschen und geklopft, die +durchschnittenen Kartoffeln werden in Salzwasser abgewellt und auf ein +Sieb geschuettet. 3/4 l Wasser und 10 g Salz stellt man auf den Herd. + +_Zubereitung_: Das Fleisch kommt in das kochende Salzwasser, wird, +nachdem es 1/2 Stunde kochte, geschaeumt; das Suppengruen wird hinzugefuegt +und mit dem Fleische langsam noch 1/2 Stunde gekocht; die abgewellten +Kartoffeln kommen dazu, Petersilie oder Majoran ebenfalls; alles zusammen +kocht nochmals 1/2 Stunde, wird mit Salz und nach Belieben mit etwas +Pfeffer abgeschmeckt und angerichtet. + +_Bemerkung_: Von Rind- und Schweinefleisch rechnet man zu diesem Gericht +200 g; von Hammel- oder Kalbfleisch 250 g im Durchschnitt; man kann aber +auch nur 200 g davon nehmen und etwas mehr Kartoffeln. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +RINDFLEISCH UND RINDFLEISCHBRUeHE. + +250 g Rindfleisch (Schild oder Duennung) +2 Essl. Suppengruen +10 g Salz +1-1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird gewaschen, geklopft und mit dem Wasser +und Salz aufgesetzt, das Suppengruen geputzt, in gleichmaessige Stuecke +geschnitten, gewaschen. + +_Zubereitung_: Das Fleisch wird in dem Salzwasser gekocht, geschaeumt, das +Suppengruen dazugelegt und der Topf zugedeckt. Das Fleisch muss nun 2-1/2 +Stunden mehr ziehen als kochen. + +_Bemerkung_: Will man die Bruehe als Suppe verwenden, so nimmt man das +Fleisch heraus, giesst die Bruehe durch ein Sieb oder nimmt das Suppengruen +heraus, entfettet die Bruehe und uebergiesst das Fleisch mit einigen Loeffeln +Fett. Das Suppengruen tut man nach dem Entfetten der Bruehe wieder hinein. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + +_Restverwendung_: Das abgeschoepfte Fett wird zum Fetten von Gemuese +verwendet. + + + +SCHMORWURST. + +300 g Bratwurst +10 g Mehl +15 g Fett oder Margarine +25 g Brotrinde +1 Gewuerzdosis +15 g Zwiebeln +1 Prise Salz +1/4 l Weissbier oder Wasser +5 g Kartoffelmehl +2 Tropfen Speisefarbe + + +_Zubereitung_: Die Bratwurst wird im Fett angebraten, mit Mehl bestaeubt, +dann mit den angegebenen Zutaten, ausser Kartoffelmehl und Speisefarbe in +einem Schmortopf in Weissbier oder Wasser 3/4 Stunden langsam geschmort, +hierauf auf eine Schuessel gelegt. Die Sauce wird entfettet und durch ein +Sieb geschlagen; 3 Essloeffel derselben werden mit in Wasser angeruehrtem +Kartoffelmehl verkocht und die angerichtete Wurst damit ueberzogen; die +uebrige Sauce wird, nachdem sie mit Speisefarbe gefaerbt wurde, nebenher +gegeben. + + + +SCHWEINEBAUCH, GEKOCHT. + +300 g magerer Schweinebauch +8 g. Salz +15 g Zwiebel +1 Gewuerzdosis +1 Stiel Majoran +3/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Schweinebauch wird, wie alles Schweinefleisch, in +Wasser recht sauber abgebuerstet und mit Salz tuechtig eingerieben. + +_Zubereitung_: In kaltem Wasser aufgesetzt, kochend geschaeumt, kocht das +Fleisch nach Hinzufuegen von Zwiebeln, Gewuerzdosis und getrocknetem +Majoran zugedeckt langsam 2 Stunden. Das Fleisch wird in Scheiben +geschnitten zu Gemuese gereicht. Die Bruehe ist schmackhaft zu allen +Ruebengemuesen, Sauerkohl und Huelsenfruechten; vor dem Gebrauche wird sie +entfettet. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +SCHWEINEBRATEN FUeR 6 PERSONEN. + +1 kg (2 Pfd) Schweineruecken +5 g Salz +1 Zwiebel +1 Gewuerzdosis +4 Essl. saure Milch oder + leichtes Bier +10 g Kartoffel- oder Weizenmehl +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Schweinerueckenstueck wird schnell gewaschen, +getrocknet, geklopft und vom Fett bis auf 2 Strohhalme breit befreit; mit +einem Messer werden schraege Linien erst nach rechts, dann nach links zu +Vierecken eingeritzt; das Fleisch wird mit Salz bestreut. Der Ofen wird +in gleichmaessige, nicht zu starke Hitze gebracht. Die Zwiebel wird +geschaelt und mit der Gewuerzdosis in die Pfanne gelegt. Das Mehl wird mit +4 Essloeffel kalten Wassers verruehrt. + +_Braten_: Der vorbereitete Braten wird in die Pfanne gelegt, mit 4 +Essloeffel kochenden Wassers begossen (so dass die ganze Flaeche damit +ueberzogen ist) und in den Ofen gestellt. Nach der Uhr sehen, berechnen, +wie lange der Braten im Ofen bleiben muss! Bei einem so kleinen Braten +rechnet man auf 1/2 kg (1 Pfd.) 20 Minuten, bei einem groesseren 18 +Minuten. + +Der Braten muss alle 5-8 Minuten mit dem Fett, welches sich sammelt, +begossen werden. Man giesst inzwischen immer einige Loeffel Fluessigkeit +nach und kratzt die Pfanne oefter ab, damit sich eine braune Sauce bildet. +Der fertige Braten muss eine schoene braune Farbe haben und kross sein. Er +wird aus der Pfanne genommen, auf die Schuessel gelegt und warmgestellt. +Die Sauce wird entfettet, mit Bier oder Milch durchgekocht, das +ausgeloeste Mehl kommt unter Ruehren dazu. Die Sauce muss ordentlich +aufkochen, wird abgeschmeckt und kommt, durch ein Sieb geruehrt, mit dem +Braten zu Tisch. + + + +SCHWEINEFLEISCH, GEKOCHTES, MIT WEISSKOHL UND KARTOFFELN. + +200 g Schweinekamm +8 g Salz +3/4 l Wasser +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Weisskohl +Wasser und 1 Prise Salz +250 g geschaelte Kartoffeln +Wasser und 1 Prise Salz +1 Gewuerzdosis +10 g Fett +10 g Mehl +Salz und Pfeffer + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird gewaschen und geklopft. 3/4 l Wasser mit +8 g Salz stellt man auf den Herd. Der Kohl wird von den aeusseren Blaettern +und dicken Blattrippen befreit, nachdem der Kopf in 8 oder 16 Teile +zerlegt wurde, dann in Salzwasser abgewellt und abgegossen; die +Kartoffeln werden ganz oder zerschnitten fast gargekocht. + +_Zubereitung_: Das Fleisch kommt in das kochende Salzwasser; nachdem sich +der Schaum gebildet und einige Minuten mitkochte, wird er abgenommen, die +Gewuerzdosis hinzugefuegt, dann der Weisskohl und das Gericht etwa 1 Stunde +geschlossen gedaempft. Nun schuettet man die Kartoffeln dazu, kocht das +Ganze noch 1/4 Stunde langsam, schwitzt Fett und Mehl, das man mit dem +Gericht verbindet, und schmeckt mit Pfeffer und Salz ab. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +SCHWEINEKOTELETTEN. + +250 g Schweinekoteletten +1/2 Teel. Pfeffer und Salz +2 Essl. geriebene Semmel +1 Teel. Mehl +1/2 Eiweiss +1 Essl. Schmalz + + +Zur Sauce: + +1 Essl. Suppengruen +10 g Mehl +10 g Zwiebelscheiben +1/2 Essl. ausgebratenes Fett +1/4 Teel. Salz +3/8 l Wasser. +1/2 Teel. Mostrich + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird bis zu einem Strohhalm breit vom Fett +befreit, der Rueckgratknochen, nicht der Rippenknochen, abgeschlagen, +abgeschnitten und zerkleinert; das abgetrennte Fett wird in Wuerfel +geschnitten und ausgebraten, die Zwiebel vorbereitet, das Suppengruen +geputzt, gewaschen und in Stuecke geschnitten, das Eiweiss mit 1/2 +Teeloeffel Wasser verschlagen, Mehl und Semmel vermengt. + +_Zubereitung_: 1/2 Essloeffel von dem ausgebratenen Fett laesst man in einem +Topf kochen, tut Knochen, Suppengruen, Zwiebel und Salz dazu, laesst die +Knochen unter Ruehren anbraeunen, gibt 3/8 l Wasser darauf, deckt zu und +laesst sie langsam auskochen. Die Schweinekoteletten werden leicht +gewaschen, von beiden Seiten geklopft, mit Pfeffer und Salz bestreut, auf +einer Gabel durch das geschlagene Eiweiss gezogen und in der Mischung von +Semmel und Mehl umgedreht. Das uebrige ausgebratene Fett und noch 1 +Essloeffel Schmalz werden in einer Stielpfanne zerlassen und dampfend +gemacht. Die panierten Koteletten legt man hinein und bratet sie unter +Wenden langsam von beiden Seiten zu schoener Farbe, legt sie auf einen +heisser Teller, aber nicht zugedeckt, da sie sonst weich werden. Aus dem +Fett, in dem die Koteletten gebraten wurden, und dem Mehl macht man eine +Mehlschwitze, verruehrt etwas Mostrich damit und giesst die Bruehe von den +aufgekochten Knochen unter Ruehren langsam dazu, schmeckt die Sauce mit +Pfeffer und Salz ab und gibt die Koteletten mit der Sauce zu Tisch. + +_Bemerkung: Kalbskoteletten und Schweineschnitzel_ werden ebenso +bereitet. + + + +SCHWEINEKOTELETTEN, GESCHMORT. + +250 g Schweinekamm +1 Prise Salz und Pfeffer +5 g Mehl +1/2 Gewuerzdosis +10 g Zwiebeln +1 Teel. Mostrich +4 g Kartoffelmehl +1 Essl. Essig +3/16 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Man schneidet das aeussere Fett soviel als moeglich ab und +verwendet moeglichst das Stueck dem Halse zu, weil es durchwachsener ist +und deshalb saftiger bleibt. Man schneidet die Stuecke 2 cm dick, salzt +und pfeffert sie und wendet sie leicht in Mehl um. Die Zwiebeln werden +gewuerfelt. + +_Zubereitung_: Man legt die Koteletten nebeneinander in einen breiten, +irdenen Schmortopf, in dem man die Fettabfaelle ausliess, bratet sie nach +Entfernung der Grieben von beiden Seiten an, fuegt Gewuerze, Zwiebeln und +1/8 l Wasser dazu, bedeckt den Topf und laesst die Koteletten, von Zeit zu +Zeit etwas Wasser hinzugiessend, 1 Stunde langsam schmoren. Die Sauce wird +entfettet, mit Mostrich, Kartoffelmehl und Essig verruehrt, abgeschmeckt, +durchgesiebt und ueber die Koteletten gegossen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +SCHWEINENIEREN, SAURE. + +250 g Schweinenieren +5 g Salz +10 g Mehl +25 g Margarine +1/4 l Bruehe oder Fleischextraktbruehe +1/2 Essl. Essig + + +_Vorbereitung_: Die Nieren werden sauber gewaschen, der Breite nach in +1/2 cm dicke Stuecke geschnitten, von den Sehnen befreit und mit Salz und +Pfeffer bestreut. + +_Zubereitung_: Man schwitzt in einem Tiegel Mehl und Margarine gelblich, +tut die Nieren hinein, bratet sie durch, fuegt die Bruehe hinzu und schmort +unter fortwaehrendem Ruehren, da sie sonst leicht hart werden, die Nieren +etwa 2-3 Minuten, bis sie nicht mehr rot aussehen. Dann giesst man den +Essig zu und gibt sie, gern mit Bratkartoffeln, moeglichst rasch zu Tisch. + + + +SCHWEINEPOeKELFLEISCH ODER EISBEIN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Eisbein oder Poekelfleisch +1/2 Gewuerzdosis +15 g Zwiebeln +l Wasser + + +_Zubereitung_: Poekelfleisch und Eisbein werden wie Schweinebauch gekocht. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +SCHWEINESCHINKEN, FRISCHER, MIT BROTKRUSTE FUeR 12-14 PERSONEN. + +1 Schweinekeule von einem +jungen Schwein, 4 kg (8 Pfd.) +10 Nelken +60 g geriebenes Brot +25 g Zucker +1/2 Teel. Zimt +10 g Salz +30 g Brotrinde +1 Gewuerzdosis +1 kleine Zwiebel +1 Prise Salz +1-1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Von einer geklopften Schweinekeule schneidet man die +Schwarten nebst einem grossen Teil des Fettes ab und reibt die Keule mit +Salz ein. + +_Zubereitung_: Man legt die Keule in die Pfanne, uebergiesst sie nach und +nach mit 1/2 l kochendem Wasser, legt Brotrinde, Gewuerzdosis und Zwiebel +hinzu und laesst die Keule in 3 Stunden bei maessiger Hitze unter fleissigem +Begiessen weich braten; die Sauce ab und zu durch Wasser ergaenzend, fuellt +man das Fett sorgfaeltig ab. Mit einer Mischung von Brot, Zucker, Zimt, +gestossenen Nelken und einer Prise Salz besiebt man die Keule 3/4 Stunden +vor dem Anrichten dick, drueckt die Mischung mit dem Messer ueberall an, +betraeufelt sie mit Fett und laesst die Kruste im Ofen braeunen und hart +werden, indem man sie ab und zu mit Fett betraeufelt. Dann richtet man den +Braten an und kocht die Sauce, indem man die Pfanne abkratzt, durch Die +Sauce wird durch ein Sieb geruehrt. + +Bemerkung: Man kann die Kruste auch ganz weglassen: _Schweineschinken_, +oder sie auch erst beim Aufwaermen darauf legen. + + + +SPECKSCHEIBEN EINZUWAeLZEN UND ZU BRATEN. + +100 g magerer Speck +3/8 l Wasser +1/2 Eiweiss, 1/2 Teel. Wasser +1 knapper Essl. Mehl +2 Essl. geriebene Semmel +1/2 Teel. Salz +20 g Schmalz oder Margarine + + +_Vorbereitung_: Speck in 1/2 cm dicke Scheiben schneiden, so dass die +Streifen laengs laufen, und in 3/8 l Wasser einwaessern. Eiweiss mit 1/2 +Teeloeffel Wasser, mit der Gabel auf einer Untertaste schlagen. Die +geriebene Semmel mit Salz und Mehl mischen; das Fett wird in eine Pfanne +getan und auf den Herd gestellt. + +_Zubereitung_: Der vorbereitete Speck wird abgetrocknet, in dem +geschlagenen Eiweiss gewaelzt und dann in die Semmelmischung gleichmaessig +eingehuellt, in dampfendem Fett aus der Pfanne unter Wenden zu gelbbrauner +Farbe gebraten und angerichtet. + + + +SUeLZE (VORRAT.) + +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Schweinekamm +1 Schweineohr +1 Gewuerzdosis +40 g Zwiebeln +20 g Salz +1-1/2 l Wasser +1/8 l Essig +65 g Gurkenwuerfelchen + + +_Vorbereitung_: Nachdem Schweinefleisch und Schweineohr gehoerig gewaschen +sind, setzt man sie mit Gewuerz, Zwiebelscheiben, Salz und 1-1/2 l Wasser, +zugedeckt, auf. + +_Zubereitung_: Man schaeumt sauber und laesst das Schweinefleisch langsam 1 +Stunde, das Schweineohr 2-1/2 Stunde ziehen, bis beides ganz weich ist. +Dann schneidet man das Fleisch in kleine Wuerfel, giesst die Bruehe durch +ein Sieb, fuegt Essig hinzu und schmeckt, nachdem man alle Zutaten in die +Bruehe tat, das Ganze noch einmal ab. Die Formen werden ausgespuelt; die +Masse wird eingefuellt und nach dem Erstarren gestuerzt. Den Boden der +Formen kann man mit Gurke, Kapern und Zitrone bunt auslegen und einige +Loeffel Bruehe darauf erstarren Lassen, dann fuellt man die Suelze darauf. +Man gibt Salat, Essig und Oel, Oelsauce, auch Bratkartoffeln dazu. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +WUeRSTCHEN, GERAeUCHERTE, WARM ZU MACHEN. + +2 Paar Wuerstchen +1/2 l kaltes Wasser + + +_Zubereitung_. Jauersche-, Knoblauch- oder Wiener Wuerste werden mit +reichlichem kaltem Wasser zugedeckt aufgesetzt. Ist das Wasser heiss, +dicht vor dem Kochen, so sind die Wuerste gut. Kochen die Wuerste, so +werden sie hart und trocken. + + * * * * * + +VORBEREITUNG DES GEFLUeGELS. + +Zuerst zieht man die langen Federn von Schwanz und Fluegeln aus, um sie zu +verschiedenem Gebrauch (wie Tueren einoelen, Formen ausstreichen usw.) +zurueckzulegen. Dann beginnt man am Kopf von unten nach oben die Federn, +dicht am Fleisch anfassend, auszurupfen. Das Papier, womit das Gefluegel +gewoehnlich ausgestopft ist, zieht man heraus. Ist der Vogel vollstaendig +gerupft, so legt man ihn mit der Brust auf ein Holzbrett, drueckt mit +Daumen und Zeigefinger der linken Hand die Haut unter dem Halse zusammen, +macht, zwischen den Fluegeln anfangend, einen leichten Schnitt bis zur +Mitte des Halses und loest vorsichtig den Kopf und die Gurgel mit dem +Zeigefinger der rechten Hand heraus, indem man die Gurgel dicht unter dem +Schnabel abschneidet. (Bei Tauben ist der Kopf nicht mehr am Halse.) Dann +dreht man das Tier um, bringt von oben den Zeigefinger in die +Brustoeffnung und loest ringsherum die Eingeweide an Brust und Ruecken. Man +schneidet den Afterring weg, und macht von da einen Schnitt in die +Bauchhaut nach oben, schiebt mit Zeige- und Mittelfinger zuerst das Fett +und dann den Magen fassend, die Eingeweide heraus auf das Brett. Man +waescht das Gefluegel schnell innen aus, trocknet es ab und schlaegt Hals +und Fluegel ab. Will man es kochen, so laesst man Hals und Fluegel daran. Die +Fuesse schneidet man am Kniegelenk ab. Man sengt gerupftes Gefluegel, indem +man es an den aeussersten Enden haltend, von rechts nach links ueber +Spiritus-, Papier- oder Strohflamme vorsichtig hin- und herzieht, bis +alle kleinen Federchen abgesengt sind und beputzt es dann mit einem +Messer nochmals. Hat man innen gut ausgetrocknet, so reibt man das +Gefluegel mit Salz aus, steckt ein Stueckchen Butter, die von der Galle +befreite Leber, auch wohl Magen und Herz hinein oder bereitet eine +Fuellung und fuellt es damit. Die Oeffnungen werden zugenaeht und das +Gefluegel zu schoener Form gebunden. Mageres Gefluegel bedeckt man mit +Speckscheiben, welche man fest darauf bindet, und legt es in die Pfanne +oder den Topf. + + + +ENTE, GEBRATENE, FUeR 4 PERSONEN. + +1 Ente +1 Stiel Beifuss +8 Aepfel +5 g Zucker +l0 g Salz +5 g Kartoffelmehl +1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Man bereitet die Ente nach obiger Vorschrift vor. + +_Zubereitung_: Dann haut man Hals, Fluegel und Fuesse ab, waescht die Ente +aus, reibt sie innen und aussen mit Salz ein und fuellt sie mit ganzen oben +gevierteilten geschaelten mit Zucker gemischten Aepfeln und Beifuss. Dann +bindet man sie zu guter Form, legt sie in eine Bratpfanne, giesst etwas +kochendes Wasser darueber und bratet sie, unter fleissigem Begiessen, in 1-1 +1/2 Stunde gar. Alsdann richtet man die Ente an und legt die Aepfel +ringsherum. Die Sauce verdickt man mit in kaltem Wasser verruehrtem +Kartoffelmehl. + +_Bemerkungen_: Man kann Enten auch auf dem Herde oder im Selbstkocher +schmoren, _Ente geschmort_, und rechnet dann 2 Stunden. Das Klein gibt +mit Kartoffeln und Suppengruen gekocht eine schmackhafte Suppe +(Entenkleinsuppe). + + + +GAeNSEBRATEN, FETTER. (VORRAT.) + +1 Gans von 4 kg (8 Pfd.) +1 kg (2 Pfd) Aepfel +40 g Zucker +30 g Salz +1 Strauss Beifuss +30 g Zwiebeln +1 Gewuerzdosis +8 g Kartoffelmehl +1 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Gans wird nach Vorschrift vorbereitet; Fluegel, Hals, +Kopf und Pfoten werden abgehauen. Das Darmfett der Gans wird sorgfaeltig +von dem anderen Fett getrennt und beides fuer sich eingewaessert. Nachdem +die Gans gewaschen und ausgetrocknet ist, wird sie mit Salz ausgerieben. +Die nach Belieben geschaelten oder ungeschaelten Aepfel, geschnitten oder +wenn sie klein sind ganz, werden mit Zucker und Salz durchgeschwenkt und +mit dem abgewaschenen Beifuss in die Gans gefuellt; diese wird zugenaeht und +aussen mit Salz eingerieben. + +_Zubereitung_: Der Ofen wird in her ersten Stunde nicht zu heiss gehalten, +die Gans mit 1/2 l kochendem Wasser begossen; Zwiebeln und Gewuerz werden +dazugelegt. Die Gans wird unter Begiessen mit dem Wasser 1 Stunde im Ofen +behandelt. Man darf in der ersten Stunde weder Farbe noch Bratenduft +wahrnehmen; sollte die Temperatur im Ofen sich erhoehen, so deckt man ein +Fettpapier ueber die Gans. Sie wird nun soviel eigenes Fett hergegeben +haben, dass man sie damit begiessen kann; man fuellt nun von Zeit zu Zeit +loeffelweise Wasser dazu, damit das Fett sich nicht faerbt. Nach 1-1/2 +Stunde schoepft man ab und zu Fett von der Sauce und bratet die Gans zu +schoener brauner Farbe. Ist sie dann weich, was von Groesse und Alter +abhaengt, so bespritzt man sie mit 1 Loeffel kalten Wassers, damit die Haut +kross wird, richtet die Gans an und kocht in der Pfanne die Sauce mit +etwas Wasser und mit in Wasser verruehrtem Kartoffelmehl zu genuegender +Menge auf, kann auch noch mit Speisefarbe faerben. Die Sauce wird dann +durch ein feines Sieb gegossen. + +_Restverwendung_: Von den kleingeschlagenen Gaensebratenknochen kocht man +Bruehe, welche schmackhaft zu Kohlrueben und Kartoffelsuppe zu verwenden +ist. Fluegel, Hals, Kopf, Herz, Magen und Fuesse geben Gaenseklein. + + + +GAeNSEKLEIN. + +Herz, Magen, Kopf, Fluegel, +Fuesse und der in Stuecke +geschlagene Hals +30 g Zwiebelwuerfel +30 g abgeschoepftes Gaensefett +1 Gewuerzdosis +30 g Mehl +10 g Salz +2 Essl. Petersilie +56 g Suppengruen +1 Prise Pfeffer +3/4 l Wasser + + +_Zubereitung_: Das sauber beputzte, gesengte Gaenseklein, wie man die oben +angefuehrten Stuecke nennt, wird mit Wasser, Suppengruen und Gewuerz +zugedeckt langsam weichgekocht und jedes Stueck dann noch besonders +beputzt. Die Zwiebelwuerfel schwitzt man in von der Bruehe abgeschoepftem +Gaensefett weich, fuegt das Mehl hinzu und giesst, nachdem es gar ist, die +Gaensebruehe dazu, laesst sie bis zur Haelfte offen einkochen, kostet die +Sauce mit Salz und Pfeffer ab, ruehrt sie durch ein Sieb und laesst das +Fleisch darin heiss werden. Zuletzt fuegt man gewiegte Petersilie oder in +Ermanglung 1/2 Teeloeffel getrockneten Majorans dazu und richtet das +Gaenseklein in tiefer Schuessel an. + +Bemerkung: Dasselbe Gericht ist von jedem Gefluegelklein (_Entenklein, +Huehnerklein, Taubenklein_) zu bereiten. + + + +HUHN, GEKOCHTES, FUeR 4 PERSONEN. + +1 Herbsthuhn oder 1 altes Huhn +56 g Suppengruen +15 g Salz +1-1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Huhn wird vorbereitet, mit Bindfaden umbunden; Leber, +Herz und Magen kommen hinein. + +_Zubereitung_: Das Wasser wird mit Suppengruen und Salz erhitzt, das Huhn +hineingelegt und, zugedeckt, nur so lange gekocht, bis es weich ist, was, +wenn es ein junges Huhn ist, in 1-1/4 bis 1-1/2 Stunde der Fall ist. Man +hebt es nun aus dem Kochtopf, laesst es ablaufen und legt es sofort einen +Augenblick in kaltes Wasser, damit es weiss wird und abkuehlt. Dann zerlegt +man es zu beliebigen Gerichten. Dazu muss das Fleisch, aber kleine und +groessere Stuecke gesondert, sofort, je nachdem wozu man es verwenden will, +mit Bruehe, Essig und Oel oder Weisswein mariniert werden oder man gibt das +Huhn als selbstaendiges Gericht mit beliebiger Sauce. + +Ein altes Huhn oder 2 alte Rebhuehner koennen roh zerlegt mit 125 g +mehrmals gewaschenem Reis, 20 g Butter und 10 g Mehl, die miteinander +durchgeschwitzt wurden, 1 Gewuerzdosis, 1 Zwiebel in 1 1/4 l Wasser +gekocht zu _Huhn mit Reis_ verwendet werden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HUHN, JUNGES, GESCHMORT. + +1 junges Huhn +10 g Salz +50 g Butter +1 Strauss Petersilie +20 g Speck +1/8 1 Wasser oder leichte Bruehe +8 g Kartoffelmehl +3 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Huhn wird nach Vorschrift vorbereitet, gereinigt und +ausgetrocknet. Nachdem das Innere mit Salz ausgerieben ist, tut man die +Petersilie nebst 10 g Butter hinein, und bindet das Huhn zu guter Form. +Eine Speckplatte bindet man ueber die Brust oder spickt das Huhn. + +_Zubereitung_: Butter wird im Schmortopf heiss gemacht, das Huhn darin +angebraten, zugedeckt und oefter begossen, indem man nach und nach 1/8 1 +Wasser oder leichte Bruehe dazufuegt. Eine Stunde muss es recht langsam +schmoren. Die Sauce wird, indem man den Bratenansatz vom Topf abkocht, +mit in kaltem Wasser angeruehrtem Kartoffelmehl schleimig gemacht und +durch ein Sieb gegossen, der Speck nach Belieben abgebunden, das Huhn mit +Sauce glaciert und angerichtet. + +_Bemerkung_: Rebhuehner geschmort werden ebenso bereitet. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +TAUBEN, JUNGE. + +I. + +2 junge Tauben +30 g Butter oder Margarine +5 g Kartoffelmehl +2 Essl. saure Milch oder Sahne +1/2 Teel. Salz +1/8 l Wasser oder Bruehe. + +II. Zur Fuellung fuer 2 Tauben. + +1 Semmel +1/2 Essl. Fett +1/1 Essl. Korinthen +1 Prise Zucker und Salz +1 Eigelb oder Eiweiss +9 Essl. Magermilch + + +_Vorbereitung_: Die Tauben werden nach Vorschrift gerupft, gesengt, +ausgenommen und leicht gewaschen; Fluegel, Hals und Beine (bis zum +Kniegelenk) werden abgeschlagen. Leber, Magen und Herz werden gesaeubert. +Die Korinthen reinigt man, laesst sie mit etwas Wasser auf dem Herd +ausquellen, reibt die Semmel ab, zerkleinert und erweicht sie in Milch. +Das Fett wird zerlassen. Alle Zutaten unter II werden damit gut +zusammengemischt. Die Tauben reibt man mit Salz aus und fuellt sie mit der +Fuellung. Die Oeffnungen werden zugenaeht und die Tauben zu schoener Form +gebunden. + +_Braten_: Butter oder Margarine wird in einem Topf gebraeunt; die Tauben +werden hineingelegt und von allen Seiten schoen angebraeunt; loeffelweise +werden Wasser oder Bruehe nach und nach zugegeben und die Tauben langsam +1--1-1/2 Stunde zugedeckt geschmort. Zuletzt fuegt man die Milch mit dem +darin verruehrten Kartoffelmehl dazu und laesst die Sauce durchkochen. Die +Tauben werden der Laenge nach in Haelften geteilt und, aneinander gelegt, +auf einer Schuessel angerichtet. + +Die Sauce wird abgeschmeckt, wenn noetig durch ein Sieb gestrichen und mit +den Tauben zu Tische gegeben. + +_Bemerkung_: Das Taubenklein ist fuer Taubensuppe zu verwenden oder fuer +die Sauce auszukochen. + + * * * * * + +FISCHE. + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +AAL ZU TOeTEN UND ABZUZIEHEN. + +Der Kopf des Aales wird mit einem Tuch umwickelt und heftig mit dem +Kuechenbeil einige Male darauf geschlagen. Dann umbindet man den Kopf mit +einem Bindfaden und haengt den Aal an einen Haken. Mit einer Handvoll Salz +reibt man den Fisch von oben bis unten stark ab und wiederholt das Reiben +mit Salz so lange, bis der Fisch blau erscheint. Um ihn abzuziehen, loest +man durch einen Schnitt um den Kopf die Haut und zieht sie mit dem Messer +nachhelfend, von oben nach unten ab. Kurze Zeit ueber Holzfeuer halten, +bewirkt dass sich die Haut leichter abstreifen laesst. + + + +AAL BLAU. + +250 g Aal +10 g Salz +1 Essl. Essig +1,4 l Wasser. +30 g Zwiebelscheiben +1 Gewuerzdosis +1 Essl. Suppengruen +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Man teilt den (wie oben angegeben) getoeteten Aal in +gleichmaessige, beliebig lange Stuecke, reinigt jedes einzelne Stueck +besonders, indem man mit einem Quirlstiel die Eingeweide herausstoesst und +es dann von der inneren Haut saeubert, mit Salz ausreibt und waescht. + +_Zubereitung_: Dann ueberbrueht man den Fisch mit kochendem Wasser, mit 1/2 +Loeffel Essig gemischt, und kocht ihn in einer Bruehe von Wasser, +Suppengruen, Gewuerzen, Zwiebel und etwas Essig in einer guten 1/4 Stunde +gar. Die blauen Aalstuecke werden warm oder erkaltet angerichtet. Die +Aalbruehe gibt man dazu. + + + +AAL IM BIER. + +250 g Aal +3/8 l Weissbier +1 Gewuerzdosis +8 g Salz +1 Teel Butter +2 Teel. Mehl +4 Teel. Kartoffelmehl +3 Essl. Wasser +4 Zwiebelscheiben + + +_Vorbereitung_: Nachdem der Aal in Stuecke geschnitten, jedes Stueck +gesaeubert und oefter gewaschen wurde, packt man ihn mit Gewuerzen, +Zwiebelscheiben und Salz in einen irdenen Topf. + +_Zubereitung_: Man uebergiesst ihn mit Weissbier und kocht ihn zugedeckt, je +nach der Staerke, in ungefaehr 20 Minuten weich. Man schaeumt ihn oefter und +verkocht die Sauce mit einem in Mehl verruehrten Stueckchen Butter. Dann +richtet man die Aalstuecke in einer tiefen Schuessel an, kocht die Sauce, +nach dem sie abgekostet wurde, schnell mit verduenntem Kartoffelmehl auf, +fuellt sie ueber die Fischstuecke und gibt die uebrige Sauce nebenher. + + + +AAL IN DILLSAUCE. + +250 g Aal +1/4 Wasser +1 Teel. Butter +1-1/2 Teel. Mehl +1 Teel. gewiegter Dill +1 Prise weisser Pfeffer +10 g Salz +10 g Zwiebeln +1 Gewuerzdosis +3/8 l Wasser + +_Vorbereitung_: Der Aal wird nach Vorschrift vorbereitet, in Stuecke +geschlagen, gereinigt und mit kochendem Wasser ueberbrueht. + +_Zubereitung_: Mit Gewuerzdosis, Salz, Zwiebeln und Wasser wird der Fisch +gargekocht, aus der Bruehe genommen und heiss gestellt. Die Fischbruehe wird +in einem irdenen Topf mit dem in Butter gargeschwitzten Mehl zu einer +guten weissen Sauce verkocht, mit weissem Pfeffer und gewiegtem Dill oder +auch Petersilie (Dillsauce, Petersiliensauce) abgeschmeckt, ueber die +Aalstuecke gegossen. + + + +BIERFISCH. + +1/2 kg (1 Pfd.) Fisch +50 g Fett +20 g Zwiebeln +40 g Mehl +1 Gewuerzdosis +2 Essl. Suppengruen +1 Brotrinde +15 g Salz +2 Essl. Sirup +1 Flasche Braunbier + + +_Vorbereitung_: Der vorbereitete Fisch wird in handbreite Stuecke +zerschnitten, dann ausgenommen und zwar so, dass die Stuecke rund und ganz +bleiben und beim Kochen nicht am Bauch zerkochen koennen; dann werden die +Stuecke sauber und schnell gewaschen, getrocknet und mit 10 g Salz +eingesalzen. Das Suppengruen wird geputzt, gewaschen und in kleine +Streifen geschnitten, die Zwiebeln geschaelt und in Scheiben geschnitten, +die Brotrinde zerkleinert. + +_Zubereitung_: Das Fett wird zerlassen, das Mehl wird hineingeschuettet +und gut verruehrt. Man fuellt das Bier darauf, tut die Gewuerze hinzu und +laesst alles solange zugedeckt kochen, bis das Suppengruen weich ist. Die +Sauce wird mit Sirup und 5 g Salz abgeschmeckt, der Fisch in die kochende +Sauce gelegt, in welcher er langsam garziehen muss. + +Will man sich von der Gare des Fisches ueberzeugen, so zieht man eine +Flosse heraus; loest sie sich leicht, ohne blutig zu sein, so ist der +Fisch gar. Man gibt ihn mit der Sauce in einem Napf zu Tisch. Statt Sirup +kann man Honigkuchen reiben und hineintun, dann nimmt man aber weniger +Mehl. Rogen kocht man besonders in kochendem Salzwasser gar und richtet +ihn obenauf an. + +So kocht man _Barsch, Bleie, Karpfen, Schellfisch, Zander_ und +_verschiedene kleine Fische_. + + + +FISCH, GRUeNER. + +1/2 kg (1 Pfd.) Fisch +40 g Fett +1 mittelgrosse Zwiebel +2 Essl. Suppengruen +10 g Salz +40 g Mehl +1 Essl. gewiegte Petersilie +1 Prise Pfeffer +3/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Fisch wird geschuppt, gewaschen, zerschnitten, +ausgenommen und gesalzen, das Suppengruen zerschnitten. In 3/4 l +Salzwasser kocht man zugedeckt das Suppengruen weich. + +_Zubereitung_: Dann legt man die Fischstuecke dazu und kocht sie in +einigen Minuten gar. Man bratet in einem Toepfchen die feingewiegte +Zwiebel in Fett gar, aber nicht braun, schuettet das Mehl hinzu und +verduennt mit einigen Loeffeln Fischwasser. Wenn die Mehlschwitze Blasen +wirft, schuettet man sie zum Fischgericht, fuegt Pfeffer und gewiegte +Petersilie hinzu und richtet, nachdem alles gleichmaessig seimig kochte, +den Fisch mit Sauce an. So kocht man _Hecht_, _Zander_, _Aal_, _Schleie_. + + + +FISCHKOTELETTEN. + +150 g gekochter Fisch oder +Fischreste (entgraetet) +15 g gehackte Zwiebeln +15 g Margarine +15 g Mehl +1/8 l Magermilch +1 Prise Salz und Pfeffer +1 Eigelb +5 g Mehl +1 Eiweiss +20 g geriebene Semmel +Backfett zum voruebergehenden Gebrauche +1/2 Bogen Loeschpapier + + +_Zubereitung_: Man schwitzt die Zwiebeln in der Margarine weich, fuegt das +Mehl dazu und ruehrt, wenn es gar ist, mit Milch, Salz und Pfeffer zu +einer dicken Sauce, zieht mit dem zerquirlten Eigelb ab, fuegt den Fisch +in kleinen Stuecken hinzu, kann auch nach Belieben noch einige klein +geschnittene Pilze beifuegen; alles muss heiss werden, darf aber nicht +kochen. Man stellt die Masse kalt und formt, wenn sie steif ist, auf +reinem, bemehltem Brett mit der bemehlten Holzkelle kleine Koteletten, +paniert sie mit zerschlagenem Eiweiss und Semmel und backt sie in +dampfendem Fett zu schoener gleichmaessiger Farbe. Auf Loeschpapier +entfettet, richtet man sie zierlich an. + +_Bemerkung_: Das Fett ist zu reinigen. + + + +FISCH MIT SAUERKOHL. + +200 g gekochter oder gebratener +Fisch (entgraetet) +375 g fertig +gekochter Sauerkohl +20 g Margarine +1/8 1 Sahne +5 g Salz +10 g geriebene Semmel + + +Eine Schicht des Sauerkohls wird auf eine gebutterte Schuessel oder in +eine Form gelegt, darueber eine Schicht des entgraeteten, in kleine Stuecke +gepflueckten Fisches, darueber wieder Sauerkohl und so fort; Sauerkohl +bildet den Schluss. Nach dem man die Speise mit suesser, mit Salz +verquirlter Sahne begossen, mit Semmel uebersiebt und mit Margarine +betraeufelt hat, laesst man sie 1/2 Stunde im Ofen Farbe annehmen. + + + +FISCH MIT SCHOTEN. + +Eine 250 g Buechse Schoten +125 g zerpflueckter gekochter Fisch (harte Sorte) +15 g Margarine +1-1/2 Milchbrot +20 g Margarine +1/4 Teel. geriebene Zwiebel +10 g Margarine +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Die Fischstueckchen werden in 15 g Margarine leicht +gebraten. + +_Zubereitung_: Die geschaelten Broetchen werden gewuerfelt, die +Semmelbroeckchen in 20 g Margarine kross geroestet. In 10 g, mit der Zwiebel +durchgeschwitzter Margarine, schuettet man die abgetropften Schoten und +schwenkt sie mit Pfeffer und Salz schnell darin heiss, mischt Fisch, +Semmelbroeckchen, Schoten untereinander und richtet auf heisser Schuessel +an. + + + +HERINGE, FRISCHE, ZU BRATEN. (VORRAT.) + +15 frische Heringe +40 g Salz +1 Prise Pfeffer und Salz +75 g Mehl +250 g Backfett +1 l Essig +50 g Zwiebelscheiben +1 Gewuerzdosis +5 g Salz +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Heringe werden geschuppt, ausgenommen, gewaschen, +leicht einige Male ueber den Ruecken geritzt und 1/2 Stunde gesalzen +hingestellt. Dann trocknet man sie ab und waelzt sie gleichmaessig in Mehl, +welches mit Pfeffer und Salz gemischt wurde. + +_Zubereitung_: Man bratet oder baeckt die Heringe in dampfendem Fett gar +und zu guter Farbe. + +Erkaltet werden die Heringe, _Bratheringe_, mit einer aufgekochten, +abgeschmeckten, dann erkalteten Sauce von Essig, Wasser, Salz, Gewuerzen +und Zwiebelscheiben uebergossen, in einen Steintopf gepackt, zugebunden +und gelegentlich verbraucht. + +_Bemerkungen_: Die Heringe werden nur gekauft, wenn bei Kopf ganz hell +aussieht, sobald er sich rot gefaerbt hat, sind die Heringe nicht frisch. +Das Fett ist zu reinigen. + + + +HERINGE, GESALZENE, ANRICHTEN. + +Beim Anrichten werden die Heringe, nach dem sie zurechtgemacht sind (s. +Heringe zurechtzumachen), schraeg in huebsche Stuecke geschnitten und auf +einige gruene Blaetter zum ganzen Fisch zusammengelegt. + + + +HERINGE ZURECHTZUMACHEN UND EINZULEGEN. (VORRAT.) + +15 Heringe +1 l Essig +100 g Zwiebelscheiben +4 Gewuerzdosen +1 saure Gurke +5 g Salz + + +_Vorbereitung zum Einlegen_. Heringe einwaessern. Essig abkochen. Zwiebeln +und Gurke in Scheiben schneiden. Gewuerze abmessen. + +Die Heringe waescht man und legt sie 12-24 Stunden, je nach ihrer Haerte in +kaltes Wasser. Junge Matjesheringe waessern garnicht oder hoechstens 10-15 +Minuten. + +_Zubereitung_: Man legt die Heringe auf einen Teller, bricht die Backen +aus, schneidet am Bauch einen duennen Streifen ab (den man zu einem +Heringsgericht verwenden kann und bis zum Gebrauch in etwas Essig +aufhebt), nimmt mit dem Messer die Eingeweide heraus, zieht die +Rueckenhaut ab, nachdem man mit dem Messer einen geraden Strich ueber den +Ruecken gekerbt hat, legt die Heringe in einen Topf und schichtet +Gewuerzdosen, Zwiebelscheiben und Gurkenscheiben dazwischen. Dann +uebergiesst man die Heringe mit leichtem, abgekochten, erkalteten Essig, in +dem 5 g Salz aufgeloest sind, und beschwert, damit sie gleichmaessig mit +Fluessigkeit bedeckt sind, die Heringe leicht mit einer Untertasse. Die +Milch der Heringe wird besonders in ein Glas getan, mit Essig begossen +und zugebunden, um beim Anrichten zerquirlt, mit frischem Essig verduennt +ueber die Heringe gegossen zu werden. + + + +SCHELLFISCH, GEKOCHT. + +1 kleiner Schellfisch 1/2 kg (1 Pfd) +40 g Salz +2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Fisch wird geschuppt, indem man ihn auf ein +angefeuchtetes Brett legt (angefeuchtet muss das Brett sein, damit sich +die Schuppen leicht davon entfernen lassen), mit einem Tuch am Schwanze +festhaelt und mit einem Messer schraeg aufwaerts fahrend die Schuppen +abloest. Man haelt das Messer schraeg, damit die Schuppen nicht in der Kueche +herumfliegen. Der Fisch wird ausgenommen, indem man ihn aufschneidet, den +Anfang und das Ende des Darmes sucht und mit dem Messer loest und alles +Eingeweide mit dem Zeigefinger herausholt. Ist das Innere des Fisches +sauber, auch die schwarze Haut entfernt, so wird er mit Wasser recht +sorgfaeltig gewaschen. Flossen und Schwanz werden mit einer Schere s auber +bes chnitten. Nun legt man den Fisch auf einen Teller, stellt diesen in +den Kochtopf und giesst soviel Wasser darueber, dass es uebersteht. Auf 1 l +Wasser rechnet man 20 g Salz. + +_Zubereitung_: Der vorbereitete ganze Fisch muss langsam zum Kochen +kommen; ganze Fische laesst man nur einmal aufkochen und dann gar ziehen. +Ob der Fisch gar ist, sieht man daran, dass sich die Flossen auf dem +Ruecken leicht herausziehen lassen und das Fleisch an den Kiemen weiss ist. +Der Teller mit dem Fisch wird mit dem Schaumloeffel herausgenommen. Man +giesst das Wasser vom Teller, wischt ihn sauber ab und gibt den Fisch mit +brauner Butter zu Tisch. + +_Bemerkung_: Man kann Fisch auch in Stuecken, je nach Groesse laengere oder +kuerzere Zeit in Salzwasser kochen. Statt Butter kann man auch +Mostrichsauce dazu geben. _Hecht, Zander, Barsch, Karaus che, Schleie, +Karpf en, Dorsch oder Kabeljau, Heilbutt oder Austernfisch, Lachs (Fisch, +blau)_ werden ebenso gekocht, doch schuppt man Schlei und Karpfen nicht +vor dem Kochen. Von letzteren 3 Fischsorten kauft man 250-300 g in einem +Stueck; dieses wird vor dem Kochen besser in ein gebruehtes Stueck Mull +gebunden. + +_Aal, Barsch, Dorsch, (Kabeljau), Flunder, Hecht, Heringe, Karpfen, +Lachs, Rotzunge, Heilbutt, oder Austernfisch, Schellfisch, Scholle, +Steinbutt, Stinte, Zander, gebacken oder gebraten._ Alle Fische kann man +ganz oder in passende, nicht zu dicke Stuecke geteilt, panieren und backen +oder braten, oder aus Haut und Graeten zu guter Form geschnitten, mit +Zitronensaft, Salz und Pfeffer 1 Stunde marinieren und, nachdem sie +abgetrocknet sind, panieren und backen oder braten. Stinte werden vor dem +Backen zu 6-8 Stueck auf Hoelzchen, die man durch ihre Augen zieht, +gereiht. + + * * * * * + +GEMUeSE--SALATE. + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +APFELREIS. + +125 g Reis +1/2 l Wasser zum Abwellen +2 grosse Aepfel oder 40 g getrocknete +Aepfel und 1/4 l Wasser +5 g Margarine oder Fett +1 Stueckchen Apfelsinenschale +10 g Zucker +5 g Salz +10 g Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Man schaelt 2 grosse Aepfel und schneidet sie mit in Stuecke. +Die Abfaelle der Aepfel werden mit 1/4 l Wasser ausgekocht das Wasser wird +dann zum Reiskochen genommen. + +_Zubereitung_: Zu den Aepfeln tut man 10 g Zucker, laesst sie mit +Apfelsinenschale und Salz und mit dem abgewellten, mit Fett +durchgeschwitzten Reis gar kochen und streut Zucker und Zimt darueber. Man +kann auch 40 g getrocknete Aepfel verwenden, welche aber vor dem Mischen +mit dem Reis allein weichzukochen sind. + + + +AePFEL UND KARTOFFELN. + +1/2 kg (1 Pfd.) rohe geschaelte Kartoffeln +5 g Salz +1/4 1 Wasser +375 g Aepfel +1/4 l Wasser +10 g Zwiebeln +20 g fetter Speck +Essig nach Geschmack +20 g Zucker +1 Prise Salz + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden geschaelt und in Viertel +geschnitten. Die Aepfel werden geschaelt, in Viertel geschnitten, vom +Kernhause befreit. Die Zwiebel wird wuerflig geschnitten. + +_Zubereitung_: Die Kartoffeln werden wie Salzkartoffeln gekocht, die +Aepfel schnell mit 1/4 l Wasser gargekocht und die abgegossenen, trocknen +Kartoffelstueckchen dazu gemischt. Die Zwiebel wird in dem ausgebratenen, +von Grieben befreiten Speckfett gebraten; die Grieben werden heiss +gestellt. Zwiebel, Fett, Zucker, Salz und Essig mischt man zu dem +Gericht, schmeckt es kraeftig ab, richtet es in dem Gemuesenapf bergartig +an und bestreut es dann mit den Speckgrieben. + +_Bemerkungen: Birnen und Kartoffeln_ werden ebenso gekocht. Anstatt +Kartoffeln koennen 100 g gewaesserte weisse Bohnen gargekocht und mit den +Aepfeln zu _Aepfel und Bohnen_ bereitet werden. Zu allen Arten +Schweinefleisch zu empfehlen. + + + +BIRNEN MIT SPECK. + +100 g magerer Speck +1/2 l Wasser +1/2 kg (1 Pfd.) Birnen +40 g Zucker +1 Essl. Essig +5 g Kartoffelmehl +2 Essl. Wasser +1 Teel. Salz + + +_Vorbereitung_: Die Birnen werden geschaelt. Der Speck wird sauber +abgerieben. + +_Zubereitung_: Der Speck wird mit Wasser halb gargekocht. Die Birnen, in +der Speckbruehe mit weichgekocht, werden mit Zucker und Essig abgeschmeckt +und mit dem in kaltem Wasser geloesten Kartofffelmehl seimig gemacht. Man +kann auch 375 g abgeschaelte, abgewellte Kartoffeln dazu tun und mit +garkochen. Das Gericht ist mit Salz abzuschmecken. + + * * * * * + +BOHNEN, EINGESALZENE, VOR DEM KOCHEN ZU BEHANDELN. + +Man waessert die Bohnen eine Nacht in sattem Wasser ein, setzt sie mit +frischem Wasser auf, laesst sie heiss werden, schuettet das Wasser weg und +behandelt sie wie frische Bohnen. + + + +BOHNEN, GETROCKNETE. + +60 g getrocknete Schneide- oder Brechbohnen +Wasser zum Abkochen. +15 g Fett +8 g Mehl +1/4 l Wasser +1 Prise Pfeffer +1 Zweig Pfefferkraut +250 g geschaelte Kartoffeln +Wasser und Salz zum Abwellen +1 Teel. gewiegte Petersilie + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden in Stuecke geschnitten. + +_Zubereitung_: Die Bohnen werden mit kaltem Wasser aufgesetzt, bis zum +Kochen gebracht, abgegossen und wie frische vollendet; die abgewellten +Kartoffeln giesst man ab, legt sie auf die Bohnen; beides kocht zusammen +in 3/4 Stunden zugedeckt weich und wird dann untereinander gemischt. + +_Bemerkung_: Alle Doerrgemuese von Knorr sind ebenso wie Bohnen +vorzubereiten. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BOHNEN, GROSSE ODER SAUBOHNEN. + +1-1/2 kg (3 Pfd.) grosse Bohnen M 0,60 +2 l Wasser +8 g Salz +20 g Fett +3/8 l Bruehe +15 g Zwiebeln +1 Prise Pfeffer und Salz +1/z [1/2?] Teel. gewiegte Petersilie +5 g Mehl +1 Zweig Bohnen- oder Pfefferkraut + + +_Vorbereitung_: Die Bohnen werden ausgepalt, gewaschen; die Zwiebeln +werden gerieben; die Petersilie wird gewiegt. + +_Zubereitung_: In Salzwasser werden die Bohnen halb gargekocht. +Abgegossen, kocht man sie in der Bruehe mit dem Pfferkraut gar, fuegt Mehl, +Zwiebeln in Fett geschwitzt und Petersilie, Pfeffer und Salz nach +Geschmack dazu und richtet die Bohnen, damit durchgekocht, recht heiss an. +Bohnen- oder Pfefferkraut entfernt man. + + + +BOHNEN, GRUeNE (BRECHBOHNEN). + +1/2 kg (1 Pfd.) gruene Bohnen +2 l Wasser zum Abwellen +3/4 l Hammelbruehe +1 Stiel Bohnen- oder Pfefferkraut +1 Essl. zerlassenes Rinder- oder Hammelfett +8 g Mehl +1 Teel. gewiegte Petersilie +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Die 2 l Wasser werden in einem Topf zugedeckt auf den +Herd gesetzt. Die Bohnen werden abgezogen und in gleichmaessige Stuecke +gebrochen; die Petersilie wird verlesen und gewiegt. + +_Zubereitung_: Wenn das Wasser kocht, werden die Bohnen hineingetan und +einigemal uebergewellt, auf einen Durchschlag geschuettet oder sehr trocken +abgegossen, mit kaltem Wasser uebergossen und abgetropft. Die Bohnen +werden in einen Topf getan und in der Hammelbruehe mit dem Bohnen- oder +Pfefferkraut langsam zugedeckt gargekocht. Das Fett wird in einer +Untertasse zerlassen, das Mehl hinzugefuegt und mit dem Fett verruehrt, bis +es Blasen schlaegt, dann giesst man einige Loeffel Bohnenbruehe hinzu, tut +das Ganze zu den weichen Bohnen und kocht das Gemuese unter Umruehren noch +einmal auf. Das Bohnenkraut wird entfernt. Man schmeckt die Bohnen mit +Pfeffer, Salz und gewiegter Petersilie ab und richtet sie in einem Napf +an. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + +_Bemerkungen_: Liebt man Kartoffeln im Gemuese mitzukochen, so wellt man +sie, wie die Bohnen, nachdem sie in gleichmaessige Stuecke geschnitten +wurden, ab, giesst das Wasser ab und legt sie auf das Bohnengemuese, deckt +zu und laesst die Kartoffeln in 3/4 Stunden mit weichkochen, dann mischt +man beides und macht das Gemuese wie vorgeschrieben fertig. + +Zur Bohnenzeit haben die Kartoffeln noch nicht viel Mehl, darum fuegt man +zum Binden der Bruehe die Mehlschwitze hinzu. + +Im Winter, wo man das Gemuese von getrockneten oder eingesalzenen +Bohnen bereiten kann, haben die Kartoffeln mehr Mehlgehalt und kann man +alsdann den Zusatz der Mehlschwitze fortlassen oder sehr verringern; +man fuegt dann das Fett so hinzu. + +Man kann auch das Bohnengemuese mit Essig abschmecken. + +_Hammelfleisch mit Bohnen_. Das (wie S. 20) zubereitete Fleisch wird auf +die gekochten Bohnen gelegt, 10 Minuten vor Vollendung des Gemueses +dazwischen gelegt, darin heiss gemacht und bot dem Anrichten +herausgenommen. + + + +BOHNEN, GRUeNE UND WEISSE. + +1/2 kg (1 Pfd) gruene Bohnen +3 l Wasser zum Abwellen +100 g weisse Bohnen +1 l Wasser +3/4 l Hammelbruehe +1 Stiel Pfefferkraut +1 knapper Essl. Mehl +1 Teel. gewiegte Petersilie +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Man waessert weisse, trockene Bohnen eine Nacht ein. + +_Zubereitung_: Am anderen Morgen kocht man sie mit kaltem Wasser auf +gesetzt weich und schuettet sie zu dem nach Vorschrift fertiggemachten +gruenen Bohnengemuese. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BOHNEN ODER LINSEN, SAURE. + +200 g. Bohnen oder Linsen +10 g Salz +1 Prise Natron +1 l Wasser +30 g Speck +20 g Zwiebeln +1 Gewuerzdosis +1/4 l Wasser +1 Essl. Sirup +15 g Mehl +1-2 Essl. Weinessig nach Geschmack + + +_Vorbereitung_: Die Huelsenfruechte werden Abends zuvor eingeweicht; Speck +und Zwiebeln werden gewuerfelt. + +_Zubereitung_: Die Bohnen oder Linsen werden in Salzwasser mit einer +Prise Natron weichgekocht und auf ein Sieb geschuettet. Der Speck wird +ausgebraten; die Grieben werden herausgenommen und heissgestellt; die +Zwiebel wird in dem Fett weichgebraten, das Mehl dazugeschuettet, +gargeruehrt und angebraeunt, die Sauce mit den Gewuerzen, Essig, Sirup und +Wasser aufgefuellt, 1/2 Stunde im irdenen Topf offen gekocht; die weichen +Huelsenfruechte werden damit vermischt und darin erhitzt. Angerichtet, wird +das Gericht mit den Speckgrieben ueberstreut. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BOHNEN OHNE BRUeHE + +1/2 kg (1 Pfd) gruene Bohnen +2 1 Wasser zum Abwellen +3/4 1 Wasser +1 Teel. Salz +30 g magerer oder 25 g fetter +Speck oder 1 Essl. Fett +1/2 Teel. Zwiebelwuerfel +2 Teel. Mehl +1 1/2 Essl. leichter Essig +1 Prise Pfeffer + + +_Vorbereitung:_ Die Bohnen werden abgezogen, gebrochen oder geschnitten +und gewaschen; Speck und Zwiebeln werden gewuerfelt. + +_Zubereitung:_ Die Bohnen werden abgewellt und in frischem Salzwasser +weich gekocht. 1/2 Stunde vor dem Anrichten bratet man den Speck gelb, +fuegt die Zwiebelwuerfel hinzu und bratet sie weich, schwitzt das Mehl mit +Speck und Zwiebeln gar, ruehrt den Essig dazu und schuettet alles zu den +Bohnen, welche mit Pfeffer abgeschmeckt werden. Man kann noch gargekochte +Kartoffeln dazu tun. + + + +BOHNENSALAT + +3/4 kg (1-1/2 Pfd) Brech- oder Wachsbohnen +2 l Wasser und 10 g Salz +10 g Zwiebeln +1 Essl. Oel +1 Essl. Essig +1 Essl. Bruehe +1 Prise Pfeffer und Salz +1/2 Teel. Petersilie oder Schnittlauch + + +_Vorbereitung:_ Die Bohnen werden abgezogen, gebrochen, gewaschen. Die +Petersilie wird gewiegt, die Zwiebel gerieben. + +_Zubereitung_: In vielem kochendem Salzwasser werden die Bohnen +abgekocht; nachdem sie sich sehr weich anfuehlen, laesst man sie auf einem +Sieb mit kaltem Wasser ueberlaufen. Recht trocken abgelaufen, vermischt +man sie mit Oel, ein wenig Bruehe oder heissem Wasser und Salz, und mischt +sie mit einem Loeffel; nach und nach fuegt man Zwiebeln, Pfeffer und Essig +bei und mischt behutsam so lange, bis alle Fluessigkeit aufgesogen ist; +dann kostet man die Bohnen sorgfaeltig ab, streut gewiegte Petersilie oder +Schnittlauch hinein oder darueber und richtet den Salat bergartig an. + +_Bemerkung_: Auch getrocknete Brech- und Schneidebohnen ergeben, nach +Vorschrift behandelt und abgekocht, wohlschmeckenden Salat. + + + +BOHNEN, SUeSS-SAURE. + +200 g weisse Bohnen +11/2 1 Wasser +10 g Salz +30 g Speck +1 mittelgrosse Zwiebel +1/2 l Wasser +2 Essl. Sirup +1 Prise Pfeffer und Salz +Essig nach Geschmack +30 g Mehl +1 Essl. Zucker + + +_Vorbereitung_: Die Bohnen werden am Abend vorher eingeweicht; Speck und +Zwiebel werden in Wuerfel geschnitten; 1/2 l Wasser fuer die Sauce wird +heissgestellt und mit Sirup, Essig, Pfeffer und Salz abgeschmeckt. + +_Zubereitung_: Die Bohnen werden mit 1 Prise Salz und kaltem, weichem +Wasser aufgesetzt, abgewellt, abgegossen und mit 1-1/2 l Wasser und 8 g +Salz zugedeckt langsam weichgekocht. Inzwischen braet man die Speckwuerfel +im irdenen Tops aus, nimmt die Grieben heraus, stellt sie warm, laesst +Zucker in dem Fett braun werden, gibt die Zwiebelwuerfel zu dem Fett und +laesst diese braeunlich werden, ebenso das Mehl. Die Fluessigkeit kommt unter +Ruehren langsam dazu und muss mit dem braunen Mehl seimig kochen. Die +weichen Bohnen werden abgegossen, mit der fertigen Sauce gemischt, +nochmals abgeschmeckt, in einen Napf geschuettet, die Grieben darueber +gestreut und zu Tisch gegeben. + +_Bemerkung_: Die fertige suesssaure Sauce kann man auch mit in der Schale +gekochten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln aufkochen (_saure +Kartoffelscheiben_), ferner mit in Salzwasser gargekochten, abgetropften +Linsen (_saure Linsen_) oder mit gargekochten Rindfleischstueckchen, denen +man einige Scheiben oder Wuerfel saure Gurke zusetzt (_Ragout von +Rindfleisch_), oder mit frischen Gurkenstuecken, welche man nach dem +Schaelen und der Entfernung der Kerne in Stuecke schneidet, in Salzwasser +mit etwas Essig garkocht und in die Sauce legt (_Schmorgurken_), mischen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BRATKARTOFFELN. + +1/2 kg (1 Pfd) Kartoffeln (abgekocht) +50 g Speck oder 40 g Schmalz += 2-1/2 Essl. geschmolzenes Fett +5 g Salz + + +_Zubereitung_: Die abgekochten und etwas abgekuehlten Pellkartoffeln +werden abgepellt und in gleichmaessige Scheiben geschnitten. Der Speck wird +in Wuerfel geschnitten und in einer Pfanne zu guter Farbe ausgebraten; die +Grieben werden herausgenommen; anstatt Speck wird auch Fett genommen. Die +Kartoffeln werden in das Fett getan, wenn dieses dampft streut man Salz +darueber und braet die Kartoffeln, unter haeufigem Wenden mit einem Loeffel, +schoen braun. + +_Bemerkung_: Man kann auch einen Teeloeffel Zwiebelwuerfel mitbraten, auch +den Geschmack durch einige Tropfen Maggi-Wuerze verfeinern. Bratkartoffeln +lassen sich unter Beifuegung von etwas heisser Bruehe gut aufwaermen. + + + +BRUeHKARTOFFELN. + +1 kg (2 Pfd.) Kartoffeln +5 g Salz +1 l Wasser +3/4 l Bruehe +1 Teel. gewiegte Petersilie +oder 1/4 Teel. getrockneter Majoran + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden gewaschen, geschaelt und in +moeglichst gleichmaessige Stuecke geschnitten. Die Petersilie wird gewaschen +und gewiegt. + +_Zubereitung_: Die Kartoffelstuecke werden mit Wasser und Salz aufgesetzt, +bis zum Kochen gebracht, abgegossen, zur Bruehe getan und zugedeckt +gargekocht. Sind sie weich, laesst man den Topf noch einige Zeit offen +stehen, damit die Bruehe sich ordentlich mit den Kartoffeln verbindet, +dann tut man Petersilie oder Majoran hinzu und richtet das Gericht in +einem Napf an. Man kann auch 1 Teeloeffel gewiegtes Porreekraut +mitkochen. + +Reste kann man zu _Kartoffelsuppe_ verwenden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BRUeHREIS MIT FLEISCH. + +65 g Rindfleisch +30 g Reis +1/4 Knolle Sellerie +1 l Wasser +8 g Salz +1 kleine Mohrruebe + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird gewaschen und in Wuerfel geschnitten, +Sellerie geschaelt, gewaschen und gleichfalls in Wuerfel geschnitten, die +Mohrruebe geputzt und gerieben. Der Reis wird dreimal in lauem Wasser +gewaschen. + +_Zubereitung_: Fleisch- und Selleriewuerfel, Salz, Mohrruebe werden mit 1 l +Wasser zugedeckt aufgesetzt; der Reis wird 3/4 Stunden vor dem Anrichten +hineingeschuettet und weichgekocht. Man kann zu dieser Suppe auch noch +abgewaschene Kartoffelstuecke tun und 3/4 Stunden mitkochen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + * * * * * + +ERBSEN, DICKE + +250 g gelbe Erbsen +1/2 1 Schinken- oder Speckbruehe +10 g Zwiebeln +15 g Schmalz +1 Prise Pfeffer und Salz + +_Zubereitung_: Die wie zu Erbsensuppe vorbereiteten Erbsen werden +geschaeumt und (nachdem die Huelsen, die obenauf schwimmen, abgenommen) +abgegossen, mit Speck- oder Schinkenbruehe gargekocht, und, wenn die +Fluessigkeit ziemlich eingesogen ist, mit einer Reibekeule zu Brei +geruehrt; nach Belieben tut man etwas Majoran oder Zwiebeln daran. Eine +fein geschnittene Zwiebel wird in Schmalz hellbraun geschwitzt und ueber +die mit Pfeffer und Salz abgeschmeckten Erbsen gegossen. + +_Restverwendung_: Reste kann man zu Suppen verwenden, indem sie mit +Mehlschwitze durchgeschwitzt und langsam mit heisser Bruehe oder Wasser +verruehrt werden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +FLEISCHSALAT + +250 g gekochtes mageres Fleisch +1/16 l kalte Bruehe +1/2 Teel. Mostrich +1/4 Teel. geriebene Zwiebel +1 Essl. Weinessig +1 Teel. gewiegte Kraeuter +1 Teel. Salz und Pfeffer +1 Essl. Oel +1 Pfeffergurke + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird in Wuerfel oder kleine Filets +geschnitten. Die Gurke wird gescheibt. + +_Zubereitung_: Das Fleisch wird mit der Bruehe und dann mit Mostrich, +Zwiebeln, Essig und Kraeutern gemischt, mit Pfeffer, Salz und nach +Belieben 4 Tropfen Maggiwuerze abgeschmeckt, 1-2 Stunden zugedeckt. Dann +richtet man den Salat mit Oel vermischt und nochmals abgeschmeckt +bergartig an und garniert ihn mit einer in gleichmaessige Scheiben +geschnittenen Pfeffergurke, die man schuppenartig im Kranz herumlegt, und +bestreut ihn mit den zu Wuerfelchen geschnittenen Gurkenenden. + +Man kann diesen Salat verfeinern, indem man als Zutat Perlzwiebeln, +Kapern usw. verwendet. _Fisch-_ oder _Gefluegelsalat_ werden ebenso +bereitet, nur sind natuerlich die Stuecke unregelmaessig und von beliebiger +Groesse. + + + +GRAUPEN MIT PFLAUMEN. + +100 g Mittel- oder starke Graupen +5 g Butter +2/8 l Wasser +5 g Salz +90 g getrocknete Pflaumen +25 g Zucker +1 Stueckchen Zimt +1 Teel. Zitronenzucker +1/4 l Wasser +25 g Zucker und Zimt + + +_Zubereitung_: Die nach Angabe vorbereiteten Graupen (s. Graupensuppe) +werden mit Butter unter Ruehren geschwitzt und nachdem 3/4 l Wasser +aufgefuellt wurden, langsam mit dem Salz in irdenem Topfe voellig +aufgequollen. Die vorbereiteten Pflaumen werden mit Zucker, Zimt, +Zitronenzucker und dem Einweichwasser aufgesetzt und langsam zur vollen +Groesse ausgequollen, dann mit den Graupen vermischt und mit Zucker und +Zimt angerichtet. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +GRUeNE KARTOFFELN. + +2 Essl. feingeschnittenes +Suppengruen (viel Petersilienwurzel) +1 kleine Zwiebel +1/2 Gewuerzdosis +1 Prise Pfeffer +30 g Fett oder Margarine +30 g Mehl +1/2 Essl. Dill, gewiegt +1 Essl. Petersilie, gewiegt +2 Essl. Magermilch +15 g Salz +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Suppengruen wird geputzt, gewaschen und zerschnitten; +die Zwiebel wird geschaelt und in Wuerfel geschnitten; Petersilie und Dill +werden gewaschen und gewiegt, Kartoffeln gewaschen und in einen Topf +getan, Wasser und Salz hinzugefuegt. + +_Zubereitung_: Suppengruen, Gewuerzdosis, Salz und Wasser werden in einen +Topf getan und zugedeckt 20 Minuten bis 1/2 Stunde gekocht. Die +Kartoffeln werden gargekocht, abgegossen, geschaelt und in Scheiben +geschnitten. Die Zwiebelwuerfel werden im Fett gelb geschmort, das Mehl +wird hineingeschuettet und gar geruehrt, das Gemuesewasser dazu gegossen, +1/4 Stunde gekocht, durch ein Sieb gefuellt, mit Petersilie, Dill, +Pfeffer, Salz und Milch abgeschmeckt, mit den Kartoffeln gemischt, wird +das Gericht in einem Napf zu Tisch gegeben. + +Dieselbe Sauce ist zu gruenem Fisch, Sauce zu gruenem Fisch, zu bereiten; +der Fisch wird in dem Gemuesewasser erst gargekocht und spaeter in die +Sauce gelegt. Die doppelte Menge Fluessigkeit zur Mehlschwitze gegossen, +gibt eine gute Suppe, Fischsuppe, die man mit beliebigen gewiegten +Kraeutern noch wohlschmeckender machen kann. Ein Eigelb zerquirlt an die +fertige Suppe gegeben macht sie kraeftiger. + + + +GRUeNKOHL ODER BRAUNKOHL. + +1 kg (2 Pfd.) Kohlblaetter +20 g Salz +3 l Wasser +40 g Schweine-, Gaense- oder Entenfett +20 g Zwiebeln +3/8 l Bruehe +5 g Zucker +5 g Hafergruetze +1/2 Gewuerzdosis +3 g Salz + + +_Vorbereitung:_ Die Zwiebel wird gewuerfelt. Der Kohl wird von den grossen +Blattrippen befreit und gewaschen. + +_Zubereitung:_ In kochendes Salzwasser getan, wird der Kohl einigemal +aufgekocht, abgegossen, mit kaltem Wasser uebergossen, vorsichtig mit dem +Loeffel ausgedrueckt und leicht zerhackt; an vielen Orten liebt man ihn +auch ungehackt. Das Fett wird erhitzt; die Zwiebeln werden darin +weichgeschwitzt; der Kohl wird hineingetan, die kochende Bruehe +aufgefuellt; Hafergruetze, Gewuerz, Salz und Zucker werden dazwischen +gestreut; der Kohl wird nun umgeschwenkt, Bruehe nachgegossen und das +Gemuese zugedeckt langsam gargeschmort. + +_Bemerkungen:_ Statt Hafergruetze kann man auch 10 g Griess verwenden. +Sprossenkohl oder Sprutenkohl wird ebenso doch ohne Hafergruetze gekocht. + +_Restverwendung:_ Reste koennen oefter aufgewaermt werden. + + + +GURKENSALAT. + +1 Gurke +1 Essl. Oel +5 g Salz +1 starke Prise weisser Pfeffer +1/2 Essl. Essig oder Zitronensaft +1/2 Teel. Schnittlauch +1 Prise Zucker + + +_Vorbereitung_: Die abgewischte Gurke wird von der Spitze nach dem +Stilansatz zu geschaelt bis alles Gruene entfernt ist, gekostet, und wenn +sie bitter ist ganz oder teilweise verworfen. Kurz vor dem Anrichten +scheibt man sie fein. Der Schnittlauch wird gewiegt. + +_Zubereitung_: Die Gurkenblaettchen werden mit Oel, Salz, Pfeffer, +Schnittlauch, Zucker und Saeure vermischt und, weil sie schnell und viel +Saft ziehen, gleich zu Tisch gegeben. + +_Salat von Salzgurken_ wird ganz auf dieselbe Art, besonders mit +Kartoffelscheiben vermischt, angemacht. + +_Salat von Radieschen_ wird ebenso bereitet. + +_Gurkensalat mit saurer Sahne_: 4 Essloeffel dicke saure Sahne klar +gequirlt mit 1 Essloeffel Essig, 1 Teeloeffel Salz, 1 Prise Pfeffer (nach +Belieben auch 1 Teeloeffel Zucker) 1 Teeloeffel Schnittlauch werden mit den +Gurkenscheiben gemischt. + + + +HERINGSKARTOFFELN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln +1/2 Hering oder 5 Heringsbaeuche +25 g Zwiebeln +25 g Speck, Fett oder Margarine +2 Pfefferkoerner +2 Essl. Essig +1/2 Teel. Salz +1 Prise Pfeffer +6 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Hering wird in kaltes Wasser gelegt. Der Speck wird +in kleine Wuerfel geschnitten. Die Kartoffeln werden gekocht, abgepellt +und in Scheiben geschnitten, die Zwiebeln abgeschaelt und in kleine Wuerfel +geschnitten, Wasser, in dem man zuvor die Heringsgraeten auskochen kann, +Pfeffer und Salz gemischt. Der Hering wird ausgenommen, entgraetet, +abgezogen und in kleine Wuerfel geschnitten. + +_Zubereitung_: In einem Topf wird, falls Speck verwendet wird, derselbe +ausgebraten und der Topf oefter geschuettelt; die Grieben werden mit einem +Loeffel herausgenommen, wenn sie gelbbraun sind. Die Kartoffelscheiben +schuettet man in das Fett und laesst sie schnell braten, indem man sie mit +breitem Messer oefter vorsichtig wendet. Sind sie gelb, schuettet man +Zwiebel- und Heringswuerfel hinzu und laesst alles noch einige Minuten unter +Umwenden gelbbraun braten. Man schuettet die Kartoffeln dann in einen +Napf, giesst die vorbereitete Fluessigkeit darueber und laesst das Gericht +zugedeckt noch 1/4 Stunde auf heisser Stelle ziehen; dann bestreut man die +Kartoffeln mit den heissgestellten Speckgrieben und gibt sie zu Tisch. + +_Bemerkung_: Man kann die Heringskartoffeln auch mit einigen Loeffeln +gewiegten, gekochten kalten Fleisches mischen, ehe man sie in den Napf +tut, dann braucht man 9 Essloeffel Fluessigkeit. + + + +HERINGSSALAT. + +1/2 kg (1 Pfd) gekochte Kartoffeln +1 Apfel +1 Hering +1 kleine Zwiebel +1/2 Salzgurke +Je 3 Essl. Essig und Wasser +1 Essl. Oel oder Gaenseschmalz +1 Prise Pfeffer +2-1/2 Teel. Zucker +1/2 Teel. Salz + + +_Vorbereitung_: Wasser, Essig, Zucker, Oel, Pfeffer, Salz und eine +gekochte, geriebene Kartoffel werden in einem Napf gut zu einer Marinade +verruehrt. Die Zwiebel wird geschaelt und in ganz kleine Wuerfel geschnitten +oder fein gewiegt. Apfel, Kartoffeln, Salzgurke werden geschaelt, in +gleichmaessige Wuerfel geschnitten; der gewaesserte Hering wird ausgenommen, +abgezogen, entgraetet und fein geschnitten; alles wird in die Marinade +getan. + +_Zubereitung_: Die ganze Masse wird dann mit einem Holzloeffel gruendlich +vermischt und muss zugedeckt durchziehen. Darauf schmeckt man den Salat ab +und richtet ihn in einer Schuessel bergartig an. + +Ist Heringsmilch vorhanden, so kann man diese mit dem Essig verruehren, +durch ein Sieb geben und zur Sauce verwenden. + +_Bemerkungen_: Man kann den Heringssalat sehr veraendern, indem man +Senfgurken, rote Rueben, Fleischreste usw. dazu verwendet. Man verziert +ihn auch gern mit in Viertel oder Scheiben geschnittenen harten Eiern, +Rotrueben- und Gurkenscheiben. + + + +HIRSE. + +100 g Hirse +10 g Butter +3/4 l Magermilch +8 g Salz + + +_Vorbereitung_: Die Hirse wird verlesen, dreimal mit kaltem Wasser +aufgesetzt und wenn heiss, abgegossen. + +_Zubereitung_: Die Hirse wird nun mit Butter durchgebraten, man giesst die +Milch darauf, salzt das Gericht und laesst es unter oefterem Schuetteln +ausquellen. Man kann die Hirse auch mit Wasser und 20 g Butter ausquellen +und 30 g braune Butter dazu geben. + +_Buchweizengruetze_ wird ebenso bereitet. + + + +KARTOFFELSALAT. + +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Kartoffeln +1/8 l heisses Salzwasser +2 Essl. Oel oder 25 g Schmalz oder Gaensefett +10 g Zwiebeln +1 Prise Pfeffer und Salz +1 Essl. Petersilie +3 Essl. Essig + +_Vorbereitung_: Die Zwiebel wird gerieben, die Petersilie gewiegt. Die +Kartoffeln werden gekocht, geschaelt und in Scheiben geschnitten. + +_Zubereitung_: Die Kartoffelscheiben werden stets lauwarm angemacht und +zu diesem Zweck zuerst mit etwas heissem Salzwasser und Essig uebergossen +und ein Weilchen zugedeckt auf eine heisse Stelle gestellt. Dann werden +sie mit Oel und Essig, Salz, Pfeffer, Zwiebel und Petersilie gemischt, was +geschickt geschehen muss, und gut abgeschmeckt. Klar geschmolzenes +Gaensefett oder Schmalz kann anstatt des Oels verwendet werden. Anstatt des +Fettes, 65 g Speck und 1 Zwiebel in Wuerfeln hellgelb geroestet und mit den +Kartoffelscheiben und den uebrigen Zutaten vermischt, gibt einen +schmackhaften Salat. + +_Bemerkung_: Kartoffelsalat kann man durch andere Zutaten sehr veraendern, +z. B. durch Salzgurken- oder Rotruebenscheiben, gewiegte Salatkraeuter, +geschaelten und in Scheiben geschnittenen Sellerie, Senfgurken- oder +Heringswuerfelchen. + + + +KARTOFFELSALAT (WARMER). + +3/4 kg (111/2 Pfd.) Kartoffeln +20 g Mehl +25 g Schmalz +10 g Zwiebeln +1/4 l Magermilch oder Bruehe +5 g Salz +1 Prise Pfeffer +2 Essl. Essig + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden gekocht, abgezogen, gescheibt, die +Zwiebeln gewiegt. + +_Zubereitung_: Die Zwiebeln werden im irdenen Topf in dem Schmalz weich +gekocht, das Mehl wird darin gargeschwitzt, Milch oder Bruehe zugegossen, +oft geruehrt, mit Pfeffer, Salz und Essig abgeschmeckt, recht langsam 1/4 +Stunde gekocht, die warmen Kartoffelscheiben werden in der Sauce auf +gekocht und angerichtet. + +_Bemerkungen_: Man kann den Salat auch einmal aufkochen lassen und dann +zu Tisch geben; in diesem Falle nimmt man aber statt Schmalz lieber Oel. +Ebenso kann man den Salat sehr durch andere Zutaten veraendern, z.B. durch +Salzgurken- oder Rotruebenscheiben, geschaelten und in Scheiben +geschnittenen Sellerie, Senfgurken- oder Heringswuerfelchen. + + + +KARTOFFELSTUeCKCHEN, SAURE. + +1/2 kg (1 Pfd.) rohe geschaelte Kartoffeln +20 g Speck, Fett od. Margarine +15 g Zwiebeln +1/2 l Bruehe oder Wasser +4 Essl. Essig +1/2 Gewuerzdosis +1/2 Prise Pfeffer und Salz +25 g Zucker oder Sirup + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden geschaelt und in Viertel +geschnitten. + +_Zubereitung_: Mit kaltem Wasser werden sie bis zum Kochen gebracht und +abgegossen. 20 g Speck oder Fett werden mit den feingeschnittenen +Zwiebeln durchgeschwitzt, mit der erhitzten Fluessigkeit, Essig, Gewuerzen, +Salz und Pfeffer verkocht, die Kartoffeln darin gargekocht, mit Zucker +oder Sirup abgeschmeckt und, wenn noetig, was bei neuen Kartoffeln der +Fall ist, noch mit einer Mehlschwitze von 10 g Fett und 10 g Mehl +aufgekocht. Man kann sie auch mit Zuckerfarbe zu gutem Aussehen faerben. + + + +KOHLRABI. + +8-15 Stueck Kohlrabi, je nach Groesse +10 g Salz +1 l Wasser zum Abwellen +20 g Fett oder Margarine +1/8 l Wasser +1 Prise Salz +8 g Mehl +1 Prise Pfeffer +Kohlrabiblaetter + + +_Vorbereitung_: 1 l Wasser wird mit 10 g Salz aufgesetzt, das junge Gruen +der Kohlrabi gewaschen; die Knollen werden geschaelt und in gleichmaessige +Scheiben geschnitten. + +_Zubereitung_: Die Kohlrabischeiben werden in das kochende Salzwasser +getan, offen abgewellt, abgegossen, in einem Topf mit 1/8 l Wasser, Salz +und 3/4 des Fettes weichgekocht. Das junge Gruen wird ebenfalls abgewellt, +abgegossen und fein gewiegt. Der Rest des Fettes wird auf einer +Untertasse mit dem Mehl geschwitzt, drei Essloeffel Kohlrabibruehe ruehrt man +langsam dazu; Mehlschwitze, Kohlrabischeiben und Gruen werden nochmals +durchgekocht und mit Pfeffer abgeschmeckt zu Tisch gegeben. + +Nach Belieben kann man auch gargekochte geschaelte Kartoffeln hinzufuegen. + + + +KOHLRUeBEN (STECKRUeBEN). + +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Kohlrueben +10 g Salz +1-1/2 l Wasser +1/4 l heisse Bruehe +1/2 Gewuerzdosis +1 Stiel Majoran +5 g Zucker +Salz und Pfeffer nach Geschmack +10 g Fett oder Margarine +5 g Mehl + + +_Vorbereitung_: Die Kohlrueben werden in Wasser gebuerstet, geschaelt, in +gleichmaessige Streifen geschnitten, in kochendem Salzwasser unbedeckt +uebergewellt, trocken abgegossen. + +_Zubereitung_: Die Kohlrueben werden dann zugedeckt mit Bruehe, +Gewuerzdosis, Majoran, Zucker, Salz und Pfeffer weich gekocht. Fett und +Mehl werden gar geschwitzt, mit der Gemuesebruehe verkocht und mit dem +Gemuese gruendlich durchgeschuettelt. + +_Bemerkung_: Mit Kartoffeln gemischt erfordert das Gericht nur 35 g Mehl. + + + +KRAUTSALAT. + +250 g Weiss- oder Rotkohl geschnitten +1-1/2 l Wasser +5 g Salz +1 Essl. Essig +2 Essl. Oel +1 Prise Zucker +1 Essl. Essig +5 g Salz +1 Prise weisser Pfeffer + + +_Vorbereitung_: Man taucht den auf einem Durchschlag liegenden +feingeschnittenen Kohl in kochendes Wasser, dem man Salz und 1 Essloeffel +Essig zusetzte und laesst ihn ablaufen. + +_Zubereitung_: Oel, Zucker, 1 Essloeffel Essig, Salz und Pfeffer verruehrt +man, schuettet die Sauce ueber den Kohl und vermischt beides gruendlich. +Erkaltet zu Gaensebraten usw. zu geben. + + + +MOHRRUeBEN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Mohrrueben +3/4 l Wasser +10 g Mehl +20 g Fett oder Margarine +1 Teel. Petersilie +5 g Salz +5 g Zucker + + +_Vorbereitung_: Die Mohrrueben werden gewaschen, geputzt und in +gleichmaessige Streifen geschnitten, nochmals schnell abgespuelt und in +einen Topf mit 3/4 l kochendem Wasser, Salz und Zucker getan. Die +Petersilie wird gewaschen und fein gewiegt. + +_Zubereitung_: Die Mohrrueben werden nun auf den Herd gestellt und +zugedeckt weichgekocht. Von Fett und Mehl wird eine Mehlschwitze gemacht, +ein Loeffel Mohrruebenbruehe unter Ruehren dazu gegeben und auf gekocht. Dann +schuettet man die Mehlschwitze zu dem Gericht, laesst es nochmals aufkochen, +schmeckt es ab und fuegt die Petersilie hinzu. + +Will man Kartoffeln mit den Mohrrueben mischen, so brueht man sie geschaelt +vorher ab und legt sie auf die Mohrrueben, fuegt aber 1/4 l Fluessigkeit und +5 g Fett mehr dazu und verringert das Mehl, da mehlige Kartoffeln das +Gemuese genuegend binden. Man kann die Mohrrueben auch mit Bruehe kochen, +kann auch halt Schoten, halb Mohrrueben verwenden. _Mohrrueben und +Schoten_. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +MOHRRUeBEN, BRECHBOHNEN UND KARTOFFELN. + +125 g Mohrrueben +125 g Bohnen +250 g Kartoffeln +1 l Wasser +1 Essl. magere Speckwuerfel +1 Essl. Essig +5 g Salz +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Die Mohrrueben werden wie oben vorbereitet, aber in Wuerfel +geschnitten, ebenso die abgezogenen gebrochenen Bohnen. + +_Zubereitung_: die Mohrrueben, Bohnen und Kartoffeln werden in Salzwasser +weich gekocht und das Gemuese mit dem gebratenen Speck und Essig vermischt +und mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt. + + + +PELLKARTOFFELN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln +1/4 l Wasser +5 g Salz + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln (moeglichst gleicher Groesse) werden sauber +mit kaltem Wasser gewaschen, in einem Topf (in Groesse von 1-1/2 l Inhalt) +mit kaltem Wasser und Salz auf gesetzt. + +_Zubereitung_: Zugedeckt werden die Kartoffeln gargekocht, abgegossen, +geschwenkt und 1/2 Minute mit halbgeoeffnetem Deckel auf die heisse Platte +gestellt, damit die Kartoffeln trocknen und platzen. + +Neue Kartoffeln werden, weil sie mehr Wasserteile in sich haben, mit +weniger Wasser und mit 1/4 Teeloeffel Kuemmel gekocht. Der Kuemmel wird +sowohl zum Wohlgeschmack, als auch um die neuen Kartoffeln bekoemmlicher +zu machen, hinzugefuegt. Je aelter die Kartoffel, je laenger muss sie kochen. +Man ueberzeugt sich durch Hineinstechen mit der Gabel, ob sie durch und +durch weich sind. Neue Kartoffeln brauchen zum Garwerden ungefaehr 20 +Minuten, alte Kartoffeln 1/2 Stunde und darueber. + + + +PFEFFERLINGE ODER STEINPILZE. + +1/2 kg (1 Pfd.) Pfefferlinge oder Steinpilze +20 g Salz +2 l Wasser zum Abwellen +30 g Fett oder Margarine +1 Prise Pfeffer und Salz +5 g Mehl +1/2 Essl. gewiegte Petersilie + + +_Vorbereitung_: Die Pilze werden geputzt, schnell gewaschen, wenn noetig +klein geschnitten, aber nicht in Wasser gelegt, in heisses Salzwasser +getan, abgewellt und auf einem Siebe moeglichst trocken abgetropft. + +_Zubereitung_: Die abgewellten Pilze schuettet man in das heisse Fett, +bestaeubt sie mit Mehl, tut Pfeffer und Salz dazu und schmort das Gericht +einige Minuten durch, verruehrt die Petersilie mit den Pilzen und richtet +sie an. + + + +PFLAUMEN MIT SPECK. + +250 g frische oder getrocknete Pflaumen +100 g Speck +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln +1 l Wasser +40 g Zucker +1 Essl. Essig +1 Teel. Salz + + +_Vorbereitung_: Die Pflaumen werden nach Vorschrift vorbereitet. + +_Zubereitung_: Wie Birnen mit Speck. + + + +REIS MIT GETROCKNETEN PFLAUMEN. + +125 g Reis +5 g Salz +1/2 l Wasser zum Abwellen +40 g Pflaumen +3/8 l Wasser +10 g Zucker +5 g Margarine + + +_Vorbereitung_: Die Pflaumen werden nach Vorschrift vorbereitet. + +_Zubereitung_: Mit 3/8 l Wasser und 10 g Zucker werden die Pflaumen +langsam weichgekocht und zum Reis, der wie Wasserreis bereitet wird, +geschuettet. + + + +REIS MIT KIRSCHEN. + +250 g saure Kirschen oder 40 g getrocknete Kirschen +20 g Zucker +3 Essl. Wasser +5 g Salz +125 g Reis +1/2 l Wasser zum Abwellen +5 g Margarine +1 Stueckchen Apfelsinenschale + + +_Vorbereitung_: Die sauren Kirschen werden gewaschen, abgestielt und nach +Belieben entkernt. Getrocknete Kirschen werden nach Vorschrift +vorbereitet. + +_Zubereitung_: Mit Zucker, Apfelsinenschale und 3 Essloeffel Wasser +geschmort kommen die Kirschen zum Reis, der wie Wasserreis bereitet +wurde. + + + +REIS MIT KUeRBIS. + +1 Stueck Kuerbis fuer +1/2 l Wasser zum Abwellen +125 g Reis +5 g Salz +10 g Zucker +2 Essl. Essig +5 g Margarine +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Kuerbis wird geschaelt, in Wuerfel geschnitten und +gewaschen; der Reis wird gewaschen. + +_Zubereitung_: In Wasser, Fett, Salz und Zucker wird beides gargekocht +und mit Essig abgeschmeckt. + + + +REIS MIT ROSINEN. + +125 g Reis +1/2 l Wasser zum Abwellen +1/2 l Wasser +5 g Fett oder Margarine +20 g grosse Rosinen +1 Stueckchen Apfelsinenschale +5 g Salz +1 Essl. Essig +2 Essl. Zucker + + +_Vorbereitung_: Die verlesenen Rosinen werden in Wasser ausgequollen und +dann abgegossen. + +_Zubereitung_: Die Rosinen werden zu dem Reis, der wie Wasserreis +bereitet wird, getan; das Gericht wird mit Essig und Zucker abgeschmeckt. + + + +ROTKOHL (SCHMORKOHL). + +1/2 kg (1 Pfd.) Rotkohl +1/2 Essl. Essig +50 g Fett +1/8 1 Essig +30 g Zucker +5 g Salz +1/2 Gewuerzdosis +1 Prise Zimt +1 Prise Pfeffer +10 g Salz +2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Kohl wird von den aeusseren Blaettern befreit und auf +einem Brett festliegend mitten durch und dann in ganz feine Streifen +geschnitten. Man ueberbrueht ihn mit kochendem Salzwasser, in welches man +1/2 Essloeffel Essig giesst, tropft ihn gut ab und mischt ihn in einem Napf +mit einigen Loeffeln frischem Essig, bis er schoen rot ist. + +_Zubereitung_: Das Fett, Gaense-, Schweinefett oben Schmalz wird mit dem +Rest Essig, Salz und Zucker in einem irdenen Topf aufgekocht; dann tut +man den durch Essig aufgefrischten Kohl hinein, mischt ihn, wenn die +Fluessigkeit kocht, gut durch und laesst ihn 2 1/2 Stunde zugedeckt langsam +schmoren. Ganz zuletzt schuettet man noch ein wenig Pfeffer, gestossenes +Gewuerz und Zimt hinzu; doch ist das Geschmacksache. Vorher dazu getan, +verursacht Gewuerz eine schlechte Farbe. + +_Bemerkungen_: Rotkohl muss stets langsam gekocht werden und darf mit +keinem Metall in Beruehrung kommen. Will man ihn weniger fett und doch +glaenzend bereiten, so nimmt man von Anfang an nur die Haelfte Fett und 2 +Essloeffel fein geriebene, rohe Kartoffeln dazwischen. + +_Weisskohl als Weinkraut_ kann genau so bereitet werden, nur nimmt man +zuletzt gestossenen Pfeffer statt der gemischten Gewuerze. + +Beide Kohlarten muessen vor dem Anrichten mit Zucker, Essig und Salz +abgeschmeckt werden, da der Essig sich mehr oder weniger verfluechtigt. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +RUeHRKARTOFFELN (QUETSCHKARTOFFELN). + +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln +1/4 l Wasser +1/2 l Vollmilch +5 g Salz + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden geschaelt und wie Salzkartoffeln +gekocht. + +_Zubereitung_: Die garen Kartoffeln werden recht fein zerdrueckt oder +durch ein Sieb geruehrt und mit Milch und Salz, welches nach und nach +hinzugefuegt wird, recht heiss bis zum Aufstossen geschlagen. Nach Belieben +ist ein Stueckchen Butter mit zu verschlagen. + +_Bemerkung_: Man gibt diese Kartoffeln gern Kranken und Kindern. + + + +SALAT, GRUeNER. + +2 Koepfe gruener Salat +40 g Speck +Essig nach Geschmack +3 g Salz +2 Essl. Zucker oder 1 Essl. Sirup + + +_Vorbereitung_: Der Speck wird in Wuerfel geschnitten und angebraeunt. Der +Salat wird verlesen, die dicksten Struenke werden entfernt; der Salat wird +mehrere Male gewaschen, bis er sandfrei ist, in ein sauberes Tuch gelegt +und trocken geschuettelt, indem man das Tuch an den Enden zusammenfasst und +schleudert. + +_Zubereitung_: Alle Zutaten werden dann gemischt und die Fluessigkeit +abgeschmeckt; da hinein kommt der Salat, welchen man mit 2 Loeffeln +mischt. Man schmeckt ihn ab, ist er zu sauer, so fuegt man noch 1 Essloeffel +Wasser hinzu. Der Salat darf aber nicht lange vor der Mahlzeit +angerichtet werden, da er sonst unansehnlich und weich wird. + +_Bemerkung_: Anstatt gebraeunten Speck koennen auch 2 Essloeffel Oel genommen +werden. + + + +SALZKARTOFFELN. + +3/4 kg (1 1/2 Pfd.) rohe ungeschaelte Kartoffeln +5 g Salz +1/2 1 Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden nach dem Reinigen in Wasser rund +geschaelt, kleinere ganz gelassen, groessere halbiert. (Geschaelte Kartoffeln +duerfen im Wasser stehen.) Nach dem Schaelen werden die Kartoffeln +gewaschen und mit Salz und kaltem Wasser aufgesetzt. + +_Zubereitung_: Die Kartoffeln werden gut zugedeckt und je nach Alter und +Sorte 20 Minuten bis Stunde gekocht. Das Wasser wird dann rein +abgegossen; die Kartoffeln werden noch einige Minuten bedeckt, unter +oefterem Schuetteln auf heisser Platte trocken gedaempft; dann oeffnet man den +Topf einen Augenblick und richtet die Kartoffeln an. + + + +SAUERKOHL. + +1 kleiner Kopf Kohl oder + 1/2 kg (1 Pfd.) Sauerkohl +50 g Schweine= oder Gaensefett + oder Schmalz +15 g Zwiebeln +2 Essl. Essig +8 g Salz +5 g Mehl +1 Prise Pfeffer +5 g Zucker +1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Der frische Kohl wird (s. Rotkohl) vorbereitet. Sauerkohl +wird waehrend des Waschens mit der Gabel gelockert. + +_Zubereitung_: In einem irdenen Topf, in welchem das Fett, dem eine +Zwiebel zugelegt wurde, kochend gemacht ist, wird der Kohl mit Salzwasser +und etwas frischem Essig uebergossen und zugedeckt mehrere Stunden +geduenstet. Ein Teeloeffel von dem Fett wird mit Mehl geschwitzt, mit Essig +und Pfeffer vermischt, an den Kohl qegossen und damit durchgekocht. Der +Kohl muss ganz weiss aussehen und einen schoenen, sauren Geschmack haben, +der nur durch Zucker abgestumpft wird. + +_Bemerkung_: Sehr schmackhaft ist es, statt des Fettes Speck, +Schweine- oder Poekelfleisch mit in den irdenen Topf zu legen. Das +Fleisch wird vor dem Anrichten aus dem Topf genommen und nach Belieben +dazu gereicht. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +SCHNEIDEBOHNEN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Schneidebohnen +2 l Wasser zum Abwellen +1/2 l Hammelbruehe +1 Stiel Pfefferkraut +1 Essl. zerlassenes Rinderfett + oder Margarine +6 g Mehl +1 Teel. gewiegte Petersilie +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Zubereitung_: Die Schneidebohnen werden statt gebrochen geschnitten und +sonst ebenso wie Bohnen, gruene, bereitet. + + + +SPARGEL. + +1/2 kg (1 Pfd.) Stangenspargel +5 g Salz +1 l Wasser +3 g Zucker +50 g Butter +1 Essl. geriebene Semmel + + +_Vorbereitung_: Gewaschen, mit feinem Messer vom Kopfe anfangend, nach +unten staerker, recht rund schaelen. Moeglichst gleichmaessig lange und starke +Spargel werden etwa zu 6-8 in Buendel gebunden. Die duennen Spargel kommen +spaeter in das Kochwasser als die dicken. + +_Zubereitung_. Der Spargel wird in kochendem Salzwasser mit Zucker in +20-30 Minuten weich gekocht. Laengeres Kochen macht ihn gelb und +unschmackhaft. Er wird mit 2 Kellen vorsichtig herausgehoben. Man +beseitigt das Garn und richtet die Spargel, die Koepfe aufeinanderliegend, +an und gibt zerlassene oder braune Butter, in der etwas Semmel gebraten +ist, daneben oder darueber. + +_Bemerkung_: Zu _Bruchspargel_ werden die Stangen in gleichmaessige Stuecke +zerteilt, wie Stangenspargel gekocht, abgetropft und mit 1 Portion +Petersiliensauce, diese jedoch ohne Zwiebel unter Verwendung von +Spargelwasser bereitet, vermischt. + + + +SPINAT. + +1 kg (2 Pfd.) Spinat +8 g Salz +2 l kochendes Wasser +1 Essl. Mehl +15 g Fett oder Margarine +5 g geriebene Zwiebeln +1/8 l Bruehe +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Die Blattstiele werden unten abgeschnitten; der Spinat +wird verlesen, oft gewaschen, in wallendem Salzwasser einige Male +ueberkocht, geschaeumt, abgegossen, mit frischem Wasser gekuehlt, gut +abgetropft, auf einem Durchschlag leise gedrueckt und gewiegt oder durch +ein Haarsieb gerieben. + +_Zubereitung_: Man schwitzt die Zwiebeln in Fett, dann das Mehl damit +gar, aber nicht braun. Das Spinatmus wird damit verruehrt, die Bruehe +dazugeruehrt, mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt und nicht zu lange +gekocht, weil der Spinat sonst die Farbe verliert; man haelt ihn lieber +heiss, indem man den Topf damit in kochendes Wasser stellt. + + + +STAMPFKARTOFFELN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Salzkartoffeln +1 Essl. Speckwuerfel +1 Teel. Zwiebeln + + +_Zubereitung_: Die Kartoffeln werden mit einer Keule gestampft unb mit +den Zwiebeln, welche mit den Speckwuerfeln braun gebraten werden, +vermischt. Man kann auch 1/2 Teeloeffel feingeschnittenen Schnittlauch und +1/2 Teeloeffel Salz hinzufuegen. + +_Bemerkung_: Mussten die Kartoffeln stehen so ist es ratsam sie mit einem +Holzloeffel zu zerdruecken und mit einem Loeffel zerlassenen Fettes +durchzuruehren. + + + +WACHSBOHNEN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Wachsbohnen +1 1/2 l Wasser zum Abwellen +1/4 l Hammelbruehe +1 Stiel Pfefferkraut +1 Essl. (knapp) zerlassenes Rinderfett od. Margarine +4 g Mehl +1 Teel. gewiegte Petersilie +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Zubereitung_: Die Wachsbohnen werden wie Bohnen, gruene, bereitet. + + + +WASSERREIS. + +125 g Reis +1/2 1 Wasser zum Abwellen +1/2 1 Wasser +5 g Salz +1 Stueck Apfelsinenschale +10 g Butter od. Margarine +2 Essl. Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Man bereitet den Reis vor wie Milchreis. + +_Zubereitung_: Wie Milchreis anstatt Milch nimmt man Wasser und Fett. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +WEISSKOHL. + +1 kleiner Kopf Kohl +10 g Salz +1 Prise Natron +3 l Wasser +40 g Bouillonfett oder + Bratenfett oder Margarine +15 g Zwiebeln +2 g Kuemmel +2 Pfefferkoerner +5 g Salz +3/8 l Bruehe +5 g Mehl + + +_Vorbereitung_: Der Kohlkopf wird in 16 Teile geschnitten; nachdem die +aeusseren Blaetter und Struenke entfernt sind, wird er gewaschen, in +kochendem Salzwasser mit einer Prise Natron offen abgewellt, in kaltem +Wasser abgekuehlt und gut abgetropft. Der Kuemmel wird vorbereitet. + +_Zubereitung_: 20 g Bouillon- oder Bratenfett laesst man zergehen, schmort +die feingeschnittenen Zwiebeln darin, legt das Kraut dicht aneinander und +streut den Kuemmel, die Pfefferkoerner und das Salz dazwischen, uebergiesst +den Kohl mit Bruehe und daempft ihn zugedeckt langsam gar. Dann schwitzt +man Mehl und die uebrigen 20 g Fett auf einer Untertasse und verbindet das +Gemuese damit erst wenn der Kohl gar ist, was durch den Mehlzusatz von +Anfang an verzoegert wuerde. Ist keine Bruehe zur Hand so kann auch Wasser +genommen werden. + +_Bemerkung_: Irish Stew erhaelt man, wenn man dem Kohl 125 g gewuerfeltes +Hammel oder Rindfleisch und 125 abgewellte Kartoffelscheiben zusetzt und +damit zusammen gar daempft; die Mehlschwitze kann dann meistens fortfallen +und das ganze Fett zum Gericht getan werden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +WIRSINGKOHL. + +1 mittelgr. Kopf Wirsingkohl +2 l Wasser, 5 g Salz zum Abwellen +30 g Hammel- oer Rinderfett +1/2 Teel. Zwiebelwuerfel +1/2 Gewuerzdosis +10 g Mehl, 1/2 l Wasser +1 Teel. Salz +1 Prise Pfeffer + + +_Vorbereitung_: Die schlechten Kohlblaetter entfernen, den Kopf achtmal +durchschneiden, den dicken mittleren Strunk entfernen und den Kohl +waschen. Die Kohlstuecke werden nach und nach in das kochende Salzwasser +getan und abgewellt, dann abgegossen, kalt abgeschreckt, abgetropft. + +_Zubereitung_: Das Fett wird im irdenen Topf zerlassen; die Zwiebelwuerfel +werden darin weich geschmort, Gewuerze hinein, Kohl darauf gelegt, mit +Mehl, Pfeffer und Salz bestaeubt, Wasser dazugegossen und alles zugedeckt +1 1/2 Stunde langsam weichgeschmort. Abgeschmeckt wird der Kohl in einem +Napf zu Tisch gegeben. Soll der Kohl mit Kartoffeln gemischt sein, muessen +diese 3/4 Stunden vor dem Anrichten dazugetan werden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + * * * * * + +SAUCEN + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +BECHAMELLESAUCE. + +20 g magerer Speck +30 g Zwiebeln +10 g Margarine +10 g Mehl +1/8 l Wasser +1 Essl. weisser Kaese, aufgeloest +in 1/a [1/8?] l Magermilch +1 Essl. Parmesankaese +1 Prise weisser Pfeffer +Salz nach Geschmack + + +_Vorbereitung_: Der schwartenlose Speck wird in Wuerfel, die Zwiebeln +werden in Scheiben geschnitten. + +_Zubereitung_: Den Speck schwitzt man mit den Zwiebelscheiben in der +Margarine im irdenen Topf, fuellt das Mehl dazu und vollendet die Sauce, +indem man Wasser, Kaesemilch, Parmesankaese, Pfeffer und Salz hinzufuegt; +man laesst die Sauce langsam einkochen, ruehrt sie durch ein Haarsieb und +erwaermt sie nochmals. + + + +BRAUNNE BUTTER. + +2 Essl. Butter + +_Zubereitung_: Die Butter wird in einen irdenen Topf oder in eine Pfanne +getan, zu Feuer gebracht und mit einer Kelle hin und herbewegt, bis sie +hellbraune Farbe angenommen hat. Man giesst sie in ein kleines Naepfchen +oder in ein Toepfchen und gibt sie zu Tisch. + + +FRIKASSEESAUCE WEISSE, siehe KALBSFRIKASSEE. + + + +FRUCHTSAUCE. + +250 g Johannisbeeren oder Blaubeeren, oder + 1/2 l beliebiger auch gemischter Fruchtsaft +1 Stueck Apfelsinenschale +1/4 1 Wasser +30 g Zucker +5 g Staerkemehl +1 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_. Die abgebeerten Beeren werden gewaschen und mit +Apfelsinenschale und Wasser auf den Herd gestellt; das Staerkemehl wird +mit Wasser ausgeloest. + +_Zubereitung_: Die Beeren werden zerkocht, durch ein Sieb gestrichen und +mit Zucker abgeschmeckt. Der Saft wird wieder in den Topf zurueckgegossen, +mit dem in Wasser geloesten Staerkemehl aufgekocht, in einen Napf gegossen +und kaltgestellt. Wird Fruchtsaft verwendet, so kann der Zucker fehlen, +die Sauce stellt sich dann aber meistens teurer. Man gibt die Sauce zu +gelben oben weissen Flammeris oder Puddings und auch zu Mehl- oder +Griesskloessen. + +_Bemerkung_: Es koennen auch Pflaumen (Pflaumensauce) oder Kirschen +(Kirschsauce) oder Fruchtsuppenreste verwendet werden. Pflaumenmus in +derselben Weise verduennt ergibt Pflaumenmussauce, Kirschmus: Kirschsauce. +Man kann die Fruchtfluessigkeit nach Geschmack beliebig verduennen und kalt +als Fruchtkaltschale geben oder auch mit 30 g Staerkemehl verkocht zu +Fruchtflammerl benutzen. + +_Restverwendung_: Die durchgestrichenen Reste kann man noch einmal etwas +mit aufkochen, durchgiessen und zur Sauce mit verwenden. + + + +HERINGSSAUCE + +1/2 Hering +30 g Mehl +20 g Fett oder Margarine +1/2 l Klopswasser oder Bruehe +10 g Zwiebeln +1 Essl. Essig +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Der eingewaesserte Hering wird geteilt und die eine Haelfte +fein gewiegt, die andere zurueckgestellt; die Zwiebel wird abgeschaelt und +auch gewiegt. + +_Zubereitung_: Das Fett wird im irdenen Topf erhitzt, die Zwiebel hinein +getan und mit dem Fett durchgeschwitzt, darnach wird das Mehl hinzugefuegt +und wenn dieses gar ist, 1/2 l Fluessigkeit dazu gegossen und die Sauce +offen seimig gekocht. Der Hering wird dazu gegeben; nun darf die Sauce +nur noch ziehen. + +Man schmeckt sie mit Essig, Pfeffer und Salz ab. Will man sie recht glatt +haben, kann man sie durch ein Sieb geben. Man kann die Sauce durch Safran +gelb oder durch Speisefarbe braun faerben; von beiden Faerbemitteln darf +man aber nur eine kleine Messerspitze voll verwenden. + +Man kann aehnliche Sauce auch ohne Hering bereiten, dann bindet man sie +mit einem in 1 Essloeffel Bruehe verruehrten Eigelb und schmeckt sie noch mit +etwas Zucker und einigen Kapern ab: Koenigsberger Sauce. + +_Restverwendung_: Die zweite Heringshaelfte kann mariniert oder zu Salat +oder Heringskartoffeln benutzt werden. + + + +HOLLAeNDISCHE SAUCE. + +(Zu Fisch, Huhn mit Reis, Kalbfleisch mit Reis, oder Spargel.) + +10 g Margarine +10 g Mehl +1/8 l des betreffenden Gemuese + oder Fischwassers +5 g Zucker +1/2 Teel. Zitronensaft +Salz nach Geschmack +1 Eigelb, verquirlt +1 Essl. Vollmilch + + +_Zubereitung_: Aus Margarine, Mehl und Fluessigkeit bereitet man eine +weisse, glatte Sauce; diese wird mit Zucker, Zitronensaft, Salz und nach +Belieben mit ein wenig Muskatnuss, sowie mit dem verquirlten Eigelb heiss +geschlagen, darf aber nicht mehr kochen. Man kann die Sauce nach Belieben +mit Pilzen oder Kapern vermischen. Als Sauce zu Huhn mit Reis oder +Kalbfleisch mit Reis bleiben Zitronensaft und Zucker weg. Man kann die +Sauce durch mehr Eier oder Butter, die man zuletzt zu schlaegt, beliebig +verfeinern. + + + +MEERRETTICHSAUCE. + +1 Essl. geriebener Meerrettich +4 Essl. Bruehe +15 g Margarine +10 g Zwiebeln +10 g Mehl +1/4 I Bruehe +Salz nach Geschmack + + +_Vorbereitung_: Die Zwiebeln werden gewiegt; der Meerrettich wird schnell +geschaelt und gerieben. + +_Zubereitung_: Man laesst den Meerrettich mit 4 Essloeffel Bruehe in irdenem +Topfe langsam ziehen, bereitet aus Fett, Zwiebeln, Mehl und Bruehe eine +glatte Sauce, mischt den Meerrettich dazu und schmeckt mit Salz ab. Ist +er sehr scharf, so kann man 2 Essloeffel Milch hinzufuegen. + +_Bemerkung_: Geriebener Meerrettich darf nicht trocken stehen bleiben, +sondern muss mit etwas Milch oder Essig angeruehrt werden, damit er nicht +schwarz wird. + + + +MILCHSAUCE +(Milchsauce mit Kakao-, Mandel-, Vanille-, Zitronengeschmack.) + +1/4 l Vollmilch +15 g Zucker +1 kleine Prise Salz +5 g Staerkemehl +2 Eigelb +4 Essl. Vollmilch +Kakao oder Mandeln usw. + + +_Zubereitung:_ Zucker, Salz, 1/4 l Milch werden nach Belieben +mit 6 bitteren Mandeln oder 1/2 Paeckchen Vanillezucker, oder 15 g +Kakao, oder 1 Essloeffel Zitronenzucker erhitzt. Das Staerkemehl, +mit den Eigelb und 4 Essloeffel Milch verruehrt, wird unter +fortgesetztem Ruehren mit der Masse ausgekocht, durch ein Sieb gegeben +und bis zum Erkalten oefter umgeruehrt, damit sich keine Haut bildet. + +_Bemerkungen_: Eigelb kann fehlen, man nimmt dann 1 g Staerkemehl +mehr. Fertiges Vanillesaucenpulver von Dr. Oetker, a 10 Pf., ist zu +bequemer Saucenbereitung in allen Kolonialwarengeschaeften erhaeltlich. + + + +MOSTRICHSAUCE, BRAUNE. + +20 g Fett +20 g Zwiebeln +20 g Mehl +1 Gewuerzdosis +1 Bruehe oder Wasser +2 Teel. Mostrich +1 Teel. Essig +1/2 Teel. Zucker +1 Prise Salz und Pfeffer +2 Tropfen Speisefarbe + + +_Vorbereitung_: Die Zwiebeln werden gewiegt. + +_Zubereitung_: Zwiebeln werden in Fett gebraten, dann mit dem Mehl +braeunlich geschwitzt, Gewuerz, Fluessigkeit dazugetan und eine glatte Sauce +gekocht. Mostrich wird mit Zucker und Essig, sowie mit einigen Loeffeln +fertiger Sauce, mit der er sich verbinden muss, verruehrt, dann erst ruehrt +man ihn zur ganzen Sauce, mit der er aufkocht. Die Sauce wird durch ein +Sieb gestrichen und mit Salz, Pfeffer, Speisefarbe abgeschmeckt, nochmals +erhitzt. + +Diese Mostrichsauce ist zu harten Eiern (Mostricheier) und auch zu +Rindfleisch zu verwenden. Verbessern kann man sie durch Zutat von +uebriggebliebener Bratensauce. + + + +OeLSAUCE FUeR 4 PERSONEN. + +(Zu Salaten, harten Eiern, kaltem Rindfleisch und Suelze.) + +20 g Oel +20 g Zwiebeln +20 g Mehl +3/31 Bruehe +2 Essl. Essig +1 Essl. Kraeuter, Schnittlauch, Petersilie +Salz nach Geschmack +1 Prise weisser Pfeffer + + +_Vorbereitung_: Die Kraeuter werden gewiegt und abgewellt. Die Zwiebeln +werden klein geschnitten. + +_Zubereitung_: Oel, Zwiebeln und Mehl werden zusammen durchgeschwitzt, mit +1/4 l Bruehe und 1 Essloeffel Essig verkocht durch ein Sieb gestrichen und +kalt geruehrt. Dann tut man Kraeuter und soviel Bruehe, dass die Sauce die +richtige Dicke hat, dazu und schmeckt mit Salz, Pfeffer und Essig ab. + +_Bemerkung_: Man kann die Sauce mit gewiegten Kapern, Gurken, Mostrich +und verruehrtem Eigelb verfeinern. + + + +PETERSILIENSAUCE. + +1/2 1 Wasser, Bruehe, Fisch- oder Gemuesewasser +20 g Mehl +20 g Margarine +10 g Zwiebeln +1 Teel. Petersilie +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Zwiebel und Petersilie werden gewiegt. + +_Zubereitung_: In der Margarine wird zuerst die Zwiebel gar aber nur +hellgelb geschwitzt, dann das Mehl. Langsam ruehrt man die Fluessigkeit +dazu, verkocht das ganze zu gebundener weisser Sauce, fuegt die Petersilie +dazu und schmeckt mit Pfeffer und Salz ab. Nimmt man 1 Teeloeffel +gewiegten Dill anstatt Petersilie, so bekommt man Dillsauce. Beigabe von +gewiegtem Schnittlauch oder Schnittlauch gemischt mit Petersilie ergibt: +Schnittlauchsauce, ebenso von gemischten Kraeutern: Kraeutersauce. + + + +ROSINENSAUCE. + +10 g Zwiebeln +20 g Fett oder Margarine +20 g Mehl +1/3 l Wasser (besser Bruehe) +5 g Salz +1 1/2 Essl. Essig +1 1/2 Essl. Sirup +20 g grosse Rosinen +1 Teel. Zucker +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Die Zwiebel wird geschaelt und wuerflig geschnitten. Die +Rosinen werden nach Vorschrift gereinigt und aufgequollen. 1/3 l +Fluessigkeit wird mit Salz, Essig und Sirup abgeschmeckt. + +_Zubereitung_: Im irdenen Topf laesst man das Fett kochen, tut den Zucker +zum Braeunen dazu, gibt das Mehl und die Zwiebelwuerfel hinein und laesst +diese ebenfalls braeunen. Unter Ruehren schuettet man die Fluessigkeit hinzu +und kocht alles auf. Die abgetropften Rosinen kommen dazu; mit etwas +Salz und Pfeffer abgeschmeckt, gibt man die Sauce zu Rindfleisch zu +Tisch. + + + +SPECKSAUCE, BRAUNE. + +20 g magerer Speck +15 g Zwiebeln +20 g Mehl +1/4 1 Wasser +2 Essl. Essig +1 gestossene Gewuerzdosis +Salz nach Geschmack +15 g Zucker oder 1 1/2 Essl. Sirup +1-2 Tropfen Speisefarbe + + +_Vorbereitung_: Der Speck wird in kleine Wuerfel geschnitten, die Zwiebeln +werden fein gewiegt. + +_Zubereitung_: In irdenem Topfe wird der Speck mit der Zwiebel hellgelb +gebraten, durchgeschwitzt, dann das Mehl darin gar gemacht und mit dem +Wasser eingekocht. Mit Essig, Gewuerz, Salz, Zucker oder Sirup schmeckt +man die Sauce ab und richtet sie an. + +_Bemerkung_: Diese Sauce eignet sich als Beigabe zu Kartoffeln mit der +Schale oben auch zu geschmorten Gurken. Mit 2 Essloeffeln +Salzgurkenwuerfeln vermischt: Gurkenssauce. + + + +WEINSCHAUMSAUCE (CHAUDEAU) IM WASSERBADE. + +2 Eigelb +1 ganzes Ei +40 g Zucker +1/8 l Apfelwein, Weisswein oder Maltonwein +1 Teel. Zitronenzucker +1 Essl. Zitronensaft + + +_Zubereitung_: Eier werden mit dem Zucker kalt verruehrt, Wein, +Zitronenzucker und Zitronensaft dazugefuellt, ins Wasserbad gesetzt und +dick geschlagen. Um die Saucenmenge zu vermehren kann man auch 10 g Mehl +mit 1/8 l Wein besonders garkochen und zur obigen Masse ruehren. Die Sauce +ist warm oder kalt zu reichen. + +_Bemerkungen_: Anstatt Zitrone kann Apfelsine oder beides gemischt +genommen werden. Fuegt man 3 Tafeln aufgeloeste Gelatine hinzu und fuellt +die Masse dann in eine Schale so hat man erkaltet Weinschaumspeise. + + * * * * * + +MILCH-, MEHL- UND EIERSPEISEN. + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +APFELBETTELMANN FUeR 4 PERSONEN. + +250 g geriebenes Brot +1/2 Teel. gestossener Zimt +2 gestossene Nelken +1/2 abgeriebene Zitrone +40 g Zucker +1/2 kg (1 Pfd) Aepfel +65 g Zucker +4 Essl. Wasser +125 g Schmalz +30 g Korinthen +20 g Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Das Brot wird gerieben, mit den Gewuerzen und 40 g Zucker +gemischt; die Aepfel werden geschaelt und in Stuecke geschnitten, die +Korinthen gereinigt und ausgequollen. + +_Zubereitung_: Die Aepfel werden mit 65 g Zucker in 1/16 l Wasser +geschmort. Sodann wird die Haelfte des Schmalzes in einer Pfanne gebraeunt, +die Haelfte der Brotmischung mit einem Loeffel darauf gedrueckt, das +Apfelkompott und die Korinthen darueber getan, die andere Haelfte Brot +uebergestreut und angedrueckt. Nachdem die Speise langsam 1/4 Stunde +gebacken hat, traeufelt man das uebrige Schmalz darauf, wendet die Speise +wie einen Eierkuchen, backt sie noch 1/4 Stunde bei langsamer Hitze und +bestreut sie nach dem Anrichten mit Zucker und Zimt. + +_Apfelbettelmann in der Form_. Das geriebene Brot wird in der Pfanne +gebraten, mit den Gewuerzen gemischt, schichtweise mit dem Apfelkompott in +eine gebutterte Form gefuellt, so dass die letzte Schicht Brot ist, im Ofen +1/2 Stunde gebacken und dann noch nach Belieben mit 1/8 l suesser Sahne +ueberfuellt. + + + +APFELKLOeSSE. + +250 g Aepfel (saeuerliche) +250 g Mehl +15 g Margarine +1-1/2 Ei +1/2 Teel. Salz +1/2 Teel. Zitronenzucker +1 Messerspitze Backpulver +1/8 l Magermilch (knapp) + + +_Vorbereitung_: Die Aepfel werden geschaelt, vom Kernhaus befreit und +gewuerfelt. + +_Zubereitung_: Von den uebrigen Zutaten wird ein guter Klossteig angemengt, +unter den zuletzt die Apfelwuerfel gemischt werden. Es werden nun von dem +Teig Kloesse abgestochen, die entweder auf das zu bereitende Gericht gelegt +und fest zugedeckt mit garduensten oder in Salzwasser garkochen. + +_Bemerkung_: Auch Birnen lassen sich so verwenden: Birnenkloesse. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +APFELNUDELN. + +1 Ei +1-2 Essl. Wasser +100 g Mehl +3 g Salz +20 g Fett +1/2 kg (1 Pfd.) Aepfel +Wasser und Salz zum Kochen der Nudeln +30 g Zucker +1/8 l Wasser +20 g Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Die Aepfel werden geschaelt, vom Kernhaus befreit, in +Stuecke geschnitten. Das Zuckerwasser wird auf den Herd gestellt. + +_Zubereitung_: Das Mehl siebt man auf ein Brett, tut das mit Salz +zerquirlte Ei in eine Vertiefung in der Mitte, verteilt das Fett ueber das +Mehl, mischt alles mit einem breiten Messer zusammen, und verarbeitet den +Teig dann mit der Hand bis ein mit dem Finger hinein gedruecktes Loch sich +von selbst wieder schliesst. Die Masse wird in 4 Teile geteilt; man walkt +jeden einzeln auf mit Mehl bestreutem Brett, mit bemehltem Rollholze +messerrueckendick aus, und laesst die gewonnenen Teigplatten auf sauberem +Tuche 1/4 Stunde an der Luft trocknen, schneidet dann davon etwa 5 cm +breite Streifen, legt 6 davon aufeinander und schneidet davon 5 cm lange +Nudeln, die auseinandergelegt auf dem Tuche 1/2 Stunde trocknen: Nudeln. +Die Aepfel werden in das kochende Zuckerwasser geschuettet, gargekocht und +heiss gestellt. Die getrockneten Nudeln werden 5 Minuten in Salzwasser +gekocht, abgegossen, abgetropft, mit den Aepfeln vermischt, nochmals +erhitzt und mit Zucker und Zimt bestreut zu Tisch gegeben. + + + +ARME RITTER FUeR 4 PERSONEN. + +4 abgeriebene Milchbrote oder 8 geroestete Zwiebaecke +1 Ei, 1 Eiweiss +1 Prise Salz +1 Essl. Zucker +3/8 l Magermilch +1/4 abgeriebene Zitrone +2 Essl. geriebene Semmel +25 g Schmalz, Fett oder Margarine zum Ausbacken +20 g Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Milchbrote oder Zwiebaecke schneidet man in fingerdicke +Scheiben und bringt sie in gefaellige Form, quirlt 1 Ei, Salz und Zucker +mit der Milch klar, tut Zitrone dazu und giesst die Fluessigkeit nach und +nach ueber die Brotscheiben, die man auf eine flache Schuessel legt und oft +wendet. + +_Zubereitung_: Wenn die armen Ritter durchgeweicht sind, kehrt man sie in +geschlagenem Eiweiss und Semmel um und bratet oder backt sie in dampfendem +Fett zu schoener hellbrauner Farbe, besiebt sie dick mit Zucker und Zimt, +gibt Backobst, Preisselbeeren, Mus- ueber Weinsauce dazu oder reicht sie zu +Apfelreis. Man kann die armen Ritter auch zuerst in Milch oder +Zuckerwasser erweichen, einen duennen Eierkuchenteig von 20 g Mehl und den +angegebenen Zutaten bereiten, die erweichten Schnitte darin umwenden und +dann backen. + + + +BLECHKUCHEN. + +_Zubereitung_: Man legt denselben Teig wie beim Napfkuchen, jedoch ohne +Rosinen, auf ein sauber abgeriebenes Blech, rollt ihn mit einem Walkholz +zu beliebiger Dicke aus, laesst ihn noch einmal aufgehen und legt oder +streut darauf: + + Apfelstuecke, Zucker und Zimt (_Apfelkuchen_), + Blaubeeren " " " (_Blaubeerkuchen_), + Kirschen " " " (_Kirschkuchen_), + Pflaumen " " " (_Pflaumenkuchen_), + Kaese, den man mit Korinthen, + Zucker und Zimt und einem + Ei verruehrt (_Kaesekuchen_), + Zucker, Zimt und Butterstueckchen (_Butterkuchen_), + Streusel (_Streuselkuchen_), bestehend aus: + +100 g Mehl, +50 g Zucker, +1 Prise gestossenen Zimt, +50 g Fett oder Schmalz, +1 Prise Salz. + +Das heisse Fett wird in die uebrigen Zutaten gegossen und die sich +bildenden Kluempchen werden auf dem Blechkuchen verteilt. + +Saemtliche Kuchen muessen noch 1/2 Stunde mit den Auflagen aufgehen, ehe +man sie im Ofen gar baeckt. + + + +BROeTCHEN. + +1 Semmel, Schrippe, Salzkuchen oder Knueppel +15 g Butter + + +Das Broetchen wird der Laenge oder Rundung nach mit einem scharfen Messer +in 3 Scheiben geschnitten; diese werden mit weicher Butter oder, falls +diese verboten waere, mit Pflaumenmus oder Rheinischem Kraut gleichmaessig +bestrichen. Auf einem Teller schneidet man jede Scheibe einmal der Laenge +nach und, falls der Kranke nicht abbeissen kann, noch einige Male quer +durch. Zur Abwechselung kann man die Weissbrotscheiben an einer Gabel ueber +einer offenen Flamme etwas roesten und dann bestreichen. + +Belegt man die Broetchen mit gewiegtem Schinken, einer Fleischscheibe oder +gehacktem Eigelb, so schneidet man das ueberstehende sauber ab, damit die +Broetchen recht zierlich aussehen. + + + +EIER GERUeHRT. (RUeHREI.) + +4 Eier +2 Essl. Vollmilch +4 g Salz +1 Prise weisser Pfeffer +50 g Butter + + +_Vorbereitung_: Die Eier werden mit Pfeffer, Salz und Milch in einem +Topfe zerquirlt. + +_Zubereitung_: Die Butter wird in einem sauberen Kochtopfe bei gelinder +Hitze geschmolzen, die Eiermasse dazugeschuettet und mit dem Loeffel auf +dem Boden des Topfes hin und hergeschoben bis eine stueckige, aber noch +breiartige Masse entstanden ist. Dann richtet man das Ruehrei auf heisser +Schuessel an. + + + +EIER IN DER PFANNE. (SETZEIER.) + +4 Eier +15 g Margarine +1 Prise weisser Pfeffer und Salz + + +_Zubereitung_: Die Butter wird auf einem Teller oder emaillierten +Geschirr geschmolzen; die frischen Eier werden vorsichtig geoeffnet, auf +den Teller geschuettet, mit Salz und Pfeffer bestreut; sie muessen nun +langsam gerinnen. Das Eiweiss um das Gelbe herum muss weiss, auf dem Gelben +aber noch durchsichtig sein. Mit einem Glase sticht man die +unregelmaessigen Eiweissteile ab und richtet die Setzeier an. + + + +EIER IN MOSTRICHSAUCE. + +2 Eier +1/2 l Wasser + + +_Zubereitung_: Wie pflaumweiche Eier. Die Eier werden gleich mit lauem +Wasser abgeschreckt, durch Klopfen auf den Tisch werden die Schalen +vorsichtig geloest und entfernt; mit scharfem Messer werden die Eier auf +einem Teller der Laenge nach aufgeschnitten, oder auch ganz gelassen; dann +begiesst man die Eier mit erkalteter oder warmer Mostrichsauce. + + +EIER IN SOLE (SOLEIER) + +2 Eier +9 Essl. Salz +1/2 l Wasser + + +_Zubereitung_: Die Eier werden in dem mit obiger Salzzutat versetzten +kochenden Wasser 10 Minuten gekocht; die Spitzen der Eierschalen werden +eingeknickt und die Eier dann in das erkaltete Salzwasser gelegt, in dem +sie sich lange halten. Nach 2-3 Tagen kann man sie gebrauchen. + +_Bemerkung_: Man legt auch Soleier gern (im Winter 1 bis 3 Tage) in +erkaltete Schinken- oder Poekelbruehe. + + + +EIERKUCHEN + +1 Ei +105 g Mehl +5 g Salz +1 Prise Backpulver +1/4 l Magermilch +40 g Backfett +10 g Zucker + + +_Vorbereitung_: Das Ei wird aufgeschlagen; in einen Topf kommt das Eigelb +und in einen andern das Eiweiss. Das Eigelb wird mit Milch und Salz +verquirlt, unter Ruehren in die Mitte des Mehles geschuettet, welches man +allmaehlich damit und mit dem Backpulver verruehrt. Das Eiweiss wird zu +Schnee geschlagen und langsam unter die Masse gezogen, die nicht stehen +darf. Eine Stielpfanne wird mit Papier trocken ausgerieben. + +_Zubereitung_: Nachdem 1 Loeffel Fett heiss und still in der Pfanne wurde, +wird die Masse langsam hineingegeben und durch Hin- und Herbewegen der +Pfanne gleichmaessig darauf verteilt. Dann laesst man die eine Seite des +Eierkuchens, unter oefterem Schuetteln, schoen hellbraun werden, schiebt ihn +auf einen Deckel, tut noch ungefaehr 10 g Fett auf die ungebackene Seite, +deckt die Pfanne darauf, dreht diese um, laesst den Eierkuchen, mit dem +Deckel bedeckt, einige Augenblicke weiter daempfen und nimmt dann den +Deckel ab. Man wird nun bemerken dass der Kuchen schoen aufgegangen ist und +baeckt denselben zu schoener Farbe fertig, richtet ihn an und bestreut ihn +mit Zucker. Eierkuchen duerfen nicht stehen, wird es notwendig, dann nur +auf einem Topf mit heissem Wasser. + + + +EIERKUCHEN MIT AePFELN + +Man bratet Stueckchen von einem halben geschaelten Apfel erst eine Zeit auf +der Pfanne in Fett, giesst dann Eierkuchenmasse darauf und baeckt den +Kuchen wie angegeben fertig. + + + +EIERKUCHEN MIT HEFE. + +105 g Mehl +1 Magermilch +5 g Salz +8 g Hefe +40 g Fett oder Margarine +10 g Zucker +1 Essl. Korinthen + + +_Vorbereitung_: Die Milch wird erwaermt und mit Hefe und Salz verquirlt. + +_Zubereitung_: Die Hefe wird mit dem Mehl verruehrt, mit Korinthen und +Zucker vermischt; von dieser Masse werden Eier- + + +[Seiten 98 und 99 fehlen!] + + +_Vorbereitung:_ Napf oder Tassenkoepfe werden mit Wasser ausgespuelt. Der +Griess wird abgequirlt und abgegossen. + +_Zubereitung:_ Milch, Zucker, Apfelsinenschale und 1 Prise Salz werden +aufgekocht. Der Griess wird mit einem Teil der Fluessigkeit verruehrt, unter +Ruehren in die Milch gegeben und 15 Minuten gekocht. Das Eiweiss wird zu +Schnee geschlagen und, nachdem der Griess gar ist, leicht darunter +geruehrt; dann wird der Brei in die ausgespuelten Gefaesse getan um darin zu +erkalten. Erkaltet stuerzt man den Flammeri und gibt geschmorte Fruechte +oder Fruchtsauce dazu. + +_Bemerkung_: Verfeinern kann man den Flammeri durch einige geriebene +Mandeln oder Vanille und 1 Eigelb. Man kann statt Griess auch Staerkemehl +nehmen, das man kalt verruehrt (_Staerkemehlflammeri_), und statt Milch +roten Fruchtsaft mit Wasser; dann wird das Eiweiss weggelassen. (_Rote +Gruetze_.) Auch ganz duenner Apfelbrei ist anstatt Milch zu verwenden +(_Apfelflammeri_). + + + +GRIESSKLOeSSE. + +125 g Griess +1/4 l Magermilch +20 g Margarine +1 Prise Salz +30 g Zucker +1 Ei +Wasser u. Salz zum Kochen der Kloesse + + +_Zubereitung_: Milch, Fett, Salz, Zucker werden zum Kochen gebracht, dann +schuettet man den Griess dazu, backt bestaendig ruehrend eine glaenzende Masse +ab, gibt, wenn sie noch heiss ist, unter Ruehren das Eigelb dazu, schlaegt +das Eiweiss zu Schnee, zieht es unter den Teig, sticht kurz vor dem +Anrichten mit angefeuchtetem Essloeffel gleichmaessige Kloesse ab, kocht sie +unbedeckt in Salzwasser schnell gar, nimmt sie mit der Schaumkelle +heraus, laesst sie abtropfen, legt sie auf eine erwaermte Schuessel und +reicht Backobst, Mussauce oder dergleichen dazu. + +Kloesse duerfen nicht in Wasser stehen; heiss gehalten werden sie +am besten in bedecktem, ueber Wasserdampf stehenden Siebe. + +_Bemerkung_: Diese Masse kann in gebutterter ausgestreuter Form als +_Griesspudding_ gekocht und warm mit Fruchtsauce gereicht werden. + + + +GRUeTZE, ROTE. + +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Johannisbeeren oder andere Fruechte +100 g Zucker nach Geschmack +65 g grober Griess oder gemahlener Reis +1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Johannisbeeren werden gewaschen, abgebeert und in +einem Topf mit 1/4 l Wasser, zugedeckt, aufgesetzt. Tassenkoepfe oder ein +Napf werden mit Wasser ausgespuelt und hingestellt. Der Griess wird mit +kaltem Wasser abgequirlt und abgetropft. + +_Zubereitung_: Die Johannisbeeren werden 1/2 Stunde gekocht, durch ein +Sieb oder Tuch gegossen, gepresst und mit dem Zucker vermengt wieder auf +den Herd gestellt. Die Fluessigkeit muss reichlich 1/2 l betragen. Kocht +diese Masse wieder, so werden Griess oder Reis hineingeschuettet, 10-15 +Minuten langsam unter Ruehren gekocht, in Form oder Tassenkoepfe gefuellt +und erkaltet gestuerzt. + +_Bemerkungen_: Man kann die Gruetze mit 1/4 l Milch uebergossen oder mit +Milchsauce zu Tisch geben. Viele Arten Fruechte, wie Himbeeren, +Brombeeren, Blaubeeren kann man dazu verwenden, auch anstatt Griess oder +Reis Staerkemehl nehmen, rechnet dann aber auf 1/2 l Fluessigkeit 40 g +Staerkemehl. Natuerlich sind auch fertige Fruchtsaefte zu verwenden. + + + +HEFEKLOeSSE. + +15 g Hefe +250 g Mehl +1/8 l laue Vollmilch +1 Teel. Salz +1 Essl. geschmolzenes Fett +1 Essl. Salz +3 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das mit dem vierten Teil Mehl und Milch in aufgeloester +Hefe angeruehrte aufgegangene Hefestueck wird mit den uebrigen Zutaten +tuechtig blasig geschlagen. Dann formt man apfelgrosse Kloesse daraus, die +auf mehlbestreutem Brett nochmals in der Waerme aufgehen muessen. + +_Zubereitung_: Die Kloesse werden in Dampf oder in kochendem Salzwasser +gekocht; ersteres geschieht indem man die Kloesse in einen auf kochendes +Wasser gestellten Durchschlag oder auf ein leichtes ueber den Wassertopf +gespanntes Tuch legt. Man versucht mit einem Holzspan, ob die Kloesse gar +sind, und nimmt sie, ist es der Fall, mit dem Schaumloeffel heraus, reisst +sie mit 2 Gabeln etwas auf, uebergiesst sie nach Belieben mit brauner +Butter oder gebratenem Speck und Zwiebeln und richtet sie zu geschmortem +Obst an. + +_Restverwendung_: Reste koennen in Fett aufgebacken werden oder mit +Fruchtsauce ueber heissem Wasser stehend durchwaermen. + + + +HEFEPUDDING. + +175 g Mehl +15 g Hefe +1/8 l Vollmilch +20 g Rinderfett oder Margarine +1 Ei +2 Nelken +40 g Zucker +8 g Salz +40 g grosse u. kleine Rosinen " 0,03-1/2 +5 g Margarine f. d. Form +5 g Zucker zum Bestreuen + + +_Vorbereitung_: Die Milch wird warm gestellt, das Mehl gesiebt und +gleichfalls warm gestellt. Die Hefe wird in die Milch gebroeckelt und +damit verruehrt. Die Rosinen werden verlesen und aufgequollen, die Nelken +gestossen; die Form oder ein Tuch wird mit Fett ausgestrichen und der +Wassertopf wird zum Kochen des Puddings aufgestellt. 20 g Fett werden +zerlassen. + +_Hefestueck_. 125 g Mehl werden in einen Napf getan, in die Mitte des +Mehles wird eine Vertiefung gemacht und die in Milch verquirlte Hefe nach +und nach unter Umruehren in das Mehl geruehrt, bis ein dicklicher, glatter +Brei entstanden ist. Man staeubt etwas Mehl ueber das Hefestueck, bedeckt es +mit einem Tuch und stellt es warm; es muss noch einmal so hoch gehen als +der Teig war. + +_Zubereitung_: Das zerlassene aber nicht heisse Fett wird in einen Napf +getan und die uebrigen vorbereiteten Zutaten ausser Mehl und Hefestueck +dazugemischt; hat das Hefestueck die richtige Hoehe erreicht, so fuegt man +es den anderen Zutaten bei und ebenso das fehlende Mehl. Alles wird gut +verruehrt, in die Form getan oder lose in das Tuch gebunden und in den +Napf zurueckgelegt. Der Teig muss noch 1/4 Stunde hochgehen. Man setzt die +festverschlossene Form oder den Tuchpudding in das stark siedende Wasser +und laesst ihn kochen. Unter das Tuch setzt man einen umgekehrten Teller. +Die Menge des Kochwassers muss immer gleichbleiben, weshalb man ab und zu +kochendes Wasser nachgiessen muss. Nach 1 Stunde nimmt man die Puddingform +heraus, trocknet sie ab, laesst sie einen Augenblick stehen, oeffnet sie, +legt eineu Teller darauf, stuerzt die Form um, hebt sie ab und bestreut +den Pudding mit etwas Zucker. Das Tuch bindet man auseinander, legt eine +Schuessel mit der Oberflaeche auf den Pudding und stuerzt um. + + + +HIRSEBREI. + +125 g Hirse +Wasser und Salz +1/2 l Magermilch +1 Prise Salz +5 g Fett +1 Stueck Apfelsinenschale +20 g Fett zum Uebergiessen +1 Teel. Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Die Hirse wird verlesen, dreimal mit kaltem Wasser +aufgesetzt, das, wenn es heiss ist, abgegossen wird. + +_Zubereitung_: abgetropft braet man die Hirse mit 5 g Fett durch, giesst +die Milch daran, fuegt Salz und Apfelsinenschale dazu und laesst die Hirse +unter oefterem Schuetteln ausquellen. Ist sie gar, so wird der Brei in +einer Schale angerichtet mit 20 g gebraeuntem Fett uebergossen und mit +Zucker und Zimt bestreut. + +_Bemerkung_: Zu jeder Breiart von Reis, Graupen, Hirse usw. werden 125 g +des Mehlpraeparates gerechnet und (nach dem Abwellen) wird zur Herstellung +1/2 l Fluessigkeit gebraucht. + + + +KARTOFFELKLOeSSE. + +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln ohne Schale gewogen +65 g Mehl +2 Eiweiss oder 1 Ei +1 Messerspitze geriebene Muskatnuss +20 g Fett oder Margarine +10 g Salz +20 Abfuellfett +1 Weissbroetchen +2 l Wasser +20 g Salz + + +_Vorbereitung_: Die erkalteten, in der Schale abgekochten, abgezogenen +Kartoffeln werden gerieben; sind es uebrig gebliebene geschaelte Kartoffeln +werden sie durch ein Sieb getrieben; das Weissbroetchen wird in kleine +Wuerfel geschnitten und in 20 g Abfuellfett gebraten. + +_Zubereitung_: Das verquirlte Ei wird mit Salz, Fett, Muskatnuss verruehrt; +die Broeckchen und 50 g Mehl werden hinzugefuegt und das Ganze genau +vermischt; hierauf formt man mit bemehlten Haenden egale Kloesse, welche, in +Mehl umgewendet, 15 Minuten in kochendem Salzwasser offen gekocht werden. +Man legt sie dann zum Abtropfen auf einen Durchschlag und richtet sie +recht heiss an, meist zu Backobst oder geschmorten Birnen oder mit +Mussauce. + +_Restverwendung_: In Scheiben geschnitten, werden die Kloesse in heissem +Fett auf der Pfanne gebacken. + + + +KARTOFFELPUFFER. + +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln, rohe, geschaelt gewogen +5 g Salz +1 Eigelb +1 Teel. Kartoffelmehl +1/8 l (knapp) Vollmilch +1 Eiweiss +50 g Fett oder 60 g Margarine + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden geschaelt und in Wasser gelegt. Man +reibt sie auf einem Reibeisen sehr rasch in einen Napf, in welchem etwas +kaltes Wasser ist, um die Farbe zu erhalten. Dann schuettet man die Masse +auf ein Tuch, presst die Feuchtigkeit leicht ab und ruehrt den Brei mit +Salz, Kartoffelmehl, Milch und Eigelb an. Der steife Eiweissschnee wird +darunter gezogen. + +_Zubereitung_: In der Pfanne werden reichlich Schweineschmalz oder +ausgebratener Speck, dessen Grieben entfernt wurden, gemischtes Fett oder +Margarine erhitzt. Die Masse wird mit einer kleinen Kelle in das +dampfende Fett gelegt und (so duenn wie moeglich) etwa in Groesse eines +kleinen Tellers ausgestrichen. Man wendet die Puffer oft um, baeckt sie +braun und kross und richtet sie auf heisser Schuessel an. Obige Zutaten +muessen 6 Stueck ergeben. + + + +KAeSEPLAeTZCHEN. + +180 g weisser Kaese +30 g Mehl +1 Ei +30 g Korinthen +1 Prise Salz +20 g Zucker +30 g Fett + + +_Vorbereitung_: Der Kaese wird durch ein Sieb gerieben, das Mehl +durchgesiebt. Die Korinthen werden vorbereitet. + +_Zubereitung_: Alle Zutaten, mit Ausnahme des Fettes, werden genau +miteinander vermischt. Aus dem Teig formt man kleine Plaetzchen, die man +in dem heiss und still gewordenen Fett in der Pfanne baeckt. + + + +MAKRONEN. (VORRAT.) + +250 g suesse, 12 Stueck bittere + abgezogene geriebene Mandeln +280 g gesiebter Zucker +7-8 Eiweiss +5 g Backpulver +1 Speckschwarte zum Blech + + +_Vorbereitung_: Die Zutaten werden vorbereitet. + +_Zubereitung_: Mandeln, Zucker und 1 Eiweiss werden ueber dem Feuer +abgeruehrt; der steifgeschlagene Schnee der uebrigen Eiweiss wird zuerst +unter die abgeruehrte Masse gezogen, dann das Backpulver. Mit einem +Teeloeffel setzt man kleine Haeufchen auf das gefettete Backblech, schiebt +es gleich in den Ofen und backt die Makronen hellgelb. Anstatt Mandeln +und Zucker kann man Marzipanreste, anstatt geriebener Mandeln geriebene +Kokosnuss, 1/2 kg (1 Pfd) = M. 0,35, beim Konditor erhaeltlich, verwenden. +(_Kokosnussmakronen_.) + + + +MEHLKLOeSSE. + +50 g Mehl +10 g Rinderfett oder Margarine +2 g Salz +1 Essl. kochendes Wasser + + +_Zubereitung_: Fett und Wasser werden zum Kochen gebracht und unter +schnellem Ruehren in das Mehl und Salz gegossen. Mit einem Teeloeffel, der +zuvor in kochendes Wasser gehalten wird, sticht man, ehe der Teig +erkaltet, kleine Kloesschen ab, laesst diese ungefaehr 15 Minuten langsam +offen in der Suppe oder in Salzwasser kochen und richtet sie mit an. +Sollen die Mehlkloesse zu brauner Butter oder zu Backobst gereicht werden, +so nimmt man die Zutaten dreifach, sticht sie mit einem Essloeffel ab und +kocht sie in Salzwasser gar. Ebenso Mehlkloesse, feinere. Dazu wird obige +Masse verbessert durch Hinzufuegung eines Eies und Verwendung von 1-1/2 +Essloeffel mageren gebratenen Speckwuerfeln anstatt des Fettes. + + + +MILCHFLAMMERI. + +1/2 l kalte Vollmilch +50 g Staerkemehl +50 g Zucker +1 Prise Salz +1 Stueckchen Apfelsinenschale + + +_Vorbereitung_: Eine Form oder einige Tassenkoepfe werden mit Wasser +gefuellt, unmittelbar vor dem Hineinfuellen des Flammeri ausgegossen. + +_Zubereitung_: In irdenem Topfe wird das Staerkemehl mit Milch, Zucker, +Apfelsinenschale und Salz verquirlt, auf dem Herde unter Ruehren zum +Kochen gebracht, 3 Minuten gekocht und nachdem die Schale entfernt ist, +in die ausgespuelten Formen gefuellt, erkaltet gestuerzt und mit Fruchtsauce +gereicht. + + + +MILCHGELEE. + +1/2 l Vollmilch +40 g Speisen- oder Reismehl +6 Essl. Vollmilch +4 Essl. Zucker +1 Stueckchen Zitronenschale + + +_Vorbereitung_: 6 Essloeffel Milch werden mit dem Mehl verquirlt. + +_Zubereitung_: 1/2 l Milch und Zitronenschale kocht man mit Zucker auf, +schuettet das gequirlte Mehl dazu und laesst alles unter Ruehren kochen bis +es klar erscheint. Dann giesst man das Gelee in eine Glasschale und +reicht, ist es erkaltet, Fruchtsauce dazu. + +_Bemerkung_: Anstatt Reismehl kann man 9 Blatt weisse Gelatine verwenden. + + + +MILCHKARTOFFELN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln +Wasser und Salz +20 g Fett oder Margarine +20 g Mehl +20 g Zwiebeln +30 g Schinken- oder Speckreste + oder Schwarten ohne Rauchkanten +1/2 l Magermilch, Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden in Salzwasser gargekocht und dann +abgezogen; Zwiebeln und Schinken, Schwarten oder Speck werden gewuerfelt. + +_Zubereitung_: In irdenem Topfe schwitzt man die Speck-, Schwarten- oder +Schinken- und Zwiebelwuerfel, fuegt das Mehl dazu, unter Ruehren auch Milch, +Pfeffer und Salz. Man laesst die Sauce langsam einkochen, ruehrt sie durch +ein Sieb, schneidet die warmen Kartoffeln hinein, laesst sie zugedeckt eine +Weile in der Sauce ziehen, nicht kochen, und schmeckt nochmals mit +Pfeffer und Salz ab, ehe angerichtet wird. + +_Bemerkung_: Anstatt Milch koennen auch Wasser und 30 g durchgeriebener, +darin verruehrter weisser Kaese verwendet werden. _Kaesekartoffeln_. + + + +MILCHREIS. + +125 g Reis +1/4 l Vollmilch +1/2 l Wasser zum Abwellen +1 Prise Natron +1/4 l Wasser +1 Prise Salz +1 Stueck Apfelsinen- oder Zitronenschale +5 g Rinderfett oder Margarine +5 g Mehl +20 g Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Der Reis wird mit kaltem Wasser gut durchgespuelt, +abgegossen, mit kaltem Wasser im irdenen Topf bis zum Kochen gebracht und +wieder abgegossen. + +_Zubereitung_: Mit 5 g Fett wird er durchgeschwitzt, das Mehl +daruebergestreut und mit 1/4 l Wasser, 1/4 l Milch, Apfelsinen oder +Zitronenschale und Salz unter oefterem Schuetteln einige Minuten flott +offen gekocht. Nun deckt man ihn zu und laesst ihn unter oefterem Schuetteln, +nicht Ruehren, langsam ausquellen, bis er gar ist. Die Schale entfernt +man, richtet den Reis an und bestreut ihn mit Zucker und Zimt. + +_Restverwendung_: _Milchreissuppe_, _Milchreispudding_. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +MILCHREISPUDDING FUeR 4 PERSONEN. + +125 g Reis +1 Prise Natron +1/2 l Wasser zum Abwellen +1/2 l Vollmilch +1 Prise Salz +65 g Butter oder Margarine +125 g Zucker +3 Eier +1 Essl. Zitronenzucker +5 g Margarine +1 Essl. gerieb. Semmel | Form + + +_Vorbereitung_: Der Reis wird gewaschen, abgewellt und abgetropft. + +_Zubereitung_: Der Reis wird in der Milch mit Salz langsam weich und dick +gekocht und kalt gestellt. Das Fett wird zu Sahne geruehrt, Zucker und +Eigelb kommen dazu, ebenso Reis und Zitronenzucker, zuletzt wird der +Schnee der Eier darunter gezogen, und die Masse in eine ausgestrichene, +ausgestreute Verschlussform gefuellt, 1 Stunde in Wasser gekocht und auf +heisser Schuessel gestuerzt. Man gibt eine Frucht- oder Weinschaumsauce +dazu. + +_Bemerkung_: Man kann auch Milchreisreste zu dem Pudding verwenden. + + + +MILCH, SAURE. + +3/4 l Vollmilch +20 g geriebenes Brot +30 g Zucker + + +_Zubereitung_: Auf 2 tiefe Suppenteller oder kleine Schalen verteilt man +die Milch, setzt sie in staubfreien, warmen Raum und laesst sie unberuehrt +etwa 36 Stunden stehen. Man gibt sie mit Brot und Zucker bestreut zu +Tisch oder reicht beides nebenher. + + + +MUeRBETEIG FUeR OBSTKUCHEN UND KLEINE KUCHEN. (VORRAT.) + +90 g Zucker +4 Eigelb +1/2 abgeriebene Zitrone +2 Essl. Magermilch +220 g Margarine +1/2 kg (1 Pfd) Mehl +1 Ei zum Bestreichen +1 Speckschwarte zum Blech + + +_Zubereitung_: Zucker, Zitrone, Milch und Eigelb werden verbunden, dann +unter die zu Schaum geruehrte Margarine gerieben; das Mehl wird zuletzt +darunter genommen. Man rollt den Teig messerrueckendick aus, sticht kleine +Kuchen oder Tarteletts aus (diese muessen mit einem Rand versehen werden), +bestreicht sie mit Ei und bestreut sie, je nachdem man sie verwenden +will, mit laenglich geschnittenen Mandeln, Korinthen oder Zucker und Zimt +und backt sie auf gefettetem Bleche zu guter Farbe. + + + +NAPFKUCHEN. + +175 g Mehl +15 g Hefe +6 Essl. Magermilch +30 g Rinderfett oder Margarine +1 Ei +40 g Zucker +1 Teel. Zitronenzucker +8 g Salz +40 g grosse u. kleine Rosinen + + +_Zubereitung_: Napfkuchen wird ebenso eingeruehrt wie Hefepudding, nur +wird er in einem mit Fett ausgestrichenen irdenen Napfe zerschlagenes +Eiweiss getaucht und um die Raender der Rundungen gefuehrt. Nun wird die +andere Seite des Teiges uebergeschlagen; mit dem Glas werden ueber den sich +abzeichnenden Haeufchen kleine runde Kuchen ausgestochen, die man auf +einem bemehlten Brett nochmals aufgehen laesst und in dampfendem Fett +vorsichtig ausbackt. Ein hineingestochenes Hoelzchen zeigt die Gare an. +Die Pfannkuchen duerfen nicht zu schnell braun werden, damit sie auch +durch und durch backen; fertig gebacken werden sie auf ein mit +Loeschpapier belegtes Sieb gelegt und in Zucker (nach Belieben auch Zimt) +gewendet. Man backt immer nur wenige Pfannkuchen auf einmal. Die +Fuellungen kann man von beliebigem Fruchtmus herstellen. Dieses darf nicht +duenn sein, weil es sonst in der Hitze auslaeuft. Statt 30 g Hefe dienen +auch 20 g Backpulver (1 Paket). + + + +PFENNIGKUCHEN. + +125 g Zucker +125 g Mehl +2 Eier +1 Prise Kardamom +1 Speckschwarte + + +_Vorbereitung_: Ein Blech wird mit Papier abgerieben und dann mit +Speckschwarte eingerieben. Die Eier werden aufgeschlagen und in einen +Napf getan. + +_Backen_: Die Eier werden in dem Napf mit dem fein gesiebten Zucker etwa +1/4 Stunde schaumig geschlagen, dann Mehl und Kardamom hinzugefuegt und +tuechtig mit dem schaumigen Ei verruehrt. Mit einem Teeloeffel setzt man +walnussgrosse Haeufchen auf das Blech und laesst die Kuchen ausserhalb des +Ofens noch 5 Minuten stehen, damit sich auf der Oberflaeche derselben eine +duenne Haut bildet. Nun schiebt man die Kuchen in den nicht zu heissen Ofen +und baeckt sie in 10-15 Minuten zu schoener hellbrauner Farbe. + +_Bemerkung_: Man kann statt Kardamom auch Anis, Vanille- oder +Zitronenzucker als Gewuerz an den Teig ruehren. + + + +SEMMELKLOeSSE. + +5 alte Weissbroetchen +1/8 l Vollmilch +1/8 l Wasser +1 Prise gestossener Zimt +15 g Salz +40 g Zucker +15 g Fett oder Margarine +1 Ei +5 g Fett oder Margarine + + +_Vorbereitung_: Ein flaches Geschirr wird mit etwas Fett ausgestrichen, +Wasser zum Kochen der Kloesse aufgesetzt, Semmel gerieben, 15 g Fett +zerlassen. + +_Zubereitung_: Milch, Wasser, Zimt, Salz, Zucker, das zerlassene Fett und +Ei werden verquirlt, mit der Semmel verruehrt; die Masse wird in das mit +Fett ausgestrichene Geschirr getan, dieses in kochendes Wasser gestellt +und zugedeckt 1-1/2 Stunde gekocht. Die mit einem Loeffel abgestochenen +Kloesse werden auf heisser Schuessel angerichtet und mit geschmortem Obst +oder Sauce zu Tisch gegeben. + +Man kann diese Kloesse durch 6 geriebene Mandeln verfeinern. + + + +WEIHNACHTSKUCHEN, BRAUNE (VORRAT). + +125 g Margarine +125 g Schweineschmalz +150 g brauner Sirup +125 g Zucker +1-1/8 kg (2-1/4 Pfd) Mehl +60 g suesse geriebene Mandeln + od. Zitronatwuerfelchen +5 bittere Mandeln +10 gestossene Nelken +1 Teel. Zimt +10 g chem. reine Pottasche +20 g Backpulver +2 Essl. warmes Wasser +1 Speckschwarte zum Blech + + +_Zubereitung_: Margarine, Schmalz, Sirup und Zucker werden zum Kochen +gebracht und nach dem Auskuehlen mit dem Mehl, das mit den Gewuerzen +vermischt wurde, verruehrt. Pottasche und Backpulver werden in warmem +Wasser aufgeloest, durch ein Musselinlaeppchen gegossen und mit dem Teig +verbunden. Der Teig wird 4 Tage zugedeckt an einen warmen Ort gestellt, +dann ausgerollt, zu beliebigen Formen ausgestochen und auf gefettetem +Blech im Ofen langsam gebacken; vor dem Backen kann man die Kuchen mit +Mandelhaelften garnieren oder nachdem sie abgekuehlt sind, kann man sie mit +Zuckerguss bestreichen. Zuckerguss: 3 Essloeffel Puderzucker mit 2 Teeloeffel +Rosenwasser oder Wasser verruehrt. Darf nicht lange stehen. + + + +WEISSBIERGELEE FUeR 4 PERSONEN. + +9 Tafeln rote Gelatine +1 Flasche Weissbier +1/2 cm Zimt +1/2 Essl Zitronenzucker +100 g Zucker +1 Essl. Rum + + +_Vorbereitung_: Man loest die Gelatine in 8 Essloeffel Weissbier lauwarm auf. + +_Zubereitung_: In das uebrige Weissbier legt man Zimt, fuegt Zitronenzucker, +Zucker, Rum und die durch ein Sieb gegossene Gelatine hinzu, ruehrt alles +gehoerig um, entfernt den Zimt, fuellt das Gelee in kleine Glaeser, eine +Porzellan- oder Glasschale und stellt es recht kalt. + +_Bemerkung_: Anstatt Weissbier kann man auch Apfelwein oder leichten +Weisswein (Weingelee) nehmen; der Rum kann auch fehlen. + + + +ZITRONENSPEISE KALT ZU BEREITEN FUeR 4 PERSONEN. + +4 Eier +200 g Zucker +6 Essl. Zitronensaft +1 Essloeffel Zitronenzucker +3 Tafeln weisse Galatine +2 Essl. Wasser + + +_Zubereitung_: Die Eigelb, mit dem Zucker 1/2 Stunde schaumig geschlagen, +werden nach und nach mit Zitronensaft und Zitronenzucker verbunden, +zuletzt wird vorbereitete Gelatine hinzugefuegt und der Schnee der Eiweiss +sorgfaeltig untergezogen. In eine Glasschale zu fuellen. + +_Apfelsinenspeise_: Dieselbe Masse, nur anstatt 6 Essloeffel Zitronensaft +und -schale: 2 Essloeffel Zitronensaft und 4 Essloeffel Apfelsinensaft +und -schale. + +_Arrakspeise_: Dieselbe Masse, nur anstatt 6 Essloeffel Zitronensaft: 2 +Essloeffel Zitronensaft und 4 Essloeffel Arrak. + +_Himbeerspeise_. Ebenso, nur anstatt 6 Essloeffel Zitronensaft und -schale: +6 Essloeffel Himbeersaft und 1 Teeloeffel Zitronensaft. + +_Kaffeespeise_. Dieselbe Masse, nur anstatt 6 Essloeffel Zitronensaft und +-schale: 1/8 l Kaffeeextrakt, worin 20 g Kakao geloest wurden. + +_Kakaospeise_. Dieselbe Masse, nur anstatt 6 Essloeffel Zitronensaft und +-schale 30 g Kakao und 1. Essloeffel Vanillezucker in 1/8 l Wasser geloest. + + * * * * * + +KOMPOTT. + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +APFELKOMPOTT (GESCHMORTE AePFEL). + +1/2 kg (1 Pfd.) Aepfel +3 Essl. Zucker +4 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Aepfel werden sauber geschaelt und die Kernhaeuser +entfernt. + +_Zubereitung_: In dem Zuckerwasser schmort man sie weich und klar, +richtet sie an, kocht den Saft noch etwas ein und giesst ihn ueber die +Aepfel. + +_Restverwendung_: Aus Kernhaeusern und Schalen kann man Apfelwasser zu +Getraenk oder zur Verwendung bei Apfelsuppe oder Apfelreis bereiten. + + + +APFELMUS. + +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Aepfel +3 Essl. Zucker +6 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Aepfel werden geschaelt und in Stuecke geschnitten. + +_Zubereitung_: In einem erwaermten Topf recht schnell mit dem Wasser weich +gekocht ruehrt man die zerkochten Aepfel durch ein Sieb und vermischt das +Mus mit dem Zucker. + + + +BACKOBST. + +125 g Backobst (oder eine Sorte Obst allein) +1 Stueckchen Zimt +1 Stueckchen Apfelsinenschale +2 Essl. Zucker +3 g Kartoffelmehl +1 Essl. Wasser +3/8 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Trocknes Obst wird moeglichst Abends vor dem Gebrauch +gewaschen und in irdenem Topf mit 3/8 l frischem Wasser zum Aufquellen +hingestellt. + +_Zubereitung_: In demselben Topf wird, ohne das Wasser zu wechseln, das +Backobst am naechsten Morgen mit Apfelsinenschale, Zimt und der Haelfte +Zucker zum Kochen gebracht, dann zugedeckt, zurueckgeschoben und sehr +langsam 2-3 Stunden erweicht, ohne darin zu ruehren; nur ab und zu wird +der Topf geschuettelt. Noetigenfalls giesst man etwas Wasser dazu, so dass +reichlich Bruehe vorhanden ist. Das Obst wird herausgehoben, der uebrige +Zucker mit dem Saft gemischt, dieser auf 1/8 l eingekocht und mit in +Wasser geloestem Kartoffelmehl gemischt; das Obst wird mit dem Saft +begossen angerichtet. + +_Bemerkungen_: _Getrocknete Aepfel_ beduerfen kuerzerer, _Birnen_ der +laengsten Zeit zum Aufquellen und Erweichen; man soll sie deshalb lieber +allein kochen und moeglichst lange einweichen. Zubereitung ebenso. +_Getrocknete Aprikosen_ werden ebenso bereitet, brauchen aber 1 Essloeffel +Zucker mehr. _Getrocknete Pflaumen_ muessen recht rund und weich sein. Zu +_Backobst mit Kloessen_ nimmt man dieses Rezept doppelt. _Amerikanische +Ringaepfel_ werden sofort gekocht, nicht eingeweicht. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BIRNEN (FRISCHE). + +1/2 kg (1 Pfd.) Birnen +1/4 1 Wasser +30 g Zucker +1 Stueckchen Apfelsinenschale +2 g Staerkemehl +1 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Man schaelt die Birnen recht huebsch, beputzt die Stiele +(sind die Birnen gross, so schneidet man sie in Haelften, Viertel oder +Achtel, entfernt das harte Kernhaus) und waescht sie. Das Staerkemehl wird +geloest. + +_Zubereitung_: In irdenem Topfe laesst man sie mit Wasser, Zucker und +Apfelsinenschale zugedeckt weich schmoren, tut das Staerkemehl hinzu und +laesst die Birnen noch einmal damit aufkochen. + + + +BLAUBEERENKOMPOTT (BESINGE). + +1/2 kg (1 Pfd) Blaubeeren +50 g Zucker +1 Stueckchen Apfelsinenschale +2 g Staerkemehl +1 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Blaubeeren werden verlesen, gewaschen und mit Zucker in +einem irdenen Topf geschwenkt. Das Staerkemehl wird geloest. + +_Zubereitung_: Die vorbereiteten Blaubeeren werden im irdenen Topfe auf +den Herd gestellt und mit der Apfelsinenschale 1/4 Stunde langsam +geschmort. Darnach ruehrt man das mit Wasser geloeste Staerkemehl unter +Umruehren dazu, laesst alles aufkochen und richtet das Gericht an. + +_Bemerkungen_: Johannisbeeren (_Johannisbeerkompott_) und Brombeeren +(_Brombeerkompott_), von den Stielen befreit, schmort man ebenso. + +_Zu Fruchtsuppe (Apfelsuppe, Blaubeeren- oder Besingssuppe, Kirschsuppe, +Pflaumensuppe)_ giesst man 3/4 l Wasser zu dem geschmorten Obst und +verbindet 1 Essloeffel Staerkemehl damit wie oben angegeben und schmeckt mit +Zucker ab. + + + +KIRSCHKOMPOTT. + +375 g saure Kirschen +40 g Zucker +2 g Staerkemehl +1 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Kirschen muss man waschen, entstielen, mit einer neuen +Haarnadel entkernen. Die Haelfte der Kerne wird gestossen, in einen +ausgewaschenen Mullbeutel gebunden und die Kirschen mit Zucker +geschwenkt. Das Staerkemehl wird geloest. + +_Zubereitung_: Die vorbereiteten Kirschen werden mit den Kernen zu Feuer +gebracht und zugedeckt langsam weich geschmort; hierauf wird der +Mullbeutel entfernt, die Sauce mit dem geloesten Staerkemehl seimig +gemacht, das Kompott etwas geschuettelt, damit sich die Kirschen fuellen, +und angerichtet. Man kann die Kirschen, besonders aber suesse, auch nur +abstielen, unb unausgekernt schmoren. + +_Bemerkung_: Suesse Kirschen erfordern weniger Zucker. + +_Pflaumenkompott_ bereitet man mit oder ohne Steine ebenso. 30 g Zucker +genuegen. + + + +KUeRBIS. + +250 g geschaelte Kuerbisstueckchen +1 Essl. Essig +1 Nelke +3 Essl. Zucker +2 g Staerkemehl +2 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Kuerbis wird geschaelt, in gefaellige Stuecke +geschnitten, gewaschen und abgetropft. Das Staerkemehl wird geloest. + +_Zubereitung_: Die Kuerbisstueckchen werden mit Essig, Nelke und Zucker +zugedeckt weich geschmort, mit dem in kaltem Wasser geloesten Staerkemehl +verruehrt, aufgekocht und angerichtet. + +_Bemerkung_. Reste zu Reis mit Kuerbis oder Kuerbissuppe. + + + +PREISSELBEEREN. + +250 g Preisselbeeren +3 Essl. Zucker +2 1 Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Preisselbeeren werden verlesen, einen Augenblick in +kochendes Wasser geschuettet, damit der herbe Geschmack sich verliert; +dann giesst man das Wasser ab. + +_Zubereitung:_ Man tut den Zucker auf die abgetropften Beeren und laesst +sie solange schmoren bis sie durchsichtig sind; abgekuehlt richtet man sie +an. + +_Bemerkungen:_ Zur Vermehrung koennen Kuerbisstueckchen mitkochen. Man kann +groessere Mengen so zubereiteter Preisselbeeren in Toepfe fuellen, fest mit +doppeltem Pergamentpapier verbinden und fuer den Winter aufheben. +(_Preisselbeeren fuer den Winter_.) + + + +RINGAePFEL, AMERIKANISCHE (ALS BACKOBST). + +65 g amerikanische Ringaepfel +25 g Zucker +4 g Kartoffelmehl +1 Stueckchen Apfelsinenschale +1/4 1 Wasser + + +_Vorbereitung:_ Amerikanische Ringaepfel muessen allein gekocht werden, +weil sie kuerzere Zeit brauchen und sich auch faerben wuerden; sie werden +nur mehrmals warm gewaschen. Man weicht sie nicht ein. + +_Zubereitung:_ Sonst werden sie bereitet wie anderes Backobst; sie sind +z. B. fuer Kranke ein gutes Kompott. + +_Bemerkung:_ Amerikanische Ringaepfel sind auch zu _Apfelmus_, +_Apfelbettelmann_ und _Apfelreis_ zu verwenden. + + + +STACHELBEERKOMPOTT, RHABARBERKOMPOTT. + +250 g unreife Stachelbeeren oder Rhabarber +1 Prise Natron +90 g Zucker, gelaeutert +4 Essl. Wasser +1 Stueckchen Zitronenschale +1 g Zimt +2 g Staerkemehl +2 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung:_ Die Stachelbeeren werden von Bluete und Stiel befreit, +gewaschen und abgetropft. Rhabarber wird wenn noetig geschaelt, sonst nur +in etwa 3 cm lange Stuecke geschnitten und gewaschen. Beides wird in +kochendem Wasser uebergewellt, die Beeren erhalten Zusatz von Natron. + +_Zubereitung_: Stachelbeeren oder Rhabarber werden in den gelaeuterten +Zucker geschuettet und muessen darin mit Zitronenschale und Zimtstuecke im +zugedeckten irdenen Topf 1-1/2 Stunde ziehen. Dann werden sie mit +Staerkemehl abgezogen; Schale und Zimt nimmt man beim Anrichten heraus. + +_Bemerkungen_: Nach Belieben kann man den Rhabarber mit etwas Birnenfarbe +rot faerben. Beide Kompotts sind zum Belegen von Blech- oder Muerbekuchen +verwendbar, ebenso Kirschen, Heidelbeeren, Pflaumen (_Obstkuchen_). + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + * * * * * + +GETRAeNKE. + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +EIERBIER (WARMBIER). + +(Zu 4 Glaesern.) + +4 Eier +90 g Zucker +1 Teel. Zitronenzucker +3/4 l Weiss- oder Braunbier + + +_Zubereitung_: Die ganzen Eier werden mit dem Zucker geschlagen. Das Bier +wird heiss gestellt und dann mit Eierschaum und Zitronenzucker ueber +gelindem Feuer mit dem Schneeschlaeger verschlagen und sofort angerichtet. + + + +FLEISCHBRUeHE FUeR EINEN KRANKEN ODER EINEN SAeUGLING. + +125 g mageres Rindfleisch oder Kalbfleisch +1/4 l Wasser +3 g Salz + + +_Vorbereitung_: Das gewaschene Fleisch wird fein geschnitten, besser noch +gewiegt, das kalte Wasser darueber gegossen, Salz hinzugefuegt. + +_Zubereitung_: Diese Masse kocht man zugedeckt langsam 3/4 Stunden und +giesst sie durch ein Sieb. Die Bruehe kann in der Saeuglingsflasche allein +oder mit Milch gereicht werden, ist auch zum Aufweichen von Zwieback oder +alter Semmel fuer ein kleines Kind zu gebrauchen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +GLUeHWEIN. + +(Zu 4 grossen Weinglaesern.) + +1/2 Flasche Rotwein, moeglichst Burgunder +2 g Zimt +4 Nelken +80 g Zucker +1/2 fein abgeschaelte Zitronenschale + + +_Zubereitung_: Alle Zutaten werden gemischt, auf dem Feuer bis zum Sieden +erhitzt, durch ein Haarsieb gegossen und heiss gereicht. + + + +GROG. + +(Zu 4 Wasserglaesern.) + +1/8 l Kognak, Arrak oder Rum +80 g Zucker +3/4 l kochendes Wasser + + +_Zubereitung_: Zucker und Kognak werden schnell mit dem kochenden Wasser +vermischt und sofort gereicht. Staerke und Suesse des Getraenkes sind nach +Geschmack zu veraendern. + + + +HAFERSCHLEIM ZUM TRINKEN. + +(fuer einen Kranken oder als Zusatz zur Flasche fuer Saeuglinge.) +(Fuer 1 Liter.) + +60 g Hafergruetze +1 Prise Salz +1-1/2 1 Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Hafergruetze wird abgequirlt, mit kaltem Wasser +angequollen und abgegossen. + +_Zubereitung_: Im irdenen Topf fuellt man, unter haeufigem Schlagen mit dem +Holzloeffel, 1/4 l Wasser auf, laesst dieses verkochen und faehrt so fort, +bis die Gruetze ganz weich und die Fluessigkeit seimig ist. Dann reibt man +den Haferschleim durch ein Haarsieb, in Ermangelung durch ein heiss +ausgewaschenes Tuch, und erhitzt ihn mit einer Kleinigkeit Salz. Zucker +fuegt man nach Geschmack hinzu und verduennt den Schleim je nach Verwendung +mit kochendem Wasser. Fuer Kranke gibt man gern etwas Himbeersaft oder +Rotwein hinein. + +_Bemerkung_: _Hafergruetze zu Umschlaegen_. Zu Umschlaegen wird die +Hafergruetze ebenso, aber ohne Salz, bereitet, nur weniger Wasser +aufgefuellt, so dass ein Brei entsteht und nicht durchgeruehrt. + + + +KAFFEE. + +(Fuer 1/2 Liter.) + +15 g Kaffeebohnen +1 Prise Cichorien +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Kaffeebohnen werden gemahlen, mit der fein +gebroeckelten Cichorie (welche auch fortbleiben kann), vermischt und in +einen Porzellantopf geschuettet. + +_Zubereitung_: Dann giesst man 1/2 l brausend kochendes Wasser darauf.-- +Man laesst den Kaffee 20 Minuten zugedeckt ziehen und giesst ihn dann durch +einen Kaffeetrichter, den man ebenso wie die Kaffeekanne vorher kochend +ausspuelt, in die so vorbereitete Kanne. Will man Kaffee heiss halten oder +von neuem erwaermen, setzt man ihn verdeckt in einem Porzellangefaess in +heisses Wasser. + + + +KAFFEEBEREITUNG VON KATHREINERS MALZKAFFEE. + +(Fuer 1 Liter.) + +40 g Kathreiners Malzkaffee +1 l Wasser +10 g Kaffeebohnen + + +_Vorbereitung_: Der Malzkaffee wird gemahlen, mit kaltem Wasser auf das +Feuer gestellt. + +_Zubereitung_: Zugedeckt muss er langsam 5 Minuten kochen, dann wird der +gemahlene Bohnenkaffee mit der Malzkaffeeabkochung ueberbrueht. Die Masse +muss nun 15 Minuten auf heisser Stelle stehen und wird dann durch einen +Trichter, in den ueberbruehtes Filtrierpapier gelegt ist, gegossen. + + + +KAKAO + +bereitet man, indem man 1 Essloeffel Kakao und 1 Teeloeffel Zucker mit 1 +Essloeffel Wasser verruehrt und mit der ganzen Fluessigkeit (3/8 l auf 1 +Essloeffel Kakao) Wasser oder Milch 5 Minuten kocht. + +_Bemerkung_: Reichardtscher Armee-Kakao 1/2 kg (1 Pfd.) braucht +nur mit Zucker und der kochenden Fluessigkeit verruehrt zu werden. Er +eignet sich seiner starken Entfettung wegen gut zu nahrhaftem kaltem +Getraenk. + + + +LIMONADE. + +(Zu 1/2 Liter.) + +1/4 Zitronen- oder Apfelsinenschale +25 g Zucker +1/2 l kochendes Wasser +3 Essl. Zitronen- od. 6 Essl. Apfelsinensaft + + +_Vorbereitung_: Die Zitronen- oder Apfelsinenschale wird fein abgeschaelt. + +_Zubereitung_: Der Zucker wird hinzugefuegt und mit kochendem Wasser +uebergossen. Ist dieses erkaltet, kommt Zitronen- oder Apfelsinensaft +durch ein Sieb hinzu; die Schale entfernt man und setzt die Limonade kalt +oder tut ein Stueckchen kuenstliches Eis hinein, kann sie aber auch warm +geben, als: _Schweisstreibendes Mittel_. + + + +MILCH ABZUKOCHEN. + +Zum Abkochen der Milch haelt man sich einen ganz bestimmten Topf, welcher +gut verzinnt oder emailliert ist, ferner einen Porzellantopf zum +Ausgiessen der Milch und ein Blechhuetchen, sogen. Milchhueter. Der +Milchtopf wird mit kaltem Wasser ausgespuelt. Die Milch wird so in den +Topf gegossen, dass noch ca. 10 cm Topfrand freibleiben. Man setzt den +Milchtopf nicht auf das offene Feuer, sondern auf die Herdplatte. Das +Kochen der Milch soll die schaedlichen Keime oder Pilze, welche in +derselben vorhanden und die Ursache der Gaerung sind, toeten. Zuweilen sind +aber auch noch andere Krankheitsstoffe der Kuh in der Milch, daher ist es +notwendig, die Milch nicht nur aufzukochen, sondern dieselbe 5 Minuten +andauernd zu kochen. Das Blechhuetchen verhindert die Bildung des +Haeutchens, welches platzt und das Ueberlaufen beguenstigt, wenn die Milch +hoeher steigt. Kocht nun die Milch und dehnt sich dabei aus, so steigt sie +in die Roehre des Milchhuetchens und faellt abgekuehlt von oben wieder in den +Topf zurueck. Auf diese Weise kann man die Milch geraume Zeit kochen +lassen, ohne dass sie ueberlaeuft. Milch fuer Saeuglinge muss nach der Uhr +gekocht werden, nicht einen Tag laenger, den andern Tag kuerzer.--Man giesst +die Milch, nachdem sie 5 Minuten gekocht hat, in einen Porzellantopf und +ruehrt sie, waehrend sie abkuehlt, oefter um, damit die Sahne sich nicht +abscheidet. Dann setzt man sie zum Aufbewahren verdeckt in kaltes Wasser. + + + +PUNSCH (WARM). + +(Zu 12 Glaesern.) + +5 Tee +3/4 l kochendes Wasser +1 Flasche Rotwein +1/4 Flasche Rum +125 g Zucker + + +_Zubereitung_: 3/4 l Tee werden nach Angabe bereitet und durch ein +Teesieb gegossen; Wein, Rum und Zucker werden in irdenem Topfe auf +gelindes Feuer gesetzt und bis kurz vor den Kochgrad gebracht, d. h. bis +sich weisser Schaum zeigt, dann mit dem Tee vernmischt. Der fertige Punsch +wird auf die Suessigkeit geprueft. + + + +SAeUGLINGSFLASCHE. + +Die nach Vorschrift gekochte Milch wird durch einen nur fuer diesen Zweck +bestimmten Trichter, in dem ein gebruehtes Mulllaeppchen liegt, in die +tadellos saubere Flasche gegossen; heissgemachter Tee oder abgekochtes +Wasser zur Verduennung und, wenn sie verwendet werden, Jungklaussens oder +Kufekes Kindermehl in kalter Milch aufgeloest, kommen dazu, der +Gummipfropfen wird uebergezogen, umgebogen und die Flasche tuechtig +geschuettelt. Ist der Inhalt der Flasche zu heiss, so kuehlt man letztere in +kaltem Wasser ab, ist er zu kuehl, stellt man sie kurze Zeit in warmes +Wasser. Die Temperatur muss man waehrend des Trinkens moeglichst erhalten; +durch Umwicklung der Flasche mit Flanell oder aus Wolle gestricktem +Ueberzug (Fuss eines Wollstrumpfes) oben mit Band zum Zuschnueren versehen, +ist das leicht zu erreichen. + + + +SCHOKOLADE MIT MILCH. + +Zu einer Tasse nimmt man 30 g Schokolade und 1/4 l Milch. Die Schokolade +wird zerbrochen, mit einigen Loeffeln Wasser im irdenen Topf warm gesteht, +bis sie weich ist, und dann mit der Milch aufgekocht. Man kann die Milch +auch ganz weglassen und statt derselben nur Wasser nehmen +(_Wasserschokolade_). Besonders preiswert ist Reichhardt's neue +Armee-Schokolade, garantiert rein Kakao und Zucker. 1/2 kg (1 Pfd.) +kostet nur M 0,80. + + + +TEE. + +Zur Bereitung einer Tasse benoetigt man 1 gestrichenen Teeloeffel Tee. +Grustee ist sehr zu empfehlen. Derselbe wird in ein Mullbeutelchen getan, +das man zu diesem Zwecke naeht. Man quillt den Tee erst durch 1/3 der +Fluessigkeit an, laesst ihn 3 Minuten zugedeckt ziehen, fuegt das uebrige +kochende Wasser dazu und giesst den Tee nach Verlauf von 6-8 Minuten durch +ein Teesieb. Auf die Teeblaetter kann man einen zweiten Aufguss machen, der +noch ein leidliches Getraenk gibt. _Ausgenutzte Teeblaetter_ verwahrt man +zum Abfegen der Teppiche, auf welche sie angefeuchtet gestreut werden. +Reichhardt's Tee-Grus ist sehr wohlschmeckend. Preis 1/2 kg (1 Pfd.) M +1,50. + +Von _Kamillen-, Pfefferminz-, Melissen-, Salbei-, Holunderblueten-, +Lindenblueten-, Fenchel-_ und _Brusttee_ nimmt man 1/2 Teeloeffel auf 1/4 l +Wasser. Die Kraeuter werden in eine Porzellankanne getan und, nachdem das +kochende Wasser darauf gegossen wurde, 5 Minuten zugedeckt ziehen +gelassen; dann giesst man den Tee durch ein Sieb ab. Ist kein Sieb +vorhanden, so tut man den Tee in ein kleines Mullbeutelchen. + +_Stiefmuetterchen-, Baldrian-, Walnussblaetter-, Sennesblaetter, St. Germain- +_ und _Holztee_ werden Abends mit kaltem Wasser aufgestellt und am +anderen Morgen zum Gebrauch abgegossen (1 Teeloeffel Tee auf 1/4 l +Wasser). + + + +EINMACHEN. + +Die dazu bestimmten Gemuese und Fruechte sind stets frueh am Tage zu kaufen +und muessen moeglichst frisch Verwendung finden. Fruechte sollen nicht ganz +reif, doch aber schon aromatisch und ohne Druckstellen sein. Die +Vorbereitung zum Einmachen muss in kuehlem Raume geschehen. Das Einmachen +soll moeglichst hintereinander stattfinden; Gemuese duerfen nicht erst am +folgenden Tage fertig gestellt werden. Gleichzeitiges Kochen von fetten +oder riechenden Speisen ist zu vermeiden. Die angegebenen Gemuese- und +Fruchtpreise sind fuer unguenstige Jahre, also ziemlich hoch aufgestellt. + +Zucker zum Einmachen ist am vorteilhaftesten im ganzen und gaenzlich +ungeblaut zu kaufen. Der Zucker wird in kleine Stuecke geschlagen, damit +er sich schneller loest. Man bedient sich zum Zerschlagen einer +Pappunterlage. Tische und Bretter werden ohne Unterlage verdorben, und +man hat bei Benutzung von Pappunterlagen ausserdem das Sammeln der +Zuckerkruemel leichter. Der Zucker wird in eine irdene Schale getan und +auf je 1 kg (2 Pfd.) 1/2 l Wasser gefuellt. Nachdem er aufgeweicht ist +(das Abwiegen und Einweichen geschieht vor der Vorbereitung der Fruechte), +setzt man ihn in einem sauberen blanken Kessel zuerst auf schwaches Feuer +und zerdrueckt sorgfaeltig die noch etwa vorhandenen Stuecke. Die Loesung +darf nicht eher den Kochgrad erreichen bis der Zucker vollstaendig +aufgeloest ist, sonst setzt er sich spaeter als harte Masse an dem Rand des +Kessels oder in Glas, Topf oder Buechse ab. Ist die Loesung vollkommen +klar, so setzt man sie auf lebhafteres Feuer, schoepft dann mit dem +Schaumloeffel sorgfaeltig den aufsteigenden Schaum ab und reinigt mit einer +feuchten kleinen Stielbuerste den Kesselrand von dem angesetzten Zucker so +oft es noetig ist. + +Der sogenannte _erste Grad_ ist der nach dem gruendlichen Abschaeumen; er +kommt beim Obstschmoren in Betracht. + +Beim _zweiten Grad_ faellt der Zucker in breiten Tropfen vom Schaumloeffel. +Dieser Grad genuegt meist zum Einmachen vieler Fruechte. + +Beim _dritten Grad_ faellt er vom Schaumloeffel in einem duennen kurzen +Faden, der sich sofort nach dem Schaumloeffel zurueckzieht. Dieser Grad ist +fuer suesse Konfitueren erforderlich. + +Pergamentpapier wird, soll es zum Verschliessen von Einmachbehaeltern +dienen, passend geschnitten, in lauwarmes Wasser getaucht, auf sauberem +Tuche schnell abgetrocknet und in doppelter Lage uebergebunden; +Pergamentpapier muss jedesmal beim Neubebinden frisch angefeuchtet werden. + +Seidenpapier bildet guten Verschluss fuer Glaeser, wenn es passend +geschnitten, auf beiden Seiten durch zerschlagenes, wieder zerflossenes +Eiweiss gezogen vorsichtig ueber das betreffende Glas gelegt wird. Darueber +wird ein trockenes zweites Blatt gebreitet und mit sauberem Tuche +ringsherum fest angedrueckt. Wenn erforderlich, legt man darueber noch ein +drittes Blatt. Dieses Verfahren gewaehrt, ist das Papier getrocknet, +luftdichten Abschluss. + + + +AUFBEWAHREN VON EINGEMACHTEM. + +Eingemachtes muss trocken, luftig, kuehl, aber frostfrei aufgehoben werden. +In feuchten dumpfen Kellern oder in warmen Raeumen verdirbt es leicht. + + + +BIRNEN IN ESSIG. + +1-1/2 kg (3 Pfd.) Birnen +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Zucker +1/2 l nicht zu scharfer Weinessig +1 Stueck Zitronenschale +1 Stueck Zimt +10 Nelken +2 Essl. Weinessig +125 g Zucker +1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Kleinere Birnen, die man unzerschnitten schaelt, groessere, +die man halbiert und deren Kernhaus man recht rund ausschaelt, oder +Tafelbirnen, die man schaelt und in Viertel schneidet, werden vorbereitet, +waehrend man 3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Zucker in Essig aufloest und schaeumt. + +_Zubereitung_: Die Gewuerze (in einem Mullbeutel) werden mit dem Essig und +Zucker ausgekocht. Die Birnen laesst man in Wasser, Zucker und Essig +ueberwellen, legt sie abgetropft in den Zuckeressig und kocht sie darin +weich. Dann fuellt man die Birnen in Glaeser oder Toepfe und kocht den +Zuckeressig ein, so dass er breit vom Loeffel tropft. Nachdem er erkaltet +ist, uebergiesst man die Birnen damit (die Gewuerze bleiben zurueck) und +verschliesst die Gefaesse nach Angabe. Nach einigen Tagen schuettet man die +Birnen auf einen Durchschlag, kocht den duenngewordenen Essig zum zweiten +Grade ein und fuellt ihn, nachdem er erkaltet, auf die in die Gefaesse +zurueckgelegten Birnen. Ist der Saft auch dann noch durch den Saftgehalt +der Birnen verduennt, so muss er nochmals eingekocht werden; hat er sich zu +sehr verringert, so muss man Zucker und Essig zusetzen. + + + +BOHNEN, GRUeNE, ZU SALZEN. (VORRAT.) + +5 kg (10 Pfd.) Bohnen +1 kg (2 Pfd.) Salz + + +Die Bohnen--Schneidebohnen sowohl als Brechbohnen--werden gepflueckt, +solange sie noch nicht hart und faserig sind, abgezogen, fein +geschnitzelt oder gebrochen und sofort mit Salz vermengt. In grosse hohe +Steingut- oder Bunzlauer Toepfe streut man auf den Boden eine Schicht +Salz, schichtet dann die gesalzenen Bohnen ohne jede weitere Zutat ein +und stampft sie mit der in jeder Kueche gebraeuchlichen hoelzernen Ruehrkeule +fest. _Das ist wichtig zur guten Erhaltung._ Man legt nun obenauf ein +Stueck reine alte Leinwand, welche die Schimmelbildung abhaelt und spaeter, +wenn es noetig ist, leicht ausgewaschen werden kann, dann einen +Porzellandeckel oder dergl., welcher mit sauberem Feldsteine beschwert +wird. So kann der Topf mit den Bohnen an jedem nicht zu warmen Orte +aufbewahrt werden. + +_Oder_: Man packt sie schichtweise mit dem Salz in Glaeser oder Toepfe. +Obenauf legt man ein passendes Brettchen, das mit einem Stein beschwert +wird. Sobald sich Lake gesetzt hat entfernt man Stein und Brett, giesst +geschmolzenes warmes Fett auf die Lake und bindet den Topf zu. Man kann +groessere Mengen, gut mit Salz vermischt, unter Druck eines auf einem +sauberen Tuche liegenden Feldsteines in einen Steintopf legen und +beliebig davon brauchen. Das Tuch ist oft auszuwaschen. + + + +BOHNEN, GRUeNE, ZU TROCKNEN. + +Die Bohnen werden abgezogen, gebrochen, auf Faeden gezogen und in der +Sonne oder auf einem sauberen Backblech in gelinder Ofenwaerme getrocknet. +Man laesst sie an der Luft noch nachtrocknen und hebt sie in Beuteln auf. + + + +HIMBEERESSIG. + +2 kg (4 Pfd.) Himbeeren +1 l Weinessig +1-1/2 kg (3 Pfd.) Zucker +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Himbeeren zerdrueckt man mit der Kelle, bedeckt sie 12 +Stunden mit dem Weinessig und giesst sie durch ein Tuch. + +_Zubereitung_: Der Zucker wird gelaeutert, zu Sirup eingekocht, mit dem +Essig noch 20 Minuten gekocht und auf Flaeschchen gefuellt; diese werden +verkorkt, versiegelt und der Himbeeressig zum Gebrauch mit frischem +Wasser oder Selterwasser gemischt. + + + +KIRSCHEN MIT SALICYL. + +3 kg (6 Pfd.) saure Kirschen +1-1/2 kg (3 Pfd.) Streuzucker +3 g Salicyl + + +_Vorbereitung_: Recht fleischige saure Kirschen werden ausgesteint. Sie +werden in einem Steintopfe mit dem Zucker vermischt und eine Nacht +zugedeckt kuehl gestellt. Am andern Tage loest man das Salicyl mit 3 +Essloeffel von dem Saft auf, ruehrt es unter die Kirschen und bindet den +Topf mit Pergamentpapier zu. Jeden zweiten Tag muessen die Kirschen +umgeruehrt werden, bis der Saft die Frucht bedeckt. So zubereitet haelt +sich das Kompott vorzueglich. Wohlschmeckender und ausgiebiger ist es, +wenn man das notwendige Kompott aus dem Topfe nimmt, dasselbe mit etwas +Wasser verduennt, die Kirschen durchschmort und die Sauce mit etwas +Staerkemehl seimig kocht. + + + +KOMPOTTS IN GESCHWEFELTEN GLAeSERN EINZUMACHEN. + +Die Fruechte werden wie zum Kompott vorbereitet und geschmort. Der Zucker +wird bis zum ersten Grade gekocht, dann werden die Fruechte +hineingeschuettet und soviel wie moeglich geschaeumt. + +Die sauberen Glaeser werden ueber einen Tops mit Schwefelfaeden, wovon einer +angezuendet wurde, geschwefelt. Man legt ein Tuch leicht ueber das Glas und +den Schwefeltopf und haelt das Glas mit diesem ueber den brennenden +Schwefel, bis es mit weissem Qualm angefuellt ist. Man lueftet den hinteren +Zipfel des Tuches oefter, um die Luft zuzufuehren, damit die Schwefelfaeden +brennen koennen. Gewoehnlich oeffnet man ein Fenster. + +Das Kompott wird heiss bis 2 cm vom Rande eingefuellt; der Saft muss +reichlich darueber stehen. + +Um die Oberflaeche zu schwefeln haelt man ein anderes geschwefeltes Glas +einen Augenblick darueber und bindet dann das gefuellte Glas nach Angabe +zu. + +Besonders gut sind auf diese Weise einzumachen: + +_Blaubeeren_ werden wie zu Kompott geschmort, koennen aber auch ohne +Zucker, nur gewaschen, im Kessel ueberwellen. Der Saft muss reichlich sein. + +_Blaue Pflaumen_ schmort man wie zu frischem Kompott. + +_Dreimus_, d. h. 1 Teil Himbeeren, 1 Teil Johannisbeeren, 2 Teile +Kirschen; diese Mischung muss 1/2 Stunde schmoren und haeufig mit dem +Schaumloeffel bewegt werden, da das Kompott sehr leicht anbrennt. Wer die +Johannisbeerkerne nicht liebt, fuegt nur den Saft der Beeren hinzu. Man +kann auch 1 Teil Erdbeeren zu der Mischung schuetten. + +_Kirschen_, mit oder ohne Kerne, und (nach Belieben) mit einem Beutelchen +gestossener Kerne, Zimt und etwas Zitronenschale geschmort. + + + +KRAeUTER ODER TEES ZU TROCKNEN. + +(Majoran, Mint, Pfefferkraut, Thymian und alle Tees.) + +Kraeuter und Tees werden bei trockenem Wetter vor der Bluete geschnitten; +der Staub wird soviel wie moeglich durch Abschuetteln entfernt. Man bindet +kleine Straeusschen aneinander und haengt sie in die Sonne, bis sie trocken +sind. Dann reibt man die Blaetter von den Stielen und verwahrt sie in +Buechsen oder hebt sie mit den Stielen in luftigen Beuteln auf. + + + +KUeRBIS. + +1-1/2 kg (3 Pfd.) vorbereiteter Kuerbis +4 l Essig +1-1/2 kg (3 Pfd.) Zucker +3/4 l Wasser +Die Schale von 1/2 Zitrone, 1 Stueckchen Ingwer und + 1 Stueck Zimt, 4 Nelken (in einem Mullbeutel) +Weisses Papier, 1 Essl. Rum + + +_Vorbereitung_: Der Kuerbis wird geschaelt, in Streifen geschnitten, +gewogen. + +_Zubereitung_: Den vorbereiteten Kuerbis uebergiesst man mit leichtem Essig, +so dass er ganz davon ueberdeckt ist. Am andern Tage kocht man den Zucker +mit Wasser bis zum zweiten Grade und laesst den Gewuerzbeutel mitkochen. Der +inzwischen auf einem Durchschlage abgelaufene Kuerbis kocht in dem Zucker +so lange, bis er klar erscheint. Man nimmt ihn dann mit dem Schaumloeffel +heraus und kocht den Saft dicklich ein, giesst ihn nach dem Erkalten ohne +die Gewuerze ueber die in Glaeser gepackten Kuerbisstuecke, ueberdeckt diese +mit Rumpapier und verschliesst die Glaeser mit Pergamentpapier. + +_Bemerkungen_: Der Essig kann zur Bereitung von sauren Gemuesen oder +Fleisch oder zum Scheuern verwendet werden. Reste kommen in den +Essigtopf. + + + +PETERSILIE IM WINTER ZU ZIEHEN. + +Dicke Petersilienwurzeln schneidet man in der Mitte durch, hoehlt sie aus, +legt einen feinen Bindfaden, an dem 2 Schlingen sind, um die Wurzeln, +haengt sie, die Krone nach unten, auf und gibt taeglich etwas Wasser +hinein. Die junge Petersilie waechst an der Spitze heraus, nur darf sie +kein Frost treffen. + + + +PETERSILIE IN SALZ. + +Frische Petersilie wird 1 Tag in die Sonne gelegt und dann schichtweise +mit Salz in Glaeser, die man nach Angabe verschliesst, fest eingefuellt. + + + +PFLAUMEN IN ESSIG. + +3 kg (6 Pfd) Pflaumen +1-1/4 l Weinessig +1-1/4 kg (2-1/2 Pfd) Zucker +16 g Zimt in einem +8 g Nelken Mullbeutel + + +_Vorbereitung_: Die Pflaumen werden sauber abgewischt, mit einem neuen +Holzzahnstocher einigemale durchstochen und in einen Steintopf gelegt. + +_Zubereitung_: Der Essig wird mit Zucker und Gewuerzen gekocht, geschaeumt +und nach dem Erkalten ueber die Fruechte gegossen, die man zugedeckt 8-14 +Tage stehen laesst. Dann schuettet man sie auf einen Durchschlag, laesst den +Saft ablaufen und erhitzt ihn. Die Pflaumen werden einige Minuten in dem +Saft gekocht, bis sie leichte Risse bekommen. Dann legt man sie in Glaeser +oder Toepfe, kocht den Saft bis zum zweiten Grade und giesst ihn nach dem +Erkalten ueber die Fruechte, legt Kreuzhoelzchen darueber, die sie unter dem +Saft halten und bindet die Gefaesse mit Pergamentpapier zu. + + + +PILZE ZU TROCKNEN. + +Die Stielenden der moeglichst sandfreien Pilze werden abgeschnitten und +die Pilze, indem man sie durchsticht, ungewaschen auf einen starken Faden +gezogen; dann haengt man die Pilzketten in die Sonne und laesst sie bis zum +voelligen Getrocknetsein haengen. Champignons und Steinpilze schneidet man +in Scheiben, damit sie schneller austrocknen. + + + +PREISSELBEEREN. + +3-1/2 kg (7 Pfd) Preisselbeeren +1/2 l weiches, kaltes Wasser +1-3/4 kg (3-1/2 Pfd) Zucker +Weisses Papier, 1 Essl. Rum + + +_Vorbereitung_: Die Beeren werden wie zu Kompott vorbereitet. + +_Zubereitung_: Die zu Boden fallenden Beeren kocht man auf und tut sie in +einen Beutel, den man mit in den Kessel schuettet (der Saft befoerdert das +Gelieren). Die oben schwimmenden Beeren laesst man gut abtropfen und +schuettet sie in den inzwischen mit dem Wasser und Saft bis zum ersten +Grade gekochten Zucker. Sobald sie klar gekocht und geschaeumt sind, d. h. +eine durchsichtige, hellrote Farbe haben, hebt man sie mit dem +Schaumloeffel heraus und laesst den Saft noch 15-20 Minuten einkochen, +schuettet ihn ueber die Beeren und ruehrt mit dem Loeffel 1/4 Stunde, damit +sie sich mit Saft fuellen. Man fuellt die Beeren in Glaeser oder Toepfe, +deckt, nachdem sie erkaltet, ein Rumpapier darauf und bindet mit +Pergamentpapier zu. + +_Bemerkung_: Gewuerfelte Kuerbis, Aepfel oder Birnen koennen sehr zum Vorteil +der Preisselbeeren mit ihnen zusammen klar gekocht werden; auch +Mohrruebenwuerfelchen verwendet man zur Vermehrung; diese muessen aber erst +besonders in Wasser abgekocht werden, abgetropft schuettet man sie dann +zu den rohen Beeren. + + + +ROTE RUeBEN. + +2-1/2 kg (5 Pfd) rote Rueben +8 g Kuemmel +3 Essl. Merrettichwuerfel +1/2 l Essig +10 g Zucker +5 g Salz + + +_Vorbereitung_: Die roten Rueben werden mit einer Buerste gereinigt, aber +vorsichtig, damit nicht die Haut reisst oder das Wurzelende abgebrochen +wird, sonst werden die Rueben im Kochwaffer hell. + +_Zubereitung_: Man legt sie vorsichtig in kochendes Wasser und kocht sie +weich, was je nach der Staerke der Rueben verschiedene Zeit beansprucht. +Darauf legt man sie einen Augenblick in kaltes Wasser und streift die +Ruebenhaut glatt von allen Rueben herunter. Ehe man die vorbereiteten Rueben +schneidet, waescht man sich die Haende, damit nichts vom Aeusseren der Ruebe +an die Ruebenscheiben kommt. Dann schneidet man die Rueben ueber dem Topfe, +in dem sie bleiben sollen, in Scheiben von der Staerke eines Markstueckes +und streut gesaeuberten Kuemmel und kleine Meerrettichwuerfel duenn zwischen +die Lagen. Der Essig, der nicht zu scharf sein darf, wird mit Zucker und +Salz aufgekocht und nach dem Erkalten ueber die Rueben gegossen, die +obenauf beschwert werden, damit sie unter dem Saft bleiben. Man bindet +den Topf mit Pergamentpapier zu. Die kleinen Herzblaettchen eignen sich zu +Salat. + + + +SALZGURKEN. + +60 Mittelgurken +50 g Weinblaetter +30 g Dill +7-1/2 l Wasser +100 g Salz +1 kleines Fass + + +_Vorbereitung_: Die Gurken werden 24 Stunden in Brunnenwasser gelegt, +abgewischt und mit den gewaschenen Blaettern und dem Dill in ein sehr +sauberes Fass gepackt. + +_Zubereitung_: Wasser und Salz werden aufgekocht, heiss ueber die Gurken +geschuettet; dieses Verfahren wird an den beiden folgenden Tagen +wiederholt. Die Fluessigkeit muss die Gurken gut decken. Nach dem Erkalten +wird das Fass zugespundet und bis zum Gebrauch haeufig gedreht. + + + +SENFGURKEN. + +3-1/2 kg (7 Pfd.) Gurken, nach dem Salzen gewogen +Salz nach Bedarf +Bieressig nach Bedarf +1 l Weinessig +10 g Salz +10 g Zucker +60 g Schalotten geschaelt mit warmem +30 g Perlzwiebeln Essig einmal uebergossen +3 Essl. Meerrettichwuerfel +4 Blueten Dill +1 Pfefferschote +3 Mullbeutel mit verschiedenen Gewuerzen +4 Essl. Senfkoerner + + +_Vorbereitung_: Die Gurken werden sauber gewaschen, von der Spitze +anfangend geschaelt, durchgeschnitten und mit einem Essloeffel von den +Kernen befreit, dann in beliebige gleichmaessige Stuecke geschnitten; sie +werden mit 50 g Salz auf 1 kg (2 Pfd.) Gurkenstuecke gesalzen, indem man +sie ordentlich damit durchmengt und bis zum folgenden Tage stehen laesst. + +_Zubereitung_: Man uebergiesst sie, nachdem sie abgetrocknet sind, mit +abgekochtem, lauwarmem Bieressig; denselben Essig kocht man am folgenden +Tage noch einmal auf und giesst ihn erkaltet auf die Gurken. Am naechsten +Tage kocht man Weinessig mit 10 g Salz und 10 g Zucker auf 1 l auf, nimmt +die Gurken aus dem Bieressig heraus, schichtet sie mit allen sauber +geputzten verschiedenen Zutaten in Glaeser oder Toepfe und fuellt den +erkalteten Weinessig darueber, legt Kreuzhoelzer darauf und bindet die +Glaeser mit Pergamentpapier zu. Man kann das Weichwerden sehr +beschleunigen, wenn man den Essig einmal heiss darauf giesst. Nach 8 Tagen +giesst man den Essig nochmals ab, kocht ihn auf und giesst ihn nach dem +Erkalten wieder ueber die Gurken. + + * * * * * + +VERSCHIEDENES. + + + +ABWELLEN. + +Nahrungsmittel werden durch Abbruehen oder Ueberwellen mit Wasser oder +Salzwasser oder Wasser und Natron vorbereitet. + + + +ABZIEHEN MIT EI (LEGIEREN). + +Das Eigelb wird mit etwas kalter Fluessigkeit gut verruehrt; dann quirlt +man zuerst einige Loeffel heisser Fluessigkeit dazu und verbindet dieses +dann mit der ganzen Masse. + + + +APFELSINENSCHALE ZU VERWENDEN. + +Jede Apfelsine, welche gegessen wird, sollte vorher mit scharfem Messer +duenn geschaelt werden. Die Schalen werden schichtweise mit reichlicher +Zugabe von feinem Zucker in ein Glas fest eingedrueckt; dann wird es +zugebunden. Man kann das Glas nach und nach fuellen, die letzte Schicht +muss aber immer Zucker sein. Der Inhalt dient zu billiger schmackhafter +Wuerze von mancherlei Suppen, Saucen, Gebaeck und geschmortem Obst, auch in +Verbindung mit Zucker und Wasser zu Getraenk. + + + +AUSBACKEN IN FETT. + +Einige trockene Erbsen, ein Stueck trockener Ingwer in das geschmolzene +Fett geworfen saugen die etwa vorhandene Feuchtigkeit auf. Das zu +Backende kommt erst in das kochende Fett, wenn blauer Dampf davon +aussteigt; wenige Stuecke kommen zur Zeit hinein, sonst kuehlt das Fett zu +sehr ab. + + + +BACKEN VORZUBEREITEN. + +Semmel, Mehl und Zucker sind zu sieben. Butter oder Margarine werden +ausgewaschen. Hoelzchen zur Pruefung der Gare wird bereitgelegt. Das +Backblech ist erst mit Papier, dann mit Schwarte abzureiben. Formen +werden mittelst Pinsel oder Feder gruendlich mit geschmolzener Butter oder +Margarine ausgepinselt und mit Zucker bestreut bereitgestellt. Auf +peinlich gesaeuberte Haende, besonders Fingernaegel, ist streng zu achten. + + + +BACKFETT + +stellt man her aus kleingeschnittenem Rindertalg und Schweineliesen, die +langsam ausgelassen werden, aber das Fett muss ganz hell bleiben. +Durchgegossen wird es in Toepfe gefuellt, erstarrt, fest zugebunden. Die +Grieben koennen zu Bratkartoffeln, Huelsenfruechten usw. Verwendung finden. +Auch Margarine ist gut als Backfett zu verwenden, muss aber vor dem +Gebrauch aufgekocht und durch ein Sieb gegossen werden. + + + +BACKOBST + +wird Abends vor dem Gebrauche lauwarm gewaschen, in irdenem Topfe mit +frischem Wasser, 1-1/2 l auf 250 g Obst, zum Aufquellen hingestellt, +spaeter in demselben Wasser zubereitet. + + + +BOUILLONFETT, BACKFETT UND GEBRAUCHTE FETTE ZU REINIGEN UND HALTBAR ZU +MACHEN. + +Alles Fett, sei es von der Bruehe abgefuellt oder hat es zum Ausbacken oder +Braten gedient, kann von fremden Beimischungen gereinigt werden, so dass +man es lange, immer wieder gereinigt, gebrauchen kann. Im Sommer verdirbt +jedes feuchte Fett schon am zweiten Tage, wenn man diese Vorsicht nicht +beobachtet. Man schmilzt also das Fett und giesst dreimal soviel kochendes +Wasser als man Fett hat hinzu, ruehrt Fett und Wasser gehoerig durch, zieht +es mit dem Loeffel hoch und laesst es einmal aufkochen. Dann giesst man das +Ganze in eine breite Schale und laesst es darin erkalten. Man nimmt das +gereinigte Fett am andern Tage in einer Scheibe oben ab, kratzt die +untere Seite, d. h. die anhaftende Unsauberkeit und Feuchtigkeit ab, laesst +das Fett in einem Topf nochmals zusammenschmelzen und verwahrt es; die +unsauberen Teile tut man in den Seifentopf. + + + +ESSIGTOPF. + +Zum Essigtopf eignet sich am besten ein Deckelsteinkrug mit Ausgussoeffnung +und weitem Hals. Man giesst etwa 1 l Wasser in den Topf und tut nach und +nach alle Obstabfaelle, Wein- und Bierneigen dazu. Nach 2-3 Wochen ist von +diesen Zutaten ein Essig gegoren, den man durch ein Tuch in Flaschen +fuellen, verkorken und vorzueglich zum Scheuern verwenden kann. Der uebrige +Inhalt des Essigtopfes wird fortgeschuettet, um Geruch zu vermeiden. + + + +FLEISCHEXTRAKTBRUeHE. + +1 Messerspitze Fleischextrakt wird in 1/4 l kochendem Wasser oder +leichter Bruehe geloest und mit Salz abgeschmeckt. + + + +GELATINE. + +Gelatine muss man schnell kalt abwaschen, mit der Schere zerschneiden, in +gelinder Waerme, auf je 1 Blatt 1 Essloeffel Fluessigkeit, unter Ruehren +lauwarm aufloesen. Sie darf nicht sehr heiss werden oder gar kochen. + + + +GEWUeRZDOSIS. + +In diesem Buch ist darunter stets verstanden: 2 Gewuerzkoerner [Pimentkoerner], 6 weisse +Pfefferkoerner, 1 Nelke, 1/4 Lorbeerblatt. + + + +HEFESTUeCK. + +Ein Viertel des zum Gebaeck zu verwendenden gesiebten erwaermten Mehles +wird mit warmer Fluessigkeit (Milch oder Wasser) und der zerbroeckelten +Hefe angeruehrt. Zugedeckt mit einer Prise Mehl bestreut, setzt man das +Hefestueck in einen Topf mit warmem, nicht heissem Wasser an eine Ecke des +Herdes, wo es nicht heisser werden kann. + + + +HUeLSENFRUeCHTE + +werden Abends vor dem Gebrauche verlesen, die Nacht ueber in kaltem Wasser +eingeweicht und kurz vor dem Gebrauche abgegossen. + + + +KAFFEE BRENNEN. + +Der Kaffee wird von allen unreinen Bohnen befreit, lauwarm gewaschen, auf +einem Sieb abgetropft und auf einem Tuch getrocknet. In den Kaffeebrenner +geschuettet, brennt man ihn 5 Minuten, schuettelt ihn dann und brennt, +langsam drehend, weiter. Alle 5 Minuten schuettelt man den Kaffeebrenner, +das zweite und dritte Mal geoeffnet aus dem Fenster, damit die sich +loesenden Huelsen die Kueche nicht verunreinigen; so brennt man weiter, bis +der Kaffee eine schoene, dunkle, kastanienbraune Farbe hat, wovon man sich +oefter ueberzeugen muss. Zu dunkles Brennen verdirbt den schoenen +Kaffeegeschmack und -geruch. 1 Teeloeffel Puderzucker auf 1 kg (2 Pfd.) +Kaffee in der letzten Minute hinzugeschuettet, ueberzieht den Kaffee mit +einem leichten Ueberzug, der das Aroma in der Bohne festhaelt. Der Kaffee +wird ausgeschuettet; damit er nicht nachbrennt und zu dunkel wird ruehrt +man oefter, bis er abgekuehlt ist. Der Kaffee wird dann in irdenen oben +Blechgefaessen aufgehoben, welche stets verschlossen gehalten werden. + +Kugelbrenner sind, wo man gleichmaessiges Herdfeuer zur Verfuegung hat, zu +empfehlen; Spiritusbrenner sind billig sowohl in Anschaffung wie Gebrauch +und brennen schnell und gleichmaessig; sie sind besonders praktisch wenn +die Flamme geschuetzt ist, weil man dann im Freien brennen kann. + + + +KAFFEE MAHLEN. + +Die Kaffeemuehle muss von Zeit zu Zeit auf ihre Schaerfe geprueft werden. +Grob gemahlener Kaffee gibt ein schwaches ungenuegendes Getraenk. Je feiner +das Kaffeebohnenmehl, je staerker und aromatischer das Getraenk. Gemahlener +Kaffee muss stets luftdicht verschlossen verwahrt werden. + + + +KARTOFFELMEHL UND ALLE SORTEN STAeRKEMEHL + +werden immer mit kalter Fluessigkeit glatt gequirlt ehe man sie der Speise +beifuegt. + + + +KLOSSBEHANDLUNG. + +Um das Abstechen und Garkochen von Kloessen zu erleichtern, wird ein Teller +mit Fett bestrichen; auf diesen legt man die recht gleichmaessig +abgestochenen Kloesse, fuellt eine Kelle heisses Wasser darauf und laesst alle +Kloesse auf einmal in die kochende Fluessigkeit gleiten; bei groesserer Menge +ist inzwischen das Wasser wieder zu erhitzen. + + +KORINTHEN VORBEREITEN. + +Man bereitet sie vor, indem man sie auf ein sauberes trocknes Tuch +schuettet, nach dem grosse Stiele und Steine herausgelesen wurden. Nun +streut man etwas Mehl darueber, fasst das Tuch zusammen, reibt den Inhalt +gelinde hin und her, bis die kleinen Stiele alle abgerieben sind und +schuettet die Korinthen in einen Durchschlag, den man in kaltes Wasser +haengt. Hierin werden die Korinthen gewaschen bis die Stiele oben +schwimmen. Dann quillt man in frischem Wasser an warmer Herdstelle die +Fruechte auf, tut sie in ein Sieb und ueberspuelt sie vor dem Gebrauch +nochmals mit kaltem Wasser. + + + +KUeMMEL VORBEREITEN. + +Der Kuemmel wird kalt abgewaschen, dann mit frischem kaltem Wasser auf +eine heisse Stelle des Herdes gesetzt; sobald das Wasser heiss geworden, +schuettet man den gequollenen Kuemmel auf ein Sieb. Der Kuemmel darf niemals +in dem Aufquellwasser kochen. + + + +PANIEREN. + +Ei oder auch nur Eiweiss werden mit einer Gabel mit 1 Essloeffel Fluessigkeit +duenn geschlagen; ist das Fett in der Pfanne still und hellbraun, so nimmt +man eine Gabel und durchsticht die Fleischstuecke an der oberen aeussersten +Kante und paniert sie schnell, indem man sie durch die Eierfluessigkeit +und dann durch geriebene Semmel zieht und sie sofort in das dampfende +Fett legt. Waehrend des Bratens darf nicht mit der Gabel in die +Fleischstuecke gestochen werden, weil der austretende Fleischsaft die +Panade abweichen wuerde. Gewendet wird mit Eierkuchenschippe oder breitem +Messer. + + + +RINDER- UND HAMMELFETT AUSZULASSEN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Fett +1/8 l Wasser + +_Vorbereitung_: Das _Rinderfett_ wird in kleine Wuerfel geschnitten und +einen Tag oder eine Nacht in Wasser gelegt, damit die etwa vorhandenen +Blutteilchen ausziehen. + +_Zubereitung_. Man giesst das Wasser ab, tut das Fett in einen Schmortopf +und giesst auf 1/2 kg (1 Pfd.) Fett 1/8 l Wasser darueber, deckt es zu und +laesst es langsam kochen. Das Wasser soll die Zellen lockern, damit sie das +Fett besser hergeben. Nachdem das Fett in der Hitze durchsichtig +geworden, deckt man es auf und laesst es offen ausbraten, bis sich die +Grieben gleichmaessig braeunlich gefaerbt haben. Das Fett muss etwas abkuehlen, +wird dann durch ein Sieb gefuellt; die Grieben werden sanft ausgedrueckt +und zur Verwendung bei Kartoffelsuppe, Huelsenfruechten oder, fein gewiegt, +zu Bouletten, Beefsteak usw. zugedeckt zurueckgestellt. + +Das ausgelassene Fett wird in sauberen zugebundenen Steintoepfen +aufgehoben. In Verbindung mit Butter und Schweinefett ist es zu allen +Speisen sehr schmackhaft. + +_Hammelfett_ wird ebenso ausgelassen; wenn das Fett glasig wird, schuettet +man 1 Tassenkopf Milch hinzu, dadurch verringert sich der +Hammelgeschmack. + + * * * * * + +ROSINEN VORBEREITEN: siehe KORINTHEN VORBEREITEN. + + + +SCHWEINE-, GAeNSE- UND ENTENFETT AUSZULASSEN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Rueckenfett oder Liesen +1 Stueckchen Apfel +1 Zwiebel +1 Stielchen Majoran + + +_Vorbereitung_: Nachdem das Ruecken- oder Liesenfett abgewaschen und +abgekratzt ist, wird es in kleine Wuerfel geschnitten, in einen Topf getan +und zugedeckt. Da diese Fette viel Wasserteile haben, braucht man kein +Wasser zuzugiessen. + +_Zubereitung_: Eine Weile kocht es zugedeckt, dann fuegt man eine kleine +Zwiebel, ein Stueckchen Apfel und ein Stielchen Majoran oder Thymian +hinzu, nimmt den Deckel ab und laesst die Fettgrieben langsam eine gelbe +Farbe annehmen, dann schuettet man dieselben in ein Sieb, drueckt sie leise +mit dem Loeffel aus und stellt sie zum weiteren Gebrauch zurueck. +Schweinefett, wie auch Gaense- und Entenfett, welches ebenso ausgelassen +wird, ist zum Schmoren von Rot- und Weisskraut, als Back- und Bratfett in +Vermischung mit Rinderfett oder als Zuspeise zum Brot zu verwenden. Das +Fett, welches als Zuspeise zum Brot auf den Tisch gebracht wird, fuellt +man fluessig und warm gleich in kleine Behaelter, um es darin auf den Tisch +zu geben. Die Grieben werden als Zuspeise zu Kartoffeln gewaermt, auch zu +Specksaucen und, mit einer Reibekeule zerrieben, auch zu +"_Griebenschmalz_" verwendet. + +_Frische Schweineschwarte_ kocht man mit Wasser weich und bereitet damit +Kohlrueben und Gemuese. + +_Fett von Gaense- und Entendaermen_ muss unter haeufigem Wechseln des Wassers +24 Stunden waessern und fuer sich allein ausgebraten werden. + +_Amerikanisches Schmalz_, welches roh ausgepresst ist, ist wie frisches +Schweinefett zu behandeln und noch einmal auszubraten. + + + +SEIFE ZU KOCHEN. (VORRAT.) + +7-1/2 kg (15 Pfd.) festes Fett oder + 15 kg (30 Pfd.) Sammelfett +3-1/2 kg (7 Pfd.) Seifenstein in + weissen Stuecken +30 l weiches Wasser +1/2 kg (1 Pfd.) Salz +9 l weiches Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Sammelfett kocht man erst mit reichlichem kaltem +Wasser einige Stunden aus und schneidet es erkaltet ab. Dieses Fett ist +dann festes Fett. 20 l Wasser, das Fett und der Seifenstein werden tags +zuvor in einen Kessel ohne Glasur geschuettet. + +_Zubereitung_: Die Masse wird am Kochtage langsam zum Sieden gebracht, +und erst nachdem sie 1/2 Stunde mit der scharfen Lauge kochte, wird das +uebrige Drittel des Wassers in Zwischenraeumen zugegossen, wonach die Seife +bei oefterem Ruehren mit einem grossen Holzloeffel ununterbrochen 2-1/2 +Stunden kochen muss. Loest sich dieselbe dann als leimige Substanz von dem +Ruehrloeffel ab und ist nicht mehr fettig, was man durch Waschen mit +derselben sehen kann, so streut man 1/2 kg (1 Pfd.) Salz hinein, fuegt 9 l +Wasser hinzu und laesst die Seife noch 1/2 Stunde damit durchkochen, damit +sie sich gut schneidet. In dem Kessel laesst man sie erkalten und schneidet +sie am anderen Tage in beliebig lange Stuecke, kratzt sie unten ab und +laesst sie luftig uebereinander gebaut zum Austrocknen 1/2-3/4 Jahr liegen, +ehe man sie verbraucht. Ist die Seife oben noch fettig, so muss sie noch +laenger kochen, ehe man Salz und Wasser zugiesst. Die unter der Seife +befindliche Lauge laesst sich zur Reinigung eiserner Toepfe, Pfannen, +steinerner Fliesen usw., und in kleinen Mengen auch zur Kuechenwaesche +verwenden. + + + +SELBSTKOCHER. + +Fuer den Selbstkocher existieren mehrere Formen: + +Die einfachste und billigste Form des Selbstkochers ist die sogenannte +schwedische Kochkiste. Diese wird fuer 1, 2 oder mehr Kochtoepfe wie folgt +hergestellt: + +In eine Kiste mit ueberfassendem sehr genau schliessendem Deckel stellt man +geradwandige--nicht bauchige--emaillierte Kochtoepfe von der gewuenschten +Groesse, welche am oberen Rand bewegliche, starke Drahthenkel und nach +innen fassende, fest schliessende Deckel haben muessen. Die Toepfe sollen so +stehen, dass sie weder sich gegenseitig, noch die Waende der Kiste +beruehren. Die leeren Zwischenraeume werden nun sehr fest mit Heu, Papier +oder besser mit Holzwolle ausgestopft; das Fuellmaterial wird mit einer +Keule so fest wie moeglich gestampft. Ist die Kiste ganz gefuellt, so +werden die Toepfe sehr vorsichtig herausgehoben, damit die roehrenartigen +Oeffnungen fuer die Kochtoepfe bleiben; die ganze Polsterung wird dann fest +mit grauer Leinwand ueberzogen, ueber die Leinwand der oberen Flaeche spannt +man noch Wachstuch, um vorkommende Flecke abwaschen zu koennen. Fuer die +Kochtoepfe muessen in der Wachstuchauflage runde Oeffnungen ausgeschnitten +werden; die Raender werden an der Leinwand festgenaeht. Dieses Ueberziehen +der Polsterung mit Leinwand kann auch nach Belieben unterbleiben; ist das +Polstermaterial genuegend festgestampft so loesen sich beim Hineinstellen +und Herausnehmen der Kochtoepfe nicht leicht einzelne Teile desselben ab. +Die Wachstuchauflage ist empfehlenswert; die runden Oeffnungen fuer die +Kochtoepfe werden dann nicht festgenaeht, sondern in kleinen Spitzen +ausgeschnitten. + +Zum Bedecken der Toepfe wird ein Kissen mit Holzwoll-, Watte- oder +Federfuellung angefertigt, welches den leeren Raum nach oben ganz ausfuellt +und einen wollenen Bezug haben muss. + +Fertige Kochkisten in dieser Art mit den genau passenden Kochtoepfen, +deren festschliessende Deckel Teller bilden, sind kaeuflich. + +Nach jedesmaligem Gebrauch muss jeder Selbstkocher zum Auslueften unbenutzt +eine Zeitlang geoeffnet stehen. + +Auch kann man aus 5-8 Bogen Zeitungspapier, die nacheinander schnell fest +um einen ebenso geformten Kochtopf gehuellt und oben fest mit einer Schnur +zusammengebunden werben, einen gut funktionierenden Selbstkocher fuer +den Notbehelf herstellen. Fuer den taeglichen Gebrauch ist der +Papier-Selbstkocher, wenn auch billig und zweckmaessig, nicht zu empfehlen, +weil das Einhuellen Zeit beansprucht; da ist ein anderer Selbstkocher +praktischer und ordentlicher. + +Der Selbstkocher dient nicht nur zum Fertigkochen der Mahlzeiten, sondern +auch, unbeschadet ihrer Guete, zum Warmhalten von Speisen jeder Art. + +In Faellen, wo die Familienmitglieder gezwungen sind ihre Mahlzeiten zu +ganz verschiedener Zeit einzunehmen, sorgt der Selbstkocher dafuer, dass +jeder Einzelne bei seiner Heimkehr eine warme wohlschmeckende Mahlzeit +bereit findet. + +Auch Kaffee erhaelt sich im Selbstkocher mehrere Stunden lang heiss und +wohlschmeckend. + +Zu beachten sind folgende Punkte: + +1. Huelsenfruechte, Backobst und geraeuchertes Fleisch muessen am Abend vor +dem Gebrauch mit kaltem Wasser eingeweicht werden. + +2. Allen Speisen muss nur das genau abgemessene Quantum Fluessigkeit +beigegeben werden, da im Selbstkocher keine Fluessigkeit verdampft. + +3. Die Toepfe sind moeglichst voll zu fuellen. Wird eine Kochkiste mit 2 +Toepfen verwendet und soll zu einer Mahlzeit nur ein Kochtopf benutzt +werden, so empfiehlt es sich zur Erhaltung der Waerme den zweiten mit +kochendem Wasser angefuellt hineinzustellen oder die leere Oeffnung mit +einem passenden Kissen auszustopfen. + +4. Die Speisen muessen in fest schliessenden Toepfen kochend in den +Selbstkocher gestellt werden, nachdem sie bereits 5 Minuten ordentlich +gekocht haben. + +5. Das Hineinstellen des Topfes und das Schliessen des Selbstkochers muss +sehr schnell geschehen; der Deckel des Kochtopfes darf nun unter keinen +Umstaenden mehr gelueftet werden. + +6. Beim Vorkochen muessen die Speisen durch oefteres Schuetteln des Topfes +vor Anbrennen bewahrt werden. + +7. Der Selbstkocher darf waehrend des Kochens nicht geoeffnet werden, +geschieht dies dennoch aus irgend welchem Grunde, so muss das Gericht ueber +der Flamme wieder auf den Kochpunkt gebracht werden, ehe es von neuem in +den Selbstkocher kommt. + +8. Zusammengekochte Gerichte, z. B. Aepfel und Kartoffeln, Bohnen mit +Aepfeln usw. muessen vor dem Anrichten untereinander geruehrt werden. + +9. Huelsenfruechte werden erst vor dem Anrichten gesalzen. + +10. Alle fertigen Gerichte, welche im Selbstkocher warm erhalten werden +sollen, muessen vor dem Hineinstellen eine hohe Temperatur haben. + +11. Es schadet den Speisen durchaus nicht, wenn sie auch laengere Zeit, +nachdem sie gar sind, im Selbstkocher verbleiben. + + + +SPECKSCHWARTEN, GERAeUCHERTE. + +Mit einer Speckschwarte reibt man in der Wirtschaft Eisenteile ein, um +sie vor Rost zu schuetzen, z. B. Kuchenbleche, Feuerzangen, Ofenbleche u. +dergl. Sachen, die man im Sommer nicht haeufig benutzt. + +Man reibt schwarzen und dunkten Samt und Samtbaender damit ab, entfernt +dadurch Staub und Schmutz und gibt ihnen frisches Aussehen. + +Man reibt das eiserne Kuchenblech damit ab, ehe man den Kuchen darauf +legt. + +Man buerstet die Schwarte mit Wasser recht sauber oder reibt sie +gegeneinander im Wasser. Dann waessert man sie eine Nacht in kaltem Wasser +und kocht die Schwarten, je 250 g mit 1 l Wasser, zugedeckt, weich. Die +Bruehe verwendet man zu Huelsenfruchtsuppen; die weiche Schwarte wird klein +geschnitten und mit in die Suppe getan. + +Keine Speck- oder Schinkenschwarte darf fortgeworfen werden. + + + +SPEISEFARBE + +ist fertig kaeuflich. Man kann aber auch gestossenen Zucker in eisernem +Topfe ueber dem Feuer so lange ruehren, bis er geschmolzen und dunkelbraun +ist. Mit etwas kochendem Wasser verduennt ist er in verkorkter Flasche +aufzuheben. + + + +SPICKEN. + +Der Speck ist stets mit gesalzener Hand anzufassen, gleichmaessig lang und +dick zu schneiden, auf einem Teller auseinandergelegt zu salzen, vor dem +Gebrauch kalt zu stellen. Je kaelter der Speck, um so leichter das +Spicken. Der Schinkenspeck ist muehsamer zu schneiden, aber gesalzen von +gleicher Guete wie der Rueckenspeck und kann zum Spicken sehr wohl +verwendet werden. 1. Man spickt nach dem Klopfen die Fleischstuecke von +rechts nach links und von oben nach unten. 2. Die Lage der Fleischfaser +muss auf der Spicknadel liegen. 3. 1/4 des Speckstreifens stehe oben, 1/4 +unten heraus, 1/2 im Fleisch. 4. Die neue Reihe steht entweder genau +unter der ersten Reihe oder in den Zwischenraeumen derselben. 5. Die +unregelmaessigen Enden der Speckstreifen werden mit einer Schere +abgeknipst. 6. Fleisch spickt man stets wenn es schon geklopft und +gehaeutet ist. Gefluegel muss durch Uebergiessen mit heissem Wasser vor dem +Spicken steif gemacht werden. + + + +SUPPENGRUeN. + +sind die verschiedenen Wurzel- und Gemuesearten wie Mohrrueben, +Petersilienwurzel, Porreestengel und Sellerieknolle. + + + +WASSERBAD (HEISSES) + +haelt fertige Speisen heiss, ohne sie kochen, anbrennen oder gerinnen zu +lassen, eignet sich vorzueglich zum zuverlaessigen Aufwaermen von Gerichten, +wie auch zum Garmachen und Abschlagen verschiedener suesser Eiersaucen und +-speisen. + + + +WASSERBAD-TOPF. + +Jedes beliebige Gefaess, am besten von Blech, kann zu diesem Zwecke in +einen Topf, der mit heissem Wasser ueber schwachem Feuer steht, gesetzt +werden, nur muss unten in den Topf Teller oder Untertasse umgekehrt +hineingelegt werden, sonst trifft die Herdhitze das Gericht doch +unmittelbar. + + + +ZITRONE + +durchgeschnitten, schimmelt waehrend langer Zeit nicht, wenn man die +Schnittflaeche auf ein kleines Gefaess legt in das man vorher etwa 1 +Essloeffel Essig goss. + + + +ZITRONENZUCKER + +erhaelt man, wenn man das Gelbe der Zitronenschale auf Stueckenzucker +abreibt und diesen dann im Moerser stoesst. + + + +ZUCKER ZU LAeUTERN. + +Der Zucker wird in Wasser getaucht bis keine Blasen mehr aufsteigen. Man +legt nun die voellig mit Wasser durchtraenkten Stuecke in einen sauberen +Topf oder Kessel, stellt diesen warm bis der Zucker voellig geschmolzen +ist. Nun erst darf die Masse ins Kochen gebracht werden, geschieht dies +eher, so kristallisiert der Zucker aus. Der Zucker wird nun aufgekocht, +geschaeumt und weiter verwendet. (Weiteres siehe Einmachen.) + + + + + +End of the Project Gutenberg EBook of Volks-Kochbuch, by Hedwig Heyl + +*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 13921 *** diff --git a/LICENSE.txt b/LICENSE.txt new file mode 100644 index 0000000..6312041 --- /dev/null +++ b/LICENSE.txt @@ -0,0 +1,11 @@ +This eBook, including all associated images, markup, improvements, +metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be +in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES. + +Procedures for determining public domain status are described in +the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org. + +No investigation has been made concerning possible copyrights in +jurisdictions other than the United States. 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You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Volks-Kochbuch + +Author: Hedwig Heyl + +Release Date: November 1, 2004 [EBook #13921] +Last Updated: August 27, 2017 + +Language: German + +Character set encoding: ASCII + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VOLKS-KOCHBUCH *** + + + + +Produced by David Starner, Delphine Lettau, Tapio Riikonen and PG +Distributed Proofreaders + + + + + + +VOLKS-KOCHBUCH + +fuer Schule, Fortbildungsschule und Haus + + +von + +Hedwig Heyl + + +Verfasst auf Anregung Ihrer Kaiserlichen und Koeniglichen Majestaet +Kaiserin Friedrich. + +Zugeeignet in Dankbarkeit und steter Erinnerung an die +Foerderin des Volkswohls. + + + +VORWORT. + +Die vielseitigere Ausgestaltung des Kochunterrichts hat eine Umarbeit des +Volks-Kochbuchs notwendig gemacht. Es ist nicht mehr in Lektionen +eingeteilt, welche sich an den theoretischen Teil (fuer die Hand der +Lehrerin) anschlossen, sondern gibt die Rezepte an leicht aufzufindender +Stelle in einem Kochbuch. Dasselbe wird den Schuelerinnen ein treuer +Ratgeber fuer die buergerliche Kueche bleiben. Einige ueber den Rahmen des +Volks-Kochunterrichts hinausgehende Vorschriften sind zu diesem Zwecke +eingeschaltet, weshalb das Buechlein eine weite Verbreitung als Kochbuch +fuer einfache Verhaeltnisse finden duerfte. + +Die Rezepte, welche aus unterrichtlichen Gruenden fuer 2 Personen +zugeschnitten wurden, sind leicht fuer groessere Familien umzurechnen. Frau +Dr. Engelken, welche die neue Ordnung der Reihenfolge und Ergaenzung +freundlichst uebernommen hatte, sage ich meinen herzlichsten Dank. + +Neu-Babelsberg, 1905. + +Hedwig Heyl. + + * * * * * + +SUPPEN. + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +erechnet.) + + + +APFELBROTSUPPE. + +100 g altes Brot +1 Prise Salz +2 gestossene Nelken +40 g Zucker +4 mittelgrosse Aepfel (oder Abfall) +1 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Brot wird in dem Wasser erweicht. + +_Zubereitung_: Aepfel oder Apfelabfaelle, Brotmasse, Gewuerz, Salz und +Zucker werden zerkocht, durch ein Sieb geruehrt, nochmals erwaermt und +angerichtet. + + + +APFELSUPPE: Siehe BLAUBEERENKOMPOTT. + + + +BIERKALTSCHALE. + +75 g geriebenes Brot +1 Stueck Zitronen- oder Apfelsinenschale +1 Prise gestossener Zimt +65 g Zucker +1 Flasche Weissbier +65 g Korinthen + + +_Vorbereitung_: Das Brot wird gerieben, die Korinthen werden +aufgequollen. + +_Zubereitung_: Das Brot wird mit Gewuerzen und Zucker gemischt, das Bier +darauf gegossen; die aufgequollenen Korinthen werden dazu gegeben; das +Ganze wird umgeruehrt und kalt gestellt. + + + +BIERSUPPE MIT SAGO. + +1 Flasche Weissbier +65 g Zucker +1 Stueck Zitronenschale +3 Nelken 1 Prise Salz +30 g Sago + + +Das Bier wird mit Zucker und Gewuerzen zum Kochen gebracht, der Sago +hineingestreut und je nach der Koernerstaerke 15-25 Minuten in +geschlossenem Topfe gekocht; man schmeckt dann mit Salz ab und entfernt +das Gewuerz. + + +BLAUBEEREN- ODER BESINGSSUPPE: Siehe BLAUBEERENKOMPOTT. + + + +BOHNEN-, LINSEN- ODER ERBSENSUPPE. + +250 g Bohnen, Linsen oder Erbsen +1 Prise Natron +1 Essl. Selleriewuerfel +250 g Rindfleisch +1 Essl. Salz +1 Teel. gewiegtes Selleriekraut oder Porree +1 Prise Pfeffer +1/2 Essl. Zwiebelwuerfel +1/2 Essl. Mehl +2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Bohnen, Linsen oder Erbsen werden Abends vorher nach +Vorschrift eingeweicht. + +_Zubereitung_: Die Huelsenfruechte werden mit 1 l kaltem Wasser und Natron +aufgesetzt, erhitzt und abgegossen. Rindfleisch, Selleriewuerfel, Salz und +1 1 Wasser werden zu den Huelsenfruechten getan, der Topf wird fest +verschlossen und der Inhalt langsam 2 Stunden gekocht. In einem Schaelchen +schwitzt man die Zwiebeln, das gewiegte Kraut und das Mehl, fuegt einige +Loeffel Suppe hinzu und verkocht die Mehlschwitze mit dem ganzen Gericht, +welches man mit Pfeffer abschmeckt. + +Das Fleisch richtet man besonders an. + +_Bemerkung_: Anstatt Rindfleisch kann man 125 g Blutwurst zu der Suppe +gebrauchen. Wurstsuppe ist zu allen Huelsenfruchtgerichten gut verwendbar. + +Gericht fuer den Sebstkocher. + + + +BOHNEN-, LINSEN- ODER ERBSENSUPPE OHNE FLEISCH. + +175 g Bohnen, Linsen oder Erbsen +1 Prise Natron +50 g magerer Speck oder Schwarten +2 l Wasser +8 g Salz +1 Prise Pfeffer +1 kleine Zwiebel +1/4 Teel. Majoran + + +_Vorbereitung_: Bohnen, Linsen oder Erbsen werden abends vorher nach +Vorschrift eingeweicht; die Schwarten werden abgekratzt und gewaschen +oder der Speck wird in kleine Wuerfel geschnitten; die Zwiebel wird +geschaelt. + +_Zubereitung_: Die Huelsenfruechte werden mit 1 l kaltem Wasser, und Natron +aufgesetzt, erhitzt abgegossen und mit 1 l Wasser, Zwiebelwuerfeln, +Schwarten oder Speckwuerfeln, Salz und Majoran weichgekocht, nach Belieben +mit der Kelle etwas zerdrueckt oder durch ein Sieb geschlagen, dann +nochmals erwaermt, mit Pfeffer, Salz und Majoran abgeschmeckt und zu Tisch +gegeben. + +_Bemerkung_: Man kann die Huelsenfruechte anstatt mit Schwarten oder Speck +auch mit 65 g Poekelfleisch kochen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BROTSUPPE MIT BACKPFLAUMEN. + +125 g altes Brot +1/2 Essl. Butter +5 g Salz +1 l Wasser. +40 g Zucker +12 Backpflaumen +1/4 l Wasser. +Zimt und Apfelsinenschale fuer [?] + + +_Vorbereitung_: Das Brot wird zerkleinert und in einen Topf getan, 1 l +Wasser wird dazu gegossen und das Brot darin erweicht. Die Backpflaumen +werden gewaschen und mit 1/4 l Wasser in einen Topf getan, in dem sie +zugedeckt erst aufquellen. + +_Zubereitung_: Das eingeweichte Brot wird mit Salz auf den Herd +gestellt, zugedeckt, die eingeweichten Backpflaumen, denen Zimt und +Apfelsinenschale hinzugefuegt werden kann, in einem anderen Topf +ebenfalls. Ist das Brot verkocht und ganz aufgeloest, so ruehrt man bie +Suppe durch ein Sieb, gibt Butter, Zucker, die weichgekochten Pflaumen +nebst Sauce dazu und schmeckt die Suppe ab. + +_Bemerkung_: Diese Suppe kann man sehr veraendern, indem man statt +Pflaumen kleine Rosinen (_Brotsuppe mit Rosinen_) nimmt, oder +abgewaschene Apfelschalen oder auch Apfelstuecke (_Brotsuppe mit Aepfeln_) +mit dem Brot kocht und mit durchreibt, oder eine Handvoll ausgekernte +frische Hagebutten (_Brotsuppe mit Hagebutten_). Von geroestetem Weissbrot +gekocht ist sie eine gute Krankensuppe (_Semmelsuppe_). + + + +BRÜHSUPPE MIT NUDELN, GRIESS ODER EINLAUF UND RINDFLEISCH. + +250 g Rindfleisch +1 Essl. Suppengruen. +1 l Wasser. +8 g Salz +1 geriebene Karotte oder +Schale einer roten Zwiebel + + +_Vorbereitung_: Das Wasser mit dem Salz und den vorhandenen gewaschenen +Knochen wird zugedeckt auf den Herd gesetzt; das Suppengruen geputzt, +gewaschen und zerschnitten; das Rindfleisch wird gewaschen und geklopft. + +_Zubereitung_: Sobald das Wasser mit den Knochen kocht, kommt das Fleisch +hinein; hat dasselbe einige Zeit mit dem Schaum gekocht, so entfernt man +denselben, tut das geschnittene Suppengruen, sowie um die Bruehe zu faerben +eine geriebene Karotte oder rohe Zwiebelschale hinzu, deckt den Topf fest +zu und laesst das Fleisch langsam 2--2-1/2 Stunden garziehen. Ist das +Fleisch weich, so nimmt man es heraus und stellt es warm, schmeckt die +Bruehe ab, nimmt die Knochen heraus, entfettet die Bruehe und gibt Nudeln, +Griess oder Einlauf hinein, kocht die Suppe noch 10 Minuten und gibt Suppe +und Fleisch zu Tisch. + +_Bemerkung_: Es empfiehlt sich anstatt 250 g Rindfleisch gleich 1/2 kg (1 +Pfd) zu kaufen und zu kochen, wovon dann die Haelfte fuer Bouletten zu +verwenden ist. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BUTTERMILCHSUPPE. + +100 g altes Brot +1 1 Buttermilch +15 g Mehl +5 g Salz +3 Essl. Sirup od. 35 g Zucker + + +_Vorbereitung_: Das Brot wird klein geschnitten und mit 3/4 l Buttermilch +erweicht. + +_Zubereitung_: Unter Ruehren zum Kochen gebracht, dann mit dem in 1/4 l +Buttermilch verquirlten Mehl verbunden, wird die Masse mit Sirup oder +Zucker und Salz abgeschmeckt, aufgekocht, durch ein Haarsieb geruehrt, +wieder erhitzt und angerichtet. + + +ERBSENSUPPE: Siehe BOHNEN-, LINSEN- ODER ERBSENSUPPE. + + + +FISCHSUPPE. + +1 l Fischbruehe +30 g Mehl +20 g Fett oder Margarine +1 Teel. Zwiebelwuerfel +1/8 l Magermilch +1 Prise weisser Pfeffer +1/2 Essl. gewiegte Petersilie +Fischreste oder gebratene Semmelbroekchen + + +_Zubereitung_: Fischbruehe oder Kochwasser von guten, frischen Fischen +finden fuer diese Suppe gute Verwendung. Zu den, im irdenen Topfe mit dem +Fett durchgeschwitzten Zwiebelwuerfeln und Mehl fuegt man langsam unter +Ruehren durch ein Sieb die Fischbruehe, laesst 1 Stunde kochen, fuegt, um das +Salz der Bruehe auszugleichen, die Milch bei, kocht nochmals auf und +schmeckt mit Pfeffer und Petersilie ab, legt sauber beputzte +Fischrestchen hinein oder reicht Semmebroeckchen dazu. + +_Bermerkung_: Nach Belieben kann die Suppe mit einem in 2 Essloeffel Milch +oder Weisswein verquirlten Eigelb abgezogen werden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +GEMUeSEGRAUPENSUPPE. + +375 g geschaelte Kartoffeln +125 g Gemuese, gemischt +20 g Mittelgraupen +20 g magerer Speck +8 g Salz +1 1 Wasser +1 Prise Salz + + +_Vorbereitung_: Der Speck wird in Wuerfel geschnitten. Die Graupen werden +mit kaltem Wasser zweimal abgequirlt, abgegossen. + +_Zubereitung_: Mit Speckwuerfeln und Salz werden die Graupen im irdenen +Topf durchgeschwitzt; der Speck darf sich aber nicht faerben. Das Wasser +und das geputzte, in Stuecke geschnittene Gemuese, sowie die rohen +Kartoffeln, welche man in Wuerfel geschnitten und gut gewaschen hat, +werden dazugetan, Graupen und Gemuese zusammen mit Wasser uebergossen +zugedeckt 2 Stunden langsam gargekocht. Die Suppe wird mit Salz +abgeschmeckt zu Tisch gegeben. Nach Belieben kann 1 Teeloeffel gewiegte +Petersilie hinzugefuegt werden. + +_Bermerkung_: Graupen duerfen nie mit Eisen ueber Zinn in Beruehrung kommen, +sonst werden sie blaugrau und unansehnlich. + +Man kann zu dieser Suppe auch Gemuesereste verwenden und statt Graupen +Reis oder Mehl nehmen. Die Hauptsache ist langes und langsames Kochen. + +Unter "_gemischtes Gemuese_" versteht man Kohlblaetter, geputzte +Mohrruebenstueckchen, Kohlrabi, Bohnen und dergl., ueberhaupt Gemuese der +Jahreszeit. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +GRAUPENSUPPE. + +40 g Graupen +1 l Hammelbruehe oder Wasser +15 g Rinderfett oder Margarine +1/2 Ei +8 g Salz +1 Essl. Sellerie- und Zwiebelstuecke + + +_Vorbereitung_: Die Graupen werden im irdenen Topf mit Wasser abgequirlt +und mit Wasser und Salz zum Abwellen auf den Herd gestellt. Sellerie und +Zwiebel werden geputzt und kleingeschnitten; der Rindertalg wird fein +gewiegt. + +_Zubereitung_: Die Graupen werden abgegossen und mit Sellerie, +Zwiebelstuecken und dem Fett durchgeroestet; nach und nach giesst man Bruehe +oder Wasser und Salz unter Umruehren dazu und kocht die Graupen zugedeckt +langsam weich. Sind die Graupen gar, zerquirlt man das Ei mit einigen +Essloeffeln Suppe und giesst es dann in die ganze Fluessigkeit. Einige +Kartoffeln mit weichgekocht und 1 Teeloeffel Petersilie dazu gegeben, +machen die Suppe schmackhafter. Fuer Kinder und Kranke kann man sie auch +durch ein Haarsieb ruehren, "_Graupenschleimsuppe_," jedoch nimmt man dann +lieber Butter. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +GRUeNKERNSUPPE. + +30 g Gruenkernmehl +30 g Fett oder Margarine +1 l Wasser +10 g Zwiebeln +1/2 Ei +8 g Salz + + +_Vorbereitung:_ Die Zwiebel wird gewuerfelt. + +_Zubereitung:_ Zwiebelwuerfel und Fett werden geschmort, das Gruenkernmehl +kommt dazu, wird unter Ruehren mit dem Zwiebelfett durchgeroestet, das +Wasser wird nach und nach dazugegossen. Nachdem die Suppe 1-1/2 Stunde +gekocht hat, verquirlt man einige Loeffel davon mit dem Ei, das aber auch +fehlen kann, fuegt sie zu der Masse, schmeckt mit Salz ab, streicht die +Suppe durch ein Sieb und gibt sie, nochmals erhitzt, zu Tisch. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAFERGRUeTZ- ODER HAFERFLOCKENSUPPE. + +50 g Hafergruetze oder 40 g Haferflocken +1 Stueckchen Apfelsinenschale +10 g Fett +l0g Zucker +5 g Salz +1 Essl. Korinthen +1l Wasser + + +_Vorbereitung:_ Hafergruetze oder Haferflocken werden im irdenen Topf +dreimal mit kaltem Wasser abgequirlt; die Korinthen werden nach +Vorschrift ausgequollen. + +_Zubereitung:_ Die abgequirlte Hafergruetze wird mit Salz, +Apfelsinenschale und Wasser im irdenen Topf aufgesetzt und zugedeckt +langsam weichgekocht. Wenn die Hafergruetze weich ist, wird sie durch ein +Haarsieb geruehrt und die Suppe mit Fett, Zucker und Salz abgeschmeckt, +nochmals erwaermt und mit den Korinthen vermischt zu Tisch gegeben. + +_Bemerkung_: Hat man Bouillon von Knochen oder Speckbruehe, so ist sie +sehr gut anstatt Kochwasser zur Kartoffelsuppe zu verwenden, dann faellt +das Fett teilweise weg. Uebriggebliebene Kartoffeln, in Salzwasser +erwaermt, koennen auch zur Suppe verwendet werden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +KARTOFFELSUPPE MIT FLEISCH. + +125 g Rindfleisch +1/2 kg (1 Pfd.) rohe geschaelte Kartoffeln +2 Essl. Suppengruen +10 g Salz +1 Essl. Petersilie +1 Prise Pfeffer +1 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Rindfleisch wird abgewaschen, in mundrechte Wuerfel +geschnitten, in einen irdenen Topf getan. Die Kartoffeln werden in +Viertel, beliebiges geputztes Gemuese, Rueben, Porree, Kohl, Sellerie in +Wuerfel geschnitten und alles mit 1 l kochendem Wasser ueberbrueht. Mit +einem Schaumloeffel fuellt man dies zum Fleisch, streut Salz darauf und +giesst 1 l Wasser dazu. + +_Zubereitung_: Man deckt den Topf recht fest zu; nach 1/2 Stunde schaeumt +man die Suppe und richtet sie, nach 2-1/2 stuendigem langsamem Kochen, mit +frischer gewiegter Petersilie gemischt, mit Pfeffer abgeschmeckt an. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + +KIRSCHSUPPE: Siehe BLAUBEERENKOMPOTT. + + + +KUeRBISSUPPE. + +375 g Kuerbis +1 l Wasser. +2 Nelken. +1 Stueckchen Zimt +1 Stueckchen Zitronenschale +15 g Mehl +15 g Margarine +5 g Salz +4 Essl. Essig +50 g Zucker + + +Man gibt gern in kleine Wuerfel geschnittenes Weissbrot dazu, das in Fett +oben Margarine geroestet wird. + +_Bemerkung_: Haferflocken werden einfach mit Wasser weich gekocht und oft +nicht durchgeruehrt. _Hafergruetztrank_ s. naechstes Rezept. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAFERGRUeTZ- ODER HAFERFLOCKENSUPPE ODER -TRANK FUeR EINEN KRANKEN. + +30 g Haferflocken oder 40 g gewoehnliche Hafergruetze +1 Prise Salz +1 Scheibe Zitrone +5 g Zucker +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Hafergruetze oder Haferflocken werden dreimal kalt +gewaschen, indem man sie gehoerig abquirlt. + +_Zubereitung_: Man fuegt die Zitronenscheibe ohne Kern und Schale und das +Wasser zu der Hafergruetze, laesst sie unter oefterem Umruehren zugedeckt +langsam ausquellen, reibt sie durch ein Haarsieb und erwaermt sie, mit +Salz und Zucker abgeschmeckt, unter Ruehren. + +_Bemerkungen_: Metall darf mit Hafergruetze nicht in Beruehrung kommen, da +dann die Suppe grau wird. Man kann auch Hafermehl zu dieser Suppe +verwenden, _Hafermehlsuppe_, muss aber darauf achten, dass es frisch ist, +da es sonst leicht bitter schmeckt (10 g auf 1/4 l). + +_Hafergruetzsuppe_ mit _Mandelgeschmack_. Statt der Zitrone fuegt man 5 +abgezogene, fein geriebene suesse Mandeln zur Hafergruetze, kocht sie 1 +Stunde langsam mit und vollendet die Suppe wie oben. + +Mit kochendem Wasser verduennt man diese Suppen zum Trank, den man, wie +die Suppen, durch Abquirlen mit einem Eigelb nahrhafter machen kann. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HELLE GEBUNDENE SUPPE VON TAUBE, HUHN ODER KALBFLEISCH. +(Gute Krankensuppe.) + +1 alte Taube oder Taubenklein von 10 Tauben oder Huehnerklein von 2-3 + Huehnern oder 375 g Kalbfleisch +1-1/2 l Wasser +12 g Salz +2 Essl. Suppengruen +40 g Mehl +40 g Fett (fuer Kranke Butter) +1 Eigelb +1 Essl. Magermilch + + +_Vorbereitung_: Die Taube wird nach Vorschrift vorbereitet und ganz oder +zerteilt verwendet. Sie, wie auch das Taubenklein, wird geputzt, die +Maegen werden gereinigt, deren Haut abgezogen, die Herzen und Lebern +beputzt, alles wird gewaschen, einmal durchteilt und mit Wasser und Salz +aufgesetzt. Das Suppengruen wird geputzt, gewaschen und zerschnitten. + +_Zubereitung_: Nach dem Schaeumen des Fleisches legt man das geputzte +Suppengruen dazu und laesst es 1-1/2 Stunde zugedeckt langsam kochen. Wenn +das Klein weich ist, schwitzt man Mehl mit Fett gar, giesst die Bruehe nach +und nach unter Ruehren in die Mehlschwitze, laesst die Suppe seimig kochen, +legt Klein und Suppengruen wieder dazu, schmeckt mit Salz ab und fuegt das +mit Milch verruehrte Eigelb oder 1 Teeloeffel gewiegte Petersilie hinzu.-- +Man kann auch zwei geputzte, in kleine Stuecke geschnittene Spargel mit +verwenden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +KARTOFFELSUPPE + +375 g rohe Kartoffeln +2 Essl. Suppengruen +20 g Fett oder Margarine +5 g Mehl +5 g Salz +1/2 Gewuerzdosis +1/2 Essl. gewiegte Petersilie od. Sellerie od. Porree +1 Prise Pfeffer +1 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden geschaelt, das Suppengruen wird +geputzt und nicht zu klein geschnitten. + +_Zubereitung_: Die Kartoffeln werden mit kaltem Wasser aufgesetzt und +wenn sie kochen abgegossen. Dann wird 1 l Wasser darauf gefuellt, Gewuerze, +Suppengruen und Salz werden hinzugetan; das Ganze muss zugedeckt 1 Stunde +kochen. + +In einem irdenen Topf schwitzt man inzwischen Fett mit dem Mehl, bis es +schaeumt. Das Suppengruen wird aus der Suppe entfernt, die uebrige Masse +durch ein Sieb gestrichen und, unter Ruehren mit dem Holzloeffel, zur +Mehlschwitze geschuettet, mit der sie im offenen irdenen Topf wenigstens +10 Minuten verkochen muss; gewiegte Petersilie (oder Selleriekraut) +schuettet man zur Suppe, die man mit einer Prise Pfeffer abschmeckt. + +[Seite 10 fehlt!] + +_Vorbereitung_: Der Kuerbis wird geschaelt, klein geschnitten und +gewaschen. + +_Zubereitung_: Der Kuerbis wird mit Wasser und Gewuerzen weich gekocht und +durch ein Haarsieb gestrichen. Mehl und Margarine schwitzt man gar, fuegt +den Kuerbisbrei langsam hinzu, laesst die Suppe durchkochen und schmeckt sie +mit Salz, Essig und Zucker ab. Wer keine Saeure liebt fuegt statt Essig +einen Loeffel Rum oder 1 Glas Weisswein hinzu. Man kann auch 40 g +aufgequollenen Reis in die Suppe tun, dann empfiehlt sich Bereitung im +Selbstkocher. + +_Bemerkung: Hagebuttensuppe_ ebenso; auch von 100 g getrockneten +Hagebutten. + + +LINSENSUPPE: Siehe BOHNEN-, LINSEN- ODER ERBSENSUPPE. + + + +LUNGENSUPPE. + +1 l Lungenbruehe +30 g Mehl +20 g Fett oder Margarine +1 Prise Pfeffer und Salz +1 Teel. gewiegte Petersilie + + +_Vorbereitung_: Die Bruehe der Lunge wird durch ein Sieb gegossen. + +_Zubereitung_: Das Fett wird im irdenen Topf zum Kochen gebracht, das +Mehl darin gargeschwitzt, die heisse Bruehe langsam dazugeruehrt und die +Suppe offen seimig gekocht. Mit Salz, Pfeffer und Petersilie abgeschmeckt +wird sie zu Tisch gegeben. + +Man kann die Suppe durch Abziehen mit 1 Ei verbessern. + + + +MILCHKALTSCHALE. + +1 l Vollmilch +50 g Zucker +2 g Zimt +1 Essl. Zitronenzucker oder +1 Stueck Apfelsinenschale +1 Prise Salz +1 Eigelb +5 g Staerkemehl +6 Essl. Vollmilch +2 Zwiebaecke + + +_Zubereitung_: Man kocht Milch, Zucker, Gewuerze und Salz auf, quirlt das +mit Staerkemehl und 6 Essloeffel kalter Milch verschlagene Eigelb dazu, +ruehrt die Masse auf dem Feuer ein wenig seimig und laesst sie erkalten. Vor +dem Anrichten fuellt man die Suppe durch ein Sieb. Man gibt +Zwiebackbrocken dazu. + +_Erdbeerkaltschale_. Beim Anrichten fuegt man 125 g frische, mit 40 g +Zucker vermischte Walderdbeeren hinzu. + +_Fliedermilchkaltschale_. 1 Dolde Flieder- oder Hollunderbluete zieht 2 +Minuten in der Milch. + +_Pfirsichmilchkaltschale_. Statt Zitronenzucker laesst man 4 +Pfirsichblaetter 2 Minuten in der Milch ziehen. + +_Vanillekaltschale_. 1 Essloeffel Vanillezucker statt Zimt und +Zitronenzucker. + +_Bemerkung_: Nach Belieben kann man auf diesen Suppen Schneekloesse fest +werden lassen. + + + +MILCHSUPPE MIT REIS, GRIESS, MEHL, STAeRKEMEHL USW. + +1 l Vollmilch +1 Stueck Zitronen- oder Apfelsinenschale +1 Stueck Zimt +6 g Salz +30 g Reis, 40 g Griess, Mehl oder Staerkemehl + + +_Vorbereitung_: Der Reis wird gewaschen und abgewellt, der Griess +gewaschen, das Mehl angequirlt. + +_Zubereitung_: Zu der kochenden Milch mit Gewuerzen, Zucker und Salz fuegt +man Reis, Griess, Mehl oder Staerkemehl hinzu und laesst es unter oefterem +Umruehren ausquellen. Vor dem Anrichten zieht man nach Belieben die Suppe +mit Eigelb ab. + +_Bemerkung_: 125 g Schokolade in der Milch aufgeweicht und aufgekocht mit +20 g verquirltem Staerkemehl abgezogen gibt _Schokoladensuppe_. Der Zimt +kann daran fehlen. + +_Bruehsuppe mit Reis oder Griess_. Man fuegt den vorbereiteten Reis oder +Griess zur Bruehe. Durch in Salzwasser abgekochten Spargel oder Blumenkohl +laesst sich die Suppe bedeutend schmackhafter herstellen. + + + +MILCHSUPPE MIT ROGGENMEHL. + +30 g Roggenmehl +30 g Fett oder Margarine +1 l Magermilch +1 Prise Salz +10 g Zucker + + +Das Mehl wird in irdenem Topfe mit dem Fette durchgeschwitzt, die heisse +Milch langsam dazu geruehrt und noch 20 Minuten gekocht; dann wird die +Suppe mit Zucker und Salz abgeschmeckt. + + + +NUDELSUPPE. + +40 g Fassonnudeln +1 l Wasser +1 Prise Salz +5 g Butter +6 Tropfen Maggiwuerze + + +_Vorbereitung_: Die Nudeln werden kalt abgespuelt. + +_Zubereitung_: Man kocht die Nudeln in Salzwasser, dem die Butter +zugesetzt Wurde, gar und tropft vor dem Anrichten, ohne nochmals zu +kochen, die Maggiwuerze an die Suppe. + + +PFLAUMENSUPPE: Siehe BLAUBEERENKOMPOTT. + + + +PRUeNELLENSUPPE MIT HAFERGRUeTZE FUeR EINEN KRANKEN. + +25 g Hafergruetze +50 g getrocknete Pruenellen +15 g Zucker +1 Stueckchen Zimt +1 Teel. Zitronenzucker +1 Eigelb +1/8 l Weisswein +1/2 1 Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Hafergruetze und die zerschnittenen Pruenellen werden +gewaschen. + +_Zubereitung_: In einem irdenen Topfe werden die Hafergruetze und die +Pruenellen mit Wasser, Zucker, Zimt und Zitronenzucker zugedeckt +weichgekocht, durch ein Haarsieb oder Tuch gestrichen und mit dem in Wein +verruehrten Eigelb abgezogen. + +_Bemerkung_: Eigelb sowie Wein kann aber auch wegbleiben. + + + +SCHOTENSUPPE. + +1 kg (2 Pfd.) Schoten +30 g Fett +40 g Mehl +8 g Salz +1-1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Schoten werden gepalt, die Schotenschalen gebrochen, +gewaschen und in einen Topf getan. + +_Zubereitung_: Die gewaschenen Schotenschalen und die dicken Schotenkerne +werden mit Wasser und Salz aufgesetzt, weichgekocht und die Masse durch +ein Sieb gestrichen. Inzwischen ist die Mehlschwitze zu machen. Das +durchgestrichene Schotenwasser wird langsam unter Umruehren dazu gegeben; +die feinen Schotenkerne werden in der Suppe weichgekocht; nach Belieben +Mehlkloesse ebenfalls darin gargemacht und das Ganze zu Tisch gegeben. + +_Bemerkung_: Von in Wasser ausgekochten Spargelschalen und Fischwasser +kann man nach gleicher Art eine _Fischsuppe_ kochen, und, wenn man sie +noch verbessern will, mit 1 Eigelb verquirlen, als: _Gebundene +Fischsuppe_. + + + +WASSERSUPPE MIT GRIESS, MEHL, STARKENMEHL, GRAUPEN, REIS. + +1 l Wasser +1 Prise Salz +30 g Zucker +10 g Butter +1/4 Zitronenschale +1 Stueckchen Zimt +40 g Griess, 30 g Graupen, +Reis, Mehl od. Staerkemehl +1 Eigelb +1 Essl. Wasser / verquirlt + + +_Vorbereitung_: Graupen, Reis und Griess werden in kaltem Wasser sauber +abgequirtt. Mehl oder Staerkemehl werden mit 6 Essloeffeln kaltem Wasser +verquirlt. + +_Zubereitung_: 1 l Wasser wird mit Salz, Zucker, Butter und Gewuerzen +aufgekocht, die Einlage wird dazugeschuettet und unter haeufigem Ruehren in +der heissen Fluessigkeit gargekocht. Das verquirlte Eigelb schlaegt man +durch ein Sieb zur Suppe; es kann auch wegbleiben. + + * * * * * + +FLEISCH--GEFLUeGEL + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +BEEFSTEAK MIT MOSTRICHSAUCE. + +100 g gehacktes Rindfleisch +25 g Rinderfettgrieben +1 grosse gekochte Kartoffel +20 g Margarine oder gemischtes Fett +15 g Zwiebelwuerfel +1 Prise Pfeffer und Salz +1 Teel. Essig +1 Teel. Mostrich +1 Eßl. Mehl +1/4 l Wasser +Pfeffer und Salz zur Sauce + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffel wird gerieben; die Fettgrieben wiegt man. + +_Zubereitung_: Rindfleisch, Grieben, Kartoffel, Pfeffer und Salz werden +zusammengemengt und auf einem Teller mittelst zweier Kellen daraus 2 +Beefsteaks von 1-1/2 cm Dicke geformt. Mit einem Messer drueckt man +schraege Vierecke darauf, legt die Beefsteaks in das in einer Stielpfanne +heissgemachte, dampfende Fett und bratet sie 6 Minuten unter haeufigem +Wenden auf beiden Seiten. Man sticht nie in ein Beefsteak hinein, sondern +wendet es mit dem Loeffel um. Die Zwiebelwuerfel bratet man, wenn die +Beefsteaks braun sind, in dem Fett braeunlich und legt sie auf dieselben; +dann schwitzt man das Mehl in dem Fett gelb, fuellt 1/4 l Wasser, in dem +man Mostrich und Essig verruehrt hat, dazu, laesst die Sauce buendig kochen, +schmeckt sie mit Salz und Pfeffer ab und richtet sie als _Mostrichsauce_ +in einem Toepfchen besonders an. + + + +BOULETTEN. + +125 g Fleischreste +20 g Grieben +1/2 altes Broetchen +1/2 Ei +1 Prise Pfeffer +5 g Salz +1/2 Essl. geriebene Semmel +15 g Fett oder Margarine +1 Messerspitze geriebene Zwiebeln +1/8 l Wasser + + +_Vorbereitung_ : Das Broetchen wird abgerieben, zerkleinert, in einen Topf +getan und 1/8 l Wasser darauf gegossen. Mageres gekochtes Fleisch und +Grieben werden auf einem Holzbrett mit dem Wiegemesser fein gewiegt. In +einem Napf wird das in einer sauber ausgespuelten Tuchdecke oder einem +Sieb ausgedrueckte Broetchen mit Ei, Salz, Pfeffer und geriebener Zwiebel +gut verruehrt, mit der gewiegten Masse genau vermischt und abgeschmeckt. + +_Zubereitung_: Fett oder Margarine werden in einer Pfanne dampfend +gemacht, aus der Fleischmasse 4 gleich grosse Kloesse geformt, +plattgedrueckt, mit dem Messerruecken schraege Vierecke aufgedrueckt, in +geriebener Semmel gewaelzt, waehrend 6 Minuten auf beiden Seiten langsam in +dampfendem Fett zu schoener Farbe gebraten und mit dem Fett uebergossen, +angerichtet. + +_Bemerkung_: Man kann jede Art Fleisch, besonders auch rohes, dazu +verwenden, auch die ganze Masse zu einem laenglichen Brote formen und 1/2 +Stunde in einem Topfe schmoren als _Falscher Hase_ oder sie kann in +vorbereiteter Verschlussform 1-1/2 Stunde gekocht werden: +_Fleischpudding_. Letzteres kann gut im Selbstkocher geschehen. + + + +BRATWURST. + +140 g Bratwurst +15 g Fett Oder Margarine +3 g Salz +1 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Bratwurst wird gewaschen und in zwei gleichmaessige +Stuecke geteilt. + +_Zubereitung_: Ist die Bratwurst fett genug, so braucht man sie nicht in +Fett zu braten, sondern man legt sie in die Pfanne, giesst einen Loeffel +Wasser darauf und bratet die Wurst unter oefterem Wenden im eigenen Fett +zu schoener Farbe, legt die fertige Wurst auf einen Teller und gibt das +vorhandene Fett darueber. Wenn ein Gemuese mit Sauce dazugegeben wird, ist +das genuegend. Anderenfalls fuegt man zu dem Fett in der Pfanne 10 g Mehl, +1 Prise Pfeffer und Salz, macht eine braune Mehlschwitze davon, gibt +unter Ruehren 1/4 l Bruehe oder Weissbier dazu, faerbt die Sauce mit einem +Tropfen braunen Zucker und schmeckt sie ab. Oder man bereitet zuerst die +Sauce und laesst die Wurst darin 1/2 Stunde garziehen. + + + +FLEISCH, EINGESCHNITTENES. + +125 g Fleischreste +1/2 saure Gurke +20 g Speck oder Fett +20 g Zwiebeln +20 g Mehl +1 Gewuerzdosis gestossen +1/2 l Wasser +1 Tropfen Speisefarbe +5 g Zucker +5 g Salz +1 Teel. Essig + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird in saubere gleichmaessige Stuecke +geschnitten, die Gurke gewuerfelt, die Zwiebel gerieben. + +_Zuebereitung_: In irdenem Topfe schwitzt man Speck oder Fett mit Zwiebel +und Mehl gelb, fuellt unter Ruehren nach und nach das mit der Zuckerfarbe +gefaerbte Wasser dazu, ebenso die Gewuerzdosis, laesst die Sauce dick kochen, +schmeckt sie mit Salz, Zucker, Essig ab, schmort die Gurkenwuerfel darin +durch, fuegt das Fleisch, das aber nur darin heiss werden und nicht kochen +darf, dazu und richtet sogleich an. + + + +FLEISCHHACHE MIT REIS. + +200 g gekochtes Fleisch +50 g Reis +1/4 l Bruehe +15 g Margarine +1/8 l Fleischextraktbruehe +10 g Zwiebeln +Salz nach Geschmack +5 g Schweizer- oder Parmesankaese +1 Prise weisser Pfeffer +3 g Mehl + + +_Zubereitung_: Man bereitet einen Reisbrei von gewaschenem, ueberwelltem +Reis und fetter Fleischbruehe (oder 1 Teeloeffel Fett und +Fleischextraktbruehe), 1 Zwiebel, die ganz mitgekocht, spaeter entfernt +wird, dem noetigen Salz und zuletzt dem geriebenen Kaese. Das grob gewiegte +Fleisch, zu dem man auch gekochten Schinken oder Poekelfleisch nehmen +kann, laesst man einige Minuten in kochender brauner Margarine nebst 1/8 l +Fleischextraktbruehe, dem Pfeffer und Mehl durchduensten. Dann verbindet +man Fleisch und Reis. + +_Oder_: Man schichtet Reis mit Fleisch, jedes fuer sich bereitet, +lagenweise, so dass Reis die oberste Schicht bildet, auf eine mit Butter +bestrichene Schuessel, aus der das Gericht sowohl in den Ofen als auch zu +Tisch gebracht werden kann, streicht noch 1 zerklopftes Ei darueber, +bestreut die Oberflaeche mit geriebenem Kaese und laesst das Hache im Ofen +braeunen. + +_Oder_: Man drueckt beides lagenweise in eine gut eingefettete mit Semmel +bestreute Form und bringt das Gericht gestuerzt, mit einer pikanten +braunen oder hollaendischen Sauce zu Tisch. Auch kann das Fleisch nur +duennscheibig geschnitten, mit Margarinestueckchen und geriebenem Kaese +bestreut, mit dem Reis in den verschiedenen obigen Angaben bereitet +werden. (Groesserer Fett- und Kaeseverbrauch.) + + + +FLEISCHKLOESSE, GEBRATENE. + +70 g geschabtes Rindfleisch +50 g geschabtes Schweinefleisch +1 abgeschaelte Semmel +1/8 L Wasser zum Einweichen +1/2 Ei +1 Prise Pfeffer, 5 g Salz +1 Messerspitze geriebene Zwiebeln +10 g geriebene Semmel +25 g Fett oder Margarine zum Braten + + +_Vorbereitung_: Die abgeschaelte Semmel wird zerschnitten und eingeweicht. + +_Zubereitung_: Rindfleisch, Schweinefleisch, Ei, ausgedrueckte Semmel, +Pfeffer, Salz, Zwiebel werden in einem Napfe gruendlich miteinander +vermischt; aus dieser Masse formt man 4 gleichmaessige Kloesse, drueckt sie +glatt, walzt sie in geriebener Semmel und braet sie in dampfendem Fett 7 +Minuten langsam unter mehrmaligem Wenden. + +_Bemerkung_: Man kann auch statt nur rohen Fleisches halb gekochtes und +halb rohes Fleisch zu diesem Gericht verwenden. + +_Falscher Hase_. Man kann auch der obigen ganzen Masse eine laengliche +Form geben und mit 1 Essloeffel Fett in einer Pfanne 1/2 Stunde unter +haeufigem Begiessen braten; man giesst nach und nach unter den Braten einige +Loeffel Wasser und bindet die Sauce, nachdem er herausgenommen, mit 3 g +Kartoffelmehl, verquirlt in 2 Essloeffel Wasser. + +_Fleischpudding_. In gefetteter, mit Semmel ausgestreuter Verschlussform +wird die gut festgedrueckte Masse 1 1/2 Stunde im Wasserbade gekocht oder +im Selbstkocher fertig gekocht, gestuerzt und mit beliebiger Sauce zu +Tisch gegeben. Das Bratfett faellt dann fort. + +_Bemerkung_: Es empfiehlt sich zu Fleischpudding die 2- bis 3fache Menge +zu nehmen, weil der Rest sich gut zu kaltem Aufschnitt eignet; auch +gescheibt, paniert nochmals gebraten werden kann. + + + +GULASCH. + +140 g Rindfleisch ohne Fett und Knochen +1 g Kuemmel +10 g Fett +1/2 Teel. weisser Pfeffer +5 g Mehl +10 g Zwiebeln +5 g Salz +1/8 l heisses Wasser + + +_Vorbereitung_: Das sauber gewaschene Rindfleisch wird in 1-1/2 cm grosse +Wuerfel geschnitten, die Zwiebel gewuerfelt und in einem irdenen Topf in +Fett weich geschmort. + +_Zubereitung_: Das Fleisch tut man zu den geduensteten Zwiebelwuerfeln, +bratet es langsam durch, bis es etwas gebraeunt ist, staeubt Mehl darueber +und gibt 1 Prise Salz dazu. Ist das Mehl gar, so fuellt man heisses Wasser +darauf, fuegt vorbereiteten Kuemmel hinzu, verschliesst den Topf und laesst +das Gericht 3 Stunden unter oefterem Umschuetteln und Hinzufuegen von etwas +Wasser langsam schmoren, entfettet, wenn noetig, fuegt Pfeffer hinzu, prueft +die Seimigkeit der Sauce und richtet das Gericht an. Auch Ueberreste, +besonders trockene Stuecke und Abschnitte von Schmorbraten oder +Rindfleisch verwendet man fuer diese schmackhafte und kraeftige Speise. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAMMELFLEISCH. + +1/2 kg (1 Pfd.) Hammelfleisch (Schulter) +1 l Wasser +8 g oder 1 knapper Essl. Salz + + +_Vorbereitung_: Das Wasser mit dem Salz wird auf den Herd gesetzt. Das +Hammelfleisch wird schnell gewaschen und geklopft. + +_Zubereitung_: Wenn das Salzwasser kocht, wird das Fleisch hineingetan +und langsam zugedeckt gekocht, bis sich der Schaum bildet. Hat das +Fleisch ein Weilchen mit dem Schaum gekocht, wird derselbe entfernt und +das Fleisch zugedeckt in 1-1/4 bis 1-1/2 Stunde weichgekocht. Man nimmt +es mit einer Kelle heraus, begiesst es mit einigen Loeffeln von dem +Hammelfett der Bruehe, und stellt es zugedeckt heiss. + +_Bemerkungen_: Die Bruehe obigen Hammelfleisches kann man zum Kochen von +Bohnen verwenden. Man kann auch die in Salzwasser abgewellten und kalt +abgeschreckten Bohnen mit dem Hammelfleisch kochen, tut sie aber erst 3/4 +Stunden bevor das Fleisch weich ist hinzu, sonst ebenso behandelt wie +beschrieben. Will man die Fleischbruehe als Suppe verwenden, so muss man +dem Fleische 1 Essloeffel kleingeschnittenes Suppengruen als Wuerze +beifuegen. + +Groessere Stuecke Hammelfleisch muessen entsprechend laenger kochen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAMMELFLEISCH, GESCHNITTEN, MIT REIS. + +65 g mageres Hammelfleisch +20 g Zwiebeln +15 g Fett +15 g Sellerie +125 g Reis +1 Prise Pfeffer und Salz +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird gewaschen und in gleichmaessige 2 cm grosse +Stuecke geschnitten, die Zwiebel gewiegt, der Sellerie geputzt, der Reis +sauber gewaschen. + +_Zubereitung_: Fleischwuerfel und Zwiebel werden im Fett gelb gebraten, +mit Pfeffer und Salz gewuerzt; dazu fuegt man Sellerie, Reis und Wasser und +laesst alles zusammen langsam weichkochen, schmeckt aber vor dem Anrichten +noch mit Salz ab. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAMMELFLEISCH MIT KOHLRUeBEN UND KARTOFFELN. + +200 g Hammelfleisch +3/4 l Wasser +8 g Salz +3/4 kg (1/2 Pfd.) Kohlrueben +1-1/2 l Wasser zum Abwellen +250 g geschaelte Kartoffeln +Wasser und Salz +1 Gewuerzdosis +10 g Fett oder Margarine +10 g Mehl +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: 3/4 l Wasser mit 8 g Salz werden auf den Herd gestellt. +Das Fleisch wird schnell gewaschen und geklopft. Kohlrueben werden in +Wasser sauber gebuerstet, geschaelt, in gleichmaessige Streifen geschnitten. +Kartoffeln werden je nach der Groesse ein- oder zweimal durchschnitten. + +_Zubereitung_: Die Rueben wellt man in kochendem Wasser unbedeckt ueber und +schuettet sie auf ein Sieb, ebenso, aber in Salzwasser, behandelt man die +Kartoffeln. Kocht das Salzwasser zum Fleische, so wird letzteres +hinineingetan, langsam gekocht bis sich der Schaum gebildet und noch +einige Minuten mitgekocht hat. Dann entfernt man denselben, schuettet +Kartoffeln, Rueben und Gewuerzdosis zum Fleisch und kocht alles zusammen +noch 1-1/2 Stunde. Fett und Mehl werden gar geschwitzt, mit etwas Bruehe +verkocht zum Gericht getan und gruendlich damit durchgeschuettelt. Ehe es +angerichtet wird, schmeckt man mit Pfeffer und Salz ab. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAMMEL- ODER KALBSGEKROeSE. (VORRAT.) + +1 Gekroese +1 Gewuerzdosis +100 g Salz +50 g Zwiebeln +40 g Fett oder Margarine +40 g Mehl +1 Prise Safran +1 Essl. Petersilie +1 Prise Pfeffer + + +_Vorbereitung_: Das Gekroese besteht aus dem Magen und dem Netz mit den +krausen Gedaermen. Nur vom frisch geschlachteten Tiere sollte es verwendet +werden. Es wird mit warmem Wasser oft uebergossen und in kaltem Wasser +abgespult, dann, von einer Seite angefangen, scharf mit Salz abgerieben, +noch 24 Stunden gewaessert und in 4 cm lange Stuecke geschnitten. Die +Zwiebeln werden in Scheiben geschnitten. + +_Zubereitung_: Man fuegt zu dem Gekroese 1 Gewuerzdosis, die Haelfte der +Zwiebeln, Salz und 1-1/2 1 Wasser dazu und kocht es langsam in 2-3 +Stunden weich. Von Fett, mit den darin geschwitzten uebrigen Zwiebeln, dem +Mehl und der durchgegossenen Bruehe wird eine seimige Sauce gekocht, +welche durch Safran oder verruehrtes Eigelb gelb gefaerbt und mit gewiegter +Petersilie, Pfeffer und Salz abgesch meckt wird. Das auf einem Sieb +abgetropfte Gekroese wird darin heiss gemacht und angerichtet. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HAMMELKEULE, GESCHMORTE (VORRAT). + +1 kleine Hammelkeule, kurz gehauen, 2 kg (4 Pfd.) +10 g Salz +20 g Fett +10 g Mehl +50 g Zwiebeln +1 Gewuerzdosis +1/4 l Wasser (od. Weissbier) + + +_Vorbereitung_: Die Keule wird gewaschen, geklopft und mit Salz +eingerieben. + +_Zubereitung_: Das Fett wird stark erhitzt, die Keule in Mehl umgewendet, +in dem Fett von allen Seiten gebraeunt; Zwiebeln und Gewuerz werden +hinzugefuegt; 1/8 l kochendes Wasser wird langsam hinzugegossen, der Topf +jetzt verschlossen und die Keule unter oefterem Begiessen und Zugiessen von +Wasser 3 Stunden ganz langsam bei gelindem Feuer geschmort. Nach dieser +Zeit ist sie sehr weich. Die Sauce wird entfettet und durch ein Sieb +gestrichen, die Keule damit ueberzogen und angerichtet. Man kann auch +einige Tomaten mitschmoren und mit der Sauce durchstreichen oder saure +Sahne oder 1 Essloeffel Cognak dazugiessen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + +_Hammelkeule, marinierte_ wird ebenso bereitet. + +Die rohe Keule kann man 3-4 Tage in folgende Marinade legen: + +100 g Suppengruen in +20 g Fett geschwitzt +1 l Wasser +1 l Essig +30 g Salz +1 Gewuerzdosis +2 Stiele Thymian + + +1/2 Stunde gekocht, zugedeckt und nach dem Erkalten verwendet. + + + +HAMMEL-, RINDER-, SCHWEINE-, KALBS-, ODER GAeNSELEBER, GEBRATENE. + +200 g Hammel- oder Rinderleber +1 Essl. Mehl +2 Essl. geriebene Semmel +1/2 Essl. Essig +40 g Fett oder Margarine +5 g Salz und Pfeffer +1 Teeloeffel Mehl +4 Essl. Wasser oder Bruehe + + +_Vorbereitung_: Die Leber wird gewaschen, gehaeutet und schraeg in 4-5 +Scheiben geschnitten, Semmel und Mehl gemischt (Panade), das Fett zum +Backen zerlassen. + +_Zubereitung_: Die geschnittene Leber wird gesalzen und gepfeffert, in +Panade gewaelzt und unter viermaligem Wenden in dampfendem Fett in 4-6 +Minuten zu schoener brauner Farbe gebraten. Man lege sie auf eine Schuessel +nebeneinander, nicht aufeinander. + +Zu dem Fett in der Pfanne fuegt man 1 Teeloeffel Mehl, ruehrt es gar, giesst +einige Loeffel Wasser ueber Bruehe und 1/2 Essloeffel Essig hinzu, schmeckt +mit Salz ab und gibt die Sauce zur Leber. + +_Bemerkungen_: Panierte Sachen duerfen nicht aufeinander liegen und auch +nicht zurechtgemacht ungebraten lange stehen, da sich die Panade mit dem +Fleischsaft verbindet, aufweicht und beim Braten abfaellt. + +Leber muss, nachdem sie gebraten ist, sofort gegessen werden, vom Stehen +wird sie hart. + +Schweine-, Kalbs- und Gaenseleber sind je nachdem erheblich teurer. + + + +HAMMELNIERE IN SCHEIBEN. + +2 rohe Hammelnieren +1 Prise Salz und Pfeffer +1/4 Zitrone +15 g Margarine +5 g Mehl +1 Essl. gewiegte Kraeuter +4 Essl. Bratensaucenreste +oder Wasser mit 1 Messerspitze Fleischextrakt +l Essl. Rotwein +1 Prise Zucker + + +_Vorbereitung_: Die Nieren werden in duenne Scheiben geschnitten und mit +etwas Salz, Pfeffer und einigen Tropfen Zitronensaft 1/4 Stunde +mariniert. + +_Zubereitung_: Die Margarine wird in einer Pfanne gebraeunt; die mit einem +Tuch abgetrockneten Nieren werden schnell, 1-2 Minuten, darin geschwenkt. +Dann nimmt man die Scheiben heraus, legt sie in einen Napf und stellt sie +ins Wasserbad. In dem Bratfett roestet man 5 g Mehl, fuegt Kraeuter und, +wenn man will, auch Pilze in Scheiben, Bratensauce oder +Fleischextraktbruehe, Rotwein, Zitronensaft und Zucker dazu, laesst alles +durchkochen und fuellt dann die Sauce ueber die Nieren. + +_Bemerkung_: Es ist zu empfehlen die Sauce vorher fertig zu machen, da +die Nieren vom zu langen Stehen leicht hart werden. + + + +HASENBRATEN FUeR 6 PERSONEN. + +1 ausgewachsener junger Hase +65 g Speck +15 g Salz +200 g Margarine +1/4 l saure Sahne oder Milch +oder Milch mit 1 Tropfen Essig +6 g Staerkemehl +1/4 l heisses Wasser + + +_Vorbereitung_: Man haengt den Hasen mit den Hinterlaeufen an 2 Haken oder +starken Naegeln auf; ist er noch nicht ausgeweidet, so schneidet man vom +Schwanz (Blume) aus den Leib der Laenge nach aus, nimmt die Eingeweide mit +dem Schlussdarm heraus, loest die Galle von der Leber, behaelt Leber, Herz +und Lunge zurueck, wirft das Uebrige fort, loest das Fell am Bauche von der +Haut, schneidet rings um die Pfoetchen die Haut mit einem scharfen Messer +ein, zieht erstere aus der Haut heraus, den ganzen Balg ueber den Ruecken +und die Keulen herunter, loest ihn an den Vorderfuessen ab, schneidet die +Ohren (Loeffel) weg und zieht die Haut ueber den Kopf. Kopf, Hals, Ruecken +werden abgehauen; Bauchhaut und Vorderlaeufe loest man ab, haeutet die Laeufe +und bratet sie spaeter mit. Nieren und Fett bleiben im Hasen, den man nun +in kaltem Wasser, ohne ihn zu waessern, recht rein waescht. Man schlaegt die +Hinterlaeufe am Gelenk ab, bricht den Schlussknochen ein, damit die Keulen +gut liegen, klopft den Hasen ueberall mit flachem Beil, haeutet ihn, zuerst +die Keulen von der unteren Seite ebenso den Ruecken, schneidet die Filets +entweder heraus oder legt 1 Scheibe Speck darunter und spickt Hasen und +Laeufe s. Spicken unter "Verschiedenes". + +_Zubereitung_: Man legt, wenn alles vorbereitet ist, zuerst die Keulen +und, weil der Braten sonst trocken wuerde, 15 Minuten spaeter den Ruecken +und die eingebogenen Laeufe in die Bratpfanne, bestreut den Hasen mit Salz +und uebergiesst ihn mit heisser Margarine. Nachdem der Hase angebraten, +giesst man nach und nach die Sahne oder Milch und etwas heisses Wasser +abwechselnd dazu und laesst ihn, unter fleissigem Begiessen, fertig braten. +Inzwischen ruehrt man Staerkemehl und einige Loeffel Sahne oder Milch an die +Sauce, ueberzieht den Hasen nach einigen Minuten damit und richtet ihn, +nachdem er in passende Stuecke gehauen wurde, auf einer langen Schuessel +an, (man kann den Hasen aber auch ganz zu Tische geben und das Fleisch in +sauberen Stuecken abtrennen, um das Knochengeruest noch zu einer Suppe zu +verwerten); den Bratensatz kocht man mit Sahne oder Milch los, bis die +Sauce dick und seimig geworden ist und streicht sie durch ein feines Sieb +in eine Sauciere, fuellt aber noch einige Essloeffel ueber den angerichteten +Hasen. Die Laenge der Bratzeit und auch die Hitze richtet sich natuerlich +danach, ob der Hase jung oder alt ist; ein junger ausgewachsener Hase +wuerde bei Mittelhitze in 35 Minuten, der Ruecken in 25 Minuten, ein alter +Hase bei geringerer Temperatur erst in 1-1/2 Stunde weich werden. In +letzterem Falle bedeckt man ihn mit einem Butterpapier. + +_Bemerkungen_: Ein Hasenruecken ist fuer 4 Personen ausreichend. Fuer eine +kleine Wirtschaft sollte man aus einem Hasen 2 Mahlzeiten bereiten. + + + +HASENPFEFFER. + +250 g Hasenfleisch: der zerspaltene Kopf, + Brust, Hals, Lunge und Herz +50 g Speckwuerfel +20 g Zwiebeln +20 g Mehl +1 Gewuerzdosis +1/4 l Fleischextraktbruehe +4 Essl. Rot- od. Maltonwein +15 g Zucker +8 g Salz und Pfeffer +2 Tropfen Speisefarbe +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Hasenklein wird zerkleinert und sauber gewaschen. + +_Zubereitung_: Man kocht es in 1/2 l Wasser ab, schneidet es dann in +Wuerfel und entfernt die Knochen. Der Speck wird im irdenen Topf +angebraten; die Fleisch- und Zwiebelwuerfel kommen dazu. Nachdem alles +angebraten, staeubt man Mehl darueber, tut Gewuerze, Bruehe, Wein, Zucker, +Salz und Pfeffer dazu und schmort das Gericht langsam gar. Das Aussehen +wird durch Speisefarbe gehoben; der Wein kann fehlen. + +_Bemerkung_: Man kann Hasenpfeffer auch von trockeneren Hasenbratenresten +bereiten. + + + +KALBSBRUST, GESCHMORTE. + +250 g. Kalbsbrust +2 Essl. Rinderfett +1 Essl. Mehl +5 g Salz +1/4 Lorbeerblatt +2 Pfefferkoerner +1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Kalbfleisch wird gewaschen, getrocknet und geklopft, +1/4 l Wasser zum Kochen hingestellt. + +_Zubereitung_: Das Fett wird zerlassen und dampfend gemacht; das +vorbereitete Kalbfleisch wird mit Salz eingerieben, mit Mehl bestaeubt, +in das dampfende Fett gelegt und unter umwenden von allen Seiten +angebraeunt; Pfefferkoerner und Lorbeerblatt werden dazu getan; die Haelfte +des kochenden Wassers wird darauf gegossen und das Fleisch zugedeckt +langsam geschmort. Das Fleisch wird oefter gewendet und in Zwischenraeumen +Wasser dazu gegossen. Ist das Fleisch weich, so schmeckt man die Sauce +ab, entfernt das Gewuerz, richtet das Fleisch an und giesst die Sauce +darueber. + +_Bemerkungen_: Man kann statt des Wassers auch Weissbier zum Schmoren des +Kalbfleisches nehmen. Groessere Stuecke muessen, nach dem Anbraeunen +gerechnet, 1-1/2--2 Stunden, kleinere Stuecke 1 Stunde schmoren. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +KALBSFRIKASSEE. + +375 g Kalbsbrust +65 g Schweinefleisch, gewiegt +65 g Rindfleisch, gewiegt +10 g Salz +20 g Mehl +25 g Margarine +1 Gewuerzdosis +10 g Suppengruen +15 g Zwiebeln +20 g getrocknete Pilze +12 g Milchbrot +1 Messerspitze geriebene Zwiebeln +1/2 Ei +8 g Salz und Pfeffer +1 Prise weisser Pfeffer +1 Essl. Kapern +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Kalbsbrust wird geklopft, in recht gleichmaessige +Stuecke (etwa 4 cm im Geviert) zerlegt (die Knorpel bleiben darin) und auf +einem Sieb ueberbrueht. Die getrockneten Pilze weicht man 2 Stunden vorher +in kaltem Wasser ein. + +_Zubereitung_: Gesalzen, mit dem Mehl bestaeubt, und mit 20 g +geschmolzener Margarine oder Kalbsfett uebergossen wird das Fleisch +durchgeschmort bis das Mehl gar ist; dann fuegt man das Wasser darauf, +bindet Gewuerze, Suppengruen und Zwiebeln in ein Mullaeppchen, legt das +Beutelchen zum Fleisch, laesst alles kochen bis das Fleisch weich ist und +schaeumt es einmal, fuegt dann dem Kalbfleisch die Pilze bei und laesst sie +langsam mit ausquellen oder verwendet auch gut vorbereitete frische +Pilze, wie Champignons, Steinpilze, Pfefferlinge. Aus dem Rind- und +Schweinefleisch, dem geweichten, in 5 g Margarine geschwitzten Milchbrot, +den geriebenen Zwiebeln, 1/2 Ei, Pfeffer und Salz wird ein Klossteig +geruehrt. Mit 2 Kellen werden gleichmaessige runde Kloesse geformt, die in +kochendem Salzwasser gar, aber nicht trocken ziehen muessen. Ist das +Kalbfleisch mit der Gabel zu durchstechen, nimmt man den Gewuerzbeutel +heraus, verruehrt Essig und Eigelb, zieht damit das Frikassee ab, schmeckt +es nach Salz, Saeure und Pfeffer ab und legt die Kloesse hinein. Alles +zusammen wird heiss gemacht, ohne es zu kochen; angerichtet bestreut man +es mit Kapern. + +_Bemerkung_: Die Pilze koennen fehlen, ebenso die Fleischkloesschen und die +Kapern. + + + +KALBSKEULE [KALBSBRATEN]. (VORRAT.) + +4 kg (8 Pfd.) Kalbskeule +125 g Fett und Margarine +50 g Speck +20 g Salz +1/4 l Milch, saure Milch oder Wasser +6 g Kartoffemehl +3 Essl. Milch oder Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Kalbskeule wird von dem dicken Gelenkknochen befreit; +die lose werdenden Hessenstuecke werden abgeschnitten, da sie im Ofen +antrocknen und der Keule die gute Form nehmen. Die Keule wird mit +feuchtem Beil langsam auf beiden Seiten geklopft, dann gehaeutet und so +gespickt, dass die Fleischfaeden der Nuesse beruecksichtigt werden, so dass +dieselben beim Spicken auf der Spicknadel liegen. Dann wird das +Fleischstueck mit einer Kelle kochenden Wassers ueberbrueht, unten und oben +gesalzen und in der Pfanne mit kochender brauner Margarine und Fett +begossen. Man tut gut einige saubere Speckschwarten unter den Braten zu +legen. Der Ofen muss zu einer Kalbskeule nicht zu heiss sein, sonst wird +der Braten bei der Laenge der Bratzeit aussen trocken und bleibt innen roh. +Die Bratzeit betraegt auf das 1/2 kg (1 Pfd.) bei einer Keule ueber 5 kg +(10 Pfd.) 8 Minuten, unter diesem Gewicht sind etwa 10 Minuten auf 1/2 kg +(1 Pfd.) zu rechnen. Langsam giesst man waehrend des Bratens Wasser oder +auch Milch dazu, die Pfanne abkratzend, doch fuellt man das fluessige Fett +alle 5-10 Minuten ueber den Braten und vollendet die Keule, indem man 3 +Essloeffel Milch oder Wasser mit Kartoffelmehl verruehrt, mit der Sauce +auskocht, diese durch ein Sieb giesst und die Keule dann mit der Sauce +ueberzieht. Man kann natuerlich das Spicken auch unterlassen. Liebt man den +Braten nicht rosa, sondern durchgebraten, rechnet man 10 Minuten aus 1/2 +kg (1 Pfd.) + +_Bemerkung_: Kalbskeulen unter 8 kg sind nicht ratsam zu kaufen. Wuenscht +man kleineres Gewicht, soll man lieber eine grosse Keule teilen lassen. + +_Resteverwertung_: Jeder kleinste Rest von Kalbsbraten ist zu verwerten. +Wenn man die Sauce erhitzt und den sauber beputzten Braten mit derselben +1/2 Stunde in heisses Wasser stellt, unterscheidet er sich wenig von +frisch gebratenem Fleisch. + + + +KALBSKOTELETTEN, GEHACKT. + +250 g Kalbfleisch +65 g Rindernierenfett +8 g Salz +1/2 Ei +30 g geriebene Semmel +5 g Mehl +30 g Margarine + +_Vorbereitung_: Fleisch und Fett werden fein gewiegt oder zweimal durch +die Fleischhackmaschine genommen. + +_Zubereitung_: Die Masse wird mit 6 g Salz gemischt und in 4 gleiche +Teile geteilt, denen man mit einem feuchten Messer auf einem Teller die +Form von Koteletten gibt. Man paniert sie mit Semmel, bratet sie in +brauner Margarine in 7 Minuten unter dreimaligem Wenden langsam gar und +zu schoener Farbe. Aus den Sehnen ist eine Bruehe zu kochen, die mit etwas +Fleischextrakt vermischt zur Herstellung der Sauce dienen kann, falls +eine solche gewuenscht wird. Zu dem Zwecke laesst man das Mehl in dem +Bratfett gar schwitzen, fuellt die Bruehe dazu, schmeckt sie mit Salz ab, +kocht unter Ruehren die Sauce auf, schuettet sie durch ein Sieb und reicht +sie zu den angerichteten Koteletten. Diese duerfen waehrend der Herstellung +der Sauce nicht zugedeckt werden, sonst werden sie weich. + + + +KALBSSCHMORBRATEN. + +3/4 kg (1 1/2 Pfd.) Nierenstueck +50 g Fett oder Margarine +8 g Salz +4 g Kartoffelmehl +1/8 l Wasser +4 Essl. saure Milch + + +_Vorbereitung_: Das Nierenstueck wird in Wasser sauber gebuerstet, geklopft +und gesalzen. + +_Zubereitung_: Das Fleisch wird mit kochendem Wasser uebergossen, dann +abgegossen. In dem gebraeunten Fett wird das Fleisch angebraeunt und unter +Begiessen und Zugiessen von Milch und Wasser in einem Schmortopf weich +geschmort. Dann ueberzieht man dar Fleisch mit Sauce, die nach dem +Herausnehmen des Bratens mit dem in etwas Wasser verquirlten +Kartoffelmehl seimig gemacht ist. + +_Bemerkung_: Falls Niere unter dem Braten ist, was sich nur bei groesseren +Stuecken Fleisch empfiehlt, wird sie, weil sie dort zu roh bleibt, +losgeloest und neben dem Fleisch liegend gebraten. Ist sie sehr fett, so +kann ein Teil des Fettes abgeschnitten, gewuerfelt, ausgelassen und +anstatt oder mit einem Teil des Fettes im Rezept, zum Braten benutzt +werden. + + + +KALBENSCHNITZEL, PANIERT, GEBRATEN. + +350 g Kalbsnuss +5 g Salz +1 Prise weisser Pfeffer +30 g geriebene Semmel +1 Eiweiss +60 g Butter oder Margarine + + +_Vorbereitung_: Kleine Stuecke der Keule koennen hierzu verwendet werden. +Nachdem sie recht gleichmaessig und nicht zu duenn geschnitten und geklopft +sind, salzt und pfeffert man sie leicht ein und paniert sie. + +_Zubereitung_: Nachdem das Fett in der Pfanne gebraeunt und still geworden +ist, legt man die Schnitzel in das dampfende Fett. Sobald sie an der +unteren Seite eine hellbraune Kruste haben, wendet man sie und bratet sie +langsam und doch rasch genug, um die Panade nicht durch bell sich +entwickelnden Fleischsaft abweichen zu lassen. Bratzeit: Auf 85 g 6 +Minuten. Die Schnitzel muessen elastisch sein, in der Pfanne nicht hart +werden. Angerichtete Schnitzel darf man nicht zudecken, weil die Kruste +sonst weich wird. + + + +KANINCHENGERICHT. + +1 Kaninchen +30 g Margarine +3 Essl. Oel +20 g Salz +1 Teel. pulveris. Majoran und Thymian +1 Gewuerzdosis +20 g gewiegte Zwiebeln +25 g Mehl +1 Bruehe oder Fleischextraktbruehe +1/8 l Apfelwein +1 Essl. gewiegte Petersilie + + +_Vorbereitung_: Das Kaninchen wird wie der Hase (s. dort) vorbereitet, +dann in 4 cm grosse Stuecke geschnitten. + +_Zubereitung_: Das Kaninchenfleisch wird gesalzen und mit dem Gewuerz 20 +Minuten in Margarine und Oel gebraten. Man nimmt das Fleisch aus der +Pfanne, schwitzt die Zwiebeln mit dem Mehl in der Butter gar, fuegt Bruehe +und Wein dazu, schmeckt die Sauce ab, laesst das Fleisch darin heiss werden, +aber nicht kochen, und streut die Petersilie vor dem Anrichten hinzu. + + + +KLOPSE, KOeNIGSBERGER. + +140 g gehacktes Rindfleisch +60 g gehacktes Schweinefleisch +1 Teel. zerlassenes Fett +1 Eiweiss oder Eigelb +1/2 Broetchen +1 Essl. Wasser. +1 Prise Salz und Pfeffer +1 Messerspitze geriebene Zwiebeln +1 l Wasser +5 g Salz + + +_Vorbereitung_: Das Wasser zum Kochen der Klopse mit Salz aufsetzen. Das +Broetchen in Wuerfel schneiden, einweichen und ausdruecken. + +_Zubereitung_: Gehacktes Rindfleisch und Schweinefleisch werden in einen +Napf getan; Eiweiss ober Eigelb, Salz, Pfeffer, Semmel, Zwiebeln und Fett +werden dazugetan, alles gruendlich untereinander gemischt, 4 Kloesse daraus +geformt, welche in dem Salzwasser 10-15 Minuten offen langsam gar ziehen +muessen. Man gibt zu den Klopsen Heringssauce (s. dort). Man nimmt die +Klopse aus dem Wasser, laesst sie abtropfen, tut sie in einen Napf und +stellt sie warm, bis die Sauce, die dann darueber gegossen wird, fertig +gemacht ist. + + + +LUNGEN ZU KOCHEN. + +1/2 Lunge mit Herz +2 Essl. Suppengruen +1 Gewuerzdosis +15 g Salz +2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Lunge und Herz werden gruendlich gewaschen und in +handgrosse Stuecke geschnitten. Das Suppengruen wird geputzt, gewaschen und +in Stuecke geschnitten. + +_Zubereitung_: Wasser, Salz, Lungen- und Herzstuecke werden in einen Topf +getan und zugedeckt gekocht. Hat sich Schaum gebildet und hat derselbe +eine Weile mitgekocht, so nimmt man ihn ab, tut das Suppengruen und die +Gewuerzdosis dazu und laesst die Fleischstuecke zugedeckt weiter kochen. Um +zu sehen ob sie gar sind sticht man mit einem Hoelzchen in das Herz, ist +dieses weich, so nimmt man das ganze Fleisch heraus und verwendet Bruehe +und Lunge weiter nach der Vorschrift des Rezeptes Lungenhache. + + + +LUNGENHACHE. + +1/2 Lunge und Herz (gekocht) +20 g Fett +10 g Mehl +20 g Zwiebeln +1 Prise Pfeffer und Salz +1 Essl. Essig + + +_Vorbereitung_: Die Fleischstuecke werden von Haeuten, Sehnen und Knorpeln +befreit und nicht zu fein gewiegt. Die Zwiebeln werden geschaelt, in +kleine Wuerfel geschnitten oder gewiegt. 1/8 l Lungenbruehe wird +heissgestellt. + +_Zubereitung_: Das Fett wird aufgekocht; die Zwiebeln werden darin +weichgeschwitzt, die gewiegte Lunge und daruebergestaeubtes Mehl darin +durchgeschmort und hieraus die Bruehe und Essig dazugetan und damit +ausgekocht. Man schmeckt das Hache mit Pfeffer und Salz ab und gibt es zu +Einige gewiegte Kraeuter und Bratensauce, wenn man sie vorraetig hat, +machen das Hache schmackhafter. Es ist vorteilhaft, die Lunge schon tags +zuvor zu kochen. + +_Bemerkung_: Den Rest der Lungenbruehe kann man zu Lungensuppe (s. dort) +verwenden. Zu Hache kann man auch allerlei gebratene oder gekochte +Fleischreste verwenden (_Fleischhache_). Man bereitet das Fleischhache +genau wie das Lungenhache. + + + +REHBLATT, GESCHMORTES, FUeR 4 PERSONEN. + +1 grosses Rehblatt +1 mittelgrosse Zwiebel +1 Mohrruebe +1 Gewuerzdosis +1/4 l Bruehe, Milch oder Wasser +3 Essl. Essig +30 g Brotrinde +50 g Margarine +30 g Speck +5 g Salz + + +_Vorbereitung_: Das Rehblatt wird (mit Ausnahme des Beins, welches man +nur kuerzt) so viel wie moeglich von den Knochen befreit, geklopft, +gewaschen, gehaeutet mit Nadel und Faden zu guter Form zusammengezogen, +gespickt und gesalzen. Die Knochen schlaegt man klein. + +_Zubereitung_: Man legt die Knochen nach dem Anbraeunen des Blattes in +heissem Fett mit in den Schmortopf, fuegt Zwiebel, Mohrruebenscheiben, +Gewuerze und Brotrinde bei, giesst nach dem Anbraten nach und nach Essig +und Bruehe oder Milch oder Wasser dazu und schmort das Blatt in 1 1/2-2 +Stunden unter oefterem Begiessen langsam weich. Man streicht die Sauce +durch ein Sieb, ueberzieht das fertige Blatt mit Sauce und reicht die +uebrige Sauce daneben. + +_Bemerkung_: Rehblatt kann man auch sehr gut geschabt (wie Beefsteak +zubereitet) als Wildsteak verwenden. + +Hirschblatt ist ebenso zu bereiten, nur 3 Stunden zu schmoren. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +RINDERROULADEN. + +200 g Rindfleisch +1 kleine Zwiebel +30 g Speck, geschabt +20 g Rinderfett +1 Teel. Salz +1 Prise Pfeffer +20 g Mehl +1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Rindfleischscheiben von der Groesse einer Handflaeche und +3/4 cm dick, werden geklopft, die Zwiebeln fein gewiegt; der Speck wird +geschabt. Speck, Zwiebeln, Salz und Pfeffer werden vermischt, die +Scheiben damit bestrichen, dann zusammengerollt, mit Baumwolle umbunden +und in Mehl gewaelzt. Das Rinderfett wird in einen Topf getan. + +_Zubereitung_: Das Fett im Topf wird dampfend gemacht, die in Mehl +gewaelzten Rollen werden hineingelegt und von allen Seiten schoen +angebraeunt; 1/4 l Wasser wird nach und nach dazu gegeben, der Topf aber +wieder zugedeckt, und so werden die Rouladen langsam 2 Stunden geschmort. +Ab und zu werden die Rouladen gewendet und begossen. Sollte noch +Fluessigkeit fehlen, so wird noch etwas Wasser zugegossen. Die weichen +Rouladen werden aus dem Topf genommen, in einen Napf gelegt, die +Baumwolle wird entfernt, die Sauce abgeschmeckt und ueber die Rouladen +gegossen; dann werden sie zu Tisch gegeben. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +RINDERSCHMORBRATEN FUeR 6 PERSONEN. + +1-1/2 kg (3 Pfd.) Rindfleisch +30 g fetter Speck +20 g Mehl +1 Gewuerzdosis +30 g Brotrinde +30 g Fett oder Margarine +20 g Zwiebeln +15 g Salz +Wasser nach Bedarf + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird geklopft und mit Bindfaden zu guter Form +gebunden. Der Speck wird in 4 cm lange, 8 mm dicke Streifen geschnitten +und in dem gestossenen, mit Salz vermischten Gewuerz umgekehrt. Mit einem +spitzen Holzstiel werden die Speckstreifen in gleichmaessiger Entfernung +dem Fleischstueck eingefuegt und dieses dann in mit etwas Salz vermischtem +Mehl umgewendet. + +_Zubereitung_: Inzwischen macht man in einem irdenen Topf Fett--auch +Speckreste--heiss und braun, braeunt das Fleisch von allen Seiten, wobei +zum Wenden immer ein Schaumloeffel und eine Kelle gebraucht werden, fuegt +dann Zwiebeln, zerkleinerte Brotrinde und das uebrig gebliebene Gewuerz +hinzu, giesst nach und nach 1/4 l heisses Wasser darauf, deckt den Topf +fest zu, beschwert ihn mit einem Bolzen und laesst das Fleisch langsam an +der Seite des Feuers schmoren. Alle halbe Stunde wendet man es nach einer +anderen Seite und ergaenzt durch heisses Wasser die eingekochte Sauce. Zu +dieser Ergaenzung kann man nach Belieben Bier, oder, falls das Stueck in +einer Essigmarinade lag, etwas von dieser zugiessen. Nach Verlauf von 3 +Stunden nimmt man das weiche Schmorstueck aus dem Topf, deckt es mit einer +tiefen Schuessel zu, entfettet die Sauce und prueft sie aus ihre +Bindigkeit, nach der man sie entweder mit beliebigen Fluessigkeiten +verduennt oder mit ein wenig Staerkemehl, kalt angeruehrt, verdickt. Dann +wird sie durch ein Sieb geruehrt und nachdem alles Angesetzte im +Schmortopf abgekocht wurde, wird die Sauce in den Schmortopf +zurueckgeschuettet, der Schmorbraten hineingelegt, darin erwaermt und mit +der Sauce ueberfuellt, damit er ein glaenzendes Aussehen erhaelt. Die Sauce +muss auf jeden Fall eine reine braune Farbe haben, der man, wenn noetig, +durch 2-3 Tropfen Speisefarbe nachhelfen kann. Menge der Sauce: 1/4 l fuer +diesen Braten. + +_Bemerkungen_: Gekochtes Rindfleisch kann man als falschen _Schmorbraten_ +ebenso behandeln, nur laesst man diesen nach dem Braeunen etwa 1 Stunde +schmoren und gibt statt Wasser uebrige Bratensaucen oder Weissbier dazu. + +Rinderschmorstueck kann auch 4-10 Tage in eine Mischung von duennem +Zwiebelscheiben und Gewuerzen gelegt werden und wird dann wie Schmorbraten +als _Sauerbraten_ bereitet. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +RINDFLEISCH MIT BRUeHKARTOFFELN. + +200 g Rindfleisch +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) geschaelte Kartoffeln, + Wasser und Salz zum Abwellen +15 g Suppengruen +3/4 l Wasser +10 g Salz +1 Teel. Petersilie oder + 1/4 Teel. getrodneter Majoran +1 Prise Salz + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird gewaschen und geklopft, die +durchschnittenen Kartoffeln werden in Salzwasser abgewellt und auf ein +Sieb geschuettet. 3/4 l Wasser und 10 g Salz stellt man auf den Herd. + +_Zubereitung_: Das Fleisch kommt in das kochende Salzwasser, wird, +nachdem es 1/2 Stunde kochte, geschaeumt; das Suppengruen wird hinzugefuegt +und mit dem Fleische langsam noch 1/2 Stunde gekocht; die abgewellten +Kartoffeln kommen dazu, Petersilie oder Majoran ebenfalls; alles zusammen +kocht nochmals 1/2 Stunde, wird mit Salz und nach Belieben mit etwas +Pfeffer abgeschmeckt und angerichtet. + +_Bemerkung_: Von Rind- und Schweinefleisch rechnet man zu diesem Gericht +200 g; von Hammel- oder Kalbfleisch 250 g im Durchschnitt; man kann aber +auch nur 200 g davon nehmen und etwas mehr Kartoffeln. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +RINDFLEISCH UND RINDFLEISCHBRUeHE. + +250 g Rindfleisch (Schild oder Duennung) +2 Essl. Suppengruen +10 g Salz +1-1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird gewaschen, geklopft und mit dem Wasser +und Salz aufgesetzt, das Suppengruen geputzt, in gleichmaessige Stuecke +geschnitten, gewaschen. + +_Zubereitung_: Das Fleisch wird in dem Salzwasser gekocht, geschaeumt, das +Suppengruen dazugelegt und der Topf zugedeckt. Das Fleisch muss nun 2-1/2 +Stunden mehr ziehen als kochen. + +_Bemerkung_: Will man die Bruehe als Suppe verwenden, so nimmt man das +Fleisch heraus, giesst die Bruehe durch ein Sieb oder nimmt das Suppengruen +heraus, entfettet die Bruehe und uebergiesst das Fleisch mit einigen Loeffeln +Fett. Das Suppengruen tut man nach dem Entfetten der Bruehe wieder hinein. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + +_Restverwendung_: Das abgeschoepfte Fett wird zum Fetten von Gemuese +verwendet. + + + +SCHMORWURST. + +300 g Bratwurst +10 g Mehl +15 g Fett oder Margarine +25 g Brotrinde +1 Gewuerzdosis +15 g Zwiebeln +1 Prise Salz +1/4 l Weissbier oder Wasser +5 g Kartoffelmehl +2 Tropfen Speisefarbe + + +_Zubereitung_: Die Bratwurst wird im Fett angebraten, mit Mehl bestaeubt, +dann mit den angegebenen Zutaten, ausser Kartoffelmehl und Speisefarbe in +einem Schmortopf in Weissbier oder Wasser 3/4 Stunden langsam geschmort, +hierauf auf eine Schuessel gelegt. Die Sauce wird entfettet und durch ein +Sieb geschlagen; 3 Essloeffel derselben werden mit in Wasser angeruehrtem +Kartoffelmehl verkocht und die angerichtete Wurst damit ueberzogen; die +uebrige Sauce wird, nachdem sie mit Speisefarbe gefaerbt wurde, nebenher +gegeben. + + + +SCHWEINEBAUCH, GEKOCHT. + +300 g magerer Schweinebauch +8 g. Salz +15 g Zwiebel +1 Gewuerzdosis +1 Stiel Majoran +3/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Schweinebauch wird, wie alles Schweinefleisch, in +Wasser recht sauber abgebuerstet und mit Salz tuechtig eingerieben. + +_Zubereitung_: In kaltem Wasser aufgesetzt, kochend geschaeumt, kocht das +Fleisch nach Hinzufuegen von Zwiebeln, Gewuerzdosis und getrocknetem +Majoran zugedeckt langsam 2 Stunden. Das Fleisch wird in Scheiben +geschnitten zu Gemuese gereicht. Die Bruehe ist schmackhaft zu allen +Ruebengemuesen, Sauerkohl und Huelsenfruechten; vor dem Gebrauche wird sie +entfettet. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +SCHWEINEBRATEN FUeR 6 PERSONEN. + +1 kg (2 Pfd) Schweineruecken +5 g Salz +1 Zwiebel +1 Gewuerzdosis +4 Essl. saure Milch oder + leichtes Bier +10 g Kartoffel- oder Weizenmehl +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Schweinerueckenstueck wird schnell gewaschen, +getrocknet, geklopft und vom Fett bis auf 2 Strohhalme breit befreit; mit +einem Messer werden schraege Linien erst nach rechts, dann nach links zu +Vierecken eingeritzt; das Fleisch wird mit Salz bestreut. Der Ofen wird +in gleichmaessige, nicht zu starke Hitze gebracht. Die Zwiebel wird +geschaelt und mit der Gewuerzdosis in die Pfanne gelegt. Das Mehl wird mit +4 Essloeffel kalten Wassers verruehrt. + +_Braten_: Der vorbereitete Braten wird in die Pfanne gelegt, mit 4 +Essloeffel kochenden Wassers begossen (so dass die ganze Flaeche damit +ueberzogen ist) und in den Ofen gestellt. Nach der Uhr sehen, berechnen, +wie lange der Braten im Ofen bleiben muss! Bei einem so kleinen Braten +rechnet man auf 1/2 kg (1 Pfd.) 20 Minuten, bei einem groesseren 18 +Minuten. + +Der Braten muss alle 5-8 Minuten mit dem Fett, welches sich sammelt, +begossen werden. Man giesst inzwischen immer einige Loeffel Fluessigkeit +nach und kratzt die Pfanne oefter ab, damit sich eine braune Sauce bildet. +Der fertige Braten muss eine schoene braune Farbe haben und kross sein. Er +wird aus der Pfanne genommen, auf die Schuessel gelegt und warmgestellt. +Die Sauce wird entfettet, mit Bier oder Milch durchgekocht, das +ausgeloeste Mehl kommt unter Ruehren dazu. Die Sauce muss ordentlich +aufkochen, wird abgeschmeckt und kommt, durch ein Sieb geruehrt, mit dem +Braten zu Tisch. + + + +SCHWEINEFLEISCH, GEKOCHTES, MIT WEISSKOHL UND KARTOFFELN. + +200 g Schweinekamm +8 g Salz +3/4 l Wasser +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Weisskohl +Wasser und 1 Prise Salz +250 g geschaelte Kartoffeln +Wasser und 1 Prise Salz +1 Gewuerzdosis +10 g Fett +10 g Mehl +Salz und Pfeffer + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird gewaschen und geklopft. 3/4 l Wasser mit +8 g Salz stellt man auf den Herd. Der Kohl wird von den aeusseren Blaettern +und dicken Blattrippen befreit, nachdem der Kopf in 8 oder 16 Teile +zerlegt wurde, dann in Salzwasser abgewellt und abgegossen; die +Kartoffeln werden ganz oder zerschnitten fast gargekocht. + +_Zubereitung_: Das Fleisch kommt in das kochende Salzwasser; nachdem sich +der Schaum gebildet und einige Minuten mitkochte, wird er abgenommen, die +Gewuerzdosis hinzugefuegt, dann der Weisskohl und das Gericht etwa 1 Stunde +geschlossen gedaempft. Nun schuettet man die Kartoffeln dazu, kocht das +Ganze noch 1/4 Stunde langsam, schwitzt Fett und Mehl, das man mit dem +Gericht verbindet, und schmeckt mit Pfeffer und Salz ab. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +SCHWEINEKOTELETTEN. + +250 g Schweinekoteletten +1/2 Teel. Pfeffer und Salz +2 Essl. geriebene Semmel +1 Teel. Mehl +1/2 Eiweiss +1 Essl. Schmalz + + +Zur Sauce: + +1 Essl. Suppengruen +10 g Mehl +10 g Zwiebelscheiben +1/2 Essl. ausgebratenes Fett +1/4 Teel. Salz +3/8 l Wasser. +1/2 Teel. Mostrich + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird bis zu einem Strohhalm breit vom Fett +befreit, der Rueckgratknochen, nicht der Rippenknochen, abgeschlagen, +abgeschnitten und zerkleinert; das abgetrennte Fett wird in Wuerfel +geschnitten und ausgebraten, die Zwiebel vorbereitet, das Suppengruen +geputzt, gewaschen und in Stuecke geschnitten, das Eiweiss mit 1/2 +Teeloeffel Wasser verschlagen, Mehl und Semmel vermengt. + +_Zubereitung_: 1/2 Essloeffel von dem ausgebratenen Fett laesst man in einem +Topf kochen, tut Knochen, Suppengruen, Zwiebel und Salz dazu, laesst die +Knochen unter Ruehren anbraeunen, gibt 3/8 l Wasser darauf, deckt zu und +laesst sie langsam auskochen. Die Schweinekoteletten werden leicht +gewaschen, von beiden Seiten geklopft, mit Pfeffer und Salz bestreut, auf +einer Gabel durch das geschlagene Eiweiss gezogen und in der Mischung von +Semmel und Mehl umgedreht. Das uebrige ausgebratene Fett und noch 1 +Essloeffel Schmalz werden in einer Stielpfanne zerlassen und dampfend +gemacht. Die panierten Koteletten legt man hinein und bratet sie unter +Wenden langsam von beiden Seiten zu schoener Farbe, legt sie auf einen +heisser Teller, aber nicht zugedeckt, da sie sonst weich werden. Aus dem +Fett, in dem die Koteletten gebraten wurden, und dem Mehl macht man eine +Mehlschwitze, verruehrt etwas Mostrich damit und giesst die Bruehe von den +aufgekochten Knochen unter Ruehren langsam dazu, schmeckt die Sauce mit +Pfeffer und Salz ab und gibt die Koteletten mit der Sauce zu Tisch. + +_Bemerkung: Kalbskoteletten und Schweineschnitzel_ werden ebenso +bereitet. + + + +SCHWEINEKOTELETTEN, GESCHMORT. + +250 g Schweinekamm +1 Prise Salz und Pfeffer +5 g Mehl +1/2 Gewuerzdosis +10 g Zwiebeln +1 Teel. Mostrich +4 g Kartoffelmehl +1 Essl. Essig +3/16 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Man schneidet das aeussere Fett soviel als moeglich ab und +verwendet moeglichst das Stueck dem Halse zu, weil es durchwachsener ist +und deshalb saftiger bleibt. Man schneidet die Stuecke 2 cm dick, salzt +und pfeffert sie und wendet sie leicht in Mehl um. Die Zwiebeln werden +gewuerfelt. + +_Zubereitung_: Man legt die Koteletten nebeneinander in einen breiten, +irdenen Schmortopf, in dem man die Fettabfaelle ausliess, bratet sie nach +Entfernung der Grieben von beiden Seiten an, fuegt Gewuerze, Zwiebeln und +1/8 l Wasser dazu, bedeckt den Topf und laesst die Koteletten, von Zeit zu +Zeit etwas Wasser hinzugiessend, 1 Stunde langsam schmoren. Die Sauce wird +entfettet, mit Mostrich, Kartoffelmehl und Essig verruehrt, abgeschmeckt, +durchgesiebt und ueber die Koteletten gegossen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +SCHWEINENIEREN, SAURE. + +250 g Schweinenieren +5 g Salz +10 g Mehl +25 g Margarine +1/4 l Bruehe oder Fleischextraktbruehe +1/2 Essl. Essig + + +_Vorbereitung_: Die Nieren werden sauber gewaschen, der Breite nach in +1/2 cm dicke Stuecke geschnitten, von den Sehnen befreit und mit Salz und +Pfeffer bestreut. + +_Zubereitung_: Man schwitzt in einem Tiegel Mehl und Margarine gelblich, +tut die Nieren hinein, bratet sie durch, fuegt die Bruehe hinzu und schmort +unter fortwaehrendem Ruehren, da sie sonst leicht hart werden, die Nieren +etwa 2-3 Minuten, bis sie nicht mehr rot aussehen. Dann giesst man den +Essig zu und gibt sie, gern mit Bratkartoffeln, moeglichst rasch zu Tisch. + + + +SCHWEINEPOeKELFLEISCH ODER EISBEIN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Eisbein oder Poekelfleisch +1/2 Gewuerzdosis +15 g Zwiebeln +l Wasser + + +_Zubereitung_: Poekelfleisch und Eisbein werden wie Schweinebauch gekocht. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +SCHWEINESCHINKEN, FRISCHER, MIT BROTKRUSTE FUeR 12-14 PERSONEN. + +1 Schweinekeule von einem +jungen Schwein, 4 kg (8 Pfd.) +10 Nelken +60 g geriebenes Brot +25 g Zucker +1/2 Teel. Zimt +10 g Salz +30 g Brotrinde +1 Gewuerzdosis +1 kleine Zwiebel +1 Prise Salz +1-1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Von einer geklopften Schweinekeule schneidet man die +Schwarten nebst einem grossen Teil des Fettes ab und reibt die Keule mit +Salz ein. + +_Zubereitung_: Man legt die Keule in die Pfanne, uebergiesst sie nach und +nach mit 1/2 l kochendem Wasser, legt Brotrinde, Gewuerzdosis und Zwiebel +hinzu und laesst die Keule in 3 Stunden bei maessiger Hitze unter fleissigem +Begiessen weich braten; die Sauce ab und zu durch Wasser ergaenzend, fuellt +man das Fett sorgfaeltig ab. Mit einer Mischung von Brot, Zucker, Zimt, +gestossenen Nelken und einer Prise Salz besiebt man die Keule 3/4 Stunden +vor dem Anrichten dick, drueckt die Mischung mit dem Messer ueberall an, +betraeufelt sie mit Fett und laesst die Kruste im Ofen braeunen und hart +werden, indem man sie ab und zu mit Fett betraeufelt. Dann richtet man den +Braten an und kocht die Sauce, indem man die Pfanne abkratzt, durch Die +Sauce wird durch ein Sieb geruehrt. + +Bemerkung: Man kann die Kruste auch ganz weglassen: _Schweineschinken_, +oder sie auch erst beim Aufwaermen darauf legen. + + + +SPECKSCHEIBEN EINZUWAeLZEN UND ZU BRATEN. + +100 g magerer Speck +3/8 l Wasser +1/2 Eiweiss, 1/2 Teel. Wasser +1 knapper Essl. Mehl +2 Essl. geriebene Semmel +1/2 Teel. Salz +20 g Schmalz oder Margarine + + +_Vorbereitung_: Speck in 1/2 cm dicke Scheiben schneiden, so dass die +Streifen laengs laufen, und in 3/8 l Wasser einwaessern. Eiweiss mit 1/2 +Teeloeffel Wasser, mit der Gabel auf einer Untertaste schlagen. Die +geriebene Semmel mit Salz und Mehl mischen; das Fett wird in eine Pfanne +getan und auf den Herd gestellt. + +_Zubereitung_: Der vorbereitete Speck wird abgetrocknet, in dem +geschlagenen Eiweiss gewaelzt und dann in die Semmelmischung gleichmaessig +eingehuellt, in dampfendem Fett aus der Pfanne unter Wenden zu gelbbrauner +Farbe gebraten und angerichtet. + + + +SUeLZE (VORRAT.) + +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Schweinekamm +1 Schweineohr +1 Gewuerzdosis +40 g Zwiebeln +20 g Salz +1-1/2 l Wasser +1/8 l Essig +65 g Gurkenwuerfelchen + + +_Vorbereitung_: Nachdem Schweinefleisch und Schweineohr gehoerig gewaschen +sind, setzt man sie mit Gewuerz, Zwiebelscheiben, Salz und 1-1/2 l Wasser, +zugedeckt, auf. + +_Zubereitung_: Man schaeumt sauber und laesst das Schweinefleisch langsam 1 +Stunde, das Schweineohr 2-1/2 Stunde ziehen, bis beides ganz weich ist. +Dann schneidet man das Fleisch in kleine Wuerfel, giesst die Bruehe durch +ein Sieb, fuegt Essig hinzu und schmeckt, nachdem man alle Zutaten in die +Bruehe tat, das Ganze noch einmal ab. Die Formen werden ausgespuelt; die +Masse wird eingefuellt und nach dem Erstarren gestuerzt. Den Boden der +Formen kann man mit Gurke, Kapern und Zitrone bunt auslegen und einige +Loeffel Bruehe darauf erstarren Lassen, dann fuellt man die Suelze darauf. +Man gibt Salat, Essig und Oel, Oelsauce, auch Bratkartoffeln dazu. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +WUeRSTCHEN, GERAeUCHERTE, WARM ZU MACHEN. + +2 Paar Wuerstchen +1/2 l kaltes Wasser + + +_Zubereitung_. Jauersche-, Knoblauch- oder Wiener Wuerste werden mit +reichlichem kaltem Wasser zugedeckt aufgesetzt. Ist das Wasser heiss, +dicht vor dem Kochen, so sind die Wuerste gut. Kochen die Wuerste, so +werden sie hart und trocken. + + * * * * * + +VORBEREITUNG DES GEFLUeGELS. + +Zuerst zieht man die langen Federn von Schwanz und Fluegeln aus, um sie zu +verschiedenem Gebrauch (wie Tueren einoelen, Formen ausstreichen usw.) +zurueckzulegen. Dann beginnt man am Kopf von unten nach oben die Federn, +dicht am Fleisch anfassend, auszurupfen. Das Papier, womit das Gefluegel +gewoehnlich ausgestopft ist, zieht man heraus. Ist der Vogel vollstaendig +gerupft, so legt man ihn mit der Brust auf ein Holzbrett, drueckt mit +Daumen und Zeigefinger der linken Hand die Haut unter dem Halse zusammen, +macht, zwischen den Fluegeln anfangend, einen leichten Schnitt bis zur +Mitte des Halses und loest vorsichtig den Kopf und die Gurgel mit dem +Zeigefinger der rechten Hand heraus, indem man die Gurgel dicht unter dem +Schnabel abschneidet. (Bei Tauben ist der Kopf nicht mehr am Halse.) Dann +dreht man das Tier um, bringt von oben den Zeigefinger in die +Brustoeffnung und loest ringsherum die Eingeweide an Brust und Ruecken. Man +schneidet den Afterring weg, und macht von da einen Schnitt in die +Bauchhaut nach oben, schiebt mit Zeige- und Mittelfinger zuerst das Fett +und dann den Magen fassend, die Eingeweide heraus auf das Brett. Man +waescht das Gefluegel schnell innen aus, trocknet es ab und schlaegt Hals +und Fluegel ab. Will man es kochen, so laesst man Hals und Fluegel daran. Die +Fuesse schneidet man am Kniegelenk ab. Man sengt gerupftes Gefluegel, indem +man es an den aeussersten Enden haltend, von rechts nach links ueber +Spiritus-, Papier- oder Strohflamme vorsichtig hin- und herzieht, bis +alle kleinen Federchen abgesengt sind und beputzt es dann mit einem +Messer nochmals. Hat man innen gut ausgetrocknet, so reibt man das +Gefluegel mit Salz aus, steckt ein Stueckchen Butter, die von der Galle +befreite Leber, auch wohl Magen und Herz hinein oder bereitet eine +Fuellung und fuellt es damit. Die Oeffnungen werden zugenaeht und das +Gefluegel zu schoener Form gebunden. Mageres Gefluegel bedeckt man mit +Speckscheiben, welche man fest darauf bindet, und legt es in die Pfanne +oder den Topf. + + + +ENTE, GEBRATENE, FUeR 4 PERSONEN. + +1 Ente +1 Stiel Beifuss +8 Aepfel +5 g Zucker +l0 g Salz +5 g Kartoffelmehl +1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Man bereitet die Ente nach obiger Vorschrift vor. + +_Zubereitung_: Dann haut man Hals, Fluegel und Fuesse ab, waescht die Ente +aus, reibt sie innen und aussen mit Salz ein und fuellt sie mit ganzen oben +gevierteilten geschaelten mit Zucker gemischten Aepfeln und Beifuss. Dann +bindet man sie zu guter Form, legt sie in eine Bratpfanne, giesst etwas +kochendes Wasser darueber und bratet sie, unter fleissigem Begiessen, in 1-1 +1/2 Stunde gar. Alsdann richtet man die Ente an und legt die Aepfel +ringsherum. Die Sauce verdickt man mit in kaltem Wasser verruehrtem +Kartoffelmehl. + +_Bemerkungen_: Man kann Enten auch auf dem Herde oder im Selbstkocher +schmoren, _Ente geschmort_, und rechnet dann 2 Stunden. Das Klein gibt +mit Kartoffeln und Suppengruen gekocht eine schmackhafte Suppe +(Entenkleinsuppe). + + + +GAeNSEBRATEN, FETTER. (VORRAT.) + +1 Gans von 4 kg (8 Pfd.) +1 kg (2 Pfd) Aepfel +40 g Zucker +30 g Salz +1 Strauss Beifuss +30 g Zwiebeln +1 Gewuerzdosis +8 g Kartoffelmehl +1 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Gans wird nach Vorschrift vorbereitet; Fluegel, Hals, +Kopf und Pfoten werden abgehauen. Das Darmfett der Gans wird sorgfaeltig +von dem anderen Fett getrennt und beides fuer sich eingewaessert. Nachdem +die Gans gewaschen und ausgetrocknet ist, wird sie mit Salz ausgerieben. +Die nach Belieben geschaelten oder ungeschaelten Aepfel, geschnitten oder +wenn sie klein sind ganz, werden mit Zucker und Salz durchgeschwenkt und +mit dem abgewaschenen Beifuss in die Gans gefuellt; diese wird zugenaeht und +aussen mit Salz eingerieben. + +_Zubereitung_: Der Ofen wird in her ersten Stunde nicht zu heiss gehalten, +die Gans mit 1/2 l kochendem Wasser begossen; Zwiebeln und Gewuerz werden +dazugelegt. Die Gans wird unter Begiessen mit dem Wasser 1 Stunde im Ofen +behandelt. Man darf in der ersten Stunde weder Farbe noch Bratenduft +wahrnehmen; sollte die Temperatur im Ofen sich erhoehen, so deckt man ein +Fettpapier ueber die Gans. Sie wird nun soviel eigenes Fett hergegeben +haben, dass man sie damit begiessen kann; man fuellt nun von Zeit zu Zeit +loeffelweise Wasser dazu, damit das Fett sich nicht faerbt. Nach 1-1/2 +Stunde schoepft man ab und zu Fett von der Sauce und bratet die Gans zu +schoener brauner Farbe. Ist sie dann weich, was von Groesse und Alter +abhaengt, so bespritzt man sie mit 1 Loeffel kalten Wassers, damit die Haut +kross wird, richtet die Gans an und kocht in der Pfanne die Sauce mit +etwas Wasser und mit in Wasser verruehrtem Kartoffelmehl zu genuegender +Menge auf, kann auch noch mit Speisefarbe faerben. Die Sauce wird dann +durch ein feines Sieb gegossen. + +_Restverwendung_: Von den kleingeschlagenen Gaensebratenknochen kocht man +Bruehe, welche schmackhaft zu Kohlrueben und Kartoffelsuppe zu verwenden +ist. Fluegel, Hals, Kopf, Herz, Magen und Fuesse geben Gaenseklein. + + + +GAeNSEKLEIN. + +Herz, Magen, Kopf, Fluegel, +Fuesse und der in Stuecke +geschlagene Hals +30 g Zwiebelwuerfel +30 g abgeschoepftes Gaensefett +1 Gewuerzdosis +30 g Mehl +10 g Salz +2 Essl. Petersilie +56 g Suppengruen +1 Prise Pfeffer +3/4 l Wasser + + +_Zubereitung_: Das sauber beputzte, gesengte Gaenseklein, wie man die oben +angefuehrten Stuecke nennt, wird mit Wasser, Suppengruen und Gewuerz +zugedeckt langsam weichgekocht und jedes Stueck dann noch besonders +beputzt. Die Zwiebelwuerfel schwitzt man in von der Bruehe abgeschoepftem +Gaensefett weich, fuegt das Mehl hinzu und giesst, nachdem es gar ist, die +Gaensebruehe dazu, laesst sie bis zur Haelfte offen einkochen, kostet die +Sauce mit Salz und Pfeffer ab, ruehrt sie durch ein Sieb und laesst das +Fleisch darin heiss werden. Zuletzt fuegt man gewiegte Petersilie oder in +Ermanglung 1/2 Teeloeffel getrockneten Majorans dazu und richtet das +Gaenseklein in tiefer Schuessel an. + +Bemerkung: Dasselbe Gericht ist von jedem Gefluegelklein (_Entenklein, +Huehnerklein, Taubenklein_) zu bereiten. + + + +HUHN, GEKOCHTES, FUeR 4 PERSONEN. + +1 Herbsthuhn oder 1 altes Huhn +56 g Suppengruen +15 g Salz +1-1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Huhn wird vorbereitet, mit Bindfaden umbunden; Leber, +Herz und Magen kommen hinein. + +_Zubereitung_: Das Wasser wird mit Suppengruen und Salz erhitzt, das Huhn +hineingelegt und, zugedeckt, nur so lange gekocht, bis es weich ist, was, +wenn es ein junges Huhn ist, in 1-1/4 bis 1-1/2 Stunde der Fall ist. Man +hebt es nun aus dem Kochtopf, laesst es ablaufen und legt es sofort einen +Augenblick in kaltes Wasser, damit es weiss wird und abkuehlt. Dann zerlegt +man es zu beliebigen Gerichten. Dazu muss das Fleisch, aber kleine und +groessere Stuecke gesondert, sofort, je nachdem wozu man es verwenden will, +mit Bruehe, Essig und Oel oder Weisswein mariniert werden oder man gibt das +Huhn als selbstaendiges Gericht mit beliebiger Sauce. + +Ein altes Huhn oder 2 alte Rebhuehner koennen roh zerlegt mit 125 g +mehrmals gewaschenem Reis, 20 g Butter und 10 g Mehl, die miteinander +durchgeschwitzt wurden, 1 Gewuerzdosis, 1 Zwiebel in 1 1/4 l Wasser +gekocht zu _Huhn mit Reis_ verwendet werden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +HUHN, JUNGES, GESCHMORT. + +1 junges Huhn +10 g Salz +50 g Butter +1 Strauss Petersilie +20 g Speck +1/8 1 Wasser oder leichte Bruehe +8 g Kartoffelmehl +3 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Huhn wird nach Vorschrift vorbereitet, gereinigt und +ausgetrocknet. Nachdem das Innere mit Salz ausgerieben ist, tut man die +Petersilie nebst 10 g Butter hinein, und bindet das Huhn zu guter Form. +Eine Speckplatte bindet man ueber die Brust oder spickt das Huhn. + +_Zubereitung_: Butter wird im Schmortopf heiss gemacht, das Huhn darin +angebraten, zugedeckt und oefter begossen, indem man nach und nach 1/8 1 +Wasser oder leichte Bruehe dazufuegt. Eine Stunde muss es recht langsam +schmoren. Die Sauce wird, indem man den Bratenansatz vom Topf abkocht, +mit in kaltem Wasser angeruehrtem Kartoffelmehl schleimig gemacht und +durch ein Sieb gegossen, der Speck nach Belieben abgebunden, das Huhn mit +Sauce glaciert und angerichtet. + +_Bemerkung_: Rebhuehner geschmort werden ebenso bereitet. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +TAUBEN, JUNGE. + +I. + +2 junge Tauben +30 g Butter oder Margarine +5 g Kartoffelmehl +2 Essl. saure Milch oder Sahne +1/2 Teel. Salz +1/8 l Wasser oder Bruehe. + +II. Zur Fuellung fuer 2 Tauben. + +1 Semmel +1/2 Essl. Fett +1/1 Essl. Korinthen +1 Prise Zucker und Salz +1 Eigelb oder Eiweiss +9 Essl. Magermilch + + +_Vorbereitung_: Die Tauben werden nach Vorschrift gerupft, gesengt, +ausgenommen und leicht gewaschen; Fluegel, Hals und Beine (bis zum +Kniegelenk) werden abgeschlagen. Leber, Magen und Herz werden gesaeubert. +Die Korinthen reinigt man, laesst sie mit etwas Wasser auf dem Herd +ausquellen, reibt die Semmel ab, zerkleinert und erweicht sie in Milch. +Das Fett wird zerlassen. Alle Zutaten unter II werden damit gut +zusammengemischt. Die Tauben reibt man mit Salz aus und fuellt sie mit der +Fuellung. Die Oeffnungen werden zugenaeht und die Tauben zu schoener Form +gebunden. + +_Braten_: Butter oder Margarine wird in einem Topf gebraeunt; die Tauben +werden hineingelegt und von allen Seiten schoen angebraeunt; loeffelweise +werden Wasser oder Bruehe nach und nach zugegeben und die Tauben langsam +1--1-1/2 Stunde zugedeckt geschmort. Zuletzt fuegt man die Milch mit dem +darin verruehrten Kartoffelmehl dazu und laesst die Sauce durchkochen. Die +Tauben werden der Laenge nach in Haelften geteilt und, aneinander gelegt, +auf einer Schuessel angerichtet. + +Die Sauce wird abgeschmeckt, wenn noetig durch ein Sieb gestrichen und mit +den Tauben zu Tische gegeben. + +_Bemerkung_: Das Taubenklein ist fuer Taubensuppe zu verwenden oder fuer +die Sauce auszukochen. + + * * * * * + +FISCHE. + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +AAL ZU TOeTEN UND ABZUZIEHEN. + +Der Kopf des Aales wird mit einem Tuch umwickelt und heftig mit dem +Kuechenbeil einige Male darauf geschlagen. Dann umbindet man den Kopf mit +einem Bindfaden und haengt den Aal an einen Haken. Mit einer Handvoll Salz +reibt man den Fisch von oben bis unten stark ab und wiederholt das Reiben +mit Salz so lange, bis der Fisch blau erscheint. Um ihn abzuziehen, loest +man durch einen Schnitt um den Kopf die Haut und zieht sie mit dem Messer +nachhelfend, von oben nach unten ab. Kurze Zeit ueber Holzfeuer halten, +bewirkt dass sich die Haut leichter abstreifen laesst. + + + +AAL BLAU. + +250 g Aal +10 g Salz +1 Essl. Essig +1,4 l Wasser. +30 g Zwiebelscheiben +1 Gewuerzdosis +1 Essl. Suppengruen +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Man teilt den (wie oben angegeben) getoeteten Aal in +gleichmaessige, beliebig lange Stuecke, reinigt jedes einzelne Stueck +besonders, indem man mit einem Quirlstiel die Eingeweide herausstoesst und +es dann von der inneren Haut saeubert, mit Salz ausreibt und waescht. + +_Zubereitung_: Dann ueberbrueht man den Fisch mit kochendem Wasser, mit 1/2 +Loeffel Essig gemischt, und kocht ihn in einer Bruehe von Wasser, +Suppengruen, Gewuerzen, Zwiebel und etwas Essig in einer guten 1/4 Stunde +gar. Die blauen Aalstuecke werden warm oder erkaltet angerichtet. Die +Aalbruehe gibt man dazu. + + + +AAL IM BIER. + +250 g Aal +3/8 l Weissbier +1 Gewuerzdosis +8 g Salz +1 Teel Butter +2 Teel. Mehl +4 Teel. Kartoffelmehl +3 Essl. Wasser +4 Zwiebelscheiben + + +_Vorbereitung_: Nachdem der Aal in Stuecke geschnitten, jedes Stueck +gesaeubert und oefter gewaschen wurde, packt man ihn mit Gewuerzen, +Zwiebelscheiben und Salz in einen irdenen Topf. + +_Zubereitung_: Man uebergiesst ihn mit Weissbier und kocht ihn zugedeckt, je +nach der Staerke, in ungefaehr 20 Minuten weich. Man schaeumt ihn oefter und +verkocht die Sauce mit einem in Mehl verruehrten Stueckchen Butter. Dann +richtet man die Aalstuecke in einer tiefen Schuessel an, kocht die Sauce, +nach dem sie abgekostet wurde, schnell mit verduenntem Kartoffelmehl auf, +fuellt sie ueber die Fischstuecke und gibt die uebrige Sauce nebenher. + + + +AAL IN DILLSAUCE. + +250 g Aal +1/4 Wasser +1 Teel. Butter +1-1/2 Teel. Mehl +1 Teel. gewiegter Dill +1 Prise weisser Pfeffer +10 g Salz +10 g Zwiebeln +1 Gewuerzdosis +3/8 l Wasser + +_Vorbereitung_: Der Aal wird nach Vorschrift vorbereitet, in Stuecke +geschlagen, gereinigt und mit kochendem Wasser ueberbrueht. + +_Zubereitung_: Mit Gewuerzdosis, Salz, Zwiebeln und Wasser wird der Fisch +gargekocht, aus der Bruehe genommen und heiss gestellt. Die Fischbruehe wird +in einem irdenen Topf mit dem in Butter gargeschwitzten Mehl zu einer +guten weissen Sauce verkocht, mit weissem Pfeffer und gewiegtem Dill oder +auch Petersilie (Dillsauce, Petersiliensauce) abgeschmeckt, ueber die +Aalstuecke gegossen. + + + +BIERFISCH. + +1/2 kg (1 Pfd.) Fisch +50 g Fett +20 g Zwiebeln +40 g Mehl +1 Gewuerzdosis +2 Essl. Suppengruen +1 Brotrinde +15 g Salz +2 Essl. Sirup +1 Flasche Braunbier + + +_Vorbereitung_: Der vorbereitete Fisch wird in handbreite Stuecke +zerschnitten, dann ausgenommen und zwar so, dass die Stuecke rund und ganz +bleiben und beim Kochen nicht am Bauch zerkochen koennen; dann werden die +Stuecke sauber und schnell gewaschen, getrocknet und mit 10 g Salz +eingesalzen. Das Suppengruen wird geputzt, gewaschen und in kleine +Streifen geschnitten, die Zwiebeln geschaelt und in Scheiben geschnitten, +die Brotrinde zerkleinert. + +_Zubereitung_: Das Fett wird zerlassen, das Mehl wird hineingeschuettet +und gut verruehrt. Man fuellt das Bier darauf, tut die Gewuerze hinzu und +laesst alles solange zugedeckt kochen, bis das Suppengruen weich ist. Die +Sauce wird mit Sirup und 5 g Salz abgeschmeckt, der Fisch in die kochende +Sauce gelegt, in welcher er langsam garziehen muss. + +Will man sich von der Gare des Fisches ueberzeugen, so zieht man eine +Flosse heraus; loest sie sich leicht, ohne blutig zu sein, so ist der +Fisch gar. Man gibt ihn mit der Sauce in einem Napf zu Tisch. Statt Sirup +kann man Honigkuchen reiben und hineintun, dann nimmt man aber weniger +Mehl. Rogen kocht man besonders in kochendem Salzwasser gar und richtet +ihn obenauf an. + +So kocht man _Barsch, Bleie, Karpfen, Schellfisch, Zander_ und +_verschiedene kleine Fische_. + + + +FISCH, GRUeNER. + +1/2 kg (1 Pfd.) Fisch +40 g Fett +1 mittelgrosse Zwiebel +2 Essl. Suppengruen +10 g Salz +40 g Mehl +1 Essl. gewiegte Petersilie +1 Prise Pfeffer +3/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Fisch wird geschuppt, gewaschen, zerschnitten, +ausgenommen und gesalzen, das Suppengruen zerschnitten. In 3/4 l +Salzwasser kocht man zugedeckt das Suppengruen weich. + +_Zubereitung_: Dann legt man die Fischstuecke dazu und kocht sie in +einigen Minuten gar. Man bratet in einem Toepfchen die feingewiegte +Zwiebel in Fett gar, aber nicht braun, schuettet das Mehl hinzu und +verduennt mit einigen Loeffeln Fischwasser. Wenn die Mehlschwitze Blasen +wirft, schuettet man sie zum Fischgericht, fuegt Pfeffer und gewiegte +Petersilie hinzu und richtet, nachdem alles gleichmaessig seimig kochte, +den Fisch mit Sauce an. So kocht man _Hecht_, _Zander_, _Aal_, _Schleie_. + + + +FISCHKOTELETTEN. + +150 g gekochter Fisch oder +Fischreste (entgraetet) +15 g gehackte Zwiebeln +15 g Margarine +15 g Mehl +1/8 l Magermilch +1 Prise Salz und Pfeffer +1 Eigelb +5 g Mehl +1 Eiweiss +20 g geriebene Semmel +Backfett zum voruebergehenden Gebrauche +1/2 Bogen Loeschpapier + + +_Zubereitung_: Man schwitzt die Zwiebeln in der Margarine weich, fuegt das +Mehl dazu und ruehrt, wenn es gar ist, mit Milch, Salz und Pfeffer zu +einer dicken Sauce, zieht mit dem zerquirlten Eigelb ab, fuegt den Fisch +in kleinen Stuecken hinzu, kann auch nach Belieben noch einige klein +geschnittene Pilze beifuegen; alles muss heiss werden, darf aber nicht +kochen. Man stellt die Masse kalt und formt, wenn sie steif ist, auf +reinem, bemehltem Brett mit der bemehlten Holzkelle kleine Koteletten, +paniert sie mit zerschlagenem Eiweiss und Semmel und backt sie in +dampfendem Fett zu schoener gleichmaessiger Farbe. Auf Loeschpapier +entfettet, richtet man sie zierlich an. + +_Bemerkung_: Das Fett ist zu reinigen. + + + +FISCH MIT SAUERKOHL. + +200 g gekochter oder gebratener +Fisch (entgraetet) +375 g fertig +gekochter Sauerkohl +20 g Margarine +1/8 1 Sahne +5 g Salz +10 g geriebene Semmel + + +Eine Schicht des Sauerkohls wird auf eine gebutterte Schuessel oder in +eine Form gelegt, darueber eine Schicht des entgraeteten, in kleine Stuecke +gepflueckten Fisches, darueber wieder Sauerkohl und so fort; Sauerkohl +bildet den Schluss. Nach dem man die Speise mit suesser, mit Salz +verquirlter Sahne begossen, mit Semmel uebersiebt und mit Margarine +betraeufelt hat, laesst man sie 1/2 Stunde im Ofen Farbe annehmen. + + + +FISCH MIT SCHOTEN. + +Eine 250 g Buechse Schoten +125 g zerpflueckter gekochter Fisch (harte Sorte) +15 g Margarine +1-1/2 Milchbrot +20 g Margarine +1/4 Teel. geriebene Zwiebel +10 g Margarine +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Die Fischstueckchen werden in 15 g Margarine leicht +gebraten. + +_Zubereitung_: Die geschaelten Broetchen werden gewuerfelt, die +Semmelbroeckchen in 20 g Margarine kross geroestet. In 10 g, mit der Zwiebel +durchgeschwitzter Margarine, schuettet man die abgetropften Schoten und +schwenkt sie mit Pfeffer und Salz schnell darin heiss, mischt Fisch, +Semmelbroeckchen, Schoten untereinander und richtet auf heisser Schuessel +an. + + + +HERINGE, FRISCHE, ZU BRATEN. (VORRAT.) + +15 frische Heringe +40 g Salz +1 Prise Pfeffer und Salz +75 g Mehl +250 g Backfett +1 l Essig +50 g Zwiebelscheiben +1 Gewuerzdosis +5 g Salz +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Heringe werden geschuppt, ausgenommen, gewaschen, +leicht einige Male ueber den Ruecken geritzt und 1/2 Stunde gesalzen +hingestellt. Dann trocknet man sie ab und waelzt sie gleichmaessig in Mehl, +welches mit Pfeffer und Salz gemischt wurde. + +_Zubereitung_: Man bratet oder baeckt die Heringe in dampfendem Fett gar +und zu guter Farbe. + +Erkaltet werden die Heringe, _Bratheringe_, mit einer aufgekochten, +abgeschmeckten, dann erkalteten Sauce von Essig, Wasser, Salz, Gewuerzen +und Zwiebelscheiben uebergossen, in einen Steintopf gepackt, zugebunden +und gelegentlich verbraucht. + +_Bemerkungen_: Die Heringe werden nur gekauft, wenn bei Kopf ganz hell +aussieht, sobald er sich rot gefaerbt hat, sind die Heringe nicht frisch. +Das Fett ist zu reinigen. + + + +HERINGE, GESALZENE, ANRICHTEN. + +Beim Anrichten werden die Heringe, nach dem sie zurechtgemacht sind (s. +Heringe zurechtzumachen), schraeg in huebsche Stuecke geschnitten und auf +einige gruene Blaetter zum ganzen Fisch zusammengelegt. + + + +HERINGE ZURECHTZUMACHEN UND EINZULEGEN. (VORRAT.) + +15 Heringe +1 l Essig +100 g Zwiebelscheiben +4 Gewuerzdosen +1 saure Gurke +5 g Salz + + +_Vorbereitung zum Einlegen_. Heringe einwaessern. Essig abkochen. Zwiebeln +und Gurke in Scheiben schneiden. Gewuerze abmessen. + +Die Heringe waescht man und legt sie 12-24 Stunden, je nach ihrer Haerte in +kaltes Wasser. Junge Matjesheringe waessern garnicht oder hoechstens 10-15 +Minuten. + +_Zubereitung_: Man legt die Heringe auf einen Teller, bricht die Backen +aus, schneidet am Bauch einen duennen Streifen ab (den man zu einem +Heringsgericht verwenden kann und bis zum Gebrauch in etwas Essig +aufhebt), nimmt mit dem Messer die Eingeweide heraus, zieht die +Rueckenhaut ab, nachdem man mit dem Messer einen geraden Strich ueber den +Ruecken gekerbt hat, legt die Heringe in einen Topf und schichtet +Gewuerzdosen, Zwiebelscheiben und Gurkenscheiben dazwischen. Dann +uebergiesst man die Heringe mit leichtem, abgekochten, erkalteten Essig, in +dem 5 g Salz aufgeloest sind, und beschwert, damit sie gleichmaessig mit +Fluessigkeit bedeckt sind, die Heringe leicht mit einer Untertasse. Die +Milch der Heringe wird besonders in ein Glas getan, mit Essig begossen +und zugebunden, um beim Anrichten zerquirlt, mit frischem Essig verduennt +ueber die Heringe gegossen zu werden. + + + +SCHELLFISCH, GEKOCHT. + +1 kleiner Schellfisch 1/2 kg (1 Pfd) +40 g Salz +2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Fisch wird geschuppt, indem man ihn auf ein +angefeuchtetes Brett legt (angefeuchtet muss das Brett sein, damit sich +die Schuppen leicht davon entfernen lassen), mit einem Tuch am Schwanze +festhaelt und mit einem Messer schraeg aufwaerts fahrend die Schuppen +abloest. Man haelt das Messer schraeg, damit die Schuppen nicht in der Kueche +herumfliegen. Der Fisch wird ausgenommen, indem man ihn aufschneidet, den +Anfang und das Ende des Darmes sucht und mit dem Messer loest und alles +Eingeweide mit dem Zeigefinger herausholt. Ist das Innere des Fisches +sauber, auch die schwarze Haut entfernt, so wird er mit Wasser recht +sorgfaeltig gewaschen. Flossen und Schwanz werden mit einer Schere s auber +bes chnitten. Nun legt man den Fisch auf einen Teller, stellt diesen in +den Kochtopf und giesst soviel Wasser darueber, dass es uebersteht. Auf 1 l +Wasser rechnet man 20 g Salz. + +_Zubereitung_: Der vorbereitete ganze Fisch muss langsam zum Kochen +kommen; ganze Fische laesst man nur einmal aufkochen und dann gar ziehen. +Ob der Fisch gar ist, sieht man daran, dass sich die Flossen auf dem +Ruecken leicht herausziehen lassen und das Fleisch an den Kiemen weiss ist. +Der Teller mit dem Fisch wird mit dem Schaumloeffel herausgenommen. Man +giesst das Wasser vom Teller, wischt ihn sauber ab und gibt den Fisch mit +brauner Butter zu Tisch. + +_Bemerkung_: Man kann Fisch auch in Stuecken, je nach Groesse laengere oder +kuerzere Zeit in Salzwasser kochen. Statt Butter kann man auch +Mostrichsauce dazu geben. _Hecht, Zander, Barsch, Karaus che, Schleie, +Karpf en, Dorsch oder Kabeljau, Heilbutt oder Austernfisch, Lachs (Fisch, +blau)_ werden ebenso gekocht, doch schuppt man Schlei und Karpfen nicht +vor dem Kochen. Von letzteren 3 Fischsorten kauft man 250-300 g in einem +Stueck; dieses wird vor dem Kochen besser in ein gebruehtes Stueck Mull +gebunden. + +_Aal, Barsch, Dorsch, (Kabeljau), Flunder, Hecht, Heringe, Karpfen, +Lachs, Rotzunge, Heilbutt, oder Austernfisch, Schellfisch, Scholle, +Steinbutt, Stinte, Zander, gebacken oder gebraten._ Alle Fische kann man +ganz oder in passende, nicht zu dicke Stuecke geteilt, panieren und backen +oder braten, oder aus Haut und Graeten zu guter Form geschnitten, mit +Zitronensaft, Salz und Pfeffer 1 Stunde marinieren und, nachdem sie +abgetrocknet sind, panieren und backen oder braten. Stinte werden vor dem +Backen zu 6-8 Stueck auf Hoelzchen, die man durch ihre Augen zieht, +gereiht. + + * * * * * + +GEMUeSE--SALATE. + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +APFELREIS. + +125 g Reis +1/2 l Wasser zum Abwellen +2 grosse Aepfel oder 40 g getrocknete +Aepfel und 1/4 l Wasser +5 g Margarine oder Fett +1 Stueckchen Apfelsinenschale +10 g Zucker +5 g Salz +10 g Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Man schaelt 2 grosse Aepfel und schneidet sie mit in Stuecke. +Die Abfaelle der Aepfel werden mit 1/4 l Wasser ausgekocht das Wasser wird +dann zum Reiskochen genommen. + +_Zubereitung_: Zu den Aepfeln tut man 10 g Zucker, laesst sie mit +Apfelsinenschale und Salz und mit dem abgewellten, mit Fett +durchgeschwitzten Reis gar kochen und streut Zucker und Zimt darueber. Man +kann auch 40 g getrocknete Aepfel verwenden, welche aber vor dem Mischen +mit dem Reis allein weichzukochen sind. + + + +AePFEL UND KARTOFFELN. + +1/2 kg (1 Pfd.) rohe geschaelte Kartoffeln +5 g Salz +1/4 1 Wasser +375 g Aepfel +1/4 l Wasser +10 g Zwiebeln +20 g fetter Speck +Essig nach Geschmack +20 g Zucker +1 Prise Salz + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden geschaelt und in Viertel +geschnitten. Die Aepfel werden geschaelt, in Viertel geschnitten, vom +Kernhause befreit. Die Zwiebel wird wuerflig geschnitten. + +_Zubereitung_: Die Kartoffeln werden wie Salzkartoffeln gekocht, die +Aepfel schnell mit 1/4 l Wasser gargekocht und die abgegossenen, trocknen +Kartoffelstueckchen dazu gemischt. Die Zwiebel wird in dem ausgebratenen, +von Grieben befreiten Speckfett gebraten; die Grieben werden heiss +gestellt. Zwiebel, Fett, Zucker, Salz und Essig mischt man zu dem +Gericht, schmeckt es kraeftig ab, richtet es in dem Gemuesenapf bergartig +an und bestreut es dann mit den Speckgrieben. + +_Bemerkungen: Birnen und Kartoffeln_ werden ebenso gekocht. Anstatt +Kartoffeln koennen 100 g gewaesserte weisse Bohnen gargekocht und mit den +Aepfeln zu _Aepfel und Bohnen_ bereitet werden. Zu allen Arten +Schweinefleisch zu empfehlen. + + + +BIRNEN MIT SPECK. + +100 g magerer Speck +1/2 l Wasser +1/2 kg (1 Pfd.) Birnen +40 g Zucker +1 Essl. Essig +5 g Kartoffelmehl +2 Essl. Wasser +1 Teel. Salz + + +_Vorbereitung_: Die Birnen werden geschaelt. Der Speck wird sauber +abgerieben. + +_Zubereitung_: Der Speck wird mit Wasser halb gargekocht. Die Birnen, in +der Speckbruehe mit weichgekocht, werden mit Zucker und Essig abgeschmeckt +und mit dem in kaltem Wasser geloesten Kartofffelmehl seimig gemacht. Man +kann auch 375 g abgeschaelte, abgewellte Kartoffeln dazu tun und mit +garkochen. Das Gericht ist mit Salz abzuschmecken. + + * * * * * + +BOHNEN, EINGESALZENE, VOR DEM KOCHEN ZU BEHANDELN. + +Man waessert die Bohnen eine Nacht in sattem Wasser ein, setzt sie mit +frischem Wasser auf, laesst sie heiss werden, schuettet das Wasser weg und +behandelt sie wie frische Bohnen. + + + +BOHNEN, GETROCKNETE. + +60 g getrocknete Schneide- oder Brechbohnen +Wasser zum Abkochen. +15 g Fett +8 g Mehl +1/4 l Wasser +1 Prise Pfeffer +1 Zweig Pfefferkraut +250 g geschaelte Kartoffeln +Wasser und Salz zum Abwellen +1 Teel. gewiegte Petersilie + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden in Stuecke geschnitten. + +_Zubereitung_: Die Bohnen werden mit kaltem Wasser aufgesetzt, bis zum +Kochen gebracht, abgegossen und wie frische vollendet; die abgewellten +Kartoffeln giesst man ab, legt sie auf die Bohnen; beides kocht zusammen +in 3/4 Stunden zugedeckt weich und wird dann untereinander gemischt. + +_Bemerkung_: Alle Doerrgemuese von Knorr sind ebenso wie Bohnen +vorzubereiten. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BOHNEN, GROSSE ODER SAUBOHNEN. + +1-1/2 kg (3 Pfd.) grosse Bohnen M 0,60 +2 l Wasser +8 g Salz +20 g Fett +3/8 l Bruehe +15 g Zwiebeln +1 Prise Pfeffer und Salz +1/z [1/2?] Teel. gewiegte Petersilie +5 g Mehl +1 Zweig Bohnen- oder Pfefferkraut + + +_Vorbereitung_: Die Bohnen werden ausgepalt, gewaschen; die Zwiebeln +werden gerieben; die Petersilie wird gewiegt. + +_Zubereitung_: In Salzwasser werden die Bohnen halb gargekocht. +Abgegossen, kocht man sie in der Bruehe mit dem Pfferkraut gar, fuegt Mehl, +Zwiebeln in Fett geschwitzt und Petersilie, Pfeffer und Salz nach +Geschmack dazu und richtet die Bohnen, damit durchgekocht, recht heiss an. +Bohnen- oder Pfefferkraut entfernt man. + + + +BOHNEN, GRUeNE (BRECHBOHNEN). + +1/2 kg (1 Pfd.) gruene Bohnen +2 l Wasser zum Abwellen +3/4 l Hammelbruehe +1 Stiel Bohnen- oder Pfefferkraut +1 Essl. zerlassenes Rinder- oder Hammelfett +8 g Mehl +1 Teel. gewiegte Petersilie +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Die 2 l Wasser werden in einem Topf zugedeckt auf den +Herd gesetzt. Die Bohnen werden abgezogen und in gleichmaessige Stuecke +gebrochen; die Petersilie wird verlesen und gewiegt. + +_Zubereitung_: Wenn das Wasser kocht, werden die Bohnen hineingetan und +einigemal uebergewellt, auf einen Durchschlag geschuettet oder sehr trocken +abgegossen, mit kaltem Wasser uebergossen und abgetropft. Die Bohnen +werden in einen Topf getan und in der Hammelbruehe mit dem Bohnen- oder +Pfefferkraut langsam zugedeckt gargekocht. Das Fett wird in einer +Untertasse zerlassen, das Mehl hinzugefuegt und mit dem Fett verruehrt, bis +es Blasen schlaegt, dann giesst man einige Loeffel Bohnenbruehe hinzu, tut +das Ganze zu den weichen Bohnen und kocht das Gemuese unter Umruehren noch +einmal auf. Das Bohnenkraut wird entfernt. Man schmeckt die Bohnen mit +Pfeffer, Salz und gewiegter Petersilie ab und richtet sie in einem Napf +an. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + +_Bemerkungen_: Liebt man Kartoffeln im Gemuese mitzukochen, so wellt man +sie, wie die Bohnen, nachdem sie in gleichmaessige Stuecke geschnitten +wurden, ab, giesst das Wasser ab und legt sie auf das Bohnengemuese, deckt +zu und laesst die Kartoffeln in 3/4 Stunden mit weichkochen, dann mischt +man beides und macht das Gemuese wie vorgeschrieben fertig. + +Zur Bohnenzeit haben die Kartoffeln noch nicht viel Mehl, darum fuegt man +zum Binden der Bruehe die Mehlschwitze hinzu. + +Im Winter, wo man das Gemuese von getrockneten oder eingesalzenen +Bohnen bereiten kann, haben die Kartoffeln mehr Mehlgehalt und kann man +alsdann den Zusatz der Mehlschwitze fortlassen oder sehr verringern; +man fuegt dann das Fett so hinzu. + +Man kann auch das Bohnengemuese mit Essig abschmecken. + +_Hammelfleisch mit Bohnen_. Das (wie S. 20) zubereitete Fleisch wird auf +die gekochten Bohnen gelegt, 10 Minuten vor Vollendung des Gemueses +dazwischen gelegt, darin heiss gemacht und bot dem Anrichten +herausgenommen. + + + +BOHNEN, GRUeNE UND WEISSE. + +1/2 kg (1 Pfd) gruene Bohnen +3 l Wasser zum Abwellen +100 g weisse Bohnen +1 l Wasser +3/4 l Hammelbruehe +1 Stiel Pfefferkraut +1 knapper Essl. Mehl +1 Teel. gewiegte Petersilie +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Man waessert weisse, trockene Bohnen eine Nacht ein. + +_Zubereitung_: Am anderen Morgen kocht man sie mit kaltem Wasser auf +gesetzt weich und schuettet sie zu dem nach Vorschrift fertiggemachten +gruenen Bohnengemuese. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BOHNEN ODER LINSEN, SAURE. + +200 g. Bohnen oder Linsen +10 g Salz +1 Prise Natron +1 l Wasser +30 g Speck +20 g Zwiebeln +1 Gewuerzdosis +1/4 l Wasser +1 Essl. Sirup +15 g Mehl +1-2 Essl. Weinessig nach Geschmack + + +_Vorbereitung_: Die Huelsenfruechte werden Abends zuvor eingeweicht; Speck +und Zwiebeln werden gewuerfelt. + +_Zubereitung_: Die Bohnen oder Linsen werden in Salzwasser mit einer +Prise Natron weichgekocht und auf ein Sieb geschuettet. Der Speck wird +ausgebraten; die Grieben werden herausgenommen und heissgestellt; die +Zwiebel wird in dem Fett weichgebraten, das Mehl dazugeschuettet, +gargeruehrt und angebraeunt, die Sauce mit den Gewuerzen, Essig, Sirup und +Wasser aufgefuellt, 1/2 Stunde im irdenen Topf offen gekocht; die weichen +Huelsenfruechte werden damit vermischt und darin erhitzt. Angerichtet, wird +das Gericht mit den Speckgrieben ueberstreut. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BOHNEN OHNE BRUeHE + +1/2 kg (1 Pfd) gruene Bohnen +2 1 Wasser zum Abwellen +3/4 1 Wasser +1 Teel. Salz +30 g magerer oder 25 g fetter +Speck oder 1 Essl. Fett +1/2 Teel. Zwiebelwuerfel +2 Teel. Mehl +1 1/2 Essl. leichter Essig +1 Prise Pfeffer + + +_Vorbereitung:_ Die Bohnen werden abgezogen, gebrochen oder geschnitten +und gewaschen; Speck und Zwiebeln werden gewuerfelt. + +_Zubereitung:_ Die Bohnen werden abgewellt und in frischem Salzwasser +weich gekocht. 1/2 Stunde vor dem Anrichten bratet man den Speck gelb, +fuegt die Zwiebelwuerfel hinzu und bratet sie weich, schwitzt das Mehl mit +Speck und Zwiebeln gar, ruehrt den Essig dazu und schuettet alles zu den +Bohnen, welche mit Pfeffer abgeschmeckt werden. Man kann noch gargekochte +Kartoffeln dazu tun. + + + +BOHNENSALAT + +3/4 kg (1-1/2 Pfd) Brech- oder Wachsbohnen +2 l Wasser und 10 g Salz +10 g Zwiebeln +1 Essl. Oel +1 Essl. Essig +1 Essl. Bruehe +1 Prise Pfeffer und Salz +1/2 Teel. Petersilie oder Schnittlauch + + +_Vorbereitung:_ Die Bohnen werden abgezogen, gebrochen, gewaschen. Die +Petersilie wird gewiegt, die Zwiebel gerieben. + +_Zubereitung_: In vielem kochendem Salzwasser werden die Bohnen +abgekocht; nachdem sie sich sehr weich anfuehlen, laesst man sie auf einem +Sieb mit kaltem Wasser ueberlaufen. Recht trocken abgelaufen, vermischt +man sie mit Oel, ein wenig Bruehe oder heissem Wasser und Salz, und mischt +sie mit einem Loeffel; nach und nach fuegt man Zwiebeln, Pfeffer und Essig +bei und mischt behutsam so lange, bis alle Fluessigkeit aufgesogen ist; +dann kostet man die Bohnen sorgfaeltig ab, streut gewiegte Petersilie oder +Schnittlauch hinein oder darueber und richtet den Salat bergartig an. + +_Bemerkung_: Auch getrocknete Brech- und Schneidebohnen ergeben, nach +Vorschrift behandelt und abgekocht, wohlschmeckenden Salat. + + + +BOHNEN, SUeSS-SAURE. + +200 g weisse Bohnen +11/2 1 Wasser +10 g Salz +30 g Speck +1 mittelgrosse Zwiebel +1/2 l Wasser +2 Essl. Sirup +1 Prise Pfeffer und Salz +Essig nach Geschmack +30 g Mehl +1 Essl. Zucker + + +_Vorbereitung_: Die Bohnen werden am Abend vorher eingeweicht; Speck und +Zwiebel werden in Wuerfel geschnitten; 1/2 l Wasser fuer die Sauce wird +heissgestellt und mit Sirup, Essig, Pfeffer und Salz abgeschmeckt. + +_Zubereitung_: Die Bohnen werden mit 1 Prise Salz und kaltem, weichem +Wasser aufgesetzt, abgewellt, abgegossen und mit 1-1/2 l Wasser und 8 g +Salz zugedeckt langsam weichgekocht. Inzwischen braet man die Speckwuerfel +im irdenen Tops aus, nimmt die Grieben heraus, stellt sie warm, laesst +Zucker in dem Fett braun werden, gibt die Zwiebelwuerfel zu dem Fett und +laesst diese braeunlich werden, ebenso das Mehl. Die Fluessigkeit kommt unter +Ruehren langsam dazu und muss mit dem braunen Mehl seimig kochen. Die +weichen Bohnen werden abgegossen, mit der fertigen Sauce gemischt, +nochmals abgeschmeckt, in einen Napf geschuettet, die Grieben darueber +gestreut und zu Tisch gegeben. + +_Bemerkung_: Die fertige suesssaure Sauce kann man auch mit in der Schale +gekochten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln aufkochen (_saure +Kartoffelscheiben_), ferner mit in Salzwasser gargekochten, abgetropften +Linsen (_saure Linsen_) oder mit gargekochten Rindfleischstueckchen, denen +man einige Scheiben oder Wuerfel saure Gurke zusetzt (_Ragout von +Rindfleisch_), oder mit frischen Gurkenstuecken, welche man nach dem +Schaelen und der Entfernung der Kerne in Stuecke schneidet, in Salzwasser +mit etwas Essig garkocht und in die Sauce legt (_Schmorgurken_), mischen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BRATKARTOFFELN. + +1/2 kg (1 Pfd) Kartoffeln (abgekocht) +50 g Speck oder 40 g Schmalz += 2-1/2 Essl. geschmolzenes Fett +5 g Salz + + +_Zubereitung_: Die abgekochten und etwas abgekuehlten Pellkartoffeln +werden abgepellt und in gleichmaessige Scheiben geschnitten. Der Speck wird +in Wuerfel geschnitten und in einer Pfanne zu guter Farbe ausgebraten; die +Grieben werden herausgenommen; anstatt Speck wird auch Fett genommen. Die +Kartoffeln werden in das Fett getan, wenn dieses dampft streut man Salz +darueber und braet die Kartoffeln, unter haeufigem Wenden mit einem Loeffel, +schoen braun. + +_Bemerkung_: Man kann auch einen Teeloeffel Zwiebelwuerfel mitbraten, auch +den Geschmack durch einige Tropfen Maggi-Wuerze verfeinern. Bratkartoffeln +lassen sich unter Beifuegung von etwas heisser Bruehe gut aufwaermen. + + + +BRUeHKARTOFFELN. + +1 kg (2 Pfd.) Kartoffeln +5 g Salz +1 l Wasser +3/4 l Bruehe +1 Teel. gewiegte Petersilie +oder 1/4 Teel. getrockneter Majoran + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden gewaschen, geschaelt und in +moeglichst gleichmaessige Stuecke geschnitten. Die Petersilie wird gewaschen +und gewiegt. + +_Zubereitung_: Die Kartoffelstuecke werden mit Wasser und Salz aufgesetzt, +bis zum Kochen gebracht, abgegossen, zur Bruehe getan und zugedeckt +gargekocht. Sind sie weich, laesst man den Topf noch einige Zeit offen +stehen, damit die Bruehe sich ordentlich mit den Kartoffeln verbindet, +dann tut man Petersilie oder Majoran hinzu und richtet das Gericht in +einem Napf an. Man kann auch 1 Teeloeffel gewiegtes Porreekraut +mitkochen. + +Reste kann man zu _Kartoffelsuppe_ verwenden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BRUeHREIS MIT FLEISCH. + +65 g Rindfleisch +30 g Reis +1/4 Knolle Sellerie +1 l Wasser +8 g Salz +1 kleine Mohrruebe + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird gewaschen und in Wuerfel geschnitten, +Sellerie geschaelt, gewaschen und gleichfalls in Wuerfel geschnitten, die +Mohrruebe geputzt und gerieben. Der Reis wird dreimal in lauem Wasser +gewaschen. + +_Zubereitung_: Fleisch- und Selleriewuerfel, Salz, Mohrruebe werden mit 1 l +Wasser zugedeckt aufgesetzt; der Reis wird 3/4 Stunden vor dem Anrichten +hineingeschuettet und weichgekocht. Man kann zu dieser Suppe auch noch +abgewaschene Kartoffelstuecke tun und 3/4 Stunden mitkochen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + * * * * * + +ERBSEN, DICKE + +250 g gelbe Erbsen +1/2 1 Schinken- oder Speckbruehe +10 g Zwiebeln +15 g Schmalz +1 Prise Pfeffer und Salz + +_Zubereitung_: Die wie zu Erbsensuppe vorbereiteten Erbsen werden +geschaeumt und (nachdem die Huelsen, die obenauf schwimmen, abgenommen) +abgegossen, mit Speck- oder Schinkenbruehe gargekocht, und, wenn die +Fluessigkeit ziemlich eingesogen ist, mit einer Reibekeule zu Brei +geruehrt; nach Belieben tut man etwas Majoran oder Zwiebeln daran. Eine +fein geschnittene Zwiebel wird in Schmalz hellbraun geschwitzt und ueber +die mit Pfeffer und Salz abgeschmeckten Erbsen gegossen. + +_Restverwendung_: Reste kann man zu Suppen verwenden, indem sie mit +Mehlschwitze durchgeschwitzt und langsam mit heisser Bruehe oder Wasser +verruehrt werden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +FLEISCHSALAT + +250 g gekochtes mageres Fleisch +1/16 l kalte Bruehe +1/2 Teel. Mostrich +1/4 Teel. geriebene Zwiebel +1 Essl. Weinessig +1 Teel. gewiegte Kraeuter +1 Teel. Salz und Pfeffer +1 Essl. Oel +1 Pfeffergurke + + +_Vorbereitung_: Das Fleisch wird in Wuerfel oder kleine Filets +geschnitten. Die Gurke wird gescheibt. + +_Zubereitung_: Das Fleisch wird mit der Bruehe und dann mit Mostrich, +Zwiebeln, Essig und Kraeutern gemischt, mit Pfeffer, Salz und nach +Belieben 4 Tropfen Maggiwuerze abgeschmeckt, 1-2 Stunden zugedeckt. Dann +richtet man den Salat mit Oel vermischt und nochmals abgeschmeckt +bergartig an und garniert ihn mit einer in gleichmaessige Scheiben +geschnittenen Pfeffergurke, die man schuppenartig im Kranz herumlegt, und +bestreut ihn mit den zu Wuerfelchen geschnittenen Gurkenenden. + +Man kann diesen Salat verfeinern, indem man als Zutat Perlzwiebeln, +Kapern usw. verwendet. _Fisch-_ oder _Gefluegelsalat_ werden ebenso +bereitet, nur sind natuerlich die Stuecke unregelmaessig und von beliebiger +Groesse. + + + +GRAUPEN MIT PFLAUMEN. + +100 g Mittel- oder starke Graupen +5 g Butter +2/8 l Wasser +5 g Salz +90 g getrocknete Pflaumen +25 g Zucker +1 Stueckchen Zimt +1 Teel. Zitronenzucker +1/4 l Wasser +25 g Zucker und Zimt + + +_Zubereitung_: Die nach Angabe vorbereiteten Graupen (s. Graupensuppe) +werden mit Butter unter Ruehren geschwitzt und nachdem 3/4 l Wasser +aufgefuellt wurden, langsam mit dem Salz in irdenem Topfe voellig +aufgequollen. Die vorbereiteten Pflaumen werden mit Zucker, Zimt, +Zitronenzucker und dem Einweichwasser aufgesetzt und langsam zur vollen +Groesse ausgequollen, dann mit den Graupen vermischt und mit Zucker und +Zimt angerichtet. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +GRUeNE KARTOFFELN. + +2 Essl. feingeschnittenes +Suppengruen (viel Petersilienwurzel) +1 kleine Zwiebel +1/2 Gewuerzdosis +1 Prise Pfeffer +30 g Fett oder Margarine +30 g Mehl +1/2 Essl. Dill, gewiegt +1 Essl. Petersilie, gewiegt +2 Essl. Magermilch +15 g Salz +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Suppengruen wird geputzt, gewaschen und zerschnitten; +die Zwiebel wird geschaelt und in Wuerfel geschnitten; Petersilie und Dill +werden gewaschen und gewiegt, Kartoffeln gewaschen und in einen Topf +getan, Wasser und Salz hinzugefuegt. + +_Zubereitung_: Suppengruen, Gewuerzdosis, Salz und Wasser werden in einen +Topf getan und zugedeckt 20 Minuten bis 1/2 Stunde gekocht. Die +Kartoffeln werden gargekocht, abgegossen, geschaelt und in Scheiben +geschnitten. Die Zwiebelwuerfel werden im Fett gelb geschmort, das Mehl +wird hineingeschuettet und gar geruehrt, das Gemuesewasser dazu gegossen, +1/4 Stunde gekocht, durch ein Sieb gefuellt, mit Petersilie, Dill, +Pfeffer, Salz und Milch abgeschmeckt, mit den Kartoffeln gemischt, wird +das Gericht in einem Napf zu Tisch gegeben. + +Dieselbe Sauce ist zu gruenem Fisch, Sauce zu gruenem Fisch, zu bereiten; +der Fisch wird in dem Gemuesewasser erst gargekocht und spaeter in die +Sauce gelegt. Die doppelte Menge Fluessigkeit zur Mehlschwitze gegossen, +gibt eine gute Suppe, Fischsuppe, die man mit beliebigen gewiegten +Kraeutern noch wohlschmeckender machen kann. Ein Eigelb zerquirlt an die +fertige Suppe gegeben macht sie kraeftiger. + + + +GRUeNKOHL ODER BRAUNKOHL. + +1 kg (2 Pfd.) Kohlblaetter +20 g Salz +3 l Wasser +40 g Schweine-, Gaense- oder Entenfett +20 g Zwiebeln +3/8 l Bruehe +5 g Zucker +5 g Hafergruetze +1/2 Gewuerzdosis +3 g Salz + + +_Vorbereitung:_ Die Zwiebel wird gewuerfelt. Der Kohl wird von den grossen +Blattrippen befreit und gewaschen. + +_Zubereitung:_ In kochendes Salzwasser getan, wird der Kohl einigemal +aufgekocht, abgegossen, mit kaltem Wasser uebergossen, vorsichtig mit dem +Loeffel ausgedrueckt und leicht zerhackt; an vielen Orten liebt man ihn +auch ungehackt. Das Fett wird erhitzt; die Zwiebeln werden darin +weichgeschwitzt; der Kohl wird hineingetan, die kochende Bruehe +aufgefuellt; Hafergruetze, Gewuerz, Salz und Zucker werden dazwischen +gestreut; der Kohl wird nun umgeschwenkt, Bruehe nachgegossen und das +Gemuese zugedeckt langsam gargeschmort. + +_Bemerkungen:_ Statt Hafergruetze kann man auch 10 g Griess verwenden. +Sprossenkohl oder Sprutenkohl wird ebenso doch ohne Hafergruetze gekocht. + +_Restverwendung:_ Reste koennen oefter aufgewaermt werden. + + + +GURKENSALAT. + +1 Gurke +1 Essl. Oel +5 g Salz +1 starke Prise weisser Pfeffer +1/2 Essl. Essig oder Zitronensaft +1/2 Teel. Schnittlauch +1 Prise Zucker + + +_Vorbereitung_: Die abgewischte Gurke wird von der Spitze nach dem +Stilansatz zu geschaelt bis alles Gruene entfernt ist, gekostet, und wenn +sie bitter ist ganz oder teilweise verworfen. Kurz vor dem Anrichten +scheibt man sie fein. Der Schnittlauch wird gewiegt. + +_Zubereitung_: Die Gurkenblaettchen werden mit Oel, Salz, Pfeffer, +Schnittlauch, Zucker und Saeure vermischt und, weil sie schnell und viel +Saft ziehen, gleich zu Tisch gegeben. + +_Salat von Salzgurken_ wird ganz auf dieselbe Art, besonders mit +Kartoffelscheiben vermischt, angemacht. + +_Salat von Radieschen_ wird ebenso bereitet. + +_Gurkensalat mit saurer Sahne_: 4 Essloeffel dicke saure Sahne klar +gequirlt mit 1 Essloeffel Essig, 1 Teeloeffel Salz, 1 Prise Pfeffer (nach +Belieben auch 1 Teeloeffel Zucker) 1 Teeloeffel Schnittlauch werden mit den +Gurkenscheiben gemischt. + + + +HERINGSKARTOFFELN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln +1/2 Hering oder 5 Heringsbaeuche +25 g Zwiebeln +25 g Speck, Fett oder Margarine +2 Pfefferkoerner +2 Essl. Essig +1/2 Teel. Salz +1 Prise Pfeffer +6 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Hering wird in kaltes Wasser gelegt. Der Speck wird +in kleine Wuerfel geschnitten. Die Kartoffeln werden gekocht, abgepellt +und in Scheiben geschnitten, die Zwiebeln abgeschaelt und in kleine Wuerfel +geschnitten, Wasser, in dem man zuvor die Heringsgraeten auskochen kann, +Pfeffer und Salz gemischt. Der Hering wird ausgenommen, entgraetet, +abgezogen und in kleine Wuerfel geschnitten. + +_Zubereitung_: In einem Topf wird, falls Speck verwendet wird, derselbe +ausgebraten und der Topf oefter geschuettelt; die Grieben werden mit einem +Loeffel herausgenommen, wenn sie gelbbraun sind. Die Kartoffelscheiben +schuettet man in das Fett und laesst sie schnell braten, indem man sie mit +breitem Messer oefter vorsichtig wendet. Sind sie gelb, schuettet man +Zwiebel- und Heringswuerfel hinzu und laesst alles noch einige Minuten unter +Umwenden gelbbraun braten. Man schuettet die Kartoffeln dann in einen +Napf, giesst die vorbereitete Fluessigkeit darueber und laesst das Gericht +zugedeckt noch 1/4 Stunde auf heisser Stelle ziehen; dann bestreut man die +Kartoffeln mit den heissgestellten Speckgrieben und gibt sie zu Tisch. + +_Bemerkung_: Man kann die Heringskartoffeln auch mit einigen Loeffeln +gewiegten, gekochten kalten Fleisches mischen, ehe man sie in den Napf +tut, dann braucht man 9 Essloeffel Fluessigkeit. + + + +HERINGSSALAT. + +1/2 kg (1 Pfd) gekochte Kartoffeln +1 Apfel +1 Hering +1 kleine Zwiebel +1/2 Salzgurke +Je 3 Essl. Essig und Wasser +1 Essl. Oel oder Gaenseschmalz +1 Prise Pfeffer +2-1/2 Teel. Zucker +1/2 Teel. Salz + + +_Vorbereitung_: Wasser, Essig, Zucker, Oel, Pfeffer, Salz und eine +gekochte, geriebene Kartoffel werden in einem Napf gut zu einer Marinade +verruehrt. Die Zwiebel wird geschaelt und in ganz kleine Wuerfel geschnitten +oder fein gewiegt. Apfel, Kartoffeln, Salzgurke werden geschaelt, in +gleichmaessige Wuerfel geschnitten; der gewaesserte Hering wird ausgenommen, +abgezogen, entgraetet und fein geschnitten; alles wird in die Marinade +getan. + +_Zubereitung_: Die ganze Masse wird dann mit einem Holzloeffel gruendlich +vermischt und muss zugedeckt durchziehen. Darauf schmeckt man den Salat ab +und richtet ihn in einer Schuessel bergartig an. + +Ist Heringsmilch vorhanden, so kann man diese mit dem Essig verruehren, +durch ein Sieb geben und zur Sauce verwenden. + +_Bemerkungen_: Man kann den Heringssalat sehr veraendern, indem man +Senfgurken, rote Rueben, Fleischreste usw. dazu verwendet. Man verziert +ihn auch gern mit in Viertel oder Scheiben geschnittenen harten Eiern, +Rotrueben- und Gurkenscheiben. + + + +HIRSE. + +100 g Hirse +10 g Butter +3/4 l Magermilch +8 g Salz + + +_Vorbereitung_: Die Hirse wird verlesen, dreimal mit kaltem Wasser +aufgesetzt und wenn heiss, abgegossen. + +_Zubereitung_: Die Hirse wird nun mit Butter durchgebraten, man giesst die +Milch darauf, salzt das Gericht und laesst es unter oefterem Schuetteln +ausquellen. Man kann die Hirse auch mit Wasser und 20 g Butter ausquellen +und 30 g braune Butter dazu geben. + +_Buchweizengruetze_ wird ebenso bereitet. + + + +KARTOFFELSALAT. + +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Kartoffeln +1/8 l heisses Salzwasser +2 Essl. Oel oder 25 g Schmalz oder Gaensefett +10 g Zwiebeln +1 Prise Pfeffer und Salz +1 Essl. Petersilie +3 Essl. Essig + +_Vorbereitung_: Die Zwiebel wird gerieben, die Petersilie gewiegt. Die +Kartoffeln werden gekocht, geschaelt und in Scheiben geschnitten. + +_Zubereitung_: Die Kartoffelscheiben werden stets lauwarm angemacht und +zu diesem Zweck zuerst mit etwas heissem Salzwasser und Essig uebergossen +und ein Weilchen zugedeckt auf eine heisse Stelle gestellt. Dann werden +sie mit Oel und Essig, Salz, Pfeffer, Zwiebel und Petersilie gemischt, was +geschickt geschehen muss, und gut abgeschmeckt. Klar geschmolzenes +Gaensefett oder Schmalz kann anstatt des Oels verwendet werden. Anstatt des +Fettes, 65 g Speck und 1 Zwiebel in Wuerfeln hellgelb geroestet und mit den +Kartoffelscheiben und den uebrigen Zutaten vermischt, gibt einen +schmackhaften Salat. + +_Bemerkung_: Kartoffelsalat kann man durch andere Zutaten sehr veraendern, +z. B. durch Salzgurken- oder Rotruebenscheiben, gewiegte Salatkraeuter, +geschaelten und in Scheiben geschnittenen Sellerie, Senfgurken- oder +Heringswuerfelchen. + + + +KARTOFFELSALAT (WARMER). + +3/4 kg (111/2 Pfd.) Kartoffeln +20 g Mehl +25 g Schmalz +10 g Zwiebeln +1/4 l Magermilch oder Bruehe +5 g Salz +1 Prise Pfeffer +2 Essl. Essig + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden gekocht, abgezogen, gescheibt, die +Zwiebeln gewiegt. + +_Zubereitung_: Die Zwiebeln werden im irdenen Topf in dem Schmalz weich +gekocht, das Mehl wird darin gargeschwitzt, Milch oder Bruehe zugegossen, +oft geruehrt, mit Pfeffer, Salz und Essig abgeschmeckt, recht langsam 1/4 +Stunde gekocht, die warmen Kartoffelscheiben werden in der Sauce auf +gekocht und angerichtet. + +_Bemerkungen_: Man kann den Salat auch einmal aufkochen lassen und dann +zu Tisch geben; in diesem Falle nimmt man aber statt Schmalz lieber Oel. +Ebenso kann man den Salat sehr durch andere Zutaten veraendern, z.B. durch +Salzgurken- oder Rotruebenscheiben, geschaelten und in Scheiben +geschnittenen Sellerie, Senfgurken- oder Heringswuerfelchen. + + + +KARTOFFELSTUeCKCHEN, SAURE. + +1/2 kg (1 Pfd.) rohe geschaelte Kartoffeln +20 g Speck, Fett od. Margarine +15 g Zwiebeln +1/2 l Bruehe oder Wasser +4 Essl. Essig +1/2 Gewuerzdosis +1/2 Prise Pfeffer und Salz +25 g Zucker oder Sirup + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden geschaelt und in Viertel +geschnitten. + +_Zubereitung_: Mit kaltem Wasser werden sie bis zum Kochen gebracht und +abgegossen. 20 g Speck oder Fett werden mit den feingeschnittenen +Zwiebeln durchgeschwitzt, mit der erhitzten Fluessigkeit, Essig, Gewuerzen, +Salz und Pfeffer verkocht, die Kartoffeln darin gargekocht, mit Zucker +oder Sirup abgeschmeckt und, wenn noetig, was bei neuen Kartoffeln der +Fall ist, noch mit einer Mehlschwitze von 10 g Fett und 10 g Mehl +aufgekocht. Man kann sie auch mit Zuckerfarbe zu gutem Aussehen faerben. + + + +KOHLRABI. + +8-15 Stueck Kohlrabi, je nach Groesse +10 g Salz +1 l Wasser zum Abwellen +20 g Fett oder Margarine +1/8 l Wasser +1 Prise Salz +8 g Mehl +1 Prise Pfeffer +Kohlrabiblaetter + + +_Vorbereitung_: 1 l Wasser wird mit 10 g Salz aufgesetzt, das junge Gruen +der Kohlrabi gewaschen; die Knollen werden geschaelt und in gleichmaessige +Scheiben geschnitten. + +_Zubereitung_: Die Kohlrabischeiben werden in das kochende Salzwasser +getan, offen abgewellt, abgegossen, in einem Topf mit 1/8 l Wasser, Salz +und 3/4 des Fettes weichgekocht. Das junge Gruen wird ebenfalls abgewellt, +abgegossen und fein gewiegt. Der Rest des Fettes wird auf einer +Untertasse mit dem Mehl geschwitzt, drei Essloeffel Kohlrabibruehe ruehrt man +langsam dazu; Mehlschwitze, Kohlrabischeiben und Gruen werden nochmals +durchgekocht und mit Pfeffer abgeschmeckt zu Tisch gegeben. + +Nach Belieben kann man auch gargekochte geschaelte Kartoffeln hinzufuegen. + + + +KOHLRUeBEN (STECKRUeBEN). + +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Kohlrueben +10 g Salz +1-1/2 l Wasser +1/4 l heisse Bruehe +1/2 Gewuerzdosis +1 Stiel Majoran +5 g Zucker +Salz und Pfeffer nach Geschmack +10 g Fett oder Margarine +5 g Mehl + + +_Vorbereitung_: Die Kohlrueben werden in Wasser gebuerstet, geschaelt, in +gleichmaessige Streifen geschnitten, in kochendem Salzwasser unbedeckt +uebergewellt, trocken abgegossen. + +_Zubereitung_: Die Kohlrueben werden dann zugedeckt mit Bruehe, +Gewuerzdosis, Majoran, Zucker, Salz und Pfeffer weich gekocht. Fett und +Mehl werden gar geschwitzt, mit der Gemuesebruehe verkocht und mit dem +Gemuese gruendlich durchgeschuettelt. + +_Bemerkung_: Mit Kartoffeln gemischt erfordert das Gericht nur 35 g Mehl. + + + +KRAUTSALAT. + +250 g Weiss- oder Rotkohl geschnitten +1-1/2 l Wasser +5 g Salz +1 Essl. Essig +2 Essl. Oel +1 Prise Zucker +1 Essl. Essig +5 g Salz +1 Prise weisser Pfeffer + + +_Vorbereitung_: Man taucht den auf einem Durchschlag liegenden +feingeschnittenen Kohl in kochendes Wasser, dem man Salz und 1 Essloeffel +Essig zusetzte und laesst ihn ablaufen. + +_Zubereitung_: Oel, Zucker, 1 Essloeffel Essig, Salz und Pfeffer verruehrt +man, schuettet die Sauce ueber den Kohl und vermischt beides gruendlich. +Erkaltet zu Gaensebraten usw. zu geben. + + + +MOHRRUeBEN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Mohrrueben +3/4 l Wasser +10 g Mehl +20 g Fett oder Margarine +1 Teel. Petersilie +5 g Salz +5 g Zucker + + +_Vorbereitung_: Die Mohrrueben werden gewaschen, geputzt und in +gleichmaessige Streifen geschnitten, nochmals schnell abgespuelt und in +einen Topf mit 3/4 l kochendem Wasser, Salz und Zucker getan. Die +Petersilie wird gewaschen und fein gewiegt. + +_Zubereitung_: Die Mohrrueben werden nun auf den Herd gestellt und +zugedeckt weichgekocht. Von Fett und Mehl wird eine Mehlschwitze gemacht, +ein Loeffel Mohrruebenbruehe unter Ruehren dazu gegeben und auf gekocht. Dann +schuettet man die Mehlschwitze zu dem Gericht, laesst es nochmals aufkochen, +schmeckt es ab und fuegt die Petersilie hinzu. + +Will man Kartoffeln mit den Mohrrueben mischen, so brueht man sie geschaelt +vorher ab und legt sie auf die Mohrrueben, fuegt aber 1/4 l Fluessigkeit und +5 g Fett mehr dazu und verringert das Mehl, da mehlige Kartoffeln das +Gemuese genuegend binden. Man kann die Mohrrueben auch mit Bruehe kochen, +kann auch halt Schoten, halb Mohrrueben verwenden. _Mohrrueben und +Schoten_. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +MOHRRUeBEN, BRECHBOHNEN UND KARTOFFELN. + +125 g Mohrrueben +125 g Bohnen +250 g Kartoffeln +1 l Wasser +1 Essl. magere Speckwuerfel +1 Essl. Essig +5 g Salz +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Die Mohrrueben werden wie oben vorbereitet, aber in Wuerfel +geschnitten, ebenso die abgezogenen gebrochenen Bohnen. + +_Zubereitung_: die Mohrrueben, Bohnen und Kartoffeln werden in Salzwasser +weich gekocht und das Gemuese mit dem gebratenen Speck und Essig vermischt +und mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt. + + + +PELLKARTOFFELN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln +1/4 l Wasser +5 g Salz + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln (moeglichst gleicher Groesse) werden sauber +mit kaltem Wasser gewaschen, in einem Topf (in Groesse von 1-1/2 l Inhalt) +mit kaltem Wasser und Salz auf gesetzt. + +_Zubereitung_: Zugedeckt werden die Kartoffeln gargekocht, abgegossen, +geschwenkt und 1/2 Minute mit halbgeoeffnetem Deckel auf die heisse Platte +gestellt, damit die Kartoffeln trocknen und platzen. + +Neue Kartoffeln werden, weil sie mehr Wasserteile in sich haben, mit +weniger Wasser und mit 1/4 Teeloeffel Kuemmel gekocht. Der Kuemmel wird +sowohl zum Wohlgeschmack, als auch um die neuen Kartoffeln bekoemmlicher +zu machen, hinzugefuegt. Je aelter die Kartoffel, je laenger muss sie kochen. +Man ueberzeugt sich durch Hineinstechen mit der Gabel, ob sie durch und +durch weich sind. Neue Kartoffeln brauchen zum Garwerden ungefaehr 20 +Minuten, alte Kartoffeln 1/2 Stunde und darueber. + + + +PFEFFERLINGE ODER STEINPILZE. + +1/2 kg (1 Pfd.) Pfefferlinge oder Steinpilze +20 g Salz +2 l Wasser zum Abwellen +30 g Fett oder Margarine +1 Prise Pfeffer und Salz +5 g Mehl +1/2 Essl. gewiegte Petersilie + + +_Vorbereitung_: Die Pilze werden geputzt, schnell gewaschen, wenn noetig +klein geschnitten, aber nicht in Wasser gelegt, in heisses Salzwasser +getan, abgewellt und auf einem Siebe moeglichst trocken abgetropft. + +_Zubereitung_: Die abgewellten Pilze schuettet man in das heisse Fett, +bestaeubt sie mit Mehl, tut Pfeffer und Salz dazu und schmort das Gericht +einige Minuten durch, verruehrt die Petersilie mit den Pilzen und richtet +sie an. + + + +PFLAUMEN MIT SPECK. + +250 g frische oder getrocknete Pflaumen +100 g Speck +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln +1 l Wasser +40 g Zucker +1 Essl. Essig +1 Teel. Salz + + +_Vorbereitung_: Die Pflaumen werden nach Vorschrift vorbereitet. + +_Zubereitung_: Wie Birnen mit Speck. + + + +REIS MIT GETROCKNETEN PFLAUMEN. + +125 g Reis +5 g Salz +1/2 l Wasser zum Abwellen +40 g Pflaumen +3/8 l Wasser +10 g Zucker +5 g Margarine + + +_Vorbereitung_: Die Pflaumen werden nach Vorschrift vorbereitet. + +_Zubereitung_: Mit 3/8 l Wasser und 10 g Zucker werden die Pflaumen +langsam weichgekocht und zum Reis, der wie Wasserreis bereitet wird, +geschuettet. + + + +REIS MIT KIRSCHEN. + +250 g saure Kirschen oder 40 g getrocknete Kirschen +20 g Zucker +3 Essl. Wasser +5 g Salz +125 g Reis +1/2 l Wasser zum Abwellen +5 g Margarine +1 Stueckchen Apfelsinenschale + + +_Vorbereitung_: Die sauren Kirschen werden gewaschen, abgestielt und nach +Belieben entkernt. Getrocknete Kirschen werden nach Vorschrift +vorbereitet. + +_Zubereitung_: Mit Zucker, Apfelsinenschale und 3 Essloeffel Wasser +geschmort kommen die Kirschen zum Reis, der wie Wasserreis bereitet +wurde. + + + +REIS MIT KUeRBIS. + +1 Stueck Kuerbis fuer +1/2 l Wasser zum Abwellen +125 g Reis +5 g Salz +10 g Zucker +2 Essl. Essig +5 g Margarine +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Kuerbis wird geschaelt, in Wuerfel geschnitten und +gewaschen; der Reis wird gewaschen. + +_Zubereitung_: In Wasser, Fett, Salz und Zucker wird beides gargekocht +und mit Essig abgeschmeckt. + + + +REIS MIT ROSINEN. + +125 g Reis +1/2 l Wasser zum Abwellen +1/2 l Wasser +5 g Fett oder Margarine +20 g grosse Rosinen +1 Stueckchen Apfelsinenschale +5 g Salz +1 Essl. Essig +2 Essl. Zucker + + +_Vorbereitung_: Die verlesenen Rosinen werden in Wasser ausgequollen und +dann abgegossen. + +_Zubereitung_: Die Rosinen werden zu dem Reis, der wie Wasserreis +bereitet wird, getan; das Gericht wird mit Essig und Zucker abgeschmeckt. + + + +ROTKOHL (SCHMORKOHL). + +1/2 kg (1 Pfd.) Rotkohl +1/2 Essl. Essig +50 g Fett +1/8 1 Essig +30 g Zucker +5 g Salz +1/2 Gewuerzdosis +1 Prise Zimt +1 Prise Pfeffer +10 g Salz +2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Kohl wird von den aeusseren Blaettern befreit und auf +einem Brett festliegend mitten durch und dann in ganz feine Streifen +geschnitten. Man ueberbrueht ihn mit kochendem Salzwasser, in welches man +1/2 Essloeffel Essig giesst, tropft ihn gut ab und mischt ihn in einem Napf +mit einigen Loeffeln frischem Essig, bis er schoen rot ist. + +_Zubereitung_: Das Fett, Gaense-, Schweinefett oben Schmalz wird mit dem +Rest Essig, Salz und Zucker in einem irdenen Topf aufgekocht; dann tut +man den durch Essig aufgefrischten Kohl hinein, mischt ihn, wenn die +Fluessigkeit kocht, gut durch und laesst ihn 2 1/2 Stunde zugedeckt langsam +schmoren. Ganz zuletzt schuettet man noch ein wenig Pfeffer, gestossenes +Gewuerz und Zimt hinzu; doch ist das Geschmacksache. Vorher dazu getan, +verursacht Gewuerz eine schlechte Farbe. + +_Bemerkungen_: Rotkohl muss stets langsam gekocht werden und darf mit +keinem Metall in Beruehrung kommen. Will man ihn weniger fett und doch +glaenzend bereiten, so nimmt man von Anfang an nur die Haelfte Fett und 2 +Essloeffel fein geriebene, rohe Kartoffeln dazwischen. + +_Weisskohl als Weinkraut_ kann genau so bereitet werden, nur nimmt man +zuletzt gestossenen Pfeffer statt der gemischten Gewuerze. + +Beide Kohlarten muessen vor dem Anrichten mit Zucker, Essig und Salz +abgeschmeckt werden, da der Essig sich mehr oder weniger verfluechtigt. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +RUeHRKARTOFFELN (QUETSCHKARTOFFELN). + +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln +1/4 l Wasser +1/2 l Vollmilch +5 g Salz + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden geschaelt und wie Salzkartoffeln +gekocht. + +_Zubereitung_: Die garen Kartoffeln werden recht fein zerdrueckt oder +durch ein Sieb geruehrt und mit Milch und Salz, welches nach und nach +hinzugefuegt wird, recht heiss bis zum Aufstossen geschlagen. Nach Belieben +ist ein Stueckchen Butter mit zu verschlagen. + +_Bemerkung_: Man gibt diese Kartoffeln gern Kranken und Kindern. + + + +SALAT, GRUeNER. + +2 Koepfe gruener Salat +40 g Speck +Essig nach Geschmack +3 g Salz +2 Essl. Zucker oder 1 Essl. Sirup + + +_Vorbereitung_: Der Speck wird in Wuerfel geschnitten und angebraeunt. Der +Salat wird verlesen, die dicksten Struenke werden entfernt; der Salat wird +mehrere Male gewaschen, bis er sandfrei ist, in ein sauberes Tuch gelegt +und trocken geschuettelt, indem man das Tuch an den Enden zusammenfasst und +schleudert. + +_Zubereitung_: Alle Zutaten werden dann gemischt und die Fluessigkeit +abgeschmeckt; da hinein kommt der Salat, welchen man mit 2 Loeffeln +mischt. Man schmeckt ihn ab, ist er zu sauer, so fuegt man noch 1 Essloeffel +Wasser hinzu. Der Salat darf aber nicht lange vor der Mahlzeit +angerichtet werden, da er sonst unansehnlich und weich wird. + +_Bemerkung_: Anstatt gebraeunten Speck koennen auch 2 Essloeffel Oel genommen +werden. + + + +SALZKARTOFFELN. + +3/4 kg (1 1/2 Pfd.) rohe ungeschaelte Kartoffeln +5 g Salz +1/2 1 Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden nach dem Reinigen in Wasser rund +geschaelt, kleinere ganz gelassen, groessere halbiert. (Geschaelte Kartoffeln +duerfen im Wasser stehen.) Nach dem Schaelen werden die Kartoffeln +gewaschen und mit Salz und kaltem Wasser aufgesetzt. + +_Zubereitung_: Die Kartoffeln werden gut zugedeckt und je nach Alter und +Sorte 20 Minuten bis Stunde gekocht. Das Wasser wird dann rein +abgegossen; die Kartoffeln werden noch einige Minuten bedeckt, unter +oefterem Schuetteln auf heisser Platte trocken gedaempft; dann oeffnet man den +Topf einen Augenblick und richtet die Kartoffeln an. + + + +SAUERKOHL. + +1 kleiner Kopf Kohl oder + 1/2 kg (1 Pfd.) Sauerkohl +50 g Schweine= oder Gaensefett + oder Schmalz +15 g Zwiebeln +2 Essl. Essig +8 g Salz +5 g Mehl +1 Prise Pfeffer +5 g Zucker +1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Der frische Kohl wird (s. Rotkohl) vorbereitet. Sauerkohl +wird waehrend des Waschens mit der Gabel gelockert. + +_Zubereitung_: In einem irdenen Topf, in welchem das Fett, dem eine +Zwiebel zugelegt wurde, kochend gemacht ist, wird der Kohl mit Salzwasser +und etwas frischem Essig uebergossen und zugedeckt mehrere Stunden +geduenstet. Ein Teeloeffel von dem Fett wird mit Mehl geschwitzt, mit Essig +und Pfeffer vermischt, an den Kohl qegossen und damit durchgekocht. Der +Kohl muss ganz weiss aussehen und einen schoenen, sauren Geschmack haben, +der nur durch Zucker abgestumpft wird. + +_Bemerkung_: Sehr schmackhaft ist es, statt des Fettes Speck, +Schweine- oder Poekelfleisch mit in den irdenen Topf zu legen. Das +Fleisch wird vor dem Anrichten aus dem Topf genommen und nach Belieben +dazu gereicht. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +SCHNEIDEBOHNEN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Schneidebohnen +2 l Wasser zum Abwellen +1/2 l Hammelbruehe +1 Stiel Pfefferkraut +1 Essl. zerlassenes Rinderfett + oder Margarine +6 g Mehl +1 Teel. gewiegte Petersilie +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Zubereitung_: Die Schneidebohnen werden statt gebrochen geschnitten und +sonst ebenso wie Bohnen, gruene, bereitet. + + + +SPARGEL. + +1/2 kg (1 Pfd.) Stangenspargel +5 g Salz +1 l Wasser +3 g Zucker +50 g Butter +1 Essl. geriebene Semmel + + +_Vorbereitung_: Gewaschen, mit feinem Messer vom Kopfe anfangend, nach +unten staerker, recht rund schaelen. Moeglichst gleichmaessig lange und starke +Spargel werden etwa zu 6-8 in Buendel gebunden. Die duennen Spargel kommen +spaeter in das Kochwasser als die dicken. + +_Zubereitung_. Der Spargel wird in kochendem Salzwasser mit Zucker in +20-30 Minuten weich gekocht. Laengeres Kochen macht ihn gelb und +unschmackhaft. Er wird mit 2 Kellen vorsichtig herausgehoben. Man +beseitigt das Garn und richtet die Spargel, die Koepfe aufeinanderliegend, +an und gibt zerlassene oder braune Butter, in der etwas Semmel gebraten +ist, daneben oder darueber. + +_Bemerkung_: Zu _Bruchspargel_ werden die Stangen in gleichmaessige Stuecke +zerteilt, wie Stangenspargel gekocht, abgetropft und mit 1 Portion +Petersiliensauce, diese jedoch ohne Zwiebel unter Verwendung von +Spargelwasser bereitet, vermischt. + + + +SPINAT. + +1 kg (2 Pfd.) Spinat +8 g Salz +2 l kochendes Wasser +1 Essl. Mehl +15 g Fett oder Margarine +5 g geriebene Zwiebeln +1/8 l Bruehe +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Die Blattstiele werden unten abgeschnitten; der Spinat +wird verlesen, oft gewaschen, in wallendem Salzwasser einige Male +ueberkocht, geschaeumt, abgegossen, mit frischem Wasser gekuehlt, gut +abgetropft, auf einem Durchschlag leise gedrueckt und gewiegt oder durch +ein Haarsieb gerieben. + +_Zubereitung_: Man schwitzt die Zwiebeln in Fett, dann das Mehl damit +gar, aber nicht braun. Das Spinatmus wird damit verruehrt, die Bruehe +dazugeruehrt, mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt und nicht zu lange +gekocht, weil der Spinat sonst die Farbe verliert; man haelt ihn lieber +heiss, indem man den Topf damit in kochendes Wasser stellt. + + + +STAMPFKARTOFFELN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Salzkartoffeln +1 Essl. Speckwuerfel +1 Teel. Zwiebeln + + +_Zubereitung_: Die Kartoffeln werden mit einer Keule gestampft unb mit +den Zwiebeln, welche mit den Speckwuerfeln braun gebraten werden, +vermischt. Man kann auch 1/2 Teeloeffel feingeschnittenen Schnittlauch und +1/2 Teeloeffel Salz hinzufuegen. + +_Bemerkung_: Mussten die Kartoffeln stehen so ist es ratsam sie mit einem +Holzloeffel zu zerdruecken und mit einem Loeffel zerlassenen Fettes +durchzuruehren. + + + +WACHSBOHNEN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Wachsbohnen +1 1/2 l Wasser zum Abwellen +1/4 l Hammelbruehe +1 Stiel Pfefferkraut +1 Essl. (knapp) zerlassenes Rinderfett od. Margarine +4 g Mehl +1 Teel. gewiegte Petersilie +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Zubereitung_: Die Wachsbohnen werden wie Bohnen, gruene, bereitet. + + + +WASSERREIS. + +125 g Reis +1/2 1 Wasser zum Abwellen +1/2 1 Wasser +5 g Salz +1 Stueck Apfelsinenschale +10 g Butter od. Margarine +2 Essl. Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Man bereitet den Reis vor wie Milchreis. + +_Zubereitung_: Wie Milchreis anstatt Milch nimmt man Wasser und Fett. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +WEISSKOHL. + +1 kleiner Kopf Kohl +10 g Salz +1 Prise Natron +3 l Wasser +40 g Bouillonfett oder + Bratenfett oder Margarine +15 g Zwiebeln +2 g Kuemmel +2 Pfefferkoerner +5 g Salz +3/8 l Bruehe +5 g Mehl + + +_Vorbereitung_: Der Kohlkopf wird in 16 Teile geschnitten; nachdem die +aeusseren Blaetter und Struenke entfernt sind, wird er gewaschen, in +kochendem Salzwasser mit einer Prise Natron offen abgewellt, in kaltem +Wasser abgekuehlt und gut abgetropft. Der Kuemmel wird vorbereitet. + +_Zubereitung_: 20 g Bouillon- oder Bratenfett laesst man zergehen, schmort +die feingeschnittenen Zwiebeln darin, legt das Kraut dicht aneinander und +streut den Kuemmel, die Pfefferkoerner und das Salz dazwischen, uebergiesst +den Kohl mit Bruehe und daempft ihn zugedeckt langsam gar. Dann schwitzt +man Mehl und die uebrigen 20 g Fett auf einer Untertasse und verbindet das +Gemuese damit erst wenn der Kohl gar ist, was durch den Mehlzusatz von +Anfang an verzoegert wuerde. Ist keine Bruehe zur Hand so kann auch Wasser +genommen werden. + +_Bemerkung_: Irish Stew erhaelt man, wenn man dem Kohl 125 g gewuerfeltes +Hammel oder Rindfleisch und 125 abgewellte Kartoffelscheiben zusetzt und +damit zusammen gar daempft; die Mehlschwitze kann dann meistens fortfallen +und das ganze Fett zum Gericht getan werden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +WIRSINGKOHL. + +1 mittelgr. Kopf Wirsingkohl +2 l Wasser, 5 g Salz zum Abwellen +30 g Hammel- oer Rinderfett +1/2 Teel. Zwiebelwuerfel +1/2 Gewuerzdosis +10 g Mehl, 1/2 l Wasser +1 Teel. Salz +1 Prise Pfeffer + + +_Vorbereitung_: Die schlechten Kohlblaetter entfernen, den Kopf achtmal +durchschneiden, den dicken mittleren Strunk entfernen und den Kohl +waschen. Die Kohlstuecke werden nach und nach in das kochende Salzwasser +getan und abgewellt, dann abgegossen, kalt abgeschreckt, abgetropft. + +_Zubereitung_: Das Fett wird im irdenen Topf zerlassen; die Zwiebelwuerfel +werden darin weich geschmort, Gewuerze hinein, Kohl darauf gelegt, mit +Mehl, Pfeffer und Salz bestaeubt, Wasser dazugegossen und alles zugedeckt +1 1/2 Stunde langsam weichgeschmort. Abgeschmeckt wird der Kohl in einem +Napf zu Tisch gegeben. Soll der Kohl mit Kartoffeln gemischt sein, muessen +diese 3/4 Stunden vor dem Anrichten dazugetan werden. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + * * * * * + +SAUCEN + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +BECHAMELLESAUCE. + +20 g magerer Speck +30 g Zwiebeln +10 g Margarine +10 g Mehl +1/8 l Wasser +1 Essl. weisser Kaese, aufgeloest +in 1/a [1/8?] l Magermilch +1 Essl. Parmesankaese +1 Prise weisser Pfeffer +Salz nach Geschmack + + +_Vorbereitung_: Der schwartenlose Speck wird in Wuerfel, die Zwiebeln +werden in Scheiben geschnitten. + +_Zubereitung_: Den Speck schwitzt man mit den Zwiebelscheiben in der +Margarine im irdenen Topf, fuellt das Mehl dazu und vollendet die Sauce, +indem man Wasser, Kaesemilch, Parmesankaese, Pfeffer und Salz hinzufuegt; +man laesst die Sauce langsam einkochen, ruehrt sie durch ein Haarsieb und +erwaermt sie nochmals. + + + +BRAUNNE BUTTER. + +2 Essl. Butter + +_Zubereitung_: Die Butter wird in einen irdenen Topf oder in eine Pfanne +getan, zu Feuer gebracht und mit einer Kelle hin und herbewegt, bis sie +hellbraune Farbe angenommen hat. Man giesst sie in ein kleines Naepfchen +oder in ein Toepfchen und gibt sie zu Tisch. + + +FRIKASSEESAUCE WEISSE, siehe KALBSFRIKASSEE. + + + +FRUCHTSAUCE. + +250 g Johannisbeeren oder Blaubeeren, oder + 1/2 l beliebiger auch gemischter Fruchtsaft +1 Stueck Apfelsinenschale +1/4 1 Wasser +30 g Zucker +5 g Staerkemehl +1 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_. Die abgebeerten Beeren werden gewaschen und mit +Apfelsinenschale und Wasser auf den Herd gestellt; das Staerkemehl wird +mit Wasser ausgeloest. + +_Zubereitung_: Die Beeren werden zerkocht, durch ein Sieb gestrichen und +mit Zucker abgeschmeckt. Der Saft wird wieder in den Topf zurueckgegossen, +mit dem in Wasser geloesten Staerkemehl aufgekocht, in einen Napf gegossen +und kaltgestellt. Wird Fruchtsaft verwendet, so kann der Zucker fehlen, +die Sauce stellt sich dann aber meistens teurer. Man gibt die Sauce zu +gelben oben weissen Flammeris oder Puddings und auch zu Mehl- oder +Griesskloessen. + +_Bemerkung_: Es koennen auch Pflaumen (Pflaumensauce) oder Kirschen +(Kirschsauce) oder Fruchtsuppenreste verwendet werden. Pflaumenmus in +derselben Weise verduennt ergibt Pflaumenmussauce, Kirschmus: Kirschsauce. +Man kann die Fruchtfluessigkeit nach Geschmack beliebig verduennen und kalt +als Fruchtkaltschale geben oder auch mit 30 g Staerkemehl verkocht zu +Fruchtflammerl benutzen. + +_Restverwendung_: Die durchgestrichenen Reste kann man noch einmal etwas +mit aufkochen, durchgiessen und zur Sauce mit verwenden. + + + +HERINGSSAUCE + +1/2 Hering +30 g Mehl +20 g Fett oder Margarine +1/2 l Klopswasser oder Bruehe +10 g Zwiebeln +1 Essl. Essig +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Der eingewaesserte Hering wird geteilt und die eine Haelfte +fein gewiegt, die andere zurueckgestellt; die Zwiebel wird abgeschaelt und +auch gewiegt. + +_Zubereitung_: Das Fett wird im irdenen Topf erhitzt, die Zwiebel hinein +getan und mit dem Fett durchgeschwitzt, darnach wird das Mehl hinzugefuegt +und wenn dieses gar ist, 1/2 l Fluessigkeit dazu gegossen und die Sauce +offen seimig gekocht. Der Hering wird dazu gegeben; nun darf die Sauce +nur noch ziehen. + +Man schmeckt sie mit Essig, Pfeffer und Salz ab. Will man sie recht glatt +haben, kann man sie durch ein Sieb geben. Man kann die Sauce durch Safran +gelb oder durch Speisefarbe braun faerben; von beiden Faerbemitteln darf +man aber nur eine kleine Messerspitze voll verwenden. + +Man kann aehnliche Sauce auch ohne Hering bereiten, dann bindet man sie +mit einem in 1 Essloeffel Bruehe verruehrten Eigelb und schmeckt sie noch mit +etwas Zucker und einigen Kapern ab: Koenigsberger Sauce. + +_Restverwendung_: Die zweite Heringshaelfte kann mariniert oder zu Salat +oder Heringskartoffeln benutzt werden. + + + +HOLLAeNDISCHE SAUCE. + +(Zu Fisch, Huhn mit Reis, Kalbfleisch mit Reis, oder Spargel.) + +10 g Margarine +10 g Mehl +1/8 l des betreffenden Gemuese + oder Fischwassers +5 g Zucker +1/2 Teel. Zitronensaft +Salz nach Geschmack +1 Eigelb, verquirlt +1 Essl. Vollmilch + + +_Zubereitung_: Aus Margarine, Mehl und Fluessigkeit bereitet man eine +weisse, glatte Sauce; diese wird mit Zucker, Zitronensaft, Salz und nach +Belieben mit ein wenig Muskatnuss, sowie mit dem verquirlten Eigelb heiss +geschlagen, darf aber nicht mehr kochen. Man kann die Sauce nach Belieben +mit Pilzen oder Kapern vermischen. Als Sauce zu Huhn mit Reis oder +Kalbfleisch mit Reis bleiben Zitronensaft und Zucker weg. Man kann die +Sauce durch mehr Eier oder Butter, die man zuletzt zu schlaegt, beliebig +verfeinern. + + + +MEERRETTICHSAUCE. + +1 Essl. geriebener Meerrettich +4 Essl. Bruehe +15 g Margarine +10 g Zwiebeln +10 g Mehl +1/4 I Bruehe +Salz nach Geschmack + + +_Vorbereitung_: Die Zwiebeln werden gewiegt; der Meerrettich wird schnell +geschaelt und gerieben. + +_Zubereitung_: Man laesst den Meerrettich mit 4 Essloeffel Bruehe in irdenem +Topfe langsam ziehen, bereitet aus Fett, Zwiebeln, Mehl und Bruehe eine +glatte Sauce, mischt den Meerrettich dazu und schmeckt mit Salz ab. Ist +er sehr scharf, so kann man 2 Essloeffel Milch hinzufuegen. + +_Bemerkung_: Geriebener Meerrettich darf nicht trocken stehen bleiben, +sondern muss mit etwas Milch oder Essig angeruehrt werden, damit er nicht +schwarz wird. + + + +MILCHSAUCE +(Milchsauce mit Kakao-, Mandel-, Vanille-, Zitronengeschmack.) + +1/4 l Vollmilch +15 g Zucker +1 kleine Prise Salz +5 g Staerkemehl +2 Eigelb +4 Essl. Vollmilch +Kakao oder Mandeln usw. + + +_Zubereitung:_ Zucker, Salz, 1/4 l Milch werden nach Belieben +mit 6 bitteren Mandeln oder 1/2 Paeckchen Vanillezucker, oder 15 g +Kakao, oder 1 Essloeffel Zitronenzucker erhitzt. Das Staerkemehl, +mit den Eigelb und 4 Essloeffel Milch verruehrt, wird unter +fortgesetztem Ruehren mit der Masse ausgekocht, durch ein Sieb gegeben +und bis zum Erkalten oefter umgeruehrt, damit sich keine Haut bildet. + +_Bemerkungen_: Eigelb kann fehlen, man nimmt dann 1 g Staerkemehl +mehr. Fertiges Vanillesaucenpulver von Dr. Oetker, a 10 Pf., ist zu +bequemer Saucenbereitung in allen Kolonialwarengeschaeften erhaeltlich. + + + +MOSTRICHSAUCE, BRAUNE. + +20 g Fett +20 g Zwiebeln +20 g Mehl +1 Gewuerzdosis +1 Bruehe oder Wasser +2 Teel. Mostrich +1 Teel. Essig +1/2 Teel. Zucker +1 Prise Salz und Pfeffer +2 Tropfen Speisefarbe + + +_Vorbereitung_: Die Zwiebeln werden gewiegt. + +_Zubereitung_: Zwiebeln werden in Fett gebraten, dann mit dem Mehl +braeunlich geschwitzt, Gewuerz, Fluessigkeit dazugetan und eine glatte Sauce +gekocht. Mostrich wird mit Zucker und Essig, sowie mit einigen Loeffeln +fertiger Sauce, mit der er sich verbinden muss, verruehrt, dann erst ruehrt +man ihn zur ganzen Sauce, mit der er aufkocht. Die Sauce wird durch ein +Sieb gestrichen und mit Salz, Pfeffer, Speisefarbe abgeschmeckt, nochmals +erhitzt. + +Diese Mostrichsauce ist zu harten Eiern (Mostricheier) und auch zu +Rindfleisch zu verwenden. Verbessern kann man sie durch Zutat von +uebriggebliebener Bratensauce. + + + +OeLSAUCE FUeR 4 PERSONEN. + +(Zu Salaten, harten Eiern, kaltem Rindfleisch und Suelze.) + +20 g Oel +20 g Zwiebeln +20 g Mehl +3/31 Bruehe +2 Essl. Essig +1 Essl. Kraeuter, Schnittlauch, Petersilie +Salz nach Geschmack +1 Prise weisser Pfeffer + + +_Vorbereitung_: Die Kraeuter werden gewiegt und abgewellt. Die Zwiebeln +werden klein geschnitten. + +_Zubereitung_: Oel, Zwiebeln und Mehl werden zusammen durchgeschwitzt, mit +1/4 l Bruehe und 1 Essloeffel Essig verkocht durch ein Sieb gestrichen und +kalt geruehrt. Dann tut man Kraeuter und soviel Bruehe, dass die Sauce die +richtige Dicke hat, dazu und schmeckt mit Salz, Pfeffer und Essig ab. + +_Bemerkung_: Man kann die Sauce mit gewiegten Kapern, Gurken, Mostrich +und verruehrtem Eigelb verfeinern. + + + +PETERSILIENSAUCE. + +1/2 1 Wasser, Bruehe, Fisch- oder Gemuesewasser +20 g Mehl +20 g Margarine +10 g Zwiebeln +1 Teel. Petersilie +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Zwiebel und Petersilie werden gewiegt. + +_Zubereitung_: In der Margarine wird zuerst die Zwiebel gar aber nur +hellgelb geschwitzt, dann das Mehl. Langsam ruehrt man die Fluessigkeit +dazu, verkocht das ganze zu gebundener weisser Sauce, fuegt die Petersilie +dazu und schmeckt mit Pfeffer und Salz ab. Nimmt man 1 Teeloeffel +gewiegten Dill anstatt Petersilie, so bekommt man Dillsauce. Beigabe von +gewiegtem Schnittlauch oder Schnittlauch gemischt mit Petersilie ergibt: +Schnittlauchsauce, ebenso von gemischten Kraeutern: Kraeutersauce. + + + +ROSINENSAUCE. + +10 g Zwiebeln +20 g Fett oder Margarine +20 g Mehl +1/3 l Wasser (besser Bruehe) +5 g Salz +1 1/2 Essl. Essig +1 1/2 Essl. Sirup +20 g grosse Rosinen +1 Teel. Zucker +1 Prise Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Die Zwiebel wird geschaelt und wuerflig geschnitten. Die +Rosinen werden nach Vorschrift gereinigt und aufgequollen. 1/3 l +Fluessigkeit wird mit Salz, Essig und Sirup abgeschmeckt. + +_Zubereitung_: Im irdenen Topf laesst man das Fett kochen, tut den Zucker +zum Braeunen dazu, gibt das Mehl und die Zwiebelwuerfel hinein und laesst +diese ebenfalls braeunen. Unter Ruehren schuettet man die Fluessigkeit hinzu +und kocht alles auf. Die abgetropften Rosinen kommen dazu; mit etwas +Salz und Pfeffer abgeschmeckt, gibt man die Sauce zu Rindfleisch zu +Tisch. + + + +SPECKSAUCE, BRAUNE. + +20 g magerer Speck +15 g Zwiebeln +20 g Mehl +1/4 1 Wasser +2 Essl. Essig +1 gestossene Gewuerzdosis +Salz nach Geschmack +15 g Zucker oder 1 1/2 Essl. Sirup +1-2 Tropfen Speisefarbe + + +_Vorbereitung_: Der Speck wird in kleine Wuerfel geschnitten, die Zwiebeln +werden fein gewiegt. + +_Zubereitung_: In irdenem Topfe wird der Speck mit der Zwiebel hellgelb +gebraten, durchgeschwitzt, dann das Mehl darin gar gemacht und mit dem +Wasser eingekocht. Mit Essig, Gewuerz, Salz, Zucker oder Sirup schmeckt +man die Sauce ab und richtet sie an. + +_Bemerkung_: Diese Sauce eignet sich als Beigabe zu Kartoffeln mit der +Schale oben auch zu geschmorten Gurken. Mit 2 Essloeffeln +Salzgurkenwuerfeln vermischt: Gurkenssauce. + + + +WEINSCHAUMSAUCE (CHAUDEAU) IM WASSERBADE. + +2 Eigelb +1 ganzes Ei +40 g Zucker +1/8 l Apfelwein, Weisswein oder Maltonwein +1 Teel. Zitronenzucker +1 Essl. Zitronensaft + + +_Zubereitung_: Eier werden mit dem Zucker kalt verruehrt, Wein, +Zitronenzucker und Zitronensaft dazugefuellt, ins Wasserbad gesetzt und +dick geschlagen. Um die Saucenmenge zu vermehren kann man auch 10 g Mehl +mit 1/8 l Wein besonders garkochen und zur obigen Masse ruehren. Die Sauce +ist warm oder kalt zu reichen. + +_Bemerkungen_: Anstatt Zitrone kann Apfelsine oder beides gemischt +genommen werden. Fuegt man 3 Tafeln aufgeloeste Gelatine hinzu und fuellt +die Masse dann in eine Schale so hat man erkaltet Weinschaumspeise. + + * * * * * + +MILCH-, MEHL- UND EIERSPEISEN. + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +APFELBETTELMANN FUeR 4 PERSONEN. + +250 g geriebenes Brot +1/2 Teel. gestossener Zimt +2 gestossene Nelken +1/2 abgeriebene Zitrone +40 g Zucker +1/2 kg (1 Pfd) Aepfel +65 g Zucker +4 Essl. Wasser +125 g Schmalz +30 g Korinthen +20 g Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Das Brot wird gerieben, mit den Gewuerzen und 40 g Zucker +gemischt; die Aepfel werden geschaelt und in Stuecke geschnitten, die +Korinthen gereinigt und ausgequollen. + +_Zubereitung_: Die Aepfel werden mit 65 g Zucker in 1/16 l Wasser +geschmort. Sodann wird die Haelfte des Schmalzes in einer Pfanne gebraeunt, +die Haelfte der Brotmischung mit einem Loeffel darauf gedrueckt, das +Apfelkompott und die Korinthen darueber getan, die andere Haelfte Brot +uebergestreut und angedrueckt. Nachdem die Speise langsam 1/4 Stunde +gebacken hat, traeufelt man das uebrige Schmalz darauf, wendet die Speise +wie einen Eierkuchen, backt sie noch 1/4 Stunde bei langsamer Hitze und +bestreut sie nach dem Anrichten mit Zucker und Zimt. + +_Apfelbettelmann in der Form_. Das geriebene Brot wird in der Pfanne +gebraten, mit den Gewuerzen gemischt, schichtweise mit dem Apfelkompott in +eine gebutterte Form gefuellt, so dass die letzte Schicht Brot ist, im Ofen +1/2 Stunde gebacken und dann noch nach Belieben mit 1/8 l suesser Sahne +ueberfuellt. + + + +APFELKLOeSSE. + +250 g Aepfel (saeuerliche) +250 g Mehl +15 g Margarine +1-1/2 Ei +1/2 Teel. Salz +1/2 Teel. Zitronenzucker +1 Messerspitze Backpulver +1/8 l Magermilch (knapp) + + +_Vorbereitung_: Die Aepfel werden geschaelt, vom Kernhaus befreit und +gewuerfelt. + +_Zubereitung_: Von den uebrigen Zutaten wird ein guter Klossteig angemengt, +unter den zuletzt die Apfelwuerfel gemischt werden. Es werden nun von dem +Teig Kloesse abgestochen, die entweder auf das zu bereitende Gericht gelegt +und fest zugedeckt mit garduensten oder in Salzwasser garkochen. + +_Bemerkung_: Auch Birnen lassen sich so verwenden: Birnenkloesse. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +APFELNUDELN. + +1 Ei +1-2 Essl. Wasser +100 g Mehl +3 g Salz +20 g Fett +1/2 kg (1 Pfd.) Aepfel +Wasser und Salz zum Kochen der Nudeln +30 g Zucker +1/8 l Wasser +20 g Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Die Aepfel werden geschaelt, vom Kernhaus befreit, in +Stuecke geschnitten. Das Zuckerwasser wird auf den Herd gestellt. + +_Zubereitung_: Das Mehl siebt man auf ein Brett, tut das mit Salz +zerquirlte Ei in eine Vertiefung in der Mitte, verteilt das Fett ueber das +Mehl, mischt alles mit einem breiten Messer zusammen, und verarbeitet den +Teig dann mit der Hand bis ein mit dem Finger hinein gedruecktes Loch sich +von selbst wieder schliesst. Die Masse wird in 4 Teile geteilt; man walkt +jeden einzeln auf mit Mehl bestreutem Brett, mit bemehltem Rollholze +messerrueckendick aus, und laesst die gewonnenen Teigplatten auf sauberem +Tuche 1/4 Stunde an der Luft trocknen, schneidet dann davon etwa 5 cm +breite Streifen, legt 6 davon aufeinander und schneidet davon 5 cm lange +Nudeln, die auseinandergelegt auf dem Tuche 1/2 Stunde trocknen: Nudeln. +Die Aepfel werden in das kochende Zuckerwasser geschuettet, gargekocht und +heiss gestellt. Die getrockneten Nudeln werden 5 Minuten in Salzwasser +gekocht, abgegossen, abgetropft, mit den Aepfeln vermischt, nochmals +erhitzt und mit Zucker und Zimt bestreut zu Tisch gegeben. + + + +ARME RITTER FUeR 4 PERSONEN. + +4 abgeriebene Milchbrote oder 8 geroestete Zwiebaecke +1 Ei, 1 Eiweiss +1 Prise Salz +1 Essl. Zucker +3/8 l Magermilch +1/4 abgeriebene Zitrone +2 Essl. geriebene Semmel +25 g Schmalz, Fett oder Margarine zum Ausbacken +20 g Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Milchbrote oder Zwiebaecke schneidet man in fingerdicke +Scheiben und bringt sie in gefaellige Form, quirlt 1 Ei, Salz und Zucker +mit der Milch klar, tut Zitrone dazu und giesst die Fluessigkeit nach und +nach ueber die Brotscheiben, die man auf eine flache Schuessel legt und oft +wendet. + +_Zubereitung_: Wenn die armen Ritter durchgeweicht sind, kehrt man sie in +geschlagenem Eiweiss und Semmel um und bratet oder backt sie in dampfendem +Fett zu schoener hellbrauner Farbe, besiebt sie dick mit Zucker und Zimt, +gibt Backobst, Preisselbeeren, Mus- ueber Weinsauce dazu oder reicht sie zu +Apfelreis. Man kann die armen Ritter auch zuerst in Milch oder +Zuckerwasser erweichen, einen duennen Eierkuchenteig von 20 g Mehl und den +angegebenen Zutaten bereiten, die erweichten Schnitte darin umwenden und +dann backen. + + + +BLECHKUCHEN. + +_Zubereitung_: Man legt denselben Teig wie beim Napfkuchen, jedoch ohne +Rosinen, auf ein sauber abgeriebenes Blech, rollt ihn mit einem Walkholz +zu beliebiger Dicke aus, laesst ihn noch einmal aufgehen und legt oder +streut darauf: + + Apfelstuecke, Zucker und Zimt (_Apfelkuchen_), + Blaubeeren " " " (_Blaubeerkuchen_), + Kirschen " " " (_Kirschkuchen_), + Pflaumen " " " (_Pflaumenkuchen_), + Kaese, den man mit Korinthen, + Zucker und Zimt und einem + Ei verruehrt (_Kaesekuchen_), + Zucker, Zimt und Butterstueckchen (_Butterkuchen_), + Streusel (_Streuselkuchen_), bestehend aus: + +100 g Mehl, +50 g Zucker, +1 Prise gestossenen Zimt, +50 g Fett oder Schmalz, +1 Prise Salz. + +Das heisse Fett wird in die uebrigen Zutaten gegossen und die sich +bildenden Kluempchen werden auf dem Blechkuchen verteilt. + +Saemtliche Kuchen muessen noch 1/2 Stunde mit den Auflagen aufgehen, ehe +man sie im Ofen gar baeckt. + + + +BROeTCHEN. + +1 Semmel, Schrippe, Salzkuchen oder Knueppel +15 g Butter + + +Das Broetchen wird der Laenge oder Rundung nach mit einem scharfen Messer +in 3 Scheiben geschnitten; diese werden mit weicher Butter oder, falls +diese verboten waere, mit Pflaumenmus oder Rheinischem Kraut gleichmaessig +bestrichen. Auf einem Teller schneidet man jede Scheibe einmal der Laenge +nach und, falls der Kranke nicht abbeissen kann, noch einige Male quer +durch. Zur Abwechselung kann man die Weissbrotscheiben an einer Gabel ueber +einer offenen Flamme etwas roesten und dann bestreichen. + +Belegt man die Broetchen mit gewiegtem Schinken, einer Fleischscheibe oder +gehacktem Eigelb, so schneidet man das ueberstehende sauber ab, damit die +Broetchen recht zierlich aussehen. + + + +EIER GERUeHRT. (RUeHREI.) + +4 Eier +2 Essl. Vollmilch +4 g Salz +1 Prise weisser Pfeffer +50 g Butter + + +_Vorbereitung_: Die Eier werden mit Pfeffer, Salz und Milch in einem +Topfe zerquirlt. + +_Zubereitung_: Die Butter wird in einem sauberen Kochtopfe bei gelinder +Hitze geschmolzen, die Eiermasse dazugeschuettet und mit dem Loeffel auf +dem Boden des Topfes hin und hergeschoben bis eine stueckige, aber noch +breiartige Masse entstanden ist. Dann richtet man das Ruehrei auf heisser +Schuessel an. + + + +EIER IN DER PFANNE. (SETZEIER.) + +4 Eier +15 g Margarine +1 Prise weisser Pfeffer und Salz + + +_Zubereitung_: Die Butter wird auf einem Teller oder emaillierten +Geschirr geschmolzen; die frischen Eier werden vorsichtig geoeffnet, auf +den Teller geschuettet, mit Salz und Pfeffer bestreut; sie muessen nun +langsam gerinnen. Das Eiweiss um das Gelbe herum muss weiss, auf dem Gelben +aber noch durchsichtig sein. Mit einem Glase sticht man die +unregelmaessigen Eiweissteile ab und richtet die Setzeier an. + + + +EIER IN MOSTRICHSAUCE. + +2 Eier +1/2 l Wasser + + +_Zubereitung_: Wie pflaumweiche Eier. Die Eier werden gleich mit lauem +Wasser abgeschreckt, durch Klopfen auf den Tisch werden die Schalen +vorsichtig geloest und entfernt; mit scharfem Messer werden die Eier auf +einem Teller der Laenge nach aufgeschnitten, oder auch ganz gelassen; dann +begiesst man die Eier mit erkalteter oder warmer Mostrichsauce. + + +EIER IN SOLE (SOLEIER) + +2 Eier +9 Essl. Salz +1/2 l Wasser + + +_Zubereitung_: Die Eier werden in dem mit obiger Salzzutat versetzten +kochenden Wasser 10 Minuten gekocht; die Spitzen der Eierschalen werden +eingeknickt und die Eier dann in das erkaltete Salzwasser gelegt, in dem +sie sich lange halten. Nach 2-3 Tagen kann man sie gebrauchen. + +_Bemerkung_: Man legt auch Soleier gern (im Winter 1 bis 3 Tage) in +erkaltete Schinken- oder Poekelbruehe. + + + +EIERKUCHEN + +1 Ei +105 g Mehl +5 g Salz +1 Prise Backpulver +1/4 l Magermilch +40 g Backfett +10 g Zucker + + +_Vorbereitung_: Das Ei wird aufgeschlagen; in einen Topf kommt das Eigelb +und in einen andern das Eiweiss. Das Eigelb wird mit Milch und Salz +verquirlt, unter Ruehren in die Mitte des Mehles geschuettet, welches man +allmaehlich damit und mit dem Backpulver verruehrt. Das Eiweiss wird zu +Schnee geschlagen und langsam unter die Masse gezogen, die nicht stehen +darf. Eine Stielpfanne wird mit Papier trocken ausgerieben. + +_Zubereitung_: Nachdem 1 Loeffel Fett heiss und still in der Pfanne wurde, +wird die Masse langsam hineingegeben und durch Hin- und Herbewegen der +Pfanne gleichmaessig darauf verteilt. Dann laesst man die eine Seite des +Eierkuchens, unter oefterem Schuetteln, schoen hellbraun werden, schiebt ihn +auf einen Deckel, tut noch ungefaehr 10 g Fett auf die ungebackene Seite, +deckt die Pfanne darauf, dreht diese um, laesst den Eierkuchen, mit dem +Deckel bedeckt, einige Augenblicke weiter daempfen und nimmt dann den +Deckel ab. Man wird nun bemerken dass der Kuchen schoen aufgegangen ist und +baeckt denselben zu schoener Farbe fertig, richtet ihn an und bestreut ihn +mit Zucker. Eierkuchen duerfen nicht stehen, wird es notwendig, dann nur +auf einem Topf mit heissem Wasser. + + + +EIERKUCHEN MIT AePFELN + +Man bratet Stueckchen von einem halben geschaelten Apfel erst eine Zeit auf +der Pfanne in Fett, giesst dann Eierkuchenmasse darauf und baeckt den +Kuchen wie angegeben fertig. + + + +EIERKUCHEN MIT HEFE. + +105 g Mehl +1 Magermilch +5 g Salz +8 g Hefe +40 g Fett oder Margarine +10 g Zucker +1 Essl. Korinthen + + +_Vorbereitung_: Die Milch wird erwaermt und mit Hefe und Salz verquirlt. + +_Zubereitung_: Die Hefe wird mit dem Mehl verruehrt, mit Korinthen und +Zucker vermischt; von dieser Masse werden Eier- + + +[Seiten 98 und 99 fehlen!] + + +_Vorbereitung:_ Napf oder Tassenkoepfe werden mit Wasser ausgespuelt. Der +Griess wird abgequirlt und abgegossen. + +_Zubereitung:_ Milch, Zucker, Apfelsinenschale und 1 Prise Salz werden +aufgekocht. Der Griess wird mit einem Teil der Fluessigkeit verruehrt, unter +Ruehren in die Milch gegeben und 15 Minuten gekocht. Das Eiweiss wird zu +Schnee geschlagen und, nachdem der Griess gar ist, leicht darunter +geruehrt; dann wird der Brei in die ausgespuelten Gefaesse getan um darin zu +erkalten. Erkaltet stuerzt man den Flammeri und gibt geschmorte Fruechte +oder Fruchtsauce dazu. + +_Bemerkung_: Verfeinern kann man den Flammeri durch einige geriebene +Mandeln oder Vanille und 1 Eigelb. Man kann statt Griess auch Staerkemehl +nehmen, das man kalt verruehrt (_Staerkemehlflammeri_), und statt Milch +roten Fruchtsaft mit Wasser; dann wird das Eiweiss weggelassen. (_Rote +Gruetze_.) Auch ganz duenner Apfelbrei ist anstatt Milch zu verwenden +(_Apfelflammeri_). + + + +GRIESSKLOeSSE. + +125 g Griess +1/4 l Magermilch +20 g Margarine +1 Prise Salz +30 g Zucker +1 Ei +Wasser u. Salz zum Kochen der Kloesse + + +_Zubereitung_: Milch, Fett, Salz, Zucker werden zum Kochen gebracht, dann +schuettet man den Griess dazu, backt bestaendig ruehrend eine glaenzende Masse +ab, gibt, wenn sie noch heiss ist, unter Ruehren das Eigelb dazu, schlaegt +das Eiweiss zu Schnee, zieht es unter den Teig, sticht kurz vor dem +Anrichten mit angefeuchtetem Essloeffel gleichmaessige Kloesse ab, kocht sie +unbedeckt in Salzwasser schnell gar, nimmt sie mit der Schaumkelle +heraus, laesst sie abtropfen, legt sie auf eine erwaermte Schuessel und +reicht Backobst, Mussauce oder dergleichen dazu. + +Kloesse duerfen nicht in Wasser stehen; heiss gehalten werden sie +am besten in bedecktem, ueber Wasserdampf stehenden Siebe. + +_Bemerkung_: Diese Masse kann in gebutterter ausgestreuter Form als +_Griesspudding_ gekocht und warm mit Fruchtsauce gereicht werden. + + + +GRUeTZE, ROTE. + +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Johannisbeeren oder andere Fruechte +100 g Zucker nach Geschmack +65 g grober Griess oder gemahlener Reis +1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Johannisbeeren werden gewaschen, abgebeert und in +einem Topf mit 1/4 l Wasser, zugedeckt, aufgesetzt. Tassenkoepfe oder ein +Napf werden mit Wasser ausgespuelt und hingestellt. Der Griess wird mit +kaltem Wasser abgequirlt und abgetropft. + +_Zubereitung_: Die Johannisbeeren werden 1/2 Stunde gekocht, durch ein +Sieb oder Tuch gegossen, gepresst und mit dem Zucker vermengt wieder auf +den Herd gestellt. Die Fluessigkeit muss reichlich 1/2 l betragen. Kocht +diese Masse wieder, so werden Griess oder Reis hineingeschuettet, 10-15 +Minuten langsam unter Ruehren gekocht, in Form oder Tassenkoepfe gefuellt +und erkaltet gestuerzt. + +_Bemerkungen_: Man kann die Gruetze mit 1/4 l Milch uebergossen oder mit +Milchsauce zu Tisch geben. Viele Arten Fruechte, wie Himbeeren, +Brombeeren, Blaubeeren kann man dazu verwenden, auch anstatt Griess oder +Reis Staerkemehl nehmen, rechnet dann aber auf 1/2 l Fluessigkeit 40 g +Staerkemehl. Natuerlich sind auch fertige Fruchtsaefte zu verwenden. + + + +HEFEKLOeSSE. + +15 g Hefe +250 g Mehl +1/8 l laue Vollmilch +1 Teel. Salz +1 Essl. geschmolzenes Fett +1 Essl. Salz +3 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Das mit dem vierten Teil Mehl und Milch in aufgeloester +Hefe angeruehrte aufgegangene Hefestueck wird mit den uebrigen Zutaten +tuechtig blasig geschlagen. Dann formt man apfelgrosse Kloesse daraus, die +auf mehlbestreutem Brett nochmals in der Waerme aufgehen muessen. + +_Zubereitung_: Die Kloesse werden in Dampf oder in kochendem Salzwasser +gekocht; ersteres geschieht indem man die Kloesse in einen auf kochendes +Wasser gestellten Durchschlag oder auf ein leichtes ueber den Wassertopf +gespanntes Tuch legt. Man versucht mit einem Holzspan, ob die Kloesse gar +sind, und nimmt sie, ist es der Fall, mit dem Schaumloeffel heraus, reisst +sie mit 2 Gabeln etwas auf, uebergiesst sie nach Belieben mit brauner +Butter oder gebratenem Speck und Zwiebeln und richtet sie zu geschmortem +Obst an. + +_Restverwendung_: Reste koennen in Fett aufgebacken werden oder mit +Fruchtsauce ueber heissem Wasser stehend durchwaermen. + + + +HEFEPUDDING. + +175 g Mehl +15 g Hefe +1/8 l Vollmilch +20 g Rinderfett oder Margarine +1 Ei +2 Nelken +40 g Zucker +8 g Salz +40 g grosse u. kleine Rosinen " 0,03-1/2 +5 g Margarine f. d. Form +5 g Zucker zum Bestreuen + + +_Vorbereitung_: Die Milch wird warm gestellt, das Mehl gesiebt und +gleichfalls warm gestellt. Die Hefe wird in die Milch gebroeckelt und +damit verruehrt. Die Rosinen werden verlesen und aufgequollen, die Nelken +gestossen; die Form oder ein Tuch wird mit Fett ausgestrichen und der +Wassertopf wird zum Kochen des Puddings aufgestellt. 20 g Fett werden +zerlassen. + +_Hefestueck_. 125 g Mehl werden in einen Napf getan, in die Mitte des +Mehles wird eine Vertiefung gemacht und die in Milch verquirlte Hefe nach +und nach unter Umruehren in das Mehl geruehrt, bis ein dicklicher, glatter +Brei entstanden ist. Man staeubt etwas Mehl ueber das Hefestueck, bedeckt es +mit einem Tuch und stellt es warm; es muss noch einmal so hoch gehen als +der Teig war. + +_Zubereitung_: Das zerlassene aber nicht heisse Fett wird in einen Napf +getan und die uebrigen vorbereiteten Zutaten ausser Mehl und Hefestueck +dazugemischt; hat das Hefestueck die richtige Hoehe erreicht, so fuegt man +es den anderen Zutaten bei und ebenso das fehlende Mehl. Alles wird gut +verruehrt, in die Form getan oder lose in das Tuch gebunden und in den +Napf zurueckgelegt. Der Teig muss noch 1/4 Stunde hochgehen. Man setzt die +festverschlossene Form oder den Tuchpudding in das stark siedende Wasser +und laesst ihn kochen. Unter das Tuch setzt man einen umgekehrten Teller. +Die Menge des Kochwassers muss immer gleichbleiben, weshalb man ab und zu +kochendes Wasser nachgiessen muss. Nach 1 Stunde nimmt man die Puddingform +heraus, trocknet sie ab, laesst sie einen Augenblick stehen, oeffnet sie, +legt eineu Teller darauf, stuerzt die Form um, hebt sie ab und bestreut +den Pudding mit etwas Zucker. Das Tuch bindet man auseinander, legt eine +Schuessel mit der Oberflaeche auf den Pudding und stuerzt um. + + + +HIRSEBREI. + +125 g Hirse +Wasser und Salz +1/2 l Magermilch +1 Prise Salz +5 g Fett +1 Stueck Apfelsinenschale +20 g Fett zum Uebergiessen +1 Teel. Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Die Hirse wird verlesen, dreimal mit kaltem Wasser +aufgesetzt, das, wenn es heiss ist, abgegossen wird. + +_Zubereitung_: abgetropft braet man die Hirse mit 5 g Fett durch, giesst +die Milch daran, fuegt Salz und Apfelsinenschale dazu und laesst die Hirse +unter oefterem Schuetteln ausquellen. Ist sie gar, so wird der Brei in +einer Schale angerichtet mit 20 g gebraeuntem Fett uebergossen und mit +Zucker und Zimt bestreut. + +_Bemerkung_: Zu jeder Breiart von Reis, Graupen, Hirse usw. werden 125 g +des Mehlpraeparates gerechnet und (nach dem Abwellen) wird zur Herstellung +1/2 l Fluessigkeit gebraucht. + + + +KARTOFFELKLOeSSE. + +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln ohne Schale gewogen +65 g Mehl +2 Eiweiss oder 1 Ei +1 Messerspitze geriebene Muskatnuss +20 g Fett oder Margarine +10 g Salz +20 Abfuellfett +1 Weissbroetchen +2 l Wasser +20 g Salz + + +_Vorbereitung_: Die erkalteten, in der Schale abgekochten, abgezogenen +Kartoffeln werden gerieben; sind es uebrig gebliebene geschaelte Kartoffeln +werden sie durch ein Sieb getrieben; das Weissbroetchen wird in kleine +Wuerfel geschnitten und in 20 g Abfuellfett gebraten. + +_Zubereitung_: Das verquirlte Ei wird mit Salz, Fett, Muskatnuss verruehrt; +die Broeckchen und 50 g Mehl werden hinzugefuegt und das Ganze genau +vermischt; hierauf formt man mit bemehlten Haenden egale Kloesse, welche, in +Mehl umgewendet, 15 Minuten in kochendem Salzwasser offen gekocht werden. +Man legt sie dann zum Abtropfen auf einen Durchschlag und richtet sie +recht heiss an, meist zu Backobst oder geschmorten Birnen oder mit +Mussauce. + +_Restverwendung_: In Scheiben geschnitten, werden die Kloesse in heissem +Fett auf der Pfanne gebacken. + + + +KARTOFFELPUFFER. + +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln, rohe, geschaelt gewogen +5 g Salz +1 Eigelb +1 Teel. Kartoffelmehl +1/8 l (knapp) Vollmilch +1 Eiweiss +50 g Fett oder 60 g Margarine + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden geschaelt und in Wasser gelegt. Man +reibt sie auf einem Reibeisen sehr rasch in einen Napf, in welchem etwas +kaltes Wasser ist, um die Farbe zu erhalten. Dann schuettet man die Masse +auf ein Tuch, presst die Feuchtigkeit leicht ab und ruehrt den Brei mit +Salz, Kartoffelmehl, Milch und Eigelb an. Der steife Eiweissschnee wird +darunter gezogen. + +_Zubereitung_: In der Pfanne werden reichlich Schweineschmalz oder +ausgebratener Speck, dessen Grieben entfernt wurden, gemischtes Fett oder +Margarine erhitzt. Die Masse wird mit einer kleinen Kelle in das +dampfende Fett gelegt und (so duenn wie moeglich) etwa in Groesse eines +kleinen Tellers ausgestrichen. Man wendet die Puffer oft um, baeckt sie +braun und kross und richtet sie auf heisser Schuessel an. Obige Zutaten +muessen 6 Stueck ergeben. + + + +KAeSEPLAeTZCHEN. + +180 g weisser Kaese +30 g Mehl +1 Ei +30 g Korinthen +1 Prise Salz +20 g Zucker +30 g Fett + + +_Vorbereitung_: Der Kaese wird durch ein Sieb gerieben, das Mehl +durchgesiebt. Die Korinthen werden vorbereitet. + +_Zubereitung_: Alle Zutaten, mit Ausnahme des Fettes, werden genau +miteinander vermischt. Aus dem Teig formt man kleine Plaetzchen, die man +in dem heiss und still gewordenen Fett in der Pfanne baeckt. + + + +MAKRONEN. (VORRAT.) + +250 g suesse, 12 Stueck bittere + abgezogene geriebene Mandeln +280 g gesiebter Zucker +7-8 Eiweiss +5 g Backpulver +1 Speckschwarte zum Blech + + +_Vorbereitung_: Die Zutaten werden vorbereitet. + +_Zubereitung_: Mandeln, Zucker und 1 Eiweiss werden ueber dem Feuer +abgeruehrt; der steifgeschlagene Schnee der uebrigen Eiweiss wird zuerst +unter die abgeruehrte Masse gezogen, dann das Backpulver. Mit einem +Teeloeffel setzt man kleine Haeufchen auf das gefettete Backblech, schiebt +es gleich in den Ofen und backt die Makronen hellgelb. Anstatt Mandeln +und Zucker kann man Marzipanreste, anstatt geriebener Mandeln geriebene +Kokosnuss, 1/2 kg (1 Pfd) = M. 0,35, beim Konditor erhaeltlich, verwenden. +(_Kokosnussmakronen_.) + + + +MEHLKLOeSSE. + +50 g Mehl +10 g Rinderfett oder Margarine +2 g Salz +1 Essl. kochendes Wasser + + +_Zubereitung_: Fett und Wasser werden zum Kochen gebracht und unter +schnellem Ruehren in das Mehl und Salz gegossen. Mit einem Teeloeffel, der +zuvor in kochendes Wasser gehalten wird, sticht man, ehe der Teig +erkaltet, kleine Kloesschen ab, laesst diese ungefaehr 15 Minuten langsam +offen in der Suppe oder in Salzwasser kochen und richtet sie mit an. +Sollen die Mehlkloesse zu brauner Butter oder zu Backobst gereicht werden, +so nimmt man die Zutaten dreifach, sticht sie mit einem Essloeffel ab und +kocht sie in Salzwasser gar. Ebenso Mehlkloesse, feinere. Dazu wird obige +Masse verbessert durch Hinzufuegung eines Eies und Verwendung von 1-1/2 +Essloeffel mageren gebratenen Speckwuerfeln anstatt des Fettes. + + + +MILCHFLAMMERI. + +1/2 l kalte Vollmilch +50 g Staerkemehl +50 g Zucker +1 Prise Salz +1 Stueckchen Apfelsinenschale + + +_Vorbereitung_: Eine Form oder einige Tassenkoepfe werden mit Wasser +gefuellt, unmittelbar vor dem Hineinfuellen des Flammeri ausgegossen. + +_Zubereitung_: In irdenem Topfe wird das Staerkemehl mit Milch, Zucker, +Apfelsinenschale und Salz verquirlt, auf dem Herde unter Ruehren zum +Kochen gebracht, 3 Minuten gekocht und nachdem die Schale entfernt ist, +in die ausgespuelten Formen gefuellt, erkaltet gestuerzt und mit Fruchtsauce +gereicht. + + + +MILCHGELEE. + +1/2 l Vollmilch +40 g Speisen- oder Reismehl +6 Essl. Vollmilch +4 Essl. Zucker +1 Stueckchen Zitronenschale + + +_Vorbereitung_: 6 Essloeffel Milch werden mit dem Mehl verquirlt. + +_Zubereitung_: 1/2 l Milch und Zitronenschale kocht man mit Zucker auf, +schuettet das gequirlte Mehl dazu und laesst alles unter Ruehren kochen bis +es klar erscheint. Dann giesst man das Gelee in eine Glasschale und +reicht, ist es erkaltet, Fruchtsauce dazu. + +_Bemerkung_: Anstatt Reismehl kann man 9 Blatt weisse Gelatine verwenden. + + + +MILCHKARTOFFELN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Kartoffeln +Wasser und Salz +20 g Fett oder Margarine +20 g Mehl +20 g Zwiebeln +30 g Schinken- oder Speckreste + oder Schwarten ohne Rauchkanten +1/2 l Magermilch, Pfeffer und Salz + + +_Vorbereitung_: Die Kartoffeln werden in Salzwasser gargekocht und dann +abgezogen; Zwiebeln und Schinken, Schwarten oder Speck werden gewuerfelt. + +_Zubereitung_: In irdenem Topfe schwitzt man die Speck-, Schwarten- oder +Schinken- und Zwiebelwuerfel, fuegt das Mehl dazu, unter Ruehren auch Milch, +Pfeffer und Salz. Man laesst die Sauce langsam einkochen, ruehrt sie durch +ein Sieb, schneidet die warmen Kartoffeln hinein, laesst sie zugedeckt eine +Weile in der Sauce ziehen, nicht kochen, und schmeckt nochmals mit +Pfeffer und Salz ab, ehe angerichtet wird. + +_Bemerkung_: Anstatt Milch koennen auch Wasser und 30 g durchgeriebener, +darin verruehrter weisser Kaese verwendet werden. _Kaesekartoffeln_. + + + +MILCHREIS. + +125 g Reis +1/4 l Vollmilch +1/2 l Wasser zum Abwellen +1 Prise Natron +1/4 l Wasser +1 Prise Salz +1 Stueck Apfelsinen- oder Zitronenschale +5 g Rinderfett oder Margarine +5 g Mehl +20 g Zucker und Zimt + + +_Vorbereitung_: Der Reis wird mit kaltem Wasser gut durchgespuelt, +abgegossen, mit kaltem Wasser im irdenen Topf bis zum Kochen gebracht und +wieder abgegossen. + +_Zubereitung_: Mit 5 g Fett wird er durchgeschwitzt, das Mehl +daruebergestreut und mit 1/4 l Wasser, 1/4 l Milch, Apfelsinen oder +Zitronenschale und Salz unter oefterem Schuetteln einige Minuten flott +offen gekocht. Nun deckt man ihn zu und laesst ihn unter oefterem Schuetteln, +nicht Ruehren, langsam ausquellen, bis er gar ist. Die Schale entfernt +man, richtet den Reis an und bestreut ihn mit Zucker und Zimt. + +_Restverwendung_: _Milchreissuppe_, _Milchreispudding_. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +MILCHREISPUDDING FUeR 4 PERSONEN. + +125 g Reis +1 Prise Natron +1/2 l Wasser zum Abwellen +1/2 l Vollmilch +1 Prise Salz +65 g Butter oder Margarine +125 g Zucker +3 Eier +1 Essl. Zitronenzucker +5 g Margarine +1 Essl. gerieb. Semmel | Form + + +_Vorbereitung_: Der Reis wird gewaschen, abgewellt und abgetropft. + +_Zubereitung_: Der Reis wird in der Milch mit Salz langsam weich und dick +gekocht und kalt gestellt. Das Fett wird zu Sahne geruehrt, Zucker und +Eigelb kommen dazu, ebenso Reis und Zitronenzucker, zuletzt wird der +Schnee der Eier darunter gezogen, und die Masse in eine ausgestrichene, +ausgestreute Verschlussform gefuellt, 1 Stunde in Wasser gekocht und auf +heisser Schuessel gestuerzt. Man gibt eine Frucht- oder Weinschaumsauce +dazu. + +_Bemerkung_: Man kann auch Milchreisreste zu dem Pudding verwenden. + + + +MILCH, SAURE. + +3/4 l Vollmilch +20 g geriebenes Brot +30 g Zucker + + +_Zubereitung_: Auf 2 tiefe Suppenteller oder kleine Schalen verteilt man +die Milch, setzt sie in staubfreien, warmen Raum und laesst sie unberuehrt +etwa 36 Stunden stehen. Man gibt sie mit Brot und Zucker bestreut zu +Tisch oder reicht beides nebenher. + + + +MUeRBETEIG FUeR OBSTKUCHEN UND KLEINE KUCHEN. (VORRAT.) + +90 g Zucker +4 Eigelb +1/2 abgeriebene Zitrone +2 Essl. Magermilch +220 g Margarine +1/2 kg (1 Pfd) Mehl +1 Ei zum Bestreichen +1 Speckschwarte zum Blech + + +_Zubereitung_: Zucker, Zitrone, Milch und Eigelb werden verbunden, dann +unter die zu Schaum geruehrte Margarine gerieben; das Mehl wird zuletzt +darunter genommen. Man rollt den Teig messerrueckendick aus, sticht kleine +Kuchen oder Tarteletts aus (diese muessen mit einem Rand versehen werden), +bestreicht sie mit Ei und bestreut sie, je nachdem man sie verwenden +will, mit laenglich geschnittenen Mandeln, Korinthen oder Zucker und Zimt +und backt sie auf gefettetem Bleche zu guter Farbe. + + + +NAPFKUCHEN. + +175 g Mehl +15 g Hefe +6 Essl. Magermilch +30 g Rinderfett oder Margarine +1 Ei +40 g Zucker +1 Teel. Zitronenzucker +8 g Salz +40 g grosse u. kleine Rosinen + + +_Zubereitung_: Napfkuchen wird ebenso eingeruehrt wie Hefepudding, nur +wird er in einem mit Fett ausgestrichenen irdenen Napfe zerschlagenes +Eiweiss getaucht und um die Raender der Rundungen gefuehrt. Nun wird die +andere Seite des Teiges uebergeschlagen; mit dem Glas werden ueber den sich +abzeichnenden Haeufchen kleine runde Kuchen ausgestochen, die man auf +einem bemehlten Brett nochmals aufgehen laesst und in dampfendem Fett +vorsichtig ausbackt. Ein hineingestochenes Hoelzchen zeigt die Gare an. +Die Pfannkuchen duerfen nicht zu schnell braun werden, damit sie auch +durch und durch backen; fertig gebacken werden sie auf ein mit +Loeschpapier belegtes Sieb gelegt und in Zucker (nach Belieben auch Zimt) +gewendet. Man backt immer nur wenige Pfannkuchen auf einmal. Die +Fuellungen kann man von beliebigem Fruchtmus herstellen. Dieses darf nicht +duenn sein, weil es sonst in der Hitze auslaeuft. Statt 30 g Hefe dienen +auch 20 g Backpulver (1 Paket). + + + +PFENNIGKUCHEN. + +125 g Zucker +125 g Mehl +2 Eier +1 Prise Kardamom +1 Speckschwarte + + +_Vorbereitung_: Ein Blech wird mit Papier abgerieben und dann mit +Speckschwarte eingerieben. Die Eier werden aufgeschlagen und in einen +Napf getan. + +_Backen_: Die Eier werden in dem Napf mit dem fein gesiebten Zucker etwa +1/4 Stunde schaumig geschlagen, dann Mehl und Kardamom hinzugefuegt und +tuechtig mit dem schaumigen Ei verruehrt. Mit einem Teeloeffel setzt man +walnussgrosse Haeufchen auf das Blech und laesst die Kuchen ausserhalb des +Ofens noch 5 Minuten stehen, damit sich auf der Oberflaeche derselben eine +duenne Haut bildet. Nun schiebt man die Kuchen in den nicht zu heissen Ofen +und baeckt sie in 10-15 Minuten zu schoener hellbrauner Farbe. + +_Bemerkung_: Man kann statt Kardamom auch Anis, Vanille- oder +Zitronenzucker als Gewuerz an den Teig ruehren. + + + +SEMMELKLOeSSE. + +5 alte Weissbroetchen +1/8 l Vollmilch +1/8 l Wasser +1 Prise gestossener Zimt +15 g Salz +40 g Zucker +15 g Fett oder Margarine +1 Ei +5 g Fett oder Margarine + + +_Vorbereitung_: Ein flaches Geschirr wird mit etwas Fett ausgestrichen, +Wasser zum Kochen der Kloesse aufgesetzt, Semmel gerieben, 15 g Fett +zerlassen. + +_Zubereitung_: Milch, Wasser, Zimt, Salz, Zucker, das zerlassene Fett und +Ei werden verquirlt, mit der Semmel verruehrt; die Masse wird in das mit +Fett ausgestrichene Geschirr getan, dieses in kochendes Wasser gestellt +und zugedeckt 1-1/2 Stunde gekocht. Die mit einem Loeffel abgestochenen +Kloesse werden auf heisser Schuessel angerichtet und mit geschmortem Obst +oder Sauce zu Tisch gegeben. + +Man kann diese Kloesse durch 6 geriebene Mandeln verfeinern. + + + +WEIHNACHTSKUCHEN, BRAUNE (VORRAT). + +125 g Margarine +125 g Schweineschmalz +150 g brauner Sirup +125 g Zucker +1-1/8 kg (2-1/4 Pfd) Mehl +60 g suesse geriebene Mandeln + od. Zitronatwuerfelchen +5 bittere Mandeln +10 gestossene Nelken +1 Teel. Zimt +10 g chem. reine Pottasche +20 g Backpulver +2 Essl. warmes Wasser +1 Speckschwarte zum Blech + + +_Zubereitung_: Margarine, Schmalz, Sirup und Zucker werden zum Kochen +gebracht und nach dem Auskuehlen mit dem Mehl, das mit den Gewuerzen +vermischt wurde, verruehrt. Pottasche und Backpulver werden in warmem +Wasser aufgeloest, durch ein Musselinlaeppchen gegossen und mit dem Teig +verbunden. Der Teig wird 4 Tage zugedeckt an einen warmen Ort gestellt, +dann ausgerollt, zu beliebigen Formen ausgestochen und auf gefettetem +Blech im Ofen langsam gebacken; vor dem Backen kann man die Kuchen mit +Mandelhaelften garnieren oder nachdem sie abgekuehlt sind, kann man sie mit +Zuckerguss bestreichen. Zuckerguss: 3 Essloeffel Puderzucker mit 2 Teeloeffel +Rosenwasser oder Wasser verruehrt. Darf nicht lange stehen. + + + +WEISSBIERGELEE FUeR 4 PERSONEN. + +9 Tafeln rote Gelatine +1 Flasche Weissbier +1/2 cm Zimt +1/2 Essl Zitronenzucker +100 g Zucker +1 Essl. Rum + + +_Vorbereitung_: Man loest die Gelatine in 8 Essloeffel Weissbier lauwarm auf. + +_Zubereitung_: In das uebrige Weissbier legt man Zimt, fuegt Zitronenzucker, +Zucker, Rum und die durch ein Sieb gegossene Gelatine hinzu, ruehrt alles +gehoerig um, entfernt den Zimt, fuellt das Gelee in kleine Glaeser, eine +Porzellan- oder Glasschale und stellt es recht kalt. + +_Bemerkung_: Anstatt Weissbier kann man auch Apfelwein oder leichten +Weisswein (Weingelee) nehmen; der Rum kann auch fehlen. + + + +ZITRONENSPEISE KALT ZU BEREITEN FUeR 4 PERSONEN. + +4 Eier +200 g Zucker +6 Essl. Zitronensaft +1 Essloeffel Zitronenzucker +3 Tafeln weisse Galatine +2 Essl. Wasser + + +_Zubereitung_: Die Eigelb, mit dem Zucker 1/2 Stunde schaumig geschlagen, +werden nach und nach mit Zitronensaft und Zitronenzucker verbunden, +zuletzt wird vorbereitete Gelatine hinzugefuegt und der Schnee der Eiweiss +sorgfaeltig untergezogen. In eine Glasschale zu fuellen. + +_Apfelsinenspeise_: Dieselbe Masse, nur anstatt 6 Essloeffel Zitronensaft +und -schale: 2 Essloeffel Zitronensaft und 4 Essloeffel Apfelsinensaft +und -schale. + +_Arrakspeise_: Dieselbe Masse, nur anstatt 6 Essloeffel Zitronensaft: 2 +Essloeffel Zitronensaft und 4 Essloeffel Arrak. + +_Himbeerspeise_. Ebenso, nur anstatt 6 Essloeffel Zitronensaft und -schale: +6 Essloeffel Himbeersaft und 1 Teeloeffel Zitronensaft. + +_Kaffeespeise_. Dieselbe Masse, nur anstatt 6 Essloeffel Zitronensaft und +-schale: 1/8 l Kaffeeextrakt, worin 20 g Kakao geloest wurden. + +_Kakaospeise_. Dieselbe Masse, nur anstatt 6 Essloeffel Zitronensaft und +-schale 30 g Kakao und 1. Essloeffel Vanillezucker in 1/8 l Wasser geloest. + + * * * * * + +KOMPOTT. + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +APFELKOMPOTT (GESCHMORTE AePFEL). + +1/2 kg (1 Pfd.) Aepfel +3 Essl. Zucker +4 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Aepfel werden sauber geschaelt und die Kernhaeuser +entfernt. + +_Zubereitung_: In dem Zuckerwasser schmort man sie weich und klar, +richtet sie an, kocht den Saft noch etwas ein und giesst ihn ueber die +Aepfel. + +_Restverwendung_: Aus Kernhaeusern und Schalen kann man Apfelwasser zu +Getraenk oder zur Verwendung bei Apfelsuppe oder Apfelreis bereiten. + + + +APFELMUS. + +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Aepfel +3 Essl. Zucker +6 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Aepfel werden geschaelt und in Stuecke geschnitten. + +_Zubereitung_: In einem erwaermten Topf recht schnell mit dem Wasser weich +gekocht ruehrt man die zerkochten Aepfel durch ein Sieb und vermischt das +Mus mit dem Zucker. + + + +BACKOBST. + +125 g Backobst (oder eine Sorte Obst allein) +1 Stueckchen Zimt +1 Stueckchen Apfelsinenschale +2 Essl. Zucker +3 g Kartoffelmehl +1 Essl. Wasser +3/8 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Trocknes Obst wird moeglichst Abends vor dem Gebrauch +gewaschen und in irdenem Topf mit 3/8 l frischem Wasser zum Aufquellen +hingestellt. + +_Zubereitung_: In demselben Topf wird, ohne das Wasser zu wechseln, das +Backobst am naechsten Morgen mit Apfelsinenschale, Zimt und der Haelfte +Zucker zum Kochen gebracht, dann zugedeckt, zurueckgeschoben und sehr +langsam 2-3 Stunden erweicht, ohne darin zu ruehren; nur ab und zu wird +der Topf geschuettelt. Noetigenfalls giesst man etwas Wasser dazu, so dass +reichlich Bruehe vorhanden ist. Das Obst wird herausgehoben, der uebrige +Zucker mit dem Saft gemischt, dieser auf 1/8 l eingekocht und mit in +Wasser geloestem Kartoffelmehl gemischt; das Obst wird mit dem Saft +begossen angerichtet. + +_Bemerkungen_: _Getrocknete Aepfel_ beduerfen kuerzerer, _Birnen_ der +laengsten Zeit zum Aufquellen und Erweichen; man soll sie deshalb lieber +allein kochen und moeglichst lange einweichen. Zubereitung ebenso. +_Getrocknete Aprikosen_ werden ebenso bereitet, brauchen aber 1 Essloeffel +Zucker mehr. _Getrocknete Pflaumen_ muessen recht rund und weich sein. Zu +_Backobst mit Kloessen_ nimmt man dieses Rezept doppelt. _Amerikanische +Ringaepfel_ werden sofort gekocht, nicht eingeweicht. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +BIRNEN (FRISCHE). + +1/2 kg (1 Pfd.) Birnen +1/4 1 Wasser +30 g Zucker +1 Stueckchen Apfelsinenschale +2 g Staerkemehl +1 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Man schaelt die Birnen recht huebsch, beputzt die Stiele +(sind die Birnen gross, so schneidet man sie in Haelften, Viertel oder +Achtel, entfernt das harte Kernhaus) und waescht sie. Das Staerkemehl wird +geloest. + +_Zubereitung_: In irdenem Topfe laesst man sie mit Wasser, Zucker und +Apfelsinenschale zugedeckt weich schmoren, tut das Staerkemehl hinzu und +laesst die Birnen noch einmal damit aufkochen. + + + +BLAUBEERENKOMPOTT (BESINGE). + +1/2 kg (1 Pfd) Blaubeeren +50 g Zucker +1 Stueckchen Apfelsinenschale +2 g Staerkemehl +1 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Blaubeeren werden verlesen, gewaschen und mit Zucker in +einem irdenen Topf geschwenkt. Das Staerkemehl wird geloest. + +_Zubereitung_: Die vorbereiteten Blaubeeren werden im irdenen Topfe auf +den Herd gestellt und mit der Apfelsinenschale 1/4 Stunde langsam +geschmort. Darnach ruehrt man das mit Wasser geloeste Staerkemehl unter +Umruehren dazu, laesst alles aufkochen und richtet das Gericht an. + +_Bemerkungen_: Johannisbeeren (_Johannisbeerkompott_) und Brombeeren +(_Brombeerkompott_), von den Stielen befreit, schmort man ebenso. + +_Zu Fruchtsuppe (Apfelsuppe, Blaubeeren- oder Besingssuppe, Kirschsuppe, +Pflaumensuppe)_ giesst man 3/4 l Wasser zu dem geschmorten Obst und +verbindet 1 Essloeffel Staerkemehl damit wie oben angegeben und schmeckt mit +Zucker ab. + + + +KIRSCHKOMPOTT. + +375 g saure Kirschen +40 g Zucker +2 g Staerkemehl +1 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Kirschen muss man waschen, entstielen, mit einer neuen +Haarnadel entkernen. Die Haelfte der Kerne wird gestossen, in einen +ausgewaschenen Mullbeutel gebunden und die Kirschen mit Zucker +geschwenkt. Das Staerkemehl wird geloest. + +_Zubereitung_: Die vorbereiteten Kirschen werden mit den Kernen zu Feuer +gebracht und zugedeckt langsam weich geschmort; hierauf wird der +Mullbeutel entfernt, die Sauce mit dem geloesten Staerkemehl seimig +gemacht, das Kompott etwas geschuettelt, damit sich die Kirschen fuellen, +und angerichtet. Man kann die Kirschen, besonders aber suesse, auch nur +abstielen, unb unausgekernt schmoren. + +_Bemerkung_: Suesse Kirschen erfordern weniger Zucker. + +_Pflaumenkompott_ bereitet man mit oder ohne Steine ebenso. 30 g Zucker +genuegen. + + + +KUeRBIS. + +250 g geschaelte Kuerbisstueckchen +1 Essl. Essig +1 Nelke +3 Essl. Zucker +2 g Staerkemehl +2 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung_: Der Kuerbis wird geschaelt, in gefaellige Stuecke +geschnitten, gewaschen und abgetropft. Das Staerkemehl wird geloest. + +_Zubereitung_: Die Kuerbisstueckchen werden mit Essig, Nelke und Zucker +zugedeckt weich geschmort, mit dem in kaltem Wasser geloesten Staerkemehl +verruehrt, aufgekocht und angerichtet. + +_Bemerkung_. Reste zu Reis mit Kuerbis oder Kuerbissuppe. + + + +PREISSELBEEREN. + +250 g Preisselbeeren +3 Essl. Zucker +2 1 Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Preisselbeeren werden verlesen, einen Augenblick in +kochendes Wasser geschuettet, damit der herbe Geschmack sich verliert; +dann giesst man das Wasser ab. + +_Zubereitung:_ Man tut den Zucker auf die abgetropften Beeren und laesst +sie solange schmoren bis sie durchsichtig sind; abgekuehlt richtet man sie +an. + +_Bemerkungen:_ Zur Vermehrung koennen Kuerbisstueckchen mitkochen. Man kann +groessere Mengen so zubereiteter Preisselbeeren in Toepfe fuellen, fest mit +doppeltem Pergamentpapier verbinden und fuer den Winter aufheben. +(_Preisselbeeren fuer den Winter_.) + + + +RINGAePFEL, AMERIKANISCHE (ALS BACKOBST). + +65 g amerikanische Ringaepfel +25 g Zucker +4 g Kartoffelmehl +1 Stueckchen Apfelsinenschale +1/4 1 Wasser + + +_Vorbereitung:_ Amerikanische Ringaepfel muessen allein gekocht werden, +weil sie kuerzere Zeit brauchen und sich auch faerben wuerden; sie werden +nur mehrmals warm gewaschen. Man weicht sie nicht ein. + +_Zubereitung:_ Sonst werden sie bereitet wie anderes Backobst; sie sind +z. B. fuer Kranke ein gutes Kompott. + +_Bemerkung:_ Amerikanische Ringaepfel sind auch zu _Apfelmus_, +_Apfelbettelmann_ und _Apfelreis_ zu verwenden. + + + +STACHELBEERKOMPOTT, RHABARBERKOMPOTT. + +250 g unreife Stachelbeeren oder Rhabarber +1 Prise Natron +90 g Zucker, gelaeutert +4 Essl. Wasser +1 Stueckchen Zitronenschale +1 g Zimt +2 g Staerkemehl +2 Essl. Wasser + + +_Vorbereitung:_ Die Stachelbeeren werden von Bluete und Stiel befreit, +gewaschen und abgetropft. Rhabarber wird wenn noetig geschaelt, sonst nur +in etwa 3 cm lange Stuecke geschnitten und gewaschen. Beides wird in +kochendem Wasser uebergewellt, die Beeren erhalten Zusatz von Natron. + +_Zubereitung_: Stachelbeeren oder Rhabarber werden in den gelaeuterten +Zucker geschuettet und muessen darin mit Zitronenschale und Zimtstuecke im +zugedeckten irdenen Topf 1-1/2 Stunde ziehen. Dann werden sie mit +Staerkemehl abgezogen; Schale und Zimt nimmt man beim Anrichten heraus. + +_Bemerkungen_: Nach Belieben kann man den Rhabarber mit etwas Birnenfarbe +rot faerben. Beide Kompotts sind zum Belegen von Blech- oder Muerbekuchen +verwendbar, ebenso Kirschen, Heidelbeeren, Pflaumen (_Obstkuchen_). + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + * * * * * + +GETRAeNKE. + +(Die Rezepte sind stets, wo nicht anders angegeben, fuer zwei Personen +berechnet.) + + + +EIERBIER (WARMBIER). + +(Zu 4 Glaesern.) + +4 Eier +90 g Zucker +1 Teel. Zitronenzucker +3/4 l Weiss- oder Braunbier + + +_Zubereitung_: Die ganzen Eier werden mit dem Zucker geschlagen. Das Bier +wird heiss gestellt und dann mit Eierschaum und Zitronenzucker ueber +gelindem Feuer mit dem Schneeschlaeger verschlagen und sofort angerichtet. + + + +FLEISCHBRUeHE FUeR EINEN KRANKEN ODER EINEN SAeUGLING. + +125 g mageres Rindfleisch oder Kalbfleisch +1/4 l Wasser +3 g Salz + + +_Vorbereitung_: Das gewaschene Fleisch wird fein geschnitten, besser noch +gewiegt, das kalte Wasser darueber gegossen, Salz hinzugefuegt. + +_Zubereitung_: Diese Masse kocht man zugedeckt langsam 3/4 Stunden und +giesst sie durch ein Sieb. Die Bruehe kann in der Saeuglingsflasche allein +oder mit Milch gereicht werden, ist auch zum Aufweichen von Zwieback oder +alter Semmel fuer ein kleines Kind zu gebrauchen. + +Gericht fuer den Selbstkocher. + + + +GLUeHWEIN. + +(Zu 4 grossen Weinglaesern.) + +1/2 Flasche Rotwein, moeglichst Burgunder +2 g Zimt +4 Nelken +80 g Zucker +1/2 fein abgeschaelte Zitronenschale + + +_Zubereitung_: Alle Zutaten werden gemischt, auf dem Feuer bis zum Sieden +erhitzt, durch ein Haarsieb gegossen und heiss gereicht. + + + +GROG. + +(Zu 4 Wasserglaesern.) + +1/8 l Kognak, Arrak oder Rum +80 g Zucker +3/4 l kochendes Wasser + + +_Zubereitung_: Zucker und Kognak werden schnell mit dem kochenden Wasser +vermischt und sofort gereicht. Staerke und Suesse des Getraenkes sind nach +Geschmack zu veraendern. + + + +HAFERSCHLEIM ZUM TRINKEN. + +(fuer einen Kranken oder als Zusatz zur Flasche fuer Saeuglinge.) +(Fuer 1 Liter.) + +60 g Hafergruetze +1 Prise Salz +1-1/2 1 Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Hafergruetze wird abgequirlt, mit kaltem Wasser +angequollen und abgegossen. + +_Zubereitung_: Im irdenen Topf fuellt man, unter haeufigem Schlagen mit dem +Holzloeffel, 1/4 l Wasser auf, laesst dieses verkochen und faehrt so fort, +bis die Gruetze ganz weich und die Fluessigkeit seimig ist. Dann reibt man +den Haferschleim durch ein Haarsieb, in Ermangelung durch ein heiss +ausgewaschenes Tuch, und erhitzt ihn mit einer Kleinigkeit Salz. Zucker +fuegt man nach Geschmack hinzu und verduennt den Schleim je nach Verwendung +mit kochendem Wasser. Fuer Kranke gibt man gern etwas Himbeersaft oder +Rotwein hinein. + +_Bemerkung_: _Hafergruetze zu Umschlaegen_. Zu Umschlaegen wird die +Hafergruetze ebenso, aber ohne Salz, bereitet, nur weniger Wasser +aufgefuellt, so dass ein Brei entsteht und nicht durchgeruehrt. + + + +KAFFEE. + +(Fuer 1/2 Liter.) + +15 g Kaffeebohnen +1 Prise Cichorien +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Kaffeebohnen werden gemahlen, mit der fein +gebroeckelten Cichorie (welche auch fortbleiben kann), vermischt und in +einen Porzellantopf geschuettet. + +_Zubereitung_: Dann giesst man 1/2 l brausend kochendes Wasser darauf.-- +Man laesst den Kaffee 20 Minuten zugedeckt ziehen und giesst ihn dann durch +einen Kaffeetrichter, den man ebenso wie die Kaffeekanne vorher kochend +ausspuelt, in die so vorbereitete Kanne. Will man Kaffee heiss halten oder +von neuem erwaermen, setzt man ihn verdeckt in einem Porzellangefaess in +heisses Wasser. + + + +KAFFEEBEREITUNG VON KATHREINERS MALZKAFFEE. + +(Fuer 1 Liter.) + +40 g Kathreiners Malzkaffee +1 l Wasser +10 g Kaffeebohnen + + +_Vorbereitung_: Der Malzkaffee wird gemahlen, mit kaltem Wasser auf das +Feuer gestellt. + +_Zubereitung_: Zugedeckt muss er langsam 5 Minuten kochen, dann wird der +gemahlene Bohnenkaffee mit der Malzkaffeeabkochung ueberbrueht. Die Masse +muss nun 15 Minuten auf heisser Stelle stehen und wird dann durch einen +Trichter, in den ueberbruehtes Filtrierpapier gelegt ist, gegossen. + + + +KAKAO + +bereitet man, indem man 1 Essloeffel Kakao und 1 Teeloeffel Zucker mit 1 +Essloeffel Wasser verruehrt und mit der ganzen Fluessigkeit (3/8 l auf 1 +Essloeffel Kakao) Wasser oder Milch 5 Minuten kocht. + +_Bemerkung_: Reichardtscher Armee-Kakao 1/2 kg (1 Pfd.) braucht +nur mit Zucker und der kochenden Fluessigkeit verruehrt zu werden. Er +eignet sich seiner starken Entfettung wegen gut zu nahrhaftem kaltem +Getraenk. + + + +LIMONADE. + +(Zu 1/2 Liter.) + +1/4 Zitronen- oder Apfelsinenschale +25 g Zucker +1/2 l kochendes Wasser +3 Essl. Zitronen- od. 6 Essl. Apfelsinensaft + + +_Vorbereitung_: Die Zitronen- oder Apfelsinenschale wird fein abgeschaelt. + +_Zubereitung_: Der Zucker wird hinzugefuegt und mit kochendem Wasser +uebergossen. Ist dieses erkaltet, kommt Zitronen- oder Apfelsinensaft +durch ein Sieb hinzu; die Schale entfernt man und setzt die Limonade kalt +oder tut ein Stueckchen kuenstliches Eis hinein, kann sie aber auch warm +geben, als: _Schweisstreibendes Mittel_. + + + +MILCH ABZUKOCHEN. + +Zum Abkochen der Milch haelt man sich einen ganz bestimmten Topf, welcher +gut verzinnt oder emailliert ist, ferner einen Porzellantopf zum +Ausgiessen der Milch und ein Blechhuetchen, sogen. Milchhueter. Der +Milchtopf wird mit kaltem Wasser ausgespuelt. Die Milch wird so in den +Topf gegossen, dass noch ca. 10 cm Topfrand freibleiben. Man setzt den +Milchtopf nicht auf das offene Feuer, sondern auf die Herdplatte. Das +Kochen der Milch soll die schaedlichen Keime oder Pilze, welche in +derselben vorhanden und die Ursache der Gaerung sind, toeten. Zuweilen sind +aber auch noch andere Krankheitsstoffe der Kuh in der Milch, daher ist es +notwendig, die Milch nicht nur aufzukochen, sondern dieselbe 5 Minuten +andauernd zu kochen. Das Blechhuetchen verhindert die Bildung des +Haeutchens, welches platzt und das Ueberlaufen beguenstigt, wenn die Milch +hoeher steigt. Kocht nun die Milch und dehnt sich dabei aus, so steigt sie +in die Roehre des Milchhuetchens und faellt abgekuehlt von oben wieder in den +Topf zurueck. Auf diese Weise kann man die Milch geraume Zeit kochen +lassen, ohne dass sie ueberlaeuft. Milch fuer Saeuglinge muss nach der Uhr +gekocht werden, nicht einen Tag laenger, den andern Tag kuerzer.--Man giesst +die Milch, nachdem sie 5 Minuten gekocht hat, in einen Porzellantopf und +ruehrt sie, waehrend sie abkuehlt, oefter um, damit die Sahne sich nicht +abscheidet. Dann setzt man sie zum Aufbewahren verdeckt in kaltes Wasser. + + + +PUNSCH (WARM). + +(Zu 12 Glaesern.) + +5 Tee +3/4 l kochendes Wasser +1 Flasche Rotwein +1/4 Flasche Rum +125 g Zucker + + +_Zubereitung_: 3/4 l Tee werden nach Angabe bereitet und durch ein +Teesieb gegossen; Wein, Rum und Zucker werden in irdenem Topfe auf +gelindes Feuer gesetzt und bis kurz vor den Kochgrad gebracht, d. h. bis +sich weisser Schaum zeigt, dann mit dem Tee vernmischt. Der fertige Punsch +wird auf die Suessigkeit geprueft. + + + +SAeUGLINGSFLASCHE. + +Die nach Vorschrift gekochte Milch wird durch einen nur fuer diesen Zweck +bestimmten Trichter, in dem ein gebruehtes Mulllaeppchen liegt, in die +tadellos saubere Flasche gegossen; heissgemachter Tee oder abgekochtes +Wasser zur Verduennung und, wenn sie verwendet werden, Jungklaussens oder +Kufekes Kindermehl in kalter Milch aufgeloest, kommen dazu, der +Gummipfropfen wird uebergezogen, umgebogen und die Flasche tuechtig +geschuettelt. Ist der Inhalt der Flasche zu heiss, so kuehlt man letztere in +kaltem Wasser ab, ist er zu kuehl, stellt man sie kurze Zeit in warmes +Wasser. Die Temperatur muss man waehrend des Trinkens moeglichst erhalten; +durch Umwicklung der Flasche mit Flanell oder aus Wolle gestricktem +Ueberzug (Fuss eines Wollstrumpfes) oben mit Band zum Zuschnueren versehen, +ist das leicht zu erreichen. + + + +SCHOKOLADE MIT MILCH. + +Zu einer Tasse nimmt man 30 g Schokolade und 1/4 l Milch. Die Schokolade +wird zerbrochen, mit einigen Loeffeln Wasser im irdenen Topf warm gesteht, +bis sie weich ist, und dann mit der Milch aufgekocht. Man kann die Milch +auch ganz weglassen und statt derselben nur Wasser nehmen +(_Wasserschokolade_). Besonders preiswert ist Reichhardt's neue +Armee-Schokolade, garantiert rein Kakao und Zucker. 1/2 kg (1 Pfd.) +kostet nur M 0,80. + + + +TEE. + +Zur Bereitung einer Tasse benoetigt man 1 gestrichenen Teeloeffel Tee. +Grustee ist sehr zu empfehlen. Derselbe wird in ein Mullbeutelchen getan, +das man zu diesem Zwecke naeht. Man quillt den Tee erst durch 1/3 der +Fluessigkeit an, laesst ihn 3 Minuten zugedeckt ziehen, fuegt das uebrige +kochende Wasser dazu und giesst den Tee nach Verlauf von 6-8 Minuten durch +ein Teesieb. Auf die Teeblaetter kann man einen zweiten Aufguss machen, der +noch ein leidliches Getraenk gibt. _Ausgenutzte Teeblaetter_ verwahrt man +zum Abfegen der Teppiche, auf welche sie angefeuchtet gestreut werden. +Reichhardt's Tee-Grus ist sehr wohlschmeckend. Preis 1/2 kg (1 Pfd.) M +1,50. + +Von _Kamillen-, Pfefferminz-, Melissen-, Salbei-, Holunderblueten-, +Lindenblueten-, Fenchel-_ und _Brusttee_ nimmt man 1/2 Teeloeffel auf 1/4 l +Wasser. Die Kraeuter werden in eine Porzellankanne getan und, nachdem das +kochende Wasser darauf gegossen wurde, 5 Minuten zugedeckt ziehen +gelassen; dann giesst man den Tee durch ein Sieb ab. Ist kein Sieb +vorhanden, so tut man den Tee in ein kleines Mullbeutelchen. + +_Stiefmuetterchen-, Baldrian-, Walnussblaetter-, Sennesblaetter, St. Germain- +_ und _Holztee_ werden Abends mit kaltem Wasser aufgestellt und am +anderen Morgen zum Gebrauch abgegossen (1 Teeloeffel Tee auf 1/4 l +Wasser). + + + +EINMACHEN. + +Die dazu bestimmten Gemuese und Fruechte sind stets frueh am Tage zu kaufen +und muessen moeglichst frisch Verwendung finden. Fruechte sollen nicht ganz +reif, doch aber schon aromatisch und ohne Druckstellen sein. Die +Vorbereitung zum Einmachen muss in kuehlem Raume geschehen. Das Einmachen +soll moeglichst hintereinander stattfinden; Gemuese duerfen nicht erst am +folgenden Tage fertig gestellt werden. Gleichzeitiges Kochen von fetten +oder riechenden Speisen ist zu vermeiden. Die angegebenen Gemuese- und +Fruchtpreise sind fuer unguenstige Jahre, also ziemlich hoch aufgestellt. + +Zucker zum Einmachen ist am vorteilhaftesten im ganzen und gaenzlich +ungeblaut zu kaufen. Der Zucker wird in kleine Stuecke geschlagen, damit +er sich schneller loest. Man bedient sich zum Zerschlagen einer +Pappunterlage. Tische und Bretter werden ohne Unterlage verdorben, und +man hat bei Benutzung von Pappunterlagen ausserdem das Sammeln der +Zuckerkruemel leichter. Der Zucker wird in eine irdene Schale getan und +auf je 1 kg (2 Pfd.) 1/2 l Wasser gefuellt. Nachdem er aufgeweicht ist +(das Abwiegen und Einweichen geschieht vor der Vorbereitung der Fruechte), +setzt man ihn in einem sauberen blanken Kessel zuerst auf schwaches Feuer +und zerdrueckt sorgfaeltig die noch etwa vorhandenen Stuecke. Die Loesung +darf nicht eher den Kochgrad erreichen bis der Zucker vollstaendig +aufgeloest ist, sonst setzt er sich spaeter als harte Masse an dem Rand des +Kessels oder in Glas, Topf oder Buechse ab. Ist die Loesung vollkommen +klar, so setzt man sie auf lebhafteres Feuer, schoepft dann mit dem +Schaumloeffel sorgfaeltig den aufsteigenden Schaum ab und reinigt mit einer +feuchten kleinen Stielbuerste den Kesselrand von dem angesetzten Zucker so +oft es noetig ist. + +Der sogenannte _erste Grad_ ist der nach dem gruendlichen Abschaeumen; er +kommt beim Obstschmoren in Betracht. + +Beim _zweiten Grad_ faellt der Zucker in breiten Tropfen vom Schaumloeffel. +Dieser Grad genuegt meist zum Einmachen vieler Fruechte. + +Beim _dritten Grad_ faellt er vom Schaumloeffel in einem duennen kurzen +Faden, der sich sofort nach dem Schaumloeffel zurueckzieht. Dieser Grad ist +fuer suesse Konfitueren erforderlich. + +Pergamentpapier wird, soll es zum Verschliessen von Einmachbehaeltern +dienen, passend geschnitten, in lauwarmes Wasser getaucht, auf sauberem +Tuche schnell abgetrocknet und in doppelter Lage uebergebunden; +Pergamentpapier muss jedesmal beim Neubebinden frisch angefeuchtet werden. + +Seidenpapier bildet guten Verschluss fuer Glaeser, wenn es passend +geschnitten, auf beiden Seiten durch zerschlagenes, wieder zerflossenes +Eiweiss gezogen vorsichtig ueber das betreffende Glas gelegt wird. Darueber +wird ein trockenes zweites Blatt gebreitet und mit sauberem Tuche +ringsherum fest angedrueckt. Wenn erforderlich, legt man darueber noch ein +drittes Blatt. Dieses Verfahren gewaehrt, ist das Papier getrocknet, +luftdichten Abschluss. + + + +AUFBEWAHREN VON EINGEMACHTEM. + +Eingemachtes muss trocken, luftig, kuehl, aber frostfrei aufgehoben werden. +In feuchten dumpfen Kellern oder in warmen Raeumen verdirbt es leicht. + + + +BIRNEN IN ESSIG. + +1-1/2 kg (3 Pfd.) Birnen +3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Zucker +1/2 l nicht zu scharfer Weinessig +1 Stueck Zitronenschale +1 Stueck Zimt +10 Nelken +2 Essl. Weinessig +125 g Zucker +1/4 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Kleinere Birnen, die man unzerschnitten schaelt, groessere, +die man halbiert und deren Kernhaus man recht rund ausschaelt, oder +Tafelbirnen, die man schaelt und in Viertel schneidet, werden vorbereitet, +waehrend man 3/4 kg (1-1/2 Pfd.) Zucker in Essig aufloest und schaeumt. + +_Zubereitung_: Die Gewuerze (in einem Mullbeutel) werden mit dem Essig und +Zucker ausgekocht. Die Birnen laesst man in Wasser, Zucker und Essig +ueberwellen, legt sie abgetropft in den Zuckeressig und kocht sie darin +weich. Dann fuellt man die Birnen in Glaeser oder Toepfe und kocht den +Zuckeressig ein, so dass er breit vom Loeffel tropft. Nachdem er erkaltet +ist, uebergiesst man die Birnen damit (die Gewuerze bleiben zurueck) und +verschliesst die Gefaesse nach Angabe. Nach einigen Tagen schuettet man die +Birnen auf einen Durchschlag, kocht den duenngewordenen Essig zum zweiten +Grade ein und fuellt ihn, nachdem er erkaltet, auf die in die Gefaesse +zurueckgelegten Birnen. Ist der Saft auch dann noch durch den Saftgehalt +der Birnen verduennt, so muss er nochmals eingekocht werden; hat er sich zu +sehr verringert, so muss man Zucker und Essig zusetzen. + + + +BOHNEN, GRUeNE, ZU SALZEN. (VORRAT.) + +5 kg (10 Pfd.) Bohnen +1 kg (2 Pfd.) Salz + + +Die Bohnen--Schneidebohnen sowohl als Brechbohnen--werden gepflueckt, +solange sie noch nicht hart und faserig sind, abgezogen, fein +geschnitzelt oder gebrochen und sofort mit Salz vermengt. In grosse hohe +Steingut- oder Bunzlauer Toepfe streut man auf den Boden eine Schicht +Salz, schichtet dann die gesalzenen Bohnen ohne jede weitere Zutat ein +und stampft sie mit der in jeder Kueche gebraeuchlichen hoelzernen Ruehrkeule +fest. _Das ist wichtig zur guten Erhaltung._ Man legt nun obenauf ein +Stueck reine alte Leinwand, welche die Schimmelbildung abhaelt und spaeter, +wenn es noetig ist, leicht ausgewaschen werden kann, dann einen +Porzellandeckel oder dergl., welcher mit sauberem Feldsteine beschwert +wird. So kann der Topf mit den Bohnen an jedem nicht zu warmen Orte +aufbewahrt werden. + +_Oder_: Man packt sie schichtweise mit dem Salz in Glaeser oder Toepfe. +Obenauf legt man ein passendes Brettchen, das mit einem Stein beschwert +wird. Sobald sich Lake gesetzt hat entfernt man Stein und Brett, giesst +geschmolzenes warmes Fett auf die Lake und bindet den Topf zu. Man kann +groessere Mengen, gut mit Salz vermischt, unter Druck eines auf einem +sauberen Tuche liegenden Feldsteines in einen Steintopf legen und +beliebig davon brauchen. Das Tuch ist oft auszuwaschen. + + + +BOHNEN, GRUeNE, ZU TROCKNEN. + +Die Bohnen werden abgezogen, gebrochen, auf Faeden gezogen und in der +Sonne oder auf einem sauberen Backblech in gelinder Ofenwaerme getrocknet. +Man laesst sie an der Luft noch nachtrocknen und hebt sie in Beuteln auf. + + + +HIMBEERESSIG. + +2 kg (4 Pfd.) Himbeeren +1 l Weinessig +1-1/2 kg (3 Pfd.) Zucker +1/2 l Wasser + + +_Vorbereitung_: Die Himbeeren zerdrueckt man mit der Kelle, bedeckt sie 12 +Stunden mit dem Weinessig und giesst sie durch ein Tuch. + +_Zubereitung_: Der Zucker wird gelaeutert, zu Sirup eingekocht, mit dem +Essig noch 20 Minuten gekocht und auf Flaeschchen gefuellt; diese werden +verkorkt, versiegelt und der Himbeeressig zum Gebrauch mit frischem +Wasser oder Selterwasser gemischt. + + + +KIRSCHEN MIT SALICYL. + +3 kg (6 Pfd.) saure Kirschen +1-1/2 kg (3 Pfd.) Streuzucker +3 g Salicyl + + +_Vorbereitung_: Recht fleischige saure Kirschen werden ausgesteint. Sie +werden in einem Steintopfe mit dem Zucker vermischt und eine Nacht +zugedeckt kuehl gestellt. Am andern Tage loest man das Salicyl mit 3 +Essloeffel von dem Saft auf, ruehrt es unter die Kirschen und bindet den +Topf mit Pergamentpapier zu. Jeden zweiten Tag muessen die Kirschen +umgeruehrt werden, bis der Saft die Frucht bedeckt. So zubereitet haelt +sich das Kompott vorzueglich. Wohlschmeckender und ausgiebiger ist es, +wenn man das notwendige Kompott aus dem Topfe nimmt, dasselbe mit etwas +Wasser verduennt, die Kirschen durchschmort und die Sauce mit etwas +Staerkemehl seimig kocht. + + + +KOMPOTTS IN GESCHWEFELTEN GLAeSERN EINZUMACHEN. + +Die Fruechte werden wie zum Kompott vorbereitet und geschmort. Der Zucker +wird bis zum ersten Grade gekocht, dann werden die Fruechte +hineingeschuettet und soviel wie moeglich geschaeumt. + +Die sauberen Glaeser werden ueber einen Tops mit Schwefelfaeden, wovon einer +angezuendet wurde, geschwefelt. Man legt ein Tuch leicht ueber das Glas und +den Schwefeltopf und haelt das Glas mit diesem ueber den brennenden +Schwefel, bis es mit weissem Qualm angefuellt ist. Man lueftet den hinteren +Zipfel des Tuches oefter, um die Luft zuzufuehren, damit die Schwefelfaeden +brennen koennen. Gewoehnlich oeffnet man ein Fenster. + +Das Kompott wird heiss bis 2 cm vom Rande eingefuellt; der Saft muss +reichlich darueber stehen. + +Um die Oberflaeche zu schwefeln haelt man ein anderes geschwefeltes Glas +einen Augenblick darueber und bindet dann das gefuellte Glas nach Angabe +zu. + +Besonders gut sind auf diese Weise einzumachen: + +_Blaubeeren_ werden wie zu Kompott geschmort, koennen aber auch ohne +Zucker, nur gewaschen, im Kessel ueberwellen. Der Saft muss reichlich sein. + +_Blaue Pflaumen_ schmort man wie zu frischem Kompott. + +_Dreimus_, d. h. 1 Teil Himbeeren, 1 Teil Johannisbeeren, 2 Teile +Kirschen; diese Mischung muss 1/2 Stunde schmoren und haeufig mit dem +Schaumloeffel bewegt werden, da das Kompott sehr leicht anbrennt. Wer die +Johannisbeerkerne nicht liebt, fuegt nur den Saft der Beeren hinzu. Man +kann auch 1 Teil Erdbeeren zu der Mischung schuetten. + +_Kirschen_, mit oder ohne Kerne, und (nach Belieben) mit einem Beutelchen +gestossener Kerne, Zimt und etwas Zitronenschale geschmort. + + + +KRAeUTER ODER TEES ZU TROCKNEN. + +(Majoran, Mint, Pfefferkraut, Thymian und alle Tees.) + +Kraeuter und Tees werden bei trockenem Wetter vor der Bluete geschnitten; +der Staub wird soviel wie moeglich durch Abschuetteln entfernt. Man bindet +kleine Straeusschen aneinander und haengt sie in die Sonne, bis sie trocken +sind. Dann reibt man die Blaetter von den Stielen und verwahrt sie in +Buechsen oder hebt sie mit den Stielen in luftigen Beuteln auf. + + + +KUeRBIS. + +1-1/2 kg (3 Pfd.) vorbereiteter Kuerbis +4 l Essig +1-1/2 kg (3 Pfd.) Zucker +3/4 l Wasser +Die Schale von 1/2 Zitrone, 1 Stueckchen Ingwer und + 1 Stueck Zimt, 4 Nelken (in einem Mullbeutel) +Weisses Papier, 1 Essl. Rum + + +_Vorbereitung_: Der Kuerbis wird geschaelt, in Streifen geschnitten, +gewogen. + +_Zubereitung_: Den vorbereiteten Kuerbis uebergiesst man mit leichtem Essig, +so dass er ganz davon ueberdeckt ist. Am andern Tage kocht man den Zucker +mit Wasser bis zum zweiten Grade und laesst den Gewuerzbeutel mitkochen. Der +inzwischen auf einem Durchschlage abgelaufene Kuerbis kocht in dem Zucker +so lange, bis er klar erscheint. Man nimmt ihn dann mit dem Schaumloeffel +heraus und kocht den Saft dicklich ein, giesst ihn nach dem Erkalten ohne +die Gewuerze ueber die in Glaeser gepackten Kuerbisstuecke, ueberdeckt diese +mit Rumpapier und verschliesst die Glaeser mit Pergamentpapier. + +_Bemerkungen_: Der Essig kann zur Bereitung von sauren Gemuesen oder +Fleisch oder zum Scheuern verwendet werden. Reste kommen in den +Essigtopf. + + + +PETERSILIE IM WINTER ZU ZIEHEN. + +Dicke Petersilienwurzeln schneidet man in der Mitte durch, hoehlt sie aus, +legt einen feinen Bindfaden, an dem 2 Schlingen sind, um die Wurzeln, +haengt sie, die Krone nach unten, auf und gibt taeglich etwas Wasser +hinein. Die junge Petersilie waechst an der Spitze heraus, nur darf sie +kein Frost treffen. + + + +PETERSILIE IN SALZ. + +Frische Petersilie wird 1 Tag in die Sonne gelegt und dann schichtweise +mit Salz in Glaeser, die man nach Angabe verschliesst, fest eingefuellt. + + + +PFLAUMEN IN ESSIG. + +3 kg (6 Pfd) Pflaumen +1-1/4 l Weinessig +1-1/4 kg (2-1/2 Pfd) Zucker +16 g Zimt in einem +8 g Nelken Mullbeutel + + +_Vorbereitung_: Die Pflaumen werden sauber abgewischt, mit einem neuen +Holzzahnstocher einigemale durchstochen und in einen Steintopf gelegt. + +_Zubereitung_: Der Essig wird mit Zucker und Gewuerzen gekocht, geschaeumt +und nach dem Erkalten ueber die Fruechte gegossen, die man zugedeckt 8-14 +Tage stehen laesst. Dann schuettet man sie auf einen Durchschlag, laesst den +Saft ablaufen und erhitzt ihn. Die Pflaumen werden einige Minuten in dem +Saft gekocht, bis sie leichte Risse bekommen. Dann legt man sie in Glaeser +oder Toepfe, kocht den Saft bis zum zweiten Grade und giesst ihn nach dem +Erkalten ueber die Fruechte, legt Kreuzhoelzchen darueber, die sie unter dem +Saft halten und bindet die Gefaesse mit Pergamentpapier zu. + + + +PILZE ZU TROCKNEN. + +Die Stielenden der moeglichst sandfreien Pilze werden abgeschnitten und +die Pilze, indem man sie durchsticht, ungewaschen auf einen starken Faden +gezogen; dann haengt man die Pilzketten in die Sonne und laesst sie bis zum +voelligen Getrocknetsein haengen. Champignons und Steinpilze schneidet man +in Scheiben, damit sie schneller austrocknen. + + + +PREISSELBEEREN. + +3-1/2 kg (7 Pfd) Preisselbeeren +1/2 l weiches, kaltes Wasser +1-3/4 kg (3-1/2 Pfd) Zucker +Weisses Papier, 1 Essl. Rum + + +_Vorbereitung_: Die Beeren werden wie zu Kompott vorbereitet. + +_Zubereitung_: Die zu Boden fallenden Beeren kocht man auf und tut sie in +einen Beutel, den man mit in den Kessel schuettet (der Saft befoerdert das +Gelieren). Die oben schwimmenden Beeren laesst man gut abtropfen und +schuettet sie in den inzwischen mit dem Wasser und Saft bis zum ersten +Grade gekochten Zucker. Sobald sie klar gekocht und geschaeumt sind, d. h. +eine durchsichtige, hellrote Farbe haben, hebt man sie mit dem +Schaumloeffel heraus und laesst den Saft noch 15-20 Minuten einkochen, +schuettet ihn ueber die Beeren und ruehrt mit dem Loeffel 1/4 Stunde, damit +sie sich mit Saft fuellen. Man fuellt die Beeren in Glaeser oder Toepfe, +deckt, nachdem sie erkaltet, ein Rumpapier darauf und bindet mit +Pergamentpapier zu. + +_Bemerkung_: Gewuerfelte Kuerbis, Aepfel oder Birnen koennen sehr zum Vorteil +der Preisselbeeren mit ihnen zusammen klar gekocht werden; auch +Mohrruebenwuerfelchen verwendet man zur Vermehrung; diese muessen aber erst +besonders in Wasser abgekocht werden, abgetropft schuettet man sie dann +zu den rohen Beeren. + + + +ROTE RUeBEN. + +2-1/2 kg (5 Pfd) rote Rueben +8 g Kuemmel +3 Essl. Merrettichwuerfel +1/2 l Essig +10 g Zucker +5 g Salz + + +_Vorbereitung_: Die roten Rueben werden mit einer Buerste gereinigt, aber +vorsichtig, damit nicht die Haut reisst oder das Wurzelende abgebrochen +wird, sonst werden die Rueben im Kochwaffer hell. + +_Zubereitung_: Man legt sie vorsichtig in kochendes Wasser und kocht sie +weich, was je nach der Staerke der Rueben verschiedene Zeit beansprucht. +Darauf legt man sie einen Augenblick in kaltes Wasser und streift die +Ruebenhaut glatt von allen Rueben herunter. Ehe man die vorbereiteten Rueben +schneidet, waescht man sich die Haende, damit nichts vom Aeusseren der Ruebe +an die Ruebenscheiben kommt. Dann schneidet man die Rueben ueber dem Topfe, +in dem sie bleiben sollen, in Scheiben von der Staerke eines Markstueckes +und streut gesaeuberten Kuemmel und kleine Meerrettichwuerfel duenn zwischen +die Lagen. Der Essig, der nicht zu scharf sein darf, wird mit Zucker und +Salz aufgekocht und nach dem Erkalten ueber die Rueben gegossen, die +obenauf beschwert werden, damit sie unter dem Saft bleiben. Man bindet +den Topf mit Pergamentpapier zu. Die kleinen Herzblaettchen eignen sich zu +Salat. + + + +SALZGURKEN. + +60 Mittelgurken +50 g Weinblaetter +30 g Dill +7-1/2 l Wasser +100 g Salz +1 kleines Fass + + +_Vorbereitung_: Die Gurken werden 24 Stunden in Brunnenwasser gelegt, +abgewischt und mit den gewaschenen Blaettern und dem Dill in ein sehr +sauberes Fass gepackt. + +_Zubereitung_: Wasser und Salz werden aufgekocht, heiss ueber die Gurken +geschuettet; dieses Verfahren wird an den beiden folgenden Tagen +wiederholt. Die Fluessigkeit muss die Gurken gut decken. Nach dem Erkalten +wird das Fass zugespundet und bis zum Gebrauch haeufig gedreht. + + + +SENFGURKEN. + +3-1/2 kg (7 Pfd.) Gurken, nach dem Salzen gewogen +Salz nach Bedarf +Bieressig nach Bedarf +1 l Weinessig +10 g Salz +10 g Zucker +60 g Schalotten geschaelt mit warmem +30 g Perlzwiebeln Essig einmal uebergossen +3 Essl. Meerrettichwuerfel +4 Blueten Dill +1 Pfefferschote +3 Mullbeutel mit verschiedenen Gewuerzen +4 Essl. Senfkoerner + + +_Vorbereitung_: Die Gurken werden sauber gewaschen, von der Spitze +anfangend geschaelt, durchgeschnitten und mit einem Essloeffel von den +Kernen befreit, dann in beliebige gleichmaessige Stuecke geschnitten; sie +werden mit 50 g Salz auf 1 kg (2 Pfd.) Gurkenstuecke gesalzen, indem man +sie ordentlich damit durchmengt und bis zum folgenden Tage stehen laesst. + +_Zubereitung_: Man uebergiesst sie, nachdem sie abgetrocknet sind, mit +abgekochtem, lauwarmem Bieressig; denselben Essig kocht man am folgenden +Tage noch einmal auf und giesst ihn erkaltet auf die Gurken. Am naechsten +Tage kocht man Weinessig mit 10 g Salz und 10 g Zucker auf 1 l auf, nimmt +die Gurken aus dem Bieressig heraus, schichtet sie mit allen sauber +geputzten verschiedenen Zutaten in Glaeser oder Toepfe und fuellt den +erkalteten Weinessig darueber, legt Kreuzhoelzer darauf und bindet die +Glaeser mit Pergamentpapier zu. Man kann das Weichwerden sehr +beschleunigen, wenn man den Essig einmal heiss darauf giesst. Nach 8 Tagen +giesst man den Essig nochmals ab, kocht ihn auf und giesst ihn nach dem +Erkalten wieder ueber die Gurken. + + * * * * * + +VERSCHIEDENES. + + + +ABWELLEN. + +Nahrungsmittel werden durch Abbruehen oder Ueberwellen mit Wasser oder +Salzwasser oder Wasser und Natron vorbereitet. + + + +ABZIEHEN MIT EI (LEGIEREN). + +Das Eigelb wird mit etwas kalter Fluessigkeit gut verruehrt; dann quirlt +man zuerst einige Loeffel heisser Fluessigkeit dazu und verbindet dieses +dann mit der ganzen Masse. + + + +APFELSINENSCHALE ZU VERWENDEN. + +Jede Apfelsine, welche gegessen wird, sollte vorher mit scharfem Messer +duenn geschaelt werden. Die Schalen werden schichtweise mit reichlicher +Zugabe von feinem Zucker in ein Glas fest eingedrueckt; dann wird es +zugebunden. Man kann das Glas nach und nach fuellen, die letzte Schicht +muss aber immer Zucker sein. Der Inhalt dient zu billiger schmackhafter +Wuerze von mancherlei Suppen, Saucen, Gebaeck und geschmortem Obst, auch in +Verbindung mit Zucker und Wasser zu Getraenk. + + + +AUSBACKEN IN FETT. + +Einige trockene Erbsen, ein Stueck trockener Ingwer in das geschmolzene +Fett geworfen saugen die etwa vorhandene Feuchtigkeit auf. Das zu +Backende kommt erst in das kochende Fett, wenn blauer Dampf davon +aussteigt; wenige Stuecke kommen zur Zeit hinein, sonst kuehlt das Fett zu +sehr ab. + + + +BACKEN VORZUBEREITEN. + +Semmel, Mehl und Zucker sind zu sieben. Butter oder Margarine werden +ausgewaschen. Hoelzchen zur Pruefung der Gare wird bereitgelegt. Das +Backblech ist erst mit Papier, dann mit Schwarte abzureiben. Formen +werden mittelst Pinsel oder Feder gruendlich mit geschmolzener Butter oder +Margarine ausgepinselt und mit Zucker bestreut bereitgestellt. Auf +peinlich gesaeuberte Haende, besonders Fingernaegel, ist streng zu achten. + + + +BACKFETT + +stellt man her aus kleingeschnittenem Rindertalg und Schweineliesen, die +langsam ausgelassen werden, aber das Fett muss ganz hell bleiben. +Durchgegossen wird es in Toepfe gefuellt, erstarrt, fest zugebunden. Die +Grieben koennen zu Bratkartoffeln, Huelsenfruechten usw. Verwendung finden. +Auch Margarine ist gut als Backfett zu verwenden, muss aber vor dem +Gebrauch aufgekocht und durch ein Sieb gegossen werden. + + + +BACKOBST + +wird Abends vor dem Gebrauche lauwarm gewaschen, in irdenem Topfe mit +frischem Wasser, 1-1/2 l auf 250 g Obst, zum Aufquellen hingestellt, +spaeter in demselben Wasser zubereitet. + + + +BOUILLONFETT, BACKFETT UND GEBRAUCHTE FETTE ZU REINIGEN UND HALTBAR ZU +MACHEN. + +Alles Fett, sei es von der Bruehe abgefuellt oder hat es zum Ausbacken oder +Braten gedient, kann von fremden Beimischungen gereinigt werden, so dass +man es lange, immer wieder gereinigt, gebrauchen kann. Im Sommer verdirbt +jedes feuchte Fett schon am zweiten Tage, wenn man diese Vorsicht nicht +beobachtet. Man schmilzt also das Fett und giesst dreimal soviel kochendes +Wasser als man Fett hat hinzu, ruehrt Fett und Wasser gehoerig durch, zieht +es mit dem Loeffel hoch und laesst es einmal aufkochen. Dann giesst man das +Ganze in eine breite Schale und laesst es darin erkalten. Man nimmt das +gereinigte Fett am andern Tage in einer Scheibe oben ab, kratzt die +untere Seite, d. h. die anhaftende Unsauberkeit und Feuchtigkeit ab, laesst +das Fett in einem Topf nochmals zusammenschmelzen und verwahrt es; die +unsauberen Teile tut man in den Seifentopf. + + + +ESSIGTOPF. + +Zum Essigtopf eignet sich am besten ein Deckelsteinkrug mit Ausgussoeffnung +und weitem Hals. Man giesst etwa 1 l Wasser in den Topf und tut nach und +nach alle Obstabfaelle, Wein- und Bierneigen dazu. Nach 2-3 Wochen ist von +diesen Zutaten ein Essig gegoren, den man durch ein Tuch in Flaschen +fuellen, verkorken und vorzueglich zum Scheuern verwenden kann. Der uebrige +Inhalt des Essigtopfes wird fortgeschuettet, um Geruch zu vermeiden. + + + +FLEISCHEXTRAKTBRUeHE. + +1 Messerspitze Fleischextrakt wird in 1/4 l kochendem Wasser oder +leichter Bruehe geloest und mit Salz abgeschmeckt. + + + +GELATINE. + +Gelatine muss man schnell kalt abwaschen, mit der Schere zerschneiden, in +gelinder Waerme, auf je 1 Blatt 1 Essloeffel Fluessigkeit, unter Ruehren +lauwarm aufloesen. Sie darf nicht sehr heiss werden oder gar kochen. + + + +GEWUeRZDOSIS. + +In diesem Buch ist darunter stets verstanden: 2 Gewuerzkoerner [Pimentkoerner], 6 weisse +Pfefferkoerner, 1 Nelke, 1/4 Lorbeerblatt. + + + +HEFESTUeCK. + +Ein Viertel des zum Gebaeck zu verwendenden gesiebten erwaermten Mehles +wird mit warmer Fluessigkeit (Milch oder Wasser) und der zerbroeckelten +Hefe angeruehrt. Zugedeckt mit einer Prise Mehl bestreut, setzt man das +Hefestueck in einen Topf mit warmem, nicht heissem Wasser an eine Ecke des +Herdes, wo es nicht heisser werden kann. + + + +HUeLSENFRUeCHTE + +werden Abends vor dem Gebrauche verlesen, die Nacht ueber in kaltem Wasser +eingeweicht und kurz vor dem Gebrauche abgegossen. + + + +KAFFEE BRENNEN. + +Der Kaffee wird von allen unreinen Bohnen befreit, lauwarm gewaschen, auf +einem Sieb abgetropft und auf einem Tuch getrocknet. In den Kaffeebrenner +geschuettet, brennt man ihn 5 Minuten, schuettelt ihn dann und brennt, +langsam drehend, weiter. Alle 5 Minuten schuettelt man den Kaffeebrenner, +das zweite und dritte Mal geoeffnet aus dem Fenster, damit die sich +loesenden Huelsen die Kueche nicht verunreinigen; so brennt man weiter, bis +der Kaffee eine schoene, dunkle, kastanienbraune Farbe hat, wovon man sich +oefter ueberzeugen muss. Zu dunkles Brennen verdirbt den schoenen +Kaffeegeschmack und -geruch. 1 Teeloeffel Puderzucker auf 1 kg (2 Pfd.) +Kaffee in der letzten Minute hinzugeschuettet, ueberzieht den Kaffee mit +einem leichten Ueberzug, der das Aroma in der Bohne festhaelt. Der Kaffee +wird ausgeschuettet; damit er nicht nachbrennt und zu dunkel wird ruehrt +man oefter, bis er abgekuehlt ist. Der Kaffee wird dann in irdenen oben +Blechgefaessen aufgehoben, welche stets verschlossen gehalten werden. + +Kugelbrenner sind, wo man gleichmaessiges Herdfeuer zur Verfuegung hat, zu +empfehlen; Spiritusbrenner sind billig sowohl in Anschaffung wie Gebrauch +und brennen schnell und gleichmaessig; sie sind besonders praktisch wenn +die Flamme geschuetzt ist, weil man dann im Freien brennen kann. + + + +KAFFEE MAHLEN. + +Die Kaffeemuehle muss von Zeit zu Zeit auf ihre Schaerfe geprueft werden. +Grob gemahlener Kaffee gibt ein schwaches ungenuegendes Getraenk. Je feiner +das Kaffeebohnenmehl, je staerker und aromatischer das Getraenk. Gemahlener +Kaffee muss stets luftdicht verschlossen verwahrt werden. + + + +KARTOFFELMEHL UND ALLE SORTEN STAeRKEMEHL + +werden immer mit kalter Fluessigkeit glatt gequirlt ehe man sie der Speise +beifuegt. + + + +KLOSSBEHANDLUNG. + +Um das Abstechen und Garkochen von Kloessen zu erleichtern, wird ein Teller +mit Fett bestrichen; auf diesen legt man die recht gleichmaessig +abgestochenen Kloesse, fuellt eine Kelle heisses Wasser darauf und laesst alle +Kloesse auf einmal in die kochende Fluessigkeit gleiten; bei groesserer Menge +ist inzwischen das Wasser wieder zu erhitzen. + + +KORINTHEN VORBEREITEN. + +Man bereitet sie vor, indem man sie auf ein sauberes trocknes Tuch +schuettet, nach dem grosse Stiele und Steine herausgelesen wurden. Nun +streut man etwas Mehl darueber, fasst das Tuch zusammen, reibt den Inhalt +gelinde hin und her, bis die kleinen Stiele alle abgerieben sind und +schuettet die Korinthen in einen Durchschlag, den man in kaltes Wasser +haengt. Hierin werden die Korinthen gewaschen bis die Stiele oben +schwimmen. Dann quillt man in frischem Wasser an warmer Herdstelle die +Fruechte auf, tut sie in ein Sieb und ueberspuelt sie vor dem Gebrauch +nochmals mit kaltem Wasser. + + + +KUeMMEL VORBEREITEN. + +Der Kuemmel wird kalt abgewaschen, dann mit frischem kaltem Wasser auf +eine heisse Stelle des Herdes gesetzt; sobald das Wasser heiss geworden, +schuettet man den gequollenen Kuemmel auf ein Sieb. Der Kuemmel darf niemals +in dem Aufquellwasser kochen. + + + +PANIEREN. + +Ei oder auch nur Eiweiss werden mit einer Gabel mit 1 Essloeffel Fluessigkeit +duenn geschlagen; ist das Fett in der Pfanne still und hellbraun, so nimmt +man eine Gabel und durchsticht die Fleischstuecke an der oberen aeussersten +Kante und paniert sie schnell, indem man sie durch die Eierfluessigkeit +und dann durch geriebene Semmel zieht und sie sofort in das dampfende +Fett legt. Waehrend des Bratens darf nicht mit der Gabel in die +Fleischstuecke gestochen werden, weil der austretende Fleischsaft die +Panade abweichen wuerde. Gewendet wird mit Eierkuchenschippe oder breitem +Messer. + + + +RINDER- UND HAMMELFETT AUSZULASSEN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Fett +1/8 l Wasser + +_Vorbereitung_: Das _Rinderfett_ wird in kleine Wuerfel geschnitten und +einen Tag oder eine Nacht in Wasser gelegt, damit die etwa vorhandenen +Blutteilchen ausziehen. + +_Zubereitung_. Man giesst das Wasser ab, tut das Fett in einen Schmortopf +und giesst auf 1/2 kg (1 Pfd.) Fett 1/8 l Wasser darueber, deckt es zu und +laesst es langsam kochen. Das Wasser soll die Zellen lockern, damit sie das +Fett besser hergeben. Nachdem das Fett in der Hitze durchsichtig +geworden, deckt man es auf und laesst es offen ausbraten, bis sich die +Grieben gleichmaessig braeunlich gefaerbt haben. Das Fett muss etwas abkuehlen, +wird dann durch ein Sieb gefuellt; die Grieben werden sanft ausgedrueckt +und zur Verwendung bei Kartoffelsuppe, Huelsenfruechten oder, fein gewiegt, +zu Bouletten, Beefsteak usw. zugedeckt zurueckgestellt. + +Das ausgelassene Fett wird in sauberen zugebundenen Steintoepfen +aufgehoben. In Verbindung mit Butter und Schweinefett ist es zu allen +Speisen sehr schmackhaft. + +_Hammelfett_ wird ebenso ausgelassen; wenn das Fett glasig wird, schuettet +man 1 Tassenkopf Milch hinzu, dadurch verringert sich der +Hammelgeschmack. + + * * * * * + +ROSINEN VORBEREITEN: siehe KORINTHEN VORBEREITEN. + + + +SCHWEINE-, GAeNSE- UND ENTENFETT AUSZULASSEN. + +1/2 kg (1 Pfd.) Rueckenfett oder Liesen +1 Stueckchen Apfel +1 Zwiebel +1 Stielchen Majoran + + +_Vorbereitung_: Nachdem das Ruecken- oder Liesenfett abgewaschen und +abgekratzt ist, wird es in kleine Wuerfel geschnitten, in einen Topf getan +und zugedeckt. Da diese Fette viel Wasserteile haben, braucht man kein +Wasser zuzugiessen. + +_Zubereitung_: Eine Weile kocht es zugedeckt, dann fuegt man eine kleine +Zwiebel, ein Stueckchen Apfel und ein Stielchen Majoran oder Thymian +hinzu, nimmt den Deckel ab und laesst die Fettgrieben langsam eine gelbe +Farbe annehmen, dann schuettet man dieselben in ein Sieb, drueckt sie leise +mit dem Loeffel aus und stellt sie zum weiteren Gebrauch zurueck. +Schweinefett, wie auch Gaense- und Entenfett, welches ebenso ausgelassen +wird, ist zum Schmoren von Rot- und Weisskraut, als Back- und Bratfett in +Vermischung mit Rinderfett oder als Zuspeise zum Brot zu verwenden. Das +Fett, welches als Zuspeise zum Brot auf den Tisch gebracht wird, fuellt +man fluessig und warm gleich in kleine Behaelter, um es darin auf den Tisch +zu geben. Die Grieben werden als Zuspeise zu Kartoffeln gewaermt, auch zu +Specksaucen und, mit einer Reibekeule zerrieben, auch zu +"_Griebenschmalz_" verwendet. + +_Frische Schweineschwarte_ kocht man mit Wasser weich und bereitet damit +Kohlrueben und Gemuese. + +_Fett von Gaense- und Entendaermen_ muss unter haeufigem Wechseln des Wassers +24 Stunden waessern und fuer sich allein ausgebraten werden. + +_Amerikanisches Schmalz_, welches roh ausgepresst ist, ist wie frisches +Schweinefett zu behandeln und noch einmal auszubraten. + + + +SEIFE ZU KOCHEN. (VORRAT.) + +7-1/2 kg (15 Pfd.) festes Fett oder + 15 kg (30 Pfd.) Sammelfett +3-1/2 kg (7 Pfd.) Seifenstein in + weissen Stuecken +30 l weiches Wasser +1/2 kg (1 Pfd.) Salz +9 l weiches Wasser + + +_Vorbereitung_: Das Sammelfett kocht man erst mit reichlichem kaltem +Wasser einige Stunden aus und schneidet es erkaltet ab. Dieses Fett ist +dann festes Fett. 20 l Wasser, das Fett und der Seifenstein werden tags +zuvor in einen Kessel ohne Glasur geschuettet. + +_Zubereitung_: Die Masse wird am Kochtage langsam zum Sieden gebracht, +und erst nachdem sie 1/2 Stunde mit der scharfen Lauge kochte, wird das +uebrige Drittel des Wassers in Zwischenraeumen zugegossen, wonach die Seife +bei oefterem Ruehren mit einem grossen Holzloeffel ununterbrochen 2-1/2 +Stunden kochen muss. Loest sich dieselbe dann als leimige Substanz von dem +Ruehrloeffel ab und ist nicht mehr fettig, was man durch Waschen mit +derselben sehen kann, so streut man 1/2 kg (1 Pfd.) Salz hinein, fuegt 9 l +Wasser hinzu und laesst die Seife noch 1/2 Stunde damit durchkochen, damit +sie sich gut schneidet. In dem Kessel laesst man sie erkalten und schneidet +sie am anderen Tage in beliebig lange Stuecke, kratzt sie unten ab und +laesst sie luftig uebereinander gebaut zum Austrocknen 1/2-3/4 Jahr liegen, +ehe man sie verbraucht. Ist die Seife oben noch fettig, so muss sie noch +laenger kochen, ehe man Salz und Wasser zugiesst. Die unter der Seife +befindliche Lauge laesst sich zur Reinigung eiserner Toepfe, Pfannen, +steinerner Fliesen usw., und in kleinen Mengen auch zur Kuechenwaesche +verwenden. + + + +SELBSTKOCHER. + +Fuer den Selbstkocher existieren mehrere Formen: + +Die einfachste und billigste Form des Selbstkochers ist die sogenannte +schwedische Kochkiste. Diese wird fuer 1, 2 oder mehr Kochtoepfe wie folgt +hergestellt: + +In eine Kiste mit ueberfassendem sehr genau schliessendem Deckel stellt man +geradwandige--nicht bauchige--emaillierte Kochtoepfe von der gewuenschten +Groesse, welche am oberen Rand bewegliche, starke Drahthenkel und nach +innen fassende, fest schliessende Deckel haben muessen. Die Toepfe sollen so +stehen, dass sie weder sich gegenseitig, noch die Waende der Kiste +beruehren. Die leeren Zwischenraeume werden nun sehr fest mit Heu, Papier +oder besser mit Holzwolle ausgestopft; das Fuellmaterial wird mit einer +Keule so fest wie moeglich gestampft. Ist die Kiste ganz gefuellt, so +werden die Toepfe sehr vorsichtig herausgehoben, damit die roehrenartigen +Oeffnungen fuer die Kochtoepfe bleiben; die ganze Polsterung wird dann fest +mit grauer Leinwand ueberzogen, ueber die Leinwand der oberen Flaeche spannt +man noch Wachstuch, um vorkommende Flecke abwaschen zu koennen. Fuer die +Kochtoepfe muessen in der Wachstuchauflage runde Oeffnungen ausgeschnitten +werden; die Raender werden an der Leinwand festgenaeht. Dieses Ueberziehen +der Polsterung mit Leinwand kann auch nach Belieben unterbleiben; ist das +Polstermaterial genuegend festgestampft so loesen sich beim Hineinstellen +und Herausnehmen der Kochtoepfe nicht leicht einzelne Teile desselben ab. +Die Wachstuchauflage ist empfehlenswert; die runden Oeffnungen fuer die +Kochtoepfe werden dann nicht festgenaeht, sondern in kleinen Spitzen +ausgeschnitten. + +Zum Bedecken der Toepfe wird ein Kissen mit Holzwoll-, Watte- oder +Federfuellung angefertigt, welches den leeren Raum nach oben ganz ausfuellt +und einen wollenen Bezug haben muss. + +Fertige Kochkisten in dieser Art mit den genau passenden Kochtoepfen, +deren festschliessende Deckel Teller bilden, sind kaeuflich. + +Nach jedesmaligem Gebrauch muss jeder Selbstkocher zum Auslueften unbenutzt +eine Zeitlang geoeffnet stehen. + +Auch kann man aus 5-8 Bogen Zeitungspapier, die nacheinander schnell fest +um einen ebenso geformten Kochtopf gehuellt und oben fest mit einer Schnur +zusammengebunden werben, einen gut funktionierenden Selbstkocher fuer +den Notbehelf herstellen. Fuer den taeglichen Gebrauch ist der +Papier-Selbstkocher, wenn auch billig und zweckmaessig, nicht zu empfehlen, +weil das Einhuellen Zeit beansprucht; da ist ein anderer Selbstkocher +praktischer und ordentlicher. + +Der Selbstkocher dient nicht nur zum Fertigkochen der Mahlzeiten, sondern +auch, unbeschadet ihrer Guete, zum Warmhalten von Speisen jeder Art. + +In Faellen, wo die Familienmitglieder gezwungen sind ihre Mahlzeiten zu +ganz verschiedener Zeit einzunehmen, sorgt der Selbstkocher dafuer, dass +jeder Einzelne bei seiner Heimkehr eine warme wohlschmeckende Mahlzeit +bereit findet. + +Auch Kaffee erhaelt sich im Selbstkocher mehrere Stunden lang heiss und +wohlschmeckend. + +Zu beachten sind folgende Punkte: + +1. Huelsenfruechte, Backobst und geraeuchertes Fleisch muessen am Abend vor +dem Gebrauch mit kaltem Wasser eingeweicht werden. + +2. Allen Speisen muss nur das genau abgemessene Quantum Fluessigkeit +beigegeben werden, da im Selbstkocher keine Fluessigkeit verdampft. + +3. Die Toepfe sind moeglichst voll zu fuellen. Wird eine Kochkiste mit 2 +Toepfen verwendet und soll zu einer Mahlzeit nur ein Kochtopf benutzt +werden, so empfiehlt es sich zur Erhaltung der Waerme den zweiten mit +kochendem Wasser angefuellt hineinzustellen oder die leere Oeffnung mit +einem passenden Kissen auszustopfen. + +4. Die Speisen muessen in fest schliessenden Toepfen kochend in den +Selbstkocher gestellt werden, nachdem sie bereits 5 Minuten ordentlich +gekocht haben. + +5. Das Hineinstellen des Topfes und das Schliessen des Selbstkochers muss +sehr schnell geschehen; der Deckel des Kochtopfes darf nun unter keinen +Umstaenden mehr gelueftet werden. + +6. Beim Vorkochen muessen die Speisen durch oefteres Schuetteln des Topfes +vor Anbrennen bewahrt werden. + +7. Der Selbstkocher darf waehrend des Kochens nicht geoeffnet werden, +geschieht dies dennoch aus irgend welchem Grunde, so muss das Gericht ueber +der Flamme wieder auf den Kochpunkt gebracht werden, ehe es von neuem in +den Selbstkocher kommt. + +8. Zusammengekochte Gerichte, z. B. Aepfel und Kartoffeln, Bohnen mit +Aepfeln usw. muessen vor dem Anrichten untereinander geruehrt werden. + +9. Huelsenfruechte werden erst vor dem Anrichten gesalzen. + +10. Alle fertigen Gerichte, welche im Selbstkocher warm erhalten werden +sollen, muessen vor dem Hineinstellen eine hohe Temperatur haben. + +11. Es schadet den Speisen durchaus nicht, wenn sie auch laengere Zeit, +nachdem sie gar sind, im Selbstkocher verbleiben. + + + +SPECKSCHWARTEN, GERAeUCHERTE. + +Mit einer Speckschwarte reibt man in der Wirtschaft Eisenteile ein, um +sie vor Rost zu schuetzen, z. B. Kuchenbleche, Feuerzangen, Ofenbleche u. +dergl. Sachen, die man im Sommer nicht haeufig benutzt. + +Man reibt schwarzen und dunkten Samt und Samtbaender damit ab, entfernt +dadurch Staub und Schmutz und gibt ihnen frisches Aussehen. + +Man reibt das eiserne Kuchenblech damit ab, ehe man den Kuchen darauf +legt. + +Man buerstet die Schwarte mit Wasser recht sauber oder reibt sie +gegeneinander im Wasser. Dann waessert man sie eine Nacht in kaltem Wasser +und kocht die Schwarten, je 250 g mit 1 l Wasser, zugedeckt, weich. Die +Bruehe verwendet man zu Huelsenfruchtsuppen; die weiche Schwarte wird klein +geschnitten und mit in die Suppe getan. + +Keine Speck- oder Schinkenschwarte darf fortgeworfen werden. + + + +SPEISEFARBE + +ist fertig kaeuflich. Man kann aber auch gestossenen Zucker in eisernem +Topfe ueber dem Feuer so lange ruehren, bis er geschmolzen und dunkelbraun +ist. Mit etwas kochendem Wasser verduennt ist er in verkorkter Flasche +aufzuheben. + + + +SPICKEN. + +Der Speck ist stets mit gesalzener Hand anzufassen, gleichmaessig lang und +dick zu schneiden, auf einem Teller auseinandergelegt zu salzen, vor dem +Gebrauch kalt zu stellen. Je kaelter der Speck, um so leichter das +Spicken. Der Schinkenspeck ist muehsamer zu schneiden, aber gesalzen von +gleicher Guete wie der Rueckenspeck und kann zum Spicken sehr wohl +verwendet werden. 1. Man spickt nach dem Klopfen die Fleischstuecke von +rechts nach links und von oben nach unten. 2. Die Lage der Fleischfaser +muss auf der Spicknadel liegen. 3. 1/4 des Speckstreifens stehe oben, 1/4 +unten heraus, 1/2 im Fleisch. 4. Die neue Reihe steht entweder genau +unter der ersten Reihe oder in den Zwischenraeumen derselben. 5. Die +unregelmaessigen Enden der Speckstreifen werden mit einer Schere +abgeknipst. 6. Fleisch spickt man stets wenn es schon geklopft und +gehaeutet ist. Gefluegel muss durch Uebergiessen mit heissem Wasser vor dem +Spicken steif gemacht werden. + + + +SUPPENGRUeN. + +sind die verschiedenen Wurzel- und Gemuesearten wie Mohrrueben, +Petersilienwurzel, Porreestengel und Sellerieknolle. + + + +WASSERBAD (HEISSES) + +haelt fertige Speisen heiss, ohne sie kochen, anbrennen oder gerinnen zu +lassen, eignet sich vorzueglich zum zuverlaessigen Aufwaermen von Gerichten, +wie auch zum Garmachen und Abschlagen verschiedener suesser Eiersaucen und +-speisen. + + + +WASSERBAD-TOPF. + +Jedes beliebige Gefaess, am besten von Blech, kann zu diesem Zwecke in +einen Topf, der mit heissem Wasser ueber schwachem Feuer steht, gesetzt +werden, nur muss unten in den Topf Teller oder Untertasse umgekehrt +hineingelegt werden, sonst trifft die Herdhitze das Gericht doch +unmittelbar. + + + +ZITRONE + +durchgeschnitten, schimmelt waehrend langer Zeit nicht, wenn man die +Schnittflaeche auf ein kleines Gefaess legt in das man vorher etwa 1 +Essloeffel Essig goss. + + + +ZITRONENZUCKER + +erhaelt man, wenn man das Gelbe der Zitronenschale auf Stueckenzucker +abreibt und diesen dann im Moerser stoesst. + + + +ZUCKER ZU LAeUTERN. + +Der Zucker wird in Wasser getaucht bis keine Blasen mehr aufsteigen. Man +legt nun die voellig mit Wasser durchtraenkten Stuecke in einen sauberen +Topf oder Kessel, stellt diesen warm bis der Zucker voellig geschmolzen +ist. Nun erst darf die Masse ins Kochen gebracht werden, geschieht dies +eher, so kristallisiert der Zucker aus. Der Zucker wird nun aufgekocht, +geschaeumt und weiter verwendet. (Weiteres siehe Einmachen.) + + + + + +End of the Project Gutenberg EBook of Volks-Kochbuch, by Hedwig Heyl + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VOLKS-KOCHBUCH *** + +***** This file should be named 13921.txt or 13921.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + https://www.gutenberg.org/1/3/9/2/13921/ + +Produced by David Starner, Delphine Lettau, Tapio Riikonen and PG +Distributed Proofreaders + + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. Special rules, +set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to +copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to +protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. 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However, if you provide access to or +distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than +"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version +posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org), +you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a +copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon +request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other +form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm +License as specified in paragraph 1.E.1. + +1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, +performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works +unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9. + +1.E.8. 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It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation web page at https://www.pglaf.org. + + +Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at +https://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at +809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact +information can be found at the Foundation's web site and official +page at https://pglaf.org + +For additional contact information: + Dr. Gregory B. Newby + Chief Executive and Director + gbnewby@pglaf.org + + +Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation + +Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide +spread public support and donations to carry out its mission of +increasing the number of public domain and licensed works that can be +freely distributed in machine readable form accessible by the widest +array of equipment including outdated equipment. Many small donations +($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt +status with the IRS. + +The Foundation is committed to complying with the laws regulating +charities and charitable donations in all 50 states of the United +States. Compliance requirements are not uniform and it takes a +considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up +with these requirements. We do not solicit donations in locations +where we have not received written confirmation of compliance. To +SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any +particular state visit https://pglaf.org + +While we cannot and do not solicit contributions from states where we +have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition +against accepting unsolicited donations from donors in such states who +approach us with offers to donate. + +International donations are gratefully accepted, but we cannot make +any statements concerning tax treatment of donations received from +outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. + +Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation +methods and addresses. Donations are accepted in a number of other +ways including including checks, online payments and credit card +donations. To donate, please visit: https://pglaf.org/donate + + +Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic +works. + +Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm +concept of a library of electronic works that could be freely shared +with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project +Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support. + + +Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed +editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. +unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily +keep eBooks in compliance with any particular paper edition. + + +Most people start at our Web site which has the main PG search facility: + + https://www.gutenberg.org + +This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, +including how to make donations to the Project Gutenberg Literary +Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to +subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. diff --git a/old/13921.zip b/old/13921.zip Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..3580ca0 --- /dev/null +++ b/old/13921.zip diff --git a/old/old/2004-11-01-13921-8.zip b/old/old/2004-11-01-13921-8.zip Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..65f0d39 --- /dev/null +++ b/old/old/2004-11-01-13921-8.zip diff --git a/old/old/2004-11-01-13921.zip b/old/old/2004-11-01-13921.zip Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..687fc49 --- /dev/null +++ b/old/old/2004-11-01-13921.zip |
